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Freizeitunfall – was nun? - Österreichischer Bergrettungsdienst

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Projektarbeit
im Rahmen der
mündlichen Reife- und Diplomprüfung
Fachspezifische Themenstellung
im Gegenstand
Betriebs- und Volkswirtschaft
Titel der Arbeit
Freizeitunfall – was nun?
Verfasserin
Angelika Mohr
Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe/Leoben
Schuljahr 2008/2009
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Teil 1 Versicherungen
1 Versicherungen einst und jetzt
2
1.1 GESCHICHTE DER VERSICHERUNGEN
1.2 VOLKSWIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG IN DER HEUTIGEN ZEIT
2
3
2 Das Versicherungsprinzip
3
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
3
3
4
4
4
FINANZIERUNG
DIE HÖHE DER PRÄMIE
RISIKODECKUNG
MIT- UND RÜCKVERSICHERUNGEN
RECHTLICHE HINTERGRÜNDE
3 Der Versicherungsmarkt in Österreich
5
3.1 DIE VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN
3.2 DAS 3-SÄULEN SYSTEM
3.3 GESETZLICHE SOZIALVERSICHERUNG – PRIVATE VERSICHERUNGEN
5
5
6
4 Die Unfallversicherung im Vergleich
6
4.1 ALLGEMEINES ZUR UNFALLVERSICHERUNG IM RAHMEN DER SOZIALVERSICHERUNG
4.2 ALLGEMEINES ZUR PRIVATEN UNFALLVERSICHERUNG
6
7
Teil 2 Unfallversichert in Österreich
5 Unfallversicherungen
5.1 UNFALLSTATISTIK
5.2 BEGRIFF DES UNFALLS
5.3 UNFALLKOSTEN
5.4 GESETZLICHE UNFALLVERSICHERUNG
5.5 PRIVATE UNFALLVERSICHERUNGEN
5.6 VERSICHERUNGSVERGLEICH
5.6.1 PRÄMIENVERGLEICH
5.6.2 GLIEDERTAXENVERGLEICH
5.6.3 VERGLEICH DER PROGRESSIONEN
5.6.4 VERGLEICH DER AUSBEZAHLTEN SUMMEN IM LEISTUNGSFALL
5.6.5 LEISTUNGSFAKTORENVERGLEICH
5.6.6 GESAMTINTERPRETATION
5.7 SONSTIGE MÖGLICHKEITEN EINES VERSICHERUNGSSCHUTZES
10
10
11
11
12
13
13
14
15
16
17
18
19
19
5.7.1 ÖAMTC – SCHUTZBRIEF
5.7.2 ALPENVEREIN
5.7.3 KREDITKARTENINSTITUTE
5.7.4 FÖRDERER DES ÖSTERREICHISCHEN BERGRETTUNGSDIENSTES
5.8 UNFALLVORSORGE – WIE BIN ICH AM BESTEN GESCHÜTZT?
Teil 3 Die Christophorus Flugrettung
6 Die Christophorus Flugrettung
6.1 GESCHICHTE DER FLUGRETTUNG
6.2 BEDEUTUNG DER FLUGRETTUNG
6.3 EINSATZARTEN
7 Alltag in Österreich
7.1 EIN „POSITIVES“ BEISPIEL
7.2 BEISPIELE MIT WENIGER GUTEM AUSGANG FÜR DEN CFV
7.3 AKTUELLE PRESSEMELDUNGEN
8 Die Organisation der Flugrettung in Österreich
8.1 RECHTLICHE HINTERGRÜNDE
8.1.1 VEREINBARUNGEN ZWISCHEN BUND UND LÄNDERN
8.1.2 VEREINBARUNGEN MIT DEM HAUPTVERBAND DER ÖSTERREICHISCHEN
SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER ZUR FINANZIERUNG
8.2 PRIVATEINSÄTZE – VERHÄLTNIS CFV UND PATIENT
8.3 DIE FINANZIERUNG DES CFV
8.4 VERTRAGSKÜNDIGUNG DURCH DEN ÖAMTC
8.4.1 BEURTEILUNG DER NOTWENDIGKEIT VON EINSÄTZEN
8.4.2 BEZAHLUNG VON EINSÄTZEN
8.5 DIE SOZIALVERSICHERER ZUR VERTRAGSKÜNDIGUNG
9 Lösungen
9.1 FONDSMODELL
9.2 INDIVIDUELLE LÖSUNGEN
10 Zusammenfassung
Quellenverzeichnis
Anhang
19
20
20
21
21
25
25
27
28
29
29
30
31
31
31
32
32
34
34
35
35
35
37
38
38
38
40
Vorwort
„Freizeitunfall – was nun?“ Ich wünsche keinem von Ihnen, sich diese Frage stellen
zu müssen. Aber was, wenn wirklich mal „was passiert“?
Statistiken belegen ganz klar: Die Zahl der Freizeitunfälle ist definitiv am Steigen.
Natürlich stehen nach Unfällen jeglicher Art immer die Genesung und Rehabilitation
an erster Stelle, dennoch sollte man einen wichtigen Aspekt nicht aus den Augen
verlieren: „Wie bin ich finanziell abgesichert?“ Hierbei tut sich dann oft das erste
gravierende Problem auf, denn die Unfallversicherung im Rahmen der gesetzlichen
Sozialversicherung kann nur im Fall von Arbeitsunfällen oder Ähnlichem belangt
werden. Welche Möglichkeiten habe ich sonst, mich gegen das Risiko „Freizeitunfall“
abzusichern“?
Ein Thema, das mich schon von Anfang an interessierte, nicht nur, weil ich in meiner
Freizeit einige Sportarten betreibe, sondern auch, weil ich die Thematik aus einer
anderen Perspektive kenne. Durch meine Tätigkeit im Bergrettungsdienst wurde ich
schon einige Male Zeugin von „Freizeitunternehmungen“, die ursprünglich wohl
anders geplant gewesen sind.
Die Einbeziehung der Christophorus – Flugrettung als praktisches Beispiel einer
Rettungsorganisation, welche bei Unfällen aller Art wertvolle und wichtige Arbeit
leistet, geschieht aus jüngstem aktuellen sowie persönlichem Interesse für die
Arbeitsweise und vor allem Organisation der so genannten „Gelben Engel“.
Für das Gelingen der Arbeit bin ich nicht allein verantwortlich: Ich möchte mich
persönlich bei Frau Jennifer Eisinger und Herrn Toni Leitinger vom Christophorus
Flugrettungsverein (CFV) sowie den Mitarbeitern des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVÖ), dem Verein für Konsumentenschutz (VKI) und dem
Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und Herrn August
Mandl (Wüstenrot) für die Bereitstellung der Fülle an Informationen und der Hilfe in
allen Belangen bedanken. Besonderen Dank möchte ich Herrn Prof. Günter
Mußbacher und Frau Prof. Mag. Manuela Obmann-Keszei für ihren Beitrag zum
Erfolg dieser Arbeit aussprechen.
Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde
Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen nicht benützt und die den
benützten Quellen wörtlich und inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich
gemacht habe.
Tragöß, am 08. April 2009 …………………………………
Angelika Mohr
1. Teil
Versicherungen
Die Zukunft soll man nicht voraussehen
wollen, sondern möglich machen.
Antoine de Saint-Exupéry
aus „Ein Lächeln ist das Wesentliche“
Abb 1 aus Jahresbericht 2007; VVO
1
1 Versicherungen einst und jetzt
1.1 Geschichte der Versicherungen
Das Bestreben, sein Eigentum, sein Geld oder sonstige wertvolle Vermögensgegenstände durch spezielle Maßnahmen vor finanziellen Schäden zu bewahren, ist
schon fast so alt wie die Menschheit selbst. Recherchen von Wissenschaftlern zu
Folge hat schon Hammurabi – König von Babylonien – ungefähr 1700 v. Chr. in
seinem „Codex Hammurabi“ derartige Punkte festgehalten.
So schreibt er zum Beispiel:
"Wird beim Einsturz Eigentum zerstört, so stelle der Baumeister wieder her, was
immer zerstört wurde; weil er das Haus nicht fest genug baute, baue er es auf eigene
Kosten wieder auf."1
Auch die Risikoverteilung im Fall von Raubüberfällen auf Karawanen war
genauestens definiert.
Mehr als 1000 Jahre später kommt es im antiken Rom abermals zu einer
bemerkenswerten gesellschaftlichen Leistung:
Menschen einfachen Standes schlossen sich zu einer Vereinigung zusammen, um
sich gegen das Krankheitsrisiko abzusichern. Mitgliedern wurde damals eine
kostenlose ärztliche Behandlung gewährleistet.
Das Versicherungsprinzip war geboren und bahnte sich seinen Weg durch die
Geschichte.
Erstmals urkundlich belegt werden konnten „Versicherungsverträge“ über
Seetransporte in Genua im Jahr 1367. Im 15. Jahrhundert entstand die Feuerversicherung, gefolgt von der Lebensversicherung Anfang des 18. Jahrhunderts. Anfang
des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten größeren Versicherungsunternehmen.
Unfall- und Haftpflichtversicherung folgten, noch vor der Krankenversicherung, gegen
Ende des 19. Jahrhunderts. Schließlich entstanden, in unserer Zeit, die Kranken- und
die Rechtsschutzversicherung.
1
aus http://www.mario-weller.de/geschichte.versicherung.html; (16.November 2008)
2
1.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung in der heutigen Zeit
Heute begleiten uns Versicherungen tagtäglich: Egal ob beim Autofahren, in der
Freizeit oder Arbeit – das damalige Versicherungsprinzip ist heutzutage nach wie vor
aktuell und hat wohl jeden Einzelnen von uns schon einmal vor erheblichen
finanziellen Schäden oder sonstigen Verlusten bewahrt.
Volkswirtschaftlich gesehen ist die Versicherung ein wichtiges Dienstleistungsgut,
das Sicherheit bereitstellt.
Daher wird Versicherungen in der Volkswirtschaft eine Schlüsselrolle zugeschrieben,
welche das Risiko von Investitionen mindert und so die Wirtschaft erheblich
unterstützt.2
2 Das Versicherungsprinzip
2.1 Finanzierung
Der Versicherer erhält als Gegenleistung für die Übernahme des Risikos
Versicherungsbeiträge, so genannte Prämien, vom Versicherungsnehmer. Diese
Prämien fließen in einem großen Topf zusammen, aus welchem der Versicherungsnehmer im Falle eines eingetretenen Schadens einen Schadensausgleich erhält.
Voraussetzung dafür ist eine genaue Kalkulation des zu versichernden Risikos durch
den Versicherer.
2.2 Die Höhe der Prämie
Vor Abschluss einer Versicherung wird das zu versichernde Objekt im Hinblick auf
Risiko geschätzt. Ebenso wird die Versicherungssumme, die normalerweise dem
Wert des zu versichernden Objektes entspricht, festgelegt.
Es ist wichtig etwaige Wertminderung oder -erhöhung der zuständigen Versicherungsanstalt zu melden. Wird ein Versicherungsobjekt unterversichert, d.h. der Wert
des Objektes ist höher als die Versicherungssumme, so erhält man im Schadensfall
auch nur eine anteilige Entschädigung.
2
vlg. Kontinuität und Wandel des Versicherungsrechts; Egon Lorenz, Manfred Wandt; Veröffentlicht von Verlag
Versicherungswirtschaft, 2004
3
Zum Beispiel:
Unfallversicherung:
Vereinbarte Versicherungssumme
€ 150.000,-
Unfall mit 50%-iger Invalidität
€ 75.000,- (=50% Versicherungsleistung)
2.3 Risikodeckung
Je größer das Kollektiv – also die Gemeinschaft der Versicherungsnehmer, desto
größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schadensfall auftritt, und umso genauer
kann das Risiko auch kalkuliert werden. Ebenso wird auch das Risiko, dass der Topf
nicht genug Gelder zur Verfügung haben sollte, kleiner sowie die Prämie für jeden
Einzelnen proportional billiger.
