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Die Diskurstheorie von Jürgen Habermas
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Anmerkungen
Einleitung: Was können Sie von diesem Buch erwarten?
1 Repräsentative Umfrage von TNS Infratest unter 1000 Bundesbürgern für die ZEIT. Umfragedatum: 19. bis 20. 2. 2013. Aus: Serie: Vorsicht,
gute Nachrichten. In: DIE ZEIT, Nr. 13 (21. März 2013), S. 37.
2 Repräsentative Umfrage von IfD Allensbach unter 1617 Personen, repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahre, durchgeführt
vom 4. 6. 2012 bis 15. 6. 2012. Aus: Statista: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/240027/umfrage/befuerchtungengesellschaftlicher-bedrohungen-in-der-zukunft/, zugegriffen am 03. April 2013.
3 Quelle: DESTATIS -Pressemitteilung Nr. 401 vom 04. 11. 2010. http://www.govalue.de/de/sprengnetter_news/Lebenserwartung-inDeutschland-auf-Hoechststand/443/, zugegriffen am 03. April 2013.
4 Siehe ähnlicher Ansatz in dem Buch: Ropeik, D. und Gray, G. (2002): Risk! A Practical Guide What’s Really Safe and What’s Really Dangerous
in the World Around You. Houghton Mifflin: Boston, S. 19 f.
5 In diesem Anliegen fühle ich mich durch einige andere Autorinnen und Autoren zum Thema Risiko und Risikokompetenz bestärkt. Siehe vor
allem: Gigerenzer, G. (2013): Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München. Evans, D. (2013): RQ
Risikointelligenz. Wie wir richtige Entscheidungen treffen. Droemer: München. Sowie: Witzer, B. (2011): Risikointelligenz. Econ: Berlin.
6 Wissenschaftlich korrekter wäre zu sagen »intersubjektiv überprüfbar«
7 Ad-hoc Kommission »Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen
Umweltschutz der Bundesrepublik Deutschland« (2003): Abschlussbericht der Risikokommission (Im Auftrag des Bundesministeriums für
Gesundheit und soziale Sicherung und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit). Bundesamt für
Strahlenschutz. Salzgitter.
8 Auf Eigenzitate habe ich dagegen weitestgehend verzichtet. Manches was ich in dem Buch schreibe, ist daher an anderen Stellen schon mal vor
mir in ähnlicher Weise veröffentlicht worden.
BSE – der Killer?
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Teil 1
1 BSE – der Killer?
1 Vgl. Wiedemann, P.; Karger, C. A. und Clausberg, M. (2002): Risikofrüherkennung im Bereich Umwelt und Gesundheit. Umweltbundesamt:
F+E Vorhaben 200 61218/09. Forschungszentrum Jülich, S. 14 und S. 30.
2 http://www.focus.de/wissen/mensch/risikobewertung-was-uns-angstmacht_aid_564696.html, zugegriffen am 09. April 2013; vgl. zur
Toxikologie: Mühlendahl K. (2002): Lampenöl (Duftpetroleum). Vergiftungen im Kindesalter. Stuttgart: Thieme Verlag, S. 256–258.
3 Nach dem BSE Fall wurde die Behörden umstrukturiert; heute heißt die zuständige Behörde: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
4 http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32410305, zugegriffen am 29. März 2013.
2 Stärken und Tücken der Statistik
1 Siehe Evans, D. (2013): RQ Risikointelligenz. Wie wir richtige Entscheidungen treffen. Droemer: München, S. 159 ff. Sowie: Witzer, B. (2011):
Risikointelligenz. Econ: Berlin, S. 173 ff.
2 Siehe dazu: Ropeik, D. und Gray, G. (2002): Risk! A Practical Guide for Deciding What’s Really Safe and What’s Really Dangerous in the World
Around You. Houghton-Mifflin: Boston und New York, S. 11 ff.
3 http://www.welt.de/politik/deutschland/article111470452/Die-Ehe-hat-nur-noch-eine-Fifty-fifty-Chance.html, zugegriffen am 08. April
2013.
4 Rothman, A. J., Salovey, P., Antone, C., Keough, K., und Martin, C. (1993). The Influence of Message Framing on Health Behavior. In: Journal of
Experimental Social Psychology, 29, S. 408–433.
5 Tversky, A., Kahneman, D. (1981): The Framing of Decisions and the Psychology of Choice. In: Science, 211, S. 453–458.
6 Siehe dazu auch die Beispiele bei Gigerenzer, G. (2013): Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München,
S. 41 ff.
7 Evans, L., Frick, M. C. und Schwing, R. C. (1989): Is It Safer to Fly or Drive? General Motors Research Laboratories. GUR -6722. General
Motors Company: Warren, USA . Die Umdrehung des Risikos für Flugverkehr versus Automobilverkehr gilt auch, wenn man als
Vergleichsgröße Todesfälle pro Reise wählt. Siehe dazu: Proske, D. (2004): Katalog der Risiken. Risiken und ihre Darstellung. Eigenverlag:
Dresden, S. 105.
Wir werden immer älter
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8 Kahneman, D. (2011): Thinking, Fast and Slow. Penguin Books: New York, S. 372 (das Beispiel geht auf die beiden Psychologen Richard Larrick
und Jack Soll zurück, die Daniel Kahneman hier zitiert).
9 Diese Verfahren sind in unserem Buch von Renn, O.; Schweizer, P.-J-; Dreyer, M. und Klinke, A. (2008): Risiko. Über den gesellschaftlichen
Umgang mit Unsicherheit. München: Oekom Verlag, auf den Seiten 26–34 beschrieben. Ebenfalls einen kurzen und prägnanten Überblick
findet sich in: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 9–11. Wer sich noch intensiver mit dieser Materie beschäftigen will, sollte das Buch von:
Hauptmanns, U.; Hettrich, M. und Werner, W. (1987): Technische Risiken: Ermittlung und Beurteilung. Springer: Heidelberg zu Rate ziehen.
10 Die drei Faktoren sind zentrale Bausteine des sog. Risk Governance Frameworks, das unsere Arbeitsgruppe für den Risk Governance Council in
Lausanne (vor 2012 in Genf) ausgearbeitet hat. Siehe dazu IRGC (2005): White Paper on Risk Governance: Towards an Integrative Approach.
International Risk Governance Council. Genf. Oder die neuere Fassung dieser drei Komponenten in: Renn, O.; Klinke, A. und van Asselt, M.
(2011): Coping with Complexity, Uncertainty and Ambiguity in Risk Governance: A Synthesis. In: AMBIO, 40 (2), S. 231–246.
11 Allerdings ist der subjektive Eindruck nicht unbedingt ein Spiegel der objektiven Verhaltensveränderungen. Wie viele Studien zeigen,
unterschätzen viele Vieltrinker den Einfluss des Alkoholkonsums auf ihr Reaktionsvermögen. Siehe: Seidl, S.; Reinhardt, G. und Zink, P.
(1972): Veränderungen des subjektiven Befindens durch Alkohol. Blutalkohol 9 (2), ohne Seitenangaben
(http://trid.trb.org/view.aspx?id=996540; zugegriffen am 26. 10. 2013)
12 Wer sich damit intensiver auseinander setzen will, sei auf folgende allgemeinverständliche Literatur hingewiesen: Dubben, H.-H. und
Beck-Bornholdt (2006): Mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit. Logisches Denken und Zufall. Dritte Auflage. Rowohlt: Reinbek bei
Hamburg, vor allem S. 54 ff. Makridakis, S.; Hogarth, R. und Gaba, A. (2010): Tanz mit dem Glück. Wie wir den Zufall für uns nutzen können.
Tolkemitt: Berlin, S. 167 ff. Sowie: Evans (2013), a. a. O., S. 179 ff.
13 Gute Überblicke über Chancen und Risiken der Gentechnik aus naturwissenschaftlicher und ethischer Sicht vermitteln die beiden Bücher:
Kempken, F. und Kemken, R. (2012): Gentechnik bei Pflanzen: Chancen und Risiken. 4. Auflage. Springer: Heidelberg. Sowie: Busch, R. J.;
Haniel, A.; Knoepfler, N. und Wenzel, G. (2002): Grüne Gentechnik: Ein Bewertungsmodell. Ohne Ortsangabe: Herbert Utz Verlag, hier vor
allem Kapitel 4.
3 Wir werden immer älter
1 Wie hoch die biologische Lebensspanne des Menschen ist, kann nicht genau angegeben werden. Menschliche Zellen haben einen
einprogrammierten Zelltod, der aber beeinflussbar ist. Zurzeit gehen wir von einer genetisch bedingten Spannungsbreite von 80–100 Jahren
aus. In wenigen Ausnahmefällen werden Menschen auch über 100 Jahre alt. Vgl. Grimm, S. (2003): Die Apoptose: Programmierter Zelltod. In:
Chemie in unserer Zeit, 37(3): 172–178.
Todesursachen: Zwei dominieren das Bild
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2 Proske, D. (2004): Katalog der Risiken. Risiken und ihre Darstellung. Eigenverlag: Dresden, S. 183. Siehe auch: Makridakis, S.; Hogarth, R. und
Gaba, A. (2010): Tanz mit dem Glück. Wie wir den Zufall für uns nutzen können. Tolkemitt: Berlin, S. 34 f.
3 Diese vier Faktoren werden meistens genannt, wenn es um die Erklärung der Steigerung der Lebenserwartung geht. Manchmal wird auch noch
höheres Einkommen, Institutionalisierung der medizinischen Betreuung, Prävention statt Therapie und weitere Faktoren genannt. Einen sehr
guten Überblick über dieses Thema gibt: Riley, J. C. (2001): Rising Life Expectancy: A Global History. Cambridge University Press: Cambridge,
USA .
4 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/841/umfrage/lebenserwartung-von-frauen/, zugegriffen am 19. April 2013.
5 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/839/umfrage/lebenserwartung-bei-jungen-trendvariante-1/, zugegriffen am 09. April 2013.
6 Einen historischen Überblick vermittelt: Kaplan, H., Hill, K.; Lancaster, J., und Hurtado, M. (2000): A Theory of Human Life History Evolution:
Diet, Intelligence and Longevity. In: Evolutionary Anthropology, 9 (4), S. 156–185. Im Jahre 1929 betrug der Unterschied zwischen der
Lebenserwartung von Frauen und Männern 2,9 Jahre; 1978 waren es 6,7 Jahre, heute sind es rund 5 Jahre.
7 Leicht gekürztes und von den Fußnoten befreites Zitat aus: Zwick, M. (2003): Männlichkeit als Risiko. Manuskript im Rahmen des
›TanGens‹-Programm an der FH Furtwangen. Universität Stuttgart. http://www.psych.tu-dortmund.de/cms/ISO /de/arbeitsbereiche/
soziologie_der_geschlechterverhaeltnisse/Medienpool/AIM _Beitraege_dritte_Tagung/michael_zwick.pdf, zugegriffen am 08. April 2013.
8 Weiland, S. K.; Rapp, K.; Klenk, J. und Keil, U. (2006): Zunahme der Lebenserwartung: Größenordnung, Determinanten und Perspektiven. In:
Deutsches Ärzteblatt, 103, A1072–A1077, hier die Internet-Version, S. 236. http://www.kas.de/upload/dokumente/verlagspublikationen/
Volkskrankheiten/Volkskrankheiten_weiland-rapp.pdf, zugegriffen am 26. 10. 2013.
9 WHO (World Health Organization) (2012): World Health Statistics 2012: Part II : Highlighted Topics. Genf, S. 60
10 WHO (World Health Organization) (2012): World Health Statistics 2012. Part II : Highlighted Topics. Genf, S. 60–61
11 Cockerham, W. C. (1997): The Social Determinants of the Decline of Life Expectancy in Russia and Eastern Europe: A Lifestyle Explanation. In:
Journal of Health and Social Behavior, 38 (2), S. 117–130; McKee, M. und Shkolinkov, V. (2001): Understanding the Toll of Premature Death
Among Men in Eastern Europe. In: BML , 323 (7320), S. 1051–1055.
4 Todesursachen: Zwei dominieren das Bild
1 Vgl. dazu auch: Proske, D. (2004): Katalog der Risiken. Risiken und ihre Darstellung. Eigenverlag: Dresden, S. 136.
2 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/165366/umfrage/todesursachen-in-deutschland/, zugegriffen am 09. April 2013.
3 Bender. H. (2010): Risiken am Arbeitsplatz und im alltäglichen Leben. Manuskript. Ludwigshafen, S. 16 (auf der Basis der Daten des
Statistischen Bundesamtes, Stand 2010).
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4 Robert-Koch-Institut (2011a): Sterblichkeit, Todesursachen und regionale Unterschiede. Heft 52. Autorin. E. Gaber unter Mitarbeit von
M. Wildner. RKI : Berlin, S. 30. In dieser Tabelle ist die Bezugsgröße 1:100 000. In der Regel habe ich bei den statistischen Angaben den
Bezugspunkt 1:10 000 genommen, wenn es um Lebenszeitrisiken geht; aber den Bezugspunkt 1:100 000 wenn es um Risiken bezogen auf ein
bestimmtes Bezugsjahr geht. Bei einer Bevölkerung von 81 Millionen muss man die relativen Zahlen mit rund 810 multiplizieren, um die
Absolutzahlen für ganz Deutschland zu erhalten.
5 Black, W. (1788): A Comparative View of the Mortality of the Human Species at All Ages; and of the Diseases and Casualties by Which They
Are Destroyed or Annoyed. Dilly: London, hier vor allem S. 41 sowie 64–66.
6 Robert Koch-Institut (2011b): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2010. RKI : Berlin, S. 43.
7 »Im Jahr 2011 wurden 1492 potenziell lebensmittelbedingte Ausbrüche (ohne Norovirus-Ausbrüche) an das RKI übermittelt. Betroffen waren
9700 Personen (s. Tab. 5.1.1). Bei 601 Ausbrüchen war als Erreger Campylobacter spp. angegeben und bei 532 Ausbrüchen Salmonella spp. Im
Vergleich zum Vorjahr wurden 5 % weniger Salmonellen- Ausbrüche übermittelt. Damit setzt sich der schon in den Vorjahren beobachtete
Rückgang der Anzahl der Salmonellose-Ausbrüche fort. Insgesamt 54 Todesfälle wurden im Zusammenhang mit lebensmittelbedingten
Ausbrüchen übermittelt«. Aus: Robert-Koch-Institut (2012): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2011.
Redaktion: Christina Frank. RKI : Berlin, S. 27. Dazu kommen noch zwei Fälle durch Norovirus ausgelöste Todesfälle, die auf Nahrungsmittel
zurückgeführt werden können (das sind rund 1 % aller Noroviruserkrankungen).
8 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/227360/umfrage/todesfaelle-aufgrund-von-krankheitenund-verletzungen-nachlaender-einkommensgruppe/, zugegriffen am 08. April 2013.
9 RKI (2011b), a. a. O., S. 44 ff.
10 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/190514/umfrage/uebermittelte-faelle-meldepflichtiger-infektionskrankheiten/, zugegriffen am
9. April 2013.
11 Robert-Koch-Institut (2007): Influenza-assoziierte Mortalität in Deutschland 1985–2006. In: Epidemiologisches Bulletin, Nr. 35 (31. August),
S. 325–327, hier S. 326.
12 http://www.ngo-online.de/2003/01/15/gesundheitsvorsorge/, zugegriffen am 3. April 2013.
13 Gastmeier, P. und Geffers, C. (2008): Nosokomilae Infektionen in Deutschland: Wie viele gibt es wirklich? In: Deutsche Medizinische
Wochenschrift, 133 (21), S. 1111–1115.
Krebs – die Volkskrankheit
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5 Krebs – die Volkskrankheit
1 »There is no evidence of any generalized increase other than due to tobacco« Dies ist die Quintessenz einer Studie der beiden Epidemiologen
Richard Doll und Richard Petto. Siehe Doll, R. und Peto, R. (1981): The Causes of Cancer: Quantitative Estimates of Avoidable Risks of Cancer
in the United States Today. In: INCI , 66 (6), S. 1192–1308, hier S. 1194. Neuere Studien gehen auch von einer höheren Inzidenz von Hautkrebs
(durch vermehrtes Sonnenbaden), Lungenkrebs (Rauchen) und zum Teil auch von Brustkrebs aus, selbst wenn man die Altersstruktur über den
Zeitvergleich konstant hält. Siehe dazu auch: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 336 ff. Sowie: Proske (2004), a. a. O., S. 137.
2 Format Trend vom 22. 1. 2013. http://www.format.at/articles/1222/525/329547/da, zugegriffen am 08. April 2013.
3 Stress wird in Eustress und Disstress unterschieden. Der Eustress ist die gesunde Form der Anspannung und der Konzentration; der Disstress
dagegen die Überlastung durch Anforderungen, die man in der vorgegebenen Zeit nicht bewältigen kann.
4 »Kann Stress auch Krebs auslösen? Manche Wissenschaftler vermuten: ja. Sie gehen davon aus, dass ein erhöhter Spiegel von Stresshormonen
wie zum Beispiel Cortisol biochemische Veränderungen in Zellen auslöst und somit zur Tumorentstehung beitragen könnte. Eine andere
Theorie besagt, dass die bei Stressreaktionen beteiligten hormonellen Veränderungen das Immunsystem schwächen und auch chronische
Stoffwechselentgleisungen begünstigen, die als Krebsrisiko diskutiert werden. Andere Fachleute halten dagegen: Das Immunsystem werde bei
Stress nicht übermäßig geschwächt, teilweise gebe es auch förderliche Wirkungen. Darüber hinaus sind die Zusammenhänge zwischen
Immunsystem und Krebsentstehung so komplex, dass eine eindeutige Beziehung trotz langjähriger Forschung bis heute schwer nachzuweisen
ist«. (aus: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/stress.php, zugegriffen am 08. April 2013). Dagegen ist relativ gut
nachgewiesen, dass Stress und optimistische Lebenseinstellung auf die Überlebensrate bei einem schon ausgebrochenen Krebs einen positiven
Einfluss ausüben. Vgl. Greer S., Morris T., Pettingale K. W. und Haybittle J. L. (1985): Mental Attitudes to Cancer: An Additional Prognostic
Factor. Lancet. 1(8431), S. 750.
5 In seinem populärwissenschaftlichen Buch erläutert der ZEIT Journalist Gero von Randow die zum Teil kontra-intuitiven Merkmale der
Stochastik. Siehe: von Randow, G. (2004): Das Ziegenproblem. Denken in Wahrscheinlichkeiten. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Reinbek bei
Hamburg, hier vor allem S. 170 ff.
6 Mit den drei Umlauten und dem ß verfügt das deutsche Alphabet über 30 Buchstaben.
7 Die Wahrscheinlichkeit, in der richtigen Reihenfolge der Buchstaben das Wort KREBS zu ziehen ist dann: 1 über 30 û 29 û 28 û 27 û 26, also
eine Wahrscheinlichkeit von rund 1 zu 17 Millionen.
Die Logik der Risikoanalysen: Was ist ein akzeptables Risiko?
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6 Die Logik der Risikoanalysen: Was ist ein akzeptables Risiko?
1 Man kann sich diesen Vorgang anhand eines Experimentes mit Alkohol veranschaulichen. Ab welchem Glas Bier fangen Menschen an, die
ersten Symptome des Betrunken-Seins zu zeigen, ab welchem Maß sind ernste Gesundheitsschäden allein aufgrund des Alkoholkonsums zu
erwarten und wann ist sogar ein tödlicher Ausgang nicht mehr ausgeschlossen?
2 Graham, J. D. und Rhomberg, L. (1996): How Risks are Identified and Assessed. In: Kunreuther, H. und Slovic, P. (Hrsg.): Challenges in Risk
Assessment and Risk Management. The Annals of the American Academy of Political and Social Sciences. Sage: Thousand Oaks, USA ,
S. 15–24. Siehe auch: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 8 ff.
3 Kalberlah, F. (2008): Quantitative Risikoabschätzung für krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz – der Leitfaden des »Arbeitskreises
Risikoanleitung«. In: Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft, 68 (7/8), S. 295–298.
4 Cullen A. and Small, M. J. (2004): Uncertain Risk. The Role and Limits of Quantitative Assessment. In: McDaniels, T. und Small, M. J. (Hrsg.):
Risk Analysis and Society. An Interdisciplinary Characterization of the Field. Cambridge University Press.: Cambridge, USA , S. 163–212.
5 Um es am Beispiel des Alkohols plastisch zu machen: Lineare Extrapolation würde bedeuten, dass jemand der nach einem ersten Glas Schnaps
sich noch ein zweites genehmigt genau so gesundheitlich geschädigt wird, wie derjenige, der nach dem 14. Glas noch ein 15. Glas trinken würde.
Bei nicht krebserzeugenden toxischen Wirkungen wie in diesem Beispiel ist diese Annahme sehr wenig plausibel, aber bei karzinogenen Stoffen
gibt es eine Reihe von Argumenten, die für einen linearen Verlauf sprechen (siehe Cullen and Small (2004), a. a. O., S. 172 ff.).
6 Eine umfassend und gut verständliche Erklärung findet sich in: Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (1999): Dokumentation zum Aktionsprogramm »Umwelt und Gesundheit«. Sachstand –
Problemaufriss – Optionen. Bonn, S. 16 und 47 ff. Ebenfalls kurz und prägnant ist die Erläuterung in: Krämer, W. und Mackenthun, G. (2002):
Die Panik-Macher. Piper: Zürich, S. 90 ff. Vgl. auch unsre Ausführungen in: Renn, O.; Schweizer, P.-J-; Dreyer, M. und Klinke, A.(2007). Risiko.
Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit. Oekom: München, S. 67 ff.
7 Morgan, G. M. (1994): Power-Frequency Electric and Magnetic Fields: Issues of Risk Management and Risk Communication. In: Carpenter and
Ayapetyan, S. (Hrsg.): Biological Effects of Electric and Magnetic Fields: Clinical Applications and Therapeutic Effects, Volume 2. Academic
Press: San Diego, USA , S. 297–319. Sowie: Morgan, G. M., Florig, K., Nair, I. und Hester, G. J. (März 1988): Controlling Exposure to
Transmission Line Electromagnetic Fields: A Regulatory Approach That Is Compatible with the Available Science. In: Public Utilities
Fortnightly, 3, S. 49–58.
8 Siehe dazu ausführlicher: Krämer, W. (2011): Die Angst der Woche. Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten. Piper: Zürich, S. 43 ff.
9 Wer es genau wissen will, dem sei der Aufsatz mit den entsprechenden statistischen Berechnungen für mehrere Länder Europas empfohlen:
Matthews, R. (2001): Der Storch bringt die Babies zur Welt (0,08). Übersetzt von J. Engel. In: Stochastik in der Schule, 21 (2): 21–23.
10 Hennekens C. H., Buring J. E. (1987): Epidemiology in Medicine. Little, Brown and Company: Boston/Toronto, hier vor allem S. 34.
Die Logik der Risikoanalysen: Was ist ein akzeptables Risiko?
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11 Diese Schwankungsbreiten sind statistisch sehr schwer zu bestimmen, weil es nicht alleine darum geht, die durchschnittlichen Abweichungen
pro Jahr zusammenzuzählen und dann einen Durchschnittswert zu errechnen, sondern auch die nicht-zufälligen Schwankungen
herauszurechnen. Das gelingt nur bei einem systematischen Kohortenvergleich. Siehe dazu: Clayton, D. und Schifflers, E. (1987): Model for
Temporal Variation in Cancer Rates. Part 1: Age-Period and Age-Cohort Models. In: Statistics in Medicine, 6 (4), S. 449–467.
12 Dieser Fall war zum Beispiel bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gegeben. Das individuelle Risiko, an Krebs zu erkranken, war nur um
rund 0,01 % für den Durchschnittseuropäer gestiegen, aber hochgerechnet auf die gesamte exponierte Bevölkerung konnte man von mehr als
30 000 zusätzlichen Krebsfällen ausgehen. Vgl: Hohenemser, C. and Renn, O. (1988): Shifting Public Perceptions of Nuclear Risk: Chernobyl’s
Other Legacy. In: Environment, 30 (3), S. 5–11 und 40–45.
13 Unter Inzidenz versteht man die Anzahl oder die Rate von Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum (Kalenderjahr), wobei die
Inzidenzrate zumeist auf 100 000 Personen bezogen ist. Zur Veranschaulichung, ob es z. B. in einer bestimmten Region mehr oder weniger
Neuerkrankungen gibt als im Landesdurchschnitt, wird die normierte Inzidenzrate SIR verwendet (engl.: standardized incidence ratio). Diese
drückt das Verhältnis von beobachteten zu erwarteten Erkrankungsfällen aus. Die erwarteten Fälle erhält man durch Multiplikation der
Altersgruppe der Bevölkerung der untersuchten Population mit der entsprechenden altersspezifischen Inzidenzrate der Vergleichspopulation,
bezogen auf 100 000 Personen. Ein SIR -Wert von 1 bedeutet, dass die Anzahl beobachteter Erkrankungen exakt der Erwartung (Durchschnitt)
entspricht. Werte größer 1 bedeuten, dass in der untersuchten Population mehr Fälle auftreten als im Vergleich mit der Erkrankungsrate der
gesamten Population zu erwarten wären (Beispiel: SIR = 2 bedeutet doppelt so viele Erkrankungen wie erwartet). In Analogie weisen
SIR -Werte unter 1 auf eine niedrigere Erkrankungsrate hin. Quelle: http://info.imsd.uni-mainz.de/Krebsregister/jb98/jb98_k7.html,
zugegriffen am 3. April 2013.
14 http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_05/krebsregister/krebsregister.php?comment_id=krebsregister.php&comment_page=show_all,
zugegriffen am 08. April 2013.
15 vgl. zur Strahlenbelastung durch Flugzeuge: Stolzmann, P. (2011): Strahlenexposition. In: Scheffel, H., Stolzmann, P.; Leschka, S. und Alkadhi,
H. (Hrsg.): Wie funktioniert CT ? Springer: Berlin, S. 197–200, hier 199.
16 Piloten sind einer ionisierenden Strahlung von 2 bis 6 Milisievert pro Jahr ausgesetzt. Es wurde untersucht, ob bei Piloten in Dänemark,
Finnland, Island, Norwegen und Schweden ein erhöhtes Krebsrisiko nachweisbar ist. 10 032 Piloten wurden über durchschnittlich 17 Jahre
beobachtet. Die Zahl der Krebserkrankungen wurde über nationale Krebsregister erfasst. 466 Piloten erkrankten an einem Karzinom, zu
erwarten waren 456 Fälle. Die einzige signifikante Zunahme bei standardisierten Inzidenzraten betraf den Hautkrebs. Das Risiko für das maligne
Melanom war um den Faktor 2.3, für das Basaliom um den Faktor 2.5 erhöht. Das Risiko, an einem Hautkrebs zu erkranken, nahm mit der
geschätzten Strahlendosis zu. Wahrscheinlich, so die Autoren, erhöht die kosmische Strahlung das Krebsrisiko nicht, mit Ausnahme des Risikos
für Hautkrebs. (Pukkula, E. et al. (2002): Incidence of Cancer Among Nordic Airline Pilots over Five Decades: Occupational Cohort Study. British
Medical Journal, 325, S. 567–569. Zitat aus: http://www.pilots.de/ubb/NonCGI/Forum10/HTML/000135.html, zugegriffen am 8. April 2013.
Wer und was ist schuld? Ursachen für Krebserkrankungen
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17 Entgegen vielen anderen vermuteten Beziehungen zwischen Auslösern und Wirkungen von krebserzeugenden Stoffen ist dieser
Zusammenhang statistisch eindeutig nachgewiesen. Die Vergleichsstudien zwischen Rauchern und Nichtrauchern ergeben so klare Ergebnisse,
dass sie weder durch das Hintergrundrauschen noch durch andere Drittfaktoren erklärt werden können. Vgl. Drings, P. (2004): Rauchen und
Krebs. In: Der Onkologe, 10 (2), S. 156–165.
18 WHO (World Health Organisation) (1977): Evaluation of Carcinogenic Risks of Chemicals to Man. Volume 1. International Agency for
Research on Cancer on Behalf of the WHO. WHO : Lyon, Frankreich.
19 Ad Hoc Kommission der Bundesregierung (2003), a. a. O., S. 23 f.
20 Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1992): Umweltstandards. Fakten und Bewertungsprobleme am Beispiel des Strahlenrisikos. De
Gruyter: Berlin, S. 345 ff.
21 WBGU, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (1999): Welt im Wandel. Strategien zur Bewältigung
globaler Umweltrisiken. Jahresgutachten 1998. Springer: Heidelberg und Berlin, S. 42 ff.
22 Adaptiert nach: WBGU, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen 1999. Welt im Wandel. Strategien zur
Bewältigung globaler Umweltrisiken. Jahresgutachten 1998. Springer. Heidelberg & Berlin, S. 55.
7 Wer und was ist schuld? Ursachen für Krebserkrankungen
1 Doll, R. und Peto, R. (1981): The Causes of Cancer: Quantitative Estimates of Avoidable Risks of Cancer in the United States Today. In: INCI , 66
(6), S. 1192–1308.
2 Zu in der Größenordnung ähnlichen Zahlen für »Umwelt«-verursachten Krebs kommt die US -amerikanische Umweltbehörde EPA auf ganz
anderem Weg, indem sie Erkenntnisse aus Tierversuchen bei hohen Dosen über mehrere Konzentrationsgrößenordnungen bis zu
umwelttypischen Konzentrationen extrapoliert Siehe: Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (1999): Dokumentation zum Aktionsprogramm »Umwelt und Gesundheit«. Sachstand – Problemaufriss –
Optionen. Bonn, S. 22.
3 Bender. H. (2010): Risiken am Arbeitsplatz und im alltäglichen Leben. Manuskript. Ludwigshafen, S. 15.
4 http://www.healthmetricsandevaluation.org/gbd/publications/disability%E2%80%90adjusted-life-yearsdalys-291-diseases-and-injuries21-regions-199, zugegriffen am 19. April 2013.
5 http://www.healthmetricsandevaluation.org/gbd/publications/disability%E2%80%90adjusted-life-yearsdalys-291-diseases-and-injuries21-regions-199, zugegriffen am 19. April 2013.
sowie: http://viz.healthmetricsandevaluation.org/gbd-compare/, zugegriffen am 19. April 2013.
Wer und was ist schuld? Ursachen für Krebserkrankungen
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Eigene Berechnungen nach Proske (2004), a. a. O., S. 137 f.
Eigene Berechnungen nach Proske (2004), a. a. O., S. 138.
Krämer, W. und Machenthun, G. (2002): Die Panikmacher. Piper: Zürich, S. 201–202.
Siehe etwa: Marquardt, H. und Schäfer, S. K. (2004): Lehrbuch der Toxikologie, 2. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft: Stuttgart,
S. 160 ff.
Die WHO kommt in einem weltweiten Vergleich zu dem Schluss: »Globally, an estimated 24 % of the disease burden (healthy life years lost)
and an estimated 23 % of all deaths (premature mortality) was attributable to environmental factors« Hier muss man allerdings bedenken, dass
alle Länder der Welt einbezogen wurden. Auch die WGO geht davon aus, dass in den hoch entwickelten Ländern wie Deutschland die Rate
weniger als halb so hoch ist (Todesraten 100–150 pro 10 000 Einwohnern pro Lebensdauer). Siehe: WHO (2006): Preventing Disease Through
Healthy Environments: Towards an Estimate of the Environmental Burden of Disease: Executive Summary. Autoren: Prüss-Üstün A. und
Corvalán C. WHO : Genf, S. 5 f. Siehe auch: Proske (2004), a. a. O., S. 137 f. Sowie: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 340 ff.
Siehe umfassende Übersichten in: Murray, C. J. L., und Lopez, A. D. (Hrsg.) (1996): The Global Burden of Disease: A Comprehensive
Assessment of Mortality and Disability from Diseases, Injuries, and Risk Factors in 1990 and Projected to 2020. Global Burden of Disease and
Injury Series, Vol. 1. Harvard University Press: Cambridge, USA . Sowie: Ezzati, M., Rodgers, A. D., Lopez, A. D., und Murray, C. J. L., (Hrsg.)
(2004): Comparative Quantification of Health Risks: Global and Regional Burden of Disease due to Selected Major Risk Factors. 3 Volumes.
World Health Organization: Genf.
Für Deutschland kommt das Institute for Heath Metrics and Evaluation auf einen Wert von knapp 6 %. Siehe: GBD Profile: Germany.
http://viz.healthmetricsandevaluation.org/gbd-compare/, zugegriffen am 08. April 2013; Sowie die Studie dazu: Murray, C. J. L.; Vos, T.;
Lozano, R.; Naghavi, M.; Flaxman, A. D.; Michaud, C.; Ezzati, M.; Shibuya, K.; Salomon J. A. u. a. (2012): Disability-adjusted Life Years
(DALY s) for 291 Diseases and Injuries in 21 Regions, 1990–2010: A Systematic Analysis for the Global Burden of Disease Study 2010. The
Lancet, 380: 2197–2223.
Zitiert nach: Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (1999):
Dokumentation zum Aktionsprogramm »Umwelt und Gesundheit«. Sachstand – Problemaufriss-Optionen. Bonn, S. 14.
Ebenda, S. 15.
WHO : World Health Statistics 2012, a. a. O., S. 80–81.
Wildavsky A (1980): Richer is Safer. In: Public Interest, 60, S. 23–39. Siehe dazu auch: Keeney R. L. (1984): Ethics, Decision Analysis, and Public
Risks. In: Risk Analysis, 4, S. 117–129.
Sonderfall Lebensmittel
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8 Sonderfall Lebensmittel
1 Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 98 ff.und 384 ff.
2 Eurobarometer 2010, http://www.efsa.europa.eu/en/factsheet/docs/ebdede.pdf oder das Gesamtdokument; http://www.efsa.europa.eu/en/
riskperception/docs/riskperceptionreport_de.pdf
3 Ebenda
4 Repräsentative Umfrage von IfD Allensbach unter 1617 Personen, repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahre, durchgeführt
vom 4. 6. 2012 bis 15. 6. 2012. Aus: Statista:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/240027/umfrage/befuerchtungen-gesellschaftlicher-bedrohungen-in-der-zukunft/, zugegriffen
am 19. April 2013.
5 Ames, B. und Gold, L. S. (1990): Falsche Annahmen über die Zusammenhänge zwischen der Umweltverschmutzung und der Entstehung von
Krebs. In: Angewandte Chemie, 102 (11), S. 1233–1246.
6 Eurobarometer 2010, http://www.efsa.europa.eu/en/factsheet/docs/ebdede.pdf
7 Siehe Bender (2010), a. a. O. Sowie: Proske (2004), a.a.O, S. 138.
8 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/180499/umfrage/todesfaelle-durch-ehec-erreger-in-deutschland-seit-2000/, zugegriffen am
10. April 2013.
9 Krämer, W. (2011): Die Angst der Woche. Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten. Piper: Zürich, S. 187.
10 Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (1999): Dokumentation
zum Aktionsprogramm »Umwelt und Gesundheit«. Sachstand – Problemaufriss – Optionen. Bonn, S. 11.
9 Natur versus Chemie: Vergiftungen
1 Vgl. Zwick, M. M. (1998): Bedrohte, schützenwerte »Bambi-Romantik«. Naturbilder in Deutschland. Manuskript der Akademie für
Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg. Stuttgart. Darauf aufbauend: Kanus, A. und Renn, O. (1998): Den Gipfel vor Augen.
Unterwegs in eine nachhaltige Zukunft. Metropolis: Marburg, S. 33 ff.
2 Einen guten historischen Überblick gibt hier: Butzer, K. W. (1990): The Realm of Cultural-Human Ecology: Adaptation and Change in
Historical Perspective. In: Turbner, B. L.; Clark, W. C.; Kates, R. W.; Richards, J. F.; Mathews, J. T. und Meyer, W. B. (Hrsg.): The Earth As
Transformed by Human Action. Global and Regional Changes in the Biosphere Over the Past 300 Years. Cambridge University Press:
Cambridge, USA , S. 685–702.
Natur versus Chemie: Vergiftungen
81
3 Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IPSOS im Auftrag der Umweltstiftung WWF äußern sich 82 % der Deutschen besorgt
darüber, dass sich synthetische Chemikalien im menschlichen Organismus und in der Umwelt anreichern (siehe: http://g-o.de/wissenaktuell-1079–2004–06–24.html, zugegriffen am 08. April 2013).
4 Darauf weist sehr eindrücklich und mit vielen Beispielen Walter Krämer hin: Krämer, W. (2011), a. a. O., S. 182 ff. und auch S. 157 ff.
5 Zur Geschichte des Acrylamid Falles in Deutschland vgl. Bonneck, S. (2008): Acrylamid Risk Governance in Germany. In: Renn, O. und
K. Walker (Hrsg.): Global Risk Governance. Springer: New York und Heidelberg, S. 231–274; vgl. zu den öffentlichen Reaktionen dazu siehe
meinen Aufsatz: Renn, O. (2003): Acylamide. Lessons for Risk Management and Communication. In: Journal of Health Communication, 8 (5),
S. 435–441.
6 Löfstedt, R. (2003): Science Communication and the Acrylamid »Alarm«. In: Journal of Health Communication, 8 (3), S. 407–432.
7 Tönqvist, M. (2005): Acrylamid in Food: The Discovery and Its Implications: A Historical Persecptive. In: Friedmann, M. und Mottram, D.
(Hrsg.): Chenistry and Safety of Acrylamide in Food. Sonderheft: Advances in Experimental Medicine and Biology, 561, S. 1–19.
8 http://www.giz-nord.de/cms/index.php/daten-zum-vergiftungsgeschehen/290-todesfaelle-durch-vergiftungen-fremdstoff-expositionen.html,
zugegriffen am 08. April 2013.
9 Rauchgasvergiftungen sind immer Mischvergiftungen mit verschiedenen Gasen (CO, HCN, Nitro- und Chlorgase etc.). Dabei zeigt sich jedoch,
dass das Krankheitsgeschehen in der Regel vom Kohlenmonoxid dominiert wird. Nahezu alle – 98 % – der Todesfälle bei Rauchgasvergiftungen
sind durch CO verursacht. Die CO -Vergiftung ist häufig. Sie stellt in den Industrienationen die häufigste tödliche Vergiftung dar. Für die
Bundesrepublik werden jährlich 1500 bis 2000 Todesfälle angenommen. Aus:
http://www.medizin-netz.de/umfassende-berichte/vergiftungen-mit-kohlenmonoxid-co/, zugegriffen am 8. April 2013.
10 Tabelle nach: Möbus, A. (2009): Vergiftungen in Deutschland – Spiegel der institutionellen Zuständigkeiten im Hinblick auf
verbrauchergerechte Informationsangebote zu Vergiftungen im Alltag. Diplomarbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal, S. 128–131.
11 Dazu habe ich die Daten aus einer sehr sorgsam zusammengestellten Diplomarbeit genommen. Und zwar aus: Möbus, A. (2009): Vergiftungen
in Deutschland – Spiegel der institutionellen Zuständigkeiten im Hinblick auf verbrauchergerechte Informationsangebote zu Vergiftungen im
Alltag. Diplomarbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal, S. 128–131.
12 Im technischen Regelwerk TRGS 905 vom Oktober 2000 der Bundesrepublik wurde PCB in die Kategorie K3 eingestuft, d. h.: »Stoffe, die
wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben«. In diesem Regelwerk für Grenzwerte in der Luft
am Arbeitsplatz darf die PCB -Belastung darf je nach Chlorgehalt 700 000 000–1 100 000 000 pg/m3 Luft nicht überschreiten. Das ist ein
theoretischer Wert, da es sich bei den PCB grundsätzlich um verbotene Arbeitsstoffe handelt. Er zeigt aber, wie ungeheuer groß der
Sicherheitsabstand zwischen 1 bis 4 Pikogramm pro Kilogramm Körpergewicht und einer zu erwartenden körperlichen Schädigung ist. Aus:
http://home.arcor.de/g.mackenthun/risk/index.htm#PCB, zugegriffen am 19. April 2013.
13 Löfstedt, R. (2011): Risk versus Hazard – How to Regulate in the 21st Century. In: European Journal of Risk Regulation, 2, S. 149–168.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: eine Erfolgsgeschichte
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10 Herz-Kreislauf-Erkrankungen: eine Erfolgsgeschichte
1 Der Eindruck, dass hier Wahrnehmung und Realität stärker übereinstimmen, wird von einigen Risikoexperten nicht geteilt, wie es im
folgenden Zitat zum Ausdruck kommt: »Quer durch alle Schichten wurden 2000 Personen aus der Allgemeinbevölkerung und 505 Diabetiker
zum Risikobewusstsein befragt. Jeder Zweite in NRW nennt Rauchen, Übergewicht und Stress als Risiko für den Infarkt, aber nur jeder Zehnte
Fettstoffwechselstörungen. Der Blutdruck rangiert an sechster und Diabetes an letzter Stelle, obwohl jeder Zweite Bluthochdruck hat und die
Hälfte aller Diabetiker am Infarkt verstirbt«.
Aus: http://www.lzg.gc.nrw.de/service/kooperationen/Koop_Praevention/index.html, zugegriffen am 8. April 2013. Aus meiner Sicht
reflektiert dieser Grad des öffentlichen Bewusstseins verglichen mit den Krebsrisiken, den Chemierisiken und den noch zu behandelnden
Unfällen und Katastrophen eine recht gute Übereinstimmung zwischen Wahrnehmung und Realität.
2 Gute Übersicht in: Mathes, P. (2010): Ratgeber Herzinfarkt. 6. Auflage. Steinkopf Verlag: München, S. 21 ff. Siehe auch: Proske (2004), a. a. O.,
S. 136 sowie für die USA : Ropeik und Gray (2002), a.a.O, S. 348 f.
3 Sytkowski, P. A.; D’Agostino, R. B.; Belanger, A und Kannel, W. B. (1986): Sex and Time Trends in Cardiovascular Disease Incidence and
Mortality: The Framingham Heart Study, 1950–1989. In: American Journal of Epidemiology,143 (4), S. 338–350. Siehe auch: Pell S. und
Fayerweather W. E. (1985): Trends in the Incidence of Myocardial Infarction and in Associated Mortality and Morbidity in a Large Employed
Population, 1957–1983. In: New England Journal of Medicine, 312, S. 1005–1011.
11 Todesfälle durch Unfälle drastisch gesunken
1 Tabelle aus: http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Unfaelle/Gesamtunfallgeschehen/pdf/Unfallstatistik2010.pdf, zugegriffen am 09. April 2013.
2 Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA ) (2007): Gesundheitsschutz in Zahlen 2005. Beruf, Schule und Kindergarten,
Heim und Freizeit. Bearbeiter: Simone Lüther. BAUA : Dortmund/Berlin/Dresden, S. 1.
3 Ebenda.
4 Eigene Berechnung auf der Basis der Daten von BAUA und des Statistischen Bundesamtes.
5 Sieht man sich anstelle der Unfälle die berufsbedingten Krankheiten an, so ist die Erfolgsbilanz hier weniger eindeutig: Allerdings lässt sich eine
deutliche Verschiebung von den klassischen Berufskrankheiten, die zurückgehen, auf neuere Symptome, wie Rückenprobleme und psychische
Belastungen, feststellen. Der Höhepunkt der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit lag im Jahre 2000 und ist danach erst kontinuierlich
gesunken, während die Zahl der neuen Berufskrankheiten, die anerkannt worden sind, von 5173 Fälle im Jahre 1970 bis 5651 im Jahre 2005
Suizid und Homozid: ein gutes Beispiel für Über- und Unterschätzung
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angestiegen ist. Allerdings gibt es hier von Jahr zu Jahr große Schwankungen (1980 z. B. 6235 Fälle). Diese Zahlen reflektieren nicht unbedingt
einen Anstieg der Krankheiten insgesamt, sondern auch eine zunehmende Bereitschaft, solche Krankheiten in Zusammenhang mit dem
Berufsleben zu bringen. Vgl. zu den Zahlenwerten: BAUA (2007), a. a. O., S. 66 und 67.
Statistisches Bundesamt (2011): Unfälle im Verkehr. Fachserie 8, Reihe 7. Wiesbaden, S. 55.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161724/umfrage/verkehrstote-in-deutschland-monatszahlen/, zugegriffen am 09. April 2013.
Statistisches Bundesamt (2011), a. a. O., S. 59.
BAUA (2007), a. a. O., S. 85
BAUA (2007), a. a. O., S. 84 f.
Ebenda, S. 50 ff.
Ebenda, S. 90.
Immer noch sterben in Deutschland mehr Kinder an den Folgen von Unfällen als an Infektionskrankheiten und Krebs zusammen. Im Jahr 2006
verunglückten 336 Kinder unter 15 Jahren tödlich. 196 560 Kinder mussten wegen einer Verletzung stationär im Krankenhaus behandelt
werden. Auch die Zahl der verletzten Kinder, die ärztlich versorgt werden müssen, ist mit jährlich rund 1,6 Millionen alarmierend. Aus:
http://www.bsafb.de/fileadmin/downloads/pa12_7_2008/pa12_kinderunfaelle_gehen_jeden_an.pdf, zugegriffen am 9. April 2013.
12 Suizid und Homozid: ein gutes Beispiel für Über- und Unterschätzung
1 http://www.ruv.de/de/presse/download/pdf/aengste-der-deutschen-2012/dieaengstederdeutschen_bundesweit.pdf, zugegriffen am 9. April
2013.
2 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/, zugegriffen am 9. April 2013.
3 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76152/umfrage/ausgewaehlte-verbrechen-nach-haeufigkeitszahl-und-bundeslaendern/,
zugegriffen am 8. April 2013.
4 Siehe Proske (2004), a.a.O,. S. 158.
5 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152753/umfrage/verteilung-der-opfer-tatverdaechtigen-beziehung-bei-mord-und-totschlag/,
zugegriffen am 8. April 2013.
6 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1278/umfrage/entwicklung-der-selbstmordzahlen-in-deutschland/, zugegriffen am 8. April 2013.
7 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75844/umfrage/selbstmorde-in-deutschland-seit-2000/, zugegriffen am 8. April 2013.
8 Cremer-Schäfer, H. (1992) Skandalisierungsfallen. Einige Anmerkungen dazu, welche Folgen es hat, wenn wir das Vokabular »der Gewalt«
benutzen, um auf gesellschaftliche Probleme und Konflikte aufmerksam zu machen. In: Krim. Journal, 24 (1), S. 23–36.
Die zahmen Tiger: Naturkatastrophen und technische Großunfälle
84
9 http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/depression_aid_134325.html, zugegriffen am 9. April 2013.
10 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/, zugegriffen am 10. April 2013
11 Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen ging von 151 208 (2008) auf 139 091 im Jahre 2011 zurück. Siehe:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3440/umfrage/anzahl-ausgewaehlter-gewaltverbrechen-in-deutschland-seit-2007/, zugegriffen
am 10. April 2013.
12 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1278/umfrage/entwicklung-der-selbstmordzahlen-in-deutschland/, zugegriffen am 10. April 2013.
13 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1278/umfrage/entwicklung-der-selbstmordzahlen-in-deutschland/, zugegriffen am 10. April 2013.
14 Zu der Situation Mitte der 70er Jahre und den vorgeschlagenen Prophylaxe-Maßnahmen, die dann langfristig erfolgreich umgesetzt wurden,
vgl. Wellhöfer, P. R. (1974): Suizid und Suizidversuch: Theorie, Ergebnisse und Möglichkeiten der Prophylaxe. Psychologische Rundschau,
Band XXV, S. 201–254.
15 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3214/umfrage/ranking-der-20-laender-mit-den-meistenmordfaellen-pro-100000-einwohner/,
zugegriffen am 10. April 2013.
16 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/242337/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-suizidraten-nach-geschlecht/, zugegriffen am
10. April 2013.
13 Die zahmen Tiger: Naturkatastrophen und technische Großunfälle
1 http://www.ruv.de/de/presse/download/pdf/aengste-der-deutschen-2012/dieaengstederdeutschen_bundesweit.pdf, S. 2–3
2 Repräsentative Umfrage von IfD Allensbach unter 1617 Personen, repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahre, durchgeführt
vom 4. 6. 2012 bis 15. 6. 2012. Aus: Statista:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/240027/umfrage/befuerchtungen-gesellschaftlicher-bedrohungen-in-der-zukunft/, zugegriffen
am 19. April 2013.
3 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/201981/umfrage/risikoeinschaetzung-von-gefahren-aussicht-von-bevoelkerung-und-entscheidern/,
zugegriffen am 09. April 2013.
4 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157611/umfrage/groesste-naturkatastrophen-nach-volkswirtschaftlichem-schaden-seit1980/
5 Siehe Proske (2004), a.a.O, S. 35 ff. Die beiden Originaltabellen finden sich in Proske (2004), a.a.O, S. 36 f.
6 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/156963/umfrage/naturkatastrophen-nach-todesopfern-seit-1980/
7 Grafik von: Münchener Rückversicherung (2013): NatCatService, Stand Januar 2013. München.
Die zahmen Tiger: Naturkatastrophen und technische Großunfälle
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8 Grafik von: Münchener Rückversicherung (2013): NatCatService, Stand Januar 2013. München.
9 Münchener Rückversicherung (2013): NatCatService, Stand Januar 2013. München.
10 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154873/umfrage/wirtschaftliche-schaeden-durch-unwetterereignisse-in-deutschland/,
zugegriffen am 8. April 2013.
11 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/196918/umfrage/schaeden-durch-naturkatastrophen-aufden-kontinenten-nach-art-derkatastrophe/, zugegriffen am 10. April 2013.
12 Siehe ausführlich dazu: Proske (2004), a. a. O., S. 86 ff.
13 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154882/umfrage/anzahl-der-todesopfer-durch-technischen-katastrophen-in-deutschland/,
zugegriffen am 19. April 2013.
14 Siehe Proske (2004), a. a. O., S. 87.
15 Ebenda, S. 123 ff.
16 http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Ungl%C3%BC cken_im_Bergbau, zugegriffen am 18. Oktober 2013.
17 Das liegt auch daran, dass immer mehr Bergwerke schließen.
18 http://de.wikipedia.org/wiki/Chemiekatastrophe, zugegriffen am 27. Oktober 2013. Siehe auch: Proske (2004), a. a. O., S. 125 ff.
19 Proske (2004), a. a. O., S. 128 f.
20 http://de.wikipedia.org/wiki/Brand, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
21 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154886/umfrage/wirtschaftliche-schaeden-bei-technischen-katastrophen-in-deutschland/,
zugegriffen am 9. April 2013.
22 Proske (2004), a. a. O., S. 112 ff.
23 Einen guten Überblick über diese Methoden vermittelt: Hauptmanns, U.; Hettrich, M. und Werner, W. (1987): Technische Risiken. Ermittlung
und Beurteilung. Springer: Heidelberg und Berlin.
24 Die Streuung reicht von Greenpeace http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/5–02/alle-atom-risiken-auf-einen-blick bis zum
Deutschen Atomforum (http://www.kernenergie.de/kernenergie/themen/sicherheit/sichere-kernenergie.php, zugegriffen am 09. April 2013).
Einen knappen aber guten Überblick über die Risiken der Kernenergie gibt der Aufsatz: Kröger, W. und Chakraborty, S. (1990):
Risikobestimmung. Sicherheit und Risiko. Eine Bestandsaufnahme der Methodik für Kernkraftwerke. In: Schweizer Ingenieur und Architekt,
37 (Jg. 108), S. 1022–1030. Eine erweiterte Übersicht vermittelt: Störfallkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (2004): Risikomanagement im Rahmen der Störfallverordnung. SFK -GS -41. Bonn.
25 Die große Streubreite ist vor allem darauf zurückzuführen, wie die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze berechnet wird: entweder als
empirischer Wert, indem man die Zahl der bisher aufgetretenen Kernschmelze durch die Gesamtzahl aller Reaktorjahre (das sind 3625)
dividiert, oder indem man synthetisch die Wahrscheinlichkeiten der Ausfälle einzelner Komponenten rechnerisch kombiniert. Dabei ergibt sich
Der Blick über die Grenzen
86
ein Unterschied in der Größenordnung von 1 zu 200. Siehe dazu: Lelieveld, J.; Kunkel. D. und Lawrence, M. G. (2012): Global Risk of
Radioactive Fallout after Nuclear Reactor Accidents. In: Atmospheric Chemistry and Physics, 12. Mai 2012; doi:10.5194/acp-12–4245–2012.
Zu den Risikowerten siehe: Fridrich, R. und Krewitt, W. (2008): Gesundheits- und Umweltschäden durch die Stromerzeugung. Springer: Berlin
und Heidelberg, S. 182 ff.
26 »Ertrinken und Brände forderten je 400 Leben (je 2,6 %). Durch physikalische Kräfte (herabfallende Gegenstände, durch technische Anlagen,
Maschinen, u. a.) wurden circa 300 Personen (2 %) getötet«. Das Bezugsjahr hier ist 2010. In dem Jahrzehnt von 2000 bis 2011waren in den
Staaten Europas, für die statistische Werte vorliegen, (das betrifft 245 Mio Menschen) insgesamt 39 300 Menschen durch technische oder
natürliche Katastrophen betroffen, davon 20 500 durch technische Unfälle oder Katastrophen. »Umgerechnet lag somit die Wahrscheinlichkeit,
innerhalb eines Jahres durch eine Katastrophe zu Tode zu kommen bei 0,001 %, direkt durch sie betroffen zu werden bei 0,06 %.« Aus:
Christian Dost, 2012, http://www.earthtrail.de/storage/newsletter/Risikobewertung%20-%20Notsituationen%20und%20Katastrophen.pdf,
zugegriffen am 9. April 2013.
14 Der Blick über die Grenzen
1 Die kulturelle und soziale Konstruktion wird am folgenden Zitat sehr deutlich: A perusal of any edition of the manual shows that
post-traumatic stress disorder is not the only non-disease that is shaped as much by social concepts as by psychiatric ones for example, see
antisocial personality disorder. With each new edition some disorders are classified for the first time (where were they before?) and others
disappear (where did they go?). This is a reminder that a psychiatric diagnosis is primarily a way of seeing, a style of reasoning, and (in
compensation suits or other claims) a means of persuasion: it is not at all times a disease with a life of its own.« Aus: Summerfield, D. A. (2004):
Cross-Cultural Perspectives on the Medicalization of Human Suffering. In: Rosen, G. M. (Hrsg.): Posttraumatic Stress Disorder: Issues and
Controversies. Wiley: Chichester, S. 233–245, hier S. 237.
2 Rohloff, C. und Renn, O. (2003): Soziale Konstruktion von Personenschäden. Ein Gutachten der Firma ifok für die Munich Re.
Bensheim.
3 Ebenda Annex 2, S. 48.ff.
4 http://psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/ptsd/ptsd_ueberblick, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
5 Aus: http://www.cosmiq.de/qa/show/137710/Wie-verarbeitet-ein-Volk-ein-Kollektives-traumatisches-Erlebnis/, zugegriffen am 09. April
2013. Eine andere Quelle sagt: »Etwa 80 % aller Menschen erleben im Laufe ihres Lebens ein relevantes Trauma (Lifetime-Prävalenz der
Exposition). Von den exponierten Personen erkranken aber nur etwa 25 % tatsächlich an einer PTSD.
(http://psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/ptsd/ptsd_epidemiologie, zugegriffen am 27. Oktober 2013).
Fazit: Was bringt uns um?
87
6 A Michigan woman filed suit against her employer after claiming she developed PTSD from repeatedly hearing foul language and being
exposed in the workplace to practical jokes having sexual connotations … To compensate her for PTSD and claims of depression, the court
awarded $ 21 million« (McDonald 2003: 93–94, zitiert nach Rohloff und Renn 2006, a. a. O., S. 55).
7 Eine sehr pointierte Stellungnahme zur Psychiatrisierung normalen Verhaltens findet sich in: Frances, A. (2013): Saving Normal: An Insider’s
Revolt against Out-of-Control Psychiatric Diagnosis, DSM -5, Big Pharma, and the Medicalization of Ordinary Life. Erste Auflage. William
Morrow Publisher: New York.
8 Siehe die Statistiken über Deutschland vom Institute for Health Metrics and Evaluation: http://viz.healthmetricsandevaluation.org/gbdcompare/, zugegriffen am 11. April 2013.
9 http://www2.carenoble.de/carenoble/presse-und-publikationen/aktuelle-nachrichten/igsf-studie-morbiditaetsprognose-2050-ausgewaehltekrankheiten-fuer-deutschland-vorgelegt/, zugegriffen am 11. April 2013.
10 Hier ist zu beachten, dass zwar die Zahl der Raucher seit einiger Zeit zurückgeht, der Lungenkrebs aber eine Latenzzeit von 10–30 Jahren haben
kann, ehe er ausbricht. Insofern erleben wir jetzt die Quittung für das Rauchverhalten der vergangenen Jahrzehnte.
11 Kurth, B. M. und Ziese, T. (2006): Die Epidemiologie von Gesundheit und Krankheit. In: Hurrlemann, K.; Laaser, U. und Razum, O. (Hrsg.):
Handbuch Gesundheitswissenschaften. 4. Auflage. Juventa: München, S. 483–510, hier S. 487.
12 Aus: http://who.int/mediacentre/factsheets/fs310/en/, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
13 WHO (2011): Preventing Disease Through Healthy Environments: Towards an Estimate of the Environmental Burden of Disease: Executive
Summary. Autoren: Prüss-Üstün, A. und Corvalán, C. WHO : Genf.
14 Rantanen, J. (2008): Occupational Health. In: Bischoff, H.-J. (Hrsg.): Risks in Modern Society. Springer: Heidelberg, S. 185–210, hier
S. 187–189 sowie: Terre des Hommes und PAN Germany, Pestizid Aktions-Netzwerk e. V. (2011): Pestizide & Kinder. Die Gefahr von
Umweltgiften für Kinder. Bestell-Nr. 301.1364.00. Osnabrück.
15 Fazit: Was bringt uns um?
1
2
3
4
http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/entwicklungspolitik/infektionskrankheiten.html, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
Siehe: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 344 ff.
Murray und Lopez (1996), a. a. O.
Bei einer (hier nicht weiter verfolgten) Übersicht der Tage verlorener Lebenserwartung kommt Proske aufgrund US -Daten zu dem Schluss,
dass Luftverschmutzung an 16. Stelle der Risiken steht mit einer durchschnittlichen Verlustrate von 70 Tagen. Alkoholkonsum führt die Liste
mit 4000 Tagen an, gefolgt von Armut (3400) und Rauchen bei Männern (2200). Siehe: Proske (2004), a. a. O., S. 233.
