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11/2008 Der richtige Einsatz von Sprechfunk Kunststoffseile zum

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11/2008
Der richtige Einsatz
von Sprechfunk
Kunststoffseile
zum Rücken
Was heisst
«KWF-geprüft»?
I N H A LT
EDITORIAL
Forsttechnik
35 Kunststoffseile im Einsatz
Was taugen die Kunststoffseile
im Rückeeinsatz wirklich? Eine
Zusammenfassung der bisherigen
Erfahrungen.
Arbeitssicherheit
49 Was heisst «KWF-geprüft»?
Porträt
40
Der erste geprüfte
Vollernterfahrer
Christoph Spring ist der erste
Forstmaschinenführer mit eidgenössischem Fachausweis in der
Richtung Vollernter – ein Porträt.
Waldbau
42
Konkrete Empfehlungen zum Handeln
An einer Veranstaltung des
Schweizerischen Forstvereins
erfuhren die Teilnehmer viel
­Fachwissen zum Thema «Wald
und Klimaänderung».
Waldarbeit
46
Mehr Kommunikation dank Funk
Sprechfunkgeräte werden in der
Holzerei immer häufiger eingesetzt. Wo sind sie sinnvoll und
welche Regeln gelten dabei?
Eine Übersicht.
Oft liest man «Diese Hose ist
KWF-geprüft». Aber was heisst
das genau? Wir bringen Licht ins
Dunkel.
Forschung
52 Genetische Tests im Auenwald
Die Arten im Auenwald brauchen
eine gezielte Förderung, damit sie
sich wieder ansiedeln und fortpflanzen können.
Weitere Rubriken
4Aktuell
22 Der Holzmarkt
31 Die Seite des WVS
32 Die Seiten des VSF
56 Aus den Regionen
61 Auslese
61 Impressum
Redaktion, Abonnemente:
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
Redaktion: tschannen@wvs.ch
Abonnemente: kaiser@wvs.ch
Inserate:
+41 31 387 22 11
Fax +41 31 387 21 00
E-Mail: service.be@publimag.ch
Inserateschluss nächste Ausgabe:
19. November 2008
Titelbild
WVS-Instruktor Christoph Blattmann trägt ein Sprechfunkgerät,
das ihm die Kommunikation mit
Lernenden erleichtert.
(Foto: Urs Wegmann)
Liebe Leserin, lieber Leser
Plötzlich, im Winter 2006, standen kleine
Stückholzheizungen im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Das Paul Scherrer
Institut (PSI) hatte herausgefunden, dass
ein erheblicher Teil des Feinstaubs in den
Alpentälern aus Holzheizungen stammt.
Ofenbauer und Forscher präsentieren nun
gemeinsam Resultate, wie dem Problem
beizukommen ist (siehe Seite 5). Der
gemütliche Kachel- oder Specksteinofen,
das knisternde Feuer im offenen Cheminée,
haben etwas von ihrem romantischen
Image eingebüsst.
Dazu passen die Zahlen der Schweizerischen Holzenergie-Statistik. Demnach
haben die offenen Cheminées in den
­letzten zehn Jahren einen Rückgang von
rund 30% zu verzeichnen, Kachelöfen
gingen um 6%, Holzkochherde – wen
wundert es? – gar um 43% zurück. Dafür
konnten geschlossene Cheminées und
Cheminéeöfen um 81% beziehungsweise
um 44% zulegen.
Ist das nun eine gute Nachricht? Eigentlich
ja. Denn damit nehmen die «Dreckschleudern» ab, der Ausstoss von Feinstaub kann
reduziert werden. Die Luft wird besser.
Aber Sie merken es: Ganz froh bin ich
trotzdem nicht. Das Feuer wird immer
technischer und immer mehr eingesperrt.
Natürlich gibt es moderne Schwedenöfen
und ähnliche Geräte, die nicht nur dem
modernsten Stand der Technik genügen,
sondern wo man auch durch die Glasscheibe hindurch das Feuerchen lodern
sieht.
Aber jetzt mal ehrlich: Manchmal – gerade
jetzt im November – ist es doch schön,
wenn man das Prasseln hört, die Hitze der
Flammen direkt auf die Haut strahlt und es
sogar etwas nach Rauch riecht. Oder etwa
nicht?
Mit freundlichen Grüssen
Adressen siehe Impressum!