2.4 Mit- und Rückversicherungen
Um vollen Deckungsschutz in allen Fällen zu gewähren, sind Versicherungsgesellschaften auch rückversichert. Sie bilden gemeinsam mit anderen Versicherungen
Gefahrengemeinschaften.
Manche Großschäden würden das wirtschaftliche Bestehen von Versicherern
ernsthaft gefährden, darum haben sich grundsätzlich zwei Varianten zur Verteilung
größerer Risiken gebildet: die Rückversicherung und die Mitversicherung.
2.5 Rechtliche Hintergründe
Rechtliche Grundlagen zur Versicherungswirtschaft kann man in zwei Gruppen
einteilen:
Allgemeine Bestimmungen
• Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
• Unternehmensgesetzbuch (UGB)
• Konsumentenschutzgesetz (KSchG)
• etc.
Besondere Bestimmungen
• Versicherungsaufsichtsgesetz
• Versicherungsvertragsgesetz
4
• Allgemeine Versicherungsbedingungen
• Klauseln
• Verordnungen
• Erlässe
• Einzelverträge
In einem Versicherungsvertrag haben aber immer die besonderen Bestimmungen
Vorrang.
3 Der Versicherungsmarkt in Österreich
3.1 Die Versicherungsunternehmen
Der Versicherungsmarkt in Österreich beschäftigt derzeit etwa 26.667 Personen, die
im Jahr 2007 im direkten inländischen Geschäft nach vorläufigen Zahlen ein
Prämienvolumen von insgesamt € 15,874 Milliarden - um 1,8 Prozent mehr als 2006
– erwirtschafteten.
Der Österreichische Versicherungsmarkt zählt zu den größten Investoren des
Landes und leistet maßgeblichen Anteil an der Alters-, Gesundheits-, Eigentumssowie der betriebswirtschaftlichen Vorsorge. Derzeit verzeichnet der VVÖ – Verband
der Versicherungsunternehmen Österreichs - 86 Mitglieder, davon sind 71 in
Österreich niedergelassen.3
3.2 Das 3-Säulen System
Das österreichische 3-Säulen System zur Versicherung besteht aus der
gesetzlichen, der betrieblichen und der privaten Vorsorge.
Zur gesetzlichen Vorsorge kann man die Krankenversicherung, die Pensionsversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung im Rahmen der
Sozialversicherung zählen.
Betriebliche Vorsorge wird durch Abfertigungsrückdeckungsversicherung,
Abfertigung NEU, Zukunftsversicherung für Dienstnehmer, Pensionskassen und
Firmenpensionen getragen.
3
lt. Zahlen des VVO – Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (Stand November 2008)
5
Privat hat jeder die Möglichkeit, individuell vorzusorgen. Das kann durch
Kapitalversicherungen, Rentenversicherungen, Risikoversicherungen, Unfallversicherungen oder Krankenversicherungen sein.
Die Unterschiede zwischen der gesetzlichen und privaten Versicherung werden im
nächsten Punkt erläutert.
3.3 Gesetzliche Sozialversicherung – Private Versicherungen
Gesetzliche Sozialversicherung
Privatversicherung
Beitragsabhängige Vorschreibung
Risikoabhängige Vorschreibung
(nach Gehalt/Lohn)
(zB.: Alter, Freizeitgestaltung…)
Genormte Leistungen
Leistungen von Vertrag abhängig
Leistungen für die Masse
nicht jeder/jedes Risiko ist privat
versichert bzw. kann privat versichert
werden
4 Die Unfallversicherung im Vergleich
4.1 Allgemeines zur Unfallversicherung im Rahmen der Sozialversicherung
1955 wurde in Österreich das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz beschlossen
und trat mit 1956 in Kraft. Die österreichische Sozialversicherung ist eine
Pflichtversicherung – d.h. bei Vorliegen einer Erwerbstätigkeit entsteht die
Versicherungspflicht, die Versicherungsschutz bietet.
Geregelt ist die Versicherung der Dienstnehmer für den Fall einer Erkrankung, der
Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit und der Mutterschaft, eines Arbeitsunfalls, der
Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit, des Alters, des Todes und der Arbeitslosigkeit, bei
öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalten.
Die Mittelaufbringung erfolgt durch die Versicherten selbst bzw. durch den
Dienstnehmer zusätzlich durch den Dienstgeberanteil, der vom Arbeitgeber
abgeführt werden muss. Im Fall, dass diese Mittel nicht zur Deckung der
Versicherungsleistungen genügen, leistet der Staat aus allgemeinen Steuermitteln
einen Zuschuss im Form der Ausfallshaftung.
6
Außer der Unfallversicherung umfasst die Sozialversicherung (im engeren Sinn)
auch noch die Krankenversicherung, die Pensionsversicherung und die Arbeitslosenversicherung.
Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz vor den Folgen von Arbeitsunfällen
und Berufskrankheiten.
Die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) ist mit 4 Millionen Versicherten
der größte österreichische Unfallversicherungsträger.
Die gesetzliche Unfallversicherung deckt jedoch nur Arbeits- und Wegeunfälle sowie
Berufserkrankungen und Unfälle bei der Ausbildung.
„Arbeitsunfall“ wird folgendermaßen definiert:
§ 175.
(1) Arbeitsunfälle sind Unfälle, die sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen
Zusammenhang mit der die Versicherung begründenden Beschäftigung ereignen.
(2) Arbeitsunfälle sind auch Unfälle, die sich ereignen:
1. auf einem mit der Beschäftigung nach Abs. 1 zusammenhängenden Weg zur oder
von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte; hat der Versicherte wegen der Entfernung
seines ständigen Aufenthaltsortes von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte auf dieser
oder in ihrer Nähe eine Unterkunft, so wird die Versicherung des Weges von oder
nach dem ständigen Aufenthaltsort nicht ausgeschlossen. 4
4.2 Allgemeines zur privaten Unfallversicherung
Die Versicherungswirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land und
hat einen erheblichen Anteil an der gesamten Volkswirtschaft inne. 27.000
Beschäftigte erwirtschaften, mit mehr als 42 Millionen versicherten Risiken, jährlich
13 Milliarden € an Prämieneinnahmen, von denen neun Milliarden € an Versicherungsfälle gehen. Außerdem fungiert der Versicherer heutzutage auch immer öfter
als Anbieter unterschiedlichster Produkte und Dienstleistungen.
Vertragsversicherungen spielen eine bedeutende Rolle in vielerlei Hinsicht. Sowohl
jeder Einzelne als auch Wirtschaftsbetriebe, sei es ein Kleinunternehmer oder ein
4
lt. ASVG § 175
7
internationaler Konzern, geben die Aufgaben der finanziellen Vorsorge für den
Schadensfall in den meisten Fällen an Versicherer ab.
Moderne Wirtschaftsprozesse wären ohne Versicherung undenkbar. Hier denke ich
besonders an Kredit- oder Leasinggeschäfte, die ohne den vorherigen Abschluss
einer Lebens-, Unfall- oder Sachversicherung wohl nur schwer oder gar nicht möglich
wären, ebenso wie Import-/Export-Geschäfte, die auf eine umfassende Transportversicherung aufbauen.
Personenversicherungen wie Kranken-, Unfall- und Lebensversicherung spielen
ebenso eine nicht minder bedeutende Rolle. Jeder sehnt sich wohl nach der
bestmöglichen und höchstmöglichen Versicherung, doch ist ein umfassender
Versicherungsschutz für jede Eventualität nicht möglich.
„Der Versicherungsbeitrag muss wirtschaftlich tragbar sein“, lautet ein wichtiger
Leitsatz der Versicherer. Gerade darum ist es unmöglich, gegen alle Gefahren
versichert zu sein, um die Kosten des Versicherungsschutzes relativ in Maßen zu
halten.5
Dennoch gibt es eine immense Vielfältigkeit der versicherbaren Risiken. Darum hat
es sich unter den Vertragversicherern als nützlich erwiesen, sie in Versicherungszweige einzugliedern. Jeder Zweig steht für bestimmte, genau definierte Risiken oder
Objekte. Allgemein kann man drei große Versicherungszweige nennen:
• Personenversicherungen
• Sachversicherungen
• Vermögensversicherungen
Die private Unfallversicherung kann man gemeinsam mit der Lebensversicherung
und der Krankenversicherung zu den Personenversicherungen zählen.
Die Möglichkeiten, die von diesen Versicherungsformen geboten werden, können als
vernünftige Ergänzung zu der gesetzlichen Sozialversicherung gesehen werden.
In Teil 2 dieser Arbeit werden Sie umfassende Informationen zur privaten
Unfallversicherung sowie alle, für diese Form der Versicherung relevanten Fakten
bekommen.
5
vgl. Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs; Die Versicherung und ihre einzelnen Sparten; 2003
8
2. Teil
Unfallversichert in Österreich
Abb 2 ÖBRD Steiermark
9
5 Unfallversicherungen
5.1 Unfallstatistik
Abb 3 Anteil der Unfälle an den stationären Spitalsfällen 1980 – 2006
Unfälle passieren tagtäglich und überall: im Beruf, in der Freizeit, beim Heimwerken,
bei sportlicher Betätigung oder im Urlaub. Laut Unfallstatistik 2007 verunglückten
voriges Jahr in Österreich rund 829.000 Menschen. Viele der Opfer wurden so
schwer verletzt, dass sie später nicht mehr ihrem Beruf nachgehen konnten und
damit oft mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten.
Fast drei Viertel dieser 829.000 Unfälle entfallen auf den Heim-, Freizeit- und
Sportbereich, und obwohl die Zahl der allgemeinen Unfälle kontinuierlich am sinken
ist, nimmt die Zahl der Heim-, Freizeit- und Sportunfälle langsam, aber stetig zu
(siehe Tabelle 3).
In anderen Worten: Von den gesamten Unfallkosten und den gesamten Kosten der
Unfallfolgen wird nur ein Viertel von der gesetzlichen Unfallversicherung getragen.
Laut Spitalsdiagnostik enden aber rund ein Zehntel der Unfälle in Invalidität. Mit einer
privaten Unfallversicherung kann man den finanziellen Folgen eines Unfalls
vorbeugen. Sehr von Bedeutung ist dies vor allen im Bereich „Freizeitunfall mit
Dauerfolgen“, da dieser Sektor im Gegensatz zu Arbeitsunfällen und Berufskrankhei-
10
ten nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt wird und so, neben dem
körperlichen Schaden, oft auch die finanzielle Ungewissheit hinzukommt.6
5.2 Begriff des Unfalls
1. Unfall ist ein vom Willen des Versicherten unabhängiges Ereignis, das
plötzlich von außen mechanisch oder chemisch auf seinen Körper einwirkt und
eine körperliche Schädigung oder den Tod nach sich zieht.
2. Als Unfall gelten auch folgende, vom Willen des Versicherten unabhängige
Ereignisse:
a. Ertrinken
b. Verbrennungen, Verbrühungen, Einwirken von Blitzschlag oder elektrischem Strom
c. Einatmen von Gasen oder Dämpfen, Einnehmen von giftigen oder ätzenden Stoffen, es sei denn, dass diese Einwirkungen allmählich erfolgen
d. Verrenkungen von Gliedern sowie Zerrungen und Zerreißungen von an
Gliedmaßen und an der Wirbelsäule befindlichen Muskeln, Sehnen,
Bändern und Kapseln.
