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Komm, ich zeig Dir was - Degewo

EinbettenHerunterladen
stadtleben
Das Mietermagazin Ausgabe 1/2012
Prenzlauer BErg
Die Füchse Berlin laden
degewo-Mieter in ihren
Fuchsbau Seite 6
Wilmersdorf
Der Grunewald ist um
die Ecke. Eine Kieztour
mit dem Fahrrad
Seite 24
Komm, ich
zeig Dir was
Kinder Müssen die Welt erobern.
Arzu Gündüz strickt für ihren Nachwuchs ein
abwechslungsreiches Programm Seite 12
Gewinnspiel!
Nehmen Sie an der Umfrage
der degewo zum Hausmeister­
wettbewerb teil und gewinnen Sie
mit etwas Glück einen attraktiven
Wertgutschein. Seite 19
Editorial | Inhalt
groSSe Ereignisse werfen
ihre Schatten voraus. Die
Gropiusstadt wird 50 Jahre alt
und: Zum sechsten Mal findet
das spektakuläre Mieterfest
statt. Diesmal im Britzer Garten.
Hier ein kleiner Ausschnitt
verschiedener Veranstaltungen
in diesem Jahr.
April
Februar
Die neue
stadtleben
März
erscheint
Das Bild als
persönliche Erzählung
Peter Rohn ist
Maler, Grafiker und
Autor in Potsdam.
Seine deutlich gegenständlichen Bilder, in Öl gemalt,
zeigen die sehenswerte Wirklichkeit
des Alltäglichen.
degewo-Galerie Remise, Pankgrafenstraße 1,
13187 Berlin, Öffnungszeiten: Di–Fr, 12–18 Uhr
Mai
Die neue
Besondere Orte
Die Max-Schmeling-Halle gehört zu
den großen Mehrzweckgebäuden der
Stadt. Hier finden spektakuläre Konzerte
und große Sportveranstaltungen statt.
Hier trainieren auch die Handballer der
Füchse Berlin. Und normalerweise sehen
Besucher nur die Arena.
Interessierte degewo-Mieter
können sich am 11. März von
Füchse-Manager Bob
Hanning die Halle zeigen lassen. Weitere
Informationen
auf Seite 6
Juni
stadtleben
erscheint
Eine malerische Welt
vor Augen
Schüler messen sich
im Triathlon
Katharina Ismers Bildwelten sind
fragil aufgefaltete Landschaftsfolien,
vor welchen sich
ausladende Formationen verästeln
und verwirbeln.
Das Deutsche Kammerorchester Berlin
führt unter der Leitung von Christian
Jost Werke von Aaron Copland, Richard
Strauss und Christian Jost auf. Es singt
Stella Doufexis (Mezzosopran).
Wer mitmachen
will, muss in Neukölln zur Schule
gehen. Teilnahmeberechtigt sind
alle Schülerinnen
und Schüler der
Klassen 3 bis 13.
Für degewo-Mieter gibt es Freikarten. Weitere
Informationen stehen in der stadtleben Ausgabe
2/2012.
Termine und Bedingungen stehen in der
stadtleben 2/12.
degewo-Galerie
Remise, Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin,
Öffnungszeiten: Di–Fr
12–18 Uhr
Klassik spezial
Juli
August
Die neue
september
stadtleben
erscheint
Wedding dress
Das Festival of Urban Fashion and Lifestyle findet in
diesem Jahr zum sechsten
Mal statt. Zwischen den UBahn-Stationen Bernauer
Straße und Voltastraße
werden über einhundert
Designer ihre Kollektionen präsentieren.
Mieterfest
Ausstellung
Auch in diesem Jahr lädt die
degewo ihre Mieter zum
traditionellen Mieterfest
in den Britzer
Garten. Die Einladungen werden
rechtzeitig in allen
Briefkästen liegen.
Der Künstler
Günther Rechn
zählt zu den
renommiertesten Künstlern im
deutschen Raum
und in Italien. Er ist
ein Vertreter des
Realismus im gegenständlich,
figürlichen Bereich mit expressiven Elementen.
Nähere Informationen
zum Termin und den
teilnehmenden
Designern gibt es in
der stadtleben 2/12
Britzer Garten,
Buckower Damm
146, 12349 Berlin
oktober
stadtleben
Die neue
degewo-Galerie Remise,
Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin,
Öffnungszeiten: Di–Fr 12–18 Uhr
november
erscheint
Die Gropiusstadt wird 50
Ausstellung
Wohnen mit Licht, Luft und Sonne
hieß die Devise, nach der Bauhausgründer Walter Gropius das städtebauliche Konzept
Großsiedlung am
südlichen Stadtrand entwarf. 2012
wird die Gropiusstadt 50.
In ihren Werken behandelt die Malerin
und Grafikerin Uta
Jeran klassische
Themen wie Landschaft, Stilleben,
Interieur, Porträt,
Figur und Tier. In den Aquarellen zeigt
sie zarte und reiche Farbnuancen, in
den Siebdrucken klare und illustrierende Formen und Farben.
Infos zur Geburtstagsausstellung liefert
stadtleben 3/12
degewo-Galerie Remise, Pankgrafenstraße 1,
13187 Berlin, Öffnungszeiten: Di–Fr, 12–18 Uhr
Gewinnen sie mit
Ihrer Meinung
Auf der hinteren Umschlagseite finden Sie
zwei Postkarten zum Heraustrennen.
Mit der einen Karte können Sie an einem
Gewinnspiel teilnehmen. Bewerten Sie die
Sauberkeit und die Arbeit des Hausmeisters
in Ihrem Wohnumfeld. Es gibt 25 Gutscheine
im Wert von jeweils 25 Euro zu gewinnen.
Die degewo bietet Ihnen kostenloses
Probewohnen mit zwei Übernachtungen in
Marzahn. Es stehen Wohnungen mit verschiedenen Grundrissvarianten zur Verfügung.
Vereinbaren Sie einen Termin im degewoKundenzentrum Marzahn unter: 030 264852527 oder mittels der Postkarte, die Sie auf
der hinteren Umschlagseite finden.
Titel: Annette Hauschild Fotos: Peter Rohn, Sebastian Greuner, Katharina Ismer, DKO, Julian Röder/Ostkreuz, Stephan Zahn, Andreas Labes, degewo (3), Uta Jeran, Max Lautenschläger (2), Annette Hauschild (2), Füchse Berlin, f1 online, Pablo Castagnola
Kulturkalender
auf einen Blick
Lernen, ein
Leben lang!
F
ür uns als degewo ist Bildung die
Zukunftsaufgabe und damit Schwerpunkt in der stadtleben für das Jahr 2012.
Bildung ist der Schlüssel für die Funktionsfähigkeit und den Wohlstand unserer
Gesellschaft. Für jeden Menschen muss
es möglich sein, kontinuierlich zu lernen.
Das betrifft die schulische Grundbildung,
die berufliche Weiterbildung, aber auch
das Lernen im höheren Lebensalter.
Das Thema steht also in diesem Jahr im
Mittelpunkt unserer vier Titelgeschichten. Wir stellen Familien vor, die beweisen, dass Bildung nicht immer eine Frage
des Geldbeutels ist (in diesem Heft),
zeigen, warum die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern so wichtig ist,
diskutieren über den richtigen Umgang
mit Internet und Videospielen und fragen nach den Chancen des lebenslangen
Lernens.
Die degewo ist in ihren Wohnquartieren in Bildungsfragen sehr aktiv. Wir
wissen, dass gute Bildung eine Voraussetzung für die gesellschaftliche Integration
der Bewohner ist. Und genau das sorgt
für stabile Nachbarschaften. Mit den
Bildungsverbünden Brunnenviertel,
Gropiusstadt und Marienfelde haben
wir Netzwerke geschaffen, die dazu
beitragen, konsequent den Nachwuchs
zu fördern. Und in Kooperation mit
dem Konzerthaus Berlin haben wir das
Musikprojekt „Konzerthaus meets Gropiusstadt“ ins Leben gerufen. Besonders
dürfen Sie sich auch auf eine neue Serie
freuen: Wir führen Sie „Hinter die Kulissen“ bekannter und weniger bekannter
Orte, die Sie so noch nicht erlebt haben.
Lassen Sie sich überraschen!
Herzliche Grüße, Ihr
inhalt
RATGEBER WOHNEN Seite 22
titelthema
Seite 12
Bildung ist das Fundament für individuelle Lebenschancen. Darin muss
investiert werden. In Familien mit mehreren Kindern ist das Budget oft schmal.
Für sie gibt es viele Angebote. Aber: Ohne Engagement der Eltern geht nichts
aus der nachbarschaft
S. 6
Die Füchse Berlin gehören zu den beliebtesten Sportvereinen
in der Stadt. Jetzt können Mieter den Trainingsort besuchen
tür an tür
S. 10
Ein Geländer ist nicht nur zum Festhalten da. Künstlerin
Vanessa Henn gibt Alltagsgegenständen eine neue Funktion
Wohnen und leben
S. 20
Kinder toben, klettern, planschen. Ist der alte Spielplatz zu
langweilig? Dann gibt es hier Tipps für drinnen und draußen
berliner ansichten
S. 24
Mit dem RAd in den Grunewald. Von der Schlangenbader
Straße in Wilmersdorf dauert das eine Viertelstunde
in guter gesellschaft
S. 28
Mein NAchbar ist anders. Na und, sagen Bewohner in
Marzahn, die mit Behinderten im selben Haus leben
STadtgeschichte
S. 30
Stilmix hinter Backsteinfassade. In der Menckenstraße in
Steglitz treffen verschiedene Architekturepochen aufeinander
Frank Bielka
Vorstandsmitglied
der degewo
IMPRESSUM Herausgeber und Verleger degewo Aktiengesellschaft, Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin
Projektleitung Michael Zarth (V. i. S. d. P.), Isabella Canisius, Telefon: 030 26485-1513, E-Mail: stadtleben@degewo.de
Chefredaktion Michaela Harnisch, KircherBurkhardt GmbH Anzeigenleitung Sebastian Veit, Telefon: 030 44032248, E-Mail: sebastian.veit@kircher-burkhardt.com Gestaltung, Redaktion und Litho KircherBurkhardt GmbH, Heiligegeistkirchplatz 1, 10178 Berlin Druck Druckhaus Main-Echo GmbH & Co. KG. „stadtleben“ erscheint 4 x im Jahr.
1/2012 stadtleben
3
aus der nachbarschaft
Berlin, Müllwerker helfen
bei exakter Abfalltrennung
Ab Frühjahr schickt der Entsorger Alba Mitarbeiter auf die degewo-Müllplätze. Die Wohnungsgesellschaft und zwei weitere Unternehmen hatten ihr Abfallmanagement neu ausgeschrieben.
D
ie Kosten für die Müllbeseitigung werden für degewo-Mieter in den
kommenden Jahren sinken. Durch ein neues Abfallmanagement
werden die betroffenen Müllplätze ab Frühjahr mit einer optimalen
Tonnenkonfiguration ausgestattet, die den Mietern und den Abfallmanagern
– Mitarbeitern des Entsorgers Alba – die Möglichkeit bietet, die recycelbaren
Abfallanteile einer sinnvollen Wiederaufbereitung zuzuführen. Den Mietern
entstehen durch das neue Verfahren keine Mehrkosten, da sich die Abfallmanager lediglich über eingesparte Gebühren finanzieren. Auf Müllplätzen, auf
denen künftig ein Abfallmanager arbeiten wird, verringern sich die Müllkosten bis 2015 im Durchschnitt für den Mieter um 23 Prozent. Ausgenommen
sind Wohnanlagen, in denen die Mieter den Müll bereits heute vorbildlich
trennen und somit die Kosten niedrig halten.
Wackelige
Angelegenheit:
Tellermädchen
im Chinesischen
Akrobatikzirkus
Eine Analyse der Bestände hatte ergeben, dass in vielen
Wohnanlagen das Restmüllvolumen immer noch sehr hoch ist.
Durch ein Nachsortieren des Mülls können jedoch Kosten gespart werden. Das wirkt sich positiv auf die Betriebskosten aus.
Wie funktioniert das neue Abfallmanagement? Mieter werfen
immer noch sehr viel Müll in den Restmüll-Container (graue
Tonne), auch wenn große Teile dieses Mülls eigentlich in eine
der Wertstofftonnen gehören. Ein Restmüll-Container kostet
Gebühren, eine Wertstofftonne (Gelbe Tonne, Blaue Tonne, Grüne Tonne) ist kostenlos. Die Abfallmanager helfen dabei, durch
Nachsortierung des Restmülls den Wertstoffanteil auf dem
Müllplatz zu erhöhen. Damit verringert sich die Abfallmenge
in den grauen Tonnen
und die Restmüll-Gebühren
sinken. Neue Infotafeln geben denmächst
Informationen zur
korrekten Mülltrennung.
sung
Verlo
Berlin, Chinesischer Zirkus kommt nach Berlin
Körperbeherrschung par excellence: Bis zum 4. März
gastiert der Große Chinesische Akrobatikzirkus mit seinem
Programm „CHINA-CHINA“ direkt am ALEXA. Schlangen­
mädchen, Bambuskletterer oder die Tellermädchen werden
die Besucher in Staunen versetzen. André Heller holte 1985 die
Großmeister der Akrobatikschule nach Europa und machte die
Chinesische Artistik in ganz Europa erfolgreich bekannt. Seit
4
stadtleben 1/2012
dieser Zeit haben Millionen von Kindern und Erwachsenen mit
leuchtenden Augen die Ausnahmeakrobaten aus dem Reich
der Mitte bejubelt. Die magische Show findet auf dem Gelände
der degewo statt.
