close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Gesundheitsschäden durch Rauchen - was kann man tun ?

EinbettenHerunterladen
Gesundheitsschäden durch Rauchen was kann man tun ?
Vortrag Ringvorlesung
Christian-Albrechts-Universität Kiel
27.11. 2006
Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda
RI 112.05
Gliederung
• Umgang mit dem Rauchen
• Einige Daten zur Verbreiterung des Rauchens
• Bestandteile des Zigarettenrauchs
• Durch Rauchen bedingte Gesundheitsschäden
- im Bereich der Atemwege
- Krebskrankheiten
- im Bereich des Herz - Kreislaufsystems
- in der Schwangerschaft und Stillzeit
- weitere chronische Krankheiten
• Todesfälle durch Rauchen in der EU 25
• Gefahren des Passivrauchens
• Prävention des Rauchens
• Schlussbemerkungen
RI 212.05
Prognose für die Tabaktoten in den kommenden fünfzig Jahren [n. Peto, 1998]
600
Basisprognose
500
50% Erwachsene: Rauchstopp bis 2020
Millionen Tabaktote
50% junge Erwachsene: Rauchstopp bis 2020
400
300
200
100
0
Jahr
1950
1975
2000
2025
2050
RI 312.05
Abhängigkeit der Deutschen
1.600.000
Alkohol
150.000
illegale Drogen
Jährlich sterben
110.000
Deutsche an den
Folgen des
Tabakkonsums;
• Alkohol tötet
42.000 Menschen
• Zusätzlich 1.812
Drogentote.
Tabak
6.800.000
[Jahrbuch der Sucht
2001 der deutschen
Hauptstelle gegen
Suchtgefahren
(DHS)].
Quelle:DHS; Grafik ÄP
RI 412.05
Folgen des Drogenkonsums in Deutschland
(vergleichsweise jährlich 1447 Verkehrstote und 1674 HIV-Infizierte)
[G. Bühringer u. L. Kraus, 1999]
Alkohol
Illegale Drogen
50
Tabak
45
160000
Todesfälle pro Jahr
140000
120000
100000
80000
60000
40
Folgekosten (in Mrd. €)
140000
35
30
25
20
15
40000
40000
10
20000
5
2500
0
0
1
1
RI 512.05
Die Chefs der großen Tabakfirmen sagen 1994 unter Eid
vor dem US-Kongress aus, dass Nikotin nicht abhängig
mache.
Auch heute noch
geben vier der fünf
großen Firmen
nicht offiziell zu,
dass Nikotin abhängig macht, obwohl
interne Dokumente
belegen, dass dies
den Firmen schon
seit über 40 Jahren
bekannt ist.
Tob Control 2003;12:94-101
RI 612.05
Medizin
Geheime Gesandte
Hochrangige Gesundheitswissenschaftler aus Deutschland
ließen sich jahrelang Studien von der Tabakindustrie bezahlen.
Firmeninterne Dokumente zeigen,
wie die Zigarettenkonzerne
die Forscher instrumentalisierten,
um die Gefahren des Rauchens herunterzuspielen.
(Der Spiegel 23/2005, S. 156 - 158)
RI 712.05
Prävalenz des Rauchens in Deutschland (1)
• Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung
•
Alle >15 Jahre
27 %
•
Männer
37 %
•
Frauen
23 %
• Anteil der Raucher in der Gruppe der 20 – 25 Jährigen
am höchsten
40 % (Mikrozensus 2005)
RI 812.05
Prävalenz des Rauchens in Deutschland (2)
•
Mehr als 23 % der 40 – 60-Jährigen rauchen mehr als
20 Zigaretten pro Tag.
•
Lediglich 6 – 7 % aller regelmäßig Rauchenden konsumieren
weniger als 6 Zigaretten pro Tag.
•
Einstiegsalter : überwiegend 11 – 15 Jahre
•
Früher Tabakkonsum geht mit hoher Wahrscheinlichkeit
für einen Alkohol- und Drogenkonsum einher.
