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Ich sehe was, was du nicht siehst! - Ruhr-Universität Bochum

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RUBENS
NACHRICHTEN, BERICHTE UND MEINUNGEN AUS DER RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM
editorial
Einheit
vs. Vielheit
2. Mai 2002
Foto: Sponheuer
9. Jahrgang, NR. 70
In wenigen Wochen wird es soweit
sein: Die RUB wird sich mit einem
neuen Layout und einer benutzerfreundlicheren Struktur im Internet
präsentieren. Damit die Umsetzung
reibungslos und umfassend erfolgen kann, ist die Hilfe der zahlreichen Webmaster dezentraler Seiten
notwendig; auf sie kommen viele
Stunden Arbeit zu.
In einer Veranstaltung stellte die
AG-Internet im Auftrag des Rektorats das neue Konzept und das
zukünftige Design vor. Die positive
Resonanz in dieser Veranstaltung,
die aufmunternden Stimmen, die
die AG-Internet in den in folgenden
Tagen erreichten, lassen hoffen,
dass die meisten Verantwortlichen
für die Webseiten der Fakultäten,
Institute und Lehrstühle der RUB
sich die neue Struktur und das
Design zu Eigen machen werden.
Trotzdem lässt sich eine Frage nicht
von der Hand weisen, die sowohl
auf der Informationsveranstaltung
aufkam als auch die AG-Internet
während ihrer anderthalb Jahre
währenden Arbeit immer wieder
beschäftigt hat: Einheit oder Vielheit?
Erstaunliche Neuronen
Ich sehe was, was du nicht siehst!
Das Problem: Warum sehen wir flimmerfrei, obwohl unsere Augen nie
stillstehen? Die Lösung: Bestimmte Nervenzellen sorgen dafür, dass wir eine
stabile Wahrnehmung haben. Sie können die Fremdbewegung, z. B. eines
Gegenstands, unterscheiden von der Eigenbewegung des Auges (so genannte
Sakkade). Wenn sich der Augapfel bewegt, kehren sie ihre Funktion um.
Neue Verfassung: MSWF streicht und genehmigt
Zu viel Benehmen
D
as ging schnell. Am 14. März
hatte der Senat der RUB einstimmig die neue Verfassung verabschiedet (RUBENS 69) und zur
Genehmigung nach Düsseldorf ans
Wissenschaftsministerium (MSWF)
geschickt. Dort brauchte man nur elf
Tage, um zuzustimmen.
Der in fast zehn Jahren gewachsene
Internetauftritt der RUB ist durch
kreativen Wildwuchs gekennzeichnet. Da es so gut wie keine Vorgaben
gab und das 1997 letztmalig zentral
überarbeitete Layout lediglich ein
Vorschlag, nicht aber verbindlich
vorgegeben war, präsentiert sich
die RUB derzeit zumeist bunt und
uneinheitlich.
Ein paar Änderungen wollte das
MSWF gleichwohl unterbringen. So
beim Artikel 19, Wahl des Rektors:
Beim Passus „einmalige Wiederwahl
ist zulässig“ strich das Ministerium
„einmalig“. Offenbar gefiel es dem
WSWF zudem nicht, wie oft die RUB
ein Benehmen zwischen Rektorat und
Senat herbeiführen wollte. Zur Erinnerung: Im Rahmen der sog. Benehmensherstellung kann der Senat
eine Vorlage des Rektorates einmalig
Das muss kein Nachteil sein. Universitäten sind nun mal „bunte
Haufen“, „organisierte Anarchien“,
und warum sollten sie sich nicht
dementsprechend präsentieren –
sagen die einen. Die Zeiten ändern
sich, mit ihnen die Universitäten
und die Bedürfnisse ihrer Kunden,
ebenso die ihrer Mitglieder, und
auch das Internet wächst aus der
Phase seiner Kindheit heraus –
sagen die anderen.
an das Rektorat zurückverweisen.
Anschließend bemüht sich das Rektorat, eine einvernehmliche Vorlage bis
zur nächsten Sitzung des Senats einzureichen. Dieses Benehmen taucht
etwa ein Dutzend Mal in der Verfassung auf, vier Mal wurde es vom
Ministerium gestrichen, u.a. bei den
Beschlüssen über die Bildung, Auflösung oder Teilung von Fakultäten,
die Errichtung, Änderung oder Aufhebung von zentralen Einrichtungen
sowie von wissenschaftlichen Einrichtungen an der Universität und
von wissenschaftlichen Einrichtungen und Betriebseinheiten der Fakultäten. Hier kann das Rektorat nun
ganz allein entscheiden. Ebenfalls
gestrichen hat das MSWF die Möglichkeit eines konstruktiven Misstrauensvotums auf Fakultätsebene. Analog
26. März 2002: Rektor Prof. Dietmar Petzina unterzeichnet die neue
Verfassung der RUB
Foto: Sponheuer
Sicher: Viele haben sehr viel Herzblut, Zeit und Geld in ihre Seiten
investiert. Daher ist es verständlich,
wenn es ihnen nun schwer fällt,
sich dem neuen Auftritt anzupassen.
Wenn das Rektorat dennoch allen
„dringend empfiehlt“, für ihre Seiten
die nun neu entwickelte Struktur
und das neue Layout einzusetzen, so
auch, weil es das Bedürfnis der Mitglieder der RUB umgesetzt sehen
will, wie sie es in den „Empfehlungen der Arbeitsgruppe Benchmarking für den Internet Auftritt der
RUB“ formuliert haben: „Ein einheitlicher Auftritt nicht nur im Design,
sondern vor allem in der Logik
des Aufbaus erhöht die Benutzerfreundlichkeit“. Wenn dabei noch
ein Gewinn an Identifikation mit
der RUB die Folge sein sollte, um
so besser – denn das ist durchaus
beabsichtigt. jk
Bochumer Neurobiologen um Klaus-Peter Hoffmann haben die Neuronen
in den Tiefen des Gehirns von Primaten entdeckt und damit vermutlich den
Mechanismus, der Wissenschaftlern bereits seit Jahrzehnten Rätsel aufgibt.
Was wir nicht sehen, weil die Neuronen uns davor bewahren, sehen Sie auf
Seite 3. jw
zur möglichen Abwahl des Rektors
stand zunächst in der Verfassung:
„Die Dekanin oder der Dekan kann
mit einer Mehrheit von 2/3 der
Stimmen des Fakultätsrats abgewählt werden, wenn zugleich eine
neue Dekanin oder ein neuer Dekan
gewählt wird“. Das konstruktive
Misstrauensvotum gegen eine Rektorin oder einen Rektor bleibt allerdings bestehen, dieser Passus entstammte bereits dem neuen Hochschulgesetz. Auch ansonsten war das
MSWF mit dem Großteil der Bochumer Vorschläge einverstanden.
Die genehmigte Version der Verfassung inklusive der Streichungen
vom MSWF kann im Internet heruntergeladen werden: www.ruhr-unibochum.de/strukturdebatte/
verfassung.htm. ad
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Auftrag Nr. 74-6-2
Inhalt
Seite 2
Grundlagen-Forschung: Mediziner
suchen Proteine
Seite 3
Energie-Test: Brennstoffzelle
Seite 4
Zeit-Reise: Mensa vor dem Umbau
Seite 5
England-Trip: Trimester in Oxford
Seite 6
Praktikums-Vermittlung: AIESEC
deckt die ganze Welt ab
Seite 7
Kultur-Schock: Theater und Ausstellungen
Seite 8
Ziel-Vereinbarung: RUB und MSWF
einigen sich
2. Mai 2002
2 RUBENS
Foto: Sponheuer
Mit dem Massenspektrometer
identifizieren die Forscher
Proteine
Tipps für Reisewillige
I
Deutsch im Ausland
mmer wieder berichten wir in RUBENS über Studierende der RUB, die
während ihres Lehramtstudiums eine Zeitlang Deutsch im Ausland unterrichten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich auf eigene Faust um ihr Engagement z.B. in der Karibik (RUBENS 67) oder in New York (RUBENS 59)
kümmerten. Es gibt jedoch auch eine Menge Tipps und Adressen für Reisewillige, wie das Handbuch „Deutsch unterrichten weltweit“ zeigt. Zahlreiche
Erlebnisberichte runden das informative und unterhaltsame Buch ab. ad
RUB-Forscher suchen Proteine
Z
Ehemalige Exoten
unächst lief es nicht gut. Die Lüftungsanlage fiel aus und darum
konnte im Erdgeschoss des neuen
Zentrums für Klinische Forschung
(ZKF) nicht experimentiert werden.
Dort liegt das Medizinische ProteomCenter (MPC), wo neurologische
Erkrankungen erforscht werden.
Die Mitarbeiter des MPC wollten
eigentlich so oft wie möglich das
neue Massenspektrometer ausprobieren. Mit ihm bestimmen sie Proteine. Dazu werden u.a. Laserstrahlen gespiegelt und hohe Geschwindigkeiten erzeugt – heraus kommen
„eindeutige Fingerabdrücke der Proteine“, wie Prof. Helmut E. Meyer
betont. Der Biochemiker leitet das
am 29. April offiziell eröffnete MPC.
Gemeinsam mit Bochumer Biologen
und Chemikern möchte er zudem ein
Proteincenter an der RUB etablieren.
In den letzten rund 20 Jahren, wo
sich die einschlägige Forschung fast
ausschließlich mit Molekularbiologie, also mit Genen befasste, zählten
Meyer und seine Mitarbeiter zu den
Exoten; Bochum war einer von nur
sechs deutschen Protein-Standorten.
Doch jetzt, wo die Genstruktur des
Menschen bekannt ist, rücken die
Proteine wieder ins Blickfeld. Immerhin sind sie – im Gegensatz zu den
statischen Genen – die dynamischen
Bestandteile der Zelle. Und sie sind
eindeutig in der Überzahl: „Man geht
von rund 50.000 Genen aus, die Zahl
der Proteine dürfte zehnmal so hoch
liegen“, so Meyer, und bevor man
fragen kann, schiebt er hinterher:
„Nur die wenigsten sind bekannt.“
Die bekannten Proteine sind in einer
Datenbank aufgeführt. Mit ihr ist das
MPC online verbunden. Jedes hier per
Massenspektrometrie erkannte Protein wird umgehend mit der Datenbank verglichen.
Online-Verbindung zur Datenbank
Das MPC beteiligt sich an einem bundesweiten Projekt zu neurologischen
Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, MS oder Schlaganfall – und
die Rolle von Proteinen dabei. Erstes
Ziel ist die Darstellung und Charakterisierung aller Proteine des Gehirns.