Urs Wegmann
W A L D U N D H O L Z 11/083
AKTUELL
■
Schlagzeilen
■ Thermoholz weiterentwickelt
Die Österreicher Tilo GmbH, Lohnsburg,
hat das Thermoholz-Verfahren weiter­
entwickelt. Beim «Natwood»-Verfahren
wird während des Erhitzens ein Harz­
gemisch ins Holz eingepresst. Es resultiert
ein um bis zu 60% härteres Holz, das um
bis zu 50% weniger schwindet/quillt.
■ Hohe Exportzölle
Ab Neujahr will Russland auf den NadelSägerundholzexporten einen Zoll von
50 EUR/Fm erheben. Das dürfte die weltweiten Holzströme beeinflussen. Bisher
wurden aus Russland jährlich etwa
50 Mio. m3 nach Westeuropa exportiert
und neuerdings zusätzliche 27 Mio. m3
nach China. Russland möchte das Holz
künftig vermehrt selber verarbeiten.
■ Sägen mit Ultraschall
Seit längerer Zeit schon wird versucht,
das konventionelle Sägen und Hobeln
von Holz sauberer und weniger energieintensiv zu gestalten. HochdruckWasser­strahl und Laser haben sich nicht
bewährt, aber ein neues Verfahren mit
Ultraschall, das an der BOKU Wien ent­
wickelt wird. Es soll nicht nur den Kraftbedarf senken, sondern auch den Werkzeugverschleiss – und erst noch schönere
Schnitte liefern.
■ H&W Forschungspreis
Der Hintermann & Weber Forschungspreis für Naturschutz ist an Veronika
Braunisch von der Forstlichen Versuchsund Forschungsanstalt Baden-Württemberg vergeben worden. Dies für ihre
­Arbeiten im Zusammenhang mit der
Auer­huhnpopulation des Schwarzwaldes.
■ Auf Zielkurs
Neuste Berechnungen des BAFU zeigen,
dass die Schweiz ihre bis Ende 2012 geltenden internationalen Verpflichtungen
im Klimaschutz erfüllen sowie die Vor­
gaben im CO2-Gesetz wahrscheinlich einhalten kann. Die erhöhte Holznutzung
wird die Senkenleistung des Waldes
schmälern. Anderseits werden dank des
vermehrten Einsatzes von Holz Heizöl
sowie CO2-intensive Baustoffe wie Beton
oder Stahl ersetzt, was die CO2-Emissionen in diesem Bereich etwas senkt.
4
W A L D U N D H O L Z 11/08
Landwirte und Freizeitholzer
Über www.holzerkurse.ch informieren
Immer mehr Landwirte und Freizeitholzer rüsten ihr Holz wieder selber
auf. Ohne entsprechende Ausbildung
ein gefährliches Unterfangen! Für
Forstleute bietet sich besonders in
dieser Jahreszeit wieder die Gelegenheit, diese Personen auf die Gefahren
bei Motorsägearbeiten hinzuweisen
und ihnen einen Kursbesuch oder eine
Arbeitsausführung durch den Forstprofi zu empfehlen.
Auf www.holzerkurse.ch kann über
Internet kostenlos verschiedenes Informationsmaterial dazu bezogen werden.
Nebst einem Flyer stehen Plakate in verschiedenen Grössen sowie ein Schriftzug zur Verfügung. Darauf wird auf die
Gefahren bei Motorsäge­arbeiten sowie
auf die Plattform www.holzerkurse.ch
aufmerksam gemacht.
Die Internetadresse bietet einen einfachen Zugang zum aktuellen Kursangebot für Personen, die in ihrer Freizeit
oder im Nebenerwerb Holzereiarbeiten
ausführen, oder beruflich ab und zu
Motorsägearbeiten verrichten und über
keine entsprechende Ausbildung ver­
fügen.
Träger der Kampagne sind das Bundesamt für Umwelt BAFU, die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der
Landwirtschaft BUL, Waldwirtschaft
Schweiz und die Suva.
Markus Breitenstein
Keine Hoffnung nach Ablauf der Konsultationsfrist
Borregaard schliesst Zellstofffabrik definitiv
Borregaard Schweiz schliesst die Zellstofffabrik in Riedholz/Luterbach definitiv. Von mehreren Interessenten
hat sich nach Ende der Konsultationsfrist keiner bereit erklärt, den Gesamtbetrieb weiterzuführen.
Am 26. September hatte Borregaard
Schweiz die Sozialpartner sowie die Behörden des Kantons Solothurn über die
Absicht informiert, den Standort Riedholz zu schliessen. Damit begann die
30-tägige Konsultationsfrist, wie sie im
Kanton Solothurn üblich ist. Diese ist am
24. Oktober abgelaufen. Das Resultat:
Bis auf einige kleine Teilbereiche wird
das Werk definitiv geschlossen. 339 Mitarbeitende erhalten die Kündigung.
