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Ich seh etwas, was du nicht siehst - VDZ

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Verlagsporträt
Ich seh etwas,
was du nicht siehst
»Philosophie Magazin« bringt erfolgreich Philosophie unter die Leute
B
runnenstraße in Berlin-Mitte: Auf das Klingeln ertönt ein leises Summen und die breite, braune Haustür öffnet sich auf Druck mit einem lauten Krachen. Unwillkürlich möchte man über den Hinterhof schnüren
und von dort durch ein schattiges Treppenhaus hinauf in ein paar verstaubte
un
Bücherzimmer klettern. Doch weit gefehlt: Die Redaktionsräume von »PhilosoBü
phie Magazin«, vor einem Jahr gegründet und hervorgegangen aus der gleichph
namigen Philosophiezeitschrift in Frankreich, befinden sich im Vorderhaus. Helle
re
Räume, hohe Fenster, der Blick geht weit
Rä
über den Hof. Es sind alles, nur keine verüb
staubten Hinterzimmer.
st
MÄRZ/APRIL
NR. 03 / 2012
NEU
Sind Frauen
moralischer
als Männer ?
Verein
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euch!
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Warum
Waru
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Deutschland
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d und
und
Frankreich fusionieren sollten
Sterben lernen
Ernst Tugendhat
über letzte Fragen
Wer vergibt uns
unsere Schulden?
Genealogie der Finanzkrise
16-SEITIGES
BOOKLET
Sammelbeilage von
Nr. 03
NIETZSCHE
NIETZSCHE
Die Kultur
der Schuld
„Zur Genealogie der Moral.
Eine Streitschrift“ von 1887 (Auszug)
Deutschland
hland 5,90 €
Österreich: 6 €; Schweiz:
Schweiz 11,80 SF; Luxemburg: 6,40 €.
Italien & Spanien: Auf
uf Nach
Nachfrage.
N
Denk dich frei!
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192451 805900
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www.vdz.d
www.vdz.de
03
27
Französisches Magazin
im deutschen Markt etabliert
Anne-Sophie Moreau,
Wolfram Eilenberger,
stellv. Herausgeberin
Chefredakteur
Die Nachfrage nach
langsamen Medien steigt
Interview mit zwei Machern von »Philosophie Magazin«
PRINT&more | Sie haben vor einem Jahr mit der Gründung von
»Philosophie Magazin« Neuland betreten. Wie erklären Sie sich
den Erfolg der Zeitschrift?
WOLFRAM EILENBERGER | In »Philosophie Magazin« verdichten
sich mehrere Trends: das wachsende Interesse an profundem Wissen,
Synthese und Struktur, der Trend zu jungen, mutigen Zeitschriften.
Philosophie zeigt neue Handlungsmöglichkeiten auf, neue Perspektiven. Danach suchen die Leute.
ANNE-SOPHIE MOREAU | Die Nachfrage nach langsamen Medien
steigt. Früher haben die Deutschen lieber Zeitung gelesen, inzwischen
greifen sie verstärkt zu Zeitschriften, besonders Frauen. Der Anteil der
Leserinnen liegt in unserem Marktsegment bei 60 Prozent.
Warum sind Sie in den VDZ eingetreten?
ASM | Auch wenn wir eine junge, innovative Zeitschrift sind, verstehen
wir uns als seriöse Publikumszeitschrift, die sich in der Branche dauerhaft etablieren will. Wir wollen mit anderen Zeitungen und Verlagen
kooperieren. Der VDZ bietet uns dazu die entsprechende Plattform.
»Wir möchten Philosophie in die Gesellschaft bringen.« Anne-Sophie
Moreau, stellvertretende Herausgeberin des Magazins, kämpft noch mit
der Espresso-Maschine. Der leichte Akzent der Mittdreißigerin verrät ihre Pariser Herkunft. »Wir glauben wirklich, dass die Menschen Phi losophie wollen.« Während sie die vollen Kaffeetassen zum Tisch balanciert,
erzählt sie engagiert von der Herausforderung, ein französisches Magazin auf dem deutschen Markt zu etablieren. »In Deutschland liest man
lieber Zeitungen«, stellt sie fest. Die Debattenkultur sei zwar hier wie
dort ähnlich, aber die Inhalte seien zu unterschiedlichen Zeiten aktuell.
