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Hysterie oder sinnvolle Wachsamkeit? Es tut sich was Das kleine 1 x

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LKHluaga!
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
01/09
Thementitel
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Hysterie oder sinnvolle
Wachsamkeit?
Pandemie-Angst auf dem Prüfstand
Es tut sich was
In den Tiefen des Schwerpunktspitals
Das kleine 1 x 1 für Könner
Neue OP-Methode an Bregenzer Chirurgie
Das Ziel vor Augen
Umbau am LKH Hohenems in vollem Gang
Kein Tag ohne Fleisch
Gewinnspiel mit Ländle-Produkten
Im Interview:
Prim. Dr. Hartmut Häfele
Dr. Peter Weiß
Mag. Markus Wallner
Dr. Jodok Simma
Willkommen
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Inhalt
03
Willkommen
04
Aus der Vogelperspektive
06
Es tut sich was in den UGs am LKHF
10Neu: Interdisziplinäre
Ambulanz im LKH Bregenz
06
10
14
Gefährlicher Käse
15
Jede Sekunde zählt
Reanimation am LKHR
16
Forum: Ist Spitzenmedizin für alle leistbar?
18
Mit viel Takt-Gefühl
Neues Institut für Interventionelle
Kardiologie am LKH Feldkirch
19
Kleines 1 x 1 der Bregenzer Chirurgen
20
Schweinegrippe & Co.: Hysterie
oder sinnvolle Wachsamkeit?
22
Vorsicht ansteckend!
23
Dem Körper etwas Gutes tun
Aromapflege im LKH Rankweil
24
Forum: CIRS – Wie beurteilen Sie das
anonyme Meldesystem?
27
Das Ziel vor Augen
Umbau LKH Hohenems
29
Führungspersönlichkeiten im Ge-
Das magazin der
Neues aus dem
Krankenhaus
27
29
Impressum:
Verleger, Medieninhaber und Herausgeber:
Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft,
Carinagasse 41, 6800 Feldkirch, www.khbg.at
Redaktionsleitung: Mag. Martina Pointner
Text: Mag. Martina Pointner, Michaela Polster,
Christine Mennel, Mag. Caroline Begle
Konzeption: Mag. Martina Pointner, Dr. Angelika Böhler
Grafische Umsetzung: Flax Jutz Metzler, Dornbirn
Foto: Lisa Mathis, Andreas Uher, Christina Scheiderbauer u.a.
Lektorat: Daniela Plattner, Petra Geiger
Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, 6890 Lustenau
Titelbild:
Fünf Häuser, ein Unternehmen - repräsentiert durch Ines Stoß
(Aufnahme, LKH Hohenems), DGKs Janet Renner
(Urologie, LKH Bregenz), Dr. Ulrich Amann (HNO, LKH
­Feldkirch), Karin Arzbacher (Logopädie, LKH Rankweil) und
­Manfred Schultes (Küchenchef, LKH Bludenz).
Martina Pointner
Chefredakteurin von
„LKH luag a!“
„LKH luag a!“, das Magazin der Vorarlberger Landeskrankenhäuser ist
neu – fast neu. Das erste LKH-weite Magazin ist unter dem Titel „LKH
aktuell“ bereits im Februar 1995 erschienen. Jetzt ist der Zeitpunkt
gekommen, um mit „LKH luag a!“ neu durchzustarten.
Hinter der bisherigen Zeitung standen engagierte Frauen und Männer
aus den eigenen Reihen – das soll auch in Zukunft so sein: Mitarbeiter
aller fünf Landeskrankenhäuser – Bludenz, Bregenz, Hohenems,
Feldkirch und Rankweil – können und sollen sich weiterhin aktiv
einbringen mit Ideen für Artikel, Berichte, Reportagen oder Interviews.
Mitglieder Redaktionsteam:
Neu ist, dass sich ein fixes Redaktionsteam um Struktur, durchgängige
Qualität sowie Aufbereitung, Sammlung und Umsetzung der Inhalte
kümmert – mit dem Ziel, in ansprechender, leicht lesbarer Form über
Themen zu berichten, die nicht nur alle 3.400 Mitarbeiter, sondern auch
deren Angehörige und andere Interessensgruppen ansprechen. Denn wir
sind überzeugt: die Geschichten aus „ihrem“ Krankenhaus sind für viele
Menschen in Vorarlberg und sogar über die Grenzen hinaus von Interesse.
KHBG
Um die Bandbreite des abwechslungsreichen Krankenhausalltags zu
zeigen, möchten wir möglichst viele Mitarbeiter zu Wort kommen lassen.
Wundern Sie sich also nicht, wenn wir plötzlich mit Kamera und Mikro
vor Ihnen stehen und Sie um Ihre Meinung bitten. Denn mit „LKH
luag a!“ soll eine Plattform entstehen, über die ein intensiver Austausch
zwischen den Häusern und Berufsgruppen möglich ist. Eine Plattform,
die nicht nur oberflächliche Unterhaltung bietet, sondern auch hinter die
Kulissen blickt und sich kontroversen Themen mutig stellt. Vom Portier
über die Pflegekraft bis zum Primararzt – jeder soll Anteil haben und
sich angesprochen fühlen, über alle Landeskrankenhäuser hinweg.
LKH Bludenz
Wir freuen uns, Ihnen mit „LKH luag a!“ halbjährlich ein Magazin zu
bieten, das all diese Ansprüche erfüllt, und wünschen viel Vergnügen mit
der ersten Ausgabe,
spräch: Prim. Dr. Hartmut Häfele
20
Willkommen
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Mag. Martina Pointner
Leitung Unternehmenskommunikation
Mag. Markus Schuler
Leitung Personalwesen
Michaela Polster
Unternehmenskommunikation
Mag. Franz Streit
Verwaltungsdirektor
DGKP Erich Gantner
Pflegedienstleiter
LKH Bregenz
Prim. Univ. Doz. Dr. Christian Huemer
Leitung Kinder- und Jugendheilkunde
Andreas Lauterer
Personal und Beschwerdestelle
OA Dr. Michael Rohde
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
LKH Feldkirch
Dipl.KH-Bw Harald Maikisch
Verwaltungsdirektor
Prim.Univ.Doz.Dr. Peter Kompatscher
Chefarzt
Prim. Prof. Dr. Alexander De Vries
Leitung Strahlentherapie
OA Dr. Martina Türtscher
Krankenhaushygiene
DGKP Dieter Morscher
Krankenpflegeschule Feldkirch
DGKP Michael Scheffknecht
Stv. Pflegedienstleiter
32
„Babyfon“ – immer ein offenes Ohr
33
Wenn der irdische Weg zu Ende geht
Arbeitsgruppe „Viaticum“
34
Als Träume fliegen lernten
35
„Keine Zeit!“ gilt nicht
36
Stets gut vertreten
Der Betriebsrat in den LKHs
36
Kein Tag ohne Fleisch. Gewinnspiel
37
Ausgeh- und Mediatipp von Mitarbeitern
38
Bildung in der Ferne – GKPS Feldkirch
Dipl. KH-Bw. Dietmar Hartner
Verwaltungsdirektor
Hildegard Höss
Sekretariat Verwaltungsdirektion
39
Aufgeschnappt in den LKHs
LKH Rankweil
Liebe Leserinnen,
die Zukunft ist weiblich. Trotzdem oder gerade deshalb haben wir uns
entschieden, in „LKH luag a!“ nur die männliche Sprachform als beide
Geschlechter umfassende zu verwenden. Damit beugen wir umständlichen
Formulierungen vor. Danke für Ihr Verständnis.
im Namen des ganzen Redaktionsteams.
Dynamisch, motiviert und voller Tatendrang: Das ­Redaktionsteam aus Mitarbeitern
aller fünf Häuser bei der Arbeit zur ersten Ausgabe von „LKH luag a!“. q
LKH Hohenems
Dr. Franz Freilinger
Verwaltungsdirektor
DGKS Elke Kovatsch
E4 Stationsleitung Pflege
3
Thementitel
LKH Bregenz
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Betten 275
Mitarbeiter ca. 580
Stat.Patienten/Jahr 19.000
Amb. Patienten/Jahr rd. 48.000
Das magazin der
Willkommen
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Aus der
Vogelperspektive
Stadtspital Dornbirn
Wer auf medizinische Hilfe
angewiesen ist, muss in Vorarlberg
nicht weit suchen.
W
ie der Blick von oben zeigt, sind
die Vorarlberger Krankenhäuser gut verteilt. Nicht nur die
Ballungsräume sind bestens abgedeckt,
auch vom Hinterland und den angrenzenden Talschaften aus ist das nächstgelegene
Krankenhaus schnell erreicht. Damit stellen
die Landeskrankenhäuser in Feldkirch,
Bludenz, Bregenz, Hohenems und Rankweil
gemeinsam mit dem Stadtspital Dornbirn
die optimale medizinische Versorgung in
Wohnortnähe sicher.
LKH Hohenems
Betten 128
Mitarbeiter ca. 320
Stat.Patienten/Jahr 11.000
Amb. Patienten/Jahr rd. 25.000
LKH Rankweil
Betten 378
Mitarbeiter ca. 560
Stat.Patienten/Jahr 5.700
Amb. Patienten/Jahr rd. 3.600
Fit für die Zukunft
Die Zahlen sind beeindruckend: Allein in
den fünf Landeskrankenhäusern werden
jährlich über 80.000 stationäre und rund
150.000 ambulante Patienten behandelt.
Die insgesamt 46 verschiedenen medizinischen Abteilungen erbringen beinahe alle
Leistungen des modernen medizinischen
Spektrums. Mit einer sinnvollen Gewichtung und Spezialisierung versteht sich.
Denn eine Schwerpunktsetzung ist zunehmend notwendig, um der rasanten Entwicklung in der Medizin Rechnung zu tragen
und die Landeskrankenhäuser fit zu machen
für die großen Herausforderungen, die uns
die Zukunft bringt.
LKH Feldkirch
Betten 606
Mitarbeiter ca. 1550
Stat.Patienten/Jahr 36.000
Amb. Patienten/Jahr rd. 60.000
LKH Bludenz
Betten 181
Mitarbeiter ca. 350
Stat.Patienten/Jahr 11.800
Amb. Patienten/Jahr rd. 22.000
4
Dir. Dr. Gerald Fleisch
Dir. Dr. Till Hornung
„Spezialisierung im Sinne
einer Bündelung von
­Ressourcen ist notwendig,
um neben der breit angelegten Basisversorgung
auch spitzenmedizinische
Schwerpunktversorgung
anbieten zu können.“
„Wir sind bemüht, den
­anerkannt hohen Standard
der medizinischen Leistungen in Vorarlberg durch
laufende Investitionen in
Infrastruktur, technische
Ausstattung und Personal
stetig weiter zu entwickeln.“
5
Thementitel
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Es tut sich was
in den UGs am LKHF
6
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Thementitel
Wer glaubt, in Untergeschossen von
Krankhäusern befänden sich nur
dunkle Kellerräume, Abstellflächen
und Versorgungskatakomben,
der irrt. Gewaltig sogar. Denn
zumindest im LKH Feldkirch
scheint es immer heller zu
werden, je weiter man nach
unten vordringt. Das mag an
der besonderen Bauweise des
Gebäudes in Hanglage liegen, die
dafür sorgt, dass selbst im 3. UG
viel Tageslicht die Räume erfüllt.
Es mag aber auch an den neuen,
hochmodernen High-Tech-Geräten
der Strahlentherapie und der
Nuklearmedizin liegen, die - von
der therapeutischen Strahlung mal
ganz absehen – die Räumlichkeiten
in neuem Glanz erstrahlen lassen.
7
Aus den Häusern
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Radioonkologie auf
höchstem Niveau
Die Radioonkologie wurde
innerhalb der letzten zwei Jahre
massiv aufgerüstet: Nunmehr
stehen für die Patienten zwei
Linearbeschleuniger (LINACs)
neuester Generation sowie ein
neues Niedervoltbestrahlungsgerät
in neu adaptierten Räumlichkeiten zur Verfügung. Insgesamt
wurden rund 4 Mio. Euro in die
technische Ausstattung und 4,5
Mio. Euro in die Infrastruktur
investiert.
„Mit den zusätzlichen Geräten
können wir fast das gesamte
Spektrum der Strahlentherapie
anbieten und dürfen uns durchaus als eines der modernsten
Strahlenzentren Europas bezeichnen“, freut sich Prim. Doz.
Dr. ­Alexander De Vries. Zum
nunmehr umfassenden Leistungsspektrum gehören neben der
Standardbestrahlung von Tumorpatienten auch die Bestrahlung
gutartiger Erkrankungen, die
intra-operative Bestrahlung z.B.
von Brustkrebspatientinnen oder
die sog. „Prostata-Spickung“ als
Behandlungsalternative zur operativen Prostataentfernung. Damit
können fast alle Patienten in
Feldkirch nach den nationalen und
internationalen Empfehlungen
wohnortnah behandelt werden.
„Nur mehr in wenigen Ausnahmefällen müssen Patienten mit sehr
seltenen Erkrankungen in Spezialkliniken überwiesen werden“,
so De Vries. Aber auch in diesem
Fall erfolgt die gesamte Organisation und die Kontaktaufnahme
über die Strahlentherapie Feldkirch, damit sich die Betroffenen
stets gut betreut fühlen können.
Für die Mitarbeiter der Abteilung
haben die Neuerungen aufgrund
der längeren Umbauphase, der
intensiven Einlernphase und des
gestiegenen administrativen Aufwands verständlicherweise einen
Mehraufwand bedeutet. Dieser
wird aber durch die Möglichkeit,
an einem attraktiven Arbeitsplatz
mit großem Entwicklungspotential tätig zu sein, mehr als wett
gemacht.
Prim. Doz.
Dr. Alexander De Vries
Julia Hagen, RT
„Wir dürfen uns inzwischen
durchaus als eines der
modernsten Strahlenzentren in Österreich - wenn
nicht gar in Europa - bezeichnen.“
„Die neuen Geräte bedeuten für uns eine Arbeitserleichterung und deutlich
mehr Bedienungskomfort.
Auch die Patienten profitieren von der hochmodernen
Technologie.“
8
Aus den Häusern
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Regina Becherer, RT
Prim. Doz.
Dr. Alexander Becherer
„Das PET/CT-Gerät erhöht
dank zeitsparender Untersuchungen nicht nur das
Wohlbefinden der Patienten, sondern liefert uns
auch gleichzeitig CT-Bilder,
die für die Diagnostik von
großem Nutzen sind.“
„Dank der neuen Geräte
konnten die nuklearmedizinischen Untersuchungen
deutlich verfeinert und die
Behandlung weiter verbessert werden.“
Optimale Behandlung
auf der Nuklearmedizin
Die neusten Anschaffungen auf
der Nuklearmedizin sind ein so
genanntes PET/CT- sowie ein
SPECT/CT-Gerät. PET steht
für Positronen-Emissions-Tomographie und ist ein bildgebendes
Verfahren, das Schnittbilder des
Patienten erzeugt, indem es die
Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus sichtbar macht und damit
biochemische und physiologische
Funktionen abbildet. SPECT
steht für „Single Photon Emission Computed Tomography“
und ist ebenfalls ein bildgebendes
Verfahren, mit dem Stoffwechselwege und -funktionen im Körper
verfolgt und dargestellt werden.
Beide sind mit einem klassischen
Computertomographen kombiniert, um die Ergebnisse durch
eine zeit- und lagegleiche CTUntersuchung noch zu optimieren.
p Am LKH Feldkirch stehen nunmehr zwei Linearbeschleuniger neuester Generation zur Verfügung.
Das PET/CT bildet biochemische
und physiologische Funktionen ab. q
t Mit dem SPECTGerät können Stoffwechselwege und
-funktionen im Körper verfolgt werden.
Dank der neuen Geräte sind die
nuklearmedizinischen onkologischen Untersuchungen derart
verfeinert, dass die erhaltenen Informationen für Operationen und
strahlentherapeutische Eingriffe
deutlich besser verwertet werden
können. „Die Bilder haben nun
aufgrund der höheren Genauigkeit
auch für die zuweisenden Ärzte
bedeutend mehr Aussagekraft und
sind leichter zu interpretieren,
wovon die Patienten unmittelbar
profitieren“, so der Leiter der Ab-
teilung Prim. Doz. Dr. Alexander
Becherer. Dies rechtfertigt auch
die Investitionen von 1,5 Mio.
