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2009: Da kommt was auf uns zu Botschaften für das - Neue Zeitung

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Neue Zeitung
UNGARNDEUTSCHES WOCHENBLATT
53. Jahrgang,
Nr. 2
Preis: 150 Ft
2009: Da kommt was auf uns zu
An der Pforte des neuen Jahres
schaut man noch oft zurück auf die
vergangenen zwölf Monate, denn die
Geschehnisse des gerade verabschiedeten Jahres haben eine große Auswirkung auf die vor uns stehende
Zeit. Mehr als sonst würden sich
wohl viele einen sauberen Schnitt
wünschen, einen klaren unbelasteten
Neuanfang, aber in der Wirtschaft
und in der Politik ist so etwas nicht
möglich. Man kann nach dem Silvesterabend nicht einfach aufhören wie
mit der Zigarette oder mit den Süßigkeiten und dann die Erholung des
Körpers abwarten. Die Altlasten des
ausgeklungenen Jahres verfolgen uns
auch in der Sprache, so wurde in
Deutschland die Finanzkrise zum
Wort des Jahres gewählt.
Die Amerikaner plagten sich mit
ihrem „bailout“-Wort die meiste Zeit
rum, was soviel wie Finanzspritze
bedeutet. In Ungarn ist bisher noch
keine offizielle Liste über 2008
gemacht worden, aber die Wörter
Rezession, Streik oder „Gürtel enger
schnallen“ dürften ganz weit vorne
sein. Robin Hood kommt demnächst
nicht mehr nur in den Filmen vor,
sondern auch in der Steuererklärung,
und auch das KulturhauptstadtDesaster in Fünfkirchen werden das
Jahr 2009 noch mächtig prägen. Die
Österreicher hatten wohl weniger
Zeit für die Finanzkrise, nachdem ihr
populärer Jörg Haider betrunken und
viel zu schnell in den Tod raste und
pikante Details aus seinem Leben bekannt wurden; durch ihn wurde das
Wort Lebensmensch komponiert und
zum Wort des Alpenlandes in 2008
gewählt.
Während man sich in Deutschland
im Jahr 2007 noch Sorgen um die
Umwelt machte und die Klimakatastrophe zum Wort des Jahres wählte,
ist man seit einiger Zeit nur noch in
Sorge um den eigenen Wohlstand.
Entlassungen, Gehaltskürzungen und
Aus dem Inhalt
Armut rücken immer näher. Seit der
Schließung von Wollworth in England, dem 99jährigen Qualitätseinkaufscenter, dem Symbol von westlich-vollem Portemonnaie, ist man in
Europa auf alles gefaßt. Ist das Glas
nun halb voll oder eher halb leer? Die
pessimistische Stimmung übermannt
langsam die ganze Welt, und während wir noch gemütlich die letzten
Lebkuchenreste verputzen, brach gar
nicht soweit weg schon wieder ein
Krieg aus. Also die meist eh verkaterte Januarstimmung ist dementsprechend auf dem Tiefpunkt, und
Besserung ist derzeit nicht in Sicht.
Vielleicht sollte man wirklich einen
Robin Hood ins Leben rufen, um Gerechtigkeit und Ordnung zu schaffen,
aber statt dessen muß er in der Werbepause für eine große Telefongesellschaft arbeiten. Tja, die Zeiten ändern sich (hoffentlich).
Christina Arnold
Botschaften für das Jahr
Laut Staatspräsident László Sólyom
sei die Fragestellung angebracht, ob
die ganze Gesellschaft wohl aufgerüttelt wurde, daß wir von einem
vorbildlichen Land nach hinten gekommen sind. Er verwies auch auf
die weltweite Finanzkrise und den
Rückfall der Wirtschaft, welche Ungarn besonders schwer treffen, weil
sich Ungarn in dieser Krise in sehr
schlechtem Zustand befand. „Die
klare Bestimmung des Ausweges
und die Einführung der grundsätzlichen Veränderungen sind die Verantwortung der Regierung“ sagte er
und fügte gleich noch hinzu, dies
gelte nicht nur für die Politiker, sondern vor allem „für alle wohlgesinnten Menschen“.
Bei allen Veränderungen gehe es darum, welch ein Land wir unseren
Kindern hinterlassen. Dafür seien
wir alle verantwortlich. Deshalb sei
das nicht nur die Sache der Parteien
und Politiker, sondern des Landes,
der ganzen Nation. Über die Mittel
könne man sich vielseitig Gedanken
machen, „doch unser Ziel ist gemeinsam: alle wollen wir, daß unser
Land stark, sicher und seine Bürger
zufrieden sein sollen. Dafür müssen
wir gemeinsam kämpfen. Ich will
hoffen, daß dafür in diesem Jahr genügend Zuversicht, Offenheit und
Zusammenhalt unter den Ungarn
sein wird“, sagte Ministerpräsident
Ferenc Gyurcsány zum Jahresanfang.
Budapest, 9. Jänner 2009
Wesprim: Touristische
Entwicklung
Wesprim wird in den kommenden
zwei Jahren in der Umgebung der
Burg und des Wildparks sowie im
Séd-Tal unter dem Viadukt eine
touristische Entwicklung von 1,8
Milliarden Forint realisieren,
Seite 2
Die Megyesi-Schwarz’s
In Ödenburg blickt die Hausmusik
auf eine lange Tradition zurück. Im
Megyesi-Schwarz-Haus auf dem
Hauptplatz werden oft Hauskonzerte veranstaltet. Es ist kein Zufall,
daß hier musiziert wird, denn fast
alle Familienmitglieder hatten und
haben eine besondere Beziehung
zur Musik.
Seite 3
Mit dem Akkordeon für die
deutsche Volksmusik
Seine Berufung ist nicht nur die Bewahrung und Pflege der ungarndeutschen Volksmusik, sondern
auch zweifellos die Vermittlung
und Weitergabe von Traditionen an
jüngere Menschen. Stefan Geiger
wohnt in Madarasch.
Seite 4
Druckfrisch
Die Stiftung für ungarndeutsches
Volkstanzgut präsentierte im Fünfkirchner Lenau-Haus die druckfrische dritte erweiterte Auflage des
„Ungarndeutschen Trachtenbuchs“.
Seite 4
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist
nicht nur ein Verhängnis, sondern vor
allem eine Chance. Zumindest sieht
man das im Vatikan so. Das Wackeln
der internationalen Finanzstrukturen
biete doch die Gelegenheit, jetzt einen Umbau zu mehr Gerechtigkeit
anzugehen. Papst-Sprecher Federico
Lombardi erklärt: „Dem Papst geht
es jetzt um ein neues Entwicklungsmodell – es wird, wie er am 1. Januar
gesagt hat, nicht nur wegen der Finanzkrise nötig, sondern auch wegen
des ökologischen Zustands des Planeten und wegen einer umfassenden
kulturell-moralischen Krise. Das ist
doch eine starke Botschaft für das
neue Jahr! Da wird der Spieß umgedreht – statt Zukunftsangst das Engagement für den Bau einer besseren
Zukunft!“ Jesuitenpater Lombardi
betont, was Benedikt XVI. jetzt vor
allem für angezeigt hält: „Suche nach
Gerechtigkeit, Solidarität – und
Nüchternheit.“(rv)
Fosching, Fosching loß net noch,
bis mei Mueder Kropfen pocht
Ein alter Spruch bei den Ungarndeutschen besagt, was alles zum
Fasching gehörte.
Seite 5
Volkskeramik Siebenbürgens
Nach mehrjähriger Arbeit und Kooperation von Dutzenden öffentlicher oder privater Sammlungen
aus Ungarn, Deutschland sowie
Rumänien ist ein prachtvolles Album über die Volkskeramik Siebenbürgens – in drei Sprachen – erschienen.
Seite 6
2
BERICHTE
Neue Zeitung
Wesprim: Touristische Entwicklung
Ungarndeutsches Wochenblatt
Chefredakteur:
Johann Schuth
Adresse/Anschrift:
Budapest VI., Lendvay u. 22 H–1062
Telefon Sekretariat:
+36 (06) 1/ 302 67 84
+36 (06) 1/ 302 68 77
Fax: +36 (06) 1/354 06 93
Mobil: +36 (06) 30/956 02 77
E-Mail: neueztg@hu.inter.net
Internet: www.neue-zeitung.hu
Verlag:
Magyar Közlöny Lap- és Könyvkiadó Kft.
1085 Budapest VlII., Somogyi Béla u. 6.
E-Mail: kozlony@mhk.hu
Internet: www.mhk.hu
Verantwortlich für die Herausgabe:
Dr. László Kodela
Vorstandsvorsitzender/Generaldirektor
Druckvorlage: Comp-Press GmbH
Druck: Magyar Közlöny Lap- és
Könyvkiadó Lajosmizsei Nyomdája
Verantwortlicher Leiter:
Burján Norbert
Index: 25/646.92/0233
HU ISSN 0415-3049
Wesprim wird in den kommenden zwei Jahren in der Umgebung der Burg
und des Wildparks sowie im Séd-Tal unter dem Viadukt eine touristische Entwicklung von 1,8 Milliarden Forint realisieren, wurde auf einer Pressekonferenz in Wesprim mitgeteilt. Für ihr Projekt „Klöster und Gärten am Fuße der
Burg von Wesprim“ erhielt die Komitatshauptstadt von der Regierung eine
hervorgehobene Unterstützung von 860 Millionen Forint. Die Stadt steuert
aus dem eigenen Budget 220 Millionen Forint bei.
Aus dieser Summe werden das in der Zeit der Arpadenkönige errichtete
Nonnenkloster, die Jesuitenkirche und die Margarethen-Ruinen in Ordnung
gebracht und zwischen der Burg und dem Wildpark auf 12 ha ein Park mit
Alleen und Spielplätzen angelegt. Verbunden damit ist das Vorhaben der katholischen Kirchenprovinz, in der Burg ein den Namen des hl. Franziskus tragendes Besucherzentrum zu errichten, wozu das katholische Erzbistum von
Wesprim im Sommer über Bewerbung eine Unterstützung von 750 Millionen
Forint erhalten hat. Der Stadtentwicklung schließen sich auch Privatinvestoren an, die auf dem Gelände auch ein Hotel und Gaststätten bauen wollen.
Wesprim hat seit 2006 bereits insgesamt 6,2 Milliarden Forint von der
Union und aus Ungarn erhalten. Die großangelegten Arbeiten sollen im Mai
2009 beginnen und bis 2010 beendet werden.
Nachrichten
Anzeigenannahme direkt
in der Redaktion
Kein Film ist so „interessant“
Mitglied der weltweiten Arbeitsgemeinschaft
Internationale Medienhilfe
(IMH-NETZWERK)
Als Teenager habe ich Nachrichten gehaßt, alles langweiliges Zeug, dachte
ich. Inzwischen bin ich bekennender Nachrichtenjunky geworden, daß heißt,
ich sehe mir mehrere Nachrichtensendungen am Tag an, auf verschiedenen
Fernsehkanälen. Mal öffentlich-rechtlich, mal bei Privatsendern, mal ungarisch, mal deutsch, die Meldungen über die Geschehnisse in der Welt sind jederzeit auch im Internet abrufbar. Manchmal schäme ich mich sogar wegen
dieses Interesses, denn inzwischen sind Nachrichten schlimmer als ein Thriller. Eine Handgranate fliegt durch ein Schlafzimmerfenster eines Privathauses, ein Werkzeugkoffer saust im All herum und Piraten entführen Schiffe –
all das war an einem einzigen Tag passiert. Kriege, Ufos, Entdeckungen und
Horrormeldungen, schon längst sollte bei den Nachrichten der Kreis mit der
Nummer 16 eingeblendet werden, also für Kinder nicht geeignet. Zugegeben,
die Bankkrise schien anfänglich ein etwas trockeneres Thema zu sein, die
Auswirkungen könnten aber Schreckliches auf der ganzen Welt auslösen. Es
gibt immer noch Kriege, Hunger und Elend für Millionen von Menschen, Tag
für Tag. Es existieren immer noch unerforschte Krankheiten und es gibt Taten von einzelnen, die man niemals begreifen kann.