Mieter der degewo können 50 x 2 Freikarten gewinnen. Interessenten schreiben an: stadtleben@degewo.de oder degewo, Marketing/Unternehmenskommunikation, Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin, Stichwort: Zirkus
Fotos: Piet-Hein Out, degewo (2), iStockphoto/Getty Images
Fit fürs
LEben:
Junge Mütter
bekommen
in Marzahn
Starthilfe
Marzahn, Projekt will
junge Mütter unterstützen
Start für das Modellprojekt JuLe in Marzahn: 15 Alleinerziehende erhalten für einen bestimmten Zeitraum besondere, kindgerechte Wohnungen und Betreuung. Dadurch
sind sie in der Lage, Schulabschlüsse nachzuholen oder
Ausbildungen zu absolvieren. Dazu werden mit den Frauen
verbindliche Ziele vereinbart. Interessenten und Bewerberinnen erhalten Informationen auf www.degewo.de.
Projektpartner: degewo, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, BA
Marzahn-Hellersdorf, Jobcenter, Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis
Weiterer wichtiger Aspekt: Durch den Einsatz
des Abfallmanagements werden die Müllplätze
sauberer, und damit das unmittelbare Wohnumfeld angenehmer. Die degewo trägt mit ihrem neuen Konzept zu aktiver Abfalltrennung
und Wiederverwertung bei, und leistet somit –
genauso wie die Mieter – einen aktiven Beitrag
zum Umweltschutz.
Weitere Informationen erhalten Mieter von den
Kundenzentren.
Kontrolle: Abfallmanager
bei der Arbeit
Berlin, degewo und GESOBAU
erweitern ihren Bestand
Die landeseigenen Berliner Wohnungsunternehmen degewo AG und GESOBAU AG haben die „CORPUS SIREO Investment Residential No. 31 GmbH“ von CORPUS SIREO erworben
und führen sie auch gemeinsam weiter. Das Unternehmen heißt
jetzt GEDE Gemeinsame Berliner
Wohnen GmbH. Die meisten der
4.680 übernommenen Wohnungen
und 59 Gewerbeeinheiten befinden
sich in den Bezirken CharlottenburgWilmersdorf (1.052 Wohnungen),
Mitte (771), Neukölln (549) und
Tempelhof-Schöneberg (565). Die
Wohnungen stammen überwiegend
aus den 1920er und -30er Jahren
und sind in einem überdurchschnittlich guten Erhaltungszustand. Über
Neuzugang: Haus
die Hälfte der Gebäude steht unter
in der Togostraße
Denkmalschutz.
1/2012 stadtleben
5
aus der nachbarschaft
aus der nachbarschaft
Berlin, Stippvisite
im Fuchsbau
Besucher der Max-Schmeling-Halle dürfen
sich nur in ausgewiesenen Bereichen aufhalten.
Für Mieter der degewo gibt es eine Ausnahme.
W
o trainieren Torsten Laen, Sven-Sören Christophersen und Silvio Heinevetter? In der Max-SchmelingHalle. Seit 2005 hat der Handball-Erstligist Füchse
Berlin sein Domizil am Falkplatz im Prenzlauer Berg. In der
aktuellen Spielsaison kämpfen die Füchse auch in der Champions League. Damit nimmt erstmals seit 21 Jahren wieder eine
Berliner Männerhandballmannschaft am Europapokal teil.
Gewichtigen Anteil daran hat auch Manager Bob Hanning.
Er hat sich nun bereit erklärt, degewo-Mietern einen Blick hinter die Kulissen in der Max-Schmeling-Halle zu geben und Fragen zur Mannschaft zu beantworten.
Der Verein wurde am 28. Januar 1891 als MTV Reinickendorf gegründet. Nach mehreren Fusionen und Umbenennungen hieß der Verein ab 1947 Reinickendorfer Füchse BTSV. Seit
2005 tritt der Traditionsklub unter der Bezeichnung „Füchse
Berlin“ an.
Rundgang
Exklusive Führ
un
die Max-Schm g durch
eling-Halle
mit Bob Hanni
ng,
Manager der
Füchse Berlin
Wedding, Brunnenstraße
bekommt kreativen Schub
Die BRunnenstraSSe wird bunter. Die degewo hat
vielversprechende Mieter gefunden, die die Straße
nachhaltig beleben werden. Die Kuratorin und Produzentin Ela Kagel und die IT-Unternehmer David Farine
und Zsolt Szentirmai gehen mit dem „Supermarkt“
und den „Supermarkt Studios“ an den Markt. Im „Supermarkt“ (Brunnenstraße 64) entsteht auf knapp 600 m2
ein Raum für Veranstaltungen und Workshops. Ein
Café wird zum neuen Kommunikationspunkt für die
Nachbarschaft. Die
„Supermarkt Studios“
befinden sich in der
Brunnenstraße 69. Sie
bieten auf insgesamt
300 m2 Platz für kleine
Unternehmen und
Freiberufler aus dem
Quartier.
Brunnenstr. 64, 13355 Berlin,
Tel. 030 609875905,
www.supermarkt-berlin.net
6
stadtleben 1/2012
Fuchsbau:
In der MaxSchmeling-Halle
trainieren die
Füchse Berlin
Start: degewo-Vorstand Frank Bielka (re.) und Nils Busch-Petersen
vom Deutschen Handelsverband (li.) gratulieren den Preisträgern
Berlin, Gründerpreis für
einfallsreiche Geschäftsideen
Die GEwinner des 2. degewo-Gründerpreises haben zum Teil
recht ausgefallene Geschäftsideen: bestickte Herrenwäsche,
die Entgiftung von Kulturgegenständen oder Souvenirs, das
Entwerfen einmaliger Kleidungsstücke und Kunstbedarf aus
Produktionsresten. Im Dezember konnten die vier Preisträger
die Schlüssel für ihre Gewerberäume entgegennehmen.
Alle Informationen zum degewo-Gründerpreis unter www.degewo.de, Menüpunkt Wohnen, Gewerbeimmobilien, Für Existenzgründer
Fotos: Sebastian Greuner, Füchse Berlin, Cathrin Bach/Konzept und Bild, degewo, Jens Rötzsch, Thinkstock
Die Führung durch die Max-Schmeling-Halle unter
Leitung des Füchse-Managers Bob Hanning findet am
11. März, 16.30 Uhr, statt. Der Rundgang wird etwa eine
Stunde dauern. Anschließend, 17.30 Uhr, ist Spielanpfiff. Interessenten melden sich bis zum 2. März unter
Tel. 030 26485-1504 oder stadtleben@degewo.de
Neukölln, Sanierungsende
am Zwickauer Damm
Endspurt am Zwickauer
Damm: Im Mai dieses Jahres
endet die zweijährige Sanierungsphase des 1968/1969
erbauten Ensembles. Dann
wird auch das letzte Baugerüst am Doppelhochhaus
verschwunden sein. Die
Arbeiten an den 84 Meter
hohen Wohntürmen gehören
zum energetischen Sanierungsprojekt in der südlichen
Gropiusstadt. Darin investiert
die degewo bis 2013 mehr als
65 Millionen Euro. Die sanierten Wohnungen können ab
sofort gemietet werden.
Blickfang:
Die Wohntürme sind
komplett saniert
Berlin, Im Mai endet
analoges SAT-Fernsehen
Am 1. Mai ist es soweit. Die analoge Verbreitung von
Programmen über Satellit wird bundesweit beendet.
Das gilt nicht für die Versorgung via Breitbandkabel.
Für degewo-Mieter, die einen Kabelanschluss haben,
ändert sich nichts. Wer jedoch Digital-TV empfangen
möchte, muss mit seinem Versorger sprechen. Vorteile:
eine garantiert gute Empfangsqualität von etwa 500
Sendern sowie hochauflösendes Fernsehen (HDTV).
Die Abschaltung der analogen Übertragung von Programmen hat
auf den Empfang über das Kabelnetz keine Auswirkungen
Kundenzentrum Süd, Joachim-Gottschalk-Weg 1, 12353 Berlin, Tel.: 030
26485-2199, Öffnungszeiten: Mo–
Do: 9–19 Uhr, Fr, Sa, So: 10–14 Uhr
1/2012 stadtleben
7
aus der nachbarschaft
Kurz notiert
Neukölln
Abenteuer in der Gropiusstadt
Auch in diesem Jahr finden wieder tolle
Bildungs- und Abenteuerausflüge für
die Gropiusstädter Familien statt (und
natürlich für alle anderen, die dabei sein
wollen). Auf dem Programm 2012 stehen
spannende Spiel- und Erlebnistage, die
in Kooperation mit dem Familienberatungsprojekt „Groopies“, dem Freilandlabor Britz und der degewo entstanden
sind. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Termine: Nachtwanderung Britzer
Garten: 18. Mai, Tümpeln im Britzer
Garten: 27. Juli, Naturpark Südgelände:
7. September. Nähere Informationen und
Anmeldung: Groopies-Kiezladen, Lisa
Koeppe, Feuchtwangerweg 1, 12353
Berlin Tel: 030 60259645
In Berlin ist immer etwas los Ob neue Ausstellungen, Bürgerinitiativen, sportliche
Aktivitäten oder Sanierungen – hier finden Sie das Wichtigste im Überblick.
Unter diesemTitel ist jetzt ein Buch
erschienen, das zum Nachdenken über
die Zukunftsthemen der Städte anregen
soll. Herausgegeben von den degewoVorständen Frank Bielka und Christoph
Beck, enthält es Beiträge namhafter Persönlichkeiten wie dem Zukunftsforscher
Horst Opaschowski, Journalist Harald
Martenstein oder Ex-Familienministerin
Renate Schmidt zur Stadt der Zukunft,
dem Miteinander der Generationen und
der Verantwortung kommunaler Wohnungsunternehmen. „Verantwortung für
die Stadt – Beiträge für ein neues Miteinander“, Frank Bielka und Christoph Beck
(Hrsg.), Campus Verlag. Die degewo
verlost bis zum 9. März 25 Exemplare:
stadtleben@degewo.de oder per Post:
degewo, Marketing/Unternehmenskommunikation, Stichwort: Buch, Potsdamer
Straße 60, 10785 Berlin
Pankow
Werke von Ursula Strozynski
Vom 1. bis 28. März präsentiert die
degewo-Galerie Remise Werke der
freischaffenden Pankower Grafikerin
und Malerin Ursula Strozynski. Sie ist
bekannt für die Klarheit und Großzügigkeit ihrer Landschaften und Gebäude.
Die Ausstellungseröffnung findet am
Dienstag, 28. Februar, 18.30 Uhr statt.
Der Vorstand der degewo lädt Kunstinteressierte hierzu herzlich ein. Ursula
Strozynski – Zeichnung und Grafik:
1. bis 28. März, Galerie Remise,
Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin,
Tel.: 030 49988770, Di–Fr 12–18 Uhr
projekte starten
Der Quartiersrat BrunnenviertelAckerstraße hat für 2012 ein Mädchensport- und ein Kulturprojekt sowie
einen Aktionstag für mehr Sauberkeit
im Kiez beschlossen. Nähere Infos
unter: www.stm-ackerstrasse.de
Wilmersdorf
Diakonie bezieht Räume
Immer mehr Senioren leiden an dementiellen Erkrankungen. Um auf die
besonderen Bedürfnisse dieser Menschen eingehen zu können und deren
Lebenszufriedenheit zu sichern, richtet
die Diakonie-Station Wilmersdorf eine
Wohngemeinschaft für elf Betroffene
ein. Die 500 Quadratmeter große Einrichtung befindet sich in der Schlangenbader Straße 25 in Räumen der degewo.
Außerdem entstehen drei Wohnungen
für ältere Bewohner. Eröffnung ist im
Sommer 2012. Interessenten melden sich
bei der Diakonie-Station unter Tel.: 030
863927-0. Kontakt: Regine Wörmann
Gropiusstadt
Kleine Geister ganz groß
Die „Zeitgeisterwerkstatt“ lädt kleine
und große Kinder von 6 bis 12 Jahren
zum Spielen und Lernen unter pädagogischer Anleitung ein. Vorbeischauen
lohnt sich. Die kleinen Besucher können
neue Wissenwege entdecken und Gedächtnistechniken erlernen. Sie können
experimentieren oder auch jonglieren.
Bei gutem Wetter nutzen die Zeitgeister
für ihr spielerisches Lernen auch den
Abenteuerspielplatz.
Wutzkyallee 98, 12353 Berlin, Tel: 030
6616209, Mi 16–18 Uhr, außer Ferien
dern in Treppenhäusern gestohlen. Obwohl der eine oder andere Dieb bereits
durch die Polizei gefasst werden konnte,
sind immer noch weitere Vergehen zu
verzeichnen. Mieter sollten darum die
Hauseingangstüren stets verschlossen
und auf ungewöhnliche Aktivitäten von
Personen achten, die offenkundig fremd
sind oder die ungewöhnliche Demontagetätigkeiten ausführen. Entsprechende
Hinweise nimmt die Polizei oder der
zuständige Hausmeister entgegen.