Die Gesamtheit der Proteine eines
Organs wird als Proteom bezeichnet,
woraus der Name des Bochumer Centers herrührt.
Untersucht wird in Bochum das Gehirn-Proteom von Mäusen, verglichen werden z. B. gesunde und an
Parkinson erkrankte Mäuse. Man
erhofft sich Antworten auf Fragen
wie: Welche Proteine fehlen kranken
Mäusen gegenüber gesunden? Bedingt ihr Fehlen das Entarten von
Zellen? Die Grundlagenforschung
kann letztlich in Therapien münden.
Erfolge erhoffen sich die MPC-Forscher auch bei weiteren Forschungen, z.B. zum Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Dass es möglich ist, einzelne Proteine
verantwortlich für Krankheiten zu
machen, zeigte unlängst ein anderes
Projekt am MPC: In einem Tropenholz wurde exakt das Protein herausgefiltert, das bei bestimmten Menschen allergische Reaktionen verursachte. Solche positiven Resultate
aus dem Proteom-Center sind auch
für die Zukunft zu erwarten, falls die
Lüftung ihren Dienst tut. ad
Dagmar Giersberg: „Deutsch unterrichten weltweit. Ein Handbuch für
alle, die im Ausland Deutsch unterrichten wollen“, W. Bertelsmann Verlag,
Bielefeld 2002, 232 S., 14,90 Euro.
Wir verlosen das Buch unter allen, die uns bis zum 24.5.02 eine
Postkarte schicken: RUBENS, Pressestelle der RUB, UV 3/366, 44780
Bochum. Stichwort ist die Antwort auf die Frage „Wo an der RUB
befindet sich das MPC?“
Unterstützung der RUB
Promotionsförderung
D
ie RUB schreibt wieder Promotionsstipendien aus, die Förderung beginnt
am 1. Oktober; die Bewerbungsfrist endet am 12. Juni. Also rasch den
entsprechenden Antrag (inkl. Exposé zum Forschungsvorhaben etc.) stellen.
Beraten wird man vom Dezernat 2 (s. u.), hier sind entsprechende Vordrucke
und Infoblätter erhältlich.
Die RUB vergibt Grund- und Abschlussstipendien in allen Fächern. Ein
Grundstipendium wird für zwei Jahre bewilligt und kann um ein halbes
Jahr verlängert werden. Abschlussstipendien mit maximal neunmonatiger
Laufzeit erhalten Graduierte, die ihre Promotion während der Förderungszeit
abschließen können. Die Stipendien bestehen aus einem Grundbetrag von
750 Euro monatlich. Hinzu kommen Kinderzuschläge (100 Euro) sowie
Zuschläge für Sach- und Reisekosten (50 Euro).
Alle individuell Geförderten sind neuerdings automatisch Mitglieder des
„Allgemeinen Promotionskollegs der RUB“. Daraus ergeben sich Pflichten
(Teilnahme an den Veranstaltungen des Kollegs) und Rechte (Betreuung). ad
Infos: Dez. 2, Forschungs- und Studierendenförderung (FNO 1/142 u.
144, Tel. –25484; –25625)
Kriminalistische Historiker
Die Spur des Knochen
E
Foto: Sponheuer
igentlich müsste sich Marc um die Rechnungsbücher von Hugues de
Puisaye kümmern, einem Lehnsherrn des 12. Jahrhunderts. Marc ist
diplomierter Historiker, Spezialgebiet Mittelalter, ohne feste Anstellung und
daher auf Nebenjobs angewiesen; manchmal sind sie historischer Natur
(Hugues), manchmal kriminalistischer Natur. Bei dem kleinen Knochen,
der an einer Pariser Parkbank gefunden wird, handelt es sich um einen
Kriminalfall – auch wenn das zunächst nur Marcs Freund Louis Kehlweiler
(ein ehemaliger Kripobeamter) erkennt. Zusammen mit Marc spürt Kehlweiler den großen Zeh des Frauenfußes auf, zu dem der von einem Hund
ausgeschiedene Knochen gehört. Der Spur führt schließlich in die Bretagne.
Dort wusste man zwar vom fehlenden Knochen, hielt die dazugehörige
Leiche jedoch bislang für ein Unfallopfer. Ein Fehler.
Die Leserinnen und Leser der skurrilen Krimis von Fred Vargas kennen den
arbeitslosen und ständig genervten Historiker Marc bereits aus anderen
Geschichten, in denen er zusammen mit seinen ehemaligen Kommilitonen
Mathias (Spezialgebiet: Frühgeschichte) und Lucien (1. Weltkrieg) erfolgreich Mörder jagte. Der schweigsame Mathias ist auch diesmal wieder mit
von der Partie, der hektische Lucien taucht nur am Rande auf.
Wie die anderen Bücher von Vargas, zeichnet sich auch „Das Orakel von Port
Nicolas“ durch eine Ansammlung höchst merkwürdiger Typen und Motive
aus. Nicht alles verläuft glatt und nachvollziehbar, aber die Geschichte ist
stets sehr unterhaltsam. ad
Fred Vargas: Das Orakel von Port Nicolas. Aufbau Verlag, Berlin 2001,
290 S., Euro 18,50
Medimeisterschaften an der RUB
D
Kicken für den guten Zweck
ie Fachschaft der Medizinstudierenden gehört zu den umtriebigen Institutionen der RUB. Zweimal im Jahr
ziehen sie eine große Party durch und spenden den Überschuss an karitative Einrichtungen (RUBENS 63). Das
Prinzip wird nun auf Fußball übertragen: Die Fachschaft richtet am 4. Mai die 1. Deutsche Fußballmeisterschaft der
Medizinstudierenden („Medimeisterschaften“) aus.
Zum Turnier kommen 40 Teams nach Bochum, um auf Kleinfeldern die beste Mannschaft zu suchen, inkl. Party
und Benefizspiel. Die Einnahmen daraus zuzüglich Startgebühren und Spenden gehen an karitative regionale
Einrichtungen sowie internationale Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“. ad
Infos: FRMedizin, -23950, Internet: www.medimeisterschaften.de
Impressum
Herausgeber: Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum, Leiter: Dr. Josef König, jk, (v.i.S.d.P.); Redaktion: Arne Dessaul, ad,
(CvD); Babette Sponheuer, bsp (Bildredaktion); Meike Drießen, md; Jens Wylkop, jw; Redaktionsanschrift: Pressestelle der
RUB, (UV 366) 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23999, -22830; Fax 0234/32-14136, Internet: www.ruhr-uni-bochum.de/rubens,
E-Mail: rubens@presse.ruhr-uni-bochum.de; ISSN 1437-4749; Layout und Satz: Tradeland GmbH, Tel. 0234/92282-0,
Fax 0234/92282-33; Anzeigenverwaltung und –herstellung: Alpha-Informationsgesellschaft mbH, Finkenstraße 10, 68623
Lampertheim, Verkaufsleitung: Peter Asel; Tel. 06206/9390
RUBENS erscheint 9 mal pro Jahr (nicht im März, August, September) jeweils am ersten Werktag eines Monats. Redaktionsschluss ist der 20. des Vormonats. RUBENS ist kein Verlautbarungsorgan des Rektorats. Alle Mitglieder der RUB sind
aufgerufen mit eigenen Beiträgen oder Leserbriefen zur Berichterstattung und Meinungsbildung beizutragen. Namentlich
gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Beiträge der Redaktionsmitglieder
sind durch Namenskürzel gekennzeichnet. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge und Leserbriefe zu kürzen. Zwei mal
pro Jahr erscheint als Beilage in begrenzter Auflage RUBIN –Wissenschaftsmagazin der RUB. Auflage dieser Ausgabe:
13.200, Preis: 0,25 Euro
2. Mai 2002
B
RUBENS 3
Trittin fördert RUB-Forschung
Neue visuelle Zellgruppe entdeckt
Zukunftsenergien
Blinder Augenblick
rennstoffzellen gelten als eine Energietechnik der Zukunft. Das Prinzip
dieser Technologie wurde schon 1839 von dem Engländer Sir William
Robert Grove erfunden. In den 60er Jahren beförderten Brennstoffzellen die
Raumkapseln der NASA ins All. Der große Durchbruch wird jedoch erst für
dieses Jahrhundert erwartet.
Brennstoffzellen sind elektrochemische Systeme, welche die chemische
Energie von Oxidationsprozessen direkt in elektrische Energie umsetzen.
Die Anwendungsgebiete liegen heute in Kraft-Wärme-Kopplungssystemen
(Bereitstellung von elektrischer und thermischer Energie), zudem dienen
Brennstoffzellen als Stromquelle für elektrische Fahrzeuge. Die Vorteile der
Technik liegen in ihrer Umweltverträglichkeit (Reduktion von Abgasen),
ihrer Flexibilität (Verwendung nicht nur von fossilen, sondern z.B. auch
von Wasserstoff aus erneuerbaren Energieträgern), der Reduktion von
Geräuschen und Verschleiß (keine mechanischen Teile) sowie in ihrem
hohen Wirkungsgrad.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Wissenschaft mittlerweile in
einer Vielzahl von Pilot- und Demonstrationsprojekten mit der optimalen
Nutzung der Brennstoffzelle beschäftigt. Eine Bewertung der verschiedenen
Brennstoffzellen-Technologien wird nun in einer bundesweiten Arbeitsgemeinschaft vorgenommen. Darin eingebunden ist der Lehrstuhl für
Energiesysteme und Energiewirtschaft (Fakultät für Maschinenbau) von Prof.
Hermann-Josef Wagner. Dank eines Forschungsauftrags von Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der dem Gesamtprojekt knapp 700.000 ˛ für zweieinhalb Jahre zur Verfügung stellt, werden die einzelnen Anwendungsgebiete
genauer unter die Lupe genommen. Auf dem Prüfstand stehen das Ausmaß
der Umweltbelastung durch die Herstellung von Brennstoffzellen, die auch
exotische Materialien wie z.B. Platin, Gold oder Spezialkunststoffe benötigen,
sowie die Belastung der Umweltbilanz durch Brennstoffaufbereitung und
-bereitstellung. Außerdem werden die ökologischen und ökonomischen
Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes stationärer Brennstoffzellen im
deutschen Strom- und Wärmemarkt sowie die Hemmnisse einer breiten
Markteinführung untersucht.