Fazit: Was bringt uns um?
88
5 World Health Statistics (2012), a. a. O., S. 80–81. Siehe auch Proske (2004), a. a. O., S. 233.
6 Makridakis, S.; Hogarth, R. und Gaba, A. (2010): Tanz mit dem Glück. Wie wir den Zufall für uns nutzen können. Tolkemitt: Berlin, S. 37. Die
Zahlen gehen auf eine Lancet und eine Harvard Studie zurück (auf der Basis von US statistischen Werten).
7 Ebenda, S. 37.
8 Berechnet aus Daten der BAUA : http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Unfaelle/Gesamtunfallgeschehen/
Gesamtunfallgeschehen.html, zugegriffen am 09. April 2013. Siehe auch: »Umgerechnet lag somit die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines
Jahres durch eine Katastrophe zu Tode zu kommen bei 0,001 %, direkt durch sie betroffen zu werden bei 0,06 %.« Aus: Christian Dost, 2012,
http://www.earthtrail.de/storage/newsletter/Risikobewertung%20-%20Notsituationen%20und%20Katastrophen.pdf., zugegriffen am
09. April 2013.
9 Ezzati, M., Rodgers, A. D., Lopez, A. D., und Murray, C. J. L., (Hrsg.) (2004): Comparative Quantification of Health Risks: Global and Regional
Burden of Disease due to Selected Major Risk Factors. 3 Volumes. World Health Organization: Genf.
10 Die WHO kommt in einem weltweiten Vergleich zu dem Schluss: »Globally, an estimated 24 % of the disease burden (healthy life years lost)
and an estimated 23 % of all deaths (premature mortality) was attributable to environmental factors« Hier muss man allerdings bedenken, dass
alle Länder der Welt einbezogen wurden. Auch die WHO geht davon aus, dass in den hoch entwickelten Ländern wie Deutschland die Rate
weniger als halb so hoch ist (Todesraten 100–150 pro 10 000 Einwohnern pro Lebensdauer). Siehe: WHO (2006): Preventing Disease Through
Healthy Environments: Towards an Estimate of the Environmental Burden of Disease: Executive Summary. Autoren: Prüss-Üstün A. und
Corvalán C. WHO : Genf, S. 5 f. Siehe auch: Proske (2004), a.a.O., S. 137f. Sowie: Ropeik und Gray (2002), a. a. O., S. 340 ff.
11 Streffer, C.; Bücker, J.; Cansier, A.; Cansier, D.; Gethmann, C. F.; Guderian, R.; Hanekamp, G.; Henschler, D.; Pöch, G.; Rehbinder, E.; Renn, O.;
Slesina, M. und Wuttke, K. (2000): Umweltstandards. Kombinierte Expositionen und ihre Auswirkungen auf den Menschen und seine Umwelt.
Springer: Heidelberg und Berlin.
12 Siehe http://www.efsa.europa.eu/en/riskperception/docs/riskperceptionreport_de.pdf, zugegriffen am 09. April 2013.
13 Robert-Koch-Institut (2012): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2011. Redaktion: Christina Frank. RKI :
Berlin, S. 27.
14 Ropeik, D. und Gray, G. (2002): Risk! A Practical Guide for Deciding What’s Really Safe und What’s Really Dangerous in the World Around
You. Houghton Mifflin: Boston und New York, S. 98 f.
15 Der oben angegebene Wert wurde den Ausarbeitungen von Bender (2010) entnommen.
16 Siehe Krämer, W. (2011): Die Angst der Woche. Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten. Piper: Zürich, S. 187.
17 Siehe Bender (2010), a. a. O. Sowie: Proske (2004), a.a.O, S. 138.
Die Konfrontation
89
Teil II Warum fürchten wir uns vor dem Falschen?
1 Die Konfrontation
1 Schütz, H. und Wiedemann, P. M. (2003): Risikowahrnehmung in der Gesellschaft. In: Bundesgesundheitsblatt-GesundheitsforschungGesundheitsschutz, 46 (7), S. 549–554.
2 Der Vorwurf der Irrationalität und Ignoranz kommt in diesem Zusammenhang auch bei gerade aktuellen Bestsellern vor. Bestes Beispiel dafür
ist (und sogar in der Überschrift): Brafman, O. und Brafman. R. (2008): SWAY. The Irresistible Pull of Irrational Behavior. Crown Business.
Random House: New York.
2 Schlüsselkonzept: soziale konstruierte Wirklichkeit(en)
1 »Der moderne, an Psychologie, Biologie und Medizin orientierte common sense stellt sich Wahrnehmung unproblematisch naiv realistisch vor:
Da gibt es eine alles Sein (und damit auch uns selbst) umfassende für sich bestehende Welt von Dingen, von der wir durch die Sinnesorgane,
vergleichbar mit Kameras, Bilder produzieren, die in unserem Gehirn als Vorstellungen abgespeichert werden«. Dieses Zitat stammt aus:
Online-Wörterbuch der Philosophie, UTB : http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main
[entry]=950&tx_gbwbphilosophie_main[action]=show&tx_gbwbphilosophie_main[controller]=Lexicon&cHash=f2b8d1c671420d101f138c8c
ad4cecaa, zugegriffen am 11. April 2013
2 Siehe: Kebek, HG . (1997): Wahrnehmung. Theorien, Methoden und Forschungsergebnisse. Juventa: München, S. 319.
3 Die folgenden Ausführungen orientieren sich an dem Standartwerk der philosophischen Wahrnehmungsforschung: Fish, W. (2010):
Philosophy of Perception: A Contemporary Introduction. Routledge: London and New York; an der psychologischen
Wahrnehmungsforschung, vor allem an: Kebek, G. (1997), a. a. O. sowie an dem wissenssoziologischen Klassiker: Berger, P. L. und Luckmann, T.
(2012): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. 24. Auflage. Fischer: Frankfurt am Main.
4 Um ganz präzise zu sein, die Netzhaut gibt Form, Farbe, Position im Raum (3-D) und Bewegung wieder. Siehe Kebek (1997), a. a. O., S. 34 ff.
5 Berger und Luckmann (2012), a. a. O., S. 41 und139 ff.
6 Dazu ausführlich: Craig, E. (1993), Was wir wissen können. Suhrkamp: Frankfurt am Main.
7 Vgl.: Kebek (1997), a. a. O. S. 184 ff. und Watzlawick, P. (1996): Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Piper: München und Zürich, hier vor allem
S. 20.
Schlüsselkonzept: soziale konstruierte Wirklichkeit(en)
90
8 Berger und Luckmann (2012), a. a. O., S. 164.
9 Zur Definition und Konzept des Begriffes Enkulturation vgl. Wenninger, G. (2000): Lexikon der Psychologie. Band 1. Spektrum: Heidelberg,
S. 387.
10 Vgl.: Searle, J. K. (2011): Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen. Suhrkamp: Frankfurt am
Main, S. 159 f. Generell dazu: Chomsky, N. (1970): Sprache und Geist. Suhrkamp: Frankfurt am Main
11 Siehe: Trautner, H. M. (1978): Lehrbuch der Entwicklungspsychologie. Hogrefe: Göttingern, S. 245 ff.
12 Ich beziehe mich hier in meiner Deutung des Höhlengleichnisses auf die Interpretation durch Martin Heidegger. Heidegger, M. (1997): Platons
Lehre von der Wahrheit. Victoro Klostermann: Frankfurt am Main (Original 1931/32).
13 Roth, G. (1992): Kognition: Die Entstehung von Bedeutung im Gehirn. In: Krohn, W. und Küppers. G. (Hrsg.): Emergenz: Die Entstehung von
Ordnung, Organisation und Bedeutung, Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 104–133.
14 Dazu gibt es eine Unmenge an Literatur. Ein guter Überblick findet sich in: Pörksen, B. (Hrsg.) (2011): Schlüsselwerke des Konstruktivismus.
VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das inzwischen ins Deutsche übersetzte Buch: Searle, J. R.
(2005): Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen. Suhrkamp: Frankfurt am Main. Kritisch zu den
Postulaten des Konstruktivismus siehe: Harbach, H. (2004): Konstruktivismus und Realismus in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften. Lit
Verlag: Münster. Vgl. auch unsere Ausführungen in Renn et al. (2007), a. a. O., S. 130–135.
15 Dieser Ansatz der Wirklichkeitsannäherung wird vor allem im kuluturalistischen Verständnis der Erlanger Schule vertreten. Eine kurze
Einführung findet sich in: Janich, P. (1993): Erkennen als Handeln. Von der konstruktiven Wissenschaftstheorie zur Erkenntnistheorie. In:
W. Hogrebe (Hrsg.): Jenaer Philosophische Vorträge und Studien. Schriftenreihe der Universität Jena: Erlangen und Jena. Umfassender in:
Janich, P. (2000): Was ist Wahrheit? Eine philosophische Einführung. 2. Auflage. Beck: München. Dazu ein Zitat von Janich: Das Beispiel lehrt:
Das Wissen um Erbgene einzelner Merkmale (Janich hat zuvor in diesem Artikel die Mendelschen Gesetzte als Beispiel erläutert: der Verfasser)
verdankt sich nicht der Beobachtung eines Naturgeschehens, sondern der technischen Intervention und der Erzeugung von Lebensformen, die
so in der Natur gar nicht vorkommen«. Aus: Janich, P. (2012): Das Bild des Menschen in den Wissenschaften. In: P. Janich und R. Oerten
(Hrsg.): Der Mensch zwischen Natur und Kultur. Philosophie und Psychologie im Dialog. Vandenhoeck und Ruprecht: Göttingen, S. 9–30, hier
S. 13. Im Sinne des kollektiven Lernens als Teil der kulturellen Evolution siehe: Mantzavinos, C. (2007): Individuen, Institutionen und Märke.
Mohr Siebeck: Tübingen, S. 75 ff. Im Sinne des individuellen Lernens siehe: Kiesel, A. und Koch, I. (2011): Lernen. Grundlagen der
Lernpsychologie. VS Verlag: Wiesbaden, S. 31 ff.
16 Vgl. J. P. Scott, J. P. (1989): The Evolution of Social Systems. Gordon und Breach: New York, hier vor allem S. 272 ff.
17 Hier gehe ich von dem viel beachteten Ansatz der Wissensevolution nach Thomas Kuhn aus. Kuhn, T. S. (1981): Die Struktur wissenschaftlicher
Revolutionen. Mit einem Postskriptum von 1969. 5. Auflage. Suhrkamp: Frankfurt am Main.
18 Kuhn, T. (1978): Die Entstehung des Neuen: Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte. Suhrkamp: Frankfurt am Main.
Schlüsselkonzept: soziale konstruierte Wirklichkeit(en)
91
19 »Die Bedeutung der Relationen für die Deutungsmuster ist ein Kennzeichen der sogenannten strukturalistischen Schule in den Sozial- und
Geisteswissenschaften. Der Klassiker für diese Perspektive ist der Franzose Ferdinand M. de Saussure. In seinem Werk »Grundfragen der
allgemeinen Sprachwissenschaften« entwickelt er eine Systematik der Bedeutungen und ihrer Strukturen in der Sprache. Siehe: Saussure, F. M.
de (1967): Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaften. De Gruyter: Berlin (Originalausgabe 1916), hier vor allem S. 145 ff.
20 Die Analogien zwischen biologischen Verwandtschaften und Beziehungen zwischen Begriffen ist vor allem anhand des Frauentauschs bei dem
Strukturalisten Claude Levi-Strauss zu finden. Vgl. Levi-Strauss, C. (1949): Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft. Suhrkamp:
Frankfurt am Main.
21 Kälble, K. (1997): Die Entwicklung der Kausalität im Kulturvergleich. Untersuchung zur historischen Entwicklungslogik der Kognition.
Westdeutscher Verlag: Opladen, hier S. 91 ff.
22 Janich, P. (2001): Handwerk und Mundwerk. Lebenswelt als Ursprung wissenschaftlicher Rationalität. In: C. F. Gethmann (Hrsg.): Lebenswelt
und Wissenschaft. Deutsches Jahrbuch Philosophie. Band 2. Meiner: Hamburg, S. 678–691. Siehe auch: Kuper, A. (1999): Culture: The
Anthropologist’s Account. Harvard University Press: Cambridge, USA . Allerdings weisen Psychologen und Kulturanthropologen darauf hin,
dass die Ausdrucksformen und Regeln der Kausalitätszuschreibung kulturspezifisch sein können. So werden in der ikonenhaften Sprache der
Chinesen kausale Zusammenhänge als Feld synchronistischer Ereignisse gesehen und nicht als lineare Abfolge von Ursachen und Wirkungen.
Siehe: von Franz, M.-L. (1990): Zahl und Zeit. Psychologische Überlegungen zu einer Annäherung von Tiefenpsychologie und Physik.
KlettCotta: Stuttgart, S. 45 f.
23 Diese Erkenntnis geht vor allem auf den Skeptizismus von Hume zurück. Vgl. Streminger, G. (1981): Die Kausalanalyse David Humes vor dem
Hintergrund seiner Erkenntnistheorie, in: G. Posch (Hrsg.): Kausalität. Neue Texte. Reclam: Stuttgart, S. 162–189 und im gleichen
Sammelband siehe: Lewis, D.: Kausalität. In: ebenda, S. 102–126.
24 Einstein zitiert nach: Bergmeister, K. (2007): Kausalität im Konstruktiven Ingenieurbau. In: Berlin-Brandenburgische Akademie der
Wissenschaften (Hrsg.): Kausalität in der Technik. Akademische Debatten. BBAW: Berlin, S. 55–67, hier 66.
25 Luhmann, N. (1995): Kausalität im Süden. In: Soziale Systeme, H1, S. 7–28, hier zitiert nach
http://www.soziale-systeme.ch/leseproben/luhmann.htm, zugegriffen am 11. April 2013 (Abschnitt 4)
26 Den Prozess der Entstehung und Wandlung der Zivilisation, vor allem der Beitrag der hier interessierenden Rationalisierung, ist umfassend
beschrieben in: Elias, N. (2001): Über den Prozess der Zivilisation. Wandlungen der Gesellschaft. Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation.
Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Band 2, Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr. 159: Frankfurt am Main (Original
1939).
27 Die Regeln wissenschaftlcher Beweisführung sind besonders eindrucksvoll in dem Klassiker: Popper, K. (1959): The Logic of Scientific
Discovery. Hutchinson: London, beschrieben. Siehe auch: Popper, K. (1979:) Objective Knowledge: An Evolutionary Approach. Oxford
University Press: Oxford, UK .
Schlüsselkonzept: soziale konstruierte Wirklichkeit(en)
92
28 Dazu ein Zitat des Physikers Hans-Peter Dürr: »Die eindrucksvollen Erkenntnisfortschritte in den Naturwissenschaften hatten dem gegenüber
die besonders in der Aufklärung gehegte Hoffnung verstärkt, dass letztlich und prinzipiell alles in dieser Welt menschlicher Erkenntnis
zugänglich sei und der bisher als nicht zugänglich erscheinende Teil sich nur aufgrund seiner größeren Kompliziertheit unseren rationalen
Einsichten entzieht. Die aus der rationalen Reflexion geborene Erkenntnistheorie hat jedoch frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass ein
strukturiertes System sehr wohl Untersysteme bewerten kann, aber nicht Systeme, die ihm übergeordnet sind. Wir können nicht unmittelbar
begreifen, was das Vermögen unserer Denkprozesse überschreitet. So wie wir den blinden Fleck in unserem Auge nicht ohne einen Kunstgriff
wahrnehmen können, weil wir von Geburt an ihn gewöhnt sind, so fällt es uns schwer ohne besondere Hinweise die Beschränkungen unserer
gewohnten Einsicht zu erkennen. Diese Beschränkungen sollen nicht nur als ärgerliche Hindernisse gesehen werden: Für das Überleben
unwesentliche Informationen nicht wahrzunehmen, ist höchst lebensdienlich. … Diese Überlegungen sollen zeigen: Es ist grob unzulässig und
falsch, unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit mit der Wirklichkeit schlechthin gleichzusetzen. Genau dies passiert jedoch, wenn wir
wissenschaftliche Erkenntnis als allumfassend betrachten«.
Aus: http://www.mk.riemenschneider-gymnasium.de/Lk%20KathReli%202K/12 %201 %20Dateien/1_1_4_Duerr_Grenzen%20des%20
nw%20Denkens.pdf, zugegriffen am 11. April 2013.
Vgl. auch in Beziehung auf Risikoanalyse: Sharder-Frechette, K. (1998): Scientific Methods, Antifoundationalism, and Decision Making. In:
Löfstedt, R. und Frewer, L. (Hrsg.): Risk & Modern Society. Earthscan: London, S. 45–55, hier vor allem S. 54.
29 Huntington, H. P. (2000): Using Traditional Ecological Knowledge in Science: Methods and Applications. In: Ecological Applications, 10 (5),
1270–1274. Vgl. Auch meinen Aufsatz: Renn, O. (2010): The Contribution of Different Types of Knowledge Towards Understanding, Sharing
and Communicating Risk Concepts. In: Catalan Journal of Communication & Cultural Studies, 2 (2), S. 177–195.
30 Mittelstraß, J. (2001): Konstruktion und Deutung über Wissenschaft in einer Leonardo- und LeibnizWelt. Festvortrag anlässlich der Verleihung
der Ehrendoktorwürde am 31. 1. 2001 an der Humboldt-Universität Berlin. (Öffentliche Vorlesungen 110), S. 20.
31 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (1999): Welt im Wandel: Strategien zum Umgang mit
globalen Umweltrisiken. Springer: Heidelberg und Berlin, S. 268.
32 Dieses Theorem wurde 1928 von William I. Thomas und Dorothy Swaine Thomas aufgestellt. »If men define situations as real they are real in
their consequences«. Aus: Thomas, W. I. und Thomas, D. S. (1928): The Child in America: Behavior Problems and Programs. Knopf: New York,
S. 571–572. Beschrieben ist das Theorem in: Merton, R. K.: The Thomas Theorem and the Matthew Effect. In: Social Forces, 74 (2), S. 379–424.
33 Die sogenannte postmoderne Sichtweise von Wissen geht davon aus, dass Ansprüche auf Wahrheit niemals nach universell gültigen Regeln
oder einer über den gesellschaftlichen Kontextbedingungen stehenden Vernunft abgeleitet werden können. Sie sind immer Reflexionen der
aktuellen Diskurse, die durch Macht und Einflussnahme auf die Diskursgestaltung geprägt sind. Führende Vertreter dieser Richtung sind
Michel Foucauld, Fançois Loytard und Jaques Derrida. Für unsere Diskussion hier ist der Aufsatz über »Gouvermentabilität« von Foucauld und
über Wissen von Loytard besonders einschlägig. Vgl. Foucauld, M. (2000): Die »Gouvermentabilität. In: Bröckling, U.: Krassmann, S. und
Die Unvermeidbarkeit von Ungewissheit bei Entscheidungen
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Lenke, Th. (Hrsg.): Gouvermentabilität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 41–67
sowie Loytard, F. (1979): Das postmoderne Wissen. Passagen Verlag: Wien, hier vor allem S. 112 ff. Siehe auch die Kritik bei Harbach (2004),
a. a. O., S. 145 ff.
3 Die Unvermeidbarkeit von Ungewissheit bei Entscheidungen
1 Risiko wird in der DIN -Norm VDE 31000 definiert aus: (i) dem Schadensausmaß, das bei Ereigniseintritt zu erwarten ist, sowie (ii) der zu
erwartenden Häufigkeit des Eintritts des negativen Ereignisses (Deutsches Institut für Normung). Näheres dazu in dem grundlegenden Werk
der US National Academy: US -National Research Council (1983): Risk Assessment in the Federal Government: Managing the Process.
National Academy Press: Washington, D. C., S. 20. Zur Diskussion über Risikobegriffe vgl. auch meinen Aufsatz: Renn, O. (2008): Concepts of
Risk. In: GAIA Ecological Perspectives for Science and Society, Teil 1, 17 (1), S. 50–66 und Teil 2, 17 (2). S. 196–204.
2 Jonen, A. (2007): Semantische Analyse des Risikobegriffs: Strukturierung der betriebswirtschaftlichen Risikodefinitionen und
literaturempirische Auswertung, Beiträge zur Controlling-Forschung, No. 11, S. 24 und Anhang S. 89,
(https://www.econstor.eu/dspace/bitstream/10419/57899/1/715575333.pdf, zugegriffen am 19. April 2013). Vgl. ebenso: Koch, C. M. (2013):
Risiko. Sozialwissenschaftliche, ökologische und systemtheoretische Perspektiven zur Unsicherheit. LiT-Verlag: Berlin, S. 69 ff. sowie Haller,
M. (1986): Risikomanagement – Eckpunkte eines integrierten Konzepts. In: Jacob, H. (Hrsg.): Schriften zur Unternehmensführung –
Risikomanagement, Bd. 33, Gabler: Wiesbaden 1986, S. 7–43.
3 Kates, R. W., Hohenemser, C. and Kasperson, J. (1985): Perilous Progress: Managing the Hazards of Technology. Westview Press: Boulder, USA ,
S. 21. Siehe auch Taylor-Gooby, P. und Zinn, J. O. (2006): The Current Significance of Risk. In: P. Taylor-Gooby und J. Zinn (Hrsg.): Risk in
Social Science. Oxford University Press: Oxford, UK , S. 1–19, hier S. 1.
4 Siehe Jonen (2007) a. a. O., S. 12; Breakwell, G. M. (2007): The Psychology of Risk. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 78 ff.
5 In diesem Kapitel bewege ich mich innerhalb des theoretischen Kontextes der sog. Rational Choice Theorie (Theorie der rationalen Wahl). Diese
Theorie geht davon aus, dass Menschen mit ihren Entscheidungen ihren Nutzen optimieren wollen. In der von mir vertretenen sehr moderaten
Fassung wird nur vorausgesetzt, dass Menschen intentional handeln, also einen Zweck mit ihren Handlungen verbinden, der egoistisch,
altruistisch oder auch (in der Perspektive der anderen) verrückt sein kann, dass Menschen prinzipiell zwischen Handlungsalternativen wählen
können und dass sie diejenige Alternative bevorzugen, bei der sie subjektiv den Eindruck haben, dass sie den von ihnen verfolgte Zweck am
besten erfüllt. Die von mir und meinen Ko-Autoren vertretene Linie ist umfassend in unserem Buch: Jaeger, C. J.; Renn, O.; Rosa, E. A. und
Webler, T. (2001): Risk, Uncertainty and Rational Action, Earthscan: London, erläutert. Viele Überlegungen aus diesem Buch sind in dieses
Kapitel hier eingeflossen.
Die Unvermeidbarkeit von Ungewissheit bei Entscheidungen
94
6 Vor allem Sozialwissenschaftler haben das Modell des rationalen Entscheidens um soziale Aspekte erweitert. Zum einen können Individuen
auch neue Optionen schaffen, zum anderen sind sie bei der Beurteilung von Folgen wie bei der Durchsetzung von Optionen auf andere
Menschen angewiesen. Diese Modifikation des rationalen Entscheiders ist zum Beispiel im sogenannten RREEMM Modell aufgegriffen
worden. Dieses Model steht für einen Entscheider, der in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt ist (restricted), eigene Optionen
schaffen kann (resourceful). Er nutzt sein eigenes Folgewissen, um die Folgen seiner Handlungsoptionen abzuschätzen (expecting), die er dann
nach Wünschbarkeit bewertet (evaluating), um sich dann so zu entscheiden, dass sein erwarteter Gesamtnutzen maximiert wird (maximizing).
Ursprünglich von: Lindenberg, S. (1985): An Assessment of the New Political Economy: Its Potential for the Social Sciences and for Sociology
in Particular. In: Sociological Theory, 3, S. 99–114. Im deutschen Sprachraum wird diese soziologische Version des rationalen Entscheiders
vor allem von Hartmut Esser vertreten. Esser, H. (1999): Soziologie – Allgemeine Grundlagen. 3. Auflage. Campus: Frankfurt am Main,
S. 238 ff.
7 Eine Formalisierung dieser Entscheidungsschritte in dem Beispiel des Wagenkaufs findet man in: Renn, O. (2008): Risk Governance: Coping
with Uncertainty in a Complex World. Earthscan: London, S. 315.
8 Wann Bauchentscheidungen mehr oder weniger sinnvoll sind, werden wir noch später behandeln. Siehe dazu vor allem: Gigerenzer, G. (2013):
Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München, S, 11 ff. Sowie: Gigerenzer, G. (2008): Bauchentscheidungen. Die
Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. 8. Aufl. Goldmann: München, S. 49 ff.
9 Vgl. Jaeger et al. (2001), a. a. O., S. 81; vgl. auch Dietz, T. und Stern, P. (1995): Towards a Theory of Choice. Socially Embedded Preference
Construction. In: Journal of Socio-Economics, 24, S. 261–279.
10 Vgl. Jaeger et al (2001), a. a. O., S. 247
11 Vgl. Houston, A. J. und McNamara, J. M. (1999): Models of Adaptive Behavior. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 66 ff.
12 Dies wird häufg in der Literatur auch als Adaptionsargument aufgeführt. Unser Sozialverhalten zwingt uns langfristig dazu,
nutzenmaximierend zu handeln. Alchian, A. A. (1950): Uncertainty, Evolution, and Economic Theory. In: Journal of Political Economy,
58:211–221. Vgl. zur Rationalität spontanen Entscheidungsverhaltens: Jungermann, H.; Pfister, H.-R. und Fischer, K. (1998): Die Psychologie
der Entscheidung. Spektrum: Heidelberg, S. 191 f.
13 Gigerenzer, G. and Selten, R. (2001): Rethinking Rationality. In: Gigerenzer, G. and Selten. R. (Hrg.) Bounded Rationality: The Adaptive
Toolbox, MIT Press: Boston, S, 1–12.
14 Nida-Rümelin, J. (2011): Die Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie. Irisana: München, S. 40 ff.
15 Der Klassiker zu bounded rationality ist Herbert Simon. Eine knappe Charakterisierung findet sich in: Simon, H. A. (1987): Bounded
Rationality. In: Eastwell et al. (Hrsg.): The New Palgrave. A Dictionary of Economics. Macmillan: London, S. 266–268. Mehr Informationen
bieten: Simon, H. A. (1976) Administrative Behavior: A Study of Decision-Making Processes in Administrative Organizations. 3. Auflage. Basic
Books: New York und etwas pointierter in: Simon, H. A. (1987): Rationality in Psychology and Economics. In: Hogarth. R. M. and Reder, M. W.
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(Hrsg.): Rational Choice: The Contrast between Economics and Psychology. University of Chicago Press: Chicago and London, S. 25–40; vgl.
auch Gigerenzer, G. und Selten, R. (2001): a. a. O., S. 3 ff.
Siehe Gigerenzer, G. (2001): Bounded Rationality: The Adaptive Toolbox. In: Gigerenzer, G. and Selten. R. (Hrsg.) Bounded Rationality: The
Adaptive Toolbox. MIT Press: Boston, S. 37–50, hier S. 46 f.
Siehe: Jaeger et al. (2001), a. a. O., S. 244.
Bandura, A. (1989): Human Agency in Social Cognitive Theory. In: American Psychologist, 44(9), S. 1175–1184. doi:
10.1037/0003–066X.44.9.1175, zugegriffen am 19. April 2013.
siehe die Dokumentation: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (2004): Zur Freiheit des Willens. Debatte Heft 1. BBAW:
Berlin.
Siehe Gethmann, C. F. (2004): Die Erfahrung der Handlungsurheberschaft und die Erkenntnisse der Neurowissenschaften. In:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (2004): Zur Freiheit des Willens. Debatte Heft 1. BBAW: Berlin, S. 4561, hier S. 49.
Vgl. Nida-Rümelin (2011), a. a. O., S. 108 ff.
Renn, O.; Schweizer, P.-J.; Dreyer, M. und Klinke, A. (2007): Risiko. Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit. Oekom: München,
S. 85.
Ein Zitat aus dem Werk von Giovanno Boccacio: Dekameron: »Andere aber waren grausameren Sinnes – obgleich sie vermutlich sicherer
gingen – und erklärten, kein Mittel gegen die Seuche sei so wirksam und zuverlässig wie die Flucht. In dieser Überzeugung verließen viele,
Männer wie Frauen, ohne sich durch irgendeine Rücksicht halten zu lassen, allein auf die eigene Rettung bedacht, ihre Vaterstadt, ihre
Wohnungen, ihre Verwandten und ihr Vermögen und flüchteten auf ihren eigenen oder gar einen fremden Landsitz; als ob der Zorn Gottes, der
durch diese Seuche die Ruchlosigkeit der Menschen bestrafen wollte, sie nicht überall gleichmäßig erreichte, sondern nur diejenigen
vernichtete, die sich innerhalb der Stadtmauern antreffen ließen, oder als ob niemand mehr in der Stadt verweilen solle und deren letzte Stunde
gekommen sei.« (Zitat aus: http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Pest, zugegriffen am 11. April 2013). Dieses Zitat macht auch
nochmals eindrucksvoll deutlich, wie der Glaube an Vorsehung und Schicksal mir der Zuversicht, das Risiko durch eigenes Handeln vermeiden
zu können, kollidiert.
»Wir haben beispielsweise festgestellt, dass Kommunikation ohne die Regeln der Wahrhaftigkeit, des Vertrauens und der Verlässlichkeit
unmöglich ist«. Aus Nida-Rümelin (2011), a. a. O., S. 235.
Was beeinflusst unser Urteilsvermögen?
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4 Was beeinflusst unser Urteilsvermögen?
1 Zu den Framing-Effekten gibt es inzwischen eine große Zahl an populärwissenschaftlichen Büchern und Aufsätzen. Besonders empfehlenswert
sind die Bücher von: Kahneman, D. (2012): Schnelles und langsames Denken. Siedler: München, vor allem Teil II . Thaler, R. H. und Sunstein,
C. R. (2012): Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Zweite Auflage. Ullstein: Berlin, hier vor allem die Seiten 31–60; Dobelli, R.
(2012): Die Kunst des klugen Handelns. 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen. Hanser: München, hier vor allem S. 94–95; Gigerenzer,
G. (2007): Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. Bertelsmann: München. Sowie Gigerenzer, G.
(2013): Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München, S. 196 ff.
2 Löfstedt, R. (2004): Risk Communication in Crisis Situation. Lecture at the EUFIC FORUM , 08/2004, Cork, Ireland. »This occurred with regard
to the UK birth control pill scare, in which journalists amplified the practically non-existent risks, leading large numbers of the general public to
stop taking the pill, which in turn led to thousands of unwanted babies and abortions«. Source:
http://www.eufic.org/article/de/lebensmittelsicherheit-qualitat/risk-communication/expid/forum-food-risk-communication/, zugegriffen am
11. April 2013. Eine wissenschaftliche Analyse dieses Falles findet sich in Spitzer, W. O. (1999): The Aftermath of a Pill Scare: Regression to
Reassurance. In: Human Reproduction Update, 5, S. 736–745. Dieses Beispiel hat auch Gerd Gigerenzer aufgegriffen: Siehe Gigerenzer, G.
(2013), a. a. O., S. 16 ff.
3 Dinger J. C., Heinemann L. A. J., Kuhl-Habich D. (2007): The Safety of a Drospirenone-Containing Oral Contraceptive: Final Results from the
European Active Surveillance Study on Oral Contraceptives Based on 142 475 Women-Years of Observation. In: Contraception, 75, S. 344–354.
4 Goodyear-Smith A. and Arroll B. (2002): Termination of Pregnancy Following Panic-Stopping of Oral Contraceptives. In: Contraception, 66,
S. 163–167. The British Pregnancy Advisory Service said the 1995 announcement was ›a disaster that should never have happened.‹ It estimates
there were an extra 29 291 abortions between 1995 and 1997. (http://www.guardian.co.uk/uk/1999/apr/08/nickhopkins, zugegriffen am
11. April 2013).
5 Eine kurze prägnante Übersicht findet sich in: Breakwell. G. M. (2007): The Psychology of Risk. Cambridge University Press: Cambridge, UK ,
S. 78 ff.
6 Kahneman, D. (2011): Thinking Fast and Slow. Penguin: New York, S. 88.
7 Kahneman, D. und Tversky, A. (1974): Judgment under Uncertainty: Heuristics and Biases. In: Science, 185, S. 1124–1131. Sowie Kahneman, D.
und Tversky, A. (1984): Choices, Values, and Frames. In: American Psychologist, 39, S. 341–350.
8 Diese Theorie wird »Prospect Theory« genannt und lässt sich grafisch anschaulich darstellen sowie auch mathematisch formulieren. Vor allem
für die Entwicklung der Prospect Theory hat D. Kahneman den Nobelpreis in den Wirtschaftswissenschaften erhalten. Kahneman, D. und
Tversky, A. (1979): Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk. In: Econometrica, 47 (2), S. 263–291. Das folgende (fiktive) Beispiel
stammt aus ihrem unerschöpflichen Reservoir an Experimenten: Nehmen Sie an, Sie sind Gesundheitsminister und werden informiert, dass in
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absehbarer Zeit eine bisher unbekannte asiatische Krankheit Ihr Land heimsuchen wird, von der Experten erwarten, dass 600 Menschen daran
sterben werden. Gegen diese Krankheit gibt es Impfstoffe, die Menschen schützen können. Alle diese Impfstoffe haben Gott sei Dank keine
negativen Nebenwirkungen. Sie müssen aber entscheiden, welcher Impfstoff eingesetzt wird.
• Wenn Impfstoff A eingesetzt wird, werden 200 der 600 Menschen gerettet werden.
• Wenn Impfstoff B eingesetzt wird, werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3 alle betroffenen 600 Menschen sterben, mit einer
Wahrscheinlichkeit von 1/3 niemand.
Einer anderen Gruppe wurden zum gleichen Szenario folgende beiden Alternativen vorgelegt:
• Wenn Impfstoff C eingesetzt wird, werden 400 Menschen sterben.
• Wenn Impfstoff D eingesetzt wird, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/3 niemand sterben, mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3
werden 600 Menschen sterben.
Wie würden Sie sich in Situation 1, wie in Situation 2 entscheiden? Bei den Versuchspersonen wählten im ersten Fall 72 % den Impfstoff A und
28 % den Impfstoff B. Im zweiten Fall entschieden sich 78 % für Impfstoff D und 22 % für Impfstoff C. Wenn Sie nach ihrem Bauchgefühl
votieren, würden sie wahrscheinlich die gleiche Auswahl in diesen beiden Situationen treffen. Natürlich werden Sie bei einigem Nachdenken
feststellen, dass die beiden Alternativen 1 und 2 völlig identische Situationen beschreiben. Das bedeutet, sie retten in beiden Fällen die gleiche
Zahl der Menschenleben bzw. riskieren den gleichen Anteil an Personen, die trotz der Einnahme des Impfstoffes zu Tode kommen. Dennoch
macht es offenkundig einen großen Unterschied in der Wahrnehmung, ob die Informationen positiv oder negativ formuliert sind und welche
Formulierung für die Angabe der Wahrscheinlichkeit bzw. der zu erwartenden Häufigkeit für das Eintreffen einer unerwünschten oder
erwünschten Folge gewählt wurde.
Dawes, R. M. (1988): Rational Choice in an Uncertain World. Harcourt, Brace, Jovanovich: San Diego, USA , S. 34.
Kahneman, D. und Tversky, A. (1979), a. a. O., S. 277.
Mumpower, J. (1988): Lottery Games and Risky Technologies: Communications About Low-Probability/High-Consequence Events. In: Risk
Analysis, 8 (2): 231–235.
Dawes (1988), a. a. O., S. 39.
5 Faustregeln der Wahrnehmung
1 Diese Faustregeln sind eingehend beschrieben in Kahneman, D. (2011), a. a. O., S. 109–197; Thaler und Sunstein (2012), a. a. O., S. 31–60;
Breakwell (2007), a. a. O., S. 79–82. Vgl. die Übersicht in der deutschsprachigen Literatur: Pfister, H.-R. und Fischer, K. (1998): Die Psychologie
der Entscheidung. Eine Einführung. Spektrum: Heidelberg und Berlin, S. 166 ff. Sowie: Strack, F. und Deutsch, R. (2002): Urteilsheuristiken. In:
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Frey, D. und Irle, M. (Hrsg.): Theorien der Sozialpsychologie. Bd. III : Motivations-, Selbst- und Informationsverarbeitungstheorien,
S. 352–384.
Gigerenzer (2007), a. a. O., S. 64 ff.; Gigerenzer (2013), a. a. O., S. 44 ff.
So abstrus uns das heute vorkommen mag, aber der Autor Cesare Lombroso hat in einem »wissenschaftlichen« Werk nachweisen wollen,
dass Verbrecher häufiger abstehende Ohren haben als Menschen in der Normalbevölkerung. Lambroso war fest davon überzeigt, dass
man Verbrecher und Irre (das sind seine Ausdrücke!) an ihren äußeren Merkmalen wie Bartwuchs, Augenfarbe etc, erkennen könne. Dazu zieht
er sogar statistische Verfahren heran, die aber den wirklichen Standards der kausalen statistischen Analyse nicht standhalten. Siehe:
Lombrosos, C. (1894): Der Verbrecher. Deutsche Bearbeitung durch M. Fraenkel. 2. Auflage. Verlagsanstalt und Druckerei AG . Hamburg, hier
S. 233.
Sunstein, C. (2002): Risk and Reason. Cambridge University Press: Cambridge, USA , S. 37. Vgl. dazu den klassischen Aufsatz: Kahneman, D.
und Tversky, A. (1972): Subjective Probability: A Judgment of Representativeness. In: Cognitive Psychology, 2, S. 430–454.
Der Begriff kognitiv bezeichnet Funktionen des Menschen, die mit Wahrnehmung, Lernen, Erinnern und Denken, also der menschlichen
Erkenntnis- und Informationsverarbeitung in Zusammenhang stehen. Neben den kognitiven Funktionen sind die emotionalen Gesichtspunkte
und der Bereich der Motive für die menschliche Erkenntnisverarbeitung von Bedeutung. (Aus: http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/
projekte/slex/seitendvd/konzeptg/l52/l5255.htm, zugegriffen am 11. April 2013)
Als affektives Verhalten bezeichnet man ein Verhalten, das überwiegend von kurzen, impulsartigen Gefühlsregungen und nicht von kognitiven
Prozessen bestimmt ist. (Aus: http://flexikon.doccheck.com/de/Affektiv, zugegriffen am 11. April 2013). Der Begriff Heurismus beschreibt
eine Suchstrategie, um sinnvolle Bedeutungen und vor allem Schlussfolgerungen aus Sinneseindrücken und Informationsangeboten
abzuleiten.
Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Faustregeln, aber diese vier sind die dominanten, die auch in der Literatur immer wieder erwähnt werden.
Vgl. zu den ersten dreien: Jungermann et al. (1998), a. a. O., S. 169 ff.; Thaler und Sunstein (2012), a. a. O., S. 38–51. Der Affekt-Heurismus ist
vor allem von Paul Slovic und seinem Team in Eugene (Washington State) in die Diskussion eingebracht worden. Vgl. Slovic, P.; Finucane,
M. L.; Peters, E. und MacGregor, D. (2004): Risk as Analysis and Risk as Feelings: Some Thoughts about Affect, Reason, Risk and Rationality. In:
Risk Analysis, 24, S. 311–322 sowie Bateman, I.; Dent, S.; Peters, E.; Slovic, P. und Starmer, C. (2010): The Affect Heuristic and the
Attractiveness of Simple Gambles. In: Slovic, P. (Hrsg.): The Feeling of Risk. New Perspectives on Risk Perception. Earthscan: London, S. 3–20.
Einen guten Überblick findet man in: Breakwell, G. (2007), a. a. O., S. 109 ff.
Dieses Experiment wurde von Kahneman und Tversky entworfen und in ähnlicher Weise bei deren Studierenden eingesetzt. Siehe: Kahneman
(2011), a. a. O., S. 427.
Vgl. Kahneman (2011), a. a. O. S. 119–128
In pflanzlichen Nahrungsmitteln sind Aktivitätskonzentrationen zwischen 50 Bq/kg Frischmasse (FM ) im Obst und 380 Bq/kg FM in reifen
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Erbsen oder Bohnen anzutreffen. Auch Produkte tierischer Herkunft weisen spezifische Aktivitäten für Kalium-40 in diesen Größenordnungen
auf, die von circa 50 Becquerel pro Liter (Bq/l) in Kuhmilch bis zu circa 100 Bq/kg (Becquerel pro Kilogramm) FM in Fleisch, Leber und Nieren
von Rindern reichen. In Milchpulver und Wurstdauerwaren resultieren auf Grund der technologischen Prozesse höhere Aktivitäten (mehr als
180 Bq/kg FM ). Aus: http://www.bfs.de/de/ion/nahrungsmittel/nahrung.html, zugegriffen am 11. April 2013.
Dieses Beispiel verdanke ich dem Buch von Thaler und Sunstein (2012), a. a. O., S. 41.
Diesen Effekt machen sich Gesprächsleiter gerne zu Nutzen. Hier ein Zitat aus einem Management-Handbuch: »Auch wer in einer
Verhandlung, in einem Seminar als erster seine Meinung kundtut, hat bessere Chancen, dass sie von folgenden Äußerungen gefestigt wird. Als
Gegenmaßnahme ist es sinnvoll, wenn jedes Teammitglied seine Meinung/Einschätzung auf einen Zettel schreibt und man dann – wo es
möglich ist – den Durchschnittswert bildet. Damit vermeidet man das Phänomen der Gruppenpolarisation. Klose, H.-E. (2013): Manipulationen
im Daily Business. So wird uns Freiheit genommen. Erkennen und sich dagegen schützen. Broschüre. PEKADO : Freiburg (Bezug durch
Hans-Eckart.Klose@perkado.de).
Vgl. Kahneman (2011), a. a. O., S. 137–145 sowie Thaler und Sunstein (2012), a. a. O., S. 42–44.
Sunstein, C. (2002): Risk and Reason. Cambridge University Press: Cambridge, USA , S. 34.
Auch dieses Experiment habe ich von Tvesky und Kahneman in leichter Abwandlung übernommen. Tversky, A. und Kahneman, D. (1983):
Extensional Versus Intuitive Reasoning: The Conjunction Fallacy in Probability Judgment. In. Psychological Review, 90, S. 293–295.
Ich bin der Theatergruppe der Clark Universität noch immer dankbar dafür, dass sich deren Mitglieder immer wieder neu verkleidet den
Studierenden gezeigt haben. Es waren nur 20 Personen, aber sie kamen in unterschiedlicher Verkleidung 100mal in den Raum mit den
Versuchspersonen. Ein ähnliches Experiment mit ähnlichen Berufsgruppen findet sich auch in: Tversky, A.und Kahneman, D. (1973):
Availability: A Heuristic for Judging Frequency and Probability. Cognitive Psychology, 42, 207–232.
Vgl. Slovic, P.; Fischhoff, B. und Lichtenstein, S. (1976): Cognitive Processes and Societal Risk Taking. In: Carroll, J. S. und Payne, J. W. (Hrsg.):
Cognitive Processes and Social Behavior. Earlbaum: Hillsdale, S. 165–184: sowie: Tversky, A. und Kahneman, D. (1975): Judgement under
Uncertainty. Heuristics and Biases. In: Wendt, D. und Vlek, C. (Hrsg.): Utility, Probability and Human Decision Making. North-Holland:
Dordrecht, S. 141–162.
Siehe Kahneman (2011), a. a. O., S. 175–197; Thaler und Sunstein (2012), a. a. O., S. 44–51. Ebenfalls lesensweret, wenn auch älter: Nisbett,
R. E. und Ross, L. (1980): Human Inferences: Strategies and Shortcomings of Social Judgement. Prentice-Hall: Englewood-Cliffs.
Tversky, A. und Kahneman, D. (1971): The Belief in the »Law of Small Numbers«. In: Psychological Bulletin, 76, S. 105–110.
Kahneman (2011): a. a. O., S. 114 ff.
Dawes (1988), a. a. O., S. 83.
Im Jahre 2009 haben sich insgesamt 215 881 nach Angaben des Robert Koch Instituts mit dem Schweinegrippe-Virus infoziert. Das entspricht
rund 0,12 % der Bevölkerung. Daran gestorben sind in 2009 rund 160 Personen.
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23 Der Quotient aus 160 geteilt durch 255 881 û 100 ergibt den Prozentwert 0,07.
24 »Die Neue Influenza dagegen konnte spätestens im November 2009 jeder in seinem persönlichen Umfeld erleben; sie unterscheidet sich kaum
von dem alten Bekannten, der uns alle Jahre wieder als gemeine Grippe plagt«. Aus: Kekule, A. S. (2009): Was wir aus der Schweinegrippe
lernen können? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 52, S. 1–9, hier S. 9 (Internet-Version: http://www.das-parlament.de/2009/52/Beilage/
007.html, zugegriffen am 11. April 2013).
25 »Vor diesem Hintergrund ist in den vergangenen zwei Tagen nicht nur die Nachfrage nach dem Impstoff deutlich gestiegen, auch die Töne der
Impfkritiker werden leiser.« (http://www.fr-online.de/wissenschaft/schweinegrippe-infektionen-interesse-an-der-impfungwaechst,1472788,3142584.html, zugegriffen am 27. Oktober 2013).
26 Anfang Mai 2010 waren in den deutschen Bundesländern noch etwa 28,3 Millionen von insgesamt 34 Millionen beschafften Impfdosen nicht
verwendet (http://de.wikipedia.org/wiki/Pandemie_H1N1_2009/10, zugegriffen am 27. Oktober 2013).
27 Erklärung in Jungermann et al. (1998), a. a. O., S. 178 ff. Viele plastische Beispiele dazu findet man in dem Bestseller von: Silver, N. (2012): The
Signal and the Noise. Why so Many Predictions Fail But Some Don’t. Penguin: London und New York, S. 53 ff. Silver unterscheidet zwischen
Igeln (die sich durch alle Statistiken durchkämpfen) und Füchse, die sich in ihrer Intuition »baden« und meist daneben liegen. Kurzer Überblick
über das Phänomen in: Hoffrage, U. (2004): Overconfidence. In: Pohl, R. (Hrsg.), Cognitive Illusions: A Handbook on Fallacies and Biases in
Thinking, Judgement and Memory. Psychology Press: Hove, UK , S. 235–254.
28 Svenson O. (1981): Are We All Less Risky Drivers and More Skillful Than Our Fellow Drivers?« In: Acta Psychologica, 47, 143–148. »Such
overconfidence has been observed in drivers from Australia (Cairney, 1982; Job, 1990), the United States (Svensen, Fischoff, and MacGregor,
1985), Canada (Matthewsand Moran, 1986), Britain (Groeger and Brown, 1989), Sweden (Svenson, 1981), Finland(Näätänen and Summala,
1974), Germany (Sivak, Soler, and Tränkle, 1989a), Spain (Sivak et al., 1989a), Brazil (Sivak et al., 1989), New Zealand (Mc-Cormick et al.,
1986), and France (Delhomme, 1991)«. Aus: Sandroni A. and F. Squintani (2004): A Survey on Overconfidence, Insurance and Self-Assessment
Training Programs. Mimeo, Kellogg School of Management: Evanston, USA , S. 3. Ich habe hier darauf verzichtet, alle Literaturhinweise im
Einzelnen aufzuführen, die Hinweise reuchen wohl aus, um zu zeigen, dass wir es hier mit einem sicherlich in unserem Kulturkreis weit
verbreiteten Phänomen zu tun haben.
29 Thaler and Sunstein (2012), a. a. O., S. 51 f.
30 Kalat, J. W. (2011): Introduction to Psychology. Wadsworth: Belmont, USA , S. 290.
31 Mit mehr Information steigt oft die ungerechtfertigte Sicherheit bei Operateuren an. Ein interessantes Experiment dazu: »One group of
subjects was given only procedural knowledge and operation instructions. A second group received, in addition, detailed information on the
structure and transfer functions of the system. Enhanced knowledge was harmful to performance in the early encounters with malfunctions.
Subjects took more risks and misjudged their ability to cope with problems. Only with extended experience, augmented knowledge was
beneficial to performance«. Aus: Gopher, D. (1993): The Effect of Knowledge Levels on Operators Response to Malfunctions and Technical
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Problems in the System. In: Systems. Man and Cybernetics 1993. Proceedings of the Conference: Systems Engineering in the Service of
Humans. Vol. 1, S. 185–190, hier S. 185.
Marples, D. R. (1988): The Social Impact of the Chernobyl Disaster St. Martin’s Press: New York, S. 13.
Kahneman (2011), a. a. O., S. 304–305.
Slovic, P.; Finucane, M. L.; Peters, E. und MacGregor, D. (2004): Risk as Analysis and Risk as Feelings: Some Thoughts about Affect, Reason,
Risk and Rationality. In: Risk Analysis, 24, S. 311–322. Siehe auch: Slovic, S. and Slovic, P. (2010): Numbers and Nerves: Toward an Affective
Apprehension of Environmental Risk. In: Slovic, P. (Hrsg.): The Feeling of Risk. Earthscan: London, S. 79–84.
Vgl. die plastischen Beispielen dazu in: Gardner, D. (2009): Risk. The Science and Politics of Fear. Virgin: London, S. 85 ff.; etwas populärer findet
sich der Affekt-Heurismus beschrieben in: Dobelli, R. (2012): Die Kunst des klugen Handelns. Hanser: München, S. 65–67.
»Consiracy theories are an irresistible labor-saving device in the face of complexity«. Zitat von Harvad Professor H. L. Skip, zitiert nach Silver
(2012), a. a. O., S. 417.
Gregory, R., Flynn, J. und Slovic, P. (2001): Technological Stigma. In: Slovic, P. (Hrsg.): The Perception of Risk. Earthscan: London, S. 341–346;
Gregory, R. und Satterfield, T. A. (2002): Beyond Perception: The Experience of Risk and Stigma in Community Contexts. Risk Analysis, 22 (2),
S. 347–358.
Slovic, P.; Layman, M.; Kraus, N.; Flynn, J.; Chalmers, J. und Gesell, G. (1991): Perceived Risk, Stigma, and Potential Economic Impacts of
A High-Level Nuclear Waste Repository in Nevada. In: Risk Analysis, 11 (4), S. 683–696; sowie Kasperson, R. E., Jhaveri, N. and Kasperson,
J. X. (2001): Stigma and the Social Amplification of Risk: Toward a Framework of Analysis. In: J. Flynn, P. Slovic und H. Kunreuther (Hrsg.)
Risk, Media and Stigma. Earthscan: London, S. 9–27.
Zwick, M. M. (2005): Risk as Perceived by the German Public – Pervasive Risks and »Switching« Risks. In: Journal of Risk Research, 8 (6),
S. 481–498.
Kasperson, R., Renn, O., Slovic, P., Brown, H., Emel, J., Goble, R., Kasperson, J. X. and Ratick, S. (1988): The Social Amplification of Risk.
A Conceptual Framework. In: Risk Analysis, 8 (2), S. 177–187. Sowie: Renn, O., Burns, W., Kasperson, R. E., Kasperson, J. X. and Slovic, P.
(1992): The Social Amplification of Risk: Theoretical Foundations and Empirical Application. In: Social Issues, Special Issue: Public Responses to
Environmental Hazards, 48 (4), S. 137–160.
http://www.dailymail.co.uk/health/article-7922/Christmas-Days-CJD -message.html#axzz2Jfbjx0Kh, zugegriffen am 11. April 2013.
Schmuck, M. (2010): Redaktionen im Viruswahn. In: Message, 1, S. 24–27, hier 25.
Gigerenzer, G. (2009): Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. Bertelsmann: München, S. 64 ff.
Ebenda, S. 17 ff.
Ebenda, S. 35 ff.
Silver (2012), a. a. O. S. 185 ff.
Sinn und Beziehung
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47 Kahneman (2012), a. a. O., S. 74 ff.
48 Kahneman spricht hier von »illusory correlations«. Ebenda, S. 426–427.
6 Sinn und Beziehung
1 Vgl. dazu die Ausführungen zur biologischen und soziologischen Sichtweise von Gesellschaft: Elias, N. (2009): Was ist Soziologie? 9. Auflage.
Juventa: Weinheim und München, S. 116 ff. Grundlegend dazu: Schütz, A. (1981): Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt. Eine Einleitung in
die verstehende Soziologie. Suhrkamp: Frankfurt am Main (ursprünglich 1932).
2 Hier verfolgen wir einen funktionalen Ansatz in der Soziologie, bei dem Lebensgemeinschaften ebenso wie Gesellschaften wichtige
Grundfunktionen übernehmen, die für das Überleben und Wohlergehen der Mitglieder in diesen Sozietäten unabdingbar sind. Nach Talcott
Parsons sind es die vier Funktionen: Produktion (Reproduktion), Ordnung, Beziehung und Sinn. In diesem Kapitel beschäftigen wir uns nur mit
Sinn und Beziehung. Vgl. Parsons, T. (1951): The Social System. Free Press. Glencoe, UK ; sowie: Parsons, T. (1960): Pattern Variables Revisited.
In. American Sociological Review, 25: 467–483. Als Sekundärliteratur: Henecke, H.-P. (1994): Grundkurs Soziologie. 5. Auflage. Leske +
Budrich: Opladen, S. 125–129. Näheres zur Verbindung von Funktionen und Umgang mit Risiken siehe: Renn, O. (2008): Risk Governance.
Coping with Uncertainty in a Complex World. Earthscan: London, S. 286 ff.
3 Medicus, G. (2000): Stufen des Erkennens im Verlauf der Stammesgeschichte. In: derselbe: Wie das Neue in die Welt kommt. Phasenübergänge
in Natur und Kultur. WUV-Universitätsverlag: Wien, S. 175–195.
4 Die folgenden Abschnitte sind stark von der Theorie des symbolischen Interaktionismus geprägt. In vielen Lehrbüchern der Soziologie wird
diese Theorie als Gegensatz oder Konkurrenz zu den Rationalen Akteurstheorien bezeichnet, die ich als Ausgangspunkt in den vorigen Kapiteln
gewählt hatte. Wenn man aber eine modifizierte Form des rationalen Verhaltens annimmt, ist das Konzept des symbolischen Interaktionismus
eher eine Ergänzung als eine Konkurrenz zum rationalen Akteursmodell. Menschen handeln intentional und zweckgerichtet, der Zweck ist aber
häufig symbolischer Natur. Ebenso kann die Bewertung der verschiedenen Handlungsoptionen von symbolischen Bewertungen geprägt sein.
Vgl. Rose, A. M. (1973): Systematische Zusammenfassung der Theorie des Symbolischen Interaktinismus. In: H. Hartmann (Hrsg.): Moderne
Amerikanische Soziologie. 2. Auflage. Enke: Stuttgart, S. 226–282. Siehe auch: Junge, M. und Brock, D. (2009). Einleitung. In: Brock, D.; Junge,
M,; Diefenbach, H.; Keller, R. und Villanyi, D. (Hrsg.): Soziologische Paradigmen nach Talcott Parsons. Eine Einführung. VS Verlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 11–16. Vgl. auch unseren Band: Jaeger, C. C.; Renn, O.; Rosa, E. A. und Webler, T. (2001): Risk,
Uncertainty and Rational Action. Earthscan: London, S. 258 ff.
5 Vgl. Kappeler, P. (2012): Verhaltensbiologie. 8. Auflage. Springer: Heidelberg, S. 75 und 519 ff. Vorläufer dazu: Lorenz, K. (1978): Vergleichende
Verhaltensforschung. Springer: Wien.
Sinn und Beziehung
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6 Siehe beispielsweise für Schimpansen: Galluo, G. (1970): Chimpanzees: Self-recognition. In: Science, 167: 86–87.
7 Medicus, G. (1987): Psychologie und evolutionäre Theorie. In: R. Riedl und E. M. Bonet (Hrsg.): Entwicklung der Evolutionären
Erkenntnistheorie. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei: Wien, S. 99–111.
8 Berger und Luckmann (2012), a. a. O., S. 49 ff.
9 Berger und Luckmann (2012), a. a. O., S. 23 f. Die Rolle von intuitiven Modellen und Narrativen lässt sich gut bei der Frage der Wahrnehmung
der Klimarisiken aufzeigen. Siehe: Helgeson, J.; van der Linden, S.; I. Chabay, I. (2013): The Role of Knowledge, Learning and Mental Models in
Public Perceptions of Climate Change Related Risks. In: A. Wals und P. B. Corcoran (Hrsg.): Learning for Sustainability in Times of Accelerating
Change. Academic Publishers: Wageningen, Niederlande.
10 Vgl. dazu: Randow, G. von (2004): Das Ziegenproblem. Denken in Wahrscheinlichkeiten. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Reinbek bei Hamburg,
S. 102 ff. Sowie: Silver, N. (2012): The Signal and the Noise. Why so Many Predictions Fail But Some Don’t. Penguin Press: New York, S. 185 f.
11 Zum Beispiel bei Thaler, R. H. und Sunstein, C. R. (2012): Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt. 2. Auflage. Ullstein: Berlin, S. 44 ff.
Oder bei: Kahneman, D. (2011): Thinking Fast and Slow. Penguine: New York, S. 50 ff.
12 Garfinkel, H. (1984): Studies in Ethnomethodology. Polity Press/Blackwell Publishing: Malden, USA , S. 79 ff. Siehe dazu auch: Kirby, M.; Kidd,
W.; Koubel, F.; Barker, J.; Hope, T.; Kirton, A.; Madry, N.; Manning, P. und Triggs, K. (2000): Sociology in Perspective. Heinemann: Oxford, UK ,
S. 538.
13 Kahneman (2011), a. a. O., S. 51
14 Zu Plausibilität siehe ebenda S. 79 ff.; zu Glaubwürdigkeit: Poortinga, W. und Pidgeon, N. F. (2003): Exploring the Dimensionality of Trust in
Risk Regulation. In: Risk Analysis, 23: 961–972 sowie Siegrist, M. und Roth, C. (2000): Salient Value Similarity, Social Trust and Risk/Benefit
Perception. In: Risk Analysis, 20 (3): 353–362.
15 Earle, T. C. und Cvetkovich, G. T. (1999): Social Trust and Culture in Risk Management. In: G. T. Cvetkovich und R. Löfstedt (Hrsg.): Social Trust
and the Management of Risk. Earthscan: London, S. 9–21.
16 Dies wird in der Literatur häufig als global or local fit bezeichnet: Siehe Nickerson, R. S. (2008): Aspects of Rationality. Reflections on What It
Means To Be Rational and Whether We Are. Taylor and Francis: New York, S. 274 ff.