Kreuzberg
EMMA kommt zu Besuch
Marzahn
Metalldieben auf der Spur
Collage: So sieht Ursula Strozynski eine
Andalusische Straße
8
stadtleben 1/2012
Nicht nur Gold und Silber sind begehrt. Auch andere Metalle gehören
zur begehrten Diebesbeute. So werden
derzeit verstärkt in Wohnhäusern die
Verschlusskappen von Türen und Gelän-
Mitte
Bibliothek kostenlos nutzen
EMMAs erste Hoftour im Mariannenquartier heißt „Das große Bauen“ und
läuft vom 19. bis 21. April. EMMA ist
eine fahrbahre, lange Tafel mit verschiedenen Funktionen – einem Kino
oder einem DJ-Pult, das auch als Küche
verwendet werden kann. Das Gefährt
zieht von Hof zu Hof und bildet den
Ausgangspunkt für insgesamt sieben
Veranstaltungen (gemeinsames Kochen,
Fußballparcours, Workshops, Nachbarschaftsfeste). Zwei Jahre lang wird
das Künstlerkollektiv raumlaborberlin
gemeinsam mit Anwohnern aus dem
Mariannenquartier an EMMA bauen.
Im Quartier ansässige Institutionen und
Akteure können sich beteiligen.
Weitere Infos unter: www.qm-mariannenplatz.de und www.raumlabor.net
gemeinsames werk: Anwohner aus
dem Mariannenkietz bauen EMMA
Die degewo verlängert die Kooperation mit der Hugo-Heimann-Bibliothek.
degewo-Mieter, die im Brunnenviertel
wohnen, erhalten einen kostenlosen
Jahresausweis der Öffentlichen Bibliotheken Berlin. Entsprechende Coupons
gibt es unter Vorlage des Mietvertrages
im Kundenzentrum Nord und in der
Hugo-Heimann-Bibliothek.
Swinemünder Straße 80, 13355 Berlin
Tel. 030 901845685, Mo: 13–19.30 Uhr,
Di, Mi, Do: 12–18 Uhr, Fr: 13–19.30 Uhr,
Kundenzentrum Nord, Brunnnenstraße
128, 13555 Berlin, Tel.: 030 26485-2388
Berlin
stadtleben erhält Auszeichnung
Fotos: Ursula Strozynski, raumlabor, Pablo Castagnola, KircherBurkhardt
Berlin
Verantwortung für die Stadt
Fit im Kiez:
Miriam Genschow
lockt die Frauen
aus der Umgebung
mit Fachkompetenz
und modernen
Trainingsangeboten
in ihr Sportstudio
Das Magazin stadtleben gehört zu den
besten Publikationen im Corporate
Media-Bereich 2011. Zu dieser Einschätzung kam die Jury des 2. Internationalen Corporate Media Award (ICMA) und
verlieh KircherBurkhardt als betreuender Agentur für diese Publikation den
Award of Excellence. Am Wettbewerb
nahmen 214 Publikationen aus zahlreichen Ländern teil.
Marzahn,
Aus den Pumps in
die Sportschuhe
Das Sportstudio Lady fitness setzt seit 15 Jahren auf
Professionalität und persönliche Atmosphäre. Die Kundinnen
danken das mit jahrelanger Treue.
S
teffi stürmt ein wenig zu spät in den Kursraum, Dagmar soll am Ruderzug
gerade sitzen: Im Lady Fitness am Helene-Weigel-Platz mit seinem Sportund Wellnessbereich geht es fast familiär zu. Inhaberin Miriam Genschow
kennt ihre Kundinnen, man duzt sich. Diese Verbindlichkeit sei ihr wichtig, sagt
sie. „Die Frauen kommen, weil sie hier unter sich sind und gut betreut werden“,
weiß die diplomierte Sportwissenschaftlerin, Trainerin, Ausbilderin und Ernährungsberaterin. Das sei auch an der geringen Fluktuation zu sehen. „Wer einmal
dabei ist, geht so schnell nicht wieder.“ Das liegt an der Atmosphäre und dem
Studio-Angebot. So sind die Geräte auf die weibliche Anatomie ausgerichtet und
die Standardkurse zu Muskelaufbau, Ausdauer und Koordination werden durch
Yoga- und Tanzkurse ergänzt. „Wir arbeiten sogar mit Detlef D! Soost zusammen“,
sagt die 48-Jährige. In den wöchentlichen Trainingsplan hat sie zudem Reha-Gymnastik aufgenommen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Genau, die Kosten. Die Mitgliedsbeiträge sind ehrlich! Miriam Genschow spricht
von einer Fairnessgarantie: „Hier muss keiner für die Dusche extra zahlen.“
Lady Fitness, Helene-Weigel-Platz 13, 12681 Berlin, Tel: 030 5410000,
www.ladyfitness-berlin.de, Mo–Fr: 10–2 Uhr, Sa/So: 10–17 Uhr, kostenloses
Probetraining nach Anmeldung
1/2012 stadtleben
9
tür an tür
Kunst, die um die
Ecke geht
Vanessa Henn liebt Geländer und Gitter. In ihrem Atelier gibt
sie diesen funktionalen Dingen einen anderen Sinn.
[ Text ] Dora Sander [ Foto] Max Lautenschläger
E
in Treppengeländer ist zum Festhalten da.
Eigentlich. Aber für Vanessa Henn sind Handläufe mehr als funktionale Alltagshilfen. Sie
macht daraus Kunstwerke. Da sehen gedrechselte Teile aus Altbautreppenhäusern wie Hörner aus; Abschnitte von Flachstahlhandläufen folgen auf
einmal einer ovalen Form und haben keinen Anfang und
kein Ende. „Wenn ein unspektakulärer, vertrauter Gegenstand plötzlich in einem anderen Kontext steht, irritiert das
den Betrachter“, sagt die 41-jährige Künstlerin. „Die Leute
suchen nach einer Erklärung, einer Interpretation für sich.“
Mit den verschiedensten Ergebnissen, wie die Reaktionen
auf Henns Ausstellungsstücke im öffentlichen Raum zeigen. Die Einen schauen aus der Ferne, andere müssen anfassen. Wie die Installation, die Henn aus
Handläufen zu einer über zwei Meter hohen und über sieben Meter langen Achterbahn zusammengefügt hat. Darauf
turnten sogar die Kinder. „Ist doch
toll, wenn meine Kunst zum Berühren einlädt“, freut sich Henn.
Metamorphose:
In ihrem Atelier im
Wedding formt Vanessa
Henn Geländer und
Gitter zu neuen Kunstwerken
Neue BEstimmung:
„Eins zu Eins“ heißt das
Kunstwerk aus Holz aus
dem Jahr 2007
Die Ausstellung läuft vom 30. März bis 5. Mai in der Galerie
Hubert Schwarz in Greifswald, www.galerie-schwarz.de
10
stadtleben 1/2012
1/2012 stadtleben
Foto: Vanessa Henn
Es sind die unscheinbaren,
zweckdienlichen Gegenstände, die
die Wahlberlinerin mit schwäbischen
Wurzeln inspirieren: Absperrgitter,
Wegweiser, Ballettstangen, Geländer.
Fündig wird sie auf ihren Streifzügen
durch die Stadt. Ort des kreativen Schaffens ist das Atelier in der Exerzierstraße.
Seit fünf Jahren gibt Vanessa Henn hier
– in einem Gewerberaum der degewo
– Dingen, Gebilden und Themen eine
neue Bedeutung. „Im Sommer, wenn die
Tür offen ist, schauen die Leute schon
mal rein und fragen, was ich da mache“, sagt sie. Meistens
würden sie aber nur die Modelle sehen, Vorläufer der
späteren Skulpturen oder Installationen. Die eigentlichen
Kunstwerke stehen und hängen in Galerien in London,
Stuttgart und Greifswald. Berlin entgeht was.
11
titelthema
BLINDTEXT TITEL
Eltern haften für
ihre Kinder
GroSSe
Gemeinschaft:
Torsten und Diana
Nadler versuchen,
jedem ihrer vier
Kinder eine individuelle Freizeitbeschäftigung zu
ermöglichen
Bildung und eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung sind für die geistige und soziale
Entwicklung des Nachwuchses fundamental. Das weiß eigentlich jeder. Dennoch gibt es viele
Familien, die kaum etwas miteinander unternehmen. Es liegt am Geld, sagen sie.
Das aber ist nur die halbe Wahrheit.
[Text ] Linda-Luise Bickenbach [Fotos] Annette Hauschild
T
orsten Nadler ist Vater von sechs Kindern. „Ich kann meinen
Kindern kein Auto zum 18. Geburtstag schenken“, sagt der
40-Jährige, „aber ich kann ihnen etwas anderes auf den Weg
geben.“ Für den gelernten Luftfahrzeugmechaniker und seine vier Jahre jüngere Frau Diana steht die Familie an erster
Stelle. Um allen sechs Kindern zwischen 4 und 19 Jahren ihre Hobbys zu
ermöglichen, reißen sich die Eltern ein Bein aus: Bastelgruppe, Tanzverein, Musikunterricht, Fußballverein, Musicaltheater. Jedes Kind hat sein
eigenes Freizeitprogramm.
Für die Großfamilie, die in einer 5-Zimmer-Wohnung der degewo in
Marzahn lebt, ist das ein finanzieller Kraftakt. Seinen Beruf kann Vater
Torsten wegen eines körperlichen Handicaps nicht mehr ausüben; er arbeitet jetzt als Zusteller im Apothekendienst. Mutter Diana hat ihre Ausbildung zur Pflege- und Betreuungsassistentin abgeschlossen und einen Job
in Aussicht. Trotzdem muss sie zu Hause bleiben; die beiden Jüngsten –
4-jährige Zwillinge – haben keinen Kindergartenplatz bekommen. Gejammert wird nicht: „Wir haben es immer geschafft, allen Kindern ihre Frei-
zeitaktivitäten zu ermöglichen. Sogar, als wir noch
Hartz IV bekommen haben,“ erzählt der Vater. Die
Kinder, so seine feste Überzeugung, sollen lernen,
dass es mehr gibt als ein Leben zwischen Wohnung
und Spielplatz.
Da ist zum Beispiel die 11-jährige Jasmin, das
dritte Kind der Familie. Seit einem Jahr gehört sie
zum Ensemble des „KinderMusical Theater e.V.“ in
Berlin-Mitte. Zusammen mit anderen Kindern und
Jugendlichen wird sie in den Fächern Schauspiel,
Tanz und Gesang unterrichtet. Die Ausbilder sind
professionelle Hochschullehrer mit jahrelanger
Theater- und Bühnenerfahrung. „Jasmin sollte etwas machen, das ihr liegt und das Hand und Fuß
hat“, sagt Vater Torsten. Zwei Mal pro Woche ist
Training, kurz vor den Aufführungen bis zu vier Mal
die Woche.
Freizeitaktivitäten wie diese
stärken die Persönlichkeit, davon
sind die Nadlers überzeugt. Jasmin
ist ein aufgewecktes Mädchen, die
Gruppenarbeit tut ihr gut. Verständnisvoller sei sie geworden,
hilfsbereiter, fröhlicher. Und sie
habe gelernt, Ziele zu verfolgen,
Schritt für Schritt – genau wie >
»Wir haben unseren Kindern
ihre Freizeitaktivitäten ermög­
licht, auch als wir noch Hartz IV
hatten.« Torsten Nadler, Vater von sechs Kindern
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stadtleben 1/2012
Fotos: xxxxxxxxxxxx
Trainingsende:
Jasmin zeigt ihrem
Vater neue Choreographie-Elemente
Probe: Die 11-jährige Jasmin gehört
seit einem Jahr zum Ensemble des
KinderMusical Theater e.V. Zweimal
in der Woche geht sie zum Training
1/2012 stadtleben
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Wissen macht SpaSS – Zeig mir die welt
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Miteinander lernen: In der
Kita üben die „Kleinen Helden“,
wie der Tisch gedeckt wird.
Die Größeren helfen den Kleinen
terhalb der Armutsgrenze, das ist jedes dritte Kind – mehr
als 30 Prozent. Mit dieser Quote liegt die Hauptstadt an der
Spitze aller Bundesländer. Der Grund: Berlin hat die meisten Langzeitarbeitslosen und eine ständig steigende Zahl
von Alleinerziehenden mit Hartz IV-Anspruch. Auf der Internetseite des Kinderschutzbundes heißt es: „Arme Kinder
haben geringere Bildungschancen, können an kulturellen
und sozialen Veranstaltungen kaum teilnehmen und sind
stärkeren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Die Familien leben oft aus Scham isoliert.“ Aber bedeutet eine knappe
Familienkasse tatsächlich automatisch die soziale Isolation?
Ist nicht in gleichem Maße die Einstellung und das Engagement der Eltern ausschlaggebend für das Wohl und Wehe der
Kinder?