Dazu muss sich das Team von Prof. Wagner Daten der einzelnen Systeme
vom Hersteller beschaffen und anschließend das verwendete Material analysieren. Damit ist es jedoch nicht getan: Auch Faktoren wie Energieaufwand,
mögliche Einsatzgebiete und die Frage, welche der bereits existierenden
Systeme voraussichtlich durch eine Markteinführung verdrängt werden,
müssen in die Berechnung mit einbezogen werden. Am Ende wird die
Forschungsgruppe ihre Empfehlungen abgeben: „Wir hoffen beantworten
zu können, wo die idealen Einsatzgebiete für stationäre BrennstoffzellenSysteme liegen bzw. welche der verschiedenen Technologien die beste
Ökobilanz aufweisen“, so Wagner. Angesichts der Erderwärmung und der
zunehmenden Verknappung von fossilen Brennstoffen wird der Umweltminister bestimmt genau hinhören. Felix Voigt
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Auftrag Nr. 74-6-3
Vergleich einer
Sakkade (li.) und der
Simulation
einer Sakkade durch
ein bewegtes Bild (re.)
I
n die Tiefe des Gehirns gingen der
Neurobiologe Prof. Dr. Klaus-Peter
Hoffmann und sein Team, um ein
Jahrzehnte altes Problem zu erforschen: „Warum kann unser Gehirn
Eigen- und Fremdbewegung unterscheiden, lautet die grundsätzliche
Frage“, sagt Hoffmann. In Experimenten mit Affen entdeckten die
Forscher Nervenzellen, die während
schneller Augenbewegungen ihre
Funktion umkehren. Sie sorgen dafür,
dass wir flimmerfrei sehen können,
obwohl die Augäpfel nie stillstehen.
Für den Bruchteil einer Sekunde sind
wir scheinbar blind, wenn sich die
Augen schnell bewegen (Fachbegriff:
Sakkade) – und das etwa zwei bis drei
Mal pro Sekunde. Es sind die schnellsten Bewegungen, die der Körper
machen kann. Unbekannt war bislang der Mechanismus, der uns dennoch stabil sehen lässt. Denn eigentlich müsste im Gehirn das gleiche verwackelte Bild entstehen wie bei einer
Videoaufnahme, wenn die Kamera
permanent bewegt wird.
Experiment mit Primaten
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Auftrag Nr. 74-6-1
Eine mögliche Erklärung lautete,
dass die Gehirnbereiche, die unsere
Augen bewegen, eine Warnung in
das visuelle System senden, um die
Wahrnehmung kurzzeitig zu unterdrücken. Schon früh wurde diese
Annahme mit Affen getestet. In
dem damals einzig gut untersuchten
Gehirnareal der Sehbahn fanden sich
jedoch keine Hinweise darauf, dass
die Nervenzellen bei einer Sakkade
ein Warnsignal erhalten. Klaus-Peter
Hoffmann, Dr. Alexander Thiele,
Michael Kubischik und Dr. Peter Henning (Allgemeine Zoologie und Neurobiologie) untersuchten daher die
tiefer gelegenen Areale MT und MST,
die hoch spezialisiert sind auf komplexe Bewegungsreize und diese
detailliert verarbeiten.
Die Versuchstiere sollten einen unbewegten Punkt vor buntem Hintergrund ansehen und dann die Augen
auf einen zweiten Lichtpunkt bewegen, also eine typische Sakkade
machen. In einem zweiten Experiment blickten die Affen wieder auf
einen still stehenden Lichtpunkt,
lediglich der Hintergrund bewegte
sich – damit simulierten die Forscher
die Bildverschiebung, die sich bei der
Sakkade im Auge ergibt. Nun kam
es darauf an, welche Nervenzellen
die beiden Aktivitäten – Bewegung
der Augen und Bewegung des Hintergrunds – unterscheiden konnten.
Die Forscher fanden Neuronen, die
ihre Richtungspräferenz umkehren
können. Nervenzellen z. B., die auf
Bewegungen nach rechts spezialisiert sind, reagieren während der
Sakkade auf Bewegungen nach links.
Wird dieses Signal vermischt mit dem
anderer Nervenzellen, die ihre Orientierung beibehalten, so kann das
Gehirn die widersprüchlichen Informationen nicht mehr eindeutig interpretieren. Die Folge: Es nimmt gar
kein bewegtes Bild wahr.
Vor diesen Experimenten ging die
Neurobiologie davon aus, dass Nervenzellen ihre Vorzugsrichtung für
bewegte Reize nicht ändern. Das neue
Forschungsergebnis widerlegt diese
Annahme. Die gefundene Zellgruppe
ist ein anschauliches Beispiel, wie
unser Gehirn Informationen dynamisch verarbeitet. jw
Info: Klaus-Peter Hoffmann, Tel.
–24363, kph@neurobiologie.ruhr-unibochum.de
3 Fragen, 3 Antworten
Teils enthusiastisch,
teils skeptisch
RUBENS: Welche Resonanz haben Sie bisher auf Ihre Forschungsergebnisse
erhalten, nachdem sie in „Science“ veröffentlicht wurden?
Hoffmann: In der Wissenschaftsgemeinschaft wird es noch ein, zwei
Monate dauern, bis Reaktionen kommen. Die Resonanz in der Fachpresse
war jedenfalls groß, „Nature Reviews“ hat nach „Science“ auch darüber
berichtet. Die Wissenschaftler, die unsere Ergebnisse vor der Veröffentlichung in „Science“ gelesen haben, waren teils enthusiastisch, teils skeptisch
– wie es sich eben für Wissenschaft gehört.
RUBENS: Haben Sie Ihre Forschungen zusammen mit der International
Graduate School for Neuroscience (IGSN) durchgeführt?
Hoffmann: Die Experimente haben wir schon vor der Gründung der IGSN
gemacht, sie stammen noch aus der Zeit des Graduierten-Kollegs „KogNet“
und vor allem aus unserem Sonderforschungsbereich „Neurovision“. Die
Ergebnisse haben wir natürlich mit den Kollegen in der IGSN diskutiert.
Solche interdisziplinären Einrichtungen sind eine Grundvoraussetzung für
gute Forschung – und sie profilieren natürlich den Standort Bochum.
RUBENS: Wie geht es den Versuchstieren?
Hoffmann: Gut. Es gehört zu den Nachweispflichten, dass wir mit den
Ergebnissen auch die Anatomie liefern: Früher geschah das nach dem
Ableben der Versuchstiere, heute einfach per Computertomographie.
2. Mai 2002
4 RUBENS
„Nichts bleibt,
wie es ist.“
Mensa:
Mindestens
haltbar bis
2003
Foto: Sponheuer
Foto: Sponheuer
serie: die Gebäude der RUB
Interview zum Mensaumbau
Das Wichtigste
in der Mensa:
das Essen
J
eder kann sich sicher noch an
sein erstes Semester an der RUB
erinnern. Wer hat sich da anfangs
nicht in den Kellern verirrt und
verzweifelt den Ausgang gesucht?
Wieso liegt der mal auf 05, mal
auf 06? Gibt es bei den Raumnummern überhaupt ein System?
RUBENS liefert Antworten, heute
zur Mensa.
Viel Platz im Bochumer Süden, möbliert, große Küche, hell, Hanglage,
Sonnenterrasse, Baujahr ‘71. Hört
sich gut an – ist aber leider sanierungsbedürftig. Dieses Porträt der
Mensa, wie sie jetzt aussieht, hat ein
Verfallsdatum, denn lange wird es
sie so nicht mehr geben. Ab Mitte/
Ende 2003 wird an ihrer Stelle eine
große Baustelle sein, danach soll
alles anders aussehen (s. Interview).
Bis dahin beherbergt das Gebäude
im mittleren Süden der Uni in der
obersten Etage das Foyer und eine
Cafete, darunter den großen und
ganz unten den kleinen Essenssaal,
die Bierklause und das Bedienrestaurant. Letzteres überzeugt mit
Teppichboden und Polsterstühlen,
ist für jeden Tag aber dem studentischen Geldbeutel unangemessen.
Wer auf ein bisschen Luxus trotzdem
nicht verzichten will, der zahlt im
kleinen Saal 50 Cent mehr pro Essen
als im großen und darf dafür auf
Holzstühlen sitzen und über Blumenkästen hinweg in die Landschaft
schauen. Im großen Saal gibt’s freie
Sicht nach draußen und einen Höllenlärm beim Plastikstühlerücken.
Beeindrucken kann dort überdies die
Wanddekoration, die auf der einen
Seite an angestaubte Tapetenrollen,
auf der anderen an Erdoberflächenfotos erinnert. Wer das nicht angucken
will, setzt sich ein oder zwei Treppen
höher. Dort hat man es dann später
auch nicht so weit zur Geschirrrückgabe.
Eilige können sich was für Zwischendurch in der Cafete in der obersten
Mensaetage besorgen. Die ist mit
ihren hallenartigen Ausmaßen trotz
großformatiger Kunstwerke zwar
nicht sehr heimelig und auch meistens nicht wirklich gut besucht, hat
dafür aber Zugang zur riesigen Terrasse mit einem einmaligen Blick
übers Ruhrtal. An sonnigen Tagen
lässt es sich hier in Ruhe lernen oder
in der Mittagspause ein Nickerchen
auf der breiten Brüstung machen.
Wenn das Wetter das nicht hergibt,
lädt das Mensafoyer zum Bummel.
Vom späten Vor- bis frühen Nachmittag kann man hier Bücher kaufen,
kopieren, Schreibwaren besorgen
und in Erikas Bude Nervennahrung
für langweilige Seminare erstehen.
Sport- und Geschenkartikel sind
im Angebot, ebenso neue und
gebrauchte Platten und CDs. Das
Schauspielhaus ist mit einem Stand
vertreten, KoBra und das Arbeitsamt
informieren über den Berufseinstieg
und im AStA-Akafö-Infopoint gibt
es Wissenswertes bei allen Problemen. Den Kaffee nach dem Mensaessen kann man sich im Café Seeblick genehmigen, das immer mehr
Sitzgelegenheiten anbietet, was zum
Versacken einlädt. Besonders hilfreich im Foyer: die schwarzen Bretter, wo sich von der Wohnung
übers Auto bis zum Gebrauchtbuch
alles findet, und direkt daneben die
unheimlich vielen Toiletten. md
Neuer Webauftritt der RUB
R
Die Katze ist aus dem Sack
und 200 RUB-Angehörige scharrten am 16. April in den Bänken
des Hörsaals HNC 10 gespannt mit
den Füßen: Endlich, nach eineinhalbjähriger Entwicklungszeit, hatte
die sechsköpfige Internet-AG aus
Rechenzentrum und Pressestelle zur
Präsentation des neuen Webauftritts
der Uni eingeladen. Nach kurzer Vorrede war es soweit: Licht aus, Beamer
an, Beate Schiller (Internet AG) präsentierte das neue Online-Gesicht
der RUB. Eine durchdachte, übersichtliche Navigation, zahlreiche Elemente des Corporate Design der
RUB und ein dem Campus-Leitsystem angepasstes Farbcode-System
kennzeichnen die Seiten.