17 Shatkin, J. A. (2013): Defining Risk Assessment and How It Is Used for Environmental Protection, and Its Potential Risk for Managing
Nanotechnology Risk. In: dieselbe (Hrsg.): Nantechnology. Health and Environmental Risks, CRC Press, Taylor und Francis: Boca Raton, S. 54.
18 Pleus, R. C. (2013): The State of the Science: Human Health, Toxicology, and Nanotechnology Risks. In: J. A. Shatkin, a. a. O., S. 79–116, hier
96 f.
19 Clark, W. C. (1978): Witches, Floods and Wonder Drugs: Historical Perspectives on Risk Management. In: R. C. Schwing und W. A. Albers
(Hrsg.): Societal Risk Assessment: How Safe Is Safe Enough?, Plenum: New York, S. 287–311.
20 http://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Mutterkorn/mutterkorn.html, zugegriffen am 11. April 2013
Sinn und Beziehung
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21 Zitiert nach: Peetz, H. (1983): Leben ohne Chemie? Streifzüge durch eine faszinierende Wissenschaft. Meyster: München, S. 74.
22 Ebenda, S. 75.
23 »Lebensmittel mit Rückständen bis zum festgesetzten Rückstandshöchstgehalt eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffes stellen kein Risiko für
Verbraucher dar, weder beim kurzzeitigen Verzehr großer Mengen noch beim lebenslangen Verzehr mittlerer Mengen des betreffenden
Lebensmittels. Aus: Epp A.; Michalski, B.; Banasiak, U. und Fleur-Böl, G. (2010):Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln. Die
Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung – Ein Ergebnisbericht. BfR-Wissenschaft 07/2010. BfR: Berlin, S. 10.
24 Klassisch dazu: Homans, G. C. A. (1974): Social Behavior. Revised Edition. Harcourt-Brace: New York.
25 Die Doppelfunktion von Sozialisation als Einbindung eines Individuums in die umgebende Kultur aber auch als Ermöglichung der Ausbildung
einer eigenen Identität ist das Hauptmotiv des Sozialpsychologen George Herbert Mead. Mead, G. H. 1980: Die soziale Identität. In: ders.:
Gesammelte Aufsätze, Band 1, Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 241–249. Empfehlenswert ist auch sein Buch: Mead, G. H. (1973): Geist,
Identität und Gesellschaft. Bearbeiter: C. W. Moris. Suhrkamp: Frankfurt am Main (englisches Original 1934).
26 Vgl. dazu die grundlegenden Ausführungen bei Honneth, A. (2010): Das Ich im Wir. Studien zur Anerkennungstheorie. Suhrkamp: Frankfurt
am Main, hier vor allem S. 261 ff. Ebenfalls lesenswert: Honneth, A. (2003): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer
Konflikte. Suhrkamp: Frankfurt am Main.
27 Lamnek, S. (2007): Theorien abweichenden Verhaltens. Band 1: Klassische Theorien. 8. Auflage. Fink, UTB Taschenbuch: München, hier vor
allem, S. 152 ff.
28 Dieses Experiment wurde in ähnlicher Form entworfen und erstmals durchgeführt von: Asch, S. E. (1951): Effects of Group Pressure on the
Modification and Distortion of Judgments. In: H. Guetzkow (Hrsg.): Groups, Leadership and Men. Carnegie Press: Pittsburgh, USA ,
S. 177–190.
29 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer: (2010) Placebo in der Medizin. In: Deutsches Ärzteblatt, 107, S. 28–29. Zur Erklärung der
Wirksamkeit des Placeboeffektes gibt es zwei Hypothesen: Gemäß dem assoziativen Ansatz sind Placeboeffekte das Resultat einer meist
unbewussten Lernerfahrung. Diese Lernerfahrung besteht in der Konditionierung auf eine bestimmte psychische oder physische Reaktion, die
mit der Gabe eines Placebos assoziiert ist. Nach dem mentalistischen Ansatz ist der Placeboeffekt ein Erwartungseffekt. Allgemein geht man
dabei von einem positiven linearen Zusammenhang der Höhe der Erwartung und des Effekts aus. Im Gegensatz zum Placeboeffekt beschreibt
der Noceboeffekt im heutigen medizinwissenschaftlichen Sprachgebrauch das Auftreten von negativen Wirkungen einer Behandlung, die nicht
auf einen pharmakologischen Effekt der Wirk- oder Hilfsstoffe zurückzuführen sind. Aus: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/
index.php?id=34527, zugegriffen am 11. April 2013. Vgl auch: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Dossier-Noceboeffekt, zugegriffen am
11. April 2013.
30 Die Placebowirkung ist keine Einbildung. Placebos bewirken im Körper messbare Veränderungen. Wie stark Erwartung und Vertrauen die
Genesung beeinflussen, zeigt eine der wenigen verblüffenden Experimente mit Scheinoperationen aus den USA . 120 Patienten mit leichter
Sinn und Beziehung
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Kniearthrose hatten sich darauf eingelassen. Ihnen wurde entweder tatsächlich oder nur zum Schein das kranke Knie operiert. Das Abspielen
eines Videobandes machte Ihnen die OP genauso glaubhaft wie ein paar sichtbare Einschnitte auf der Haut. Die Befragung aller Patienten nach
2 Jahren ergab eine 90 prozentige Zufriedenheit mit dem Ergebnis. Zudem klagten die tatsächlich operierten Patienten häufiger über
Schmerzen. Aus: http://www.portalgesund.de/placebo_effekt.php, zugegriffen am 11. April 2013.
Temoshok, L. (1987): Personality, Coping Style, Emotion and Cancer: Towards an Integrative Model. In: Cancer Surveys, 6: 545–567, siehe auch
Teil 1 dieses Buches.
Enck, P.; Zipfel, S. und Klosterhelfen, S. (2009): Der Placebo Effekt in der Medizin. Bundesgesundheitsblatt – GesundheitsforschungGesundheitsschutz. 52 (6): 635–642. Für die Wirksamkeit bei Schmerzen siehe: Jensen, K. B., Kaptchuk, T. J.; Kirsch, I.; Raicek, J.; Lindstrom,
K. M.; Berna, C.; Gollub, R. L.; Ingvar; M. und Kong, J. (2012): Nonconscious Activation of Placebo and Nocebo Pain Responses. In: Proceedings
of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS ), 109 (39), S. 15 959–15 964.
Wie man die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden am besten messen kann, ist umstritten. Aber auch hier haben sich Doppelblindversuche
bewährt, weil sie so angelegt sein können, dass wichtige Kontextfaktoren (wie Zeitspanne für das Gespräch mit dem Arzt) konstant gehalten
werden können. Vgl. zur Akupunktur: Irnich, D. (2000): Anforderungen, Möglichkeiten und Grenzen der Evidenz-basierten
Akupunkturevaluation. In: Deutsche Zeitschrift für Akupunktur, 43 (2), S. 117–125.
Köteles, F., Szemerszky, R., Freyler, A. und Bárdos, G. (2011). Somatosensory Amplification as a Possible Source of Subjective Symptoms
Behind Modern Health Worries. In: Scandinavian Journal of Psychology 52: 174–178.
Im Teil I hatten wir dies am Beispiel der posttraumatischen Belastungsstörung illustriert.
Zitat aus: http://www.welt.de/gesundheit/article107643255/Die-unheimliche-Macht-eines-boesen-Zwillingsbruders.html, zugegriffen am
11. April 2013.
Am besten untersucht ist der Effekt im Zusammenhang mit Schmerz. Anfang 2011 haben deutsche und britische Wissenschaftler studiert, wie
der Noceboschmerz im Gehirn verarbeitet wird. Dazu schoben sie Testpersonen in einen Kernspintomografen und beobachteten, was im Gehirn
vor sich geht, während sie ihnen eine heiße Platte auf die Füße legten. Zum Schutz hatten die Probanden ein Schmerzmittel bekommen. Nach
einer Weile behaupteten die Forscher, dass die Wirkung des Mittels nun nachlasse. Prompt beurteilten die Testpersonen dieselbe Temperatur als
schmerzhafter. Die Bilder aus dem Hirnscan zeigten: Das war keine Einbildung. Das Schmerzzentrum im Gehirn war aktiver, sobald die
Menschen mit mehr Schmerz rechneten. Aus: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Dossier-Noceboeffekt, zugegriffen am 11. April 2013.
Park, C. L. and Folkman, S. (1997): Meaning in the Context of Stress and Coping. In: Review of General Psychology, 30: 115–144; siehe auch:
Heine, S. J., Proulx, T. and Vohs, K. D. (2006). The Meaning Maintenance Model: On the Coherence of Social Motivations. In: Personality and
Social Psychology Review, 10: 88–110.
Eagly, A. H. and Chaiken, S. (1995): Attitude Strength, Attitude Structure, and Resistance to Change. In: Petty, R. E. und Krosnick, J. A. (Hrsg.):
Attitude Strength: Antecedents and Consequences, Vol. 4. Erlbaum: Mahwah, USA ; S. 413–432.
Sinn und Beziehung
106
40 Diese Theorie gehört zu den wirkmächtigsten in der Sozialpsychologie. Sie geht auf den Psychologen Leon Festinger zurück: Festinger, L.
(1957): A Theory of Cognitive Dissonance. Stanford University Press. Stanford, USA . Vgl. auch: Beckmann, J. (1984): Kognitive Dissonanz –
eine handlungstheoretische Perspektive. Springer: Berlin. Eine populärwissenschaftliche Beschreibung der Kognitiven Dissonanz findet sich in
dem Buch: C. Tavris, C. und E. Aronson, E. (2010): Ich habe recht, auch wenn ich mich irre: Warum wir fragwürdige Überzeugungen, schlechte
Entscheidungen und verletzendes Handeln rechtfertigen. Riemann Verlag: München 2010, hier S. 25 ff.
41 Die zentralen Strategien der Abwehr, der Anpassung der Informationen an unsere Voreinstellungen (wir meinen ja eigentlich das gleiche),
des Herunterspielens der Relevanz der Dissonanz und der Isolierung des Widerspruchs als Ausnahme von der Regel sind experimentell
gut beschrieben in: Ahluwalia, R (2000): Psychological Processes Uncerlying Resistance to Persuasion. Journal of Consumer Research, 27:
217–232.
42 Diese Einsicht verdanken wir der Self-Affirmation Theorie. Siehe dazu: Steele, C. (1988): The Psychology of Self-Affirmation: Sustaining the
Integrity of the Self. In L. Berkowitz (Hrsg.): Advances in Experimental Social Psychology, Band 21. Academic Press: San Diego, USA ,
S. 181–227.
43 Lazarus, R. S. (1983): The Costs and Benefits of Denial. In: S. Breznitz (Hrsg.): The Denial of Stress. International Universities Press: Madison,
USA , S. 1–36.
44 McGuire, W. J. und Papaoeorois, D. (1961): The Relative Efficacy of Various Types of Prior Belief Defense in Producing Immunity Against
Persuasion. In: Journal of Abnomal and Social Psychology, 62: 327–337.
45 Aronson, E.; Turner, J. und Carlsmith, J. M.; Merrill, C. J. (1963): Communicator Credibility and Communication Discrepanices as
Determinants of Opionion Change. In: Journal of Abnormal and Social Psychology, 67: 31–36.
46 Cohen, G. L., Aronson, J., und Steele, C. M. (2000). When Beliefs Yield to Evidence: Reducing Biased Evaluation by Affirming the Self. In:
Personality and Social Psychology Bulletin, 26 (9): 1151–1164.
47 Adam, J. S. (1961): Reduction of Cognitive Dissonance by Seeking Consonant Information. In: The Journal of Abnormal and Social Psychology,
62 (1): 74–78.
48 Aronson et al (1963), a. a. O., S. 32. Vielfach ist Gaubwürdigkeit der Quelle aber auch nur ein Moderator in der Beziehung zwischen der Stärke
der eigenen Involviertheit und der Überzeugungskraft der Botschaft.
49 Breakwell, G. M. (2007): The Psychology of Risk. Cambridge University Press. Cambridge, UK , S. 140 f.
50 Für diesen Hinweis bin ich meiner Frau Regina Renn dankbar, da sie als Psychoanalytikerin tagtäglich mit Phänomenen wie diesen zu tun hat.
Einen Versuch, die Risikodiskussion über die Kernenergie psychoanalytisch nach C. G. Jung zu deuten, ist das Buch von Wünschmann, A.
(1984): Unbewusst dagegen?! Die Kontroverse um Atomkraft und Technik. 3. Auflage. Bonn Aktuell: Bonn, hier vor allem S. 31–58.
51 Vgl. Freud, S. (1989): Die Psychologie des Unbewussten. Studienausgabe Band 3. Aufsätze Die Verneinung (1925) und die Ichabspaltung im
Abwehrvorgang (1940). Fischer: Frankfurt am Main.
Die Medien sind an allem schuld – wirklich?
107
52 Schüz, B.; Schüz, N. und Todorovic, T. (2011): … aber ich kann etwas anderes gut! – Wie Selbstbestätigung hilft Unangenehmes zu akzeptieren.
In: In Mind Magazine, 1 online: http://de.inmind-magazine.org/article/aber-ich-kann-etwas-anderes-gut-wie-selbstbestaetigunghilft-unangenehmes-zu-akzeptieren, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
53 Für Gerhard Hüther entspricht dies der höchsten Stufe auf der Stufenleiter der Wahrnehmung. Vgl. Hüther, G. (2001): Bedienungsanleitung
für ein menschliches Gehirn. Vadenhoeck und Ruprecht: Göttingen, S. 115 f.
7 Die Medien sind an allem schuld – wirklich?
1 Schulz, W. (1976): Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien. Analyse der aktuellen Berichterstattung. Alber: Freiburg und
München. Sowie: Vgl. Schmidt, S. J. (2000): Medien – die alltäglichen Instrumente der Wirklichkeitskonstruktion. In: H. R. Fischer und
S. J. Schmidt (Hrsg.): Wirklichkeit und Welterzeugung. Carl-Auer-Verlag: Heidelberg, S. 77–84.
2 Röglin, H.-C. (1994): Technikängste und wie man damit umgeht. VDI Verlag: Düsseldorf, S. 30.
3 Schmidt, S. J. und Weischenberg, S. (1994): Medieengattungen, Berichterstattungsmuster, Darstellungsformen. In: K. Merten, S. J. Schmidt und
S. Weischenberg (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Westdeutscher Verlag: Opladen,
S. 212–235, hier S. 225 ff. Siehe dazu grundlegend den Sammelband von: Schweiger, W. und Fahr, A. (Hrsg.) (2013): Handbuch
Medienwirkungsforschung. Springer: Heidelberg. Eine kurze allgemeine Einführung in die Kommunikationswissenschaften allgemein findet
man in: Altendorfer, O. (2009): Einführung in die Kommunikationswissenschaft. In: Altendorfer, O. und Hilmer, L. (Hrsg.):
Medienmanagement. Band 1. Springer: Berlin, S. 167–195.
4 Für die folgenden Ausführungen orientierte ich mich stark an dem Sammelband von: Bonfadelli, H.; Jarren, O.; Siegert, G. (Hrsg.) (2010):
Einführung in die Publizistikwissenschaft. 3. Auflage. Haupt: Bern, vor allem die Kapitel 4–6.
5 Speziell zu Risiken siehe: Peters, H.-P. (1994): Risikokommunikation in den Medien. In: Merten et al., a. a. O., S. 329–351, hier 330 ff. Sowie:
Dunwoody, S. (1992): The Media and Public Perception of Risk: How Journalists Frame Risk Stories. In: D. W. Bromley und K. Segerson (Hrsg.):
The Social Response to Environmental Risk Policy Formulation in an Age of Uncertainty. Kluwer: Dordrecht und Boston, USA , S. 75–100, hier
78.
6 Marcinkowski; F. und Marr, M. (2010): Medieninhalte und Medieninhaltsforschung. In: Bonfadelli et al., a. a. O., S. 477–518.
7 Kepplinger, H. M. (2011): Der prognostische Gehalt der Nachrichtenwerttheorie. In: H. M. Kepplinger: Journalismus als Beruf. VSVerlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 77–99, hier S. 78 ff.
8 Schanne, M. (1996): Bausteine zu einer Theorie der Risiko-Kommunikation in publizistischen Medien. In: W. A. Meier und M. Schanne (Hrsg.):
Gesellschaftliche Risiken in den Medien. Seismo-Verlag: Zürich, S. 207–226.
Die Medien sind an allem schuld – wirklich?
108
9 Rössler, P. (1997): Agenda-Setting. Theoretische Annahmen und empirische Evidenzen einer Medienwirkungshypothese. Westdeutscher
Verlag: Opladen. Speziell für Risiken: Sood, R.; Stockdale, G. und Rogers E. M. (1987): How the News Media Operate in Natural Disasters. In:
Communication, 37 (3): 27–41.
10 Kepplinger, H. M. (2011), a. a. O. S. 79; Siehe dazu auch die Aufstellung von Selektionsmechanismen in: Breakwell (2007), a. a. O., S. 156 ff.
11 Kolb, S. (2005): Mediale Thematisierung in Zyklen. Theoretischer Entwurf und empirische Anwendung. Herbert von Halem: Köln, hier vor
allem, S. 121 ff. Die Aufmerksamkeitszyklen gehen auf den klassischen Aufsatz von Downs zurück: Downs, A. (1972): »Up and Down with
Ecology – The ›Issue-Attention Cycle.‹« In: The Public Interest, 28: 38–50.
12 Breakwell (2007), a. a. O., S. 158.
13 Mazur, A. (1984): The Journalist and Technology: Reporting about Love Canal and Three Mile Island. In: Minerva, 22: 45–66.
14 Cobb, R. W. und Primo, M. (2003): The Plane Truth: Airline Crashes, the Media, and Transportation Policy. The Brookings Institution:
Washington, D. C.
15 Siegert; G.; Meier, W. A.: und Trappel, J. (2010): Auswirkungen der Ökonomisierung auf Medien und Inhalte. In: Bonfadelli et al., a. a. O.,
S. 519–547.
16 Der Filmemacher Michael Born jubelte Jauchs »Stern TV «-Redaktion als freier Mitarbeiter von 1992 bis 1994 gefälschte Filme unter. Mal
sendete das Fernsehmagazin ein angebliches Ku-Klux-Klan-Treffen in der Eifel, das Born mit Freunden inszeniert hatte. Ein anderes Mal ließ
der Fälscher angebliche Kindersklaven in Indien für Ikea Teppiche knüpfen. http://www.focus.de/panorama/vermischtes/medienskandale-erstsensation-dann-skandal-zu-was-journalistische-schlamperei-fuehren-kann_aid_297175.html, zugegriffen am 11. April 2013.
17 Guggenberger, B. (1987): Die Grenzen des Gehorsams. Widerstandsrecht und atomares Zäsurbewußtsein. In: R. Roth und D. Rucht (Hrsg.):
Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Campus: Frankfurt am Main, S. 327–343, hier S. 330 f.
18 Peters, H. P. (1990): Technik-Kommunikation: Kernenergie. In: H. Jungermann, B. Rohrmann und P. M. Wiedemann (Hrsg.):
Technik-Konzepte, Technik-Konflikte, Technik-Kommunikation. Monographien des Forschungszentrums Jülich, Band 3. Jülich, S. 59–148.
19 Vreese, C. H. de (2012): New Avenues for Framing Research. In: American Behavioral Scientist, 56: 365–375. Vgl. auch: Price, V.; Tewksbury, D.
und Powers, E. (1997): Switching Trains of Thought: The Impact of News Frames on Readers’ Cognitive Responses. In: Communication
Research, 24, (2), S. 481–506.
20 Adams, W. C. (1986): Whose Lives Count? TV Coverage of Natural Disasters. In: Communication, 36 (2): 113 122.
21 Breakwell (2007), a. a. O., S. 156.
22 Rubin, D. M., (1987): How the News Media Reported on Three Mile Island and Chernobyl. In: Communication, 37 (3): 42–57.
23 Peltu, M. (1985): The Role of Communications Media. In: H. Otway and M. Peltu (Hrsg.): Regulating Industrial Risks. Butterworth: London,
S. 128–148 sowie Dunwoody, S. and Peters, H. P. (1992): Mass Media Coverage of Technological and Environmental Risks: A Survey of
Research in the United States and Germany. In: Public Understanding of Science, 1 (2):199–230.
Lost im »virtual space«: die dritte Wirklichkeit
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24 Weingart, P. und Pansegrau, P. (1997): Von der Hypothese zur Katastrophe – die Verarbeitung wissenschaftlicher Unsicherheit in den Medien.
In: ZiF-Mitteilungen, 2:25–32. Sowie: Peters, H. P. (1991): Durch Risikokommunikation zur Technikakzeptanz? Die Konstruktion von Risiko
›wirklichkeiten‹ durch Experten, Gegenexperten und Öffentlichkeit. In: J. Krüger and St. RußMohl (Hrsg.): Risikokommunikation. Edition
Sigma: Berlin, S. 11–67.
25 Renn, O. (2008): Risk Governance. Coping with Uncertainty in a Complex World. Earthscan: London, S. 129.
26 Röglin, H.-C. (1994): Technikängste und wie man damit umgeht. VDI Verlag: Düsseldorf, S. 24. Fallbeispiel in: Sharlin, H. I. (1987):
Macro-Risks, Micro-Risks, and the Media: The EDB Case. In: V. T. Covello und B. B. Johnson (Hrsg.): The Social and Cultural Construction of
Risk. Reidel: Dordrecht, S. 183–197.
27 Berthod, O., Müller-Seitz, G., Sydow, J. (2012): Über Risiken hinaus? Interorganisationale Antworten auf Unsicherheit am Beispiel des
EHEC -Ausbruchs 2011. In: Führung + Organisation, 81 (4): 230–236.
28 Breakwell, G. M. und Barnett, J. (2001): The Impact of Social Amplification on Risk Communication. Research Report 322/2001. HSE Books:
Sudbury, UK .
29 Wilkins, L. und Patterson, P. (1987): Risk Analysis and the Construction of News. In: Communication, 37, (3): 80–92.
30 Dies wird vor allem von der Framing Theorie der Medienwirkungsforschung aufgegriffen. Vgl. dazu allgemein: Bonfadelli, H.; Friemel, T. N.
und Wirth, W. (2010): Medienwirkungsforschung. In: Bonfadelli et al., a. a. O., S. 609–690, hier S. 634 ff.
31 Dieser sog. Dritt-Person-Effekt (Third Person Effect) ist eines der empirisch best gesicherten Ergebnisse der internationalen Medienforschung.
Siehe dazu: Tsfati, Y. und Cohen, J. (2013): Perceptions of Media and Media Effects. The Third-Person Effect, Trust in Media, and Hostile Media
Perceptions. In: A. N. Valdivia und E. Scharrer (Hrsg.): The International Encyclopedia of Media Studies: Media Effects/Media Psychology.
1. Auflage. Blackwell: London, noch ohne Seitenangabe.
32 Hier werde ich keinen Beleg anführen! Natürlich gibt es viele, die dies so sehen wie ich, aber jetzt bringe ich bewusst auch meine Deutung der
Situation ins Spiel. Andere Deutungen sind auch möglich, erscheinen mir aber wenig lebensnah und plausibel. Aber wie brüchig Plausibilität
ist, habe ich ja im letzten Kapitel aufgeführt. So bleibt nur die Hoffnung, dass Sie meine Argumentationskette schlüssig finden.
8 Lost im »virtual space«: die dritte Wirklichkeit
1 http://nisee.berkeley.edu/loma_prieta/comerio.html, zugegriffen am 11. April 2013.
2 Tierney, K. J. (1991): Emergency Medical Care Aspects of the Loma Prieta Earthquake. Paper#161. Disaster Research Center. University of
Deleware: Newark, USA , S. 1.
3 http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/states/events/1989_10_18.php, zugegriffen am 19. April 2013.
Lost im »virtual space«: die dritte Wirklichkeit
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4 Tierney (1991), a. a. O., S. 2
5 http://nisee.berkeley.edu/loma_prieta/comerio.html, zugegriffen am 19. April 2013.
6 Siehe für Watsonville und San Francisco: Comiereo, M. C. (1998): Hazrads Mitigation and Housing Recovery: Watsonville and San Francisco
One Year Later. In: US Geological Survey (Hrsg.): The Lorna Prieta, California, Earthquake of October 17, 1989-Recovery, Mitigation, and
Reconstruction. Editor: J. M. Nigg. Paper 1553. United States Government Printing Office, Washington D. C, S. 32.
7 Einführungen dazu: Biocca, F.; Kim, T. und Levy, M. (1995): The Vision of Virtual Reality. In: F. Biocca und M. Levy (Hrsg):. Communication in
the Age of Virtual Reality Lawrence Erlbaum Associates: Hillsdale, USA, S. 3–14; sowie. Benedikt, M. (1991): Cyberspace: Some Proposals. In:
M. Benedikt: Cyberspace: First Steps. MIT Press: Cambridge, USA, S. 119–224. Eine Einführung in Deutscher Sprache zu diesem Thema bietet;
Krämer, S. (1998): Medien, Computer, Realität: Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien. Suhrkamp: Frankfurt am Main. Eine kritische
Bewertung der Virualisierung unserer Lebenswelt findet sich in dem Bestseller von Schirrmacher, F. (2013): EGO. Das Spiel des Lebens.
Blessing: München, S. 236 f.
8 Vgl. Bühl, A. (1997): Die virtuelle Gesellschaft: Ökonomie, Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace. In: Gräf, L. und Krajewski, M.
(Hrsg.): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen Web-Werk. Campus: Frankfurt am Main, S. 39–59, hier S. 56 und 57. Allgemein
dazu: Ellis, S. R. (1993): Pictorial Communication: Pictures and the Synthetic Universe. In: S. R. Ellis (Hrsg.), Pictorial Communication in
Virtual and Real Environments. Zweite Auflage. Taylor & Francis.: Washington, D. C., S. 22–40.
9 Westphahl, K. (2007): Täuschend echt – Reflexionen über neue Hör- und Bildräume. In: W.-A. Liebert und T. Metten (Hrsg.): Mit Bildern lügen.
Herbert von Halem Verlag: Köln, S. 141–155. Vgl. auch Pansegrau, P. und Weingart, P. (2004): Von Menschenzüchtern, Weltbeherrschern und
Abenteurern – Die Wissenschaft im Spiegel Hollywoods. In: Forschung an der Universität Bielefeld, 27: 23–30.
10 Schmidt, S. J. (1996): Die Welt der Medien. Grundlagen und Perspektiven der Medienbeobachtung. Vieweg: Wiesbaden, S. 95 ff.
11 Lüthe, R. (2007): Die Wirklichkeit der Bilder. Überlegungen zur Wahrheit bildlicher Darstellung. In: W.-A. Liebert und T. Metten (Hrsg.): Mit
Bildern lügen. Herbert von Halem Verlag: Köln, S. 50–63
12 Laut Wikipedia sind zurzeit der Drucklegung (2013) 12 Länder in Afrika in Kriege oder Bürgerkriege (einschließlich Befreiungskämpfe)
verwickelt. Insgesamt hat Afrika 54 Staaten. Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Konflikte_in_Afrika, zugegriffen am 11. April 2013.
13 Übersicht in: Schenk, M. (1987): Medienwirkungen. J. C. B. Mohr: Tübingen, S. 87 ff.
14 An dieser Stelle geht es nicht um die Frage, ob Gewalt in den Medien die Zuschauer dazu anregt, selbst Gewalttaten auszuüben oder stärker
aggressive Verhaltensweisen zu zeigen. Das ist ein Kapitel für sich. Vielmehr soll hier der Schwerpunkt darauf liegen, wie wir unsere gesellschaftliche Wirklichkeit zunehmend als Abbild der virtuellen Realität wahrnehmen und dabei zu Fehleinschätzungen von Risiken kommen. Zum
Thema: Medien und Gewalt siehe: Zipfel, A. und Kunczik, M. (2004): Gewalt und Massenmedien: Ein Überblick über die Theorien und Befunde der
Medienwirkungsforschung. In: Walter, M.; Kania, H.; und Albrecht, H.-J. (Hrsg.): Alltagsvorstellungen von Kriminalität. Lit Verlag: Münster, S,
119–136. Sowie: Krebs, D. (1994): Gewalt und Pornographie im Fernsehen. Verführung oder Therapie? In: Merten et al., a. a. O., S. 352–376.
Lost im »virtual space«: die dritte Wirklichkeit
111
15 http://www.friedenspaedagogik.de/themen/medien_gewalt_in_medien/gewalt_in_den_medien_die_krise_als_dauernachricht/
fiktive_gewalt_und_reale_gewalt_in_den_nachrichten, zugegriffen am 11. April 2013.
16 Müchler, G. (2002): Medien und Gewalt. In: Die politische Meinung, 391, S. 2.
17 Gerbner, G. (2000): Die Kultivierungsperspektive: Medienwirkungen im Zeitalter von Monopolisierung und Globalisierung. In: A. Schorr
(Hrsg.): Publikums- und Wirkungsforschung. Ein Reader. Wiesbaden, S. 101–121. Sowie: Gerbner, G. und Gross, L. (1976): Living With
Television: The Violence Profile. In: Journal of Communication, 26 (2): 173–199. Siehe zu diesem Ansatz auch die kritischen methodologischen
Bemerkungen in: Potter, J. W. (1993): Cultivation Theory and Research. A Conceptual Critique. In: Human Communication Research, 19 (4):
564–601.
18 Siehe dazu auch Bonfadelli et al. (2010), a. a. O., S. 163 ff.
19 Kübler, H.-D. (2003): Kommunikation und Medien. Eine Einführung. Lit Verlag: Münster 2003, hier S. 92.
20 Mehr und mehr Medien haben sich von ihren früheren Trägern – politischen Parteien und Verbänden, Kirchen oder einzelnen
Verlegerfamilien – gelöst und sind zu Unternehmen mit Renditeerwartung geworden. »Dies bedeutet, dass die einst politischen Kriterien der
Auswahl und Interpretation von Ereignissen durch solche abgelöst wurden, die sich an den Aufmerksamkeits- und Unterhaltungsbedürfnissen
der Medienkonsumenten orientieren«, analysiert Imhof. Und Katastrophen seien nun einmal spektakuläre Vorgänge von hohem News-Wert:
»Sie lassen sich ausgezeichnet visualisieren, und sie schaffen Betroffenheit aufseiten des Publikums, die wieder effektvoll bewirtschaftet werden
kann.« Aus: http://www.zeit.de/2008/26/U-Risikowellen, zugegriffen am 11. April.
21 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (1999): Welt im Wandel. Umwelt und Ethik. Sondergutachten
1999. Metropolis: Marburg, S. 91.
22 Zuckerman, H. (1990): The Psychophysiology of Sensation Seeking. Journal of Personality, 58: 313–345
23 Allgemein in: Hüther, G. (2005): Biologie der Angst. Wie aus Stress Gefühle werden. Vandenhoeck and Ruprecht: Göttingen, S. 17 ff.
24 Für alle Extremsportler der Hinweis: Bungee Springen erhöht den Endorphin Spiegel des Menschen um rund 200 % gegenüber dem normalen
Spiegel. Aus: http://theprimalparent.com/2011/08/18/sex-drugs-and-over-exercising-endorphins/, zugegriffen am 11. April 2013.
25 Otto, K.-S.; Nolting, U. und Bässler, C. (2007): Evolutionsmanagement. Hauser: München, S. 171 f.
26 Siehe dazu den Klassiker: van Gennep, A. (1999): Übergangsriten (Les rites de passages). Übersetzt und bearbeitet von K. Schomburg und
S. M. Schomburg-Scherff. Campus: Frankfurt am Main, hier S. 90 ff.
27 »Es besteht kein Zweifel: Als Goethes Briefroman veröffentlicht wurde, löste der darin beschriebene Freitod eine Reihe von Suiziden aus, und
zwar nicht nur in Deutschland, sondern in mehreren europäischen Ländern. Genaue Daten sind natürlich rückblickend nicht mehr
objektivierbar. Einige Wissenschaftler sprechen aber von einer regelrechten ›Suizid-Epidemie‹. Andere warnen vor Übertreibungen. Dass es
›Werther-induzierte Selbsttötungen‹ gab, ist aber nicht zu leugnen. Aus: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/werther.html,
zugegriffen am 11. April 2013.
Prozesse der Risikowahrnehmung
112
28 »Die Gefahr des Verlustes des Dokumentarischen in der virtuellen Gesellschaft ginge in letzter Konsequenz mit dem Verlust der Fähigkeit
einher, zwischen Realität und Virtualität überhaupt unterscheiden zu können«. Aus: Bühl, A. (1997): Die virtuelle Gesellschaft: Ökonomie,
Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace. In: Gräf, L. und Krajewski, M. (Hrsg.): Soziologie des Internet. Handeln im elektronischen
Web-Werk. Campus: Frankfurt am Main, S. 39–59, hier 58.
29 Dazu muss man zusätzlich wissen, dass die freiverkäuflichen Jodtabletten in Deutschland zu niedrig dosiert sind, um als Schutz vor radioaktiver
Jodverseuchung zu helfen.
30 Fischbach, R.(2005): Mythos Netz. Kommunikation jenseits von Raum und Zeit?, Rotpunkt: Zürich.
31 Rammert, W. (1995): Computerwelten: Vollendung der Moderne oder Epochenbruch zur Postmoderne? Soziologische Revue, 18 (1): 39–46.
32 Wie stark die Individualisierung des Suchmodus die Auswahl der Treffer beeinflusst ist in den Fachkreisen noch umstritten. Siehe
http://www.seosweet.de/blog/2011/12/22/individualisierung-von-suchergebnissen/, zugegriffen am 11. April 2013. Wie das folgende Beispiel
aber zeigt, hat es durchaus zu messbare Differenzen zwischen zwei Extremgruppen geführt.
33 Vgl. Löffelholz, M. und Altmeppen, K.-D. (1994): Kommunikation in der Informationsgesellschaft. In: Merten et al., a. a. O., S. 570–591, hier
S. 584 ff. Zum Verlust der Identität siehe auch: Schirrmacher (2013), a. a. O., S. 268.
9 Prozesse der Risikowahrnehmung
1 Scholz, R. W. (2011): Environmental Literacy in Science and Society. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 179; Jungermann H. und
Slovic P. (1993a): Charakteristika individueller Risikowahrnehmung. In: Bayerische Rückversicherung (Hrsg.): Risiko ist ein Konstrukt.
Wahrnehmungen zur Risikowahrnehmung. Knesebeck: München, S. 89–107.
2 An dieser Forschungstradition sind meine Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und ich seit gut vier Jahrzehnten mit theoretischen und empirischen
Arbeiten beteiligt. Übersichten über unsere Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet geben: Renn, O.; Schweizer, P. J.; Dreyer, M. und Klinke, A.
(2007): Risiko. Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit (Oekom: München), S. 77 ff.; Zwick, M. M. und Renn, O. (2002):
Wahrnehmung und Bewertung von Risiken. Ergebnisse des ›Risikosurvey Baden-Württemberg 2001‹. Arbeitsbericht 202. Akademie für
Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg: Stuttgart. Sowie: Renn, O. und Benighaus, C. (2013): Perception of Technological Risk –
Insights from Research and Lessons for Risk Communication and Management. Special Issue of the Journal of Risk Research, 16 (3–4):
293–314.
3 Slovic, P., Fischhoff, B. und Lichtenstein, S. (1982): Why Study Risk Perception? In: Risk Analysis, 2: 83–94, hier 84.
4 Gute Überblicke bieten: Kurzenhäuser, S. und Epp, A. (2009): Wahrnehmung von gesundheitlichen Risiken. In:
Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 52 (12): 1141–1146; Schütz, H. und Wiedemann, P. M. (2003):
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Risikowahrnehmung in der Gesellschaft. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 46 (7): 549–554; Jungermann,
H. und Slovic, P. (1993b): Die Psychologie der Kognition und Evaluation von Risiko. In: G. Bechmann (Hrsg.): Risiko und Gesellschaft.
Grundlagen und Ergebnisse interdisziplinärer Risikoforschung. Westdeutscher Verlag: Opladen, S. 167–207; Boholm, A. (1988): Comparative
Studies of Risk Perception: A Review of Twenty Years of Research. In: Journal of Risk Research, 1 (2):135–163; Breakwell, G. M. (2007), a. a. O.,
S. 12ff; Rohrmann, B. und Renn, O. (2000): Risk Perception Research – an Introduction. In: O. Renn und B. Rohrmann (Hrsg.) Cross-Cultural
Risk Perception: A Survey of Empirical Studies. Kluwer: Dordrecht und Boston, S. 11–54
Vgl. dazu: Marks, I. und Nesse, R. (1994): Fear and Fitness: An Evolutionary Analysis of Anxiety Disorders. Ethology and Sociobiology, 15:
247–261. Siehe auch Gigerenzer (2013), a. a. O., S. 94 ff.
Aus: http://www.fairness-stiftung.de/Stress.htm, zugegriffen am 11. April 2013.
Logische Vorgänge und Abwägungen brauchen Zeit. In Situationen, in denen diese Zeit nicht zur Verfügung steht, reagieren wir mit Reflexen,
die nicht durch das Großhirn, sondern durch das Kleinhirn gesteuert werden. Aus: Rühl, S. (2012): Posttraumatische Belastungsstörungen.
http://www.praxis.ruehlfey.de/dokumente/PTBS.pdf, zugegiffen am 11. April 2013.
»The sequence, originally described by Gray begins with what ethologists call »the freeze response« or »freezing,« … This initial freeze
response is the »stop, look, and listen« action tendency associated with fear. … This initial freeze response is folowed by attempts to flee, then by
attempts to fight; in that order« Aus: Bracha, S. (2004): Freeze, Flight, Fight, Fright, Faint: Adaptionist Persepctives on the Acute Stress
Response Spectrum. In: CNS Spectrum, 9 (9): 679–685, hier S. 679. Siehe auch: Gray J. A. und McNaughton, N. (2007): The Neuropschology of
Anxiety. Oxford University Press. New York, hier S. 94 ff.
Bracha (2004), a. a. O., S. 681.
Rauch, S. L., Whalen, P. J., Shin, L. M., et al. (2000): Exaggerated Amygdala Response to Masked Facial Stimuli in Post-Traumatic Stress
Disorder: A Functional MRI Study. In: Biological Psychiatry, 4: 769–776. Die Versuchsreihe war vor allem darauf ausgerichtet, die Wirksamkeit
von Interventionen zu testen, nicht den Reflex nachzuweisen.
Hatzelmann, E. (2003): Keine Macht dem Stress. 3. Auflage. Koch und Humboldt: Höfen, S. 19.
Siehe Übersicht in: Jungermann und Slovic (1993a), a. a. O., S. 95 sowie Slovic, P. (1992): Perception of Risk: Reflections on the Psychometric
Paradigm. In: S. Krimsky und D. Golding (Hrsg.): Social Theories of Risk. Praeger, Westport, USA , S. 153–178.
Schramme, T. (2002): Natürlichkeit als Wert. In: Analyse und Kritik, 24: 249–271, hier 256–257.
Aven, T. (2011): Quantitative Risk Assessment. The Scientific Platform. Cambridge University Press: Cambridge, UK, S. 22 f. Vgl zum Stellenwert der Experten- und Laienbewertung von Risiken: Bonß, W. (1996): Die Rückkehr der Unsicherheit. Zur gesellschaftstheoretischen Bedeutung
des Risikobegriffes. In: G. Banse (Hrsg.): Risikoforschung zwischen Disziplinarität und Interdisziplinarität. Edition Sigma: Berlin, S. 166–185.
Taylor-Gooby, P. and Zinn, J. O. (2006): Current Directions in Risk Research: New Developments in Psychology and Sociology. In: Risk
Analysis, 26 (2):397–411, hier 402 f. Sowie: Slovic, P. (1987): Perception of Risk. In: Science, 236: 280–285.
Prozesse der Risikowahrnehmung
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16 Die Urteile der Experten korrelieren in der Tat hoch mit den jährlichen Todesfällen (r = 0.92); die Urteile der Laien hingegen korrelieren nur
mäßig mit den Todeshäufigkeiten (r = 0.62, 0.50 und 0.56). Aus: Jungermann, H. (1982): Zur Wahrnehmung und Akzeptierung des Risikos von
Großtechnologien. In: Psychologische Rundschau. 22 (3): 217–238, hier S. 219. Siehe auch: Wiedemann, P. (2010): Vorsorgeprinzip und
Risikoängste. Zur Risikowahrnehmung des Mobilfunks. Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 76 f. Sowie: Pidgeon, N. F.; Hood, C. C.;
Jones, D. K. C.; Turner, B. A.; Gibson, R. (1992); Risk Perception In: Royal Society Study Group (Hrsg.): Risk Analysis, Perception and
Management. The Royal Society: London, S. 89–134, hier S. 90.
17 US Environmental Protection Agency (EPA ) (1987): Unfinished Business: A Comparative Assessment of Environmental Problems. EPA :
Washington, D. C. In dieser Studie wurden Experten und Laien nach ihren Risikoeinschätzungen bei unterschiedlichen Risikoquellen befragt.
Dabei stellte sich heraus, dass die Spitzenplätze bei den Experten für besonders bedrohliche Risiken eher auf den unteren Rängen der von den
Laien wahrgenommenen Risiken lagen und umgekehrt.
18 Otway, H. und von Winterfeldt, D. (1982): Beyond Acceptable Risk: On the Social Acceptability of Technologies, In: Policy Sciences, 14:
247–256.
19 Jaeger et al. (2001), a. a. O., S. 104; Überblick in: Breakwell (2007), a. a. O., S. 31.
20 Jungermann, H. (1982): Zur Wahrnehmung und Akzeptierung des Risikos von Großtechnologien. In: Psychologische Rundschau, 22 (3):
217–238, hier 221 sowie 231.
21 Kahneman (2011), a. a. O., S. 331; siehe auch: Sjöberg, L: (2000), Factors in Risk Perception. In: Risk Analysis, 20 (1), S. 111.
22 In der Wahrnehmungspsychologie wird dieser Teil der Forschung als »Psychometrische Risikoforschung« bezeichnet. Siehe: Slovic, P. (1992):
Perception of Risk: Reflections on the Psychometric Paradigm. In: S. Krimsky und D. Golding (Hg.): Social Theories of Risk. Praeger: Westport,
USA , S. 117 – 152.
23 In der psychologischen Wahrnehmungsforschung werden sie aufgrund des eingesetzten Messverfahrens mit Hilfe von numerischen Skalen als
psychometrische Merkmale der Risikowahrnehmung bezeichnet.
24 Siehe die Sammlung der Aufsätze in dem Sammelband von Renn, O. und Rohrmann, B. (Hrsg.) (2000): Cross-Cultural Risk Perception.
A Survey of Research Results. Kluwer: Dordrecht und New York. Sowie: Rosa, E. A. und Matsuda, N. (2005): Risk Perceptions in the Risk
Society: The Cognitive Architecture of Risk Between Americans and Japanese. In: Y. Murakami, N. Kawamura and S. Chiba (Hrsg.): Peace,
Security and Kyosei. Washington State University Press: Pullman, USA , S. 113–130.
25 Ähnliche Listen in: Homburg, A. und Matthes, E. (1998): Umweltpsychologie. Umweltkrise, Gesellschaft und Individuen. Juventa: Weinheim
und München, S. 62 f.; Breakwell (2007), a. a. O., S. 29.
26 Im Englischen »Dread«: siehe: Fischhoff, B.; Slovic, P.; Lichtenstein, S.; Read, S. und Combs, B. (1978): How Safe is Safe Enough?
A Psychometric Study of Attitudes toward Technological Risks and Benefits. In: Policy Science, 9: 127–152. Sowie: Covello, V. T. (1983): The
Perception of Technological Risks. A Literature Review In: Technological Forecasting and Social Change 23: 285–297.
Prozesse der Risikowahrnehmung
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27 Slovic, P. und Fischhoff, B.: How Safe is Safe Enough? Determinants of Perceived and Acceptable Risk. In: L. C. Gould und W. Walker (Hrsg.):
Too Hot to Handle. Yale University Press: New Haven, S. 156–189.
28 Renn, O. (1984): Risikowahrnehmung der Kernenergie. Campus: Frankfurt am Main, S. 131 ff.
29 De Jonge, J.; van Kleef, E.; Frewer, L. und Renn, O. (2007): Perception of Risk, Benefit and Trust Associated with Consumer Food Choice. In:
L Frewer und H. van Trijp (Hrsg.): Understanding Consumers of Food Products. Woodhead: Cambridge, S. 534–557.
30 Siegrist, M.; Keller, C. und Kiers, H. A. (2005): A New Look at the Psychometric Paradigm of Perceptions of Hazards. In: Risk Analysis, 25 (1):
211–222.
31 Jungermann (1982), a. a. O., S. 221.
32 Renn, O. und Rohrmann, B. (2000): Cross-Cultural Risk Perception Research: State and Challenges. In: O. Renn und B. Rohrmann (Hrsg.):
Cross-Cultural Risk Perception: A Survey of Empirical Studies. Kluwer: Dordrecht und Boston, S. 211–233.
33 Sjöberg, L.; Kolarova, D.; Rucai, A.-A. und Bernström, M.-L. (2000): Risk Perception in Bulgaria and Romania. In: Renn O. und Rohrmann, B.
(Hrsg.): Cross-Cultural Risk Perception: A Survey of Empirical Studies. Kluwer: Dordrecht und Boston, S. 145–184, hier 165.
34 Breakwell (2007), a. a. O., S. 63 f.
35 Rayner, S. (1992): Cultural Theory and Risk Analysis. In: S. Krimsky und D. Golding (Hrsg.): Theories of Risk. Praeger: Westport, USA ,
S. 83–115; Wildavsky, A. und C. Dake (1990): Theories of Risk Perception: Who Fears What and Why? Daedalus, 119 (4), S. 41–60.
36 Otway, H. und Thomas, K. (1982): Reflections on Risk Perception and Policy. In: Risk Analysis, 2: 69–82.
37 Ursprünglich vorgeschlagen in: Renn, O. (1989): Risikowahrnehmung – Psychologische Determinanten bei der intuitiven Erfassung und
Bewertung von technischen Risiken. In: G. Hosemann (Hrsg.): Risiko in der Industriegesellschaft. Universitätsverlag: Nürnberg, S. 167–192.
Erweiterung in: Renn, O. (2004): Perception of Risks. In: The Geneva Papers on Risk and Insurance, 29 (1): 102–114. Diese Typen wurden in
dem Jahresgutachten 1998 des Wisenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) aufgegriffen und mit
Namen aus der Griechischen Mythologie versehen. Siehe WBFU (1999): Welt im Wandel. Strategien zur Bewältigung gobaler Umweltrisiken.
Springer: Heidelberg und Berlin, S. 58 ff.
38 Morgan, M. G. (1990): Choosing and Managing Technology-Induced Risks. In: T. S. Glickman und M. Gough (Hrsg.): Readings in Risk.
Resources for the Future: Washington, D. C., S. 5–15.
39 Earle, T. C. and Lindell, M. K. (1984): Public Perceptions of Industrial Risks: A Free-Response Approach. In: R. A. Waller and V. T. Covello
(Hrsg.): Low-Probability High-Consequence Risk Analysis. Plenum: New York, S. 531–550.
40 Dies wird in der Literatur als »probability neglect« bezeichnet. Weitere Beispiele dafür finden sich in: Sunstein, C. R. und Zeckhauser, R. (2010):
Dreadful Possibilities, Neglected Probabilities. In: E. Michel-Kerjan und P. Slovic (Hrsg.): The Irrational Economist. Making Decisions in a
Dangerous World. Public Affairs (Perseus Books): New York, S, 116–123, hier S. 121.
41 Papp, T. (2004): Wahrnehmung von Risiken aus Naturkatastrophen. Verlag Versicherungswirtschaft: Karlsruhe, S. 101 f. Siehe auch:
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Wiedemann, P. (1993), Taboo, Sin, Risk: Changes in the Social Perception of Hazards. In: B. Ruck (Hrsg.): Risk as a Construct: Perceptions of
Risk Perceptions. Kneesebeck: München, S. 41–63.
Luhmann, N. (1993): Risiko und Gefahr. In: W. Krohn und G. Krücken (Hrsg.): Riskante Technologien. Reflexion und Regulation. Suhrkamp:
Frankfurt am Main, S. 138–185, hier S. 160 f.
Terpstra T. (2011): Emotions, Trust, and Perceived Risk: Affective and Cognitive Routes to Flood Preparedness. In: Risk Analysis, 31 (10):
1658–1675.
Meyer, R. (2010): Why We Still Fail To Learn from Disasters. In: E. Michel-Kerjan und P. Slovic (Hrsg.): The Irrational Economist. Making
Decisions in a Dangerous World. Public Affairs (Perseus Books): New York, S. 124–131, hier S. 127.
Lin S.; Shaw, D. and Ho, M. (2008): Why Are Flood and Landslide Victims Less Willing to Take Mitigation Measures Than the Public? In:
Natural Hazards, 44:305–314.
Grothmann T und Reusswig F. (2006): People at Risk of Flooding: Why Some Residents Take Precautionary Action While Others Do Not. In:
Natural Hazards, 38:101–120.
Vgl. zu Sturmrisiken: Baan, P. J. A. und Kljin W. L. (2004): Flood Risk Perception and Implications for Flood Risk Management in the
Netherlands. In: International Journal of River Basin Management, 2 (2): 113–122.
Douglas M. und Wildavsky, A. (1983): Risk and Culture. An Essay on the Selection of Technological and Environmental Dangers. University of
California Press: Berkeley, S. 36 f.
Machlis, E. und Rosa, E. (1990): Desired Risk: Broadening the Social Amplification of Risk Framework. Risk Analysis, 10: 161–168.
von Rosenstiel, L. (1990): Mut zum Wagnis. Eine Betrachtung aus empirisch psychologischer Sicht: In: M. Schüz (Hrg.): Risiko und Wagnis:
Die Herausforderung der industriellen Welt. Band 2. Neske: Pfullingen, S. 120–131.
Darunter besonders bedeutend und motivierend, vor allem für die Ausübung von Extremsportarten: Selbstbehauptung (Grenzen
überschreiten), Anerkennung im Freundeskreis (Bewunderung) und symbolische Läuterung (den eigenen Schweinhund besiegen). Siehe dazu:
Celsi, R. L. (1992): Transcendent Benefits of High-Risk Sports. In: J. F. Sherry, Jr. and B. Sternthal (Hrsg.): NA Advances in Consumer Research,
Band 19. Association for Consumer Research: Provo, USA , S. 636–641.
Nance, R. E. und Sargent, R. G. (2002): Perspectives on the Evolution of Simulation. In: Operation Research, 50 (1): 161–172.
Besonders gut untersucht ist die »Gambler’s Fallacy«, ein Heurismus, bei dem unabhängige Zufallsereignisse (etwa Würfeln) in Sequenzen
gedeutet werden. Viele Menschen nehmen an, dass nach dreimaligem Würfeln einer 6 die Wahrscheinlichkeit, beim vierten Mal wieder eine 6
zu würfeln, wesentlich geringer sei, als wenn vorher dreimal eine andere Ziffer oben lag. Vgl. Dazu: Dawes, R. M. (1988): Rational Choice in an
Uncertain World. Harcourt, Brace & Jovanovich: San Diego, USA , S. 291 oder Jungermann et al. (1998), a. a. O., S. 187. Auch ist das
Präferenzverhalten von Spielern stärker von der Varianz der erwarteten Auszahlungen abhängig als von dem Erwartungswert. Siehe: Pollatsek,
A. und Tversky, A. (1970): A Theory of Risk. In: Journal of Mathematical Psychology, 7, S. 540–553.
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54 Clotfelter, C. und Cook, P. J. (1991): Lotteries in the Real World. In: Journal of Risk and Uncertainty, 4 (3): 227–232
55 Miller, S. (1985): Perception of Science and Technology in the United States. Manuscript: Academy of Sciences: Washington, D. C., Table 8–13
56 Zum Verhalten von Personen bei Pferdewetten vgl. Ash, P.; Malkiel, B. G. und Quandt, R. E. (1982): Racetrack Betting and Informed Behavior.
In: Journal of Financial Economics, 10 (2): 187–194, hier 192.
57 »Mangelndes Zahlenverständnis oder Zahlenblindheit ist nicht einfach ›in unserem Kopf‹, sondern steckt in den Darstellungen, mit denen wir
das jeweilige Risiko beschreiben. Aus: Gigerenzer, G. (2012): Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken.
9. Auflage. Bloomsbury: Berlin, S. 61.
58 Siehe dazu: Offe, C. (2001): Wie können wir unsren Mitbürgern vertrauen? In: M. Hartmann und C. Offe (Hrsg.): Vertrauen. Die Grundlage
des sozialen Zusammenhalts. Campus: Frankfurt am Main, S. 241–296, hier 250 ff.
59 Näheres dazu in: Renn (2008), a. a. O., S. 115–117.
60 Stocking, S. H. (1999): How Journalists Deal with Scientific Uncertainty. In: S. M. Friedman, S. Dunwoody und C. L. Rogers (Hrsg.):
Communicating Uncertainty Media Coverage of New and Controversial Science. Lawrence Erlbaum: Mahwak, USA , S. 23–41.
61 Aus einer Pressemitteilung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vom 17. 05. 2001. Zitiert nach:
http://www.neundorf.de/Kritik/Gesellsch/gesellsch.html, zugegriffen am 13. April 2013
62 Garner, D. (2009): Risk. The Science and Politics of Fear. Virgin Books: London, S. 290 f.
63 Der Ansatz der peripheren Urteilsbildung geht auf das sogenannte »Elaboration-Likelihood Modell« von Petty und Cacioppo zurück, die
Urteilsbildungsprozesse nach zwei Routen unterscheiden: den zentralen Ansatz und den peripheren Ansatz. Grundlegend dazu: Petty, R. E. and
Cacioppo, E. (1986): The Elaboration Likelihood Model of Persuasion. In: Advances in Experimental Social Psychology, 19: 123–205. Speziell zu
den periphere Merkmalen siehe: Chaiken, S. (1980): Heuristic versus Systematic Information Processing and the Use of Source versus Attribute
Cues in Persuasion. In: Journal of Personality and Social Psychology, 39:752–766; sowie: Pham, M. T. (1996): Cue Representation and Selection
Effects of Arousal on Persuasion. In: Journal of Consumer Research, 22: 373–387.
65 Siehe: Endreß, M. (2001): Vertrauen und Vertrautheit – Phänomenologisch-anthropologische Grundlegung. In: Hartmann et al., a. a. O.,
S. 161–203, hier 164.
64 Adaptiert nach: Renn, O. (1992): Risk Communication: Towards a Rational Dialogue with the Public. In: Journal of Hazardous Materials, 29 (3),
S. 465–519, hier 487.
66 Siehe die Beschreibung in Gardner (2009), a. a. O. S. 127.
67 Fuchs, D. (2002): Politikverdrossenheit. In: M. Greiffenhagen und S. Greiffenhagen (Hrsg.): Handwörterbuch der politischen Kultur der
Bundesrepublik Deutschland. 2. Auflage. Westdeutscher Verlag: Wiesbaden, S. 338–343.
68 Siehe Offe (2001), a. a. O., S. 293 f.
69 Siegrist, M. and Cvetkovich, G. (2000): Perception of Hazards: The Role of Social Trust and Knowledge. In: Risk Analysis, 20: 713–719; siehe
Prozesse der Risikowahrnehmung
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dazu aber auch die kritischen Anmerkungen von: Sjöberg, L. (2001): Limits of Knowledge and Limited Importance of Trust. In: Risk Analysis,
21: 189–198.
Naeratil, U. (2010): Glaubwürdigkeit in der sozialen Kommunikation. 2. Auflage. Digitale Version: München, S. 47 f.
http://epub.ub.uni-muenchen.de/archive/00000941/, zugegriffen am 13. April 2013.
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International Perspectives. Kluwer: Dordrecht, S. 175–218, hier S. 179–180.
Vgl. dazu auch die entsprechenden Befunde und Ratschläge bei Garner (2009), a. a. O., S. 119.
Zur Flugsicherheit siehe: Pompl, W. (2007): Luftverkehr. Eine ökonomische und politische Einführung. Springer: Heidelberg, S. 477 ff.
Laut Gerd Gigerenzer ist die »Illusion der Gewissheit« einer der Schlüsselprobleme bei der Erfassung von stochastischen Phänomenen. Siehe
Gigerenzer (2012), a. a. O., S. 43.
Löfstedt, R. (2011): Risk versus Hazard. How to Regulate in the 21st Century. In: European Journal of Risk Regulation, 2: 149–168.
Siehe dazu auch: Offe (2001), a. a. O., S. 281.
Jenning, C. G. (2006): Quality and Value: The True Purpose of Peer Review. In: Nature, online-edition, doi:10.1038/nature05032, zugegriffen
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Frankfurt am Main, S. 138–185, hier S. 164 f.
Citrin, J. (1974): Comment: The Political Relevance of Trust in Government. The American Political Science Review, 68 (3): 973–988, hier 979.
Slovic, P., Flynn, J., Mertz, C. K, Poumadere, M. und Mays, C. (2000): Nuclear Power and the Public A Comparative Study of Risk Perception in
the United States and France. In: O. Renn and B. Rohrmann (Hrsg.): Cross-Cultural Risk Perception: A Survey of Research Results. Kluwer:
Dordrecht and Boston, S. 55–102, hier S. 88 f.; für Nukleare Endlager siehe: Flynn. J.; Burns, W.; Mertz, C. K. und Slovic, P. (1992): Trust as a
Determinant of Opposition to a High-Level Radioactive Waste Repository: Analysis of a Structural Model. In: Risk Analysis, 12 (3), 417–429.
Hartmann, M. (2001): Einleitung. In: C. Offe und M. Hartmann (Hrsg.): Vertrauen. Die Grundlage des sozialen Zusammenhalts. Campus:
Frankfurt am Main, S. 7–34, hier S. 34.
Risikogesellschaft oder Risikowahrnehmungsgesellschaft?
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10 Risikogesellschaft oder Risikowahrnehmungsgesellschaft?
1 Joskow, P. und Parsons, J. E. (2012): The Future of Nuclear Power After Fukushima. CEEPR WP 2012–001. MIT Center for Energy and
Environmental Policy Research: Boston.
2 Bruhns, H.und Keilhacker, M. (2011): »Energiewende« Wohin führt der Weg? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 46–47: 22–29.
