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Das Kreuz im Mund kein Ärgernis? Was Düsseldorf und Ravenna

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31-32/13
2. August
1,70 Euro
Das Kreuz im Mund
kein Ärgernis?
Kommentar
S. 2
Was Düsseldorf und
Ravenna verbindet
Erzbischof aus
Italien Ehrengast
beim Apollinarisfest
S. 9
Exklusiv-Fotos
Gigantischer Kran hob
Gerüst vom Dom
S. 10
Große Freude über
Marias Vollendung
Zum Festgeheimnis
der Aufnahme Marias
in den Himmel
S. 15
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT/MEINUNG
In dieser Woche
vom 2. 8. bis 15. 8. 2013
Dirigieren mit den Augen
Tipps von „Ausnahmechorleiter“
aus Cambridge
Seite 7
Impressum/Leserbriefe
Seite 17
(Karikatur: Plaßmann)
Viel mehr als nur 120 Stunden
Kunstakademie im KSI
Seite 19
Regionale Berichte
Seiten 33-43
Musikalische Andenkenpflege
Musical „Kolpings Traum“
– Karten zu gewinnen
Seite 55
Es duftet so gut!
Am 15. August werden
Kräutersträuße gesegnet
Seite 59
Die nächste Ausgabe
erscheint am 16. August
Titelbild: Über drei Millionen Gläubige feierten mit Papst Franziskus den
Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags in Rio de Janeiro. Viele übernachteten zuvor am Strand von Copacabana
und genossen sicher auch den Ausblick
auf den berühmten Zuckerhut (im Hintergrund). Mehr zum Weltjugendtag auf
den Seiten 3, 4 und 5.
(Foto: KNA)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Das Kreuz im Mund kein Ärgernis?
Es geht nicht ums Nachkarten eines Ärgernisses. Da wäre inzwischen jedes Wort zuviel. Wohl aber geht es um interessante Einsichten, wie die Staatsanwaltschaft Köln
den umstrittenen WDR-Beitrag „Dunk dem
Herrn“ beurteilt. In dem Videoclip beleckt
die „Künstlerin“ Carolin Kebekus als sexy
Nonne den Korpus des Gekreuzigten und angesichts des Gefolterten hebt sie ihr Habit
hoch und grinst: „Der Herr ist eine Bank. Nur
für ihn ziehe ich blank.“ In dem der Redaktion vorliegenden 6-seitigen Antwortschreiben
der Staatsanwaltschaft an einen von mehreren anderen Personen, die eine Strafanzeige
gegen diesen Videoclip gestellt haben, heißt
es zunächst wörtlich: „Zwar handelt es sich
bei dem Videoclip ‚Dunk dem Herrn‘ um
eine geschmacklose und wenig substantiierte Aneinanderreihung provozierend dargestellter, plakativer, vermeintlich humoristischer Kritikäußerungen an der katholischen
Kirche.“ Gleichwohl sieht sie keine Anhaltspunkte für eine in Frage kommende Straftat.
Für die Staatsanwaltschaft sind die VideoPassagen zwar durchaus geringschätzig, jedoch nicht als beschimpfend einzuordnen,
weil sie keine als heilig angesehenen zentralen Inhalte des Glaubens betreffen.
Wer weiterliest, lernt das Staunen: Die
Szenen seien durchaus geeignet, heißt es
weiter, die Gefühle gläubiger Katholiken
nachhaltig zu verletzen, aber auf Grund der
geschützten Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG)
sei eine Straftat ausgeschlossen. Wörtlich:
„Kunst ist nach der insoweit zu berücksichtigenden Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes jede irgendwie geartete
schöpferische Formgestaltung unter Verzicht
auf jegliche Niveaukontrolle.“ Na denn, jetzt
habe ich etwas für kommende Museumsbesuche über Niveau und Kunst gelernt.
Damit klar ist, was einer Satire erlaubt ist,
heißt es weiter: „Die Szenen, in der eine Ordensfrau ihre Zunge über den Korpus bewegt
und den Habit hebt, haben den Aussagekern,
dass eine Ordensfrau sich sexuell enthält, um
das Leben voll und ganz Jesus Christus zu
widmen. Diese Hingebung zu Gott macht
das sexuelle Verlangen überflüssig und ersetzt es.“ Und weiter meint die Staatsanwaltschaft: „Die Szene, in der eine Ordensfrau
andeutet, das Kreuz in den Mund einzufahren, spielt auf den Empfang der Eucharistie
an, bei der der Leib Christi in sich aufgenommen wird.“
Doch trotz der sich obszöner sexueller
Anspielungen bedienenden Form, in der dieser Sachbezug seinen Ausdruck findet und
der für viele gläubige Katholiken nur schwer
zu ertragen ist, liegt laut Staatsanwaltschaft
keine Störung der Religionsausübung vor
und auch eine Beleidigung sei nicht gegeben, denn das Rechtsgut der Beleidigung ist
gemäß Paragraf 185 StGB die persönliche
Ehre.
Nun also bin ich belehrt, was im Kulturland Deutschland möglich ist. Zwei Fragen
hätte ich dennoch. Erstens: Würde so etwas wie diese miesen Kebekus-Tiefschläge
auch gegenüber dem Islam als Kunst durchgehen? Und zweitens - der WDR hat diesen
Schwachsinn in Auftrag gegeben. Wurde der
Schund aus den Einnahmen der obligatorischen Fernsehgebühren finanziert? Wenn
ja, schäme ich mich als Gebührenzahler für
meine Zwangsabgabe und für den Westdeutschen Rundfunk.
ERICH LÄUFER
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
KIRCHE UND WELT
Brückenbauer
DOKUMENTATION
Erzbischof Robert Zollitsch vollendet sein 75. Lebensjahr
FREIBURG. Brücken will er bauen und Dialoge anstoßen. So charakterisiert Robert Zollitsch
seine Arbeit als Freiburger Erzbischof und zugleich als Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Ob im Gespräch mit
Kanzlerin und Ministern in Berlin oder im Ringen um die Zukunft der Kirche vor Ort in den
Gemeinden zwischen Bodensee und Odenwald.
Am 9. August wird der 14. Erzbischof von Freiburg 75. Und wie im Kirchenrecht vorgesehen,
wird Zollitsch mit Erreichen der Altersgrenze
dem Papst seinen Amtsverzicht anbieten.
Als Bischofskonferenzvorsitzender prägte
Zollitsch das öffentliche Auftreten der Kirche
in Deutschland in den vergangenen Jahren entscheidend mit. Dabei warteten nach seiner überraschenden Wahl 2008 zahlreiche Herausforderungen auf den Donauschwaben: Intern vermittelte er zwischen den Kirchenflügeln. Zugleich
warb Zollitsch dafür, dem Priestermangel und
den langsam sinkenden Katholikenzahlen durch
eine größere Einbeziehung aller in der Kirche Engagierten zu begegnen: „Kirchliche Zukunft kann es nur in der Gemeinschaft aller in
der Seelsorge aktiven Gruppen geben“, so seine Überzeugung. Heftige Debatten entzündeten
sich an der Frage, ob die ultrakonservative Piusbruderschaft wieder offiziell zur katholischen
Kirche zurückkehren kann: Als bekannt wurde,
dass einer von deren Bischöfen den Holocaust
leugnet, begann ein öffentlicher Sturm der Entrüstung, dessen Ausläufer auch Deutschland erreichten. Von den Piusbrüdern distanzierte sich
Zollitsch in aller Klarheit, im Gegenzug warfen
sie ihm vor, Irrlehren zu verbreiten.
Anfang 2010 stürzte die Kirche mit dem
Bekanntwerden von Missbrauchsfällen durch
Priester und Ordensleute in eine schwere Vertrauenskrise. Unter Zollitschs Führung gelang
die Verabschiedung strenger kirchlicher Leitlinien zur Missbrauchsprävention und zur Reaktion auf Verdachtsfälle.
Die im Südwesten traditionell engen Kontakte zwischen Protestanten und Katholiken
pflegt Zollitsch auch auf Bundesebene. Auch
wenn bei ethischen Positionen - etwa bei Gentests an Embryonen - oder zuletzt im Familienbild unterschiedliche Positionen zutage treten.
Zollitschs Persönlichkeit und Religiosität
sind stark durch die Kriegserfahrungen seiner
Jugend geprägt. Geboren 1938 in Filipovo im
ehemaligen Jugoslawien muss der heutige Erzbischof als Kind mitansehen, wie Tito-Partisanen im November 1944 seinen Bruder und 200
weitere Dorfbewohner ermorden. „Ich kann die
Schüsse noch heute hören“, sagt er. Mit seinen Eltern gelingt ihm die Flucht in den Westen. Über Umwege kommt er schließlich nach
Mannheim. Er denkt über ein Studium der Literatur oder Geschichte nach. Es wird dann doch
Theologie. „Ich wollte anderen Menschen helfen, im Glauben ein sinnvolles Leben zu führen.“
Als Jahrhundertereignis und Höhepunkt seiner Arbeit erlebte Zollitsch dann den Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011. Dessen viel beachtete „Entweltlichungs-Rede“ im Freiburger Konzerthaus bewertet er differenziert, nach dessen Rücktritt
bedauert er ausdrücklich, dass manche Anregungen des Papstes in Deutschland nicht klar
genug verstanden worden seien.
KNA
In der vergangenen Woche kam der Freiburger Erzbischof zu einem Privatbesuch nach Köln,
um sich die Ausstellung „Trotz Natur und Augenschein“ in Kolumba anzuschauen, die anlässlich des Eucharistischen Kongresses noch bis zum 18. August zu sehen ist. Natürlich wurde der
Vorsitzende der Bischofskonferenz auf der Straße erkannt und angesprochen. (Foto: Boecker)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Papst Franziskus hat vor den Bischöfen
Brasiliens in einer programmatischen
Ansprache die Leitlinien für den Kurs
der Kirche aufgezeigt. Wir veröffentlichen hier Auszüge aus der Ansprache
in der Übersetzung des Vatikan:
Das Ergebnis der pastoralen Arbeit stützt sich nicht auf den Reichtum
der Mittel, sondern auf die Kreativität der Liebe. Sicher sind auch Zähigkeit, Mühe, Arbeit, Planung, Organisation nützlich, allem voran aber muss
man wissen, dass die Kraft der Kirche
nicht in ihr selbst liegt, sondern sich in
den tiefen Wassern Gottes verbirgt, in
die ihre Netze auszuwerfen sie berufen ist. Eine andere Lektion muss die
Kirche immer in Erinnerung behalten:
Sie darf sich nicht von der Einfachheit
entfernen, andernfalls verlernt sie die
Sprache des Mysteriums und bleibt
nicht nur außerhalb der Tür zum Mysterium, sondern kann nicht einmal Zugang zu denen gewinnen, die von der
Kirche das verlangen, was sie sich selber nicht geben können, nämlich Gott.
Manchmal verlieren wir diejenigen,
die uns nicht verstehen, weil wir die
Einfachheit verlernt haben, da wir von
außerhalb auch eine Rationalität einführen, die unseren Leuten fremd ist.
Ohne die Grammatik der Einfachheit
beraubt sich die Kirche der Bedingungen, die es ermöglichen, Gott in den
tiefen Wassern seines Mysteriums zu
„fischen“ . . .
Es braucht eine Kirche, die keine
Angst hat hinauszugehen in die Nacht
dieser Menschen hinein. Es braucht
eine Kirche, die fähig ist, ihre Wege zu
kreuzen. Es braucht eine Kirche, die
sich in ihr Gespräch einzuschalten vermag. Es braucht eine Kirche, die mit
jenen Jüngern zu dialogisieren versteht, die aus Jerusalem fortlaufen und
ziellos allein mit ihrer Ernüchterung
umherziehen, mit der Enttäuschung
über ein Christentum, das mittlerweile als steriler, unfruchtbarer Boden angesehen wird, der unfähig ist, Sinn zu
zeugen. Die unnachsichtige Globalisierung und die häufig wilde Verstädterung haben viel versprochen. Viele
sind verliebt in die Chancen der Globalisierung, und es liegt in ihr etwas
wirklich Positives. Doch vielen entgeht
die dunkle Seite: der Verlust des Lebenssinns, die persönliche Desintegration, der Verlust der Erfahrung der Zugehörigkeit zu irgendeinem „Nest“ . . .
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
IM BLICKPUNKT
„Wir rechnen mit euch!“
Papst Franziskus trifft in Rio die Jugend der Welt
M
it einer großen Messe ist im brasilianischen Rio de Janeiro am Sonntag
der 28. Weltjugendtag zu Ende gegangen. Zu dem Gottesdienst mit Papst Franziskus am Strand von Copacabana kamen nach
Angaben der Stadtverwaltung 3,2 Millionen
Menschen. In seiner Predigt forderte der Papst
die jungen Gläubigen auf, gegen Gewalt, Intoleranz und Hass einzutreten. „Die Kirche rechnet mit euch!“, rief er ihnen zu. Den nächsten
Weltjugendtag kündigte er für 2016 im polnischen Krakau an. Mit der Messe endete Franziskus‘ erste Auslandsreise, zu der er am Montag zuvor aufgebrochen war.
Franziskus geht an die
Ränder der Gesellschaft
Mit einem Open-Air-Gottesdienst am
Strand von Copacabana war am Dienstagabend
in Rio de Janeiro der Weltjugendtag eröffnet
worden. Trotz zeitweilig strömenden Regens
und einem Temperatursturz auf 15 Grad fanden sich 500 000 bis 600 000 Jugendliche aus
aller Welt auf dem Gelände am Meer ein. Die
Gottesdienstbesucher schwenkten ausgelassen
Fahnen ihrer Heimatländer und stimmten Gesänge an. Der Papst nahm traditionell nicht am
Eröffnungsgottesdienst teil.
Der erste größere Termin für Franziskus
stand am Mittwoch mit dem Besuch des brasilianischen Marienwallfahrtsortes Aparecida
an. Rund 200 000 Menschen empfingen dort
den Papst, der in der Basilika am Morgen die
Messe feierte. Am Nachmittag kehrte er nach
Rio zurück, um das Sao Francisco de AssisKrankenhaus zu besuchen. Hier traf der Papst
mit Suchtpatienten zusammen und sprach sich
dabei gegen die Freigabe leichter Drogen aus.
„Das Übel des Drogenhandels, das Gewalt fördert und Schmerz und Tod sät, erfordert ein
mutiges Handeln der gesamten Gesellschaft“,
mahnte Franziskus.
Am Donnerstag besuchte der Papst eine
Armensiedlung in Rio de Janeiro. Bei seinem
Aufenthalt in der Favela Varginha im Norden
der brasilianischen Metropole verlangte er Solidarität mit den Armen. Eine Gesellschaft müsse sich daran messen lassen, wie sie diejenigen
behandle, „die nichts besitzen als ihre Armut“.
Am Donnerstagabend begrüßte Franziskus bei
einer bunten Eröffnungszeremonie am Strand
von Copacabana die Teilnehmer des Weltjugendtages. Er rief die rund eine Million Besucher auf, Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen und ihn zu ihrem „Kompass“ zu
machen.
Ein Treffen mit jugendlichen Strafgefangenen prägte den Freitag. Franziskus folgte damit
auch bei seinem Programm für den Weltjugendtag der eigenen Ankündigung, als Kirchenoberhaupt „an die Ränder der Gesellschaft“ zu gehen. Am Abend betete er dann mit Hunderttausenden Jugendlichen am Strand von Copacabana den Kreuzweg – traditionell ein emotionaler
Höhepunkt des Weltjugendtages.
Eine schönere Kirche und
bessere Welt aufbauen
Erneut hat eine riesige Menge Jugendlicher
Papst Franziskus am Samstagabend einen begeisterten Empfang bereitet. Beim Abendgebet
des Weltjugendtages forderte das Kirchenober-
Die Vigil oder „Gebetswache“ am letzten Abend des Weltjugendtags ist traditionell der atmosphärische Höhepunkt des Glaubensfestes.
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Papst Franziskus umarmt bei seinem Besuch im
kranken.
haupt die katholische Jugend auf, am Aufbau einer schöneren Kirche, einer besseren Welt und
einer gerechteren Gesellschaft mitzuwirken. Zu
der traditionellen Gebetswache mit dem Papst
hatten sich rund zwei Millionen Menschen am
Strand von Copacabana versammelt.
Vor der Abschlussmesse am Sonntag fuhr
der Papst eine Dreiviertelstunde die Strandpromenade entlang, um die Menschen zu begrüßen. Viele hatten die Nacht vor dem Gottesdienst am Strand oder auf den angrenzenden
Straßen im Schlafsack verbracht. Trotz organisatorischer Hürden herrschte beim Abschluss
des Katholikentreffens eine von Jubel geprägte Stimmung. Nach anhaltenden Regenfällen
hatten die Messe wie auch die Vigilfeier am
Samstagabend vom ursprünglich vorgesehenen
Gelände im 50 Kilometer entfernten Guaratiba kurzfristig nach Rio verlegt werden müssen.
Was bleibt? Vereinzelte Proteste gegen die
Reise beeinträchtigen die unbeschwerte Atmosphäre des Weltjugendtags nicht, eher schon die
schweren Regenfälle in den ersten Tagen. Dass
die Organisation nicht perfekt war, gestand
Rios Bürgermeister selbst freimütig ein: Das
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
IM BLICKPUNKT
Franziskus kommt an
Deutsche ziehen positive Bilanz vom Weltjugendtag
D
ie deutsche Delegation beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro hat ein positives Fazit der Tage in Brasilien gezogen. Die Erlebnisse der deutschen Teilnehmer seien „tief geprägt
von Brasilien und seinen Gegensätzen“, sagte Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann zum
Abschluss des Treffens am Sonntag in Rio. Die
Jugendlichen hätten sich „mit großer Ernsthaftigkeit gefragt, warum es so viel soziale Ungerechtigkeit in der Welt gibt“. An dem Weltjugendtag hatten rund 2000 junge Pilger sowie 13
Bischöfe aus Deutschland teilgenommen, darunter der Kölner Weihbischof Dr. Dominikus
Schwaderlapp. „Rio ist eine grandiose Stadt“,
sagte er in einem Interview mit dem domradio.
„Die Menschen sind sehr herzlich, sehr hilfsbereit und empfangen einen wirklich mit offenen
Armen.“ Besonders geprägt sei der Weltjugendtag durch Papst Franziskus.
Diesen bezeichnete Jugendbischof Wiesemann als authentischen Vermittler zwischen
der Welt des Glaubens und der Lebenswirklichkeit der Menschen. „Er hat den Jugendlichen Mut gemacht. Aber er hat sie auch aufgefordert, sich einzusetzen und sich Gehör
zu verschaffen“, so Wiesemann. Aus Sicht
der Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Bianka Mohr, sind „der Papst und seine Botschaft bei den Jugendlichen angekommen“.
Franziskus-Krankenhaus in Rio einen Drogen(Fotos: KNA)
U-Bahn-Chaos und die kurzfristige Verlegung
der Abschlussveranstaltungen an die Copacabana waren nur zwei der zahlreichen Probleme.
Die erste Reise des neuen Papstes war nicht
zuletzt auch eine Reise voller Überraschungen:
Es fing schon vor dem Abflug an: Wer hatte
je einen Papst gesehen, der seine Aktentasche
selbst ins Flugzeug trägt? Nach seiner Ankunft
machte schließlich der silbergraue Mittelklassewagen der Marke Fiat Furore, mit dem er sich
durch Rios Innenstadt fahren ließ. Den Verzicht
auf das gepanzerte Papamobil während seiner
Brasilien-Reise erläuterte Franziskus wie folgt:
„Ich habe mir das Papamobil angesehen, und
es war verglast. Niemand kann seine Freunde
in einer Glaskiste besuchen.“
Franziskus‘ Spontanität zeigte sich auch im
Programm: Einmal ließ er kurzerhand 35 Müllsammler aus Argentinien zu sich auf die Bühne setzen, ein anderes Mal ließ er sich „Têteà-Tête“ mit Ordensschwestern fotografieren.
„Der Papst hat so viel Schwung, dass er uns
stresst“, scherzte Vatikansprecher Federico
Lombardi. „Selbst mich überrascht er oft mit
seiner Energie.“
TMG/KNA
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Tage der Begegnung gehören
unabdingbar zum Weltjugendtag
Als wichtige Erfahrung bewertete Mohr die
Besuche in brasilianischen Gemeinden und
Gastfamilien vor der zentralen Veranstaltung in
Rio. Die Jugendlichen hätten dort Bereitschaft
zum Teilen und eine herzliche Aufnahme erlebt.
Als Ort für internationale Begegnung und Aus-
tausch gehörten diese Tage der Begegnung „unabdingbar zum Weltjugendtag dazu“, so Mohr.
Die Vertreter der Jugendpastoral in Deutschland
begrüßten, dass Papst Franziskus in seiner Predigt auf die Bedeutung kirchlicher Jugendarbeit
hinwies. Rufe er doch vor allem Priester dazu
auf, diese Arbeit zu unterstützen.
Nach dem Urteil des Bundespräses des
Bundes der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ), Simon Rapp, stellte der Weltjugendtag
die soziale und politische Dimension des Glaubens stärker in den Mittelpunkt. Dieser Aspekt
sei „dem Papst ebenso wichtig wie den jungen
Katholikinnen und Katholiken“. Die Veranstaltungsform des „International Youth Hearing“,
bei dem 300 Jugendliche aus sieben Nationen
über Visionen für eine gerechtere Welt sprachen, solle weiterentwickelt werden.
Kirche muss bei Armen
und Ausgeschlossenen sein
Die deutsche Delegation begrüßt die Wahl
Krakaus als Austragungsort für den nächsten
Weltjugendtag 2016. „Wir freuen uns sehr auf
eine Begegnung mit der Kirche und den Menschen in unserem Nachbarland. Wir sind sicher,
dass sich viele deutsche Pilgerinnen und Pilger auch dorthin auf den Weg machen werden“,
sagte Mohr.
Aus dem Erzbistum Köln war unter anderen
eine Gruppe um Kreisjugendseelsorger Norbert
Fink nach Brasilien gereist. „Die Freude der
Südamerikaner ist auf uns übergeschwappt“,
resümierte Fink. Er hob die große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft im Land hervor.
Zudem habe sich seine Gruppe sehr gefreut,
den Papst jeden Tag bei Großveranstaltungen
zu sehen. Fink: „Er hat eine tolle Ausstrahlung
und kann wirklich begeistern.“
KNA/TMG
Am Weltjugendtag nahmen auch junge Menschen aus dem Erzbistum Köln teil: Hier Kreisjugendseelsorger Norbert Fink (rechts) mit seiner Gruppe an der Copacabana. (Foto: Privat)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
KIRCHE UND WELT
HAMBURGER ALT-ERZBISCHOF AVERKAMP GESTORBEN.
Ludwig Averkamp, emeritierter Erzbischof der 1995 neu gegründeten Erzdiözese Hamburg, ist tot. Er starb am Montagmorgen im Alter von 86 Jahren nach
längerer Krankheit in Hamburg. Averkamp war von 1995 bis 2002 der erste Erzbischof des Erzbistums Hamburg.
Er hatte im September einen schweren
Schlaganfall erlitten.
PAPST ERTEILT FRAUENPRIESTERTUM EINE ABSAGE.
Frauen dürfen nach Worten von Papst
Franziskus auch in Zukunft nicht Priesterinnen in der katholischen Kirche werden: „Diese Tür ist geschlossen“, sagte er
am Montag auf dem Rückflug von Brasilien vor Journalisten. Johannes Paul II.
habe diese Frage in „definitiver Form“
entschieden. Zugleich forderte Franziskus eine stärkere Beteiligung von Frauen
in der katholischen Kirche.
SELIGSPRECHUNG ROMEROS AUF GUTEM WEG. Die
katholische Kirche in El Salvador sieht
den Seligsprechungsprozess für den vor
33 Jahren ermordeten Erzbischof Oscar
Arnulfo Romero (1917 bis 1980) auf einem guten Weg. „Die Glaubenskongregation hat erklärt, dass es keine Hürde mehr
gibt, nichts, das eine Seligsprechung aus
diesem Blickwinkel verbietet. Das freut
uns sehr“, sagte der Erzbischof von San
Salvador, Jose Luis Escobar Alas.
VATIKAN UND ITALIEN KOOPERIEREN IM KAMPF GEGEN
GELDWÄSCHE. Der Vatikan und Italien haben
offiziell eine Zusammenarbeit im Kampf
gegen Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung vereinbart. Die vatikanische
Finanzaufsichtsbehörde AIF und ihr italienisches Pendant UIF unterzeichneten
ein Abkommen, das einen Informationsaustausch nach den international vorgegebenen Standards vorsieht. Ähnliche
Abkommen waren in den vergangenen
Monaten bereits mit einer Reihe anderer
Länder vereinbart worden.
PAPST ÄUSSERT SICH ZU HOMOSEXUELLEN IM VATIKAN. Papst Franziskus hat sich erstmals
zu Berichten über eine „HomosexuellenLobby“ im Vatikan geäußert. „Man sagt,
es gebe solche Personen“, so der Papst.
Nicht eine Person mit homosexueller
Veranlagung sei das Problem, sondern
die Bildung einer Lobby. Jede Art von
Seilschaft sei schlecht. Über einen Homosexuellen, der Gott suche und guten
Willens sei, könne er nicht den Stab brechen: „Wer bin ich, ihn zu verurteilen.“
Die katholische Lehre verbiete eine Diskriminierung von Homosexuellen, betonte Franziskus.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Das Flüchtlingslager al-Zaatari in Jordanien.
(Foto: Rohring)
Dialog statt Konfrontation
Jordanien: 120 000 Flüchtlinge warten auf Kriegsende
AL-ZAATARI/JORDANIEN. „Wenn man unsere Bücher zur Hand nimmt, dann muss ich
sagen, dass wir eigentlich unser Ziel erreicht
haben.“ Mit diesen Worten zog Kilian Kleinschmidt vor Teilnehmern einer Jordanien-Reise der Thomas-Morus-Akademie eine Bilanz.