Euro in die Geräte sowie 1,2 Mio.
Euro in die bauliche Adaption der
Infrastruktur.
Zusätzlich wurde die medikamentöse Therapie von Tumoren
mit radioaktiv markierten „Rezeptorliganden“ eingeführt. Als
Ligand wird in der Biochemie
und in verwandten Wissenschaften ein Stoff bezeichnet, der an
einen Rezeptor (z.B. Protein)
binden kann. Man kann sich den
Rezeptor wie ein Schloss und
den Liganden wie den einzigen
passenden Schlüssel vorstellen. Die Methode ist häufig die
einzige Behandlungsoption bei
inoperablen so genannten „neuroendokrinen Tumoren“. Dies sind
seltene Tumore, die vor allem im
Magen-Darm-Trakt oder in der
Bauchspeicheldrüse auftreten. Mit
Hilfe dieser speziellen radioaktiven Medikamente gelingt es, die
Tumore zu kontrollieren. Bisher
war die nächstgelegene Einrichtung für diese Art der Behandlung
die Uniklinik Innsbruck. „Nun
aber können die Betroffenen in
Wohnortnähe optimal behandelt
werden – eine große Erleichterung
für Patienten und Angehörige“,
weiß Becherer. n
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Aus den Häusern
Das magazin der
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Flexibel, einfach, besser
Ambulante Behandlung am
LKH Bregenz neu strukturiert
Das magazin der
Aus den Häusern
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
In jeder Situation schnell und effizient reagieren: Mit der neuen
interdisziplinären Ambulanz im LKH Bregenz soll das möglich werden.
Eine Patientin auf Lokalaugenschein.
W
o sind sie denn? Die Plastikstühle in knalligem Orange – oder
zumindest in den unübersehbaren
Signaltönen der 70-er Jahre – übernahmen
bisher die Funktion eines Wahrzeichens in
jeder Ambulanz. Auch im LKH Bregenz
waren sie stets Garanten dafür, dass ich mich
hier richtig wähnte, wenn mir die Hexe
wieder so richtig schmerzhaft ins Kreuz
gefahren war. Jetzt aber bietet sich dem erstaunten Betrachter ein völlig anderes Bild:
Die schrillen Sessel sind einem aparten,
mittig platzierten Sitzensemble in urbanem
Schwarz und Chrom gewichen. Hauptstück
und Drehscheibe des Krankenhauses bildet
die Information in einem kupfernen Kubus
mit großzügiger Fensterfront. Rechts davon
laden drei Anmeldeschalter samt Abmeldung und Kassa in diskretem Milchglas ein,
sich bemerkbar zu machen. Daneben in der
Ecke gibt es Getränke und Snacks aus dem
Automaten. Als hitverdächtig stufe ich das
palmenbestückte Kaffeehaus ein, das sogar
einen attraktiven Außenbereich anbietet.
Sollte Besuchern oder Patienten für einen
gemütlichen Latte Macchiato das Bare
ausgehen, kann ihnen der im Eingangsbereich stationierte Bankomat aus der Klemme
helfen.
Automatisch schneller
Und was ist das? „Quick-Check-in“ steht da.
Mit der Technik stehe ich zwar grundsätzlich auf Kriegsfuß, aber ein Blick auf die lange Warteschlange vor den Anmeldeschaltern
genügt, und ich schätze die Auseinandersetzung mit dem Automaten als das geringere
Übel ein. Also: e-Card rein, Daten auch.
In kürzester Zeit scheine ich zur Kontrolle
angemeldet zu sein. So leicht kann ich der
netten Dame am Schalter ein wenig Arbeit
abnehmen. Wie schön!
10
11
Aus den Häusern
Und jetzt? So ganz will ich mich
auf den papierlosen Ablauf, der
hier seit der Eröffnung herrschen
soll, aber doch nicht verlassen.
Sicherheitshalber frage ich nach,
ob ich auch drin bin im System,
bevor ich auf der Wartebank Platz
nehme. Die ist übrigens auch neu.
So richtig trendy. Auf gepolstertem Leder lässt es sich hier aushalten, hat man nicht gerade massive
Schmerzen. Aber dann geht´s hier
ja sowieso ratzfatz, wie mir erklärt
wird.
Unterhaltung inklusive
Ich glaube es kaum, meine Premiere am Check-in-Schalter war
tatsächlich erfolgreich. Ich kann
mich jetzt ganz entspannt den
Novitäten des Hauses widmen.
Der Wartebereich wirkt hell
und freundlich. Neben allerlei
gedrucktem Lesestoff versorgen
mich interaktive Monitore mit
Informationen. Demnächst werden hier auch medizinische Filme
gezeigt, wird mir gesagt. Allzu
gemütlich soll es offenbar doch
nicht werden....
Das magazin der
Gerade zähle ich die neuen Untersuchungsräume, als man mich
persönlich bittet mitzukommen.
14 solcher Ambulanzkabinen gibt
es, alle voll und modern ausgestattet und bis zu 18 m2 groß. Meine
Daten plus „To-do-Liste“ sind
vor mir da. Auf dem Monitor lese
ich Name, Versicherungsnummer,
Adresse und irgendwas, was mit
meinem Hexenschuss zu tun hat.
„Hier sehen wir auch, wie viele
Patienten momentan im jeweiligen Bereich warten“ erklärt die
Schwester und tippt auf die farbigen, virtuellen Karteikärtchen.
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Dem Ansturm
gerecht werden
Als ich fertig bin, verlasse ich das
Behandlungszentrum über den
Mittelgang und stehe plötzlich vor
den entsorgt geglaubten Sesseln
in Signalfarbe. Da stehen sie, an
der Rückseite des Empfangskubus’
als Relikte einer Zeit, die noch
weniger hektisch war. Inmitten des
aufgefrischten Umfelds wirken
sie gar nicht mehr so unmodern.
Weil: Orangefarbenes Plastik ist
heute gefälligst gefälliges „retro“,
oder nicht?
350.000 ambulante Kontakte in Vorarlberg verzeichneten die LKH-Ambulanzen im letzten Jahr. Tendenz
steigend. Und zwar um beachtliche fünf Prozent
jährlich. In Bregenz reagierte man auf diese Herausforderung mit einer interdisziplinären Ambulanz, die seit
12. März 2009 eröffnet ist und Kräfte bündelt. „Alle
Pflegemitarbeiter sollen künftig in allen Disziplinen,
also in den Bereichen Chirurgie, Frauenheilkunde, Innere Medizin, Pädiatrie und Urologie, einsetzbar sein“,
erläutert OA Dr. Oliver Schöneberg die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Anzahl der Räume wurde
von zehn auf 14 erhöht, zerstreute Ambulanzen zentralisiert. Papierlose Abläufe vereinfachen das System
und verkürzen die Wartezeit, ein Check-in-Schalter
übernimmt die automatische Selbstanmeldung bei
ambulanten Nachbehandlungsterminen.
Hohe Frequenz
Die Behandlungszimmer sind
jeweils von zwei Seiten begehbar. Über den internen Gang
zwischen den Ambulanzräumen
werden schwerer Verletzte auf der
Bahre in die Untersuchungsräume
gebracht. Ein dritter Gang ist der
südlich gelegene Hauptmittelgang.
Der Korridor, der den Neu- mit
dem Altbau verbindet, mutet wie
der Highway des Krankenhauses
an. Verletzte, Bedienstete und
auch Besucher begegnen sich hier
mehrspurig. „Optimierbar“, geben
die Betroffenen zu.
In der Kernarbeitszeit versehen zur Bewältigung des
Andrangs bis zu zehn ärztliche Mitarbeiter ihren
Dienst in der Ambulanz. „Das sind Kräfte, die auf den
Stationen fehlen“, skizziert Schöneberg die Problematik und weist auf die wichtige Filterfunktion der
Hausärzte hin. Im Sinne einer sinnvollen abgestuften Versorgung sei – außer bei einem schweren oder
lebensbedrohlichen Vorfall – eigentlich immer der
diensthabende niedergelassene Arzt die erste Anlaufstelle für den Patienten.
p 14 moderne Ambulanzräume stehen zur Verfügung.
p Zeitsparend und
leicht zu bedienen:
der „Quick-Checkin“ für Nachkontrolltermine
12
Aus den Häusern
OA Dr. Oliver
Schöneberg
Prim. Doz. Dr.
Christian Huemer
DGKS
Bernadette Geiger
„Der Andrang in
der interdisziplinären Ambulanz ist
groß: Zu Stoßzeiten
sind bis zu zehn
Ärzte notwendig,
um die Arbeit zu
bewältigen.“
“Aus meiner Sicht
bewährt sich die
interdisziplinäre
Zusammenarbeit
sehr gut, kleinere
Problembereiche
sind durchaus
­lösbar.”
„Die Herausforderung für uns war,
dass viel mehr Mitarbeiter miteinander zurechtkommen müssen. Die
Patienten sehen die
neue Ambulanz
sehr positiv. “
„Viele wissen nicht, dass keine zusätzlichen Notfallmediziner für den Ambulanzdienst zur Verfügung
stehen, sondern dass Stationsärzte ihre Station für
Akutfälle verlassen müssen“, so Schöneberg. Und daher
kann besonders in der Nacht und am Wochenende der
Notdienst keine Routineuntersuchungen durchführen.
„Das Personalkontingent ist ausgereizt, die Flut an Patienten – nicht zuletzt solcher, die eigentlich kein Fall
für die Notfallambulanz sind – nimmt aber stetig zu“,
weiß Schöneberg. Daher müssen Krankenschwestern
etwa zusätzlich administrative Aufgaben übernehmen,
und auch Mediziner werden vermehrt wegen Bagatellen während ihres Bereitschaftsdienstes in die Ambulanzen gerufen.
Verstärkte Eigenverantwortung und eine realistische
(Selbst-)Einschätzung, ob ein Notfall vorliegt oder
nicht, wünscht sich Schöneberg von den Patienten,
die sich weiterhin auf die ausgezeichnete Qualität der
medizinischen Versorgung verlassen können. n
13
Aus den Häusern
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Jede Sekunde zählt
Reanimation am LKH
Rankweil neu organisiert
t Eine FSME-infizierte Ziege sorgte
für viel Aufsehen im
Ländle und darüber
hinaus.
Gefährlicher Käse
Preis der Österreichischen Gesellschaft für
Neurologie für Poster „FSME durch Ziegenkäse
- eine besonders effektive Infektionsroute“.
S
o schnell kann’s gehen: Ein feines, selbst gemachtes „Ziegenkäsle“ zur Jause – und schon
mit dem Zecken-Virus FSME infiziert. Dass
ein derart unwahrscheinliches Szenario tatsächlich eintreten kann, hat der Fall einer Vorarlberger Senner-Familie, der im Sommer letzten Jahres für internationales
Aufsehen sorgte, eindrücklich unter Beweis gestellt.
Prim. Dr.
Stefan Koppi
„Wir konnten schlüssig zeigen, wie effizient die orale Übertragungsroute bei FSME
tatsächlich ist.“
14
Die Familie hatte Ende Juli 2008 auf einer Walgau-Alpe (Seehöhe 1564 Meter, Südostlage) unpasteurisierten
Ziegenkäse genossen. Niemand war gegen FSME geimpft, konnte sich aber an keinen Zeckenbiss erinnern.
Sechs von ihnen hatten sich mit dem FSME-Virus
infiziert, vier davon erkrankten in der Folge an einer
Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis) – mit
glücklicherweise durchwegs glimpflichem Ausgang.
Der mysteriöse Fall wurde von den involvierten Me-
dizinern genau dokumentiert und
als Poster unter dem Titel „FSME
durch Ziegenkäse - eine besonders
effektive Infektionsroute“ publiziert. Es konnte schlüssig gezeigt
werden, dass die Infektion über
eine infizierte, klinisch unauffällige
Ziege stattgefunden hatte. Selbst
zwei Alpschweine, die Reste des
Ziegenkäses gefressen hatten,
waren ebenfalls FSME positiv. Damit war der Beweis erbracht, dass
die orale Übertragungsroute sehr
effizient ist und ein erhöhtes Risiko
beim Konsum nicht pasteurisierter
Milch in den FSME-Verbreitungsgebieten besteht. Der Fall zeigte
aber auch, dass Zecken in immer
höherer Lage nachweisbar sind
und dass die Annahme, oberhalb
von 1350 Meter Seehöhe gäbe es
gar keine Zecken mehr, nicht mehr
stimmt.
Die Arbeit, die von NeuroglogiePrimar Dr. Stefan Koppi gemeinsam mit insgesamt sieben
Co-Autoren – u.a. mit Landessanitätsdirektor Hofrat Dr. Elmar
Bechter und den LKH-Neurologen
OA Dr. Conrad Graefe, FÄ Dr.
Tanja Haydn und OA Dr. Philipp
Werner – verfasst worden war, wurde anlässlich der 7. Jahrestagung
der Österreichischen Gesellschaft
für Neurologie (ÖGN) im März
2009 mit dem Wissenschaftspreis
ausgezeichnet. n
Facts: Was ist FSME?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste
Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer
Meningoenzephalitis, einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verläuft. Eine Übertragung durch
virusinfizierte Milchprodukte tritt sehr selten auf, da diese nur durch unpasteurisierte Milch von Ziegen
und Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen, möglich ist. Eine Übertragung von Mensch zu
Mensch ist nicht nachgewiesen.
Ausbildung
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Bis zu fünfzehn Mal im Jahr wird das Notfallteam am LKH Rankweil
zu einer Reanimation gerufen. Der Stationsleiter der Neurologie,
Christian Gartner, trainiert Mitarbeiter intensiver als bisher mit einer
wirkungsvollen, weil praxisnahen, Methode.
DGKP
Christian Gartner
“Um Stress und Panik möglichst auszublenden, wird
das Notfallteam in einprägsamen Zwei-MinutenSchritten durch kritische
Situationen geführt.“
H
erz-Kreislauf-Stillstand,
Kammerflimmern oder
gar Null-Linie: Muss
ein Patient reanimiert werden,
zählt jede Sekunde. Jeder Handgriff muss sitzen, und das ganze
Team sollte optimal aufeinander
eingespielt sein. Bisher wurden die
140 Mitarbeiter der Neurologie,
Psychiatrie II und die Absolventen
der Krankenpflegeschule Rankweil
alle zwei Jahre zwei Stunden im
Jahr für solche Notfälle ausgebildet.
Rollenspiel hilft
Neuerdings nimmt sich Christian Gartner, der sich zum EUzertifizierten Lehrbefähigten
weitergebildet hat, drei Stunden je
Kurseinheit Zeit – und spielt dabei
sogar selbst das Simulationsphantom. „Nach einer theoretischen
Einführung von 60 Minuten sind
die Mitarbeiter in einem Rollenspiel für den kompletten Notfall
verantwortlich. Dabei übernimmt
jeder abwechselnd den Part des
anderen. So wird nicht nur der
Ablauf gelernt, sondern auch die
Teamfähigkeit geschult“, sagt der
Notfalltrainer. Wertvolle Hilfestellung geben die Standards – ein
festgelegter Algorithmus, der die
Funktion eines „roten Fadens“
übernimmt. In Zwei-MinutenSchritten führt er das Notfallteam
durch die kritische Situation. „Das
ist eine wichtige Orientierungshilfe, die Sicherheit gibt“, sagt
Gartner, „Stress und Panik werden
ausgeblendet“.
Professionelle Aufarbeitung
Nicht immer ist eine Reanimation erfolgreich. Die hohe
psychische Belastung ist oft erst
später spürbar. Deshalb ist eine
Nachbesprechung im Team von
großer Bedeutung. Und natürlich
befinden sich auch die nötigen
Fachleute im Haus, die helfen, das
Erlebte aufzuarbeiten.
p Mithilfe eines
Dummys werden
alle Notfallmaßnahmen realitätsnah durchgespielt.