Einzelne Zielgruppen – seien es Mitarbeiter, Studierende oder Studieninteressierte – finden mit einem Klick
auf sie zugeschnittene Informationen. Hinter Bildern verbergen sich
zusätzliche Fakten über die RUB. Ein
stilisierter Campus in den Farben der
vier Bereiche (rot für Medizin, gelb
für Geisteswissenschaften, blau für
Ingenieurwissenschaften, grün für
Naturwissenschaften) ermöglicht eine
Schnellnavigation auf die entspre-
chenden Seiten, deren Grundton sich
ebenfalls an das Farbsystem anpasst.
Besonders am Herzen lag den Planern neben einer ansprechenden und
übersichtlichen Optik die Praxistauglichkeit des neuen Auftritts. "So
funktionieren die Seiten sowohl mit
dem Netscape Navigator als auch mit
dem Internet Explorer und lassen
sich auch von Nicht-Profis einfacher
pflegen als die alten", sagt Christian
Busche von der Internet AG. Wer seine
eigenen Seiten im neuen Gewand
präsentieren möchte, kann auf ein
Modulsystem zugreifen. Die verschiedenen Seitenvorlagen enthalten alle
die statischen Navigationselemente
am oberen Bildrand, bieten jedoch
mehr oder weniger Platz für eigene
Auch Rubens
wird online
bald anders
aussehen
Bilder, Texte und Navigationselemente. Da klappt mal eine Leiste
zusammen, mal verschwinden Bilder
aus dem Rand, so dass jeder seine
Seite an die individuellen Bedürfnisse anpassen kann. So lässt sich
vermeiden, was einige befürchteten:
Dass der Internetauftritt durch starre
Korsetts zum Einheitsbrei verkommt.
Mit der Resonanz kann die Internet-AG zufrieden sein: „Die Leute
sagen, man sieht dem Resultat die
viele Arbeit an, die drin steckt“, sagt
Jens Wylkop. Er rechnet mit einem
guten Start der neuen Seiten bei den
einzelnen Fakultäten und Lehrstühlen, denn „die 200 CDs mit Vorlagen
und Beispielen, die wir mitgebracht
haben, sind restlos vergriffen!“ md
Zum geplanten Umbau der Mensa sprach Meike Drießen mit Jörg Lüken
(Foto), Geschäftsführer des AkaFö.
RUBENS: Herr Lüken, wie soll die Mensa nach dem Umbau aussehen?
LÜKEN: Der Mensa steht eine Grundsanierung bevor. Das bedeutet, das
Gebäude wird komplett entkernt, außer der äußeren Hülle bleibt nichts
mehr so wie es jetzt ist. Im Innenbereich wird es nur noch einen großen
Saal geben. Wir werden die komplette Produktion und Ausgabe auf eine
Ebene zusammenziehen. Sitzplätze gehen dabei aber nicht verloren, weil
die Küche verkleinert wird. Wo jetzt die kleine Mensa ist, wird die Uni einen
Veranstaltungsbereich bauen, z. B. für größere Konferenzen. Das Foyer wird
es in der jetzigen Form auch nicht mehr geben. Es sind aber wieder kleinere
Verkaufsbereiche eingeplant, möglicherweise auch die Ausgabe von Kaffee
und frischgepressten Säften. Außerdem wird es auf dieser Ebene, wo die
Cafeteria jetzt ist, Ersatz fürs Mensa-Restaurant geben – allerdings nicht
mit dem gleichen Charme! Das neue Konzept ist moderner und vor allem
flexibler mit offenen und geschlossenen Bereichen, die ganz nach Wunsch
zur Verfügung stehen.
RUBENS: Wenn die Küche verkleinert wird, was ändert sich dann am Essensangebot?
LÜKEN: Die Anzahl der Gerichte wird nicht eingeschränkt, wir werden
anders produzieren, vor allem in zwei Schichten. Im Moment spielt sich ja
in der Küche alles vormittags ab, in Zukunft soll schon nachmittags für den
nächsten Tag vorgearbeitet werden. Die Qualität des Essens wird dadurch
sogar besser, weil die modernen Produktionstechniken einfach besser sind
als vor 30 Jahren. Vieles wird ja heute auch schon vorproduziert geliefert,
solche Angebote können wir dann auch besser nutzen.
RUBENS: Arbeiten dann in der Küche weniger Leute als heute?
LÜKEN: Das wird eine Folge sein.
RUBENS: Wann starten die Bauarbeiten, wie lange werden sie dauern?
LÜKEN: Wenn es nach uns geht, möchten wir Mitte 2003 beginnen. Bis dahin
sind auch die Vorbereitungen hier abgeschlossen. Aber das hängt natürlich
noch von vielen Parametern ab, vor allem der Finanzierbarkeit. Das Konzept
ist zwar verabschiedet, aber ob es durch den Landes- oder Bundeshaushalt
zu Verzögerungen kommt, liegt nicht in unserer Hand. Die Mensasanierung
in Bochum ist ein altes Thema, ich glaube, das diskutieren wir bereits seit
zehn Jahren. Wer die Situation mit den Eimern noch kennt, als das Wasser
durch die Decke rann, wird sich an die Anfänge erinnern. Die Bauarbeiten
werden mindestens zweieinhalb Jahre dauern, die Kosten betragen 34,2 Mio.
Euro. Das AkaFö beteiligt mit 3,5 Mio.
Die bisherige Sanierung war nicht umsonst
RUBENS: Wenn seit zehn Jahren an eine Sanierung gedacht wird, waren die
Arbeiten der letzten Jahre dann nicht umsonst?
LÜKEN: Zwischen 1998 und 2001 sind 2,7 Mio. Euro in die Betonsanierung,
die Erneuerung der Fenster und des Daches investiert worden. Verschwendet
war das absolut nicht, denn diese Gebäudeteile bleiben ja erhalten.
RUBENS: Wo sollen die Studierenden während der Sanierung essen?
LÜKEN: Das ist im Moment eine der größten Herausforderungen. Eine
wichtige Rolle werden sicherlich die Cafeten spielen. Die in NC und NA
werden wir bis dahin noch herrichten. Dort soll es eine Salattheke geben
und ein paar warme Speisen wie Pizza. Auf dem Querforum West, das ist die
Wiese zwischen MA und MB und der G-Reihe, ist ein neues Gebäude geplant,
das mit 400-500 Sitzplätzen schon einige Kapazitäten der Mensa auffangen
kann. Hinter dem Haus hängen Produktions- und Spülcontainer. Die gehören
dem Land NRW und wurden auch schon bei der Mensasanierung in Siegen
eingesetzt. Den Ort haben wir gewählt, weil die M-Straße der einzige Ort
auf dem Campus ist, wo LKW andocken können. Außerdem wird auf dem
Campus sicher der eine oder andere Pommeswagen stehen. Im neuen
Gebäude könnte es nach der Sanierung Ersatz für die Bierklause geben. Wir
denken da an junge, frische Gastronomie.
RUBENS: Was passiert in der Zwischenzeit mit den Händlern im Mensafoyer?
LÜKEN: Die Händler müssen erst mal dichtmachen, das wissen sie auch. Die
Verträge laufen alle in nächster Zeit aus. Das ist natürlich bitter. Wir hoffen,
dass sich nach der Sanierung wieder Händler in der Mensa ansiedeln.
2. Mai 2002
Vortragsreihe
H
Fortschrittliche Tradition
Herz
ist Trumpf
Y
erzlich willkommen sind alle Interessierten bei der Vortragsreihe „Das
Herz“, die Prof. Wilhelm Geerlings (Katholisch-Theologische Fakultät)
und Prof. Andreas Mügge (Medizinische Fakultät) im Sommersemester
organisieren. An sieben Donnerstagen (nächste Termine 2. und 16. Mai,
14-16 h, HGB 20) legen Wissenschaftler aus Medizin, Theologie, Biologie,
Kunstgeschichte und Philologie die Hand aufs Herz und gewähren einen
Blick auf das Herz aus ihrem speziellen Blickwinkel.
Für die einen ist es „nur“ ein Organ. Das Herzeleid, also Herzerkrankungen,
müssen behandelt oder das Herz notfalls sogar ausgetauscht werden. Für die
anderen hat Herzblut nicht unbedingt mit Körperflüssigkeit zu tun, denn das
Herz ist Metapher für den Sitz des Glaubens und der Liebe. Wieder andere
betrachten es als Gegenstand der Kunst. „Das Herz ist, wie auch die Sprache
zeigt, zugleich klar umgrenzt und geheimnisvoll entgrenzt,“ so Geerlings.
„Das Thema Herz kann hochaktuell sein, z. B. bei einem Herzinfarkt, ist aber
auch von zeitloser Bedeutung, etwa in der Kunst.“ Eines steht fest: Die Reihe
wird im Winter fortgesetzt, denn das Interesse bei den Lehrenden der Uni
und die Themenfülle waren zu groß für ein Sommersemester. md
Termine: www.ruhr-uni-bochum.de/akg
Jobmesse
Kartenverlosung
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um 3. Mal lädt der Bochumer Unicum Verlag zur Recruitung Messe nach
Düsseldorf in die Messehalle 1 (27./28.5.02, je 10-18 h; Eintritt 5 Euro
im Vorverkauf, 9,50 Euro an der Tageskasse). Wie immer geht es darum, bis
zu 100 der größten deutschen Unternehmen (u.a. Bayer, BMW, D2 Vodafone,
Deutsche Bahn, Michelin, Norma) mit etwa 5.000 Uniabsolventen und
Berufsanfängern zusammenzubringen – zu lockeren ersten Kontakten oder
zu eindeutigen Bewerbungsgesprächen. Wie das alles funktioniert, kann im
Internet unter www.unicum.de/messe nachgelesen werden. Hier werden
auch Freikarten verlost. Genau das möchten wir auch tun.
RUBENS verschenkt 10 Karten zur Messe – an die ersten Zehn, die uns
eine E-Mail (rubens@presse.ruhr-uni-bochum.de) schicken und uns ihre
Adresse mitteilen. Viel Glück! ad
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Z
Ein
Michaelmas
Term in
Oxford
um zweiten Mal nach 1999/2000
berichtet Nadine Schöneck von
einem längeren Auslandsaufenthalt. Seinerzeit war die Sowi-Studentin in Texas, diesmal in Oxford.