Kleinschmidt ist Feldkoordinator des UNFlüchtlingskommissariats (UNHCR) und leitet das Flüchtlingslager al-Zaatari für Syrer in
Jordanien. Eröffnet wurde das Lager vor einem
Jahr. Heute leben dort 120 000 Menschen. Jeder Flüchtling erhält 35 Liter Wasser pro Tag
und bekommt 2100 Kalorien an Nahrungsmitteln. Außerdem gibt es für jeden ein Zelt oder
einen Wohncontainer.
Al-Zaatari sei jedoch kein normales Flüchtlingslager, so Kleinschmidt vor den Besuchern
aus Deutschland. Als er vor vier Monaten sein
Amt angetreten habe, seien Demonstrationen
sowie gewalttätige Übergriffe gegenüber den
Angehörigen der verschiedenen Hilfsorganisationen an der Tagesordnung gewesen. Die
120 000 Flüchtlinge waren laut Kleinschmidt
frustriert, weil sie nicht verstanden, warum
die Weltgemeinschaft nur redet und nicht handelt. Mit dieser Frustration und dem Trauma
des Bürgerkrieges kamen sie in ein Lager, das
fest in der Hand einzelner Mächtiger war, die
mafiaähnliche Strukturen errichtet hatten. Vom
schwunghaften Handel mit Drogen über Prostitution bis hin zu Spielhöllen gebe es dort alles,
so Kleinschmidt. „Die Polizei traute sich nicht
in das 530 Hektar große Lager.“
Vor ein paar Wochen hätten sie sich bei einer
Auseinandersetzung dann doch einmal hineingewagt, aber das Resultat sei ernüchternd gewesen, sagte Kleinschmidt. Zwölf Polizisten seien
schwer zusammengeschlagen worden und man
habe die Botschaft bekommen, dass man beim
nächsten Mal auch mit Toten rechnen müsse.
Angesichts dieser für alle Beteiligten entmuti-
genden Situation habe er sich mit einem Team
zusammengesetzt und nach Lösungen gesucht.
Schnell habe man erkannt, dass es eigentlich
keine Beziehung zwischen den Flüchtlingen
und den Vertretern der Hilfsorganisationen gibt.
Um dieses Problem zu lösen, setzt Kleinschmidt vor allem auf Dialog. „Wir gehen nun
zu den Flüchtlingen hin und reden mit ihnen.
Wir geben ihnen das Gefühl, dass wir ihre Nöte
und Sorgen kennen und auch in der Lage sind,
sie zu lösen. Wir knüpfen Beziehungen.“ Dieser Wechsel in der Strategie, die über eine reine Versorgungsmentalität hinausgeht, zeigt nun
erste Früchte. „Die Gewalt und auch die Demonstrationen haben nachgelassen“, attestiert
Kleinschmidt den Erfolg dieser Vorgehensweise.
Ein weiterer Schritt sei es gewesen, dass man
das Lager in zwölf Distrikte eingeteilt habe. In
jedem Bezirk werden nun so genannte „Büros“
eingerichtet, an die die Flüchtlinge sich mit ihren Anfragen wenden können. In den Büros sollen aber auch Vertreter der Flüchtlinge aktiv
mitarbeiten. Denn durch den Dialog habe man
erkannt, welche Kapazitäten im Lager vorhanden seien, sagte Kleinschmidt. So gibt es etwa
unter den Flüchtlingen Menschen, die zuvor
in Syrien in städtischen Verwaltungen ähnliche Aufgaben innehatten. Auch habe der Dialogprozess die Menschen zu Eigeninitiative ermuntert. So will ein Bezirk etwa Bäume pflanzen und eine Kinderkrippe errichten. All dies
sind nach den Worten von Kleinschmidt verheißungsvolle Anzeichen dafür, dass den Menschen mit Hilfe des offenen Dialogs ein Stück
Menschenwürde zurückgegeben wird.
ANDREAS ROHRING CMM
Unser Autor ist Pater der „Missionare von Mariannhill“. Der
Orden ist vor allem in der Afrikamission und Entwicklungshilfe aktiv.
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
ERZBISTUM aktuell
Dirigieren mit den Augen
Tipps von „Ausnahmechorleiter“ aus Cambridge
KÖLN. „No mouth information“ (keine Informationen mit dem Mund), erinnert Stephen Layton den jungen Mann, der gerade dirigiert. Sofort stellt dieser das geräuschlose
Mitsingen zum Ablesen von den Lippen ein
und lässt nur noch seine Hände sprechen. Bei
einem anderen geht Layton noch einen Schritt
weiter. „Ich möchte, dass Sie das Stück einmal nur mit ihren Augen dirigieren“, sagt er.
„Sie sind das stärkste Mittel, das wir zur Kontaktaufnahme mit dem Chor haben.“
Layton leitet den Chor des Trinity College
Cambridge, der zu den besten Chören der
Welt zählt. Auf ihrer aktuellen Deutschlandreise machten die 35 Studentinnen und Studenten auch in Köln halt, gaben ein Konzert
in der Kirche St. Pantaleon und beteiligten
sich tags darauf an einer Masterclass ... an
der Hochschule für Musik und Tanz.
Eine Idee von
perfekter Musik
Zwei Studenten der Hochschule sowie
zwei Kirchenmusiker aus dem Erzbistum
(sechs hatten sich beworben) durften dabei
den Ausnahmechor dirigieren und bekamen
von Stephen Layton Tipps, wie sie ihr Dirigat verbessern können. „Sowohl in Intensität
als auch in Qualität dürften die meisten hier
so etwas noch nicht erlebt haben“, sagte Erz-
diözesanmusikdirektor Richard Mailänder.
Er hofft, dass die Teilnehmer „eine Idee von
perfekter Musik mitnehmen, die nicht will,
sondern ist“.
Wo die obere
Messlatte liegt
Maximilian Buchberger, Kirchenmusiker
in Troisdorf/Sieglar, war begeistert. „Natürlich sind die Bedingungen vor Ort oft andere
– da hat man keine Chöre, die auf Augenzwinkern reagieren“, aber es sei gut gewesen zu erleben, wie wenig es eigentlich nur brauche.
„Außerdem sind die Ohren mal wieder eingestimmt auf das, was möglich ist, wo die obere
Messlatte liegt“, so Buchberger. „Schließlich
sind das auch nur Menschen, die hier singen.“
Als Gewinn empfanden auch die rund
50 Kirchenmusiker die Veranstaltung, die
aus verschiedenen Regionen des Erzbistums
„nur“ zum Zuhören und -schauen gekommen
waren. „Ich habe zum Beispiel gelernt, wie
wichtig die Handhaltung ist“, sagte Chorleiterin und Organistin Christiane Hoffmann.
„Es kommt darauf an, den Ton nach oben zu
tragen und nicht runterzudrücken.“ Den Weg
von Engelskirchen an die Musikhochschule
hat sie dafür gerne in Kauf genommen. „Layton ist ja wirklich ein Ausnahmechorleiter,
da lohnt sich das“, erklärte sie.
KB
Stephen Layton, Leiter des Chores des Trinity College Cambridge, gibt Kirchenmusiker Maximilian Buchberger Tipps.
(Foto: Becker)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Dombaumeister Hauck
zum Ehrendoktor ernannt
KÖLN. Dem Kölner Dombaumeister
Michael Hauck ist von der Philosophischen Fakultät der Universität Passau
die Ehrendoktorwürde verliehen worden. Die Fakultät ehrt den Magister der
Kunstgeschichte vor allem für sein Wirken in Passau. „In seiner Eigenschaft
als Leiter der Dombauhütte Passau von
1988 bis 2012 war Michael Hauck zweifellos eine der prägenden Gestalten in
der Erhaltung und
auch Gestaltung der
Passauer Altstadt
insgesamt“, betont
Professor Manfred
Hinz von der Universität Passau. Er
lobt ausdrücklich
das Engagement
und die Kompetenz, mit der Hauck
für die Weißkalkung des Passauer Domes gegen Widerstände in der Öffentlichkeit eintrat.
Michael Hauck ist unter anderem
gelernter Steinmetz. Zwischen 1997
und 2005 studierte er berufsbegleitend
an der Universität Passau die Fächer
Kunstgeschichte, Romanische Linguistik und Romanische Philologie
und machte 2005 seinen Magister der
Kunstgeschichte. „Wie wenig anderen
ist es ihm gelungen, die Erkenntnisse
des wissenschaftlichen Bemühens in
die praktische Denkmalpflege und angewandte Bauforschung einfließen zu
lassen“, loben die beiden Gutachter
Professor Gosbert Schüßler und Professor Wolfgang Augustyn. Beide betreuen Michael Hauck bei der Erstellung seiner Dissertation.
Eine Urkunde mit dem Ehrendoktorgrad hat Michael Hauck bereits per
Post erhalten. Eine weitere Urkunde
wird er im Rahmen einer Feierlichkeit
beim Dies Academicus am 15. November verliehen bekommen. Doch selbst
Professor Manfred Hinz betont, dass
die größte Ehrung Haucks nicht in Passau erfolgt ist: „Die größte und für uns
sichtbarste Auszeichnung, die Michael Hauck zuteil geworden ist, besteht
in seiner Ernennung auf den prestigeträchtigsten Posten, den man innerhalb
der Hierarchie der Dombauhütten überhaupt übernehmen kann, er ist seit September 2012 Leitender Dombaumeister an der Hohen Domkirche zu Köln,
der mit Abstand größten Dombauhütte
Deutschlands.“
PEK
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 7
ERZBISTUM aktuell
Mehr Taufen und Firmungen
Erzbistum Köln präsentiert die Statistik für das Jahr 2012
KÖLN. „Mehr Taufen und Firmungen“,
„Weniger Austritte“, „Eheschließungen stabil“. Mit diesen Schlagworten präsentierte
das Erzbistum Köln jetzt die Statistik für das
Jahr 2012. Da es mehr Austritte als (Wieder-)
Eintritte gab und mehr Verstorbene als Taufen ist die Zahl der Katholiken im Erzbistum
insgesamt um 11 504 Personen gesunken auf
rund 2,07 Millionen. Knapp unter 10 Prozent
davon besuchten an den Zählsonntagen die
1475 Gottesdienste.
Im vergangenen Jahr sind im Erzbistum Köln rund 1400 Menschen weniger aus
der Kirche ausgetreten als noch 2011. Die
höchste Zahl an Austritten in den vergangenen zehn Jahren hatte es 2010 gegeben
nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle (15 163 Personen), die niedrigste 2006
nach dem Weltjugendtag in Köln mit 7735
Personen. Auch im Bundesdurchschnitt ist
die Zahl der Kirchenaustritte 2012 gesunken.
Nach der Statistik der Deutschen Bischofskonferenz gab es bei den Austritten einen
Rückgang um rund 6,5 Prozent. Insgesamt
sind rund 24,3 Millionen Bundesbürger katholisch, was 30,3 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.
Im Erzbistum Köln ist die Zahl der Wiederaufnahmen – wie in den vergangenen
sechs Jahren – leicht gesunken um diesmal
32 Personen. Die Zahl der Kircheneintritte
hat gegenüber dem Vorjahr von 299 auf 316
leicht zugelegt. Mit Blick auf die Sakramente konnte für das Jahr 2012 festgestellt werden, dass die Zahl der Taufen gegenüber dem
Vorjahr um 38 gestiegen ist, die der Firmungen um 469. Die Zahl der kirchlichen Eheschließungen blieb nahezu gleich bei rund
3680. Die Zahl der Kinder, die zur Erstkommunion gegangen sind, ist um 214 gesunken,
die Zahl derer, die kirchlich bestattet wurden, um 55.
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ZAHLEN
Im Erzbistum Köln gab es 2012
Katholiken: 2 069 152
Pfarreien: 546
Seelsorgebereiche: 182
Sonntagsgottesdienste: 1475
Täuflinge: 14 430
Kommunionkinder: 16 801
Firmlinge: 9800
kirchliche Eheschließungen: 3683
kirchliche Bestattungen: 20 199
Kirchenaustritte: 10 547
Kircheneintritte: 316
Wiederaufnahmen: 845
Mit asiatischen Augen die Kirche sehen
Kunststudenten bekommen Einblicke ins Katholische
WUPPERTAL/DÜSSELDORF. Die Gottesdienstbesucher in der Kirche Herz Jesu in der
Elberfelder Nordstadt werden in den nächsten Wochen bisher unbekannte Gesichter im
Gottesdienst sehen. Neun Studentinnen und
Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie
wollen an Messfeiern teilnehmen, die Besu-
cher zeichnen und mit ihren Eindrücken aus
dem Sakralraum eigene Kunstwerke für eine
Ausstellung im November erstellen.
Das ungewöhnliche Projekt geht auf eine
Idee von Pfarrer Michael Grütering und
Kunstprofessor Udo Dziersk zurück. Ziel ist
es, den Studierenden aus Asien den Blick für
Pfarrer Michael Grütering (rechts) erläutert den Studenten sakrale Geräte und ihre Bedeutung im Gottesdienst. Im Hintergrund Professor Udo Dziersk.
(Foto: PA)
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die christliche Kultur in Europa zu vermitteln.
„Ich gehöre keiner Religionsgemeinschaft
an, ich glaube aber an Gott“, sagt Eunmi Kim
aus Südkorea. Sie will während einer Messfeier malend ihre Eindrücke sammeln. Kaori Hiraiwa aus Japan möchte in den nächsten Wochen Porträtstudien der Gottesdienstbesucher erstellen. Ein anderer Student lässt
sich schon einmal eine Wand in der Kirche
für die Ausstellung reservieren, ohne heute schon zu wissen, was er dann dort zeigen
wird.
Einen ersten Besuch der Studierenden
nahm Pfarrer Grütering zum Anlass, in der
Sakristei von Herz Jesu liturgische Geräte und Gewänder zu zeigen und zu erklären.
Professor Dziersk, ein Meisterschüler von
Markus Lüpertz, weiss, dass die Form der
christlichen Religionsausübung den meisten
seiner Studenten fremd ist. „Aber wer hier
studiert, sollte sich damit auseinandersetzen.
Es geht um das Eintauchen in unser Denken.“ So erläuterte Dziersk den Studenten
auch, dass es vor allem die katholische Kirche über viele Jahrhunderte war, die durch
die Beauftragung von Künstlern Kultur getragen und erhalten habe.
Übrigens brauchten der Pfarrer und der
Professor für ihre Erläuterungen keinen Dolmetscher. Alle Studenten sprechen sehr gut
Deutsch.
PA
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
ERZBISTUM aktuell
Was Düsseldorf und Ravenna verbindet
Erzbischof aus Italien Ehrengast beim Apollinarisfest
DÜSSELDORF. Die Antwort aus Ravenna
kam prompt: Wenige Tage nachdem der Düsseldorfer Stadtdechant und Pfarrer von St.
Lambertus, Monsignore Rolf Steinhäuser,
Erzbischof Lorenzo Ghizzoni zur Teilnahme
an den diesjährigen Apollinarisfeiern in die
Landeshauptstadt eingeladen hatte, kam die
Zusage aus Italien: Gerne werde er an den
Feierlichkeiten zu Ehren des Stadtpatrons, die
kürzlich zugleich als das 725-jährige Stadtjubiläum Düsseldorfs gefeiert werden sollten,
teilnehmen.
Dass Steinhäuser den seit Januar amtierenden, 1955 geborenen Erzbischof einlud,
kommt nicht von ungefähr. Schließlich wurde
in der heute etwa 155 000 Einwohner zählenden Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in
der Region Emilia-Romagna im zweiten Jahrhundert von Bischof Apollinaris das Bistum
Ravenna gegründet. Ihm sei sehr daran gelegen, so Erzbischof Ghizzoni in seiner Antwort
an den Pfarrer von St. Lambertus, die Beziehungen zwischen dem von Apollinaris gegründeten Bistum und der Stadt Düsseldorf, die in
einem goldenen Schrein in St. Lambertus Reliquien des als Märtyrer gestorbenen Heiligen
besitzt, zu beleben. Bereits zum 700-jährigen
Stadtjubiläum hatte der damalige Düsseldorfer Stadtdechant Bernard Henrichs den Erzbischof von Ravenna zur Teilnahme an der Apollinarisfestwoche eingeladen. Steinhäuser plant,
die neugeknüpften Bande nach Ravenna nicht
abreißen zu lassen. „Wir denken darüber nach,
eine Wallfahrt auf Stadtebene nach Norditalien
zu organisieren“, sagte der Stadtdechant.
Mit Franziskus als Papst wächst
das Interesse an der Kirche
Lohnenswert ist ein Besuch der ehemaligen Hauptstadt des Ostgotischen Reiches auf
jeden Fall. Daran ließ auch Erzbischof Ghizzoni keine Zweifel aufkommen. Jahrhundertelang sei Ravenna neben Rom und Mailand
eine der wichtigsten Städte Italiens gewesen.
Bedeutende Kirchen und Bauwerke bezeugten dies noch heute eindrucksvoll. Die Frage,
ob er nicht das Bedürfnis verspüre, die Reliquien „seines“ Bistumsgründers aus Düsseldorf zurück nach Ravenna zu bringen, beantwortete der freundliche Bischof mit einem
Lächeln. Nach Rom verfüge seine Bischofsstadt über den größten Reliquienschatz der
Kirche überhaupt. Deshalb könnten die Reliquien des heiligen Apollinaris getrost in Düsseldorf bleiben. Schließlich seien sie ja auch
der Grund für seinen Besuch und die Verbindung zwischen Ravenna und Düsseldorf. Im
nächsten Jahr, so kündigte der Erzbischof an,
werde er an den Apollinarisfeiern in Remagen,
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Erzbischof Lorenzo Ghizzoni (links) und Düsseldorfs Stadtdechant Monsignore Rolf Steinhäuser am Schrein des heiligen Apollinaris in der Kirche St. Lambertus.
(Foto: Boecker)
wo ebenfalls Apollinarisreliquien verehrt werden, teilnehmen.
Gegenüber der Kirchenzeitung beschrieb
der 58-jährige Erzbischof die Situation der Kirche im Bistum Ravenna
als „schwierig“. Traditionell sei die Region Emilia-Romagna sehr stark
kommunistisch und sozialistisch geprägt. Das bedeute für die Kirche, dass
sie von staatlicher Seite
so gut wie keine Unterstützung erhalte. „Weil
wir keine reiche Diözese
sind, benötigen wir dringend die Gelder, die die
Touristen als Eintrittsgelder für den Besuch der
großen Kirchen und des
kircheneigenen Museums zahlen.“
Als sehr positiv erlebe
er, wie Papst Franziskus
die Menschen in Italien
begeistere. „Das Interesse
an der Kirche wächst in
der Bevölkerung, seit dieser Papst in Rom regiert.“
Dies spiegelten ihm auch
seine rund 120 Diözesanund Ordenspriester wider, die in den 80 Pfarreien seiner Diözese tätig
seien. Auch unter seinen
Priestern genieße Papst
Franziskus ein hohes Ansehen, auch wenn nicht
alle seine Priester glück-
lich über die päpstlichen Forderungen an den
Klerus seien, das eigene Verhalten einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, sagte der
Erzbischof augenzwinkernd. R. BOECKER
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BERICHT
Dutzende Bolzen mussten gelöst werden.
Firmenchef Matthias Wasel (rechts) gab die Anweisungen der Gerüstbauer per Funk an den Kranführer au
Mit Menschen- und Maschinenkraft
Gigantischer Kran hob Gerüst vom Dom
T
rotz des Einsatzes eines 750-Tonnen-Hydraulik-Krans für den Abbau des 25 Meter
hohen Hängegerüstes am Nordturm des Kölner
Doms wurde hoch oben auf dem Dom die Muskelkraft der Gerüstbauer benötigt, um die Aluminiumkonstruktion mit größter Vorsicht aus
ihrer Halterung zu lösen. Mit größter Souveränität, Ruhe und Sicherheit erledigten die Gerüstbauer der Kölner Dombauhütte den schwierigen Job in rund 100 Metern Höhe. Ehe aber das
Gerüst in drei Teilen vom Turm der Kathedrale sanft am gewaltigen Haken zu Boden schweben konnte und dort von den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der Dombauhütte in Empfang
genommen und zur Demontage auf den Ron-
calliplatz geschoben werden konnte, waren monatelange Planungen notwendig. Aufgrund seiner Größe und seines Gewichtes - alleine 204
Tonnen betrug das Gegengewicht, das benötigt
wird, um dem Fahrzeug die erforderliche Standfestigkeit zu sichern - musste der Kran auf dem
Bahnhofsvorplatz aufgebaut werden. Doch zuvor mussten dort Fundamente gegossen werden. Eineinhalb Tage, inklusive der Nacht, dauerte es, ehe der Kran, dessen 160 Meter langer
Ausleger die Domspitzen um drei Meter überragte, einsatzbereit war. Hunderte Schaulustige
verfolgten auf der Domplatte und dem Bahnhofsvorplatz die Arbeit des größten Krans, der
bislang am Dom gebraucht wurde.
RB
Kurze Verschnaufpause der Gerüstbauer Stephan Schenkel, Wolfgang Schmitz und Jürgen
Klink (von links), nachdem das erste Gerüstteil auf dem Weg nach unten war.
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Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
BERICHT
anführer auf dem Bahnhofsvorplatz weiter.
Michael Michatz im Führerstand des Krans.
Über Funk bekam er die Kommandos.
Gewaltig waren die Dimensionen des Krans,
der maximal 750 Tonnen Last heben kann.
Blick durch das Strebewerk des Nordturms
auf das sanft zu Boden schwebende Gerüst.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dombauhütte schoben das auf Rollbrettern gelagerte
Gerüst auf den Roncalliplatz. Dort wurde es später zerlegt.
(Fotos: Boecker)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
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LITURGIE UND GLAUBE
LITURGIE
Ewiges Gebet
Sonntag, 4. August: Leichlingen (St. Johannes Baptist); Lindlar-Hohkeppel (St. Laurentius).
Samstag, 10. August: Bad MünstereifelIversheim (St. Laurentius).
Sonntag, 11. August: Weilerswist-Metternich
(St. Johannes der Täufer und Laurentius).
Donnerstag, 15. August: Lohmar-Neuhonrath (St. Mariä Himmelfahrt).
Lesungen der Woche
Lesejahr C
Wochentagslesungen Reihe I
Stundengebet: Zweite Woche
Sonntag, 18. Sonntag im Jahreskreis, 4. August: L 1: Koh 1,2; 2, 21-23; L 2: Kol 3,1-5.911; Ev: Lk 12,13-21.
Montag, Weihetag der Basilika Santa Maria
Maggiore in Rom: L: Num 11,4b-15; Ev: Mt
14,13-21.
Dienstag, Verklärung des Herrn: L: Dan 7,910.13-14 oder 2 Petr 1,16-19; Ev: Lk 9,28b36.
Mittwoch, hl. Kajetan: Num 13,1-2.25 bis
14,1.26-29.34-35; Ev: Mt 15,21-28.
Donnerstag, hl. Dominikus, Ordensgründer:
L: 1 Kor 2,1-10a; Ev Lk 9,57-62; oder vom
Wochentag L: Num 20,1-13; Ev: Mt 16,1323.
Freitag, hl. Theresia Benedicta a Cruce,
Edith Stein, Schutzpatronin Europas: L: Est
4,17 k-m, r-t; Ev: Joh 4,19-24.
Samstag, hl. Laurentius, Märtyrer: L: 2 Kor
9,6-10; Ev: Joh 12,24-26; Hochfest in Wuppertal: L 1: Sir 51,1-8; L 2: 2 Kor 9,6-10.; Ev:
Joh 12,24-26.
Gottesdienste
Kölner Dom
Samstags: 18.30 Uhr Vorabendmesse.
Sonntags: 7, 8, 9, 12, 17, 19 Uhr Messe. 10
Uhr Kapitelsamt. 18 Uhr Andacht.
An den Werktagen: 6.30, 7.15, 8, 9 Uhr
Messe. 12 Uhr Mittagsgebet. 18 Uhr Andacht. 18.30 Uhr Messe.
Beichte: werktags von 7.45 bis 9 Uhr, samstags zusätzlich 14 bis 18 Uhr.
Wallfahrtskirche Neviges
Samstags: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr
Laudes. 19 Uhr Messe in polnischer Sprache.
Sonntags: 10, 11.30, 17 Uhr Messe. 14.15
Uhr Rosenkranz. 15 Uhr Marienfeier. 18.15
Uhr Vesper.
Werktags: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr
Laudes. 18 Uhr Vesper.
Dienstags: 19.30 Uhr Gebetskreis.
Mittwochs: 14.15 Uhr Rosenkranz. 15 Uhr
Marienfeier.
Donnerstags: Keine Messe um 6.45 Uhr. 19
Uhr Wallfahrt nach Feierabend.
Donnerstag, 15. August: 6.45 Uhr keine
Messe. 7.30 Uhr Laudes. 10 Uhr Festhochamt. Wallfahrt der kfd St. Martinus, Holzheim: 9 Uhr Kreuzweg, Teilnahme am Festhochamt um 10 Uhr. 14.15 Uhr Rosenkranz.
150 Uhr Marienfeier. 19 Uhr Pontifikalamt
mit Weihbischof em. Franz Grave, Essen, auf
dem Marienberg (bei schlechtem Wetter im
Mariendom), anschl. Lichterprozession zum
Mariendom. Die Wallfahrt nach Feierabend
entfällt.
Beichte: täglich 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18
Uhr.
Eucharistische Anbetung in der Krypta täglich von 11 bis 18 Uhr.
Altenberger Dom
Samstags: 17.15 Uhr Beichte. 18 Uhr Messe.
Sonntags: 7 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Beichte (11. 8.). 10.30 Uhr Hochamt. 11.45 Uhr
Konzert. 17.15 Uhr Abendmesse, anschließend Vesper.