Alle sind involviert
Jeder ist wichtig. So erhalten im
LKH Rankweil auch Zivildiener
einen Einführungskurs, und von
der Köchin bis zum Reinigungspersonal hat jeder schon einmal
einen Erste-Hilfe-Kurs besucht.
In sämtlichen Stationen stehen
jeweils am selben Ort Notfalltaschen bereit. Auch befinden sich
fünf Defibrillatoren im Haus, die
einfach zu bedienen sind. „Sie
sparen im Notfall enorm Zeit“,
sagt Gartner. Und Zeit ist der
Faktor, der über Leben und Tod
entscheidet. n
15
Forum
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Meinung ist gefragt! „LKH luag a!“ scheut sich nicht vor „heißen Eisen“ und
spricht auch heikle Themen aus dem Gesundheitsbereich an.
In der Rubrik „Forum“ kommen Mitarbeiter selbst zu Wort und schildern ihre
ganz persönliche Sicht der Dinge.
Ist Spitzenmedizin
für alle leistbar?
Einsparungspotentiale und drohende
Leistungskürzungen sind ein Dauerbrenner in
der Diskussion um das Gesundheitssystem. Kann
unser Gesundheitswesen wirtschaftlich sein? Und
vor allem: ist Spitzenmedizin für alle auf Dauer
leistbar? Darüber diskutieren nicht nur Politiker und
Gesundheitsökonomen rund um den Erdball, sondern
auch die Mitarbeiter und Entscheidungsträger der
Landeskrankenhäuser, die in ihrer täglichen Arbeit
zunehmend mit dem Thema konfrontiert sind.
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Mag. Franz Streit,
Verwaltungsdirektor LKHZ
Stefan Kuhlmann,
Pflegedienstleiter, LKH Feldkirch
Astrid Breuß,
Zentralbetriebsrat LKHs
„Das Gesundheitswesen muss
wirtschaftlich sein! Nur dann wird
auch weiterhin Spitzenmedizin
für alle leistbar sein. Unter Wirtschaftlichkeit verstehe ich, die uns
anvertrauten Mittel so einzusetzen, dass damit ein möglichst
großer Nutzen für die Patienten
erreicht wird. Dieser Verantwortung müssen wir uns alle täglich
stellen. Wirtschaftlichkeit und
Humanität schließen einander
nicht aus – das Gegenteil ist der
Fall: Verschwendung nützt niemandem. Trotzdem gilt: Qualität
hat auch ihren Preis.“
„Das Gesundheitswesen tut sich
seit jeher schwer, wirklich wirtschaftlich zu sein, und es ist kaum
möglich, alle Erwartungen zu
erfüllen. Um einen akzeptablen
Standard für alle sicherzustellen,
wird der Staat, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung, wohl zusätzliche Mittel
ins System einspeisen müssen. Das
ist eine Frage der gesellschaftlichen
Prioritäten. Schlussendlich geht
es um die Umverteilung knapper
Ressourcen.“
„Im österreichischen Gesundheitswesen ist die Grundversorgung gesichert und eine qualitativ hochwertige Behandlung für jeden Patienten
zugänglich. Die Verteilung und
Wahrnehmung der Kernaufgaben
der verschiedensten Institutionen
spielt eine große Rolle für ein gut
funktionierendes und dauerhaft
finanzierbares System. Von der
Akutversorgung im Krankenhaus
über die Betreuung im niedergelassenen Bereich bis hin zur häuslichen
Nachsorge müssen die Maßnahmen
sinnvoll und kostenüberschaubar
gesetzt werden.“
Das magazin der
Forum
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Die Experten-Meinung zum Thema:
3 Fragen an LSth. Mag. Markus Wallner,
Gesundheitslandesrat und Aufsichtsratsvorsitzender
der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsgesellschaft:
LKH luag a!: Sie sprechen
immer wieder davon, dass
Gesundheitsleistungen für
alle Vorarlbergerinnen und
Vorarlberger frei zugänglich
sind – und es auch bleiben
müssen. Wie wollen die
politisch Verantwortlichen
das gewährleisten?
Mag. Markus Wallner: Wir haben
in den vergangenen Jahrzehnten
ein Gesundheitssystem aufgebaut,
das auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist und höchstes Niveau hat. Der medizinische
Fortschritt muss für alle da sein,
unabhängig von Alter, Geschlecht
und eigenen finanziellen Möglichkeiten. Darin liegt die größte Herausforderung für die Zukunft. Wir
werden daher den Kurs einer guten Gesundheitsversorgung sowie
die Bildung von Schwerpunkten
in den Spitälern mit Augenmaß
fortsetzen und die tagesklinischen
Angebote erweitern. Ziel ist es,
die Kostenzuwächse langfristig zu
dämpfen. Hiezu bedarf es einer
offenen und frühzeitigen Kommunikation durch die politisch
Verantwortlichen gemeinsam mit
den Dienstleistungsunternehmen
im Gesundheitswesen.
Das Land Vorarlberg
investiert bekanntlich in
den nächsten Jahren rund
200 Millionen Euro allein
in die Infrastruktur der
Landeskrankenhäuser. Wie
bringt das Land so enorme
Summen auf?
Der Mensch steht für uns im
Mittelpunkt und nicht nur rein
ökonomische Überlegungen. Eine
gute Infrastruktur ist die Voraussetzung für eine optimale Versorgung der Patienten, aber auch für
Patientensicherheit. Das Land
Vorarlberg hat in den vergangenen
Jahren sehr umsichtig gewirtschaftet und keine Schulden angehäuft.
Daher sind wir jetzt noch in der
Lage, diese wichtigen Investitionen tätigen zu können.
Als Dienstleistungsbetrieb
ist ein Krankenhaus auf
qualifizierte Mitarbeiter
angewiesen. Diese werden
– gerade in bestimmten
medizinischen Bereichen
– immer rarer. Was kann
gegen den drohenden
Fachkräftemangel
unternommen werden?
Wir versuchen in Vorarlberg
z.B. die Turnus-Ausbildung so
attraktiv zu gestalten, damit sich
die jungen Leute wieder verstärkt
für eine Facharztausbildung
interessieren. Ebenso gilt
es, die Landeskrankhäuser
als attraktiven und sicheren
Arbeitsplatz darzustellen.
Einen Zusammenhang
zwischen Fachkräftemangel
und Finanzierung des
Gesundheitssystems sehe ich eher
nicht.
17
Aus den Häusern
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Aus den Häusern
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
t Traditionell
stark in der
­Laparoskopie:
die Bregenzer
Chirurgen.
Mit viel Takt-Gefühl
Neues Institut für Interventionelle Kardiologie
am LKH Feldkirch als optimale Lösung für ganz Vorarlberg.
H
erzrhythmusstörungen,
Vorhofflimmern oder gar
ein Herzinfarkt. Wenn das
wichtigste Organ im Körper aus
dem Takt gerät, ist schnelle Hilfe
gefragt. Die invasive Behandlung
von Herzpatienten wurde nach
langer und intensiver Vorbereitung
mit dem neuen Institut für Interventionelle Kardiologie (IIK) auf
neue und sichere Beine gestellt.
Ein gutes Gefühl für Patienten
und Mitarbeiter.
Das neue Institut am LKH
Feldkirch unter der Leitung von
Primar Univ. Doz. Dr. Werner
Benzer ist eine gelungene Weiterentwicklung des bisherigen
Herzkatheterlabors, das bis im
Frühling dieses Jahres als Department der Abteilung für Innere
Medizin geführt wurde. Aufgabe
des nunmehr eigenständigen IIK
ist die invasive Untersuchung und
Behandlung am Herzen, wie etwa
die Herzkatheteruntersuchung
(Koronarangiographie), die Aufdehnung von Herzkranzgefäßen
(Perkutane Koronare Intervention) vor allem auch bei akuten
Herzinfarkten und die invasive
Behandlung von Herzrhythmusstörungen, die im Rahmen eines
kurzen stationären Aufenthalts
durchgeführt werden.
Mehr Sicherheit
durch Kapazitätserweiterung
Seit dem großangelegten Umbau
der Räumlichkeiten sind nunmehr zwei modernst ausgestattete
Messplätze vorhanden. Die Verdoppelung der Kapazität bedeutet
noch mehr Sicherheit für die Patienten, weil nun die Rund-um-dieUhr-Versorgung auch während
der Gerätewartung, im Falle eines
möglichen Gerätedefekts oder vor
allem bei einer zeitlichen Häufung
von Notfällen gewährleistet ist.
Und auch personell wurde vor
allem im ärztlichen Bereich aufgestockt, so dass die 24-StundenBesetzung des Herzkatheterlabors
langfristig sichergestellt ist. „Mit
sechs Fachärzten, hochqualifizierten Fachkräften aus Pflege und
Technik sowie einer topmodernen Ausstattung erfüllt das neue
Institut auch im internationalen
Vergleich höchste Standards“,
freut sich Primar Benzer. n
t Die gesamte
Herzkatheter-Untersuchung wird auf
dem Monitor überwacht.
18
p Bei SILS erfolgt der Zugang in den Bauchraum über
einen einzigen Bauchschnitt
direkt am Nabel.
Das kleine 1x1
der Bregenzer Chirurgen
Dank SILS-Methode ist nur mehr
ein Hautschnitt für einen
operativen Eingriff notwendig.
p Das neue IIK verfügt über zwei
top-moderne Messplätze.
Prim. Doz. Dr.
Werner Benzer
Dr. Wolfgang
Fuchs
Prim. Dr. Dietmar
Wohlgenannt
OA Dr. Werner
Müller
„Das IIK bietet zwei
wesentliche Verbesserungen: zwei
modernst ausgestattete Messplätze
und die 24-Stunden-Besetzung des
Herzkatheterlabors.“
„Die Arbeit im Herzkatheterlabor ist
begeisternd und
herausfordernd.
Die Notfallversorgung wurde mit
dem zweiten Labor
und der Verstärkung des ärztlichen
Teams weiter verbessert.“
„Die Vorteile liegen
auf der Hand: Statt
üblicherweise vier
Hautschnitten ist
bei der neuen SILSMethode nur noch
einer notwendig.“
„Für den Operateur
bedeutet SILS eine
gewisse technische
und denkerische
Herausforderung,
weil man im Bauch
übers Kreuz arbeiten muss.“
A
uf der chirurgischen
Abteilung am Landeskrankenhaus Bregenz wurde im
Frühjahr eine neue, vielversprechende Variante zum minimalinvasiven Zugang in die Bauchhöhle eingeführt. Die so genannte
SILS-Methode (Single Incision for
Laparoscopic Surgeries) erlaubt es,
verschiedene Organe im Bauchraum über einen einzigen Zugang
(Port) am Bauchnabel zu operieren.
Der Vorteil für den Patienten
scheint klar: Es ist nur mehr ein
Hautschnitt statt üblicherweise
vier notwendig, um den laparoskopischen Eingriff durchzuführen.
Dies soll neben optischen Vorteilen
vor allem Wundschmerzen und
Infektionsrisiko reduzieren. Die
Bregenzer Chirurgen, traditionell
stark in der laparoskopischen Chirurgie, sammeln nun als Pilotabteilung einschlägige Erfahrungen
mit der neuen Methode. Aber auch
die Operateure der anderen Häuser
sind eingeladen, SILS in Bregenz
zu testen. „Nach dieser Evaluierungsphase ist – bei entsprechend
überzeugenden Ergebnissen – eine
Ausweitung des Angebots auf alle
unsere chirurgischen Abteilungen
angedacht“, erklärt KHBG-Geschäftsführer Dr. Till Hornung.
Nahe am Nabel
Die Erfahrungen in Bregenz sind
derweil äußerst vielversprechend:
„Wir sehen die neue Methode als
bedeutende Weiterentwicklung
der klassischen Laparoskopie, die
künftig noch schonender sein
wird und höchsten ästhetischen
Gesichtspunkten gerecht wird“, so
der Leiter der Abteilung Primar
Dr. Dietmar Wohlgenannt. Bei der
neuen Methode, mit der etwa Gallenblase oder Blinddarm entfernt
werden können, wird nämlich nur
ein Hautschnitt von ca. zwei bis
drei Zentimetern Länge benötigt,
um mit den Instrumenten an die
vorgesehene Stelle zu gelangen.
Der notwendige Schnitt wird zudem so nahe am Nabel gesetzt, dass
er nach der vollständigen Abheilung kaum mehr sichtbar ist. „Das
Einzige, was von einem erfolgreichen Eingriff bleibt, ist eine kleine
Narbe, die zum Teil sogar in der
Hautfalte rund um den Nabel verschwindet“, erklärt Wohlgenannt.
Umdenken notwendig
Für den Operateur ist die SILSMethode eine neue technische
und auch „denkerische“ Herausforderung. „Damit der Ein-PortZugang gelingen kann, braucht es
ein spezielles Instrumentarium, mit
dem man im Bauch ‚übers Kreuz’
arbeitet“, erläutert OA Dr. Werner
Müller, der sich dank jahrelanger
Laparoskopie-Erfahrung und intensiver Übung aber schnell auf die
neue Methode eingestellt hat. n
19
Nachgefragt
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Schweinegrippe & Co.:
Hysterie oder sinnvolle
Wachsamkeit?
Ob Schweinegrippe, TBC oder HIV. Als räumlich und zeitlich
unbegrenzt auftretende Krankheiten – sog. Pandemien
– lösen sie vielerorts Angst und Schrecken aus. Jeder will
sich verständlicherweise bestmöglich vor einer Ansteckung
schützen. „LKH luag a!“ fragt bei den Experten der Abteilung
für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge nach,
wie begründet die weltweit geschürten Ängste im Fall der
Schweinegrippe tatsächlich sind.
LKH luag a!: Wie beurteilen Sie den Umgang
1. der Medien, 2. der Bevölkerung und 3. der
Behörden mit dem Thema ­Schweinegrippe?
Hygiene-Team: Am Beginn der Schweinegrippeepidemie Ende April 2009 war das Thema breit in den
Medien vertreten. Also bereits zu einem Zeitpunkt,
wo es noch wenige gesicherte Erkrankungen gab.
Anfang August gab es in Europa dann rund 30.000
gesicherte Fälle, mit 40 Todesfällen. In den Medien
war das Interesse aber zu der Zeit bereits spürbar zu-
rückgegangen, da die Erfahrungen
gezeigt haben, dass die Schweinegrippe eigentlich eine sehr
mild verlaufende Grippeform ist
und in der Relation zur normalen
saisonalen Grippe die Sterblichkeit sogar geringer zu sein schien.
Angesichts dieser Meldungen
war auch in der Bevölkerung
keine große Verunsicherung mehr
zu spüren: Die Anfragen an die
Gesundheitsbehörden hielten
sich in Grenzen, der Ansturm bei
Hausärzten und Spitälern war ausgeblieben und die Behörden waren
dank des Pandemieplanes gut vorbereitet. Vor diesem Hintergrund
war es für uns nur schwer nachzuvollziehen, warum bis August
2009 alle Verdachtsfälle stationär
aufgenommen werden mussten.
Wie sinnvoll sind aus Ihrer
Sicht überhaupt Pandemiepläne, und wann sollten Sie
zum Einsatz kommen?
p Sie wachen über Bakterien, Viren & Co.: Das Team der Abteilung für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge (v.l.n.r.
DGKS Erika Gut, OA Dr. Martina Türtscher, DGKS Jaqueline Maier,
DGKS Miriam Kalcher, Leiterin OA Dr. Gabriele Hartmann, DGKS
Karin Schindler, stv. Leiter DGKP Hans Hirschmann, DGKP Perikles Mylonas, nicht abgebildet).
20
Pandemiepläne sind bei schwer
verlaufenden pandemischen
Erkrankungen wichtig, um die
Krankenversorgung sicher zu stellen und die öffentliche Sicherheit
und Ordnung aufrecht zu erhalten:
Unter Umständen müssen nämlich
Massenanstürme auf Kranken-
Das magazin der
Wer profitiert von einer weltweiten Hysterie wie bei der
Schweinegrippe?
Vorsichtig ausgedrückt, kann man
sagen, dass die mediale Aufmerksamkeit ganz sicher kein Nachteil
für die Pharmaindustrie bedeutet.