»Wenn das Kind oben auf
der Liste steht, kriegen die
Eltern alles hin, sogar als
Hartz IV-Empfänger.«
Dagmar Ehlers, Leiterin der Kita „Kleine Helden“
Fürs Kindeswohl:
Dagmar Ehlers möchte
Eltern mit verschiedenen Hintergründen
zusammenbringen
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stadtleben 1/2012
Dagmar Ehlers, Leiterin der Kita „Kleine Helden
Köpenick gGmbH“ – ebenfalls Mietpartner der degewo – kennt
das Problem. Seit 1978 ist sie in verschiedenen Bereichen der
Kinder- und Jugendhilfe tätig. In manchen Familien seien die
Malen mit den händen: Kreativ
Sorgen
so übermächtig, dass für die Kinder keine Kraft bleibe.
sein heißt auch, sich auszuprobieren und
Arbeitslosigkeit, Alkohol, Beziehungsstress, labile Strukturen:
ungewöhnliche Dinge zu tun
Jene Kinder, die nicht mal eine Kita besuchen, seien das größte
Problem unserer Gesellschaft. Sie fallen durchs Betreuungsraster.
> später im richtigen Leben: „Wir wollen unseren
Dennoch hat die 53-jährige Berlinerin eine differenziertere Sicht auf
Kindern beibringen, sich nicht hängen zu lassen,
die Dinge. Ob Kinder von ihren Eltern gefördert werden oder nicht, sei keikreativ zu sein, Lust auf Ausbildung und Beruf zu
ne Frage des Einkommens. Sie kennt Eltern ohne Job und Schulabschluss,
entwickeln, statt auf den Staat zu zählen.“
die alles dafür tun, ihren Nachwuchs zum Schwimmunterricht oder MuJasmins Musical-Vorstellungen machen der
sizieren zu schicken. Und sie kennt gut betuchte Haushalte, die ihren Kinganzen Familie Spaß: Die Geschwister sitzen im
dern kein einziges Freizeitangebot ermöglichen. Woran das liegt? „Jeder
Publikum, die Eltern helfen beim Bühnenbau und
Mensch hat eine Prioritätenliste“, sagt sie. „Wenn das Kind oben auf der
Schminken. Alle sind stolz auf Jasmin, und Jasmin
Liste steht, kriegen die Eltern alles hin, sogar als Hartz IV-Empfänger.“
ist stolz auf sich selbst.
Hilfsangebote, die es für diese Menschen besonders in Berlin zahlreich
Klar, dass die Nadlers das gleiche Engagement
gibt, müssten nur gut sichtbar und wiederholt kommuniziert werden.
in ihre anderen fünf Kinder stecken. Von Bastelkurs
In ihrer Kita „Kleine Helden“ versucht Ehlers, Familien mit verschieüber Tanzgruppe bis Sportclub, je nach individueldenen Hintergründen zusammenzubringen. Die Einen sollen von den
lem Talent: „Was bringt es uns, ein Kind im FußballAnderen lernen. Im Vorfeld werden intensive Gespräche geführt: „Wozu
verein anzumelden und nie hinzugehen, wenn es
sind die Eltern bereit, wie
spielt?“, so Vater Torsten.
können sie sich in den KitaDas Geld dafür müssen er und seine
Alltag einbringen, etwa bei
Frau mühsam zusammensparen. MinFür Schlaue Knirpse
Ausflügen oder Festen?“ Das
destens 15 Euro pro Kind fließen jeden
Das Brunnenviertel ist ein Quartier im Wandel.
Kleine-Helden-Programm ist
Monat in feste Vereinsmitgliedschaften.
Hier zeigt sich das Leben in einer modernen
bunt gemixt. MuseumsbesuBei größeren Anschaffungen wie SportGroßstadt wie unter einem Brennglas. Viele Beche stehen ebenso auf dem
ausrüstung oder Tanzkostümen helfen
wohner haben ausländische Wurzeln. Der Anteil
Plan wie Feuerwehr und Zirdie Großeltern aus. Wer das passende
von Schülern nichtdeutscher Herkunft liegt bei
kus. Dazu ein kindgerechtes
Angebot für seine Kinder finden will,
85 Prozent. Um dem Nachwuchs möglichst viele
Bewegungsangebot, Entspanmuss sich aktiv umhören. Das weiß TorsEntwicklungschancen zu eröffnen, agieren auf Ininungstechniken wie autogeten Nadler aus eigener Erfahrung: Schutiative der degewo ein Bildungs- und ein Kitavernes Training, Kinderyoga und
le, Jugendzentrum, Nachbarn, Freunde,
bund. Gemeinsames Thema ist die systematische
Sprach- und Bildungsförderung. Dem Kitaverbund
progressive MuskelentspanInternet – irgendwann komme der richgehören elf Einrichtungen an. Gemeinsam realinung. „Die ist wichtig in untige Tipp. Vor allem solle man „die Angst
sieren sie Kunst-, Sport- oder Sprachprojekte. Die
serer stressigen Zeit“, findet
ablegen, es finanziell nicht zu schaffen“,
degewo unterstützt das Sportprojekt „Kinder in
die Kita-Leiterin.
rät er Familien mit ähnlich begrenzten
Bewegung.“ Infos unter: www.degewo.de, MenüIhre Einrichtung ist klein.
Mitteln. „Die Frage ist doch: Was ist mir
punkt Unternehmen/Bildungsverbünde; QM
24 Kinder zwischen einem
wichtig? Die geistige und soziale EntBrunnenviertel-Ackerstraße, Jasmunder Str. 16,
und sechs Jahren, dazu fünf
wicklung, die Ausbildung meines KinTel. 030 40007322, www.brunnenviertel-ackerErzieherinnen und ein Prakdes, oder dass ich eine Schachtel Zigaretstrasse.de oder QM Brunnenviertel-Brunnenstratikant. Man ist nah dran an
ten auf dem Tisch habe?“
ße, Swinemünder Str. 64, Tel. 030 46069450,
den Familien. Nach Ehlers
Laut Deutschem Kinderschutzbund
www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de
Erfahrung sind viele Eltern >
leben in Berlin rund 170.000 Kinder un1/2012 stadtleben
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titelthema
Familie Gündüz, die in einer
3-Zimmerdegewo-Wohnung in der Gropiusstadt lebt, weiß
aus eigener Erfahrung, dass die Kleinsten ohne das
Engagement der Eltern auf der Strecke bleiben:
Das erste Wort, mit dem der fünfjährige Sohn aus
der Kita kam, war „Ausländer“. Für die Eltern läuteten alle Alarmglocken. Sie erkundigten sich nach
alternativen Einrichtungen und stießen auf den
Energietransfer:
Arzu und Nazim Gündüz
setzen auf eine abwechslungsreiche Freizeit
„Kinderladen“ in Neukölln, sieben U-Bahnstationen entfernt. Der elterninitiativ geführte Kindergarten vereint verschiedene Nationalitäten: Da spielen kleine Engländer mit Deutschen, ebenso wie mit türkischstämmigen
Kindern, darunter die beiden Gündüz-Kinder Levin und seine 2-jährige
Schwester Marcheline. Perfektes Deutsch, sind sich die Eltern einig, ist der
Schlüssel zur Integration.
Mutter Arzu strotzt vor Energie. Die 35-Jährige ist im Kindergarten
aktiv, geht mit ihrem Sohn zur musikalischen Früherziehung sowie zum
Sport und nutzt kostenlose degewo-Angebote wie Kochen und Basteln. Als
Mitglied des degewo-Mieterbeirats ist sie zurzeit dabei, ein Fußballturnier
für den Kiez zu organisieren. Die degewo hilft bei der Umsetzung, das
Quartiersmanagement gibt die erste Finanzspritze.
Arzu Gündüz ist in der Gropiusstadt aufgewachsen. Von ihren Eltern erhielt sie keine Freizeitangebote. „Bei uns zählten Schule und Ausbildung.
Alles, was darüber hinausging, musste ich mir erarbeiten.“ Während ihrer
Schulzeit war sie ausschließlich mit deutschen Kindern befreundet, suchte
Kontakt zu Familien, in denen sie Anregungen fand. „Meinen eigenen Kindern will ich mehr ermöglichen.“
Bei den Gündüz’ geht es fröhlich zu. Sohn Levin ist stolz, dass er schon
seinen Namen schreiben kann, obwohl er erst im nächsten Sommer eingeschult wird. Seine kleine Schwester turnt währenddessen durchs Wohnzimmer und verteilt Gummibärchen. Süßigkeiten sind die Ausnahme: Im
Kindergarten und zu Hause kommen Bio-Produkte auf den Tisch. Mutter
Arzu ist überzeugt, dass eine gesunde Ernährung genauso wichtig ist wie
ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Was sich die
Eltern für die Entwicklung ihrer Kinder wünschen? „Sie sollen ihre Kreativität ausleben, ihre Talente entdecken.“ Und
Mutter Arzu hofft, dass die beiden ein Musikinstrument lernen. Nicht zwingen, aber anbieten, lautet ihre Devise.
»Meine Kinder sollen ihre
Kreativität ausleben und
ihre Talente entdecken.«
Arzu Gündüz, Mutter zweier Kinder
stadtleben 1/2012
Jährlich gibt die JugendKulturService gGmbH den Berliner FamilienPass geraus. Er enthält
Angebote, durch die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Kultur und Stadt günstiger erleben
können. Geschäftsführer Gunnar Güldner sagt, was man mit dem Pass alles machen kann.
[Interview ] Michaela HArnisch
Seit wann gibt es den FamilienPass
und wer sind die Initiatoren?
Die Idee ist inzwischen 13 Jahre alt
und kommt vom Jugendkulturservice.
Unterstützt werden wir von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend
und Wissenschaft. Wir wollen ganz
speziell die gemeinsame Familienaktivität fördern. Eltern oder Großeltern
sollen mit ihrem Nachwuchs etwas
gemeinsam unternehmen. Berlin ist
so bunt und will immer wieder entdeckt werden. Wir geben ihnen mit
dem Pass die Möglichkeit dazu.
Welche Vorteile haben die Berliner
durch den FamilienPass?
Sie können durch uns sehr viel Kultur
erleben. Und zwar zu wirklich familienfreundlichen Preisen. Teilweise ist
es sogar so, dass die Eltern bezahlen
und die Kinder kostenlos reinkommen. Oder wir fördern den Besuch in
den Bädern der Berliner Bäderbetriebe durch ermäßigte Eintrittspreise.
Expertin in Sachen Nachwuchsförderung und Integration ist Beyhan Yahsi. Sie wohnt mit Mann und zwei Kindern ebenfalls in der Gropiusstadt und gehört zum degewoMieterbeirat. Mit der Schwangerschaft ihres ersten Kindes
stellte die studierte IT-Spezialistin fest, dass es unzählige
Mutter-Kind-Angebote gibt: Stillkurse, Baby-Schwimmen,
Krabbelgruppe, Kinderturnen. Das Problem: Die meisten
Eltern wissen gar nicht, dass diese Kurse existieren. „In fast
allen Gruppen war ich die einzige Ausländerin“, erzählt
Beyhan Yahsi – und wurde aktiv. Die quirlige 40-jährige
gründete ein von der degewo unterstütztes Frauenfrühstück, um Themen wie Erziehung oder Gesundheit zu diskutieren. Ehrenamtlich, versteht sich.
Doch Mund-zu-Mund-Propaganda reiche nicht aus, um
Familien mit wenig Außenkontakten zu mobilisieren. Beyhan Yahsi hat einen anderen Vorschlag: Hebammen, Kinderärzte, Kitas und Schulen sollten den Eltern handfeste
Tipps für kostenlose Kursangebote in der Nähe geben.
Eine Internetseite mit gesammelten Angeboten für
Gropiusstadt wäre ebenfalls hilfreich: „Dann könnte man
vielleicht auch jene Eltern erreichen, die allein ein wenig
unbeholfen sind.“
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Mit Kind und Kegel auf Entdeckertour
Wie weist sich dann die Familie aus?
Auf der letzten Seite des Passes tragen die Eltern ihre Namen und den
der Kinder ein. Wir raten immer dazu,
den ganzen Pass – mindestens aber
die heraustrennbare Familienkarte
– dabei zu haben. Dann gibt es keine
Probleme, wenn jemand die Kinder
nachzählen möchte.
Foto: JugendKulturService gGmbH
> an zusätzlichen Aktivitäten interessiert, scheitern
aber oft, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Es fehlt eine zentrale Stelle, die einen
Überblick über günstige Angebote bietet. Die Vereine seien nicht präsent. „Eltern müssten mit einem
Anruf erfahren können: Aha, in Köpenick gibt’s den
Sportverein, den Schwimmverein, die Musikschule.“ Und noch etwas liegt Dagmar Ehlers am Herzen:
Kinder unter sechs Jahren haben kaum die Chance,
einem Verein beizutreten. Sie sind einfach zu jung.
„Viele meiner drei- und vierjährigen Mädels würden gerne tanzen, doch fast alle Kurse sind erst ab
sechs Jahren. Das gleiche gilt für Jungs, die mit vier,
fünf Jahren Fußball spielen wollen, aber in kaum
einer Mannschaft aufgenommen werden.“
Wissen macht SpaSS – Zeig mir die Welt
Worauf liegt der Schwerpunkt bei
diesen Angeboten?