Dienstags bis Freitags: 7 Uhr Laudes und
Messe
Dienstags: 16 Uhr Vesper.
Donnerstags: 20 Uhr Konzert.
Freitags: 17 Uhr Eucharistische Anbetung,
Beichte, Rosenkranz. 18 Uhr Messe (außerordentliche Form).
Montag, 5. August: 20 Uhr Konzert.
Dienstag, 6. August: 20 Uhr Konzert.
Mittwoch, 7. August: 18 Uhr Betstunde um
geistliche Berufe. 19 Uhr Abendmesse der
Monatswallfahrt. 20 Uhr Konzert.
Mittwoch, 14. August: 19 Uhr Abendmesse.
Donnerstag, 15. August: 19 Uhr Abendmesse zum Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. 20
Uhr Konzert.
Freitag, 19. August: 19 Uhr Taizé-Gebet.
Orgelfeierstunde im Dom
Dienstag, 6. August: 20 Uhr Orgelfeierstunde mit Peter van de Velde, Antwerpen.
Dienstag, 13. August: 20 Uhr Orgelfeierstunde mit Andreas Jetter, Chur.
Stundengebet: Dritte Woche
Sonntag, 19. Sonntag im Jahreskreis, 11. August: L 1: Weish 18,6-9; L 2: Hebr 11,1-2.819 oder Hebr 11,1-2.8-12; Ev: Lk 12,32-48
oder Lk 12,35-40.
Montag, hl. Johanna Franziska von Chantal:
L: Dtn 10,12-22; Ev: Mt 17,22-27.
Dienstag, hl. Hippolyt: L: Dtn 31,1-8; Ev: Mt
18,1-5.10.12-14.
Mittwoch, hl. Maximilian Kolbe, Märtyrer:
L: Dtn 34,1-12; Ev: Mt 18,15-20.
Donnerstag, Mariä Aufnahme in den Himmel: Am Vorabend: L 1: 1 Chr 15,3-4.15-16;
16,1-2; L 2: 1 Kor 15,54-57; Ev: Lk 11,27-28.
Am Tag: L 1: Offb 11,19a; 12,1-6a.10ab; L 2:
1 Kor 15,20-27a; Ev: Lk 1,39-56.
Freitag, hl. Stephan, König von Ungarn: L:
Jos 24, 1-13; Ev: Mt 19,3-12.
Samstag: L: Jos 24,14-29; Ev: Mt 19,13-15.
Am Samstag wird in der St.-Laurentius-Kirche in Bad Münstereifel-Iversheim das Ewige Gebet gehalten.
(Foto: Boecker)
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Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
SONNTAG
18. Sonntag im Jahreskreis
ERSTE LESUNG: Windhauch, Windhauch,
sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist
alles Windhauch.
Denn es kommt vor, dass ein Mensch, dessen Besitz durch Wissen, Können und Erfolg
erworben wurde, ihn einem andern, der sich
nicht dafür angestrengt hat, als dessen Anteil
überlassen muss. Auch das ist Windhauch und
etwas Schlimmes, das häufig vorkommt. Was
erhält der Mensch dann durch seinen ganzen
Besitz und durch das Gespinst seines Geistes, für die er sich unter der Sonne anstrengt?
Alle Tage besteht sein Geschäft nur aus Sorge
und Ärger, und selbst in der Nacht kommt sein
Geist nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch.
Koh 1,2; 2,21-23
ben, und euer Leben ist mit Christus verborgen
in Gott. Wenn Christus, unser Leben, offenbar
wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar
werden in Herrlichkeit. Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden
und die Habsucht, die ein Götzendienst ist.
Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt und
seid zu einem neuen Menschen geworden, der
nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird,
um ihn zu erkennen. Wo das geschieht, gibt es
nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene
oder Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles und
in allen.
Kol 3 1-5.9-11
ZWEITE LESUNG: Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.
Richtet euren Sinn auf das Himmlische und
nicht auf das Irdische! Denn ihr seid gestor-
EVANGELIUM: In jener Zeit bat einer aus der
Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter
oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte
er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens
besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund
seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel:
Auf den Feldern eines reichen Mannes stand
eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her:
Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine
Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er:
So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde
ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte
unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für
viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink,
und freu dich des Lebens!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in
dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören,
was du angehäuft hast? So geht es jedem, der
nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor
Gott nicht reich ist.
Lk 12,13-21
Was macht das Leben wertvoll?
S
prich zu einem Weißen von Gott. Da werden seine Augen stumpf bleiben, sein Gesicht leer, sein ganzes Wesen gelangweilt.
Aber sprich zu dem gleichen Mann von
Geld, da tritt Glanz in seine Augen, Speichel
auf seine Lippen, seine Hände zittern, seine ganze Existenz ist in Erregung, Geld ist
sein Gott.“ – Ich glaube, diese Aussage eines
Häuptlings auf der Insel Samoa im Jahr 1920
ist nach wie vor aktuell.
In unserer Gesellschaft dürften viele Menschen der Überzeugung sein, dass mit Geld
so ziemlich alles gekauft und jeder Wunsch
erfüllt werden kann. Wer viel Geld hat, der
hat Einfluss und Macht. Und womöglich hält
er sich deshalb für wertvoll. Wer Geld hat,
der fühlt sich vor den Unwägbarkeiten des
Lebens sicher. Geld regiert die Welt, und so
wird dem Geld und der Profitgier oftmals
jeder andere Wert geopfert – egal, ob dabei
die Schöpfung zerstört, Menschen ausgebeutet oder Kriege angezettelt werden. – Aber
macht Geld glücklich?
Das Gleichnis Jesu im Evangelium lässt
an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:
„Du Narr, noch in dieser Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert. Wem wird dann
all das gehören, was du angehäuft hast?“.
Der Großgrundbesitzer hat all seine Hoffnung auf die Absicherung durch Reichtum
und auf das egoistische Horten seiner Güter
gesetzt. Dabei übersieht er, wie vergänglich
all dieser Reichtum sein kann. In der Lesung
aus dem Buch Kohelet heißt es dazu: „Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter
der Sonne?“ (Koh 1,2b).
Der habsüchtige Landbesitzer begeht den
Fehler, dass er ausschließlich „für sich selbst
Schätze sammelt“ (Vers 21). So hat er weder
die Verantwortung für die Armen (Eigentum
verpflichtet!), noch die uns verheißene Zukunft bei Gott im Blick. – Doch wie geht es
Im Evangelium vom reichen Mann, der eine
reiche Getreideernte hat, zeigt Jesus, dass es
nicht darauf ankommt, wieviel man im Leben
anhäuft.
(Foto:Bkr)
besser? Was macht denn unser Leben wirklich wertvoll?
Neulich abends kam ich auf der großen
Freitreppe am Kölner Hauptbahnhof mit Stefan, einem jungen Punker, ins Gespräch. Wir
unterhielten uns über Armut und Reichtum.
„Ich selbst bin jedenfalls nicht arm“, meinte
er schließlich zu mir. „Ich habe doch Freunde. Was will ich denn mehr . . .?“ Ich glaube,
Stefan hat recht: Wir verpassen unser Leben,
wenn wir glauben, dass wir eine Menge Geld
brauchten, um glücklich zu sein. Menschen
leben wahrscheinlich viel zu oft nach der Devise: „Jetzt muss ich erst mal fleißig arbeiten,
um Geld, Erfolg und Macht anzusammeln.
Aber später, da werde ich Geld und Zeit genug haben und kann das Leben genießen. . .“
– Diese Rechnung wird nicht aufgehen. All
die Dinge, aus denen wir wirklich leben, sind
nicht für Geld zu haben. Wertvoll wird unser
Leben durch die Beziehungen, in denen wir
stehen. Und reich werden wir durch das, was
wir miteinander teilen.
MARKUS FUHRMANN OFM
Unser Autor, Bruder Markus
Fuhrmann OFM, ist Obdachlosenseelsorger im Stadtdekanat Köln und lebt in der
Franziskaner-Gemeinschaft in
Köln-Vingst.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 13
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Gott um Gott bitten
Lieder aus dem Gotteslob: „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“
D
iese erste Zeile dieses Textes im alten
(Nr. 621) und – Gott sei dank – auch im
neuen Gotteslob (Nr. 422) von Huub Oosterhuis ist Schlüsselsatz, oder liturgisch gesprochen, ein Introitusgebet eines modernen Menschen. So formuliert es Alex Stock, emeritierter Theologieprofessor in Köln in seinem
Buch „andacht“.
Modern ist hier nicht im oberflächlich zeitgeistangepassten Sinn zu verstehen, sondern
im Sinn: selbstverantwortlich zu sein, aber
auch auf sich gestellt zu sein, Suchender zu
sein.
Dieses Lied erinnert in seinen ernsthaften
Fragen und in poetisch schönen Formulierungen an die Psalmen. Bei meinem Nachsinnen
über die erste Liedzeile kamen mir biblische
Gestalten in den Sinn: Abraham auf dem Weg
zur Bindung Isaaks, ähnlich David auf der
Flucht, der leidende Gottesknecht bei Jesaja,
Jesus am Ölberg. Immer wieder die zweifelnde Frage nach Gott, ob er wirklich da ist, ob er
eingreift in schwierigen Situationen. Dennoch
ist nichts von Verzweiflung zu spüren.
Die Antwort des Liedtextes ist nicht: „Du
musst eben glauben!“ Vielmehr ist das Lied
ein Bitte, fast im Sinn von Johann Baptist
Metz: Beten, das heißt „Gott um Gott bitten“.
Die letzte Zeile der 1. Strophe im Gotteslob-Text lautet: Ich möchte glauben, komm
mir doch entgegen. Alex Stock übersetzt aus
dem niederländischen Original: „Ich glaube
Herr, was stehst du mir dagegen?“ Hier wird
Bezug genommen zu denen, die Gott in seinen Zumutungen als ungerecht empfinden,
ähnlich wie der hart gebeutelte Hiob. Wir kennen sicher gläubige Menschen, denen solche
Empfindungen nicht unbekannt sein dürften.
Vielleicht kennen wir selbst aus eigener Erfahrung solches Fragen und Hadern.
Für mich persönlich ist dieses Lied eins der
ehrlichsten Glaubenslieder. Es ist ja im derzeitigen Gotteslob verzeichnet unter der Kapitelüberschrift „Leben aus dem Glauben“;
im evangelischen Gesangbuch unter „Angst
und Vertrauen“. Der Christenmensch lebt und
glaubt mit beiden Befindlichkeiten.
JOSEF EMBGENBROICH
Ich steh vor dir mit leeren Händen,
Herr; fremd wie dein Name sind mir
deine Wege. Seit Menschen leben,
rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod,
hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott, der Zukunft mir
verheißt? Ich möchte glauben,
komm du mir entgegen.
Sprich du das Wort, das tröstet und
befreit und das mich führt in deinen
großen Frieden. Schließ auf das Land,
das keine Grenzen kennt, und lass mich
unter deinen Kindern leben.
Sei du mein täglich Brot,
so wahr du lebst. Du bist mein Atem,
wenn ich zu dir bete.
Der alttestamentliche Dulder Hiob ist die biblische Figur dafür, dass auch der Gerechte Leid
ertragen muss und vor Gott mit leeren Händen steht. Unser Bild zeigt „Hiob auf dem Misthaufen“. Das Motiv malte Albrecht Dürer um 1505, es ist im Frankfurter Städel Museum zu
sehen.
(Fotos: Raspels)
14 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Unser Autor, Pfarrer in Ruhe
Josef Embgenbroich, ist Subsidiar im Seelsorgebereich St.
Severin in der Kölner Südstadt.
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Die große Freude über Marias Vollendung
Zum Festgeheimnis der Aufnahme Marias in den Himmel
D
ie Freude über die Vollendung der Gottesmutter Maria in der Herrlichkeit des dreieinigen Gottes erfüllt unsere Kirche in den vielen
Jahrhunderten ihrer Geschichte. Nachweislich
schon beim Konzil von Ephesus (431). Auch
ohne den festgeschriebenen Glaubenssatz von
1950, als Papst Pius XII. unter strahlend blauem Himmel in Rom vor dem Portal von St. Peter das Dogma verkündete, dass Maria nach
Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib
und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen wurde, hatte das Volk Gottes dieses
Geheimnis des Glaubens immer schon mit Inbrunst am 15. August gefeiert, auch wenn die
geläufige Bezeichnung „Maria Himmelfahrt“
die Tat Gottes an Maria nicht genau beschreibt,
denn mit Recht nennen Liturgie und Dogma das
Geschehen „Mariä Aufnahme in den Himmel“.
Gott ist der Handelnde, nicht Maria.
„Der Himmel öffnet sich in dir,
zur Heimkehr steht der Weg uns frei.“
lm Glauben wissen wir, wie Karl Rahner es
in einem Text ausdrückte, den unsere Kirchenzeitung 1984 zum Fest abdruckte: „Der süße
Glanz der Gnade, der Marias Seele schon erfüllte, als das Wort des Schöpfers sie ins Dasein
rief, ist heute noch unzerstörbare Wirklichkeit;
die zarte Demut, die Klarheit ihres herrlichen
Geistes, die grenzenlose Hingabe an Gott, alles
was ihre Seele erfüllte, als sie ihr ‚Ich bin die
Magd des Herrn‘ sprach, all das ist immer neue
Gegenwart. Es ist die Größe ihres Lebens.“
Was einst nur wie zerstückelt und verteilt in
der Zeit ihres irdischen Lebens sich ereignete, ist mit ihrer Aufnahme in den Himmel zur
endgültigen Vollendung ihrer Auserwählung
geworden. In der dogmatischen Aussage über
die Aufnahme Marias in den Himmel ist freilich nichts darüber festgelegt, was und wo der
Himmel und die himmlische Herrlichkeit sei
und wie die Beschaffenheit des Menschen „aus
Leib und Seele“ nun zu denken sei. Das Glaubensgeheimnis ist eben in der herkömmlichen
Sprache der Menschheit gefasst.
Es ist der „Heimgang Marias“, wie manchmal die Gläubigen den Festtag nannten und damit Maria feierten als Zeichen der Hoffnung
und des Trostes für das pilgernde Gottesvolk.
Ihr Bild wurde an ihrem Ehrentag mit einem
Blumenmeer geschmückt. In manchen Kirchen sieht es auch heute noch am 15. August
so aus, als hätten die Menschen ihre Blumengärten zu Ehren der Gottesmutter geplündert:
Rosen, Zyklamen, Lilien, Königskerzen, Rittersporn, Margeriten, die ersten Dahlien und der
letzte Holunder – alles schmückt ihr Bild. Der
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Engel tragen Maria zum Himmel empor. Die Darstellung stammt vom unbekannten Meister
des Bartholomäus-Altars, der zwischen 1470 und 1510 seine Werke schuf.
(Foto: Läufer)
In der Barockzeit wuchsen die Mariensäulen
auf öffentlichen Plätzen, wie hier in Eichstätt,
als Wegweiser zum Himmel empor.
sich verströmende Duft erinnert an eine alte
Legende, die erzählt, dass der Apostel Thomas
wissen wollte, wo Maria begraben sei, denn er
war beim Tod der Gottesmutter nicht anwesend.
Als das Grab noch einmal geöffnet wurde, fand
man keinen Leichnam sondern blickte auf ein
Meer herrlich duftender Rosen. Eine Legende.
Sicher, sie ist nur eine der vielen Versuche,
das Unbegreifliche der Aufnahme Marias in den
Himmel fassbarer zu machen. Auf späteren Bildern erscheint Maria lächelnd als gekrönte Königin, als Madonna im Rosenhag, als Schutzmantelmadonna oder Maria auf der Mondsichel. Wenn ich auf eine der prächtigen Mariensäulen hochschaue, in der Barockzeit wurden
sie auf vielen Plätzen errichtet, scheint der Vers
aus der Laudes des Hochfestes zum steinernen
Lob geworden zu sein:
„Du große Herrin, schönste Frau,
hoch über allen Sternen steht dein Thron.
Der Himmel öffnet sich in dir,
zur Heimkehr steht der Weg uns frei.“
Lasst uns Maria loben, wie es unsere Eltern und Vorfahren getan haben. Selbst wenn es
manchmal überschwänglich wirken mag. Das
Herz, das innere Auge und auch ein gutes Stück
Theologie sind mit dabei.
ERICH LÄUFER
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SONNTAG II
19. Sonntag im Jahreskreis
ERSTE LESUNG:
Weish 18,6-9
ZWEITE LESUNG: Glaube ist: Feststehen
in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von
Dingen, die man nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles
Zeugnis erhalten.
Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das
er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg,
ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Aufgrund des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob,
den Miterben derselben Verheißung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und
gebaut hat. Aufgrund des Glaubens empfing
selbst Sara die Kraft, trotz ihres Alters noch
Mutter zu werden; denn sie hielt den für treu,
der die Verheißung gegeben hatte.
So stammen denn auch von einem einzigen
Menschen, dessen Kraft bereits erstorben war,
viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand, den man nicht
zählen kann.
Hebr 11,1-2.8-12
(oder Hebr 11,1-2.8-19)
EVANGELIUM: In jener Zeit sprach Jesus zu
seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine
Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch
das Reich zu geben. Verkauft eure Habe, und
gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im
Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine
Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da
ist auch euer Herz.
Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure
Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf
die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er
kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der
Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich
sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch
Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach
bedienen. Und kommt er erst in der zweiten
oder dritten Nachtwache und findet sie wach
- selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des
Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb
kommt, so würde er verhindern, dass man in
sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer
Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit die-
sem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der
treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht,
den der Herr damit beschäftigt findet, wenn
er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er
wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht denkt:
Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!,
und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht,
dann wird der Herr an einem Tag kommen, an
dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr
wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz
unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht,
der den Willen seines Herrn kennt, sich aber
nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer
aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig
Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden,
und wem man viel anvertraut hat, von dem
wird man umso mehr verlangen.
Lk 12,32-48 (oder Lk 12,35-40)
Fürchte dich nicht!
W
as macht Ihnen Angst? Wovor fürchten
Sie sich? Vor Spinnen oder Ratten? Haben Sie Angst davor, dass Sie Ihren Arbeitsplatz
verlieren könnten? Oder dass Ihr Lebenspartner
Sie verlässt? Beunruhigt Sie der Klimawandel?
Oder die politische Lage im Nahen Osten? Es
gibt unendlich viele Gründe, die Angst oder zumindest Sorge auslösen können. Und oft kann
eine bestimmte Angst ja ein guter Schutz sein.
Manchmal lähmt die Angst aber auch und lässt
Menschen eng und rigide werden. Dann behindert sie das Leben anstatt es zu schützen.
„Fürchte dich nicht!“ – 61 Mal steht dieser
Satz in der Bibel. Auch im heutigen Evangelium ruft Jesus seinen Jüngern zu: „Fürchte dich
nicht, du kleine Herde!“ (Vers 32). Nur beim
Evangelisten Lukas ist dieses Trostwort „an die
kleine Herde“ überliefert.
Die Jünger sollen sich in ihrem Alltag keine unnötigen Sorgen machen, denn Gott weiß,
was sie zum Leben brauchen. Wer ein Jünger
Jesu sein will, dem soll es vielmehr „um sein
Reich gehen“ (Lk 12,31). Der soll sich dafür
einsetzen, dass hier und heute etwas spürbar
wird von der Liebe Gottes unter den Menschen.
Dieses Reich hat Gott den Jüngern bereits zugesagt: „Euer Vater hat beschlossen, euch das
Reich zu geben“. Eine Zusage, die zu einem
entsprechenden Handeln verpflichtet. Wer auf
Gott vertraut, der muss seine Sicherheit und
seinen Selbstwert nicht in der Anhäufung von
„Wo euer Schatz ist,
da wird auch euer Herz
sein“. Oder wie Martin Luther es zugespitzt
formulierte: „Worauf du
nun, sage ich, dein Herz
hängst und worauf du
dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.“ Die
Gretchenfrage des Glaubens. „Du kannst nicht
tiefer fallen als nur in
Gottes Hand, die er zum
Heil uns allen barmherzig ausgespannt“, diese
Liedzeile dichtete Arno
Pötzsch im Jahr 1941(!),
Wage den Sprung des Glaubens. Dafür braucht man weniger Mut, inmitten von Krieg, Unals ihn dieser junge Mann beim Sprung von der hohen Brücke ins recht und Zerstörung. Sie
Wasser zeigt.
(Foto: Ras) drückt meines Erachtens
wunderbar aus, was es
Besitz und Geld suchen. Der vermag loszulas- heißt, trotz allem ganz auf Gottes Liebe zu versen und mit den Armen zu teilen (Vers 33). Der trauen. – Fürchte dich also nicht, sondern wage
geht wachsam durchs Leben und rechnet wirk- den Sprung des Glaubens!
lich mit Gott (Verse 35-40). Und der findet auf
MARKUS FUHRMANN OFM
diese Weise einen wahren „Schatz im Himmel“.
Unser Autor, Bruder Markus Fuhrmann OFM, ist
Aber kann ich das? Vermag ich von Herzen
Obdachlosenseelsorger im Stadtdekanat Köln und
auf diesen Gott zu vertrauen, meine Sorgen und
lebt in der Franziskaner-Gemeinschaft in KölnProbleme in seine Hand zu legen und zu glauVingst.
ben, dass er mich mit gütiger Hand durch mein
Leben geleitet, bis er es einst auch vollendet?
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Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
LESERBRIEFE
Vorbildlich
desberger Pfarrer, die für 1400 Personen
ein Schiff nach Köln charterten.
MAGDALENE ANGRICK,
St. Augustin
Zu „Mutige Zivilcourage oder zu viel Phantasie?“ in Nr. 26, Seite 52
Sehr geehrte Frau Elss (Autorin des Beitrags,
Anm. d. Red.), zu mir möchte ich sagen, dass
ich ehrenamtlich für den Weissen Ring e.V.
arbeite (bundesweit tätige Organisation, die
Kriminalitätsopfern hilft und darüber hinaus
die staatlichen Bestrebungen zur Prävention
von Straftaten unterstützt). Ich möchte Ihnen
sagen, dass Ihr Verhalten nicht nur absolut
richtig war, sondern darüber hinaus vorbildlich. Ihre Mitteilung an die Polizei hat nichts
mit anzeigen oder gar denunzieren zu tun,
sondern war bestimmt aus der - berechtigten Sorge um das Kind. Die Situation, die Sie beobachtet haben, war schon so, dass man hier
darüber nachdenkt, zur Sicherheit des Kindes etwas zu tun. Eltern werden Ihnen keinen Vorwurf machen, so gehandelt zu haben,
wie Sie es getan haben, sondern im Gegenteil
dankbar für Ihr Engagement zu sein.
EDUARD BALES,
Grevenbroich
Musste man klagen?
Zum Leserbrief „Bekennender Beitrag“ in
Nr. 28, Seite 17
Ja, die Kirchenzeitung hat wunderbar über
den Eucharistischen Kongress berichtet.
Aber muss gerade eine Organisation wie die
kfd sich beklagen, wenn sie zu wenig Lob erhält? Dient das Wirken nicht mehr zur Ehre
Gottes oder erwartet man ständig Lob? Auch
in aller Stille und Demut - soweit letzteres
Wort noch bekannt ist - kann man viel bewirken in unserem Bistum. Vielleicht sollte
diese klagende kfd mehr an den Sinn dieses
Kongresses denken, an das Dasein vor Gott,
denn das ist die Grundlage unseres Glaubens. Hüten wir uns vor Komplimenten und
Applaus, ihm allein gilt unser Lob.
RITA MICHEL,
Remscheid
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
Herausgeber: Der Erzbischof von Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
Anschrift der Redaktion: Ursulaplatz 1, 50668 Köln,
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2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Die Frage sei erlaubt
Hat Papst Franziskus den Öffner, um Augen
zu öffnen, fragt Kirchenzeitungsleser Josef
Heuser aus Lindlar mit dieser Zeichnung.
Der Glaube daran sei da, schreibt er dazu.
Ich wäre gerne dabei
gewesen
Zur Berichterstattung über den
Eucharistischen Kongress
Sehr herzlich bedanke ich mich für die so
ausführliche und interessante Berichterstattung in der Kirchenzeitung über den
Eucharistischen Kongress! Ich hätte ihn
gerne besucht, aber leider habe ich eine
Gehbehinderung und oft Schmerzen, sodass ich mir eine Fahrt und Besuch auch
zu Veranstaltungen mit weniger Ereignissen nicht leisten kann. Großartig die Go-
Zu „Sternensegen für den Dom“ in Nr. 2930, Seite 9
In dem Bericht bezeichnet Dompropst Dr.
Norbert Feldhoff die Großspender der Aktion „11 000 Sterne für den Kölner Dom“
als „Bahnbrecher“ mit „Mut“. „Als Jesus
einmal dem Opferkasten gegenübersaß,
sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben
viel. Da kam auch eine arme Witwe und
warf zwei kleine Münzen hinein. Er rief
seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich
sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in
den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber,
die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie
hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt“ (vgl. Markus 12,4144). Mit Blick auf dieses prophetisch-kritische Gleichnis Jesu vom Opfer der Witwe
sei die Frage erlaubt, worin denn dann das
Besondere der Großspender überhaupt oder
noch besteht, das es rechtfertigt, sie alleinig
wegen ihres Einsatzes hervor- beziehungsweise abzuheben. Die dauerhafte Finanzierung des musikalischen und kulturellen Angebotes am Dom steht in der Verantwortung
vieler. Vielleicht könnte der gemeinschaftliche Charakter dieses Auftrages dadurch unterstrichen werden, dass den mitunter zahlreichen und bisweilen namenlosen Gebern
- unabhängig ihrer Spendenhöhe - wenigsten im Allgemeinen auf dem „Sternenteppich“ erinnert würde. Der entsprechende
Platz steht ja überdies ausreichend zur Verfügung.