Und auch die WHO kann in
einem solchen Fall ihre Bedeutung
unter Beweis stellen... Und es ist
sicherlich auch kein Nachteil, wenn
die Politik zeigen kann, wie professionell sie auf drohende Gefahren
reagiert. Insgesamt ist es auch für
die Medizin bzw. das gesamte
Gesundheitssystem kein Nachteil,
die Kompetenz im Krisenfall unter
Beweis zu stellen...
Welche Krankheiten sind aus
Ihrer Sicht wirklich „Pandemie-gefährlich“?
p Anlässlich von Pandemien wie der „Schweinegrippe“ werden auch Impfungen
heiß diskutiert.
häuser und Panikreaktionen in der
Bevölkerung bewältigt sowie die
geordnete Abgabe von Medikamenten und die Funktionsfähigkeit
von Rettung, Feuerwehr und Polizei durch geeignete Maßnahmen
sicher gestellt werden.
Nachgefragt
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Es gibt aus heutiger Sicht eine
Menge Erkrankungen, die in der
Lage sind, weltweit wesentlich
mehr Todesfälle zu fordern, als die
Schweinegrippe. Dazu zählt die
normale, jährlich wiederkehrende
saisonale Grippe mit geschätzten
3000 Todesfällen jährlich – vor
allem alte, abwehrgeschwächte
Personen – alleine in Österreich.
Das wären hochgerechnet auf die
Weltbevölkerung ca. 2,6 Mio. To-
desfälle pro Jahr weltweit. Weitere
gefährliche Pandemien sind Malaria mit ca. 2 Mio. Todesfällen pro
Jahr, Tuberkulose mit ebenfalls 2
Mio. Fällen, HIV/AIDS mit 2 bis
3 Mio. Opfern oder auch Masern
mit bis zu 600.000 Todesopfern,
v.a. in Entwicklungsländern. Es
gibt aber auch andere gefährliche
Pandemie-Arten, wie etwa Übergewicht, das ca. 1 Mrd. Menschen
betrifft. Die schwerwiegenden
Folgen sind Herz- Kreislauferkrankungen, degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates,
Stoffwechselerkrankungen wie
z.B. Diabetes mellitus.
Welche Auswirkungen könnten schwere Pandemie-Fälle
nach sich ziehen?
Wenn wirklich eine schwer behandelbare, leicht übertragbare und in
vielen Fällen zum Tode führende
Erkrankung auftauchen würde,
dann könnte dadurch das ganze
öffentliche Leben zusammenbrechen, Wirtschaftskrisen entstehen
oder bestehende verschlimmert
werden. Zur Zeit sehen wir aber in
den entwickelten Ländern keine
derartige Erkrankung auf uns
zukommen - schon gar nicht die
Schweinegrippe.
Gibt es in der neueren Ge-
schichte dramatische Beispiele einer Pandemie?
Wenn wir weit zurückgehen,
so war die Pest im Mittelalter
schon sehr dramatisch. Ca. ein
Drittel der Bevölkerung Europas
ist damals daran verstorben. Die
Spanische Grippe in den Jahren
1918 bis 1920 z.B. hat weltweit
ca. 20 Mio. Todesopfer gefordert.
HIV bzw. AIDS hat in Teilen Afrikas dramatische Auswirkungen,
die wir uns in Europa gar nicht
vorstellen können: Die Lebenserwartung der Bevölkerung ist durch
AIDS um mindestens zehn Jahre
gesunken, die Wirtschaftsleistung
sinkt durch Wegfall von Arbeitskräften dramatisch, das Gesundheitssystem, welches vorher schon
nicht berühmt war, ist absolut an
seine Grenzen gestoßen bzw. zusammengebrochen. Viele Waisen
sind zu versorgen. Die Zustände
werden – in diesem Fall von den
internationalen Medien relativ
unbeachtet – heute noch täglich
schlimmer. n
Ansteckende
Krankheiten lösen verständlicherweise Ängste
aus – Hysterie ist
jedoch nicht angebracht. q
Wie sinnvoll sind die in Österreich getroffenen Vorsorgemaßnahmen, wie Einlagerung
von Impfstoffen, Ankauf von
Schutzmasken etc.?
Die Bevölkerung fühlt sich durch
derartige Maßnahmen sicherer
und kann beruhigt werden. Ob
der Schweinegrippeimpfstoff, der
bereits in sehr großen Mengen
bestellt wurde, auch tatsächlich
gebraucht wird, kann jetzt noch
nicht gesagt werden. Es könnte ja
auch sein, dass im Herbst / Winter
die saisonale Grippe vorherrscht
und nicht die Schweinegrippe.
Auch das Grippemittel ‚Tamiflu’
ist in großen Mengen eingelagert
und die Versorgung weiter Teile
der Bevölkerung im Bedarfsfall sichergestellt. Um dessen Wirksamkeit nicht zu gefährden, sollte das
Medikament aber nicht zu schnell
eingesetzt werden.
21
Nachgefragt
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Prim. Prof. Dr.
Felix Offner
Dr. Harald
Dirschmid
„Je schneller ein
Virus zweifelsfrei
nachgewiesen werden kann, desto
eher kann mit der
geeigneten Therapie begonnen werden.“
„Der entscheidende Vorteil der quantitativen Real Time
PCR liegt darin,
Viren im Blut bereits
in geringer Menge
nachzuweisen“.
p Den Viren auf der Spur: Das Team des molekularpathologischen Labors bei der Auswertung der ersten EBV-PCR.
Vorsicht ansteckend!
Was sagt die Pathologie dazu?
S
ie sind den Krankmachern
auf der Spur: Die Pathologen am LKH Feldkirch
kennen sich bestens aus mit Viren,
Bakterien und Co. Im Institut für
Pathologie am LKH Feldkirch gibt
es seit kurzem ein neues Analyseverfahren, das in der Lage ist,
zwei weit verbreitete Viren, die
unter Umständen äußerst schwere,
zum Teil auch lebensbedrohliche
Erkrankungen verursachen können,
schnell und sicher nachzuweisen.
Eines dieser Viren ist das EpsteinBarr-Virus (EBV), ein DNA-Virus
aus der Gruppe der Herpesviren. Dieses Virus verursacht die
„infektiöse Mononukleose“, auch
„Pfeifer’sches Drüsenfieber“ oder
„kissing disease“ genannt. Der
englische Name der Erkrankung
lässt unmittelbar auf den Verbreitungsmodus dieses Virus schließen.
Nicht ganz überraschend ist daher,
dass etwa 90% aller Menschen bis
zu ihrem 20. Lebensjahr eine Infektion durch EBV durchmachen.
Die Erkrankung geht mit Fieber,
Lymphknotenschwellung sowie
zum Teil schweren Entzündungen
des Rachenraumes einher, heilt allerdings meist problemlos aus. Auf
molekularer Ebene allerdings ver22
bleibt das Virus lebenslang im Körper und zwar in B-Lymphozyten,
in denen es sich ständig in geringer
Zahl vermehrt. Liegt allerdings
eine Abwehrschwäche vor, etwa
bei Frühgeborenen, im Alter oder
nach einer Organtransplantation,
können sich diese Viren schlagartig
vermehren und zum Teil bedrohliche Erkrankungsbilder auslösen,
wie etwa Lymphknotenvergrößerungen nach Transplantationen
(„posttransplantationsassoziierte
Lymphome“), bösartige Tumoren
im Lymphsystem („HodgkinLymphome“) und sogar Karzinome
des HNO-Bereichs.
Das zweite dieser Viren ist das sog.
Cytomegalie-Virus (CMV), ebenfalls aus der Gruppe der HerpesViren. Auch dieses Virus befällt
sehr viele Menschen, manchmal
völlig unbemerkt, und verbleibt
lebenslang im Körper – ohne in der
Regel Komplikationen zu verursachen. Klinisch bedeutsam werden
diese Infekte allerdings bei jeglicher
Form einer Immunschwäche.
Unter diesen Umständen kann das
Immunsystem diese Viren nicht
wirksam unter Kontrolle halten,
und es besteht die Gefahr schwerer,
oft lebensbedrohlicher Komplikati-
onen, wie Hirn- oder Hirnhautentzündungen sowie Entzündungen
des Auges, der Lunge, der Leber
oder des Darmtraktes.
Nachweis als Basis
für Behandlung
Der schnelle molekularpathologische Nachweis dieser beiden Viren
ist somit von großer Bedeutung.
Seit August 2009 ist dies am Institut für Pathologie nun erstmals in
Vorarlberg möglich. Unter Anwendung neuster Analyseverfahren
können bereits geringste Virusmengen EBV und CMV schnell
und spezifisch in Blut, Liquor,
Speichel, Muttermilch, Fruchtwasser, Urin oder auch in Zellen und
Gewebe festgestellt werden. Der
rasche und sichere Nachweis der
Viren ist Voraussetzung für eine
schnelle, gezielte Therapie. „Auf
diese Weise kann unser Fach einen
wichtigen Beitrag für die optimale
Behandlung betroffener Patientinnen und Patienten leisten“, freuen
sich Prim. Prof. Dr. Felix Offner
und Dr. Harald Dirschmid von der
Feldkircher Pathologie. n
Das magazin der
Aus den Häusern
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VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
„Dem Körper etwas Gutes
tun, damit die Seele Lust hat,
darin zu leben“
Mit der Aromapflege im LKH Rankweil bekommt die
Zeit mit Patienten eine besondere Qualität
S
ehr angenehm ist es,
schwärmt der 43-jährige
Wilfried R. nach fünf
Wochen Behandlung mit den
aromatischen Ölen. Sein Nacken
ist entspannter, die Narbe am
Knie weicher, Schmerzen und
Schlafprobleme geringer. Die
Aromapflege im Krankenhaus
Rankweil ist seit vier Jahren gerne
angenommenes Zusatzangebot auf
fast allen Stationen des Hauses.
Das durchdachte Konzept hat ein
engagiertes Kernteam unter der
Leitung von DGKS Anita Dünser
und DGKP Arthur Bertsch
erarbeitet. Besonders geeignet ist
der Einsatz der Aromapflege bei
psychosomatischen Beschwerden
sowie für die Körperpflege. Durch
die Zuwendung und die Zeit, die
das Personal investiert, öffnen sich
verschlossene Patienten leichter.
„Sichtbare Erfolge konnten wir
auch bei der Mundpflege mit
unserer speziellen Mischung
aus Lavendel, Pfefferminze und
Zitrone erzielen“, sagt Schwester
Anita, die die Aromapflege nicht
als Konkurrenz zur Aromatherapie
verstanden wissen will. „Die Anwendungen erfolgen nur äußerlich
und wir arbeiten mit geringerer
Dosierung“, stellt sie den Unterschied klar.
Dass die Aromapflege kaum
Mehrkosten verursacht, ist ein
weiteres Plus: „Die ätherischen
Öle bzw. Fertigmischungen sind
sehr ergiebig, so sind etwa für die
Pflege eines Beines, bei feuchter
Haut, zwei bis drei Tropfen einer
Ölmischung mehr als genug. Da
sich die Aromapflege nahtlos in
den Tagesablauf einfügt, wird auch
kein zusätzliches Personal benötigt“, weiß Oberpfleger Bertsch.
Wohl aber verändert sich die
Qualität der Zeit, die Pfleger und
Schwestern am Patienten verbringen. Das spüren die Menschen, die
zunehmend nach den duftenden
Ölen verlangen und sie teilweise
sogar zuhause weiter anwenden.
„Die Akzeptanz ist groß, aber
zwangsbeglückt wird bei uns niemand“, beteuert Anita Dünser. So
gehen der Anwendung immer das
Einverständnis und ein Hauttest
voraus, auch wenn eine allergische
Reaktion noch nie festgestellt
worden ist. Auf die Beduftung
der Räumlichkeiten verzichten
die Rankweiler Aromakologen
bewusst – die Geschmäcker sind
schließlich verschieden. Allseits
beliebt ist jedoch der Tupfer mit
entspannendem Lavendelöl, den
die Schwestern den Patienten vor
dem Schlafengehen zum Riechen
geben. Er heißt so, wie er wirkt:
„Betthupferl“.n
kleine Aromakunde
Bergamotte:
Lavendel:
Zeder:
Mandelöl:
wirkt psychisch stark ausgleichend und stimmungsaufhellend,
angstlösend, anregend, erfrischend, konzentrationsfördernd,
krampflösend, verdauungsfördernd, appetitanregend.
Indiziert bei: depressiven Verstimmungen, Nervosität,
Unruhe, Schlaflosigkeit
wirkt sehr hautpflegend, stimmungshebend, beruhigend,
­ausgleichend, krampflösend, entblähend, entspannend.
Indiziert bei: depressiven Verstimmungen, Schmerzzuständen,
Unruhe, Angst, Herzklopfen, Schlaflosigkeit
wirkt hautregenerierend, immunstimulierend, schleimlösend,
entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, antiallergisch,
erdend.
Indiziert bei: psychischer Unausgeglichenheit, Angst,
Unsicherheit, zur Sterbebegleitung
wirkt reizlindernd, pflegend, schützend.
Indiziert bei: trockener Haut
DGKS
Anita Dünser
„Nicht nur die Patienten genießen die
Zuwendung und
das Wohlbefinden.
Aromapflege ist
wohltuend für alle,
die mit den duftenden Pflanzenölen in
Berührung kommen“.
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spricht auch heikle Themen aus dem Gesundheitsbereich an.
In der Rubrik „Forum“ kommen Mitarbeiter selbst zu Wort und schildern ihre
ganz persönliche Sicht der Dinge.
CIRS – Wie beurteilen Sie das
anonyme Meldesystem?
Seit Herbst 2006 haben alle Mitarbeiter der Vorarlberger Landeskrankenhäuser die Möglichkeit, selbst einen Beitrag zur Steigerung der Patientensicherheit und zur Verbesserung der eigenen
Arbeitssicherheit zu leisten, in dem sie so genannte „kritische Ereignisse“ oder „Beinahe-Schäden“ über ein elektronisches Formular
anonym an die „Risk-Manager“ melden. Dank CIRS (Critical
Incident Reporting System) können Schwachstellen im Krankenhaus schneller erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet
werden, damit Fehler künftig vermieden werden.
Das magazin der
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VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Die Experten-Meinung zum Thema:
3 Fragen an Dr. Peter Weiß,
Qualitätsbeauftragter der Vlbg.
Landeskrankenhäuser
LKH luag a!: Welcher
Grundgedanke steckt hinter
CIRS?
Warum hat man sich
gerade für dieses System
entschieden?
Dr. Peter Weiß: Wenn eine
kritische Situation entsteht, ist
meistens nicht eine einzelne Person Verursacher, sondern es tragen
verschiedenste Faktoren dazu bei.
Wir sprechen von Schwachstellen im System, die ausgeschaltet
werden können, wenn frühzeitig
darauf hingewiesen wird und
nützliche Verbesserungsmaßnahmen ergriffen werden.
Das elektronische CIRS-System
hat sich bereits seit vielen Jahren
in anderen Krankenanstalten –
etwa im Kantonsspital St. Gallen
– bewährt. Durch eine breite
Veröffentlichung der dezentral
gesammelten Informationen können auch andere Abteilungen und
Landeskrankenhäuser von den
Erkenntnissen profitieren.
1 Zweck des Dokuments
Dieses Dokument beschreibt das anonyme Meldesystem für kritische Ereignisse (im Folgenden
auch Critical Incident Reporting System, Abk. CIRS genannt) in den Vlbg. Landeskrankenhäusern.
Es werden die Rahmenbedingungen, die Funktionsweise und die Durchführungsbestimmungen
erläutert.
2 Einleitung
Im Krankenhaus und anderen Institutionen des Gesundheitswesens ereignen sich gelegentlich
kritische Zwischenfälle oder Patientenschäden, die auf vermeidbare fehlerhafte Abläufe oder
Entscheidungen zurückzuführen sind. Ärzte, Pflegende und andere Berufsgruppen sind sich einig:
Alle sollten aus kritischen Ereignissen lernen, um sie dadurch künftig verhindern können. Aber
wie?