Der Pass ist geteilt und das unterscheidet uns auch von anderen Rabattheften. Wir haben im vorderen Teil 260
individuelle Angebote. Das sind einmalig oder mehrfach nutzbare Bons,
die eine Ermäßigung für die Familie
gewähren. Die kann man eigentlich
einlösen, wann man will. Und im
zweiten Teil – das ist uns sehr wichtig
– befinden sich 165 Verlosungen. Die
Und wenn sie die Erfahrungen dann
noch mit ihren Eltern oder Großeltern
machen können, gibt’s eine Menge zu
erzählen.
Das ist doch großartig. Die Familien
haben gemeinsame Zeit miteinander
verbracht und sie schließen neue
Bekanntschaften. Sie lernen durch die
Angebote andere Familien kennen,
das heißt, sie schauen wirklich über
ihren eigenen Freundeskreis oder
Tellerrand hinaus. Wir haben schon
so manche Rückmeldung bekommen,
in der es heißt: Das war total Klasse.
Es waren viele nette Leute dabei.
Initiator: Gunnar Güldner lädt
Familien zur gemeinsamen Freizeit ein
Familien müssen den Verlosungsbon
nur rechtzeitig bei uns einschicken
und wenn sie gewonnen haben, brauchen sie sich um nichts zu kümmern.
Wir organisieren den Ausflug und
die gesamte Betreuung. Wie bei dem
Ganztagesausflug ins Legoland nach
Dänemark. Wir organisieren den
gesamten Tag und die Familien brauchen keinen Cent zu bezahlen, weil
wir das alles für sie übernehmen.
Warum ist es denn aus Ihrer Sicht so
wichtig, dass die Kinder sich an der
Kultur und am Stadtleben beteiligen?
Kinder sind sehr lernbegierig, sie
wollen viele Sachen wissen und wenn
das nicht durch neue Eindrücke oder
Erlebnisse gefördert wird, dann bleibt
die geistige Entwicklung auf der
Strecke. Darum ist es unerlässlich,
dass sie immer wieder neue Anregungen bekommen. Erst durch viele neue
Erfahrungen können sie sich selber
reflektieren und dann später auch
wirklich erkennen, wo ihr eigener
Wille ist, ihre eigenen Stärken und
Fähigkeiten sind. Aber natürlich auch,
wo ihre eigenen Schwächen liegen.
Gibt es für Familien, die staatliche
Leistungen erhalten, weitere Vorteile?
Der Pass kostet sechs Euro und ist
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember
eines Jahres gültig. Das sind 50 Cent
pro Monat. Weiter können wir mit
dem Preis nicht runtergehen. Es
gibt aber eine Lösung: Familien, die
beispielsweise Hartz IV bekommen,
legen die entsprechende Bescheinigung und den FamilienPass beim
JugendKulturService oder den
Bürgerämtern vor. Anschließend
bekommen sie einen Kundenstempel,
mit dem sie ein 5-Euro-Monatsticket
für ihre Kinder im BVG-Kundencenter
erhalten. Zudem haben wir bei den
Verlosungen ein extra Kontingent für
Familien mit geringem Einkommen.
Darunter fällt auch ein kostenloser
Schwimmkurs in den Sommerferien.
Den Berliner FamilienPass kann jede
Berliner Familie erwerben. Eine Bestellung ist unter jugendkulturservice.
de möglich. Außerdem liegt er in allen
Berliner Filialen von Getränke Hoffmann, in Bibliotheken und Bürgerämtern, beim JugendKulturService und
vielen weiteren Verkaufsstellen bereit.
Er kostet 6 Euro und gilt das gesamte
Kalenderjahr.
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wohnen und leben
wohnen und leben
gespräche: Bettina Jeschke geht
mit Hausmeister Frank Marten
einen Bewertungsbogen durch (oben).
Stefan Schönrock tauscht sich mit
Reiniger Sebastian Knorr aus
Alles dabei: Schlüssel, Tabellen,
Mobiltelefon „und gesunder Menschenverstand“, wie Stefan Schönrock sagt
Vertrauen ist gut,
nachprüfen ist besser
Hinter den Kulissen
Teil 1
Unterwegs in den Quartieren: Bettina Jeschke und Stefan Schönrock überprüfen die Arbeit
der Reiniger, Hausmeister und Grünpfleger in allen degewo-Objekten. Das Wort Kontrolleur hören
sie trotzdem nicht so gern, denn für sie steht der Dialog an erster Stelle.
[ Text] andreas Lang [Fotos] Pablo Castagnola
B
ettina Jeschke steht vor einem Hauseingang in der Graunstraße und zieht einen großen, mit farbigen Anhängern bestückten
Schlüsselbund aus der Jackentasche. Sie muss etwas suchen,
bis sie den passenden Schlüssel gefunden hat. Schwungvoll
öffnet Jeschke die Tür – „kann losgehen!“ Die 51-Jährige ist
mit Stefan Schönrock im Brunnenviertel unterwegs. Monika Strack-Domachowski vervollständigt das Team im Qualitätsmanagement Hausdienstleistungen. Seit drei Jahren touren sie täglich durch Berlin, überprüfen die
Arbeitsqualität von einem Dutzend degewo-Dienstleistern: Hausmeister,
Grünpfleger, Gebäudereiniger und Räumdienste.
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stadtleben 1/2012
„Zuerst schaue ich immer, ob die Lampen funktionieren“, sagt Schönrock beim Betreten des Hauses.
Zielstrebig wandert der Blick des 46-Jährigen umher. Kollegin Jeschke geht zum Aushang-Kasten.
Zufrieden stellt sie fest, dass die Reiniger schon
da waren: „Wir überwachen nicht ihre Arbeit, wir
schauen uns nur das Ergebnis an.“ Unangekündigt,
versteht sich. Wann was zu reinigen ist, steht in den
unzähligen Tabellen, die sich in ihrer Aktenkladde
stapeln. „Unsere Bibel“, witzelt Schönrock.
Bestand so gut wie wir“, sagt er. Die
Mieter wüssten meist gar nicht, dass
kontrolliert wird, erzählt Schönrock.
„Und für die Dienstleister waren wir
anfangs nur die Kontrollettis.“ Doch
das habe sich zum Glück gewandelt.
„Wir suchen immer den Dialog, gehen auch mal mit den Dienstleistern
oder Kundencentern in die Wohnanlagen.“ Inzwischen sehe man ihre Arbeit als Hilfe an. Weiter geht’s in eine
Tiefgarage in der Wolliner Straße.
Schnell wird klar: Hier war schon länger kein Reiniger mehr. ZigarettenSchnurstracks marschieren beide die Treppen hoch.
kippen liegen herum, Wollmäuse hängen in den Ecken. „Sauberkeit hat
Immer im Blick: Stufen, Handläufe, Scheuerleisten,
viel mit Sicherheitsempfinden zu tun”, erklärt Schönrock. Bettina Jeschke
Fenster. „Alles sauber“, so das Zwischenfazit im
füllt den Bewertungsbogen aus – nur wenige Minuten später wird der zu2. Stock. Doch: Auf der obersten Treppe liegt eine
ständige Hausmeister Bescheid wissen. Denn sie nutzt einen Spezialstift,
Staubschicht. „Hier war seit zwei Wochen kein Reieine Art dicken Füller mit integrierter Kamera. Diese zeichnet alles auf,
niger mehr“, sagt Jeschke und vermerkt es auf einem
was Jeschke auf dem Papier vermerkt. Das fertige Protokoll sendet sie über
Bewertungsbogen.
die Bluetooth-Verbindung ihres Handys an den Dienstleister. In diesem
Wieder unten angelangt, schauen sich bei- Fall an das Hausmeister-Büro in der Swinemünder Straße.
Als Schönrock und Jeschke dort wenig später eintreffen, hat Teamde das Wohnumfeld an, also Grünanlagen, Mülltonleiter Peter Hoffmann den Bewertungsbogen längst gelesen. „Das arbeinen, Wege, Spielplätze – das Metier des Hausmeisten wir nach“, sagt er. Ob er das als Schikane empfinde? „Nein, eher als
ters. Schönrock erblickt ein Papier im Gebüsch. „Ob
Unterstützung“, so Hoffmann. Er und
ich das jetzt notiere, ist mein Ermessensspielraum“,
Schönrock stimmen überein, dass die
Ihre Mein
sagt er, zögert kurz, greift das
ist gefr ung
Qualität besser geworden sei in den
Papier und wirft es in die Müllagt
Wo arbeitet der
vergangenen Jahren. Für Schönrock
tonne. „Wir suchen nicht gezielt
beste hausmeister?
sind die Hausmeister das wichtige Binnach Fehlern, es geht um den Gedeglied zu den anderen Dienstleistern.
samteindruck.“ Und der sei hier,
Die degewo legt großen Wert auf Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit in ihren
Stefan Schönrock und Bettina Jeschke
bis auf die oberste Treppe, sehr
Beständen. In allen Vierteln sorgen Hausmachen sich auf den Weg. Ihr Arbeitstag
gut. Eine Viertelstunde, länger
meister dafür. Die degewo will wissen, wer
ist noch lange nicht zu Ende. Inzwischen
brauchen die beiden in der Regel
der beste ist und wo er arbeitet. Füllen
regnet es. „Wir sind bei Wind und Wetnicht für ein Haus. „Viel Routine“,
Sie die Karte auf der letzten Seite der
ter unterwegs“, sagt Jeschke fröstelnd und
so Schönrock. Kein Wunder bei
stadtleben aus, schicken Sie diese ab
greift wieder nach ihrem großen Schlüsselinsgesamt 4.500 degewo-Aufgänund nehmen Sie am Gewinnspiel teil.
bund.
gen. „Keine Abteilung kennt den
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wohnen und leben
wohnen und leben
E
in Spielplatz ist ein kommunikativer
Ort. Hier begegnen sich Kinder und
Eltern. Schaukel, Rutsche, Wippe – die
Klassiker auf dem Spielplatz trainieren
Selbstvertrauen, Mut und Körpergefühl. Und der Sandkasten ist ein perfekter Ort, um
Freundschaften zu schließen.
austoben:
Kletter­spaß bei
Wind und Wetter
ist eine Weltkugel mit Erlebnisfeldern: ein Gletscher, die Wüste mit Pyramide und Palmen, sowie der Bambushain und schwankende Brücken und
Stege im Osten. Dazwischen liegen eine Fels- und Wasserlandschaft, der
Himmelssteg und das Lehmdorf Makunaima. Im Sommer herrscht hier
Hochbetrieb, wenn Kinder und Jugendliche unter Anleitung bauen und
gestalten. Ein Wasserspielplatz lockt zum Matschen und Planschen.
Tauernallee 80, 12107 Berlin,
Mo–So: 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
Outdoor
Abenteuerspielplatz Forcki
Krokodile, Riesenschildkröten und Wasser speiende
Elefanten – dazwischen toben Kinder im Planschbecken herum. Auf dem fast 4.000 Quadratmeter
großen Gelände gibt es auch genug Platz zum Ballspielen und Skateboard fahren. Im großen Buddelkasten werden Burgen gebaut und Matschgräben
angelegt. Die Kinder vergnügen sich auf Rutschen
und Schaukeln, fahren mit der Seilbahn oder turnen auf der Mini-Kletterwand. Auf dem Platz befindet sich außerdem ein pädagogisch betreuter
Abenteuer- und Bauspielplatz.
Runter vom Sofa
und rauf auf den
Kletterbaum
Forckenbeckplatz, 10247 Berlin, Tel. 030 4222221,
www.forcki.de, Mo–Mi: 13–18 Uhr; Do und Fr: 14–19 Uhr
in BErlin leben knapp 550.000 Kinder. Die können sich auf 1.800
Spielplätzen in der gesamten Stadt austoben. Ausreden gelten nicht,
denn für fast jedes Interesse gibt es ein Angebot.
Abenteuer- und Bauspielplatz „Kuhfuß“
Unzählige Angebote für kreative und handwerkliche Betätigung machen
den 3.400m² großen Platz für die Kinder zu einem einzigartigen Erlebnisraum. Aus Bauwagen und selbst gebauten Holzhütten ist ein aufregendes,
eigenwilliges Dorf entstanden. Eine überdachte Freiterrasse mit einem
winterfesten Gruppenraum laden zum Kochen und Backen ein. Die Kleinen können im Sandkasten buddeln, wippen oder schaukeln. Es gibt ein
Klettergerüst und ein Piratenschiff, den „Kuhfuß-Garten“ mit Gemüse und
Kräutern aus eigenem Anbau. Aus der Holz- und Kreativwerkstatt kommen Tassen für die Teerunde oder Kaninchenställe und Vogelhäuschen
für den Kleintierbereich. Was entsteht, entscheiden die Kinder selbst.
Karl-Kunger-Str. 29, 12435 Berlin, Tel: 030 53699069, www.kinderring-berlin.de.
Für Schulklassen nach Terminabsprache ab 10 Uhr, an den Wochenenden nach Absprache
Indoor
Pippi Langstrumpf Spielplatz
Wohl jedes Kind möchte mal so sein wie Pippi
Langstrumpf: frech und außer Rand und Band.
Am Theodor-Loos-Weg in der südlichen Gropiusstadt gibt es einen 6.000 m² großen Spielplatz,
auf dem die Villa Kunterbunt, ein Limonadenbaum und ein Balancierparcours mit geschnitzten Figuren zum Toben verlocken.
