close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Alles Bio, oder was? - die Fleckenbühler

EinbettenHerunterladen
D 14248 F
die Fleckenbühler
die Fleckenbühler e.V.
·
Fleckenbühl 6
·
35091 Cölbe
·
Telefon 06427 / 9221-0
·
www.diefleckenbuehler.de
·
info@diefleckenbuehler.de
·
1. Quartal 2010
Foto: Willi Barczat
Foto: Marcus Heil
Foto: Marcus Heil
Kleine Bilder links: Fleckenbühler Brot, Frankfurter Laden; Großes Bild: Stephen Hoppe mit Fleckenbühler Kartoffeln.
Alles Bio, oder was?
Genuss in seiner ursprünglichsten Form – die Fleckenbühler Landprodukte in Frankfurt
AUSBILDUNG
Björn ist jetzt Koch
„Ich arbeite nun seit einem Jahr
auf dem Hof Fleckenbühl im Hofladen und habe so viel Freude
daran, dass ich eine Ausbildung
beginnen möchte.“
Soweit Stephen Hoppe im Jahr
2004. 2006 absolvierte er dann
erfolgreich die Prüfung zum Einzelhandelskaufmann.
In der Zwischenzeit haben wir
Fleckenbühler ein Haus in Frankfurt übernommen und in unmittelbarer Nachbarschaft einen
Naturkostladen eröffnet. Dort
begrüßt Stephen seine Kunden mit
einem freundlichen: „Einen schönen guten Tag! Was kann ich
denn für Sie tun?“ Stephen Hoppe
ist inzwischen Leiter des Fleckenbühler Ladens in FrankfurtNiederrad.
Seit 2003 kann man dort unsere
köstlichen Fleckenbühler Landprodukte kaufen. Frische Brotspezialitäten, Käse in unzähligen Variationen und Formen, feinste Wurstspezialitäten und Fleisch, das noch
nach Fleisch schmeckt – die frischen Fleckenbühler Landprodukte bieten ursprünglichen Genuss.
Alle Urprodukte, wie z.B. Korn,
Fleisch und Milch, stammen aus
der biologisch-dynamisch betriebenen Landwirtschaft unseres Hofs
Fleckenbühl. Sie werden in den
Fleckenbühler Betrieben Käserei,
Metzgerei und Bäckerei veredelt.
In den Verkaufsläden (Hof Fleckenbühl, Marburg und Frankfurt),
auf Märkten und auch in immer
mehr Bioläden und Supermärkten
(REWE) sind die Produkte in der
Region Frankfurt und Marburg zu
haben.
All unsere köstlichen Landprodukte werden nach den biologischdynamischen Richtlinien des Demeter-Verbandes hergestellt und
dürfen deswegen das DemeterSiegel tragen.
Seit über 20 Jahren vermarkten wir
die selbst hergestellten Lebensmittel in eigenen Läden. Im Laufe der
Zeit wurde das Sortiment mit ausgewählten Produkten anderer Erzeuger ergänzt. Dabei achten wir
darauf, dass alles aus kontrolliert
biologischem Anbau kommt.
Beispielsweise Gemüse und Obst,
vegetarischer Brotaufstrich, BioSäfte oder Müsli. In allen Läden ist
neben den Lebensmitteln auch weniger Vergängliches zu haben. Von
der Töpferei auf dem Hof Fleckenbühl gibt es eine große Auswahl
an Vasen und Krügen, Tassen und
Tellern, Teekannen und vielem
mehr. Ideal auch als Geschenk.
Stephen Hoppe lebt seit sechs Jahren abstinent. Bis er auf den Hof
Fleckenbühl kam, hat der sympathische 33-Jährige mit allen möglichen Drogen experimentiert, wurde süchtig und brauchte Hilfe. Die
bekam er bei uns. Durch unser
Angebot „Aufnahme sofort – Tag
und Nacht“ konnte er die Hilfe
genau zu dem Zeitpunkt in Anspruch nehmen, zu dem er sie
brauchte. Auf seinem Weg in die
Genesung halfen ihm nicht zuletzt
die Ausbildung und die Arbeit im
Laden, die Stephen nach wie vor
sehr viel Freude bereitet.
Unser Naturkostladen in der
Schwarzwaldstraße ist eine von
vielen Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten innerhalb der Gemeinschaft Fleckenbühl.
rung, Weiterbildungsmaßnahmen
halten sie auf dem neuesten Stand.
Um Ware, Verkauf und Dekoration
kümmern sich ausschließlich wir
Fleckenbühler.
In allen Fleckenbühler Läden bilden wir Einzelhandelskaufleute
aus: ein Beruf mit Zukunft – gerade
auch in der Naturkostbranche. Stephen hat seine Prüfung im September 2006 mit „sehr gut“ bestanden.
Mit Ihrem Einkauf bei uns tun
Sie also dreifach Gutes: für sich
selbst, für ehemals Süchtige, und
für unsere Umwelt.
S.2
ERINNERUNGEN
Traum vom Pferd
S.3
Stephen Hoppe legt großen Wert
darauf, dass sich die Kunden bei
ihm wohl fühlen. Das kundenfreundlich präsentierte Sortiment,
hilfreiche Erläuterungen zu den
Produkten und die zuvorkommende Bedienung lässt zufriedene
Stammkunden immer wieder die
Schwarzwaldstraße durchqueren,
um zu sehen, ob es nicht wieder
einen neuen Käse oder neue Backwaren gibt.
Für Passanten, die kurz einen Kaffee oder eine Schokolade trinken,
dazu einen schwäbischen Apfelkuchen genießen möchten und dabei
Zeit für ein Schwätzchen haben,
ist das kleine Stehcafé schon ein
Treffpunkt zum gemeinsamen
Einkaufsstart geworden.
Unser Ziel ist es, gesunde Nahrungsmittel zu fairen Preisen zu
verkaufen und den Weg vom Anbau bis zum fertigen Produkt für
den Verbraucher transparent zu
machen. Deswegen führen wir
auch „Fairtrade Produkte“. Gerne
beantworten Stephen und seine
freundlichen Mitarbeiter Ihre Fragen. In all unseren Läden arbeiten
Verkäufer und Berater mit Erfah-
DRINNEN UND DRAUSSEN
Pünktlicher Umzug
S.4
Zu guter Letzt noch ein interessantes Angebot: für die Niederräder
gibt es den Service „Lieferung
nach Hause“. Bei Anruf (Tel.:
069 677354-211) können Sie Stephen Hoppe und seinen Mitarbeitern Ihre Bestellung durchgeben
und bekommen diese auf schnellstem Wege zugestellt!
die Fleckenbühler
Landprodukte
Schwarzwaldstraße 1
60528 Frankfurt-Niederrad
(Nähe Rennbahn)
FRANKFURT
Viel zu tun im Haus
S.5
LEIMBACH
Nils stellt sich
S.6
LEIMBACH
Anti-Gewalt-Training
S.7
Tel.: 069 677354-211
landprodukte@diefleckenbuehler.de
www.diefleckenbuehlerlandprodukte.de
Lesen Sie weiter über unsere Lebensmittel
verarbeitenden Betriebe auf Seite 2
Die meisten Menschen machen sich selbst
bloß durch übertriebene Forderungen an
das Schicksal unzufrieden.
Wilhelm von Humboldt
2
HAUS UND HOF
DIE FLECKENBÜHLER
GEDANKEN
1. QUARTAL 2010
Das war los – Dezember 2009 bis Februar 2010
Noch bist du da
Wirf deine Angst
in die Luft
Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends
Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da
Sei was du bist
Gib was du hast
Rose Ausländer
die Fleckenbühler e.V.
Spendenkonto 6 003 036 700
GLS Gemeinschaftsbank
BLZ 430 609 67
www.diefleckenbuehler.de
3. bis 5. Dezember 2009
Die Polizei Neu-Isenburg zieht mit
den Fleckenbühler Umzügen um.
5. Dezember
Leo Gärtner, unser Berater für den
Bereich Vermarktung, organisierte
ein Tischtennisturnier in Butzbach, in dem vier Spieler vom TSV
Butzbach gegen vier Fleckenbühler (genau: zwei Fleckenbühler, ein ehemaliger Fleckenbühler und Leo Gärtner) antraten.
Die „Fleckenbühler“ haben 12:2
gewonnen!
10. Dezember
Susanne Bergmans besteht ihre
Ausbildereignungsprüfung.
11. Dezember
Auf Hof Fleckenbühl sind die
Fleckenbühler Angestellten zu
einem Essen eingeladen.
4. Januar
Hof Fleckenbühl wird ab diesem
Tag über die Nahwärmeleitung
von der Firma Holz-Schmidt geheizt.
18. Januar
Der Leiter unserer Fleckenbühler
Käserei, Joachim Grede, wird vom
Regierungspräsidium Gießen zum
Sachverständigen für die amtlichen Käseprüfungen des Landes
Hessen für die Jahre 2010/2011
berufen und zwar für Labkäse,
Frischkäse, Kochkäse und Sauermilchkäse. Eine große Ehre!