MATTHIAS SCHNEIDER,
Hürth
Vertrieb: Verlagsbezirk Rhein-Sieg-Kreis rrh., Oberbergischer Kreis und
Kreis Altenkirchen (Dekanat Wissen) siehe unten.
Anzeigen: Klaus Boscanin
Telefon: (02 21) 16 19-1 30, Fax: (02 21) 16 19-2 16
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(Anzeigenpreisliste Nr. 36 vom 1. Januar 2013)
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Der Zeitschriftenpreis beträgt monatlich 6,25 Euro inkl. MwSt. zuzügl.
einer Zustellgebühr von 0,90 Euro. Bei Lieferung als Postvertriebsstück
oder als Streifbandzeitung beträgt der monatliche Bezugspreis 6,25 Euro
inkl. MwSt. zuzügl. Porto. Bei Auslandsbezug Preis auf Anfrage. Einzelpreis 1,70 Euro.
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Altenkirchen (Dekanat Wissen):
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Erscheinungsweise: Wöchentlich freitags (in den Sommer- und Weihnachtsferien 14-täglich). Bei Postversand keine Gewähr für termingerechte Belieferung. Bei Nichterscheinen der Zeitung infolge höherer Gewalt oder
Störung des Arbeitsfriedens besteht kein Anspruch auf Lieferung,
Schadensersatz oder auf Minderung des Bezugspreises.
Bestellungen nehmen der Verlag und jeder Zusteller entgegen. Abbestellungen können nur schriftlich unter Beifügung der letzten Bezugsquittung oder mit Angabe der
Kundennummer erfolgen.
Vertrieb und Anzeigen: Evelin Müller
Telefon: (0 22 41) 98 00-13
E-Mail: kiz@degensche-druckerei.de
Einzelpreis 1,70 Euro ab Verlag oder ab Schriftenstand; monatlicher Bezugspreis 6,25 Euro inkl. MwSt. ab Verlag zuzügl. 0,90 Euro bei Auslieferung durch die zuständige Ortsagentur auf deren Rechnung. Bezugspreis
bei Belieferung durch die Post 8,15 Euro inkl. MwSt. Bei Auslandsbezug
Preis auf Anfrage.
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BÜCHER
Verschwörung in
Köln
Die Kölner Apothekerin Adelina ist wieder in einen Mordfall
verwickelt. Eines Tages sucht
ihr Bruder Tilmann mit schwersten Verletzungen Schutz in ihrem Haus. Der Hauptmann der
Kölner Stadtgarde wird beschuldigt, seinen besten Freund Clais
ermordet zu haben. Sein Dolch
wird neben der Leiche gefunden.
Natürlich beteuert Tilmann seine Unschuld. Adelina glaubt und
hilft ihm. So auch die ganze Familie und die Hebamme, die ihm
mit einem Maden-Verband das
Leben rettet, und die kratzbürstige Mira, die alles für seine Genesung tut.
Ein sehr netter historischer
Kriminalroman (14. Jahrhundert), der weniger vom Morden
lebt als vielmehr von den unterschiedlichen, sympathischen
Charakteren.
DT
Petra Schier, Verschwörung im
Zeughaus. Historischer Roman.
Rowohlt Verlag. ISBN 978-3499-25922-7. 398 Seiten, 9,99
Euro.
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den die zwei von einem fremden Mann um Hilfe gebeten.
Sie nehmen den Fremden mit
nach Hause, und dort entpuppt
er sich als entflohener Sträfling.
Egal – Frank ist ein hilfsbereiter
und höflicher Mensch. Die Erwachsenen, die einsame Mutter
und der hoffnungsvolle Mann,
verlieben sich. Ein heißes irreales Sommer-Wochenende lang
ist alles gut – das ist so schön
erzählt, dass der Leser Franks
wunderbaren Pfirsichkuchen zu
riechen meint. Der kleine Henry schwankt zwischen Bewunderung und Eifersucht und trifft
schließlich eine folgenschwere
Entscheidung.
DPS
Joyce Maynard, Der Duft des
Sommers. Roman. Deutsch von
Sibylle Schmidt. Goldmann Verlag. ISBN 978-3-442-31216-0.
287 Seiten, 17,99 Euro.
Späte Rache
Duft des Sommers
Eine dem Tod geweihte Komapatientin wird im Krankenhaus
getötet. Der Mörder hat geweint,
seine Tränen werden auf der
Bettdecke gefunden. Der Polizist Kimmo Joentaa macht sich
auf die Suche. Nach und nach –
mehrere Männer sterben – entdeckt er, was vor über 25 Jahren
geschah. Hier ist ein Rächer unterwegs, auf dessen Liste jeder
steht, der damals an einer Vergewaltigung beteiligt war. Die
Tote ist das damalige Opfer. Wer
ist schneller: Findet Kimmo den
Mörder, bevor er seine Arbeit
vollbracht hat? Hier wird nichts
brutal geschildert, sondern spannend berichtet.
DPS
Dieser besondere Sommer wird
aus der Sicht des 13-jährigen
Henry erzählt. Beim Einkaufen
mit seiner Mutter Adele wer-
Jan Costin Wagner, Das Licht in
einem dunklen Haus. Goldmann.
ISBN 978-3-442-47406-6. 317
Seiten, 9,99 Euro.
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
KULTUR
Viel mehr als nur 120 Stunden
Kunstakademie im Katholisch-Sozialen Institut: Mit Künstlern leben und arbeiten
W
er nüchtern nur auf die Uhr geschaut
hätte, der wäre vielleicht zu der Feststellung gekommen: Fünf Tage, also 120
Stunden, in Sachen Kunst verbracht. Wer
aber am vergangenen Samstag zu den „Offenen Ateliers“ ins Katholisch-Soziale Institut (KSI) nach Bad
Honnef gekommen ist,
konnte sich bei der Präsentation der in den Tagen entstandenen Arbeiten davon überzeugen, dass die 120
Stunden eben nur die
Maßeinheit für die dort
verbrachte Zeit waren.
Bereits zum fünften
Mal hatte die Referen- Organisierte die
tin für Kunst und Kultur Akademie: Reim KSI, Renate Goretz- nate Goretzki.
ki, zu diesen Tagen eingeladen. „Die Beschäftigung mit Kunst
bietet die Möglichkeit, sich mit Wirklichkeit in einer vertieften Wahrnehmung auseinanderzusetzen, sich seiner selbst zu vergewissern und kulturelle Gemeinsamkeiten
zu erfahren“, hatten Goretzki und Professor
Dr. Ralph Bergold, Direktor des KSI, in der
Einladung geschrieben. Und so hatten gut
100 Teilnehmer die zehn unterschiedlichen
Kursangebote gebucht.
Angeboten worden war „Freie Malerei“ mit dem Lüpertz-Assistenten Friedrich
Dickgiesser, „Zwischen Kontrolle und Zufall“ Malerei mit Lisa Endriß, „Licht und
Collage“ Mixed Media mit Professor Harald Fuchs. Für „Die Poesie der kleinen
Dinge“ war Professor Helmut Hungerberg
zuständig, Karin Kurg unterrichtete Improvisationstheater. Der „Sprayer von Zürich“,
Harald Naegeli, versuchte sehr minimalistisch „Bewegung im Raum“ zu vermitteln, Andrea Ostermeyer verband Fotografie und Zeichnung. Der Schriftsteller und
Essayist Karl-Heinz Ott eröffnete im KSI
eine Schreibwerkstatt, Professor HeinzGünter Prager, selbst mit zahlreichen Arbeiten im öffentlichen Raum vertreten, bot
einen Kurs in Bildhauerei an und Professor
Ulrike Rosenbach machte deutlich, dass
Performance als Kunst zu sehen ist.
Dass Kulturarbeit in kirchlicher Trägerschaft in ihren Inhalten immer christlichen Werten verbunden sei, hatte Renate Goretzki in der Einladung zur SommerAkademie festgestellt. Dass katholisch
aber eben nicht „eng“ heißt, wurde bei den
vielen unter diesem Blick erstellten Arbeiten deutlich. Da war ein Kreuz neben einer
Aktzeichnung zu sehen, da hatte ein Teilnehmer den Vatikan um das Goldene Vlies
arrangiert.
Während sich die Lehrenden vom Engagement der Kursteilnehmer begeistert
zeigten, waren die Lernenden in hohem
Maße begeistert von den Möglichkeiten,
mit den Künstlern zu arbeiten und einige
Tage zu leben. Allerdings hätten sich einige zuviel vorgenommen, bemerkte Professor Hungerberg aber durchaus nachsichtig. Und dass das Einfachste immer noch
schwer genug sei, diese Erfahrung hätten
wohl alle gemacht. Zu Ende gingen die
Tage mit einem Fest, bei dem die HopStopBand für die nötige Stimmung sorgte.
HELMUT PATHE
Eine ganz besondere Sicht hatte Ben Mezoudj auf den Vatikan.
Bis zum letzten Augenblick malte Frank Fammels aus dem Kurs von Friedrich Dickgiesser an
seinem Bild, das noch keinen Titel hatte.
(Fotos: PA)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
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MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
HÖRFUNK
3. bis 16. August
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de:
Samstags Unsere Woche. Betrachtung zum
Sonntag. Sonntags Menschen in der Zeit: Herta
Müller (4.8.); Reden über Gott und Welt (11.8.)
Montags Weltkirchenmagazin. Dienstags Radioakademie. Franziskus von Assisi: Ein Porträt
(1 und 2). Mittwochs Die Woche in Rom. Donnerstags Kreuz des Südens. Freitags PrismaMagazin. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00 Nachrichten. 17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntags 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe.
Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Werktags zwischen 6.00
und 8.00 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntags 7.45 Hör mal - Kirche in WDR 2. Es
spricht Pater Philipp E. Reichling, Köln. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2. Mit katholischen
Autoren vom 12. bis 16.8.
WDR 3
Samstags 18.05 Vesper. Sonntags 8.30 Lebenszeichen. „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“ Das
Liederbuch „Mundorgel“ erschien vor 60 Jahren (4.8.); Der innere Aufpasser. Vielstimmig
und schwer zu bändigen (11.8.). 9.05 Geistliche
Musik. Werktags 7.50 Kirche in WDR 3. Choral
und Ansprache. Es spricht Domkapitular Johannes Broxtermann (12. bis 16.8.). Montag 17.45
Zeitzeichen. Stichtag 5. August 1163: Der erste
Katharer wird in Köln hingerichtet.
WDR 4
Täglich 8.55 Kirche in WDR 4.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Center TV Köln und EWTN (Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 3. August
13.25 bis 13.30 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten. Aus der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Dorschhausen.
23.30 bis 23.35 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 4. August
9.02 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Kirche des St. Bonifatiusklosters
in Hünfeld mit Pater Dirk Fey und Pater Martin Wolf.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln und
EWTN: Gottesdienst. Übertragung aus dem
Kölner Dom.
10.40 bis 11.25 Uhr, BR: Stationen. Vater Apostolos in München. Der Erzpriester und seine
Gemeinde.
11 bis 11.15 Uhr, 3sat: Römische Himmelfahrt.
1950 verkündete Papst Pius XII. feierlich
das bisher letzte Dogma der katholischen Kirche: die Aufnahme Marias in den Himmel.
Diese leibliche Himmelfahrt wurde damit zur
Glaubenswahrheit der katholischen Kirche. Der
Film geht der Frage nach, welche Bedeutung
das Schicksal der Mutter Jesu für die Kirche
und ihre Gläubigen hat.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.30 bis 17 Uhr, WDR FS: Straße des Glücks.
Zwei Paare auf dem Weg in die Ehe.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
21.30 bis 22 Uhr, Bibel TV: Gespräch.
21.40 bis 21.45 Uhr, Phoenix: meister.werke.
Büste Karls des Großen – Domschatzkammer
Aachen.
Mittwoch, 7. August
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha und Omega.
Rechtsanspruch und Wirklichkeit: Krippenplatz
für alle?
Freitag, 9. August
12 bis 12.30 Uhr, 3sat: Knoten in der Seele.
Wenn die Arbeit zur Gewissensqual wird.
Samstag, 10. August
13.25 bis 13.30 Uhr, BR: Glockenläuten. Aus
der Wallfahrtskirche Maria Speciosa in Pürten.
23.35 bis 23.40 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 11. August
9.02 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Evangelischer Gottesdienst.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln und
EWTN: Gottesdienst. Übertragung aus dem
Kölner Dom.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.30 bis 17 Uhr, WDR FS: Vom Mörder zum
Pastor.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
21.30 bis 22 Uhr, Bibel TV: Gespräch.
WDR 5
Sonntags 8.40 Das Geistliche Wort. Dialogprozess und Glauben. Von Bischof Franz-Josef Overbeck, Essen (11.8.) 9.20 Diesseits von
Eden. Die Welt der Religionen. 10.00 Katholischer Gottesdienst aus der Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Velbert. Es predigt
Pater Othmar Brüggemann (4.8.). 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5. Montag 9.05 Zeitzeichen. Stichtag 5. August 1163:
Der erste Katharer wird in Köln hingerichtet.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. Gegen den Strom. Warum Menschen in die katholische Kirche eintreten (4.8.). 10.05 Katholischer
Gottesdienst aus der Pfarrkirche Christkönig in
Saarbrücken. Es predigt Dechant Benedikt Welter (11.8.). Montag bis Freitag 9.35 Tag für Tag.
Mittwoch 20.10 Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstags 19.05 Geistliche Musik. Sonntags
7.55 Wort zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05
Glauben. Werktags 7.57 Wort zum Tag. Mit
Gotthard Fuchs, Wiesbaden (12. bis 16.8.)
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
domradio.de
Gottesdienste
Sonntags, 4. und 11. August, um 10 Uhr,
wird das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom
übertragen.
Am Donnerstag, 15. August, um 18.30
Uhr wird das Pontifikalamt zum Hochfest
Maria Himmelfahrt aus dem Kölner Dom
live im Radio und Internet-TV unter www.
domradio.de gesendet.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst
aus dem Kölner Dom live unter www.domradio.de übertragen.
Adoption
„domradio-das Thema“ befasst sich mit Adoptionswünschen. Gast im Studio ist Elisabeth Bäumer von der Adoptionsvermittlungsstelle Köln (Mi., 7. 8., 10 bis 12 Uhr).
Tagesevangelium
Von Montag, 5., bis
Samstag, 10. August,
um 8 Uhr spricht Pfarrer Dr. Ulrich Hoppe aus der Pfarrei St.
Pfarrer Dirk Christophorus auf Sylt
Peters.
Gedanken zum Tagesevangelium.
Von Montag, 12., bis Samstag, 17. August, um 8 Uhr, folgt ihm Pfr. Dirk Peters
aus Bergisch Gladbach.
Vom Nutzen der Kräuter
Am Fest Maria Himmelfahrt werden traditonell Kräuter geweiht. Immer schon standen
die heilbringenden Pflanzen im hohen Ansehen. Gottes Natur liefert manch gute Medizin. „domradio-Beratung“ befasst sich mit
der „Schatzkammer der Medizin – vom Nutzen der Kräuter“ (Do., 15. 8., 10 bis 12 Uhr)
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
MEDIEN
Der Engel im Meer – Mont St. Michel
Drei Generationen
Der Mont St. Michel ist ein einzigartiges
Denkmal mittelalterlicher Kloster- und Festungsarchitektur. Ein Ort, der Pilger aus aller Welt anzieht. Mijou Kovacs kennt das
Kloster, die Geschichte und die wenigen
Menschen, die dort wohnen, seit ihrer Kindheit. Für sie ist das Kloster ein Ort spiritueller Kraft. Die Schauspielerin führt in dem
Film „Der Engel im Meer“ auf „ihren“ St.
Michel zu den Mönchen, die den St. Michel
neu beleben, und auch zu den „einfachen
Menschen“, die allen Unwettern zum Trotz
an diesem Ort geblieben sind.
Bayerisches Fernsehen, Mi., 7. 8.,
19 bis 19.45 Uhr
„20-40-60: Drei Generationen - drei Jahre“
ist eine dreiteilige Dokumentation über drei
Generationen aus unserer Mitte in Deutschland. Über drei Jahre hat die Regisseurin Dominique Klughammer Menschen, die an entscheidenden Wendepunkten im Leben stehen, in einer Langzeitbeobachtung verfolgt.
Was bewegt sie? Was wollen sie erreichen?
Durch welche Höhen und Tiefen werden sie
in dieser Zeit gehen?
Jedes Alter und jede Generation hat entsprechende „Lebensthemen“: mit 20 der
Aufbruch, mit 40 die Zwischenbilanz, mit
60 Neustart oder Lebensabend. Alle Menschen in den Filmen sind an einem spannenden Punkt, sie stellen die Weichen erstmals,
oder sie stellen sie neu, sie ordnen ihr Leben oder ändern es radikal, sie träumen oder
ziehen Zwischenbilanz nach dem Scheitern
des Lebensentwurfes, sie verlieben sich neu
oder sind mit Krankheit und sogar Tod konfrontiert.
Das ZDF zeigt die drei je 45-minütigen
Folgen von „20-40-60: Drei Generationen –
drei Jahre“ am Dienstag, 6. August, 22.15
Uhr („1. Auf dem Sprung“), am Donnerstag, 8. August, 22.15 Uhr („2. Zwischenbilanz“), und am Dienstag, 13. August, 22.15
Uhr („3. Neustart oder Lebensabend“).
Der Mont St. Michel ist das Ziel vieler Pilger
und Touristen.
(Foto: Ras)
Was wird sich unter Papst Franziskus im Vatikan ändern?
Mit seiner sympathisch-unkonventionellen Art
hat er bereits frischen Wind in die katholische
Weltkirche gebracht. Nun wartet alle Welt darauf, dass Papst Franziskus auch den Kirchenstaat in Rom grundlegend erneuert. Doch noch
ist nicht so viel zu erkennen von einer Reform
der Kurie wie überhaupt des verkrusteten kirchlichen Verwaltungsapparates.
Warum ist das so? Zögert der Papst oder
wartet er nur noch einen günstigen Zeitpunkt
ab, um die Kirchenzentrale in Rom von Grund
auf neu auszurichten? Längst vermuten Beobachter hinter den Mauern des Vatikan einen
Machtkampf um Positionen und Privilegien,
wobei die Frage lautet: Wer wird sich am Ende
durchsetzen? Die ARD-Vatikankorrespondenten Michael Mandlik und Susanne Hornberger
haben für den Film „Machtkampf im Vatikan“
im und rund um den Kirchenstaat recherchiert.
ARD, So., 11. 8., 17.30 bis 18 Uhr
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Montag, 12. August
22.25 bis 23 Uhr, 3sat: Kreuz
und Quer: Die Verehrer.
Im Jahr 2011 wurde Papst Johannes Paul II. nur sechs Jahre nach seinem Tod seliggesprochen. Die Dokumentation „Die
Verehrer“ geht der Frage nach,
weshalb Johannes Paul II. für
viele Gläubige bereits zu Lebzeiten ein Heiliger war.
23 bis 23.35 Uhr, 3sat: Kreuz
und Quer: Die Anfänger.
Zeadin Mustafi, Angelika Petritsch und Stefan Kopp haben
eines gemeinsam: Sie haben vor
kurzem begonnen, als katholische, evangelische und islamische Seelsorger zu arbeiten.
Mittwoch, 14. August
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha
und Omega. Gesund und schön
– die Kraft der Heilkräuter aus
dem Klostergarten.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Stationen.
„Herrgott, hier bin ich.“
Nach acht Jahren Studium
und Ausbildung wird Stephan
Fischbacher zum Priester geweiht.
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Donnerstag, 15. August
10 bis 10.50 Uhr, BR: Katholischer Gottesdienst zu Mariä
Himmelfahrt aus der Frauenbergkapelle in Eichstätt. Es zelebriert
Domkapitular Franz Mattes.
10.50 bis 11.05 Uhr, BR: Zeit
und Ewigkeit. Gedanken zu Mariä Himmelfahrt von Generalabt
Thomas Handgrätinger OPraem.
12.20 bis 12.30 Uhr, BR: Das
Juwel im Vatikan. Die Cappella
Paolina im Apostolischen Palast.
18.30 bis 20.30 Uhr, EWTN:
Gottesdienst. Übertragung aus
dem Kölner Dom.
Freitag, 16. August
12 bis 12.15 Uhr, 3sat: Ora et labora.
Als „Halbtagsschwestern und
-brüder“ verstehen sich die Nonnen und Mönche der „Monastischen Gemeinschaft von Jerusalem“ nicht, auch wenn ihr tägliches Leben in Beten und Arbeiten unterteilt ist. Inzwischen
leben sieben Nonnen und vier
Mönche auch in Köln. Groß St.
Martin mitten in der Kölner Altstadt ist ihr Zuhause geworden.
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KLEINANZEIGEN
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ERZÄHLUNG
I
ch habe eine sparsame Frau, das ist sicher.
Ob sie allerdings immer an der richtigen
Stelle spart – also, da bin ich nicht ganz so
sicher. Aber entscheiden Sie selbst.
Eben, um halb acht, machen wir uns zum
Frühstück fertig. Heute gehe ich erst um
zehn Uhr ins Büro. Es ist genug Zeit für ein
lukullisches Morgenmahl mit Kaffee und frischen Brötchen.
Während ich den Kaffee ansetze, holt
meine Frau die Brötchen. Und kommt und
ter Bengel. Na ja, vielleicht nicht ganz so
frisch wie vom Bäcker nebenan, aber dafür sind diese aus dem Supermarkt auch
zwei Cents billiger. Mach nicht so ein Gesicht! Lob lieber dein sparsames Frauchen.
Schließlich musste ich fast eine Stunde lang
durch den dichten Großstadtverkehr fahren,
damit du jetzt diese preiswerten Brötchen auf
dem Frühstückstisch liegen hast. Ach, noch
etwas. Du gehst am besten schon jetzt los,
weißt du, dein Tank ist nun leider leer, und du
nomische Seite des Sparens halten wollte. Leider kam ich nicht dazu, meine kleine
Rede zu halten. Kaum öffnete ich die Tür, da
flog mir meine Frau an den Hals.
„Liebster, stell dir vor, heute habe ich insgesamt dreihundertfünfundsiebzig Euro gespart. Kannst du dir das vorstellen? Also,
du kennst ja die kleine Boutique am Marktplatz. Im letzten Monat hatten die doch diese schicke Kombination im Schaufenster. Du
weißt schon, Rock, Bluse und Jacke für achthundertfünfundsiebzig Euro. Und was entdecke ich vorhin? Die Sachen sind aus dem
Schaufenster genommen, hängen in einer
ganz dunklen Ecke der Boutique und kosten
nur noch genau fünfhundert Euro. Nur ein
halber Tausender. Hat man oft eine solche
Chance zu sparen? Na, ich habe sofort zugegriffen. Was sagst du jetzt? Na ja, danach
musste ich mich natürlich auch selbst belohnen. Erst am Morgen die Brötchen, dann am
Nachmittag die Kombination - immer kann
man auch nicht sparen. Deshalb habe ich bei
den hübschen grünen Wildleder-Stiefelchen
hier nicht gespart. Aber die sind ihre dreihundertzwanzig Euro auch wert, findest du
nicht auch?“
Ganz bestimmt sind sie das. Aber sagen
Sie mir jetzt bitte nur eines: Wie schaffe ich
es, dass meine Frau nicht immer an allen
Ecken und Enden spart?
TOBIAS GÖLL
Der undankbare Geiger
kommt nicht zurück. Es wird acht Uhr, viertel nach acht, halb neun. Und es ist halb zehn,
als meine Frau hereinstürmt – außer Atem.
Ich habe schon die ganze Kanne Kaffee allein geleert und rauche vor lauter Nervosität
gleich zwei Zigaretten auf einmal.
„Zigaretten auf leeren Magen“, sagt meine Frau, „wie ungesund!“
Mit diesen Worten drückt sie mir zwei
weich-wabbelige, dunkelgraue Brötchen in
die Hand.
„Hör mal, ich denke, du hast frische Brötchen geholt. Und was ist das?“
„Schöne frische Brötchen - du verwöhn-
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musst dir noch etwas Benzin besorgen, damit
du ins Büro fahren kannst. Den Reservekanister habe ich gleich mitgebracht. Am besten du gehst zu Schlüters Tankstelle. Wenn
du flott machst, schaffst du‘s in zehn Minuten. Na, nun lauf mal schön. Joggen ist gesund!“
Ich muss ein merkwürdiges Gesicht gemacht haben, als ich um halb elf völlig abgehetzt ins Büro kam. Bis um sieben Uhr am
Abend aber hatte ich mich wieder so weit,
dass ich nicht länger an einen Amok-Lauf
über eine kürzere Distanz nachdachte, sondern nur einen kleinen Vortrag über die öko-
Ausgerechnet an einem herrlichen Sonntagvormittag, den er lieber im Grünen verbracht hätte, war der französische Dichter
Victor Hugo gezwungen, an einer Konzertmatinee teilzunehmen. Mit Fleiß produzierte sich ein junger Geiger. Obwohl er kein
sonderlich großer Musikfreund war, drängte man den Meister, er möge dem jungen
Künstler doch einige anerkennende Worte
sagen.
Zwischen den zwei Sätzen einer Sonate
entledigte sich Victor Hugo seines Auftrags,
indem er dem Geiger zurief: „Kompliment,
junger Mann!“
Als der darauf mit vor Stolz geschwellter Brust erneut seinen Geigenbogen strich,
grollte Victor Hugo: „So war es nicht gemeint, junger Mann! Mein Lob sollte Sie
keineswegs animieren, umgehend mit Ihrem Gedudel fortzufahren, Sie undankbarer
Mensch!“
MIRKO MÜTHL
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KLEINANZEIGEN
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RÄTSEL
Die Lösung sehen Sie um 180 Grad gedreht in der Rätselmitte.