3 Renn, O. (2008), a. a. O. S. 53
4 Beck, U. (1986): Die Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp: Frankfurt am Main. Sowie: Luhmann, N. (1986):
Ökologische Kommunikation. Westdeutscher Verlag: Opladen.
5 Übersichten über die Umfragen der damaligen Zeit vermitteln: Fietkau, H.-J.; Kessel, H. und Tischler. W. (1982): Umwelt im Spiegel der
öffentlichen Meinung. Campus: Frankfurt am Main, S. 27 ff. und Tabelle S. 110.
6 »Die Forschung wird, anders gesagt, mit Problemen befasst, die einer organisierten Aufmerksamkeit entstammen, die nicht ihre eigene ist. Ihr
werden aus guten Gründen Fragen gestellt, die sie aus ebenso guten Gründen nicht beantworten kann.« Aus: Luhmann, N. (2003): Die
Soziologie des Risikos. Neuauflage von 1991. De Gruyter: Berlin, S. 219.
7 Beck, U. (1995): Der Konflikt der zwei Modernen. In: derselbe: Die feindlose Demokratie. Ausgewählte Aufsätze. Reclam: Stuttgart, S. 11–30,
hier S. 22.
8 Ausgangspunkt für Beck sind die Nebenfolgen der Modernisierung. Siehe pointiert in Beck, U. (1996b): Wissen oder Nicht-Wissen? Zwei
Perspektiven reflexiver Modernisierung. In: U. Beck, A. Giddens, und S. Lash (Hrsg.): Reflexive Modernisierung – Eine Kontroverse.
Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 289–315, hier 289. Ausführlicher dazu: Beck, U. (1996a): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung
der Moderne. In: ebenda, S. 19–35.
9 Beck, U. (1988): Gegengifte. Die organisierte Unverantwortlichkeit. Suhrkamp: Frankfurt am Main, hier vor allem S. 11.
10 Beck (1995), a. a. O., S. 20.
11 Beck (1986), a. a. O., S. 68.
12 Beck (1988), a. a. O., S. 103 f.
13 Hennen, L. (1994): Technikakzeptanz und Kontroversen über Technik – Ist die (deutsche) Öffentlichkeit ›technikfeindlich‹? TAB -Arbeitsbericht
Nr. 24. TAB : Berlin. Sowie: Ruhrmann; G. (1995): Ist Konsens noch vermittelbar? Akzeptanz, Glaubwürdigkeit und Risiken öffentlicher
Konfliktvermittlung. Wissenschaftszentrum Nordrheinwestfalen, Institut für Arbeit und Technik: Gelsenkirchen.
14 Schütz; H. und Peters, H. P. (2002): Risiken aus der Perspektive von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. In: Aus Politik und
Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 10–11: 40–45.
15 Novotny, H. (1999): Es ist so. Es könnte auch anders sein. Editon Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 60–61.
16 Übersicht über die Theorien der reflexiven Moderne in: Beck, U. Giddens, A. und Lash, S. (Hrsg.) (1996): Reflexive Modernisierung. Suhrkamp:
Risikogesellschaft oder Risikowahrnehmungsgesellschaft?
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Frankfurt am Main. Sekundärliteratur: Münch, R. (2002): Die zweite Moderne: Realität oder Fiktion? Kritische Fragen an die Theorie der
reflexiven Modernisierung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 3, S. 417–443; Berger, J. (1988): Modernitätsbegriffe
und Modernitätskritik in der Soziologie. In: Soziale Welt, 39, S. 224–236. Und: Mythen, G. (2004): Ulrich Beck: A Critical Introduction to the
Risk Society. Pluto Press: London. Siehe auch Kap. 6 in Teil III .
Siehe: Beck (1995), a. a. O. sowie Giddens, A. (1990): The Consequences of Modernity. Stanford University Press: Stanford, USA , S. 100 ff.
Beck (1996b): Wissen oder Nicht-Wissen? Zwei Perspektiven ›reflexiver Modernisierung‹. In: U. Beck, A. Giddens und S. Lash (Hrsg.):
Reflexive Modernisierung – Eine Kontroverse. Suhrkamp, Frankfurt am Main, S. 298–315, hier S. 298.
Besonders plastisch in Beck (1988), a. a. O., S. 134 ff.
Ebenda S. 103ff
Beck (1996a), a. a. O., S. 65
Beck, U. (2007): Was ist Globalisierung? Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 33–35.
Beck (1996a), a. a. O., S. 66.
Beck (1996b), a. a. O., S. 299
Soros, G. (2008): Das Ende der Finanzmärkte – und deren Zukunft. Die heutige Finanzkrise und was sie bdeutet. FinanzBuch Verlag: München,
S. 76 ff. Sowie: Hellwig, M. F. (2009): Systemic Risk in the Financial Sector: An Analysis of the Subprime-Mortgage Financial Crisis. In: The
Economist, 157:129–207.
Beck (1986), S. 205 ff. sowie Beck (1996a), a. a. O., S. 91 f.
Lash, S. (2000): Risk Culture. In: Adam, B., Beck, U. und Loon, J. van (Hrsg.): The Risk Society and Beyond. Critical Issues for Social Theory.
Sage: London, S. 47–62.
Beck (1996a), a. a. O., S. 93 ff. sowie: Lash, S. (1996): Refexivität und ihre Dopplungen: Struktur, Ästhetik und Gemeinschaft. In: U. Beck,
A. Giddens und S. Lash (Hrsg.): Reflexive Modernisierung – Eine Kontroverse. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 195–287, hier S. 212 ff. Das
gilt für die Arbeitswelt ebenso wie für die Konsumwelt. Eine Margarine, die als Markenname »Du darfst« wählst, ist ein beredtes Zeugnis für
das Eintauchen in neue soziale Abhängigkeiten von Schönheitsidealen und Ernährungsvorschriften.
Diekmann, A. (2008): Erosion der Normalarbeit. Eine Analyse der strukturellen Veränderungen auf den Arbeitsmärkten in der Schweiz und in
Deutschland. In: B. Jann (Hrsg.): Erwerbsarbeit, Einkommen und Geschlecht. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 15–37.
Vgl. Rosa, K. (2007): Modernisierung der sozialen Beschleunigung: Kontinuierliche Steigerungsdynamik und kulturelle Diskontinuität. In:
T. Bonnacker und A. Reckwitz (Hrsg.): Kultur der Moderne. Soziologische Perspektiven der Gegenwart. Campus. Frankfurt am Main,
S. 140–172.
Giddens (1990), a. a. O., S. 92 ff.
Max, C. (1999): Entwicklung von Kompetenz-ein neues Paradigma für das Lernen in Schule und Arbeitswelt. Peter Lang: Frankfurt am Main.
Fazit: Warum es uns so schwer fällt, Risiken adäquat zu beurteilen
121
33 Hier verlasse ich nun die Theorie der Reflexiven Moderne, deren Hauptvertreter bei der Frage nach der Relevanz und der tatsächlichen
Sprengkraft der Risiken für unser Leben eindeutig andere Schlussfolgerungen ziehen als ich (siehe den letzten Abschnitt in diesem Kapitel).
Wer an einer vertieften Auseinandersetzung mit den Thesen der Risikogesellschaft interessiert ist, verweise ich auf die kritischen Analysen
von: Campbell, S. and Currie, G. (2006): Against Beck: In Defence of Risk Analysis. In: Philosophy of the Social Sciences, 36 (2), S. 149–172.
Sowie auf: Marshall, B. K. (1999): Globalisation, Environmental Degradation and Ulrich Beck’s Risk Society. In: Environmental Values, 8 (2),
S. 253–275. Gerne verweise ich auch auf unser Buch: Rosa, E.; Renn, O. und Maccright, A. (2013): The Risk Society Revisited. Social Theory
and Governance. Temple University Press. Philadelphia. Zu diesem Buch hat Ulrich Beck übrigens das Vorwort verfasst.
34 Eindrucksvoll beschrieben für die Gentechnik bei: Peters, H. P. (2000). The Committed Are Hard to Persuade: Recipients’ Thoughts During
Exposure to Newspaper and TV Stories on Genetic Engineering and Their Effect on Attitudes. New Genetics & Society, 19 (3): 367–383.
35 Luhmann, N. (2001): Vertrautheit, Zuversicht, Vertrauen: Probleme und Alternativen. In: M. Hartmann und C. Offe (Hrsg.): Vertrauen. Die
Grundlage des sozialen Zusammenhalts. Campus: Frankfurt am Main, S. 143–160, hier 157.
36 Baum, M. A. und Gussin, P. (2007): In the Eye of the Beholder: How Information Shortcuts Shape Individual Perceptions of Bias in the Media.
In: Quarterly Journal of Political Science, 3: 1–31. Ganz allgemein dazu: Norris, O. (2001): A Virtuous Circle: Political Communication in
Postindustrial Societies. Cambridge University Press: Cambridge, UK .
37 Kahneman (2011), a. a. O., S. 304–305.
38 Lenk, H. (1996): Übergroße Verantwortung? Vor- und nach Tschernobyl. In: Ethica: Wissenschaft und Verantwortung, 4 (4): 363–376.
39 Jaskolla, D. (2006). Der Pflanzenschutz vom Altertum bis zur Gegenwart – Ein Leitfaden zur Geschichte der Phytomedizin und der
Organisation des deutschen Pflanzenschutzes. Biologische Bundesanstalt: Berlin. Vgl insgesamt zu den Umweltbelastungen des frühen
20. Jahrhunderts: Bettman, L. (1974): The Good Old Days – They Were Terrible. Random House: New York.
11 Fazit: Warum es uns so schwer fällt, Risiken adäquat zu beurteilen
1 Lefrancois, G. R. (1994): Psychologie des Lernens. Springer: Berlin und Heidelberg, S. 160 ff. Zu den Formen der selektiven Wahrnehmung und
ihrer Bestimmungsgrößen vgl. den Übersichtsartikel in: Driver, J. (2001): A Selective Review of Selective Attention Research from the Past
Century. In: British Journal of Psychology, 92: 53–78. Sowie: Malhortra, N. K. (1982): Information Load and Consumer Decision Making. In:
Journal of Consumer Research, 8 (4): 419–430.
2 Geuter, U. (2005): Erinnern und Vergessen. In: Oehler, R.; Bernius, V. und Wellmann, K.-H. (Hrsg.): Was kann Psychologie? Wer wir sind und
was wir sein können. Beltz: Weinheim und Basel, S. 48–55.
3 Eagly, A. H. and Chaiken, S. (1984): Cognitive Theories of Persuasion. In: Advances in Experimental Social Psychology, 17: 268–359; siehe auch
Fazit: Warum es uns so schwer fällt, Risiken adäquat zu beurteilen
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in Verbindung zu zentralen und heuristischen Mechanismen der Informationsverarbeitung: Chaiken, S.; Libermann, A. und Eagly A. (1989):
Heuristic and Systematic Information Processing with and beyond the Persuasion Context. In: J. S. Uleman und J. A. Bargh (Hrsg.): Unintended
Thought. Guilford Press: New York, S. 211–25, speziell zu ability and motivation, S. 240. Später wurde zu diesen beiden noch der Begriff
Opportunity hinzugefügt (siehe den MOA Ansatz in: Andrews, J. C. (1988): Motivation, Ability, and Opportunity to Process Information:
Conceptual and Experimental Manipulation Issues. In: NA – Advances in Consumer Research 15: 219–225. Meines Erachtens ist opportunity
aber schon im Begriff ability ausgedrückt. So habe ich den Begriff ability im Text übersetzt.
Die Frage, wie wir Sinneseindrücke auswählen, speichern und vergessen ist eines der wesentlichen Untersuchungsgebiete der kognitiven
Psychologie. Zu den Klassikern, die schon sehr früh auf die Konstruktion von Bedeutungen bei der Aufnahme und Speicherung von
Informationen hingewiesen haben, gehört das Buch: Bartlett, F. C. (1932). Remembering. A Study in Experimental and Social Psychology.
Cambridge, UK : Cambridge University Press. Einen guten Überblick dazu bieten: Zimbardo, P. G. und Gerrig, R. J. (1999): Psychologie.
Springer: Berlin, Heidelberg. S. 106 ff. Sowie: Mansfeld, R. (2001): Wahrnehmung. In: G. Weniger (Hrsg.): Lexikon der Psychologie. Band 4.
Spektrum: Heidelberg und Berlin, S. 439–443.
Siehe dazu den Übersichtsartikel in: Kiesel, A.: Unbewusste Wahrnehmung. In: Psychologische Rundschau, 60 (4): 215–228.
»Es geht beim Sehen nicht um eine ›Bildübertragung‹ sondern um die Übermittlung und Extraktion von Informationen, die für das Handeln
signifikant sind«. Aus: Goldstein, E. (2008): BRUCE : Wahrnehmungspsychologie. Der Grundkurs. Spektrum: Berlin, S. 10.
Fingham, F. und Hewstone, M. (2003): Attributionstheorie und -forschung. Von den Grundlagen zur Anwendung. In: W. Stroebe, K. Jonas und
M. Hewstone (Hrsg.): Sozialpsychologie. Eine Einführung. 4. Auflage. Springer: Heidelberg, S. 215–264, hier S. 217 f.
Nach Chaiken, Liberman und Eagly sind drei Motivtoren hier vor allem bedeutsam: Accuracy (was trifft unserer Meinung nach zu?), defense
(wie können wir unsere Meinungen verteidigen) und impression (wie können wir Neues aufnehmen, das uns weitere Horizonte erschließt?).
Siehe Chaiken, S.; Libermann, A. und Eagly, A. (1989): Heuristic and Systematic Information Processing with and beyond the Persuasion
Context. In: J. S. Uleman und J. A. Bargh (Hrsg.): Unintended Thought. Guilford Press: New York, S. 211 – 250.
Die folgenden vier Schlüsselmotive für die Auswahl von Informationen finden sich in dieser Form nicht in der Literatur, sondern sind
Reflektionen aus mehreren Traditionen: Zum einen die stärker nutzenorientierte Tradition der »Value-Expectancy« und zu anderen die eher
symbolischen und identitätsstiftenden Motive aus der Tradition des symbolischen Interaktionismus. Dazu zwei Quellen: Roese, N. J. und
Sherman, J. W. (2007): Expectancy. In: A. W. Kruglanski und E. T. Higgins (Hrsg.): Social Psychology. Handbook of Basic Principles. 2. Auflage.
Guilford: New York. S. 91–115. Sowie für den symbolischen Interaktionismus: Rose, A. M. (1973): Systematische Zusammenfassung der
Theorie des Symbolischen Interaktionismus. In: H. Hartmann (Hrsg.): Moderne amerikanische Soziolgie. 2. Auflage. Stuttgart, S. 226–282.
Sowie das amerikanische Original: Blumer, H. (2008): Symbolic Interactionism. Perspective and Method. University of California Press:
Berkeley and Los Angeles, S. 78 ff. (ursprünglich 1969). Eine ähnliche Zusammenstellung, wie ich sie oben vorgenommen habe, findet sich bei:
Fiske, S. F. (2010): Social Beings. Core Motives in Social Psychology. 2. Auflage. John Wiley: New York, S. 89 ff. Susan Fiske benennt die
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folgenden Grundmotive: Understanding (entspricht meiner Orientierung), Controlling (kommt dem Konzept der Selbstwirksamkeit nahe) und
Self-Enhancing (Identitätsentfaltung). Seltsamerweise kommt bei ihr der Nutzen nicht vor, der zweifellos ein wichtiges Motiv darstellt. Für
kollektive Handlungen siehe: van Zomeren, M.; Postmes, T.; Spears, R. (2008): Toward an Integrative Social Identity Model of Collective
Action: A Quantitative Research Synthesis of Three Socio-Psychological Perspectives. In: Psychological Bulletin, 134 (4): 504–535.
Westerhoff, N. (2005): Wahrnehmen und bewusst sein. In: Oehler et al., a. a. O., S. 41–47, hier 42.
Vgl. dazu sehr ausführlich: Searle, J. R. (2005): Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen.
Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 40 ff.
Vgl. zur Rolle der Interventionen: Janich, P. (2012): Das Bild des Menschen in den Wissenschaften. In: P. Janich und R. Oerten (Hrsg.): Der
Mensch zwischen Natur und Kultur. Philosphie und Pschologie im Dialog. Vandenhoeck und Ruprecht: Göttingen, S. 9–30, hier S. 13. Zur
kollektiven Form der Sinnvermittlung: Berger, P. L. und Luckmann, T. (2012): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. 24. Auflage.
Fischer: Frankfurt am Main, S. 144.
Wiedemann, P. M. (1993): Tabu, Sünde, Risiko: Veränderungen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Gefährdungen. In: Bayerische
Rückversicherung (Hrsg.): Risiko ist ein Konstrukt. Kneesebeck: Hamburg, S. 43–67.
Renn, O.; Schweizer, P.-J.; Dreyer, M. und Klinke, A. (2007): Risiko. Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit. Oekom: München,
S. 80 ff.
Jungermann, H.; Pfister, H.-R.; Fischer, K. (1998): Die Psychologie der Entscheidung. Eine Einführung. Spektrum: Berlin und Heidelberg,
S. 166 ff.
Brafman, O. und Brafman; R. (2008): Sway. The Irresistible Pull of Irrational Behavior. Crown: New York, S. 39.
Gigerenzer; G. (2008): Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. Goldmann: München, S. 64 ff.
Siehe dazu ausführlich: Kahneman, D. (2011): Thinking Fast and Slow. Penguin: London und New York, S. 50 ff. und Silver, N. (2012): The
Signal and The Noise. Penguin: New York, S. 142 ff. Ähnlich argumentiert: Hüther, G. (2001): Bedienungsanleitung für ein menschliches
Gehirn. Vandenhoeck und Ruprecht: Göttingen, S. 114.
Vgl. zu dem Problem: Choi, A. L.; Cordier, S.; Weihe, P. und Grandjean, P. (2008): Negative Confounding in the Evaluation of Toxicity: The Case
of Methylmercury in Fish and Seafood. In: Critical Review in Toxicology, 38 (10): 877–893.
Budtz-Jörgensen, E.; Grandjean, P. und Weihe, P. (2007): Separation of Risks and Benefits of Seafood Intake. In: Environmental Health
Perspectives, 115 (3): 323–327.
Kahneman (2011), a. a. O., S. 103 ff.
Siehe dazu den Bestseller: Precht, R. D. (2007):Wer bin ich – und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise. Goldmann: München.
Crocker, J. und Park, L. E. (2003): Seeking Self-Esteem: Construction, Maitenance and Protection of Self-Worth. In: Leary, M. R. und Tangney,
J. P. (Hrsg.): Handbook of Self and Identitiy. Guilford Press: New York, S. 291–313
Fazit: Warum es uns so schwer fällt, Risiken adäquat zu beurteilen
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24 Überblick in: Beckmann, J. (1984): Kognitive Dissonanz. Band 11 von Lehr- und Forschungstexten Psychologie. Springer: Heidelberg.
25 Schmidt, S. J. (2000): Medien- die alltäglichen Instrumente der Wirklichkeitskonstruktion. In: H. R. Fischer und S. J. Schmidt (Hrsg.):
Wirklichkeit und Welterzeugung. Carl-Auer-Verlag: Heidelberg, S. 78–84.
26 Tversky, A. und Kahneman, D. (1981): The Framing of Decisions and the Psychology of Choice. In: Science, 211 (4481): 453–458.
27 Slovic, P. (1992):Perception of Risk: Reflections on the Psychometric Paradigm. In: S. Krimsky and D. Golding (Hrsg.): Social Theories of Risk.
Praeger: Westport and London, S. 153–178.
28 Rayner S. und Cantor R. (1987): How Fair Is Safe Enough? The Cultural Approach to Societal Technology Choice. In: Risk Analysis, 7: 3–13.
29 Überblick in: Renn, O.: Die subjektive Wahrnehmung technischer Risiken. In: R. Hölscher und R. Elfgen (Hrsg.): Herausforderung
Risikomanagement. Identifikation, Bewertung und Steuerung industrieller Risiken. Gabler: Wiesbaden, S. 73–90.
30 Renn, O. (2004): Perception of Risks. In: The Geneva Papers on Risk and Insurance, 29, (1): 102–114.
31 Petty, R. E., und Cacioppo, J. T. (1986): The Elaboration Likelihood Model of Persuasion. In: L. Berkowitz (Hrsg.), Advances in Experimental
Social Psychology, Band 19. Academic Press: San Diego, USA , S. 123–205. Siehe auch: Cacioppo, J. T., Petty, R. E., Kao, C. F. and Rodriguez, R.
(1986): Central and Peripheral Routes to Persuasion: An Individual Difference Perspective. In: Journal of Personality and Social Psychology, 51:
1032–1043.
32 Renn (2008): Risk Governance. Coping with Uncertainty in a Complex World. Earthscan: London, S. 233 ff.
33 Hogg, M. A. (2007): Social Identity and the Group Context of Trust: Managing Risk and Building Trust through Belonging. In: M. Siegrist,
T. C. Earle und H. Gutscher (Hrsg.): Trust in Cooperative Risk Management. Uncertainty and Scepticism in the Public Mind. Earthscan: London,
S. 51–72, hier S. 55.
34 Vgl. dazu die Übersicht in: Wiswede, G. (1976): Soziologie konformen Verhaltens. Kohlhammer: Stuttgart. Prof. Wiswede war übrigens der
Erstbetreuer meiner Promotionsarbeit.
35 Van Avermaet, E. (2003): Sozialer Einfluss in Kleingruppen. In: Stroebe et al. (Hrsg.), a. a. O., S. 451–497, hier 476 f.
36 Asch, S. E. (1956): Studies of Independence and Conformity: Band I: A Minority of One against a Unanimous Majority. In: Psychological
Monographs, 70(9): 1–70.
37 Stocking, S. H. (1999): How Journalists Deal with Scientific Uncertainty. In: S. M. Friedman, S. Dunwoody und C. L. Rogers (Hrsg.):
Communicating Uncertainty: Media Coverage of New and Controversial Science. Lawrence Erlbaum: Mahwak, USA , S. 23–41. Sowie: Peters,
H. P. (1994). Mass Media as an Information Channel and Public Arena. In: Risk: Health, Safety und Environment, 5 (3): 241–250.
38 vgl. Gardner, D. (2009): Risk. The Science and Politics of Fear. Virgin Press: London, S. 181 f. und 197 ff.Vgl. auch Ropeik, D. (2010): How Risky
Is It Really? Why Our Fears Don’t Always Match the Facts. McGraw Hill: New York.
39 Beck, U. und Lau, C. (2005): Theorie und Empirie reflexiver Modernisierung. In: Soziale Welt, 56 (2/3): 107–134.
40 Giddens, A. (1990): The Consequences of Modernity. Stanford University Press: Stanford, S. 21 ff.
Fazit: Warum es uns so schwer fällt, Risiken adäquat zu beurteilen
125
41 »Was sich derzeit in Deutschland abspielt, ist genau so ein Prozess. Die Deutschen sind derzeit kontingenzunfähig und die Politiker sind zu
feige, ihnen Kontingenz abzuverlangen. Deshalb bewegt sich nichts. Daraus bieten sich für viele scheinbar nur zwei Auswege an: Der eine ist
eine zynische Postmoderne und der andere ist ein religiös oder wie auch immer gefärbter Fundamentalismus« Aus Schmdit, S. J. (2012):
Zwischen Fundamentalismus und Beliebigkeit. Gesprächsnotiz. In: K. Thomas (Hrsg.): Thomas Feuerstein. Outcast of the Universe. Wien 2006,
S. 221–226, hier zitiert nach dem Internet: http://www.myzel.net/Narration/schmidt.html, zugegriffen am 11. April 2013. Eine ähnliche
Charakterisierung von Reaktionsmustern, wie ich sie oben skizziert habe, findet sich auch in: Röglin, H.-C. (1994): Technikängste und wie man
damit umgeht. VDI Verlag: Düsseldorf, S. 22.
42 Gemäß dem Kultlied der Rockband »Ton Steine Scherben« aus dem Jahr 1971: Macht kaputt, was Euch kaputt macht!
43 »Rather, I predict that AIT (Advanced Information Technologies: der Verfasser) will be used mainly to facilitate communication among affinity
groups-relatives, friends, and people with common identities, experiences, or interests (especially work interests)«. Aus: Kottak, C. P. (1996):
Integration, Disintegration and Reinitegration via Advanced Information Technologies. Social Science Computer Review, 14 (1): 10–15, hier
14–15.
44 Dazu die Überblicke in: Proske, D. (2004): Katalog der Risiken. Risiken und ihre Darstellung. 3. Auflage. Eigenverlag: Dresden. Sowie: Ropeik,
D. und Gray, G. (2002): Risk: A Practical Guide for Deciding What’s Really Safe and What’s Really Dangerous in the World Around You.
Houghton Mifflin: Boston.
45 Siehe zur Stochastik die Ausführungen in Teil 1, Kap. 6.
46 Beck, U. (1986): Die Risikogesellschaft. Auf den Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp: Frankfurt am Main und kritisch dazu: Campbell, S.
and Currie, G. (2006): Against Beck: In Defence of Risk Analysis. Philosophy of the Social Sciences, 36, (2): 149–172.
Die Begegnung
126
Teil III Was uns wirklich bedroht
1 Die Begegnung
1 Dazu ausführlich in seinem Buch: Ehrlich, P. R. und Ehrlich, A. H. (2009): The Dominant Animal. Human Evolution and the Environment.
Island Press/Shearwater Books: Washington, D. C., S. 120 ff.
2 Ebenda.
2 Die neue Qualität von Risiken: die systemische Verknüpfung
1 http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/2-us-bankenkrise-lehman-das-wars-639206.html, zugegriffen am 19. April 2013.
2 Zum Verlauf der Finanzkrise siehe: Scharff, J. (2009): Chronik der Finanzkrise. In: Institut für Wirtschaftsforschung (IWH ): Wirtschaft im
Wandel der Zeit. Themenheft: Weltfinanzkrise. IWH : Halle, S. 5–7.
3 Zu den Gründen für das Auftreten dieser Risiken und deren Auswirkungen siehe: von Cranach, M. (2010): Systemische Ursachen der
Weltwirtschaftskrise. In: R. Mastronardi und M. von Cranach (Hrsg.): Lernen aus der Krise. Auf dem Weg zu einer Verfassung des
Kapitalismus. Haupt: Bern, S. 75–94.
4 Diese Anlagen werden stets mit englischen Bezeichnungen angegeben: Im Mittelpunkt der Kritik stehen insbesondere die Verbriefung von
Krediten durch Asset Backed Securities (ABS ) und der Einsatz von Kreditderivaten, sogenannten Credit Default Swaps (CDS ). Für die
Argumentation hier ist eine weitere Erklärung für diese Finanzprodukte wenig aufschlussreich. Interessierte Leser und Leserinnen können sich
informieren bei: Zantow, R und Dinauer, J. (2011): Finanzwirtschaft des Unternehmens. Die Grundlagen des modernen Finanzmanagements.
Pearson Studium: München, S. 404 ff. sowie in Beziehung zur Weltwirtschaftskrise: Jaffee, D. M. (2008): The U. S. Subprime Mortgage Crisis:
Issued Raised and Lessons Learned. Commission on Growth and Development. Working Paper Nr. 28. Washington, D. C.
5 »The financial crisis of 2008–2009 is a good illustration. […] The problems themselves are treated independently, but they are really dependent.
Having a bad outcome in one makes it more likely that you are going to have a bad outcome in another« Aus: Raiffa, H. (2019): Decision
Making. A View on Tomorrow. In: E. Michel-Kerjan und P. Slovic (Hrsg.): The Irrational Economist. Making Decisions in a Dangerous World.
Public Affairs/Perseus Books: Philadelphia, S. 248–253, hier S. 250 f.
6 »Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat belegen, dass die Bankenhilfen die öffentlichen Haushalte Deutschlands im Jahr 2010 im
Saldo mit 9,8 Milliarden Euro belastet haben. Zusammen mit dem Aufwand von 2008 und 2009 ergibt sich so allein für die Bankenhilfe ein
Die neue Qualität von Risiken: die systemische Verknüpfung
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Minus von 16,6 Milliarden Euro. Aus: S. Spethmann, D. (2012): Zeitbombe Staatsverschuldung – keine Euro-Bonds und keine ESM . August
Dreesbach Verlag: München, S. 14.
Goedde-Menke, M.; Langer, T.; Pfingsten, A. und Sträter, Norbert (2012): Finanzmarktkrise und Bankenimage – was Sparer über
Einlagensicherheit wissen und wie sie Banken (ein)schätzen. In: IFK Edition, 23, S. 49–61, hier 52 f.
Zur Definition von systemischen Risiken siehe: Schwarcz, S. L. (2008): Systemic Risk. In: The Georgetown Law Journal, 97 (1): 193–249.
Kaufman, G. und Scott, K. E. (2003): What is Systemic Risk, and Do Bank Regulators Retard or Contribute to It? In: The Independent Review, 7
(3): 371–391. Vgl. auch unseren Aufsatz: Renn, O. und Keil, F. (2009): Was ist das Systemische an systemischen Risiken? GAIA , 18 (2): 97–99.
http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB ?addmenu=false&document=PROD 0000000000061359&rdShowArchivedDocus=
true&rwnode=DBR _INTERNET _DE -PROD $NAVIGATION &rwobj=ReDisplay.Start.class&rwsite=DBR _INTERNET _DE -PROD,
zugegriffen am 19. April 2013.
»Maybe the most natural illustration of the concept (of systemic risk; der Verfasser) is possible in the area of health and epidemic deseases.«
Aus: De Bandt, O. und Hartmann, P. (2000): Systemic Risk: A Survey. Working Paper Series/European Central Bank Nr. 35. Frankfurt/Main:
European Central Bank, S. 10. Sowie in Analogie zu der Finanzkrise: Bubb, A. und Zimmermann, H. (2004): Ansteckungsrisiken im
Finanzsystem: Übersicht und aktuelle Problembereiche. Forschungsbericht Nr. 9/04. Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum (WWZ ) der
Universität Basel: Basel.
Für Umweltrisiken siehe im Überblick: Brigg, D. J. (2008): A Framework for Integrated Environmental Health Impact Assessment of Systemic
Risks. A Review. In: Environmental Health, 7: 6178, doi:10.1186/1476–069X-7–61. Sowie ein exemplarisches Fallbeispiel in: Keil, F.,
Bechmann, G. K. Kümmerer, K. E. Schramm, E. (2008): Systemic Risk Governance for Pharmaceutical Residues in Drinking Water. In: GAIA , 17
(4): 359–361. Für Cyberrisiken siehe: Neitzke H.-P.; Calmbach, M.; Behrendt, D.; Kleinhückelkotten, S.; Wegner, E. und Wippermann, C.
(2008): Risks of Ubiquitous Information and Communication Technologies. In: GAIA , 17 (4): 362–369. Für sozio-ökologische Risiken siehe:
Folke, C. (2006): Resilience: The Emergence of a Perspective for Social-Ecological System Analyses. In: Global Environmental Change, 16:
253–267. Für ökonomische Risiken siehe: Spatt, C. S. (2009): Systemic Risks in Our Global Marketplace. In: D. D. Evanoff; D. S. Hoelscher und
G. G. Kaufman (Hrsg.): Globalisation and Systemic Risks. World Scientific Publishers: New Jersey, S. 313–330. Eine Übersicht über die
Verbindungen von ökologischen, sozialen und ökonomischen Risiken siehe: Arpe, J.; Glockner, H.; Hauschild, H.; Petersen, T.; Schaich, A. und
Volkmann, T. (2012): Die ökonomischen Risiken der Globalisierung. Ergebnisse einer Experten- und einer Bürgerbefragung. Global Choices,
1 Bertelsmann Stiftung. Media and More: Gütersloh, S. 24.
OECD (2003): Emerging Risks in the 21st Century. An Agenda for Action. OECD : Paris
Ebenda, S. 98 ff.
Nach Reusswig sind folgende Bedingungen für die Globalität von Risiken konstitutiv: »wenn sie (1) durch soziale Akteure und Systeme
verursacht werden, (2) direkt oder indirekt auf Mensch und Gesellschaft kritisch – bis hin zum Potenzial von Umwelt- und Sozial-
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katastrophen – zurückwirken, und (3) in ihrer Ursachen-Wirkungskette eine (tendenziell) weltumspannende Bedeutung aufweisen.
Letztere kann entweder (3a) systemisch (wenn die Gesellschafts-Natur-Interaktionen durch intrinsisch globale Mechanismen verknüpft sind),
oder aber (3b) additiv verfasst sein (wenn die weltweite Bedeutung durch die schiere Menge miteinander nicht oder nur schwach
gekoppelter lokaler/regionaler Gesellschafts-Natur-Interaktionen generiert wird)«. Aus: Reusswig, F. (2011): Klimawandel und globale
Umweltveränderungen. In: M. Groß (Hrsg.): Handbuch Umweltsoziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 692–720,
hier S. 693 f. Für die Finanzkrise vgl. Lipsky, I. (2009): Through the Looking Glass: The Links between Financial Globalisation and Systemic
Risks. In: D. D. Evanoff; D. S. Hoelscher und G. G. Kaufman (Hrsg.): Globalisation and Systemic Risks. World Scientific Publishers: New Jersey,
S. 3–11.
Beck, U.; Bonß, W. und Lau, C. (2004): Entgrenzung erzwingt Entscheidung: Was ist neu an der Theorie reflexiver Modernisierung?, in:
U. Beck, und C. Lau (Hrsg.): Entgrenzung und Entscheidung: Was ist neu an der Theorie reflexiver Modernisierung? Suhrkamp: Frankfurt am
Main, S. 13–62.
Bornemann, R. (2005): Influenza-Pandemien des 20. Jahrhunderts im Überblick – besteht die Möglichkeit einer Wiederholung der Pandemie
von 1918? GMDS /DAE -Jahrestagung 2005, Freiburg, 14./15. 9. 05. Manuskript.
http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag2/infepi/avian-influenza.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
Nach Jared Diamond sind es im Wesentlichen 5 Faktoren, die als vernetzte Systeme zu systembedrohlichen Risiken und Zusammenbrüchen
führen: schädliche Interventionen in die Umwelt, Klimaveränderungen, feindliche Nachbarn, Güteraustausch im Handel mit anderen und
Reaktionen der Gesellschaft auf diese Veränderungen. Siehe: Diamond, J. (2006): Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen.
Aus dem Amerikanischen von S. Vogel. Fischer: Frankfurt am Main, S. 25. Zur theoretischen Begründung der Vernetzung von Natur und
Kultur siehe: Fischer-Kowalski, M und Weisz, H. (1999): Society as a Hybrid Between Natural and Symbolic Realms. Toward a Theoretical
Framework of Society-Nature Interaction. In: Advances in Human Ecology, 8: 215–251.
World Economic Forum (2013): Global Risks 2013. 8. Auflage. WEC : Genf, S. 63 f.
http://www3.weforum.org/docs/WEF _GlobalRisks_Report_2013.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung »Globale Umweltveränderungen« (WBGU ) (1999): Welt im Wandel. Strategien zur
Bewältigung globaler Umweltrisiken. Jahresgutachten 1998. Springer: Heidelberg, S. 214ff, hier vor allem S. 218f (Sahel); 215 (Raubbau) und
217 (Kleine Tiger).
Eine allgemeinverständliche Einführungen bietet der Sonderband: Spektrum Spezial (2010): Zufall und Chaos. Spektrum Verlag: Heidelberg.
Etwas anspruchsvoller, aber immer noch gut lesbar für Nichtmathematiker: Ruelle, D. (2012): Zufall und Chaos. Springer: Berlin und
Heidelberg. Eine vertiefte fachliche Übersicht findet sich in: Metzler, W. C. (1985): Nicht-lineare Dynamik und Chaos. Teubner: Stuttgart. Für
den Bereich globale Risiken vgl. Bossel, H. (2004): Systeme, Dynamik, Simulation, Modellbildung, Analyse und Simulation komplexer
Systeme. Books on Demand: Norderstedt, hier S. 385 ff.
Die neue Qualität von Risiken: die systemische Verknüpfung
129
21 Der einprägsame Begriff Schmetterlingseffekt stammt von dem amerikanischen Meteorologen Edward N. Lorenz, der vor der American
Association for the Advancement of Science einen Vortrag mit dem Titel Predictability: Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a
Tornado in Texas? hielt. Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt, zugegriffen am 27. Oktober 2013. Abgedruckt in: Edward
Lorenz: The Essence of Chaos. University of Washington Press: Seattle 1995, Appendix 1, S. 181–184.
22 http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/biok/3958, zugegriffen am 19. April 2013.
23 Solche Schaltereffekte werden vor allem in Bezug auf den Klimawandel und dem Golfstrom thematisiert. »Es gibt ›Schalter‹ im Klimasystem
(wie die Änderung von Meeresströmungen), deren Umlegen […] in der Vergangenheit das Gesicht der Erde mehrfach verändert hat«. Aus:
http://www.oekosystem-erde.de/html/klimageschichte.html, zugergiffen am 18. 4. 2013.
24 Groffman, P. M.; Baron, J. S.; Blett, T.; Gold, A. J.; Goodman, I.; Gunderson, L. H.; Levinson, B.; Palmer, M. A.; Paerl, H. W.; Peterson, G. D.; Poff,
N. L. und Rejeski, D:W. (2006): Ecological Thresholds: The Key to Successful Environmental Management or an Important Concept with No
Practical Application? In: Journal of Ecosystems, 9 (1): 1–13.
25 Clarke, H. (2007): Conserving Biodiversity in the Face of Climate Change. In: Agenda, 14 (2): 157–170, hier S. 161 f.
26 Einen systematischen Überblick über die Reaktionen von Individuen und Gesellschaften auf systemische Risiken am Beispiel des Klimawandels
findet sich in dem Bericht der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften: National Research Council (2010): Advancing the Science of
Climate Change. The National Academies Press. Washington, D. C., S. 102–105.
27 Siehe: Peters, H.-P. und Heinrichs, H. (2005): Öffentliche Kommunikation über Klimawandel und Sturmflutrisiken.
Bedeutungskonstruktionen durch Experten, Journalisten und Bürger. Schriften des Forschungszentrum Jülich, Band 58. Jülich, S. 190 f.
28 »A great deal is known about a range of solutions for many of our problems. But educational, economic, and bureaucratic barrieres as well as
vested interests, too often stand in the way of giving those potential solutions the attention they need and promoting public discussion of them.
Aus Ehrlich (2008), a. a. O., S. 367. Siehe zur negativen Bilanz des Klimaschutzes gemessen an den CO 2 Emissionen: Peters, G. P.; Marland, G.;
Le Quere, C.; Boden, T.; Canadell, J. G. und Raupach, M. R. (2012): Rapid Growth in CO 2 Emissions after the 2008–2009 Global Financial Crisis.
In: Nature Climate Change, 2: 2–4. doi:10.1038/nclimate1332. Sowie: Randers, J. (2012): 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine
globale Prognose für die nächsten 40 Jahre. Oekom: München, S. 146.
29 Für individuelles Handeln siehe: Fischhoff, B. (2007): Nonpersuasive Communication about Matters of Greatest Urgency: Climate Change. In:
Environmental Science & Technology, 41:7204–7208. Für kollektives Handeln siehe: Dietz, T.; Ostrom, E. und Stern, P. C. (2003): The Struggle
to Govern the Commons. In: Science, 302: 1907–1912.
30 Ähnliche Antworten findet man in dem Gutachten des: National Research Council (2010): Advancing the Science of Climate Change. The
National Academies Press: Washington, D. C., S. 102–103; vgl. auch American Psychological Association (2009): Psychology and Global Climate
Change: Addressing a Multi-faceted Phenomenon and Set of Challenges. A Report by the American Psychological Association’s Task Force on the
Interface Between Psychology and Global Climate Change. Washington, D. C., S. 123–135. http://www.apa.org/science/climate-change.
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31 Siehe Teil 2, Kap. 9.
32 Moench, M. (2009): Adapting to Climate Change and the Risks Asociated with Other Natural Hazards: Methods for Moving from Concepts to
Action. In E. L. F. Schipper und I. Burton (Hrsg.): Adaptation to Climate Change. Earthscan: London:, S. 249–280, hier S. 250.
33 http://www.me-uk.com/summit/eventdetails.asp?EventID =13065&PageID =83, zugegriffen am 19. April 2013.
34 Zitat der beiden Kommunikationsforscher Hans-Peter Peters und Harald Heinrichs: »Dabei können – je nachdem – entweder MainstreamPositionen oder Außenseiterpositionen zur Frage der anthropogenen Verursachung, des Zeithorizontes des Klimawandels oder der
klimatischen Auswirkungen journalistisch besonders attraktiv sein. Die Darstellung der Mainstream-Position hat für die Medien den Vorteil,
dass existierende Erwartungen beim Publikum bedient werden und von daher kein journalistischer Glaubwürdigkeitsverlust droht … Mit der
Darstellung von Außenseitermeinungen ist durch den Überraschungseffekt (»Mann beißt Hund«) hingegen ein möglicher Gewinn für die
Generierung von Aufmerksamkeit verbunden – der Bedrohung der Glaubwürdigkeit müssen die Journalisten dann durch besonderen Aufwand
zur Legitimierung der Darstellung der Außenseiter-Position entgegenwirken. Dieses Spannungsfeld von Glaubwürdigkeits-Management und
Aufmerksamkeits-Erzeugung führt zu der beobachteten Form der Berichterstattung, in der die routinemäßige Bestätigung der TreibhauseffektHypothese in der Berichterstattung mit gelegentlicher Darstellung von wissenschaftlicher Kritik an ihr einher geht.« Aus: Peters und Heinrichs
(2005), a. a. O., S. 193 (Fußnote). Dazu auch: Weingart, P.; Engels, A. und Pansegrau, P. (2008): Von der Hypothese zur Katastrophe. Der
anthropogene Klimawandel im Diskurs zwischen Wissenschaft, Politik und Massenmedien. 2. Auflage. Barbara Buderich: Opladen, S. 87ff und
vor allem 96 f. Siehe zu den emotionalen Reaktionen: Heinrichs, H. und Grunenberg, H. (2009): Klimawandel und Gesellschaft. Perspektive
Adaptionskommunikation. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 29 f.
35 In der aktuellen Klimadebatte ist der Nachrichtenwert jedoch relativ hoch, allerdings immer gekoppelt mit einem externen oder inszenierten
Ereignis.
36 Ein besonderes Kennzeichen für Medieninteresse ist Schuldzuweisung, vor allem wenn sie an konkreten Personen oder Institutionen
festgemacht werden kann. »The two cases suggest that signal strength is enhanced when there is focussed blame and diminishes with collective
blaming.« Aus: Susarla, A. (2003): Plague, Arsenic and Blame. In: N. Pidgeon, R. E. Kasperson und P. Slovic (Hrsg.): The Social Amplification of
Risk. Cambridge University Press. Cambridge, UK , S. 179–206, hier 204.
37 Frewer, L (2003): Trust, Transparency and Social Context. In: N. Pidgeon et al. (2003), a. a. O., S. 123–137, hier 126.
38 Weingart, P., und Pansegrau, P. (1997). Von der Hypothese zur Katastrophe – die Verarbeitung wissenschaftlicher Unsicherheit in den Medien.
In: Mitteilungen, 1: 25–32.
39 »Our interpretation of existing data is that, all things being equal, a majority of the world’s citizens in most countries will support national and
international initiatives designed to cope with global warming as long as these initiatives do not demand significant alterations of lifestyle«.
Aus: Bord, R. J.; Fisher, A. und O’Connor, R. E. (1998): Public Perceptions of Global Warming: United States and International Perspectives. In:
Climate Research, 11: 75–84, hier S. 83.
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40 Ebenda S. 84. Für Deutschland: Diekmann, A. und Preisendörfer, P. (1994): Wasser predigen, Wein trinken. Warum unser Engagement für die
Umwelt oft nur ein Lippenbekenntnis ist. In: Psychologie heute, 21 (5): 22–27.
41 Grundlage dafür war der Bericht der Ethikkommission des Jahres 2011: Ethik-Kommission (2011): Deutschlands Energiewende. Ein
Gemeinschaftswerk für die Zukunft. Endbericht. Berlin. Vgl. ferner: Bruhns, H. und Keilhacker, M. (2011): ›Energiewende‹ Wohin führt der
Weg? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 46–47: 22–29.
3 Die zentralen Risiken der Zukunft
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Siehe das Sonderheft: Löfstedt, R. (Hrsg.) (2003): Riskworld. In: Risk Research, 6 (1–4): 289–619.
Wilkinson, A. (2003): Introduction to the Project. In: ebenda, S. 291–294.
Wilkinson, A. und Elahi, S. (2003): Description of the Riskworld Project Process. In: ebenda, S. 343–364.
Wilkinson, A.; Elahi, S. und Eidinow, E. (2003): Riskworld Scenarios. In: ebenda, S. 297–334.
Ebenda, S. 307–315.
Vgl. auch dazu die neuere Diskussion um die demokratische Legitimation von Übergangsregierungen aus unabhängigen Fachleuten in
Griechenland und Italien. Auch in dieser Debatte wird deutlich, dass demokratische Spielregeln der Legitimierung von Macht in Krisenzeiten
modifiziert oder ausgesetzt werden, um »Technokraten« zur Reparatur der Probleme heranzuziehen. Dazu ein Zitat: »Folgt man dem Publizisten
Robert Nef, ist in modernen Gesellschaften die Einbeziehung des Fachwissens, über das Experten verfügen, in die politische Entscheidungsbildung
zwingend erforderlich, weil ansonsten katastrophale Fehlentwicklungen und Fehlinvestitionen drohen … Dem Wirtschaftshistoriker Gerhard
Senft zufolge besteht bei einer Technokratie die Gefahr, dass aus der Fokussierung auf die Erreichung eines bestimmten Ziels eine ›Diktatur der
Sachzwänge‹ resultiert, was bedeutet, dass die Zielsetzung selbst nicht mehr in Frage gestellt wird und damit politische Diskussionen um das Für
und Wider bestimmter Ziele abgewürgt werden … Für die Journalistin Ulrike Herrmann besteht eine Affinität zwischen Technokratie bzw.
Expertokratie und Populismus. Denn ihrer Meinung nach ist die Machtübernahme durch Nicht-Politiker und damit das Modell »Politik gegen die
Politik« nicht nur bei einer Technokratie zu finden, sondern definiert auch den Populismus«. Aus: Melitta Konopka (2011): Die Einführung der
Expertokratie in Griechenland und Italien. In: Politik und Gesellschaft in Europa, Suite 1. http://suite101.de/article/die-einfuehrung-dertechnokratie-in-griechenland-und-in-italien-a128652#axzz2LXURjxeN, zugegriffen am 19. April 2013.
7 Wilkinson, A.; Elahi, S. und Eidinow, E. (2003): Riskworld Scenarios. In: Löfstedt (2003), a. a. O., S. 315–323.
8 Ebenda, S. 323–334.
9 »Schwarmintelligenz lässt sich daher charakterisieren als Verhalten von vielen Individuen, die nach einfachen Regeln handeln. Als Ergebnis
dessen entstehen komplexe Verhaltensmuster, die allein auf Grundlage der einfachen zugrunde liegenden Regeln nicht immer erkennbar sind
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und zu denen die einzelnen Individuen nicht fähig wären. Diese Gruppen zeichnen sich durch Selbstorganisation, Anpassungsfähigkeit und
Robustheit aus.« Aus: Pintscher, L. (2013): Schwarmintelligenz. Universität Karlsruhe. Karlsruhe, S. 1 (http://lydiapintscher.de/uni/
schwarmintelligenz.pdf)
Vgl. dazu: Häberle, P. (1994): Das Prinzip der Subsidiarität aus der Sicht der vergleichenden Verfassungslehre. In: A. Riklin und G. Batliner
(Hrsg.): Subsidiarität. Politische Schriften, Bd. 19. Verlag der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft: Vaduz, Liechtenstein,
S. 267–310.
Das weiß ich auch deshalb, weil ich einer der eingeladenen Experten war!
Zur Aufgabe der Wissenschaft bei systemischen Risiken siehe: Willke, H. (2005): Welche Expertise braucht die Politik? In: A. Bogner und
H. Torgersen (Hrsg.): Wozu Experten? Ambivalenzen der Beziehung von Wissenschaft und Politik. VS Verlag für Sozialwissenschaften:
Wiesbaden, S. 45–63, hier 61.
Vgl. dazu: Weingart, P. (2006): ›Demokratisierung von wissenschaftlicher Politikberatung. Eine Antwort auf die Legitimationsdilemmata im
Verhältnis von Wissenschaft und Politik? In: Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Politikberatung in Deutschland. VS Verlag
für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 73–84, hier S. 80 f.
Vgl. zu diesem Konzept: Fisher, L. (2010): Schwarmintelligenz: Wie einfache Regeln Großes möglich machen. Eichborn: Frankfurt am Main.
Aus: Mayntz, R. (2010): Governance im modernen Staat. In: A. Benz und N. Dose (Hrsg.): Governance – Regieren in komplexen
Regelsystemen. Eine Einführung. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 37–48, hier S. 37
Benz, A. und Dose, N. (2010): Governance – Modebegriff oder nützliches sozialwissenschaftliches Konzept? In: ebenda, S. 13–36, hier S. 20.
Vgl. OECD (1995): Participatory Development and Good Governance. OECD : Paris. Sowie: Europäische Kommission (2001): Europäisches
Regieren. Ein Weissbuch. EU : Brüssel, S. 13 f. Sowie Überblick in: Czada, R. (2010): Good Governance als Leitkonzept für Regierungshandeln.
In: Benz und Dose (2010), a. a. O., S. 201–224, hier S. 206 f.
Siehe eine ähnliche Argumentation in: Rademacher, F. J. und Beyer, B. (2007): Überleben im 21. Jahrhundert. Welt mit Zukunft. Murmann:
Hamburg, S. 80 ff. Auf Nationen bezogen: Nuscheler, F. (2008): Global Governance. Begründungszusammenhänge – Widersprüche –
Perspektiven. In: P. C. Gruber (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung und Global Governance. Verantwortung, Macht, Politik. Barbara Buderich:
Opladen, S. S. 47–53, hier S. 53.
Hier vor allem: OECD : Global Shocks: Improving Risk Governance. OECD Paris (http://www.oecd.org/governance/48329024.pdf,
zugegriffen am 27. Oktober 2013); OCED (2003), a. a. O., S. 49 ff.; Independent Commission on Population and Quality of Life (1998):
Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 31–90; German Advisory Council on Global Change (WBGU ) (2011): World
in Transition. A Social Contract for Sustainability. WBGU : Berlin, S. 31–65; Swiss Re (2012): Identifying Emerging Risks. Zuerich
(http://www.swissre.com/rethinking/emerging_risks/emerging_risks.html, zugegriffen am 19. April 2013); Diamond, J. (2006): Kollaps.
Warum Gesellschaften überleben und untergehen. Fisher: Frankfurt am Main, S. 600–612; Randers (2012), a. a. O., S. 87 ff.;
Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
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http://www.weforum.org/issues/global-risks, zugegriffen am 19. April 2013.
World Economic Forum: Global Risks 2013. 7. Auflage. WEF : Genf
World Economic Forum: Global Risks 2013. 7. Auflage. WEF : Genf, hier S. 6.
Ebenda, S. 16 ff.
World Economic Forum: Global Risks 2013. 7. Auflage. WEF : Genf, hier S. 13.
Ebenda, S. 13.
Arpe, J.; Glockner, H.; Hauschild, H.; Petersen, T.; Schaich, A. und Volkmann, T. (2012): Die ökonomischen Risiken der Globalisierung.
Ergebnisse einer Experten- und einer Bürgerbefragung. Global Choices, 1. Bertelsmann Stiftung. Media and More: Gütersloh.
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Umfrage vom 22. bis 24. Juni 2011 (1011 Befragte ab 18 Jahren): Ergebnisse, ebenda, S. 30 ff.
Siehe: OECD (2012), a. a. O., S. 4; OECD (2003), a. a. O., S. 49 ff.; Independent Commission on Population and Quality of Life (1998), a. a. O.,
S. 87 ff.; Swiss Re (2012): Identifying Emerging Risks, a. a. O.; Diamond, J. (2006), a. a. O., S. 600 – 612; Randers (2012), a. a. O., S. 87 ff.
Siehe vor allem Diamond (2006), a. a. O. S. 600 f. und WBGU (2011), a. a. O., S. 37 ff. und 58 ff.
World Economic Forum (2013), a. a. O., S. 49 ff.; siehe auch Löfstedt (2003), a. a. O., S. 587 ff.
World Economic Forum (2013), a. a. O., S. 50.
Arpe et al. (2012), a. a. O., S. 16.
Wilkinsin, A.; Elahi, S. und Eidinow, E. (2003): Background and Dynamics of the Scenarios. In: Löfstedt (2003), a. a. O., S. 365–402, hier
S. 469 ff.
4 Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
1 Ursprünglich von Duncan, O. D. (1961): From Social Systems to Ecosystems. In: Sociological Inquiry, 31 (2): 140149; siehe auch: Dunlap, R. E.
(2011): Aktuelle Entwicklungen in der nordamerikanischen Umweltsoziologie. In: M. Groß (Hrsg.): Handbuch Umweltsoziologie. VS Verlag
für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 54–74, hier S. 59 f. Sowie: Scholz, R. W. (2011): Environmental Literacy in Science and Society. From
Knowledge to Decisions. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 223.
2 Siehe Randers (2012), a. a. O., S. 204.
3 http://de.statista.com/themen/75/weltbevoelkerung/, zugegriffen am 11. April 2013.
4 http://www.umrechnung.org/weltbevoelkerung-aktuelle-momentane/weltbevoelkerungs-zaehler.htm, zugegriffen am 11. April 2013.
5 Siehe die Projektionen der UN : According to the medium variant of the 2010 Revision of World Population Prospects, the world population is
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expected to increase from 6.9 billion in mid2011 to 9.3 billion in 2050 and to reach 10.1 billion by 2100. Aus: http://esa.un.org/wpp/
Documentation/pdf/WPP 2012_Press_Release.pdf, zugegriffen am 28. Oktober 2013. Sowie: http://www.weltbevoelkerung.de/
news/news-ansicht/display/weltbevoelkerung-waechst-bis-2050-staerker-alsangenommen-auf-96-milliarden-menschen.html, zugegriffen
am 28. Oktober 2013.
Vgl. http://www.weltbevoelkerung.de/informieren/unsere-themen/bevoelkerungsdynamik/mehr-zum-thema/urbanisierung.html,
zugegriffen am 11. April 2013.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3 %B6lkerung, zugegriffen am 11. April 2013.
Rieß, W. (2010): Bildung für nachhaltige Entwicklung: Theoretische Analyse und empirische Studien. Waxmann: Münster, S. 30 f.
Die als neolithische Revolution beschriebenen Veränderungen, die über 5000 Jahre dauerten, sind sehr eindrucksvoll beschrieben in: Wells, S.
(2003): Die Wege der Menschheit. Eine Reise auf den Spuren der genetischen Evolution. Fischer: Frankfurt am Main, S. 234 ff.
Vgl. http://www.weltbevoelkerung.de/informieren/unsere-themen/bevoelkerungsdynamik/mehr-zum-thema/urbanisierung.html,
zugegriffen am 11. April 2013.
Mohr, H. (1995): Qualitatives Wachstum. Weitbrecht: Stuttgart, S. 31 ff.
Vgl. Hahlbrock, K. (2007): Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren? Bevölkerungsexplosion – Umwelt-Gentechnik. 3. Auflage. Fischer:
Frankfurt am Main, S. 84.
Münz, R. und Reiterer, A. F. (2007): Wie schnell wächst die Zahl der Menschen? Weltbevölkerung und weltweite Migration. Fischer: Frankfurt
am Main, S. 51 ff.
Renn, O. (1996): Ökologisch denken – sozial handeln: Die Realisierbarkeit einer nachhaltigen Entwicklung und die Rolle der Sozial- und
Kulturwissenschaften. In: H. G. Kastenholz/K.-H. Erdmann/M. Wolff (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung – Zukunftschancen für Mensch und
Umwelt. Springer: Berlin und Heidelberg, S. 79–117, hier: S. 86.
Dieser Begriff der prometheischen Innovationen geht auf den Ökonomen Georgescu-Roegen zurück. Er hebt drei »prometheische
Innovationen« hervor: die Beherrschung des Feuers, die Landwirtschaft und die Dampfmaschine. Ich habe die Massenproduktion auf der Basis
von Fordismus und Taylorismus sowie die Ersetzung von Produkten durch Informationen noch hinzugesetzt. Quelle: Piper, N. (1993): Vor uns
der Niedergang. Nicholas Georgescu-Roegen untersuchte die natürlichen Grenzen für die Wirtschaft. In: DIE ZEIT, 9 (26. 2. 1993), S. 97 ff.,
http://www.zeit.de/1993/09/vor-uns-der-niedergang/seite-4, zugegrifen am 11. April 2013.
http://www.oekosystem-erde.de/html/energiegeschichte.html, zugegriffen am 11. April 2013.
http://www.oekosystem-erde.de/html/energiegeschichte.html, zugegriffen am 11. April 2013.
Vgl. Catton, W. R. (1980): Overshoot: The Ecological Basis of Revolutionary Change. University of Illinois Press: Urbana, USA .
Vgl. Simon, J. L. (1992): There is no Environmental, Population, or Resource Crisis. In: G. TylerMiller: Living in the Environment.
West/Wadsworth: Belmont, USA , S. 29–30.
Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
135
20 Dies errechnete er aus der maximalen Wärmebelastung, die das Ökosystem Erde überhaupt aushalten könne. Dabei ging er davon aus, dass
Energie in ausreichendem Maße verfügbar sei und außer Lebensmitteln alle Produkte künstlich hergestellt würden. In dem von Fremlin
beschriebenen Szenario ist die gesamte Erde mit Wolkenkratzern bedeckt, auf deren Dächern Nahrungsmittel angebaut werden. Diese Vision
erscheint heute geradezu absurd. Fremlins Bild der Zukunft erklärt sich aus dem Zukunftsoptimismus einer Zeit, in der Beeinträchtigungen der
Umwelt noch nicht zum Thema des gesellschaftlichen Diskurses geworden waren. Hier zeigt sich sehr deutlich, wie stark auch wissenschaftliche
Voraussagen vom Zeitgeist abhängen können. Siehe: Fremlin, J. H. (1964): How Many People Can the World Support? In: New Scientist,
415:285–287.