3. Krankheiten gelten nicht als Unfall, übertragbare Krankheiten auch nicht als
Unfallfolgen. Dies gilt nicht für Kinderlähmung, die durch Zeckenbiss übertragene Frühsommer-Meningoencephalitis und Lyme-Borreliose im Rahmen der
Bestimmungen des Art. 12 sowie für Wundstarrkrampf und Tollwut, verursacht
durch einen Unfall gemäß Pkt. 1
4. Der Versicherungsschutz bezieht sich auch auf Unfälle des Versicherten als
Fluggast in motorischen Luftfahrzeugen, welche für die Verwendungsart
Personenbeförderung zugelassen sind, mit Ausnahme von Motorseglern und
Ultralights. Als Fluggast gilt, wer weder mit dem Betrieb des Luftfahrzeuges in
ursächlichem Zusammenhang steht oder Besatzungsmitglied ist noch mittels
des Luftfahrzeuges eine berufliche Betätigung ausübt. 7
5.3 Unfallkosten
Bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme werden Unfallkosten ersetzt,
sofern sie innerhalb von 2 Jahren vom Unfalltag an gerechnet entstehen und soweit
6
7
http://www.kfv.at/kuratorium-fuer-verkehrssicherheit/publikationen/freizeitunfallstatistik/2007/ (8. Dezember 2008)
aus Allgemeine Bedingungen für die Unfallversicherung AUVB 2008 Art.6
11
nicht von einem Sozialversicherungsträger Ersatz zu leisten ist oder von einem
sonstigen Leistungsträger Ersatz geleistet wurde.
Unfallkosten sind:
1. Heilkosten
2. Bergungskosten, die notwendig werden, wenn der Versicherte
a. einen Unfall erlitten hat oder in Berg- oder Wassernot geraten ist und
verletzt oder unverletzt geborgen werden muss; oder
b. durch einen Unfall in Folge von Berg- oder Wassernot den Tod erleidet
und seine Bergung erfolgen muss;
Bergungskosten sind die nachgewiesenen Kosten des Suchens nach dem
Vermissten und seines Transportes bis zur nächsten befahrenen Straße
oder/und bis zum dem Unfallort nächstgelegenen Spital.
3. Rückholkosten
4. Pflegekosten
5. Kosmetische Operationen im Zuge der Notwendigkeit nach einem Unfall
6. Begleitkosten im Spital
7. Zahnersatz8
5.4 Gesetzliche Unfallversicherung
Unfallversichert ist in Österreich jeder Sozialversicherte, allerdings nur am Weg von
und zur Arbeit und am Arbeitsplatz. Daneben gibt es noch große Personengruppen,
welche nicht versichert sind, z.B. Hausfrauen oder Kinder, die bei Unfällen nur im
Kindergarten, in der Schule oder auf dem Hin- und Rückweg pflichtversichert sind.
Bei Berufstätigen deckt die gesetzliche Unfallversicherung im Rahmen der
Sozialversicherung ausschließlich die Folgen von Arbeitsunfällen. Eine medizinische
Behandlung nach Freizeitunfällen ist zwar – aufgrund der gesetzlichen Krankenversicherung – gesichert, wer aber infolge eines Freizeitunfalls auf Dauer erwerbsunfähig
wird, erhält keine Versehrtenrente.9
8
9
aus Allgemeine Bedingungen für die Unfallversicherung AUVB 2008 Art.11
vgl. Gut versichert, Verein für Konsumenteinformation, 2006
12
5.5 Private Unfallversicherungen
Um die Lücke der gesetzlichen Unfallversicherung zu schließen, kann man eine
private Unfallversicherung abschließen. Die Kernleistung dieser Versicherung ist es,
eine Geldleistung bei dauernder Invalidität zu erbringen. Die Versicherung kann auch
Taggeld, Spitalgeld sowie Unfallkosten, dazu zählen Heil-, Bergungs- und
Rückholkosten, umfassen. Allgemein gesagt, könnte man die Unfallversicherung als
„Kaskoversicherung für den Körper“ bezeichnen.
Private Unfallversicherungen können maßgeschneidert auf den jeweiligen
Versicherungsnehmer abgeschlossen werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber,
für die Höhe der Versicherungssumme die Höhe des Jahreseinkommens zu
berücksichtigen. So sollte etwa ein 30-jähriger das sechsfache Jahreseinkommen,
ein 40-jähriger hingegen cirka das fünffache Jahreseinkommen versichern.
Bestimmte Unfälle sind grundsätzlich von der Unfallversicherung ausgenommen,
können aber als Zusatzleistung in die Unfallversicherung inkludiert werden, was aber
auch die Prämie erheblich erhöht. Dazu zählen vor allem Unfälle nach Extremsportarten wie Paragliden etc., aber auch Unfälle, die in Zuge der Teilnahme an
Wettbewerben auf dem Gebiet des nordischen oder alpinen Skisports und ähnlicher
Sportarten erfolgten. Unfälle in Folge einer strafbaren Handlung, sowie Unfälle in
Folge politischer Unruhen oder von Kriegsereignissen sind ebenfalls vom
Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Unfälle, welche die versicherte Person infolge einer Bewusstseinsstörung oder einer
wesentlichen Beeinträchtigung durch Alkohol, Suchtgifte oder Medikamente erleidet,
sind genauso nicht versichert, wenn der Unfall unmittelbar mit dieser entstandenen
Beeinträchtigung in Verbindung gebracht werden kann.10
5.6 Versicherungsvergleich
Da die Angebotspalette verschiedenster Unfallversicherungsprodukte in Österreich
sehr breit gefächert ist, werden im folgenden drei Unfallversicherungen – Allianz,
Grazer Wechselseitige (GraWe) und Wüstenrot – in Hinblick auf Leistung und Prämie
verglichen. Ursprünglich war es meine Absicht, Versicherungsvertreter aller drei
Unfallversicherungen mit dem gleichen Fragebogen zu befragen, um so die für den
Vergleich notwendigen Daten zu erheben. Österreichs Versicherungsgesellschaften
waren, bis auf wenige Ausnahmen, aber leider nicht zu einer Zusammenarbeit bzw.
zur Veröffentlichung ihrer unternehmensbezogenen Daten bereit. Die folgenden
10
vgl. Studie Privater Unfallversicherungen; Verein für Konsumenteninformation 2005
13
Daten stammen daher zur Gänze aus einer vom Verein für Konsumentenschutz
durchgeführten Erhebung im Juli 2008. Um einen aussagekräftigen Vergleich zu
erhalten, werden die drei Versicherungsprodukte in fünf verschieden Kriterien
verglichen. Prämienvergleich, Gliedertaxenvergleich, Progressionsanalyse sowie ein
Vergleich der ausbezahlten Summen im Leistungsfall sind Detailergebnisse, sie
fließen im Leistungsfaktorenvergleich zusammen und lassen eine allgemeine
Interpretation der Performance eines Versicherungsproduktes zu.
Für den Versicherungsvergleich wird ein Modellfall erschaffen (siehe Anhang 1): Die
Versicherungssumme wird mit € 150.000,- festgelegt.
5.6.1 Prämienvergleich
In erster Linie sind die Versicherungssumme sowie die genaue Definition der
Versicherungsleistung für die Gestaltung der Prämie ausschlaggebend. Es ist aber
auch in großem Maße wichtig, welchem Beruf der Versicherungsnehmer nachgeht.
Gefährliche und risikoreiche Freizeitaktivitäten werden ebenfalls in die Berechung der
Prämie miteinbezogen. Der größte Unterschied ergibt sich jedoch durch die
Entscheidung zwischen Tarifen mit oder ohne Progression. Neben all diesen
berücksichtigten Faktoren konnte eine Komponente leider nicht in den Vergleich
miteinbezogen werden, der ansonsten eine nicht unbedeutende Rolle spielt: Rabatte.
Die drei Versicherungsgesellschaften berechneten auf Basis des Modellfalls folgende
Prämien:
Allianz
Prämie Mann
Prämie Frau
340,79 €
183,57 €
GraWe
260,20 €
260,20 €
Wüstenrot
287,26 €
287,26 €
Abb 4: Prämien mit Progression11
11
lt. Zahlen des VKI 07/2008
14
Prämie Mann
350,00 €
300,00 €
250,00 €
Allianz
200,00 €
GraWe
150,00 €
Wüstenrot
100,00 €
50,00 €
0,00 €
1
Abb 5: Vergleich Prämie Mann12
Das Modell der GraWe ist in der Kategorie „Prämie Mann“ das eindeutig billigste
Produkt.
Prämie Frau
300,00 €
250,00 €
Allianz
200,00 €
GraWe
150,00 €
Wüstenrot
100,00 €
50,00 €
0,00 €
1
Abb 6: Vergleich Prämie Frau13
In der Kategorie „Prämie Frau“ kann die Allianz Versicherung das prämiengünstigste
Produkt anbieten.
5.6.2 Gliedertaxenvergleich
Gliedertaxen sind in den Versicherungsbedingungen angeführte Werte, nach denen
sich der Grad der Invalidität richtet. Darin sind feste Prozentsätze für den Verlust
oder die Gebrauchseinschränkung von Sinnesorganen oder Gliedern angeführt. Sind
Sinne oder Glieder nur teilweise beeinträchtigt, wird der Prozentsatz dementsprechend nach unten korrigiert. Der Invaliditätsgrad kann jedoch nie größer als 100%
sein. Zwar gibt es in den Musterbedingungen der AUVB 2008 (Allgemeine
Bedingungen für die Unfallversicherung) eine Regelung für Gliedertaxen, jedoch
12
13
lt. Zahlen des VKI 07/2008
lt. Zahlen des VKI 07/2008
15
weichen manche Versicherer stark von diesen ab und es kommt zu nicht
unwesentlichen Unterschieden in der Höhe der Gliedertaxen.
Bei der Berechung des Gliedertaxenfaktors ist es Ziel, die Summe der Gliedertaxe
des jeweiligen Versicherers in Vergleich zu der Summe der Gliedertaxe in den
Musterbedingungen zu stellen.
Versicherer
Allianz
GraWe
Wüstenrot
Summe Gliedertaxe
552
547
547
Gliedertaxe lt. AUVB
547
547
547
Gliedertaxenfaktor
1,009141
1,000000
1,000000
14
Abb 7: Gliedertaxenfaktor
Jene Versicherungen, die einen Wert über 1 erzielen, bieten eine Mehrleistung
gegenüber den Musterbedingungen. Ein Wert von 1 beschreibt, dass der
Gliedertaxenfaktor der Versicherungsgesellschaft nicht von den Musterbestimmungen abweicht. Wäre ein Wert unter 1, würde das eine Wenigerleistung bedeuten.
In unserem konkreten Fall bedeutet das, dass sich GraWe und Wüstenrot identisch
zu den Musterbedingungen verhalten, während Allianz einen besseren Wert
aufweisen kann (die genaue Auflistung der Gliedertaxen finden Sie im Anhang 2).
5.6.3 Vergleich der Progressionen
Progression bedeutet, dass vor allem das Risiko einer hohen Invalidität sehr gut
abgesichert ist. Bis zu einem bestimmten Prozentsatz (das sind meist 25% oder
50%) wird die Leistung linear ausbezahlt (d.h. bei 1% Invalidität hat man Anspruch
auf 1% Leistung), darüber hinausgehende Invaliditätsgrade werden überproportional
ausbezahlt. Es gibt verschiedene Progressionsmodelle. Progression 400% bedeutet
z.B. bei 100% Invalidität 400% Leistung. In unserem Fall haben alle drei
Versicherungsgesellschaften das 300% Progressionsmodell.
14
lt. Zahlen des VKI 07/2008
16
Progression 300%
Progression
350
300
250
Allianz
200
GraWe
150
Wüstenrot
linear
100
50
0
1
10
19
28
37
46
55
64
73
82
91
100
Invalidität
Abb 8: Progressionsvergleich15
Im Diagramm kann man schwarz eingezeichnet die lineare Entwicklung von
Invalidität und Leistung sehen. Die Progressionslinien der drei Versicherungsgesellschaften sind färbig gekennzeichnet. Auffallend bei GraWe ist der zuerst
unterproportional steigende Verlauf, der dann sprunghaft ansteigt. Allianz steigt
zunächst proportional und dann in stetigem Maße überdurchschnittlich proportional
und erbringt bereits bei 91% Invalidität eine Maximalleistung von 300%. Wüstenrot
weist keine großen Sprünge auf und beginnt bei 21% Invalidität überproportionale
Leistungen zu erbringen. (Eine genaue Aufschlüsselung der Gliedertaxen erhalten
Sie im Anhang 3).