Um über die Situationen und über die Schrecken dieser Welt glaubhaft berichten zu können, braucht man waghalsige Journalisten, die sich bis in die
Kampfgebiete trauen. Ob das nun vorteilhaft, provokant oder einfach nur
dumm ist, z. B. mitten im Bürgerkrieg in die Kameras zu sprechen, sei dahingestellt. Wahr ist allerdings, daß wir gerne Geschehnisse verdrängen, die
uns direkt nichts angehen, also ist für viele Europäer die Lage in Afrika absolut kein Thema. Kommt in der Hauptsendezeit ein Bericht über sterbende
Kinder aus Äthiopien, überlegt man sich schon, welches Glück man hat, weit
weg von diesem Elend zu leben, so therapiert man sich selbst. Schon hat man
die Gaspreise und die Lohnkürzungen für zwei Sekunden vergessen. Die
Nachrichten leben inzwischen von Mord und Totschlag, ebenso wie die oft
unseriösen Magazinsendungen. Ist unser Leben wirklich so brutal geworden,
oder weiß man nur mehr vom Leben der anderen? Und am Ende überlegt man
sich, ob es nun gut wäre, die Jugendlichen dazu zu bewegen, Nachrichten zu
schauen, oder eher nicht, denn sie kämen nur auf dumme Gedanken. Ch. A.
Unverlangt eingesandte Manuskripte
und Fotos werden weder aufbewahrt
noch zurückgeschickt
Gedruckt mit Unterstützung der Stiftung
für die Nationalen und Ethnischen
Minderheiten Ungarns
und
des Bundesministeriums des Innern
der Bundesrepublik Deutschland
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Jahresabonnement 2009:
Deutschland: 110 Euro
Österreich: 100 Euro
Schweiz: 170 sfr
DEUTSCHLAND:
KUBON UND SAGNER
ABT. ZEITSCHRIFTENIMPORT
D-80328 München
Altersheim in Gran erneuert
400 Millionen Forint kostete die Modernisierung und Erneuerung des Altersheimes Zöld Fenyô in Gran, wo 50 betagten Menschen eine ständige
Versorgung geboten wird. Früher verzichtete die Kommunalverwaltung von
Gran auf die Aufrechterhaltung des Altersheimes. Das Komitat übernahm
diese Aufgabe, was man im früheren Gebäude nicht verwirklichen konnte.
Deshalb kaufte und baute man in der Stadt ein Appartement um, sagte der
Vorsitzende des Komitatstages, Pál Völner.
Das Altersheim wurde im Interesse einer größeren staatlichen Unterstützung mit der gleichen Einrichtung in Pilismarót zusammengelegt, später soll
der Komplex der Gesellschaft der Kleinregion von Gran übergeben werden.
NZ 2/2009
SalkaháziGedenktafel
Die Gedenktafel der seligen Sára
Salkaházi im IX. Bezirk von Budapest wurde von Kardinal Péter
Erdô gesegnet. Auf der Gedenkfeier, an der auch Mitglieder des
Ordens der Gesellschaft der Sozialen Schwestern, teilnahmen, führte
der Kardinal aus, daß uns „das Gedenken an das Vorbild der Gerechtigkeit, der Liebe auch dabei hilft,
um unsere Seele frei zu machen
(...), die Welt um uns menschlicher
werden zu lassen und um uns in
Budapest wirklich zu Hause fühlen
zu können“. Die Gedenktafel
wurde an der Mauer jenes Hauses –
IX. Bezirk, Bokréta-Straße 3 – angebracht, aus dem die Pfeilkreuzler
am 27. Dezember 1944 Sára Salkaházi und sechs ihrer Kameradinnen
verschleppt und am selben Abend
am Donauufer erschossen hatten.
Sára Salkaházi war zwischen
1899 und 1944 Mitglied der Gesellschaft der Sozialen Schwestern.
Für sie waren soziale Verpflichtung, die bewußte Übernahme der
Schwierigkeiten und des Leidens
charakteristisch. In der Zeit der
Verfolgung der Juden taten die Sozialen Schwestern alles in ihren
Möglichkeiten Stehende zum
Schutze dieser Menschen. Doch einer der Angestellten erstattete bei
den Pfeilkreuzlern Anzeige. Papst
Benedikt XVI. unterzeichnete am
28. April 2006 das Martyrium von
Sára Salkaházi, ihre Seligsprechung wurde im Rahmen einer heiligen Messe am 17. September
2006 in der St. Stephans-Basilika
von Budapest verkündet.
Poliklinik in
Dunavarsány aus
eigener Kraft
Ganz aus dem eigenen Budget, das
heißt ohne Bewerbungsgelder und
ohne Kredite, baute Dunavarsány
eine neue Poliklinik. Wie der Bürgermeister der Gemeinde im Komitat Pesth sagte, habe man von den
Steuern des Industrieparks sowie
durch gutes Wirtschaften 200 Millionen Forint ersparen und von dieser Summe das neue Gesundheitshaus auf insgesamt 800 Quadratmetern errichten können. Bisher mußten sich die Patienten mangels besserer Möglichkeiten mit unmodernen ärztlichen Behandlungsräumen
an verschiedenen Plätzen der Großgemeinde begnügen.
In der neuen Einrichtung gibt es
vier Ordinationen für Hausärzte,
eine für Zahnärzte und eine für Laboruntersuchungen sowie eine Apotheke. Es sollen noch weitere Ordinationen für Kinderärzte hinzukommen, welche auch von den
Nachbargemeinden Délegyháza und
Majosháza besucht werden können.
NZ 2/2009
GEMEINSCHAFTEN DER UNGARNDEUTSCHEN
3
Ödenburger Familien im Porträt
Die Megyesi-Schwarz’s
In Ödenburg blickt die
Hausmusik auf eine lange
Tradition zurück. Im MegyesiSchwarz-Haus auf dem
Hauptplatz werden oft
Hauskonzerte veranstaltet. Es
ist kein Zufall, daß hier
musiziert wird, denn fast alle
Familienmitglieder hatten
und haben eine besondere
Beziehung zur Musik.
Selbst sehr musikinteressiert, war
ich deshalb ungeheuer neugierig und
wollte aus diesem Grund mehr über
die Familiengeschichte erfahren: Mit
all meinen Überredungskünsten
konnte ich schließlich Erzsi Szeles
doch noch dazu bringen, für mich
die Familienchronik zu öffnen:
Diese gibt auch Aufschluß über die
Besitzverhältnisse des traumhaft
schön gelegenen Hauses am Ödenburger Hauptplatz. Jeder, der das
Zentrum Ödenburgs besucht, muß
unweigerlich daran vorbeigehen:
Das Haus ist schon seit dem 19.
Jahrhundert im Besitz der Familie,
damals hat es Erzsis Urgroßvater gekauft. Im Haus gibt es viele Wohnungen, so wohnten tatsächlich auch
Onkeln und Tanten im Winter auf einem Fleck zusammen. Wenn das
Wetter es erlaubte, zogen sie mit
Kind und Kegel ins Sommerhaus in
die Museumsgasse, das einen riesigen Garten hatte. Die Kinder der
weitverzweigten Familie – bis zu 22
Kusinen, wie Erzsi mir nicht ohne
Stolz und offensichtlich selbst von
der Anzahl beeindruckt erzählt –
konnten sich dort austoben und frische Luft tanken.
Der Urgroßvater, Dr. Miklós Megyesi-Schwarz, war allem Anschein
nach eine charismatische Person. Er
war sehr wohlhabend. Außer diesem
Haus besaß er noch etliche Liegenschaften in Wien und hatte mehrere
Weingärten in Mörbisch/Fertômeggyes. Er hielt die Familie zusammen, wenn notwendig auch mit –
heute würde man sagen – eiserner
Hand. Damit legte er die Grundlagen
für eine Großfamilie, schuf eine Tradition, die bis heute nachwirkt.
Mit seiner Frau Maria, geborene
Bayer – die aus Wien stammte –,
hatte er neun Kinder. Er arbeitete als
Rechtsberater der Zuckerfabriken in
Wien und Groß-Zinkendorf/Nagycenk, zudem war er Anwalt des Fürsten Esterházy und Vorsitzender der
Sparkasse in Ödenburg.
Karitative Züge sind der Familie
nicht abzusprechen: Ihr Hauptanliegen war es stets, anderen zu helfen,
allerdings hatte sie auch die Mittel
dazu. Miklós Megyesi-Schwarz
zeigte sich großzügig, wollte sein
Geld nicht nur für sich behalten: Er
gründete den Katholischen Konvent,
Das Gebäude, in dem die Hauskonzerte stattfinden, und Erzsi Szeles, die erzählt
dessen Vorsitzender er 30 Jahre lang
war. Er unterstützte auch diese Institution, darunter mit einer Spende von
40 000 Goldkronen, demnach mit einer an und für sich ungeheuren
Summe. Das Geld sollte bald gut investiert sein: für den neuen katholischen Friedhof und für die Aufbahrungshalle.
Darüber hinaus reichte es auch für
den Bau der katholischen Elementarschule auf dem Petôfi-Platz. Mit dem
Namen Megyesi-Schwarz verbinden
Insider auch einen bedeutenden Mitbegründer des Kasinos.
Großzügigkeit und Selbstlosigkeit
sollten schließlich durch höhere
Stellen belohnt werden: Kaiser Franz
Joseph verlieh Miklós den Rittertitel,
vom Papst wiederum erhielt er den
Orden Sankt Gregor.
Miklós’ Frau zeigte sich nicht weniger wohltätig: Ihr ist die Gründung
der „Volksküche“ zu verdanken, die
armen Leute zu billigem Essen verhalf. Gemeinsam mit ihrer Tochter
Maria leitete sie lange Zeit diese Einrichtung.
Trotz all dieses Engagements kam
das Privatleben nicht zu kurz, wovon
neun Kinder aus dieser Ehe zeugen:
Miklós brachte es bis zum Husarenoberst, sein Bruder Viktor war der
Oberstuhlrichter von Eisenstadt/Kismarton. Jenô schlug die Militärlaufbahn ein, aber sein Interesse galt der
Musik. Sein Kompositionslehrer war
kein Geringerer als Gustav Mahler.
Die Notenblätter der Oper, die er
komponierte, sind im Besitz der Familie. Ein weiterer Sohn, Robert,
wurde Geistlicher, dessen Begabung
sich bis zu Kardinal Mindszenty herumsprechen sollte: Er berief ihn zu
seinem persönlichen Sekretär. Alfons wiederum weilte in den Kriegsjahren in Bukarest, wo er als Botschaftssekretär arbeitete. Allerdings
wurde dies zu seinem Verhängnis: Er
wurde interniert, ließ sich aber als
echter Megyesi-Schwarz nicht kleinkriegen: Zu Fuß kam er von Workuta
nach Ödenburg zurück. Alle, die den
Jakobsweg beschreiten wollen,
könnten diese Ausdauer und diesen
eisernen Willen sehr wohl gebrauchen. Kálmán heiratete nach Preßburg, wo er Griechisch und Latein
unterrichtete. Nach dem Friedensvertrag von Trianon siedelte er sich
in Ödenburg an und wurde Direktor
des Staatlichen Mädchengymnasiums.
Über die Nachkommen von Kálmán muß ich kurz berichten, denn einer seiner Söhne, Tomi, der heute in
England lebt, lieferte einen anschaulichen Beitrag zur Familiengeschichte. Ein anderer Sohn, Pál, arbeitete als Arzt in Kapuvár. Er entdeckte die Heilwirkung der Quelle
von Répcelak und ließ sogar das
Wasser nach Kapuvár leiten, das er
dann mit Erfolg gegen Gefäßverkalkung einsetzte. Seine Enkeltochter,
Lucia Megyesi-Schwarz, ist eine der
talentiertesten Opern- und Oratoriensängerinnen von Ungarn.
Aber zurück zu Miklós’ Kindern:
Konrád, ein weiterer Sohn, war Physiker und Astronom und wirkte an
der Universität Locarno. Er musizierte gerne und exzellent auf einer
Amati-Geige. Alfréd andererseits
war ein Lebemann, der eine Anwaltskanzlei leitete, ohne daß er eine dafür
erforderliche Ausbildung gehabt
hätte. Mit viel Gespür kaufte er jedoch Liegenschaften auf, die eine
hohe Rendite versprechen sollten.
Antal wiederum wurde Priester und
arbeitete als Missionar in Afrika. Im
höheren Alter kehrte er aber, genauso
wie viele andere Familienmitglieder,
in sein Stammhaus zurück.
Anna, die Großmutter von Erzsi,
heiratete Dr. Imre Kossow, einen
Arzt, dessen Schicksal ihn von Preßburg nach Ödenburg verschlagen
hatte. Er wurde Chefarzt im ersten
Krankenhaus der Stadt, namens
„Zita“.
Auch in diesem Zweig der Familie
war Musik großgeschrieben. Der
Großonkel von Erzsi, Jenô Kossow,
lebte in Preßburg und wirkte als
Rechtsanwalt. Er spielte aber so gut
und gerne Orgel, daß er eine Zeitlang
als Organist in der Krönungskirche
tätig war. Davon zeugt noch heute
eine Gedenktafel an der Mauer der
Kirche. Als er nach Ödenburg zurückkehrte, reorganisierte er den
1829 von Franz Kuzweil gegründeten Musikverein.