Einer der Vorzüge der akademischen
Ausbildung ist das geradezu institutionalisierte Recht auf Experiment,
Erfahrung und Erkenntnis. Jede/r Studierende sollte sich dessen bewusst
sein – und wenigstens ein Semester
studierend im Ausland verbringen.
Es ist der Blick über den Tellerrand
des allzu wohlvertrauten Mensaessens an der ebenso vertrauten
Alma Mater; es ist eine grandiose
Horizonterweiterung.
Ich nutzte diese Chance zweimal: Das
Studienjahr 99/00 verbrachte ich mit
einem MAUI-Teilstipendium an der
Uni in Austin (RUBENS 52), im vergangenen WS studierte ich ein Trimester lang in Oxford. Die University
of Oxford zählt mit ihrer 800 Jahre
langen Geschichte und ihren relativ
wenigen Studierenden (16.000, davon
ein Drittel graduates) zu den traditionsreichsten und angesehensten
Unis weltweit. Entsprechend zieht
Oxford leistungsbereite und – das
sollte nicht verschwiegen werden –
wohlhabende Studierende aus aller
Welt an. Einmalig ist die Atmosphäre,
eine bemerkenswerte Mischung aus
Tradition und Fortschritt, Ehrfurcht
und Stolz.
Keine Gebühren dank ERASMUS
Zugegeben, ich hatte niemals mit
Oxford geliebäugelt, und nach dem
Jahr in den USA kam ein weiterer
längerer Auslandsaufenthalt zu Studienzwecken nicht mehr in Frage –
jedenfalls nicht vor Abschluss meines
Studiums. Aber es hatte sich so
ergeben: Für die engagierte Unterstützung meiner Fakultät sowie der
wohlgesonnenen Weichenstellung
der großen Schicksalskontrollinstanz
bin ich sehr dankbar.
Den Michaelmas Term 2001 (Oktober
bis Dezember) studierte ich also in
Oxford, wo ein Studienjahr aus Trimestern besteht: Michaelmas, Hilary und
Trinity Term. ERASMUS/SOKRATES
versorgte mich mit einem Studiengebührenerlass sowie einer symbolischen Beihilfe zur Deckung der
in Oxford überaus hohen Lebenshaltungskosten. Ich nutzte die Zeit
meines Aufenthaltes zur Vorbereitung meiner Diplomarbeit und zur
Wissensvertiefung in meiner Disziplin Soziologie. Ein wahres Highlight
waren die arbeitsintensiven, aber effizienten und wöchentlich stattfindenden tutorials, die mir eine Doktorandin der Soziologie exakt zum Thema
meiner geplanten Diplomarbeit gab.
Tutorials, sagte man mir, seien eine
Besonderheit des Lehrbetriebs in
Oxford und in Cambridge.
Nadine Schöneck
(rechts) und ihre beste
Freundin (Cherie Chang)
bei der traditionellen
Matriculation Ceremony
in Oxford, vor dem Sheldonian Theatre
manchem freiheitsliebenden Studierenden sogar zuviel des Guten sein
... Jedem Neuling wird ein junior
sponsor, ein erfahrener Studierender,
sowie ein senior sponsor (fellow),
zugeordnet. Diese Beistände halten
engen Kontakt zum Neuling in
Oxford.
Junioren & Senioren
Eine weitere Besonderheit stellt das
zunächst schwer nachvollziehbare
System aus University, Colleges und
Departments dar: Die University steht
über Allem, ist der Oberbegriff für
das, was man als Oxonian bezeichnet. In den 39 Colleges sind die Studierenden beheimatet. Hier findet die
Sozialisation im Oxford style statt –
z. B. in Form gemeinsamer Abendessen und Empfänge. Die Departments (Fakultäten, Institute) sind die
eigentlichen akademischen Einrichtungen.
Ich war junior member des St Cross
College, einem erst 1965 gegründeten
College für graduate students. Senior
members (oder fellows) sind die Forschenden und Lehrenden eines Colleges. Die Betreuung der junior members, insbesondere der new students,
ist erstklassig und innig – sie könnte
Während das Lernen am Department
erfolgt, spielt sich das Leben im College ab. Neben Sport – allem voran
Rudern! – wird jede Menge Kultur
auf höchstem Niveau geboten. Ungewöhnlich sind die am St Cross College
stattfindenden, äußerst stilvollen College Halls. Nach einem Gebet in lateinischer Sprache isst man gemeinsam
bei Kerzenschein zu Abend, selbstverständlich in gown (im Talar). Des
weiteren werden in jedem Trimester
zahlreiche special dinners angeboten.
Das Lernen und Leben in Oxford hat
mir so gut gefallen, dass ich gegenwärtig über eine mögliche Rückkehr
zur Promotion nachdenke. Noch ist
dies Zukunftsmusik, aber Träumen
sollte ja erlaubt sein ...
Infos: nadine.schoeneck@ruhr-unibochum.de oder: www.ox.ac.uk
Uni-Cup Ruhr auf der Wedau
W
RUB peilt Titelverteidigung an
er im Ruderboot um Gold,
Silber und Bronze kämpft, ist
im wahren Leben meist Student. Deshalb gelten Wettrennen unter Unis
als hochklassiger Sport. Die Revierunis messen sich am 19. Mai zum 2.
Mal beim Uni-Cup Ruhr. Organisiert
vom Initiativkreis Ruhrgebiet (IR),
fahren sie im Vierer auf der Wedau.
Der Klassiker auf dem Wasser ist
bekanntlich das Ruderrennen zwischen Unis Oxford und Cambridge.
Alljährlich messen sich die beiden
Achter auf der Themse. An diese Tradition knüpfte im letzten Jahr erstmals der IR an. Er lud alle Revierunis
ein, im Rahmen der Pfingstregatta auf
dem Baldeneysee eine Wettfahrt auszutragen. Damals siegten die Ruderer
der RUB. Ebenfalls anlässlich einer
Pfingstregatta verteidigen sie nun
ihren Titel auf der Wedau. Ihre Konkurrenz kommt aus Essen, Dortmund,
Duisburg und Witten/Herdecke. Das
Rennen startet am 19. Mai um 17 h.
Eine Stunde später setzen sich die
Mannschaften der beiden bestplatzierten Boote zusammen in ein
Boot. Dieser Revierachter fordert das
Traditionsboot aus Oxford heraus.
Anschließend steigt eine große Party.
Um dem hochklassigen Wettkampf
einen angemessen Rahmen zu verpassen, stellt der IR allen teilnehmenden Unis Sonderbusse zur Verfügung. Sie sollen am Renntag studentische Schlachtenbummler zur
Regattastrecke befördern. Die unterstützenden Studis erhalten zudem
Bons für Freigetränke. ad
Infos: Dr. Herbert Lebert, -23870
Foto: Privat
RUBENS 5
2. Mai 2002
6 RUBENS
Leute an der RUB
Foto: Huster
wer, wie, wo, wann, warum
P
AIESEC vermittelt Praktika
neues Ranking
Die ganze Welt
Schlecht
getestet
raktika ins Ausland möchten viele
vermitteln, doch nicht jedem ist
dies so in die Wiege gelegt worden
wie AIESEC. Die „Internationale Vereinigung der an Wirtschaft interessierten Studenten“ (frei übersetzt)
vermittelt seit über 50 Jahren Studierende in alle Welt und aus aller
Welt. 1948 wurde AIESEC gegründet,
heute zählt es über 50.000 Mitarbeiter
in 80 Ländern. Die „Zentrale“ liegt in
Rotterdam, auf der kleinsten Ebene
stehen 700 „Lokalkomitees“, darunter eins an der RUB.
Schlüsselübergabe im Zentrum für
IT-Sicherheit: GITS-Geschäftsführer Volker Marquaß bekommt ihn
S
eit September 2001 ist Prof.
Dr. Marie-Luise Klein Leiterin
des neu eingerichteten Arbeitsbereiches Sportmanagement (Fakultät für
Sportwissenschaft). Klein studierte
Wirtschafts-, Sport- und Sozialwissenschaften an der RUB, 1986 wurde
sie hier promoviert, 1992 habilitierte
sie sich in Sportsoziologie mit dem
Thema „Sport im Strukturwandel
des Ruhrgebiets“. Von 1992 bis 2001
war Prof. Klein Leiterin des Arbeitsbereiches „Sport und Gesellschaft“
an der Uni/GH Paderborn. Ihre bisherigen Forschungsschwerpunkte
sind sozio-ökonomische Analysen
der kommunalen und regionalen
Sportentwicklung, Sport und Migration sowie sportbezogene Geschlechterforschung. Zentrale Aufgabe in
Prof. Kleins Lehre ist der Ausbau des
Schwerpunkts Sportmanagement.
Sie selbst unterrichtet die Fächer
Sportökonomie, Sportbetriebswirtschaftslehre und Sportmarketing.
Dr. Marie-Luise Klein
Emeritiert
Prof. Dr. Rolf Grawert (Juristische
Fakultät); Prof. Dr. Gert Albert
König (Fakultät für Philosophie,
Pädagogik und Publizistik); Prof.
Dr. Heiner Zieschang (Fakultät für
Mathematik)
Pensioniert
Prof. Dr. Dietrich Hartmann (Fakultät für Bauingenieurwesen)
Institutionen
Am Anfang war das Staatshochbauamt, doch gleich danach, als zweite
Dienststelle der RUB, nahm die Universitätsbibliothek (UB) ihre Arbeit
auf, zunächst in der ehemaligen
P
rof. Dr. Jörg Althammer besetzt
seit dem vergangenen WS den
Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomik (Fak. für Sozialwissenschaft). Nach dem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
in Augsburg wurde Althammer 1993
mit einer Arbeit zur Vermögenspolitik promoviert; 1998 habilitierte er
sich zu einem familienpolitischen
Thema. Anschließend vertrat er den
Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik in Augsburg. Prof. Althammer ist einer der Autoren des Standardwerkes „Lehrbuch der Sozialpolitik“. Zudem ist er Mitglied u.a. im
wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend. Darüber hinaus fungiert er
als wissenschaftlicher Berater des
Bundes katholischer Unternehmer.
40 Mitarbeiter zählt das Bochumer
Komitee. Zurzeit gehören Melanie
Pyczka und Sven Lohwasser zum Vorstand. Sven kümmert sich um die
Beziehungen nach außen (z. B. zu
Unternehmen) und steht als WiwiStudent für den klassischen Zweig
von AIESEC. Melanie (sie betreut
Bochumer, die zwecks Praktikum ins
Ausland möchten) hingegen verkörpert den aktuellen Trend: Immer
mehr AIESECer stammen aus der
Sozialwissenschaft, Pädagogik oder
Philologie; Melanie studiert Amerikanistik, Romanistik und Wiwi.