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AUS DEM ERZBISTUM
Kapital in vier Jahren verdoppelt
Neuss, Dormagen und Grevenbroich:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Kirchenstiftung Kaarst/Büttgen ist ein Erfolg
KAARST. Die Kirchenstiftung Kaarst/Büttgen konnte ihr Kapital seit der Gründung vor
vier Jahren verdoppeln. Diese positive Bilanz
konnte der Stiftungsvorsitzende, Pfarrer Dr. Peter Seul, jetzt ziehen. Besonders die vergangenen Monate verliefen sehr
erfolgreich und ließen
das 2009 eingebrachte
Stiftungskapital auf über
100 000 Euro anwachsen.
Auslöser für eine regelrechte Zustiftungswelle
war das 40-jährige Priesterjubiläum des früheren
Kaarster Pfarrers Monsignore Josef Brans. Seine
Bitte, statt persönlicher Pfarrer Dr. Peter
Geschenke das Stiftungs- Seul.
(Foto: ZIM)
kapital zu stärken, stieß
auf große Resonanz. Die Zustiftungen verbessern die Ausschüttungsmöglichkeiten und bieten damit die Grundlage, dass Aktionen in den
Bereichen Jugend, Kinder, Familie, Bildung,
Senioren, Musik, Kultur, Caritas und Religiöses Leben gefördert werden können. Unterstützt wurden zuletzt etwa Ausflüge der Senioren, die Renovierung der Messdiener-Räume
oder die Jugendwallfahrt der St.-Matthias-Bruderschaft. Um für die gute Sache zu werben,
haben Pfarrer Seul, Geschäftsführer Werner
Jedrowiak, Monsignore Brans sowie Heinrich
Twardawa und Herbert de Günther als weitere
Vorstandsmitglieder ein Informationsblatt herausgegeben. Der Handzettel mit dem Titel „Mit
einer Zustiftung dauerhaft Gutes tun“ liegt in
den Kirchen von Kaarst aus. Nähere Informationen unter Telefon (0 21 31) 96 69 00.
ZIM
Die Zeit der Gerüste ist vorbei
Knechtstedener Basilika wurde renoviert
KNECHTSTEDEN. „Hell und freundlich“,
so ist der erste Eindruck, den die Besucher
bekommen, wenn sie die romanische Klosterbasilika betreten. Nach fünfmonatigen Reparatur- und Anstricharbeiten hat die Zeit der
Gerüste ein Ende: Das Gotteshaus erstrahlt
im neuen Glanz. Jetzt kehren die Gläubigen,
die in den Gottesdiensten während der Renovierung nach Westen – in Richtung des provisorischen Altars – schauten, dem Fresko
mit Christus, dem Allherrscher, wieder den
Rücken zu.
In seiner Predigt zu Beginn der Arbeiten
hatte Pater Hermann-Josef Reetz, der Rektor der Basilika, darauf hingewiesen, dass es
manchmal ganz gut sei, wenn eine Kirche
„umgedreht“ werde. „Vielleicht“, so der Ordensmann, „hätten wir dann Jesus Christus
besser im Blick als sonst.“ Nach 23 Jahren
war der Innenraum der Wallfahrtsbasilika
durch Risse und Ausbrüche im Putz, Feuchtigkeitsschäden sowie die starke Verschmutzung durch Staub und Ruß im Gewölbebereich und an den Decken und Wänden notwendig geworden. Die Gesamtfinanzierung
der Maßnahme war nur möglich mit der Unterstützung durch den Rhein-Kreis Neuss,
der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und
einen Zuschuss durch das Erzbistum Köln.
Der Förderverein für das Missionshaus
Knechtsteden steuerte den Eigenanteil der
Spiritaner in Höhe von 35 000 Euro bei. ZIM
Die romanische Wallfahrtsbasilika in Knechtsteden erstrahlt jetzt im neuen Glanz.
(Foto: ZIM)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
LANGWADEN. „Schulleitung als
Chance – von der Lust, eine Katholische Bekenntnisschule professionell zu
gestalten und zu leiten“ hieß ein Projekt, das jetzt im Zisterzienser-Kloster Langwaden zu Ende ging. In einer
Kooperation der Kreisdekanate RheinErft-Kreis und Rhein-Kreis Neuss mit
der Abteilung „Schulische Religionspädagogik und Katholische Bekenntnisschulen“ im Erzbistum Köln sowie
dem Institut für Lehrerfortbildung in
Mülheim/Ruhr wurden Pädagogen für
die Übernahme einer Leitungsfunktion
an katholischen Grundschulen qualifiziert. Die Module, die von Gesprächsführung bis Stressbewältigung reichten, sind von elf Lehrerinnen und Lehrern erfolgreich absolviert worden. In
Langwaden bekamen sie ihre Zertifikate.
GREVENBROICH. Nach Köln wechselt Ulrich Filler, Pfarrvikar im Pfarrverband „Elsbach/Erft“. Der Erzbischof hat ihn zum Pfarrvikar im Seelsorgebereich „St. Hubertus und Mariä
Geburt“ in Stammheim und Flittard
ernannt. Die Ernennung wurde in den
Messfeiern in Grevenbroich mitgeteilt.
Kreisdechant Monsignore Guido Assmann als Pfarrverweser drückte seine
Freude darüber aus, dass Filler im September noch die Oktav in Noithausen
mitfeiern kann.
NEUSS. Seinen 19. „Orgelsommer“
veranstaltet der Förderkreis der Kirchenmusik am Quirinusmünster. Den
Auftakt bildet am Sonntag, 4. August,
Hans-Jakob Gerlings aus Dorsten mit
Werken von Bach bis Böhm. Am Mittwoch, 7. August, präsentiert Adolf
Fichter aus Siegburg ein Programm,
das den Bogen spannt von Purcell zu
Mendelssohn. Am Sonntag, 11. August, spielt Claudius Stevens aus Gelsenkirchen Kompositionen von acht
Musikern. Am Mittwoch, 14. August,
folgt Peter Rottmann aus Bad Kissingen mit Werken aus England und
Frankreich. Am Sonntag, 18. August,
spielt Kantor Joachim Neugart Kompositionen von Vierne und Messiaen.
Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr.
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AUS DEM ERZBISTUM
Düsseldorf:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
MÖRSENBROICH. Die ökumenische
Umweltgruppe der Gemeinde St. Franziskus-Xaverius und der evangelischen
Thomas-Kirchengemeinde
braucht
neue Mitstreiter. „Für eine Werkstattgruppe suchen wir zupackende Menschen, die Interesse daran haben, ihre
handwerklichen Erfahrungen für Gemeinde und Umwelt einzubringen“,
sagt Bernd Blaschke. Er engagiert sich
bereits seit 2009 in der Umweltgruppe.
Als erstes Projekt ist ein „Insektenhotel“ für seltene und nützliche Bienen
und Käfer geplant. Auch ein „RepairCafé“ für die Instandsetzung defekter
Gegenstände wird ins Auge gefasst.
Die ökumenische Umweltgruppe
trifft sich regelmäßig einmal monatlich abends. Nähere Informationen per
Email an bernd.blaschke@online.de
sowie im Internet.
>> www.oekumenische-umweltgruppe.de
DÜSSELDORF. Zu einem Väter-Kinder-Wochenende lädt die esperanza-Väterberatung des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer
(SKFM) Düsseldorf ein. Angesprochen sind Väter mit Kindern bis zum
Alter von drei Jahren. Es geht ins Haus
Abrahm in Hellenthal in der Eifel. Die
Unterbringung und Vollverpflegung
nach Anfahrt mit eigenem PKW kostet 80 Euro pro Vater; die Kinder sind
frei. Termin ist das Wochenende 13.
bis 15. September. Nähere Informationen und Anmeldungen zu der Veranstaltung beim SKFM unter Telefon
(02 11) 4 69 6-2 26.
FLINGERN. Mit einem „Sommercafé“ spricht die Kirche in Flingern/
Düsseltal die Mitglieder ihrer drei Gemeinden St. Elisabeth und Vinzenz, St.
Mariä Himmelfahrt/Liebfrauen (beide
Flingern) sowie St. Paulus (Düsseltal) an. Das „Angebot der Gastfreundschaft und Geselligkeit“ findet an
den Sonntagen 4. August und 1. September jeweils von 16 bis 18 Uhr im
Kirchgarten an Liebfrauen, Degerstraße, statt. Es wird um Kuchenspenden
gebeten, die jeweils bis mittwochs vor
den Sonntagen in den Pfarrbüros angekündigt werden sollten.
„Abendreden“ über starke Frauen
Sommer-Reihe des Meister-Eckart-Forums
DÜSSELDORF. „Starke Frauen – starke
Worte“ heißt eine spezielle Sommer-Reihe
des Meister-Eckart-Forums der Düsseldorfer
Dominikaner. Die Vorträge sind unter dem
Begriff „Abendreden“ zusammengefasst und
wollen „hilfreich sein, um dem eigenen Leben auf die Spur zu kommen“. Beginn ist jeweils um 19 Uhr in der ehemaligen Hofkirche St. Andreas, Andreasstraße. „In der Geschichte der Kirche waren es nicht selten
Frauen, die auf ihre eigene Weise Welt und
Kirche bewegt haben“, erklärt der Leiter des
Forums, Pater Dr. Manfred Entrich OP, dazu.
„Ihre ‚Waffen’ waren das Wort, die Wahrheit
und die Liebe.“ Frauen hätten außerdem „in
einer feinfühlig zärtlichen Weise ihre Glaubensgeschichte offengelegt und mit starken
Worten ihren Weg auf Gott beschrieben“.
Katharina von Siena, Teresa von Avila und
Therese von Liseux stünden dabei für viele.
Pater Manfred: „Die großen und bekannten
Mystikerinnen waren auch Frauen der Re-
form der Kirche.“ Doch
selbst heute seien sie weniger im Blickpunkt der
Öffentlichkeit. Frauen
verdienten Aufmerksamkeit. Am Donnerstag, 8.
August, befasst sich die
Kölner Theologin Dr.
Rosemarie
Nürnberg
deshalb mit Madeleine
Pater Dr. Man- Delbrel. „Gott einen Ort
fred Entrich OP. sichern – die Mystikerin
(Foto: RM) der Straße“ ist der Vortrag überschrieben. Eine
Woche später, am Donnerstag, 15. August,
spricht die Theologin Dr. Claudia Kunz aus
Bonn unter dem Titel „Erfahrungen einer
Gottsucherin“ über die französische Dichterin Marie Noel. Beide Abendreden werden
von dem kolumbianischen Gitarrensolisten
Juan Filipe Osorio Diaz umrahmt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. RM
Ohne Kirche keine Stadt
Historiker Dr. Ulrich Brzosa beim Apollinaris-Empfang
DÜSSELDORF. „Düsseldorf 1288 – ohne Kirche wäre die Stadt ein Dorf“, lautete das Thema von Theologe und Historiker Dr. Ulrich
Brzosa beim Apollinaris-Empfang der Katholischen Kirche Düsseldorf im Lambertushaus.
Er sprach im Rahmen der Feierlichkeiten zum
Jubiläum der Stadterhebung. „Vermutlich wurden die Ur-Düsseldorfer von der Erhebung
vollkommen überrascht, da es hierzu damals
wie heute keinen ersichtlichen Grund gab, eher
das Gegenteil: Kein Bedarf, schlechte Topographie, mangelnde Infrastruktur, unzureichende
Verkehrsanbindung“, schmunzelte Brzosa, und
das Publikum mit ihm. Allerdings habe damals
schon ein Vorgängerbau der heutigen Basili-
ka St. Lambertus als Mittelpunkt der Ansiedlungen bestanden. „Hätte es dieses Gotteshaus
nicht gegeben, wäre Düsseldorf vermutlich eine
Minderstadt geblieben und würde heute zur
Landeshauptstadt Kaiserswerth oder zur Landeshauptstadt Gerresheim gehören“, so der Referent. Die vom Grafen Adolf V. von Berg initiierte Umwandlung der ehemaligen Pfarrkirche zur Stiftskirche habe „den Weg zur wirklichen Stadtwerdung entscheidend geebnet“.
Für die kommende Zeit, schloss Brzosa, „kann
ich mir vieles vorstellen, nur eines nicht: Eine
Stadt ohne Kirche, schon gar nicht in einer
so lebensfrohen und liebenswerten Stadt wie
Düsseldorf“.
RM
Kirchenhistoriker Dr. Ulrich Brzosa arbeitete die Stadt- und Kirchengeschichte Düsseldorfs
kurzweilig-augenzwinkernd auf.
(Foto: RM)
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AUS DEM ERZBISTUM
Abruptes Ende
Vergeblicher Einsatz für Erhalt des Krankenhauses
MONHEIM. „Einfach
sang- und klanglos wollten wir das Krankenhaus
seinen Betrieb nicht beenden lassen“, erklären
Burkhard
Hoffmann,
Pfarrer der Gemeinde St.
Gereon und Dionysius,
und Kerstin Hoffmann,
die Städteverbandsvorsitzende
Langenfeld/
Monheim der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Deshalb Noch bis Ende August wollte die KAB zum wöchentlichen Angelus(Foto: RM)
hatte die KAB seit Ende Gebet vor dem St.-Josef-Krankenhaus einladen.
Juni jeweils samstags
mittags unter dem Titel „St. Josef muss leben“ des KAB-Engagements waren die 127 verlozu einem Angelus-Gebet vor dem Krankenhaus ren gehenden Arbeitsplätze und die ebenfalls
an der Alten Schulstraße eingeladen. „Das An- betroffenen Geschäfte und Einrichtungen im
gelus-Gebet hatten wir gewählt, weil wir diese Krankenhaus-Umfeld. Hoffmann: „Wir beklaForm auch als Laien ohne priesterlichen Bei- gen außerdem, dass die wohnortnahe Krankenstand feiern konnten“, erklärt Hoffmann. Der hausversorgung für Monheim und Baumberg
Kplus-Verbund, seit 1999 Träger der Einrich- nun Geschichte ist.“ Der Kirchenvorstand der
tung, hatte vergeblich angestrebt, das defizi- Gemeinde St. Gereon und Dionysius hat eine
täre Haus in einem Bieterverfahren zu veräu- Arbeitsgruppe eingerichtet, die nach Lösungen
ßern. Eigentlich sollte erst Ende August in für die Nutzung des Gebäudes und der Liegender über 100 Jahre alten Einrichtung die letzte schaft sucht. Außerdem soll am Sonntag, 18.
Krankenakte geschlossen werden. In der ver- August, ab 9.15 Uhr vor dem Krankenhaus ein
gangenen Woche kam dann die überraschende kurzer Gottesdienst mit Beteiligung der evangeNachricht, dass das Krankenhaus mit sofortiger lischen Gemeinde gefeiert werden. In einer ProWirkung seinen stationären Betrieb beendet. zession werden die Monstranz, das Messbuch
Damit finden auch die eigentlich bis Monatsen- und das Lektionar in die Kirche St. Gereon an
de wöchentlich vorgesehenen Angelus-Gebe- der Franz-Boehm-Straße getragen, wo ab 10
te ein abruptes, vorzeitiges Ende. Hintergrund Uhr Messe gefeiert wird.
RM
Schluss mit Übergangslösung
Projekt „Hotel am Markt“ nach vier Jahren beendet
RATINGEN. „Alle wussten, dass es nur eine agogin Stephanie Haag konnten 22 LangzeitÜbergangslösung ist“, erläuterte Friedrich arbeitslose im Hotel angestellt und qualifiziert
Schutte, Geschäftsführer der Neanderdiakonie, werden. Edith Bohnen vom SkF versprach auch
im Rahmen der Abschiedsfeier für das „Hotel im Namen der Neanderdiakonie, „wenn die
am Markt“. Nach vier Jahren wurde das Ho- Stadt uns braucht, wir kommen bestimmt“.
tel jetzt geschlossen. Als 2009 nach der Pleite
MM
des „Hotel Altenkamp“
der Leerstand des Hauses drohte, wurden der
SkF Ratingen und die Neanderdiakonie angesprochen. Sie führten das Hotel als Gesellschafter gemeinsam weiter und boten mit diesem Projekt
Langzeitarbeitslosen eine
Perspektive. Unter der
Leitung von Hotelfach- Stephanie Haag (vierte von links) und ihre Mitarbeiter und Mitar(Foto: MM)
frau und Diplom-Päd- beiterinnen.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Hilden, Langenfeld und Monheim:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
Mettmann und Ratingen:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
BERGHAUSEN/REUSRATH. Gelegenheiten für das stille Verweilen vor Gott
bietet Pfarrer Lambert Schäfer der Gemeinde St. Josef und Martin an. Anbetungstermine sind an den Donnerstagen
8. und 22. August in St. Paulus, Treibstraße in Berghausen, und am 15. sowie 29.
August in St. Barbara, Trompeter Straße
in Reusrath. Beginn ist jeweils um 18 Uhr
mit einem Lied und einem im Wechsel
gebeteten Psalm. Es folgen 20 Minuten
Stille, in denen alle ihre persönlichen Anliegen vor Gott tragen können. Den Abschluss bildet der Eucharistische Segen.
MONHEIM/BAUMBERG. Zu einem
Konzert mit Harfenmusik lädt der Verein
„Marienkapelle am Rhein“ am Sonntag,
4. August, in die Kapelle Zur Schmerzreichen Muttergottes mit der Adresse An d´r
Kapell in Monheim ein. Ab 16 Uhr spielt
Johanna Single auf der Harfe. Motto ihres
Konzerts im Rahmen der Reihe „Klangwellen 714“ ist „Postcard from Heaven“,
also eine „Postkarte vom Himmel“. Der
Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden
zum Erhalt der Kapelle gebeten.
HAAN. Eine neue Gruppe wird nach den
Sommerferien beim Kinderchor „Chrysan-Tönchen“ eingerichtet. Geprobt wird
donnerstags von 16 bis 16.30 Uhr im „Forum“ neben der Pfarrkirche St. Chrysanthus und Daria an der Breidenhofer Straße. „Wir singen viele neue Lieder für die
Mitgestaltung der Gottesdienste, und ab
Oktober steht die Erarbeitung eines Krippenspiels für den Heiligen Abend auf
dem Programm“, berichtet Kirchenmusikerin Annika Rygus-Hartmann. Mitmachen können die zukünftigen Erstklässler.
Anmeldungen bei ihr per Email an annika.rygus-hartmann@gmx.de.
RATINGEN. Zum Wandertag lädt die
Frauengemeinschaft (kfd) des Dekanats
Ratingen alle Frauen am Montag, 12.
August, ein. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr
in St. Suitbertus an der Schützenstraße
zu einem Wortgottesdienst. Anschließend sind ein Spaziergang mit Führung
durch den Poensgenpark und eine Führung durch St. Peter und Paul geplant.
Anmeldungen bei Ursula Guss unter
Telefon (0 20 54) 8 57 45.
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AUS DEM ERZBISTUM
Remscheid und Solingen:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
Wuppertal: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
GRÄFRATH. Der Gräfrather Orgelsommer wird fortgesetzt am Sonntag, 4. August, um 17 Uhr mit einem Konzert mit
Werken von Bach, Franck, Karas und
anderen mit Markus Karas an der Orgel. Am Sonntag, 11. August, stellt um
17 Uhr das Duo „Lunacorde“ Werke von
Ortiz, Barrios, Brouwer und anderen vor.
Begleitet wird es an der Harfe von Anke
Schüppel-Slojewski und mit der Gitarre
von Jürgen Slojewski.
SOLINGEN. Alle Hochzeitsjubilare, die
zehn, 20, 25, 30 oder mehr Jahre verheiratet sind, werden am Donnerstag, 3. Oktober, zu einem festlichen Gottesdienst
mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eingeladen. Er findet um 18 Uhr in
der Kirche Heilig Kreuz, Wupperstraße
120, statt. Vor dem Gottesdienst sind die
Hochzeitsjubilare um 15.30 Uhr zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken in das
angrenzende Zentrum Frieden eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung beim Katholischen Bildungswerk unter Telefon (02 02) 49 58 30 oder
per Mail an t.otten@erzbistum-koeln.de
WUPPERTAL. Der diesjährige Laurentiusempfang findet am Freitag, 6. September, statt. Der Katholikenrat lädt um 18
Uhr zu einer ökumenischen Vesper in St.
Laurentius ein. Anschließend spricht im
Stadthaus Professor Diplom-Ingenieur
Ulrich Königs von der Bergischen Universität, Lehrstuhl Konstruieren und Entwerfen.
VOHWINKEL. Bei der Verabschiedung von Pfarrer Michael Bock aus
dem Seelsorgebereich Wuppertaler Westen – er wechselt als Krankenhausseelsorger nach Köln – wurde bekannt, dass
die Stelle des Pfarrvikars nicht mehr besetzt wird. Auch für den im Mai in den
Ruhestand gegangenen Diakon Werner
Braun wird es keinen personellen Ersatz geben. Unterstützung erhält Pfarrer
Torsten Kürbig aber von Pfarrer Rodrigo Amaral, der in Wuppertal studiert.
BARMEN. Die Mittwochs-Wanderung
von St. Antonius führt am 7. August auf
die Nordbahntrasse. Treffpunkt ist um
16.15 Uhr am Eingang Buchenstraße.
Doppelter Segen für Kita
Geburtstagsfest nach vollendetem Umbau
MERSCHEID. Die Kindertagesstätte St. heit werfen wollte, konnte das bei GabrieMariä Empfängnis präsentiert sich zu ihrem le Bernicker und Claudia Blümer, dem Lei50. Geburtstag in frischem Glanz. Rund ein tungsteam, machen. Sie hatten 50 Jahre in
halbes Jahr hatten die Umbauarbeiten ge- Form von Fotoalben vorliegen.
dauert. Nun konnten Kinder wie Eltern die
Pater Mathieu segnete das umgebaute
neuen Räume der U 3-Betreuung bestaunen. Haus neu, sodass nach der ersten Segnung
Bei strahlendem Sonnenschein wurden nicht 1963 nun „ein doppelter Segen“ über dem
nur Geburtstag und Wiedereröffnung gefei- Haus liegt.
MÖ
ert. Manche Jugendliche und Erwachsene erinnerten sich an ihre eigene Zeit hier zurück.
„Wir hatten immer viel
Spaß und richtig nette
Erzieherinnen“, erklärte Guiseppe Salanitro,
14 und heute auf dem
Humboldt-Gymnasium. Auch Vater Luigi
war beim Geburtstagsfest für die Kita aktiv.
Bei ihm bekamen die
Jubiläumsbesucher frische Pizza.
Wer weitere Bli- Claudia Blümer (links) und Gabriele Bernicker zeigten 50 Jahre
(Foto: MÖ)
cke in die Vergangen- Kindergartengeschichte.
„Du bist mit meiner Not vertraut“
Gedenkgottesdienst für Drogentote
WUPPERTAL. Es ist inzwischen Tradition geworden, dass sich zum Nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige
Angehörige und von Sucht Betroffene zu einem Gottesdienst in der Elberfelder Innenstadt versammeln. Schon zum achten Mal
hatte Pastoralreferent Herbert Scholl, Seelsorger für Obdachlose, Drogenabhängige
und Prostituierte, die Leitung übernommen.
In einem Vorbereitungskreis war für dieses
Jahr die Zeile aus dem 31. Psalm ausgewählt
worden „Du bist mit meiner Not vertraut“.
In sehr persönlichen Statements machten
Angehörige von Verstorbenen deutlich, dass
es zwar schwer zu beschreiben sei, aber „der
Glaube wirkt“ und Gebete würden entlasten.
Nach dem „Vater unser“ und einem Segen
am Ende des Gottesdienstes wurden für
die neun Drogentoten
des vergangenen Jahres weiße Rosen niedergelegt.
Gut 50 Personen, unter ihnen Bürgermeisterin Ursula Schulz, wohnten
dem Gottesdienst bei.
Hilfsorganisationen
wie der Kreuzbund
und die AIDS-Hilfe
informierten an StänPastoralreferent Herbert Scholl leitete den Gottesdienst für verstor- den über ihre Angebene Drogenabhängige.
(Foto: PA) bote.
PA
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Für ein Jahr nach Ghana
Oberbergischer Kreis: Heike Cosler,
Telefon (0 21 92) 8 37 07
Altenkirchen: N.N.
Telefon
Nora Reiff engagiert sich in einer Schule in Wusuta
WIPPERFÜRTH. Das Abitur hat Nora Reiff
geschafft, nun möchte sie unbedingt ins Ausland. „Ich habe mich schon immer sehr für
fremde Kulturen interessiert und freue mich,
dass ich im September für ein Jahr einen Freiwilligendienst in Ghana machen werde“, berichtet sie. Im Frühjahr hat Nora Reiff bereits an
einem Auswahlseminar teilgenommen. „Dort
habe ich mit ehemaligen Freiwilligen gesprochen und konnte prüfen, ob der Dienst im Ausland wirklich etwas für mich ist“, sagt die Abiturientin. Für sie ist es wichtig, sich sozial zu
engagieren und mit anderen Menschen zu arbeiten. Nora Reiff wird an der Royal Academy, einer privaten Grund- und weiterführenden
Schule in Wusuta, Ghana, eingesetzt. Die Schule, an der 250 Kinder und Jugendliche zwischen
vier und 16 Jahren unterrichtet werden, wurde
als private Initiative von der Dorfgemeinschaft
und einem Priester gegründet. „Ich werde die
Lehrerinnen im Unterricht unterstützen, beispielsweise in Englisch, Natur- und Sozialwissenschaften sowie der Sportförderung“, erklärt
Nora Reiff. Entsendet wird sie vom Kolping Jugendgemeinschaftsdienst (JGD), der Freiwilligendienste in vielen Ländern der Welt anbietet.
Um bestmöglich an ihrem Einsatzort in Gha-
na helfen zu können, sammelt die junge Wipperfürtherin derzeit Spenden. Damit sollen die
dortigen Hilfsprojekte unterstützt werden. Interessenten erreichen sie unter Telefon (0 22 67)
32 81. Mehr Informationen zum JGD gibt es im
Internet.