Auf dem alten Familienbesitz kamen die Familienmitglieder oft zusammen, wo sie komponierten und
Liederabende veranstalteten.
Dr. Imre Kossow und Anna Megyesi-Schwarz hatten sechs Kinder:
Maria, Erzsi’s Mutter, heiratete den
Juristen Dr. István Basinszky. Er war
bei der Firma Bayer Leverkusen angestellt, darüber hinaus arbeitete er
als Regierungskommissar und war
als solcher während des Zweiten
Weltkrieges für die Medikamentenversorgung von Budapest verantwortlich. Schließlich wurde er von
feindlichen Truppen verhaftet, erkrankte im Gefängnis und starb nach
nur fünf Jahren Ehe.
So fanden die Mutter und mit ihr
die kleinen Kinder Erzsi und Margit
im Ödenburger Familienbesitz ein
Heim. Als studierte Klavierlehrerin
gründete sie einen Musikkindergarten und gab Klavierunterricht, um
ihre Kinder ernähren zu können.
Die beiden Töchter wuchsen praktisch von klein auf mit Musik auf,
es lag daher auf der Hand, daß auch
sie die Musikerinnenlaufbahn einschlugen: Beide absolvierten die
Musikakademie. Erzsi lebt auf dem
alten Familienbesitz, gemeinsam
mit ihrem Mann Endre Szeles. Sie
pflegt die Tradition und organisiert
Hauskonzerte, die für alle Gäste
stets ein unauslöschliches Erlebnis
bedeuten.
Ihre beiden Töchter, Nóra und
Kriszta, sind ebenfalls ausgezeichnete Musikerinnen. Sie arbeiten jedoch im Wirtschaftsbereich, sehen in
ihrer Musik aber gerne einen Ausgleich zum streßgeplagten Alltag.
Judit Bertalan
4
GEMEINSCHAFTEN DER UNGARNDEUTSCHEN
NZ 2/2009
Mit dem Akkordeon für die deutsche Volksmusik
Ungarns einzige Akkordeongruppe mit 40 Mitgliedern
Seine Berufung ist nicht nur
die Bewahrung und Pflege der
ungarndeutschen Volksmusik,
sondern auch zweifellos die
Vermittlung und Weitergabe
von Traditionen an jüngere
Menschen. Er ist ein
hervorragender Lehrer der
Musik. Stefan Geiger wohnt in
Madarasch. Sein Vater war es,
der in den 50er Jahren des
vergangenen Jahrhunderts in
seinem Heimatort mal eine
Akkordeongruppe gründete.
Später mußte das Ensemble ganz im
Sinne des Zeitgeistes in eine Blaskapelle konvertiert werden, was zur direkten Folge hatte, daß in Ungarn
etwa 30 Jahre lang keine Akkordeonmusikgruppe existierte. 1989
scheint in dieser Hinsicht ein Meilenstein zu sein, denn in diesem Jahr
wurde nach langer Zeit von Stefan
Geiger junior in Ober-SanktIwan/Felsôszentiván wieder eine
derartige Gruppe gegründet. 1996
ist Stefan Geiger senior gestorben,
was im musikalischen Leben der
zwei Dörfer Madarasch und OberSankt-Iwan zu unweigerlichen Veränderungen führte. Stefan Geiger
junior versuchte mit allen Mitteln,
das Vermächtnis seines Vaters zu
wahren und übernahm die Betreuung der Akkordeongruppe. Damit
hat sich zugleich langsam aber sicher auch der Akkordeonunterricht
etabliert. All dies war zwar eine
recht beträchtliche Belastung, jedoch wurde diese Aufgabe von die-
sem
besonderen
Lehrer mit Freude
und Ergebenheit bewältigt. Auf seine
Anregung wurden
die Musikgruppen
der zwei Ortschaften
zu einer Akkordeongruppe vereint.
Die Bürger der
Dörfer haben die
schöne
deutsche
Musik mit Freude
aufgenommen, aber
auch die Möglichkeit, daß nun die
Kinder musikalisch
unterrichtet wurden
und sich in der Musikgruppe als echte
Musiker ausprobieren konnten.
Dieses Ensemble ist heute Ungarns
einzige Akkordeongruppe mit 40
musizierenden Mitgliedern im Alter von 10 bis 21 Jahren. (Bedenken
wir, daß viele Bereiche mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben.)
Von der Gründung an war die
Gruppe in den umliegenden Ländern aufgetreten, jedoch tourten sie
auch in Deutschland, Italien und San
Marino mit riesigem Erfolg. Und
das nicht nur einmal! Erste Preise
und goldene Auszeichnungen konnten sie mit nach Hause nehmen.
Auch waren sie in der Lage, den
Goldenen Pfau des Verbandes Ungarischer Chöre und Musikgruppen
(KÓTA) zu erwerben. Treten sie
irgendwo auf, ist der Beifall unermeßlich. Ihr ausgereiftes, schönes
Spiel verzaubert groß und klein. In
ihrem Programm finden sich in er-
ster Linie Stücke aus der eigenen
Umgebung wieder, jedoch wird ausgesprochen viel Wert darauf gelegt,
die deutsche Volksmusik der Nachbarländer zu erlernen und zu interpretieren.
Stefan Geiger ist unermüdlich.
Und dies, obwohl er in beiden Ortschaften auch die Tätigkeit des Kantors versieht. Trotz aller Mühe
mußte er ein großes Trauma erleiden. Er wurde vom Allgemeinen
Kunstzentrum in Madarasch unerwartet über seine Pensionierung benachrichtigt und zugleich informiert, daß seine Arbeit nicht mal in
der verbleibenden Zeit, bis zum Antritt der Rente, erwünscht ist. Der
Akkordeonunterricht wurde unverzüglich eingestellt und sollte erst
weitergeführt werden, wenn „eine
fähige Person“ gefunden werden
könne. Den Mitgliedern der Musikgruppe wurde angeboten und emp-
fohlen, ihre Musikinstrumente abzulegen und andere zu spielen. Man
hat den Eindruck, daß etwas gut
Funktionierendes in voller Absicht
zerschmettert wird.
Stefan Geiger hat seine Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Zwei hervorragend zusammengestellte CDs der Musikgruppe sind
erschienen. Mit seiner fortwährenden Arbeit konnte er der Region bedeutende Erfolge bescheren. Sowohl in fachlicher als auch in
menschlicher Sicht verrichtet er
ausgezeichnete Arbeit. Nicht zu
sprechen davon, wie wertvoll seine
Tätigkeit bei der Bewahrung und
Weitergabe der Werte und Traditionen seiner Vorfahren ist. Er unterrichtet nun die Kinder und Jugendlichen in seinem eigenen Heim unermüdlich und kostenlos weiter.
Glücklicherweise hat der Bürgermeister von Katschmar, Endre Pál,
Hilfe angeboten, in der örtlichen
Schule den Akkordeonunterricht mit
etwas finanzieller Unterstützung für
die Fahrtkosten weiterzuführen. Jedoch wissen Gruppenleiter auf ähnlichen Gebieten allzu gut, daß dies
bei weitem nicht ausreicht, um das
Niveau und die Auftrittsmöglichkeiten sicherstellen zu können.
Warum wurde dieser großartige,
ausgezeichnete Lehrer und Mensch
in seinem eigenen Dorf so sehr und
auf eine so ungerechte Weise erniedrigt und nach hervorragenden Leistungen entlassen? Damit wurde
auch die Zukunft der Musikgruppe
besiegelt.
Szabolcs Lami
www.szalami.com
Druckfrisch
Die Stiftung für ungarndeutsches
Volkstanzgut präsentierte Mitte Dezember 2008 im Fünfkirchner Lenau-Haus die druckfrische dritte erweiterte Auflage des „Ungarndeutschen Trachtenbuchs“. Der neue
Band wurde mit Trachtenfotos aus
folgenden ungarndeutschen Gemeinden bereichert: Csikéria,
Kschnarad/Kisnyárád, Kumbai/Kunbaja, Moor/Mór, Pogan/Pogány, Altglashütte/Óbánya, Botsch/Pócsa,
Neudörfl/Újbarok und Boglar/Vértesboglár. Bei der Buchpräsentation
waren auch Trachtenpaare aus den in
den Band neu aufgenommenen Dörfern anwesend. Das Buch wurde von
der Vorsitzenden der Stiftung Ibolya
Englender-Hock vorgestellt. Anschließend sprach der Fünfkirchner
Kunstfotograf László Körtvélyesi
über seine positiven Eindrücke und
Erlebnisse während der Fotoarbeiten in den ungarndeutschen Gemeinden.
das Német-Gallusz-Duo, das Wemender Quartett, der Wemend Chor
mit der Baskapelle.
Die neuen Publikationen sind unter folgenden Adressen erhältlich:
Geschäftsstelle der LdU
1026 Budapest, Júlia u. 9
Telefon: 06 1 / 212 91 52
Fax: 06 1 / 212 91 53
E-Mail: info@ldu.hu
Regionalbüro der LdU
Baja, Szabadság u. 23
Telefon: 06 79 / 522 200
Fax: 06 79 522 202
E-Mail: rb.baja@index.hu
Die Stiftung gab in der Adventszeit auch die 2. ungarndeutsche Kirchenmusik-CD heraus, die den Titel
des weltweit bekannten deutschen
Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ trägt. Vorgestellt wurde
sie von Helmut Heil. Auf der CD
wirken mit: das Földi-Deutsch-Duo,
Lenau-Haus, 7621 Pécs
Munkácsy M. u. 8
Telefon/Fax: 06 72 / 332 515
E-Mail: lenau@t-online.hu
NZ 2/2009
GESCHICHTEN
5
Kaanör Vörzählstickör
Jancsika un’ Juliska
s war emal ‘n aröm Mann un’
e aröm Weib. Ti hun zwaa
Kinnör k`hat: e Mätje un’ ‘n
Pu. Ös Mätje had Juliska k’haaße,
un’ tör Pu had Jancsika k’haaße. Ter
Mann is als im Wald kange Holz
hacke. Amal had tes Weib zu dem
Mann k’sad: „Selscht ti Kinnör aa
mitnausnemme in tem Wald, wann
ned annörscht, lascht se tart, as se
nimmi haamkumme. Ti were schon
wu hiekhumme.“ Ter Mann is aa
kange mid tene Kinnör, ter Mann is
kange uf sai Arwödsplatz, wu ‘r
Holz k’hackt had. Wie tr Vatör se
had mitk’numme k`hat, nacht hun ti
Kinnör Prodkrimmölör in ehne Täsche k’steckt, un’ sel hun se nacht
k’straud, taß se ten Weg haamzus
finne. Awör wie se ti Prodkrimmölör
k’straud hun, nacht ware ti Vegölör
k’floge kumme un’ hun ti Krimmölör z’sammk’lese. Nacht had tör
Vatör sich hald so fartk’stohle, taß se
‘n ne selle finne. Ös is aa Nacht
ware. Was sellö ‘se jetz’ mache?
Haam hun se trum ne kenne, wel se
ti Krimmölör nimmi k’funne hun.
Nacht sain ti Kinnör hald kange ‘m
Weg nach. Nacht hun se amal k’seie
vum Weidem, tart stehd e klaa Häische, v’leicht kennö se tart toch
Nachtquartier krien. Ti Kinnör sain
hald kange. Wie se hie sain kumme,
Ö
Ös war emal e Tarf, tes had Kaan k’haaße. Ti Laid tart ware klicklig, nar ti hun messe immör zu Fuß kehn, wel se ka ordentlich
Weg k’hat hun. Ka Bus, ka Zug had ti Ruhe ne k’stört, nar wegör
tem hun ti Laid aa ne kenne arwöde kehn, wie se im Tarf schon
nimmi allös hun k’hat. So sain ti Laid weggezoge, wu ne ausk’siedlt ware sain.