Nicht nur für Wiwis
Beim Vermitteln der Praktika arbeiten alle Lokalkomitees zusammen
und werden von einer Datenbank
unterstützt. Kommt ein Student
zum Bochumer AIESEC und möchte
ein Marketingpraktikum in Asien
machen, wandern seine Daten in die
Bank. Sie werden mit den Angeboten
der asiatischen Komitees abgeglichen. Kooperiert eines davon mit
einem passenden Unternehmen, führt
dieses sog. Matchen zum Erfolg.
Anschließend kommunizieren das
asiatische Lokalkomitee und der
Bochumer Kandidat per E-Mail und
Fax – bis hin zur Vertragsunterzeichnung. Analog läuft es, wenn ein aus-
Horst-Görtz-Institut
Prof. Dr. Jörg Althammer
Zeche Klosterbusch im Lottental.
Das ist am 1. Mai genau 40 Jahre her.
Deshalb: Herzlichen Glückwunsch,
liebe UB! Auf die nächsten 40 Jahre!
Offiziell eingeweiht wurde am 16.
April das Zentrum für IT-Sicherheit
im Technologie Quartier Bochum
(hinter der FH) - und das nach einer
Bauzeit von unter einem Jahr. Es
beherbergt die beiden Teile von
EUROBITS (Europäisches Institut
für IT-Sicherheit): das Horst-GörtzInstitut der RUB (mit drei Lehrstühlen für Forschung und Lehre) sowie
die GITS AG (ein An-Institut der RUB
für Schulungen sowie Aus- und Weiterbildung). ad
ländischer Student ein Praktikum
in Bochum sucht. Das RUB-Komitee
unterhält Beziehungen zu zehn Unternehmen und vermittelt bis zu 15
Praktika pro Jahr. Im Gegenzug zieht
es etwa zehn Bochumer ins Ausland.
Ein Praktikum in Management, IT
und neuerdings Entwicklungshilfe
dauert zwischen acht Wochen und
anderthalb Jahren. Die Gaststudierenden werden eingehend betreut:
mit Sprachtests, Gesprächen und
Infos übers Gastland. Sie werden vom
Flughafen abgeholt, man hilft bei
allen Formalitäten inkl. Wohnungssuche. Ganz klar, dass AIESEC bei
so viel Entgegenkommen auch eine
Gegenleistung erwartet. Die besteht
darin, das Praktikum tatsächlich anzutreten und hinterher einen Bericht
zu verfassen. Bestenfalls steht darin,
dass man durch das Praktikum die
universitäre Theorie sinnvoll ergänzen konnte. „Natürlich sollen die Studierenden vor allem fremde Kulturen
erleben, ihren persönlichen Horizont
erweitern und Leute kennen lernen“,
erläutert Sven Lohwasser. Melanie
Pyczka fügt hinzu: „Um das Knüpfen
von Kontakten geht es auch bei
AIESEC selbst. Wer bei uns mitmacht,
lernt Leute kennen und hat Spaß.
Außerdem lernt man zu organisieren,
im Team zu arbeiten, den Umgang
mit Unternehmen und man wird fachmännisch in soft skills geschult.“ ad
Das Bochumer Lokalkomitee von
AIESEC sitzt in der 1. Etage von
GC, Raum 37, Tel. –11946, E-Mail:
bo@aiesec.de; das Komitee trifft sich
jeden Dienstag um 19 h in GC 1/37.
Wer Mitglied werden möchte, geht
entweder dorthin oder zum Infoabend am 7. Mai, 18 h (GC 04/411).
Neben vielem anderen organisiert
AIESEC auch die berühmte Party „GC
by Night“, die wieder am 13. Juni
steigt; gefeiert wird dabei das 50-jährige Jubiläum von AIESEC Deutschland.
F
Wiwis mit im Boot
ür Projekte rund ums Thema
E-Business erhält die Fakultät
für Wirtschaftswissenschaft von der
Horst-Görtz-Stiftung 1,8 Mio. Euro.
Das Geld ist Teil der Fördersumme
(2,5 Mio. Euro) des „Zentrums für
Sicherheit in der Informationstechnik“ der RUB (Horst Görtz-Institut,
HGI). Horst Görtz und Rektor Prof.
Dietmar Petzina unterzeichneten am
16. April den entsprechenden Vertrag. Die Fakultät gründet ein „Institut für IT-Sicherheit im E-Business“,
das dem HGI angegliedert ist.
Sieben Lehrstühle bearbeiten Projekte aus BWL, VWL, Wirtschaftsinformatik/IT Sicherheitsmanage-
C
HE (Centrum für Hochschulentwicklung) und Stern ranken
fröhlich weiter. Diesmal prüften sie
BWL, VWL, Jura, Sozialwissenschaft/
Soziologie und Politikwissenschaft.
Befragt wurden Studierende und Professoren, beleuchtet wurden zudem
Studiendauer, Betreuung und Forschung. Das ganze mündete jeweils
und pro Uni in die Klassifizierungen
„Spitze“, „Mittelfeld“, „Schlussgruppe“
und „nicht gerankt (zu geringe Fallzahlen)“.
Die RUB landete zwei Mal an der
Spitze: bei der Forschung in BWL
und im Studierendenurteil zu Sowi/
Soziologie. Vielleicht liegt letzteres
an der langen, bequemen Studiendauer? Hier liegt die RUB ebenso am
Schluss wie im Urteil der Profs; der
Rest an Sowi à la Bochum ist laut CHE
mittelmäßig. Damit stehen die Sowis
relativ gut da. Bei BWL ist alles außer
der Forschung „schlecht“ oder „nicht
gerankt“ („Studiendauer“). Bei Jura
ist es „mittelmäßig“ („Forschung“)
„schlecht“ (Urteile von Studis, Profs)
oder „nicht gerankt“.
Unklar bleibt, warum das CHE BWL
(und nicht Wirtschaftswissenschaft)
an der RUB testete. Beim CHE heißt
es, die Zahl der Wiwi-Fakultäten sei
zu gering für ein eigenes Ranking.
Deshalb konnten die Fakultäten entscheiden, ob sie BWL oder VWL sein
möchten. Aus Bochum sei keine Antwort gekommen. Mitnichten, antwortet die Bochumer Fakultät. Man habe
sehr wohl geantwortet und das CHE
wissen lassen, der Bochumer Studiengang heiße Wirtschaftswissenschaft. Man schlug dem CHE aber
vor, BWL und VWL für die RUB zu
erwähnen, was dann jedoch nicht
geschah. Praktisch in Eigeninitiative
entschied sich das CHE ausschließlich für BWL – ein Umstand, mit dem
die Bochumer Fakultät nun leben
muss. ad
ment und Wirtschaftsrecht. Dabei
legen die Forscher Wert auf die
ganzheitliche Betrachtung von
Informations- und Kommunikationssystemen (IuK-Systemen), die
neben der Technik auch den Menschen als Nutzer und Gestalter der
technischen Möglichkeiten einbezieht. Als Forschungsfelder bieten
sich Sicherheitsaspekte bei der
digitalen Steuererklärung oder
Kosten und Risiken unsicherer
Datennetze an. Die Wissenschaftler des Instituts werden eng mit
dem HGI zusammenarbeiten. Als
Querschnittsthema fordert die ITSicherheit viele Wissenschaften
heraus. md
Preise Preise Preise Preise Preise
B
is zum 10.9.02 können sich Examenskandidaten der 1. und 2. Lehramtsprüfung mit ihren Staatsarbeiten am Wettbewerb ExaMediaNRW
(10.000 Euro) des Wissenschaftsministerium NRW beteiligen, der sich
„Multimedia und Neue Kommunikationstechnologie im Unterricht“ widmet;
Infos: www.uvm.nrw.de/News/AktuellesFS oder (02331) 9874949.
+++ Kreative Köpfe sind beim First Move Award gefragt. Leute unter 28
sollen bis zum 1.2.03 innovative Marketing- und Kommunikationsstrategien
entwickeln. Belohnt werden sie mit Praktika (inkl. Reisekosten und Taschen)
bei internationalen Agenturen; Infos: Agentur Muehlhaus & Moers, Tel.
(0221) 95153330 oder www.marketing-services.de.
+++ Themen des FAG Innovation Award 2002 sind „Product Innovation“,
„Market Strategy“ und „Enhanced Manufacturing“. Darüber kann man sich
bis zum 30.6.02 Gedanken machen, als Belohnung winken 25.000 Euro.
Infos (09721) 912651 oder www.fag.de.
+++ Studenten, Absolventen und junge Wissenschaftler aller Fakultäten
können sich wieder um die Multimedia Transfer-Preise bewerben. Der
zum 8. Mal ausgeschriebene Wettbewerb fordert die Bewerber auf,
Projekt- und Abschlussarbeiten in den Kategorien Creative Design,
E-Learning, Tools, E-Business und Hot Trends einzureichen; Einsendeschluss: 15.10.02. Infos: www.ask.uni-karlsruhe.de/transfer2003 oder
(0721) 6084873.
+++ Die Körber Stiftung schreibt den 4. Studienpreis aus, Thema diesmal
„Tempo – Die beschleunigte Welt“. Gesucht werden Ideen und Forschungen,
die mit 250.000 Euro belohnt werden; Einsendeschluss: 31.10.02. Infos:
Affe sucht kreative
2. Mai 2002
RUBENS 7
Ausstellung im MZ
Foto: Heike Schmidt
Fotos & Radierungen
E
rstmals führen die MZ-Bereiche Bildende Kunst und Fotografie eine
gemeinsame Ausstellung durch. Verantwortlich dafür ist die Künstlerin
Heidi Träbert, die in beiden Sparten tätig ist. In ihrer Ausstellung „Zeichen
und Strukturen“ sind bis zum Ende des Semesters Fotografien und Radierungen zu sehen.
Termine im Mai
Weitere Termine unter www.ruhr-unibochum.de/termine/
2.5. Terrorismusbekämpfung als neue
politische Doktrin?, 16 h, HGA 20; Infos:
-23109
3.5. Gospelprojekt Ruhr, 19.30 h, Audimax, Infos: 02323/929128 (eventuell
Zusatzkonzert am 4.5.)