Während der Konsultationsphase hatten sich bei Borregaard sieben Interes­
senten aus anderen Branchen für die
Übernahme des Gesamtunternehmens
gemeldet. Sämtliche dieser Interessenten
haben sich in der Zwischenzeit jedoch
zurück­gezogen.
Anderswo günstiger
Die Absagen wurden begründet mit
der schlechten Ertragslage der Fabrik und
den «steigenden und effizienteren Produktionskapazitäten in der südlichen
Hemisphäre». Ein Schweizer Unterneh­
mer aus der Papierindustrie hat zudem
die Idee einer Zusammenarbeit aufgebracht. Nach den Analysen bezüglich
technischer Machbarkeit hat der Unternehmer dieses Projekt wieder zurück­
gezogen. Um welches Unternehmen es
sich dabei handelt, wollten die Verantwortlichen nicht bekannt geben.
Borregaard plant, den Standort bis
Ende Januar geordnet stillzulegen. In
einem ersten Schritt sollen die Produk­
tionsanlagen bis spätestens Mitte Dezember heruntergefahren werden. red
AKTUELL
Feinstaub in Holzheizungen reduzieren
Fortschritte dank oberem Abbrand und Blähglimmer
Stückholzheizungen verursachen unnötig viel Feinstaub – wenn sie nicht
richtig betrieben werden. Aktuelle
Forschungen zeigen auf, wann der
Feinstaub genau entsteht und wie er
reduziert werden kann.
Im Winter 2006 gingen die Wogen
ziemlich hoch. Untersuchungen des Paul
Scherrer Instituts (PSI) hatten für Ofenbauer und Liebhaber von Holzheizungen
unangenehme Resultate hervor­gebracht:
Ein grosser Teil des Feinstaubs in Alpen­
tälern wie dem Misox oder der Leventina
stammte nicht vom Strassenverkehr, sondern aus Öfen und Holz­heizungen. Die
Meldung sass. Holz – gerade im Aufwind
als CO2-neutraler Energieträger – war
also schlechter als sein Ruf. Zumindest
klang es damals so.
Das Thema verschwand rasch wieder
aus den Medien – nicht aber aus den
Köpfen der Fachleute und Betroffenen.
Diese setzten sich an einen Tisch, um gemeinsam über das Problem nachzudenken und Verbesserungsmöglichkeiten zu
finden. Nun, zweieinhalb Jahre später,
konnten der Verband der Hafner- und
Plattengeschäfte (VHP), das PSI und das
Bundesamt für Umwelt (BAFU) gemeinsam erste Erkenntnisse präsentieren. Sie
luden ins Labor des Ökozentrums Langen­
bruck in Balsthal, wo die Unter­suchungen
durchgeführt worden sind und weiterlaufen.
Weltweit einmalig
Konrad Imbach, VHP-Zentralpräsident,
konnte mit einer guten Nachricht eröffnen. «Nach den Meldungen im Winter
2006 wollten wir Hafner es genauer
­wissen: Wie schlecht sind die Kleinholzfeuerungen wirklich?» Und sein Bauchgefühl habe ihn nicht getäuscht: «Wir
sind auf dem richtigen Weg.» Sein Verband habe sich aber nie gegen Verbesserungen gestellt, sondern sei «die Fragestellung aktiv» angegangen, betonte er.
Was mit dem «richtigen Weg» gemeint
ist, erklärte Christian Gaegauf, Projektleiter am Ökozentrum: «Es geht vor allem
darum, die Emissionen beim Anzünden
und Nachlegen von Holz zu senken.»
Schwerpunkt dabei ist die Minderung der
Feinpartikel. Gemeinsam mit dem PSI
kämen dabei Hightech-Instrumente zum
Einsatz, um die Emissionen präzis messen
zu ­
können. Das Neue dieser Untersu-
Michael Sattler demonstriert im Labor in Balsthal das «korrekte» Feuer in einem Testofen.
chung sei die hohe Zeitauflösung. Es können also zu jedem Zeitpunkt nach dem
An­fachen des Holzfeuers die Partikel detailliert analysiert werden. Somit könnten
gezielte Verbesserungen an Holzheizungen vorgenommen werden. Und nicht
ohne Stolz verkündete Gaegauf: «Das ist
in dieser Form weltweit einmalig!»