HC
>> www.kolping.de/jgd
Nora Reiff mit einem Flyer, mit dem sie
auf ihr Engagement in Ghana aufmerksam
macht.
(Foto: HC)
Bällebad begeistert
Segen für renovierte Kindertagesstätte Heilige Familie
ENGELSKIRCHEN. Das Familienzentrum im punkt „Montessori-Pädagogik“ so schön geSeelsorgebereich Engelskirchen umfasst insge- worden ist. „Mir gefällt die Turnhalle und das
samt vier Kindertagesstätten. „Die Kinderta- neue Bällebad am besten“, erzählte Jonas (3).
gesstätte Heilige Familie war die letzte, die re- Maja (6) mag besonders die neuen, hellen Farnoviert und umgebaut werden musste. Jetzt sind ben in ihrer Kita. Ein besonderes Schmuckstück
alle auf dem neuesten Stand und können Kinder ziert den Eingangsbereich: ein Kreuz, das die
unter drei Jahren aufnehmen“, erklärte Pfarrer diesjährigen Firmlinge mit Pastoralreferent
Wolfgang Rick während der Feierlichkeiten zur Peter Urban erstellten.
HC
Segnung der Kindertagesstätte nach dem Ende
der Handwerkerarbeiten.
Während der Renovierung mussten die Kinder und Erzieherinnen
ein halbes Jahr im „Containerkindergarten“ auf
dem Kirchplatz verbringen. „Es war eine echte Herausforderung für
alle, aber es war letztendlich die beste Lösung“,
erklärte Helga Bös vom
Kirchenvorstand. Jetzt
sind alle froh, dass die
renovierte Kindertages- Pfarrer Wolfgang Rick beim Segnen der umgestalteten Kinderta(Foto: HC)
stätte mit dem Schwer- gesstätte Heilige Familie.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
GUMMERSBACH. Gemeindereferentin Birgit Kussmann bietet eine „Nachlese“ zum Eucharistischen Kongress an.
Dazu zählt eine Fahrt ins Kunstmuseum
Kolumba nach Köln am Mittwoch, 7. August. Dort gibt es eine Ausstellung, die
anlässlich des Eucharistischen Kongresses das Thema „Eucharistie“ aufgreift.
Im Oktober findet ein Vortrag mit Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp mit
der Überschrift „Eucharistie“ statt. Information und Anmeldung zu der Fahrt nach
Köln im Pfarrbüro Bergneustadt unter Telefon (0 22 61) 4 10 04.
ELKHAUSEN. „Unser spannendes
Miteinander – Sport & Spirit“ lautet
das Motto, unter dem das Referat für
Ehepastoral Rheinberg und Oberberg
ein Wochenende für Paare anbietet. Es
findet statt vom 11. bis 13. Oktober in
der „Arche Noah“, Marienberge. Information und Anmeldung bis 10. September bei Georg Kalkum unter Telefon
(0 21 95) 68 44 53 oder per Email an
georg.kalkum@erzbistum-koeln.de
WIPPERFÜRTH. Der Kirchenchor St.
Anna Thier lädt Sänger und Sängerinnen jeden Alters ein, an der musikalischen Gestaltung der Jugendmesse am
28. September mitzuwirken. Der Chor
benötigt stimmliche Verstärkung. Die
Proben sind mittwochs von 19.30 bis 21
Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Thier.
GUMMERSBACH. Der Dekanatsrat
Gummersbach-Waldbröl lädt ein zu einer Wallfahrt nach Kevelaer am Samstag, 7. September. Diakon Dr. Heribert
Lennartz begleitet die Gruppe. Informationen und Anmeldung bis zum 18. August bei Irmgard Röttgen unter Telefon
(0 22 61) 2 82 82.
WIEHL. Zur diesjährigen Domwallfahrt am 28. September bietet der Seelsorgebereich „An Bröl und Wiehl“ eine
Teilnahme mit dem Fahrrad an. Der
Weg beginnt an der Kirche in Wiehl und
führt über den Jakobsweg zum Kölner
Dom. Information und Anmeldung bei
Sigrid Seinsche unter Telefon (0 22 62)
9 18 23 oder im Internet.
>> www.kath-kirche-wiehl.de.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
AUS DEM ERZBISTUM
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen: Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
MOITZFELD. Zu einer Fußwallfahrt
nach Altenberg mit anschließender
Kräutersegnung lädt die Pfarrei St. Joseph in Bergisch Gladbach-Moitzfeld
ein am Sonntag, 18. August, um 5 Uhr
ab der Kirche St. Joseph.
Jakobus mit Prozessionen geehrt
Mit mittelalterlichem Reliquiar vorweggezogen
IMMEKEPPEL/SPITZE. Die Pfarrei St. Lucia in Overath-Immekeppel hatte bis zum
Neubau der Pfarrkirche, des Sülztaler Doms,
den heiligen Jakobus als Pfarrpatron. Mit einer Prozession von Heiligenhaus aus gedachte man am Sonntag des alten Pfarrpatrons
und feierte zum Abschluss für alle Jakobspilger des Pfarrverbandes Overath eine Messe in
St. Lucia. Dort im Chorraum zeigt rechts ein
Fenster den Heiligen mit Muschel und Pilgerstab.
Wenige Kilometer weiter feierten Gläubige
in Kürten-Spitze an der Jakobus-Kapelle den
Abschluss der Jakobus-Oktav. Der Messe im
Freien war eine Reliquienprozession von Dürscheid aus vorausgegangen. In dem mittelalterlichen Reliquiar befindet sich unter anderen
auch eine Reliquie des Jakobus.
KL
HILGEN. Zum Binden von Kräutersträußen, die an Mariä Himmelfahrt
gesegnet werden, trifft sich der Kreis
„Ewig junger Frauen“ am Mittwoch,
14. August, um 16 Uhr im Pfarrheim
von Liebfrauen in Burscheid-Hilgen.
SCHILDGEN. Zu einem BabysitterGrundkurs für Jugendliche ab 14 Jahren lädt die Pfarrei Herz-Jesu in Bergisch
Gladbach-Schildgen ein. Jungen und
Mädchen, die sich ihr Taschengeld
mit Babysitten aufbessern wollen, tragen eine große Verantwortung. Deshalb
möchte das katholische Familienzentrum die jungen Menschen qualifizieren.
Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat,
dass sie Bescheid wissen über kindliche
Entwicklungsstufen, Säuglingspflege,
Ernährung und Gesundheit des Kindes,
Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie das Verhalten bei Unfällen und
Notsituationen. Start des Kurses am 27.
September. Informationen im Familienzentrum, Altenberger-Dom-Straße 136.
LEVERKUSEN. Das neue Programm
der Citykirche liegt vor und kann im
Internet eingesehen werden. Teil des
Programms sind auch wieder die Feierabendkonzerte. Das nächste findet
statt am Donnerstag, 5. September, um
18.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche. Es
spielt der aus Brasilien stammende und
in Leverkusen lebende Liedermacher
Paolo Noronha.
>> www.citykirche-leverkusen.de
RHEINDORF. Eine Filmnacht für Kinder wird am Freitag, 9. August, im
Pfarrheim Heilig Kreuz angeboten. Ab
18 Uhr gibt es zunächst ein gemeinsames Abendbrot, anschließend werden
verschiedene Filme gezeigt. Zum Abschluss gibt es Samstagmorgens ein
Frühstück. Die Teilnahme kostet drei
Euro, Geschwisterkinder zahlen jeweils nur 1,50 Euro.
Früher zogen die Gläubigen mit einer Sakramentsprozession von Dürscheid nach Spitze.
Pfarrer Harald Fischer führte eine Reliquienprozession zum Abschluss der Jakobus-Oktav
ein. Das Reliquiar trägt der Oktavprediger Pater Ludger Müller SVD.
(Foto: KL)
Bildungsprogramm als Urlaubslektüre
Veranstaltungen von Patrick Roth bis Papst Franziskus
LEVERKUSEN. Ferienzeit ist Lesezeit und
erstmals ist das Programm des Katholischen
Bildungswerkes für das zweite Halbjahr so
zeitig erschienen, dass es als Urlaubslektü-
Bildungswerksleiter Elmar Funken freut sich
über ein gelungenes Programm. (Foto: KB)
46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
re dienen kann. Wer sich das 179 Veranstaltungen umfassende Programm mit Muße anschaut, wird manche Neuerung entdecken.
„Wir haben uns von der strengen Aufteilung
in Fachbereiche gelöst und besondere Veranstaltungen an den Anfang gestellt“, erklärt
Bildungswerksleiter Elmar Funken. Eine Lesung mit Patrick Roth ist unter diesen ebenso zu finden wie eine Podiumsdiskussion zur
Bundestagswahl, ein Seminar für Trauernde ebenso wie eine Veranstaltung über Papst
Franziskus und seine Botschaft. „Wir wollen
dem modernen Menschen, der nicht jeden
Sonntag in die Kirche geht, zeigen, wo überall Gott zu finden ist – zum Beispiel in der
modernen Literatur, in Filmen und auch in
der Auseinandersetzung mit seiner eigenen
Persönlichkeit“, sagt Funken. Neu ist zum
Beispiel auch, dass es neben Radio-Seminaren erstmals einen TV-Schnupperkurs gibt, in
dem man lernen und ausprobieren kann, wie
ein Fernsehbeitrag entsteht.
Das Programm liegt in Kirchen und öffentlichen Einrichtungen in der Stadt aus und
kann bestellt werden unter Telefon (0 22 02)
9 36 39 60.
KB
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Über Bücher ins Gespräch kommen
Eitorf, Hennef, Königswinter,
Neunkirchen, Siegburg,
Sankt Augustin und Troisdorf:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
Pfarrbücherei sieht sich als „Kommunikationszentrum“
KÖNIGSWINTER. Zusammen mit vielen
Kooperationspartnern feierte die Pfarrbücherei St. Remigius (KÖB) ein Fest unter
dem Motto „Spaß und Freude für Jung und
Alt“. Man hätte noch „sowie für als auch von
verschiedenen Nationen und Kulturen“ ergänzen können.
Seit der Wiedereröffnung der Bücherei im
vorletzten Jahr hat Büchereileiterin Regine
Fuchs einen Traum: sie möchte die Bücherei
zu einem Kommunikationszentrum für alle
machen. Diesem Ziel ist sie jetzt schon ein
gutes Stück näher gekommen. Beim Sommerfest sangen Bewohner des Altenheims
„Haus Katharina“ und Kindergartenkinder gemeinsam; der Turnverein sandte seine
Tanzalarm-Kids und bot einen Zirkusworkshop an; die Jugendfeuerwehr zeigte Löschübungen; der Förderverein der Johann-Lemmerz-Grundschule, die von vielen Kindern
mit Migrationshintergrund besucht wird,
steuerte ein internationales Büfett bei und
die Folkloretanzgruppe des alevitischen Kulturvereins trat auf. Höhepunkt des Festes
wurde eine Baum-Pflanz-Aktion über die Ju-
gend-Organisation „Plant for the Planet“. So
ein Fest hatten die Besucher bisher noch nie
erlebt und viele meinten, das sollte es öfter
geben.
CG
Höhepunkt des KÖB-Festes: Eine BaumPflanz-Aktion.
(Foto: privat)
Verstärkung für die tiefen Töne gesucht
„Kurzschluss“ braucht einen neuen Bassisten
NIEDERKASSEL. Seit acht Jahren bereichert die tiefen Töne einen (E-)Bassisten, der zusamdie Band „Kurzschluss“ nicht nur die Litur- men mit dem Drummer für das rhythmische
gie im Seelsorgebereich, auch bei Pfarrfesten, Fundament sorgt. Interessenten sollten notenKonzerten oder Musicals wird sie gerne gehört. und rhythmusfest sein, auf der Grundlage von
Als Norbert Klein Diakon im Seelsorgebereich Leadsheets spielen können und dem Reiz des
Niederkassel-Nord wurde, war für den leiden- Spontanen und Ungeplanten offen begegnen.
schaftlichen Musiker klar, dass er auch hier Mu- Interessenten melden sich bei Diakon Klein
sik machen wollte. Er nahm also seine Gitarre unter Telefon (0 22 08) 17 00.
CG
und spielte in einem Gottesdienst. Prompt meldeten sich
einige Hobby-Musiker und
fragten ob sie gemeinsam
musizieren könnten. So entstand die Band. Inzwischen
geht es den sieben Musikern
nicht mehr nur ums Musizieren, sie möchten mit ihrer
Musik das Evangelium verkünden und Gemeinschaft
erlebbar machen. Ihr Repertoire umfasst alle Arten
von modernen geistlichen
Liedern, von ruhigen TaizéGesängen bis zu rockigen
und poppigen Songs. Da einer der Bassisten jetzt ein
Studium beginnt, sucht die Diakon Klein (Mitte) mit zwei „Kurzschluss“-Musikern bei ei(Foto: Privat)
Band zur Verstärkung für nem Pfarrfest.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
KREISDEKANAT. Zum neuen Kreisdechanten des Rhein-Sieg-Kreises hat
Erzbischof Kardinal Joachim Meisner
zum 1. August Monsignore Axel Werner ernannt. Der
48-jährige leitende
Pfarrer von Siegburg wird damit
Nachfolger
von
Monsignore Anno
Burghof, der zum
gleichen Datum
Spiritual am Collegium Albertinum
und am Collegium
Marianum in Bonn
wird. Die Verabschiedung von Monsignore Burghoff und Einführung von
Monsignore Werner (Foto) wird am
Samstag, 19. Oktober, in einem Pontifikalamt mit dem Erzbischof um 17
Uhr in St. Servatius, Siegburg, gefeiert.
BRUCHHAUSEN. Mit einem Festhochamt um 20.15 Uhr und anschließender großer Lichterprozession durch
das Dorf feiert der Wallfahrtsort am
Samstag, 17. August, das Hochfest der
Aufnahme Mariens in den Himmel.
Die Festpredigt hält Prälat Dr. Norbert
Trippen, Domkapitular i. R.
T H O M A S B E R G / H E I S T E R BA CHERROTT. Unter dem Motto „Rent
a Mini“ bieten die älteren Ministranten Hilfen im Alltag wie etwa Autowaschen, Einkaufen, Rasenmähen an
und bitten dafür um eine Spende für
ihre Teilnahme an der diözesanweiten
Romwallfahrt der Kölner Ministranten. Buchungen unter Telefon (0 22 44)
8 09 16 oder per E-Mail an: romfahrt2013@web.de
GEISTINGEN. Zur Kaffeerunde mit
Vortrag zum Thema „Ester – eine Frau
kommt zur Sprache, eine biblische Geschichte mit konkreten alltagspraktischen Hinweisen“ lädt am Montag, 5.
August, um 15 Uhr der aktive Seniorenkreis (aSk) ins Pfarrheim St. Michael. Referentin ist Elisabeth Reiter, Leiterin der Eheberatungsstelle in Siegburg.
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AUS DEM ERZBISTUM
Bad Münstereifel, Euskirchen und
Zülpich: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
ZÜLPICH. Das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift in Füssenich hat sich bereits
von Kaplan Georg Rabeneck als Schulseelsorger verabschiedet. Der Abschied
von der Gemeinde findet am Samstag,
3. August, um 10 Uhr in der Pfarrkirche
St. Nikolaus statt. Nach der Marienmesse gibt es beim anschließenden Empfang die Möglichkeit zum persönlichen
Gespräch. Der Geistliche, der seit 2009
im Seelsorgebereich tätig ist, wird das
Erzbistum verlassen und zukünftig in
Süddeutschland seinen Dienst tun.
BAD MÜNSTEREIFEL. Die diesjährige Wallfahrt nach Banneux in den belgischen Ardennen findet am Donnerstag, 8. August, statt. Abfahrt ist ab 7 Uhr
über die Dörfer des Höhengebietes Bad
Münstereifel. Informationen und Anmeldung bis zum 6. August bei Leni
Benden unter Telefon (0 22 57) 76 41.
RUPPERATH. Ein „Jromperefess“ veranstalten Kirchenchor und Bläserchor
aus Rupperath am Sonntag, 4. August,
ab 10.30 Uhr am und im Pfarrheim. Angeboten wird alles rund um die Kartoffel. Der Mutscheider Musikverein, der
Kirchenchor aus Mutscheid und das
Blasorchester Insul werden den Tag musikalisch gestalten.
MECKENHEIM. Katholische Persönlichkeiten aus Meckenheim werden noch
bis September in den Räumen des Familienbildungswerks am Kirchplatz vorgestellt. Montags bis freitags von 9 bis 12
Uhr können Besucher der Ausstellung
dort mehr über die heilige Lüfthildis,
Adam Schall von Bell, Königin Richeza
und Professor Scheeben erfahren.
ALFTER. Lesen, lesen, lesen heißt es
zum achten Male beim Sommerleseclub der Bücherei St. Matthäus. Schüler ab dem Ende der vierten Klasse können sich mit drei gelesenen Titeln eine
Urkunde und einen Eintrag ins Halbjahreszeugnis erwerben. Unterstützt
wird diese Leseförderung vom Förderverein Buchstützen und vom NRW-Familienministerium. Informationen und
Anmeldung unter Telefon (0 22 22)
93 53 60.
Selbstgekochte Köstlichkeiten ließen beim Kochen und Essen mit Heidi Rusnak (Mitte) die
Kinderaugen strahlen.
(Foto: ES)
An die Töpfe, fertig, los!
Familienzentrum St. Marien organisiert Kochkurs
WACHTBERG. Heimisches und Exotisches,
Deftiges und Süßes aus aller Welt lernten
zwölf Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren im Familienzentrum St. Marien kennen.
Gemeindereferentin Claudia Schütz-Großmann hatte einen Kochkurs organisiert, der
keine Wünsche offen ließ. Dafür sorgte die
versierte Köchin Heidi Rusnak, die elf Miniköchinnen und einen Koch in die Geheimnisse der Kochkunst einwies. Unterstützt wurde
sie dabei von einigen Müttern. An fünf Nachmittagen fand der Kurs in der Lehrküche der
Berkumer Sekundarschule statt. Nach getaner Arbeit stärkten sich die Kinder und ihre
Betreuerinnen an einer festlich gedeckten
langen Tafel. Gleich das erste Gericht stellte sich als besondere Leckerei heraus: Omas
echte Hühnersuppe aus einem Bio-Suppenhuhn und viel frischem Gemüse. Bei Tisch
erfuhren die Kinder dann von deren heilsamer Wirkung, die auf allen Kontinenten
schon seit „grauer Vorzeit“ geschätzt wird.
Nicht weniger erfolgreich war ein Fischfilet, das – mit Kräutern aromatisiert – in feine Speckscheiben gewickelt und dann in der
Pfanne gebraten wurde. Ein erzieherischer
Nebeneffekt: Selbst die Mädchen, die angesichts des rohen Fischfilets „iiii“ gerufen hatten, verlangten beim Essen ein zweites und
drittes Stück. Sie lernten so eine gelungene
Alternative zu den vorfabrizierten Fischstäbchen aus dem Kühlregal. Als nächste kulinarische Aktivität mit Kindern ist in der Vorweihnachtszeit ein Backkurs geplant.
ES
Start in die City-Pastoral
Jeden Samstag Mittagsgebet in der Jesuitenkirche
BAD MÜNSTEREIFEL. „Wir müssen Impulse geben und als Kirche unsere Chance nutzen“, fasst Pfarrvikar Ludwig Pützkaul die im
Pastoralkonzept anvisierte City-Pastoral zusam-
Roswitha Fahrendorf und Kirchenmusiker Markus Henneböhl beim Mittagsgebet. (Foto: AK)
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
men, die jetzt mit einem ökumenischen „Mittagsgebet am Samstag“ für alle Bewohner und
Besucher der Stadt startete. Pastoralteam und
Kirchenmusiker laden jeden Samstag um 12
Uhr ein, sich eine „kurze Auszeit zu nehmen,
zur Ruhe zu kommen und Atem zu holen“. Ursprünglich war der Start parallel zur von der
Stadt geplanten und nun auf 2014 verschobenen groß angelegten Änderung der Einzelhandelsstruktur vorgesehen. „Aber wir wollten jetzt endlich anfangen“, sagt Gemeindereferentin Schwester Roswitha Fahrendorf. In der
Sommer- und Ferienzeit gibt es stets deutlich
mehr Besucher in der Stadt. Daher wurde für
das samstägliche Angelus St. Donatus, auch Jesuitenkirche genannt, in der Haupteinkaufsstraße gewählt. Künftig sind auch Ausstellungen
in der Kirche geplant.
AK
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Wechselvolle Geschichte
Bonn: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
Heimatverein stellt Geschichtstafel an Kapelle auf
MECKENHEIM. Viel Lob seitens der Stadt
Meckenheim und der Kirchengemeinde St.
Johannes der Täufer erntete der Heimatverein Meckenheim für seine Initiative, an der
Stephanuskapelle eine Hinweistafel aufstellen zu lassen. Diese sei eigentlich viel zu
klein, um alle Daten der geschichtsträchtigen
Kapelle aufzulisten, erläuterte der Vorsitzende des Vereins, Meinolf Schleier. Aber die
wichtigsten Daten, Namen und Fakten sind
darauf verzeichnet.
Erstmals erwähnt wurde die Stephanuskapelle im Jahr 1362 als eine Stiftung der Junker zu Meckenheim. Mehrfach musste sie im
Laufe der Jahrhunderte neu aufgebaut werden. Sie erinnert nunmehr an die Gefallenen
der Kriege 1864, 1870-71 und der beiden
Weltkriege.
Ebenfalls ein Denkmal ist die 120 Jahre alte Kastanie neben der Kapelle. Um ihre
baumchirurgische Behandlung und damit
Rettung hat sich ebenfalls der Heimatverein
verdient gemacht.
ES
Auf einer Geschichtstafel erläutert der Heimatverein die wechselvolle Geschichte der
Kapelle auf dem Stephansberg. (Foto: ES)
Über 1700 Essen täglich frisch
Segen für den Cateringbetrieb „Die Küche“
BONN-TANNENBUSCH. Gekocht wird in
der Großküche der Katholischen Jugendagentur „Die Küche“ schon länger, aber erst jetzt geschieht das auch mit kirchlichem Segen. Dafür
sorgten Stadtjugendseelsorger Dr. Meik Schirpenbach, Stadtdechant Monsignore Wilfried
Schumacher und der Diözesanjugendseelsorger Meik Kolb, die zusammen mit zahlreichen
Gästen den Cateringbetrieb in der Fraunhoferstraße besuchten. 16 Angestellte sorgen dafür,
dass täglich über 1700 Essen für die Offenen
Ganztagsschulen in Bonn, Alfter, Bornheim
und Meckenheim das Haus verlassen, die zum
Teil auch in der Trägerschaft der Katholischen
Jugendagentur sind. Darüber hinaus unterstützt
„Die Küche“ Jugendliche, die sich mit dem geregelten Schulalltag schwer tun; sie können hier
unter sozialpädagogischer Anleitung erste praktische Arbeitserfahrungen sammeln.
Dieses Projekt ist im Fachbereich Jugendsozialarbeit angesiedelt, einem der fünf Fachbereiche der Agentur. Die Katholische Jugendagentur Bonn ist eine gemeinnützige GmbH
und ein Zusammenschluss der drei ehemaligen Katholischen Jugendwerke Rhein-Sieg,
Bonn und Euskirchen und der ehemaligen
Jugendfachstelle Bonn mit insgesamt 52
Einrichtungen. Diese firmieren seit dem 1.
April 2013 gemeinsam unter dem neuen Namen.
BBW
Verantwortliche, Mitarbeiter, Gäste und Seelsorger hatten sichtliches Vergnügen bei ihrem
Besuch anlässlich der Segnung des Cateringbetriebs „Die Küche“.
(Foto: BBW)
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
BONN. Unter dem Leitthema „Als
Glaubende gehen wir unseren Weg“ lädt
die Bonner Kevelaer-Bruderschaft zu ihrer 314. Wallfahrt ein. Die Fußwallfahrt
beginnt am Samstag, 24. August, mit der
Pilgermesse um 7.15 Uhr in St. Remigius, Brüdergasse. Die Pilger werden am
Samstag, 31. August, zurückkehren und
ihre achttägige Wallfahrt um 16 Uhr –
ebenfalls in St. Remigius – beenden. Informationen und Anmeldung zur Fußwallfahrt bis zum 12. August bei Josef
Geus unter Telefon (0 22 08) 86 83. Zur
Buswallfahrt am Dienstag, 27. August,
sind Karten unter anderem im Münsterladen, Gerhard-von-Are-Straße 1, erhältlich. Bus- und Fußwallfahrer treffen sich beim Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp
um 10 Uhr in der Basilika St. Marien in
Kevelaer.
BONN-SÜD. Nach mehrmonatiger
Bauzeit hat die Kindertagesstätte des
Hilfswerks der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Bonn mit einem Sommerfest die Eröffnung und Segnung des
sanierten Außengeländes gefeiert. Die
vorherige Anlage aus den 70er-Jahren
war dringend sanierungsbedürftig gewesen. Durch großzügige Spenden von Firmen und Stiftungen konnte die 85 000
Euro teure Maßnahme verwirklicht werden. Den Gottesdienst hielt Hochschulpfarrer Pater Gerold Jäger von der Gemeinschaft Chemin Neuf. Der Kindergarten befindet sich im Augustinushaus,
einem Wohnheim des Studentenwerks
mit internationaler Klientel in der Bonner Südstadt, und bietet 30 Plätze in
zwei Gruppen mit je 15 Kindern im Alter von acht Monaten bis sechs Jahren.
MECKENHEIM.
