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Da blüht uns was - Hotel Moserhof

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REISE
STÄDTE
SONNTAG, 13. JULI 2014
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LÄNDER
•
REGIONEN
BERLINER MORGENPOST
R1
Mein Traumurlaub
Drei Fragen, drei Antworten
Der Ire Mike McGearty,
40, ist Chef von Cartrawler,
eine der weltgrößten
Suchmaschinen
für Mietwagen
DONAL MURPHY PHOTO
Wo machen Sie Urlaub?
Bevor meine Ehefrau Triona und ich
Kinder hatten, sind wir nach Argentinien, China, Peru und in andere interessante Gebiete auf der Welt gereist. Nun
haben wir Katie und Hannah, die beide
unter drei Jahre alt sind, so haben wir in
den letzten drei Jahren unsere Urlaube
lediglich in Irland gemacht, was toll war,
weil wir dort einige bemerkenswerte
Orte entdeckt haben. Bevor ich 2006
Cartrawler übernommen habe, bin ich
ein Jahr lang um die Welt gereist: Begonnen habe ich in Südostasien, bevor
ich nach Australien, Neuseeland, auf die
Fidschis, in die USA und nach Kanada
gereist bin. Wenn unsere Kinder älter
sind, hoffe ich, dass ich sie in diese
wunderbaren Länder mitnehmen kann.
Was machen Sie im Urlaub?
Ich versuche, eine Balance zwischen
kompletter Erholung, Aktivitäten und
Entdeckung der Region zu schaffen.
Erholung findet meistens am Strand
statt, Aktivitäten hängen von der Umgebung ab, aber Schnorcheln, Mountainbikefahren und Wellenreiten reizen
mich. Und Entdeckungen können alles
umfassen vom Sightseeing über eine
Flucht in eine ruhige Bar oder ein Restaurant bis zum Entdecken von regionaler Gastfreundlichkeit und Küche.
Nachrichten
SOMMERFERIEN
Berliner und Brandenburger
zieht es ans Mittelmeer
Die Berliner und Brandenburger bleiben
ihren liebsten Urlaubszielen auch 2014
treu – das belegt ein Blick in das aktuelle
Sommerferien-Ranking der TUI. Auf den
oberen Plätzen tummeln sich die Klassiker rund ums Mittelmeer: Spanien, allen
voran Mallorca, belegt die Top-Position.
Die Türkei und Griechenland belegen in
Berlin wie im Vorjahr die Plätze 2 und 3.
In Brandenburg sind der zweite und
dritte Rang ebenfalls wie im Vorjahr
(Deutschland und die Türkei), Rang 4
belegt Griechenland. Bei den Fernreisezielen stehen wie bereits im Vorjahr die
USA an der Spitze.
ÄGYPTEN
Reisen nach Scharm el
Scheich wieder möglich
Das Auswärtige Amt rät nicht mehr von
Aufenthalten in Scharm el Scheich ab.
Gewarnt wird nur noch vor Reisen in den
Norden der Sinai-Halbinsel sowie in den
Badeort Taba. Von anderen Regionen auf
der Halbinsel im Osten Ägyptens, die mit
Überlandfahrten verbunden sind, wird
weiter dringend abgeraten. Das gilt auch
für Transfers nach Dahab und Nuweiba
sowie Ausflüge zum Katharinenkloster.
WINTERKATALOGE
Neue Ziele und stabile
Preise bei FTI
Von der Krise in Ägypten merkt FTI derzeit wenig. Der Veranstalter hat gerade
wieder Scharm el Scheich ins Programm
genommen, verzeichnet eine stabile
Nachfrage und befindet sich in Hurghada
und Marsa Alam mit seinen Gästezahlen
auf Rekordniveau. Im Winter sollen die
Preise in dem nordafrikanischen Land
sinken. Insgesamt bleiben die Preise aber
stabil. Kaum Veränderungen gibt es bei
Fernreisen, zum Beispiel nach Thailand,
in die Karibik oder Nordamerika. Etwas
teurer werden Ziele im Indischen Ozean.
Neu in den 18 Katalogen von FTI sind
Gambia, Senegal, Chile und die Mongolei.
MILLSTÄTTER SEE TOURISMUS (4)
Wie sieht Ihr Traumurlaub aus?
Irgendwo an einem weißen Sandstrand,
sauber, wo man toll schnorcheln und
tauchen kann, mit fantastischer regionaler Küche und warmen, herzlichen
Gastgebern, die für mich und meine
Familie perfekte Bedingungen für einen
bemerkenswerten Aufenthalt und unvergessliche Ferien schaffen.