Meldesysteme wie das CIRS stellen das geeignete Instrument dar, um aus erkannten
patientengefährdenden Ereignissen Konsequenzen ziehen zu können. Die kontinuierliche
Bearbeitung von kritischen Ereignissen hilft, die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen und
Patientenschäden künftig zu reduzieren.
3.11 Schulungen
Die MitarbeiterInnen eines Meldekreises, die direkten Patientenkontakt haben werden in einer
Schulung (Startveranstaltung, Information durch Qualitätssicherungskommissionen) insbesondere
über den Sinn und Zweck des CIRS, den erwünschten Meldeinhalt, die fundamentale
Sicherheitskultur, die Funktionsweise des Meldesystems und die Risk-ManagerInnen (Übersicht im
Intranet unter „Dienste“ „Qualitätssicherung“) informiert.
Um dem Wissensverlust durch die normale kontinuierliche Personalfluktuation im Krankenhaus
vorbeugen zu können, sind regelmäßige CIRS Veranstaltungen notwendig. Diese können
gleichzeitig als CIRS stimulierende Veranstaltungen genutzt werden.
3 Organisation
Die Organisation des Meldesystems besteht aus folgenden Bereichen:
1. Führung 2. Durchführung 3. Meldeinhalte 4. Meldekreise 5. Meldemedium 6. Melde- und
Bearbeitungsablauf 7. Datenpolitik 8. CIRS Besprechungen (meldekreisintern) 9. CIRS Treffen
(meldekreisübergreifend) 10. Wirksamkeit von Verbesserungsmaßnahmen 11. Schulungen
3.1 Führung
Die Geschäftsleitung der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H. hat am 12. Sep. 2006 die
Entscheidung zur Einführung des anonymen Meldesystems für kritische Ereignisse (CIRS)
beschlossen.
In jedem Landeskrankenhaus und jedem Meldekreis trifft die ärztliche und pflegerische Leitung
erneut eine bewusste Führungsentscheidung zur Einführung des CIRS. Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass die Führungspersonen die CIRS Einführung unterstützen und sich der
Verantwortung als Vorgesetzte mit Vorbildfunktion bewusst sind.
3.2 Durchführung
Das CIRS wird in die bestehende Führungsorganisation der Landeskrankenhäuser eingebettet.
Da kritische Ereignisse verschiedenste Prozessebenen (z.B. medizinische Leistungserbringung,
unterstützende Prozesse, Management) im Krankenhaus betreffen können, sind die
Kompetenzen und Aufgaben der in der CIRS Organisation beteiligten Personen festgelegt. In
jedem Landeskrankenhaus ist eine Organisationsstruktur mit Meldekreisen eingerichtet. Für
jeden Meldekreis werden von den Bereichsleitungen CIRS Verantwortliche (Risk-ManagerInnen,
in medizinischen Fachabteilungen jeweils eine Person aus dem ärztlichen und pflegerischen
Bereich) benannt. Resultieren aus den CIRS Meldungen Verbesserungsmaßnahmen, die
Linienentscheidungen tangieren, können diese nur in Absprache mit den Vorgesetzten umgesetzt
werden.
4 Meldestatistik
Es wird eine Jahresstatistik zu allen Meldungen als Reporting für die Krankenhausleitungen und die
Geschäftsleitung der Vlbg. Krankenhausbetriebsges.m.b.H., aber auch getrennt für alle beteiligten
Meldekreise ausgewiesen.
Zudem wird eine Verteilung der Schweregrade der Meldungen in drei Kategorien ausgewertet:
•
•
•
- LEITFADEN
Leicht
Mittel
Schwer
keine Maßnahmen notwendig
eine Intervention wäre notwendig gewesen
lebensbedrohlicher Zustand hätte eintreten können
Auf den verschiedenen Auswertungsebenen dienen alle statistischen Angaben den
Führungsgremien, den Risk-ManagerInnen und den MitarbeiterInnen als Rückmeldung über die
Aktivitäten eines Meldekreises. Daraus können insbesondere unterstützende und für das Thema
Patientensicherheit sensibilisierende Maßnahmen wie Schulungen und Informationsveranstaltungen zur Belebung eines Meldekreises abgeleitet werden.
Lässt sich beziffern,
was CIRS in den letzten
Jahren konkret an
Qualitätsverbesserung
gebracht hat?
Im letzten Jahr gab es in den
Landeskrankenhäusern knapp 200
CIRS-Meldungen, bei mehr als
50% wurden umgehend Maßnahmen gesetzt bzw. das Problem
gelöst. Grundsätzlich ist damit
zu rechnen, dass Verbesserungsmaßnahmen, die aufgrund von
CIRS-Meldungen eingeleitet
wurden, dann wirkungsvoll waren,
wenn keine weiteren Meldungen
über ein vergleichbares Ereignis
erfolgen. In dem Fall können wir
annehmen, dass die entsprechenden Schwachstellen erfolgreich
beseitigt wurden. Zur Behebung
von Problembereichen, die von der
Krankenhausleitung als „schwerwiegend“ eingestuft wurden,
haben wir eigene Projekte initiiert,
die bereits größtenteils erfolgreich
abgeschlossen werden konnten.
Geschäftsleitung der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H
CIRS-Leitfaden, Version 1, Freigabe am 29.05.2007 von Dir. Dr. Gerald Fleisch
3
Anonymes Meldesystem für kritische Ereignisse
Critical Incident Reporting System (CIRS)
Dir. Dr. Gerald Fleisch
der Vorarlberger Landeskrankenhäuser
CIRS-Leitfaden, Version 1, Freigabe am 29.05.2007 von Dir. Dr. Gerald Fleisch
Die Jagd nach dem Sündenbock
ist die einfachste!
24
DGKS Hanni Pfister,
Orthopädie C, LKH Feldkirch:
FA Dr. Michael Neyer,
­Urologie LKH Bregenz:
Prim. Dr. Dietmar Striberski,
Innere Medizin, LKH Bludenz:
„Ich finde das CIRS sinnvoll und
notwendig, da in einem Krankenhaus traditionell noch stark hierarchische Strukturen herrschen.
Es ist daher wichtig, dass alle
Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Zwischenfälle oder Fehler(quellen) in einer anonymen Form
melden zu können. Es geht dabei
nicht darum, einen Schuldigen
zu finden, die Meldungen werden
vielmehr im Sinne einer gesunden
Fehlerkultur sachlich analysiert.
Allerdings sollte es von den
Mitarbeiter auch möglichst oft
genutzt werden.“
„In Zeiten, in denen die Patientenfrequenzen ständig steigen
und die medizinischen Maßnahmen komplexer werden, ist
CIRS sicherlich ein Baustein zur
Verbesserung der medizinischen
Qualität. Ein Vorteil ist, dass die
Meldungen anonym eingehen
und vertraulich behandelt werden,
sodass bei den Mitarbeitern keine
Berührungsängste entstehen.
CIRS wird vom Pflegepersonal
und von Ärzten gleichsam benutzt, sodass hier auch ein weiterer
Weg interprofessioneller Kommunikation entsteht.“
„Aus meiner Sicht ist CIRS sehr
positiv zu bewerten, und ich habe
das Gefühl, dass das System von
den Mitarbeitern richtig und verantwortungsbewusst genutzt wird.
Es hat sich auch gezeigt, dass die
Meldungen sehr ernst genommen
werden und dass daraus abgeleitete Verbesserungsvorschläge sehr
rasch und nachhaltig umgesetzt
werden.“
CIRS-Leitfaden, Version 1, Freigabe am 29.05.2007 von Dir. Dr. Gerald Fleisch
7
t Die Mitarbeiter werden mittels
verschiedener Kommunikationsmaßnahmen über CIRS informiert.
1
Dwight D. Eisenhower, 34. Präsident der USA
Wir machen´s
uns nicht so leicht,
wir suchen nach den
Ursachen!!
Die Risk-ManagerInnen des LKH-Bregenz
Mehr Sicherheit für uns alle
durch modernes Risk-Management.
Kontakt: Intranet, Dienste, Qualitätssicherung „RiskmanagerInnen“
25
Einblicke
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Aus den Häusern
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
„Fitness-Check auch
für Banken wichtig“
Hypo-Vorstand Dr. Jodok Simma im Gespräch.
E
in öffentliches Krankenhaus
und ein gewinnorientiertes
Geldinstitut haben auf den
ersten Blick nicht viel gemeinsam.
Doch schon auf den zweiten Blick
sind Parallelen zu erahnen. Ein
guter Grund für „LKH luag a!“,
um mit Dr. Jodok Simma, dem
Vorstandsvorsitzenden der Hypo
Landesbank Voralberg, ins Gespräch und den Gemeinsamkeiten
auf die Spur zu kommen.
LKH luag a!: Dr. Simma, als
landesnahe Unternehmen
sind die Hypobank und die
Vorarlberger Landeskrankenhäuser ja fast so etwas wie
Schwestergesellschaften. Wie
sehen Sie dieses „Verwandtschaftsverhältnis“?
Dr. Jodok Simma: Wir sind zwar
beide Tochterunternehmen des
Landes, aber sonst sehr unterschiedliche ,Geschwister‘. Aber
natürlich sind wir durch unsere
Standorte im LKH Feldkirch und
im LKH Rankweil, wo sowohl
Krankenhausmitarbeiter als auch
Patienten zu unseren Kunden
zählen, eng mit der KrankenhausBetriebsgesellschaft verbunden.
So wie ein Krankenhaus, wo
der Patient im Mittelpunkt
steht, ist auch ein Bankinstitut
ein klassischer Dienstleistungsbetrieb. Wie wird dies
in der Hypobank in die Tat
umgesetzt?
Im Mittelpunkt unserer Dienstleistung steht der Kunde mit seinen
Bedürfnissen rund um Kontoführung, Zahlungsverkehr, Finanzierung und Veranlagung. Uns geht es
dabei um die bestmögliche Erfüllung seiner Erwartungen, nicht nur
rein technisch, sondern vor allem
auch persönlich. Der Kunde kann
und soll von uns mehr erwarten:
Kompetente Beratung, überdurchschnittliches Engagement
26
und Leidenschaft bei der Arbeit.
„Leidenschaftlich. Gut. Beraten“,
heißt daher unser neuer Slogan.
Dieser hohe persönliche Anspruch
wird unterstützt durch Produkte,
Infrastruktur und das ganz spezifische Know-how der Mitarbeiter.
Engagierte Mitarbeiter sind
einerseits das Kapital eines
Dienstleistungsbetriebs, andererseits aber nicht leicht zu
finden. Nach welchen Kriterien werden in der Hypobank
Stellen besetzt, und was wird
getan, um gute Mitarbeiter zu
halten?
Wir sagen, unser Kapital sind
unsere Kunden. Die sind natürlich
vor allem bei uns, weil wir gute
Mitarbeiter haben. Gute Kunden
und gute Mitarbeiter müssen in
Balance sein, wenn eine Bank
erfolgreich sein will. Die Hypo
Landesbank ist auf Langfristigkeit,
Verlässlichkeit und Partnerschaft
eingestellt – sowohl bei Kunden
als auch bei Mitarbeitern. Daher
suchen wir Menschen, die diese
Botschaften transportieren können,
wenn wir Positionen besetzen.
Guten Mitarbeitern können wir
viele Perspektiven bieten: größeres
Aufgabenspektrum als kleinere
Banken, Aufstiegschancen in einem
stetig wachsenden Unternehmen,
Austausch mit Tochtergesellschaften sowie vielfältige Aus- und
Weiterbildungsangebote.
Um den Herausforderungen
der kommenden Jahre gewachsen zu sein, investieren
die Landeskrankenhäuser an
allen Standorten in Infrastruktur, Ausstattung und Personal.
Was tut die Hypobank, um fit
für die Zukunft zu sein?
Wir machen es ähnlich und
investieren regelmäßig in Infrastruktur, technische Ausstattung
und Mitarbeiter – sowohl in unserer
Zentrale, als auch in den Filialen
und Tochtergesellschaften. Darüber
hinaus starten wir alle vier bis fünf
Jahre ein Projekt, im Zuge dessen
unsere gesamte Organisation genau
unter die Lupe genommen wird,
um Optimierungspotentiale zu
identifizieren. Es ist ein routinemäßiger Prozess, ein Fitness- Check
fürs Unternehmen oder eine Art
Vorsorgeuntersuchung’ – und
die sollte man ja auch nicht erst
machen, wenn bereits Beschwerden
aufgetreten sind.
Durch ihre Frau, die als Ärztin
sehr engagiert ist, haben
Sie ein besonderes Nahe­
verhältnis zum Arztberuf.
Was ist Ihrer Meinung nach
der große Unterschied zwischen einem Manager und
einem Mediziner?
Meine Frau ist Zahnärztin, meine
beiden Kinder sind Ärzte – so
gesehen bin ich mit dem Arztberuf
vertraut. Meiner Meinung nach
gibt es durchaus Mediziner, die viel
mit ‚Managen’ – etwa Mitarbeiterführung und Strategieentwicklung
– zu tun haben. Grundsätzlich gibt
es aber doch einen großen Unterschied: Wenn wir Banker auch
manchmal unsere ‚Patienten’ haben,
so kommen wir Ihnen doch nie so
nahe, wie ein Arzt es tut. Trotzdem
haben beide Berufe einen hohen
Stellenwert für den Kunden bzw.
Patienten und gesellschaftlich eine
hohe Verantwortung. Vertrauen ist
für beide eine wichtige Basis ihrer
Arbeit.
Vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person
KR Dkfm. Dr. Jodok Simma
Geboren 1946 in Egg
Seit 1975 Vorstand und
seit 1997 Vorstandsvorsitzender
der Hypo Landesbank Vorarlberg
Das Ziel vor Augen
Seit über einem Jahr wird das LKH Hohenems im
großen Stil saniert. Die ersten Bauetappen sind bereits
abgeschlossen, die erste Etage des Haupthauses wurde
innerhalb weniger Wochen umgebaut und neu gestaltet. Die
Funktionsdiagnostik, die Überwachungsstation und das
Schlaflabor konnten daher bereits im Frühjahr die neuen
Räumlichkeiten beziehen.
D
er neue Boden ist der erste
Blickfang. Kein steriles
Krankenhaus-Weiß, ein
kräftiges Rot empfängt Patienten,
Besucher und Personal im ersten
Obergeschoss des markanten
Hochhauses aus den 70er-Jahren.
Passend, wirkt doch gerade diese
Farbe aktivierend. Die hellen
Gänge und Räume mit schlichten,
klaren Strukturen und ansprechenden Bildern an den Wänden
strahlen eine angenehme Atmosphäre aus.
27
Aus den Häusern
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Thementitel
für die Psychosomatik bieten. „Der
Umbau bei vollem Betrieb ist vor
allem eine logistische Herausforderung, weil ganze Abteilungen
vorübergehend umgesiedelt werden müssen“, weiß Verwaltungsdirektor Dietmar Hartner. So wurde
im letzten Winter beispielsweise
in externen Containern gekocht,
und demnächst muss Hartner mit
seinem Team selbst umziehen: Die
Verwaltung, die im historischen
Kaiserin-Elisabeth-Trakt untergebracht ist, wird ebenfalls in einem
„Containerdorf“ einquartiert, um
mehr Platz für stationäre Patienten zu schaffen. „Da das Gebäude
früher ein Pflegeheim war, gibt es
glücklicherweise noch die notwendige Ausstattung, um aus den
Räumen problemlos Patientenzimmer zu machen“, so Hartner.
p Das neu gestaltete erste Obergeschoss:
Roter Boden als Blickfang
p Jedes Stockwerk wird komplett
ausgehöhlt und neu ausgebaut.
Vw.-Dir.
Dietmar Hartner
Prim. Doz.