19. Januar
Die Mitarbeiter der AOK Hessen
haben 2.000,00 Euro für die
Fleckenbühler Kinder gesammelt.
Wir werden mit dem Geld unseren
Spielplatz auf Hof Fleckenbühl in
Ordnung bringen.
19. Januar
Christoph Feist und zwei Jugendliche von unserer Jugendhilfe
Leimbach informieren in der
Carl-Bantzer-Gesamtschule in
Ziegenhain anlässlich eines Prävention-Elternabends zum Thema
„Alkohol und die Auswirkungen
auf Jugendliche“ über unsere Arbeit.
27. Januar
Frau Regierungsoberrätin
Wasemüller vom hessischen Justizministerium kam zu einem Kooperations- und Informationsgespräch in unsere Jugenhilfe
Leimbach.
29. und 30. Januar
Auf Hof Fleckenbühl gibt es einen
Workshop von Hans-Christian
Petersen mit dem Thema
„Ausbildung der Ausbilder“. 15
Fleckenbühler, die im Rahmen
des „Fleckenbühler Wegs“ ausbilden, lernten etwas darüber, wie
man Wissen vermittelt und Auszubildende anleitet.
31. Januar
Hans-Heinrich, Holger, Mike und
Eliza erzählen 60 Konfirmanden
in der evangelischen Gemeinde
Butzbach von sich und ihren
Suchterfahrungen und von unserer Gemeinschaft.
2. Februar
Silvia Vater, Christoph Feist und
ein Jugendlicher stellen die Jugendhilfe Leimbach in der Justizvollzugsanstalt Rockenberg vor.
6. Februar
Freunde von Ahmad Charif (er ist
lange Koch auf Hof Fleckenbühl
gewesen und ist inzwischen 22
Jahre nüchtern) treffen sich in der
Küche von Hof Fleckenbühl und
kochen gemeinsam für ihn ein
arabisches Essen anlässlich seines
50. Geburtstags. Abends gibt es
ein schönes Fest bei Freunden in
Ginseldorf.
6. bis 13. Februar
Naikan auf Hof Fleckenbühl mit
fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
10. Februar
Von der Firma Wohntraum in
Frankfurt erhalten wir eine Spende
von Elektrowerkzeugen im Gesamtwert von 5.000,00 Euro.
13. Februar
Die Fleckenbühler feiern Fasching
in unserem Frankfurter Haus.
15. Februar
Der neue Internatsleiter der Jugenddorf Christophorusschule
Oberurff, Jörg Kaschlaw, kam zu
einem Kooperations- und Informationsgespräch in die Jugendhilfe Leimbach.
26. bis 28. Februar
Die 16 Mitglieder des „die
Fleckenbühler e.V.“ ziehen sich zu
einer Klausur in ein Seminarhaus
in Bromskirchen zurück.
Nüchterne Geburtstage – Dezember 2009 bis Februar 2010
Klaus – 32 Jahre
Janos – 31 Jahre
Hermann – 16 Jahre
Nour-Edine – 15 Jahre
Amrei – 13 Jahre
Monika – 10 Jahre
Karsten S. – 9 Jahre
Torben, Benno – 7 Jahre
Alexander – 5 Jahre
Marlene, Uwe, Adriane,
Mario – 4 Jahre
Marcel – 3 Jahre
Ursula, Christian, Angelique,
Diana, Karsten Sch. – 2 Jahre
Mike, Volker, Michael, Richard,
Konstantin, Florian, Sandra,
Dirk, Manfred, Ralf, Carsten,
Sebastian, Justin – 1 Jahr
Arbeit, Produkt, Genuss
Zum Abschluss...
Dreimal gut
... ließ Björn nichts mehr anbrennen
Die Fleckenbühler Metzgerei
Auf dem Hof Fleckenbühl bei Marburg stellen wir seit langem Wurstprodukte selbst her, ohne dass
dabei Farb- und Konservierungsstoffe verwendet werden.
Grundlage für unsere Wurst- und
Fleischwaren sind Rohstoffe, die
ausschließlich aus unserer eigenen
Aufzucht stammen. Alle Zutaten
sind soweit erhältlich, in Demeteroder Bioqualität. Ob vom Rind
oder Schwein, von Kalb oder Ziege,
bei unserem Fleisch handelt es sich
um ein möglichst naturbelassenes
Lebensmittel. Die Palette reicht von
der köstlichen Mettwurst über die
gewürzte Mortadella bis hin zur
feinen Bio-Salami.
Foto: Willi Barczat
Die Fleckenbühler Käserei
Fester Bestandteil der Fleckenbühler Landprodukte ist unser vielseitiges Käsesortiment, das die verschiedensten Schnitt-, Hart-, Ziegen- und Weichkäsesorten bietet.
Beispielsweise Hartkäse nach Emmentaler Art mit Pfefferrinde,
Schnittkäse, verfeinert mit frischem
Knoblauch oder mit würzigem
Bärlauch, butterzarter Weichkäse
mit Kümmel, herb aromatischer
Basilikumkäse oder pikanter Feuerkäse. Unser Angebot liefert abwechslungsreiche Gaumenfreuden
für anspruchsvolle Käsefreunde.
Die Kuh- und Ziegenmilch von
Fleckenbühler Kühen wird in unserer Käserei schonend und traditionell verarbeitet, an Qualität und
Hygiene werden höchste Ansprüche gestellt. Lohn der aufwändigen
Arbeit: die Fleckenbühler Käsespezialitäten werden regelmäßig
von der „Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft“ (DLG) und
von der Fachzeitschrift: „Der
Feinschmecker“ ausgezeichnet.
Die Fleckenbühler Bäckerei
Auch die Fleckenbühler Backwaren
zeichnen sich durch eine große
Sortimentsvielfalt aus. Vom knusprig-lockeren Baguette über aromatisches Vollkornbrot bis hin zu
luftig-leichtem Feingebäck.
Für die süßen Backwerke werden
anstelle von weißem Industriezucker brauner Rohrzucker und
Honig verwendet. Was dem Geschmack von Mohn-, Käse- und
Marmorkuchen freilich nur gut tut
– vor allem aber der Gesundheit.
Björn Englert legte im Januar
2010 die Abschlussprüfung zum
Koch mit gutem Erfolg ab. Er ist
damit der erste Fleckenbühler,
der sich im Rahmen unserer
modularen Qualifizierung
(Fleckenbühler Weg) die Zulassungsvoraussetzungen für die
Gesellenprüfung erarbeitet hat.
Hierzu gratulieren wir ihm ganz
herzlich.
Dein Vorbild Björn, wird allen
Teilnehmern und Ausbildern in
den verschiedenen Qualifizierungsfeldern Ansporn und Verpflichtung
sein.
Dank an dieser Stelle auch an die
IHK-Frankfurt für die problemlose
Zulassung zur Abschlussprüfung
der Auszubildenden im dualen
Ausbildungssystem.
HERMANN SCHLEICHER
Unsere Bäckerei befindet sich
übrigens gleich hinter dem Frankfurter Laden in der Schwarzwaldstraße – frischer geht es also nicht!
Foto: Willi Barczat
Foto: Ronald Meyer
Björn Englert in Aktion auf einem unserer Feste auf Hof Fleckenbühl. Er hat als Erster seinen Abschluss
in unserem neuen Ausbildungssystem geschafft.
1. QUARTAL 2010
DIE FLECKENBÜHLER
SPENDE · MENSCHEN 3
Mit 5 Euro sind Sie dabei!
Regelmäßig helfen als Fördermitglied
Sie möchten helfen? Regelmäßig?
Dann werden Sie Fördermitglied! Das ist für beide Seiten
vorteilhaft.
Sie haben weniger Arbeit, denn
Ihre Spende wird per Einzugsermächtigung zum gewünschten
Zeitpunkt von Ihrem Konto abgebucht. Wir haben weniger Verwaltungsaufwand und sparen Kosten.
Das ermöglicht es uns, Ihre Spende
noch effektiver in Hilfeleistung
umzusetzen.
Die Vorteile einer Fördermitgliedschaft für Sie:
Als Fördermitglied gehören Sie
zum engeren Kreis unserer Freunde. Wir laden Sie persönlich zu
unserem Jahresfest ein, das wir nur
für geladene Gäste ausrichten. Und
Sie nehmen automatisch – im Rahmen des Jahresfestes – an unserer
Tombola teil. Hier können Sie etwas gewinnen, das exklusiv nur
für unsere Fördermitglieder angeboten wird. Selbstverständlich werden Sie persönlich auch zu allen
anderen interessanten Veranstaltungen bei uns eingeladen.
Ab einem jährlichen Förderbeitrag
von 60 Euro erhalten Sie ein
Begrüßungsgeschenk und jährlich
unser Jahrbuch, in dem die Leistungen und Projekte der Fleckenbühler des jeweils letzten Jahres
ausführlich dargestellt werden.
Viermal im Jahr schicken wir Ihnen
unsere Zeitung „die Fleckenbühler“
zu. Außerdem informieren wir Sie
mit zwei Aktionsbriefen im Jahr
topaktuell über unsere Projekte.
Ab 5 Euro im Monat
sind Sie dabei!