Farbenfrohes Layout
und professionelle Fotos
Schon die Gründung von »Philomag«, wie das Magazin in Frankreich leichtfüßig abgekürzt wird, war für Verleger Fabrice Gerschel vor sechs Jahren eine Herausforderung. Seine Idee war originell, aber sie musste erst
einmal umgesetzt werden. Zuvor hatte Philosophie in Wort und Bild ausschließlich auf eng bedrucktem dünnem Papier stattgefunden, unterbrochen von unspektakulären Schwarzweiß-Aufnahmen, und richtete
sich ausschließlich an Fachpublikum. Entsprechend waren die Verkaufszahlen.
Wenn man durch »Philosophie Magazin« blättert, fallen sofort das
frische, farbenfrohe Layout und die professionellen Fotos auf. Das Cover glänzt und hat einen ansprechenden Titel. Die Fülle von Anzeigen
zeigt, dass es durchaus Ziel ist, das Produkt auch in Deutschland mittelfristig profitabel zu machen. In Frankreich hat Gerschel dieses Ziel schon
erreicht. Seit zwei Jahren schreibt die Zeitschrift schwarze Zahlen. Sie
erscheint hier wie dort alle zwei Monate und verkauft sich in Frankreich
allein 50.000 Mal. In Deutschland sind es 25.000 verkaufte Exemplare.
Besonders stolz ist die Redaktion auf ihre 4.000 Abonnenten. Das »Land
der Dichter und Denker« holt rasch auf.
Wie treten Sie in direkten Kontakt mit den Lesern?
ASM | Die Jüngeren sprechen wir über Twitter und Facebook an. Unsere Website wird in Kürze auch interaktiv nutzbar sein.
WE | Wir stellen in jedem Heft konkrete Fragen. Die starke Resonanz
spüren wir in den Leserbriefen.
Was tun Sie für Ihre Außenwirkung?
ASM | Wir müssen die Marke »Philosophie Magazin« in der Tat neu
etablieren, aber wir haben überraschend große Erfolge, beispielsweise
mit Kreuzfahrten. Unsere Tour führt über das Mittelmeer zu den Ursprüngen der klassischen Philosophen. Die Leute wollen Philosophie,
sogar im Urlaub.
WE | Wir sind im Gespräch mit »brand eins«, »Cicero«, »Psychologie
Heute« u. a. und tauschen Anzeigen aus. Erst wussten die Kioskhändler
nicht, wer oder was wir sind, aber inzwischen sind sie stolz auf ihr niveauvolles Angebot.
WINTERAUSGABE
NR. 01 / 2013
NEU
Ein
ne gute Idee ?
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PRINT&more 4/2012
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Verlagsporträt
Junge Verlage engagieren
sich im VDZ
Im Medienwandel sind die Aufgaben und
Leistungen des VDZ geschätzter denn je –
politische Vertretung, Know-how-Transfer,
Plattform für den Austausch untereinander.
Am Ende des Geschäftsjahres 2012 (30. Juni)
hatte der VDZ – organisiert in den Landesverbänden – insgesamt 412 Mitglieder,
elf mehr als im Vorjahr. Gerade auch junge
Verlage treten der Interessenvertretung der
Zeitschriftenverleger bei.
OKTOBER/NOVEMBER
NR. 06 / 2012
NEU
Christian Lindner
& Joseph Vogl
streiten über
die Zukunft des
Kapitalismus
Pussy Riot
Gut sortierte Informationen
bieten entspanntes Lesen
Mit seiner Neugründung trifft Gerschel in Deutschland ins Schwarze.
In einer Zeit, in der man sich vor der Nachrichtenflut kaum retten kann,
bietet er, ähnlich wie andere innovative Magazine, sortierte Informationen und entspanntes Lesen. Die Texte in »Philosophie Magazin« sind
offen formuliert und leicht lesbar. Komplizierte Inhalte werden übersichtlich aufgearbeitet und allgemein verständlich vermittelt.