Ti Vörzählstickör kumme aus Kaan. Ös war emal e Mätje, wu ös
tritt Kind vun ihre Famili war un ös erscht Kind, wu ne in Klakindsaldör k’starwe is. Ti Laid im Tarf hun k’sad, ti Eltre selle
ihre so e Name kewe, was im Tarf noch ne kewe is ware. So war
se Matild getaaft ware. Ihre Vatör un ihre Kroßmottör hun ihre im
Kindsaldör Vörzählstickör gelese un ufk’sad. Sie hun tr Ham e
Puch k’hat, wu se hun benutzt, nar tes Puch is vörlaare kange. Ti
Vörzählstickör sain pund, vun Grimms bekannde Märchepuch
pis zu Volkspuch-K’schichte is vielös törpai: erzähld vun mai
Kroßmottör abk’schriewe far unsör Laid. Ich winsch viel K’Freid
zu tene Kaanör Vörzählstickör.
kerwele
nacht war hald so e klaa Häische
tart, ‘s Tach war vun Csokoládé, un’
‘s annör war vun Zuckör. Ti Kinnör
hun als runnörgeproch vun dem
Tach, un’ hun k’eß. Uf amal had e
Stimm’ rausk’ruwe: „Knupfr-knupfr
Kneidchen, wer knupfrt an mai
Häischen?“ Nacht hun ti Kinnör
k’sad: „Ter Wind, ter Wind, ös
himmlische Kind!“ Nacht had e
Weib ‘s Tir ufk’macht, un’ had se
naik’ruwe, si selle naikumme. In e
Tag, zwaa, had se tes Piewele in
Saustall k’sperrt, nacht had se zu
tem Mädele k’sad, sie were ‘n jetz’
kud fuddre, un’ wann ‘r fett is, nacht
werö se ‘n wegmache. Ja, kel tes
Mädele war aa so k’scheid, tes is
ihre Prudr, sie hat’s ehm k’sad, was
tes Weib varhad. Wie tes Weib amal
ne törhaam war, nacht had tes Mädele ihre Puch k’funne, nacht is se
trufkumme, taß tes e aldi Hex is. Si
had tes allös tem Jancsika vörzähld.
Jancsika had k’sad: „Kebscht mör
Steckölör rai, tinnre, tickre, alli
Kattung, nacht wann se sad, ich soll
mai Fingele nausstrecke, na wer’
ich ‘re schon e Steckele nausstrecke.“ Nacht war’s a so. In e paar
Woche had ti Hex zu tem Mädele
k’sad: „Jetz were mör Feiör schiere
im Packowe un’ nacht schmeiße
mör ‘n nai!“ Ti Juliska hat ‘s wiedör
tem Piewele vörzähld, nacht had ‘r
k’sad: „Ne studier tu wegör tem, ich
wer’ schon ausmache ‘s.“ Ös war a
so. Wie ‘s Feiör kud geprennd had,
nacht sain se kange mid tere Kroßmottör tem Jancsika ruwe. Er soll
kumme, er soll sich uf tör Packschiewör setze. Ter Pu had nacht k’sad zu ‘re, had er waß ne, wie mör
sich muß, sie soll ‘s ehm weise, wie
ör sich soll hiesetze. Sie soll sich
‘mal t’rufsetze. Sie had nacht t’rufk’setzt sich, un’ nacht had ter Jancsika ti Schauwl vörwischt, ten
Packschiewör, un’ had se naik’schmiß ti Ald. Nacht hun sö se
nimmi rausk’laß, hun se zuk’macht,
un’ nacht is se vörprennd ti Ald. Ti
Kinnör hun hald alli Sach’ z’sammk’lese, was tart war zu mitnemme,
un’ nacht sain se haam zu ehne Eldre. Nacht warö se arich froh, taß sö
se toch nogemal k’funne hun, tas sö
se kried hun ihre Kinnör.
Fosching, Fosching loß net noch, bis mei Mueder Kropfen pocht
Ein alter Spruch bei den Ungarndeutschen besagt, was alles zum Fasching gehörte, nachdem die stille Zeit von der Adventszeit bis zum Fest der Heiligen
Drei Könige (am 6. Jänner) vorbei war. Der Fasching ist mal kürzer, mal länger, das hat etwas mit dem Mondstand zu tun, doch diese Periode war (heute
nicht nur in diesem Intervall) den Lustbarkeiten, Bällen und der ausgelassenen Unterhaltung gewidmet.
Der Fasching wird in den vorwiegend katholischen Ländern auch als die
„fünfte Jahreszeit“ des kirchlichen Kalenderjahres bezeichnet und dauert bis
zum Aschermittwoch, d. h. bis zur Mitternacht des vorangehenden Dienstags.
Dann werden die Musikinstrumente still, die Bälle eingestellt und es beginnt
die Fastenzeit. Heute würde man sagen, eine Art Reformküche wird verwirklicht mit Saurem (sauren Paprikas, Gurken und gemischtem Sauren), wenig
Fleisch, viel Getreide (Brot vor allem und was halt im Backofen alles
gebacken werden konnte), Kartoffeln und Bohnen.
Im Fasching wurde jedoch an jedem Wochenende gefeiert, je ein Ball veranstaltet, sich wohl und lustig gefühlt. Tagsüber sind die Leute zueinander gegangen, es wurden heitere Geschichten erzählt, und die ganze Dorfgemeinschaft war beisammen.
Im Mittelalter war dies auch in den deutschen Landen noch anders – liest
man in alten Büchern, als das Fasten strengstens vorgeschrieben war. Nicht
nur Fleisch war verboten zu essen, sondern auch andere tierische Produkte
wie Milch, Butter, Käse und Schmalz. Und was noch schlimmer war, die absolute sexuelle Enthaltsamkeit war vorgeschrieben.
Bis zum Heute veränderte sich die Lage, in der modernen Welt werden die
einstigen Bräuche in ihrem Ursprung weniger gepflegt, doch das Interesse für
Unterhaltung bei Musik und Tanz hat nicht nachgelassen. So werden Schwabenbälle veranstaltet, auf denen von den Kulturgruppen auch etwas von der
Kultur der Ortschaft bzw. der Region zum Besten gegeben wird. Diese Veranstaltungen dienen der Kulturpflege und bei diesen Programmen sind auch
viele Jugendliche anzutreffen, die mit großer Begeisterung mitmachen.
Faschingsbälle werden landesweit abgehalten und von vielen Tanzfreudigen besucht. Dabei entstehen Bekanntschaften und Freundschaften, man lädt
sich gegenseitig an den eigenen Tisch ein, um auch den selbstgemachten Wein
und das Gebäck zu verkosten, einen guten Plausch zu haben, einen Walzer
oder gar eine Schnellpolka zu tanzen. So einfach ist es eben!
Árpád Hergenröder
Drillingsgeschichten
Jogginganzug ade
Langsam ist es soweit, der Termin meines Arbeitsbeginns rückt immer näher und man macht sich so seine
Gedanken, was sich wohl ändern wird. Ich komme endlich wieder aus dem Haus, denn mit drei Kindern ist man
dermaßen unflexibel und unbeweglich, daß ich mir oft gefesselt vorkam.
Mehr als vier Jahre ist es nun her, als mir von einer Minute auf die andere
strengste Bettruhe verordnet wurde und sich mein Leben für immer änderte.
Ein typisches Klischee über Mütter ist es, wie sie übergewichtig in Jogginganzügen, unausgeschlafen den Staubsauger vor sich herschieben. Es
stimmt allerdings, daß nur die wenigsten den Haushalt in Stöckelschuhen
und voll geschminkt bewältigen, wenn sie das Haus sowieso nicht verlassen. In dieser Zeit passiert eine unglaubliche körperliche und geistige Veränderung bei den Frauen, und was bei den meisten nach drei Jahren übrigbleibt sind zusätzliche Kilos. Ein Friseurbesuch, ein neues, modisches
Oberteil und einige Komplimente vom Mann können da wahre Wunder bewirken.
Christina Arnold
6
BUCHBESPRECHUNG
NZ 2/2009
Volkskeramik Siebenbürgens
Sächsisches Dreieck: Bistritz, Hermannstadt, Kronstadt
Teller aus Hermannstadt mit Vogelmotiv, Mitte des 18.
Jahrhunderts
In der typisch großbürgerlichen
Sammlung von Gyula Wolfner – erste Hälfte des 20. Jahrhunderts –
befanden sich neben zahlreichen
Bildern Hunderte von ethnographischen Objekten, darunter eine reiche Auswahl an Keramiken aus
Siebenbürgen. Und es ist kein Zufall, daß heutzutage in der berühmten Wiener Sammlung Leopold und
in der Kollektion der deutschen Expressionisten von Buchheim volkstümliche Fayencen aus ungarischen
Gebieten eine bedeutende Rolle
spielen. In der Geschichte der ungarischen Malerei des 20. Jahrhunderts finden wir eine ganze Reihe
von Künstlern – von Adolf Fényes
über István Csók, Károly Ferenczy
und Béla Czóbel bis zu Vilmos
Csaba Perlrott -, die nicht nur bäu-
Krug aus Thorenburg mit figür licher Darstellung, erste Hälfte des
19. Jahrhunderts
Nach mehrjähriger Arbeit und Kooperation
von Dutzenden öffentlicher oder privater
Sammlungen aus Ungarn, Deutschland sowie
Rumänien ist ein prachtvolles Album über die
Volkskeramik Siebenbürgens – in drei
Sprachen – erschienen*. Die etwa 600,
meistens ganzseitigen und farbigen Bilder
zeigen zu 80 – 85 Prozent noch nie
ausgestellte oder publizierte Objekte. Der
Sammler aus der Bundesrepublik
Deutschland, Kurt Liehn, hat außer seiner
Kollektion auch seine exzellenten
Fachkenntnisse zur Verfügung gestellt. Die
deutsche Übersetzung stammt von Foolke
Molnár. Redakteur des Buches ist der
Ingenieur Ferenc Vörösváry, der seit
dreieinhalb Jahrzehnten selbst begeisterter
Keramiksammler ist. Der Budapester Galerist
Tamás Kieselbach gehört auch zu den
Sponsoren des Projektes.
erliche Keramik sammelten, sondern diese Objekte immer wieder
auch in ihren Stilleben verewigten.
Und nicht zu vergessen die Mitglieder der Schule in Sankt
Andrä/Szentendre – Lajos Vajda,
Endre Bálint, Margit Anna oder
Dezsô Korniss -, deren ganzes Lebenswerk von der Folklore stark
beeinflusst wurde. Die Inspiration
der Volkskunst hat dann nach dem
Zweiten Weltkrieg die ganze Kultur
Ungarns bereichert.
Der Autor des Buches ist der Museologe István Csupor, Leiter der
Keramikabteilung des Ethnographischen Museums in Budapest. Er
hat den Begleittext nach den wichtigsten geographischen Gebieten
Siebenbürgens in drei Hauptkapitel
geteilt. Neben dem Seklerland und
der westlichen Randzone bekommt
auch das sächsische Territorium,
vom nördlichen Bistritz/Beszterce/Bistrita über das südöstliche
Kronstadt/Brassó/Brasov bis zum
südwestlichen
Hermannstadt/
Nagyszeben/Sibiu die gleiche Aufmerksamkeit. Beim Durchblättern
des 255 Seiten starken Albums findet man unter den typischen blauen
Mustern auf weißem Grund z. B.
den Humpen aus Hermannstadt mit
der Aufschrift „Ano 1743 Wivat
alle Gutte Gemüther / Trinket und
est / des Lieben Gott nicht vergeßt“. In Keisd/Szászkézd/Saschiz
dagegen haben die Hafner, auf
blauen Fond weiße Buchstaben gekratzt, wie z. B. auf einen Teller
„Allen denen die mich können /
gebe Gott was sie mir gönnen / 17
W 98“. Die Gilde der Töpfer aus
Sächsisch Regen/Szászrégen/Reghin ist in dem gut dokumentierten
Album nicht nur mit einer repräsentativen Innungskanne aus dem
Jahre 1828, sondern auch mit einer
Fotografie von zwei sächsischen
Burschen in malerischer Volkstracht präsent. Die jungen Zunftmitglieder stehen neben der Bru-
Teller aus Keisd mit der Aufschrift: „Wie die Tauben
sollen wir lieben 1803 15 Apr.“
Karaffe aus Thorenburg mit Fräu lein Dotzitza, zweites Drittel des
19. Jahrhunderts
derschaftskanne, die auf weißem
Hintergrund reich mit gelben, grünen und braunen floralen Mustern
dekoriert ist. In einer großen Herzform kann der Betrachter folgenden
langen Text in gotischer Schrift lesen: „1828 – Wivat – Komt Brider
– Setzt Euch um den – Tisch sucht
vole Gleser – winken der Wein ist
gut – Der Wein ist Frisch – komt
Brider, lasst uns drinken – Nun
noch ein Glas vol eingeschenkt –
kom edler Saft der Reben die ganze
Bruder – schaft soll leben – Johan
Kuales – Knechtvater, Martin Tellmann, Martin Schneidr, Altknecht“.