RI 912.05
Prävalenz des Rauchens im Erwachsenenalter
(25-69 Jahre) in Deutschland von 1985 bis 2002
Gesundheitswesen 2004;66:102-6
MMWR 2005;54:509-13
RI 1012.05
Entwicklung des Raucheranteils in Prozent
1985 - 2002
40-54-Jährige
55-69-Jährige
alle Alte rsgruppe n
19
85
19
87
19
90
19
98
20
02
25-39-Jährige
19
85
19
87
19
90
19
98
20
02
70
60
50
40
30
20
Männer
Frauen
10
19
85
19
87
19
90
19
98
20
02
19
85
19
87
19
90
19
98
20
02
0
RI 1112.05
Soziale Ungleichheit des Rauchverhaltens
in Deutschland
Datenquelle: Bundes-Gesundheitssurvey 1998
Bundesgesundheitsbl. Gesundheitsforsch. Gesundheitsschutz 2004;47:1033-42RI 1212.05
Zigarettenrauch ist ein Giftgasgemisch!
• Zigarettenrauch enthält über
– 4000 Verbindungen
– Über 60 Substanzen als Krebs erzeugend eingestuft
•
•
•
•
•
Benzpyrene, N-Nitrosoamine (‚Teer‘)
Benzol
Formaldehyd
Blei, Cadmium
radioaktive Stoffe (Polonium-210)
• Andere gesundheitsschädliche Substanzen,
die u.a. Herz-Kreislaufschäden hervorrufen:
• Kohlenmonoxid (CO), Zyanid,
• Stickoxide, freie Radikale
• Nicotin
Hoffmann D, Hoffmann I. US
Department of Health and Human
Services, 2001: 159-191.
RI 1312.05
Der Rauch der Zigarette: Haupt- und
Nebenstromrauch
RI 1412.05
Kohlenmonoxid
• Verbrennungsgas
• Reduziert die Sauerstoffaufnahme
• Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels
und aller anderen Organe
• Schädigt direkt die Blutgefäße, die Folgen sind
Verengung durch Ablagerungen und
Blutgerinnsel
» Folge: Herzinfarkt, Gehirnschlag, Raucherbein
• Nach Rauchstopp: schnelles Absinken der
erhöhten Werte auf Normalwerte
RI 1512.05
Mittlere NicotinPlasmaspiegel und
der CO-Hämoglobingehalt bei Zigarettenrauchern. Die
Probanden rauchten von 8.30 bis
23.00 alle 30 Minuten eine Zigarette
(insges. 30 Zigaretten pro Tag). Es
handelte sich um
Zigaretten für
Forschungszwecke.
RI 1612.05
Tabakabhängigkeit
Wirkmechanismus: Dopaminfreisetzung
Nikotin aktiviert nikotinerge Acetylcholinrezeptoren (nAChR)
und induziert die Freisetzung von Dopamin im Nucleus accumbens,
einer Schnittstelle, die das limbische System mit kortikalen
Strukturen verbindet. Diesen Mechanismus findet man auch bei
anderen Drogen wie Amphetamin oder Kokain.
Nicotine Tob Res 2000;2:19-37
RI 1712.05
Nikotin- Abhängigkeit
Nikotin bewirkt durch Stimulation der Nikotin- Rezeptoren
• im Nucleus accumbens (limbisches System)
→ Ausschüttung von Dopamin („Glückshormon“)
→ Hochregulation der Nikotin-Rezeptoren →
Toleranz, bei Abfall der Nikotin-Konzentration →
„Craving“
• im Locus coeruleus (Hirnstamm)
→ Ausschüttung von Noradrenalin
(stimulierende Wirkung)
→ Hochregulation der Nikotin- Rezeptoren →
Toleranz, bei Abfall der Nikotinkonzentration →
Entzugserscheinungen
RI 1812.05
Wirkungen von Nikotin im
Zusammenhang mit der Abhängigkeit
Wirkungen
Konsequenzen
Bindet an Nicotinrezeptoren Erleichterte Freisetzung von Transmittern
im ZNS
(Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin, 5Hydroxytryptamin, γ-Aminobuttersäure, ßEndorphin)
Stimmungslage
Genussempfinden ⇑, erregend und anxiolytisch wirkend
Leistungsfähigkeit
Aufmerksamkeit ⇑, Leistung bei sich wiederholenden Aufgaben ⇑
Körpergewicht
Hungergefühl ⇓, Stoffwechselvorgänge ⇑,
Gewicht ⇓
Neuroadaptation der
Toleranzentwicklung, Entzugssymptome
Nicotinrezeptoren
(Gereiztheit, Unruhe, Schläfrigkeit,
(wiederholte Gaben)
Konzentrationsschwierigkeiten,
Leistungsbeeinträchtigung, Angst, Hunger,
Gewichtszunahme, Schlafstörungen,
Verlangen nach Zigaretten)
RI 1912.05
Fagerström-Test (FTDN) zur Ermittlung der Abhängigkeit
Fragen
Antworten
In 5 Minuten
6-30 Minuten
31-60 Minuten
nach 60 Minuten
Punkte
1
Wie schnell nach dem Aufwachen rauchen
Sie Ihre erste Zigarette?