»Wir arbeiten im Grunde in zwei Richtungen«, sagt Moreau. »Einerseits greifen wir gesellschaftlich relevante und aktuelle Themen auf und
hinterfragen sie auf philosophische Art. Andererseits holen wir Klassiker aus den Regalen und publizieren ihre Texte.« In der Tat findet sich in
der aktuellen Ausgabe des »Philosophie Magazins« unter dem Titel »Gott,
eine gute Idee?« ein sorgsam aufbereitetes Dossier zum Thema Glauben.
Theologin Margot Käßmann diskutiert mit Religionskritiker Herbert
Schnädelbach über Moral, Richard Swinburne bemüht sich um wissenschaftlich haltbare Beweise und Chefökonom Tomáš Sedláček beschäftigt sich mit der Frage, ob Gott in der Wirtschaft benötigt wird. Das
Booklet in der Mitte des Heftes mit einem Text von Jean-Jacques Rousseaus
zeugt von dem Anspruch, Klassiker aus dem Elfenbeinturm zu holen.
Statt Konsens verschiedene
Meinungen und Kontraste
»Die Fragen, die wir uns im Heft stellen, könnten einem entspannten
Gespräch mit Freunden beim gemeinsamen Abendessen entsprungen
sein«, sagt Chefredakteur Wolfram Eilenberger und verschränkt die
Arme hinter dem Kopf. Für ihn ist Philosophieren ähnlich wie das altbekannte Spiel: »Ich seh etwas, was du nicht siehst«. Wer erkennt, was der
andere sieht, hat schon gewonnen. Wer selbst nichts erkennt, kann nur
verlieren. »Wir interessieren uns nicht für Konsens, sondern für Kontrast«,
sagt Eilenberger. »Unsere Aufgabe ist, die unterschiedlichen Meinungen aufzuzeigen und zu orchestrieren. Dabei darf kein einzelner Ton
„Unser Vorbild
ist Sokrates”
herauskommen, aber auch keine
Wie viel
Kakophonie.«
Hinter dem hohen Anspruch
steckt in
verbirgt sich eine enorme Kompetenz. Sämtliche Berliner RedakteurInnen gehören zur Gattung
»Journasoph«, wie man in FrankBUDDHA
Aufgewacht!
reich witzelnd sagt. Alle haben
Philosophie studiert, Moreau zusätzlich Medienökonomie, und können außerdem gut schreiben. Sie
kennen die Materie und haben sowohl das wissenschaftliche als auch
journalistische Handwerk er worben, sie zu bewältigen. Keine einfache
Aufgabe, wenn man sich die Namen von DenkerInnen wie Judith Butler, Enrique Dussel, Gerd Irrlitz, aber auch engagierter PolitikerInnen
wie Cem Özdemir und Gesine Schwan vor Augen hält, die allein in einem Heft versammelt sind. Hinter jeder dieser Personen verbergen sich
eine ganz eigene Geisteshaltung und Gedankenwelt. Die muss erst einmal durchdrungen sein, bevor man die richtigen Fragen stellen kann.
Eilenberger lehnt sich zufrieden zurück und schaut nachdenklich in
den Hinterhof. Hat er da schon wieder etwas gesehen?
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16-SEITIGES
BOOKLET
Sammelbeilage von
Nr. 06
Buddha
Deutschland 6,90 €
Österreich: 7 €; Schweiz: 12,50 SF; Luxemburg: 7,40 €.
Italien & Spanien: Auf Nachfrage.
Die Lehrrede
zur Achtsamkeit
Das Satipatthaˉna-Sutta (Paˉli-Kanon, M I. 55-63)
Den Artikel in voller Länge finden Sie auf
www.vdz.de/printandmore oder über den QR-Code.
Dr. Christine von Brühl
ist freie Journalistin und Sachbuchautorin in Berlin.
Sie arbeitet u. a. für SPIEGEL, DIE ZEIT, »Das Magazin«
und »Sächsische Zeitung«.
www.vdz.de
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06
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Kunst und Fotos
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