Sie werden Fördermitglied, indem
Sie uns eine Einzugsermächtigung
erteilen. Diese kann selbstverständlich jederzeit schriftlich oder mit
einem kurzen Anruf fristlos widerrufen werden.
Es gibt einen Grundbetrag von 60
Euro jährlich. Nach oben sind
natürlich keine Grenzen gesetzt.
Über die Zeitintervalle entscheiden
Sie. Zum Beispiel:
monatlich 5,- €
vierteljährlich 15,- €
halbjährlich 30,- €
jährlich 60,- €
oder nach freier Wahl.
Möchten Sie noch heute
Fördermitglied werden?
Dieser Zeitung liegt eine Beilage
bei. Auf dem unteren Abschnitt
können Sie Ihren Wunschbeitrag
eintragen und Ihre Anmeldung
zur Fördermitgliedschaft an uns
senden.
Haben Sie noch Fragen?
Bitte scheuen Sie sich nicht, uns
Ihre Fragen zu stellen. Rufen Sie
mich an: 069 677354-132 oder
schreiben Sie mir. Per Brief:
die Fleckenbühler
Marcus Heil
Kelsterbacher Straße 14
60528 Frankfurt
oder per E-Mail:
m.heil@diefleckenbuehler.de.
Wir freuen uns auf Sie!
MARCUS HEIL
Die Spendenbescheinigung
Alle Spenden und Förderbeiträge
sind steuerlich absetzbar. Sie erhalten von uns unaufgefordert eine
Spendenbescheinigung am Anfang
des Folgejahres.
Landwirtschaft damals und heute
Adriane erinnert sich an ihre Kindheit in Polen und träumt von Pferden
Alle, die mich kennen, wissen,
dass ich ursprünglich aus Polen
komme. Dort bin ich zur Welt
gekommen und habe die ersten
dreizehn Jahre meines Lebens
verbracht.
Wir hatten einen kleinen Bauernhof mitten in der masurischen
Wildnis. Unser Haus stand sehr
abgelegen, direkt am Waldrand.
Der nächste Nachbar war ca. drei
Kilometer entfernt – man kann
sich also vorstellen, dass ich mit
Menschen relativ wenig zu tun
hatte. Wir waren weder arm noch
reich. Nie musste ich Hunger
leiden und die Lebensumstände
unserer Familie hielt ich einfach
für normal und keineswegs für
außergewöhnlich. So wie wir lebten viele Familien in unserem
nächstgelegenen Dorf.
Also, unser Haus war rosa verputzt.
Der Putz war alt und bröckelte an
manchen Wänden blätterweise ab.
Wir hatten weder Heizung noch
fließendes Wasser. In der Küche
stand ein Herd, der mit Holz befeuert wurde und in den Zimmern
standen glasierte Kachelöfen, die
ebenfalls mit Holzenergie Wärme
spendeten.
Wenn es regnete, turnten an die
50 Ratten auf dem Dach und leckten Wasser von den Dachziegeln
ab. Ratten fand ich schon damals
niedlich, meine Eltern mochten
diese Tierchen allerdings nicht
besonders. Draußen am Stall hatten
wir ein Plumps-Klo. Im Winter
war das echt ätzend, durch die
Kälte aufs Klo laufen zu müssen.
Gebadet wurde immer samstags in
einer verzinkten Blech-Wanne, die
zu diesem Zweck in der Küche
aufgestellt wurde. Es war immer
DAS Ereignis der Woche. Zuerst
wurden meine kleinen Schwestern
(Zwillinge) gebadet, danach wurde
ein Eimer Wasser aus der Wanne
entnommen und dafür ein Eimer
heißes Wasser reingekippt. Nach
meinen Schwestern war immer ich
dran und anschließend nacheinander meine Eltern. Baden fand
ich immer toll!
Mein Vater bewirtschaftete ca. 1,5
ha Land – Ackerland und Grünland. Wir hatten keinen Schlepper
und keine besonderen Maschinen.
Die Feldarbeit bewältigte er mit
Hilfe von ein bis zwei PS in Form
von Arbeitspferden.
Das kann man sich heutzutage
kaum vorstellen, aber er hat
tatsächlich die Pferde vor den Pflug
gespannt und so mit viel Zeitaufwand und Muskelkraft die Felder
bestellt. Für die Aussaat nahm er
ein großes Tuch, band sich das um
Hals und Bauch, füllte es mit Saatgut und ging so auf‘s Feld. Gesät
hat er mit der Hand. Wir hatten
pferdetaugliche Maschinen für den
Gras-Schnitt, zum Heuwenden,
zum Zusammenschieben des Heus
und viele mehr. Heu wurde gut
getrocknet auf große Haufen gelegt
(per Hand, mit Heugabel) und mit
einem Leiterwagen (vom Pferd gezogen natürlich) vor die Scheune,
anschließend auf den Dachboden
der Scheune befördert.
Wir hatten als Kinder einen
Riesenspaß dabei, auf dem hohen
Heuwagen mitzufahren und ein
paar Tage später auf dem Heu in
der Scheune zu übernachten.
Im Stall hatten wir zwei Kühe
(Bronka und Hilda), die bereits
erwähnten zwei Pferde (Mika und
Wera), zwei bis drei Kälber und
jedes Jahr zwei Schweine. Die
Schweine wurden, ebenso wie die
Hühner-Küken, im Frühling gekauft, das Jahr über gemästet und
anschließend geschlachtet. Jeden
Sonntag hatten wir ein Huhn zum
Mittag und kurz vor Weihnachten
wurden die Schweine geschlachtet.
Meine Mutter hat bis auf die Klauen
und den Magen-Darm-Inhalt alles
verwertet. Sie legte Fleisch ein,
machte selber Wurst und wir ließen
einiges räuchern.
Es gab nicht viele Lebensmittel,
die wir zukaufen mussten. Dazu
gehörten Brot, Nudeln und das,
was man nicht selbst herstellen
konnte. Gemüse und Obst kamen
aus dem eigenem Garten, Kartoffeln vom Feld, Milch frisch von
der Kuh und Wasser aus der nahegelegenen Quelle (mit Eimern geholt). Käse und Reis kannte ich
nur aus dem Laden-Regal.
Keiner in unserer Familie war ein
Fan dieser Lebensmittel, daher
wurden sie auch nicht gekauft.
Käse fand ich damals total eklig!
Unsere Kühe wurden übrigens mit
der Hand gemolken – zweimal
täglich.
Jetzt bin ich 34 Jahre alt und lebe
auf Hof Fleckenbühl. Die Landwirtschaft hier ist mit dem, was ich aus
meiner Kindheit kenne, nicht zu
vergleichen. Alles erfolgt hier maschinell, in kürzester Zeit werden
riesige Flächen Land bewirtschaftet
– davon hätte ein Pole damals nur
träumen können.
In den großen landwirtschaftlichen
Verbänden gab es natürlich auch
in Polen große Maschinen. Die
konnte man sich gegen Zahlung
ausleihen. Das hat sich allerdings
nur in der Erntezeit gelohnt. Da
schlossen sich alle Bauern aus der
näheren Umgebung zusammen
und liehen sich einen Mähdrescher
für einen bis zwei Tage. In der Zeit
wurden alle Felder nacheinander
abgeerntet und die Kosten haben
sich die Bauern geteilt.
sich die Familien bei der Feldarbeit
gegenseitig unterstützten.
Hier ist alles viel größer, moderner,
aber auch komplizierter. Einen
Gaul vor den Pflug spannen und
damit aufs Feld gehen – das konnten selbst schon die Kinder in unserem Dorf. Um hier in Fleckenbühl ein Feld zu pflügen, braucht
man erst mal einen Schlepper. Um
den fahren zu dürfen, benötigt man
wiederum einen SchlepperFührerschein. Und selbst wenn
man den Schein hat, heißt es noch
lange nicht, dass man damit auch
tatsächlich fahren kann – denn so
ein Schlepper hat keine Augen,
man muss ihn sehr genau lenken.
Ein Pferd läuft z. B. nicht freiwillig
gegen einen Baum oder fährt in
einen Graben – ein Schlepper mit
einem unaufmerksamen Fahrer
schon eher.
Was ich hier auch vermisse, sind
Pferde. Irgendwie gehören diese
Tiere für mich zu einem richtigen
Bauernhof, genauso wie Kühe oder
Katzen. Aber wer weiß, vielleicht
wird es auch in Fleckenbühl irgendwann mal wieder Pferde geben.
ADRIANE DEGELMANN
Klar, die ganzen Geräte erleichtern
die Arbeit sehr. Man spart damit
viel Zeit, Arbeitskräfte und schont
in gewisser Weise auch die Gesundheit. Die Rückenschmerzen kommen dann nicht mehr vom PflugSchieben, sondern eher vom verkehrten, stundenlangen Sitzen auf
dem Schlepper. Was aber auf der
Strecke bleibt, ist das Miteinander.
Es war eine angenehme Zeit, wenn
Nach getaner Arbeit saßen noch
alle bis spät in die Nacht draußen
am Lagerfeuer zusammen, unterhielten sich über die Ernte, die
Arbeit und tauschen die neusten
Klatschgeschichten aus. Wir Kinder
haben gespielt, Kartoffeln in der
Glut gebacken und lauschten neugierig den „ErwachsenenGesprächen“.