2
Finden Sie es schwierig, auf das Rauchen zu Ja
verzichten, wenn es verboten ist? (z. B. im
Nein
Kino, in Versammlungen usw.)
1
0
3
Auf welche Zigarette fällt es Ihnen
besonders schwer zu verzichten?
Die 1.Zigarette
morgens
Jede Andere
1
0
4
Wie viele Zigaretten rauchen Sie am Tag?
0-10
11-20
21-30
31 und mehr
0
1
2
3
5
Rauchen Sie stärker in den ersten Stunden
nach dem Aufstehen oder während des
übrigen Tages?
Ja
Nein
1
0
6
Rauchen Sie auch, wenn Sie so krank sind,
dass Sie im Bett liegen müssen?
Ja
Nein
1
0
Gesamtpunktzahl:
3
2
1
0
[_I_]
RI 2012.05
Prozess der Abhängigkeitsentwicklung
Mehr als 20% der 12 bis 13 Jahre alten “Probierer” weisen
auch bei nur gelegentlichem Rauchen innerhalb von
4 Wochen erste Symptome der Nikotinabhängigkeit auf.
Tob Control 2000;9:313-9; 2002;11:228-35
RI 2112.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
GS im Bereich der Atemwege
• Lungenkrebs
• Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
• Akute Infektionen der Atemwege
einschließlich Pneumonie
• Verschlechterung des Verlaufs eines Asthma
bronchiales
• Bei Heranwachsenden und Jugendlichen:
Verminderung des Größenwachstums der Lungen
und frühzeitiger Beginn der Abnahme der
Lungenfunktion
RI 2212.05
RI 2312.05
Epidemiologie der COPD
• COPD steht weltweit an 6. Stelle der tödl.
Erkrankungen, Bronchialkarzinom an 10.Stelle
• wird in 20 Jahren weltweit an die 3. Stelle der
Erkrankungen rücken
• USA: Zahl der Erkrankten ca. 14 Millionen,
4. häufigste Todesursache
• kontinuierlicher Anstieg bei den Frauen
• COPD nimmt mit steigendem Alter und
Rauchgewohnheiten zu
• in Deutschland erkranken 3-4% der
>18-Jährigen und 10-12% der 55-Jährigen
RI 2412.05
Rauchen und COPD
FEV1, (in % des Sollwertes eines 25-jährigen)
FEV1-Verläufe bei Rauchern in Abhängigkeit von
Rauchgewohnheiten und genetischer Disposition
100
nicht geraucht oder
unempfindlich
75
50
mit 45 Jahren aufgehört
zu rauchen
regelmäßig geraucht
und empfindlich
Behinderung *
mit 65 Jahren aufgehört
zu rauchen
25
Tod
0
25
* Arbeitsausfall, etc.
50
75
Alter (Jahre)
(aus: Wirtz HR. Internist 2005; 46: 175 – 194)
RI 2512.05
RI 2612.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
Weitere Krebskrankheiten
• „Rauchstraße“:
Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Nasennebenhöhlen, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre
• Magen
• Pankreas
• Harnblase, Nierenbecken, Niere
• Gebärmutterhals
• Knochenmark
• Leber
• Analbereich
• Mammae (?)