István Wagner
*Csupor István: Erdély népi kerámiamûvészete, Novella Kiadó, Budapest
2008. 255 S. mit 600 Bildern
Teller aus Thorenburg mit zwei Soldaten, zweites
Drittel des 19. Jahrhunderts
NZ 2/2009
11
KULTURERBE
Die Chronik einer Konditorei
150 Jahre von Henrik Kugler bis heute...
Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert ist in den größeren Städten
des damaligen Ungarn eine Reihe
von Zuckerbäckereien neuen Typs
entstanden. Um nur einige Konditornamen zu erwähnen: Franz Hager, Andreas Schuller oder Peter
Troll. Laut den zeitgenössischen Registern gab es im Jahre 1830 allein
in Pesth zehn Konfiserien und vier
Schokolaterien. Im Jahre 1841 verzeichnet dagegen der Almanach von
Ottmayer schon dreizehn Konditoren in Pesth und siebzehn in Ofen.
Im Lande können wir als solche
Zentren, wo Süßwaren hergestellt
wurden, neben Preßburg, Leutschau
und Kaschau oder Raab, Miskolc
und Fünfkirchen auch Jula erwähnen, wo die 1840 gegründete, ehemalige Manufaktur von Andreas Salis heute als „Százéves Cukrászda“
(Hundertjährige Konditorei) praktisch immer noch existiert.
Das Jahr 1884 ist ein Meilenstein
in der ungarländischen KonfiserieGeschichte: Alexander Bauer hat
mit seinem eleganten Salon in der
Andrássy-Straße die Mode des
Nachmittagskaffees in Budapest
verbreitet, Emil Gerbeaud hat seine
Tätigkeit an der Seite von Henrik
Kugler begonnen und Wilhelm Rußwurm durch Heirat die Führung der
Konditorei in der Ofner Festung
übernommen. Außer der bis heute
aktiven Konditorei „Ruszwurm“
muß auch Josef August wegen seiner ebenso berühmten und existenten Konfiserie „Auguszt“ erwähnt
werden, ein dritter Dynastiegründer
der damaligen Periode war Josef
Stück. Am Ende des 19. Jahrhunderts war in der österreichisch-ungarischen Monarchie die Verbreitung
der Massenproduktion charakteristisch. Zwei Wiener Fabrikanten –
G.W. Heller und die noch heute aktive Firma Manner – produzierten
Bonbons, Karamellen und Desserts,
deshalb waren sie bei uns besonders
populär. Aus Deutschland hatte sich
die Kölner Firma Stollwerck ebenso
große Marktmöglichkeiten in der
Festbeleuchtung zum 150jährigen Jubiläum
Monarchie ausgerechnet, deshalb Geschäfts am Josefsplatz und sechs
baute sie im Jahre 1906 je eine Fa- Monate später über die eines dekobrik in Preßburg (heute Slowakei) rativen Kiosks für Eisverkauf
und im siebenbürgischen Kronstadt nebenan. Die heimische Aristokratie
(heute Rumänien). Als tatsächlicher hat dieses neue Etablissement im
Begründer der industriellen Süßwa- Zentrum der Hauptstadt sehr gerne
renherstellung in Ungarn ist den- besucht und in Reiseführern wurde
noch Friedrich Stühmer zu bezeich- es schon Ende der 1860-er Jahre
nen.
auch den ausländischen Besuchern
Anno Domini 1797 wurde der eh- mit unter den ersten eleganten
renwerte Zuckerbäckermeister Ja- Adressen empfohlen.
cob Kugler – nachdem er eine GeVon seinem Stammsitz am ruhinehmigung zur Eröffnung einer gen Josefsplatz (heute József nádorKonditorei bekommen hatte –, unter Platz) siedelte Henrik Kugler 1870
die Bürger der freien königlichen die populäre Konditorei auf den beStadt Ödenburg aufgenommen. Sein lebten Theaterplatz um. 1874 brannSohn Anton hat auch dieses Ge- te das dortige deutsche Theater völwerbe gelernt und sein Enkel Henrik lig aus und deshalb benannten die
Kugler (1830 – 1905) die Zunftge- Stadtväter den Platz im gleichen
heimnisse übernommen. 1845 be- Jahr nach Gisela, der älteren Tochter
kam er seinen Meisterbrief und be- des Kaisers und Königs Franz-Jogann seinen obligatorischen Wan- seph (heute Vörösmarty-Platz).
derweg in etwa ein Dutzend Städte Diese benachbarte „GroßstadtEuropas, um seine Kenntnisse zu er- Oase“ wurde vom Volksmund
weitern. Zurückgekehrt führte er zu- „Schneider-Viereck“ genannt, weil
erst die Familienkonditorei in Öden- jeder Besitzer der dortigen vier Geburg, aber nach gut zehn Jahren ver- bäude etwas „geschneidert“ hat: die
suchte er sein Glück in der Haupt- Kommerzbank die Abschnittscheine
stadt. Der Pesther Stadtrat unter- der Staatspapiere, der berühmte
schrieb am 2. September 1858 die Chirurg Kovács die Körperteile, der
Genehmigung und am 14. Oktober Lederwarenhändler Lyka Leder und
desselben Jahres berichteten schon letztendlich Anton Eisele, der wirkdie Zeitungen in Pesth und Ofen lich ein echter Schneidermeister
über die feierliche Eröffnung des war. Die Fassade entstand nach den
Das Gebäude Kugler-Gerbeaud im Jahre 1890
Plänen des namhaften Architekten
Josef Hild. (Der aktuelle Stand ist
den Umbauten von Alexander Fellner zwischen 1910 und 1913 zu verdanken). Der Stadtführer von 1871
empfahl dem Publikum die Konditorei als die eleganteste in ganz
Pesth, die französischen MignonTörtchen wurden übrigens „Kugler“
genannt. Der weltberühmte Pianist
und Komponist Franz Liszt gehörte
ebenso zu den Stammgästen wie
auch „der Vater des Ausgleiches von
1867“ Ferenc Deák oder später die
Erzherzogin Augusta, und zwar täglich zweimal. Weil sie nach der höfischen Etikette vom ganzen Publikum jedes Mal mit Aufstehen empfangen werden sollte, hat der spätere
Besitzer aus sehr praktischen Gründen für die Mitglieder der königlichen Familie eine völlig separierte
Abteilung unter dem Namen „Kis
Gerbeaud“ einrichten lassen. Auf der
Wiener Ausstellung 1873 erhielt das
Geschäft von Kugler die Medaille für
das beste Eis und er selbst den Titel
„Kaiserlicher und Königlicher Hoflieferant“. Er war alleinstehend und
ohne leibliche Erben. Nachdem er
1882 den jungen Genfer Konditor
Emil Gerbeaud kennengelernt hatte,
lud er ihn 1884 nach Budapest ein,
wo er als Nachfolger langsam die
Führung übernahm. Henrik Kugler
starb am 15. Februar 1905 und wurde
auf dem Kerepesi-Friedhof feierlich
beerdigt.
Nach der langen und ebenso
glanzvollen Gerbeaud-Ära und der
sozialistischen Vörösmarty-Periode
hat die Konditorei ihren vorherigen
Namen Gerbeaud zurückbekommen. Dann kam die Wende und
1995 hat der deutsche Geschäftsmann Erwin Müller das traditionsreiche Unternehmen übernommen.
Seitdem ist – unter anderem – auch
eine hauseigene Bierbrauerei entstanden und das exklusive OnyxRestaurant gewinnt einen Wettbewerb nach dem anderen und strebt
zu Recht nach Michelin-Sternen.
István Wagner
Die traditionelle schwarz-weiße Gerbeaud-Uniform
12
KULTURERBE
NZ 2/2009
Hugo Meltzl und seine „Zukunftswissenschaft“
Vor 100 Jahren starb der Herausgeber der weltweit ersten Zeitschrift für vergleichende Literaturwissenschaft
Der Siebenbürger Sachse Hugo
Meltzl, der seine Zipser Vorfahren
spät entdeckte, war für das damalige
Ungarn typisch. Wie Meltzl 1881
dem Skandinavisten Rasmus Anderson nach Madison schrieb, gab es in
Ungarn kaum eine Familie, in der
man nicht verschiedene Sprachen
sprach, ohne daß dadurch die Staatsloyalität berührt worden wäre. Einen
Satz von Meltzl hat der Obmann des
Frankfurter Deutschen Hochstifts,
Otto Volger 1885 zitiert: „Die wahre
Internationalität besteht in der
Pflege jeglicher Nationalität.“
Bekannt ist der Klausenburger
Ordinarius vor allem durch seine
Zeitschrift, die er von 1877 bis 1888
(zunächst bis 1883 gemeinsam mit
Sámuel Brassai) herausgab: „Összehasonlító irodalomtörténelmi lapok“, ab 1879 mit dem Haupttitel
„Acta comparationis litterarum universarum“. Die Zeitschrift ist weltweit die erste Publikation, die sich
ausschließlich mit vergleichender
Literaturwissenschaft/Komparatistik beschäftigte. Meltzl selbst
glaubte, daß man Goethes Begriff
von Weltliteratur neu überdenken
und praktisch ausgestalten müsse.
Durch Übersetzungen oder praktizierte Vielsprachigkeit sollte man
die Literaturen der Welt miteinander
vergleichen. Ähnlichkeiten, Übereinstimmungen aber auch Unterschiede und Eigenarten einzelner
Literaturen würden dadurch zum
Vorschein kommen können. Er
wandte sich an damals schon berühmte Zeitgenossen, um sich ihre
Mitarbeit zu sichern. Sie konnten
entweder Mitglieder der Vereinigung werden, die sich ab 1879 „Gesellschaft für vergleichende Literatur“ nannte oder sie konnten in der
Zeitschrift publizieren, deren Titel
in 11 Sprachen auf dem Titelblatt
prangte. Im Verlauf von knapp 11
Jahren hat sich Meltzl die Mitarbeit
von fast 130 Wissenschaftlern,
Übersetzern, Historikern, Volkskundlern, Sprachwissenschaftlern
und Schriftstellern gesichert, die auf
allen fünf Kontinenten lebten. Zweifelsohne war Europa am besten vertreten, aber mit fast zwei Dutzend
Mitarbeitern aus beiden Amerikas,
aus Afrika, Australien und Asien
war Meltzl gut ausgestattet. Wenn
man bedenkt, daß er mit Frédèric
Mistral einen Nobelpreisträger und
mit Professoren wie Frédéric Amiel
(Genf), Emilio Teza (Padua), Vilhelm Thomsen (Kopenhagen), Rasmus B. Anderson (Madison), Ramon Leon Mainez (Cadíz), Johannnes Minckwitz (Leipzig), Wilhelm
Schott (Berlin), Thorsteinsson
Steingrimur (Reykjavik), Károly
Szász (Budapest), Michael Veske
(Dorpat) international renommierte
Wissenschaftler für sein Unternehmen gewinnen konnte. Wenn man
außerdem die Tochter Ferdinand
An das Ableben Hugo Meltzls (1846-1908) erinnerte eine
Tagung der christlichen Partium-Privatuniversität in
Großwardein, die von Dr. Szabolcs János-Szatmári und
seinen Kollegen vorbereitet worden war und an der
Wissenschaftler aus Deutschland, Ungarn und Rumänien
teilnahmen. Der Tagungsband wird von der Klausenburger
Universität (Deutsches Institut) herausgegeben: dort war
Meltzl von 1872 bis zu seinem Tod Professor für deutsche
Sprache und Literatur. Seine Sprach- und Sachkenntnisse
hatten zur Folge, dass er auch die Lehrstühle für Französisch
und Italienisch betreute und von 1894-1895 Dekan der
Philosophischen Fakultät und Rektor war.
Freiligraths, Käthe FreiligrathKroeker hinzunimmt, Heinrich Hart,
einen der Initiatoren des deutschen
Naturalismus, ebenso die zahlreichen namhaften Übersetzer, dann
stellt man fest, daß die Klausenburger Zeitschrift schon allein durch
diese Persönlichkeiten Interesse verdient. Daß sie es sich zum Ziel
setzte, Beiträge in mindestens den
elf europäischen Sprachen abzudrucken, die im Titel standen, außer-
dem für jede anderssprachigen Beiträge offen stand, läßt erkennen, daß
Meltzl seinen „Polyglottismus“ konkretisierte. Zweifelsohne hat er
manche Ziele nicht erreicht, beispielsweise eine Sammlung von
„Specimens“ (so schrieb er in die
USA), das sind Gedichten in allen
europäischen Sprachen, die gleichzeitig mit einer deutschen und einer
englischen Übersetzung veröffentlicht werden sollten. Diese
Hévíz und Plattensee-Oberland
auf Welterbeliste?