Foto: privat
Kleine Adriane, große (friedliche) Katze.
4 HAUS UND HOF
DIE FLECKENBÜHLER
1. QUARTAL 2010
Gestern süchtig, heute tüchtig
Magistrat und Polizei Neu-Isenburg ziehen mit den Fleckenbühlern um
Im August 2009 wurde ich von
Herrn Bott von der Firma TSystems angesprochen, ob wir
den Magistrat Neu-Isenburg umziehen können.
Ich bekam folgende Eckdaten:
150 Arbeitsplätze, ein Akten- und
Grundbucharchiv und eine komplette Polizeistation.
Zeitschiene: Drei Tage für den Umzug der Stadtverwaltung, ein Tag
für die Polizeistation.
Das Archiv war getrennt zu betrachten und hatte Zeit.
Da wir schon weitaus größere und
kompliziertere Umzüge – unter
anderem auch für T-Systems –
durchgeführt haben, musste ich
diese Anfrage nicht weiter prüfen
und sagte: „Selbstverständlich
machen wir das sehr gerne.“
Die Firma T-Systems und die
Ekom21 stellten die EDV-Anlage
und die Telefonanlage für den neuen Standort des Magistrats zur
Verfügung und waren mitverantwortlich für das Gelingen des
Umzugs.
Beide Firmen wollten deshalb auch
die speziellen organisatorischen
Vorarbeiten in guten Händen wissen. Aus diesem Grund haben beide Firmen auch ein gewisses Mitspracherecht bei der Vergabe des
Auftrags.
Die Art und Weise, mit welcher
Sorgfalt wir planen und wie die
Fleckenbühler arbeiten, ist ein
echtes Alleinstellungsmerkmal
auf dem Umzugsmarkt. T-Systems
und Ekom21 wissen das und
schlugen vor, dass die Fleckenbühler diesen Auftrag durchführen.
Wir hatten dann ein Gespräch mit
Herrn Krause, dem Fachbereichsleiter und Schirmherrn des gesamten Vorhabens. Beim ersten Orts-
termin, bei dem mein Kollege Henrik Lang und ich vorstellig wurden,
fragte Herr Krause: „die Fleckenbühler? Was ist das?“ Hatte er doch
im Vorfeld schon mit den ganz
großen Frankfurter Umzugsunternehmen Kontakt, die sich auch für
diesen Auftrag interessierten.
So richtig ist der Funke bei diesem
ersten Kontakt mit uns noch nicht
übergesprungen. In den darauf
folgenden Tagen strahlte Sat1 eine
Sendung aus, in der Ronald Meyer
über die Fleckenbühler sprach.
Diese Sendung hat Herr Krause
zufällig auch gesehen, ab da war
das Eis gebrochen.
Letztendlich konnten wir uns nach
mehreren Sitzungen und Verhandlungen mit Herrn Krause den
anderen Mitanbietern gegenüber
durchsetzen und bekamen den
Auftrag erteilt.
Zum Einsatz kamen 35 Fleckenbühler Mitarbeiter, 4.500 Aktenkartons, 700 Umzugskartons und
eine große Anzahl von Spezialbehältnissen sowie vier LKWs, die
im Pendelverkehr das Umzugsgut
zum neuen Standort brachten.
Dass der gesamte Umzug des Magistrats und der Polizeistation so
reibungslos funktioniert hat, haben
wir auch Herrn Krause und seinem
Mitarbeiterstab zu verdanken, mit
denen wir generalstabsmäßig geplant haben und in ständigem Telefon- und Emailkontakt waren.
Das alte Magistratsgebäude wird
nun umgebaut und saniert. In zwei
Jahren sollen die Umbaumaßnahmen fertig sein und alle sollen
wieder umziehen.
Wenn der Magistrat das möchte,
dann helfen die Fleckenbühler
wieder gerne.
ERIK SANDER
Und das sagt der Dienststellenleiter
der Polizeistation Neu-Isenburg –
Volkmar Meyer – über den Umzug
der Fleckenbühler
„Ich kann nur Positives über den
Umzugsservice der Fleckenbühler
berichten. Der Umzug unserer Polizeidienststelle innerhalb NeuIsenburgs verlief einwandfrei, sehr
professionell und schnell über die
Bühne.
Positiv überrascht war ich vor allem
darüber, wie sorgfältig sich die Leute
um alles kümmerten, welche Motivation sie an den Tag legten und
wie sie auf die besonderen Bedürfnisse der Polizei eingingen.
Nicht zuletzt standen die UmzugsLKWs pünktlich am Umzugstag
vor der Tür.“
Fotos: Marcus Heil
Arbeiten beim Umzug der Polizei
Vorsätze, Pläne, Wünsche für das Jahr 2010
Amrei Borsutzky fragte die Fleckenbühler
2009 hatte ich den Vorsatz, mit
dem Trinken und Rauchen aufzuhören und vorerst auf dem
Hof zu bleiben.
Wünsche habe ich keine.
Pläne so direkt auch nicht.
Habe aber meine Ausbildung
zum Bürokaufmann angefangen,
und die will ich zum Abschluss
bringen. Das dauert noch eine
Weile. Ich muss erst einmal mich
sortieren, bevor ich weiß, wie es
mit mir weitergehen soll. Auf
jeden Fall will ich hierbleiben.
Ich wohne hier gern und sehe zu,
dass ich mich wohlfühle in meinem
Zuhause. Nie möchte ich meine
Sucht noch einmal erleben müssen.
Ich bin über ein Jahr hier und lebe
nüchtern und möchte lernen,
weiterhin nüchtern leben zu können. Hin und wieder denke ich noch
an das Trinken. Ich möchte meinen
Führerschein wieder bekommen und
habe mir vorgenommen, mich bei
Diskussionen und auf den Spielen
(unsere Gruppengespräche) mehr
zu beteiligen.
Ich muss ehrlicher werden. Das
ist mein größter Vorsatz.
Ich plane meinen geregelten Auszug.
Mein erster Vorsatz ist, den Nullerbogen (interne theoretische
Führerscheinprüfung) zu bestehen.
Mein zweiter Vorsatz ist, mehr
Sport zu machen. Ganz wichtig.
Aber meine höchste Priorität ist,
dass es meinem Sohn gut geht.
scheiden, und ich möchte mich
auch nicht von der Meinung anderer beeinflussen lassen.
Mein Wunsch ist eine ruhige
Wohnsituation. Aber die werde
ich nicht bekommen. Immer
wieder verändert sich die Belegung der Zimmer, und ich muss
mich neuen Leuten anpassen
und sie sich mir.
Habe mir noch nicht den Kopf
darüber zerbrochen.
Ich lebe nüchtern und wünsche
mir, selbstbewusster zu werden.
Einen klareren Verstand, um eine
klare Entscheidung zu treffen und
die auch konsequent durchzusetzen: Entweder hier zu bleiben oder
zurück nach Hause zu gehen. Das
kann ich nur mit klarem Kopf ent-
Ich möchte erst einmal hierbleiben. Und Naikan mitmachen.
Aber erst im Juni.
Ich bin jetzt fünfzehn Monate hier
und werde mich um meine Schulden kümmern. Eventuell mache
ich meinen Führerschein. Ich habe
den Wunsch, mein Leben in den
Griff zu bekommen. Deswegen bin
ich hier. Ich denke, es ist der richtige Weg.
Meine Kontaktpause ist vorbei. Meine Pläne sind, meine Ausbildung
weiterzumachen und vielleicht in
Marburg eine Freundin zu finden,
oder in Cölbe oder Schönstadt.
Ein Führerschein ist mein
größter Plan. Bin auch schon
dabei.
Ich fahre in den Urlaub mit meinen
Mitbewohnern. Bin gespannt, wie
das ist, ganz allein auf uns gestellt.
Mein Ziel ist, Entschlüsse fassen
zu können, damit ich endlich auf
einen Punkt komme.
1. QUARTAL 2010
HAUS UND HOF · SPENDE · MENSCHEN
DIE FLECKENBÜHLER
Weitblick
Energetische Sanierung unseres Frankfurter Hauses
Wenn ich an meinem Arbeitsplatz im Büro sitze, schaue ich
direkt auf unser „Hochhaus“.
So nennen wir das Hauptgebäude, das zur Kelsterbacher Straße
hin liegt.
Dahinter verbergen sich noch zwei
Quergebäude, die ebenfalls zur
Anlage unseres Frankfurter Besitzes
gehören. Alles zusammen haben
wir vor ein paar Jahren erworben.
Ungefähr die Hälfte finanzieren wir
über einen Bankkredit, den Rest
bekamen wir gespendet. Das Ganze
war – betriebswirtschaftlich gesehen – kein Schnäppchen, sondern
für Frankfurter Verhältnisse normal
kalkuliert, also teuer. Umso mehr
müssen wir bei allen anderen Ausgaben darauf achten, dass wir sparsam wirtschaften.