5.6.4 Vergleich der ausbezahlten Summen im Leistungsfall
Allgemein gesehen ist dieses Diagramm der Gliedertaxen (siehe 6.6.3.) wenig
aussagekräftig, daher werde ich einzelne Fälle durchrechnen. Die Versicherungssumme ist in allen Fällen mit € 150.000,- festgesetzt.
Versicherer Progression in %
Allianz
300
GraWe
300
Wüstenrot
300
linear
Leistung bei Invaliditätsgrad von…
30%
60%
90%
100%
67.500 €
247.500 €
427.500 €
450.000 €
45.000 €
105.000 €
375.000 €
450.000 €
60.000 €
180.000 €
375.000 €
450.000 €
45.000 €
90.000 €
135.000 €
150.000 €
Abb 9: Vergleich Leistung bei Progression16
15
16
lt. Zahlen des VKI 07/2008
lt. Zahlen des VKI 07/2008
17
100%
90%
450.000 €
100%
400.000 €
100%
90%
90%
350.000 €
300.000 €
60%
250.000 €
200.000 €
60%
150.000 €
100.000 €
60%
30%
30%
30%
100%
90%
60%
30%
50.000 €
0€
Allianz
GraWe
Wüstenrot
linear
Abb 10: Vergleich Leistung bei Progression
In allen Fällen, das ist in der Grafik sehr gut ersichtlich, erbringt die Allianz
Versicherung die größte Versicherungsleistung.
5.6.5 Leistungsfaktorenvergleich
Die bisherigen Kennzahlen waren nur bedingt aussagekräftig, weil sie sich immer nur
auf einen Teil der Versicherungsleistung bezogen. Der so genannte Leistungsfaktor
jedoch kann eine umfassende Bewertung des einzelnen Versicherungsangebotes
ermöglichen. Er beschreibt das Preis-Leistungsverhältnis. In den Leistungsfaktor
fließen alle relevanten Komponenten ein und es kommt zu einem Gesamtergebnis.
Die zu bezahlende Prämie, der Gliedertaxenfaktor und der gewichtete Progressionsfaktor werden berücksichtigt. Der Progressionsfaktor ist gewichtet weil Unfälle mit
niedriger Invalidität statistisch öfter vorkommen, als Unfälle mit hoher Invalidität (0 25% Invalidität mit einem Gewicht von 40%; 26% - 40% Invalidität mit 30%; 41-90%
Invalidität mit 25% und 91 – 100% Invalidität mit Gewichtung von 5%).
Formel für den Leistungsfaktor:
18
Der Leistungsfaktor ergibt daher für die einzelnen Versicherungsprodukte:
Versicherer
Gliedertaxenfaktor
Progessionsfaktor
Prämie Mann
LEISTUNGSFAKTOR Mann
Prämie Frau
LEISTUNGSFAKTOR Frau
Allianz
GraWe
Wüstenrot
1,009140768 1,000000000 1,000000000
84,05
54,275
69,84
340,79
0,25
183,57
0,46
260,2
0,21
260,2
0,21
287,26
0,24
287,26
0,24
Abb 11: Leistungsfaktorenberechnung17
Eindeutiger Sieger sowohl in der Kategorie Mann als auch in der Kategorie Frau ist
die Allianz Versicherung. Bemerkenswert hierbei ist, dass sich der Wert in der
Kategorie Frau, aufgrund der niedrigen Prämienzahlungen, sehr deutlich von den
Ergebnissen anderer Versicherungsprodukte abhebt.
5.6.6 Gesamtinterpretation
Eindeutiger Testsieger meines Versicherungsvergleiches ist das Produkt der Allianz
Versicherung, welches im Gliedertaxenvergleich mit dem höchsten Wert, im
Progressionsvergleich mit einer stetig steigenden Kurve sowie auch im Leistungsfaktorenvergleich mit dem besten Wert punkten kann. Obwohl das Allianz-Produkt in
Hinblick auf „Prämie Mann“ das teuerste ist, zeigt der Leistungsfaktorenvergleich,
dass das Produkt im Preis-Leistungsverhältnis die besseren Werte erzielen kann.
5.7 Sonstige Möglichkeiten eines Versicherungsschutzes
Vor allem diverse Vereine und Kreditkartengesellschaften bieten ihren Mitgliedern als
Zusatzservice die Möglichkeit, sich gegen die Folgen eines Unfalls zu versichern. Im
Unterschied zu den Versicherungsgesellschaften, die eine Unfallversicherung als
Hauptprodukt anbieten, ist die Leistung jedoch nicht dermaßen umfangreich.
5.7.1 ÖAMTC – Schutzbrief
Der Schutzbrief ist in Österreich sowie in allen Reiseländern in Europa, allen
außereuropäischen Mittelmeer-Anrainerstaaten, allen Mittelmeer-Inseln sowie auf
den Kanaren, Azoren und auf Madeira gültig.
17
lt. Zahlen des VKI 07/2008
19
Die Leistungen umfassen:18
•
Hubschrauberrettung in Österreich – bis zu 4.500 Euro
•
Verlegungstransporte innerhalb Österreichs
•
Krankenrücktransporte aus dem Ausland
•
Krankenbesuche im Ausland
•
Kinderrückholung aus dem Ausland
•
Krankenschutz im Ausland
•
Fahrzeugrückholungsdienst im In- und Ausland
•
Wildschadenhilfe
•
etc.
5.7.2 Alpenverein
Der Alpenverein gewährt Versicherungsschutz für alle seine Mitglieder bei
Freizeitunfällen für den Bereich Bergung. Der Deckungsschutz für die Leistungen aus
dem Bereich Rückholung, Verlegung und Heilbehandlung gilt bei Freizeit- und
Berufsunfällen sowie bei Krankheit. Ebenfalls haben Mitglieder Anspruch auf
Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung. Diese Services können
weltweit in Anspruch genommen werden.
Versicherer für den Alpenverein ist die Uniqa Personenversicherungs AG.
Bergungskosten sind die nachgewiesenen Kosten des Suchens nach dem
Versicherten und seines Transportes bis zur nächstgelegenen Straße oder bis ins
nächstgelegene Spital.
Hubschrauberkosten werden nur dann ersetzt, wenn der Einsatz durch eine
Rettungsleitstelle angeordnet wurde. Diese Kosten sind bis zu € 22.000 versichert.
5.7.3 Kreditkarteninstitute
Diners Club, MasterCard, American Express, VISA bieten für ihre Mitglieder
Unfallversicherungen an. Teilweise ist Versicherungsschutz für die gesamte Familie
gegeben, teilweise auch nur für den Karteninhaber. Ebenso variieren die gebotenen
Leistungen stark bzw. sind an unterschiedliche Rahmenbedingungen geknüpft. So
sehen zum Beispiel alle Kreditkarteninstitute eine Reiseversicherung nur vor, wenn
die Reisekosten zum überwiegenden Teil mit Kreditkarte bezahlt wurden.
18
vlg. ÖAMTC Schutzbrief Stand 2008
20
Im Allgemeinen kann man sagen, dass Reiseschutzversicherung, Hubschrauberrettung, Invalidität in Folge eines Unfalles, Spitalsaufenthalt in Folge eines Unfalls,
Heimtransport bzw. Überstellung im Großen und Ganzen bei jedem der vier
Kreditinstitute versichert bzw. inkludiert sind.
Auf Anspruch auf diese Leistungen ist man zum einen als bloßer Besitzer einer
Kreditkarte befähigt, zum anderen sind aber auch zusätzliche Beiträge zu leisten
oder der Versicherungsschutz ist an „Bezahlung mit der Kreditkarte“ geknüpft.19
5.7.4 Förderer des Österreichischen Bergrettungsdienstes
Ab einem jährlichen Förderbeitrag von € 22,- werden für Förderer des Bergrettungsdienstes im Fall von Einsätzen und Unfällen die finanziellen Kosten getragen, d.s.
Kosten der Suche und des Hubschraubereinsatzes. Das Limit der Gesamtsumme
liegt bei 15.000 €.
5.8 Unfallvorsorge – wie bin ich am besten geschützt?
Allgemein gesagt, müssen Sie natürlich selbst entscheiden, welche Art von Risiko
Sie in Ihrem Leben versichern möchten, doch sollten Sie immer darauf bedacht sein,
das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen sowie die jeweiligen Versicherungsmöglichkeiten genau auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen.
Wie aus meiner Arbeit ersichtlich gibt es eine sehr große Auswahl an Möglichkeiten
eine Unfallvorsorge zu treffen. Da ich mich im Rahmen dieser Arbeit sehr intensiv mit
dem Thema „Unfallversicherung“ auseinander setzte, möchte ich hier einige Tipps
geben, wie man sich am effizientesten gegen Unfälle jeglicher Art versichern kann:
Abgesehen vom einfachsten Weg, sich bei einer Versicherungsgesellschaft gegen
das Risiko Freizeitunfall zu versichern, kann man auch durch erwähnte Mitgliedschaft
bei diversen Vereinen (Autofahrerclubs, Sport- oder sonstigen Vereinen) sowie als
Zusatzleistung zur Kreditkarte Versicherungsschutz erlangen.
Sehr oft ist es jedoch der Fall, dass der Versicherungsnehmer keinen Überblick über
all seine Mehrfach-Versicherungen hat. Außerdem vermitteln Versicherungen, die
durch die Mitgliedschaft bei derartigen Institutionen entstehen, des Öfteren eine
trügerische Sicherheit, da sie meist keinen Rundum-Versicherungsschutz bieten.
19
vgl. Studie Private Unfallversicherungen; Verein für Konsumenteninformation 2005
21
Zum Beispiel leisten Unfallversicherungen mancher Sportvereine nur eine
Entschädigung, wenn der Unfall im Rahmen einer Vereinstätigkeit passiert ist.
In jedem Fall gilt daher: Die versprochenen Leistungen immer genauestens
prüfen, um etwaige böse Überraschungen zu vermeiden.
An den Abschluss einer gewöhnlichen Unfallversicherung sollte planvoll und unter
der Beachtung vorher festgelegter Eckpunkte, die Sie unbedingt versichert haben
wollen, herangegangen werden. Ziel sollte immer die Absicherung für den
schlimmstmöglichen Fall sein: Vollinvalidität und Erwerbsunfähigkeit.
Die Leistung der Versicherung sollte dabei mögliche Adaptierungsarbeiten der
Wohnsituation des Vollinvaliden sowie einen gewissen Ersatz der womöglich
nicht ausreichenden Versorgung durch eine staatliche Rente gewährleisten.
Familienpakete werden nahezu von allen Versicherern angeboten. Sie sind auch
meist günstiger als einzelne Verträge für jedes Familienmitglied. Dennoch sollte man
auf etwaige Leistungsabstufungen achten. So erhält bei manchen Versicherern nur
der Erstversicherte im Unglücksfall die volle vereinbarte Leistung.
Achten Sie unbedingt auf volle Leistung für alle Familienmitglieder.
Wie aus dem Versicherungsvergleich ersichtlich, gibt es eine große Vielfalt der am
Markt befindlichen Versicherungsprodukte. Leistungsunterschiede sind daher wohl
offensichtlich gegeben. Auf der einen Seite Glück für Sie, denn sie erlauben Ihnen
eine optimale Anpassung der Versicherung an Ihre Lebenssituation, andererseits
jedoch leidet darunter die Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit der Angebote sehr.
Nehmen Sie sich die Zeit, sich mehrere Vorschläge von verschiedenen
Versicherungsgesellschaften unterbreiten zu lassen und fragen Sie bei etwaigen
Unklarheiten sofort nach.
Der Abschluss einer Unfallversicherung mit oder ohne Progression sollte ebenfalls
genau überdacht werden. Zweifelsohne ist Progression im Falle eines Unfalls mit
schweren körperlichen Folgen Gold wert, denn die Versicherungsleistung beginnt ab
meist 50 Prozent Invalidität überproportional zum Invaliditätsgrad zu steigen.