„Nachwachsende
Rohstoffe – Energiequellen der Zukunft“
heißt es am Montag, 12. August, um 20
Uhr bei der Kolpingsfamilie im Pfarrsaal St. Johannes. Es referiert der Geschäftsführer des Uni-Campus’ KleinAltendorf, Professor Dr. Ralf Pude. Am
Samstag, 24. August, lädt die Kolpingsfamilie zu einer Wanderung durch die
heimischen Plantagen zum Obsthof Felten ein. Start ist um 14.30 Uhr auf dem
Kirchplatz.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 49
AUS DEM ERZBISTUM
Bedburg, Bergheim, Kerpen,
Pulheim, Brühl, Erftstadt,
Frechen, Hürth und Wesseling:
Michael Kasiske,
Telefon (0 22 32) 3 56 70
RHEIN-ERFT-KREIS. Kreisdechant
Achim Brennecke lädt zur Messe auf
den Papsthügel am Marienfeld am
Freitag, 16. August, ab 19 Uhr ein.
Hauptzelebrant und Prediger wird Pater Manfred Kollig aus Münster sein.
Er war beim Weltjugendtag 2005 für
den liturgischen Rahmen und die Gestaltung des heutigen Papsthügels verantwortlich. In Erinnerung an die Veranstaltung vom August 2005 werden
vertraute WJT-Lieder gesungen.
ERFTSTADT. Erste Hilfe lernen und
Spaß haben können Kinder und Jugendliche in den Gruppenstunden
der Jugend vom Malteser Hilfsdienst
(MHD) in Erftstadt. Im August beginnen Gruppenstunden um 17 Uhr an
den Samstagen 3., 17. und 31. August.
Sie finden in der Stadtgeschäftsstelle,
Kiesstraße 20-22, statt. Weitere Informationen gibt es bei Susanne Venneker
unter Telefon (01 57) 7 66 05 24.
>> www.malteserjugend-erftstadt.de
KÖNIGSDORF. Zu einer „afrikanischen Messe“ lädt der „Utondu“-Förderverein ein. Beginn ist am Sonntag,
4. August, um 11 Uhr in der Hildeboldkirche. Anlass ist das 25-jährige Priesterjubiläum von Kaplan Sergius Duru,
der Initiator der Hilfsaktion ist. Er wird
zusammen mit Pastor Christof Dürig
die Messe zelebrieren.
BRÜHL. Eine neuntägige Bildungsreise nach Südtirol bietet die Kolpingsfamilie Brühl vom 7. bis zum
15. September an. Bei Ausflügen werden der Völser Weiher, die Kirchen
St. Valentin bei Kastelruth und in Bozen-Gries mit dem weltberühmten
Schnitzaltar von Pacher sowie die Altstadt von Bozen erkundet. Der Höhepunkt wird der Besuch des Sonnenplateaus Ritten oberhalb von Bozen mit
der Kommende des Deutschen Ordens
sein. Verbunden ist mit dem Ausflug
auch ein beeindruckender Panoramablick auf die Bergmassive der Dolomiten. Weitere Information gibt es bei
Hermann-Joseph Münch unter Telefon
(0 22 32) 15 28 29 oder per E-mail
HJMuench@kolping-reisen.de
Organisten stellen Instrumente vor
Erftstädter Orgelsommer mit Fahrradtour eröffnet
ERFTSTADT. 30 Kilometer waren die Teilnehmer der Eröffnung des Erftstädter Orgelsommers mit Kantor Donatus Haus mit dem Fahrrad unterwegs. Haus stellte ihnen dabei vier
ganz unterschiedliche Orgeln vor. Bei einer
konnte sogar noch per Hand Wind geschöpft
werden. Die Fahrradtour und zwei Konzerte bildeten den Auftakt zum Erftstädter Orgelsommer. Noch bis zum 13. Oktober präsentie-
ren die Organisten aus Erftstadt ihre Orgeln und
ihr Können. Das nächste Konzert ist am Sonntag, 8. September, um 17 Uhr im Innenhof des
Pfarrzentrums St. Kilian in Lechenich. Theo
Balkhausen spielt unter dem Titel „Dem Himmel näher kommen“. Am Sonntag, 15. September, wird um 19 Uhr das 150-jährige Gemeindejubiläum in St. Lambertus in Bliesheim mit
einem Orgelkonzert gefeiert. Peter Mellentin
präsentiert Werke von
Dupré, Vieme und eigene Improvisationen. Eine
Orgelnacht beginnt am
Mittwoch, 2. Oktober,
um 18 Uhr in St. Pantaleon-Erp. Bis 22 Uhr sollen die Besucher einen
„Abend voller Überraschungen“ erleben. Abschluss der Reihe ist am
Sonntag, 13. Oktober,
um 17 Uhr das Festkonzert zum 165. Chorjubiläum in St. Martin,
Friesheim. Das gesamte
Vier unterschiedliche Orgeln lernten die Teilnehmer an der Eröff- Programm liegt in den
nungsveranstaltung kennen.
(Foto: KAS) Kirchen aus.
KAS
Zeugnisse für junge Sänger
Absolventen der „Kölner Chorschule“ geehrt
BRÜHL. Zehn Kinder des Kinderchores St.
Margareta erhielten jetzt in der Pfarrkirche St.
Margareta ihre Abschlusszeugnisse. Ein Jahr
lang hatten sie an der „Kölner Chorschule“ teilgenommen. In einem Gottesdienst bekamen die
stolzen Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen sechs und 14 Jahren von Kaplan Matthäus Hilus das ersehnte Dokument überreicht.
Dass die Kinder bei ihrer Chorleiterin Brigitte
Tiefringer viel gelernt haben, stellten sie gleich
unter Beweis, indem sie die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen. Die
„Kölner Chorschule“ ist eine spezielle kindgerechte Lehrmethode. Der Chor nimmt Mitglieder im späten Kindergartenalter auf, die ältesten
Kinder sind 14 Jahre alt. Ab sofort können Jungen und Mädchen ab fünf Jahren für das neue
Schuljahr in der „Kölner Chorschule“ angemeldet werden. Informationen unter Telefon
(0 22 32) 2 06 68 60.
KAS
Ihre Abschlusszeugnisse erhielten die jungen Absolventen der „Kölner Chorschule“ im Rahmen eines Gottesdienstes in Brühl.
(Foto: KAS)
50 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Gedenkbild zum Jubiläum selbst gemalt
Köln: Felicitas Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Prälat Dr. Klaus Martin Becker vor 50 Jahren geweiht
EHRENFELD. Da er bereits ein Buch hat, wie
er gerne erzählt, wünscht sich Prälat Dr. Klaus
Martin Becker zu seinem Priesterjubiläum lieber Spenden für die Priesterausbildung in der
Dritten Welt. Am Sonntag, 11. August, feiert
Prälat Becker, der zu der Personalprälatur Opus
Dei gehört, den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe. Der im Nebenamt tätige Diözesanrichter
feiert das Jubiläum am Sonntag, 8. September,
um 11 Uhr in St. Pantaleon, wo er viele Jahre
als Subsidiar tätig war. Geweiht wurde Becker
mit 19 anderen jungen Geistlichen in Madrid,
zuvor hatte er Philosophie und Kunstgeschichte in Navarra und Pamplona studiert, wo er die
Arbeit des Opus Dei kennenlernte. Bereits 1956
trat er dem Werk bei und war somit eines der
ersten Mitglieder in Deutschland. Immer wieder traf er sich mit dem Gründer des Opus Dei,
dem heiligen Josefmaria Escrivá, der ihm mit
auf den Weg gab: „Als Grundstein musst Du
Dich in den Boden stampfen lassen, dann kann
man darauf bauen.“ So setzt sich Becker bis
heute für die Belange des Werkes ein. Die Idee,
das Christsein in Familie und Beruf zu leben,
hat ihn von Anfang an überzeugt. Nach Jahren
in Spanien und Italien kehrte Becker in seine
Heimatstadt Bonn zurück, wo er später in der
Hochschulgemeinde Besinnungstage, Einkehrtage und geistliche Führungen anbot. Er gehörte während der Würzburger Synode dem Be-
ratungsgremium der Bischöfe an. Später wurde er unter Bischof Franz
Hengsbach Spiritual im
Essener Priesterseminar.
Heute lebt der 80-Jährige im internationalen Studentenzentrum Schweidt
und genießt die harmonische Atmosphäre mit den
Prälat Dr. Klaus 30 Studenten aus aller
Martin Becker. Welt und mit vielen Re(Foto: RUM) ligionen. Mit unter seiner
Federführung findet Ende
August in Köln das 44. Internationale Priestertreffen statt. Der Priesterkreis geht auf eine Initiative einiger Priester von Opus Dei zurück, die
sich um geistliche Erneuerung bemühen. Bis
heute geht Prälat Becker gerne seinem Hobby,
der Malerei, nach. So wird eines seiner Madonnenbilder das Gedenkbild zu seinem Priesterjubiläum. Eines seiner Gemälde hängt in
der Zentrale des Opus Dei in Rom. Seine Arbeit als Ehebandrichter im Offizialat empfindet er nicht so trocken, wie ihm von Kardinal Joseph Höffner vorausgesagt wurde. Er
wisse dass die Arbeit „kein Blütenhonig“ sei,
doch empfinde er Freude daran, Menschen
dabei zu helfen, mit Gott in einem geregelten
Verhältnis zu leben.
RUM
Im Niemandsland zu Hause
SKM betreut seit zehn Jahren Roma-Familien
POLL. Im „Niemandsland“ von Poll haben sie
ihre Heimat gefunden. Untergebracht in einem
Übergangsheim am Poller Holzweg leben 130
Roma. Seit zehn Jahren werden sie vom Familienzentrum des Sozialdienstes Katholischer
Männer (SKM) betreut. Jetzt wurde dieses Jubiläum mit einem Sommerfest gefeiert. Dazu
kam auch Pfarrer Jan Opiela, Seelsorger für
Roma und Sinti, der die Bewohner zu einem
Wortgottesdienst einlud. Wie Einrichtungsleiter
Frank Manterfeld berichtete, sind die meisten
Flüchtlinge Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie wurden in ihrer Heimat verfolgt, doch
noch immer droht vielen Familien die Abschiebung, auch wenn sie schon über Jahre in Köln
geduldet werden. Fast keiner hat eine Arbeitserlaubnis. Auch die Mädchen Rada und Isabell leben im Übergangsheim und besuchen die Kindergartengruppe. Nach der Neugestaltung der
Wohnunterkünfte wurden dort zwei Kindergartengruppen eingerichtet. 15 Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis sechs Jahren werden dort betreut. Auch die Schulkinder erhalten
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
eine Über-Mittag-Betreuung. „Wir wollen den
Menschen ein positives Selbstwertgefühl verschaffen, unser Augenmerk liegt auf der Sprache. Nur so kann ein guter Einstieg in die Zukunft geschehen“, so Manterfeld.
RUM
Rada (links) und Isabell werden vom SKM
betreut.
(Foto: RUM)
KÖLN. Die 14 Kolpingsfamilien in der
Stadt Köln haben ihr Bildungsprogramm
für das zweite Halbjahr vorgelegt, in dem
rund 120 Veranstaltungen verzeichnet
sind. Das Programm informiert außerdem über weitere Aktivitäten des Kolpingwerks. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 200. Geburtstag
von Adolph Kolping am 8. Dezember.
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen steht jedem offen. Das Bildungsprogramm kann kostenlos unter Telefon
(02 21) 41 51 75 angefordert werden.
EHRENFELD. Zu einem „kunterbunten
Welt-Kindertag“ lädt das katholische Familienzentrum Ehrenfeld am Donnerstag,
19. September, von 14 bis 18 Uhr auf den
Spielplatz „Die Ehrenfelder“ und in die
Kindertagesstätte St. Ansgar und St. Barbara ein. Für die kleinen Gäste werden
viele Aktionen angeboten. Das Familienzentrum bietet außerdem Informationen
über die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf. Die Nachbarschaftshilfe „Kölsch
Hätz“ stellt ihre Arbeit vor.
>> www.familienzentrum-ehrenfeld.de
KÖLN. Diakon Harry Krause, der als
Krankenhausseelsorger am Evangelischen Krankenhaus Weyertal und als
Subsidiar in St. Karl Borromäus in Sülz
tätig war, starb jetzt im Alter von 80 Jahren. Nach seiner Diakonenweihe 1976
war der gebürtige Berliner als Diakon im
Hauptberuf an St. Joseph in Hürth und
in St. Severin in Hürth-Hermülheim tätig. Er wurde darüber hinaus Caritasbeauftragter des Dekanats Hürth. Von 1982
bis 1986 folgte sein Einsatz an Christus
König in Porz-Wahnheide und zusätzlich ab Mai 1983 als Caritasbeauftragter
im Dekanat Porz. Im Oktober 1992 trat er
in den Ruhestand. Er lebte zuletzt in Kerpen-Balkhausen.
KÖLN. Sprechstunden zum Thema Demenz bietet Diplom-Sozialarbeiterin
Anne Schulte-Sutrum von der Alexianer
Köln GmbH an. Sie finden in den Stadtteilen Junkersdorf, Lövenich, Weiden
und Meschenich jeweils einmal im Monat statt. Weitere Informationen gibt es
unter Telefon (0 22 03) 3 69 11 31 77.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 51
KLEINANZEIGEN
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KLEINANZEIGEN
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AUS DEM ERZBISTUM
Briefmarken für Kinder in Not
9.7. Jürgen Gluske, Wesseling. Klaus Erkelenz, Erftstadt. Peter Jansen, Wesseling.
Eva Elsäßer, Solingen. Helene Schmidt, Overath. 10.7. Anna Kunze, Wesseling. A. Feldes für St. Johannes, Lohmar. Lothar Roos,
Bonn. Katharina Roth, Köln. 11.7. Käthe
Poulheim, Köln. A. Feldes für St. Johannes,
Lohmar. Gertrud Schumacher, Gummersbach. Hutter, Siegburg. Walter Wilhelm, Unkel. Margret Zimmermann, Zülpich. Karin
Sennewald, Bonn. Renate Joisten, Bonn. Peter Loreck, Efferen. Alwine Ennenbach, Lohmar. Gisela Urban, Köln. Hildegard Keutzberg, Roisdorf. I. Kreis, Königswinter. Helga Pulcher, Köln. 12.7. Christa Frings-Keferstein, Köln. Christa Teichmann, Erkrath.
Marliese Kölschbach, Windeck. 15.7. Kath.
Kirchengemeinde, Wipperfürth-Kreuzberg.
Dr. Joh. Stemmler, Köln. Lucia Helene Andries, Bonn. Chr. Fontana, Köln. Alfred Stratmann, Düsseldorf. Erika Briele, Köln. Mechthild Buch, Leverkusen. Römer, Köln. Maria
Munkes, Benrath. 16.7. Ulrike Winkels, Ratingen. 17.7. Anni Pöhlke, Burscheid. Alfred
Lausch, Erkrath. J. Feldhoff, Radevormwald.
Margarete Lehmann, Düsseldorf. E. Utz,
Köln. Friedhelm Kückemanns, Düsseldorf.
St. Thomas Morus, Mettmann. Dr. Wigbert
Herting, Wuppertal. Gertrud Fromm, Brühl.
St. Josef Krankenhaus, Wipperfürth. 18.7.
Hans-Herbert Mecking, Neuss. Alfons Müller, Bergheim. Helga Haufer, Wipperfürth.
M. Hoffmann, Köln. Hans Heskamp, Wipperfürth. Maria Recker, Düsseldorf. Ottilie
Braun, Köln. Heinrich Klütsch, Elsdorf. Renate Siemann, Brühl. 19.7. Hildegard Kreutzberg, Roisdorf. Kfd St. Maximin, Wülfrath-
Düssel. 22.7. Gertrud Gausepohl, Wuppertal. Walter Wolff, Bergisch Gladbach. Inge
und Karl-Rudolf Thull, Ratingen. 23.7. Kath.
Kirchengemeinde St. Lucia, Overath. Annemie Krupp, Zülpich. Peter Jansen, Wesseling.
A. Sommerfeld, Köln. Irene Henseler, Düsseldorf. Kath. Erwachsenen- u. Familienbildung, Bergisch Gladbach. St. Thomas Morus, Mettmann. Ottilie Braun, Köln. Katharina Timmer, Bergheim. Schw. Anne-Pascal u.
Schw. Paula Elisabeth, Luxemburg. 24.7. Elisabeth Munker, Bonn. Maria Schiffer, Grevenbroich. Magrid Pauelsen, Grevenbroich.
Helmut Marx, Bornheim. Reinbolt Schwerber, Rheinbach.
Allen Sammlern sei herzlich gedankt. Bitte
schicken Sie Ihre Briefmarken an die Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln.
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
KULTUR
Musikalische Andenkenpflege
Das Musical „Kolpings Traum“ im Wuppertaler Opernhaus - Karten zu gewinnen
F
ür die Mitglieder der vielen Kolpingsfamilien im Erzbistum, in Deutschland, ja in
der ganzen Welt ist es nichts Neues, im Gegenteil. Sie empfinden gerade heute, dass die
Ideen des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping
aktuell wie schon immer sind. Für den Regisseur des Musicals „Kolpings Traum“, Christoph Jilo, ist es „frappierend, wie sich die Aussagen von damals übertragen lassen“. Und so
darf man gespannt sein, was nach der Premiere am 2. August im Fuldaer Schlosstheater dann ab dem 15. August im Wuppertaler
Opernhaus zu sehen und zu hören sein wird.
Dabei bedienen sich die Musical-Macher
Die Kolping-Gedenktafel am Pfarrhaus von
St. Laurentius.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
eines beliebten Kunstgriffes. Mithilfe von
fiktiven Figuren machen sie den historischen
Kolping „greifbar“. So wird es leichter zu erklären, warum Kolping zum Sozialreformer
wurde und die Idee des Elberfelder Lehrers
Johann Gregor Breuers für einen Gesellenverein so beherzt umsetzte.
Den jungen Adolph Kolping singt und
spielt Maximilian Mann. Keine einfache Rolle, denn schließlich wurde Kolping ja schon
seliggesprochen. Aber der 25-Jährige sieht die
Rolle auch als Chance. Agieren wird er in einem aufwändigen Bühnenbild, an dessen Erstellung auch Kolpinger mitgearbeitet haben.
Ein erstes Hineinhören in verschiedene Songs
des Musicals lässt deren „Ohrwurmqualität“
durchaus erhören.
Natürlich lässt sich die Stadt Wuppertal den 200. Kolping-Geburtstag (8. Dezember) nicht entgehen. So wurde nicht nur das
Opernhaus für die Musical-Aufführungen zur
Verfügung gestellt, das Historische Zentrum,
Museum für Frühindustrialisierung, zu dem
auch das so genannte Engels-Haus gehört,
organisiert in Kooperation mit dem Kolpingwerk Deutschland eine Gedenkausstellung.
Und das Wuppertal-Marketing hat nicht nur
für Musical-Besucher ein attraktives Rahmenangebot entwickelt.
So lässt sich über die Internet-Seite der
Agentur ein Rundgang zu den wichtigsten
Stationen von Kaplan Kolping in Elberfeld,
aber auch zu historischen Orten in Barmen
herunterladen. Ebenfalls kann man Hotelpakete mit Eintrittskarten für die Ausstellung
buchen.
Maximilian Mann spielt den jungen Adolph
Kolping.
(Fotos: PA)
Angesagt haben sich in Wuppertal schon
zahlreiche Kolpingsfamilien aus ganz
Deutschland.
Unter den Leserinnen und Lesern der Kirchenzeitung verlosen wir zehn mal zwei Eintrittskarten für die Premiere am 15. August.
Senden Sie uns eine Postkarte mit dem Stichwort „Kolpings Traum“ bis zum 7. August an
Redaktion Kirchenzeitung, Ursulaplatz 1,
50668 Köln oder per E-Mail an redaktion@
kirchenzeitung-koeln.de.
HELMUT PATHE
>> kolping-musical.de
>> wuppertalshop.de
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AUS DEM ERZBISTUM
„Sie haben den nötigen Weitblick“
Haus Sonnenberg seit fünf Jahren Kinder- und Jugendbildungsstätte der KjG
ODENTHAL. Grußworte und gute
Wünsche, eine Grillplatz-Segnung
und Live-Musik, Gummihuhngolf
und andere Gartenspiele – all das
gab es am 20. Juli beim Jubiläumsfest der Kinder- und Jugendbildungsstätte Haus Sonnenberg in
Odenthal-Voiswinkel, die seit fünf
Jahren in Trägerschaft des Diözesanverbandes Köln der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) ist.
„Sie sind auf der Höhe und
sie haben den nötigen Weitblick“,
meinte Odenthals Bürgermeister
Wolfgang Roeske sowohl in Bezug auf die Lage des Hauses als
auch auf dessen Angebgote. „Das
ist eine wahnsinnige Arbeit, die
sie hier leisten.“ Auch CDU-Landtagsabgeordneter Rainer Deppe
lobte die Arbeit der KjG. „Jugendliche, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, muss man
fördern“, sagte er und warb darum, dass in der Verbandsarbeit engagierte Jugendliche sich auch im
öffentlichen Leben und in der Politik einbringen sollten. „Ich biete
gerne an, mal herzukommen, da-
Diözesanjugendseelsorger Mike Kolb (links) segnete den Grillplatz,
den zwei KjG-Gruppen aus Herkenrath und Herrenstrunden bei der
72-Stunden-Aktion angelegt haben.
(Foto: KB)
mit wir miteinander diskutieren
können“, sagte er und bekam ein
promptes „Sie sind herzlich eingeladen“ zurück von KjG-Referent
Thomas Pieger, der die Kinderund Jugendbildungsstätte Haus
Sonnenberg leitet.
„Als wir vor fünf Jahren die
Pacht für das Haus übernahmen,
wollten wir eine sehr breite Zielgruppe ansprechen, und das ist
uns gelungen“, erklärte Pieger. „Es
kommen Firmgruppen, ehrenamtliche Gruppenleiter und -leiterinnen, Azubigruppen, Kindergärten
und andere Bildungsträger. Sogar
Ferienfreizeiten werden in Haus
Sonnenberg verbracht.“ Am häufigsten seien aber Schulklassen
zu Gast, da sich einige Seminare explizit an junge Menschen im
Klassenverband richteten. Insgesamt verbuchte das Haus, in dem
sowohl Selbstverpflegung möglich ist als auch Vollverpflegung
gebucht werden kann, in den vergangenen fünf Jahren über 20 000
Übernachtungen junger Menschen.
KB
Woll-Döme für den guten Zweck
Aktion anlässlich des Wollfestivals – Strickanleitung im Internet
KÖLN. Es gibt ihn als Kuschelkissen und
Plätzchenausstecher, als Windlicht und Flaschenöffner, auf Frühstücksbrettchen und
Pillendosen, ... den Kölner Dom. Deutlich
zunehmen wird diesen Monat die Zahl der
„Strick-Döme“, denn die Organisatoren des
Wollfestivals, das am 17. und 18. August in
Köln stattfindet, haben zum DomspitzenStricken aufgerufen. „Nimm Deine Wollres-
te, stricke nach unserer kostenlosen Anleitung und fotografiere Deine Domspitzen in
Deiner Umgebung“, bitten sie. „Danach hänge einen Zettel mit Deiner Stadt auf das Gestrickte und schicke es an: Wollfestival/Maschenkunst, Christophstraße 9-11, 50670
Köln.“
Die kleinen Kathedralen-Kunstwerke werden dann zum Festival rund um den
Veranstaltungsort, das Deutsche Sport- und
Olympiamuseum, aufgehangen. Während
und nach der Veranstaltung werden sie für
je fünf Euro verkauft und das Geld an die
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gespendet. Wer mitmachen möchte, findet
die Strickanleitung im Internet unter der Rubrik „Goodies/Mach mit“.
KB
>> www.wollfestival.de
Auch Mitarbeiterinnen des Generalvikariats haben schon fleißig gestrickt. Ihre Domspitzen hängen dort zurzeit in der sechsten Etage. (Foto: KB)
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
AUS DEM ERZBISTUM
„Misa Panamericana“ mit
mexikanischer Musik
Ein Kreuz aus dem Kreuz
KÖLN. Ein Kreuz, gefertigt aus
dem Holz des Kreuzes, das jahrelang auf dem Papsthügel auf
dem Marienfeld stand, brachte
jetzt der Kreisdechant des RheinErft-Kreises, Monsignore Achim
Brennecke (links), mit dem dazugehörenden Zertifikat Chefredakteur Robert Boecker in die
Redaktion. Gegen eine Spende
von mindestens 20 Euro, die für
die Unterhaltung des Papsthügels verwendet werden, können
die nur in begrenzter Zahl vorhandenen Kreuze bei der Kreiszentrale der Katholischen Kirche
im Bergheimer Kardinal-FringsHaus erworben werden. Bestellungen sind möglich unter Telefon (0 22 71) 90 81 10.
DÜSSELDORF. Wie katholische Liturgie in
der „Misa Panamericana“ angereichert wird
mit mexikanischer Mariachi-Musik, einer Facette der mexikanischen Volksmusik, kann
man am Sonntag, 4. August, um 12 Uhr in
der Kirche St. Adolfus, Kaiserswerther Straße 66, erleben. Pfarrer Heribert Dölle und Padre Marcelo Quiroga werden gemeinsam die
Messe feiern, zu der die Deutsch-Mexikanische Gesellschaft, das Honorarkonsulat von
Mexiko in Düsseldorf und die dortige katholische spanischsprachige Mission einladen. Die letzte Veranstaltung dieser Art hat es
2006 in Düsseldorf gegeben. Im Anschluss an
die Messe findet vor der Kirche eine mexikanische Fiesta statt. Die Veranstalter bitten
um Spenden zur Sanierung der Wasserversorgung im Dorf El Retiro in Mexiko.