Speicheröfen sind sinnvoll
Was sind nun die ersten Resultate? Die
Staubfracht erreicht bei Stückholzfeuerungen in der Anfachphase die höchsten
Werte. Auch beim Nachlegen sind sie
deutlich erhöht. Die Spezialisten des Ökozentrums empfehlen deshalb primäre
Massnahmen beim Feuern und sekundäre, zum Beispiel mit Filtern. Das allerwichtigste ist das korrekte Anfeuern, wie
es seit rund einem Jahr propagiert wird.
Das Feuer wird also von oben mit einem
so genannten Abbrand entzündet und
nicht von unten (www.fairfeuern.ch).
Sinnvoll sind zudem Speicheröfen, die
unter Volllast möglichst viel Wärme aufnehmen können, ohne dass ständig ein
kleines Feuer aufrecht erhalten werden
muss.
Die Ingenieure haben aber auch technische Verbesserungen gesucht, die sich
vor allem an die Ofenbauer richten. So
haben sie zum Beispiel mit verschiedenen
Duschen und Düsen experimentiert, die
in der Anfeuerphase dem Feuer zu mehr
Sauerstoff und mehr Zug verhelfen.
Zudem sollten Öfen mit einem «Blähglimmer» ausgestattet werden. Dieses
isolierende Material wird im Deckenbereich der Brennkammer angebracht und
sorgt dafür, dass die Flammen weniger
lange auf eine kalte Oberfläche stossen.
Vorgelegt sind erste Ergebnisse. Die
Forschung wird weitergehen. So hatte
Gaegauf für VHP-Präsident Imbach und
die Forstwirtschaft denn auch eine gute
Nachricht: «Holz bleibt der Energieträger
der Zukunft und die Feuerungen werden
schadstoffärmer.»
Urs Wegmann
Quellen der Feinstaub-Emissionen im Jahr
2000. (Quelle: BAFU)
W A L D U N D H O L Z 11/085
FORUM
Wald und Wild
Biotoppflege kontra Wildfütterung
Widersprüchliche Argumente prägen
die Diskussionen, wenn es um Fragen
der Winterfütterung oder der Biotopverbesserung geht.
Ziel und Zweck sowohl der Äsungsverbesserung als auch der Wildfütterung ist
es, den Nahrungsengpass im Winter mit
einer gezielten Erhöhung des Angebots
zu entschärfen und damit Wildschäden
zu vermeiden oder zumindest zu redu­
zieren. Während die Äsungsverbesserung
durch Biotoppflege, Offenhalten von
Waldwiesen und auf den Stock setzen
von Laubhölzern unbestritten ist – und
gar als eigentliches Wundermittel zur
Wildschadenvermeidung gilt – wird die
herkömmliche Winterfütterung oft rundwegs abgelehnt oder sogar verboten
(Kanton St. Gallen). Noch vor wenigen
Jahren wurde aber eine Fütterung des
Wildes in der Notzeit als moralische
Pflicht jedes anständigen Jägers angesehen und von der Wildhut bei Unterlassung oftmals kritisch vermerkt.
Heute findet eine einseitige Rückbesinnung zur Natur statt, welche nur noch
die von der Natur gebotene Äsung des
Wild für zulässig erklärt. Man übersieht
dabei grosszügig, dass die Natur durch
den Einfluss der Menschen schon längst
überbeanprucht ist und von einem Naturzustand nicht mehr gesprochen werden
kann. Der Mensch beeinträchtigt den
Lebens­
raum mit seiner Präsenz durch
eine Unzahl von Anlässen und Aktivitäten; man muss staunen, dass sich das
Wild überhaupt bis heute behaupten
konnte. Die regelmässigen Störungen
­bedeuten Stress für das Wild, welcher zu
erhöhtem Nahrungsbedarf führt. Ausserdem sind auch die Ansprüche der Waldbesitzer an die Holzqualität der Bäume
gestiegen. Bäume mit Verbiss- oder
Schälschäden haben in der Wertholz­
produktion keinen Platz, und ein solcher
6
W A L D U N D H O L Z 11/08
Wald gilt als u
­ n­natürlich. Dabei hat es
Wildschäden g
­ erade auch in naturbelassenen Wäldern schon immer gegeben.