Andererseits macht sich eine Progressionsvariante im Vergleich zu einer linearen
Versicherungsform in den erhöhten Prämienzahlungen deutlich bemerkbar.
22
Statistiken zu Folge liegt der Invaliditätsgrad bei neun Zehntel aller Invaliditätsfälle
bei weniger als 50 Prozent. Die Progression ist in diesen Fällen also noch nicht
anwendbar.
In Hinblick auf die Progression sollte also jeder für sich selbst entscheiden und
auf jeden Fall einen Preis-Leistungsvergleich des Versicherers einfordern.
Auch die Gliedertaxenaufschlüsselung seiner Versicherungsgesellschaft sollte man
genau unter die Lupe nehmen. Wie aus dem Versicherungsvergleich ersichtlich,
messen unterschiedliche Versicherungsgesellschaften den jeweiligen Verletzungen
variierende Invaliditätsgrade zu. Das kann für Personen, deren Berufsausübung vom
Geschick bestimmter Körperteile abhängt (z.B.: Chirurg, Uhrmacher), ein
Entscheidungskriterium bei der Wahl des Versicherers sein.
Es gilt zu beachten: Wie einzelne Versicherer den Verlust bestimmter Körperteile
oder Sinnesorgane einstufen, kann sehr entscheidend im Falle einer tatsächlichen Invalidität sein.
Wichtig ist es, zwischen Unfallversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung und
Berufsunfähigkeitsversicherung unterscheiden zu können. Während die
Unfallversicherung Leistungen nach Unfällen, ungeachtet der beruflichen
Konsequenzen, erbringt, leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung nur, wenn es
egal aus welchen Gründen auch immer, zur Berufsunfähigkeit in dem derzeitigen
Beruf kommt. Hierbei ist ein besonderes Augenmerk auf den Unterschied zur
Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu legen, welche nur im Falle einer völligen
Erwerbsunfähigkeit die Versicherungssumme ausbezahlt.
In diesem Fall gilt: genau überlegen, was ist mein Versicherungswunsch, und die
Leistungsfälle genauestens prüfen.
Ein letzter Tipp zum Abschluss: Ihr Versicherungspartner berät Sie natürlich
gerne, teilweise sollte man aber die Möglichkeit einer individuellen Beratung
durch einen unabhängigen Makler ebenfalls in Erwägung ziehen.
23
3. TEIL
Die Christophorus Flugrettung
als Beispiel einer Rettungsorganisation
Meine Kultur, ein Erbe Gottes,
hat jeden für alle Menschen
und alle Menschen für jeden einzelnen verantwortlich gemacht.
Ein Individuum soll sich für die Rettung der Gemeinschaft opfern,
doch dreht es sich hierbei nicht um ein albernes Rechenkunststück.
Es geht um die Achtung vor dem
Menschen durch ein Individuum
hindurch.
Tatsächlich besteht die Größe
meiner Zivilisation darin,
dass hunderte Bergleute sich in ihr
dazu verpflichtet fühlen,
ihr Leben für die Rettung eines
einzelnen verschütteten
Bergmannes zu wagen.
Sie retten den Menschen.
Antoine de Saint-Exupéry aus
„Flug nach Arras“
Abb 12: CFV
24
6
Die Christophorus Flugrettung
6.1 Geschichte der Flugrettung
Auf internationaler Ebene lassen sich die ersten Flugrettungsversuche bereits bis ins
vorletzte Jahrhundert zurückverfolgen. Anlässlich der Belagerung von Paris wurden
im Jahr 1870 Patienten mit Heißluftballons auf dem Luftweg evakuiert.
National gesehen können wir die Bergung eines Schwerverletzten im Ötztaler
Schigebiet und dessen anschließenden Transport per Kleinflugzeug in ein
Innsbrucker Spital im Jahr 1942 als Anfang der Flugrettung betiteln.
Ende der sechziger Jahre konnten in Kalifornien/USA erste Erfolge mit dem System
des zivilen Flugrettungsdienstes erzielt werden. Im Juni 1970 setzte Deutschland, mit
dem Start zur Errichtung eines flächendeckenden Flugrettungsnetzes in Europa erste
Schritte in diese Richtung.
Noch einige Jahre sollten vergehen, bis in Österreich auch derartige Bestrebungen
realisiert wurden.
Von 1954 an wurde die österreichische Flugrettung vom BMI getragen, ihr Ziel war
primär jedoch nicht auf die Rettung und Bergung von Patienten ausgelegt, sondern
auf den gesetzlichen Auftrag, Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu erhalten. Trotzdem
wurden in dieser Zeit und den folgenden Jahren viele Rettungsflüge geflogen, um in
Not geratenen Mitmenschen zu helfen.
Später wurde auch das Österreichische Bundesheer mit Hubschrauberstützpunkten
in Aigen/Ennstal, Schwaz/Tirol und Klagenfurt eine wichtige Säule im „Flugrettungssystem“. In Kooperation mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt wurde im
Jahr 1981 in Salzburg ein Modellversuch zur Finanzierung einer nationalen
Flugrettung gestartet.
Zahlreiche private Anbieter, das Bundesheer sowie der ÖAMTC, der einen eigenen
Notarzthubschrauber in Dienst stellen wollte, ließen eine Situation entstehen, die
man wohl mit gutem Gewissen als „Wettlauf um die Rettung in Not geratener
Menschen“ bezeichnen kann.20
20
vlg. Sie fliegen um Ihr Leben; Joseph Platzer 2003 Eigenverlag J. u. R. Platzer GesnbR
25
Getragen wurde dieses System von drei Pfeilern: dem Innenministerium, dem
Österreichischem Bundesheer und dem ÖAMTC, finanziert durch den Staat. Noch
fast 20 Jahre lang sollte ein solches System in Österreich bestehen.
Die „ÖAMTC-Flugrettung“ wurde im Jahr 1993 aus dem ÖAMTC ausgegliedert und
dem Christophorus Flugrettungsverein (CFV) übertragen. In der Praxis der
Flugrettungseinsätze hat sich dadurch aber nichts geändert.21 Der CFV ist ein
gemeinnütziger und nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein, der insbesondere die
Schaffung von Einrichtungen zur optimalen notärztlichen Versorgung von
Notfallpatienten mit Notarzthubschraubern bezweckt.
Aus budgetären Gründen und der Folge von langen Verhandlungen war man sich am
01. Jänner 2001 schließlich einig: Ein Assistenzvertrag zwischen der Republik
Österreich und dem ÖAMTC veranlasste die stufenweise Umstellung der einzelnen
Stützpunkte des Innenministeriums auf Stützpunkte der ÖAMTC-Flugrettung.
Dieser betreibt in Österreich flächendeckend 16 ganzjährige Stützpunkte mit
qualitativ hochwertigen Hubschraubern bzw. bestens geschulten Crews und arbeitet
zur Erreichung seines Vereinszieles mit dem Österreichischen Roten Kreuz und der
Österreichschen Bergrettung zusammen.22
Nach ständigen Erweiterungen und Modernisierungen seiner Hubschrauberflotte
fliegt der Christophorus Flugrettungsverein im Sommer 2006 schließlich seinen
150.000 Einsatz.
Abb 13 Die 17 Christophorus Standorte in Österreich, CFV
21
22
vg. Schrammel/Welser, Die Kostentragung bei Flugrettungseinsätzen (2007)
lt. § 2 der Vereinsstatuten
26
6.2 Bedeutung der Flugrettung
Der rettungstechnische und medizinische Nutzen der Christophorus Flugrettung ist
unumstritten, das zeigen langjährige Erfahrungen. Außerdem bestätigen
wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Überlebensrate z.B. nach Verkehrsunfällen erheblich sinkt, wenn nicht schnellstmöglich eine qualifizierte notärztliche
Versorgung einsetzt.
Über den volkswirtschaftlichen Nutzen der Flugrettung wurden und werden immer
noch teils heftige Diskussionen geführt, obwohl schon alleine aus ethischen
Gründen, in einem Staat wie Österreich, kein Rettungsmittel zu viel und schon gar
nicht zu teuer sein dürfte.
Abgesehen von ihrer ethischen Bedeutung sprechen aber auch viele Fakten für eine
effiziente Flugrettung. Zum einen spielt der Faktor „Zeit“ eine entscheidende Rolle.
Notarzthubschrauber sind dreimal schneller als jede bodengebundene Einsatzmaßnahme und das wirkt sich auf viele andere Bereiche positiv aus. Die Zeit des
Krankenhausaufenthalts, aufgrund der schnelleren Rehabilitationszeit nach einer
baldigen notärztlichen Versorgung, wird verringert.
Eine raschere Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und ein höherer Grad der
wiedererlangten Berufsfähigkeit des Patienten führen zur Senkung der staatlichen
Rentenleistungen und der Unfallversicherungsleistungen.
Zum anderen lässt ein höherer Verfügungsgrad der Hubschrauber aufgrund der
durchschnittlich kürzeren Einsatzdauer im Vergleich zu einem bodengebundenen
Rettungssystem die Personalkosten sinken. Ein flächendeckendes, bodengebundenes Notarztsystem wäre erheblich teurer.23
Grundsätzlich bleibt zu sagen: Jeder Unfall und jede Erkrankung hat volkswirtschaftliche Konsequenzen. Die Arbeitskraft der Verunfallten geht temporär oder dauerhaft
verloren, eine Pflegebedürftigkeit kann unabsehbare finanzielle Folgen haben. Es
steht außer Frage, dass die soziodemographische Entwicklung unseres Landes das
Engagement für einen Fortbestand der Flugrettung rechtfertigt. Als logische
Konsequenz sollte der Flugrettung und ihrer nachhaltigen Finanzierung besondere
Aufmerksamkeit zu Teil werden.24
23
vlg. Sie fliegen um Ihr Leben; Joseph Platzer 2003 Eigenverlag J. u. R. Platzer GesnbR
lt. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Voelckel, M.Sc. zur Notfallmedizinischen Entwicklung der vergangenen 25 Jahre –Visionen für die
Zukunft
24
27
6.3 Einsatzarten
In Hinsicht der Hilfestellung bei Unfällen mit schwerverletzten Personen oder akut
erkrankten Patienten spielt natürlich der Faktor Zeit eine lebensentscheidende Rolle.
Jahrelange Erfahrungen der Piloten sowie der gesamten Crew, modernste Technik
an Bord sowie ein Qualitätsmanagement mit höchsten Standardanforderungen sind
der Schlüssel zum Erfolg bzw. zum oftmaligen Sieg im Wettlauf gegen die Zeit.
Ausschließlich die 48 Piloten arbeiten für die Christophorus-Crew im Angestelltenverhältnis. Österreichweit rund 250 freiwillige Flugretter rekrutieren sich aus
Mitgliedern diverser Einsatzorganisationen wie beispielsweise Rotes Kreuz oder
Bergrettung. Die 285 Flugrettungsärzte sind Spitals- bzw. teilweise auch
niedergelassene Ärzte.
Grundsätzlich kann man zwischen drei verschiedenen Einsatzarten25 unterscheiden:
Primäreinsätze sind Flüge zur Rettung von Menschen aus unmittelbar drohender
Gefahr für ihr Leben oder ihre Gesundheit. Sie stellen den größten Teil der
Flugeinsätze dar. Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Freizeitunfälle besonders in
entlegenen Gegenden erfordern schnellstmögliche Bereitstellung notfallmedizinischer Versorgung bzw. die Bergung aus dem Gefahrenbereich.
Sekundäreinsätze stellen einen nicht unbedeutenden Teil der Einsatzstatistik der
Christophorus Flugrettung dar. Das sind Ambulanzflüge zur Überstellung von
Patienten in „Schwerpunktkliniken“. Vor allem durch Schnelligkeit und die schonende
Transportweise ist hier der Einsatz des Rettungshubschraubers besonders effizient.