Dr. Günter Höfle
„Wir wissen, die Mühe lohnt
sich. Daher ziehen
Mitarbeiter, Planer, Firmen
und Patienten an einem
Strang und machen den
Umbau bei laufendem
Betrieb möglich.“
„Mit dem Bau werden die
optimalen Rahmenbedingungen geschaffen,
um die medizinischen
Leistungen zum Wohle der
Patienten weiter zu
verbessern.“
28
Große Herausforderung
Der Eröffnung des ersten OG
Ende Mai vorangegangen sind
jedoch große Anstrengungen. Ein
kompletter Umbau bei laufendem
Betrieb ist nämlich nicht nur für
Architekten, Planer und ausführende Firmen eine große Herausforderung. Auch die Mitarbeiter
und Patienten mussten und müssen mit der schwierigen Situation
zurecht kommen. Aber die Mühe
lohnt sich, sind sich – angesichts
der jetzt schon spürbaren neuen
Aufenthalts- und Arbeitsqualität
– alle einig.
Alle helfen mit
Insgesamt dauert die Komplettsanierung inklusive Neubau des
Verwaltungstrakts noch bis 2012.
Etage für Etage arbeiten sich bis
zu 50 Arbeiter gleichzeitig mit
Bagger, Schweißgeräten und viel
Muskelkraft durch das sechsstöckige Haupthaus, um den engen
Zeitplan einhalten zu können.
Die letzte Bauetappe umfasst den
Umbau und die Neugestaltung
des Erdgeschosses samt Eingangsbereich. Nach Abschluss der
Arbeiten wird das LKH Hohenems modernste Infrastruktur für
die bereits heute angesiedelten
Abteilungen Innere Medizin,
Pulmologie, konservative Orthopädie und die interdisziplinäre
Tageschirurgie sowie künftig auch
Nachhaltige
Standortsicherung
Die Bettenanzahl wird durch
die Sanierung von heute 128 auf
140 steigen. Die Kosten für das
gesamte Projekt - Sanierung und
Neubau des Verwaltungsgebäudes
– sind mit knapp 33 Millionen
Euro veranschlagt. „Ein Drittel
davon muss allein für die Gebäudetechnik aufgebracht werden“,
erklärt Hartner, „die Lüftung
wird adaptiert, sodass jeder Raum
Das große „LKH luag a!“-Interview: Führungspersönlichkeiten im Gespräch
p Hell und freundlich präsentieren
sich die neuen Räumlichkeiten
künftig optimal klimatisiert sein
wird, und natürlich werden auch
die Brandschutzmaßnahmen den
heutigen Sicherheitsstandards angepasst.“ Investiert wird aber auch
in medizinische Geräte. „Alle Abteilungen sind nach Abschluss der
Arbeiten auf dem neuesten Stand
der Technik“, freut sich Chefarzt
Prim. Dr. Günter Höfle. Damit ist
nicht nur der Standort langfristig
gesichert, sondern auch baulich
der Grundstein für eine nachhaltige Positionierung als Sonderkrankenanstalt mit konservativem und
tageschirurgischem Schwerpunkt
gesetzt. n
Der leutscheue
Menschenfreund
Er ist ein Arzt, wie man ihn sich wünscht: leidenschaftlicher
Operateur, beliebte Führungskraft und angesehene
Integrationsfigur. Als kritischer Geist nimmt er kein Blatt vor
den Mund, und seine markigen Sprüche sind längst legendär.
Gerade haben der gebürtige Emser und sein Team einen nicht
ganz einfachen Umzug von Hohenems nach Bregenz hinter
sich. Doch auch wenn Primar Dr. Hartmut Häfele schon
einige Jahrzehnte Krankenhausalltag hinter sich hat, ist er
doch weit davon entfernt, müde zu werden.
29
Einblicke
Das magazin der
LKH luag a!: Primar Häfele,
schon im Vorfeld haben Sie
mich gewarnt, dass Sie es so
gar nicht schätzen, im Rampenlicht zu stehen. Es braucht
immer wieder einige Überredungskünste, Sie zu einem
Interview zu bewegen. Warum
diese Bescheidenheit?
Prim. Dr. Hartmut Häfele: Ich
habe immer versucht, im Hintergrund zu arbeiten. In den 80er
Jahren bin ich als einer der wenigen Sporttraumatologen im Land
dann eher zufällig – vor allem im
Rahmen der Behandlung von Skirennläufern – ins Zentrum des Interesses gerückt. Meinen Kindern
war das damals sehr peinlich, wenn
ich fast täglich in der Zeitung
stand. Sie sagten dann immer, ich
Zur Person
Prim. Dr. Hartmut Häfele
Geboren am 9.10.1944 in Hohenems
Verheiratet in 2. Ehe mit Dr. Angelika Häfele
Insgesamt vier Kinder, wohnhaft in Altach
Werdegang
Lehrerbildungsanstalt (LBA),
3 Jahre Unterrichtstätigkeit
Medizinstudium in Innsbruck, Promotion 1971
Ausbildung im Unfallkrankenhaus Feldkirch
Ab 1975 Unfallchirurg und später Primar in Hohenems
Seit Ende 2007 Primar am LKH Bregenz
30
sei nur ihr Onkel. Aber auch sonst
hat zu viel Popularität immer mehr
negative als positive Auswirkungen. Man sieht sich unversehens
mit Neidern konfrontiert. Deshalb
bin ich eher vorsichtig und fühle
mich wohler, wenn ich als ‚Mann
des Volkes’ gesehen werde. Ein
weiterer Grund für meine Bekanntheit war sicher auch, dass ich
immer erreichbar war und mir für
die Anliegen der Patienten Zeit
genommen habe. Sonst aber sehe
ich mich als durchschnittlicher
Unfallchirurg mit praktischem
Geschick, beruflich leutselig, privat
eher ‚lütaschüch’. Ich spiele nicht
Golf, gehe nicht auf Vernissagen
und muss mich nicht in der Öffentlichkeit präsentieren.
Aus Mitarbeiterkreisen ist viel
Gutes über Sie zu hören. Sie
werden offenbar nicht nur als
„Chef“ respektiert, sondern
auch als Mensch geschätzt.
Was ist das Geheimnis Ihres
Erfolgs als Führungskraft?
Ich weiß nicht, ob ich wirklich
eine gute Führungsperson bin. Ich
hatte in meinem Leben einfach
das Glück, in eine gehobene
Position zu kommen und habe
mich stets nach Kräften bemüht.
Ich denke, meine Mitarbeiter
fühlen sich von mir in einer
gewissen Weise beschützt. Man
könnte mich auch als ‚Gluckhenne’ bezeichnen. Aber ich sehe es
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
nicht als große Tat, sich für seine
Mitarbeiter einzusetzen, denn
eigentlich tut man sich ja nur
selbst etwas Gutes, wenn man ein
stimmiges Arbeitsumfeld schafft.
Als Harmonie-Fanatiker könnte
ich anders gar nicht arbeiten. Die
gute Teamarbeit ist inzwischen
einer der wichtigsten Motivatoren
für mich, noch so viel und so gerne
zu arbeiten. Über all dem steht
sicherlich eine sehr ausgeprägte
‚Menschenliebe’. Ich mag meine
Mitarbeiter, sie interessieren mich
als Menschen, ich sorge mich
um sie, und ich bin unheimlich
emotional, aber nicht cholerisch.
Man könnte sagen, ich bin ein
‚weiser Alter’, der offen auf seine
Mitarbeiter zugeht. Aber natürlich
bin ich mir bei aller Offenheit und
Harmonie meiner Verantwortung
bewusst und nehme sie auch wahr.
Ich kann auch ganz schön direkt
und ‚spitz’ sein, ich würde mich
daher als eine Art ‚Soft-Despot’
bezeichnen.
Haben Sie diesen positiven
Umgang mit Ihrem Umfeld
‚gelernt’, oder sind Sie ein
Naturtalent?
Ich habe im Laufe meines Lebens
viel erlebt, das mich geprägt hat.
So habe ich, bevor ich – eher
zufällig – Arzt wurde, nach dem
Abschluss der LBA drei Jahre als
Lehrer gearbeitet. Manche sagen,
das merke man mir heute noch an.
Außerdem habe ich während meines Studiums auf dem Bau und im
Gastgewerbe gearbeitet. Auch dort
habe ich viel über Menschen gelernt. Im Gasthaus zählen nämlich
durchaus ähnliche Fähigkeiten wie
beim Dienst in der Krankenhausambulanz. Insgesamt ist es mir
wichtig, einen positiven Eindruck
bei anderen zu hinterlassen. Die
Auszeichnung ‚er war ein netter
Mensch’ ist mir wichtiger als ‚er
war ein guter Arzt’.
A propos ‚guter Arzt’ – nach
welchen Kriterien suchen Sie
sich Ihre Mitarbeiter aus, und
wie sorgen Sie dafür, dass
Ihnen engagierte Mitarbeiter
möglichst lange erhalten
bleiben?
Meine Ausbildungsärzte sind für
mich so etwas wie meine ‚Ziehkinder’. Die suche ich mir tatsächlich
sehr gut aus und beobachte junge
Mediziner, die in Frage kommen,
Das magazin der
Einblicke
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
schon im Turnus genau. Wenn
man jemanden ausbildet, dann investiert man sehr viel Herzblut. Da
muss die Chemie schon stimmen.
Ich schätze engagierte, fröhliche,
loyale und auch wehrhafte junge
Leute. Mitläufer und Opportunisten haben bei mir wenig Chancen.
Die Mitarbeiter hier im LKH
Bregenz habe ich mir freilich
nicht selbst ausgesucht, aber wir
haben uns sehr gut arrangiert. Ich
habe jeden einzelnen eingeladen,
mit ins Boot zu kommen. Es gab
ja schließlich nur ein ‚mit mir –
oder nicht’. Alles hat sich erfreulicherweise sehr gut entwickelt. Da
haben mir 37 Jahre Erfahrung im
Beruf doch sehr geholfen und das
Wissen, dass in Wirklichkeit alle
in Harmonie leben und arbeiten
wollen. Und so habe ich zu jedem
einen Zugang gefunden. Es wurde
aber auch einiges an Vorarbeit
geleistet: Bereits vor dem eigentlichen Umzug gab es einen Austausch von Mitarbeitern zwischen
Hohenems und Bregenz. Und so
wussten alle Beteiligten, was auf
sie zukommt – und schließlich
haben sich alle schon gefreut, dass
wir kommen.
Was war Ihre Motivation, mit
doch schon 64 Jahren noch
einmal eine große Herausforderung anzunehmen und am
LKH Bregenz neu durchzustarten?
Ganz einfach: Weil ich das Gefühl
hatte, noch etwas Gutes tun zu
können und die Mannschaft fit
zu machen für einen neuen Chef.
Und weil ich – als leidenschaftlicher Emser – noch möglichst
viel für das LKH Hohenems tun
wollte. Außerdem habe ich noch
absolut keine Lust gehabt, in Pension zu gehen. Viel lieber wollte
ich mir und meiner Altersklasse
beweisen, dass Ältere aufgrund
Ihrer Erfahrung Dinge schaffen
können, die Junge vielleicht gar
nicht schaffen würden. Das ist ein
gutes Gefühl –auch wenn ich im
Stillen doch auch etwas Angst
hatte zu scheitern.
Ein Arzt muss zunehmend
auch Managementfähigkeiten besitzen: Neben Mitarbeiterführung sind auch
Themen wie Finanzierbarkeit
und Kostendruck heute ständig präsent. Wie gehen Sie
mit dieser Entwicklung um?
Wir haben in Hohenems, schon
als wir noch Stadtspital waren,
sparen gelernt und sind mit den
Ressourcen umgegangen, als
wären sie unsere eigenen. Ich bin
ohnehin nicht der Typ, der Geld
hinausschmeißt, sondern schaue
darauf, nur das anzuschaffen, was
wirklich gebraucht wird. Aber
das, was notwendig ist, fordere
ich durchaus mit Nachdruck. Ich
habe übrigens nie einen Managementkurs besucht, bilde mir aber
ein, ein recht guter Organisator zu
sein und Mitarbeiter entsprechend
ihren Fähigkeiten richtig einzusetzen. In die Rolle des Abteilungsleiters bin ich hineingewachsen
und habe alles von der Pieke auf
gelernt. Ich bin ja in den 70er Jahren als ‚Ein-Mann-Betrieb’ gestartet, und erst Schritt für Schritt ist
die Abteilung zur heutigen Größe
angewachsen.
und den Rest – damals leider noch
ohne Handy, sondern mit Rettungsfunk – Rufbereitschaft hatte,
war das schon sehr belastend, vor
allem für meine Familie. Heute bin
ich trotz Arbeit recht viel zu Hause, weil ich so gut wie keine gesellschaftlichen Termine wahrnehme.
Was mir inzwischen aber manchmal die Freude am Job verdirbt,
sind die Klagen der Patienten, die
zum Teil berechtigt, aber zunehmend auch unberechtigt sind.
Ich glaube, es ist heute einfach in
Mode, in allem etwas Schlechtes
zu suchen. Als Gutachter kann
ich damit noch umgehen, aber die
zunehmende Angreifbarkeit des
Arztes ist meines Erachtens mit
ein Grund dafür, dass es bald einen
ernst zu nehmenden Ärztemangel
geben wird. Aber vielleicht wird
dann der Trend ja wieder in die
andere Richtung gehen.
Kommen wir zum Privatmann Hartmut Häfele. Womit
entspannen Sie sich vom
oftmals stressigen Krankenhausalltag?
Wenn Sie nach vorne blicken,
dann ist die Zeit, die Sie
noch im Krankenhaus tätig
sein werden, deutlich kürzer
als die Zeit, die hinter Ihnen
liegt. Sind das gute Aussichten?
Am besten entspanne ich mich in
unserem Garten. Dort sitze ich
dann und ‚wühle’ mich durch die
Erde. Erdkrümel durch die Finger
zu reiben, ist für mich wie Meditation und gibt mir unheimlich viel
Kraft. Früher habe ich sehr viel
Sport getrieben. Inzwischen bevorzuge ich aus kommunikativen
Gründen lange Spaziergänge mit
meiner Frau, die die Schönheit der
Natur ebenso genießt wie ich. Als
Hobby-Ornithologe liebe ich es,
Vögel zu beobachten. Dafür reise
ich auch einmal pro Jahr nach Afrika, wo sie besonders faszinierend
sind. Hier im Land ist für mich
das Frühjahr die schönste Zeit.
Wenn alles wächst und blüht, kann
man den Frühling erleben, auch
wenn man ihn selbst nicht mehr so
ganz spürt... Die Natur ist einfach
begeisternd!
Der hohe Einsatz im Beruf
fordert sicherlich seinen Tribut: Hatten Sie je das Gefühl,
dass aufgrund der Arbeit in
Ihrem Leben etwas anderes
zu kurz gekommen ist?
Eigentlich nicht. Ich bin zwar eher
ein Zufalls-, aber sicherlich ein
Vollblutmediziner. Ganz frührer, als ich noch rund dreizehn
Hausdienste pro Monat machte
In zwei Jahren werde ich mit dann
immerhin 67 Jahren als Primar in
Pension gehen. Die Vorstellung,
dann nur noch Privat- und Hausmann zu sein, wäre aber furchtbar
für mich. Freizeit ist nur wertvoll,
wenn man wenig davon hat. Ich
halte daher nichts von einer hyperaktiven Freizeitgestaltung, nur um
sich vom Pensionsschock abzulenken. Ich werde also, solange es
geht, weiterhin als Gutachter tätig
sein. Als solcher ist zunehmendes Alter kein Makel, sondern
durchaus ein Vorteil. Bis dahin
möchte ich hier auf der Abteilung
noch die Weichen stellen, damit
die Ruhe, die jetzt herrscht, nicht
durch einen abrupten Wechsel in
der Leitung gestört wird. Mein
größter Wunsch ist ja, dass einer
meiner Mitarbeiter mir nachfolgt.
Am LKH Hohenems wäre ich
zudem gerne noch länger in beratender Funktion tätig – vor allem,
was die erfolgreich gestartete Tageschirurgie anbelangt. Ich denke,
ich könnte dort noch einige gute
Ideen einbringen, aber natürlich
nur, wenn es die Verantwortlichen
auch wünschen.
Vielen Dank für
das Gespräch!
31
Aus den Häusern
Das magazin der
„Babyfon“ – immer
ein offenes Ohr
Unkomplizierte und vernetzte Unterstützung für
junge Eltern am LKH Bludenz.