Einer jetzt gegründeten Kommission obliegt es, im Rahmen des Entwicklungsrates Plattensee die Bewerbung dieser Region um Aufnahme von Hévíz und einem Teil des Plattensee-Oberlandes in die Welterbeliste vorzubereiten. Zur Sprache gekommen war das Vorhaben bereits 2003, als die Stadt
Keszthely und die Kleinregion diese Aufgabe übernahmen. Wie seitens der
Kommission betont wurde, seien noch mehrere Fragen offen, denn ein Teil
der betroffenen Siedlungen sei noch unsicher, und es sei auch noch nicht
genau umrissen, in welcher Kategorie sich die Region bewerben möchte,
die auf der Liste als Kulturlandschaft bezeichnet wird.
Mehrere Siedlungen gaben zu bedenken, ob es sich lohnt, sich um diesen
Titel zu bewerben, da die Investitionen sowie die Baumöglichkeiten eingeschränkt würden. Doch als Vorteil könnte gelten, daß sehr viele Touristen
eben ausgesprochen Gebiete besuchen möchten, wo man solche Sehenswürdigkeiten, Werte antreffen kann. Auch darüber sei noch nicht entschieden, ob die Region die Kategorie des Kulturerbes oder die des Weltnaturerbes anzielt. Es gibt nämlich auch Vorstellungen, derzufolge nur die Quelle
des Sees von Hévíz zum Teil des Welterbes erklärt würde.
In der Kommission für diese Bewerbung nimmt je ein Vertreter der in
Frage kommenden Komitate, das sind Zala, die Schomodei sowie Wesprim,
mit Abstimmungsrecht teil. Die ganze Vorbereitungs- und Bewerbungsprozedur dürfte an die drei Jahre dauern.
Meltzschen „Stimmen der Völker in
Liedern“ sind nie erschienen, und
weil sein Nachlaß in den Kriegswirren verloren ging, wird man die
Sammlung nie mehr zu Gesicht bekommen.
Trotzdem wurde viel erreicht:
durch die Rubrik „Petôfiana“ gab es
Übersetzungen von Petôfi in über 20
Sprachen. Ebenso wurde Folklore
aus Indien, China, Japan, Australien
und aus Afrika in Meltzls Zeitschrift
in Originalfassungen und in deutschen Nachdichtungen popularisiert. Der Literaturwissenschaftler
aus Siebenbürgen machte es seinen
Mitarbeitern zur Aufgabe, zur Literaturkommunikation weltweit beizutragen. Er wähle Mehrsprachler,
von denen ein Tommaso Cannizzaro
aus Messina, der in italienischer,
französischer, deutscher Sprache
dichtete, am bemerkenswertesten
ist. Und er setzte regionale Schwerpunkte: Sizilien, Siebenbürgen,
Südungarn waren stark vertreten.
Von den Donauschwaben waren der
in London lebende Leopold Katscher und der Übersetzer Ludwig
Vinzenz Fischer in Meltzls Zeitschrift anzutreffen. In Siebenbürgen
wurde die Vielsprachigkeit betont:
man präsentierte deutsche, ungarische, rumänische Literatur, ebenso
die Literatur der Armenier und Zigeuner. Meltzl selbst und sein Schüler Heinrich Wlislocki haben die Zigeunerforschung begründet.
Allerdings: eine eigene Forschungsmethode hat Meltzl nicht erarbeitet. Das und seine sehr exklusive Verteilung seiner Zeitschrift und
seiner Einzelpublikationen (er versandte sie nur an eine von ihm selbst
bestimmte geistige Elite in Europa
und Amerika) hat seine Wirkung
verringert. Außerdem finanzierte er
sowohl seine ausgedehnten Reisen
(nach Nordafrika, Norwegen, Italien,
Deutschland) selbst, als auch die
Mindestauflagen seiner Publikationen. Darum kennt man zwar seine
Petôfi-Übersetzungen, die er in deutschen Verlagen herausgab, aber
kaum seine Arbeiten über Joseph
Viktor Scheffel, Anastasius Grün,
über Szekler Volksballaden, Zigeunerfolklore, seine kritischen Ausführungen über die Literatur (1872) oder
seine Überlegungen über das Verhältnis von Literatur und Philosophie
(1892). Eine Sammelausgabe seiner
wichtigsten Schriften ist bis heute
unterblieben, seine Zeitschrift ist nur
in Wien, Frankfurt am Main und
Klausenburg vollständig vorhanden
und sein weit gespanntes internationales Netzwerk ist nach 1888 nach
und nach zusammengebrochen.
Heute, wo Globalisierung und weltweite Kommunikation möglich und
zum Teil verwirklicht ist, sollte man
sich an diesen wichtigen Vorläufer
wenigstens von Zeit zu Zeit erinnern.
Horst Fassel
NZ 2/2009
GJU – GEMEINSCHAFT JUNGER UNGARNDEUTSCHER
Juniorensilvester war echt cool
13
Neue/r Geschäftsführer/in gesucht
Die GJU schreibt die Stelle ihres/ihrer Geschäftsführers/in aus. Arbeitsantritt:
Anfang Februar 2009, im Budapester Büro der GJU.
Erwartet werden:
– abgeschlossenes Hochschulstudium
– sehr gute Deutschkenntnisse, evtl. auch Grundkenntnisse in Englisch
– Erfahrungen im Kultur- und Projektmanagement
– Erfahrungen mit der Arbeit bei einer Zivilorganisation
– Interesse an Minderheitenfragen, insbesondere der deutschen Minderheit
– eigenverantwortliches Arbeiten und Kreativität
– EDV-Kenntnisse, insbesondere MS Office
Dieses Jahr wurde das Juniorensilvester von uns, den Mitgliedern der PINK
(Pécsi Ifjú Németek Közössége), organisiert. Trotz all unserer Anstrengungen war die Zahl der Teilnehmer nicht gerade hoch, aber das tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Dieses Mal konzentrierten sich die Programme
auf die Minderheiten - mit Hilfe von Filmen. Es wurden professionelle und
von Amateuren gedrehte Filme projiziert. Der Film „de ram popularstan“
behandelte das Leben der Zigeunerminderheit. Dank dieser Filme erwarben
wir einen anderen Aspekt, bekamen einen Blick durch eine andere Linse in
das Leben der Minderheiten.
Am ersten Abend hielten wir eine enorme Karaoke-Party. Sie dauerte bis
vier Uhr früh, dann aber „schrieen“ unsere Beine und Stimmbänder nach
ein bißchen Ruhe. Das größte Ereignis des zweiten Tages war das Schlittschuhlaufen, weil die meisten Teilnehmer des Juniorensilvesters noch nie
einen Schlittschuh an ihren Füßen gehabt haben. Da die Traditionen nicht
vernachlässigt werden sollten, wurde ein kurzer Tanzlehrkurs gehalten.
Endlich gelang es mir, die Schritte des Kolo zu memorisieren! Die ganze
Veranstaltung endete mit einer rasanten Retro-Party.
Meiner Meinung nach war das Juniorensilvester echt cool und hat allen
gut gefallen. Wir haben viele neue Bekanntschaften gemacht und viel Spaß
gehabt.
Roland
Theodor-Heuss-Kolleg:
Projektbewerbung
Bist du zwischen 18 und 25 Jahren alt?
Interessieren dich Menschen aus anderen Ländern und Kulturen?
Hast du Interesse daran, dich gesellschaftlich zu engagieren und/oder sogar schon eine
konkrete Idee dafür?
Dann kannst du dich noch bis zum 28. Februar 2009 für das Theodor-Heuss-Kolleg bewerben!
„Ideen bewegen. Dich und andere“ – so lautet das Motto des Theodor-Heuss-Kollegs,
für welches sich junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren noch bis zum 28. Februar
2009 bewerben können.
Ziel des Kollegs ist es, den Teilnehmern aus 30 verschiedenen Ländern die Möglichkeit
zu geben, ihr ganz persönliches soziales und kulturelles Engagement in Form von Projekten zu verwirklichen. Ob mit Medien, Seminaren oder Theater. Die Phantasie der Teilnehmenden bestimmt, wie diese dann durchgeführt werden. Folgende Themen stehen
im Juli und August auf 14tägigen Seminaren im Mittelpunkt:
– Vertrauen in der Krise? Individuum, Gesellschaft, Staat.
– Was ist Glück? Für mich, für die Gesellschaft, für andere Kulturen.
– Dein Thema ist das Thema. Du bestimmst.
– Stempel im Paß. Grenze im Kopf?
– Medien@WAHRnehmung
Danach werden aus Ideen konkrete Konzepte. Die besten Projekte werden vom Theodor-Heuss-Kolleg ausgewählt und gefördert. Die Teilnehmer werden über ein Jahr hinweg mit Fortbildungen und Projektbetreuungen begleitet.
Bewerben kann man sich unter:
http://www.theodor-heuss-kolleg.de/bewerbung.html
GJU – Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher
Präsident: Emil Koch
ifa-Twin: Sarolta Fogarasi
Budapest, Lendvay u. 22 1062, Tel./Fax: 06/1-269-1084
E-Mail: buro@gju.hu, twin@gju.hu; Internet-Adresse: www.gju.hu
Geschäftszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch: 9.00-12.30 und 13.00-16.00 Uhr
Donnerstag: 12.00-18.00 Uhr; Freitag: 8.00-13.00 Uhr
Leistungen der GJU:
– Fortbildungen (Projektmanagement, Drittmitteleinwerbung, Öffentlichkeitsarbeit)
– finanzielle Unterstützung für die Umsetzung eigener Projektideen
– flexible Arbeitszeit
– angenehme Umgebung
– internationale Kontakte
– kreative und abwechslungsreiche Arbeit
Zusätzliche Informationen erteilt das GJU-Büro in Budapest,
Tel.: (06-1) 269-10 84, buro@gju.hu, www.gju.hu
Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 27. Januar 2009 mit Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnissen und Lichtbild an folgende Anschrift:
Haus der Ungarndeutschen, GJU-Büro
Emil Koch
1062 Budapest, Lendvay u. 22
Auf die Plätze, fertig, Tooor!
Dieses Jahr findet vom 30. Januar bis zum 1. Februar das 17. traditionelle
Fußballturnier der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) statt,
diesmal vom Freundeskreis Wemend organisiert. Das Turnier, zu dem
etwa 150 Teilnehmer erwartet werden, wird genau wie 2008 mit Mannschaften der Burgenlandkroaten und der Kärntnerslowenen zu einem
internationalen Zusammentreffen erweitert.
Wir warten auf eure Anmeldungen!
Anmeldeformular 2009
Name der Mannschaft: ................ ...........................................................
Fantasiename: ..........................................................................................
Ankunft der Mannschaft ..........................................................................
Bis wann ist die Mannschaft zum ersten Spiel bereit: ............................
Anmeldung: 5000 Ft/Mannschaft
Grundpreis: .... Prsx1500 Ft/Prs
Unterkunft in Klassenzimmern:
30. Jänner ......Prsx400 Ft/Prs
31. Jänner ......Prsx400Ft/Prs
Verpflegung: 30. Jänner Abendessen:
31. Jänner Frühstück:
31. Jänner Mittagessen:
31. Jänner Abendessen:
1. Feber Mittagessen:
......Prsx800 Ft/Prs
......Prsx400Ft/Prs
......Prsx800 Ft/Prs
......Prsx1000Ft/Prs
......Prsx400 Ft/Prs
Insgesamt: ...............................................................................................
Die Gesamtsumme muß auf die unten angegebene Kontonummer überwiesen werden.
Mohácsi Takarék Bank
Kontoinhaber: MINK-Véménd
Kontonummer: 50400113-11018647
Das Programm, incl. der Ball am Samstag wird vom Wemender Freundeskreis finanziert.
Datum: ....................................
Unterschrift ......................................
14
JUGEND-SPEZIAL
NZ 2/2009
Spiele für groß und klein
Kinoecke
Glücksspiel
Ein Quantum Trost
Roulette, Würfel oder Black Jack,
nahezu jedem sind diese Spiele ein
Begriff, auch wenn die meisten
noch nie in einem öffentlichen Casino gewesen sind. Dem Glück
kommt bei diesen Spielen die wichtigste Rolle zu, auch wenn einige
ein Leben lang nach einer Formel
oder einer Methode suchen, um das
Glück oder die Casinobetreiber auszutricksen.
Schon in der römischen Antike
forderten die spielfreudigen Herren
ihr Glück heraus und würfelten in
ihrer Freizeit. Ab dem Mittelalter
versuchte man, das Glücksspiel zu
verbieten, sowohl die Kirche als
auch die weltlichen Mächte hatten
etwas dagegen, und diese etwas negative Einstellung gegenüber Spielhäusern ist bis heute noch zu spüren.
Ab dem 18. Jahrhundert konnte man
aber das Hasardieren nicht mehr
aufhalten, in jeder größeren Stadt
entstanden Zentren für das Glücksspiel. Das war auch die Geburtsstunde von Spielstädten wie BadenBaden oder Monte Carlo, die man
bis heute mit dem Glücksspiel verbindet.