Wenn ich also, wie gesagt, auf unser Haus schaue, achte ich mit
Argusaugen darauf, dass kein Fenster offensteht und wir womöglich
Niederrad heizen. Sehe ich ein
offenes Fenster, informiere ich Rolf,
unseren Hausleiter, der sich stante
pede auf die Socken macht, das
besagte Fenster schließt und den
Bewohnern ins Gewissen redet.
Aber trotz aller Sorgfalt kamen wir
nicht umhin festzustellen, dass uns
die Heizkosten die Haare vom Kopf
fressen. Also, was tun? Nun, wir
ließen ein energetisches Gutachten
machen, das zum Ergebnis hatte,
was wir schon ahnten, nämlich –
egal, ob die Fenster offen oder zu
sind – wir pusten unsere Heizwärme praktisch in den Himmel und
leisten auf diese Weise einen veritablen Beitrag zur Klimaerwärmung. Das entspricht eigentlich
nicht unserer Intention. Jetzt waren
die spitzen Bleistifte gefragt, um
eine Modellrechnung durchzuführen.
Die Frage lautete: Was kostet eine
energetische Sanierung des Objekts
und wie kann man das finanzieren?
Glücklicherweise hatte ja die Bun-
desregierung letztes Jahr ein Konjunkturprogramm gestartet und
das Programm „Energieeffizient
Sanieren“ aufgelegt. Durch das kalkulierte Einsparungspotential beim
Heizen und eine von der KfW-Bank
gewährte Förderung, schien eine
Sanierung bezahlbar. Gespräche
mit unserer Hausbank – der GLS
Bank – ergaben, dass sie uns
unterstützt und die Maßnahme
kreditiert.
Zurzeit werden die Bauanträge fertiggestellt, und in ein paar Wochen
beginnen hoffentlich die ersten
Baumaßnahmen an unserem Haus
in der Kelsterbacher Straße. Wenn
alles gutgeht, werden wir im nächsten Winter – der ja bekanntlich
bestimmt kommt – wenig heizen
und es trotzdem warm haben.
Dann macht mein aufmerksamer
Blick nach offenen Fenstern wieder
Sinn.
RONALD MEYER
Foto: Ronald Meyer
Unser Frankfurter Hochhaus
Umbau Frankfurt
VORGESTELLT
Ein Dankeschön an alle Förderer und Spender
An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich bei allen Förderern
und Spendern bedanken, die in
den letzten Wochen und Monaten
unser Umbauprojekt in Frankfurt
finanziell unterstützt haben.
Da sind zum einen die Stadt
Frankfurt und die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“,
die unseren Küchenumbau unterstützen und zum anderen die vielen Spender, die meinem Spendenaufruf „Für eine immer offene
Tür“ gefolgt sind.
in Zukunft die Kühlräume und
weitere Lagerflächen untergebracht
werden.
Der neue Essraum wird direkt an
die Küche angebunden. Wir nutzen
dafür ein an den alten Essraum
angebundenes Gebäude, in dem
sich zurzeit der Aufnahmebereich
befindet. Der Essraum, der dann
in Zukunft mit einer großen Glasfläche eine direkte Verbindung zu
unserer Terrasse hat, soll für ca.
100 Personen Platz bieten.
Zu guter Letzt, wenn wir dann die
Küche und den Essraum in Betrieb
genommen haben, werden wir im
alten Küchenbereich unseren gesamten Aufnahmebereich mit
Empfang, Büros und Nachtwachenzimmer für die Neuaufnahmen einrichten.
Aber bis es soweit ist, haben wir
noch viel Arbeit vor uns. Dank der
Hilfe unserer Spender und Förderer
können wir damit jetzt beginnen.
ROLF STERK
Dank dieser finanziellen Unterstützung können wir nun in Frankfurt mit den notwendigen Umbaumaßnahmen der Bereiche Küche
und Essraum sowie des Aufnahmebereichs beginnen. Es sind größere
Umbaumaßnahmen notwendig,
da wir aus Platzgründen nicht einfach nur die Küche streichen und
neue Geräte reinstellen können,
sondern den kompletten unteren
Bereich unseres Hauses verändern
müssen.
Foto: Ronald Meyer
Nach langem Planen kamen wir
zu dem Ergebnis, dass der einzige
Platz für unsere neue Küche, in
der für die Hausbewohner und für
Buffets gekocht werden soll, der
bisherige Essraum ist.
Dort können wir die Küche mit
Küchenbüro, Trockenlager, sanitären Anlagen, Salatküche und
Spülküche einbauen. Außerdem
erreicht man von hier aus problemlos den Keller des Hauses, in dem
Foto:???????????????
Der Plan unserer neuen Küche und des neuen Essraums
Karsten Spehr, Jahrgang
1969, ist seit 2006 der Betriebsleiter unserer Zweckbetriebe Viehwirtschaft und
Käserei.
Nach 15 Jahren Alkohol- und
Drogenkonsum kam Karsten
am 6. Dezember 2000 zu den
Fleckenbühlern. Als er drei
Wochen da war, fing er an
in der Landwirtschaft zu
arbeiten und entdeckte seine
Liebe zu dieser Arbeit. 2004
bestand er seine Gesellenprüfung zum Landwirt und
2009 hat er die Prüfung zum
Landwirtschaftsmeister mit
sehr gutem Erfolg abgelegt.
Er ist maßgeblich daran be-
teiligt, dass der neue Kuhstall
gebaut werden konnte.
Karsten ist gut gelaunt und
begeistert bei seiner Arbeit
und hat seinen Bereich sehr
gut organisiert. Er hält seine
Leute beieinander und ist ein
beliebter Chef.
Sein ehrgeiziges Ziel ist es,
mit seinen Mitarbeitern die
Fleckenbühler Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen, was ihm – so wie wir
ihn kennen – bestimmt gelingen wird.
Er ist sehr froh darüber,
nüchtern zu sein und seine
privaten Verhältnisse geordnet zu haben.
5
6
HAUS UND HOF
DIE FLECKENBÜHLER
1. QUARTAL 2010
Hilfe für die Mütter in Ausbildung
Monikas Kinderbetreuung in Frankfurt
Bettina fragte mich, ob es möglich sei, samstags außer meinen
zwei Pflegekindern noch drei
Kinder im Alter von sieben Monaten bis sieben Jahren aus
Fleckenbühl zu betreuen.
geregt, wir kannten die Kinder vom
Hof ja noch nicht so gut. Die ersten
Annäherungsversuche verliefen
ganz gut, nachdem die zwei Mütter
ihre Kinder abgegeben hatten und
zu ihrem Unterricht gingen.
Die Mütter der Kinder sind zurzeit
in der Ausbildung und haben ab
November samstags Schule im
Haus Frankfurt. Ich sagte gleich
zu und freute mich auf die neue
Aufgabe. Die Räumlichkeiten sind
vorhanden.
Aus meiner Zeit im Kinderhaus
Ginseldorf weiß ich, dass es wichtig
ist, einen Rhythmus in den Tag zu
bringen, da es den Kindern Sicherheit gibt. Das tat ich auch. Die
Kinder Lara, Amelie, Maximilian,
Liliam und Sascha nahmen zueinander Kontakt auf und bald spielten sie zusammen. Es ist schön zu
beobachten, wie schnell so etwas
geht.
Seit meine Pflegekinder vor zwei
Jahren kamen, habe ich neben meinem Büro ein Spielzimmer aus
Spenden einrichten können, wo
ich meine Kinder betreue oder Kinder spielen können, die zu Besuch
kommen. Der erste Samstag kam,
meine Kinder und ich waren auf-
Der erste Vormittag ging zu Ende,
die Mütter holten ihre Kinder
wieder ab, die Freude war auf beiden Seiten groß. Der nächste Sams-
tag kam, die Kinder konnten sich
schon leichter von ihren Müttern
lösen. Wir hatten auch noch ein
Besucherkind da, es waren jetzt
sechs Kinder. Nach dem freien
Spiel frühstückten wir miteinander,
ich las eine Geschichte vor.
Wir deckten anschließend im Nebenraum für das gemeinsame Mittagessen. Dort essen alle Kinder
und Eltern zum Abschluss. Ein
schönes Ritual. So ist es seit November, ich freue mich schon
immer auf die Samstage.
Die Kinder untereinander haben
sich angefreundet und kommen
gerne. Die Mütter können sich auf
ihre Schule konzentrieren. Das ist
gegenseitige Hilfe unter den Häusern.
MONIKA STERK
Foto: Marcus Heil
Monika kümmert sich um Maximilian, wenn seine Mama Patricia für ihre Prüfung zur Bürokauffrau lernt.
Zurück zum Start
Ein Rückfall und seine (positiven) Folgen
Silvia Vater, die pädagogische
Leiterin der Jugendhilfe Haus
Leimbach, im Interview mit Nils,
20 Jahre, Bewohner der Jugendhilfe Leimbach seit 29. Juli 2008
Silvia Vater: Nils, im Juli diesen
Jahres bist du offiziell zwei Jahre
in Leimbach, allerdings sind es zu
diesem Zeitpunkt Jugendhilfe intern nur zehn Monate, kannst du
den Lesern erklären, wie diese Differenz zustande kommt?