21 Cohen, J. E. (1995): How Many People Can the Earth Support? W. W. Norton: New York.
22 Diamond (2011), a. a. O., S. 635 ff.
23 Eine Fülle von Beispielen gibt das Buch von Diamond (2011), a. a. O. S. 103–384. Dabei spielen immer ökologische und sozio-ökonomische
Faktoren zusammen.
24 »Insbesondere im späten Mittelalter haben diese die Waldflächen systematisch gelichtet, was hauptsächlich mit dem enormen Holzbedarf und
-verbrauch der mittelalterlichen Wirtschaft zusammenhing. Die Entwaldung wurde zusätzlich beschleunigt, da die Bauern ihr Vieh in den
Waldgebieten weiden ließen. Die Tiere fraßen die junge Vegetation, welche nach der Abholzung wieder zu wachsen begann, so dass der Wald sich
nicht mehr regenerieren konnte. So wurde eine einst dicht bewaldete Region zu einer steppenartigen und kilometerweit freigelegten Landschaft«.
Aus: http://umweltunderinnerung.de/index.php/kapitelseiten/geschuetzte-natur/57-die-lueneburger-heide, zugegriffen am 11. April 2013.
25 Zitiert nach: http://www.meinarboretum.de/540387a1320f2cd01/540387a1320f30c03/index.html, zugegriffen am 11. April 2013.
26 Siehe den Klassiker zu diesem Thema: Williams, M. (2006): Deforesting the Earth: From Prehistory to Global Crisis, An Abridgment.
University of Chicago Press: Chicago.
27 Van Houtte, J. A. (1977): The Rise and Decline of the Market of Bruges. In: derselbe: Essays on Medieval and Early Modern Economy and
Society. Symbolae Facultatis Litterarum et Philosophiae Lovaniensis. A/5. Leiden, S. 249–274.
28 »Schäden verlieren ihre raum-zeitliche Beschränkung – sie sind global und nachhaltig«. So charakterisiert Ulrich Beck die neue Form der
globalen Umweltbedrohungen. Siehe: Beck, U. (2007): Was ist Globalisierung? Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 79.
29 Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser. München, S. 55ff, vor
allem 57. Siehe auch: Schulze, E. D. (2000): Der Einfluss des Menschen auf die biogeochemischen Kreisläufe der Erde. Sonderdruck des
Festvortrages auf der 51. MPG -Jahresversammlung. Max Planck Forschung. Das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft,
JV /2000, S. 77–89.
30 Die Einheit »ppm« – parts per million – heißt übersetzt »Teilchen pro Million«. Diese Einheit misst die Konzentration verschiedener Gase und
zeigt das Verhältnis der Anzahl von CO2 -Molekülen pro 1 Million Gasmoleküle in der Atmosphäre an. Aus:
http://350.org/de/die-wissenschaftlichen-hintergr%C3 %BC nde-f%C3 %BC r-350, zugegriffen am 11. April 2013.
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31 Daten vom Umweltbundesamt: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2844,
zugegriffen am 11. April 2013. Mehr dazu in: Graßl, H. (2007): Was stimmt? Klimawandel. Die wichtigsten Antworten. Herder: Freiburg, S. 21 f.
32 Vgl. Riebesell, U. und Wolf-Gladrow, D. (1993): Das Kohlenstoffrätsel. In: Biologie unserer Zeit, 23 (2): 97–101, hier S. 97. Sowie:
Enquete-Kommission »Schutz der Erdatmosphäre« des Deutschen Bundestages (1995): Mehr Zukunft für die Erde. Nachhaltige Energiepolitik
für dauerhaften Klimaschutz. Deutscher Bundestag: Bonn., S. 24.
33 Siegmund, A. (2013): (Geo)ökologische Kreisläufe. Zwischen natürlichem Gleichgewicht und anthropogener Beeinflussung. In: Praxis
Geographie, 1: 4–7.
34 Schmidt-Bleek (2007): Nutzen wir die Erde richtig? Die Leistungen der Natur und die Arbeit des Menschen. 3. Aufl. Fischer: Frankurt am Main,
S. 31
35 Tabelle aus: Schmidt-Bleek (2007): Nutzen wir die Erde richtig? Die Leistungen der Natur und die Arbeit des Menschen. 3. Aufl. Fischer:
Frankfurt am Main, S. 31.
36 Pyka, A. und Werker, C. (2009): The Methodology of Simulation Models: Chances and Risks. In: Journal of Artificial Societies and Social
Simulation, 12 (4). Online unter: http://jasss.soc.surrey.ac.uk/12/4/1.html, zugegriffen am 15. April 2013.
37 Siehe: Radermacher, F. J. und Beyers, B. (2007): Welt mit Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert. Murmann: Hamburg, S. 23.
38 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (2000): Welt im Wandel. Erhaltung und nachhaltige
Nutzung der Biosphäre. Jahresgutachten 1999. Springer: Berlin 2000.
39 Siehe dazu: Reichholf (2007), Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends. Fischer: Frankfurt am Main, S. 123.
40 Aus: Food and Agriculture Organization (FAO ) (2005): Global Forest Resources Assessment 2005. 15 Key Findings. FAO : Genf, S. 4. Siehe auch
die Zusammenfassung der Ergebnisse in: http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/regenwaelder_nachhaltigkeit_start_1182.htm, zugegriffen
am 11. April 2013.
41 Ebenda S. 3; siehe auch Van Dieren (1995): Mit der Natur rechnen. Der neue Club-of-Rome Bericht: Vom Bruttosozialprodukt zum
Ökosozialprodukt. Birkhäuser: Basel und München, S. 72 f.
42 Reichholf (2007), a. a. O., S. 132.
43 http://geschimagazin.wordpress.com/2009/10/11/die-antike-und-der-wald-839/, zugegriffen am 11. April 2013.
44 »Dort, wo die Wälder abgeholzt wurden, erodierte der Boden, der nun seinen natürlichen Schutz verloren hatte. Die fruchtbare Erde wurde
durch den Ackerbau schnell ausgelaugt und vom Regen weggespült, eine verkarstete Steinwüste blieb zurück. Diesen Prozess hatte übrigens
schon der griechische Philosoph Platon sehr treffend beschrieben«. Aus: http://geschimagazin.wordpress.com/2009/10/11/die-antikeund-der-wald-839/, zugegriffen am 11. April 2013.
45 Für den Peleponnes siehe: Beuermann, A. (1956): Die Waldverhältnisse im Peleponnes unter besonderer Berücksichtigung der Entwaldung und
Aufforstung. In: Erdkunde, 10 (2): 122–136, hier S. 134 f.
Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
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46 Vgl. Mohr (1995): a. a. O., S. 31 ff.
47 Vgl. van Dieren, W. (1995), a. a. O., S. 67.
48 Genauer: Die jährliche Nettoprimärproduktion (NPP ) wird definiert als der Betrag an Sonnenenergie, der innerhalb eines Jahres durch
pflanzliche Photosynthese in biochemische Energie umgewandelt wird und den die Pflanzen nicht für ihre eigenen Lebensprozesse benötigen.
Sie stellt diejenige Biomasse dar, die für den Menschen und alle anderen Lebewesen zur Verfügung steht und repräsentiert damit die
grundlegende Nahrungsquelle allen Lebens.
49 Vgl. Vitousek, P. M.; Ehrlich, A. H. und Matson, P.H. (1986): Human Appropriation of the Products of Photosynthesis. In: Bio Science, 34: 368–373.
50 Ebenda
51 Haberl, H. (2008): Ein weiter Weg zur Nachhaltigkeit: Analysen sozialökologischer Übergänge zeigen das Ausmaß nötiger Veränderungen auf.
In: Journal für Entwicklungspolitik, 24 (3): 36–55, hier S. 43. Siehe auch: Fischer-Kowalski, M. und Amann, C. (2001): Beyond IPAT and
Kuznets Curves: Globalization as a Vital Factor in Analysing the Environmental Impact of Socio-Economic Metabolism. In: Population and
Environment, 23(1):7–47.
52 Haberl (2008), a. a. O., S. 52.
53 Aus: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (1998): Welt im Wandel: Wege zu einem
nachhaltigen Umgang mit Süßwasser. Jahresgutachten 1997. Springer: Berlin 1998, S. 73.
54 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (1998): Welt im Wandel: Wege zu einem
nachhaltigen Umgang mit Süßwasser. Jahresgutachten 1997. Springer: Berlin 1998, S. 75 f.
55 http://de.wikipedia.org/wiki/Bewaesserungsfeldwirtschaft, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
56 Scherr, S. J. (1999): Soil Degradation. A Threat to Developing-Country Food Security by 2020. In: IFPRI Food, Agriculture and the
Environment. Discussion Paper 27. IFPRI : Washington D. C.
57 Aus: Leisinger, K. (2013): Weltbevölkerung und Vernichtung fruchtbarer Böden. Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung.
http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/umwelt/land.html, zugegriffen am 11. April 2013.
58 Die Berechnungsgrundlagen für Wasserknappheit variieren von Bericht zu Bericht. Vor allem ist die Frage, wie viel Wasser ein Mensch
benötigt, nicht einfach zu beantworten, da Wasser nicht nur direkt konsumiert (für Trinkwasser, Ernährung und Pflege) sondern auch als
virtuelles Wasser in Produkten des täglichen Lebens verbraucht wird. Siehe allgemein dazu: Brown, A. und Matlock, M. D. (2011): A Review of
Water Scarcity Indices and Methodologies. White Paper 106. The Sustainability Consortium: Washington, D. C., vor allem S. 11 ff. sowie etwas
populärer in: Mauser, W. (2007): Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold. 2. Auflage. Fischer: Frankfurt am
Main, S. 26 ff. und 188 ff. Die obige Zahl stammt aus einer Berechnung der Nichtregierungsorganisation Water.Org aus Daten der
WHO /UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP ) for Water Supply and Sanitation. (2012): Progress on Sanitation and Drinking-Eater.
Update von 2012. Siehe: http://water.org/water-crisis/water-facts/water/, zugegriffen am 11. April 2013.
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59 »More than 3.4 million people die each year from water, sanitation, and hygiene-related causes. Nearly all deaths, 99 percent, occur in the
developing world«. Aus. World Health Organization (WHO ) (2008): Safer Water, Better Health: Costs, Benefits, and Sustainability of
Interventions to Protect and Promote Health. WHO : Genf.
60 Kundzewicz, Z. W. und Menzel, L. (2005): Natural Flood Reduction Strategies – A Challenge. In: International Journal of River Basin
Management, 3(2): 125–131.
61 Kruse, S. (2010): Vorsorgendes Hochwassermanagement im Wandel. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, vor allem S. 29–58.
62 Laurance, W. (2007): Environmental Science: Forests and Floods. In: Nature, 449: 409–410.
63 Münchener Rückversicherung (2000): Topics 2000. Naturkatastrophen – Stand der Dinge. Munich Re: München.
64 Zum Thema Klimawandel liegt inzwischen ein große Anzahl von populärwissenschaftlichen und wissenschaftlichen Überblicken vor.
Besonders zu empfehlen sind: Rahmstorf, S. und Schellnhuber, H. J. (2012): Der Klimawandel. Beck: München; Graßl, H. (2007): Klimawandel.
Was stimmt? Die wichtigsten Antworten. Herder. Freiburg; Latif, M. (2007): Bringen wir das Klima aus dem Takt? Hintergründe und
Prognosen. 4. Auflage. Fischer: Frankfurt am Main. Etwas skeptischer gegenüber den gängigen Aussagen der oben genannten Autoren: siehe:
von Storch, H. und Krauß, W. (2013): Die Klimafalle. Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung. Hauser: München 2013. Im
englisch-sprachigen Sprachraum ist besonders zu empfehlen: National Research Council (2010): Advancing the Science of Climate Change. The
National Academies Press: Washington, D. C. Eine besonders einprägsame Einführung auf der Basis eines Comic Books findet sich in. Hamann,
A.; Zea-Schmidt, C. und Leinfelder, R. (2013): Die große Transformation. Klima – Kriegen wir die Kurve. Jacoby und Stewart: Berlin.
65 Der momentane Wert der Kohlendioxid Konzentration beträgt: 395,55 ppm nach Auskunft der National Oceanic & Atmospheric
Administration (NOAA ). (Aus: http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/#global, zugegriffen am 13. April 2013). Das heutige Niveau liegt
rund 40 % über dem vorindustriellen Wert von 280 ppm. Siehe dazu auch: Siegenthaler, U.; Stocker, F.; Monnin, E.; Lüthi, D.; Schwander, J.;
Stauffer, B.; Raynaud, D.; Barnola, J. M.; Fischer, H.; Masson-Delmotte, V. und Jouzel, J. (2005): Stable Carbon Cycle-Climate Relationship
During the Late Pleistocene. In: Science, 310, (5752): 1313–1317. Überblick über Klimafakten auch in: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/
Publications/Other/klimawandel_fact_sheet.pdf, zugegriffen am 18. April 2013.
66 Siehe Dow, K. und Downing, T. E. (2007): Weltatlas des Klimawandels. Karten und Fakten zur globalen Erwärmung. Europäische Verlagsanstalt:
Hamburg, S. 34.
67 Latif (2007), a. a. O., S. 53 f.
68 National Research Council (2010), a. a. O., S. 36.
69 http://bildungsserver.hamburg.de/treibhausgase/2054400/kohlenstoffkreislauf-uebersicht-artikel.html, zugegriffen am 18. April 2013.
70 Die Jahre des 21. Jahrhunderts (2001 bis 2011) gehören alle zu den dreizehn wärmsten Jahren seit 1861, dem Beginn systematischer weltweiter
Temperaturmessungen. Das globale Mittel der Lufttemperatur in Bodennähe ist im Zeitraum von 1900 bis 2010 um rund 0,8° C angestiegen.
Etwa 2/3 der Erwärmung fällt auf den Zeitraum seit Mitte der 70er Jahre.
Aus: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2845, zugegriffen am 11. April 2013.
Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
139
71 Der Meeresspiegelanstieg und das Abschmelzen von Gletschern und Eiskappen haben sich beschleunigt. In den Jahren von 1961 bis 2003 stieg
der Meeresspiegel weltweit jährlich um etwa 1,8 (+/-0,5) mm. Diese Rate erhöhte sich zwischen 1993 und 2003 auf jährlich 3,1 (+/-0,7) mm.
Insgesamt ist der mittlere globale Meeresspiegel seit 1870 um rund 20 cm angestiegen. Aus: http://www.umweltbundesamt-daten-zurumwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2347, zugegriffen am 11. April 2013; Vgl. auch Dow und Dowing (2007), a. a. O., S. 24.f
(Gletscher) und 62 f. (Meeresspiegel)
72 Grassl (2007), a. a. O., S. 25 f.; siehe auch National Research Council (2010), a. a. O., S. 184 ff.
73 »Noch wüssten wir ›nicht exakt‹, welchen Anteil der Mensch am aktuellen Klimawandel hat und welcher Anteil den natürlichen Klimafaktoren
zukommt. Gleichwohl gilt, dass der Mensch infolge seiner technisch-kulturellen sowie demografischen Entwicklung – heute leben sieben
Milliarden Menschen auf dem Globus, vor 50 Jahren war die Zahl noch nicht einmal halb so groß – inzwischen selbst zum Geofaktor geworden
ist und eben auch das Klima beeinflusst.« Aus: Hüttl, R. (2012): Einleitung. In: Bild der Wissenschaft, Sonderheft: Klimawandel. Was wissen
wir wirklich?, 26. August 2012, http://www.solarify.eu/bild-der-wissenschaft-research-klimawandel/, zugegriffen am 18. April 2013.
74 The pattern of temperatures shows a rise as the world emerged from the last deglaciation, warm conditions until the middle of the Holocene, and
a cooling trend over the next 5000 years that culminated around 200 years ago in the Little Ice Age. Temperatures have risen steadily since then,
leaving us now with a global temperature higher than those during 90 % of the entire Holocene. Aus: Marcott, S. A.; Shakun, J. D.; Clark, P. U.
und Mix, A. C. (2013): A Reconstruction of Regional and Global Temperature for the Past 11,300 Years. In: Science, 339 (6124): 1198–1201, hier
editors summary, S. 1198.
75 »Der mit Abstand wichtigste Treiber des Weltklimas außerhalb der Erde und ihrer Atmosphäre ist die Sonne. […] Dieser Energiefluss von der
Sonne ist die wichtigste Kraft, die das Klima der Erde antreibt. … Moderne Klimamodelle berücksichtigen zwar die Variation in der
Sonnenstrahlung, offenbar aber nicht detailliert genug. Neuere Untersuchungen, auch am GFZ zeigen, dass der Energieeintrag in das System
Erde einer nach Wellenlängen differenzierten Betrachtung bedarf. […] Seit den 1940er Jahren gibt es demnach auffallend viele Sonnenflecken.
Damit ist auch die Strahlung relativ hoch, die bis etwa 1970 einen guten Teil des gemessenen Temperaturanstiegs auf die Erde erklären kann.
[…] Danach sorgte ganz offensichtlich ein zusätzlicher Faktor für einen weiteren Wärmeschub: Die Nutzung fossiler Brennstoffe und die damit
verbundenen CO 2-Emissionen tragen zur Erhöhung der Temperatur bei, auch wenn etwa seit dem Jahr 2000 die globale
Durchschnittstemperatur auf hohem Niveau stagniert oder sogar leicht sinkt. Aus Mitteilungen des Geoforschungszentrums Potsdam,
http://www.kaltesonne.de/?p=4920, zugegriffen am 15. April 2013.
76 Helmer, M. und Hillhorst, D. (2006): Natural Disaster and Climate Change. In: Disasters. Special Issue on Climate Change and Disasters, 30 (1):
1–4.
77 http://www.ipcc.ch/, zugegriffen am 15. April 2013. Siehe auch Latif (2007), a. a. O., S. 135.
78 Kurz vor Drucklegung des Buches erschien der neue IPCC Bericht von 2013: Er bestätigt im Wesentlichen die Erkenntnisse aus dem
Assessment Report von 2007. Hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse: The IPCC ’s Working Group I on the physical science of
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climate change found no evidence that greenhouse warming has stopped, as contrarians would have it. During the past decade, the global
temperature may have »paused«, most likely due to natural climate fluctuations, the panel finds. But a single straight line still neatly fits the
jagged upward trend of temperature oft he past 40 to 50 years. The decade of 2002 to 2012 was the hottest decade ever recorded despite ocean
cooling in the tropical Pacific Ocean. And the warming oft he upper 2 kilometers oft he world ocean – a huge heat sink relative tot he
atmosphere – continued apace through the 2000 s. So »warming oft he climate system is unequivocal«, the report concludes.
(http://news.sciencemag.org/climate/2013/09/climate-panel-even-greater-confidence-looming-warming, zugegriffen am 27. Oktober 2013).
Zum Assessment Report von 2007 siehe: Pachauri, R. K. and Reisinger, A. (Hrsg.) (2007): Synthesis Report. IPCC : Genf, hier vor alle, S. 104 ff.
Den 2007 IPPCC Report gibt es auch in Deutsch: Müller, M.; Fuentes, U. und Kohl, H. (2007):UN -Weltklimareport. Bericht über eine
aufhaltsame Katastrophe. Kiepenheuer und Witsch: Köln.
Field, C. B.; Barros, V.; Stocker, T. F.; Qin, D.; Dokken, D. J.; Ebi, K. L.; Mastrandrea, M. D.; Mach, K. J.; Plattner, G.-K.; Allen, S. K.; Tignor, M. und
Midgley, P. M. (Hrsg.) (2012): Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation. Cambridge
University Press: Cambridge, UK .
Siehe dazu: Sharir, N. J. (2012): Die Rolle der Sonne im Klimawandel des 20. Jahrhunderts. In: Vahrenholt, F. und Hüning, S.: Die kalte Sonne:
Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet. Hoffmann und Campe: Hamburg, S. 86–95.
Meehl, G. A.; Washington, W. M.; Ammann, C. M.; Arblaster, J. M.; Wigleiy, T. M. L. und Tebaldi, C. (2004): Combinations of Natural and
Anthropogenic Forcings in Twentieth-Century Climate. In: Journal of Climate, 17: 3721–3727.
Diese Rechnungen über Verbleib und Halbwertszeit sind recht kompliziert. Deshalb hier nur die grobe Angabe. Sehr detailliert dazu: Solomon,
S.; Gian-Kasper Plattner, G.-K.; Reto Knutti, R. und Friedlingstein, P. (2009): Irreversible Climate Change due to Carbon Dioxide Emissions.
Proceedings of the National Academies of Sciences. 0812721106v1-pnas.0812721106.
»Sollten wir also die CO 2-Konzentration in der Atmosphäre vor 2100 auf über 600 ppm steigern und dann die Emissionen abstellen, werden im
Jahr 3000 immer noch über 400 ppm da sein und der Treibhauseffekt entsprechend die ganze Zeit wirken. Bei einem Höchststand von 1000 ppm
vor 2100 (was wohl dem Szenario entspricht, dass wir bei den Maßnahmen bleiben, die derzeit getroffen wurden) sind im Jahr 3000 noch gut
600 ppm übrig. Aus: http://globalklima.blogspot.de/2009/02/die-lange-verweilzeit-des-co2-und-die.html, zugegriffen am 18. April 2013.
Revkin, A. (2009): The Greenhouse Effect and the Bathtub Effect. In: New York Times, 28. Januar 2009,
http://dotearth.blogs.nytimes.com/2009/01/28/the-greenhouse-effect-and-the-bathtub-effect/, zugegriffen am 15. April 2013. Eine
humoristische Version des Badewanneneffektes findet man auf: http://throbgoblins.blogspot.de/2009/01/boffin-bathtub-again.html,
zugegriffen am 27. Oktober 2013.
Rosa, E. A. und Dietz, T. (2010): Global Transformations: PaSSAGE to a New Ecological Era. In: E. A. Rosa; A. Diekmann, T. Dietz und
C. C. Jaeger (Hrsg.): Human Footprints on the Global Environment. MIT Press: Cambridge, USA , S. 1–45, hier S. 8 und 35.
National Research Council (2010), a. a. O., S. 27ff und 238 ff.
Ökosystem Erde: Systemische Bedrohungen im Verhältnis Mensch und Umwelt
141
87 Reusswig (2011), a. a. O., S. 700 f.
88 Wahrgenommene Ungerechtigkeit und mangelnde Zukunftsaussichten sind nur einige der möglichen Ursachen für das Entstehen von
Fundamentalismus. Zur Analyse der endogenen und exogenen Faktoren des Fundamentalismus vgl.: Kandil, F. (1983): Nativismus in der
Dritten Welt. Wiederentdeckung der Tradition als Modell für die Gegenwart. J. G. Bläschke Verlag: St. Michael, Österreich, S. 154 ff. und
S. 173 ff.
89 Risbey, J. und Kandlikar, M. (2007): Expressions of Likelihood and Confidence in the IPCC Uncertainty Assessment Process. In: Climatic
Change, 85: 19–31.
90 WBGU (1999), a. a. O., S. 4
91 Manning, R. M. (2006): The Treatment of Uncertainties in the Fourth IPCC Assessment Report. In: Advances in Climate Change Research,
2:13–21.
92 Swart, R., Bernstein, L., Ha-Duong, M. und Petersen, A. (2009): Agreeing to Disagree: Uncertainty Management in Assessing Climate Change,
Impacts and Responses by the IPCC . In: Climatic Change, 92: 1–29. Siehe auch: Malone, E. L. (2009): Debating Climate Change. Pathways
through Argument to Agreement. Earthscan: London.
93 Spiegelhalter, D. J. und Riesch, H. (2011): Don’t Know, Can’t Know: Embracing Deeper Uncertainties When Analysing Risks. Philosophical
Transactions of the Royal Society, A 369: 4730–4750.
94 Dazu etwa das Buch von Vahrenholt, F. und Lüning, S. (2012): Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet. Hoffman und
Campe: Hamburg, vor allem S. 326ff; weitere relativ plakative Bücher von Klimaskeptikern sind: Maxeiner, D. (2007): Hurra wir retten die
Welt! Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen. wjs-Verlag, Berlin 2007; sowie Olson, H. G. (2010): Handbuch der
Klimalügen. Ein Dokument nachhaltiger Lügen zur Rettung der Welt, verbreitet durch das Kartell der Klimaforscher und ihre eindeutige
Widerlegung durch die Wissenschaft. 2. Auflage; TvR Medienverlag: Jena. Eine hervorragende Analyse der Klimadebatte stammt von: Hume,
M. (2009): Why We Disagree about Climate Change: Understanding Controversy, Inaction and Opportunity. Cambridge University Press:
Cambridge, UK .
95 Dubois, D. und Guyonnet, D. (2011): Risk-informed Decision-Making in the Presence of Epistemic Uncertainty. In: International Journal of
General Systems, 40: 145–167.
96 Einen systematischen Überblick über die Reaktionen von Individuen und Gesellschaften auf systemische Risiken am Beispiel des Klimawandels
findet sich in dem Bericht der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften: National Research Council (2010): Advancing the Science of
Climate Change. The national Academies Press: Washington, D. C., S. 102 – 105.
97 Das Meinungsspektrum zum Thema Klimawandel ist in Deutschland recht heterogen und variiert auch von Umfrage zu Umfrage. Für rund
70 % der Deutschen ist das Thema Klimawandel relevant. Wenn man in einer Prioritätenliste Umwelt- und Klimaschutz explizit mit aufführt,
wird es auch hoch bewertet: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252970/umfrage/umfrage-zur-rangliste-politischer-aufgabenfelder/,
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zugegriffen am 15. April 2013. Bei offenen Fragen wird dagegen der Umweltschutz unter den ersten 10 wichtigsten Bedrohungen in der Regel
nicht genannt (http://www.ruv.de/de/presse/download/pdf/aengste-der-deutschen-2012/aengste_92bis2012.pdf,). zugegriffen am 19. April
2013.
Etwa 40 % Deutschen sind der Meinung, dass ein hinreichender Umwelt- und Klimaschutz eine grundlegende Bedingung darstellt, um
Zukunftsaufgaben, wie z. B. die Globalisierung, zu meistern
(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252972/umfrage/umfrage-zur-wichtigkeit-von-umwelt-und-klimaschutz-in-deutschland/,
zugegriffen am 15. April 2013).
Rund 24 % der Deutschen und 26 % der Europäer stimmen der Aussage zu, dass der Klimawandel übertrieben würde
(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1827/umfrage/bedeutung-des-klimawandels-wird-uebertrieben/, zugegriffen am 15. April
2013).
Als stark oder eher betroffen vom Klimawandel fühlen sich maximal 28 % (in Bezug auf Hitzewellen wesentlich weniger bei allen anderen
Auswirkungen des Klimaschutzes), siehe
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/253012/umfrage/umfrage-zur-zukuenftigen-betroffenheit-von-den-folgen-des-klimawandels/,
zugegriffen am 15. April 2013.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/208750/umfrage/weltweiter-co2-ausstoss/, zugegriffen am 15. April 2013.
National Climate Assessment and Development Advisory Committee (NCADAC ) (2013): Draft Climate Assessment Report. Executive
Summary. Washington, D. C., S. 8. Siehe: http://www.nesdis.noaa.gov/NCADAC /index.html, zugegriffen am 11. April 2013.
Rückgang von 13,9 Tonnen pro Kopf im jahre 1990 auf 9,5 im Jahre 2010. Aus: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/153528/umfrage/
co2-ausstoss-je-einwohner-in-deutschland-seit-1990/, zugegriffen am 15. April 2013.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/73263/umfrage/co2-emissionen-aus-energetischer-nutzung-pro-kopf-in-den-g20-staaten/,
zugegriffen am 19. April 2013.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/73263/umfrage/co2-emissionen-aus-energetischer-nutzung-pro-kopf-in-den-g20-staaten/,
zugegriffen am 19. April 2013.
»Among papers expressing a position on AGW (anthropogen induzierter Klimawandel, der Verfasser), an overwhelming percentage (97.2 %
based on self-ratings,97.1 % based on abstract ratings) endorses the scientific consensus on AGW «. Aus: Cook, J.; Nuccitelli, D.; Green, S. A.;
Richardson, M.; Winkler, B.; Painting, R.; Way, R.; Jacobs, P. und Skuce, A. (2013): Quantifying the Consensus on Anthropogenic Global
Warming in the Scientific Literature. In: Environmental Resource Letters, 8: doi:10.1088/1748–9326/8/2/02402, zugeriffen am 18. 4. 2013.
Vgl. dazu: Oreskes, N. (2004): The Scientific Consensus on Global Warming. In: Science, 306 (5702): 1686; sowie die Nachfolgestudie: Doran,
P. T. und Kendall Zimmerman, M. (2009): Examining the Scientific Consensus on Climate Change. In: Eos, Transactions American Geophysical
Union, 90 (3): 22–23.
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143
105 Diekmann, A. und Preisendörfer, P. (1994): Wasser predigen, Wein trinken. Warum unser Engagement für die Umwelt oft nur ein
Lippenbekenntnis ist. In: Psychologie heute, 21 (5): 22–27.
106 Bei den persönlichen Maßnahmen zur eigenen Bekämpfung des Klimawandels sind Müllsortierung, Lichter ausschalten und energieeffiziente
Geräte hoch im Kurs (mehr als 60 % geben an, dies zu tun), bei stärker kostenintensiveren Maßnahmen sinkt die Bereitschaft rapide, etwa auf
Autofahrten verzichten, Kompensationszahlungen für klimafreundliche Produkte bezahlen oder in Ökoanlagen investieren. Siehe:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/169114/umfrage/massnahmen-zum-klimaschutz-im-haushalt/, zugegriffen am 15. April 2013.
Eine theoretische Erklärung dazu findet sich in: Schahn, J. und David Möllers, D. (2005): Neue Befunde zur Low-Cost-Hypothese:
Verhaltensaufwand, Umwelteinstellung und Umweltverhalten. In: Umweltpsychologie, 9 (1): 82–104.
107 Vahlenkamp, T., und Gohl, M. (2012): Energiewende-Index Deutschland 2020. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 62 (9): 22.
108 Siehe dazu Akademie der Technikwissenschaften (acatech) (2012): Anpassung – Handlungsoptionen in Schlüsselbereichen. In: acatech (Hrsg.):
Anpassungsstrategien in der Klimapolitik. acatech Position. Springer: Heidelberg, S. 10–27, hier 10 f. Siehe auch: Adger, W. N.; Armell. N. W.
und Tomkins, E. L. (2005): Adaptation to Climate Change: Perspectives Across Scales. In: Global Environmental Change, 15: 75–76
109 Siehe dazu: Neufeldt, H., Jochem, E.; Hinkel, J., Huitema, D.; Massey, E.; Watkiss, P.; Mcevoy, D.; Rayner, T.; Hof, A. und Lomsdale, K. (2010):
Climate Policy and Inter-Linkages between Adaptation and Mitigation. In: M. Hulme und H. Neufeldt (Hrsg.): Making Climate Change Work
for Us: European Perspectives on Adaptation and Mitigation Strategies. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 3–39, hier die
Zusammenfassung auf S. 26 f.
110 Tol, R. S. J. (2003): Adaptation and Mitigation: Trade-offs in Substance and Methods. Working Paper FNU -33. University of Hamburg and
Centre for Marine and Atmospheric Science: Hamburg.
111 Siehe acatech (2012), a. a. O., S. 30 f.
112 Diese Erkenntnis hat immer wieder dazu geführt, die Relevanz des Themas herabzustufen. In der Tat verlieren sehr viel mehr Menschen durch
andere Umweltauswirkungen ihr Leben. Darauf hat vor allem mit großer Persistenz der dänische Umweltskeptiker Lomborg hingewiesen.
Siehe: Lomborg, B. (2007): Cool it: The Skeptical Environmentalist’s Guide to Global Warming. Knopf: New York. Dazu auch die Kritik bei:
Ackerman, F. (2008): Hot, It’s Not: Reflections in Cool it by Björn Lomborg. In: Climate Change, 89 (3–4): 435–446. Meines Erachtens ist aber
die Zahl der direkten Opfer hier irreführend und der falsche Ansatz: Bei systemischen und schleichenden Risiken sind wir mit zwei
Hauptgefahrenquellen konfrontiert: die mit dem Risiko verbundenen schleichenden Verluste, die man schwer zurechnen kann, und die
Möglichkeit plötzlicher Systemeinbrüche oder Katastrophen durch nicht-lineare Zusammenhänge.
113 Vgl. Hierzu: Reusswig (2011), a. a. O., S. 702. Siehe auch in Richtung auf die drohenden Gefahren: Moss, R. H., Edmonds, J. A.; Hibbard, K. A.;
Manning, M. R.; Rose, S. K.; van Vuuren, D. P.; Carter, T. R.; Emori, S.; Kainuma, M. and Kram, T. (2010): The Next Generation of Scenarios for
Climate Change Research and Assessment. In: Nature, 463: 747–765.
Bedrohungen durch Steuerungsdefizite in Wirtschaft und Gesellschaft
144
5 Bedrohungen durch Steuerungsdefizite in Wirtschaft und Gesellschaft
1 Heinze, R. G. (2009): Epilog: Weder Ökonomismus noch Etatismus. Konturen einer komplexen Gesellchaftssteuerung. In: R. G. Heinze (Hrsg.):
Rückkehr des Staates? VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 205 – 221.
2 Zitiert nach: Stiglitz (2011): Im freien Fall. Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirtschaft. Pantheon: München, S. 433.
3 http://www.ruv.de/de/presse/download/pdf/aengste-der-deutschen-2012/aengste_92bis2012.pdf, zugegriffen am 15. April 2013.
4 siehe Kap. 3 in diesem Teil.
5 Im Einzelnen belegen »Staatsverschuldung« und »Steigende Preise/Inflation« die Rangplätze 1 und 2 bei der im Mai 2011 gestellten Frage,
welches die wichtigsten Probleme sind, denen sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber sieht. Gefragt nach den drängendsten
persönlichen Problemen wird mit weitem Abstand an erster Stelle wiederum »Steigende Preise/Inflation« genannt. Das drängendste Problem
auf EU -Ebene ist für die Deutschen »Die Lage der öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten«. Aus: Göhring, R. (2011): Analyse
europapolitischer Einstellungen. Heinrich Böll Stiftung: Berlin, S. 9 f.
6 http://www.ruv.de/de/presse/r_v_infocenter/studien/aengste-der-deutschen.jsp, zugegriffen am 15. April 2013.
7 Illing, F. (2013): Deutschland in der Finanzkrise. Chronologie der deutschen Wirtschaftspolitik 2007–2012. Springer: Berlin. Lueer, H. (2010).
Der Grund der Finanzkrise. Von wegen unverantwortlicher Spekulanten und habgierigen Bankmanagern. 4. Auflage. Edition Octopus.
Monsenstein und Vannerdat: Münster. Krugmann, P. (2009): Die neue Weltwirtschaftskrise. Campus: Frankfurt am Main. Sinn, H.-W. (2011):
Kasino-Kapitalismus: Wie es zur Finanzkrise kann und was jetzt zu tun ist. 2. Auflage. Ullstein: Berlin. Henkel, H.-O. (2012): Rettet unser
Geld!: Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet. Heyne: München. Wagenknecht, S. (2008): Wahnsinn mit Methode. Finanzcrash
und Weltwirtschaft. Das neue Berlin: Berlin.
8 Stieglitz (2011), a. a. O., S. 236.
9 Das Beispiel stammt aus dem klassischen Aufsatz von Garret Hardin: Hardin, G. (1968), The Tragedy of the Commons. In: Science, 162 (3859):
1243–1248, hier S. 1244. Zu den historischen Beispielen dazu siehe: Radkau, J. (2008): Nature and Power. A Global History of the Envrionment.
Cambridge University Press: Cambridge, USA :, S. 71 ff. Für den Boston Common siehe: Loewen, J. (1999): Lies Across America: What Our
Historic Sites Get Wrong. New York: The New Press: New York, S. 414.
10 Historisch gesehen geschah dies allerdings selten, weil es, wie später unten noch ausgeführt wird, häufig zu kooperativen Regelungen zwischen
den Nutzern kam. Siehe dazu Radkau (2008), a. a. O., S. 72 ff. Vgl. auch die Ausführungen der Nobelpreisträgerin Eleonore Ostrom in: Ostrom,
E. (1999): Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Markt. J. C. B. Mohr: Tübingen.
11 Der Begriff der Tragödie der Allmende geht auf den amerikanischen Autor Garret Hardin zurück. Er bezog sich in seinem Aufsatz ursprünglich
auf die Viehweiden des Mittelalters, in dem diese Tragödie aber historisch gesehen selten auftrat. Die Übernutzung der Weiden war wesentlich
typischer für die Grünflächen im Inneren der Städte der US Ostküste. Siehe: Hardin, G. (1968): The Tragedy of the Commons. In: Science, 162
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(3859): 1243–1248. Siehe auch die späteren Ergänzungen dazu in: Ostrom, E.; Burger, J.; Field, C. B.; Norgaard, R. B. und Policansky, D. (1999):
Revisiting the Commons: Local Lessons, Global Challenges. In: Science, 284: 278–282. Bei genauerem Hinsehen ist auch nicht das
Gemeineigentum das Problem, sondern der offene Zugang zu den Ressourcen (open access). Siehe: Eggertsson, T. (2003): Open Access versus
Common Property. In: T. L. Anderson und F. S. McChesney (Hrsg.): Property Rights: Cooperation, Conflict, and Law. Princeton University
Press: Princeton, USA , S. 73–89, hier S. 75 f.
Auf die ersten beiden Lösungen der Privatisierung und der staatlichen Regulierung hat bereits Hardin in seinem Aufsatz von 1968 hingewiesen.
Die dritte Lösung der kooperativen Regelfindung und Durchsetzung hat er später noch nachgeschoben. Vor allem die Arbeiten von E. Ostrom
sind diesem dritten Lösungsbereich, der Institutionalisierung von kooperativen Lösungen gewidmet. Vgl. Hardin, G. (1998): Extensions of
»The Tragedy of the Commons«. In: Science, 280 (5364): 682–683. Sowie: Ostrom, E. und Walker, J. (1997): Neither Markets nor States:
Linking Transformation Processes in Collective Action Arenas. In: D. C. Mueller (Hrsg.): Perspectives on Public Choice. Cambridge University
Press, S. 35–72. Einen guten Überblick über die theoretischen Grundlagen und die Kritik der Commons Literatur vermittelt: McCay, B. J., and
Jentoft, S. (2010): Uncommon Ground: Critical Perspectives on Common Property. In: E. A. Rosa; A. Diekmann, T. Dietz and C. C. Jaeger
(Hrsg.): Human Footprints on the Global Environment: Threats to Sustainability. The MIT Press: Cambridge, USA , S. 203–230.
Diese Lösung geht vor allem auf die Grundüberlegungen zur Privatisierung von Umweltgütern von Coase zurück. Vgl. den klassischen
Aufsatz: Coase, R. H. (1960.): The Problem of Social Cost. In: Journal of Law and Economics, 3:1–44.
Siehe zu den Problemen der Privatisierung den Aufsatz: Heller, M. A. (1998): The Tragedy of the Anticommons: Property in the Transition
from Marx to Market. In: Harvard Law Review, 111 (3) 3: 621–688 und Heller, M. A. (2008): The Gridlock Economy: How Too Much
Ownership Wrecks Markets, Stops Innovation, and Costs Lives. New York: Basic Books.
Vgl. Rose, C. M. (1991): Rethinking Environmental Controls: Management Strategies for Common Resources. In: Duke Law Journal, 1: 1–38.
Ostrom (1999), a. a. O., S. 132 ff.
Mosler, H.-J. und Gutscher, H. (1996): Kooperation durch Selbstverpflichtung im Allmende-Dilemma. In: A. Diekmann, A. und C. C. Jaeger
(Hrsg): Umweltsoziologie. Sonderheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Westdeutscher Verlag: Opladen,
S. 308–323.
Young, O. (1995): The Problem of Scale in Human/Environment Relationships. In: R. O. Keohane und E. Ostrom (Hrsg.): Local Commons and
Global Interdependence. Sage: London. S. 27–45. Sowie: Dietz, T., E. Ostrom, E. und Stern, P. C. (2003): The Struggle to Govern the Commons.
In: Science, 302 (5652):1907–1912.
Sturm, B. und Vogt, C. (2011): Umweltökonomik. Physica Verlag. Springer: Heidelberg und Berlin, S. S. 189 ff. Siehe auch: Levin, K. und Bapna,
M. (2011): Adapting the Commons. In: Our Plant. Magazine of the UN Environment Program, 9: 30–33. Siehe auch meinen Aufsatz: Renn, O.
(2011): The Social Amplification/Attenuation of Risk Framework: Application to Climate Change. In: Wiley Interdisciplinary Reviews: Climate
Change, 1(1): DOI : 10.1002/wcc.99 (2011)
Bedrohungen durch Steuerungsdefizite in Wirtschaft und Gesellschaft
146
20 Vgl. zur Marginalität des eigenen Verhaltens: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (1999):
Welt im Wandel. Umwelt und Ethik. Metropolis: Marburg, S. 96. Siehe auch: Stern, P. C. (1978): When Do People Act to Maintain Common
Resources? In: International Journal of Psychology, 13:149–157.
21 Eine gute Übersicht über die individuellen Barrieren, die ein klimagerechtes Verhalten behindern, siehe: American Psychological
Association (2011): Psychology and Global Climate Change: Addressing a Multi-faceted Phenomenon and Set of Challenges. A Report by the
American Psychological Association’s Task Force on the Interface Between Psychology and Global Climate Change. APA : Washington, D. C.,
S. 123 ff.
22 http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3 %B6 %C3 %9Ften_Kohlenstoffdioxidemittenten, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
23 Im Jahre 2010: China 26,4 %; USA 17,3 % und Indien 5,4 %. Alle übrigen Länder stoßen weniger als 5 % pro Land aus. Insgesamt tragen sie
jedoch zu mehr als 50 % an der Gesamtemission von Kohlendioxid bei.
24 Steininger, K. (1994): Environmental Illusion in the Depletion of Common Property Resources. In: International Journal of Environment and
Pollution, 4 (3–4), 3–4.
25 Cansier, D. und Bayer, S. (2003): Einführung in die Finanzwissenschaften. Grundfunktionen des Fiskus. Oldenbourg: München und Wien,
S. 115 f. Sowie: Dietz, T.; Dolsak, N., Ostrom, E. und Stern, P. C. (2002): The Drama of the Commons. In: National Research Council (Hrsg.): The
Drama of the Commons. National Academies Press: Washington, D. C., S. 3–36, hier S. 19 ff.
26 Gibson, C.; Ostrom, E. und Ahn, T. (2000): The Concept of Scale and the Human Diemsnions of Global Change: A Survey. In: Ecological
Economics, 32 (2): 124–142. Sehr umfassend diese Problematik in: Burk, S. J. (1998): The Global Commons. An Introduction. Island Press:
Washington, D. C.
27 Young, O. R. (2010): The Effectiveness of International Environmental Regimes. In: E. A. Rosa; A. Diekmann; T. Dietz und C. C. Jaeger (Hrsg.):
Human Footprints on the Global Environment. MIT Press: Cambridge, USA , S: 165–202, hier S. 176.
28 Siehe den bissigen Kommentar im Spiegel: Hört noch jemand zu, liest noch jemand mit? Berichte über Klimarettung sind zum ermüdenden
Ritual geworden. Seit 20 Jahren ringt die Staaten-Gemeinschaft um einen Klimavertrag. Die Hoffnung auf eine Einigung sinkt stetig, der
Ausstoß an Treibhausgasen hingegen steigt rasant. […] Soeben ist nun auch der 18. Klimagipfel der Vereinten Nationen (Uno) zu Ende
gegangen, ohne dass nennenswerte Maßnahmen beschlossen worden wären. Die Delegierten vertrösten auf den 21. Uno-Klimagipfel in drei
Jahren, wenn ein Klimaabkommen erreicht werden soll. […] Wie lange aber wollen die rund 20 000 Uno-Delegierten als Vertreter der Staaten
noch von Gipfel zu Gipfel reisen, um die Hoffnung auf einen weltweiten Vertrag zu schüren?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gescheiterte-uno-konferenzen-forscher-wollen-klimagipfelabschaffen-a-872633.html, zugegriffen
am 27. Oktober 2013.
29 Mitchell, R. B. (1996): Compliance Theory: An Overview. In: J. Cameron, J. Werksman and P. Roderick (Hrsg.): Improving Compliance with
International Environmental Law. Earthscan: London, S. 3–28. Sowie: Raustilia, K. und Slaughter, A.-M. (2002): International Law,
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International Relations and Compliance. In: W. Carlsnaes, T. Risse und B. A. Simmons (Hrsg.): Handbook of International Relations. Sage:
London, S. 538–558.
Siehe: Theuerl, T. und Schweinsberg, A. (2004): Neue kooperative Ökonomie. Mohr Siebeck: Tübingen, S. 38 ff.
Dies sind typische Kennzeichen eines öffentlichen Gutes. Siehe dazu den Klassiker: Olson, M. (1965): The Logic of Collective Action: Public
Goods and the Theroy of Groups. Harvard University Press: Cambrige, USA : Kurze Erläuterung in: Blankart, C. B.: (2011): Öffentliche
Finanzen in der Demokratie. Eine Einführung in die Finanzwissenschaft. 6. Auflage. Vahlen: München, S. 31 f. Oder in Wiesmuth, H. (2003):
Umweltökonomie. Theorie und Praxis im Gleichgewicht. Springer: Heidelberg, S. 64 und S. 67 f.
Ein großer Teil der Abhandlungen über das Allmende Problem beschäftigt sich mit der Fischerei. Hier wird vor allem das Problem der
Überfischung als Zeichen nicht funktionierender Regeln zur Mengenabsprache thematisiert. Vgl. für viele: National Research Council (1999):
Sharing the Fish: Toward a National Policy on Fishing Quotas. National Academy Press: Washington, D. C. Eine kurze Zusammenfassung
findet sich in Wiesmuth (2003), a. a. O., S. 215 ff.
Sorrel, S. und Sijm, J. (2003): Carbon Trading in the Policy Mix. In: Oxford Review of Economic Policy 19 (3): 420–437. Siehe auch allgemein
zum Zertifikatenhandel: Sturm und Vogt (2011), a. a. O., S. 83 f.
Sturm und Vogt (2011), a. a. O., S. 63 ff. und 105 ff.
Ott, H. E. (1997): Das internationale Regime zum Schutz des Klimas. In: T. Gehring, und S. Oberthür (Hrsg.), Internationale Umweltregime.
Umweltschutz durch Verhandlungen und Verträge, Leske + Budrich: Opladen, S. 201–218.
Geden, O. (2011). Das Ende der Klimapolitik, wie wir sie kannten. In: V. Perthes und B. Lippert (Hrsg.): Ungeplant ist der Normalfall. Stiftung
Wissenschaft und Politik. Berlin, S. 19–22. Siehe auch: Hare, W.; Stockwell. C.; Flachsland, C. und Oberthür, S. (2010): The Architecture of the
Global. Climate Regime: A Top-down Perspective. In: Climate Policy,. 10 (6), S. 600–614
Man kann die Menge der pro Land ausgegebenen Emissionsrechte nach Kopf der Bevölkerung (Gleichverteilungsprinzip), nach
Wirtschaftsleistung pro Kopf (merit based) oder nach dem gerade bestehenden Ausstoß (Grandfathering) verteilen. Jeder dieser
Verteilungsmechanismus ist von einem anderen Konzept von Fairness und Gerechtigkeit geprägt. Darüber hinaus können die Zertifikate frei an
die Emittenden ausgegeben oder über eine Aktion versteigert werden. Über die richtige Form der Eigentumsverteilung von Emissionsrechten
wird weiterhin gestritten. Vgl. Santarius, Tilman (2007): Klimawandel und globale Gerechtigkeit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 24: 18–24.
Siehe auch: Baer, P.; Harte, J.; Haya, B.; Herzog, A. V.; Holdren, J.; Hultman, N. E.; Kammen, D. M.; Norgaard, R. B.; und L. Raymond, L. (2000):
Equity and Greenhouse Gas Responsibility in Climate Policy. In: Science, 289: 2287. Sowie: Wesley, E. und F. Peterson, F. (1999): The Ethics of
Burden Sharing in the Global Greenhouse. In: Journal of Agricultural and Environmental Ethics, 11: 167–196. Und: Posner, E. A. und Sunstein,
C. R. (2009): Should Greenhouse Gas Permits Be Allocated on a Per Capita Basis? In: California Law Review, 97 (1): 51–93.
»Michael Dorsey, a professor of environmental studies at Dartmouth, stirred controversy when a research team he leads found that carbon
market crime was spreading as the markets grew and matured. Though the researchers say they are still compiling figures on 2010 incidents,
Bedrohungen durch Steuerungsdefizite in Wirtschaft und Gesellschaft
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their initial study covering the entire run of Europe’s carbon market showed that 90 percent of fraud or theft cases occurred toward the end of
2009. That study estimated that fraudsters had successfully swindled the ETS of more than $ 6 billion.« Aus: Gronewold, N. (2011): Europe’s
Carbon Emission Trading – Growing Pains or Wholesale Theft? In: New York Times, January 31, http://www.nytimes.com/cwire/2011/01/31/
31climatewireeuropes-carbon-emissions-trading-growing-pai-74999.html?pagewanted=all, zugegriffen am 15. April 2013.
Hovi, J. und Holtsmark, B. (2006): Cap-and-Trade or Carbon Taxes? The Feasibility of Enforcement and the Effects of Non-Compliance. In:
International Environmental Agreements, 6: 137–155.
Geden (2011), a. a. O., S. 21.
Zu den unterschiedlichen Kategorien von öffentlichen Gütern siehe: Sturm und Vogt (2011), a. a. O., S. 49 ff.
Wiesmuth (2003), Umweltökonomie. Theorie und Praxis im Gleichgewicht. Springer: Heidelberg, S. 64 ff. und 82 ff.
Dass vielfach auch im Umweltbereich Übernutzung ausbleibt und kooperatives Verhalten vorherrscht, ist empirisch durchaus weltweit
nachweisbar. In der Regel ist eine effektive Nutzung von Allmenden entweder an eine überschaubare Gruppe von Teilnehmern (Club) oder an
eine starke institutionelle Bindung- bzw. Selbstbindung aller Nutzer gebunden. Siehe: Sturm und Vogt (2011), a. a. O., S. 190 ff. Siehe auch Falk,
A.; Fehr, E. und Fischbacher, U. (2010): Appropriating the Commons: A Theoretical Explanation. In: National Research Council: The Drama of
the Commons. National Academies Press: Washington, D. C., 157–191, hier S. 159 f.
Systemic risk may be viewed as a classic »public goods« problem, in which private firms invest less in the good than is socially desirable because
they are unable to internalize all of the benefits of their investment. Aus: Bllard, J. (2008): Systemic Risk and the Macroeconomy: An Attempt
at Perspective.
http://www.stlouisfed.org/newsroom/speeches/2008_10_02.cfm, zugegriffen am 15. April 2013.
Wir wissen, dass sehr viele Menschen durch Naturkatastrophen, seien sie klimabezogen oder auch nicht, gezwungen werden, ihre Häuser zu
verlassen und wenigstens vorübergehend irgendwo Zuflucht zu finden. Da sprechen wir von zwischen 15 und mehr als 30 Millionen pro Jahr.
Die meisten dieser Menschen bleiben in ihrem eigenen Land, oft bleibt ihnen aber nur die Flucht in einen Nachbarstaat oder ein anderes Land.
Aus: Interview mit Walter Kälin. http://www.klimawandel-bekaempfen.de/news0.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1308&
cHash=d97f1bd59a34c9dec82e79724acd992f, zugegriffen am 15 April 2013.
Siehe die Verflechtungen mit der Weltwirtschaft in der Automobilindustrie in: http://www.poprawka.de/lkpo/wewigeo.html#Kapitel%2010,
zugegriffen am 15. April 2013.
Zu den Vor- und Nachteilen dieser Verflechtung der einheimischen Wirtschaft mit der Weltwirtschaft siehe: Roubini, N. und Mihm, S. (2011):
Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft. Crisis Economics. Dritte Auflage. Goldmann: München, S. 397 ff.
Dieser Zentralbegriff der Volkswirtschaftslehre ist anschaulich erläutert in: Wiesmuth (2003), a. a. O., S. 50 ff. Vgl. auch Cansier, D. und Bayer,
S. (2003): Einführung in die Finanzwirtschaft. Oldenbourg: München, S. 90.
Siehe anschauliche Erklärung in: http://www.olev.de/e/effekt.htm, zugegriffen am 15. April 2013.
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50 »Aus wirtschaftstheoretischer Sicht unterscheidet man zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital; der Faktor Boden kann
dabei durch den Faktor Umwelt oder natürliche Ressourcen ersetzt werden, während zum Faktor Kapital neben Sachkapital auch Humankapital
gerechnet wird. Aus: Gablers Wirtschaftslexikon. Online: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/produktionsfaktoren.html,
zugegriffen am 15. April 2013.
51 Häufig wird das Wissen oder das Know-how auch als vierter Produktionsfaktor bezeichnet. Dies ist allerdings kritisch, weil Wissen die
Produktivität der anderen Faktoren maßgeblich mitbestimmt, aber nicht als eigentlicher Träger von Produktion angesehen werden kann. Vgl.
Schrüfer, K. (2010): Allgemeine Volkswirtschaftslehre. Berliner Wissenschaftsverlag: Berlin, S. 16 ff.
52 Vgl. dazu vor allem zum Beitrag von Wissen und Innovation: Kretschmer, T.; Pittel, K.; Albrecht, J.; Strobel, T.; Essling, C.; Pfeigger, J. und
Röpke, L. (2011): Wachstum und Produktivität. Ein Gutachten im Auftrag der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages: »Wachstum,
Wohlstand, Lebensqualität.« Deutscher Bundestag: Berlin und München, S. 9 ff.
53 Vgl. Schmidt-Bleek (2007), a. a. O., S. 81 ff. und Von Weizsäcker, E. U., Lovins, A. B., und Lovins, L. H. (1995). Faktor vier: Doppelter Wohlstand –
halbierter Naturverbrauch: der neue Bericht an den Club of Rome. Droemer Knaur: München.
54 Intensives Wirtschaftswachstum liegt nur vor, wenn das Pro-Kopf-Einkommen steigt. Das bedeutet, dass das Wachstum durch eine höhere
Arbeitsproduktivität und nicht durch eine Zunahme der Arbeitskräfte zustande kommt. Die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens übersteigt
also die Wachstumsrate der Bevölkerung. Siehe die Nachweise für intensives Wachstum für nahezu alle Länder der Welt in:
http://www.laenderdaten.de/wirtschaft/BIP _wachstumsrate.aspx, zugegriffen am 15. April 2013.
55 Das ist eine etwas grobe Einteilung: Hier die genaueren Zahlen: 2005 hatten 48,3 % der Weltbevölkerung (3,14 Mrd. Menschen) ein
Einkommen von weniger als 2,5 US $/Tag und 21,5 % der Weltbevölkerung (1,4 Mrd. Menschen) ein Einkommen von weniger als 1,25 US
$/Tag. 2003 hungerten 17 % der Menschen in den Entwicklungsländern. Aus: http://wer-ist-reich.de/, zugegriffen am 15. April 2013.
56 Die Frage der gerechten Verteilung wird uns noch im nächsten Kapitel eingehend beschäftigen. Zum Einlesen hier schon: Beck, U. (2007): Was
ist Globalisierung? Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 100 ff.
57 Eekhoff, J. (2006): Maßstäbe der Leistungsgerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit in der Sozialen Marktwirtschaft. In: derselbe (Hrsg.):
Vom Wohlfahrtsstaat zur Sicherung des Existenzminimums? Duncker und Humblot: Berlin, S. 113–125.
58 Aus: http://www.wiwi.uni-muenster.de/wisoge/studieren/Skripte/global_WS 1112/VL -07.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
59 Siehe dazu den Klassiker: Röpke, W. (1997): Kernfragen der Wirtschaftsordnung. In: ORDO, 48: 27–64 (ursprünglich 1953).
60 Siehe dazu: Hardes, H. D. und Uhly, A. (2007): Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Oldenbourg: München, S. 50 ff.
61 Siehe: http://bbne.bibb.de/de/nh_9439.htm, zugegriffen am 15. April 2013.
62 Zitiert nach: http://20jahre.wupperinst.org/fileadmin/BdW_Artikel_10–2011.pdf, zugegriffen am 15. April 2013. Originalstudie: Böge, S.
(1992): Erfassung und Bewertung von Transportvorgängen: Die produktbezogene Transportkettenanalyse. Bericht. Wuppertal Institut:
Wuppertal. http://www.stefanie-boege.de/texte/joghurt.pdf
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63 Als Klassiker der Analyse externer Effekte gilt Karl William Kapp. Sein Hauptwerk: Kapp, K. W. (1963): The Social Costs of Business Enterprise.
2. Auflage. Asia Publisher: New York. Siehe zu dem Konzept der externen Effekte das Grundlagenwerk in: Heinemann, K. (1966). Externe
Effekte der Produktion und ihre Bedeutung für die Wirtschaftspolitik. Duncker und Humblot: Berlin. Im Rahmen der liberalen
Wirtschaftstheorie gibt es zwei Auswege, um die externen Kosten zu internalisieren: die Besteuerung in Höhe der externen Kosten (die
sogenannte Pigou Steuern) oder die schon erörterte Vergabe von Eigentumsrechten (Coase Lösung). Siehe dazu: Pigou, A. (1932): The
Economics of Welfare. 4. Aufl. Macmillan: London. Coase, R. (1960): The Problem of Social Cost. In: Journal of Law and Economics, 3, 1–44.
Sowie Coase, R. (1998): The Firm, the Market, and the Law. The University of Chicago Press: Chicago, USA .
64 Vgl. zur Geschichte der BSE Krise und ihres politischen Managements: Böschen, S.; Dressel, K.; Schneider, M.; und Viehöver, W. (2005): Die
BSE -Krise: Lernen unter Nichtwissensbedingungen, in: S. Böschen, A. Lerf, und M. Schneider, (Hrsg): Handeln trotz Nichtwissen. Vom
Umgang mit Chaos und Risiko in Politik, Industrie und Wissenschaft. Frankfurt/New York: Campus: Frankfurt am Main, S. 99–120.
65 Scientific Report on the Risks of Non Conventional Transmissible Agents, Conventional Infectious Agents or Other Hazards Such as Toxic
Substances Entering the Human Food or Animal Feed Chains via Raw Material from Fallen Stock and Dead Animals. Report submitted to the
Scientific Steering Committee and its Meeting of 24–25 June, 1999. Report 1582, London, S. 21.