Glücksspieler sind dem Zufall
ausgeliefert, ihr Gewinn oder Verlust hängt größtenteils vom Glück
ab, nur wenige Leute muten dem
Geschick und den Entscheidungen
der Spieler größere Bedeutung zu.
Die Würfel sind gefallen, das Rad
rollt, und dann beginnt das Zittern
um den großen Gewinn, und man
kann nichts mehr ändern. Bei den
Kartenspielen ist das ein wenig anders. Obwohl da durch das Mischen
des Paketes auch der Zufall gefragt
ist, können die Spieler trotzdem
noch Entscheidungen treffen. Gerade deswegen sind auch viele Kartenspiele in verschiedenen Ländern
von der Gesetzgebung unterschiedlich eingestuft, nicht jedes zählt als
Glücksspiel. Las Vegas, die Hochburg des Glücks, ist eine Stadt, die
nur von Spielautomaten, Roulettkugeln und vom ganzen Umfeld des
Glückspiels lebt und nur dafür entstanden ist. Doch das Milieu des
Glücksspiels hat kein gutes Image,
Drogen, Prostitution und Geldwäsche fallen den meisten sofort ein,
wenn sie über die Spielhöllen hören. Zu Hause kann man diese
Glücksspiele ganz legal ausprobieren, mit unechten Spielchips als
Einsatz kann man testen, ob man
das Glück an der Seite hat. Die Ergebnisse über längere Zeit einfach
notieren, und schon erfährt man, ob
man eine Reise nach Las Vegas wagen sollte. Kinder können um
Schokokekse oder Gummibärchen
spielen, dann haben sie garantiert
viel Spaß am Würfeln, zumindest
der Gewinner.
Christina Arnold
Totgesagte leben länger. Ob nur ein
neuer Darsteller oder gleich ein ganz
neuer Ansatz, die berühmte Figur aus
der Feder Ian Flemings ist nicht totzukriegen. Bond Nummer sechs, Daniel Craig, sah sich bereits vor seinem 007-Debüt in Casino Royale bösen Anfeindungen ausgesetzt. Unter
der Regie des Deutsch-Schweizer
Ausnahmeregisseurs Marc Forster
setzt der zweite Craig-Bond direkt
nach „Casino Royale“ ein und führt
Originaltitel: James Bond 007 – Quantum Of Solace
103 Minuten
Regie: Marc Forster
Schauspieler: Daniel Craig, Mathieu
Amalric, Judi Dench, Olga Kurylenko
Modisch und sparsam
Holzöfen nehmen wieder ihren alten Platz ein
Die drastisch steigenden Energiepreise werden die Verbraucher auch
im neuen Jahr verfolgen. Um den
Gaspreisen nicht mehr ganz ausgeliefert zu sein, suchen viele Familien den alten Rauchfang im Haus
und legen sich einen Holzofen zu.
Bei einem ausgiebigen Spaziergang
auf der Straße merkt das die Nase
sofort. Ist diese Heizung nun besser
für die Umwelt oder nicht? Die
Brieftasche wird dadurch geschont,
das wissen wir schon, nur leider ist
die Möglichkeit, einen Holzofen zu
kaufen, nicht jedem gegeben, denn
in ein Hochhaus mitten in Fünfkirchen zum Beispiel kann niemand
ohne weiteres einen Ofen hochschleppen und anschmeißen. Holz
soll besser sein für die Umwelt, so
Experten, besser als Öl, Gas oder
Kohle. Es entsteht natürlich Rauch,
welcher auch Giftstoffe beinhalten
Verantwortlich für die Seite „Jugend-Spezial“: Christina Arnold
kann, diese tragen aber zum Treibhauseffekt weniger bei als die Öl-,
Gas- oder Kohleheizung.
Am besten wäre natürlich, die
Energie durch Wind, Wasser oder
Sonne zu erhalten, aber diese Technik ist in Ungarn noch sehr zurückgeblieben. Anstatt also die neue,
moderne Variante zu nehmen, greifen in dieser Rezessionszeit viele
auf das Altbewährte zurück. Mit
der Axt oder der Motorsäge bewaffnet muß man nun für die Wärme
täglich kämpfen, und man merkt
schnell, Feuer machen ist eine
Wissenschaft für sich. Wie verwöhnt man nur war, als man ein-
fach den Regler hochschraubte und
hemmungslos die Wärme genoß.
Nun heißt es erst Holz hacken, stapeln, reintragen, Feuer machen und
dann auf das Beste hoffen. Die Romantik ist da längst vergessen, und
das Knistern des Feuers bedeutet
nur noch, Gott sei Dank, es brennt
noch!
Man war verwöhnt, das muß man
an dieser Stelle zugeben. Nun
müssen viele auf diesen gewohnten
Komfort, aus Kostengründen, verzichten. Aber nicht nur in Ungarn
greift man auf Altbewährtes zurück, auch die Franzosen hacken
inzwischen viel mehr Holz für ihren heimischen Ofen als vor einigen Jahren. Eine Solaranlage zu installieren würde viel mehr kosten,
Aufbau und Reparatur wären umständlich, einen Bach hat eben auch
nicht jeder im Hof und eine Windmühle paßt nicht in jeden Garten,
so bleibt einem nichts anderes
übrig, als Holz zu hacken. Dabei
muß man allerdings auf die regelmäßige, professionelle Wartung des
Rauchfangs größten Wert legen.
Angefangenes brutal-konsequent
weiter.
Es heißt Abschied nehmen vom
klassischen James Bond. Die Figur
des 007 hat sich in ihrem 22. Kinoauftritt mehr gewandelt denn je. Aus
dem ironischen Gentleman-Agenten
mit einem unglaublichen Schlag bei
Frauen ist ein eiskalter Agent geworden. Er verzieht keine Miene und
säuft sich durch den Tag. Craig hat
seinen Stil nun endgültig gefunden.
Sein 007 ist hart, egoistisch und absolut kompromißlos, aber auch verletzlich und angreifbar. Er ist ein
skrupelloser Killer, der sich brutal
allem entledigt, was sich ihm bei seiner persönlichen Vendetta in den
Weg stellt. Vom Charme seines Vorgängers Pierce Brosnan kann kaum
noch die Rede sein. Stattdessen
protzt Craig mit herber Männlichkeit
MI6-Doppelnullagent
James
Bond (Daniel Craig) ist nach dem
Tod seiner Geliebten Vesper Lynd
verbittert. Hat sie ihn verraten? Oder
wollte sie ihn beschützen und hat
sich deshalb geopfert? Diese Frage
nagt an 007. So sehr, daß er seine
persönlichen Motive über seinen Job
beim britischen Geheimdienst stellt,
was seiner Chefin M (Judi Dench)
so gar nicht gefällt. Die mächtige,
bisher noch unbekannte Organisation Quantum soll hinter Vespers Ermordung stecken, doch gerade als
die Agenten weitere Informationen
aus einem der Drahtzieher, Mr.
White (Jesper Christensen), herausfoltern wollen, befreit ihn ein MI6Verräter (Glenn Foster). Die Spur
führt Bond nach Haiti, wo er dem
rücksichtslosen Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Amalric) in
die Quere kommt, der gerade seine
überflüssig gewordene geliebte Camille (Olga Kurylenko) töten will.
Greene tritt nach außen hin als Ökofürst auf, ist aber in Wahrheit nur
darauf aus, lebensnotwendige Ressourcen zu beherrschen, um seinen
Profit und seine Macht zu maximieren. Gerade ist er dabei, dem bolivianischen Ex-Diktator General Madrano (Joaquin Cosio) ein nur
scheinbar wertloses Stück Wüste abzuhandeln, doch Bond schlägt ohne
das Einverständnis seiner Vorgesetzten auf eigene Rechnung los.
M. H.
NZ 2/2009
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DEUTSCHSPRACHIGES
RADIOPROGRAMM
LANDESWEIT!
Die deutschsprachige Radiosendung von Radio Fünfkirchen ist landesweit zu hören. „Treffpunkt am
Vormittag“ meldet sich täglich von
10 bis 12 Uhr. Sonntags können die
werten Zuhörer das beliebte
„Wunschkonzert“ hören. Zweiwöchentlich werden deutschsprachige
Messen übertragen.
Das Programm wird auf zwei Mittelwellenfrequenzen ausgestrahlt. In
Südungarn und bei Budapest hören
Sie die Sendungen auf MW/AM
873 kHz, über Marcali und Szolnok
wird das Programm auf MW/AM
1188 kHz ausgestrahlt. Hören Sie
zu! Wir sprechen Ihre Sprache!
DEUTSCHSPRACHIGES
FERNSEHPROGRAMM
UNSER BILDSCHIRM
Die deutschsprachige Fernsehsendung von Studio Fünfkirchen des
Ungarischen Fernsehens „Unser
Bildschirm“ meldet sich dienstags
um 13.55 Uhr im mtv.
Wiederholung donnerstags um
10.30 Uhr im m2.
Tel./Fax: 06 72 507406
Adresse: 7626 Pécs, Alsóhavi u. 16.
Telefon: 06-72-507-400
Fax: 06-72-507-406
E-Mail: ubpecs@mtv.hu
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Die Heimatzeitung der Deutschen
aus Ungarn
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Ungarndeutsche
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hu/publikationen
WIR EMPFEHLEN
Dr. Zoltán Müller
Facharzt für HNO-Krankheiten
Die Ernährung des Babys
Die Ernährung eines
Babys beginnt sofort
nach der Geburt. Da
sich heutzutage alle Experten einig sind, daß
Muttermilch die beste
Nahrung für das Kleine
ist, beginnt die Ernährung selbstverständlich
mit Muttermilch. Das
war allerdings nicht
immer so, im Mittelalter
dachte man noch, daß
Tiermilch, vor allem
Eselsmilch, noch besser für das
Baby sei. Viele Mütter machen sich
Sorgen, ob sie genügend Milch für
ihr Kind haben. Muttermilch wird
nach Angebot und Nachfrage produziert. Wenn das Kind mehr Milch
braucht, scheidet der Mutterkörper
mehr Milch aus, also der Körper
stellt sich auf den Bedarf des Kindes ein. Das hat viele Vorteile, vor
allem ist Muttermilch voll mit immunologischem Schutzmaterial, so
ist es ratsam für die Frauen, wenn
es möglich ist, ihr Kind
zu stillen. Muttermilch
ist steril, frei von Keimen. Die Experten sind
sich darüber einig, daß
ein Kind mindestens in
seinen ersten sechs Monaten nur mit Muttermilch ernährt werden
soll. Wenn das nicht
möglich ist, kann man
auf industrielle Nahrung
zurückgreifen. Das Verdauungssystem von Babys entwickelt sich unterschiedlich.
In den verschiedenen Entwicklungsphasen ist es wichtig, daß
diese ernährungsphysiologischen
Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Man muß auch mit unregelmäßiger
Verdauung rechnen. Dieser muß die
Ernährung des Babys angepaßt
werden. Beispielsweise verträgt
nicht jedes Kind Milchzucker. Deswegen muß die Ernährung des Kindes regelmäßig mit dem Kinderarzt
besprochen werden.
Fortbildungen des Ungarndeutschen
Pädagogischen Instituts in Südtirol
Für Kindergärtnerinnen
Frühkindliche Bildung – ein pädagogisches Abenteuer
Seminar für 22 pädagogische Fachkräfte und Mitarbeiter/innen
für Integration im Kindergarten (davon 4 Teilnehmer aus Ungarn)
Referentin: Gabriele Haug-Schnabi (Kandern)
Zeit: 23. – 25. März. Hospitation: 26. März
Ort: Tramin, Fortbildungsakademie Schloß Rechtenthal
Hinfahrt: 22. März Heimfahrt: 27. März
Grundschule
Für Lehrer/innen der Unterstufe
Von der Silbe zum Nebensatz...