RI 2712.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
GS im Bereich des Herz-Kreislaufsystems
• Koronare Herzkrankheit (KHK)
• Cerebrale Ischämie
• Aortenaneurysma
• Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
• Impotenz
RI 2812.05
Prof. M. Kentsch, Itzehoe, Germany
Bilder: © Aventis Pharma Deutschland GmbH
RI 2912.05
RI 3012.05
RI 3112.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
GS in Schwangerschaft und Stillzeit
• Frühgeburt
• Geringes Geburtsgewicht
• Plötzlicher Kindstod
RI 3212.05
Tabakkonsum und Entwicklungsstörungen
beim Neugeborenen
RI 3312.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
Weitere GS I
• Magengeschwüre
• Diabetes mellitus Typ 2, diabetische Nephropathie
• Wundheilung verzögert
• Operative Eingriffe: Komplikationen vermehrt
• Osteoporose und vermehrte Frakturen
• Kataraktbildung und Makuladegeneration
mit Erblindung
• Gehörverlust über arteriosklerotische Prozesse
• Geschwächtes Immunsystem:
Lupus erythematodes gefördert
RI 3412.05
Gesundheitsschäden (GS) durch Rauchen
Weitere GS II
• Haarausfall
• Hautausschläge: Gesicht, Kopf und Hände
• Ulcerationen (Mundhöhle)
• Parodontose
• Verfärbte Zähne und erhöhter Kariesbefall
RI 3512.05
Todesfälle (TF) durch Rauchen in der EU 25
KK : Kardiovaskuläre Krankheiten
( Aus: Tobacco or health in the European Communities 2004)
Ursache
Männer
Frauen
Alle
Lungenkrebs
156 000 (91)
34 000 (65)
190 000 (85)
Alle Krebsarten
239 000 (38)
46 000 ( 9)
285 000 (25)
KK
136 000 (16)
48 000 ( 5)
184 000 (10)
78 000 (19)
34 000 (19)
113 000 (30)
508 000 (23)
148 000 ( 7)
656 000 (15)
Atemwege
Alle Ursachen
in Klammern: alle TF in % ( Daten von 2000)
RI 3612.05
Todesfälle (TF) durch Rauchen in der EU 25
alle Todesfälle
Prozentsatz der Todesfälle
%
30
Todesfälle in 1000 / Jahr
700
männlich
weiblich
25
23
24
25
25
männlich
weiblich
24
23
600
532
582
565 558
508
21
469
500
20
562
18
391
400
15
300
10
5,2
5
1,7
2,2
2,7
3,4
6,1
6,6
4,3
200
100
33
45
59
76
98
116
139
148
0
0
1950
1955
1960
1965
1970
1975
1980
1985
1990
1995
2000
1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000
RI 3712.05
Todesfälle (TF) durch Rauchen in der EU 25
Todesfälle für die 35 – 69-Jährigen
Prozentsatz der Todesfälle
%
Todesfälle in 1000 / Jahr
50
450
männlich
45
männlich
weiblich
weiblich
400
40
36
35
34
35
30
31
350
34
296
32
31
300
299
303
301
312
289
272
30
244
250
25
200
20
150
15
12
9,3
10
10
100
8,1
6,5
3,3
5
3,9
4,8
50
19
23
27
34
1965
1970
1975
1980
38
1985
44
45
46
0
0
1950
1955
1960 1965
1970
1975
1980
1985 1990
1995
2000
1950
1955
1960
1990
1995
2000
RI 3812.05
Überlebenskurven für männliche britische Ärzte
Prozentsatz der Todesfälle
%
100
Rauchstopp
Nichtraucher
90
Raucher
80
70
60
50
40
30
20
10
0
40
50
60
70
80
90
95
100
Ergebnisse nach 50-jährigem Follow-up der britischen Ärzte - Studie
RI 3912.05
Passivrauch
Tabakrauch in der Umgebung – engl. Environmental
Tobacco Smoke (ETS) – wird auch als Secondhand Smoke
(SHS) oder Passivrauch bezeichnet. Er besteht aus dem
Nebenstromrauch, der beim Verglimmen der Zigarette
zwischen den Zügen entsteht, sowie aus den vom Raucher
wieder ausgeatmeten Bestandteilen des
Hauptstromrauches.