Nils: Leider, ja…, ich hatte einen
kleinen Rückfall, zuerst mit Alkohol, dann was gekifft und dann
Speed gezogen, nach dreizehn Monaten und einem Tag in der
Jugendhilfe Leimbach.
Puhh, welche Teufel haben dich
denn wie und wo geritten?
Nach meinem halben Jahr Kontaktpause habe ich nach und nach per
Internet und Telefon wieder Kontakt
zu den alten Druffköpfen (Süchtige,
die „drauf“ sind) aufgenommen,
und das hat mir irgendwie nicht
gut getan.
Wie denn nicht gut getan, erzähl
mal genauer.
Dadurch habe ich wieder Lust auf
Feiern bekommen, weil die Druffköpfe mir immer erzählt haben,
was sie am Wochenende getrieben
haben.
Aha, was bedeutet das für die Zukunft? Dass du keinen Kontakt
mehr mit diesen Leuten aufnimmst?
Naja, aber die könnten dir ja auch
einfach über den Weg laufen und
du hättest zwangsläufig Kontakt
mit ihnen, wie geht das dann?
doch ein unglaublicher Kraftakt
für dich gewesen sein, du hast deinen kompletten Status innerhalb
der Jugendhilfe verloren.
Das ist dann kein Problem, aber ich
werde von meiner Seite keinen dauerhaften Kontakt mehr zu ihnen
aufnehmen.
Ne, das war für mich eher entspannend, mich nicht mit der Außenwelt beschäftigen zu müssen.
Wenn wir uns deine Leistungen
seit dem Rückfall im Arbeits- und
im sozialen Bereich anschauen,
können wir nur staunen. Würdest
du aus heutiger Sicht sagen, dass
dein Rückfall quasi ein Vorfall war!?
Oh, dann müssen wir uns also
wieder Sorgen machen, wenn du
am 1. März keine Kontaktpause
mehr hast, oder wie?
Nein! Weil ich heute anders darüber
denke, ich habe mich besser kennen
und verstehen gelernt.
Ja, das würde ich so sehen.
Wie reagierten deine Mutter und
deine Schwester damals, ihr habt
euch ja nach deinem Absturz getroffen? Soweit ich weiß, war deine
Schwester sehr wütend, wie erklärst du dir das?
Meine Schwester und meine Mutter
hatten Angst, dass ich in Haft
müsste, weil ich ja per Auflage hier
bin, sie wollten, dass ich darum
wieder zurück nach Leimbach gehe
und mich erneut aufnehmen lasse.
Wer oder was hat dir den Mut und
die Zuversicht gegeben, noch
einmal von vorne zu beginnen,
obwohl du einen Monat mit der
modularen Qualifizierung zum Maler und Lackierer aussetzen musstest und erneut ein halbes Jahr
Kontaktpause zu deiner Familie
hattest?
Ich wollte selbst nicht in den Knast,
außerdem wollte ich meine modulare Quali(fizierung) fertig machen.
Ja.
Ja, o.k., aber trotzdem muss das
Wow, verrätst du uns, wie du das
geschafft hast?
Ich wurde auseinander genommen!
Das hört sich ja gruselig an, hat
das weh getan?
Nur ein bisschen.
Du hast ja über ein Jahr lang immer
wieder betont, dass du es außerhalb der Einrichtung nicht schaffen
würdest, abstinent zu leben, wie
sind deine Ansichten heute zu diesem Thema?
nem „inneren Freizeitpark“ verstehst!
Mein Freizeitpark sind meine zwei
Seiten in mir, die ich bisher nicht
kontrollieren konnte, heute funktioniert das ziemlich gut. Heute bin
ich der Steuermann meiner selbst.
Wie lange wirst du noch ungefähr
in Leimbach bleiben?
Bis ich mit der Ausbildung fertig
bin, bis etwa 2012.
Deinen Förderplan im Arbeitsbereich hast du mit ziemlich vielen
gekrönten Smileys bestanden. (In
den Förderplänen werden durch
Eigen- und Fremdbeurteilung Fortschritte in Kompetenzen wie Konzentration, Arbeitsmotivation,
Teamwork, Kritikfähigkeit, Eigeninitiative usw. abgebildet. Nils hat
inzwischen bestmögliche Ergebnisse erzielt.) Der erste Förderplan
war am 22. September 2008, der
letzte war am 2. Februar 2010. Auf
welche deiner erlernten Fähigkeiten bist du besonders stolz?
Einmal die reflexive Wahrnehmungsfähigkeit und meine Dispositionsfähigkeit.
Kannst du mir mal ein Beispiel
geben, was du heute total anders
machst als noch vor einem Jahr,
zum Beispiel im Arbeitsbereich?
Wenn vor einem Jahr auf der Arbeit
ein anderer Faxen gemacht hat,
habe ich natürlich mitgemacht, heute habe ich das so weit unter Kontrolle, dass die Arbeit auf keinen
Fall darunter leidet.
Klasse, das bedeutet, deine Prioritäten haben sich ganz gewaltig
verändert! Auf was und wen freust
du dich denn am meisten, wenn
am 1. März deine Kontaktpause
wieder aufgehoben wird?
Auf meine Familie und vielleicht
zwei, drei FreundInnen, die
höchstens am Wochenende mal
einen trinken.
Danke Nils, ich bin ganz schön
stolz auf deine ganzen Erkenntnisse
und Fortschritte, auch wenn du
mich manchmal an meine pädagogischen Grenzen während der
Redezeit (Einzelgespräche) gebracht hast.
Hab ich gerne getan!!
Ich denke mal, wenn ich das will,
wird es auch funktionieren!
Was würdest du deinem besten
Kumpel antworten, wenn er dich
fragen würde, welche Fähigkeiten
du in der Jugendhilfe Leimbach
trainiert und gelernt hast, um trotz
deines, wie du ihn nennst „inneren
Freizeitparks“ in deinem zukünftigen Leben zu bestehen? Vielleicht
solltest du den Lesern erst mal
erklären, was genau du unter dei-
Foto:???????????????
Foto:
Thomas Schmid
Nils (rechts) in einer Arbeitspause - mit Wasserflasche!
1. QUARTAL 2010
DIE FLECKENBÜHLER
HAUS UND HOF · MENSCHEN 7
Ich weiß, dass ich viel üben muss
Anti-Gewalt-Training in der Jugendhilfe Leimbach
Die Zielgruppe der Jugendhilfe
Leimbach sind in erster Linie
süchtige und suchtgefährdete
männliche Jugendliche und
Heranwachsende im Alter von
14 bis 23 Jahren.
Viele von ihnen werden von den
Behörden als deviant, dissozial und
hochgradig gewaltbereit eingestuft.
In der Regel wird diese Einschätzung durch diverse Gerichtsurteile
und Gutachten bestätigt. Nicht
zuletzt sprechen die in Ordner
verpackten Biografien, die mit den
Jugendlichen in Leimbach eintreffen, ihre eigene und eindeutige
Sprache.
Für viele verwunderlich: Innerhalb der Jugendhilfe Leimbach
kommt es zu keinerlei Übergriffen, weder unter den Jugendlichen, noch gegen Anleiter oder
Sachen.
Dies ist der – für die Jugendlichen
neuen – Lebenswelt geschuldet,
an der sie mit ihrem Einzug in
Leimbach, gewollt oder ungewollt,
teilhaben. Einer Lebenswelt, die
sich in den 25 Jahren Fleckenbühler Geschichte bewährt hat und
sich ständig fort- und weiterentwickelt. Die Kernregeln dieser Lebenswelt sind: Keine Drogen oder
Alkohol, keine Gewalt oder deren
Androhung, wir rauchen nicht.
Die Jugendlichen und Heranwachsenden verlassen uns nach Beendigung einer gerichtlichen Auflage,
nach einer beruflichen Qualifizierung oder einfach, wenn für sie
der Zeitpunkt gekommen ist. Sie
verlassen dann eine Lebenswelt,
die sie auch vor ihrer eigenen Gewaltbereitschaft geschützt hat.
Wenn wir diesen Jugendlichen den
Wert einer nüchternen Lebensweise
nahebringen wollen, sie beruflich
für ein selbstbestimmtes Leben
qualifizieren, müssen wir auch, mit
ihnen gemeinsam, an ihrer Gewaltbereitschaft arbeiten.
Die Dominanz der Jugendgewalt
in unserer Gesellschaft führte zu
dem Entschluss, dieses Thema in
der Fleckenbühler Jugendhilfe zu
professionalisieren. Konkret war
es an mir, in einer einjährigen
Schulung zum Anti-Gewalt-Trainer,
die benötigte Professionalität in
unser Haus zu bringen. Das Angebot der entsprechenden Bildungsträger ist vielfältig und umfasst
mehrere Disziplinen. Überzeugend
fallen hier das Anti-AggressionsTraining und das Anti-GewaltTraining auf.
Wir haben uns für die Schulung
nach AGT NEUStart endschieden,
das dort vermittelte Wissen ent-
spricht am ehesten unserem
Verständnis, Sucht und die damit
verbundene Gewaltbereitschaft als
ein Verhalten anzusehen, das änderbar ist.