Werkschau Tanz: Bochumer Sportstudierende stellen Prüfungsstücke vor, 20 h,
Theatersaal MZ; Infos: -23877
Bochumer Blues Session, 21 h, Kulturcafé; Infos: -11521
6.5. Klangwelten: Orgelpräsentation und
-konzert für Uni-Angehörige, 16 h, Audimax
8.5. Russischer Filmabend, „Mein Freund
Ivan Lapschin“, 20 h, Euroeck
15.5. Linguisten in Sprachdiagnose und
Sprachtherapie, 8.30 h, HGB 40, Infos:
-25099
16.5. Terrorismus und Völkerrecht, 16 h,
HGA 20; Infos: -23109
Anzeige STADTWERKE
2 sp / 130 112 x 130 mm
Auftrag Nr. 74-6-4
22.5. Russischer Filmabend, „Aufstieg“,
20 h, Euroeck
23.5. Workshop HYDRO-GIS NRW 2002:
„GIS Anwendungen aus wasserwirtschaftlicher Forschung und Praxis“, 9 h, HZO
60, Infos: -24693
Workshop Sexualität und Imagination:
Pathologie der Einbildungskraft im medizinischen Diskurs der frühen Neuzeit
(1500-1800)“, 9 h, Malakowturm (bis
24.5.), Infos: -23394
25.5. Mensch – Erde: „Ein globales Kräftespiel – 4 Milliarden Jahre Kohlenstoffzyklus: Lehren für die heutige Klimadebatte“, 11 h, Bergbaumuseum, Infos:
-23505
27.5. V. Bochumer Italianistentag, 10 h,
GB 5/160 (bis 30.5.), Infos: -22637
29.5. Spanischlernen mit dem Internet,
8.30 h, HGB 40, Infos: -25099
Arbeitsmarktkolloquium: „Lokalfunk:
Aufbau, Aufgaben und Profil eines Stadtradios“, 14 h, HGB 30, Infos: -29229
Bretagne
S
timmungsgeladene Bilder von felsigen Küsten und schroffen Landstrichen hat die frisch promovierte
Geophysikerin Heike Schmidt aus der
Bretagne mitgebracht. Die Fotografien der engagierten Teilnehmerin
des Fotobereiches im MZ sind ab 8.
Mai im MZ-Foyer (ganztägig, außer
sonntags) zu sehen. Aufnahmen von
verfallenen Festungen und Kirchen
kontrastieren mit Einblicken in verwunschene Wälder, gerade so, dass
man am liebsten seine Koffer packen
und ins Land der Druiden reisen
möchte. Die Ausstellung ist bis zum
7. Juni zu sehen. Zur Eröffnung am
8. Mai um 18 Uhr sind Interessenten
herzlich eingeladen. Felix Freier
Fotos: Christina Kaminski
Heidi Träberts künstlerischer Werdegang begann 1989, als sie einen Zeichenkurs für Anfänger am Museum
of Fine Arts in Boston besuchte. Die
dortige Lehrerin Leila Joy Rosenthal
ermutigte Träbert, zu Hause weiterzumachen. „So landete ich im Musischen Zentrum. Mein erster Schwerpunkt war Radierung bei Barbara
Grosse, später kam Fotografie bei
Felix Freier hinzu“, erzählt Träbert.
Sie arbeitet meist experimentell. Der
Prozess mit Zwischenschritten und
Zwischenergebnissen ist ihr besonders wichtig, er hat entscheidenden
Einfluss auf das Ergebnis: beim
Radieren und beim Fotografieren. In
beiden Kunstrichtungen sucht Träbert die Auseinandersetzung mit
dem Licht: „Die Gegensätze HellDunkel, Schwarz-Weiß ergänzen sich,
beeinflussen, bedingen einander.“
Sie möchte nicht das Reale abbilden,
vielmehr stellt sie sich der Vielfalt
der Form und dem Spiel mit grafischen Details. ad
Die Ausstellung ist vom 15.5-19.7. im Foyer des MZ zu sehen (ganztägig,
außer sonntags); die Eröffnung ist am 15.5. um 19 h
Girls Night out
Drei Mädels
machen einen
drauf
F
Wiederaufnahme
ünf Theatervorstellungen gab es
im Januar, alle waren ausverkauft. Daraus folgt zweierlei: Das
gezeigte Stück muss gut gewesen
sein, zum anderen dürfte es viele
Leute geben, die es noch sehen möchten. Da hilft nur eines: die Wiederaufnahme. Selbige feiert „GirlsNightOut“
(Autorin: Gesine Danckwart) am Do,
16.5., um 20 h im MZ. Wie im Januar,
wird das Stück um die drei Frauen,
die schwer einen drauf machen, vom
lurch.theater gegeben, für die Inszenierung sind Niklas Kaeseler und
Dirk Schwantes verantwortlich.
GirlsNightOut bietet ein buntes und
abwechslungsreiches Nebeneinander
von Sehnsüchten, Gefühlen, Shopping, Styling, Talkshow, Jugend und
Herzblatt. Ende Februar war das
lurch.theater damit als deutscher
Vertreter zu einem internationalen
Theaterfest nach Lüttich eingeladen
und spielte dort mit großem Erfolg.
Anfang Mai gastiert das Kollektiv auf
der „Theaterwoche Korbach“ und am
27. Juni wird es ein Gastspiel im
Theater Unter Tage am Schauspielhaus Bochum geben. ad
„GirlsNightOut“ im MZ: 16.-18.5., je
20 h. Karten: www.girlsnightout.de
Schülerinnen entdecken Physik
Radioaktivität im Blick
In der ersten Aprilwoche entdeckten
44 Schülerinnen an der RUB die Vielseitigkeit der Physik, Schwerpunkt
war die Radioaktivität. In den vier
Tagen an der Fakultät für Physik und
Astronomie erhielten die Schülerinnen einen Einblick in den Hochschulalltag. Mit Vorlesungen, Seminaren,
Versuchen und dem Gestalten einer
Internetseite waren die Tage zwar
sehr voll, aber es blieb genug Zeit,
die Uni zu erkunden.
„Frauen sind in der Physik immer
noch eine Ausnahme und deshalb
sollten mit dieser Projektwoche vor
allem Schülerinnen für das Physikstudium begeistert werden“, so die Projektinitiatorin Katharina Theis-Bröhl.
Das Projekt war das erste dieser Art
an der Fakultät. „Leider fehlt es nicht
nur an Frauen, es fehlt heutzutage
auch allgemein an Physikstudenten“,
ergänzt Prodekan Prof. Ralf-Jürgen
Dettmar.
Die Vorlesungen behandelten aktuelle Themen von Nuklearmedizin
über Friedensforschung bis hin zur
Elemententstehung in Sternen. Sie
waren auf das Verständnis der Schülerinnen zugeschnitten, die zumeist die
10. Klasse besuchen. Betreut wurden
die Schülerinnen während des Praktikums durch studentische Mentoren.
Die Schülerinnen, die die Radioaktivität teilweise gerade in der Schule
behandelten, waren begeistert von
den verschiedenen Veranstaltungen.
„Mit dieser Projektwoche konnten
wir nicht nur die Schülerinnen für
die Physik begeistern, auch konnten
wir den Jugendlichen bei ihr Entscheidung für ein Studium helfen“,
freut sich Katharina Theis-Bröhl. „Wir
werden auch in Zukunft Projekte wie
dieses veranstalten.“ Andreas Krahl
Türkische Theater Tage
Einmaliges Treffen
Vom 9. bis 12. Mai gibt es im MZ eine
Premiere der etwas anderen Art: An
den vier Tagen finden die 1. Bochumer Türkischen Theater Tage statt
– ein Theatertreffen, das in dieser
kulturübergreifenden Form einmalig
in NRW ist. Die Schirmherrschaft hat
Rektor Prof. Dietmar Petzina übernommen. Organisiert und durchgeführt wird das Festival von boSKop,
der türkischen Theatergruppe „YARI
MASKE“ sowie der Studiobühne des
MZ. Neben der 10-köpfigen Truppe
„YARI MASKE“ aus Bochum werden
das Türkische Theater NürnbergFürth sowie „Tiatrum“ (Junges Kaba-
rett-Theater Berlin) auf der Bühne
zeigen, was „Theater“ auf türkisch
heißt.
Als Stargast und finaler Höhepunkt
wird am Sonntagabend „Kanakmän“
alias Muhsin Omurca (Gewinner des
deutschen Kabarettpreises 1998) sein
gefeiertes Programm „Tags Deutscher, nachts Türke!“ präsentieren,
mit dem der Cartoon-Kabarettist aus
Ulm den Humor zweier Nationen,
deren Vorurteile und Denkweisen, zu
einer ironischen Mischung verbindet.
Das macht „Kanakmän“ auf deutsch.
Viele Stücke der Theatertage werden
allerdings in türkischer „Originalver-
sion“ aufgeführt. Trotzdem hoffen
die Schauspieler und Regisseure auf
ein bunt gemischtes Publikum vieler
Nationalitäten: „Man muss nicht alles
Wort für Wort verstehen, um zu
sehen, worum es im Stück geht“, so
Aydin Isik, Mitorganisator und im
Stück „Gaipten Sesler“ selbst auf
der Bühne. Damit noch Raum zum
Kennenlernen und für Diskussionen
mit den Schauspieler/innen aus
ganz Deutschland bleibt, steigen
jeden Abend, wenn sich der Vorhang
schließt, Konzerte und Partys. Miriam
Morek
Infos und Karten: 0234-93 80 924
2. Mai 2002
Foto: Sponheuer
8 RUBENS
RUB-Absolvent von IBM geehrt
I
Countdown fürs Campusfest
Volles Programm
D
ie Vorbereitungen für das Campusfest am Mittwoch, dem 29. Mai 2002,
gehen in die letzte Phase. RUB, Fachhochschule Bochum, Akademisches
Förderungswerk, boSKop, Gesellschaft der Freunde der RUB und das Veranstaltungsmanagement „cooltour“ haben ein gewohnt üppiges Programm mit
vielen Highlights zusammengestellt. Ein breites kulturelles Spektrum, Brot
und Spiele für jedermann bzw. –frau werden den Campus für einen Tag
und eine Nacht beherrschen. Das Uni-Center richtet die Startphase ab 11
Uhr aus. Durch einen Eigentümerwechsel war kurze Zeit unklar, ob das
Centermanagement auch in diesem Jahr ein buntes Programm ausrichten
könnte. Besonders die jüngsten Festgäste werden sich freuen: Das bewährte
Engagement bleibt erhalten und eine abwechselungsreiche Palette von Spiel,
Musik, Tanz und Events laden zum Mitmachen und Genießen ein.
Das gesamte Programm findet man im Internet unter www.campusfest.de.