RI 4012.05
RI 4112.05
Toxische und kanzerogene Substanzen
in tabakrauchverunreinigter Innenluft
a)
Kohlenmonoxid
3-5
Stickoxide
4 - 10
Ammoniak
Formaldehyd
Benz[a]pyren b)
3-4
2-Toluidin
19
40 - 170
2-Naphthylamin
30
1 - 50
4-Aminodiphenol
31
Phenol
2-3
N-Nitrosodimethylamin
Acrolein
8 - 15
N -Nitrosopyrrolidin
Chinolin
8 - 15
Cadmium
Benzol
10
Nickel
Hydrazin
3
Polonium-21
20 - 100
6 - 30
7
13 - 30
1- 4
a) Die Zahlen geben an, um welchen Faktor die Konzentrationen der Stoffe im Nebenstromrauch die im
Hauptstromrauch übersteigen. Krebserregende Stoffe sind kursiv gedruckt
b) Leitsubstanz für krebserregende aromatische polyzyklische Kohlenwasserstoffe z.B. in Teeren
RI 4212.05
Passivrauchen und akute Beschwerdebilder
bei Erwachsenen
Atemwegsbeschwerden
– verringerte Lungenfunktionswerte
– Reizung der Atemwege mit der Folge von Husten und Auswurf
– Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung
– Reizung der Nase
Sonstige Beschwerdebilder
– Augenbrennen und -tränen
– Schwellungen und Rötungen der Schleimhäute
– erhöhte Infektanfälligkeit
– Kopfschmerzen
– Schwindelanfälle
Quelle: Rote Reihe »Tabakprävention und Tabakkontrolle«, Band 5, 2005
RI 4312.05
Passivrauchen und chronische Krankheiten
bei Erwachsenen
Atemwegserkrankungen
– Asthma
– Lungenentzündung
– Bronchitis
– Mukoviszidose (Verschlimmerung)
– Chronisch - obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
Herz- und Gefäßerkrankungen
– Koronare Herzkrankheit
– Schlaganfall
– Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Krebserkrankungen
– Lungenkrebs
– Gebärmutterhalskrebs (mutmaßlich)
Quelle: Rote Reihe »Tabakprävention und Tabakkontrolle«, Band 5, 2005
RI 4412.05
Anteil aktueller Raucher sowie Prävalenz des
Passivrauchens unter Nichtrauchern
bei Männern in Deutschland
% 90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
NR
R
20–29
Passivrauchen
bei aktuellen
Nichtrauchern (NR)
NR
R
30–39
NR
R
40–49
zu Hause
nur bei der Arbeit
nur Sonstiges
NR
R
50–59
kein Passivrauch
NR
R
60–69
NR
R
70–79 Jahre
aktuelle Raucher (R)
Quelle: Bundes-Gesundheitssurvey 1998, eigene Berechnungen
RI 4512.05
Anteil aktueller Raucher sowie Prävalenz des
Passivrauchens unter Nichtrauchern
%
bei Frauen in Deutschland
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
NR
R
20–29
Passivrauchen
bei aktuellen
Nichtrauchern (NR)
NR
R
30–39
NR
R
40–49
zu Hause
nur bei der Arbeit
nur Sonstiges
NR
R
50–59
kein Passivrauch
NR
R
60–69
NR
R
70–79 Jahre
aktuelle Raucher (R)
Quelle: Bundes-Gesundheitssurvey 1998, eigene Berechnungen
RI 4612.05
Passivrauchbedingte krankheitsspezifische
Sterblichkeit pro Jahr in Deutschland
∑
∑*
51
263
( 263 )
1423
725
2148
( 2597 )
Schlaganfall
585
189
774
( 882 )
Chronisch obstruktive
Lungenerkrankungen (COPD)
48
8
56
( 62 )
Plötzlicher Kindstod (SIDS)
25
35
60
( 60 )
Gesamt
2317
1003
3301
( 3864 )
Todesursache
Frauen
Lungenkrebs
212
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Männer
* Passivrauchexposition zu Hause und/ oder am Arbeitsplatz
RI 4712.05
Tödlicher und nicht tödlicher Herzinfarkt
bei Aktiv- und Passivrauchern (ETS)
Age of death (y)
ETS
Relative risk (excess risk)
Actively smoking 5cpd
Actively smoking 20cpd
2,5 (150%)
4,5 (350%)
55
1,9 (90%)
3,1 (210%)
65
1,5 (50%)
1,8 (80%)
75
1,2 (20%)
1,3 (30%)
45
1,3
(30%)
(Law et al. BMI 1998;317:346)
RI 4812.05
Prävention des Rauchens
RI 4912.05
Verhaltensprävention
• Ärztliche Raucherberatung und Rauchertherapie
• Psychologische Raucherentwöhnung
• Informationsvermittlung (Abschreckung)
• Interaktive Programme
Verhältnisprävention
• Preiserhöhungen
• Werbeverbote
• Nichtraucherschutzgesetz
• Abschaffung der Zigarettenautomaten
• Verkauf von Zigaretten nur in Fachgeschäften
an Erwachsene
• Nichtraucherkampagnen in Medien
RI 5012.05
Auswirkungen eines Rauchstopps
• nach 20 Stunden CO aus dem Körper eliminiert
• nach 3 Tagen Atmung leichter,
weil Bronchien erschlaffen
• nach 3 Monaten Mikrozirkulation verbessert
• nach 3-9 Monaten Verbesserung der
Lungenfunktion um 10%
• Nach 1 Jahr sinkt das Risiko eines Herzinfarktes
auf die Hälfte ab
• mehrere Jahre Rauchstopp vermindern das Risiko für:
Lungenkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall,
chronische Lungenkrankheiten und andere Krebsarten
entscheidend
(US Surgeon General‘s Report 1990)
RI 5112.05
Das Rauchen wird aufrechtgehalten durch
Kopplung an
bestimmte
Situationen
Gewohnheit
Empfinden einer anregenden
oder beruhigenden Wirkung
Soziale Akzeptanz und
Förderung
Positive Konsequenzen
Pharmakolog.