Das „Taka-Tuka-Land“ mit einer Fischerhütte und ein Mangrovenwald sind über
eine Wasserspiellandschaft mit Stegen
zu
er- reichen. Ältere tummeln sich auf dem
Bolzplatz und nutzen Tischtennisplatten oder das
Trampolin. Im Eingangsbereich lädt eine Liegewiese zum Kräfte sammeln ein.
[ Text ] Catrin Ehlert
Theodor-Loos-Weg 14, 12353 Berlin
Kinderbauernhof im Görlitzer Park
Der Ort ist für viele Kinder Spielplatz und Freizeittreffpunkt. Hier lernen sie den Umgang mit Tieren
und Pflanzen und die Kinder dürfen bei der Pflege
von Schafen und Hühnern helfen. Auf dem Gelände
befinden sich ein Spielhaus, ein Nachbarschaftsgarten und ein Wasserspielplatz. Es gibt ein Kinderplenum, Mädchen- und Jungengruppen, eine Kaninchen- und eine Esel-AG, eine Fahrradwerkstatt und
Kinderbands. Samstags wird gemeinsam gekocht.
Um Anmeldung wird gebeten.
Foto: F1online
10999 Berlin, Wiener Str. 59b, Tel. 030 6117424,
www.kinderbauernhofberlin.de
Spiellandschaft im Britzer Garten
Auf dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau lässt es sich wunderbar klettern und toben.
Das Zentrum der Spiellandschaft im Britzer Garten
Bambooland Berlin
Auf Hängebrücken und in Netzen können die Kinder hier ihre Geschicklichkeit testen. Für die verschiedenen Altersgruppen sind unterschiedliche Kletterbereiche vorgesehen. Kleinkinder sind in einem separaten
Kleinkindbereich gut aufgehoben. Es gibt eine 4er-Trampolinanlage, ein
Multisportfeld, mehrere aufblasbare Hüpfburgen, Airhockey, Bagger,
ein Kinderkarussell, eine Kinderdisco und eine Elektro-Kartbahn. Wer es
kreativ mag, besucht einen der Bastel- und Malkurse.
Goerzallee 218, 14167 Berlin, Tel: 030 86203888, Mail: info@bamboo-land.de,
www.bamboo-land.de, täglich 10–19 Uhr, Sa und So 10–20 Uhr
Tommys Tobewelt Berlin
Hier finden Kids alles unter einem Dach: Hüpfburgen, Kletter-Labyrinth
mit Riesen- und Korkenzieherrutsche. Jeden Donnerstag versammeln sich
die ganz Kleinen und ihre Eltern zum Krabbelfrühstück. Der Höhepunkt
in diesem Indoor-Spielplatz ist „Tommys lange Tobenacht“: Einen ganzen
Abend lang dürfen angemeldete Kinder nach Herzenslust spielen, toben
und klettern. Und wenn dann wirklich alle müde sind, sucht sich jeder gemeinsam mit den Betreuern einen Schlafplatz. Nach einem gemeinsamen
Frühstück geht es am nächsten Morgen wieder nach Hause. Die Termine
für die langen Tobenächte sind auf der Webseite angekündigt.
Roelckestraße 106, 13088 Berlin, Tel: 030 92093056, Mail: info@tobewelt.de,
www.tommys-tobewelt.de, Mo–Fr: 13–19 Uhr; Sa und So 10–19 Uhr
Kletterwald Wuhlheide
Der erste Kletterwald Berlins liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum
FEZ. Auf dem etwa ein Hektar großen Waldareal gibt es 75 Kletterelemente in vier verschiedenen Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Anfänger klettern in etwa zwei Metern Höhe, Fortgeschrittene in zehn Metern. Über Wackelbrücken oder Seilbahnen und sogar
mit Skateboards gelangt man von Baum zu Baum. In bis zu zehn Metern
Höhe kann eine zweistündige Klettertour unternommen werden. Zu den
besonderen Attraktionen gehört der Tarzansprung.
An der Wuhlheide 199, 12459 Berlin, Tel. 030 30135267, www.kletterwald-wuhlheide.de,
Di, Fr, Sa und So 10–18 bzw. 19 Uhr, Ferien täglich 9.30–19.30 Uhr
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Wohnen und leben
R atgeber
Auf der sicheren Seite
Sie haben Fragen rund ums Wohnen? Wir wollen Ihnen mit Rat und
Tat zur Seite stehen. Zu Themen wie Sicherheit im Haushalt, Energiesparen,
Grünpflege oder Betriebskosten: Fragen Sie einfach unsere Experten!
Der direkte Draht
Sortieren Sie, das spart Ihnen
Geld und schützt die Umwelt!
Das persönliche Verhalten bei der Müllentsorgung
beeinflusst die Betriebskosten.
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stadtleben 1/2012
Hausmüll
Papier
Biogut
Leichtverpackungen
Müllanteile, die in Berlin im Jahr 2009 eingesammelt
und verwertet wurden. Angaben pro Einwohner.
Altglas
Quelle: Berliner Stadtreinigungsbetriebe
Müll trennen mit System – Betriebskosten sparen
Foto: degewo Grafik: KircherBurkhardt Infografik
Die Abfallentsorgung
land bereits Wohnviertel,
in Deutschland ist in
in denen Haushalte nicht
Bewegung. Sicherlich
mehr als 8,3 Liter Restmüll
haben Sie in den Mediwöchentlich produzieren.
en im vergangenen Jahr
Das entspricht in etwa eivom „Müllkrieg“ oder
ner großen Einkaufstüte
„Streit um die Wertstofgefüllt mit Müll. Pro Wofe“ gehört. Was steckt
che. Denn wenn man wirkdahinter? Eigentlich der Joachim Deichert, lich beginnt zu trennen,
Mieten und
schon seit Jahren bedann fällt nicht mehr viel
Betriebskostenkannte Grundsatz, dass
Restmüll an. Papier, Plasmanagement
Recycling und Mülltrentikverpackungen, Glas,
nung viel Geld einspart. Immer
Kunststoffe, alles das kann gewieder jedoch stelle ich in meitrennt entsorgt werden. Je mehr
nem Alltag fest, dass viele Mieter
Sie als Mieter Müll sortieren, oder
mit diesem Grundsatz nicht verandersherum, je weniger Resttraut sind. Abfall wird leider viel
müll Sie in Ihre Restmüll-Tonne
zu oft nicht richtig getrennt und in
werfen, desto geringer werden
Müllbehältern entsorgt.
Ihre Kosten, weil die heutige TonWas sollten Sie wissen? Nur die
nenanzahl auf Ihrem Müllplatz
Restmüll-Tonne sowie die Biodann schlichtweg nicht mehr beTonne sind gebührenpflichtig.
nötigt wird.
Das heißt, je mehr Graue und
Wir haben in der degewo seit
Braune Tonnen auf Ihrem Müll2008 einige Modellversuche mit
platz stehen, desto mehr zahlen
der Restmüll-Nachsortierung geSie an Betriebskosten. Die Gelbe
macht. Das Fazit war sehr erfreuTonne für Kunststoffe und Leichtlich. Die Restmüll-Kosten für den
verpackungen, die Blaue Tonne
Mieter konnten je nach Wohnanfür Papier und Kartonagen sowie
lage zwischen 12 Prozent und 35
die Grünen Tonnen für Glas sind
Prozent pro Jahr reduziert werfür alle unsere Mieter kostenlos.
den. Das entspricht dann schon
Dies ist unter anderem deshalb so,
mal schnell einem schönen Geldweil die gesammelten Materialien
betrag, den Sie jährlich bei Ihren
auf dem Weltmarkt sehr begehrt
Betriebskosten einsparen. Das
sind und in weiterverarbeiteter
Modell der Nachsortierung wird
Form einen Wiederverkaufswert
ab Frühjahr von uns ausgedehnt.
haben. Mein Ratschlag: Achten
Sie doch einmal darauf, wie viele
Haben Sie Fragen?
Ihrer Abfälle im Restmüll landen.
Dann schreiben Sie an: degewo
Das ist in den meisten Fällen gar
Marketing/Unternehmenskomnicht nötig, und könnte schon
munikation, Stichwort:
durch eine kleine Umstellung der
Der direkte Draht, Potsdamer
täglichen Gewohnheiten geänStraße 60, 10785 Berlin, oder
dert werden. Es gibt in Deutschstadtleben@degewo.de
Mülltrennung lohnt sich. Berlin hat
nach Berechnungen des Verbands
Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen mit die niedrigsten Müllgebühren vergleichbarer Großstädte
Deutschlands. Warum das so ist? Die
Müllgebühren sind umso niedriger, je
ökologischer der Entsorgungsweg ist.
Die Entsorgung über die Graue Restmülltonne ist am teuersten, gefolgt von der
Braunen Biotonne. Die Entsorgung aller
anderen Tonnen erfolgt bei der degewo
kostenlos. Darum lohnt es sich, Müll zu
trennen, und vor allem darauf zu achten,
Kunststoffe, Glas- oder Plastikflaschen
sowie Papier und Kartonagen nicht über
den Restmüll zu entsorgen, was häufig
noch in großen Mengen geschieht.
Also, wohin mit dem Müll? Restmüll gehört in die Graue Tonne, Bioabfall gehört
in die Braune Tonne, Pappe, Papier, und
Kartonagen gehören in die Blaue Tonne
und Altglas gehört im Regelfall in die
Grüne Tonne (bitte achten Sie hier auf
die Tonnenaufkleber, da häufig zwischen
Braun-, Weiß- und Grünglas unterschieden wird). Kunststoffverpackungen mit
dem Grünen Punkt gehören in die Gelbe
Tonne. Für den übrigen Müll bietet die
Berliner Stadtreinigung (BSR) verschiedene Möglichkeiten. Auf den Recyclinghöfen der BSR wird Folgendes entgegengenommen. Bis zu einer bestimmten
Menge ist das auch kostenfrei:
Sondermüll – Farben, Klebstoffe o.ä.,
Elektronikschrott – Fernseher o.ä.,
Gartenabfälle – Laub oder Baumschnitt,
Alttextilien und Schuhe.
Zur Beseitigung von Sperrmüll gibt es
zwei Möglichkeiten. Entweder, Möbel,
Matratzen, Teppiche oder Kinderwagen
werden über die Sperrmüllsammlung der
BSR entsorgt. Das ist kostenpflichtig und
dazu muss ein Termin vereinbart werden.
Oder, Mieter bringen ihren ausgedienten
Hausrat selbst auf einen der 15 Recyclinghöfe in der Stadt. Bis zu einer Menge
von zwei Kubikmeter pro Anlieferung ist
das auch kostenlos.
Möbel, Elektrogeräte oder Hausrat
– vieles was noch brauchbar ist, wird
weggeworfen. Andere würden sich
aber darüber freuen! Unter dem Motto
„Spenden statt wegwerfen“ gibt es auf
der Internetseite der BSR eine Auflistung
von Berliner Organisationen, die Sachspenden für soziale Zwecke entgegennehmen und an Bedürftige weitergeben.
Zusätzlich betreibt die BSR den Tauschund Verschenkmarkt Berlin.
Also: Weniger geht immer. Wer also
seinen Müll trennt, senkt damit aktiv die
Betriebskosten und schont den eigenen
Geldbeutel.
Kontakt:
BSR-Servicenummer 030 7592-4900
www.bsr.de
www.BSR-Verschenkmarkt.de
www.alba.info
Alba-Servicenummer 30 351 82-351
1/2012 stadtleben
23
Berliner ansichten
berliner Ansichten
Geschichte in
backstein: Das Rathaus Schmargendorf
sieht aus wie eine Burg
Mit dem Rad
ab in den
Grunewald
»Zur Uni nach Dahlem
fahre ich mit der BVG,
aber sonst bin ich mit
dem Rad unterwegs.«
Es gibt Ecken in Berlin, dort ist man mit dem Rad
verloren. Im westlichen Teil von CharlottenburgWilmersdorf hingegen können Pedalenritter das
Fahren genießen und dabei Einiges erleben.
[ Text ] Michaela Harnisch [Fotos] Pablo Castagnola
stadtleben:
Bei Feinkost„Antonello“ gibt es
die beste Pasta der
Umgebung (re). Im
Grunewald
B
erlin ist ein Sammelsurium von
Kiezen. In manchen Quartieren
geht es zu, wie in einer Kleinstadt.
Die Leute kennen sich, zumindest vom Sehen. Man grüßt sich
und pflegt eine einvernehmliche
Nachbarschaft. Weil Wenige wegziehen, kommt auch kaum ein neues Gesicht dazu.
Das Rheingauviertel – die Gegend zwischen Schlangenbader Straße und Südwestkorso ist so eine Ecke:
gutbürgerlich, viel Grün, zahlreiche alteingesessene
Einzelhändler. Hier wohnt Studentin Natascha Veckenstedt in einer kleinen degewo-Wohnung. „Zur
Uni nach Dahlem fahre ich mit der BVG, aber an-
24
stadtleben 1/2012
sonsten bin ich mit dem Rad unterwegs“, sagt die 19-Jährige. „Da bewege
ich mich und kann gut Dinge in der Umgebung erledigen.“ Deshalb wird
dieser Kiezspaziergang auch keine Exkursion zu Fuß, sondern ein Ausflug
mit dem Fahrrad.