E
ine Geburt ist nicht nur
ein großes Glück, sondern
kann auch zu belastenden
Situationen in der Familie führen.
Die Mitarbeiter auf der Wochenstation spüren oftmals, wenn
es Unsicherheiten im Umgang
mit dem Säugling gibt oder das
soziale Umfeld Risiken birgt. Viel
dagegen tun konnten Hebammen,
Schwestern und Ärzte bisher
jedoch nicht, denn schon nach wenigen Tagen verlassen die Mütter
in der Regel das Krankenhaus –
ein ungutes Gefühl bleibt zurück.
Am LKH Bludenz gehören solche
Fälle dank dem Projekt „Babyfon“
nun der Vergangenheit an.
Im Frühjahr 2008 wurde vom
Land Vorarlberg ein Wettbewerb
zur präventiven Unterstützung
von Eltern mit Neugeborenen
und Kleinkindern ausgeschrieben. „Babyfon“ ist eines der drei
Siegerprojekte und läuft nun
seit Dezember letzten Jahres am
Landeskrankenhaus Bludenz. Die
zwei Partner der Geburtenstation
sind die IfS-Familienarbeit und
connexia, Gesellschaft für Pflege
und Gesundheit. In enger Zusammenarbeit wird jungen Eltern
aktiv Unterstützung angeboten.
„Unser Ziel ist die Früherkennung
möglicher Entwicklungsstörungen“, erklärt Elisabeth Jonietz,
die als Leiterin der Elternberatung von connexia das Projekt
begleitet. In der Praxis umgesetzt
wird dies durch zwei Projektmitarbeiterinnen: die Hebamme
Helga Hartmann und die Diplomkrankenschwester Hildegard
Burtscher. „Beide sind vor Ort im
Krankenhaus und suchen gezielt
das Gespräch mit den Wöchnerinnen. Wenn Bedarf besteht und die
Eltern unser Angebot annehmen
– alles geschieht selbstverständlich
auf freiwilliger Basis – wird die
Betreuung auch nach der Entlassung fortgesetzt“, so Jonietz. Das
heißt konkret: Die Betreuerinnen
besuchen die Mütter zuhause, helfen vor Ort oder stellen Kontakte
zu anderen Beratungsstellen her.
Darüber hinaus steht den Eltern
t Erfolgreiche Vernetzung: (v.l.) Nicole Richter (IfS-Familienarbeit), Erich
Gantner (LKH Bludenz), Elisabeth Jonietz (connexia) und Katja Gebhard
(Wochenstation).
32
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
eine Telefonhotline zur Verfügung.
„Die Projektmitarbeiterinnen
sind sehr flexibel und gehen auf
die individuellen Bedürfnisse der
jungen Familien ein“, ergänzt
Nicole Richter von der IfS-Familienarbeit. Alle Leistungen des
„Babyfons“ sind bis zum zweiten
Lebensjahr des Kindes kostenlos.
Erfahrung und Vertrauen
Für das Pflegepersonal auf der
Wochenstation stellt das Projekt
eine enorme Entlastung dar. In
den wenigen Tagen nach der
Geburt bleibt für Hebammen und
Schwestern nicht viel Zeit für
Gespräche oder besseres Kennenlernen der Eltern. „Wir wissen
oft gar nicht, was in den Müttern
vorgeht, wie es ihnen in der neuen
Situation geht“, erklärt DGKS
Katja Gebhard, „Hildegard und
Helga können in ihren Gesprächen mit den Wöchnerinnen viel
tiefer gehen, viel mehr erfahren.“
Die beiden sind Bezugs- und
vor allem Vertrauenspersonen,
nicht nur für die Mütter, sondern
auch für das Personal. Durch ihre
jahrelange Erfahrung sind sie erste
Anlaufstelle bei allen möglichen
Fragen und Unklarheiten. Katja
Gebhard: „Aus unserer Sicht ist es
eine große Erleichterung, dass es
dieses mulmige Gefühl, das sich
in manchen Fällen breit machte,
nicht mehr gibt.“
Optimale Zusammenarbeit
Bisher werden im Rahmen von
„Babyfon“ 25 Mütter betreut. Bei
insgesamt 242 Neugeborenen sind
das gut zehn Prozent. „Das ist viel,
wenn man bedenkt, dass diese Fälle sonst keine Betreuung erhalten
hätten“, betont Jonietz. Als äußerst
positiv wird die enge Verknüpfung
von externen Beratungsstellen und
dem Krankenhaus empfunden.
„Dieser aktive Austausch funktioniert bestens“, bestätigt Erich
Gantner, Pflegedienstleiter am
LKH Bludenz. Er freut sich, dass
das „Babyfon“ ebenso wie die zwei
anderen Projekte nun bis Ende
2010 vom Land Vorarlberg finanziert werden. Nach Projektende
wird erhoben, was insgesamt gut
gelaufen ist oder wo es Probleme
gab. Aus den Ergebnissen soll
ein Projekt für ganz Vorarlberg
entwickelt werden. Damit Kinder
und ihre Eltern von Anfang an
rundum gut betreut sind. n
Das magazin der
Aus den Häusern
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Wenn der irdische Weg
zu Ende geht...
Damit Schwerkranke ihre bemessene Zeit in Würde
erleben können, setzt sich die Arbeitsgruppe „Viaticum“
am LKH Rankweil seit 14 Jahren mit dem Thema
„Sterben im Krankenhaus“ auseinander. Dass
dieser Weg ein guter wird, das ist der Auftrag dieser
interdisziplinären Gruppe.
S
anft entschlafen im
Kreise seiner Liebsten: das
wünscht sich wohl jeder
Mensch, wenn er seine letzte Reise
antritt. Leider ist dies nicht jedem
vergönnt. Oft reißt ein Krankenhausaufenthalt Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung. Hinzu
kommen Angst und Sorgen beim
Betroffenen selbst, aber vor allem
auch bei den Angehörigen. „Für
die engste Umgebung ist es fast
noch schwieriger mit der Situation umzugehen“, weiß Seelsorger
Mag. Edgar Ferchl-Blum.
Verantwortungsvolle Aufgabe
Ferchl-Blum ist Mitglied der
Arbeitsgruppe „Viaticum“, was so
viel heißt wie „die letzte Wegzehrung“. Der Vereinigung gehören
neben Seelsorgern auch Ärzte,
Pflege- und Lehrpersonen an.
Gemeinsam nehmen sie sich der
verantwortungsvollen Aufgabe an,
für Sterbende und deren Angehörige gute Rahmenbedingungen im
Krankenhaus zu schaffen.
Neben den behandelnden Ärzten
sind es vor allem die Schwestern
und Pfleger, die den Patienten
am nächsten sind. Meist fragen
die Betroffenen über ihre direkte
Bezugsperson nach seelischem
Beistand, da hier ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis besteht.
Ein enger Kontakt mit der Pflege
sei daher für die Seelsorge extrem
wichtig, beteuert das ViaticumTeam. Um möglichst nahe an den
DGKP
Arthur Bertsch
Menschen zu sein, machen sich
die Seelsorger täglich auf den
Weg durch die Stationen. Dort
gehen sie mit der angemessenen
Zurückhaltung auf die Patienten
zu. Denn was und wie viel ein Betroffener vom Angebot der Seelsorge annehmen möchte, bleibt
allein seine Entscheidung. „Wer
einen Wegbegleiter sucht, den
begleiten wir, egal welcher Konfession er angehört“, versichert Edgar
Ferchl-Blum.
Individuelle Begleitung
Wie Menschen mit Krankheit
und Tod umgehen, ist individuell
sehr verschieden. Voraussetzung
ist daher, gemeinsam mit den
Angehörigen herauszufinden, was
der Betroffene braucht, um leichter mit dem Unausweichlichen
umzugehen. „Einzelgänger etwa
haben lieber ihre Ruhe“, spricht
Daniela Bohle-Fritz, katholische
Seelsorgerin am LKH Feldkirch,
aus Erfahrung. „Aber auch diese
Menschen können wir oft dazu
ermutigen, ihre Gefühle auszudrücken, und damit Erleichterung
schaffen“.
In der besonderen Situation
werden Symbole, wie Andenken
und Fotografien, aber auch Rituale
besonders wichtig. Alle Mitarbeiter am Krankenbett versuchen
einem Sterbenden möglichst alle
seine „letzten“ Wünsche zu erfüllen, damit ihm so viele lebenswerte
Augenblicke wie möglich bleiben.
„Das kann manchmal ganz wenig
sein – eine Berührung oder ein
intensiver Blickkontakt, die keine
Worte benötigen“, sagt die Seelsorgerin.
Bewusstsein schärfen
„Wichtig ist uns, die Krankenhausmitarbeiter zu sensibilisieren,
um möglichst allen betroffenen
Patienten ein Sterben in Würde
und Geborgenheit zu ermöglichen“, so Oberpfleger und Viaticum-Leiter Arthur Bertsch. Dabei
behilflich sind die ehrenamtlichen,
gut ausgebildeten Sterbebegleiter
der Hospizbewegung.
Obwohl der überwiegende Teil
der Kranken ihre letzten Tage
am liebsten daheim verbringen
würden, ist das nicht immer möglich. So sterben an die hundert
Patienten jährlich z.B im LKH
Rankweil... Gerade da soll so viel
Privatsphäre wie möglich geschaffen werden. „Die engsten Angehörigen können in den letzten
Stunden rund um die Uhr beim
Patienten sein und von ihm Abschied nehmen“ betont Seelsorger
Edgar Ferchl-Blum. Aber gerade
hier ist ein besonderes Phänomen zu beobachten: Oft sterben
Patienten ganz früh morgens oder
nachts. Es scheint fast, als ob so
mancher Reisende den letzten
Weg alleine gehen will... n
„Wir möchten sowohl dem Patienten
selbst als auch
seinen Angehörigen in der Grenzsituation des Sterbens professionelle
Hilfe anbieten.“
Mag. Edgar
Ferchl-Blum
„Welcher Konfession ein Patient angehört, ist für uns
nicht relevant. Wir
sind für alle da, die
sich für ihren letzten Weg einen Begleiter wünschen.“
Mag. Daniela
Bohle-Fritz
„Die Betroffenen
gehen sehr unterschiedlich mit dem
Sterben um. Unser
Ziel ist es, möglichst auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen.“
33
Einblicke
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Das magazin der
Tipps & mehr
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
„Keine Zeit!“ gilt nicht
Arbeit ist (nur) das halbe Leben
Auch – oder gerade – wer gerne arbeitet, braucht einen
Ausgleich zum oftmals stressigen Krankenhausalltag.
Das Leben „extramural“ bietet viele Möglichkeiten,
neue Kraft zu tanken. Körperliche und geistige. In jeder
„LKH luag a!“ berichten wir über eine/n Mitarbeiter/in
und den ganz persönlichen Weg zum (Freizeit-)Glück.
Verkrampfte Schultern, Kopfschmerzen, Lustlosigkeit?
Hilfe zur Selbsthilfe bei arbeitsbedingten Stress- und
Ermüdungserscheinungen
Als Träume fliegen lernten
W
as die 24-jährige Martina Walser von der
Personalverwaltung am LKH Feldkirch in
ihrer Freizeit macht, mag unsereins schon
feuchte Hände beim Lesen dieses Artikels bescheren.
Fallschirmspringen? Klar, (zu-)trauen tun sich`s viele
– zumindest als Tandemversion, einmal oder auch
zweimal, vielleicht...
Die leuchtenden Augen von Martina Walser während
ihrer Erzählungen über ihre Erlebnisse in 4000 Meter
Höhe lassen auf mehr schließen. Der freie Fall ist zu
ihrer Leidenschaft geworden, die nach bewusstem
Verzicht auf andere Konsumgüter im Sommer 2006
endlich finanziert werden konnte. Heute hat die
zierliche Powerfrau, die in der Luft ganz groß ist, den
Fallschirmspringerschein in der Tasche und hat sich
die Adrenalinspritze schon über 80 Mal abgeholt.
Das Formationsspringen ist ihre Lieblingsdisziplin.
Dabei springen zwei bis acht Personen gleichzeitig
p Tauchgänge sind die zweite große
Leidenschaft der Feldkircherin
aus dem Flieger und versuchen
verschiedene Figuren in der Luft
zu bilden. Martina kann sich noch
gut an die ersten Formationssprünge erinnern: „Als Anfänger
fühlt man sich wie ein Dominostein, der von den erfahrenen
Springern einfach an einen
beliebigen Ort gesetzt wird“. Es
braucht seine Zeit, bis man weiß,
wie man mit dem Element Luft
eins wird, fügt sie hinzu. Aufgeregt? fragt sich das der Laie.
Es wäre schließlich interessant
zu wissen, wie sich das da oben
anfühlt, wenn die Cessna ihren
Steigflug beendet hat, alle springwütigen Passagiere vor der offenen
Luke stehen und auf das Kommando des Piloten warten...
„RAUS!“ Ertönt dieser Befehl,
überlegt frau nicht lange, taucht
ein in das Wolkenmeer und
genießt bis zu 60 Sekunden freien
Fall. „Man hat gar keine Zeit,
nervös zu sein, denn kurz vor dem
Absprung muss man noch einmal
das ganze Equipment kontrollieren, und hat man einen Formationssprung mit Kollegen vor sich,
spielt man alle Bewegungsabläufe
nochmals im Kopf durch. Die
Vorfreude auf den Sprung ist
überwältigend!“. Die Augen der
jungen Noflerin beginnen wieder
zu leuchten...
Aber Fliegen ist nicht alles.
Denn Martina wechselt gerne die
Elemente. Das Wasser ist ihre
zweite Heimat. Gemeinsam mit
ihrem Bruder beschloss sie vor
ein paar Jahren, den Tauchschein
zu machen (das „Brevet**“, für die
Taucher unter den Lesern) und
die Unterwasserwelt in Dubai und
Teneriffa zu erkunden. Welches
Unterwassergeschöpf die Taucherin am meisten beeindruckt?
„Die Gastropoda“, sagt sie ohne
Zögern. Nein, dabei handelt es
sich nicht um ein großes, abscheuliches Tiefseemonster. Es
ist vielmehr eine kleine, bunte
Wasserschnecke, die nicht einmal
so selten ist. Diese fand Martina
Walser während eines Tauchgangs
vor Dubai übrigens so interessant,
dass sie vorbeischwimmende Haie
(fast) übersah.
Hat die passionierte Sportlerin
eigentlich auch noch Freizeitbeschäftigungen, die nicht so
abenteuerlich sind? „Reiten – und
natürlich der Musikverein Nofels“,
gibt sie bereitwillig Auskunft. Es
bleibt jedem selbst überlassen,
welches Hobby als größeres Abenteuer einzustufen ist. n
Facts
t Selbst ist die Frau: Fallschirmspringen hat auch seine
­beschwerlichen ­Seiten.
34
Martina Walser
Arbeitsort: LKH Feldkirch
Abteilung: Personalverwaltung
Beschäftigt seit: 2006
Alter: 24
Familienstand: in Partnerschaft
R
ückenschmerzen vom vielen Sitzen, vom schweren Heben oder
Beugen über Patientenbetten, müde Beine vom Dauerlauf in
langen Krankenhausgängen – wer kennt das nicht? Doch statt
tatenlos zu leiden, ist Eigeninitiative gefragt. Denn Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ist ein Luxus, den wir uns selbst in der hektischen
Arbeitswelt leisten können. Arthur Spapens, Physiotherapeut am LKH
Feldkirch, hat einige Tipps auf Lager, wie man sich fast nebenbei im Job
fit halten kann.
Arthur Spapens
„Schon eine kleine
Dehnung zwischendurch
kann helfen, wieder einen
klaren Kopf zu bekommen
und verkrampfte Gelenke
in Schwung zu bringen.“
„Beweg dich, bevor
es weh tut“, lautet
das Motto.
1.Frische Luft
Sauerstoffmangel und abgestandene Luft wirken sich unmittelbar
auf das Gehirn aus: Man fühlt sich
müde und abgeschlagen, Konzentration und Leistungsfähigkeit
lassen nach. Regelmäßiges Lüften
und bewusstes, gesundes Atmen
– tief durch die Nase ein- und
durch den Mund wieder ausatmen
– wirkt anregend und entspannend
gleichzeitig.