Siehe: http://ec.europa.eu/food/fs/sc/ssc/out58_en.pdf, zugegriffen am 15. April 2013.
66 Ähnlich argumentiert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten
2009/2010: Ein Regulierungsregime zur Reduktion systemischer Risiken. Sachverständigenrat: Berlin, S. 137 f.
67 Definition und Beschreibung des Begriffes Verwundbarkeit (Vulnerability) in: Gallopin, G. C. (2006): Linkages between Vulnerability,
Resilience, and Adaptive Capacity. In: Global Environmental Change, 16: 293–303, hier S. 294. Einen Überblick über die verschiedenen
disziplinären Zugänge zum Begriff der Verwundbarkeit, siehe: Alwang, J. P.; Diegel, B. und Jorgenson, S. (2001): Vulnerability: A View from
Different Disciplines. Social Protection Discussion Paper, Nr. 0115. World Bank: Washington, D. C.
68 Gheorghe, A. V. und Vamanu, D. V. (2004). Complexity Induced Vulnerability. International Journal of Critical Infrastructures, 1(1),
76–84.
69 Cutter, S. L. (1996): Vulnerability to Environmental Hazards. In: Progress in Human Geography, 20: 529–539, hier S. 536 f.
70 »Das Jahr 2008 wird als das Jahr des großen Bankensterbens in die Geschichte eingehen, denn mehr als 100 Banken sind in diesem Jahr weltweit
durch Konkurse und Übernahmen vom Erdboden verschwunden oder in letzter Minute verstaatlicht worden« Aus: Sinn (2011), a. a. O., S. 79.
Siehe auch: Roubini und Mihm (2011), S. 56; Stiglitz (2011), a. a. O., S. 29 ff.
71 Hashimoto, T., Loucks, D. P., und Stedinger, J. R. (1982): Reliability, Resiliency and Vulnerability Criteria for Water Resources Systems. In:
Water Resources Research, 18 (1): 14–20.
72 Auf die besondere Anfälligkeit von komplexen und eng gekoppelten Systemen für Ausfälle und Systemzusammenbrüche hat vor allem der
Soziologe Charles Perrow hingewiesen: Siehe: Perrow, C. (1989): Normale Katastrophen. Campus: Frankfurt am Main. Siehe dazu auch: Banse,
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G. (2011): Normale Katastrophen. In: M. Maring (Hrsg.): Fallstudien zur Ethik in Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. KIT
Scientific Publisher: Karlsruhe, S. 160–166.
Das Konzept geht auf den Ökologen Crawford Holling zurück. Er definiert Resilienz so: Resilience determines the persistence of relationships
within a system and is a measure of the ability of theses systems to absorb changes of state variables, driving variables, and parameters, and still
persist. Aus: Hollings, C. S. (1973): Resilience and Stability of Ecological Systems. In: Annual Review of Ecology and Systematics, 4 (1): 1–23,
hier 17. Siehe auch: Holling, C. S. (1986): The Resilience of Terrestrial Ecosystems: Local Surprise and Global Change. In: W. C. Clark und
R. E. Munn (Hrsg.): Sustainable Development of the Biosphere. Cambridge: Cambridge University Press: Cambridge, USA , S. 292–317.
Siehe Folke C. (2006): Resilience: the Emergence of a Perpective for Social-Ecological Systems Analyses. In: Global Environmental Change –
Human and Policy Dimensions, 16 (3): 253–267.
Korhonen, J. und Seager, T. P. (2008). Beyond Eco Efficiency: A Resilience Perspective. In: Business Strategy and the Environment, 17 (7):
411–419.
Low, B.; Ostrom, E.; Simon, C. und Wilson, J. (2003): Redundancy and Diversity: Do They Influence Optimal Management? In: F. Berkes,
J. Colding und C. Folke, C. (Hrsg): Navigating Social-Ecological Systems: Building Resilience for Complexity and Change. Cambridge
University Press: Cambridge, USA , S. 83–114.
»We are more inclined to engage in a risk if we believe that the odds of a truly catstrophic outcome are negligible. It is just this underestimation
of extreme outcomes that many have used to explain the widespread collapse of investment banks and lending institutions in 2008 in the United
States: Banks undertook risky leveraging strategies in the belief that even the worst-possible default scenario would be survivable«. Aus: Meyer,
R. (2010): Why We Still Fail to Learn from Disasters. In: E. Michel-Kerjan und P. Slovic (Hrsg.): The Irrational Economist. Making Decisions in
a Dangerous World. Perseus Books: New York, S. 124–131, hier S. 129.
Siehe Stiglitz (2011), a. a. O., S. 135ff und 453.
»Im heutigen Sprachgebrauch wird Hybris als ein bildungssprachlicher Ausdruck für Vermessenheit und Selbstüberhebung verwendet, die zu
einem schlimmen Ende führen werden.« Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Hybris, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
Siehe Teil I, Kap. 5.
»Man sollte meinen dass im frühen 21. Jahrhundert unser ökonomisches Modell so viel effizienter ist im Vergleich zu den 1930er Jahren, so dass
wir heute gegen Konjunktureinbrüche viel besser gewappnet sind. Doch ist ein solcher Glaube Illusion.« Aus: Grundmann, R. und Stehr, N.
(2011): Die Macht der Erkenntnis. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 259. Siehe auch: Saretzki, T. (2005): Welches Wissen – wessen
Entscheidung? In: A. Bogner und H. Torgersen (Hrsg.): Wozu Experten? Ambivalenzen der Beziehung von Wissenschaft und Politik. VS Verlag
für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 345–369, hier S. 348 ff.
»Aufgabe der Wissenschaft ist es, die tatsächlichen Entscheidungsverläufe und -prozesse zu untersuchen und zu klären. Das kann die Politik
von der Wissenschaft erwarten. Das sollte sie auf jeden Fall erwarten – wenn es ihr um die Verbesserung des Verhältnisses von Wissenschaft
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und Politik und auch um die Verbesserung der Entscheidungsprozesse geht.« Aus: Biedenkopf, K. (2006): Was erwartet die Politik von der
Wissenschaft? In: Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Politikberatung in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften:
Wiesbaden, S. 17–32, hier S. 22.
Vgl. Kaufmann, S. und Blum, S. (2013): Vulnerabilität und Resilienz: Zum Wandern von Ideen in der Umwelt- und Sicherheitsdiskussion. In:
R. von Detten; F. Faber und M. Bemmann (Hrsg.): Unberechenbare Umwelt: Zum Umgang mit Unsicherheit und Nicht-Wissen. VS Verlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 91–120, hier S. 93 ff.
Torgersen, H. (2005): Expertise und Politik im Widerstreit? Entscheiden unter dem Vorsorgeprinzip. In: Bogner und Torgersen (2005), a. a. O.,
S. 67–85, hier S. 69. Grundsätzlich dazu: Weingart, P. (2001): Die Stunde der Wahrheit? Zum Verhältnis von Wissenschaft zu Politik,
Wirtschaft und Medien und der Wissensgesellschaft. Velbrück: Weilerswist.
Zum Phänomen der Überinterpretation von Modellen siehe: Silver, N. (2012): The Signal and the Noice. Why so Many Predictions Fail. The
Penguin Press: New York, S. 254 f. und S. 359 f.
Stiglitz (2011), a. a. O., S. 453.
Siehe dazu: Makridadis, S.; Hogarth, R. und Gaba, A. (2010): Tanz mit dem Glück. Wie wir den Zufall für uns nutzen können. Tolkemitt Verlag:
Berlin, S. 173 ff. und vor allem S. 231 ff.
Zur Berechnung des Value-at-Risk Ansatzes: Eisele, W.; Knobloch, A. P. (2000): Value at Risk: Tool for Managing Trading Risk. In: M. Frenkel,
U. Hommel und M. Rudolf (Hrsg.): Riskmanagement – Challenge and Opportunity. Springer: Heidelberg 2000, S. 155–179. Zur Kritik und
Problematik dieses Ansatzes siehe: Sibbertsen, P.; Rohde, I und Luedtke, C. (2010): Sind Risikomodelle selbst ein Risiko? Statistische
Modellrisiken am Finanzmarkt. Forschungsinitiative Sicherheit. Institut für Statistik: Universität Hannover, S. 47 f. Dass die Problematik dieses
Ansatzes schon vor der Krise bekannt war, zeigt der Aufsatz von: Berkowitz, J. und O’Brian, J. (2001): How Accurate are Value-at-Risk Models
at Commercial Banks. University of California: Irvine. Ein zentrales Ergebnis in den Schlussfolgerungen lautete: »Also, the VaR forecasts for
some banks are highly inaccurate.« (S. 9). Siehe dazu auch Roubine und Mihm (2011), a. a. O., S. 29 ff.
Makridakis et al. (2010), a. a. O., S. 231ff und zusammenfassend auf S. 309; Härdle, W. K. und Kirchner C. F. W. (2010): Quantifizierung von
Risiken auf Finanzmärkten? In: H. Münkler, M. Bohlender und S. Meurer (Hrsg.): Sicherheit und Risiko. Über den Umgang mit Gefahr im
21. Jahrhundert. Transcript: Bielefeld, S. 171–185, hier S. 171 (Unabhängigkeit) und 182 (Kontextabhängigkeit). Siehe grundlegend in: Silver
(2012), a. a. O., S. 253.
Taleb, N. M., Goldstein D. G. und Spitznagel, M. W. (2009): The Six Mistakes Executives Make in Risk Management. Harvard Business Review,
87 (10): 78–81. Das sind die sechs großen Irrtümer der Modellierung von Finanzrisiken: (i) We think we can manage risk by predicting extreme
events; (ii) we are convinced that studying the past will help us manage risk (iii) we don’t listen to advice about what we shouldn’t do; (iv) we
assume that risk can be measured by standard deviation, (v) we don’t appreciate that what is mathematically equivalent isn’t psychologically so;
and (vi) We are taught that efficiency and maximizing shareholder value don’t tolerate redundancy.
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Stiglitz (2010), a. a. O., S. 30 f.
Taleb; N. N. (2008): Der schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Hanser: München.
ebenda S. 287
Siehe Makridakis et al.(2010), a. a. O., S. 233 f. Damit eng verbunden ist die Gefahr von Overfitting, d. h. Unsicherheitsschwankungen durch
statistische Verfahren der Glättung künstlich auszubügeln. Siehe: Silver (2012), a. a. O., S. 163.
Silver (2012), a. a. O., S. 338 f.; siehe auch Taleb (2008), a. a. O., S. 187.
Braun, V. (2001): Globale Bedrohung durch Infektionen. Sind bakterielle Infektionen beherrschbar? Springer: Berlin und Heidelberg, S. 6 ff.
Grund, S., und Hengel, H. (2012): Neue Infektionserreger mit pandemischem Potential: Ursache – Verbreitung – Management. In: G. Darai;
M. Hadermann; H.-G. Sonntag und L. Zöller (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer: Heidelberg, S. 607–622.
Blendon R. J., DesRoches C. M., Cetron M. S., Benson J. M., Meinhardt T. und Pollard W. (2006): Attitudes toward the Use of Quarantine in a
Public Health Emergency in Four Countries. In: Health Affairs (Millwood), 25 (2): 15–25. Siehe auch: Steelfisher G. K., Blendon R. J., Ward
J. R., Rapoport R., Kahn E. B., Kohl K. S. (2012): Public Response to the 2009 Influenza A H1N1 Pandemic: A Polling Study in Five Countries. In:
Lancet Infectious Disease, 12 (11): 845–850.
Robert.Koch-Institut (2007): Anhang zum Nationalen Pandemieplan. RKI : Berlin, S. 4 f. und S. 18
http://www.rki.de/DE /Content/InfAZ /I/Influenza/Influenzapandemieplan.html, zugegriffen am 15. April 2013.
»Eine rationale Sozialkritik kann also das Problem der Realisierbarkeit nicht außer Acht lassen. Sie kann zwar die vorliegenden Zustände
durchleuchten und dabei Missstände identifizieren, aber sie darf nicht den Eindruck erwecken, es gäbe keine Einschränkung für die simultane
Behebung aller Mängel und für die Realisierung einer fehlerfreien Sozialordnung und einer Gesellschaft ohne Schwächen. Aus: Albert, H
(1991): Traktat über kritische Vernunft. 5. Auflage. Mohr Siebeck: Tübingen; S. 210. Siehe für die Umweltpolitik: Jakubowski, P.; Tegner, H. und
Kotte S. (1997): Strategien umweltpolitischer Zielfindung. Eine ökonomische Perspektive. Lit Verlag: Münster, S. 24 f.
Siehe Kap. 4.8 in Teil III .
Görß, S. (2012): Finanz- und Schuldenkrise verstehen. Ein kommentierter Überblick für Einsteiger. Books on Demand: ohne Ort; S. 32 f. Die
Überreaktion der Finanzinvestoren ist ein guter empirischer Beleg gegen die Wirksamkeit der Theorie der Effizienz der Finanzmärke, die lange
Zeit das ökonomische Wissen bestimmte. Hauptvertreter dieser Theorie ist: Fama, E. (1970): Efficient Capital Markets. A Review of Theory and
Emprical Work. In: Journal of Finance, 25: 383–417.
»Allen Sparanstrengungen zum Trotz fällt die internationale Bewertung der Lage negativ aus – erst recht nach der Herabstufung der
Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s in dieser Woche. Die zuletzt verabschiedeten Reformen reichen der Agentur
zufolge nicht aus. Und es könnte noch schlimmer kommen: Der Ausblick ist laut Standard & Poor’s negativ.« Aus:
http://derstandard.at/1316390206616/Hintergrund-Wie-es-den-Euro-Sorgenkindern-geht, zugegriffen am 15. April 2013. Siehe auch: Eber,
G. (2011): Italy’s Fiscal Crisis. In: Intereconomics: Review of European Economic Policy, 46 (6): 332–339.
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104 »Zwei zum Jahresende 2011 und zum Jahresanfang 2012 von der EZB aufgelegte langfristige Refinanzierungsgeschäfte sowie die Unterzeichnung
des Fiskalpakts und die Einrichtung des permanenten Rettungsschirms konnten die Märkte nur temporär beruhigen. Diese Entwicklung lässt sich
unter anderem an den Risikoaufschlägen für langfristige Anleihen Italiens und Spaniens ablesen, die im Juni und Juli des Jahres 2012 wieder
ein ähnlich hohes Niveau erreichten wie im Herbst 2011. […] Offensichtlich wurde diese Entwicklung von einem Vertrauensverlust in die
Integrität der Währungsunion hervorgerufen.« Aus: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage (2012):
Jahresgutachten 2012/2013. Erstes Kapitel: Die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung in der Welt und die in Deutschland. Berlin, S. 21.
http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/ga201213/ga12_ges.pdf, zugegriffen am 18. 4. 2013.
105 Kirchgeorg, M. und Günther, E. (2007): Resilience Management – Konzeptentwurf zum Umgang mit Auswirkungen des Klimawandels. In:
Umwelt-Wirtschafts-Forum, 15 (3): 175–182.
106 Dazu grundlegend: Kielmansegg, Graf P. (1990): Das Experiment Freiheit. Nordrhein-Westfälische Schriften zur Geschichte und Politik. Klett:
Stuttgart, S. 23 ff.
107 Kneip, S. (2003): Die sozialphilosophischen Grundlagen des demokratischen Wohlfahrtsstaats. In: Welt Trends: Zeitschrift für Internationale
Politik und Vergleichende Studien, 39: 11–29. Vgl. auch: Chwaszcza, C. (2011): Kollektive Autonomie, Volkssouveränität und individuelle
Rechte in der liberalen Demokratie. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 59 (6): 917–935. Vgl. auch die Grundzüge der katholischen
Soziallehre in diesem Punkte: Rauscher, A. (2002): Katholische Soziallehre. In: W. Becker und G. Buchstab (Hrsg.): Lexikon der christlichen
Demokratie in Deutschland. Schöningh: Paderborn, S. 574 – 575.
108 Der Begriff der staatlichen Souveränität ist zwar konstitutiv für das Völkerrecht, ist aber für die Beschreibung der realen internationalen
Beziehungen immer weniger trennscharf, weil sich Staaten zu Staatenbündnisse zusammenschließen (etwa EU ), Souveränitätsverzichte
untereinander aushandeln (etwa in der Atompolitik durch die Einrichtung einer internationalen Kontrollbehörde wie die IAEA ) oder regionale
Souveränitätsrechte innerhalb eines Landes vergeben (etwa Schottland in dem Vereinigten Königreich). Siehe dazu: Lemke, C. (2012):
Internationale Beziehungen. Grundkonzepte, Theorien und Problemfelder. Oldenbourg: München, S. 7 ff. Die nach wie vor hohe Bedeutung der
Souveränität von Nationalstaaten in der globalen Governance betont: Weale, A. (2009): Governance, Government and the Pursuit of
Sustainability. In: W. N. Adger und A. Jordan (Hrsg.): Governing Sustainability. Cambridge University Press: Cambridge, UK , S. 55–75, hier
S. 58 f. Zum Thema Souveränität in einem zusammenwachsenden Europa siehe: Kantner, C. (2004): Gemeinsam geteilte normative
Grundüberzeugungen und die Entstehung einer supranationalen europäischen Identität. In: Berliner Debatte Initial, 15 (4): 85–91.
109 »Die vorherrschende Fehleinschätzung war, dass man glaubte, dass Finanzmärkte sich selbst korrigieren und sich deswegen auch selbst
überlassen bleiben sollen. […] Die irrige Annahme, wonach die Märkte getrost sich selbst überlassen bleiben könnten, beschwor eine ganze
Serie solcher Krisen herauf.« Aus: Soros, G. (2010): Der Blick geht nach vorn. Fünf Grundpfeiler der Märkte von morgen. FinanzBuch Verlag:
München, S. 45. Vgl. auch: Roubini und Mihm (2011), a. a. O., S. 110.
110 Zitiert nach: Stiglitz (2011), a. a. O., S. 467.
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111 Zur Selbstbestimmung gesellschaftlicher Subsysteme und der Notwendigkeit der gegenseitigen Abstimmung beim Auftreten von externen
Effekten siehe: Weede, E. (1990): Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Zur Soziologie der kapitalistischen Marktwirtschaft und der Demokratie.
Mohr: Tübingen, S. 101 ff.
112 Siehe: Luhmann, N. (1988): Die Wirtschaft der Gesellschaft. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 48 ff. sowie Luhmann, N. (1984): Soziale
Systeme: Grundriss einer allgemeinen Theorie. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 15.
113 Siehe Münkler, H. (2010): Strategien der Sicherung: Welten der Sicherheit und Kulturen des Risikos. Theoretische Perspektiven. In:
H. Münkler, M. Bohlender und S. Meurer (Hrsg.): Sicherheit und Risiko. Über den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert. Transcript:
Bielefeld, S. 11–34, hier S. 15. Siehe auch Weede (1990), a. a. O., S. 102.
114 Sinn (2011), a. a. O., S. 216 ff.
115 Ebenda S. 243 ff.
116 Zum Beispiel für das Handwerk, das sicher keinerlei Schuld an der Finanzkrise hatte. »Mehr als jeder zweite Handwerksunternehmer bekommt
die Auswirkungen der Finanzmarktkrise im Geschäftsverkehr mit den Banken jedoch bereits negativ zu spüren: ob in Form erhöhter
Sicherheitsleistungen oder durch steigende Kreditzinsen. Die Kreditkonditionen haben sich seit Juli 2008 im Schnitt um zwei Prozentpunkte
verschlechtert. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse einer repräsentativen Umfrage des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags unter 4000
Handwerksunternehmen (Rücklauf: 1100).« Aus: http://www.mobil.handwerksblatt.de/handwerk/risikoscheue-banken-kredite-fuershandwerk-werden-teurer-0–7627.html, zugegriffen am 15. April 2013.
117 »Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat belegen, dass die Bankenhilfen die öffentlichen Haushalte Deutschlands im Jahr 2010 im
Saldo mit 9,8 Milliarden Euro belastet haben. Zusammen mit dem Aufwand von 2008 und 2009 ergibt sich so allein für die Bankenhilfe ein
Minus von 16,6 Milliarden Euro. Aus: S. Spethmann, D. (2012): Zeitbombe Staatsverschuldung – keine Euro-Bonds und keine ESM . August
Dreesbach Verlag: München, S. 14.
118 Siehe die Sammelbände zu Regulierung und Deregulierung: Michler, A. F. und Smeets, H. D. (Hrsg.) (2011): Die aktuelle Finanzkrise:
Bestandsaufnahme und Lehren für die Zukunft. Schriften zur Ordnungsfrage der Wirtschaft, Band 93. Lucius und Lucius: Stuttgart, hier vor
allem S. 155–300; Acharya, V. V. und Richardson, M. (Hrsg.) (2009): Restoring Financial Stability: How to Repair a Failed System. Wiley:
Hoboken, USA , vor allem S. 121–228. Einen gute Überblick bietet: Hopt, K. J. (2010). Auf dem Weg zu einer neuen europäischen und
internationalen Finanzmarktarchitektur. Rechtpolitisches Forum, Heft 50. Institut für Rechtspolitik der Universität Trier. Siehe auch: Roubini
und Mihm (2011), a. a. O., S. 293 ff. Sowie: Bofinger, P.; Straubhaar, T.; Vöpel, H.; Thielemann, U. und Kopper, C. (2011): Wie lässt sich die
Dominanz der Finanzmärkte über die Politik lösen? Wirtschaftsdienst, 91 (12): 811–826.
119 Vgl. dazu: Mayer, T. (2005): Theorie der sozialen Demokratie. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 246 ff.
120 Hübner, K. und Petschow, U. unter Mitarbeit von Becker, D. und Lakner, S. (2001): Spiel mit Grenzen. Ökonomische Globalisierung und soziale
Kohäsion. Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Band 34. Edition Sigma: Berlin, hier vor allem S. 161 ff. Vgl. auch Beck (2007): Was ist
Globalisierung? Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 218 f.
Bedrohungen durch Steuerungsdefizite in Wirtschaft und Gesellschaft
156
121 Siehe zum Staatsversagen: Luckenbach, H. (1991). Markt- und Staatsversagen. Ursachen und wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen. In:
Wirtschaftswissenschaftliches Studium WiSt, 5 (91), 225–230. Oder: Jänicke, M. (1993): Vom Staatsversagen zur politischen Modernisierung?
Ein System aus Verlegenheitslösungen sucht seine Form. In: Böhret, C. und Wewer, G. (Hrsg.): Regieren im 21. Jahrhundert – zwischen
Globalisierung und Regionalisierung. Westdeutscher Verlag: Opladen 1993, S. 63–77. Für den Finanzsektor siehe: Michler, A. F. und Thieme,
H. J. (2009): Finanzmarktkrise: Marktversagen oder Staatsversagen. In: ORDO -Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, 60:
185–221. Für die Regulierung von Umwelt siehe den Sammelband: Mez, L. und Jänicke, M. (Hrsg) (1997): Umweltpolitik und Staatsversagen.
Edition Sigma: Berlin.
122 Diese Schlussfolgerung ist natürlich in der Literatur zu Regulierung und Deregulierung nicht unbestritten. Aber gerade nach der Finanzkrise
haben auch Vertreter neoliberaler Konzepte der Wirtschaftspolitik eine Verbesserung und Stärkung der Regulierung gefordert. Siehe: Sinn
(2011), a. a. O., S. 184 f. und konkreter S. 391 ff.
123 Ich folge hier der Definition von Macht nach Max Weber: »Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung, den eigenen
Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht«. Weber, M. (1972): Wirtschaft und Gesellschaft. Mohr
Siebeck: Tübingen, S. 17–30, hier S. 28.
124 Giddens, A. (1992): Die Konstitution der Gesellschaft. Campus: Frankfurt am Main, S. 314.
125 Genschel, P. und Zangl, B. (2008): Metamorphosen des Staates – vom Herrschaftsmonopolisten zum Herrschaftsmanager. In: Leviathan, 36 (3),
430–454, hier S. 432 f.
126 Diese Vorstellung geht ursprünglich auf Rousseau zurück »Finde eine Form des Zusammenschlusses, die mit ihrer ganzen gemeinsamen Kraft
die Person und das Vermögen jedes einzelnen Mitglieds verteidigt und schützt und durch die doch jeder, indem er sich mit allen vereinigt, nur
sich selbst gehorcht und genauso frei bleibt wie zuvor. Rousseau, J.-J. (1977): Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts. Hrsg.
u. übers. von: H. Brockard. Reclam: Stuttgart, S. 16 (ursprünglich 1762).
127 Weede (1990), a. a. O., S. 4 ff.
128 »Aus demokratietheoretischer Sicht ist Transparenz eine unbedingte Voraussetzung, damit eine Meinungs- und Willensbildung durch
informierte Bürger möglich ist.« Aus: Stehr, N. und Wallner; C. (2010): Transparenz: Einleitung. In: Jansen, S. A.; Schröter, E und Stehr, N.
(Hrsg.): Transparenz. Multidisziplinäre Durchsichten durch Phänomene und Theorien des Undurchsichtigen. VS Verlag: Wiesbaden, S. 13. Die
Notwendigkeit gegenseitiger Kontrolle und der Gewaltenteilung geht auf den französischen Philosophen Charles de Secondat, Baron de
Montesquieu zurück. Siehe: Rilklin, A. (1989): Montesquieus freiheitliches Staatsmodell. Die Identität von Machtteilung und
Mischverfassung. In: Politische Vierteljahresschrift, 3, 420–442. Zur Diskussion um die Voraussetzungen der Demokratie siehe: Schmidt,
M. G. (2010): Demokratietheorien. Eine Einführung. 5. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 415 ff.
129 Siehe dazu Dahl, R. (2000): On Democracy. New Edition. Yale University Press: New Haven, S. 83 ff.
130 Siehe Schmidt (2010), a. a. O., S. 483 ff.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
157
131 Siehe Überblick zur Korruptionsforschung in: Alemann, U. von (2005): Politische Korruption. Ein Wegweiser zum Stand der Forschung. In:
U. von Alemann (Hrsg): Dimensionen politischer Korruption: Beiträge zum Stand der internationalen Forschung. PVS -Sonderheft, 35: 13–49.
Gute Einblicke vermitteln auch: Warren, M. E. (2004): What Does Corruption Mean in a Democracy? In: American Journal of Political Science,
48 (2): 328–343 sowie: Pellegrini, L und Reyer, G. (2007): Causes of Corruption. A Survey of Cross-Country Analyses and Extended Results. In:
Economics of Governance, 9 (3): 245–253.
132 Siehe Weede, a. a. O., S. 129 ff.; Meyer (2005), a. a. O., S. 430 ff.
133 Vgl. Schmidt (2010), a. a. O., S. 458 f.
134 Vgl. Bauer, A. und Pregering, M. (2013): Wissen für eine vorausschauende Politik: Der Umgang mit Unsicherheit in Strategischer
Umweltprüfung, Technikfolgenabschätzung und Foresight. In: R. von Deten; F. Faber und M. Bemmann (Hrsg.): Unberechenbare Umwelt.
Zum Umgang mit Unsicherheit und Nicht-Wissen. Springer: Heidelberg und Berlin, S. 91–120, hier 92 f. In die gleiche Richtung argumentiert
die Literatur zu social und organizational learning. Siehe: Siebenhüner, B. (2005): The Role of Social Learning on the Road to Sustainability. In:
J. N. Rosenau; E. U. von Weizsäcker and U. Petschow (Hrsg.): Governance and Sustainability. Greenleaf: Sheffield, S. 86–99.
135 Siehe die reißerischen Bände: Anne T. (2009): Die Gier war grenzenlos. Eine deutsche Börsenhändlerin packt aus. Econ: Berlin. Sowie Anderson,
G. (2010): Cityboy: Geld, Sex und Drogen des Londoner Finanzdistrikts. 3. Auflage. Piper: München.
136 Ähnlich argumentieren Sinn (2011), a. a. O., S. 388 sowie Neckel, S. (2011): Der Gefühlskapitalismus der Banken: Vom Ende der Gier als
»ruhiger Leidenschaft«. In: Leviathan, 39 (1):, S. 39–53.
137 Dies war schon die Intention des Moralphilosophen Adam Smith, wenn er schrieb: »Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers oder Bäckers
erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern darum, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre
Menschen-, sondern an ihre Eigenliebe, und wir erwähnen nicht die eigenen Bedürfnisse, sondern sprechen von ihrem Vorteil.« Aus: Smith, A.
(2003): Der Wohlstand der Nationen. Deutscher Taschenbuch Verlag: München, S. 17 (Original 1776).
6 Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
1 Sommer, A. U. (2011): Geschichtsphilosophie in Geschichte und Gegenwart. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 59(4), 636–639.
2 Brock, D. (2011): Modernisierung vor der Industrialisierung – auf dem Wege zum Typus der modernen Gesellschaft. In: D. Brock (Hrsg.): Die
klassische Moderne. Moderne Gesellschaften. Band 1. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S, 221–270, hier vor allem S. 223 ff.
3 Siehe Beck, U. (2008): Konsumgesellschaft: Grundkurs. UTB : Stuttgart; Der Begriff der Freizeitgesellschaft findet sich in: Krupp, H. (1984):
Werden wir’s erleben? Ein technisch-wirtschaftliches Zukunftspanorama. Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 17: 5–18,
hier 12. Schulze, G. (2000): Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart. 8. Auflage. Campus: Frankfurt am Main; Stehr, N. (1994):
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
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Knowledge Societies. Sage: Thousand Oaks, USA ; Kübler, H.-D. (2005): Mythos Wissensgesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften:
Wiesbaden; Häußermann, H. und Siebel, W. (1995): Dienstleistungsgesellschaften. Suhrkamp: Frankfurt am Main; Gross, P. (2005): Die
Multioptionsgesellschaft. 10. Auflage. Suhrkamp Verlag: Frankfurt am Main; Ackermann, A. und Müller, K. E. (2002): Patchwork:
Dimensionen multikultureller Gesellschaften. Geschichte, Problematik, Chancen. Transcript: Bielefeld. Bell, D. (1985): Die nachindustrielle
Gesellschaft. Campus: Frankfurt am Main; Koslowski, P. (1988): Die postmoderne Kultur. Gesellschaftlich-kulturelle Konsequenzen der
technischen Entwicklung. Beck: München; Welsch, W. (2008): Unsere postmoderne Moderne. Oldenbourg: München; Crouch, C. (2008):
Postdemokratie. Suhrkamp: Frankfurt am Main. Beck, U. (1986): Die Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp:
Frankfurt am Main.
Bourdieu, P. (2012): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 22. Auflage. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 357.
Byung-Chal, H. (2012): Transparenzgesellschaft. Matthes und Seitz: Berlin.
Byung-Chal, H. (2010): Müdigkeitsgesellschaft. 7. Auflage. Matthes und Seitz: Berlin.
Richter, R. (2005): Die Lebensstilgesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.
Siehe Beck, U. (2000): Risk Society Revisited: Theory, Politics and Research Programmes. In: B. Adam; U. Beck und J. van Loon (Hrsg.): The Risk
Society and Beyond. Critical Issues for Social Theory. Sage: Thousand Oaks, USA , S. 211–229, hier S. 212 ff.
Gute Überblicke in: Degele, N. und Dries, C. (2005): Modernisierungstheorie. W. Fink. UTB : München. Und: Münch, R. (2004): Soziologische
Theorie. Band 3. Gesellschaftstheorie. Campus: Frankfurt am Main, S. 505ff; Münch, R. (1992): Die Struktur der Moderne. Grundmuster und
differentielle Gestaltung des institutionellen Aufbaus der modernen Gesellschaften. Suhrkamp: Frankfurt am Main. Sowie: Berger, J. (1988):
Modernitätsbegriffe und Modernitätskritik in der Soziologie. In: Soziale Welt, 39: 224–236.
Bei diesem Unterkapitel stütze ich mit weitgehend auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Siehe zur Differenzierung: Luhmann, N.
(1998): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Band 1. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 498 ff. Sowie: derselbe: Die Gesellschaft der Gesellschaft.
Band 2. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 595 ff. Grundlegend auch: Schimank, U. (1996): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung.
Opladen: Westdeutscher Verlag. Siehe auch Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 45 ff.
Hier folge ich dem funktionalen Ansatz von Talcot Parsons bei der Interpretation von funktionaler Differenzierung. Siehe: Parsons, T. (1975):
Gesellschaften. Evolutionäre und komparatve Perspektiven. Suhrkamp: Frankfurt am Main, vor allem das Kapitel 3. Luhmann unterteilt den
Prozess der sozialen Evolution in drei Formen der Differenzierung: segmentierte, hierarchische und funktionale Differenzierung. Siehe:
Luhmann, N. (1998): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Band 2. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 611 ff.: Siehe auch van der Loo, H. und van
Reijen, W. (1992): Modernisierung. DTV: München, S. 99 ff.
Diese Überlegungen gehen auf den Soziologen Emile Durkheim zurück: Durkheim, E. (1988): Über soziale Arbeitsteilung. Suhrkamp:
Frankfurt am Main (ursprünglich1893). Siehe auch: van der Loo und van Reijen (1992), a. a. O., S. 83 ff.
Schulze (2000), a. a. O., S. 55.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
159
14 Bosl, K. (1960): Über soziale Mobilität in der mittelalterlichen »Gesellschaft«. Dienst, Freiheit, Freizügigkeit als Motive sozialen Aufstiegs. In:
Vierteljahrschrift für Sozial-und Wirtschaftsgeschichte, 47: 306–332.
15 »Während im Falle der Stratifikation (starre soziale Schichtung, der Verfasser) jedes Teilsystem sich selbst durch eine Rangdifferenz zu anderen
bestimmen musste und nur so zu einer eigenen Identität gelangen konnte, bestimmt im Falle funktionaler Differenzierung jedes
Funktionssystem die eigene Identität selbst […] Das heißt jedoch nicht, dass die Abhängigkeiten der Teilsysteme voneinander abnehmen. Im
Gegenteil: sie nehmen zu. Aber sie nehmen die Form der Differenz von System und Umwelt an, lassen sich nicht mehr spezifisch normieren,
lassen sich nicht mehr gesamtgesellschaftlich legitimieren als Bedingung von Ordnung überhaupt, sondern bestehen jetzt in einer allgemeinen
und hochdifferenzierten Abhängigkeit von ständig wechselnden innergesellschaftlichen Umweltbedingungen«. Aus: Luhmann (1998), a. a. O.,
Band 2, S. 745.
16 Imbusch, P. und Heitmeyer, W. (2012): Dynamiken gesellschaftlicher Integration und Desintegration. In: W. Heitmeyer und P. Imbusch
(Hrsg.): Desintegrationsdynamiken. Integrationsmechanismen auf dem Prüfstand. Springer VS : Wiesbaden, S. 9–25.
17 Siehe Heidenreich, M. (2003): Die Debatte um die Wissensgesellschaft. In: S. Böschen und I. Schulz-Schaeffer (Hrsg.): Wissenschaft in der
Wissensgesellschaft. Westdeutscher Verlag: Wiesbaden, S. 25–54, hier 35 f. Siehe auch: Stehr, N. (1997): Stichwort »Wissensgesellschaft.« In:
G. Reinhold; S. Lamnek und H. Recker (Hrsg.): Soziologie-Lexikon. Dritte Auflage. Oldenbourg: München, S. 739–742.
18 Aus: Stehr, N. (1994): Arbeit, Eigentum und Wissen. Zur Theorie von Wissensgesellschaften. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 35.
19 Morgan, K. (1996): Umkehrung der Zermürbung? Das baden-württembergische Automobilcluster. In: H.-J. Braczyk und G. Schienstock
(Hrsg.): Kurswechsel in der Industrie. Lean Production in Baden-Württemberg. Kohlhammer: Stuttgart, S. 245–268.
20 Die Bezeichnung: Halbwertszeit des Wissens entspringt der Analogie zur Halbwertszeit beim radioaktiven Verfall. Natürlich bleibt das
Basiswissen mehr oder wenig zeitüberdauernd und Paradigmen von wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen offenkundig keinem
Beschleunigungstrend. Das wirtschaftlich angewandte, vor allem technische Wissen ist dagegen zunehmend einem schnellen
Veralterungsprozess ausgesetzt. Siehe dazu im Detail: S. Vanini (1999): Halbwertszeit von technologischem Wissen: Meßkonzepte und
Implikationen für die Technologieplanung. Verlag Dr. Kovac: Hamburg. Oder auch: Wolff, C. (2013): Die Halbwertszeit der Wissenszwerge:
Anmerkungen zu einigen »Mythen« der Wissensgesellschaft. http://epub.uni-regensburg.de/6814/1/080208_Wolff_Beitrag_Ignoranz.pdf,
zugegriffen am 15. April 2013.
21 Aus: http://www.business-wissen.de/organisation/wissensmanagement-faktor-wissen-in-der-heutigen-zeit-immer-wichtiger/, zugegriffen
am 15. April 2013. Siehe auch: Ruhloff, I. (2007): Schwindet das Wissen in der Wissensgesellschaft? In: H. R. Müller und W. Stravorardis
(Hrsg.): Bildung im Horizont der Wissensgesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 19–34, hier S. 22.
22 Die Wissensgesellschaft ist nicht in erster Linie eine Wissenschaftsgesellschaft, sondern eine Organisationsgesellschaft, d. h. eine Gesellschaft,
die grenzüberschreitende organisatorische Lern- und Veränderungsprozesse auf Dauer stellt. Aus: Heidenreich (2003), a. a. O., S. 21.
23 Baltes, P. B. (2001): Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B36:
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
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2432, hier 29. Siehe auch: Westphal, M. (2007): Interkulturelle Kompetenzen – ein widersprüchliches Konzept der Schlüsselqualifikation. In:
H. R. Müller und W. Stravorardis (Hrsg.): Bildung im Horizont der Wissensgesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden,
S. 83–112, hier S. 91.
»One may point tot he achievements of modern science, both pure and applied, which have contributed to such life-giving disciplines as modern
medicine. The series of technological revolutions that have increased material productivity hundreds of times over make Marx’s predictions
about the exhaustion of capitalism seem not just antique but almost reactionary. We are in the midst on what has been called the fourth
industrial revolution, the transformation of information capacity that began with the transistor and miniaturization and, with the computer
ship, digitalization, and the world wide web, has continued to unprecedented scale.« Aus: Alexander, J. C. (2013): The Dark Side of Modernity.
Polity: Cambridge, UK , S. 8 f. Vgl. zu den gesellschaftlichen Auswirkungen:Bittlingmayer, U. H. (2001): Spätkapitalismus oder
Wissensgesellschaft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B36: 15–23, hier 15–18.
»The goal oft he economic sphere is wealth, not justice in the civil sense: it is organized around efficiency, not solidarity, and depends upon
hierarchy, not equality, to produce ist goals.« Aus: Alexander, J. C. (2013): The Dark Side of Modernity. Polity: Cambridge, UK , S. 134. Vgl. auch
Schirrmacher, F. (2013): EGO. Das Spiel des Lebens. Blessing: München, S. 225 ff.
»Die Kehrseite der Emanzipation durch Wissen ist das Risiko des emanzipatorischen Potenzials des Wissens. Die zunehmende gesellschaftliche
Verbreitung von Wissen und der damit zusammenhängende Zuwachs an Handlungsoptionen produziert soziale Unsicherheit.« Aus: Stehr, N.
(2001): Moderne Wissensgesellschaften. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B36: 7–14, hier S. 13
Siehe Degele und Dries (2005), S. 154 ff.; siehe auch Adam, B. (1996): Re-vision: the Centrality of Time for an Ecological Social Science
Perspective. In: S. Lash, B. Szerszynski und B. Wynne (Hrsg.): Risk, Environment, and Modernity: Towards a New Ecology. Sage: London,
S. 84–103.
Rosa, H. (2005): Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 235.
Immelmann, K. (1983): Einführung in die Verhaltensforschung. Parey: Berlin, S. 53.
Schulze (2000), a. a. O., S. 423
Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 160.
Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 171. Hartmut Rosa weist darauf hin, dass viele Menschen in der Moderne auch aus diesem
Beschleunigungsdruck ausgeschlossen sind, da sie nicht mehr an den entsprechenden wirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten teilnehmen.
Wir haben sie an anderer Stelle als Modernisierungsverlierer bezeichnet. Siehe Rosa (2005), a. a. O., S. 54.
Necke, S. (2004): Erfolg. In: U. Bröckling, S. Krasmann und T. Lemke (Hrsg.): Glossar der Gegenwart. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 63–70,
hier 65 f.
Siehe auch: Dietz, M. und Walwei, U. (2006): Beschäftigungswirkungen des Wandels der Erwerbsformen. In: WSI Mitteilungen 5:
278–286.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
161
35 Die Höhe der ungleichen Verteilung von Einkommen und von Vermögenswerten lässt sich am sogenannten Gini-Index ablesen. Er beträgt 0 %
bei vollkommen gleicher Verteilung und 100 % bei maximaler Ungleichverteilung, wenn also ein Haushalt alles auf sich vereint. Während der
Gini-Index für die Bruttoeinkommen bei 42,8 % liegt, beträgt er für die Bruttovermögen 71,3 % und für die Nettovermögen 75,8 % in Deutschland. Aus: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Kurzmeldungen/Fokusthemen/2013_03_21_phf.html, zugegriffen am 15. April 2013.
36 Aus DIE ZEIT: http://www.zeit.de/gesellschaft/2011–12/oecd-studie-einkommen, zugegriffen am 15. April 2013.
37 http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE /Themen/2013/2013_03_21_vermoegen_ungleicher_verteilt_als_einkommen.html?
searchArchive=0&submit=Suchen&searchIssued=0&templateQueryString=verm%C3 %B6gen, zugegriffen am 28. Oktober 2013.
38 Schulze (2000), a. a. O., S. 447; Einen guten Überblick zur sozialen Mobilität bietet: Meulemann, H. (2013): Soziale Mobilität. In: derselbe:
Soziologie von Anfang an. Eine Einführung in Theorie, Ergebnisse, Literatur. Springer VS : Wiesbaden, S. 351–367.
39 Im ersten Fall sprechen wir von räumlicher Mobilität, im zweiten von sozialer Mobilität.
40 Siehe Schulze (2000), a. a. O., S. 447.
41 Ritzer, G. (1997): Die McDonaldisierung der Gesellschaft. Fischer: Frankfurt am Main, S. 152 ff.
42 http://www.berliner-zeitung.de/archiv/auch-die-mittelmeerinsel-hat-ein-integrationsproblem-mit-einer-bildungsunwilligenparallelgesellschaft-mallorca-schafft-sich-ab,10810590,10741904.html, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
43 Schäffter, O. (1991): Deutungsmuster im Umgang mit Fremdheit. In: Derselbe (Hrsg.): Das Fremde. Erfahrungsmöglichkeiten zwischen
Faszination und Bedrohung. Westdeutscher Verlag: Opladen, S. 11–42.
44 Kropp, P. und Schmillen, A. (2012): Berufliche Mobilität in Deutschland: Wechsel konzentrieren sich auf wenige Berufe. In: IAB -Forum, 2:
52–59.
45 Fämmig, O., F Gutzwiller, F. und Bauer, G. (2009): Work-life Conflict and Associations with Work-and Nonwork-Related Factors and with
Physical and Mental Health Outcomes: A Nationally Representative Cross-Sectional Study in Switzerland. In: BMC Public Health, 9:435.
Siehe auch die Zusammenfasung in: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/100107_arbeitsstudie_mm/index, zugegriffen am 15. April
2013.
46 Rosa (2005), a. a. O., S. 235.
47 Konietzka, D. (2012): Soziale Mobilität und soziale Ungleichheit. In: Hradil, S. (2010): Soziale Ungleichheit, soziale Schichtung und Mobilität.
In: Korte, H. und Schäfers, B. (Hrsg.): Einführung in die Hauptbegriffe der Soziologie. VS -Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden,
S. 211–234. Bauer, U. H. Bittlingmayer und A. Scheer (Hrsg.): Handbuch Bildungs- und Erziehungssoziologie. VS Verlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 813–828.
48 Beck, U. (1983): Jenseits von Stand und Klasse? Soziale Ungleichheiten, gesellschaftliche Individualisierungsprozesse und die Entstehung neuer
sozialer Formationen und Identitäten. in: R. Kreckel (Hrgs.): Soziale Ungleichheiten. In: Soziale Welt, Sonderband 2. Otto Schwarz & Co:
Göttingen, S. 35–74.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
162
49 Bertram, H. (1996): Familien, Familienbeziehungen im Lebenslauf. In: M. Baltes, und L. Montada (Hrsg.): Produktives Leben im Alter. Campus:
Frankfurt am Main, S. 239–257.
50 http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2335551/Zahl-der-Singles-in-Deutschland-auf-dem-Hoechststand.html, zugegriffen am
15. April 2013.
51 In Großstädten mit mindestens 500 000 Einwohnern wohnten im vergangenen Jahr knapp 29 % der Bevölkerung als Singles. In kleinen
Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern waren es nur 14 %. Im Vergleich der Bundesländer lag Berlin vorn: Dort lebten im vergangenen
Jahr 31 % der Einwohner in einem Single-Haushalt. Aus: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/statistik-zahl-der-scheidungen-indeutschland-steigt-leicht-a843820.html, zugegriffen am 15. April 2013.
52 http://www.welt.de/politik/deutschland/article111470452/Die-Ehe-hat-nur-noch-eine-Fifty-fifty-Chance.html, zugegriffen am 15. April
2013.
53 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2003): Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik. Bearbeiter: H. Engstler
und S. Menning. Bonn, S. 33 und S. 35.
54 Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 80 f.
55 »Die Reproduktion des gesellschaftlichen Lebens vollzieht sich unter dem Imperativ einer reziproken Anerkennung, weil die Subjekte zu einem
praktischen Selbstverhältnis nur gelangen können, wenn sie sich aus der normativen Perspektive ihrer Interaktionspartner als deren soziale
Adressaten zu begreifen lernen.« Aus: Honneth, A. (1994): Kampf um Anerkennung. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 148.
56 »Modernity cannot survive in a purely objective and rational form. It needs romance, a connection tot he inner life. Modernity must be
connected to subjectivity if the modern self ist o be repaired and thrive.« Aus: Alexander (2013), a. a. O., S. 146. Siehe auch: Honneth, A. (2010):
Das Ich im Wir. Studien zur Anerkennungstheorie. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 251 ff.
57 Van der Loo und van Reijen (1992), a. a. O., S. 177. Siehe auch: Alexander (2013), a. a. O., S. 144.
58 Eink, M. und Haltenhof, H. (2012): Umgang mit suizidgefährdeten Menschen. Psychiatrie Verlag: Bonn, S. 38 ff.
59 Diese verzeifelte Haltung, dass nur noch Zerstörung und Tod Lebenssinn erhalten können, ist einer der beißenden Kritikpunkte an der
Modernisierung in: Baudrillard, J. (2005): Der symbolische Tausch und der Tod. Matthes und Seitz: Berlin, S. 280 f.
60 Van der Loo und van Reijen (1992), a. a. O., S. 153.
61 Steuer, J. (1992): Defining Virtual Reality: Dimensions Determining Telepresence. In: Journal of Communication, 42 (4): 73 – 93. Siehe auch
Kap. 8 in Teil II .
62 Bühl, A. (1997): Die virtuelle Gesellschaft. Ökonomie, Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace. In: L. Gräf und M. Krajewski (Hrsg.):
Soziologie des Internet: Handeln im elektronischen Web-Werk. Campus: Frankfurt am Main, S. 39–59.
63 Giddens, A. (1990), a. a. O., S. 21 f.
64 Van der Loo und van Reijen (1992), a. a. O., S. 153 f.
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65 Vgl. Mierzwa, R. (2011): Soziale Aspekte des Leidens. Books on Demand: Norderstedt, S. 139 ff.
66 »Die desillusionierten, pragmatisch gewordenen Individiuen, die ihre Individuierung nicht mehr anders denn als lifestyleartige
Selbstdekorierung verstehen, nutzen die praktischen Seiten der rundum unscharf gewordenen Institutionen nun als opportunity structure.«
Aus: Hitzeler, R. und Koenen, E. J. (1994): Kehren die Individuen zurück? Zwei divergente Antworten auf eine institutionentheoretische Frage.
In: U. Beck und E. BeckGernheim (Hrsg.): Riskante Freiheiten. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 447–465, hier 457.
67 Vgl. Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 80; van der Loo und van Reijen, a. a. O., S. 167 ff.
68 Niklas Luhmann deutet diese Entwicklung als eine Auflösung der Differenz zwischen Subjekt und Objekt. Für jede Rolle des Individuums gibt
es eine passende Entsprechung im sozialen Umfeld. Dadurch wird Identität nicht mehr in Abgrenzung zur Umwelt (zu den anderen und den
Dingen draußen) gesehen, sondern nur noch in Selbstreflexion der eigenen Wahlsituationen. Das Individuum kann sich selbst nur noch als
Einheit begreifen, wenn es sich in die Rolle des Beobachters des eigenen Beobachtens begibt. Siehe dazu: Luhmann (1997), a. a. O., S. 877 f.
69 Nach Ulrich Beck gibt es drei Ausdrucksformen der Pluralsierung und Individualisierung: (1) Die Individuen werden aus den traditonellen
Bindungen ausgelöst und können immer wieder neue Bindungen eingehen, (2) Weltbilder und Überzeugungen werden pluralisiert und büßen
daduch an Legitimität ein und (3) neue Integrationsformen sind zeitlich begrenzt und müsssen immer wieder neu bestätigt werden. Siehe Beck,
U. (1986), a. a. O., S. 206 f.
70 Siehe Schulze (2000), a. a. O., S. 76.
71 »On the one hand, there ist he disillusionmant and existential despair that psychological maturity and cultural integrity cannot be sustained.
On the other, there is real evidence fort he increasing autonomy and strength og the individual. These poles embody the paradox oft he
twentieth century.« Aus: Alexander (2013), a. a. O., S. 31. Siehe auch: Keupp, H. (2012): Identität und Individualisierung: Riskante Chancen
zwischen Selbstsorge und Zonen der Verwundbarkeit. In: H. Petzold (Hrsg.): Identität. Ein Kernthema moderner Psychotherapie –
Interdisziplinäre Perspektiven. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 77–106.
72 Habermas, J. (1985): Die neue Unübersichtlichkeit. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 189. Vgl. auch: Habermas, J. (1995), Band 2, a. a. O.,
S. 273ff (hier vor allem auf die Technisierung der Lebenswelt bezogen) und zentral S. 522 ff.
73 Münch, R. (2004), a. a. O., S. 297.
74 Van der Loo und van Reijen (1992), a. a. O., S. 192 ff. Siehe auch: Degele und Dries (2005), a. a. O., S. 243 f.
75 »Rationalization ist he movement towards individuation, but it allows fort he conditions of individuality rather than individuality as such, for
rationalization also creates the psychological needs and cultural codes that sustain anti – individualistic institutional coercion in turn. Faced with
such destructive depersonalizing forces, the individual either flees from them and gives up independence, or confronts them and maintains it.«
Aus: Alexander (2013), a. a. O., S. 50.
76 Siehe Schulze (2000), a. a. O. S. 437 f.
77 Schulze (2000), a. a. O., S. 75. Siehe auch: Alexander (2013), a. a. O., S. 148 – 149.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
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78 Einen guten Überblick über die Theorien der Ungleichheit vermittelt: Burzan, N. (2007): Soziale Ungleichheit. Eine Einführung in die zentralen
Theorien. 3. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, vor allem S. 157 ff. Sowie zur Situation in Deutschland vgl. Hradil, S.
(2005): Soziale Ungleichheit in Deutschland. 8. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, vor allem S. 147 ff. Sowie: Hradil, S.
(2010): Soziale Ungleichheit, soziale Schichtung und Mobilität. In: Korte, H. und Schäfers, B. (Hrsg.): Einführung in die Hauptbegriffe der
Soziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 211–234. Zu den globalen Problemen der Ungleichheit siehe: Beck, U. (2007):
Beyond Class and Nation: Reframing Social Inequalities in a Globalizing World. In: British Journal of Sociology, 58 (4): 679–705.
79 Beide Aspekte: die objektiv gemessene wie die wahrgenommene Ungleichheit sind bedeutsam, um Reaktionen der Menschen zu verstehen und
auch zu erklären. Beide Aspekte sind keinesfalls kongruent. So konnte Markus Hadler nachweisen, dass es eine Reihe von Ländern gibt, in
denen die objektive Ungleichheit und die subjektive Wahrnehmung auseinanderklaffen. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland. Siehe:
Hadler, M. (2007): Soziale Ungleichheit im internationalen Vergleich. Ihre Wahrnehmung, ihre Auswirkung und ihre Determinanten.
LiT-Verlag: Wien, S. 142 ff.
80 Vgl. T. Kesselring (1994): Ökologie Global: Die Auswirkungen von Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum und zunehmendem
Nord-Süd-Gefälle auf die Umwelt. In: Schriftenreihe des Humboldt Studienzentrums Universität Ulm (Hrsg.): Ökologie aus philosophischer
Sicht. Band 8, S. 39–76, hier S. 56.
81 The Institute for Policy Studies tracks the gap between U. S. CEO ’s and American workers. The average ratio between salaries for a chief
executive and American worker ranges around 350 to one. Ponder this: The avaerage pay in the United States is about $ 20 per hour. The CEO of
Wal Mart earns $ 30-million a year, which is $ 15,000 per hour: about the wages of a year-round minimum-wage worker. Aus:
http://chronicle.com/blogs/brainstorm/economists-fail-to-justify-obscene-ceo-pay/25500, zugegriffen am 15. April 2013. Siehe auch: In 2011,
CEO s in the Fortune 500 made an average of $ 12 million, about 380 times what the average worker makes: Aus:
http://thinkprogress.org/economy/2012/04/19/467516/ceo-pay-gap-2011/?mobile=nc., zugegriffen am 15. April 2013.
82 »There is a dialectic oft he enlightenment, such that inequality and oppression come out of modernity, and not primarily freedom and
solidarity … The latter are only fort he dominant and privileged classes: the forme rare the lot of most of humankind.« Aus: Alexander (2013),
a. a. O., S. 55.
83 »The dramatic increase in income disparity between ›the richest 1 % and the rest‹ is in fact a dramatic development that places the legitimacy of
capitalism in question, as the globalized Occupy movement importantly demonstrates.« Aus: Beck, U. (2013): Why ›Class‹ Is Too Soft a
Category to Capture the Explosiveness of Socual Inequality at the Beginning oft he Twenty-First Centrury. In: British Journal of Sociology, 64
(1): 63–74, hier 65 f.
84 Beck, U. (2007): Was ist Globalisierung? Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 166.
85 Klassisch dazu: Davies, J. C. (1962): Toward a Theory of Revolution. In: American Sociological Review, 27: 5–19. Siehe auch: Kepplinger, H.
(2009): Gesellschaftliche Bedingungen politisch motivierter Gewalt. In: Derselbe (Hrsg.): Publizistische Konflikte und Skandale. VS Verlag für
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Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 93–117. Sowie stark pointiert: Iadociola, P. und Shupe, A. (2013): Violence, Inequality and Human
Freedom. Dritte Auflage. Rowman & Littlefield: Lanham, USA , S. 451 ff.
Siehe dazu ausführlich: Jäger, J. (2007): Was verträgt unsere Erde noch? Wege in die Nachhaltigkeit. Fischer: Frankfurt am Main, vor allem
Kapitel 3.
Siehe: Diamond, J. (2006): Kollaps. Warum Gesellschaften überleben und untergehen. Fischer: Frankfurt am Main, S. 611. Siehe auch:
Grunwald, A. und Kopfmüller, J. (2012): Nachhaltigkeit. 2. Auflage. Campus: Frankfurt am Main, S. 37.
Ulrich, O. (1993): Lebenserhaltende Tätigkeit jenseits der Lohnarbeit. In: W. Fricke und E. Fricke (Hrsg.): Jahrbuch Arbeit und Technik. Neue
Gesellschaft: Bonn, S. 84–98.
Vgl. dazu: Durning, A. B. (1989): Action at the Grassroots: Fighting Poverty and Environmental Decline. Worldwatch Paper 88. Worldwatch
Institute: Washington, D. C.
Diese Zahlen stammen von Bleischwitz, R. (1994): Umweltschutz als Chance einer gesellschaftlichen Erneuerung. Wege zu neuen
Wohlstandsmodellen. In: AG Ökologische Wirtschaftspolitik (Hrsg.): Ökologische und soziale Bedingungen des deutschen Einigungsprozesses.
Edition Sigma: Berlin. Der Text lag mir nur als Manuskript aus dem Wuppertal Institut vor. Die Tabelle, auf die ich mich beziehe, ist im
Manuskript auf S. 3 abgedruckt. Dort finden sich auch weitere Vergleiche mit anderen Ländern, etwa den Philippinen.
Der anthropogene Energiefluß ist in den OECD Ländern 16-mal höher pro Quadratkilometer als im Weltdurchschnitt. Aus: Fritsch, B. (1993):
Ökologie und Konsensfindung: Neue Chancen und Risiken. In: Sandoz Rheinfonds (Hrsg.): Verhandlungen des Symposiums vom
3.–4. September 1992, Sandoz: Basel, S. 9–22, hier S. 11.
Ob wir nur den überwiegenden Anteil des erwirtschafteten Mehrwerts umverteilen müssen oder sogar von der Substanz etwas abgeben
müssen, ist in der Literatur umstritten. In jedem Falle muss aber eine Umverteilung von Reich nach Arm stattfinden. Siehe dazu: Radermache,
F. J. (2007): Welt mit Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert. Murmann: Hamburg, S. 115 ff. (vor allem S. 117) sowie Randers, J. (2012): 2052
Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre. Oekom: München, S. 204 f.
Tuason, M. T. G. (2011): Those Who Were Born Poor. In: International Perspectives in Psychology: Research, Practice, and Consultation, 1:
38–57.
Perlman, J. (2010): Favela: Four Decades of Living on the Edge in Rio de Janeiro. Oxford University Press: New York, S. 246 ff. Sowie: Jabeen, H.,
Johnson, C., und Allen, A. (2010). Built-in Resilience: Learning from Grassroots Coping Strategies for Climate Variability. In: Environment and
Urbanization, 22(2):415–431.