Fehleinsätze sind Einsätze, bei denen kein Patientenkontakt besteht bzw. zustande
kommt. Meist sind das Flüge, die während dem Flug zum Notfallort von den
anwesenden Rettungskräften storniert werden, weil sich die Verletzungen als minder
schwerwiegend herausgestellt haben. Auch der Abbruch eines Fluges aufgrund von
Wetterbedingungen, die einen Einsatz nicht zulassen, wird als Fehleinsatz gewertet.
25
vgl. Rettende Rotoren – Flugrettung in Österreich; Joseph Platzer; 1996 Eigenverlag J. u. R. Platzer Ges.n.b.R.
28
48 Piloten, verteilt auf 17 Standorte in ganz Österreich, und über 500 Crew-Mitglieder
(Ärzte, Flugrettungssanitäter, Bergretter) starten jährlich zu über 15.000 Einsätzen
und bringen so schnelle Hilfe aus der Luft.
Diese Einsätze gliedern sich folgendermaßen:
Abb 14: Einsatzgliederung, CFV
7 Alltag in Österreich
7.1 Ein „positives“ Beispiel
Sonntag früh, die 17-jährige Melanie schaut mit verschlafenen Augen aus ihrem
Zimmerfenster. Eine weiße Pracht bietet sich ihrem Blick. Noch ist es ein wenig
dunkel, aber wie schön müsste es am Berg oben sein, bei strahlendem Himmel und
knirschendem Neuschnee. Also nichts wie raus, und auf die Piste!
Der Bus bringt sie und ihre gesamte Schiausrüstung sicher zum Seilbahnparkplatz.
Sie besorgt sich ein Tagesticket und schon geht es mit der Gondel bergauf. In puncto
Sicherheit ist Melanie gut ausgerüstet. Skihelm und auch ein Rückenprotektor
gehören zu ihrer Ausrüstung.
Wer den Genuss kennt, als einer der Ersten über eine frisch präparierte Skipiste zu
carven, kann sich ausmalen, wie sich Melanie fühlt. Die ausgezeichnete Skifahrerin
29
nutzt die Gunst der Stunde und zieht mit langen Schwüngen eine gleichmäßige
Wellenlinie in Richtung Talstation.
Doch plötzlich: ein kapitaler Sturz! Wieso, kann sich Melanie heute noch immer nicht
genau erklären. Während Kopf und Rücken dank der Sicherheitsausrüstung
unversehrt bleiben, verspürt sie einen stechenden Schmerz im linken Knie. An ein
Aufstehen ist nicht zu denken, das wird ihr nach dem ersten Versuch rasch klar. Was
tun? Rasch fasst sich die junge Frau, greift zum Handy in ihrer Anoraktasche und
wählt die Nummer der Rettung.
Aufgrund ihrer Schilderungen ist sofort klar: Da helfen nur die Bergrettung und der
Rettungshubschrauber. Schnell ist die Hilfe vor Ort und Melanie wird in eine nahe
gelegene Klinik geflogen. Das gerissene Kreuzband ist bald operiert und Melanie ist
auf dem Weg der Besserung.
Die Kosten für den Ersttransport (rund € 2.000,-) trägt, dank der Mitgliedschaft von
Melanies Eltern beim ÖAMTC, der ÖAMTC-Schutzbrief.26
7.2 Beispiele mit weniger gutem Ausgang für den CFV
Ein sechsjähriger Bub wird in der Steiermark bei einem Verkehrsunfall aus dem Auto
und weit durch die Luft geschleudert. Sofort hebt ein ChristophorusNotarzthubschrauber ab, trifft innerhalb von Minuten am Unfallort ein. Das Kind muss
künstlich beatmet werden, überlebt aber aufgrund der raschen Versorgung durch die
Crew der „Fliegenden Intensivstation“.
Glück für das Kind, Pech für den ÖAMTC und seine Mitglieder: Die Krankenkasse,
welche die Notwendigkeit des Einsatzes im Nachhinein prüft, hat auch noch Monate
später keinen Cent für den ihrer Ansicht nach gar nicht notwendigen Flug bezahlt.
Auf der B10 bei Parndorf/Bgld. prallt ein junger Lenker im Zuge eines Überholmanövers gegen einen Baum. Den Unfallzeugen und der alarmierten ÖAMTC-Crew bietet
sich ein Bild des Grauens.
Doch das Unfallopfer hat Glück: Im Krankenhaus werden nur relativ leichte
Verletzungen festgestellt. Die Sozialversicherung bezahlt daher für diesen
Notarzthubschrauber-Einsatz keinen Cent – der Einsatz war, im Nachhinein
festgestellt, nicht notwendig gewesen.27
26
27
aus autotouring 02/2009 „Kostenloser Heli-Transport“
aus autotouring Februar 2008
30
7.3 Aktuelle Pressemeldungen
Fälle wie diese zeigen, dass die Flugrettung für den ÖAMTC derzeit nicht
kostendeckend ist. Schon im Jahr 2007 habe man drei Millionen Euro Verlust
gemacht, für 2008 rechnet man mit einem Minus von 4,5 Millionen Euro. Zu viel für
einen Verein, meint dessen Präsident Werner Kraus und kündigt den 2001 mit der
Republik Österreich geschlossenen Vertrag über die Betreibung der Flugrettung an
neun von 17 Standorten mit Wirkung 2010. Seit Anfang 2007 kommt das Thema
„Finanzkrise der ÖAMTC-Flugrettung“ nicht zur Ruhe. Hilferufe der finanziell
angeschlagenen Flugrettung bleiben ohne effiziente Antwort der zuständigen
Institutionen. Die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und
Tirol bilden eine Ausnahme, dort gibt es zuminderst mittelfristige finanzielle Zusagen.
Forderungen für eine Verlängerung der Verträge sind klar formuliert: Bis 2011 muss
die Regierung die Finanzierung auf eine neue Basis stellen. Vorschläge von Seiten
des ÖAMTC gäbe es dazu bereits.
8 Die Organisation der Flugrettung in Österreich
Hier gebe ich eine Erörterung der Hintergründe der österreichischen Flugrettung in
rechtlicher und finanzieller Hinsicht.
8.1 Rechtliche Hintergründe
Das Flugrettungswesen in Österreich ist aus verfassungsrechtlicher Sicht in
Gesetzgebung und Vollziehung einerseits Gemeindesache, aber auch in Kompetenz
der Bundesländer und des Bundes. Die Gemeinden haben laut Gesetz für die
Erreichbarkeit der nötigen Hilfe bei Erkrankung und Entbindungen sowie für die
Rettungsmittel bei plötzlichen Lebensgefahren, Sorge zu tragen.
Gemäß Art.10 Abs 1 Bundesverfassungsgesetz obliegt dem Bund die Gesetzgebung
und die Vollziehung in den Angelegenheiten des „Gesundheitswesens“. Die
Angelegenheiten des Hilfs- und Rettungsdienstes sind in Gesetzgebung und
Vollziehung gemäß Art.15 Bundesverfassungsgesetz Landessache. Die
Landesrettungsgesetze regeln diese Kompetenzen teilweise aber sehr unterschiedlich und nicht ausreichend. Dies führt zu einer mehr oder weniger unübersichtlichen
31
Kompetenzlage. Es kann festgestellt werden, dass in neun Bundesländern, neun
inhaltlich unterschiedliche Rettungsgesetze entstanden sind bzw. existieren.28
8.1.1 Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern
Versucht man die landesgesetzlichen Regelungen zu ordnen, ergibt sich für die
Flugrettung im Konkreten folgendes Bild:
Die Flugrettung durch Notarzthubschrauber kann in den Bundesländern Tirol,
Niederösterreich und im Burgenland eindeutig der Landeszuständigkeit zugerechnet
werden und es gibt auch Regelungen hinsichtlich der Leistungsvergütungen und
Kostenteilungen. Tirol kann die umfassendste Regelung des Flugrettungswesens
vorweisen. Auch Salzburg kann zu jenen Ländern gezählt werden, welche die
Flugrettung als Landeszuständigkeit, die finanziell zu fördern ist, betrachten.
In Kärnten, der Steiermark und in Wien erfährt die Flugrettung keine besondere
landesgesetzliche Regelung, sie wird im Hilfs- und Rettungswesen nicht gesondert
erwähnt, wird aber auch nicht ausgeschlossen.
In Oberösterreich und in Vorarlberg jedoch beziehen sich die landesgesetzlichen
Regelungen offenkundig nicht auf Flugrettungseinsätze.
Zwischen den Bundesländern Salzburg, Kärnten, Steiermark, Vorarlberg,
Oberösterreich, Tirol und Wien einerseits und dem Bund andererseits wurden
wiederum Vereinbarungen getroffen, die die Aufgaben der Länder teilweise wieder
an den Bund übertragen. So ist der Bund für die Flugeinsatzstelle, den Hubschrauber
und die Durchführung des Flugbetriebs zuständig, während die Länder die Aufgabe
haben, die Rettungsstelle zu betreiben, Stationierungsvoraussetzungen für den
Hubschrauber zu schaffen sowie Flugrettungsärzte, Sanitäter und Bergungsspezialisten bereitzustellen. Die Kostentragung ist ebenfalls in diesem Verhältnis geregelt.29
8.1.2 Vereinbarungen mit dem Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger zur Finanzierung
Gemäß §2 der Vereinbarung zwischen dem Christophorus Flugrettungsverein und
dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger dürfen im Vertrag
näher beschriebene Flugtransporte auf Rechnung der Versicherungsträger vom CFV
durchgeführt werden – sofern sie medizinisch notwendig sind.
28
29
vgl. Diplomarbeit Die Flugrettung in Österreich; Martin Zirwig, 2008
Vgl. Schrammel/Welser Die Kostentragung bei Flugrettungseinsätzen (2007)
32
Hubschraubertransporte können nur als akzessorische Leistung zur Krankenbehandlung gesehen werden. Das heißt, dass entweder vor oder nach dem Transport eine
Krankenbehandlung erfolgen muss. Die Krankenbehandlung muss ausreichend und
zweckmäßig sein, darf aber das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Dieser
Grundsatz muss nun auch auf den Transport mit dem Hubschrauber umgelegt
werden. Aus diesem Grund übernehmen die SV-Träger zum Beispiel einen
Kostenersatz für einen Hubschraubertransport bei einem
Schädel-Hirn-Trauma, nicht aber bei einem gebrochenen Finger.
Die Feststellung der medizinischen Notwendigkeit obliegt dem Sozialversicherungsträger. Sie wird im Nachhinein anhand der NACA-Grade festgestellt.30
Dieses System wurde vom National Advisory Committee for Aeronautics ursprünglich
im Hinblick auf Unfälle in der Luftfahrt entwickelt. Das achtstufige System bezeichnet
die Schwere der Verletzung oder Erkrankung.
NACA 0
keine Verletzung oder Krankheit
NACA I
geringfügige Störung, keine ärztliche
z.B. leichte Hautabschürfung
Intervention erforderlich
NACA II
Leichte bis mäßig schwere Störung.
z.B. Fraktur eines Fingerknochens
Ambulante ärztliche Abklärung, in der
Regel aber keine notärztlichen
Maßnahmen erforderlich
NACA III
Mäßige bis schwere, aber nicht
z.B. Oberschenkelfraktur
lebensbedrohliche Störung. Stationäre
Behandlung erforderlich, häufig auch
notärztliche Maßnahmen vor Ort
NACA IV
Schwere Störung, bei der die
z.B. schwerer Asthmaanfall
kurzfristige Entwicklung einer
Lebensbedrohung nicht
ausgeschlossen werden kann; in den
überwiegenden Fällen ist eine
notärztliche Versorgung erforderlich
NACA V
Akute Lebensgefahr
NACA VI
Atem- und/oder Kreislaufstillstand bzw.
z.B. schwerer Herzinfarkt
Reanimation
NACA VII
Tod
In der Regel werden nur Unfälle mit NACA III – VI (farblich hinterlegt) bezahlt.