KB
>> www.deutschmexikanisch.de
Die eigene Identität entdecken
KiZ und KSI laden zur Sommerakademie
BAD HONNEF. Um nicht weniger als die Frage „Wer bin ich?“ geht es bei der Sommer-Akademie, zu der das Katholisch-Soziale Institut
(KSI) in Kooperation mit der Kirchenzeitung
einlädt. Von Freitag, 8. bis Sonntag, 11. August,
kann man dabei der Frage nachgehen, wie Literatur, Musik, Malerei
und bildende Kunst das Verständnis
unserer eigenen Existenz vertiefen,
ja deren innerstes Fundament, unser
Personsein, allererst wachrufen und
zu Bewusstsein bringen.
Wie tiefgehend berühren die Begriffe Person, Persönlichkeit, Ich,
Subjekt und Selbst das Mysterium
unseres Lebens? Was davon vermögen Kunstwerke zum Ausdruck zu
bringen? Und wie lässt sich religiöse Erfahrung im Spektrum dieser
Begriffe beschreiben? Das Seminar lädt dazu ein, im persönlichen
Gespräch mit Künstlern und Theologen der Frage nach der eigenen
Identität nachzugehen. Eine Reihe
erstklassiger Referenten freut sich
auf diese Akademie, darunter Dr.
Werner Trutwin, der das Verständnis der Person in der Religionsgeschichte entfaltet, Maria Jonas, die
den musikalischen Schlüssel zur
Person bei Hildegard von Bingen
erleben lässt, und Karl-Heinz Ott,
der in literarischen Übungen die
persönliche Identität erhellt. Darüber hinaus wird in Meditationen mit
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Odilo Lechner OSB, dem Altabt von St. Bonifaz und Andechs, die Person vor dem Angesicht
Gottes zum Thema. Konzert- und Museumsbesuche ergänzen das Programm, etwa eine Sonderführung durch die Ausstellung „Schau mich
an“ im Arp Museum Remagen oder eine Aufführung von Haydns „Die sieben letzten Worte
unseres Erlösers am Kreuze“. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0 22 24) 95 50. EB
>> www.ksi.de
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 57
SCHÖNES ZUHAUSE
Auf kleinem Fuß dem Himmel entgegen
Kletterpflanzen kommen mit wenig Standfläche aus
S
ie verschönern Hauswände und Mauern
und kommen dabei mit wenig Standfläche aus: Kletterpflanzen. Mitten in der Stadt
können sie Lebensraum bieten für Insekten
und Vögel. Sie befeuchten die Luft und filtern Schadstoffe heraus. Dabei hat jede Kletterpflanze ihren eigenen Charme: manche
verzaubern mit reicher Blütenpracht, andere
haben besonders schönes oder schön färbendes Laub, wieder andere auffallende Früchte oder einen betörenden Duft. Profis unterscheiden so genannte Selbstklimmer wie
Efeu, Kletterhortensie oder Wilden Wein
von den Pflanzen, die eine Kletterhilfe benötigen. Dazu zählen zum Beispiel Geißblatt
und Klettertrompete, Glyzinie und die große
Gruppe der Waldreben (Clematis).
Warmer Kopf und
kalter Fuß bevorzugt
Wilde Clematis haben meist sehr viele,
eher kleine Blüten, während die Kreuzungen
meist größere, oft auch mehrfarbige oder auffällig geformte Blüten tragen. Auch die Blütezeiten sind unterschiedlich: Frühe Clematis blühen schon ab Ende Februar, die meisten jedoch im Zeitraum Mai bis September.
Was den Standort angeht, sind die Waldreben
nicht besonders anspruchsvoll, allerdings bevorzugen sie „einen warmen Kopf und einen
kalten Fuß“. Das heißt, die Triebe suchen die
Sonne, während die Wurzel und die Triebbasis vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt sein sollten. Am besten pflanzt man
einen kleinbleibenden Strauch vor die Clematis, sodass die Basis der Pflanze im kühlen Schatten liegt.
Blüten an den
Seitentrieben
Aufgrund ihrer Wuchskraft und Blütenfülle
gilt die Waldrebe als „Königin der Kletterpflanzen‘‘.(Foto: Susanne Schmich/pixelio.de)
Klassische Kletterrosen erreichen eine
Höhe von etwa ein bis zwei Metern. Sie blühen meist mehrmals im Jahr und können so
die Hauswand vom Juli bis in den November
hinein schmücken. Die Blüten der Kletterrosen bilden sich an den Seitentrieben. Werden die Haupttriebe beim Binden möglichst
waagerecht oder bogenförmig geleitet, entwickeln sich mehr Seitentriebe als bei straff
aufrecht wachsenden Pflanzen. Es empfiehlt
sich deshalb, Kletterrosen nicht zwischen die
Fenster zu setzen, sondern direkt darunter.
Durch die dann waagerecht geleiteten Triebe wird die Blütenfülle schon in Bodennähe
gefördert. Wichtig ist darauf zu achten, dass
das Bindematerial nicht die Rinde der Pflanzen einschneidet.
58 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Kletterrosen blühen meist mehrmals im Jahr,
können bis in den November hinein die Hauswand schmücken. (Foto: virginia43/pixelio.de)
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Es duftet
so gut!
Am 15. August werden
Kräutersträuße gesegnet
Liebe Kinder,
wenn ich früher Halsschmerzen hatte, dann
hat meine Mutter mir oft Kamillentee gekocht. Der roch ganz gut und hat meistens
auch geholfen, sodass mein Hals wieder gesund und heil wurde. Zum Glück gibt es
viel gute Medizin in der Natur. Heilkräuter nennt man sie. Von ihnen kann man gute
Tees kochen oder auch eine Entzündung
heilen. Früher wussten die Menschen viel
mehr über die Kräuter als wir es heute wissen. Wir gehen schnell zum Arzt oder in die
Apotheke. Das war nicht immer so.
Mitten im Sommer kann man die Natur besonders bestaunen. Dann blühen viele Kräuter und Blumen auf den Wiesen und
am Waldrand. Man kann schöne Sträuße
pflücken und sie zu Hause in eine Vase stellen. Man hat so nicht nur etwas Schönes für
die Augen, sondern auch für die Nase. Es
riecht im ganzen Zimmer nach der Natur.
Das ist wirklich schön, wenn man nicht gerade Heuschnupfen hat…
Ein großes Fest der
Gottesmutter Maria
Ich möchte Euch eine alte Legende erzählen, die auch mit herrlichem Duft zu tun
hat. Als Maria, die Mutter von Jesus, gestorben war, haben die Jünger sie in ein Grab
gelegt. Nach drei Tagen, so die Geschichte, sind sie wieder zum Grab gegangen. Das
Grab war leer, dafür lagen dort ganz viele
Blumen, und es duftete herrlich nach Kräutern.
Mitten im Sommer feiern wir am 15. August ein großes Fest der Gottesmutter Maria. In allen katholischen Kirchen sieht man
ein Bild oder eine Figur der Gottesmutter.
Meistens hält sie Jesus als Kind auf dem
Arm und zeigt uns dieses Kind. Weil sie Jesus so sehr geliebt hat, und Jesus sie auch so
sehr lieb hatte, glauben wir, dass Jesus seine
Mutter nach ihrem Tod sofort in den Himmel geholt hat. Gott möchte, dass es allen
Menschen gut geht. Daher hat er die Schöpfung so großartig gemacht. Die Kräuter der
Natur heilen, sie schenken schöne Düfte,
und alles ist da, um Gott zu ehren.
Noch heute werden in vielen katholischen Kirchen am 15. August, dem Fest
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Im Sommer wachsen auf den Wiesen viele duftende Blumen und Kräuter.
der Aufnahme der Gottesmutter Maria in
den Himmel, gebundene Kräutersträuße gesegnet und den Gläubigen mit nach
Hause gegeben. Sie erinnern daran, dass
Gott es gut mit uns meint. Er möchte, dass
es uns gut geht. Und wenn wir gestorben
sind, möchte er uns zu sich holen. Dafür
stehen die Kräuter und ihr guter Duft, ihre
leuchtenden Farben und alles, was uns froh
macht.
Wer in den Sommerferien nach Bayern
oder Österreich fährt und dort am 15. Au-
(Foto: KNA)
gust in eine katholische Kirche geht, der findet noch viele dieser schönen Bräuche.
Euer Pastor
Pastor Guido Assmann aus Neuss
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 59
FAMILIE
„Von Gott erfüllt, mit Menschen unterwegs“
Familienwallfahrt am 22. September führt zum Kloster Steinfeld
V
on Gott erfüllt, mit Menschen unterwegs“ lautet das Motto der diesjährigen
Familienwallfahrt am Sonntag, 22. September. Das Bistum Aachen lädt Eltern, Kinder,
Alleinerziehende und Großeltern aus dem
Erzbistum Köln sowie den Bistümern Aachen, Limburg und Trier zur Begegnung im
Kloster Steinfeld in der Eifel ein.
Das Programm beginnt um 10 Uhr mit einer spirituell gestalteten Sternwallfahrt. Die
Teilnehmer starten von unterschiedlichen
Orten und gehen zwischen drei und zehn Kilometer lange Strecken zum Kloster Steinfeld. Nach dem gemeinsamen Mittagessen
stehen Workshops sowie Angebote zum Singen, Malen, Tanzen und Spielen auf dem
Programm. Zum Abschluss der Wallfahrt feiert der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff mit den Teilnehmern um 16 Uhr einen
Gottesdienst.
Die Geschichte von Kloster Steinfeld geht
bis in das Jahr 1070 zurück. 1184 wurde es
zur Abtei erhoben. Es ist beliebt als Wallfahrtsstätte zum Grab des Heiligen Hermann-Josef (1150-1241). Heute ist das Kloster ein Kolleg des Salvatorianer-Ordens.
Studium mit Behinderung
oder chronischer Erkrankung
Für angehende Studenten, die eine Behinderung oder chronische Erkrankung haben, gibt
es eine neue Internetplattform des kombabbKompetenzzentrums NRW. Eine Datenbank
informiert über barrierefreie Angebote an
Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Für
den Erfahrungsaustausch wurde ein Forum
eingerichtet. In NRW leben 2,6 Millionen
Menschen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung, davon sind mehr als
72 000 zwischen 18 und 24 Jahre alt, heißt
es in einer Mitteilung des kombabb-Kompetenzzentrums NRW. Acht Prozent aller Studierenden hätten eine Behinderung oder eine
chronische Erkrankung und seien im Studium beeinträchtigt. Die Planung eines Studiums erfordere eine umfangreiche Recherche, einen hohen Organisationsaufwand und
viel Zeit. Das kombabb-Kompetenzzentrum
NRW ist ein Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft Behinderung und Studium und
wird vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW gefördert.
ALS
>> www.kombabb-internetportal-nrw.de
Ein Ort mit Geschichte: Kloster Steinfeld in der Eifel. (Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de)
Die Teilnahme an der Wallfahrt ist kostenlos; Essen und Getränke müssen bezahlt werden. Anmeldeschluss ist der 6. September.
Die Anmeldung erfolgt über das Bischöfliche Generalvikariat in Aachen, Tel. (02 41)
45 23 79. Die Familienwallfahrt findet alle
zwei Jahre an verschiedenen Orten in den beteiligten Diözesen statt.
ALS / KNA
>> www.familienwallfahrt.info
Reise durch das Alte Testament
Ein Lesebuch für die ganze Familie
D
ie Autorin Suzanne Lier, Mutter von
fünf Kindern, schreibt das Vorwort für
Kinder zu diesem üppigen Bildband und lädt
sie ganz besonders ein, das Buch zu lesen,
in dem viele Geschichten aus dem Anfang
der Bibel ausgesucht und zusammengestellt
sind. Zu jeder Geschichte gibt es ein Kunstwerk.
Jakob zieht mit seiner Familie nach Ägypten.
Diese Szene stammt von einem Glasfenster
im Erfurter Dom.
(Foto: Läufer)
60 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Die Autorin wünscht den lesekundigen
Kindern und den Eltern, die in der Familie
dieses Buch zur Hand nehmen, viel Zeit, die
Kunstwerke anzuschauen, um dadurch die
Bibeltexte besser zu verstehen. Den Erwachsenen möchte Suzanne Lier helfen, Vorurteile gegen das Alte Testament abzubauen, getreu der These „Das Alte Testament als Wahrheitstraum des Neuen“ zu verstehen. In Einleitungen, Exkursen und Textkommentaren
wird theologisches Hintergrundwissen vermittelt, um mit Hilfe der Bilder Kindern und
ihren Familien den Reichtum der Geschehnisse der ersten fünf Bücher der Bibel aufzuschließen. Ein dankenswerter Versuch ist
dieses Buch allemal. Ob er gelingt, hängt
von der Erprobung mit Kindern ab.
EL
Suzanne Lier: Reise durch das Alte Testament. Die fünf Bücher des Mose. Ein Lesebuch für die Familie mit Bildern der
Kunst. Verlag Bibel und Kunst. ISBN
978-3-9815308-0-3. 381 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen. 29,90 Euro.
Ausgabe 31-32/13 | 2. August 2013
KULTUR
Wenn die Nächte klassisch werden
Konzertreihe in der Alten Abtei Brauweiler – Vergünstigte Karten
L
ängst haben die „Classic Nights“ im Marienhof neben der alten Abteikirche ihren festen Platz im Terminkalender der Musikfreunde und das über das Rheinland hinaus. Denn nicht nur das musikalische Angebot an den drei Abenden ist alljährlich etwas
Besonderes, auch die Atmosphäre, die Musik im Schatten der Kirchtürme genießen zu
können, ist einmalig.
Das erste Konzert der drei klassischen
Nächte findet am Freitag, 30. August, 20
Uhr, statt. Auf dem Programm steht die kleine Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydns Cellokonzert in C-Dur
und Werke von Ravel, Grieg und Brahms.
Solistin ist Judith Ermert, Violoncello. Sie
musiziert mit dem Breslauer Kammerorchester unter Leitung des französischen Dirigenten und Cellisten Olivier Robe.
Der zweite Abend der Reihe am Samstag,
31. August, 20 Uhr, ist überschrieben „Nächte in spanischen Gärten“. Friedmann Wuttke präsentiert virtuose Gitarrenmusik spanischer Komponisten von der Klassik bis zur
Moderne. Partner Wuttkes ist die Camerata
Europeana. Für zusätzliches spanisches Flair
sorgt dabei Felix Matzura mit seinem Kastagnettenspiel. Gespielt werden Werke von
Bocherini, Albeniz und Granados.
Auch der dritte Abend (Samstag, 7. September, 20 Uhr) ist mit „The well seasoned
Clarinet“ eigens überschrieben und verspricht ein ungewöhnliches Klangerlebnis.
Denn mit dem Klarinettisten Andy Miles
konnte ein Musiker verpflichtet werden, dem
der Brückenschlag von der Klassik zum Jazz
gelingt. Er konnte schon im vergangenen
Jahr das Publikum in Brauweiler begeistern.
Begleitet wird er von den Duisburger Philharmonikern unter Leitung von Ronen Nis-
san. Sie spielen Werke von Vivaldi, Tschaikowsky, Piazzolla sowie die Jazz Seasons
(hier bearbeitet für Klarinette und Streichorchester).
Wie schon in den letzten Jahren gibt es
vor dem Konzert sowie in den Pausen kulinarische Angebote im Prälaturhof der Abtei.
PA
INFO
Vergünstigte Karten (nach Verfügbarkeit) für den
zweiten Abend (31. August) können die Leserinnen und Leser der Kirchenzeitung unter Nennung
des Stichworts „Kirchenzeitung“ bis zum 14. August unter Telefon (0 22 34) 9 85 42 40 (montags
bis donnerstags von 9.30 Uhr bis 12 Uhr) bestellen.
Die Karten liegen dann an der Abendkasse bereit.
Ein kleines Buch nicht nur für Kinder
Jürgen Knabe schreibt über die Maltechniken von August Macke und seine Tiere
V
ielen ist er als Gründer und langjähriger
Leiter der Malakademie Köln, die den
Untertitel „Akademie für Menschen reifen
Alters“ trägt, bekannt. Hat Professor Jürgen
Knabe doch zahlreichen Senioren in fast 30
Jahren in der Akademie den Weg zu eigenem
künstlerischen Tun eröffnet (die Kirchenzeitung berichtete).
Jetzt hat er, selbst Maler – vor allem für seine
Porträts gefragt – und
Professor für Malerei
und Kunstgeschichte, ein
Büchlein geschrieben,
das sich scheinbar nur an
Kinder und Jugendliche
richtet: „August Macke
und seine Tiere im Kölner Zoo“. Der Untertitel Professor Jürgen
„Eine Kunstgeschichte Knabe.
(Fotos: PA)
für Kinder und Jugendliche und die Maltechniken von August Macke“ sowie der Hinweis,
das Buch sei für Kinder ab fünf Jahren geschrieben, scheinen es ja fast zu „verbieten“,
sich als Erwachsener dieser Lektüre zu widmen. Das wäre aber ein großer Fehler, denn
Knabe gelingt es mit leichter Feder und wenigen Worten ganz viel über den Künstler
Macke und eben seine Tiere im Kölner Zoo
zu schreiben.
2. August 2013 | Ausgabe 31-32/13
Wenn Knabe am Anfang des Büchleins
die von Kindern oft gestellte Frage beantwortet „Wie wird man Künstler“, fragt er
fast mit Kindermund sofort nach: „Und wie
wird man ein berühmter Künstler?“ Wenn
er dann erzählt, wie die ersten Malversuche
von August Macke in der Schule abliefen,
ist das allerdings nicht zur Nachahmung
empfohlen. Denn Macke trieb nicht gerne
Sport und durfte deshalb „nur“ zuschauen
und dabei seine Mitschüler zeichnen. Übrigens verstand es der sechsjährige Macke
auch nicht, dass er in diesem Alter vormittags in die Schule musste, statt im Zoo oder
am Rhein malen zu können.
Vielleicht beunruhigt es Eltern allerdings etwas, wenn Knabe den Schulweg
des August Macke beschreibt. Denn schon
auf dem Weg ins Gymnasium Kreuzgasse
habe sich der als „großer Künstler“ gegeben, sich mit seiner Freundin Elisabeth getroffen. Zur Beruhigung: Macke heiratete
seine Elisabeth und wurde ein Großer seiner Zunft.
So ist das Büchlein voller Geschichten
zu August Macke, aber auch gespickt mit
vielen praktischen Hinweisen wo man welches Bild anschauen kann. Dabei beziehen
sich die Hinweise wie „ein mittelkörniges
Aquarellpapier könnt ihr als Malblock DIN
A4 kaufen . . .“ auf die Malvorbereitungen.
So macht das Büchlein generationenübergreifend viel Spaß und ist eine gute Anregung für „Ene Besuch im Zoo“.
HELMUT PATHE
Jürgen Knabe, August Macke und seine Tiere
im Kölner Zoo. Paperback, 48 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Frieling Verlag, München.
ISBN 978-3-8280-2996-5. Preis 9,90 Euro.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 61
RÄTSEL
Totengedenken mit Opern-Kolorit
In Verdis Jubiläumsjahr: „Messa da Requiem“ im Rheingau Musik Festival
F
ür beinahe jeden großen Komponisten ist es
eine „Ehre“ ein Requiem zu schreiben – so
auch für Guiseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr auch während des Rheingau
Musik Festivals gefeiert wird.
Guiseppe Verdi gehört ohne jeden Zweifel zu
den großen romantischen Opernkomponisten
des 19. Jahrhunderts in Italien, der es wie kein
zweiter verstand, der menschlichen Gefühlswelt
in seiner Musik Ausdruck zu verleihen. Da verwundert es nicht, dass die „Messa da Requiem“
– auch als geistliche Komposition – den Kolorit der Bühne in sich trägt. Deshalb sticht Verdis Totenmesse unter den Requiemvertonungen hervor: Die angsteinflößende Furcht und
Ankündigung des Jüngsten Gerichts, die bitte-
In der Basilika des Klosters Eberbach wird
Verdis „Messa da Requiem“ von tschechischen Solisten und Musikern zum Klingen
gebracht.
(Foto: Ras)
62 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
re Klage im „Lacrimosa“ oder das irdische Flehen im Finale des „Libera me“ erlangen durch
Verdis Tonsprache eine unglaubliche Tiefe und
Dramatik. Ursprünglich zum Tode Gioacchino
Rossinis begonnen und zum Gedenken an Alessandro Manzoni vollendet, spiegelt dieses Werk
Verdis Auseinandersetzung mit der Liturgie der
katholischen Kirche und den italienischen Geist
dieser Zeit wider.
Unter den Einsendern des Preisrätsels verlosen wir drei mal zwei Eintrittskarten für dieses Klangerlebnis. Schreiben Sie das Lösungswort bis zum 8. August an Redaktion Kirchenzeitung, Ursulaplatz 1, 50668 Köln oder per EMail an redaktion@kirchenzeitung-koeln.de.
>> www.rheingau-musik-festival.de
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BERICHT
50 Euro für den Wiederaufbau
Nach dem Brand am 1. Mai: Arche Noah Marienberge in Elkhausen voll belegt
F
röhliches Lachen klingt von der Wiese
bis zum Eingang der „Arche Noah Marienberge“ im westerwäldischen Elkhausen.
Im Schatten alter Bäume sitzt eine Gruppe
von etwa 20 geistig behinderten Erwachsenen. Angeleitet durch ein Betreuerin spielen die Frauen und Männer ein Kreisspiel
mit einem Ball. Ein Blick in die Gesichter
zeigt, dass die gehandicapten Menschen totalen Spaß haben. Seit Jahren brechen die
Bewohner einer Dortmunder Behinderteneinrichtung für eine Woche aus ihrem Alltag
aus und erleben in dem katholischen Familienferien- und Tagungshaus unbeschwerte
Tage in einer landschaftlich wunderschönen
Gegend. Aus dem Haus mit der frisch gestrichenen Fassade kommt Hans-Georg Rieth nach
draußen. Um ihn herum wuseln fünf Kinder
im Alter zwischen drei und sieben Jahren. Ihnen hat der 45-jährige Leiter des im kommenden Jahr 60 Jahre alten naturnahen Familienferienhauses versprochen, zu zeigen, wie man ein
„richtiges Lagerfeuer aber ohne Feuer“ macht.
Einige der Kinder kommen aus sozial schwachen Familien, die mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und aus Mitteln des „Arche Noah Marienberge Hilfsfonds für Familien
in Notlagen“ eine Woche lang kostenlos Urlaub
verbringen können.
Ferien am Busen
der Natur
Momentan ist das im Südwesten der Erzdiözese ein wenig abgelegene Haus - „Wir befinden uns hier nicht am A.... der Welt, sondern am
Busen der Natur“ (Rieth) - gut belegt.
Am Abend des 1. Mai hätte Rieth es nicht
für möglich gehalten, dass gut sieben Wochen
später wieder lebendiges und fröhliches Treiben
im Haus und auf dem mehr als 77 000 Quadratmeter großen Areal mit Spielplatz, Tiergehege, Bach und kleinem See herrschen würde. Damals brannte es im Haus. Ein Computer im Büro hatte sich entzündet. Die Flammen
und der beißende Rauch richteten große Schäden an. Nachdem das Feuer gelöscht und der
Großeinsatz der Feuerwehr beendet war, dachte Rieth ans Aufgeben. Das vom privaten „Verein für Familienerholung Marienberge e.V.“ mit
Sitz in Essen getragene Haus, das 1954 von
dem aus Elkhausen stammenden Pfarrer Albert
Schmidt gegründet wurde, finanziert sich ausschließlich aus den Erlösen aus dem Ferien- und
Ein Lagerfeuer ohne Feuer: Auch das ist in der Arche Noah möglich.
Tagungsbetrieb sowie aus Spenden. „Nach dem
Brand wusste ich zunächst nicht mehr weiter,
zumal die Erfahrungen aus der Vergangenheit
gezeigt hatten, dass auch nicht damit zu rechnen war, dass uns das Erzbistum Köln oder das
Bistum Essen in unserer aktuellen Notlage helfen würden.“
Doch eine riesige Welle der Solidarität und
der Hilfsbereitschaft machten Rieth und seinen
25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Mut, die
Ärmel hochzukrempeln und wieder anzufangen. „Als wir wenige Tage nach dem Brand den
Brief einer Klasse der Paul-Kraemer-Schule
Hans-Georg Rieth vor der Waldschule, einem
Blockhaus auf dem Gelände der Arche Noah.
64 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Fotos: Boecker)
aus Frechen erhielten und die geistig behinderten Kinder, die wenige Wochen zuvor hier zu
Gast waren, 50 Euro aus der Klassenkasse für
den Wiederaufbau schickten, hatte ich Tränen
der Rührung in den Augen“, sagt Rieth. Und als
dann kurz darauf auch noch ein Hartz IV-Empfänger, der hier dank der Unterstützung aus dem
Hilfsfonds Marienberge vor Jahren einige unbeschwerte Tage verbringen konnte, fünf Euro
schickte, sei für ihn klar gewesen: „Wir machen
weiter.
Auch Martin Kürten, Kreisdechant des
Kreises Altenkirchen und zuständiger Pfarrer
für Elkhausen, eilte noch am Unglückstag zum
Brandort und sicherte Rieth, der auch als Chorleiter und Kirchenmusiker engagiert ist, seine
Unterstützung zu. Hilfe bekam der engagierte
Katholik auch von verschiedenen Jugendchören, die in der evangelischen Kirche im Nachbarort eine Benefizkonzert zugunsten des Wiederaufbaus veranstalteten und mehr als 3000
Euro weitergeben konnten. Auch wenn die Versicherung die Schäden großzügig regulierte und
dafür sorgte, dass der Betrieb zügig wieder aufgenommen werden konnte, bleibt das Haus auf
Anschaffungskosten für viele Kleinigkeiten sitzen.
Die Kinder, die an diesem Sommertag im
Gelände toben und mit den beiden Eseln spielen, interessieren solche Gedanken des Hausleiters nicht. Sie sind froh, abseits vom Verkehr,
ohne Fernseher und Internetzugang das sein zu
können, was sie sind: wilde Kinder.
RB
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