So schreibt Ulrich Beck: Reflexive Modernisierung löst die kulturellen Voraussetzungen sozialer Klassen auf und ab durch die Formen der
Individualisierung sozialer Ungleichheit. […] Das Verschwimmen der sozialen (Wahrnehmungs-) Klassen geht vielmehr einher mit einer
Verschärfung sozialer Ungleichheit, die nun nicht mehr in lebenslang lebensweltlich identifizierbaren Großlagen verläuft, sondern
(lebens-)zeitlich, räumlich und sozial zersplittert werden.« Aus: Beck, U. (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der
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Moderne. In: U. Beck, A. Giddens und S. Lash (Hrsg.): Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 19–112,
hier S. 46. Siehe auch Beck, U. und Grande, E. (2010): Varieties of Second Modernity: The Cosmopolitan Turn in Social and Political Theory and
Research. In: British Journal of Sociology 61 (3): 409–443, hier 423 f.
Vgl. Beck, U. (1994): Jenseits von Stand und Klasse? In: U. Beck und E. Beck-Gernsheim (Hrsg.): Riskante Freiheiten. Suhrkamp: Frankfurt am
Main, S. 43–60, hier S. 52 f.
Der Begriff des Modernisierungsverlierers wird in der sozialwissenschaftlichen Literatur uneinheitlich benutzt und ist auch als angeblich
stigmatisierender Begriff umstritten. Ich benutze ihn hier als Ausdruck für eine Gruppe von Personen, die durch die Wandlungsprozesse der
Modernisierung in ihrer objektiven Lebenslage und/oder ihrem subjektiven Empfinden gegenüber Personen mit ähnlichem sozialen
Hintergrund benachteiligt sind oder sich so fühlen. Siehe dazu: Götz, N. (1997): Modernisierungsverlierer oder Gegner der reflexiven
Moderne? In: Zeitschrift für Soziologie, 26 (6):393–413. Oder: Hadler, M. (2004): Modernisierungsverlierer und -Gewinner. Ihre Anteile,
Wahrnehmungen und Einstellungen in einem über 30 Staaten umfassenden Vergleich. In: SW Rundschau, 44 (1): 7–32. Der Begriff wird auch
häufig in Verbindung mit rechtspopulistischen Einstellungen und deren Begründung gesehen. Siehe dazu: Spier, T. (2010):
Modernisierungsverlierer? Die Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden,
hier vor allem S. 193 ff.
Vgl. dazu: Keupp, H. (1994): Ambivalenzen postmoderner Identität. In: U. Beck und E. Beck-Gernsheim (Hrsg.): Riskante Freiheiten.
Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 336–350, hier S. 347. Vgl. auch: Degele und Dreis (2005), a. a. O., S. 92.
Die Beziehung zwischen Ungleichheit und Radikalisierung bis zur Gewalt ist vor allem von dem Friedensforscher Johan Galtung aufgegriffen
und reflektiert worden. Galtung, J. (1975): Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung. Rowohlt: Reinbek bei Hamburg,
hier vor allem S. 19 (Die der strukturellen Gewalt zugrunde liegende allgemeine Formel [ist] Ungleichheit […] vor allem Ungleichheit in der
Verteilung der Macht).
Siehe dazu: Ipsen, D. (1978): Das Konstrukt Zufriedenheit. In: Soziale Welt, 29 (1), 44–53. Sowie: Opachowski, H. W. (1988): Psychologie und
Soziologie der Freizeit. Leske+Budrich: Opladen, S. 112 f.
Wer mehr über das sozialwissenschaftliche Verständnis von »Glück« erfahren will, sei auf folgenden Sammelband verweisen: Bellebaum, A.
und Helltlage, R. (Hrsg.) (2010): Glück hat viele Gesichter. Annäherungen an eine gekonnte Lebensführung. VS Verlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden. Ich folge in meiner Definition der subjektiven Sichtweise von Glück als »Glücksempfinden«. Dies ist davon
abhängig, dass das Subjekt sich im Einklang zwischen eigenen Erwartungen und erlebter Realtiät fühlt. Ähnlich auch bei: Hettlage, R. (2010):
Das Prinzip Glück. In: Bellebaum und Hettlage (Hrsg.), a. a. O., S. 11–30, hier 15.
Siehe Radermacher und Beyers (2007), a. a. O., S. 76.
http://www.digitalspy.co.uk/ustv/news/a387438/csi-crime-scene-investigation-named-most-watched-show-in-the-world.html, zugegriffen
am 27. Oktober 2013.
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104 Die Verbindungen zwischen der Erfahrung von Ungleichheit und Protestverhalten bis hin zu Bürgerkriegen sind komplexer als hier dargestellt.
Schon J. Davies hatte 1962 festgehalten, dass Ungleichheit nur dann zu Aufruhr und Gewalt führt, wenn neben der wahrgenommenn
Ungleichheit auch Aussicht auf Erfolg des Protestes besteht und ein gleichzeitiger Legitimationsverlust der Machtelite stattfindet. Siehe:
Davies, J. C. (1962): Toward a Theory of Revolution. In: American Sociological Review, 27: 5–19. In einer empirischen Untersuchung konnten
Alesina und Perotti nachweisen, dass Ungleichheit hoch mit gewalttätigen Protesten weltweit korreliert; diese Ergebnisse sind aber in der
Literatur umstritten. Siehe: Alesina, A. und Perotti, R. (1996): Income Distribution, Political Instability, and Investment. In: European
Economic Review, 40: 1203–1228. Siehe dazu auch unsere Studie: Jovanovic, A.; Renn, O. und Schröter, R. (2012): Social Unrest. OECD : Paris.
105 Rosiny, S. (2011): Ein Jahr »Arabischer Frühling«: Auslöser, Dynamiken und Perspektiven. In: German Institute of Global and Area Studies –
Institut für Nahost-Studien: Focus Nummer, 12: 1–8. Sowie: Perthes, V. (2011): Der Aufstand. Die arabische Revolution und ihre Folgen.
Pantheon: München.
106 Die Zahl der Opfer von Tyrannen sind eindrucksvoll in folgender Internet-Adresse aufgeführt:
http://www.maennernews.info/php/diktatoren__tyrannen,83,2780.html, zugegriffen am 15. April 2013.
107 Cuttermesser eignen sich wegen ihrer hohen Schärfe auch als Hilfsmittel für kriminelle Zwecke. Bei den Anschlägen auf das World Trade
Center wurden von den Terroristen laut offiziellen Angaben handelsübliche Cutter benutzt. Sie überwältigten damit die Flugzeugbesatzung.
Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Cutter_%28Messer%29, zugegriffen am 15. April 2013.
108 Siehe dazu die Ausführungen über das Böse in: Neiman, S. (2008): Moral Clarity. A Gilde for GrownUp Idealists. Harcourt: Orlando, S: 331 ff.
109 El-Samalouti, P. (2011): Kriminalität und Sicherheit im Lichte der Globalisierung. In: Mayer, T.; Meyer, R.; Miliopoulos, L.; Ohly, H. P. und
Weede, E. (Hrsg.): Globalisierung im Fokus von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 133–153,
hier S. 134 f.
110 Zimmermann, K. F.; Schäfer, D. und Fisher, A. (2010): Finanzmärkte nach dem Flächenbrand. Warum es dazu kam und was wir daraus lernen
können. Gabler: Wiesbaden, S. 107 ff. Siehe auch: Schirrmacher (2013), a. a. O., S. 249.
111 Hier sind vor allem die Haftungsbegrenzungen zu nennen sowie die internationalen Verflechtungen im Finanzsektor. Siehe: Sinn, H. W. (2011):
Kasino Kapitalismus. Wie es zur Finanzkrise kam und was jetzt zu tun ist. 2. Auflage. Ullstein: Berlin, S. 109 ff.
112 Deutscher Bundestag (Hrsg.) (2002): Schlussbericht der Enquete Kommission: Globalisierung der Weltwirtschaft. Leske+Budrich: Opladen,
S. 280 ff.
113 Aus: http://www.haufe.de/unternehmensfuehrung/wirtschaft-maerkte/milliarden-schaeden-durch-cyber-kriminalitaet_60_66034.html,
zugegriffen am 27. Oktober 2013.
114 Die Branche spricht hier von einem Rüstungswettlauf. Siehe: Trend Micro (2013): Neue Gefahren durch den digitalen Lebensstil und die Cloud.
Trend Micro Vorhersagen für 2013 und darüber hinaus. Trend Micro Deutschland GmbH: Halbergmoos.
http://www.trendmicro.de/media/misc/2013-predictions-security-threats-de.pdf, zugegriffen am 15. April 2013.
Soziale Entwicklungen: die Modernisierung und ihre systemischen Risiken
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115 Zimmermann, E. (2011): Globalisierung und Terrorismus. In: Mayer, T.; Meyer, R.; Miliopoulos, L.; Ohly, H. P. und Weede, E. (Hrsg.):
Globalisierung im Fokus von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 183–198.
116 Vgl. Kneidinger, B. (2010): Facebook und Co. Eine soziologische Analyse von Interaktionsformen in Online Social Networks. VS Verlag für
Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 44ff und 110 ff.
117 Brunner, B. (2013): Freundschaft 2.0 – Wie Facebook & Co unsere Freundschaften beeinflussen. Examensarbeit. Grin Verlag: München, hier
zitiert nach: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/178618.html, zugegriffen am 15. April 2013.
118 Renn, O. und Rohrmann, B. (2000): Cross-Cultural Risk Perception. Kluwer: Dordrecht und Boston.
119 Siehe: Giddens (1990), a. a. O., S. 64. Überblick in: Degele und Dreis (2005), a. a. O., S. 192 f.
120 Kneidinger (2010), a. a. O., S. 129 ff. Siehe auch: Schmidt, J. (2011): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des WEB 2.0. UVK
Verlagsgesellschaft: Konstanz, S. 76 ff.
121 Siehe zu den psychopathologischen Folgen: Winkler, A.; Dörsing, B.; Rief, W., Shen, Y. und Glombiewski, J. A. (2013): Treatment of Internet
Addiction: Meta-Analysis. In: Clinical Psychology Review, 33 (2): 317–329, hier S. 318 f.
122 »Die Zerlegung dea Menschen macht ihn als Bündel unzähliger Daten, das in der ›Ökonomie des Geistes‹ keinen Körper und keine Identität
mehr hat, zu nichts anderem als einer Aktie, einer Option, einem Future.« Aus: Schirrmacher (2013), a. a. O., S. 268. Siehe auch: Döring, N.
(2003): Identitäten und Internet. In: Dies.: Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse,
Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. 2. Auflage. Hogrefe: Göttingen, S. 371–401.
123 Siehe die Meta-Analyse in: Kessler, R. C., Berglund, P., Demler, O., Jin, R., Koretz, D., Merikangas, K. R., et al. (2003): The Epidemiology of
Major Depressive Disorder: Results from the National Morbidity Survey Replication (NCS -R). Journal of the American Medical Association,
289: 3095–3105. Bei Kindern und Jugendlichen ist allerdings nicht nachgewiesen, ob die Zunahme aufgrund einer verbesserten medizinischen
Diagnostik oder aufgrund erhöhter Krankheitshäufigkeit zustande kommt. Siehe dazu: Costello, E. J.; Erkanli, A. und Anbgold, A. (2006): Is
there an Epidemic of Child or Adolescent Depression? In: Journal of Child Psychology and Psychiatry, 47 (12): 1263–1271, hier S. 268.
124 BEK : Gesundheitsreport: Seelische Krankheiten prägen das Krankheitsgeschehen. Redaktion: E. Zoike. BEK Bundesverand: Essen, S. 17.
125 Siehe: Helle, H. J. (1994): Sinnverlust durch Individualisierung. In: Derselbe: Einführung in die Soziologie. 2. Auflage. Oldenbourg: München,
S. 171–175. Siehe auch: Alexander (2013), a. a. O., S. 144.
126 Schimank, U. (2000): Gesellschaftliche Integrationsprobleme im Spiegel soziologischer Gegenwartsdiagnosen. In: Berliner Journal für
Soziologie, 10(4): 449–469.
127 Vgl: Broszinsky-Schwabe, E. (2011): Das Fremde in der interkulturellen Kommunikation. In: Dieslbe (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation.
VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 191–214.
128 Spier, T. (2010): Modernisierungsverlierer? Die Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa. VS Verlag für Sozialwissenschaften:
Wiesbaden, S. 102 f.
Fazit: Warum wir uns vor den systemischen Risiken fürchten, uns aber nicht von ihnen einschüchtern lassen sollten
169
129 Freud, S. (1917): Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse. In: Imago. Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften.
Band V: 1–7.; siehe auch Freud, S. (1972): Studienausgabe, Band 1. Fischer: Frankfurt am Main, S. 283 f.
130 Viele Autoren haben die Liste der Kränkungen fortgeführt. Eine neue Version der vierten Kränkung stammt von: Guwak, B. und Stolz, M.
(2012): Die vierte Kränkung. Wie wir uns in einer chaotischen Welt zurechtfinden. Goldegg: Berlin. Dieses Buch gibt vor allem Ratschläge, mit
Sinnverlust und Individualisierung fertig zu werden. Meine Interpretation der vierten Kränkung ist ungefähr ähnlich zu einem Kommentar in
dem Magazin: Science. Der lautet: »Die letzte und wahrscheinlich größte Kränkung steht noch bevor. Es ist die Aufklärung der Funktion des
Gehirns. Dies ist äußerst schwierig, aber nicht unmöglich. Wir werden es vielleicht noch erleben: Das detailgenaue Wissen über die
Arbeitsweise unseres Gehirns, die Entschlüsselung des Geistes und vielleicht die Lösung des Leib-Seele-Problems.« Aus:
http://www.scientific.at/2000/roe_0027.htm, zugegriffen am 15. April 2013.
131 »Im Gegensatz zu den etwa 80 000 Genen des Menschen kommt die einzellige Hefe mit etwa 6500 Genen aus. Zwar hinkt jeder Vergleich, aber
ich versuche es dennoch: Die Hefezelle kann mit einer kleinen Einsiedlerhütte verglichen werden, wo die komplette Grundausstattung, nämlich
ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett usw., vorhanden ist. Eine einzelne menschliche Zelle entspräche hingegen einer Villa, in der jeder Gegenstand
vielfach in abgewandelter Form vorhanden ist, zum Beispiel als Ess-, Lese-, Raucher-, Küchen-, Wickel- und Boudoirtisch (daneben gibt es
etliches, was in der Einsiedlerhütte gänzlich fehlt).« Aus: Schaffner, W. (1996): Wie menschenähnlich ist die Hefe?
http://www.kommunikation.uzh.ch/static/unimagazin/archiv/1–96/hefe.html, zugegriffen am 19. April 2013.
132 Hier folge ich den Gedankengängen von Paul Ehrlich, den ich zu Beginn dieses dritten Teils vorgestellt habe. Ehrlich, P. R. und Ehrlich, A. H.
(2009): The Dominant Animal. Human Evolution and the Environment. Island Press: Washington, D. C., S. 43 ff.
133 Schaber, P. (2010): Instrumentalisierung und Würde. Mentis: Paderborn, S. 17 ff.
7 Fazit: Warum wir uns vor den systemischen Risiken fürchten, uns aber nicht von ihnen einschüchtern lassen sollten
1 Zitiert nach: http://moeglichmacher.wordpress.com/2007/10/24/zitate-spruche-und-gedons-teil-1-von-vielen/, zugegriffen am 15. April 2013.
2 Zitiert nach: http://www.textlog.de/tucholsky-theater-kulissen.html, zugegriffen am 15. April 2013.
3 Zur Definition von systemischen Risiken siehe: Schwarcz, S. L. (2008): Systemic Risk. In: The Georgetown Law Journal, 97 (1): 193–249.
Kaufman, G. und Scott, K. E. (2003): What is Systemic Risk, and Do Bank Regulators Retard or Contribute to It? In: The Independent Review, 7
(3): 371–391. Vgl. Auch unseren Aufsatz: Renn, O. und Keil, F. (2009): Was ist das Systemische an systemischen Risiken? GAIA , 18 (2): 97–99.
4 Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 31–90;
German Advisory Council on Global Change (WBGU ) (2011): World in Transition. A Social Contract for Sustainability. WBGU : Berlin,
S. 31–65; Diamond, J. (2006): Kollaps. Warum Gesellschaften überleben und untergehen. Fischer: Frankfurt am Main, S. 600–612.
Fazit: Warum wir uns vor den systemischen Risiken fürchten, uns aber nicht von ihnen einschüchtern lassen sollten
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5 Siehe Beck, U. (1997): Was ist Globalisierung. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 73 ff., S. 127 ff., S. 164 ff. und 198 ff.
6 Hier die Originalquellen: World Economic Forum: Global Risks 2013. 7. Auflage. WEF : Genf; OECD (2012): Global Shocks: Improving Risk
Governance. OECD Paris; OCED (2003), a. a. O., S. 49 ff.; Swiss Re (2012): Identifying Emerging Risks. Zuerich
(http://www.swissre.com/rethinking/emerging_risks/emerging_risks.html, zugegriffen am 15. April 2013); Löfstedt, R. (Hrsg.) (2003):
Riskworld. In: Risk Research, 6 (1–4): 289–619. Arpe, J.; Glockner, H.; Hauschild, H.; Petersen, T.; Schaich, A. und Volkmann, T. (2012): Die
ökonomischen Risiken der Globalisierung. Ergebnisse einer Experten- und einer Bürgerbefragung. Global Choices, 1. Bertelsmann Stiftung.
Media and More: Gütersloh.
7 Weiss, T. G. (2000). Governance, Good Governance and Global Governance: Conceptual and Actual Challenges. In: Third World Quarterly,
21(5), 795–814.
8 Thurner, S. (2012): Systemic Financial Risk. OECD Reviews of Risk Management Policies. OECD : Paris, hier vor allem S. 59.
9 Weltweite Auswirkungen siehe: National Research Council (2010): Advancing the Science of Climate Change. The National Academies Press:
Washington, D. C. Für Deutschland siehe: Gerstengarbe, F.-W. und Welzer, H. (Hrsg.) (2013): Zwei Grad mehr in Deutschland. Wie der
Klimawandel unseren Alltag verändern wird. Firscher: Frankfurt am Main, S. 81 ff.
10 Thurner (2012), a. a. O., S. 73 f.
11 Siehe dazu: Witzer, B. (2011): Risikointelligenz. Econ: Berlin, S. 23.
12 Gut zusammengefasst in: Gigernezer, G. (2013): Risiko. Wie man die richtigen Entscheoidungen trifft. Bertelsmann: München, S. 94ff;
Kahneman, D (2011): Schnelles Denken – Langsames Denken. Siedler: München, S. 139 ff. Sowie: Ropeik, D. (2010): How Risky Is It Really?
Why Our Fears Don’t Always Match the Facts. Mc Graw Hill: New York, S. 23 ff.
13 Auch seriöse Wissenschaftler benutzen gerne diese Rhetorik, obwohl sie in meinen Augen die wirkliche Situation eher verschleiert als
klarstellt. Vgl. dazu: Preuss, S. (2001): Umweltkatastrophe Mensch. Asanger Roland Verlag: Kröning. Taylor, G. R. (1991): Das
Selbstmordprogramm. Zukunft oder Untergang der Menschheit. Fischer: Frankfurt am Main. Oder: L. R. Brown, L. R.; Flavin, C. und Postel, S.
(1991): Saving the Planet. How to Shape an Environmentally Sustainable Global Economy. Norton: New York und London. Schließlich noch
der an Hybris grenzende Titel »Ist die Schöpfung noch zu retten?«, als ob der Mensch die Macht besäße, die Schöpfung zu vernichten. Der
Inhalt des ansonsten lesenswerten Buches ist wesentlich differenzierter als der Titel vermuten lässt. Vgl. Schmitz, P. (1985): Ist die Schöpfung
noch zu retten? Umweltkrise und christliche Verantwortung. Echter: Würzburg.
14 Aus: Hauff, V. (Hrg.) (1987): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven: Köln,
S. 37.
15 Siehe zur Zerstörungskraft von Atombomben: Kaldor, M. und Robinson, J. P. (1978): War. In: C. Freeman und M. Jahoda (Hrsg.): World Futures.
M. Robinson: Oxford, S. 242–379, hier 353 f. Sowie: Thompson, J. (1986): Nukleare Bedrohung. Psychologische Verlags-Union:
MünchenWeinheim, S. 31 ff.
Fazit: Warum wir uns vor den systemischen Risiken fürchten, uns aber nicht von ihnen einschüchtern lassen sollten
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16 Siehe: Renn, O. (1996): Ökologisch denken – sozial handeln: Die Realisierbarkeit einer nachhaltigen Entwicklung und die Rolle der Kultur- und
Sozialwissenschaften. In: H. G. Kastenholz, K.-H. Erdmann und M. Wolff (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung. Zukunftscchancen für Mensch
und Umwelt. Springer: Berlin, S. 79–118.
17 Glaeser, B. (1992): Natur in der Krise? Ein kulurelles Missverständnis. In: B. Glaeser und P. Teherani-Krönner (Hrsg.): Humanökologie und
Naturökologie. Grundlagen, Ansätze, Praxis. Springer: Berlin, S. 49–70, hier S. 61 f.
18 Vgl. dazu die Beispiele in: W. Janssen, W. (1986): Mittelalterliche Gartenkultur. Nahrung und Rekreation. In: B. Herrmann (Hrsg.): Mensch und
Umwelt im Mittelalter. Deutsche Verlags-Anstalt: Stuttgart, S. 224–243.
19 Vgl. dazu die Ausführungen in: Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1992): Umweltstandards. De Gruyter: Berlin, S. 24 ff.
20 Vgl. zur Debatte um die Folgen von Nuklearkriegen den Sammelband: Levine, H. M. und D. Carlton, D. (Hrg.) (1986): The Nuclear Arms Race
Debated. McGraw-Hill: New York. Einen kurzen Überblick findet man in: D. P. Barash, D. P. (1991): Introduction to Peace Studies. Wadsworth:
Belmont, S. 106–131, vor allem S. 122f über die Auswirkungen eines nuklearen Winters.
21 Siehe das Worst- and Best-case Szenario des Klimawandels in Deutschland in: Sommer, B. und Wessels, S. (2013): Deutschland 2040: Zwei
Varianten der Zukunft. In: F.-W. Gerstengarbe und H. Welzer, H. (Hrsg): Zwei Grad mehr in Deutschland. Wie der Klimawandel unseren Alltag
verändern wird. Fischer: Frankfurt am Main, S. 273–291.
22 Insolvenzen von ganzen Staaten sind zwar bitter für die betroffenen Menschen, aber ein solcher wirtschaftlicher Zusammenbruch ist duchaus
zu verkraften. Siehe: von Petersdorff (2013): Ein Staatsbankrott ist halb so schlimm. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. 3. 2010,
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/krise-in-griechenland-ein-staatsbankrott-isthalb-so-schlimm-1954994.html,
zugegriffen am 15. April 2013. Siehe auch die Übersicht in: Reinhart, C. M. und Rogoff, K. S. (2009): This Time is Different: A Panoramic View
of Eight Centuries of Financial Crises. Harvard University, Institute of Economics: Boston.
23 Auf die Notwendigkeit, anstelle des Überlebens der Menschheit die Ermöglichung der Lebensqualität für künftige Generationen in den
Mittelpunkt zu stellen, weist vor allem die Sozialökologin Elisabeth F. Moran hin: Siehe Moran, E. F. (2006): People and Nature. Introduction to
Human Ecological Relations. Blackwell: Malden, USA , S. 150 ff.
24 Der Philosoph Jürgen Mittelstraß hat die Notwendigkeit einer gleichgewichtigen Entwicklung von wissenschaftlicher Rationalität und
praktischer Vernunft als wesentliche Bedingung für die Bewältigung der Umweltkrise herausgestellt. Siehe: Mittelstraß, J. (1990): Science and
the Environment – Challenges, Risks, and the Future. In: European Journal of Clinical Pharmacology, 38: 1–4.
25 Zu einer solch pessimistischen Sichtweise der Ressourcenbasis auf der Basis des Entropie-Gesetzes neigt z. B. der Mitbegründer der
ökologischen Ökonomie, Nicholas Georgescu-Roegen. Für ihn bedeutet jedes heutige Wirtschaften eine Verringerung der
Entfaltungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen. Vgl. Georgescu-Roegen, N. (1971): The Entropy Law and the Economic Process.
Cambridge University Press: Cambridge, USA , S. 13 ff. Dagegen geht beispielsweise John Rawls davon aus, dass es aufgrund der ständigen
Zunahme gesellschaftlichen Reichtums (sog. Künstliche Kapital) jeder Generation besser gegangen sei als der vorhergehenden. Im Prinzip ist
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damit jeder Verzicht der heutigen Generation zugunsten der künftigen Generationen eine Umverteilung von arm nach reich. Vgl. Rawls, J.
(2003): Gerechtigkeit als Fairness: Ein Neuentwurf. Herausgeber: E. Kelly. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 247 ff.
Münz, R. und Reiterer, A. F. (2007): Wie schnell wächst die Zahl der Menschen? Weltbevölkerung und weltweite Migration. Fischer: Frankfurt
am Main, S. 51 ff.
Mohr H. (1995): Qualitatives Wachstum. Lösung für die Zukunft. Weitbrecht: Stuttgart und Wien, S. 53. Vgl. auch Daily, G. C. und
P. R. Ehrlich. P. R. (1992): Population, Sustainability, and Earth’s Carrying Capacity. In: BioScience 42:761–771.
Siehe: Postel, S. (1994): Carrying Capacity: Earth’s Bottom Line. In: L. Brown (Hrsg.), State of the World 1994. Norton: New York, S. 3–21.
Dennoch gibt es klare Hinweise auf absolute Grenzen der Naturnutzung. Robert Goodland geht davon aus, dass die Humanwirtschaft bereits
etwa 40 % der Nettoprimärproduktion von Energie aus irdischer Photosynthese verbraucht. Diese Rate ist nicht beliebig steigerbar. Vgl.
R. Goodland, R. (1992): Die These: Die Welt stößt an Grenzen. In: R. Goodland, H. Daly, S. El Serafy und B. von Droste (Hrsg.): Nach dem
Brundtland Bericht: Umweltverträgliche wirtschaftliche Entwicklung. Economica: Bonn, S. 15–28, hier S. 17. Vgl. auch die ähnlichen
Überlegungen zu absoluten Grenzen bei: P. M. Vitousek, P. R. Ehrlich, A. H. Ehrlich und P. A. Matson: Human Appropriation of the Products of
Photosynthesis. In: Bioscience 36: 368–373, hier 371, bei Diamond (2011), a. a. O., S. 635 ff. und bei: Mohr (1995), a. a. O., S. 57.
Die einzelnen Wirtschaftsformen weisen relativ große Streubreiten auf. Dies liegt daran, dass die agraische Produktivität stark von der
Bodenqualität und dem Klima abhängt. Für industrielle Wirtschaftsformen ist dagegen die Bandbreite geringer und repräsentiert eher
unterschiedliche Reifegrade der Industrialisierung. Zu den Quellen vgl. Clark, C. und M. Haswell, M. (1970): The Economics of Subsistence
Agriculture. 4. Auflage. Macmillan: London, S. 267ff; A. Sherratt, A. (1982): Plough and Pastoralism: Aspects of the Secondary Products
Revolution. In: I. Hodder, G. Isaac und N. Hammond (Hrsg.): Patterns of the Past. Cambridge University Press: Cambridge, S. 261–305;
A. Goudie, A. (1989): The Changing Human Impact. In: L. Friday und R. Laskey (Hrsg.): The Fragile Environment. Cambridge University Press:
Cambridge, USA , S. 1–21, hier vor allem 16ff;
Damit geht natürlich ein entsprechender Ressourcen- und Energieverbrauch einher. Thomas Kesselring rechnet mit einem 105-fachen
Energieverbrauch des durchschnittlichen Bürgers eines Industrielandes im Vergleich mit dem Energieverbrauch eines Angehörigen der Jägerund Sammlerkulturen. Vgl. Kesselring, T. (1994): Ökologie Global: Die Auswirkungen von Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum und
zunehmendem NordSüd-Gefälle auf die Umwelt. In: Humboldt Studienzentrums Universität Ulm (Hrsg.): Ökologie aus philosophischer Sicht.
Schriftenreihe des Humboldt Studienzentrums, Band 8, S. 39–76, hier S. 51. Auch der Ökonom Bruno Fritsch kommt bei seinen Berechnungen
auf einen Faktor 100 zwischen Sammler-und-Jäger-Kulturen und der Industriegesellschaft. Aus: Fritsch, B. (1992): Ökologie und
Konsensfindung: Neue Chancen und Risiken. In: Sandoz Rheinfonds (Hrsg): Verhandlungen des Symposiums vom 3.–4. September 1992.
Sandoz: Basel, S. 9–22, hier S. 12.
Dieser Begriff der prometheischen Innovationen geht auf den Ökonomen Georgescu-Roegen zurück. Er hebt drei »prometheische
Innovationen« hervor: die Beherrschung des Feuers, die Landwirtschaft und die Dampfmaschine. Ich habe die Massenproduktion auf der Basis
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von Fordismus und Taylorismus sowie die Ersetzung von Produkten durch Informationen noch hinzugesetzt. Quelle: Piper, N. (1993): Vor uns
der Niedergang. Nicholas Georgescu-Roegen untersuchte die natürlichen Grenzen für die Wirtschaft. In: DIE ZEIT, 9 (26. 2. 1993), S. 97 ff.,
http://www.zeit.de/1993/09/vor-uns-der-niedergang/seite-4, zugegriffen am 15. April 2013. Siehe dazu auch Kap. 4.2 in Teil III .
Siehe Diamond (2006), a. a. O., S. 631 f. Vgl. auch: Leisinger, K. M. (1994): Bevölkerungsdruck in Entwicklungsländern und Umweltverschleiß in
Industrieländern als Haupthindernisse für eine zukunftsfähige globale Entwicklung. In: GAIA , 3: 131–143 oder auch Birg, H. (1994):
Weltbevölkerung, Entwicklung, Umwelt. Dimensionen eines globalen Dilemmas. In: Aus Politik und Zeitgeschehen, B 35–36: 21–35.
Auf die Tatsache der Begrenztheit der natürlichen Ressourcen und der zunehmenden Kluft zwischen dem Grad der Naturnutzung und der
Erhöhung der Ökoeffizienz weist eindringlich William R. Catton in seinem Buch hin. Vgl.: Catton, W. R. (1980): Overshoot: The Ecological
Basis of Revolutionary Change. University of Illinois Press: Urbana, USA .
Vgl. Randers, J. (2012): 2052. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre. Der neue Bericht an den Club of Rome. Oekom: München, S. 177 ff.
Diese Doppelstrategie: Ökoeffizienz erhöhen und Nutzungsansprüche senken, findet sich in den meisten Abhandlungen zur nachhaltigen
Entwicklung, obgleich Ökonomen der neoklassischen Schule in der Regel die Senkung der Nutzenansprüche, wenn überhaupt, dann nur auf der
Basis von freiwilliger Einsicht akzeptieren. Vgl. die systematische Zusammenfassung der Empfehlungen verschiedener internationaler Studien
in: Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 93 ff.
Oder in: R. Repetto, R. (1985): Agenda for Action. In: R. Repetto (Hrsg.): The Global Possible: Resources, Development, and the New Century
Yale University Press: New Haven, S. 496–519. Im deutschen Sprachraum vor allem: E. U. von Weizsäcker (1992): Erdpolitik. Ökologische
Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt. 3. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt, S. 139 ff. Sowie: Huber, J.
(1995): Nachhaltige Entwicklung durch Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. In: P. Fritz, J. Huber und H.-W. Levi (Hrsg.): Nachhaltigkeit in
naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Hirzel: Stuttgart, S. 31–46.
Siehe: Radermacher, F. J. (2005): Balance oder Zerstörung. Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen
Entwicklung. Ökosoziales Forum: Wien und Global marshall Plan Initiative: Hamburg, S. 23 f. Sowie Radermacher und Beyer (2007): Welt mit
Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert. Murmann: Hanburg, S. 146 ff.
Siehe: Chapman, C. R. (1994): Impacts on the Earth by Asteroids and Comets – Assessing the Hazard. Nature, 367: 33–40;
doi:10.1038/367033a0, Etwas populärer siehe:
http://www.pressebox.de/pressemitteilung/wer-weiss-was-gmbh/Ein-Meteoriteneinschlag-ist-jederzeitmoeglich/boxid/227719, zugegriffen
am 15. April 2013.
In diese Richting argumentieren: Lomborg, B. (2002): Apocalypse No! Wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickeln. Zu
Klampen: Lüneburg. Sowie: Reichmuth, A. (2010): Immer wieder Weltuntergang. Ökoszenarien hinterfragt. LiT Verlag: Münster.
Witzer, B. (2011): Risikointelligenz. Econ: Berlin, S. 32. Brigitte Ritzer spricht in Anlehnung an Douglas Copland von »Now Denial«, also von
der Verdrängung der Gefahren und der Verschiebung auf spätere Zeiten, wo man angeblich die Muße habe, sich darüber Gedanken zu machen.
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40 Siehe Kap. 5.2 bis 5.4 i Teil III .
41 Der Begriff der Tragödie der Allmende geht auf den amerikanischen Autor Garret Hardin zurück. Siehe: Hardin, G. (1968): The Tragedy of the
Commons. In: Science, 162 (3859): 1243–1248. Siehe auch die späteren Ergänzungen dazu in: Ostrom, E.; Burger, J.; Field, C. B.; Norgaard, R. B.
und Policansky, D. (1999): Revisiting the Commons: Local Lessons, Global Challenges. In: Science, 284: 278–282. Bei genauerem Hinsehen ist
auch nicht das Gemeineigentum das Problem, sondern der offene Zugang zu den Ressourcen (open access). Siehe: Eggertsson, T. (2003): Open
Access Versus Common Property. In: T. L. Anderson und F. S. McChesney (Hrsg.): Property Rights: Cooperation, Conflict, and Law. Princeton
University Press: Princeton, USA , S. 73–89, hier S. 75 f.
42 Siehe Moran (2006), a. a. O., S. 121 ff.
43 Siehe: Gheorghe, A. V. und Vamanu, D. V. (2004): Complexity Induced Vulnerability. International Journal of Critical Infrastructures, 1(1), 76–84.
44 Thurner (2012), a. a. O., S. 49 f.
45 Beck, U. (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. In: U. Beck, A. Giddens und S. Lash (Hrsg.): Reflexive
Modernisierung. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 19–112, hier vor allem S. 45 ff.
46 Beck (1997), a. a. O., S. 33 ff.
47 »Idealistic thinkers have embraced the utopianism of civil society, not only as a regulating idea, or norm, but as a possible expression of the social
whole. They have argued that it is possible to create a social system that is thoroughly civil, solidaristic, altruistic, and inclusive; a social system, in
other words, homologous with civil society itself. They have dismissed the economic world as the world of necessity, one from which normative ideas
of reciprocity are excluded tout court. They have rejected the political world as inherently bureaucratic and instrumental, as resting always and
anywhere on domination alone. These »systems« are conceived as inherently uncivil, as colonizers of the life world of a solidarity sphere that is
doomed because of its vulnerability to spheres of a more material kind. … To avoid the idealist fallacy, we must recognize that civil society is always
nested in the practical worlds of uncivil spheres, and we must study the compromises and fragmentations, the »real« rather then merely idealized civil
society, that results«. Aus: Alexander, J.C. (2013): The Dark Side of Modernity. Polity: Cambridge, UK, S. 125–126. Besonders pessimistisch über die
negativen Auswirkungen der Modernisierung siehe: Touraine, A. (2005): A New Paradigm for Understanding Today’s World. Polity: Cambridge, UK,
S. 9ff und S. 63ff. Zur Gewalt siehe: Zimmermann, E. (2011): Globalisierung und Terrorismus. In: Mayer, T.; Meyer, R.; Miliopoulos, L.; Ohly, H. P.
und Weede, E. (Hrsg.): Globalisierung im Fokus von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 183–198.
48 Van der Loo, H. und van Reijen, W. (1992): Modernisierung. Projekt und Paradox. DTV: München, S, 194 f.
49 Schulze, G. (2000): Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart. 8. Auflage. Campus: Frankfurt am Main, S. 75. Siehe auch: Zima,
P. V. (2001): Moderne/Postmoderne. A. Francke. UTB : Tübingen, S. 100.
50 Vgl. Keupp, H. (1994): Ambivalenzen postmoderner Identität. In: U. Beck und E. Beck-Gernsheim (Hrsg.): Riskante Freiheiten. Suhrkamp:
Frankfurt am Main, S. 336–350.
51 Iadociola, P. und Shupe, A. (2013): Violence, Inequality and Human Freedom. Dritte Auflage. Rowman & Littlefield: Lanham, USA , S. 451 ff.
Auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung
175
Teil IV Was können wir tun?
1 Das Drei-Punkte-Programm
2 Auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung
1 Grunwald, A. und Kopfmüller, J. (2012): Nachhaltigkeit. 2. Auflage. Campus: Frankfurt am Main, S. 11. Siehe auch: Ott, K. und Döring, R.
(2004): Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit. Metropolis: Marburg, S. 19 ff.
2 Carlowitz, H. C. von (2000): Sylvicultura oeconomica oder haußwirtschaftliche Nachricht und naturmäßige Anweisung zur wilden Baumzucht.
Nachdruck der Ausgabe Leipzig von 1713. Freiberg. Zitiert nach: Gruber, U. (2013): Urtexte- Carlowitz und die Quellen unseres
Nachhaltigkeitsbegriffs. In: Natur und Landschaft, 88 (2): 46–51, hier S. 46.
3 Peters, W. (1984): Die Nachhaltigkeit als Grundsatz der Forstwirtschaft, ihre Verankerung in der Gesetzgebung und ihre Bedeutung in der
Praxis. Dissertation an der Universität Hamburg: Hamburg, S. 4 und 261.
4 »13 bis 15 Millionen Hektar Tropenwald – mehr als die dreifache Fläche der Schweiz – werden jedes Jahr abgeholzt und eine Veränderung ist
nicht in Sicht. Wie die am internationalen Tag des Waldes veröffentlichte Studie zeigt, gingen seit 1960 575 Millionen Hektar Wald verloren,
eine Fläche von halb Europa. Bei der Rodung werden gewaltige Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. In Brasilien und Indonesien schreitet die
Zerstörung der Tropenwälder am alarmierendsten voran.« Aus:
http://www.forestconsulting.de/Projekte/DieWalderderWelt-einZustandbericht.htm, zugegriffen am 15. April 2013.
5 Mohr, H. (1987): Natur und Moral. Ethik in der Biologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt, S. 92.
6 Die Rolle von Marktversagen versus Politikversagen ist ein Dauerbrenner in der Literatur. Die Probleme des Marktversagens und die
Notwendigkeit einer neuen Ausrichtung der Ordnungspolitik auf eine nicht mehr dem Wachstum verpflichtete Wirtschaftsweise vertritt vor
allem Herman Daly. Siehe zusammenfassend: Daly, H. E. (2005): Economics in a Full World. In: Scientific American, 293: 100–107.
Ausführlicher in: Daly H. E., Cobb J. B., Jr. (1994): For the Common Good: Redirecting the Economy Toward Community, the Environment, and
a Sustainable Future; 2. Auflage. Beacon Press: Boston. Kritisch dazu: van den Bergh J. C. J. M. (2011) Environment versus Growth – A Criticism
of »Degrowth« and a Plea for »a Growth«. In: Ecological Economics, 70: 881–890. Einen guten Überblick mit pros and cons liefert: Redclift, M.
(1987): Sustainable Development, Exploring the Contradictions. Taylor & Francis: London, S. 37 ff. In deutscher Sprache siehe: Radermacher,
F. J. und Beyer, B. (2007): Welt mit Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert. Murmann: Hamburg, S. 100 ff. Siehe auch Radermacher, F. J. (2005):
Balance oder Zerstörung. Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung. Ökosoziales Forum: Wien
und Global Marshall Plan Initiative: Hamburg, S. 36 ff.
Auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung
176
7 Hauff, V. (Hrsg.) (1987): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland Bericht).
Eggenkamp Verlag: Greven, S. 46.
8 United Nations (Hrsg.) (1992): Earth Summit Summit Agenda 21. The United Nations Program of Action from Rio. UN Press: New York,
S. 9.
9 Der chinesische Diplomat und Generalsekreträr von Rio+20, Sha Zukang, zitiert nach Grober (2013), a. a. O., S. 46.
10 Siehe dazu die eindrucksvolle Dokumentation in: Drösser, C. und Spiewak, M. (2013): Vorsicht, gute Nachrichten. In: DIE ZEIT, 13
(21. 3. 2013): 37–40.
11 Siehe auch: Gigerenzer, G. (2013): Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München, S. 94 ff. und Ropeik, D. (2010):
How Risky Is It Really? Why Our Fears Don’t Match the Facts. Mc Graw Hill: New York, S. 23 ff.
12 Überblick über diese Risiken findet sich auch in: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU )
(2011): World in Transition. A Social Contract for Sustainability. WBGU : Berlin, S. 33–65.
13 Ausführlicher Überblick in: Borne, G. (2010): A Framework for Sustainable Global Development and the Effective Governance of Risks. Edwin
Mellen: Lewiston, Australia: S. 51 ff. Kürzere Übersichten In: Eberhardt, A. (2006): Wirkungsorientierte Steuerungskonzepte in der
Umwelt-und Nachhaltigkeitspolitik. In: GAIA , 15 (1): 54–62, hier, S. 56. Oder: von Hauff. M. und Kleine, A. (2009): Nachhaltige Entwicklung.
Grundlagen und Umsetzung. Oldenbourg: München, S. 11 ff.
14 Jüdes, U. (1997): Nachhaltige Entwicklung – wozu Theorie?, In: Politische Ökologie 15/52: 1–12, hier S. 1.
15 Siehe: Grunwald und Kopfmüller (2012), a. a. O., S. 54 ff.
16 Nachhaltigkeit wird zu einem »orientierenden Rahmen für einen langfristigen Such-, Erfahrungs- und Lernprozess.« Aus: Deutscher
Bundestag (1998): Konzept Nachhaltigkeit – Abschlussbericht der Enquete-Kommission »Schutz des Menschen und der Umwelt« des
13. Deutschen Bundestages. Bonn, S. 72.
17 Siehe die vielen Institutionen öffentlicher und privater Träger zum Thema Nachhaltigkeit in Deutschland: http://www.bildungsserver.de/
Institutionen-und-Vereine-die-sich-mit-nachhaltiger-Entwicklung-befassen-870.html, zugegriffen am 15. April 2013. Vgl. auch den
politischen Stellenwert der Nachhaltigkeit für die deutsche Politik in: Die Bundesregierung (2005): Wegweiser Nachhaltigkeit – Bilanz und
Perspektiven; Kabinettsbeschluss vom 10. August 2005. Online-Dokument; URL : http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/
pdf/wegweiser_nachhaltigkeit.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
18 Knaus, A. und Renn, O. (1998): Den Gipfel vor Augen. Unterwegs in eine nachhaltige Zukunft. Metropolis: Marburg. Sowie: Renn, O.;
Deuschle, J.; Jäger, A. und Weimer-Jehle, W. (2007): Leitbild Nachhaltigkeit: Eine normativ-funktionale Konzeption und ihre Umsetzung. VS
Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.
19 Renn et al. (2007), S. 9.
20 Vgl. dazu Grunwald und Kopfmüller (2012), a. a. O., S. 62; Ott und Döring (2004), a. a. O., S. 37 sowie Baumgärtner, S. (2011): Normative
Resilienz kommt vor Effizienz
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Begründung der Nachhaltigkeitsökonomie, in: Studierenden Initiative Greening the University e. V. (Hrsg.): Wissenschaft für nachhaltige
Entwicklung! Multiperspektivische Beiträge zu einer verantwortungsbewussten Wissenschaft. Metropolis: Marburg, S. 273–298.
21 Vgl. Biggs, R., Schlüter, M., Biggs, D., Bohensky, E. L., Burn-Silver, S., Cundill, G. et al. (2012): Toward Principles for Enhancing the Resilience
of Ecosystem Services. In: Annual Review of Environment and Resources, 37, 421–448. Sowie: Brand, F. (2009). Die Relevanz des
Resilienz-Ansatzes für eine Theorie nachhaltiger Entwicklung. In: Egan-Krieger, T. von; Schultz, J.; Thapa, P. P. und Voget, L. (2009): Die
Greifswalder Theorie der starken Nachhaltigkeit. Metropolis: Marburg, S. 225–240.
22 Diefenbacher, H. (2001): Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Zum Verständnis von Ethik und Ökonomie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft:
Darmstadt, S. 41 ff.
23 Siehe: Costanza R.; Fisher B.; Ali S.; Beer C.; Bond L. et al. (2007): Quality of Life: An Approach. Integrating Opportunities, Human Needs, and
Subjective Well Being. In: Ecological Economics, 61: 267–276.
3 Resilienz kommt vor Effizienz
1 Siehe zur Definition: Holling, C. S. (1973): Resilience and Stability of Ecological Systems. In: Annual Review of Ecology and Systematics, 4:
1–23, S. 17. Für die sozialwissenschaftliche Deutung des Begriffes siehe: Adger, W. N. (2000): Social and Ecological Resilience: Are They
Related. In: Progress in Human Geography, 24, 347–364. Ein sozio-ökonomisches Konzept der Resilienz in Beziehung zur Verwundbarkeit
findet sich in: Turner, B. L.; Kasperson, R. E.; Pamela A. Matson, P. A.; James J. McCarthy, J. J. et al. (2003): A Framework for Vulnerability
Analysis in Sustainability Science. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 100(14): 8074–8079, hier S. 8077 f. Eine deutsche
Definition gibt: Bürkner, H.-J. (2010): Vulnerabilität und Resilienz – Forschungsstand und sozialwissenschaftliche Untersuchungsperspektiven.
Working Paper. Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung: Erkner, S. 24 (http://www.irs-net.de/download/wp_vr.pdf,
zugegriffen am 19. April 2013).
2 Vgl. diese Merkmale mit der Liste der Systemstrukturen in: Fichter, K.; Gleich, A. von: Pfriem, R. und Siebenhüner, B. (Hrsg.)
(2010):Theoretische Grundlagen für erfolgreiche Klimaanpassungsstrategien. Nordwest 2050. Berichte Heft 1. Projektkonsortium
›nordwest2050‹: Bremen und Oldenburg, S. 35. Siehe auch die Design Kriterien für Resilienz in:
http://sustainability.about.com/od/GreenBuilding/a/Resilient-Design-Principles.htm, zugegriffen am 19. April 2013. Speziell zu
Fehlerfreundlichkeit siehe: Weizsäcker, C. von und Weizsäcker, E.-U. von (1984): Fehlerfreundlichkeit. In: K. Kornwachs (Hrsg.):
Offenheit-Zeitlichkeit-Komplexität. Zur Theorie der offenen Systeme. Campus: Frankfurt am Main, S. 167–201.
3 Hahlbrock, K. (2007): Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren? Bevölkerungsexplosion – Umwelt – Gentechnik. Fischer: Frankfurt am
Main, S. 266.
Soziale Gerechtigkeit hat Vorrang vor optimaler Ressourcenverteilung
178
4 »Over a fifth of globale arable land is affected by degradation« Aus: WBGU (2011), a.a.O:, S. 41.
5 Misselhorn, A.; Eakin, H., Devereux, S., Drimie, S., Msangi, S.; Simelton, E. und Stafford Smith, M. (2010): Vulnerability to What. In:
J. Ingram.; P. Ericksen und D. Liverman (Hrsg.): Food Security and Global Environmental Change. Earthscan: London, S. 87–114, hier S. 96 ff.
6 De Haen, H. (2008): Biodiversität und Welternährung. Vortragsmanuskript, S. 3. Zitiert nach: http://www.kws.de/global/show_document.asp?
id=aaaaaaaaaagbmwq, zugegriffen am 19. April 2013. Siehe auch: Gepts, P. (2006): Plant Genetic Resources Conservation and Utilization – The
Accomplishments and Future of a Societal Insurance Policy. In: Crop Science, 46: 2278–2292.
7 Vgl. dazu Hahlbrock (2007), a. a. O., S. 270 f. Siehe auch: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
(WBGU ) (1999): Welt im Wandel. Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Biosphäre. Springer: Berlin, S. 325 ff.
8 Aus: http://www.walther-og.de/hunger-im-ueberfluss.html
Zur Erzeugung einer Nahrungskalorie in Form von tierischen Produkten wird ein Vielfaches an Kalorien in pflanzlicher Form verbraucht: Bei
Schweinefleisch beträgt das Verhältnis 3:1, bei Milch 5:1, bei Rindfleisch 10:1 und bei Hühnerfleisch sogar 12:1. Siehe auch:
http://universal_lexikon.deacademic.com/318556/Weltern%C3 %A4hrung%3A_Ern%C3 %A4hrungssicherung_und_Ertragsentwicklung,
zugegriffen am 19. April 2013.
9 Vgl. Ericksen, P.; Bohle, H.-G. und Stewart, B. (2010): Vulnerability and Resilience of Food Systems. In: J. Ingram; P. Ericksen und D. Liverman
(Hrsg.): Food Security and Global Environmental Change. Earthscan: London, S. 67–77.
10 Vgl. dazu ausführlich: Brown L. R.(2004): Outgrowing the Earth: the Food Security Challenge in an Age of Falling Water Tables and Rising
Temperatures. W. W. Norton: New York. Siehe auch: FAO (2009): How to Feed the World in 2050. Executive Summary. Rome, S. 16 f. und 33 ff.
11 Siehe Teil 1, Kap. 8.
12 Vgl. dazu: Schäfer, S. (2013): Schrecklich gesund. Trotz vieler Lebensmittelskandale: Jeder kann sich heute gut ernähren. In: DIE ZEIT, 13
(21. 3. 2013), S. 40.
13 Vgl. Löhr, D. (2009): Resilienz vs. Effizienz – ein kritischer Blick auf die Umweltökonomie. In: Umweltwissenschaften und
Schadstoff-Forschung, 21(4): 393–406.
14 Vgl. Pearce, D. (1988). Economics, Equity and Sustainable Development. In: Futures, 20(6): 598–605.
4 Soziale Gerechtigkeit hat Vorrang vor optimaler Ressourcenverteilung
1 Siehe: Beck, U. (2013): Why »Class« is Too Soft a Category to Capture the Explosiveness of Social Inequality at the Beginning of the
Twenty-First Century. In: Britisch Journal of Sociology, 64 (1):63–73, hier vor alle, 71.
2 Siehe Kap. 6.2 in Teil III .
Soziale Gerechtigkeit hat Vorrang vor optimaler Ressourcenverteilung
179
3 Ich beziehe mich hier auf die Ausführungen von Talcott Parsons zu den Universalien aller Gesellschaften. Siehe: Parsons, T. (1954): An
Analytical Approach to the Theory of Social Stratification. In: Derselbe: Essays in Sociological Theory. Free Press: New York, S. 69–88. Zu den
evolutionären Universalien insgesamt siehe: Parsons, T. (1966): Societies: Evolutionary and Comparative Perspectives, Prentice-Hall:
Englewood Cliffs, S. 27 ff. Die funktionale Sichtweise von Schichtung mit ungleichen Verteilungschancen von Ressourcen als funktional
notwendig ist von vielen Sozialwissenschaftlern kritisiert worden (zu Recht), aber die Tatsache, dass Schicht ein universelles Kennzeichen von
Gesellschaften ist, wurde m. E. nie in Frage gestellt, obwohl es empirisch kaum bewiesen werden kann. Siehe dazu auch die Diskussion in:
Münch, R. (2004): Soziologische Theorie, Band 3 Gesellschaftstheorie. Campus: Frankfurt am Main, S. 117 ff. Dagegen ist die Universalität des
Gerechtigkeitspostulats in der Philosophie unbestritten. Siehe: Höffe, O. (2001): Gerechtigkeit. Eine philosophische Einführung. Beck:
München, S. 9.
4 Vgl. Hinsch, W. (2002): Gerechtfertigte Ungleichheiten. Grundsätze sozialer Gerechtigkeit. De Gruyter. Berlin, S. 170 f.
5 »Bei Problemen, die dieser Leistungsbegriff immer schon aufwarf, brachte er doch Maßstäbe der Distributionsgerechtigkeit hervor, die heute
noch als moralische Intuition zum Alltagsbewusstsein gehören.« Aus: Neckel, S. (2000): Die Macht der Unterscheidung. Essays zur
Kultursoziologie der modernen Gesellschaft. Campus: Frankfurt am Main, S. 119.
6 »Die genannten Kriterien (der Leistungsgerechtigkeit, der Verfasser), – wertende Einschätzung mit normativem Engagement (statt bloßes
Nutzenkalkül), Unparteilichkeit, Verallgemeinerungsfähigkeit, Verteilungsbezug –, anhand derer die Aussagen … als gerechtigkeitsbasiert
qualifiziert werden sollen, schaffen – dies sei vorweg gesagt- kein eindeutiges Raster, nach denen immer zweifelsfrei und systematisch sortiert
werden könnte« Aus: Menz, W. (2009): Die Legitimität des Marktregimes. Leistungs- und Gerechtigkeitsorientierungen in neuen Formen
betrieblicher Leistungspolitik. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 361.
7 »The simple relationship between aid and per capita growth in developing countries is weak, if it exists at all […] Some countries get a great deal
of assistance and grow slowly […] while others also get a lot and grow quickly.« Aus: The World Bank (1998): Assessing Aid. What Works,
What Doesn’t, and Why, Oxford University Press: Oxford, S. 19. Siehe auch: Wolff, J. H. (1999): Armutsbekämpfung durch Entwicklungshilfe:
Mythos oder Realität?, in: Politische Bildung, 32 (3): 54–69. Eine gute Übersicht über die Studien zur Effektivität der
Entwicklungszusammenarbeit bietet: Nuscheler, F. (2008): Die umstrittene Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit. INEF -Report
93/2008. Institut für Entwicklung und Frieden: Universität Duisburg.
8 Siehe: Kaul, I.; Grunberg, I. und Stern, M. A. (1999): Globale Öffentliche Güter: Internationale Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert. Bericht
für UNEP (United Nations Development Program). Oxford University Press: New York und Oxford, S. 16.
9 Siehe: Endres, A. und Martiensen, J. (2007): Mikroökonomik. Darstellung traditioneller und moderner Konzepte in Theorie und Praxis.
Kohlhammer: Stuttgart, S. 696.
10 Ott und Döring (2004), a. a. O., S. 50. Eingehende Begründung für diese Umstellung der Priorität siehe: Renn et al. (2007), a. a. O., S. 69 ff.
11 Renn et al. (2007), a. a. O., S. 70.
Soziale Gerechtigkeit hat Vorrang vor optimaler Ressourcenverteilung
180
12 Als Beispiel für diesen Fall wird gerne der Kaffeemarkt genommen. Dort ist es in der Tat zu einem existenzvernichtenden Preiskampf gekommen,
der vor allem durch das Überangebot, dann aber auch durch die Strategie des gegenseitigen Ausspielens verursacht wurde. Siehe dazu:
Stockmann, R.; Menzel, U. und Nuscheler, F. (2010): Entwicklungspolitik. Theorie – Probleme – Strategien. Oldenbourg: München, S. 209.
13 In der Bundesrepublik Deutschland ist das Gebot der Chancengleichheit in einem großen Ausmaß verwirklicht. Dennoch gibt es Bereiche, in
denen empirische Untersuchungen weiterhin Mängel und Defizite bei der Chancengleichheit nachweisen. Das sind vor allem: Zugang zu
Bildungschancen, zu Erwerbschancen, zum Vermögensaufbau und zu Dienstleistungen der staatlichen Daseinsvorsorge (Gesundheit, soziale
Absicherung etc.). Siehe dazu: Hradil, S. (2005): Soziale Ungleichheit in Deutschland. 8. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften:
Wiesbaden, S. 147 ff. Speziell zum Thema Bildung siehe: Hopf, W. (2010): Freiheit – Leistung – Ungleichheit. Bildung und soziale Herkunft in
Deutschland. Juventa: Weinheim und München, S. 67 f.
14 Das neue Zauberwort hier heißt »public-private partnerships«. Diese sind dann positiv zu bewerten, wenn die Rahmenbedingungen so gesetzt
sind, dass die angestrebten Normen der sozialen Gerechtigkeit auch nicht verwässert werden. Vgl. dazu: Weintraub, J. (1997): The Theory and
Politics of the Public/Private Distinction. In: J. Weintraub und K. Kumar (Hrsg.): Public and Private in Thought and Practice: Perspectives on a
Grand Dichotomy. University of Chicago Press: Chicago, S. 1–42.
15 Diese Forderung ist ein Dauerbrenner in der Diskussion um gewerkschaftliche Lohnforderungen. Vgl. etwa: Klaus, J. (1959): Die
Veränderungen der Lohnstruktur. Volkswirtschaftliche Schriften, Band 46. Duncker & Humblot: Berlin, S. 46ff und 77 f. Eine differenzierte
Diskussion dazu findet sich in: Bäcker, G.; Bispinck, R.; Naegele, G.; Hoffmann, K.; und Neubauer; J. (2008): Sozialpolitik und soziale Lage in
Deutschland. Band 1. 4. Auflage. VS -Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 261 ff.
16 Diese Kopplung wird von den deutschen Gewerkschaften oft angestrebt.
17 Siehe dazu: Göx, R. F. (2004): Erfolgsabhängige Gehälter, Belohnung für den Zufall und der Einfluss des Managements auf die Gestaltung seines
eigenen Vergütungssystems. In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Sonderheft 51, S. 27–55. Sowie international: Perry, T. und
Zenner, M. (2001): Pay for Performance? Government Regulation and the Structure of Compensation Contracts. In: Journal of Financial
Economics, 62: 453–488.
18 »In dem Papier, das der Zeitung vorliegt, heißt es, dass ›auf Hauptversammlungen künftig verbindlich über das Vergütungssystem oder die
Höhe von Vergütungen der Vorstände und Aufsichtsräte abzustimmen ist‹«.
http://www.epochtimes.de/koalition-bereitet-gesetzesvorschlaege-zur-begrenzung-von-manager-gehaeltern-vor-1065432.html, zugegriffen
am 19. April 2013.
19 Siehe Lachmann, W. (2004): Entwicklungspolitik. Band 1. Grundlagen. 2. Auflage, Oldenbourg: München, S. 211 ff.
20 Diese Forderung stammt aus: Stockmann et al. (2009), a. a. O., S. 216.
21 Siehe: Hansjürgens, B. (1999): Handelbare Umweltlizenzen. Funktionsbedingungen und Anwendungsmöglichkeiten. In: Jahrbuch 1998/1999.
Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF ). Universität Bielefeld: Bielefeld, S. 1–12, hier S. 4.