30
lt. SV-Träger Österreich Manfred Fohringer (2009)
33
Für medizinisch notwendige Einsätze (also NACA III – VI) wird eine Pauschale pro
Primäreinsatz bezahlt. Diese Pauschale beträgt standardmäßig 948,27 Euro und in
Einzelfällen nach regressfähigen Verkehrsunfällen (d.h. der transportierte Patient war
nicht schuld am Unfall) 1.821,97 Euro. Die Sozialversicherung bezahlt für folgende
Unfallarten eine Pauschale:
Chirurgische Notfälle, gynäkologische Notfälle, internistische Notfälle (z.B.
Herzinfarkt), neurologische Notfälle (z.B. Schlaganfall), pädiatrische Notfälle,
psychologische Notfälle, Suizid, Arbeitsunfall, Haushaltsunfall und Sport- oder
Freizeitunfall (sofern sich diese nicht in alpinem Gelände ereignen).
8.2 Privateinsätze – Verhältnis CFV und Patient
Grundsätzlich werden den Patienten keine Kosten in Rechnung gestellt. Eine
Ausnahme bilden Privateinsätze. Das sind Einsätze nach Sport- und Freizeitunfällen
in alpinem Gelände sowie Bergnot – hierfür bezahlt die Krankenkasse keine
Pauschale. Deshalb werden dem Patienten, oder dessen privater Versicherung, ein
Betrag pro Flugminute, ein Fixbetrag für die Bereitschaftsgebühr, die verabreichten
Medikamente und das verwendete Material vorgeschrieben. In über 95 Prozent
dieser Fälle besitzt der Patient jedoch eine private Unfallversicherung, die in den
meisten Fällen die Kosten zurückerstattet. Häufig sind solche Versicherungen auch
in den Mitgliedschaften bei diversen Sportvereinen oder Automobilclubs inkludiert.
Ansprüche gegenüber privaten Unfallversicherungen werden auf gleichem Wege
geltend gemacht wie Ansprüche gegenüber den SV-Trägern. Ebenso unterliegt in
diesem Fall die Notwendigkeit des Einsatzes einer Beurteilung im Nachhinein, wobei
hier anzumerken ist, dass der größte Teil dieser Einsätze auch im Nachhinein als
notwendig betrachtet wird.
8.3 Die Finanzierung des CFV
Die Einnahmen des CFV setzen sich unter anderem aus den Mitgliedsbeiträgen der
fördernden Mitglieder des Vereins, Subventionen der Bundesländer, Sponsorengeldern, hauptsächlich von den beiden Versicherungen UNIQA und GENERALI, sowie
aus Zuschüssen vom ÖAMTC zusammen. Vorschreibungen an Privatversicherungen
sowie an die Sozialversicherung stellen ebenfalls eine Einnahmequelle dar, wobei
bei letzterer nicht alle Einsatzkosten gedeckt werden.
34
Kostendeckend kann der CFV schon des längeren nicht mehr arbeiten, dadurch wird
der ÖAMTC – und mit ihm seine Mitglieder – immer stärker zur finanziellen Pflicht
genommen. 31
8.4 Vertragskündigung durch den ÖAMTC
Die vorsorgliche Vertragskündigung zwischen dem ÖAMTC und der Republik
Österreich basiert grundsätzlich auf Unstimmigkeiten in der Verrechung von
Einsätzen.
8.4.1 Beurteilung der Notwendigkeit von Einsätzen
Im Einsatzfall kann der ÖAMTC nicht entscheiden, den Hubschrauber zu starten
oder nicht, sondern wird von einer unabhängigen Leitstelle alarmiert.
Die Beurteilung von Seiten der Krankenkassen wird, wie schon oben erklärt, gemäß
dem achtstufigen NACA-System durchgeführt.
Pauschalen werden in der Praxis nur dann bezahlt, wenn der Patient schwer verletzt
ist, das entspricht NACA V oder VI, jedoch nicht tot ist. Die Verrechnung von
Einsätzen mit Patienten im Bereich NACA III und IV ist von Fall zu Fall verschieden,
jedoch nicht fix gewährleistet.
Auch wird eine Pauschale nur dann bezahlt, wenn der Patient tatsächlich durch den
Christophorus-Hubschrauber transportiert wurde. Fehlalarmierungen oder „leere“
Flüge werden nicht bezahlt. Für Einsätze, bei denen sich die Verletzungen oder
Erkrankungen des Patienten nachträglich als leichter herausstellen, als vor Ort
befürchtet, oder bei denen der Patient noch vor Einlieferung ins Spital stirbt, wird von
den Krankenkassen nicht bezahlt.
Die ex-post (im Nachhinein)-Beurteilung der Notwendigkeit einer Hubschrauberanforderung wird vielfach kritisiert, es wäre wichtiger zu hinterfragen, ob die
Entscheidung für die Hubschrauberanforderung im Moment, als sie getroffen wurde,
gerechtfertigt war.
8.4.2 Bezahlung von Einsätzen
Aktuellen Zahlen zufolge (Jänner bis November 2008) verzeichneten die
Christophorus-Stützpunkte 13.107 geflogene Einsätze, wobei Sekundärtransporte
31
vgl. Diplomarbeit „Die Flugrettung in Österreich“ Mag. Martin Zirwig 2008
35
nicht in die Berechnung miteinbezogen wurden.
14000
13107
12000
10021
10000
Alle Einsätze
Fehleinsätze
Sozialversicherungseinsätze
Privateinsätze
8000
6000
4000
1955
2000
1127
0
Abb 15
Gliederung der Einsätze
Alle
Einsätze
Privateinsätze
Von diesen 13.107 Einsätzen wurden 8,6% nicht bezahlt, weil sie Fehleinsätze
waren. Die restlichen Einsätze teilen sich wie folgt auf: 76,5% SozialversicherungsEinsätze; 14,9% Privateinsätze.
Privateinsätze werden fast zur Gänze bezahlt. Über die Gesamtheit der Einsätze
2008 kann man mit statistischer Wahrscheinlichkeit sagen, dass von 13.107
Hubschrauberflügen 8.400 bezahlt werden, d.s. 64,5%. Der Rest wird abgelehnt oder
gar nicht vorgeschrieben, da sie nicht bezahlt werden würden.
14000
13107
12000
10000
8400
8000
4707
6000
4000
2000
0
alle Einsätze
bezahlt
nicht bezahlt
Abb 16 Gliederung der Einsätze nach ihrer Vergütung
Ebenfalls wird beanstandet, dass die Pauschalen, die bezahlt werden, nicht mehr
dem aktuellen Stand der Wirtschaftslage entsprechen. Seit 2006 ist die Höhe der
Pauschalvergütung unverändert, jedoch gibt es dafür auch keine vertragliche
36
Regelung. Der CFV sieht sich mit immer höheren Preisen in Bezug auf Kerosin und
Ersatzteilen konfrontiert.
Im Vorjahr betrugen die Verluste 3 Millionen Euro, für das Jahr 2008 wird ein Verlust
von 4,5 Millionen Euro erwartet.
8.5 Die Sozialversicherer zur Vertragskündigung
Die österreichische Flugrettung ist in jedem Fall ein wichtiger Teil der Erstversorgung
nach Unfällen (vlg. 6.2). Demnach sollten ihre Anliegen auch oberste Priorität in den
Reihen der Sozialversicherer Österreichs finden. Hier eine Stellungnahme der
Sozialversicherungsträger Österreichs:
Die SV-Träger weisen auf die primäre Zuständigkeit der Länder im Rettungswesen
hin. Die Länder müssten demnach genügend Gelder bereitstellen, um die Erhaltung
der erforderlichen Rettungsmittel sicherzustellen. Folglich kann sich die Sozialversicherung nur für wirklich medizinisch notwendige Transporte verantwortlich sehen.
Die Sozialversicherung darf auf Grund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nur
einen kleinen Teil der anfallenden Kosten mittragen. In früheren Jahren, als die
Sozialversicherungen finanziell noch ausgeglichen bilanzieren konnten, wurden
Tarife vereinbart, die weit über der Zuständigkeit gelegen seien. Noch immer seien
die Tarife zwischen Rettungsorganisationen und Sozialversicherung weit über dem
Level, für den die Sozialversicherungen auf Grund der Gesetzeslage zuständig sind.
Deshalb würden auch die Pauschalen für die Flugrettung momentan nicht weiter
erhöht werden.
Die derzeitige Situation im Bereich der Flugrettung sei für alle Beteiligten
unbefriedigend, so auch für die Sozialversicherung. Die Sozialversicherung versuche
deshalb aktiv mit den anderen Partizipierenden zusammenzuarbeiten. Von Seiten
der Sozialversicherung würden schon mehrere Varianten für ein langfristiges,
bedarfsorientiertes, gerechtes und transparentes Flugrettungssystem in Österreich
erarbeitet. Entscheiden müssten nun die gesetzlich Zuständigen. 32
32
lt. SV-Träger Österreichs (2009)
37
9 Lösungen
Nach der vorsorglichen Vertragskündigung von Seiten des CFV hat dieser von dem
Verfassungsjuristen Univ.-Prof. Dr. Walter Schrammel und Univ.-Prof. DDr. Heinz
Mayer vom Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien ein
Gutachten erstellen lassen. Dieses schlägt eine bundesweite Lösung vor.
9.1 Fondsmodell
Zielführend wäre die Schaffung einer bundesweit einheitlichen Struktur, um dem
veralteten „Kompetenzdschungel“ Einhalt zu gebieten. Diese neue Struktur würde
den aktuell hochwertigen Flugrettungsbetrieb des CFV aufrecht erhalten können. Am
geeignetsten hierfür schiene eine Fondslösung.
Ein „Österreichischer Flugrettungsfonds“ würde vermittelnd zwischen Bund, Ländern
und Sozialversicherung einerseits, und dem CFV als Betreiber der Flugrettung
andererseits treten.
Einerseits würde es zu einer einheitlichen Erarbeitung von Einsatz- und Qualitätskriterien kommen und die Schnittstellen der einzelnen Parteien würden definiert
werden, andererseits würde dieser „Österreichische Flugrettungsfonds“ die
notwendigen Strukturen gewährleisten und eindeutige Zuständigkeiten aufzeigen. All
dies könne einen nachhaltigen Beitrag zu einer gesicherten Finanzierung liefern.33
9.2 Individuelle Lösungen
Freizeitunfall mit Hubschrauberbergung – bestimmt keine angenehme Erfahrung!
Dennoch sollten Sie über Ihre Situation in diesem Unglücksfall Bescheid wissen.
Wie schon erwähnt, kann man zwischen zwei verschiedenen Einsatzarten
unterscheiden:
Zum einen sind das Sozialversicherungseinsätze, deren Kostentragung von der
Sozialversicherung zu erfolgen hat. Sozialversicherungseinsätze sind: Chirurgische
Notfälle, gynäkologische Notfälle, internistische Notfälle (z.B. Herzinfarkt),
neurologische Notfälle (z.B. Schlaganfall), pädiatrische Notfälle, psychologische
Notfälle, Suizid, Arbeitsunfall, Haushaltsunfall und Sport- oder Freizeitunfall (sofern
sich diese nicht in alpinem Gelände ereignen). Ungeachtet der derzeit unklaren
Finanzierungsfrage dieser Einsätze hat der transportierte Patient in keinem Fall die
Einsatzkosten zu tragen.
33
vgl. Christophorus Magazin Dezember 2008
38
Anders bei Sport- und Freizeitunfällen, welche sich in alpinem Gelände ereignen
sowie Bergnot. In diesen Fällen wird nicht die Sozialversicherung, sondern der
transportierte Patient zur Kassa gebeten. Die Einsatzkosten von ungefähr € 2.000,können aber durch eine private Unfallversicherung bezahlt bzw. refundiert werden.
Im Speziellen ist in diesen Fällen auch die Mitgliedschaft bei alpinen Vereinen,
Automobilclubs, Sportvereinen usw. sehr zu empfehlen, da diese oftmals eine
Absicherung derartiger Risiken inkludieren.
Oftmals ist durch Mehrfachversicherungen (z.B. private Unfallversicherung und
Mitgliedschaft bei alpinem Verein) eine unklare Zuständigkeitsfrage gegeben.