Außerdem werden im Mai Programmhefte verteilt und zum Fest selbst
Flugblätter unter die Leute gebracht, die letzte Änderungen berücksichtigen.
Ein wenig Sonnenschein könnte dann am 29.5. alles perfekt machen ...
Ludwig Huster
Krupp-Stiftung
Noch internationaler
M
it dem neuen Förderprogramm „Internationalität der Forschung“
möchte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung deutsche
Hochschulen dabei unterstützen, sich in der internationalen Wissenschaftslandschaft stärker zu profilieren. Alle Hochschulen sind aufgerufen, sich bei
der Stiftung um Mittel bis zu 1 Mio. Euro zur Ergänzungsfinanzierung für
einen international ausgerichteten naturwissenschaftlichen Lehrstuhl zu
bewerben. Der Wettbewerb wird erstmals für das Jahr 2002 ausgeschrieben.
Infos und Antragsformular erhältlich bei: Alfried Krupp von Bohlen und
Halbach-Stiftung, Hügel 15, 45133 Essen, Tel. (0201) 1884831. ad
BM ernannte Mitte April 63 seiner
weltweit 170.000 TechnologieExperten zu sog. Distinguished Engineers (DE). Unter ihnen war als einziger Deutscher ein Absolvent der
RUB: der Physiker Dr. Paul Lekkas.
Der Titel ist die zweithöchste Auszeichnung für IT-Experten, die IBM
jährlich vergibt. Weltweit gehören
dem Expertenzirkel bei IBM rund 300
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an.
DE’s haben sich durch jahrelange
herausragende Leistungen verdient
gemacht und tragen mit ihren Neuentwicklungen und Erfindungen entscheidend zum Unternehmenserfolg
bei.
Dr. Lekkas, der in der Düsseldorfer
IBM-Niederlassung arbeitet und an
zahlreichen Projekten auf der ganzen
Welt mitgearbeitet hat, ist erst der
neunte Deutsche, der zum DE ernannt
wurde. Zu Computern kam er anfangs
eher notgedrungen. Schwerpunkt
seines Studiums war die experimentelle Kernphysik, und der Bezug zum
Computer dort war indirekt: Daten
sammeln, Daten vergleichen etc. Da
laut Schätzung von Dr. Lekkas die
Datenverarbeitung bis zu 70 Prozent
des Studiums beanspruchte (fürs Forschen verblieben etwa 30 Prozent)
und keine geeigneten Programme
vorhanden waren, entwickelte er kurzerhand selbst die benötigte Software.
Als er 1985 auf Arbeitssuche ging,
war er darin bereits Spezialist und
wollte sich im Beruf weiterentwikkeln und folglich anderen Dingen
widmen. Bei Siemens in München
war dies zunächst der Logikentwurf
für Schaltkreise auf Chips. 1988 wechselte Dr. Lekkas zu IBM. Das erste
große Projekt des heute 46-Jährigen
Foto: Huster
Paul Lekkas wandelt auf
Einsteins Spuren
war die Entwicklung eines Time Sharing Option Workload, mit deren Hilfe
es erstmals möglich war, Studien
über Kapazitätsgrenzen von Großrechnern direkt beim Kunden durchzuführen. Diese Entwicklung stand
am Anfang einer Reihe weiterer Workload-Projekte bei IBM.
Wertvolle Tipps
Seine Arbeit bei IBM charakterisiert
Paul Lekkas als Mischung aus „Forschung, Technik und Entwicklung mit
einer ausgeprägten Schnittstelle zum
Kunden“. Der Bezug zum Kunden
beschert ihm auch ausgeprägte Reisetätigkeiten. Bei grundsätzlichen
Problemen, die von herkömmlichen
Kundendiensten nicht zu bewältigen
sind, muss er kurzfristig schon mal
nach Asien reisen. Drei Büros unterhält Paul Lekkas ohnehin: eines in
Düsseldorf, eines beim deutschen
Hauptsitz von IBM in Böblingen, eines
in der Weltzentrale bei New York.
Durch den Titel eines Distinguished
Engineer ist Dr. Lekkas Ansehen im
Unternehmen noch angestiegen, was
ihm nicht ausschließlich behagt. „Ich
berate und plane jetzt hauptsächlich,
ich mache Vorgaben und trage viel
Verantwortung, dabei möchte ich
auch so oft wie möglich selbst Hand
anlegen“, erklärt er.
Das Prinzip von IBM hält Dr. Lekkas
gleichwohl für beispielhaft: Das
Unternehmen bietet die Möglichkeit,
neben der klassischen Laufbahn im
Management einen technischen Karrierepfad einzuschlagen. Der Titel
eines DE ist die zweithöchste Auszeichnung für Technologie-Experten
aus allen Bereichen des Unternehmens. An der Spitze des IBM Exper-
Von IBM zum Distinguished Engineer ernannt: Dr. Paul Lekkas
tenzirkels stehen die „IBM Fellows”.
Dieser Titel wurde seit seiner Einführung 1963 weniger als 50 Mal verliehen. Ein Traum ist der „Fellow“
auch für Paul Lekkas. „Der Titel ist
allerdings noch sehr weit weg für
mich. Entscheidend ist ohnehin, dass
ich überhaupt ständig weiterkomme“,
erläutert er. Für Studierende, die in
seine Fußstapfen treten möchten, hat
er gleich ein ganzes Paket an wirklich
guten Ratschlägen parat. Beispielsweise empfiehlt er ein „Studium aus
Neigung“, das anschließend mit Disziplin absolviert werden soll. Disziplin wie auch Leidenschaft sollten
später auch im Beruf die Motoren
sein, so Paul Lekkas, dessen großes
Vorbild Albert Einstein ist. Daheim,
so gibt er schmunzelnd zu, arbeitet
er übrigens mit einem Rechner von
Aldi. jw/ad
Foto: Sponheuer
RUB und MSWF vereinbaren Ziele
Bochum profiliert sich weiter
RUB-Rektor Prof. Dietmar Petzina
(re.) und MSWF-Staatssekretär
Hartmut Krebs unterzeichnen die
Zielvereinbarung
S
chwerpunkte bilden, um das Profil
zu schärfen: Mit dieser Maßgabe
wird die RUB ihre Strukturreformen
forcieren. Am 22. April unterzeichneten RUB und NRW Wissenschaftsministerium (MSWF) eine Zielvereinbarung, die bis zum 31.12.04 läuft
und ein Volumen von 5,1 Mio. Euro
umfasst. Zusätzlich erhält die RUB
mindestens 200.000 Euro pro Jahr,
um die Life Sciences auszubauen.
Integriert ist eine Vereinbarung zwischen der Medizinischen Fakultät
und dem MSWF mit einer Laufzeit
bis Ende 2006 (Volumen ca. 5,2 Mio.
Euro). RUB und MSWF verstehen
den Vertrag als Leitbild fürs gesamte
Lehr- und Forschungspotenzial der
RUB. „Wir empfinden die Zielvereinbarung als große Herausforderung,
unsere Stärken dynamisch weiter zu
entwickeln. Die Messlatte ist ein landesweiter Spitzenplatz“, sagte Rektor
Prof. Dietmar Petzina. MSWF-Staatssekretär Hartmut Krebs fand dazu
die plakative Überschrift: „Reformuni
im Volldampf voraus!“
Ein Profil in der Forschung gibt sich
die RUB u.a., indem sie drei Forschungsschwerpunkte zu „Centers
of Excellence“ ausbaut: in den Life
Sciences das „Proteinzentrum“, das
die Mediziner mit den Naturwissenschaften vernetzt; in den Materialwissenschaften den Schwerpunkt
„Nanostrukturen und Nanomaterialien“ (Natur- und Ingenieurwissenschaften) sowie „Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnungen im System-
wettbewerb – Herausforderungen
der islamischen Welt“. Center of
Excellence heißt, dass die beteiligten
Bereiche je einen Master- oder Promotionsstudiengang bzw. eine DFGForschergruppe, ein Graduiertenkolleg oder eine vergleichbare Struktur
schaffen. Drei weitere Schwerpunkte
wird die RUB verstärken: IT-Sicherheit, Plasmatechnik sowie Gesellschaften im Kulturvergleich.
3 Centers of Excellence
Profil in der Lehre gibt sich die RUB,
indem sie die Studienreform konsequent umsetzt. Sie ist bundesweit
Vorreiterin beim Einführen gestufter
Studiengänge in Geistes- und Naturwissenschaften. Zudem erprobt sie
als eine von zwei Unis in NRW ab
dem kommenden WS für fünf Jahre
die gestufte Lehrerausbildung. Zum
WS 02/03 wird die RUB außerdem drei
neue BA/MA-Studiengänge einführen: „Medienwissenschaft“, „Angewandte Informatik“ und „Psychologie“. Die RUB wird verstärkt Kooperationen mit benachbarten Hochschulen und Forschungseinrichtungen
suchen. Ihre Anstrengungen konzentriert sie auf die Ingenieurwissenschaften sowie auf die Theologie, um
im Ruhrgebiet ein abgestimmtes Konzept einer breitgefächerten und profilierten Forschungs- und Lehrlandschaft zu erreichen. So wird die RUB
mit der Uni Dortmund vereinbaren,
ein angeglichenes Grundstudium im
Maschinenbau an beiden Standorten
zum kommenden WS einzuführen –
und dieses Angebot um ein aufeinander abgestimmtes Hauptstudium mit
unterschiedlichen Schwerpunkten
zu ergänzen. Zum WS 03/04 strebt
die RUB an, mit der Uni Dortmund
in mindestens einem ingenieurwissenschaftlichen Fach abgestimmte
Masterprogramme einzurichten.
Als weitere Voraussetzung für gute
Forschung und Lehre sehen die Vertragspartner eine noch stärkere Internationalisierung der Hochschule. Die
RUB will in den nächsten Jahren ihre
erfolgreichen auslandsorientierten
Studiengänge stärken, z. B. indem
sie Ressourcen umschichtet. Sie wird
zudem mindestens ein neues internationales Studienangebot einrichten. Insgesamt bedeutet das finanziell: Für Berufungs- und Bleibeverhandlungen bei Professuren erhält
die RUB aus dem Innovationsfonds
des MSWF ca. 3 Mio. Euro, um die
Ausstattung der Lehrstühle zu verbessern. Für Strukturvorhaben, die in
der Zielvereinbarung verankert sind,
stellt das MSWF zudem insgesamt
ca. 2,7 Mio. Euro zur Verfügung. Mit
diesen Ressourcen wird die RUB vor
allem die Einrichtung der Centers of
Excellence unterstützen. jw
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Seele and Geist
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