Seminar für 22 pädagogische Fachkräfte und Mitarbeiter/innen
für Integration im Kindergarten (davon 4 Teilnehmer aus Ungarn)
Referent: Zvi Penner (Bern)
Zeit: Mo 9. – Di 10. Februar Hospitation: Mi. 11. Februar 2009
Ort: Tramin, Fortbildungsakademie Schloß Rechtenthal
Hinfahrt: 8. Februar Heimfahrt: 12. Februar
Anmeldung bis zum 20. Januar
Für Lehrer/innen der Unterstufe
Rund ums Märchen
Seminar für 25 Lehrer/innen der Grundschule (davon 4 Teilnehmer aus
Ungarn)
Referentin: Eva Maria Kohl (Halle)
Zeit: Mo 20. – Di 21. April Hospitation: Mi 22. April
Ort: Tramin, Fortbildungsakademie Schloß Rechtenthal
Hinfahrt: 19. April Heimfahrt: 23. April
Fortbildung in Ungarn
Fortbildung für Kindergärtnerinnen und Unterstufenpädagogen
Thema: „Methoden der Sprachförderung und Identitätsbewahrung im
ungarndeutschen Kindergarten“ (Akkreditierte Fortbildung von 30
Stunden)
Ort: Fünfkirchen/Pécs, Petschwar/Pécsvárad, Ofala/Ófalu
Termin: 25. – 27. März
Die Registration ist bis zu 25 Anmeldungen möglich
Anmeldung per Post, E-Mail oder Fax: 72/514-072
Anmeldeformular ist auf der Seite www.udpi.hu abrufbar
15
Tierkunde der Woche
Der Büffel
Büffel: Gruppe der Rinder, meist
mit langen gebogenen Hörnern
Nie hätte ich gedacht, daß ausgerechnet die TV-Sendung „Tagebuch“ etwas wie den Ochsenbüffel
– oder Büffelochsen – präsentiert.
Es ging um die Quizfrage: Von denen, die bei der Miniumfrage mitmachen, wird eine Person ausgelost, die alle Gewinne mitnehmen
kann, wenn sie eine Frage richtig
beantwortet. Diese Antwort verlautet irgendwann im Laufe der
Sendung, es ist also keine Hexerei,
sie zu finden. Diesmal war es aber
eine kleine Hexerei. Die gebotene
Information lautete nämlich: 2009
ist das Jahr des Ochsen.
Die Zeit des Spiels kam, die
Frage danach, welches Tierzeichen
nach dem chinesischen Horoskop
das Jahr 2009 beherrschen würde,
wurde gestellt, und die ausgeloste
Dame antwortete prompt: 2009 ist
das Jahr des Büffels. „Richtig“, so
der Moderator, „oder des Ochsens“, und fügte noch in etwa
hinzu, daß es ja gleich sei. Natürlich hatte die Dame recht, denn es
ist der Büffel – und kein Oder!
Ich würde hier nicht rummeckern, wenn all dies in einem
spontanen Gespräch passiert wäre
– es ist keine Todsünde, wenn man
sich im chinesischen Horoskop
nicht auskennt. Die Bildungslücke
betreffs Tierkunde ist schon merkwürdiger... Unverzeihlich ist auf
jeden Fall, daß es sich um eine
v o r b e r e i t e t e Quizfrage handelte, wobei bereits die Redaktion,
spätestens aber der Moderator
hätte nachschlagen können oder
eher müssen. Wenigstens in einem
kleinen Lexikon, das sie aufgeklärt
hätte, daß der Ochse ein „kastriertes männliches Rind“ sei. Kein
männliches Rind der Gruppe der
Büffel würde es dulden, einem
Ochsen gleichgesetzt zu werden –
es sei denn, der Grund dafür wäre
gegeben.
Es ist aber kaum anzunehmen,
daß Buddha einem Ochsen ein
volles Jahr geschenkt hätte, wie er
es laut Legende tat, als zwölf von
all den eingeladenen Tieren der
Schöpfung bei ihm erschienen
sind. Denn ein Ochse ist kein Tier
der Schöpfung, eher eine Schöpfung der Menschen...
Auf jeden Fall verspricht das
Büffel-Jahr nur für die Landwirtschaft was Gutes, sonst „zu viel
Arbeit. Man plagt sich ab. Pflegen
Sie Ihren Garten, kaufen Sie sich
ein Landhaus oder ziehen Sie aufs
Land. Diktatoren schmieden ihre
Pläne. Rechtsparteien und Konservative gewinnen an Boden...“. So
steht es jedenfalls in Paula Delsols
Chinesischen Horoskopen – also
doch ein Ochsentour.
judit
16
WIR EMPFEHLEN
Seit 18 Jahren Stiftung AÖU – im Dienste der
grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit/Mobilität
Die Aktion Österreich Ungarn (AÖU) www.omaa.elte.hu bietet mit
Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, www.bmwf.gv.at in Österreich und des Ministeriums für Bildung und Kultur, www.okm.hu in Ungarn seit 18 Jahren österreichischen und ungarischen Studierenden und Graduierten Stipendien, Forschungsaufenthalte an.
Auch für das Studienjahr 2009/2010 steht ein breites Spektrum an
Möglichkeiten zur Auswahl. Von 3-4wöchigen sprach- und landeskundlichen Sommerkursen für Studierende bis hin zu Stipendien für einen
Masterabschluß oder für eine Promotion an ungarischen/österreichischen Universitäten.
Für Doktoranden, die in Ungarn promovieren, gibt es die Möglichkeit, einen Teil ihrer Forschungs- und Recherchenarbeiten 1 bis 4 Monate an einer österreichischen, und österreichischen Doktoranden eine
Möglichkeit an einer ungarischen Universität oder Forschungsinstitution 1-9 Monate durchzuführen.
Drei Programme legt das Kuratorium der AÖU, bestehend aus jeweils
5 namhaften Professoren aus Österreich und Ungarn, für Hochschullehrer und promovierte Wissenschaftler auf:
Kurzzeitige (max.3 Tage) Aufenthalte zur Anbahnung von bilateralen
Forschungs-bzw. wissenschaftlichen Kooperationen im Hochschulbereich, weiters gegenseitige Auslandsaufenthalte in Österreich und Ungarn, sog. Nachbetreuungsstipendien und Stipendien für Universitätslehrer. Im Rahmen dieser beiden Programme ist ein Forschungs- bzw.
Arbeitsaufenthalt von einem Monat in Österreich und Ungarn möglich.
Neulich ist die bisher in den drei Programmen geltende Altersgrenze
von 45 Jahren auf 60 Jahre angehoben worden.
Die Bewerbungen für ein Stipendium können ausschließlich elektro n i s c h ü b e r w w w . s c h o l ar s h i p s . a t e r f o l g e n .
Einschränkungen gibt es nunmehr lediglich für Studierende und Graduierte hinsichtlich des Erreichens bestimmter Karrierestufen. Zum Beispiel soll bei Doktoranden die Altersgrenze bei 35 Jahren liegen.
Fortgeführt wird das erfolgreiche Programm Projektkooperationen.
Rund 50 Projekte werden dabei jährlich im Rahmen von bestehenden bilateralen Kooperationen im Hochschulwesen und in der Forschungslandschaft bewilligt. Die Art der Förderung: Forschungsaufenthalte,
Doktorandenseminare, wissenschaftliche Konferenzen, Lehrtätigkeit,
Publikationen der Forschungsergebnisse.
Eine ausführliche Broschüre mit allen Programmbeschreibungen auf
Deutsch kann unter http://www.omaa.elte.hu abgerufen werden.
(Über andere Stipendien, Programme für Forschungsförderung sind
Informationen in der Österreichischen Datenbank www.grants.at abrufbar.)
Die Geschäftsstelle der AÖU in Budapest und das ACM der Österreichischen Austauschdienst (OeAD) GmbH, stehen allen Interessenten in
allen Fragen rund um das Studium oder die Forschung in Österreich
bzw. in Ungarn betreffend mit Rat und Hilfe zur Verfügung.
AÖU Geschäftsführung in Budapest, Mag. Agnes Schnaider
E-Mail: aoeu@elte.hu Tel./Fax: +36 12667474
und
ACM der OeAD GmbH, Dr. Szabó Tibor
E-Mail: tibor.szabo@oead.at, Tel: +431/4277-28186,
Fax: +431/4277-28194
Mediencamp im Schloß Kromsdorf
Das Thüringer Filmbüro startet am 13. Februar mit einem Mediencamp
seine Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Das Camp wird vom 13.
bis 15. Feber im Schloß Kromsdorf veranstaltet. Auf dem Programm stehen
praktische Medienarbeit, ein Kinobesuch in Weimar, die Besichtigung des
Drehortes Schloß Kromsdorf. Zum Abschluß am 15. Februar stellt der Kinderfilmklub der Pestalozzi Schule Apolda sein Projekt „Kindheit im Weimarer Land“ und die in den Camps 2008 gedrehten Filme vor. Kosten betragen 25 Euro für Programm, Versorgung und Materialien.
Anmeldungen bitte an das Thüringer Filmbüro e.V.:
Telefon: 03643/422180, Fax: 422174, E-Mail: info@thueringer-filmbuero.de
Für das Jahr 2009 sind noch 2 Camps und 4 LESE-FILM-NÄCHTE geplant. Dabei ist das Sommercamp (29. Juni bis 3. Juli) und das Fußball-Mediencamp im Oktober die Höhepunkte des Jahres.
NZ 2/2009
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Programme im Januar
Donnerstag, 22. Januar, 19.00 Uhr:
Multimediaschau „Jugoslawien – das war einmal “
Bernd Fetthauer aus Diedorf berichtet über seine Reisen durch das ehemalige Jugoslawien, den Westbalkan und die pannonische Tiefebene
entlang der Donau. Er stellt in seiner Multimediaschau die heute selbständigen Staaten vor: Slowenien mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Europas; Kroatien mit riesigen Naturparks und einzigartiger Flora und Fauna – aber auch das Grenzgebiet zwischen Kroatien
und Serbien mit den noch heute unübersehbaren Schäden des Jugoslawienkrieges. Serbien präsentiert sich als Land der Kontraste: Neben
dem südeuropäischen Flair der großen Städte an der Donau und der pulsierenden Landeshauptstadt Belgrad gilt es die mittelalterlichen Klöster
ebenso zu entdecken wie den Donaudurchbruch durch die Karpaten im
Grenzgebiet zu Rumänien – die größte Flußklippenlandschaft Europas.
Sonderausstellung noch bis 15. Februar:
Aspekte des ungarischen Historismus. Deutsch-ungarische
Wechselbeziehungen in der Architektur
Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa (Potsdam) und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (Budapest)
mit Fotografien von József Hajdú (Budapest) und Mathias Marx (Potsdam)
DZM auswärts
Zum 55. Jubiläum des Staatstheaters in Temeswar sind dort noch bis
zum 31. Januar zwei Ulmer Ausstellungen zu sehen: „Das deutsche
Theater in Temeswar in Vergangenheit und Gegenwart“ und „Das deut sche Theater von Hermannstadt – Gestern und heute“ . Sie erinnern an
die Vorreiterrolle beider Institutionen und zeigen den Stellenwert der
Theaterkunst als Identitätsfaktor der deutschen Minderheit im heutigen
Rumänien.
Die Wanderausstellung „Donauschwäbische Kultur und Geschichte“
wird seit vergangenem Sommer in Kroatien gezeigt. Zunächst war sie
im September auf der Insel Rab während einer Tagung zum Thema
Deutsche Minderheit in Kroatien zu sehen. Anschließend machte die
Ausstellung in der kroatischen Hauptstadt Agram Station und seit 1. Dezember ist sie im Osten Kroatiens in Essegg zu sehen. Hier hat die
„Volksdeutsche Gemeinschaft der Donauschwaben“ ihren Sitz, die regelmäßig die Zeitung „Deutsches Wort“ herausgibt.
Am 23. Januar präsentiert sich das DZM erstmals auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart. Die Stuttgart CULTURE Open ist eine eintägige Sonderausstellung, mit der der Kulturtourismus gefördert werden
soll. Das DZM weist dabei nicht nur auf seinen Standort Ulm, sondern
auch auf die Siedlungsgebiete der Deutschen in Südosteuropa hin.
Daß das Museum Sammlungsstücke aus dem Antiquitätenhandel bezieht, kommt nicht oft vor. Der soeben erworbene, prachtvolle Meisterbrief des Tischlers Jacob Moser, der 1819 in Fünfkirchen ausgestellt
wurde, bildet eine Ausnahme. Die Urkunde zeigt eine zeitgenössische
Stadtansicht und belegt, daß die Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts
ebenso von Deutschen geprägt war wie von Ungarn, Kroaten und kleineren ethnischen Gruppen.
Donauschwäbisches Zentralmuseum (DZM)
Schillerstr. 1
D-89077 Ulm
Tel. 0049/731/96254-0
Fax 0049/731/96254-200
www.dzm-museum.de
info@dzm-museum.de
Deutscher Bürgerball in Fünfkirchen
Am 24. Januar findet in Fünfkirchen ab 19 Uhr ein deutscher Wohltätigkeits-Bürgerball statt.
Ort: Fünfkirchen/Pécs, Hotel Palatinus, Bartók-Saal
Information und Kartenbestellung: Matkovits Kretz Eleonóra,
0620/438-2237, E-Mail: nemetkor@gmail.com
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