Wanderlust Ein Pärchen spaziert über den Almboden der Millstätter Alpe, im Hintergrund zu sehen: Der Millstätter See und die Alexanderhütte mit der Almsennerei
T VON REGINA KÖHLER
Sommerfrische. Dieses schön altmodische und gerade wieder einmal sehr passende Wort trifft irgendwie auf den Millstätter See zu. Kärntens zweitgrößter
See (nach dem durch Funk und Fernsehen berüchtigten Wörthersee) lädt zum
Bade im und zur Wanderung um das 11,5
Kilometer lange und knapp zwei Kilometer breite Gewässer im Norden des österreichischen Bundeslandes. Es gibt
Angebote für Aktive und Sonnenbader,
Romantiker und Pärchen, Familien und
Kinder, Gourmets und Kulturfans. Und
neuerdings auch Gartenreisen. Das
klingt spannend, da wir Gartenreisen
bisher eher mit Jersey, Madeira oder der
Loire verbunden haben denn mit Kärnten. Wie man sich doch täuschen kann.
Habichtskraut und Goldmelisse
Begonnen wird in Schliebers Kräutergarten. Karin Schlieber war 30 Jahre lang
Landwirtschaftslehrerin, bevor sie diesen Beruf vor drei Jahren aufgegeben
hat, um sich nur noch um ihren Garten
zu kümmern. Gemeinsam mit ihrem
Mann Ditmar hat sie einen halben Hektar Land in Hanglage urbar gemacht. Inzwischen wachsen sämtliche Kräuter
dort, die in Europa heimisch sind: Akanthus, Minze, Weidenröschen und Weinrauke, Habichtskraut, Goldmelisse und
Thymian. Auch Gemüse und Beerenobst
baut Karin Schlieber an. „Und Pflanzen,
die einfach nur schön aussehen und gut
sind für Schmetterlinge.“
Die Schliebers leben von dem, was der
Garten hergibt. Aus Blütenblättern wird
Tee hergestellt, aus den Beeren köstliche
Marmelade. Aus Lavendel wird Seife gemacht, aus Marillen oder Holunder Likör. Vieles, was Karin Schlieber über die
Wirkung und Pflege von Heilkräutern
weiß, hat sie von ihren Eltern und Großeltern erfahren. Bei Führungen durch ihren Garten gibt sie dieses Wissen gerne
weiter. Auch Schulklassen und KitaGruppen erzählt sie von den Geheimnissen der Natur. Dabei geht es ihr vor allem
um Ursprünglichkeit. Für den Garten
bedeutet das: wenig Jäten, kein Umgraben, Gießen oder Düngen. Die Gärtnerin
vertraut stattdessen auf den Kreislauf
der Natur. Viel Arbeit bleibt dennoch.
Karin Schlieber setzt sich trotzdem jeden Tag ein Weilchen in ihren Garten,
Da
blüht
uns
was
Am Millstätter
See in Kärnten
setzt man
neuerdings auf
Gartentouren
Tipps &
Informationen
Anreise Von Tegel mit Germanwings (www.germanwings.com)
nach Klagenfurt, dann Mietwagen
(80 km). Über München und Salzburg auf der E 55 bis Seeboden.
Angebot Bis 16. Oktober gibt es
zwei Gartentouren: Dienstags geht
es um den Garten als Ritualplatz,
donnerstags um die Energie des
Gartens, 25 Euro, G 0043/4766/
37 00, www.millstaettersee.com
ÖSTERREICH
Alexanderhütte
ÖSTERREICH
Seeboden
Obermillstatt
Millstatt
KÄRNTEN
BM Infografik
Reise-Redaktion:
Telefax:
E-Mail:
ohne etwas zu tun. Sie genießt dann den
würzigen Duft der Kräuter, schaut den
Pflanzen beim Wachsen zu und ist einfach nur da. „Das ist Glück“, sagt sie.
Weiter geht es zur Alm von Franz Glabischnig. Von dort sieht man weit ins Tal
und auf den Millstätter See. Der Mann
hat vor mehr als 40 Jahren als einer der
ersten Biobauern in Kärnten angefangen, zunächst belacht, bald schon erfolgreich. Vor 15 Jahren suchte er nach einer
weiteren Herausforderung und kaufte
eine verlassene Alm. Wieder haben viele
mit dem Kopf geschüttelt. Er wollte aus
der brachliegenden Land wieder eine
Kuh-Alm machen. „Hätte ich gewusst, was uns bevorsteht, hätte
ich nicht angefangen“, sagt der umtriebige Bauer heute. Dabei wurde
auch dieses Experiment ein Erfolg:
17 Kühe leben jetzt sommers auf
der Alm, und es gibt dort eine Sennerei, die leckeren Käse herstellt,
und Butter, die schmeckt wie früher. In der zur Alm gehörenden
Alexanderhütte können 25 Urlauber übernachten.