Wirkung
Bildung von
Abhängigkeiten
Nikotin
RI 5212.05
Aufhören ist ein stufenweiser Lernprozess
Über Aufhören nachdenken
Raucher
Rückfall bewältigen
Entschluss zum Aufhören
Aufhören
Nichtraucher bleiben
RI 5312.05
Stufenmodell der Veränderung
Prävalenz [Sucht 2005;51 (Sonderheft 1)]
49,2 %
Raucher 33,9%
Absichtsbildung:
Intention, in näherer Zukunft
das Rauchen einzustellen
45,4 %
Absichtslosigkeit:
keine Intention,
das Rauchen einzustellen
5,4 %
Rückfall
Aufrechterhaltung:
Nichtraucher mindestens seit 1/2 Jahr
Ex-Raucher 24,2%
Vorbereitung
des Rauchstopps
Handlung:
Rauchstopp eingeleitet
BMJ 2004;328:338-9
RI 5412.05
Die 4 Stufen der Raucherberatung
Stufe 1
Patienten auf Rauchen
ansprechen
Stufe 2
Entscheidung anstreben
Stufe 3
Das Aufhören vorbereiten
Stufe 4
Folgekontakte durchführen
RI 5512.05
Bewertung der Therapieverfahren
Medikamentöse Verfahren
Nicotinersatz (gesamt) ***
Kaugummi
2 versus 4 mg-Kaugummi
Pflaster
Nasalspray
Inhaler
Sublingualtablette
Mecamylamin
Lobelin
Clonidin
Buspiron
Anxiolytika und Antidepressiva
Nortriptylin
Bupropion
mit Nicotin kombiniert
Aversionsbehandlung Ag-acet
Odds Ratio
1,73 (1,60-1,82)
1,63 (1,49-1,79)
2,67 (1,69-4,22)
1,73 (1,56-1,93)
2,27 (1,61-3,20)
2,08 (1,43-3,04)
1,73 (1,07-2,80)
2 Kleine Studien
1,89 (1,30-2,74)
2,83 (1,59–5,03)
2,30
3,0
1,05 (0,63-1,73)
Bewertung
⇑⇑
⇑⇑
⇑⇑
⇑⇑
⇑⇑
⇑⇑
⇑⇑
⇑
⇓⇓
⇔*
⇔
⇔
⇑⇑
⇑⇑
⇑
⇓⇓
RI 5612.05
Nikotinbehandlung: Indikationen
• 1. Täglicher Konsum mindest. 15-20 Zigaretten
• 2. Tiefe und häufige Inhalation an einer Zigarette
• 3. Schwierigkeit, das Rauchen bei „äußeren
Zwängen“ zu unterlassen und
• 4. Erreichen von ≥ 5 Punkten im Fagerström-Test
Eindringliche Warnung an den Patienten,
während der Einnahme von Nicotinpräparaten
das Rauchen vollständig einzustellen,
wenn es um einen absoluten Rauchstopp geht
Bei „reduziertem Rauchen“ (harm reduction):
Zahl der gerauchten Zigaretten sollte
10 pro Tag nicht überschreiten
RI 5712.05
Bewertung der nichtmedikamentösen Therapieverfahren für die Raucherentwöhnung
Odds Ratio
Reduziertes Rauchen
SelbsthilfeSelbsthilfe - Interventionen
SelbsthilfeSelbsthilfe - Intervention mit Telefonberatung
Training durch Gesundheitsw e sensen - Mitarbeiter
Beratung durch eine
ein e Funktionsschwester
Ärztliche Beratung
Individuelle Beratung (Kurze Be
B e ratung; Broschüre etc.)