Ein paar Minuten von zuhause entfernt liegt der Rüdesheimer Platz mit
seiner Brunnenanlage. Den mag die jungen Frau besonders. Seit hundert
Jahren gibt es den Platz schon und die im englischen Landhausstil errichteten Wohnhäuser mit ihren schönen Fassaden, Giebeln und Vorgärten sind
liebevoll saniert worden. Die kleinen Geschäfte fügen sich harmonisch in
das Gesamtbild ein. Wie „Das Teehaus“ auf der Nordseite des Platzes, in
dem Natascha Veckenstedt ihre Lieblingssorte bekommt – Bambustee mit
verschiedenen kandierten Früchten.
Schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Platzes, hat sie sich von
Glasermeister Sven Klingele bei „Glas macht Spaß“ ein Bild rahmen las-
sen. „Klar, im Baumarkt ist es günstiger,
aber ich habe so ein schönes Motiv,
das gehört einfach in einen besonderen Rahmen“, ist sie überzeugt. Bei der
Wahl zwischen 250 verschiedenen Varianten hat sie Klingele fachkundig und
geduldig beraten.
Ein paar hundert Meter weiter, in
der Wiesbadener Straße, liegt das „Kinderspiel und Buch“ von Bettina Gruhle und Marita Spies. Die Kunden kommen auch von weiter her, so die Inhaberinnen, denn Läden mit pädagogisch
sinnvollem und qualitativ hochwertigem Spielzeug sind rar in der Stadt.
Natascha Veckenstedt nutzt die Gelegenheit und kauft kleine Holztiere für
den Mini-Bauernhof. Der Bruder hat bald
Geburtstag, sagt sie. Er sei auch derjenige,
der immer mit zu „Da Dalt“ kommt, wenn
sie fragt. Und sie fragt oft, denn bei dem
italienischen Eisverkäufer in der Breiten Straße in Schmargendorf gibt es so
herrlich leckeres Maracuja-Eis. „Leider
macht der Eismann über den Winter zu“,
bedauert die Studentin. „Antonello“ hingegen, der Feinkostitaliener mit Bistro
schräg gegenüber, hat das ganze Jahr über geöffnet.
Besitzer Antonello Loi ist ein Italiener, wie er im
Buche steht. Immer gut gelaut und übersprudelnd,
verwöhnt er die deutschen Nachbarn mit Käse- und >
1/2012 stadtleben
25
Berliner ansichten
berliner Ansichten
Kiezleben:
Bei Ann Lisson
gibt es Designermode aus Italien.
Am Brunnen auf
dem Rüdesheimer Platz
sitzt Natascha
Veckenstedt
besonders gern
Ein Bummel durch den Kiez
Von der Schlangenbader StraSSe zum Grunewaldsee sind es mit dem Fahrrad nur
wenige Minuten. Auf dem Weg dahin kann man Architektur, Einzelhändler und Kunst entdecken
8 7
Grunewald
Breite
200m
Straß
e
6
5
Wiesb
adene
r Straß
e
Glas macht Spaß
Das Teehaus
Ein Tee für jede Jahreszeit. Außer
dutzenden von Sorten gibt es auch Zubehör, verschiedene Zuckersorten und
andere Zutaten für perfekten Teegenuß. Die Inhaberin bedient fachkundig
und stellt sich auf die Kunden ein. Die
Preise sind angemessen und machmal
kann man ein Schnäppchen ergattern.
Jenseits von Pl
as
Wiesbadener Straß tik: Im „Kinderspiel und Buch“ in
e gibt es traditionell
der
es Holzspielzeug
Bis zu 46 Meter hoch ragen
die sieben Wohnhügel der
Schlangenbader Straße über
die Stadt. Die verbundenen
Wohnblocks (1.215 Wohneinheiten) haben eine Gesamtlänge von 1,5 Kilometern und
wurden als Überbauung direkt
oberhalb der vierspurigen
Autobahn A 104 errichtet. Lärm
gibt es hier trotzdem nicht.
Im Gegenteil, in der Schlangenbader Straße lässt es sich
mitten in der Großstadt ruhig
und im Grünen leben. Die
degewo verfügt hier über 120
verschiedene Wohnungstypen
(1- bis 5- Zimmer-Wohnungen,
darunter zahlreiche Maisonette-Wohnungen), die für
jeden Geschmack ein neues
Zuhause bieten.
Kundenzentrum City, Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin,
Tel.: 030-26485-2299,
www.degewo.de
26
stadtleben 1/2012
Wenn Annette Hensel aus ihrem Schaufenster über die Straße schaut, kann sie die
Hochzeitgesellschaften sehen. Besonders deren
Garderobe findet sie spannend, denn als Inhaberin der Boutique „Ann Lisson“ hat sie den
Fachblick für elegante Kleidung. Die schönste
Mode kommt ihrer Meinung nach aus Rom und
Mailand. Deswegen hängt auf den Bügeln im
„Ann Lisson“ nur Ware aus Italien. Vanessa Veckenstedt kuschelt sich vor dem Boutiquenspiegel in einen Webpelz-Schal. „Ich
werde mal meiner Mutter einen
Tipp geben, wo sie ein schönes
Geschenk für mich bekommt“,
sagt sie verzückt. Nächstes Weihnachten kommt bestimmt.
Jetzt aber raus aus dem Geschäft und
rauf auf‘s Rad: Die sportliche Studentin
zieht es in den Grunewald. „Dort kann
ich richtig in die Padele treten“, schwärmt
sie. Auf den Waldwegen dahinbrausen –
das sei der perfekte Ausgleich zum eher
bewegungsarmen Studentenalltag.
Knapp zwanzig Minuten sind es von
Veckenstedts Wohnung in der Schlangenbader Straße bis zur Waldgrenze.
Dahinter breiten sich rund 4.500 Hektar
Erholungsgebiet aus. Das beliebte Ausflugsziel hieß vor 450 Jahren Teltowsche
Heide. Der Name Grunewald geht auf
das Jagdschloss „Zum grünen Walde“
von Joachim II. zurück. Caspar Theyß
hatte es für den Kurfürsten 1542 erbaut.
Natascha Veckenstedt radelt an Menschen mit Hunden vorbei, lässt das Jagdschloss zur Linken liegen, fährt am östlichen Ufer des Grunewaldsees entlang
und schaut von einer Anhöhe auf die
Gegend. „Hier ist es so schön“.
»In manchen Berliner
Quartieren geht es zu wie
in einer Kleinstadt.«
Glas macht SpaSS
Egal, ob es sich dabei um einen
kaputten Fensterflügel oder um eine
aufwändige Bildeinrahmung mit
passenden Rahmen, Passepartout und
entspiegeltem Glas handelt. Hier spielt
die Beratung und die individuelle Auswahl eine große Rolle. Von Massenware hält der Meister gar nichts.
Rüdesheimer Platz 11, 14197 Berlin, Telefon (030) 8219000, Mo–Fr 8.00–18.00, Sa
10.00–13.00, www.glasmachtspass.de
Kinderspiel und Buch
Das Fachgeschäft für Spiel- und Bastelmaterial, Kinder- und Jugendliteratur
existiert seit 30 Jahren. Kindergärten,
Schulen, Freizeitheime, Krankenhäuser
und Tagespflegestellen erhalten zehn
Prozent Rabatt. Außer auf Bücher.
Wiesbadener Straße 16, 14197 Berlin, Telefon
(030) 821 34 60, Mo–Fr 9.00–19.00, Sa
09.0–14.00, www.kinderspielundbuch.de
Grafik: KircherBurkhardt Infografik
Wohnen in der
Schlange
Wurstköstlichkeiten. Mittags ist es stets rappelvoll in dem kleinen Bistro, denn der gebürtige
Sarde serviert die beste Pasta weit und breit.
Auf dem Rad geh‘s am Rathaus Schmargendorf vorbei, einem der schönsten Backsteingotik-Bauten der Stadt. Das Gebäude sieht aus wie
eine Burg mit Türmchen und Giebeln und steht
bereits seit einhundert Jahren. Die Trauungen
im glanzvollen Wappensaal sind so beliebt, dass
es lange Anmeldezeiten gibt. Auch zahlreiche
Prominente, wie Romy Schneider, Ingried Steeger und Paul Kuhn, haben hier geheiratet.
Rüdesheimer Platz 1, 14197 Berlin, Telefon
(030) 82718266, Mo–Fr 10.00–18.30, Sa
10.00–14.00, www.teehaus-berlin.de
Gru
n
ew
Clayallee
ald
s
ee
Schmargendorf
4
Grunewaldsee
lers
Pück
1
Wiesbaden
er Straße
Rüdesheimer Platz
9
Dahlem
Da Dalt
Das kleine Geschäft präsentiert
Gelateria-Kunst: Ob Zimteis, grüner
Apfel oder Erdnuss, man muss sich nur
entscheiden können.
2
traße
200m
3
Friedenau
Crosstraining Berlin
Breite Straße 14a, 14199 Berlin, Telefon (030)
89724219, Mo–So 11.00–22.00, Winterpause
vom 15.11. bis 15.02. jeden Jahres
Da Antonello
Inhaber Antonello Loi ist ein Feinkostspezialist. In seinem Geschäft mit
integriertem Bistro verwöhnt er seine
Kundschaft mit Nischenprodukten
kleinerer italienischer Hersteller. Um
die Mittagszeit ist es sehr voll.
Breite Straße 28, 14199 Berlin, Telefon (030)
89725430, Mo–Fr 10.00–19.00, Sa 9.00–
15.00, www.da-antonello.de
Rathaus Schmargendorf
Das Rathaus Schmargendorf wurde
1900-02 von Otto Kerwien im Stil der
märkischen Backsteingotik mit Jugendstilelementen erbaut. Der ehemalige
Das Teehaus
Ratssaal, ausgestaltet mit Motiven aus
Richard Wagners „Walküre“, gehört zu
den schönsten Trauzimmern Berlins.
Sämtliche Anmeldungen für Trauungen
erfolgen im Heiratsbuch.
Berkaer Platz 1, 14199 Berlin, Telefon (030)
9029 12249 , Mo, Di, Mi 8.30–13.00, Do
15.00–18.00, www.berlin.de
Ann Lisson
Inhaberin Annette Hensel setzt bei
ihrer Designermode auf höchste Qualität zu einem fairen Preis. Sie hat ein
sicheres Gespür für Trends und den
Anspruch, jede Kundin individuell und
kompetent zu beraten.
Kösener Straße 7, 14199 Berlin, Telefon (030)
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www.annlisson.de
Crosstraining
Das Sportstudio bietet funktionelles
Kraft- und Ausdauertraining, KettlebellTraining, Kampfsport und Kurse: Aerobic, Kickbox-Fitness, Pilates und mehr.
Brücke Museum
Das Brücke-Museum besitzt ausschließlich Werke der Künstlergruppe
„Brücke“. Die weltweit umfangreichste
Sammlung dieser expressionistischen
Vereinigung umfaßt rund 400 Gemälde
sowie Tausende von Handzeichnungen, Aquarellen und Originalgraphiken.
Schlangenbader Str. 18, 14197 Berlin, Telefon
(030) 30602474, Mo–Fr 14.00–22.00, Sa
10.00–17.00, www.crosstraining-berlin.de
Bussardsteig 9, 14195 Berlin, Telefon (030)
8312029, Mo, Mi, So 11.00–17.00, www.
bruecke-museum.de
1/2012 stadtleben
27
In guter Gesellschaft
In guter Gesellschaft
Man borgt sich Lebensmittel; wenn einer mal im
Krankenhaus ist, dann übernehmen die Hausgenossen den Schlüssel, schauen nach der Post und nach
dem Rechten.
Zeit für einander: Einmal in der
Woche trifft sich
die Gemeinschaft
mit den Betreuern.
So erfährt jeder,
was der andere in
den letzten Tage
unternommen hat
Normalität ist
ganz einfach
Am Stadtrand wohnen Menschen mit einer leichten Behinderung neben Nachbarn, für die das
keine besondere Rolle spielt. Die Platte ist wieder mal besser als ihr Ruf.
[ Text ] reiner schweinfurth [Fotos ] Annette Hauschild
D
ie fröhliche Gemeinschaft, die sich ein Mal in der Woche
gelungenes soziales Experiment gelten kann. Wichzum Reden und Spielen in einer degewo-Wohnung an der
tig ist dabei, dass die Menschen mit Behinderung
Märkischen Allee 244 trifft, zeigt, was sich in den letzten
über die Häuserzeile verteilt wohnen. „Wir wollen,
Jahrzehnten im Leben von Menschen mit einer leichten
dass sie ganz normal leben und nicht zusammengeBehinderung zum Guten hin entwickelt hat. „Es ist noch
fasst eine Sondersituation bilden“, sagt Betreuerin
gar nicht lange her, da gab
Antje Weber. Und trotzdem
es kaum Alternativen zu Heisollen sie es nicht weit hamen, in denen eine individuben, um sich gegenseitig zu
Jeder Mensch hat eine würde
elle Betreuung nur schwer
besuchen und zu verabreDie Lebenshilfe e.V. betreut etwa 135.000 Menschen mit
umzusetzen war“, sagt Birgit
den. „Auch hier kommt es auf
geistiger Behinderung in Deutschland. Sie sollen gleichbeSaur von der Lebenshilfe für
die Mischung an“, so Birgit
rechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen. Die InteresMenschen mit geistiger BeSaur. Das Ziel sei es, die insenvertretung versteht sich als Selbsthilfevereinigung – auch
hinderung gGmbH.
dividuelle Leistungsfähigkeit
für ihre Familien. Der Träger wurde 1958 in Deutschland auf
In sechs Einraum- und
auszuloten und damit einen
Bundesebene von Betroffenen gegründet.
drei
Drei­raumwohnungen
Alltag zu ermöglichen, der
Kontakt: Lebenshilfe für Menschen mit geistiger
leben zwölf Frauen und
sich kaum von dem derer
Behinderung gGmbH, Heinrich-Heine-Str. 15, 10179 Berlin,
Männer zwischen 21 und 41
unterscheidet, die ohne EinTelefon: 030 829998-0, Telefon: 030 829998-103
Jahren. Zusammen bilden sie
schränkungen als Nachbarn
Lebenshilfe@Lebenshilfe-berlin.de
einen WG-Verbund, der, 2009
in unmittelbarer Nähe wohwww.lebenshilfe-berlin.de
gegründet, mittlerweile als
nen. Die Kontakte sind gut.