Inzwischen ist die Schulung erfolgreich abgeschlossen, und ich kann
auf zwei Trainingsdurchläufe
zurückblicken. Natürlich haben
wir ein Konzept geschrieben, das
allen Interessierten zur Verfügung
gestellt werden kann. Dieses Konzept hier zu beschreiben, würde
den Rahmen sprengen, nichtsdestotrotz möchte ich versuchen, die
Kernelemente hier in Kürze zu
erläutern.
In einer entspannten Situation gelingt es uns, unser Verhalten zu
steuern. Je mehr wir in die Anspannung kommen, umso mehr sind
wir darauf angewiesen, ein Verhalten aus dem Gedächtnis abzurufen.
Das dort abgelegte Verhalten ist in
erfolgreich und nicht erfolgreich
sortiert. Dass diese Wertung bei
einem jungen Gewalttäter anders
ausfällt als bei einem gesellschaftlich integrierten Familienvater, liegt
auf der Hand.
Es gilt also zum einen, eine neue
Wertigkeit herauszubilden und
zum anderen, diese in Stresssituationen abrufbar im eigenen Selbst
zu hinterlegen. Wie es für Feuerwehrleute, Polizisten, Rettungsdienste und viele mehr selbstverständlich ist, Verhalten in Stresssituationen zu trainieren, ist das
bei uns eines der Kernelemente in
unserem Anti-Gewalt-Training.
Es ist ein konfrontatives Training,
das handlungspraktische Regeln
und Strategien, mit dem Ziel
zukünftiger Gewaltfreiheit, trainiert. Deeskalationsstrategien, theaterpädagogische Elemente, interaktionspädagogische Übungen und
Spiele, interpersonales Wahrnehmen und das Visualisieren von
Haltungen, Meinungen, Denkmustern und Erfahrungen sind weitere
Elemente des Trainings.
Die theoretische Basis bilden die
Ausführungen von Friedrich Glasl,
Joseph P. Forgas, Abraham Maslow
und die eigene langjährige Erfahrung als Täter, Opfer und Zeuge.
Zum Schluss möchte ich einen jungen Leimbacher zitieren, der nach
einem abgeschlossenen Training
auf die Frage antwortete, was ihm
das Training gebracht hätte: „Ich
weiß jetzt, wann ich ausraste, ich
weiß, dass ich viel üben muss, um
es nicht zu tun und ich will üben.“
CHRISTOPH FEIST
Wenn Sie weitere Informationen
wünschen, können Sie mich gern
kontaktieren: 06691/80650772
c.feist@diefleckenbuehler.de
Foto: Maritta Zeymer
Leimbacher Jugendliche beim Silvesterlauf in Ziegenhain.
Florian
Wanderer zwischen den Welten
Als ich das erste Mal mit Florian
auf einem Spiel saß, habe ich
mich über seinen deutschen Namen und sein völlig akzentfreies
Deutsch gewundert, denn er sieht
schon ziemlich südländisch aus.
seinen eigenen Bereich im Elternhaus. Das bekommt ihm nicht gut,
er gerät zunehmend außer Kontrolle. In der Schule ist er aufsässig
und er fängt damit an, Pillen und
Aufputschmittel zu konsumieren.
Florian ist ein Wanderer zwischen
den Welten. Sein Vater ist Italiener
aus einem kleinen Ort bei Neapel,
seine Mutter Deutsche. Im April
1984 wird Florian in Neuwied geboren. Kurz nach seiner Geburt
trennen sich seine Eltern. In den
ersten drei Lebensjahren wächst er
bei seiner italienischen Großmutter
auf. Für Florian ist sie die liebste
Frau der Welt. Sie nahm ihn
überallhin mit, nach Italien, zu
ihrer Arbeitsstelle... Bis zu ihrem
Tod im vorigen Jahr hat er guten
Kontakt zu ihr. Auch in seiner wildesten Zeit hat sie zu ihm gehalten.
Im 9. Schuljahr schwänzt er ein
halbes Jahr lang den Unterricht
und verlässt die Schule ohne Abschluss. Trotzdem bekommt er eine
Lehrstelle als Dachdecker, die jedoch nach Florians Zwischenprüfung in Konkurs geht. Florian
könnte in einer anderen Firma die
Ausbildung fortsetzen, er zieht es
aber vor, sich mit einem Job bei
einer Reifenhandlung Geld zu verdienen.
Mit drei Jahren kommt Florian zu
seiner Mutter und seinem zwei
Jahre älteren Bruder. Sie wohnen
im Westerwald. Seine Mutter heiratet 1988, ein Jahr später wird
Florians Schwester geboren. Florian sagt, seine Geschwister seien
blond und lieb, er sei der Dunkle,
Wilde in der Familie. Mit etwa
14/15 Jahren bekommt Florian
Mit 16 Jahren zieht Florian zuhause
aus und wohnt in einer eigenen
Wohnung. In dieser Zeit nimmt er
auch Kontakt zu seinem Vater auf.
Eines Tages fährt er einfach mit
seinem Moped zu ihm. Er fühlt
sich wohl in der großen italienischen Familie. Der Kontakt zu seinem Vater, der in Deutschland lebt
und auch hier bleiben will, reißt
nie mehr ab. Er hatte ihn 13 Jahre
lang nicht mehr gesehen. Der Kontakt zu seinem Vater ist für Florian
sehr wichtig und er tut ihm sehr
gut. Sein Vater hilft ihm, wo er
kann. Aber das hält Florian nicht
davon ab, weiter Drogen zu nehmen. Mit 17/18 Jahren fängt er mit
Heroin und Kokain an und sein
Leben wird immer chaotischer.
Heimlich holt er das Auto seines
Vaters aus der Garage und besorgt
Drogen. Ein Jahr lang arbeitet er
nicht mehr, ist nicht mehr krankenversichert. Ein Freund stirbt
1999 an einer Überdosis.
Im Mai 2004 hat er das erste Mal
den Impuls, sein Leben zu ändern.
Sein Stiefvater ist bei Recherchen
im Internet auf „die Fleckenbühler“
gestoßen. Seine Mutter und sein
Stiefvater fahren Florian auf den
Hof Fleckenbühl. Er bleibt nur
eine Woche, er möchte in unser
Frankfurter Haus und als man
nicht seinem Wunsch entspricht,
ihn dorthin zu bringen, zieht er es
vor zu gehen. Und nun kommt die
schlimmste Zeit seines Lebens.
Er versackt völlig auf der Drogenszene. Er hat einen schlimmen Abszess am Arm, er hat Glück, dass
der Arm nicht amputiert werden
musste.
Am 7. Oktober 2004 schafft Florian
es endlich in unser Frankfurter
Haus. Er sagt, er habe von da an
nicht mehr daran gedacht, wegzugehen. In der Zeit waren in unserem Frankfurter Haus nur 37 Menschen und Florian war mit seinen
20 Jahren der Jüngste. Er hat sich
gut aufgehoben gefühlt.
Als er zwei Monate bei uns war,
fing er an im Büro zu arbeiten.
Inzwischen hat er seine Ausbildung
zum Bürokaufmann erfolgreich
abgeschlossen (bei der mündlichen
Prüfung konnte er 97 % der Fragen
beantworten) und hat die Leitung
der Buchhaltung übernommen.
Florian hat eine ganz reizende
Freundin, die viel Verständnis für
ihn hat. Tina kennt er schon seit
neun Jahren.
Vor drei Jahren hat er über das
Internet wieder Kontakt zu ihr
aufgenommen. Ein Jahr lang hatte
er eine Fernbeziehung zu ihr, sie
besuchte ihn jedes Wochenende.
Im Juni 2008 entschloss Tina sich
dazu, nach Frankfurt zu ziehen.
Sie wohnt ganz in der Nähe unseres
Hauses und macht in der Verwaltung der „die Fleckenbühler – Haus
Frankfurt gGmbH“ eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Florian
und Tina haben schon zusammen
mit einer Gruppe von Fleckenbühlern Urlaub gemacht und Tina
(mit ihrem Hündchen Maggie) ist
oft in unserem Haus zu Gast. Florian wird noch eine Weile bei uns
bleiben und eine Ausbildung zum
Finanzbuchhalter machen.
HELGA MEYER
Foto: Marcus Heil
Tina und Florian
8
RÄTSEL · TERMINE
DIE FLECKENBÜHLER
Kreuzworträtsel
die Fleckenbühler
Perspektiven schaffen – drogenfrei leben
Die Lösung senden Sie bitte an: die Fleckenbühler e.V., Fleckenbühl 6, 35091 Cölbe
oder per E-Mail an info@diefleckenbuehler.de. Einsendeschluss ist der 30. April 2010.
Drei Gewinner werden unter den richtigen Einsendungen ausgelost.
Die Gewinner erhalten ein Lebensmittelpäckchen mit hofeigenen Produkten.
Die Namen der Gewinner veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe.