Soziale Gerechtigkeit hat Vorrang vor optimaler Ressourcenverteilung
181
22 Ähnlich kritisch dazu: Radermacher und Beyers (2007), a. a. O., S. 69; Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Baden-Württemberg (Oktober 2010):
Weiterentwicklung der Klimadoppelstrategie: Neue Konzepte für einen global wirksamen Klimaschutz. Stuttgart, S. 8. Grundlegend dazu:
Agarwal, A. und Narain, S. (1998): The Atmospheric Rights of All People on Earth. CSE Statement. Centre for Science and Environment. New
Delhi 1998. In: http://www.cseindia.org/content/atmospheric-rights-all-people-earth, zugegriffen am 19. April 2013.
23 Auch im Bereich der Wirksamkeit von Entwicklungshilfe klafft eine starke Lücke zwischen öffentlicher Wahrnehmung und tatsächlicher
Entwicklung. Mehr als 75 % der Deutschen sind davon überzeugt, dass es den Menschen in der Dritten Welt immer schlechter gehe. Die
tatsächlichen Entwicklungen zeigen aber, dass selbst in Schwarzafrika das Bruttoinlandsprodukt, also die Wirtschaftsstärke eines Landes,
jährlich um 6 % ansteigt. Sieben der 10 Länder mit den höchsten Wachstumsraten der Welt liegen in Afrika. Aus: Albrecht, H. (2013): Von
wegen Armut. In: DIE ZEIT, 14 (27. 3. 2013), S. 35 f.
24 Siehe Stockmann et al. (2010), a. a. O., S. 459ff; siehe auch Bohnet, M. (2011): 40 Jahre Brücken zwischen Entwicklungsforschung und
Entwicklungspolitik. Ökonomische, ökologische, politische, soziale, kulturelle Bezüge. Scientia Bonnensis: Bonn, S. 605 ff.
25 »Deutschland investierte 2011 erstmals mehr als zehn Milliarden Euro netto für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Nach Angaben
von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP ) erreichte Deutschland 2011 mit 0,4 % Anteil vom Bruttoinlandsprodukt (BIP ) die höchste
ODA -Quote seit der Wiedervereinigung.« Aus: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/entwicklungshilfe-gehtzurueck-niebel-zweitgroesster-geber_aid_732878.html, zugegriffen am 19. April 2013. Eine Aufstockung der Entwicklungshilfe auf 0,7 bis 1 %
des Bruttoinlandsprodukts ist eine Dauerforderung des WBGU seit 1993. Siehe: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale
Umweltveränderungen (WBGU ) (1993): Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen., Economica Verlag:
Bonn.
26 Siehe: Radermacher, F. J. (1997): Zukunftsfragen der Menschheit: technische, gesellschaftliche und ethische Aspekte. Manuskript. FAW: Ulm.
Eine gekürzte Fassung erschien unter dem Titel: Think Globally, Act Locally. In: Forschung & Lehre, 12: 619–622. Vgl. auch: Kämpke, T. (2010):
The Use of Mean Values vs. Medians in Inequality Analysis. In: Journal of Economic and Social Measurement, 35: 43–62.
27 Sütterlin, S. (2007): Mein Wort zählt. Mikrokredite: Kleines Kapital – große Wirkung. VENRO, Verband Entwicklungspolitik deutscher
Nichtregierungsorganisationen. Brandes & Apsel: Frankfurt am Main.
28 Daran, dass solche Kredite zinsgünstig und anlegerfreundlich ausgestaltet werden, gibt es zurzeit großen Zweifel, siehe: Yamamoto, C. (2010):
Mikrokredite: Selbstmord einer großen Idee. Mikrokredite gelten als Allheilmittel der Entwicklungspolitik. Doch sie treiben indische Frauen zu
Verzweiflungstaten. In: DIE ZEIT, Online, http://www.zeit.de/2010/47/Mikrokredite-Indien/seite-1, zugegriffen am 17. 4. 2013
Lebensqualität ist wichtiger als Lebensstandard
182
5 Lebensqualität ist wichtiger als Lebensstandard
1 Masberg, D. (1984): Zur Entwicklung der Diskussion um »Lebensqualität« und »qualitatives Wachstum« in der Bundesrepublik. In: H. Mayer
(Hrsg.): Qualitatives Wachstum. Einführung in Konzeptionen der Lebensqualität. Campus: Frankfurt am Main, S. 11–31.
2 Popp, R.; Hofbauer, R. und Pausch, M. (2012): Lebensqualität auf dem Prüfstand. Zu den gesellschaftlichen Bedingungen des Glücks. In:
A. Findl-Ludesche; E. Langhammer und J. Panhofer (Hrsg.): Gutes Leben – für alle?: Theologisch-kritische Perspektiven auf einen aktuellen
Sehnsuchtsbegriff. LiT Verlag: Wien und Berlin, S. 291–308, hier S. 291.
3 Vor allem die Zielkonflikte zwischen Zeitverfügbarkeit und Konsumverfügbarkeit treten bei wachsendem Wohlstand und stärkerer
Arbeitsbelastung immer stärker hervor und belasten das Gefühl von Lebensqualität: Siehe dazu: Scherhorn, G. und Reisch, L. A. (1998):
Güterwohlstand und Zeitwohlstand. »Ich wär’ so gern ein Zeitmillionär«. In: Politische Ökologie, 57/58: 52–56.
4 Klassisch dazu: Zapf, W. (1984): Individuelle Wohlfahrt: Lebensumstände und wahrgenommene Lebensqualität. In: W. Glatzer und W. Zapf
(Hrsg.): Lebensqualität in der Bundesrepublik. Objektive Lebensbedingungen und subjektives Wohlbefinden. Campus: Frankfurt am Main,
S. 13–26. Siehe dazu auch: Diefenbacher, H. (2001): Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Zum Verhältnis von Ethik und Ökonomie.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt, S. 173.
5 Ott und Döring (2004), a. a. O., S. 51.
6 »More money does not necessarily buy more happiness, but less money is associated with emotional pain.« Aus: Kahneman, D. und Deaton, A.
(2010): High Income Improves Evaluation of Life but not Emotional Well-Being. PNAS. Princeton University: Princeton, S. 1–4, hier 4.
http://wws.princeton.edu/news/Income_Happiness/Happiness_Money_Report.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
7 Siehe Kap. 6.2 in Teil III .
8 Einen guten Überblick zu dieser Frage vermittelt: Diener, E., and Biswas-Diener, R. (2002): Will Money Increase Subjective Well-Being?
A Literature Review and Guide to Needed Research. In: Social Indicators Research, 57: 119–169.
9 Siehe Reisch, L. A.: (1998): Zeitwohlstand versus Güterwohlstand? Thesen zur Ökonomie und Ökologie der Zeit. In: Widerspruch, 18 (36):
67–75.
10 Siehe dazu: Radermacher und Beyers (2007), a. a. O., S. 103 f. Siehe grundlegend in: Heins, B. (1997): Die Rolle des Staates für eine nachhaltige
Entwicklung der Industriegesellschaft. Analytica: Lüdenscheid.
11 Althammer, J. (2009): Die Finanzmarktkrise im Licht der Sozialen Marktwirtschaft, S. 3. In: http://www.ordosocialis.de/pdf/Althammer/
PolitischeBildung%203–2009.pdf, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
12 Dazu grundlegend: Radermacher, F. J.; Weiger, H. und Riegler, J. (2011): Ökosoziale Marktwirtschaft: Historie, Programm und Perspektive
eines zukunftsfähigen globalen Wirtschaftssystems. Oekom: München. Sowie: Eichhorn, P. (Hrsg.) (1995): Ökosoziale Marktwirtschaft.
Springer fachmedien: Wiesbaden. Speziell zur Umweltkomponente: Weizsäcker, E. U. v.; Lovins, A.; Lovins, L. (1995): Faktor Vier. Doppelter
Die Rolle der ökosozialen Marktwirtschaft im Chor der gesellschaftlichen Steuerung
183
Wohlstand bei halbiertem Naturverbrauch. Der neue Bericht an den Club of Rome. Droemer Knaur: München, S. 177–225. Sowie:
Ostheimer, J. und Vogt, M. (2004): Gesellschaftsvisionen im ökologischen Diskurs, in: Jahrbuch für christliche Sozialwissenschaften 45,
109–141, hier 119 f.
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Radermacher, F. J. und Beyers, B.(2007): Welt mit Zukunft. Überleben im 21. Jahrhundert. Murmann: Hamburg, S. 92 sowie 93 f.
Müller, H. (2008): Wie kann eine neue Weltordnung aussehen? Wege in eine nachhaltige Politik. Fischer: Frankfurt am Main, S. 208
Ebenda, S. 208 f.
Ebenda, S. 210
Ebenda, S. 211
Mohrs, T. (2003): Weltbürgerlicher Kommunitarismus: Zeitgeistkonträre Anregungen zu einer konkreten Utopie. Königshausen und
Neumann: Würzburg, S. 52.
Übersetzung durch den Verfasser: Original: To allow the market mechanism to be sole director of the fate of human beings and their natural
environment, indeed, even of the amount and use of purchasing power, would result in the demolition of society. Aus: Polanyi, K. (1971): The
Great Transformation. 11. Ausgabe. Beacon Press: Boston, ursprünglich 1944, S. 73. Das Buch ist auch in Deutsch erhältlich: Polanyi, K. (1977):
The Great Transformation. Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen, übersetzt von Heinrich
Jelinek. Europaverlag: Wien.
Wildmann, L. (2010): Einführung in die Volkswirtschaftslehre, Mikroökonomie und Wettbewerbspolitik. Module der Volkswirtschaftslehre
Band 1. 2. Auflage. Oldenbourg: München, S. 13 f. und 28 ff.
Siehe: Radermacher (2005), a. a. O., S. 160 f. In Bezug auf die Versicherungswirtschaft siehe: Doderer, D. Ritter von (2009): Public Private
Partnerships zur Bewältigung von Elementarrisiken. Verlag Versicherungswirtschaft: Karlsruhe, S. 125 ff.
Siehe zu den immanenten Krisen, die mit einer Überführung von von öffentlichen Gütern in Marktgüter verbunden sind: Exner, A. und
Kratzwald, B. (2012): Solidarische Ökonomie und Commons. Mandelbaum: Wien, S. 11 ff.
Zur Ineffizienz planwirtschaftlicher Systeme am Beispiel der DDR siehe: Geissler, R. (2008): Die Sozialstruktur Deutschlands: Zur
Gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung. 5. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 75 f. Zum
Thema Staatsversagen siehe: Donges, J. B. und Freytag, A. (2004): Allgemeine Wirtschaftspolitik. 2. Auflage. Lucius & Lucius: Stuttgart,
S. 227 ff.
Sturm, B. und Vogt, C. (2011): Umweltökonomik Eine Anwendungsorientierte Einführung. Physica Verlag, Springer: Heidelberg, S. 3.
Die Rolle der ökosozialen Marktwirtschaft im Chor der gesellschaftlichen Steuerung
184
13 Diese vier Steuerungssysteme lassen sich analog zu den vier Gesellschaftssystemen der funktionalen Theorie von Talcott Parsons betrachten.
Parsons unterscheidet vier grundlegende gesellschaftliche Subsysteme: das politische, das ökonomische, das Gemeinschafts- und das
sozio-kulturelle System (siehe Parsons, T. und Platt, G. M. (1973): The American University. Harvard University Press: Cambridge, USA ,
S. 432). Zwischen diesen Systemen finden laufend Austauschprozesse statt. Für das oben beschriebene Governance Modell habe ich diese vier
Systeme weiter spezifiziert: Wissenschaft als Teil des sozial-kulturellen Systems (Code: Evidenz, Leistung: Effektivität), Staatsorgane für das
politische System (Code: Legalität, Leistung: Resilienz, einschließlich Sicherheit), Privatsektor für das ökonomische System (Code:
Wettbewerb, Leistung: Effizienz) und die Zivilgesellschaft für das Gemeinschaftssystem (Code: Empathie, Leistung: soziale Kohäsion und
Fairness). Siehe ausführlich dazu: Renn, O. (2008): Risk Governance. Coping with Uncertainty in a Complex World. Earthscan: London,
S. 286 ff. Vgl. auch das Schaubild in: Münch, R. (2004): Soziologische Theorie. Band 3. Gesellschaftstheorie. Campus: Frankfurt am Main,
S. 139. Zusätzlich: Münch, R. (1987): Parsonian Theory Today: In Search of a New Synthesis. In: A. Giddens und J. H. Turner (Hrsg.): Social
Theory Today. Polity Press: Cambridge, S. 116–155.
14 Siehe dazu: Huber, F. (2008): Global Governance – Lösungsweg oder Utopie? Strategien, Kritik und Ausblick. In: P. Gruber (Hrsg.): Nachhaltige
Entwicklung und Global Governance. Verantwortung. Macht. Politik. Babara Budrich: Opladen, S. 55–69, hier S. 63.
15 Zu den speziellen Funktionen der vier Steuerungsorgane siehe Renn, O. (2008), a. a. O., S. 288 f.
16 Vgl. dazu auch: Reichel, A. (2012): Civil Society as a System. In: O. Renn; A. Reichel und J. Bauer (Hrsg.): Civil Society for Sustainability. A
Guidebook for Connecting Science and Society. Europäischer Hochschulverlag: Bremen, S. 56–72, hier S. 60 f. Siehe auch: Raab, J. und Kenis, P.
(2009): Heading Towards a Society of Networks. Empirical Developments and Theoretical Challenges. In: Journal of Management Inquiry, 18
(3): 198–210.
17 Walter Hell spricht hier von: Sicherung der Existenz, Chancengleichheit, sozialen Ausgleich und Hilfe in Notlagen als genuine Aufgaben des
Sozialstaates. Aus: Hell, W. (2010): Alles Wissenswerte über Staat, Bürger, Recht: Staatsbürger- und Gesetzeskunde. 6. Auflage. Thieme Verlag:
Stuttgart, S. 17 f.
18 Renn, O. (2013): Partizipation bei öffentlichen Planungen. Möglichkeiten, Grenzen, Reformbedarf. In: S. I. Keil und S. I. Thaidigsmann (Hrsg.):
Zivile Bürgergesellschaft und Demokratie. Aktuelle Ergebnisse der empirischen Politikforschung. Springer VS : Wiesbaden, S. 71–96, hier
S. 74.
19 Siehe Kap. 5.2 bis 5.4 in Teil III .
20 Adaptiert nach: Renn, O. (2008), a. a. O. S. 287. Sowie ins Deutsch übertragen in: Renn, O. (2013): Partizipation bei öffentlichen Planungen.
Möglichkeiten, Grenzen, Reformbedarf. In: S. I. Keil und S. I. Thaidigsmann (Hrsg.): Zivile Bürgergesellschaft und Demokratie. Aktuelle
Ergebnisse der empirischen Politikforschung. Springer VS : Wiesbaden, S. 71–96, hier S. 74.
Bereicherung der repräsentativen Demokratie: das Modell des analytisch-deliberativen Diskurses
185
7 Bereicherung der repräsentativen Demokratie: das Modell des analytisch-deliberativen Diskurses
1 Aus: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/gallery.stuttgart-21-letzte-fuehrung-am-bauzaun-param~15~14~0~65~false.fe9b13c6-fb6a469b-a8ee-067a610d8ab2.html, zugegriffen am 19. April 2013
2 Vgl. ähnliche Auflistung in: Brettschneider, F. (2013): Großprojekte zwischen Protest und Akzeptanz. In: F. Brettschneider und W. Schuster
(Hrsg.): Stuttgart 21. Ein Großprojekt zwischen Protest und Akzeptanz. Springer VS : Wiesbaden, S. 319–328, hier S. 320 f. Vgl. auch: Butzlaff,
F., Hoeft, C. und Kopp, J. (2013): ›Wir lassen nicht mehr alles mit uns machen!‹ Bürgerproteste an und um den öffentlichen Raum.
Infrastrukturplanung und Stadtentwicklung. In: S. Marg; L. Geiges; F. Butzlaff und F. Walter (Hrsg.): Die neue Macht der Bürger. Was motiviert
die Protestbewegungen. Rowohlt: Reinbek bei Hamburg, S. 48–93, hier S. 68 und 84 ff. Sowie: Walter, F. (2013): Bürgerlichkeit und Protest in
der Misstrauensgesellschaft. In: S. Marg; L- Geiges; F. Butzlaff und F. Walter (Hrsg.): Die neue Macht der Bürger. Was motiviert die
Protestbewegungen. Rowohlt: Reinbek bei Hamburg, S. 301–343, hier S. 323.
3 Siehe für Stuttgart 21: Göschel, A. (2013): ›Stuttgart 21‹: Ein postmoderner Kulturkonflikt. In: F. Brettschneider und W. Schuster (Hrsg.):
Stuttgart 21. Ein Großprojekt zwischen Protest und Akzeptanz. Springer VS : Wiesbaden, S. 149–172, hier S. 169. Für Umweltkonflikte siehe:
Wiedemann, P. (2010): Vorsorgeprinzip und Risikoängste. Zur Risikowahrnehmung des Mobilfunks. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Wiesbaden, S. 198 f.
4 Siehe Kap. 11.1 in Teil II .
5 Siehe: Sztomka, P. (2010): Does Democracy Need Trust, or Distrust, or Both? In: S. A. Jansen, E. Schröter und N. Stehr (Hrsg.): Transparenz.
Multidisziplinäre Durchsichten durch Phänomene und Theorien des Undurchsichtigen. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden,
S. 284–291, hier S. 287.
6 Man kann den Begriff der Akzeptanz auch auf »echte« Zustimmung beschränken und ihn dann von dem Phänomen der Duldung durch
Fatalismus absetzen, wie Carsten Ullrich das vorschlägt. Im Zusammenhang mit der Annahme politischer Entscheidungen erscheint mir aber
diese Differenzierung wenig hilfreich. Denn es ist oft schwer zu entscheiden, ob man etwas duldet oder positiv annimmt. Das Resultat ist zudem
das gleiche. Aus diesem Grunde habe ich einen umfassenden Akzeptanzbegriff hier gewählt. Siehe: Ullrich, C. G. (2008): Die Akzeptanz des
Wohlfahrtsstaates: Präferenzen, Konflikte, Deutungsmuster. VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 26.
7 Huth, I. (2004): Politische Verdrossenheit: Erscheinungsformen und Ursachen als Herausforderungen für das politische System und die Kultur
der Bundesrepublik Deutschland. LiT Verlag: Münster, S. 84 und S. 242 ff.
8 Siehe: Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) (2011): Akzeptanz von Technik und Infrastrukturen. Anmerkungen zu einem
aktuellen Problem. acatech bezieht Position, Band 9. Springer: Heidelberg, S. 7.
9 In Bezug auf Stuttgart 21 siehe: Diehlmann, A. (2013): Metropolitanität ohne Identität? Das Städtbauprojekt Stuttgart 21 und der Kampf um
den Stadtraum. Diplomica Verlag: Hamburg, S. 9. In Bezug auf Naturschutz siehe: Mose, J. (2009): Akzeptanz, Einstellung und Image als
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Einflussgrößen von Großschutzgebieten. Einige theoretische und methodische Vorüberlegungen. In: Hasse, J.; Danielzyk, R. und Mose, I.
(Hrsg.): Wahrnehmung und Akzeptanz von Großschutzgebieten. Wirkungsgeographische Studien, Band 25. BIS Verlag: Universität
Oldenburg, S. 9–36, hier S. 18 f.
Fisch, R., Frey, D. und Rosenstiel, L. von (2010): Innovationen in der öffentlichen Verwaltung Deutschlands sowie Erfolgsfaktoren und
Stolpersteine bei Veränderungen in Verwaltungen. In: Oerter, R.; Frey, D.; Mandl, H.; Rosenstiel, L. von und Schneewind, K. A. (Hrsg.): Neue
Wege wagen: Innovation in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft. Lucius und Lucius: Stuttgart, S. 163–184, hier S. 177.
Fuchs, D. (2002): Politikverdrossenheit. In: M. Greiffenhagen, M. und S. Greiffenhagen (Hrsg.): Handwörterbuch der politischen Kultur der
Bundesrepublik Deutschland. 2. Auflage. Westdeutscher Verlag: Wiesbaden, S. 338–343.
Siehe Habermas, J. (1987): Theorie des kommunikativen Handelns. Band 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung.
4. Auflage. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 44–71, sowie 114–151. Noch pointierter in: Habermas, J. (1971): Vorbereitende Bemerkungen
zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz. In: Habermas, J. und Luhmann, N. (Hrsg.): Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie. Was leistet die Systemforschung. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 101–141. Einen gute Zusammenfassung der Theorie des
kommunikativen Handelns in Bezug auf Beteiligung und Partizipation bietet: Hüller, T. (2005): Deliberative Demokratie. Normen, Probleme
und Institutionalisierungsformen. LiT Verlag: Münster, S. 94 ff. Sowie: Schweizer, P.-J. (2008): Diskursive Risikoregulierung. Diskurstheorien
im Vergleich. Nomos: Baden-Baden, S. 58–74 sowie 206 210; vgl. auch unsere Interpretation in: Renn, O.; Schweizer, P.-J.; Dreyer, M. und
Klinke, A. (2007): Risikopartizipation. In: Dieselben: Risiko. Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit. Oekom: München,
S. 188–236.
Siehe Chambers, S. (2003): Deliberative Democratic Theory. In: Annual Review of Political Science, 6:307–326. Sowie: Warren, M. E. (2002):
Deliberative Democracy. In: A. Carter und G. Stokes (Hrsg.): Democratic Theory Today: Challenges for the 21st Century. State University of
New York Press: Albany, USA , S. 173–202. Generell zum Verständnis der deliberativen Demokratietheorien siehe: Schaal, G. S. und
Heidenreich, F. (2006): Einführung in die politischen Theorien der Moderne. Barbara Budrich. UTB : Opladen, S. 195–219.
Vgl. Koller, P. (1992): Moralischer Diskurs und politische Legitimation. In: K.-O. Apel und M. Kettner (Hrsg.): Zur Anwendung der
Diskursethik in Politik, Recht und Wissenschaft. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 62–83, hier S. 72 ff.
Grundlegend dazu: Dryzek, J. S. (1990): Discursive Democracy. Cambridge University Press: Cambridge. Und das Nachfolgewerk: Dryzek, J. S.
(2000): Deliberative Democracy and Beyond: Liberals, Critics, Contestations. Oxford University Press: Oxford. Zu einzelnen
Umsetzungsverfahren siehe: Fisjkin, J. S. (1991): Democracy and Deliberation: New Directions for Democratic Reform. Yale University Press:
New Haven, S. 81 ff. sowie Fishkin, J. S. (2008): Deliberative Poll. Jenseits von ›Polling Alone‹. In: N. Kersting (Hrsg.): Politische Beteiligung. VS
Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 80–91; Involve (2005): People and Participation. London: Involve. Sclove, R. (1995): Democracy
and Technology. Guilford Press: New York. Kemp, R. (1985): Planning, Political Hearings and the Politics of Discourse. In: J. Forester (Hrsg.):
Critical Theory and Public Life. MIT Press: Cambridge, USA ; S. 177–201. Webler (1999): The Craft and Theory of Public Participation. In: Risk
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Research, 2:55–71. Siehe auch meinen Ansatz in: Renn, O. (2008), a. a. O., S. 343–350. Genereller Überblick in: Nullmeier, F., und Dietz, M.
(2011). Gesellschaftsberatung und deliberative Verfahren. Zeitschrift für Politikberatung, 3(3–4): 307–329.
US -National Research Council (1996): Understanding Risk: Informing Decisions in a Democratic Society. Coordinators: P. C. Stern und
V. Fineberg. Committee on Risk Characterization. National Academies Press: Washington, D. C., S. 118 ff. Siehe auch: Tuler, S. und Webler, T.
(1999): Designing an Analytic Deliberative Process for Environmental Health Policy Making in the US Nuclear Weapons Complex. In: RISK :
Health, Safety, and Environment 10(1): 65–87; Burgess, J.; Stirling, A.; Clark, J.; Davies, G.; Eames, M.; Staley, K. und Williams; S. (2007):
Deliberative Mapping: a Novel Analytic-Deliberative Methodology to Support Contested Science-Policy Decisions. In: Public Understanding of
Science. 16: 299–322. Siehe auch meinen Aufsatz: Renn, O. (1999): A Model for an Analytic Deliberative Model in Risk Management. In:
Environmental Science and Technology, 33 (18): 3049–3055.
US -National Research Council (1996), a. a. O., S. 97 ff.
Ebenda, S. 73ff sowie 118 ff.
Siehe: Renn (2008), a. a. O., S. 288.
Siehe Webler (1995), a. a. O., S. 50 ff.
Aus: Renn, O. (2013), a. a. O., S. 77.
Aus: Renn, O. (2013): Partizipation bei öffentlichen Planungen. Möglichkeiten, Grenzen, Reformbedarf. In: S. I. Keil und S. I. Thaidigsmann
(Hrsg.): Zivile Bürgergesellschaft und Demokratie. Aktuelle Ergebnisse der empirischen Politikforschung. Springer VS : Wiesbaden, S. 71–96,
hier S. 77
Siehe Giegel, H.-J. (1992): Kommunikation und Konsens in modernen Gesellschaften. In: H.-J. Giegel (Hrsg.): Kommunikation und Konsens in
modernen Gesellschaften. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 7–17. Hans-Joachim Giegel unterscheidet drei Formen von Konsens den
Hintergrundkonsens (gemeinsamer Erfahrungsschatz), Ergebniskonsens (gleiches Ergebnis, aber unterschiedliche Argumentation) und
Argumentationskonsens, (gleiche Begründung).
Siehe Stirling, A. (2008): ›Opening up‹ and ›Closing Down‹: Power, Participation and Pluralism in the Social Appraisal of Technology. In:
Science, Technology and Human Values, 33 (2): 262–294.
Siehe dazu die Zusammenfassung in: Squires, H. and Renn, O. (2011): Can Participatory Modeling Support Social Learning in Marine
Fisheries? Reflections from the Invest in Fish South West Project. In: Environmental Policy and Governance, 21 (6): 403–416.
In diesem Fallbeispiel benutzen wir die Wertbaumanalyse und das MAUT-Entscheidungsverfahren. Siehe dazu: (Wertbaumanalyse): Keeney,
R. L.; Renn, O.;Winterfeldt, D. von und Kotte, U. (1984): Die Wertbaumanalyse. Entscheidungshilfe für die Politik. HTV: München. (MAUT
Analyse): Edwards, W. (1977): How to Use Milti-Attribute Utility Measurement for Social Decision Making. In: IEEE Transactions on Systems,
Man, and Cybernetics. SMC -7: 326–340.
Siehe: US National Research Council (2008): Public Participation in Environmental Assessment and Decision Making. Board on Environmental
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Change and Society. National Academies Press: Washington, D. C., S. 44 (Tabelle) und Text S. 50 ff. Sowie: Corrigan, P. und Joyce, P. (1997): Five
Arguments for Deliberative Democracy. In: Political Studies, 48 (5): 947–969. Siehe auch: Renn (2008), a. a. O., S. 305 f.
Das Spannungsverhältnis von Deliberation und Repräsentation ist immer wieder ein beliebtes Thema in der Literatur. Wenn man aber
deliberative Verfahren als Vorstufen der demokratischen Beschlussfassung in den dazu legitimierten Gremien wie Parlamenten versteht und
nicht als deren Ersatz, dann sind die Konflikte zwischen diesen beiden Formen der Entscheidungsfindung weitgehend aufgelöst. Siehe dazu:
Dryzek (2000), a. a. O., S. 10 (Kombination von liberaler und deliberativer Demokratie). Abels, G. und Bora, A. (2004): Demokratische
Technikbewertung. Transcript: Bielefeld, S. 101 f. In dem Verständnis von Habermas bewegt sich das Modell der deliberativen Demokratie
zwischen einem liberalen und republikanischen Konzept von Demokratie. Siehe dazu: Habermas, J. (1996): Drei normative Modelle der
Demokratie. In: Derselbe: Die Einbeziehung des Anderen. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 277–292. Siehe dazu auch: Bohman, J. (1998):
Survey Article: The Coming of Age of Deliberative Democracy. In: Journal of Political Philosophy. 6 (4): 400–425. US National Research
Council (2008), a. a. O. S. 46 f. Sowie: Schaal und Heidenreich (2006), a.a.O: S. 201 ff.
Huget, H. (2007): Demokratisierung in der EU : Normative Demokratietheorie und Governance-Praxis im europäischen Mehrebenensystem.
VS -Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 119 ff.
Siehe die Auflistung von erfolgreichen Verfahren in: US National Research Council (2008), a. a. O., S. 77 ff. Zur Bilanz von deliberativen
Beteiligungsverfahren siehe: Beierle, T. C. und Cayford, J. (2002): Democracy in Practice: Public Participation in Environmental Decisions.
Resources for the Future: Washington, D. C. Sowie: Fritsch, O. und Newig, J. (2012): Participatory Governance and Sustainability: Early Findings
of a Meta-Analysis of Stakeholder Involvement in Environmental Decision-Making. In: E. Brousseau, T. Dedeurwaerdere und B. Siebenhüner
(Hrsg.): Reflexive Governance for Global Public Goods. The MIT Press: Cambridge, USA, S. 181–204. Sowie: Rauschmayer, F. und Wittmer, H.
(2006): Evaluating Deliberative and Analytical Methods for the Resolution of Environmental Conflicts. In: Land Use Policy, 23: 108–122.
Dazu gibt es eine Reihe von Vorschlägen, die treffend in Huget (2007), a. a. O., S. 143 ff. zusammengefasst sind.
Nanz, P. und Fritsche, M. (2012): Handbuch Bürgerbeteiligung. Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen. Bundeszentrale für politische
Bildung: Bonn, S. 24 ff.
Leggewie, C. und Bieber, C. (2001): Interaktive Demokratie. Politische Online-Kommunikation und digitale Politikprozesse. In: Aus Politik und
Zeitgeschichte, B41–42: 37–45. Sowie: Gonzáles, A.; Gilmer, A.; Foley, R.; Sweeney, J. und Fry, J. (2008): Technology-Aided Participative
Methods in Environmental Assessments: An International Perspective. In: Computers, Environment and Urban Systems, 32: 303–316.
Siehe: Maurer, M. und Jandura, O. (2009): Masse statt Klasse? Einige kritische Anmerkungen zur Repräsentativität und Validität von
Online-Befragungen. In: N. Jackob, H. Schoen und T. Zerback (Hrsg.): Sozialforschung im Internet – Methodologie und Praxis der
Online-Befragung. Band 2. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 61–73.
Vgl. die Phasen der Partizipation bei Brettschneider (2013), a. a. O., S. 323 ff. Siehe auch Deutscher Verband (2013): Bürgerbeteiligung 2.0 –
Anforderungen an gute und zeitgemäße Beteiligungsprozesse in der Stadtentwicklungs- und Infrastrukturplanung. S. 2.
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http://www.deutscher-verband2.org/cms/fileadmin/medias/Positionspapiere/Thesenpapier_Buergerbeteiligung_2_0_final.pdf, zugegriffen
am 19. April 2013.
Siehe Schweizer (2008), a. a. O., S. 198.
Das Konzept des Win-Win ist Bestandteil des sog, Harvard Konzeptes der Verhandlungsführung, siehe: Fisher, R.; Ury, W. und Patton, B. M.
(2009): Das Harvard Konzept. Der Klassiker der Verhandlungsführung. 23. Auflage. Campus: Frankfurt am Main, S. 89 ff.
Siehe dazu den historischen Abriss der Stuttgart 21 Planung in:
http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6730358/peyg96/index.html, zugegriffen am 19. April 2013.
Ein Beispiel dafür findet sich in: McDaniels (1996): A Multiattributive Framework for Evaluating the Environmental Impacts of Electric
Utilities. In: Journal of Environmental Management, 46: S. 57–66.
Hier wird gerne auf das Vorbild der Schweiz verwiesen. Siehe: Brunetti, A. und Straubhaar, T. (1996): Direkte Demokratie – bessere
Demokratie? Was lehrt uns das Schweizer Beispiel. Zeitschrift für Politikwissenschaft, 6(1): 7–26. Siehe allgemein: Blatt, H. (2006):
Direktdemokratie im Vergleich. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 10: 10–17, hier S. 16 f.
Schneider, M.-L. (2003): Demokratie, Deliberation und die Leistung direktdemokratischer Verfahren. In: Dieselbe: Zur Rationalität von
Volksabstimmungen. Der Gentechnikkonflikt im direktdemokratischen Verfahren. Westdeutscher Verlag: Opladen, S. 25–77.
Eith, U. und Mielke, G. (2012): Volksentscheid oder Parteiendemokratie? Das Lehrstück Stuttgart 21. In: Der Bürger im Staat, 62 (3): 188–193,
hier 192.
»Nach Meinung fast aller Politiker sind es nicht die Beteiligungsvorschriften, sondern vielmehr die Planungsverfahren, bei denen
Reformbedarf besteht. Durch eine verbesserte Genehmigungspraxis könnten Konflikte zum Teil vermieden und Bürger besser in die
Projektplanung eingebunden werden, so die Auffassung der Experten.« Aus: RWE (2012): Die juristische Perspektive: Braucht
Bürgerbeteiligung neue Rechtsgrundlagen? In: Akzeptanz für Großprojekte. Eine Standortbestimmung über Chancen und Grenzen der
Bürgerbeteiligung in Deutschland. RWE : Essen, S. 100–108, hier S. 106.
http://www.rwe.com/web/cms/de/1701408/rwe/ueber-rwe/akzeptanzstudie/, zugegriffen am 19. April 2013. Siehe auch: Hofmann, E. (2012):
Die Modernisierung des Planungsrechts: Das Energierecht als neues Paradigma der Öffentlichkeitsbeteiligung in einer Planungskaskade? In:
Juristen Zeitung, 67 (14): 701–711.
Überblick über die Beteiligungsmöglichkeiten im deutschen Umweltrecht vermittelt: Bunge, T (2010): Beteiligungsverfahren im
umweltbezogenen Verwaltungs- und in vergleichbaren Verfahren. In: S. Schlacke, C. Schrader, T. Bunge, und J. Wates (Hrsg.):
Informationsrechte, Öffentlichkeitsbeteiligung und Rechtsschutz im Umweltbereich. Erich Schmidt: Berlin, S. 135–374, hier S. 359 ff. Zum
Reformbedarf siehe: Petersen, F. (2012): Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltmediation bei großen Infrastrukturprojekten – Ansatzpunkte
für eine verbesserte Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik Deutschland. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft
21/2012 vom 09. 11. 2012. http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_petersen_121109.pdf, zugegriffen am 19. April 2013.
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45 Leggewie, C. (2011): Mut statt Wut. Aufbruch in eine neue Demokratie. Edition Körber Stiftung: Hamburg, S. 143 ff. und zusammenfassend
S. 190 ff.
8 Auswege aus der globalen Allmendefalle
1 Siehe Kap. 5.1 in Teil III .
2 Levin, S. A. (2006): Learning to Live in a Global Commons: Socioeconomic Challenges for a Sustainable Environment. In: Ecological Research,
21 (3): 328–333.
3 Seidel, C. (2012): Klimawandel, globale Gerechtigkeit und die Ethik globaler öffentlicher Güter – einige grundlegende begriffliche Fragen. In.
M. Maring (Hrsg.): Globale öffentliche Güter in interdisziplinären Perspektiven. KIT Scientific Publishing: Karlsruhe, S. 179–198, hier S. 184 f.
4 Siehe: Pfister, P. (2012): Regimekomplexe. Neue Kooperationssysteme zur Regulierung globaler Risiken. Campus: Frankfurt am Main, S. 282.
5 Ebenda S. 15 ff.
6 Vgl. Günter, R. (2011): Die Politik ist gefragt: Zentrale Strategien für die Bekämpfung des Klimawandels. In: B. Kofler und N. Netzer (Hrsg.):
Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften. Friedrich Ebert Stiftung, Internationale Politikanalysen: Bonn, S. 45–52, hier S. 49 ff. Umfassend
in: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (2011): World in Transition: A Social Contract for
Sustainability. WBGU : Berlin, S. 278 ff.
7 Zur Definition von Regimen siehe: Hasenclever, A.; Mayer, P. und Rittberger, V. (1997): Theories of International Regimes. Cambridge
University Press: Cambridge, S. 9. Sowie: Pfister (2011), a. a. O., S. 15 ff.
8 Michael Zürn führt drei internationale Umweltregime als Beispiele positiver Integration an: das Saure-Regen Regime, das die
grenzüberschreitende Luftverschmutzung bekämpft, das Ozonregime, das zum Schutz und Erhalt der Ozonschicht geschaffen wurde, und das
Öltankerregime, das Ölverschmutzungen der Ozeane reduzieren soll. Siehe Zürn, M. (1998): Regieren Jenseits des Nationalstaates.
Globalisierung und Denationalisierung als Chance. Suhrkamp: Frankfurt am Main, S. 183. Siehe auch: Kohler-Koch, B. (1993): Die Welt
regieren ohne Weltregierung. In: C. Böhret und G. Wewer (Hrsg.): Regieren im 21. Jahrhundert zwischen Globalisierung und Regionalisierung.
Leske & Budrich: Opladen, S. 109–141, hier S. 123 ff. Siehe auch die kurze Zusammenfassung in: Klinke, A. (2006): Demokratisches Regieren
jenseits des Staates. Deliberative Politik im nordamerikanischen Große Seen-Regime. Barbara Budrich: Opladen, S. 22 ff.
9 »Artenschutzabkommen CITES : Die Weltgemeinschaft kann den Ausverkauf der Natur stoppen. Die Artenschutzkonferenz ist
handlungsfähig. Das Ende des Abschlachtens von Nashörnern, Elefanten und Haien kann gelingen, wenn nun Maßnahmen folgen.« Aus: DIE
ZEIT Online: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013–03/artenschutz-konferenz-cites-massnahmen, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
10 Vgl. Risse, T. (2004): Global Governance and Communicative Action. In: Government and Opposition, 39 (2): 288–313
Auswege aus der globalen Allmendefalle
191
11 Odugbemi, S. (2008): Public Opinion, the Public Sphere, and Quality of Governance: An Exploration. In: S. Odugbemi und T. Jacobsin (Hrsg.):
Governance Reform under Real-World Conditions. Citizens, Stakeholders, and Voice. The World Bank: Washington, D. C., S. 15–38, hier
S. 25 ff.
12 »Transparency and access to information is a precondition of accountability.« Aus: Bäckstrand, K; Campe, S.; Chan, S.; Mert, A. und Schäferhoff,
M. (2012): Transnational Public-Private Partnerships. In: F. Biermann und P. Pattberg (Hrsg.): Global Environmental Governance Reconsidered.
MIT Press: Cambridge, USA , S. 123–147, hier S. 140
13 Siehe Betsill, M. M. und Corell, E. (2001): NGO Influence in International Environmental Negotiations: A Framework for Analysis. In: Global
Environmental Politics, 1:65–85.
14 Ekaterina Svetlowa bringt es auf den Punkt: »Der gegenwärtige Ruf nach Transparenz ist der Ruf nach einer Offenlegung der Informationen
und Entscheidungen. Transparenz bedeutet das Erkennbarsein der Gründe; sie erlaubt nachzuvollziehen, warum eine, wenn auch falsche,
Entscheidung getroffen wurde. Eine eindeutige Verbindung zwischen der Transparenz, verstanden als Information, und der Qualität der
Entscheidung, die auf diesen Informationen basieren, gibt es nicht«. Aus: Svetlowa, E. (2010): ›What You See Is What You Get; What You
Don’t See Gets You‹: Transparenz in der Zeiten der Finanzkrise. In: S. A. Jansen, E. Schröter und N. Stehr (Hrsg.): Transparenz.
Multidisziplinäre Durchsichten durch Phänomene und Theorien des Undurchsichtigen. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden,
S. 82–96, hier S. 95.
15 Vaughan, S. (1999): Eco-Labelling. In: D. E. Alexander und R. F. Fairbridge (Hrsg.): Encyclopedia of Environmental Sciences. Kluwer: Dordrecht,
S. 150 ff.
16 Siehe dazu den Sammelband mit vielen Beispielen: Grote, U.; Basu, A. K. und Chau, N. H. (2007): New Frontiers in Environmental and Social
Labeling. Physica, Springer: Heidelberg.
17 Deere, C. (199): Eco-labelling and Sustainable Fisheries. IUCN und FAO : Geneva, S. 4 ff.
18 Siehe die entsprechende Warnung in: Umweltbundesamt (ohne Jahresangabe): Umweltbewusst Leben. Handbuch für den umweltbewussten
Haushalt. Redaktion: V. Möcker und D. Tänzer. UBA : Berlin, S. 172.
19 Rudloff, B. (2007): Scope and Limitations for National Food Security and Labelling Regimes in the WTO -Frame. In: U. Grote, A. K. Basu, und
N. H. Chau (Hrsg.):New Frontiers in Environmental and Social Labeling. Physica, Springer: Heidelberg, S. 221–238.
20 Madu, C. N. (2004): Competing on Quality and Environment. Chi Publishers: Fairfield, USA , S. 152.
21 Aus: http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA .ODAT.CD /countries?display=graph, zugegriffen am 19. April 2013. Siehe auch: Severino,
J.-M. (2011): Die Wiedergeburt der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit. In: OECD (Hrsg.): Entwicklungszusammenarbeit Bericht 2011.
Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen. OECD : Paris, S. 121–134, hier S. 122.
22 Siehe: Nuscheler, F. (2008): Die umstrittene Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit. INEF -Report 93/2008. Institut für Entwicklung
und Frieden: Universität Duisburg, S. 7.
Auswege aus der globalen Allmendefalle
192
23 Die Wirksamkeit der Transferzahlungen für Entwicklungszusammenarbeit ist eines der besonders umstrittenen Themen in der Literatur. Die
Bewertungen reichen von reiner Geldverschwendung bis hin zu Analysen, die der Entwicklungshilfe eine hohe Wirksamkeit bescheinigen.
Einen hervorragenden Überblick über diese Diskussion vermittelt: Nuscheler (2008), a. a. O., S. 10 ff.
24 Die Kosten für mangelnde Koordination belaufen sich auf jährlich 7 Milliarden Dollar. Nuscheler (2008), a. a. O., S. 13.
25 Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 339.
26 Vgl. Kaberuka, D. (2011): Entwicklung und Entwicklungszusammenarbeit in Afrika: was wir gelernt haben. In: OECD (Hrsg.):
Entwicklungszusammenarbeit Bericht 2011. Jubiläumsausgabe zum 50jährigen Bestehen. OECD : Paris, S. 57–66, hier 64 f.
27 Das sind natürlich hier nur einige wenige Stichpunkte. Einen wichtigen Schritt vorwärts in diese Richtung ist die Pariser Erklärung (Paris
Declaration of Aid Effectiveness) vom Jahre 2005. Dort werden die zentralen Ziele der Entwicklungszusammenarbeit neu definiert. Unter
anderem umfassen die Forderungen den Ausgleich der Ungleichheiten, Hilfe zum Governance-Ausbau und Verhandlungen auf Augenhöhe
zwischen Geber- und Nehmerländer. Siehe dazu: Nuscheler, a.a.O, S. 17 ff. Siehe auch: Manning, R. (2011): Die Zukunft von internationalen
Leistungen zu vergünstigten Bedingungen. In: OECD (Hrsg.): Entwicklungszusammenarbeit. Bericht 2011. Jubiläumsausgabe zum 50jährigen
Bestehen. OECD : Paris, S. 109–120, hier S. 114 ff.
28 Dieser Ausdruck entstammt ursprünglich aus dem Kontext des Irakkrieges. Die Koalition der Willigen war eine Bezeichnung für alle Länder,
welche die USA im Krieg unterstützt haben. http://de.wikipedia.org/wiki/Koalition_der_Willigen, zugegriffen am 27. Oktober 2013.
29 Siehe dazu: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (2001): Welt im Wandel: Neue
Strukturen globaler Umweltpolitik. Springer: Heidelberg, S. 93.
30 Siehe Kap. 4.8 in Teil III .
31 Edenhofer, O. und Flachsland, C. (2012): Die Nutzung globaler Gemeinschaftsgüter: Politökonomische Herausforderungen an die Klimapolitik.
In: ifo Schnelldienst, 65 (12): 29–35. Sowie: Radermacher, F. J. (2013): Klimapolitik nach Doha. Hindernisse in Lösungen verwandeln. Bericht
des FAW: Ulm, S. 3 f. Zitiert aus:
http://www.globalmarshallplan.org/sites/default/files/imce/download_files/121213 %20Klimapolitik%20nach%20Doha.pdf, zugegriffen am
19. April 2013.
32 Siehe: Kaul, I. (2008): Auf dem Wege zum Weltstaat? Global Commons 3: Am Beginn einer neuen Ära internationaler Kooperation. In: IP
(Juli/August 2008), S. 146–153, hier 151. Zitiert in: http://www.ingekaul.net/pdf/upload170808/Auf-dem-Weg-zum-Weltstaat.pdf,
zugegriffen am 19. April 2013.
33 Vgl. Bierman, F. (2006): Global Governance and the Environment. In: M. M. Betsill, K. Hochstetler und D. Stevis (Hrsg.): International
Environmental Politics. Palgrave Macmillan: Basinstoke, UK , S. 237–261.
34 Pahle, M., Knopf, B. und Edenhofer, O. (2012): Die deutsche Energiewende: gesellschaftliches Experiment und sozialer Lernprozess. In: GAIA ,
21 (4): 284–287.
Auswege aus der globalen Allmendefalle
193
35 Siehe Kap. 12 in Teil I.
36 Für jedes Individuum ist diese Aussage sicher nicht korrekt, da Kriege in der Vergangenheit nicht alle Bevölkerungsteile betroffen haben. Für
Deutschland insgesamt ist diese Aussage aber korrekt, weil es seit dem Karolingerreich nie eine Periode gegeben hat, in der eine kriegerische
Auseinandersetzung innerhalb von 50 Jahren in Deutschland ausgeblieben ist. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen,
zugegriffen am 27. Oktober 2013.
37 Aus: Weltgesundheitsorganisation WHO (2003): Weltbericht Gewalt und Gesundheit. Zusammenfassung. OECD : Kopenhagen, S. 1.
38 Aus: http://de.globometer.com/kriminalitaet-menschenhandel.php, zugegriffen am 19. April 2013.
39 Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI ) (2006): Yearbook 2006. Kurzfassung auf Deutsch. SIPRI : Kopenhagen, S. 18.
40 Aus: http://www.sipri.org/research/armaments/production/Top100/media/pressreleases/2013/AP _PR , zugegriffen am 19. April 2013.
41 Siehe dazu auch den kritischen Artikel über die Doppelzüngigkeit Deutschlands in dieser Frage in: Bittner, J.; Geis, M.; Lau, J.; Ulrich, B. und
Wurmb-Seibel, R. von (2013): Wir tun doch nix … In: DIE ZEIT, 13 (21. 3. 2013),. S. 2 f.
42 Bittner et al. (2013), a. a. O., S. 2. Siehe auch SIPRI (2006), a. a. O., S. 28 ff.
43 WHO (2003), a. a. O., S. 2 f.
44 Vgl. Glasl, F. (2012): Mediation zwischen Anspruch und Wirklichkeit. In: S. Rapp (Hrsg.): Mediation. Kompetent – Kommunikativ – Konkret.
Winwin Verlag: Ludwigsburg, S. 10–28
45 Die damit verbundenen Risiken und mögliche Fehlentwicklungen, etwa durch Transferleistungen zur Förderung der inneren Sicherheit
mögliche autokratische Despoten in ihrer Machtausübung zu unterstützen, sind diskutiert in: Nolte, G. (2010): Vom Weltfrieden zur
menschlichen Sicherheit? Zu Anspruch, Leistung und Zukunft des Völkerrechts. In: H. Münkler, M. Bohlender und S. Meurer (Hrsg.):
Sicherheit und Risiko. Über den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert. Transcript: Bielefeld, S. 125–153, hier S. 129 ff. Der Zusammenhang
zwischen Sicherheit und Menschenrecht ist auch für die Krisenprävention bedeutsam. Siehe: van den Sand, C. (1997): Menschenrechte als
integraler Bestandteil der staatlichen Entwicklungspolitik. In: K. Dicke; M. Edinger und O. Lemcke (Hrsg.): Menschenrecht und Entwicklung.
Duncker & Humblot: Berlin, S. 117–136, hier 129.
46 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU ) (2001): New Structures for Global Environmental
Policy. Earthscan: London. S. 144 ff. und 176 f.
47 ebenda, S. 180 ff.
48 »Die Tobin Steuer ist ein vom US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger James Tobin vor-geschlagenes System einer
internationalen Devisenumsatzsteuer. Dabei würde eine Steuer weltweit auf alle Devisenkassa- und Devisentermingeschäfte erhoben. Tobin
selbst schlug zunächst eine Steuer in Höhe von 1 % vor, heute werden jedoch allgemein niedrigere Sätze zwischen 0,05 und 0,5 % diskutiert«.
Aus: Caton, M. (2002): Tobin Steuer. In: D. Nohlen (Hrsg.):Lexikon Dritte Welt. 12. Auflage, Rowohlt: Reinbek bei Hamburg, S. 792–793, hier
792. Siehe zum Original: J. Tobin, J. (1978): A Proposal for International Monetary Reform, in: Eastern Economic Journal, 4: 153–159.
Und ich?
194
49 Die Ziele der Millennium Projekts der Vereinten Nationen sind aufgelistet in: United Nations (2000): United Nations Millennium Declaration.
Report: A/RES /55/2, Section II . UN : New York. Siehe zu den Updates und Zwischenberichten die Website: http://www.un.org/
millenniumgoals/bkgd.shtml, zugegriffen am 19. April 2013. Vgl. auch: United Nations Development Programme (UNDP ) (2003): Human
Development Report 2003: The Millennium Development Goals: A Compact Among Nations to End Human Poverty. Vereinte Nationen: New
York.
50 Diese Zusammenfassung der Punkte des Millennium Projektes habe ich aus Radermacher und Beyers (2007), a. a. O., S. 174 übernommen.
51 WBGU (2001), a. a. O., S. 177.
52 Ebenda, S. 160 f.
53 Der WBGU hat die vorliegenden Kostenschätzungen für die Erreichung der Millennium Ziele zusammengetragen und kommt auf eine
Spannbreite von 94 bis 188 Milliarden Dollar pro Jahr. Aus: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
(WBGU ) (2005): Welt im Wandel: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik. Springer: Heidelberg, S. 119. Siehe auch Radermacher und Beyers
(2007), a. a. O., S. 175.
54 Aus: Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 342.
56 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/173138/umfrage/kriegskosten-der-usa-im-irak-und-afghanistan/, zugegriffen am 19. April 2013.
57 Siehe dazu die konkreten Vorschläge in WBGU (2001), a. a. O., S. 146 ff.
55 Independent Commission on Population and Quality of Life (1998): Visionen für eine bessere Lebensqualität. Birkhäuser: Basel, S. 342.
9 Und ich?
1 Gigerenzer, G. (2013): Risiko. Wie man richtige Entscheidungen trifft. Bertelsmann: München, S. 12 f. Ähnliche Anliegen vertreten: Evans, D.
(2012): RQ Risikointelligenz. Wie wir richtige Entscheidungen treffen. Droemer: München, S. 10 (mit einem Risikointelligenztest auf S. 263);
Witzer, B. (2011): Risikointelligenz. Econ: München, S. 107. Oder im englischsprachigen Raum: Ropeik, D. (2010): How Risky Is It Really?
Why Our Fears Don’t Always Match the Facts. McGraw Hill: New York, S. 232 ff. Inzwischen gibt es schon eine Promotionsarbeit zum Thema
»Risikomündigkeit«. Siehe: Ruddat, M. (2009): Kognitive Kompetenz zur Risikobewertung als Vorbedingung der Risikomündigkeit und ihre
Bedeutung für die Risikokommunikation. Dissertation an der Universität Stuttgart. Stuttgart.
2 Zur beeinflussung der Entscheidungssituationen, ohne die Suveränität der einzelnen Entscheidungsträger einzuschränken, vgl. vor allem:
Cialdini, R. B. (2006): Activating and Aligning Social Norms for Persuasive Impact. In: Social Influence, 1: 3–15. Siehe auch Thaler, R. H. und
Sunstein, C. R. (2012): Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Zweite Auflage. Ullstein: Berlin, S. 106 ff. Oder Cialdini, R. B. (2006):
Activating and Aligning Social Norms for Persuasive Impact. In: Social Influence, 1: 3–15.
Und ich?
195
3 Sloterdijk, P. (1987): Wieviel Katastrophe braucht der Mensch? In: Redaktion der Zeitschrift »Psychologie heute« (Hrsg.): Wieviel Katastrophe
braucht der Mensch? Beltz Verlag: Weinheim und Basel, S. 51–70, hier S. 51.
4 Siehe dazu die Ausführungen in Kap. 7 in Teil III .
5 Siehe dazu: Möller, A. (2013): Das grüne Gewissen. Wenn die Natur zur Ersatzreligion wird. Hanser. München, S. 51ff und 227 f.
6 Siehe dazu den Artikel in: Asendorf, D. (2013): Alles so sauber. Der Himmel über dem Ruhrgebiet ist wieder blau. Ein Besuch in der einst
dreckigsten Region Deutschlands. In: DIE ZEIT, 13 (21. 3. 2013), S. 39.
7 Siehe dazu die Daten des Umweltbundesamts im Zeitvergleich:
http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2702, zugegriffen am 19. April 2013. Sowie
zur Ozonschicht: Ungar, S. (2012): Ozone Depletion. In: The Wiley-Blackwell Encyclopedia of Globalization. Blackwell & John Wiley:
Chichester, UK .
8 Siehe Kap. 4 in Teil I.
9 Siehe Kap. 15 in Teil I.
10 Jonasson, J. (2009): Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. 27. Auflage. Random House: München.
11 Makridakis, S.; Hogarth, R. und Gaba, A. (2010): Tanz mit dem Glück. Wie wir den Zufall für uns nutzen können. Tolkemitt: Berlin, S. 37.
12 Siehe Kap. 2 in Teil III .
13 Siehe Kap. 5 in Teil II .
14 Ähnliche Argumentation in: Diamond, J. (2006): Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Fischer: Frankfurt am Main,
S. 628 f.
15 Wals, A. E. und Brace Corcoran, P. (2012): Re-oreinting, Re-connecting and Re-imagining: Learning-based Responses tot he Challenge of
(Un)sustainability. In: A. E. Wals und P. Brace Corcoran (Hrsg.): Learning for Sustainability in Times of Accelerating Change. Wageningen
Academic Publishers: Wageningen, NL , S. 21 – 32. Siehe auch: Mitterer, K.; Buchegger, V. und Witzeling, B. (2011): Gelebte Nachhaltigkeit:
10 Impulse zur ganzheitlichen Unternehmensentwicklung. Linde Verlag: Wien, S. 89 ff.
16 Ehrlich, P. R. und Ehrlich, A. H. (2009): The Dominant Animal. Human Evolution and the Environment. Island Press: Washington, D. C.,
S. 364 f.
17 Mohr, H. (1995): Qualitatives Wachstum. Weitbrecht: Stuttgart, S. 31 ff.
18 Vitousek, P. M.; A. H. Ehrlich, A. H. und Matson, P. H. (1986): Human Appropriation of the Products of Photosynthesis. In: Bio Science, 34:
368–373.
19 Die ungelösten Probleme sind eingehend beschrieben im Millennium Ecosystem Assessment Report von 2005. Eine Zusammenfassung der
wichtigsten Erkenntnisse findet sich in: Brown, K. (2009): Human Development and Environmental Governance. A Reality Check. In:
W. N. Adger und A. Jordan (Hrsg.): Governing Sustainability. Cambridge University Press: Cambridge, S. 32–52, hier S. 34.
Und ich?
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20 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfragen (WBGU ) (2011): World in Transition: A Social Contract for
Sustainability. WBGU : Berlin, S. 33 ff.
21 Siehe Kap. 1 in Teil IV.
22 http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=5837, zugegriffen am 19. April 2013.
23 http://de.kushnirs.org/makrookonomie/household_consumption_expenditure/household_consumption_expenditure_germany.html#p1_3,
zugegriffen am 19. April 2013.
24 http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=5837
25 Siehe dazu: Radermacher, F. J. (2005): Balance oder Zerstörung. Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen
Entwicklung. Ökosoziales Forum: Wien und Global Marshall Plan: Hamburg, S. 33 ff. Siehe auch: Berkhout, P. H. G., Muskens, J. C.,
Velthuijsen, J. W., (2000): Defining the Rebound Effect. In: Energy Policy 28: 425–432. Sowie: Binswanger, M. (2001): Technological Progress
and Sustainable Development: What about the Rebound Effect? In: Ecological Economics, 36: 119–132. Sowie: Thomas, B. A. und Azevedo, I. L.
(2013): Estimating Direct and Indirect Rebound Effects for U. S. Households with Input – Output Analysis Part 1: Theoretical Framework. In:
Ecological Economics, 86: 199–210.
26 Wie schwierig das ist und wie wenig Erfolg bisherige Interventionen in diese Richtung hatten, belegt: Abrahamse, W., Steg, L., Vlek, C., und
Rothengatter, T. (2005): A Review of Intervention Studies Aimed at Household Energy Conservation. In: Journal of Environmental Psychology,
25: 273–291.
27 Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Handlungsanleitungen für den nachhaltigen Konsum. Empfehlenswert sind vor allem die
Zusammenfassung verschiedener Anleitungspublikationen in: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/73827/
ratgeberundtipps_zusfas.pdf?command=downloadContent&filename=ratgeberundtipps_zusfas.pdf, zugegriffen am 19. April 2013. Vom
BUND gibt es folgende Seite: http://www.bund.net/themen_und_projekte/nachhaltigkeit/konsum/tipps_fuer_den_alltag/, zugegriffen am
19. April 2013. Siehe auch die Bücher: Lietsch, F. (2013): ECO -World 2013 – Bewusst besseres Leben: Der große Einkaufsratgeber für
nachhaltigen und ethischen Konsum: Bewusst besser leben. Altop Verlag: München. Holzinger, H. (2002): Nachhaltig leben: 25 Vorschläge für
einen verantwortungsvollen Lebensstil. JBZ Verlag: Salzburg. Wolf, N. und Kifmann, A. (2012): JETZT ist die Zeit für den: Nachhaltig leben –
für eine gute Zukunft. Herder: Freiburg.
28 http://www.footprint-deutschland.de/, zugegriffen am 17. April 2013.
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