28
stadtleben 1/2012
René, 43, erzählt, dass er einmal im Treppenhaus sein Handy verloren hatte. „Am nächsten
Morgen hing an der Tür ein Zettel, da stand drauf,
dass eins gefunden wurde. Der Besitzer sollte sich
melden. Da war ich froh“, sagt er. Er wohnte früher
mit anderen zusammen. „Aber da gab es Stress“,
verrät er. Jetzt lebt er nur mit einem Mitbewohner
zusammen und die Streitereien ums Saubermachen
oder weggefutterte Wurst aus dem Kühlschrank
sind vorbei. Dieses Ziel haben die meisten, die sich
hier bei der Lebenshilfe versammeln. Kathrin, 30,
sagt: „Das will ich auch, eine Wohnung ganz für
mich alleine.“ Das kann sie schaffen.
Die Betreuer achten genau darauf, dass
die Klienten sich nicht
überfordern, aber sich
auch nicht in einer zu
großen Fürsorge hängen lassen. Die meisten
arbeiten tagsüber in
verschiedenen Werkstätten. Sie gehen ihren
Jobs nach und fahren
mit der Straßenbahn
an ihren Arbeitsplatz.
Dort schleifen sie dann
Messer und machen sie
verkaufsfertig oder bauen Betten und andere
Möbel. Die Wohnverhältnisse in Marzahn
schaffen dafür die persönliche
Sicherheit.
„Die Mieten sind noch
bezahlbar.
Dadurch
können wir unsere Klienten in einem Umfeld
betreuen, das ihnen
eine Normalität bietet,
die sie wollen und in
der sie sich wohl fühlen und ausprobieren
können“, sagt Saur. Und
die Nachbarn wissen oft gar nicht, dass neben ihnen Menschen wohnen, die ein wenig anders sind
als sie. Integration ergibt sich dann fast von allein.
Diese Strategie hat mittlerweile Nachahmer gefunden in der Liebensteiner Strasse, wo es neun Wohnungen gibt, in der die Lebenshilfe einen ähnlichen
WG-Verbund aufbaut.
Der Stadtrand als Experimentierfeld für ein Zusammenleben, das es so in Mitte oder Prenzlauer
Berg kaum gibt. Die Platte gewinnt eine Freundlichkeit, die man ihr erst mal nicht zutraut und die erklärt, warum hier so viele Leute schon so lange und
so gern leben.
Glücksfall:
Beim Würfelspiel
sind alle gleich.
Die Spannung
steigt. Wer wird
gewinnen?
Gute Laune: Das Konzept will die Gruppe
und die Einzelnen stärken. Ohne Spaß würde es
ins Leere laufen
mittendrin: Birgit
Saur (o.) leitet das
Projekt der Lebenshilfe.
Links: Schützlinge
Martin und Kathrin
1/2012 stadtleben
29
Unterhaltung
Gewässer
Berliner
in Bezirk
PrachtTreptowstraße
Köpenick
Partnerstadt
Berlins
(kurz)
Berliner
Hühner- Schloss in Fußballprodukte Wannsee verein
Spanien
in der
Landessprache
Berliner
Eishockeymannschaft
3
afrikanischer
Strom
schneller
Sprechgesang
2
römische
Ziffer: 1
Farbe der
Gesichtshaut
hohe
Spielkarte
Seit über 15 Jahren ist Lady Fitness das
Frauen-Fitness-Studio Nr. 1 in Berlin. Bei
Abschluss einer Mitgliedschaft erhalten
Sie einen Gutschein für einen Besuch
in der „Fontane Therme Neuruppin“ im
Wert von 55 Euro. Dieses Angebot gilt bis
10. März 2012.
Abk.: Euer
Ehren
Wortteil:
unter
aktiv,
munter
4
belgisches
Seebad
Hakenschlinge
Bartabnahme
5
Lady Fitness, Helene-Weigel-Platz 13,
12681 Berlin, Tel: 030 5410000,
www.ladyfitness-berlin.de
Vorname
d. Lemper
unerbittlich
reichen
Windschattenseite
stadtleben 1/2012
Gewässer
im Bezirk
Reinickendorf
chem.
Zeichen
für
Gallium
Araberfürst
spanisch:
der
Kurzform von
Edward
7
Nähwerkzeuge
1
6
2
3
4
5
6
geschlossen
RM130248
201201
7
Gewinnen Sie einen
Monat mietfrei*!
Der Hauptgewinn ist zum Greifen nahe! Lösen Sie einfach das oben
stehende Kreuzworträtsel und fügen Sie die Lösungsbuchstaben in
der richtigen Reihenfolge zusammen.
U
H
Schreiben Sie uns und nennen Sie uns
P F L A S T E R N
R O S E N T H A L
das richtige Lösungswort. Bitte vergesA
I
W I S E N T
sen Sie dabei nicht, Ihre vollständige
I N A N
A
E
Adresse zu vermerken. Mit etwas
D
D A T T E L
Glück wohnen Sie schon bald einen
L O EW
I RM A
I R E
M I T T E
Monat lang mietfrei! (*eine Kaltmiete)
G EW E I H
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degewo
E R
H E L E N A
Marketing/
K
R A N D
S I
N I N A
H E R
Unternehmenskommunikation
S E A N
P A R I S
Stichwort: Kreuzworträtsel
H A
A U G E
I
Potsdamer Straße 60
E D E L
N A S E
10785 Berlin
Lösung Heft 04/2011
oder per E-Mail an: quiz@degewo.de
Lösungswort: RAUREIF
Einsendeschluss ist der 30. März 2012. Der Gewinner wird in der nächsten Ausgabe
bekannt gegeben. Der Gewinner aus dem vergangenen Heft ist Hans-Günter Mohaupt
aus Reinickendorf. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Tortenwerkstatt Berlin auf der Weddinger Seite der Gleimstraße ist berühmt
für ihre süßen Kreationen. Die Konditormeisterin freut sich über jede Sonderanfertigung. Bei Vorlage dieses Coupons
genießen Sie im Café ein Stück Torte
nach Wahl inklusive einer Tasse Kaffee
für nur 4,30 Euro. Einzulösen bis zum
31. März 2012 bei der Tortenwerkstatt
Berlin, Gleimstraße 6, 13355 Berlin, Tel:
0163 1731571, Di, Do: 12.30–22 Uhr, Mi:
12.30–24 Uhr, Fr, Sa 12.30–open end
Klassik vom Feinsten
Für das 4. Saisonkonzert des Deutschen
Kammerorchesters (DKO) im Kammermusiksaal der Philharmonie am 22. März
2012, 20 Uhr, verlost die degewo 50 x 2
Freikarten. Auf dem Programm stehen
Franz Schuberts 5. Sinfonie und das Rondo für Violine & Streichorchester in A-Dur
sowie Brett Deans „Carlo“ und die Fünf
Sätze für Streichorchester O p.5 von Anton
Webern. Eine Einführung in die Werke
kann vor Konzertbeginn um 19.15 Uhr
besucht werden. Die Leitung hat Stephan
Zilias. Anmeldungen bis zum 8. März an:
stadtleben@degewo.de oder degewo,
Marketing/Unternehmenskommunikation, Potsdamer Straße 60, 10785 BerlinStichwort: Saisonkonzert
1/2012 stadtleben
31
*Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
30
Schaumwein
Süße Sünde
Postleitzahl und Ort
sich auf drei Aufgänge. Schneidereit hat sie achsensymmetrisch hinter einer
Fassade mit Seiten- und erhöhtem Mittelrisalit – das ist ein aus der Fluchtlinie
des Baukörpers hervorspringender Gebäudeteil – zusammengefasst und orientiert sich damit an barocken Prinzipien. In der Mitte schließen drei Bögen
die Geschosse zum Dach hin ab. Die rot-braune Farbe des Originalanstrichs
wird schön gegliedert durch gebrannte Ziegel, die
die Eingangstüren, die Erker und die Wintergärten
im obersten Stockwerk absetzen. Das erzeugt ein
Verschollenes Multitalent
ungewöhnliches Bild sehr unterschiedlicher GestalBruno Schneidereit wurde 1880 in Tilsit in Ostpreußen geboren. Der
tungsprinzipien und wird damit zum Beleg für die
Architekt
und Maler arbeitete überwiegend in Berlin. Bis 1930 ist seine
Suche nach neuen architektonischen AusdrucksforTätigkeit nachgewiesen. Danach verliert sich sein Lebensweg. Obwohl
men in den 1920er Jahren.
er ein prägender Stadtgestalter war, gibt es nur wenige biographische
Der soziale Gedanke ist hinter dem Haus deutZeugnisse von ihm – eine Lücke in der Baugeschichte Berlins. Jenseits
lich erkennbar. Statt am Wochenende in eine Laudes sozialen Wohnungsbaus entwarf und schmückte Schneidereit aber
benkolonie pilgern zu müssen, konnten viele Mieter
auch Villen aus, die durch figurenreiche Ausstattung auffallen.
kleine Flurstücke direkt unter ihren Wohnungen be-
anhänglich
Straße und Hausnummer
Die 24 degewo-Wohnungen in der Menckenstraße 25-26 A verteilen
römischer
Kaiser
Die Mutter von Otto von Bismarck, Wilhelmine von Mencken, gab der Straße ihren Namen. Vor dem Bau der Stadtautobahn in den
sechziger und siebziger Jahren lag das Haus an
einer ruhigen Ecke, unweit des S-Bahnhofs Feuerbachstraße. Heute dagegen duckt es sich hinter die Auffahrt zur Westtangente. „Aber trotz
des Verkehrs sind die Wohnungen hier sehr beliebt. Bei schönem Wetter treffen sich die Mieter
in ihren Gärten und freuen sich, dass sie es nicht
weit ins Grüne haben“, sagt Hausmeister Jens
Mittler. Der lobt die Mieter, die sich gut miteinander verstünden.
Für kleine Familien ist die Anlage gut geeignet. Der Spielplatz hinter dem Haus ist von
den Wohnungen einsehbar. Sehr praktisch für
die Eltern, die sich auch zusammentun, um hier
Geburtstage und andere Feste gemeinsam zu
feiern.
1
Vorname Name
D
ie 1920er Jahre waren ein goldenes Zeitalter für die Architektur in
Berlin. Die Gründerzeit mit ihren prägenden Stuckfassaden war endgültig abgelöst worden von der Neuen Sachlichkeit, die sich dem sozialen Auftrag widmete, das Leben der unteren Schichten zu verbessern. Praktisch und preisgünstig sollten die Wohnungen sein. Als der Architekt Bruno
Schneidereit 1929 das Haus am Ende der Steglitzer Menckenstraße entwarf,
konnte er schon auf eine reiche Vergangenheit als Baumeister zurückblicken.
Zusammen mit Bruno Taut und anderen Architekten hatte er große Siedlungen im Süden der Metropole realisiert und war Mitglied der berühmten
Künstlergruppe „Die Brücke.“
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Potsdamer Straße 60
10785 Berlin
[ Text] Johannes Rückert
wirtschaften. Diese Gärten werden heute noch
genutzt. Zusammen mit den überbauten Terrassen an der Hinterfront wird klar, dass die dunklen, engen und lichtlosen Mietskasernen, wie sie
in der Innenstadt zu finden sind, als Bauvorlage
ausgedient hatten.
in der
Nähe von
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Historischer Stilmix in
der Menckenstraße
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Foto: Klaus Dombrowsky Grafik: Rätselmanufaktur GmbH
Auf den Spuren von Berliner Architekten
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Bruno Schneidereit kombinierte
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Wie gut ist der Hausmeister für Sie persönlich ansprechbar / sichtbar?
1 2 3 4 5 6*
Wie empfinden Sie die Sauberkeit der Außen­anlagen? Wird der
Müllplatz regelmäßig gereinigt?
1 2 3 4 5 6
Achtet Ihr Hausmeister auf die Einhaltung der Hausordnung?
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Haben Sie den Hausmeister schon mal mit einem Problem
angesprochen? Wenn ja, wie zufrieden waren Sie mit der Beseitigung
des Problems / Mangels ?
1 2 3 4 5 6
*Wertung entspricht Schulnoten: 1 = sehr gut bis 6 = ungenügend
Berlin bleibt nie Berlin.
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Seele and Geist
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