2.Bewegung
„Bewegung ist Leben“, so ein
Leitspruch der Physiotherapeuten.
Einfach mal aufstehen und ein
paar Schritte gehen. Vorzugsweise
nicht nur zur Kaffeemaschine,
sondern auch mal zum Wasserhahn. Zudem ist es wichtig,
bewusst die Haltung zu ändern.
Wer hauptsächlich am Schreibtisch sitzt, sollte sich mal gerade
hinsetzen oder sich genüsslich
ausstrecken. Arthur Spapens
schlägt ein paar einfache Übungen
vor, die gut zwischendurch oder
während eines Telefonats gemacht
werden können:
- Den Kopf entspannt von
rechts nach links und wieder
zurück drehen und anschließend langsam vor und
zurück.
- Die Arme senkrecht nach
oben oder waagrecht nach
vorne strecken bis eine Spannung im Schulterbereich zu
spüren ist; dann Schultern
kreisen und lockern.
- Auf einem Stuhl sitzend eine
gerade Haltung einnehmen,
anschließend das Becken vor
und zurück kippen.
3.Die richtige Einstellung
„Das Wichtigste ist, dass man
sich bewegt, bevor es irgendwo
wehtut“, so der Physiotherapeut.
Die Ausrede „Keine Zeit!“ gilt
nicht. Denn für simple Übungen
während des Sitzens, der Kaffeepause, beim Telefonieren oder gar
auf der Toilette braucht es keinen
extra Termin. Es ist natürlich
nicht immer leicht, daran zu denken, aber einfache Tricks helfen,
sich selbst daran zu erinnern,
beispielsweise durch ein Post-It
am Bildschirm oder mit Hilfe
bewusst platzierter Hinweise auf
dem Schreibtisch. Dazu werden
einfach Blätter mit dem Wort „Bewegung“ zwischen Aktenberge,
die es abzuarbeiten gilt, gesteckt.
Man kann sich aber auch gegenseitig animieren und gemeinsam
mit Arbeitskollegen z.B. vor oder
nach dem Essen einen Spaziergang machen. Attraktiv sind auch
die Angebote im Rahmen von „Fit
im LKH“: von Konditionstraining
über Yoga bis hin zu Volleyball –
die Palette an Möglichkeiten, sich
sportlich zu betätigen und fit zu
halten, ist groß. Die Belohnung
für den körperlichen Einsatz:
Besseres Körpergefühl, geringere
Anfälligkeit für Krankheiten,
höhere Motivation und verbesserte Leistungsfähigkeit. Und davon
profitiert man nicht nur selbst,
sondern auch die Kollegen und
natürlich die Patienten. n
35
Tipps & Mehr
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Stets gut vertreten
Das magazin der
Mein Ausgehtipp
Betriebsrat als Bindeglied zwischen Mitarbeitern
und Geschäftsführung
B
ei rund 3.400 Mitarbeitern verschiedenster
Fachbereiche und Professionen sind die Interessen nicht leicht auf einen Nenner zu bringen, geschweige denn nachhaltig zu vertreten. Damit
dies dennoch gelingen kann, macht es Sinn, eine
professionelle Interessensvertretung einzusetzen, die
als Bindeglied zwischen Mitarbeitern und Geschäftsführung zu einem positiven Miteinander innerhalb
des Unternehmens beiträgt. Auch in den Vorarlberger
Landeskrankenhäusern gibt es mit dem Betriebsrat
eine solche Interessensvertretung, die sowohl auf
Häuser- aber auch auf Unternehmensebene agiert.
Die rechtlichen Grundlagen der Betriebsratstätigkeit sind im so genannten Arbeitsverfassungsgesetz
geregelt. Dazu zählen das Überwachungsrecht, das
Informationsrecht, das Interventionsrecht und das
Steakhaus
Patagonia
Gustavo Cerdeyra
Rheinstrasse 97
A-6974 Gaißau
Tel: 05578/71554
Beratungsrecht. In jedem der fünf Landeskrankenhäuser gibt es einen eigenständigen Betriebsrat, der
als erster Ansprechpartner für häuserspezifische
Fragestellungen zur Verfügung steht. Dieser wird alle
vier Jahre durch hausinterne Wahl ermittelt. Häuserübergreifende Themen werden im Zentralbetriebsrat
behandelt, einem Gremium, das sich aus Betriebsräten aus Feldkirch, Rankweil, Bregenz, Bludenz und
Hohenems zusammensetzt.
„Zudem werden wir durch überbetriebliche Interessensvertretungen, wie Arbeiterkammer und Gewerkschaft, unterstützt und in Fachfragen beraten“, erklärt
die Vorsitzende des Zentralbetriebsrates Astrid
Breuß, die alle Mitarbeiter einlädt, sich bei Fragen
und Anliegen im zuständigen Betriebsratsbüro zu
melden. n
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag
17:30 Uhr bis 22.30 Uhr
Sonn- und
Feiertage
11:30 Uhr bis
14:30 Uhr
17:30 Uhr bis
22:30 Uhr
Landesbedienstetengesetz
Arbeitsschutzmaßnahmen
Elternteilzeit, Altersteilzeit
Fort- und Weiterbildung
Werkswohnungen
Arbeitszeitrichtlinien
Pensionskasse
Betriebsausflügen
Mitarbeiteraktionen
uvm.
Kontakt
Astrid Breuß
Vorsitzende des ­Zentralbetriebsrates
Tel. 05522-303-4071
e-Mail: betriebsrat@lkhf.at
Dr. Thomas Bärenzung
LKH Bludenz
„Ein absoluter Geheimtipp ist das
Argentinische Restaurant - Steak
House ‚Patagonia’ in Gaißau:
Argentinisches Ambiente mit
exzellenten Speisen – vorwiegend
argentinischem Rindfleisch in
allen Variationen, Größen und
Geschmacksrichtungen – und
erlesenen argentinischen Weinen.
Die Qualität, das Ambiente und
die freundliche Bedienung der argentinischen Betreiberfamilie sind
Garanten für einen gelungenen
Mein Mediatipp
Der Betriebsrat berät alle
Mitarbeiter bei Fragen zu:
-
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-
Tipps & Mehr
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Ich bin dann
mal weg
Meine Reise auf
dem Jakobsweg
von Hape Kerkeling
PIPER Verlag
€ 20,50
ISBN: 9783890293127
„Auf das Buch „Ich bin dann mal
weg“ von Hape Kerkeling bin ich
im letzten Urlaub gestoßen. Es ist
mir aufgefallen, weil in den letzten
Jahren immer mehr vom Jakobsweg gesprochen wird. Und da
das LKH Rankweil jetzt auch am
Jakobsweg liegt - auf einem der
vielen Seitenäste - war es höchste
Zeit für mich, mehr darüber zu
erfahren.
Das als „literarischer Reiseführer“
bezeichnete Werk ist leicht zu lesen, und der große Erfolg ist meiner Meinung nach auch auf die
ehrlich-offene Art von Kerkeling
Abend auf der Terrasse oder im
Restaurant selbst. Die etwas lange
Anreise nach Gaißau, entlang
des alten Rheins bis ans Ende der
Gemeinde, sollte kein Hindernis
sein. Vorbestellen ist auf jeden Fall
empfehlenswert, da immer stark
frequentiert.“ n
DGKP Norbert Schnetzer
LKH Ranweil
zurückzuführen. Er vertritt eine
bodenständige Spiritualität, in
der sich viele Leser wiederfinden
können. So fährt er auch mal ein
Stück mit dem Bus oder schläft im
Hotel. Natürlich wird er dafür von
vielen „strengen“ Pilgern kritisiert.
Aber gerade für Menschen, die
sich mit einer besonders strengen
Auslegung von Glaubensinhalten
schwer tun, ist das Buch sehr empfehlenswert. Für mich selbst ist der
Jakobsweg momentan kein Thema
- aber wie viele Pilger sagen: Es
kommt darauf an, sich innerlich
auf den Weg zu machen.“
Hape Kerkeling, geboren 1964 in Recklinghausen, arbeitet seit seinem 20. Lebensjahr beim deutschen Fernsehen.
Der Moderator, Entertainer, Schauspieler und Buchautor schaffte den Durchbruch mit der Rolle „Hannilein“, weiters
bekannt ist er als stv. Chefredakteur
„Horst Schlämmer“. Der Kabarettist
wurde bereits mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet und erhielt für
sein Werk „Ich bin dann mal weg“ den
ITB Buch Award für das beste literarische Reisebuch. n
innspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewinnspiel + + + Gewin
Wer hätte das gedacht...?
36
Und jetzt sind Sie dran!
2.000 Tonnen
65.000 Liter
204.000 m 2
Wäsche fallen
jährlich in den
Landeskrankenhäusern
an, damit könnte man
die Waschmaschinen
von 400.000 Haushalten
befüllen.
Desinfektionsmittel
werden jährlich in den
Landeskrankenhäusern
verbraucht. Mit dieser
Menge könnte man sich
– jeden Tag, ein ganzes
Jahr lang – ein Bad in der
Badewanne gönnen.
beträgt die Gesamtfläche
der Vorarlberger
Landeskrankenhäuser,
das entspricht einer Größe
von ca. 29 Fußballfeldern.
Schätzen Sie und gewinnen Sie einen 100,- Euro Gutschein von „Ländle“Marketing, der bei allen „Ländle“-Partner-Betrieben eingelöst werden kann.
Die Plätze 2 bis 4 erhalten das begehrte Kochbuch:
„Feines mit Fleisch“ – köstliche Rezepte und praktische Tipps aus der „Ländle“-Metzg.
Gewinnfrage:
Wie viel Fleisch wird pro Jahr in den Küchen der Landeskrankenhäuser verarbeitet?
>> Ein kleiner Tipp: Es gibt täglich mindestens ein Menü mit Fleisch.
Bitte senden Sie Ihre Antwort unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse per Mail an
michaela.polster@khbg.at oder per Fax an 05522/303-765015. Einsendeschluss ist der 31. Jänner
2010. Die Gewinner werden direkt verständigt.
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Ausbildung
Das magazin der
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
VORARLBERGER LANDESKRANKENHÄUSER
Bildung in der Ferne
Die GKPS Feldkirch
auf Bildungreise in Barcelona
26 Schüler und drei Lehrpersonen der GKPS
Feldkirch bereisten Barcelona, um einen kleinen
Einblick in das spanische Pflegesystem zu
bekommen. Ein Reisebericht...
Das magazin der
Aufgeschnappt in den LKHs
Zwei neue Professorentitel
Mit dem Kinderarzt Prim. Doz. Dr. Burkhardt Simma und dem Pathologen Prim.
Doz. Dr. Felix Offner wurden in diesem Jahr gleich zwei Abteilungsleiter des LKH
Feldkirch von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zum Professor ernannt. „LKH
luag a!“ gratuliert herzlich zu der hohen Auszeichnung. n
DGKS Elisabeth
Ebenkofler
Univ. Prof. Dr.
Felix Offner
DGKS Julia
Mayrhofer
DGKS Elisabeth Ebenkofler und DGKS Julia Mayrhofer von der gynäkologischen Abteilung am LKH Feldkirch haben eine Spezialausbildung im Bereich
Brusterkrankungen erfolgreich absolviert und sind seitdem berechtigt, die offizielle
Bezeichnung „Breast Care Nurse“ zu führen. n
Im Gleichgewicht
OA Dr. Wolfgang Laube, Physikalische Medizin LKH Rankweil, bringt im
Herbst 2009 nach „Koordination – Gleichgewichtstraining auf dem Kreisel“ sein
zweites Fachbuch mit dem Titel „Sensomotorisches Sytem“ (750 Seiten, Thiemeverlag Stuttgart – New York) heraus. „LKH luag a!“ wünscht viel Erfolg. n
Tag 1: Sehenswürdigkeiten
im Schnelldurchlauf
Carlos, unser redegewandter Reiseführer, führte
uns auf den Hausberg Barcelonas, den „Montjuïc“. Der Berg, der als Austragungsort der
Olympischen Sommerspiele 1992 Schlagzeilen
machte, bescherte uns trotz seiner unspektakulären Höhe von 173 Metern einen wunderbaren Blick über das Meer und die Stadt. Bei
der darauffolgenden Stadtrundfahrt sahen wir
die unvollendete Kathedrale „Sagrada Familia“
und den spektakulären „Parc Güell“, der vom
katalonischen Stararchitekten Antoni Gaudí in
14-jähriger Arbeit geschaffen wurde.
38
Univ. Prof. Dr.
Burkhard Simma
Zwei „Breast Care Nurses“
So, 26. April 09, 03.45 Uhr: Treffpunkt im Morgengrauen
Unsere Kurzreise begann mit einem turbulenten Flug in die Hauptstadt
Kataloniens. Schlichtheit. Zumindest in der Unterkunft. Sauberkeit und
Zentrumsnähe waren aber Attribute, die unser fehlendes Wohlbehagen
in den Zimmern des „Hostal Abrevadero“ wieder wettmachten.
Tag 2: Fachverwandte Bildungsschauplätze
Zu Fuß erreichten wir zuerst das alte „Hospital de San Pau i la Santa
Creu“ in Raval, in dem 1926 Gaudí nach einem Zusammenstoß mit
einer Straßenbahn verstarb. Ein besonderes Highlight war der Besuch
eines sonst für die Öffentlichkeit verschlossenen, alten anatomischen
Hörsaals aus dem 17. Jahrhundert. Weiter ging es zum „neuen“ „Hospital
Sant Pau“, einem prächtigen Jugendstilbau, das 1930 eröffnet wurde und
auch heute noch als Krankenhaus genutzt wird. Dort befindet sich auch
die Pflegewissenschaftliche Fakultät Barcelonas, wo man den Besuch
aus Österreich herzlich willkommen hieß. Nach einem interessanten
Vortrag über das pflegerische Bildungssystem Spaniens starteten wir
einen Spaziergang entlang Barcelonas Flaniermeile, den „Ramblas“, und
bei coolen Drinks ließen wir unseren Kurzausflug Revue passieren, bevor
wir wieder die Heimreise antraten.
LKH all dra!
Vorarlberger Landeskrankenhäuser
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Dr. Wolfgang
Laube
Nomen est Omen
Eva-Maria Gut
Eva-Maria Gut, Verwaltungsassistentin, hat als erster Lehrling des LKH Rankweil
ihre Ausbildung „mit ausgezeichnetem Erfolg“ abgeschlossen und wurde in eine
Vollanstellung übernommen. Wir gratulieren zur beeindruckenden Leistung und
wünschen viel Freude in der neuen Funktion. n
Freundlichkeit siegt
Das Landeskrankenhaus Feldkirch wurde in der
Kategorie „Öffentlicher Dienstgeber“ zum Feuerwehrfreundlichsten Betrieb des Landes gekürt. Die
Auszeichnung wurde am 9. September auf der Dornbirner Messe an Dr. Werner Gsteu übergeben.
„LKH luag a!“ gratuliert. n
Betriebsratswechsel
Der langjährige Betriebsratsvorsitzende des LKH-Bludenz Werner
Stenech trat kürzlich in den wohlverdienten Ruhestand. Stenech, der
neben seiner 11-jährigen BR-Tätigkeit weiterhin als Diplompfleger auf
der Inneren Medizin tätig war, zeichnete sich durch hohen persönlichen
Einsatz und viel Feingefühl aus. Den BR-Vorsitz übernahm nunmehr
sein bisheriger Stellvertreter Werner Eberharter, zum neuen Stellvertreter wurde Dr. Klaus Linzmeier bestellt. n
39
Leidenschaftlich. Gut. Beraten.
www.fjm.at
Starke Wurzeln schaffen
ein sicheres Gefühl.
Aus den Vorarlberger Wurzeln wächst das Vertrauen zur Hypo Landesbank Vorarlberg. Man kennt sich, man versteht sich, man schätzt sich. P
­ ersönliche Nähe
zeigt sich in verantwortungsvoller Beratung und ist damit eine Sache des Herzens. Willkommen, persönlich oder auf www.hypovbg.at
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Seele and Geist
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