„Als wir anfingen, sind nicht mal
sieben Kühe satt geworden“, sagt
Frank Glabischnig. Der Wald hatte
sich die Alm zurückgeholt. Statt
Wildkräuter und Gräser sind auf
dem Berg Wacholder, Heidelbeeren und Erika gewachsen – kein
Futter für Kühe. Der Biobauer und
seine Söhne rodeten den Berg und
karrten säckeweise Dünger hinauf.
Nach einiger Zeit wuchsen plötzlich wieder Blumen, die kaum einer
kannte. Jahrzehntelang hatte deren
Samen in der Erde geschlummert.
„Auf der Alm geht es um Generationen“, sagt Glabischnig. „Wir
sind alle nur Pfleger auf Zeit. Unsere Aufgabe ist es, den Boden so zu
hinterlassen, dass ihn die nächsten
weiter bewirtschaften können.“
Wieder zurück in Seeboden, lernen
wir Karl Winkler kennen. Gemeinsam
mit seinen Söhnen führt er im Ort einen
Gartenmarkt – 20 Hektar groß, 85 Mitarbeiter. Mehr als 700 Rosensorten gibt es
dort zu kaufen. Die Visitenkarte seines
Unternehmens sei aber der Rosen- und
Wasserpark, den er in Seeboden angelegt
habe, sagt Winkler. Der Park liegt an einem Bach, der in den Millstätter See
führt. Einige Rosen hat er selbst gezüch-
E55
Millstätter
See
2,5 km
2591 - 73634
2591 - 71958
reise@morgenpost.de
+
tet. „Es dauert zehn bis 15 Jahre, bis eine
neue Sorte auf dem Markt ist“, sagt
Winkler. „Alpenglühen“ heißt eine rote
Rose aus seiner Züchtung. Eine andere,
rot auch die, hat er nach dem österreichischen Ski-Idol Franz Klammer benannt. In Winklers Park sind auch alle
Pflanzen versammelt, die als Rosenbegleiter gelten: Katzenminze, Frauenmantel, Lavendel und Funkien, Hortensien und Buchsgewächse. Wer Glück hat,
kann schließlich noch einen Rundgang in
Winklers Privatgarten machen - einer
schönen parkähnlichen Anlage mit vielen verwunschenen Ecken. Im Sommer
Augenweide Der Rosen- und
Wasserpark von Karl Winkler in
Seeboden. Der Park liegt an einem
Bach, der in den Millstätter See
führt. Darüber: Der japanische
Bonsaigarten von Günther Klösch
hat 4000 teilweise weit über 100
Jahre alte Bäumchen und Pflanzen
leben Karl Winkler und seine Familie, zu
der inzwischen 15 Enkelkinder gehören,
fast nur im Garten. So oft es geht, setzt
sich Winkler dann an das Klavier im Gartenhaus und spielt. „Arbeit und Genießen gehören zusammen“, sagt er.
Ein Hauch von Japan
Weiter geht es in den Bonsaigarten von
Günther Klösch. Der bekam vor 35 Jahren von seiner Frau Dorothee seinen ersten Bonsai geschenkt, eine Kiefer, die
noch heute am Eingang seines Gartens
steht. Dieses Geschenk hat sein Leben
verändert. Mehr als 4000 teilweise weit
über 100 Jahre alte Bäumchen und
Pflanzen hat er zusammengetragen und in Seeboden einen Park
nach japanischem Vorbild angelegt, der als eines der größten Bonsai-Zentren in Europa gilt.
„Japaner können kaum glauben,
dass eine Gartenanlage in dieser
Größe von einer Person in einem
Menschenleben geschaffen worden ist“, sagt Klösch. Als besonders schönen Platz in seiner Anlage bezeichnet er den Zen-Garten
beim Mitteleingang. „Der ist ganz
auf das Wesentliche reduziert und
besteht nur aus Steinen, Kies und
Buchs.“ Klösch freut sich, wenn
die Menschen in seinem Garten
zur inneren Gelassenheit finden.
„Die Zeitlosigkeit der Bonsais
bringt den Geist zur Ruhe, das ist
heute wichtiger denn je“, sagt er.
Am Ende unserer Gartenreise
noch ein Tipp. Wer einen Gärtner
kennenlernen möchte, der nun
Hoteldirektor ist, der muss in Seeboden den „Moserhof“ besuchen.
Gerhard Winkler hat das Hotel
von seinen Schwiegereltern übernommen. Zusammen mit seiner
Frau Franziska hat er das gesamte
Haus renoviert und in der obersten Etage einen Wellnessbereich eingebaut. Natürlich hat das Haus auch einen
schönen Garten. Selbst die Küche ist in
jungen Händen. Lee Wielstra (25) kocht
einfallsreich und glutenfrei. Die Reise in
Kärntens Sommerfrische vermittelt also
nicht nur neue Einblicke, sondern auch
einen ganz neuen Geschmack.
Die Reise wurde unterstützt von
Millstätter See Tourismus.
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