Gruppentherapie (Verhaltensthe
(Verhaltensth e rapie)
Hypnose
Hypno se
Aversionsbehandlung (aversive
(aversiv e Stimulation)
Aversionsbehandlung (allgemein)
Akupunktur
1,23 (1,01(1,01 - 1,49)
1,62 (1,33(1,33 - 1,97)
1,48 (1,20(1,20 - 1,83)
1,43 (1,24–
(1,24 – 1,66)
1,69 (1,45(1,45 - 1,98)
1,55 (1,27(1,27 - 1,90)
2,10 (1,64(1,64 - 2,70)
2,08 (1,39
(1,39-- 3,12)
1,19 (0,77(0,77 - 1,83)
1,22 (0,99(0,99 - 1,49)
Bew ertung
⇓⇓
⇔
⇑
⇔
⇑
⇑
⇔
⇑⇑
⇓
⇑
⇔
⇓⇓
RI 5812.05
Verhaltenstherapie
Klassische Konditionierung
nach Pawlow
Elemente der Therapie
Verhaltensbeobachtung,
kognitive Umstrukturierung,
Selbstkontrolltechniken,
Verstärkung neu gelernter Verhaltensmuster,
Förderung sozialer Fertigkeiten und von Problemlösekompetenzen,
Rückfallprophylaxe.
RI 5912.05
Vergleich effektiver Raucherentwöhnungsmaßnahmen
Prozentsätze Raucher, die ein halbes Jahr oder länger nach einer
Intervention rauchfrei sind
keine Intervention
3%
Willensstärke
ärztlicher Ratschlag
(3 Minuten)
5%
ärztlicher Ratschlag
+ Nikotinersatzpräparate
10%
Verhaltenstherapie
10%
Verhaltenstherapie
+ Nikotinersatzpräparate
0%
Thorax 2000;55:987-99; BMJ 2004;328:454-6
18%
5%
10%
15%
20%
RI 6012.05
Informationsvermittlung (Abschreckung)
Vorschlag der EU-Kommission zur zukünftigen
Gestaltung von Zigarettenschachteln
RI 6112.05
Interaktive
Präventionsprogramme
Komponenten:
Wissensvermittlung
Förderung der sozialen und der
Problemlösekompetenzen
Standfestigkeit gegen Gruppendruck
Kontraktmanagement (Selbstverpflichtung)
RI 6212.05
Preiserhöhungen
Beziehung zwischen dem Preis und dem Absatz von
Tabakprodukten in Deutschland von 1991 bis 2004
Nach Daten des Bundesamts für Statistik und des Bundesfinanzministeriums
RI 6312.05
Durchschnittlicher Tabakverbrauch
je Einwohner in Gramm in 22 Staaten in Abhängigkeit
von der Möglichkeit, für Tabak werben zu können
J Health Econ 2000;19:1117-37
RI 6412.05
Anteil täglich rauchender Jugendlicher
(in D wird als Referenzmaß der Anteil regelmäßig
rauchender Jugendlicher ausgewiesen)
Land
Einführung des
Werbeverbots
Referenzjahr für
die Evaluation
Abnahme des Konsums bis 1996;
in Deutschland bis 1993
Norwegen
1. 7. 1975
1975
-15,8% (Jungen); -15,4%
(Mädchen)
Finnland
1. 3. 1978
1978/79
-12% (Jungen); -14% (Mädchen)
17. 12. 1990
1990
-2,1%
1. 1. 1993
1992
0%
-
1993
-5,4%
Neuseeland
Frankreich
Deutschland
RI 6512.05
Wirksamkeit von Maßnahmen
zur Prävention des Rauchens
Verhaltensprävention
Ärztliche Raucherentwöhnung und -therapie
ja
Verhaltenstherapeutische Gruppentherapie
ja
Selbsthilfemanuale
(ja)
Verhältnisprävention
Preiserhöhungen
ja
Totales Werbeverbot
ja
Rauchfreie Plätze und Gebäude
(Nichtraucherschutzgesetze)
ja
Interaktive Verhaltensprävention
(z. B. in der Schule)
ja
RI 6612.05
Unfalltote in Deutschland
[zit. N. ADAC Motorwelt 2005(1):10]
25
Unfalltote in Tausend
20
15
10
5
0
1950
1955
1960
1965
1970
1975
1980
1985
1990
1995
2000
2004
RI 6712.05
RI 6812.05
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
5
Dateigröße
2 034 KB
Tags
1/--Seiten
melden