Waagerecht
1) Manfred Krug hieß so in Kreuzberg 7) Im Inselwald „Zum stillen Kauz“, da lebt der heilige …
(Christian Morgenstern) 14) Mit auf wie Bereitschaft mit in 17) 1.936,27 davon musste man für
einen Euro geben 18) Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Traurigkeit am meisten Schaden
für den … (Thomas von Aquin) 19) Kfz-Kennzeichen für Hanau 20) Die 21) Lösung 22) ist
23) Zwetschgen streichfähig 24) Der Schubs des Engländers 25) In zwei: Aufforderung, denen zu
glauben, die dabei waren; in eins: Beistände bei Eheschließung 30) Wer sollte abwaschen, wenn
sie gekocht hat? 32) Theater am Ortweinplatz, abgekürzt 33) Dänische Insel 34) Maskulin
36) Tranceerzeugungssilbe 37) ein 39) Sprichwort 41) aus 42) dem 43) Niedlicher Amerikaner
44) Tragbares oben, in der Abkürzung am Tage zu besprechen 46) Abkürzung für den Deutschen
Standardisierungsrat 47) Der Vogel, der das Sehvermögen seiner Artgenossen schont 48) Schneller
Punktesammler 50) Lüttich ohne Accent 51) Von dem, was wir heute erleben, konnten unsere …
nichts … 54) schönen 56) Land 57) Nur als Wurstbegleiter willkommen 59) Manchmal bringt
die halbe schon voran, zahlen sollte man sie allerdings lieber ganz 60) Man denkt eher an die schöne
Blonde, als an das Längenmaß 62) Kfz-Kennzeichen von Offenbach 63) In den geht der Bruder
nicht freiwillig 65) Kfz-Kennzeichen von Ingolstadt 66) Wo Hase und Ems sich vereinen, ist diese
Stadt im Grünen, Stadt am Wasser 68) Schöner Stein wie Hitchcock-Filmtitel 71) Sowas wie sowieso
vor egal 72) Nettes Tier, dem viel aufgeladen wurde 73) So viel sei ungesund, sagt ein Sprichwort
75) Norwegen 77) Englische zehn 79) … ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden
wird (George Bernard Shaw) 80) Abgekürztes Neues Testament 81) Budget 82) Schwermetallglättgerät?
83) Wo Camus die Pest ausbrechen ließ
Senkrecht
1) Der Abend des Lebens bringt seine … mit (Joseph Joubert) 2) Was man so meint, sagt man am
besten im Spaß, sprach Wilhelm Busch 3) Hier wartet man auf Beförderung 4) Sieht, entsprechend
geschrieben, wie die römische drei aus, dieser Fluss 5) Fließt von Ruanda und Burundi bis ins
Mittelmeer 6) Oh das folgt manchmal auf Oh Schreck 7) Der einzige, der den vom Ozelot wirklich
braucht, ist der Ozelot selbst, sprach Bernhard Grzimek 8) Das sein zu müssen sei schwer, das sein
zu können das Schönste, sprach Hans Krailsheimer 9) Segler-Signal zum Wenden 10) Will Weile
haben, wenn es gut werden soll 11) Macht der Fleckenbühler, wenn er das Haus verlässt 12) Der
bubo bubo 13) Reaktion im Schreckensfall 15) Fuchsheim 16) Ein … zeigt nie die Wahrheit (Richard
Avedon) 26) Von unten wie von oben selten 27) Der mit der besonderen Lichtquelle 28) Der
besonders alte Vorfahr (lebt wohl nicht mehr) 29) Einst Artenretter 31) Fellini widmete ihr einen
Film 34) Unkundigen Pilzsammlers mögliches Schicksal 35) Sie ist für die Finanzierung unentbehrlich
37) Geheizte Zimmer kann man erwarten, wenn man die bezahlt hat 38) Kfz-Kennzeichen von
Hildesheim 39) Beliebtes Wurfobjekt zwecks Erheiterung des Zuschauers 40) Englischer Gebrauch
im Jahrtausend 45) Von Kopfschütteln begleiteter Kommentar unverständlicher Handlung
47) Positives frech 49) Halske setzte seine Erfindungen um 52) Kfz-Kennzeichen von Heinsberg
53) Falschmeldung 55) Aus Sein gemacht und ganz am Anfang 56) Englischer Sohn 58) Mindestanspruch an ein Gericht 61) Nellie bekam als Erste diesen Pfirsich serviert 64) Finnischer Architekt
67) Schmerz oder Brot, je nach Aufenthaltsort 69) Kalter Wind kommt von dort 70) Schälen englisch
74) Richtung im Buddhismus 76) Militanter Baskenverein (Abk.) 78) Macht Bert fertig
1
14
2
3
15
4
16
20
5
6
7
17
8
9
10
11
18
21
12
19
22
13
DIE FLECKENBÜHLER
Die Fleckenbühler sind seit 1984 eine offene, konsequent
nüchterne Gemeinschaft, die Menschen in jeder Lebenssituation aufnimmt und ihnen – gestützt auf frühere Suchterfahrungen der Mitglieder – dabei hilft, durch Selbstkonfrontation, Lernbereitschaft, Ehrlichkeit, Geborgenheit
und Arbeit dauerhaft suchtfrei zu leben und in Zukunft
ein selbst bestimmtes Leben zu führen.
Die Gemeinschaft organisiert und verwaltet sich selbst.
Wer ein Suchtproblem hat – Alkohol, Drogen, Medikamente
– und den Wunsch nüchtern zu leben, kann sofort zu uns
kommen. Auf den Hof Fleckenbühl oder in unser Haus in
Frankfurt am Main.
Die Türen sind jederzeit – Tag und Nacht – für Hilfesuchende
geöffnet. In einem persönlichen Gespräch werden wir
gemeinsam klären, ob Fleckenbühl der richtige Platz ist.
Eine Anmeldung oder eine Kostenzusage werden nicht benötigt. Die Aufenthaltsdauer ist grundsätzlich unbeschränkt.
Man bleibt so lange, wie man es selbst für richtig hält.
Es gelten für alle Bewohner drei verbindliche Regeln:
1. Keine Drogen, Alkohol oder andere Suchtmittel
2. Keine Gewalt oder deren Androhung
3. Kein Tabak, wir rauchen nicht
TERMINE AUF HOF FLECKENBÜHL
35091 CÖLBE-SCHÖNSTADT
Offenes Haus
(samstags von 15:00 bis 18:00 Uhr)
24. April 2010
29. Mai 2010
Märchenlesung und Tiere besuchen
Informationen, Kaffee und Kuchen
Feste und Märkte
(sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr):
14. März 2010
20. Juni 2010
Ostermarkt
Demeter-Hoffest
TERMINE IM HAUS FRANKFURT
KELSTERBACHER STR. 14, 60528 FRANKFURT
Offenes Haus
(sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr)
9. Mai 2010
Informationen, Kaffee und Kuchen
IMPRESSUM
Herausgeber:
Redaktion:
Gestaltung + Satz:
Druck:
Versand:
30
25
31
32
26
27
28
33
34
29
35
die Fleckenbühler e.V., Fleckenbühl 6, 35091 Cölbe
V.i.S.d.P. : Ronald Meyer
www.diefleckenbuehler.de, info@diefleckenbuehler.de
Helga Meyer
atelier@barczat.de, Wuppertal
www.brauch-steidler.de
Lahn-Werkstätten, Marburg
die Fleckenbühler e.V. ist darauf angewiesen, dass Menschen von außen die Arbeit durch
Sach- und Geldspenden unterstützen. Spenden sind steuerlich absetzbar.
23
Spendenkonto:
24
1. QUARTAL 2010
36
die Fleckenbühler e.V.
GLS Gemeinschaftsbank
KontoNr. 6 003 036 700, BLZ 430 609 67
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung. Beiträge mit vollem
Verfassernamen müssen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion entsprechen.
Die Lösung des letzten Kreuzworträtsels lautete:
37
38
39
40
41
42
Was dir zuteil wird, widerfährt nicht allen
Peter Rühmkorf
43
44
48
54
45
49
56
60
66
82
61
73
79
52
57
62
67
72
78
Die Gewinner des letzten Kreuzworträtsels waren:
Familie Mahla, Helga Becker, Carola Herter
51
55
65
47
50
59
77
46
63
68
74
69
58
64
70
71
75
80
53
76
81
83
A B S
N L E
WA S
A G A
L A M
T B B
W I R
A B O
HW E
L A T
J A C
A S H
H D E
R U N
C H I
O E H
D I R
E L E
P E N
E N N
DW I
A U G
L P E
Z P R
K E N
A R E
N K T
D S T
E
R
Z
M
A
O
D
E
A
E
I
M
E
R
D
R
U
E
C
K
E
N
B
U
C
H
T
I
S
E
T
N
H
I
R
R
E
S
H
E
S
C
S
F
E
T
T
E
F
A
N
S
T
I
C
K
T
E
I
L
B
L
A
U
D
E
A
N
H
N
U
R
L
A
U
B
E
S
P
E
L
E
A
A
ND
A T
C A
HN
R K
U G
H R
MU
UM
MM
L E
A L
NN
D E
E
I
N
F
A
L
T
S
P
I
N
S
E
L
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
20
Dateigröße
776 KB
Tags
1/--Seiten
melden