Hierbei sollte man sich aber als erstes an die Versicherung wenden, die eine
Hubschrauberbergung in der Polizze inkludiert bzw. nicht ausschließt. Meistens wird
dann zwischen den einzelnen Versicherungsgesellschaften Kostenteilung vereinbart.
Können Sie keine dieser Instanzen zur Deckung bzw. Refundierung der
Transportkosten gewinnen, müssen Sie die entstandenen Kosten selbst tragen,
wobei finanziell Bedürftige durch einen Ausgleichsfond des CFV Unterstützung
erfahren können.
39
10 Zusammenfassung
„Freizeitunfall – was nun?“
Unfälle passieren. Tagtäglich und überall. Gerade in Österreich, einem – sowohl von
Sommer- als auch von Wintersport – geprägten Land, sind die Mitglieder unzähliger
Rettungsorganisationen oft rund um die Uhr im Einsatz, um Verunfallten Hilfe zu
leisten. Freiwillig und ehrenamtlich oder aber auch hauptberuflich.
Mit Sicherheit und Stolz können wir sagen, dass Österreich ein Rettungssystem mit
sehr hohen Qualitätsstandards besitzt, welches innerhalb kürzester Zeit in der Lage
ist, kompetente, effiziente und oft lebensrettende Hilfe an den jeweiligen Unfallorten
zu erbringen, ungeachtet der Tatsache, ob jemand versichert ist oder nicht. Was
zählt und zählen sollte, ist, im Unglücksfall so schnell wie möglich qualitative und
qualifizierte Hilfe für jedermann bereitzustellen.
Wollen wir den Gedanken weiterspinnen – Qualität kostet – genauer gesagt, sie
kostet sehr viel. Das österreichische Rettungssystem wird hauptsächlich von
Ländern und Bund finanziert, doch gibt es, Sie sehen es am jüngsten Beispiel der
unklaren Finanzierungsfrage der Flugrettung, einige Unstimmigkeiten in Bezug auf
die Bereitschaft, Budgetmittel für das Rettungssystem bereit zu stellen. Bleibt zu
hoffen, dass diese Situation zur Zufriedenheit aller teilnehmenden Parteien gelöst
werden kann. Während Gespräche zwischen den politisch Verantwortlichen noch
keine aussagekräftigen Lösungen zeigten, möchte ich einen Schritt weiter denken:
Es sollte nicht nur von staatlichem Interesse sein, für den Unfallsfall bestmöglich für
jeden Bürger vorzusorgen. Auch jeder Einzelne sollte sich seiner Rolle im
Vorsorgesystem bewusst werden. Das österreichische 3-Säulen System zur
Versicherung besteht zum einen aus der gesetzlichen und der betrieblichen, aber
auch aus der privaten Vorsorge, die in der Eigenverantwortung liegt.
„Freizeitunfall – Vorsorgen lautet die Empfehlung!“
Rettung, Hilfestellung und Versorgung sind Grundrechte jedes Einzelnen, doch was
danach? Es ist klar, nach einem Unfall sollte primär nur die Genesung zählen, doch
ist es von Nöten, auch den Aspekt der finanziellen Absicherung nicht außer Acht zu
40
lassen. Es wäre doch schade, sich die Freude an der wiedererlangten Gesundheit
durch die Schatten der finanziellen Ungewissheit trüben zu lassen.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, private Unfallversicherungen abzuschließen, bzw.
auf andere Weise eine Vorsorge für den Fall eines Unfalles zu treffen. Unfallversicherungen können maßgeschneidert auf die jeweiligen Bedürfnisse abgeschlossen
werden und sind in allen Preis- sowie Leistungsklassen am Markt vorhanden.
„Freizeitunfall – alles klar!“
Nun, am Ende meiner Arbeit hoffe ich, Sie wissen, was zu tun ist - das Stichwort
lautet: „Vorsorge“. Unzählige Möglichkeiten lassen die Versicherungslandschaft
Österreichs zu einem Labyrinth werden, doch nützen Sie die Chance und nehmen
Sie sich Zeit, ihre optimale Vorsorgemöglichkeit zu suchen. Eine private
Unfallversicherung oder die Mitgliedschaft in einem Freizeitverein, Automobilclub etc.
würden für Sie das Risiko Freizeitunfall absichern.
Der kluge Mann baut vor.
(Friedrich Schiller)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen unfallfreie Freizeitaktivitäten und hoffe, ich
konnte mit meiner Arbeit zu Ihrem Wissen über Vorsorgemöglichkeiten und die
Rettungsmaßname „Notarzthubschrauber“ im Hinblick auf Freizeitunfall beitragen.
Abb 17: Unfallfreie Freizeitaktivitäten
41
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis:
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PLATZER JOSEPH: Lichtblicke durch den Rotenkreis, 2. Auflage, Eigenverlag J. u. R. Platzer
Aigen/Ennstal 1994
PLATZER JOSEPH: Sie fliegen um Ihr Leben, Eigenverlag J. u. R. Platzer Aigen/Ennstal 2003
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VERBAND DER VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN ÖSTERREICHS: Der Versicherungsleitfaden,
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VERBAND DER VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN ÖSTERREICHS: Die Versicherung und ihre
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Zeitschriften:
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ÖAMTC Steiermark: Kostenloser Heli-Transport in autotouring Februar 2008
Manfred Pfnier: Speerspitze für die Flugrettung in autotouring September 2008
ÖAMTC Flugrettung: Die Zeit läuft ab in autotouring November 2008
Manfred Pfnier: Weiter auf Kurs in Christophorus Magazin September 2008
Ralph Schüller: Die Zeit läuft ab… in Christophorus Magazin Dezember 2008
Manfred Pfnier: Von Grenoble bis Gröden in Christophorus Magazin Dezember 2008
Mah: Fonds wird als Lösung diskutiert in Medical Tribune, 10.12.2008
Internetquellenangaben:
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0(21.Ausgabe,%20August%202008).pdf (08.12.2008)
Bild- und Tabellennachweis:
Abb 3 Anteil der Unfälle an den stationären Spitalsfällen 1980 – 2006 ..................................................... 10
Abb 4: Prämien mit Progression ...................................................................................................................... 14
Abb 5: Vergleich Prämie Mann......................................................................................................................... 15
Abb 6: Vergleich Prämie Frau .......................................................................................................................... 15
Abb 7: Gliedertaxenfaktor ................................................................................................................................. 16
Abb 8: Progressionsvergleich........................................................................................................................... 17
Abb 9: Vergleich Leistung bei Progression .................................................................................................... 17
Abb 10: Vergleich Leistung bei Progression .................................................................................................. 18
Abb 11: Leistungsfaktorenberechnung ........................................................................................................... 19
Abb 13 Die 17 Christophorus Standorte in Österreich, CFV ....................................................................... 26
Abb 14: Einsatzgliederung, CFV ...................................................................................................................... 29
Abb 15 Gliederung der Einsätze ...................................................................................................................... 36
Abb 16 Gliederung der Einsätze nach ihrer Vergütung ................................................................................ 36
Abb 17: Unfallfreie Freizeitaktivitäten Qulle: http://www.virtuell-ambiance.hotelfachschuleheidelberg.de/html/wellnes_und_freizeit.html................................................................................................................ 41
Titelbild:
http://www.oeamtc.at/gallery/index_text.php?domain=oeamtc&galerie=Christophorus_1_Innsbruck&bil
d_aktiv=7&diashow=no&tempo=10
Anhang
Anhang 1: Fragebogen zum Versicherungsvergleich
Anhang 2: Aufschlüsselung der Gliedertaxen
VERGLEICH GLIEDERTAXE
Versicherer
bei völligem Verlust oder völliger Funktionsunfähigkeit
der genannten Körperteile gelten folgende
Invaliditätsgrade:
eines Armes
eines Daumens
eines Zeigefingers
eines anderen Fingers
eines Beines
einer großen Zehe
einer anderen Zehe
der Sehkraft beider Augen
der Sehkraft eines Auges
sofern die Sehkraft des anderen Auges vor dem
Versicherungsfall verloren war
des Gehörs beider Ohren
des Gehörs eines Ohres
sofern das Gehör des anderen Ohres vor dem
Versicherungsfall verloren war
des Geruchsinnes
des Geschmacksinnes
der Milz
der Niere
Summe Gliedertaxe
Besonderheiten Gliedertaxe
des Magens
der Stimme
einer Hand (aktiv/passiv)
eines Fußes
beide Nieren oder wenn die Funktion der zweiten Niere
vor dem Eintritt des Versicherungsfalles bereits
verloren war
eines Lungenflügels
der männlichen Geschlechtsorgane
der weiblichen Brust (je Seite)
VVO Musterbedingungen Allianz GraWe Wüstenrot
70
20
10
5
70
5
2
100
35
70
20
10
5
70
5
2
100
50
70
20
10
5
70
5
2
100
35
70
20
10
5
70
5
2
100
35
65
60
15
50
60
30
65
60
15
65
60
15
45
10
5
10
20
547
30
10
10
10
20
552
45
10
5
10
20
547
45
10
5
10
20
547
40
Anhang 3: Progression
VERGLEICH PROGRESSION
Versicherer
Allianz GraWe Wüstenrot
Progression in
%
300
300
300
Invaliditätsgrad
Leistung in % der
in %
Versicherungsumme
64
181
78
136
65
185
80
140
66
189
82
144
67
193
84
148
68
197
86
152
69
201
88
156
70
205
90
160
71
209
92
164
1
1
0,5
1
72
213
94
168
2
2
1
2
73
217
96
172
3
3
1,5
3
74
221
98
176
4
4
2
4
75
225
100
180
5
5
2,5
5
76
229
180
184
6
6
3
6
77
233
185
188
7
7
3,5
7
78
237
190
192
8
8
4
8
79
241
195
196
9
9
4,5
9
80
245
200
200
10
10
5
10
81
249
205
205
11
11
5,5
11
82
253
210
210
12
12
6
12
83
257
215
215
13
13
6,5
13
84
261
220
220
14
14
7
14
85
265
225
225
15
15
7,5
15
86
269
230
230
16
16
8
16
87
273
235
235
17
17
8,5
17
88
277
240
240
18
18
9
18
89
281
245
245
19
19
9,5
19
90
285
250
250
20
20
10
20
91
300
255
255
21
21
10,5
22
92
300
260
260
22
22
11
24
93
300
265
265
23
23
11,5
26
94
300
270
270
24
24
12
28
95
300
275
275
25
25
12,5
30
96
300
280
280
26
29
26
32
97
300
285
285
27
33
27
34
98
300
290
290
28
37
28
36
99
300
295
295
29
41
29
38
100
300
300
300
30
45
30
40
31
49
31
42
32
53
32
44
33
57
33
46
34
61
34
48
35
65
35
50
36
69
36
52
37
73
37
54
38
77
38
56
39
81
39
58
40
85
40
60
41
89
41
63
42
93
42
66
43
97
43
69
44
101
44
72
45
105
45
75
46
109
46
78
47
113
47
81
Summe 1-25%
Durchschnitt
gewichtet (40%)
Summe 26-40%
Durchschnitt
gewichtet (30%)
Summe 41-90%
Durchschnitt
gewichtet (25%)
Summe 91-100%
Durchschnitt
gewichtet (5%)
Progessionsfaktor
325 162,5
13
6,5
5,2
2,6
855
495
57
33
17,1
9,9
9350
5580
187 111,6
46,75
27,9
3000
2775
300 277,5
15 13,875
84,05 54,275
340
13,6
5,44
690
46
13,8
7345
146,9
36,725
2775
277,5
13,875
69,84
48
117
48
84
49
121
49
87
50
125
50
90
51
129
52
93
52
133
54
96
53
137
56
99
54
141
58
102
55
145
60
105
56
149
62
108
57
153
64
111
58
157
66
114
59
161
68
117
60
165
70
120
61
169
72
124
62
173
74
128
63
177
76
132
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Seele and Geist
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