Durch die landwirtschaftliche Nutzung
hat sich das Äsungsangebot in der
schneefreien Jahreszeit erhöht, wärend
im Winter die gegenteilige Entwicklung
eingetreten ist. Das verschärft den Nahrungsengpass. Darum lässt sich unser
Land auch nicht mit den Ländern des
Nordens vergleichen, wo verhältnis­
mässig geringe Schalenwilddichten und
ein hoher Waldanteil mit einem geringen
Bevölkerungsdruck zusammenfallen.
Im «Schweizer Jäger» Nr. 5, Seite 13,
kann man zur Biotophege im Kanton Uri
Folgendes nachlesen: Durch das neu geschaffene Äsungsangebot verringert sich
der Verbissdruck am Schutzwaldnachwuchs wesentlich. Peter Indergand ist
auch überzeugt, dass die grosse Anzahl
Fallwild, die durch Bahn- und Strassen­
unfälle entstehen, ebenfalls reduziert
werden kann, weil das Wild im Wintereinstand genügend Futter findet. Bekanntlich sind Wildruhe und gute Äsungsangebote das A ud O für das Überleben
des Wildbestandes im Winter (Zitat­
ende).
Die Masse an Verbissholz (Prossholz) –
selbst auf einer grossen Fläche mit viel
Laubholzanteil – wird oft masslos überschätzt. Schon eine kleine Gruppe Rotwild oder einige Rehe können die beste
Äsungsfläche innert weniger Tage leer­
äsen. Weil die Freihalteflächen oft in
grös­seren Verjüngungskomplexen integriert sind, verleiten sie das Wild erst recht,
innerhalb dieser Flächen den Winter­
einstand zu nehmen. Für meinen Begriff
hat die Winterfütterung den Hauptzweck, das Wild von den schadenträch­
tigen Flächen fernzuhalten. Das bedeu-
tet, dass die Wintereinstände vor allem in
mittelalten und alten Waldbeständen
­liegen sollten. Das heisst nicht, dass nicht
auch innerhalb dieser Wintereinstände
Waldwiesen gepflegt werden sollten,
oder dass auf Lichtungen wachsende
Weichhölzer auf den Stock gesetzt werden können. Ausserdem sorgen auch hier
Holzschläge und Aufastungen für ein zusätzliches Prossholzangebot in der Notzeit.
Wenn immer wieder betont wird, die
Biotophege ziele durch vermehrtes Prossholzangebot auf die Verhinderung von
Wildschäden, dann müsste man ehr­
licherweise auch eine Wildfütterung mit
Naturfutter wie Laubsilage, Laubheu oder
gutem Heu oder Emd befürworten.
Wie gesagt, hat die Fütterung im ­Winter
gegenüber der reinen Biotophege den
Vorteil, dass das Wild gezielt an Standorte gebunden werden kann, welche
wenig Schadenpotenzial aufweisen. Im
Gegensatz dazu befinden sich Freihalteflächen meist innerhalb grösserer Verjüngungskomplexe. Durch die Lockwirkung des zusätzlichen Äsungsangebotes
steigt hier das Risiko, dass Wildschäden
entstehen.
Die Pflege von Waldwiesen kann aus
Naturschutzgründen wertvoll sein. Im
Gebirgswald verhindert eine geschlossene Schneedecke in der Regel die Nutzung dieser Wiesen durch das Wild.
Wenn das Schnittgut zu Tristen auf­
geschichtet würde, könnte Rotwild im
Winter davon profitieren. Auch diese Art
der Futternutzung wird von manchem
Wildbiologen und einem Teil der Forstvertreter nicht toleriert.
Eine Fütterung sollte nie zur Trophäenverbesserung missbraucht werden. Als
Mittel zur Wildschadenverhütung hat
sie jedoch bei entsprechender Planung
und durch einen fachgerechten Betrieb
durchaus auch heute noch ihre Berechtigung.
Richard Tobler,
Revierförster, 9658 Wildhaus
FORUM
Fehlverhalten korrigieren
Visuelles Lernen
Bei der Grundausbildung steht der
Ausbildner immer wieder vor der gleichen Problemstellung: Der Auszubildende
bringt schon ein akutes Fehlverhalten
mit, oder er wiederholt die gleichen
Fehler aufs Neue. Meistens ist es die
­
Gewohn­heit, mit offenem Gesichtsschutz
oder mit dem Daumen über dem Bügel
zu arbeiten. Dieses Verhalten zu korrigieren stellte mich jahrelang auf die Probe.
Die Lösung des Problems sah ich nicht
in meiner ständigen Intervention. Ich
muss dem Lernenden die Möglichkeit
geben, sich selber zu korrigieren. Deshalb
habe ich versucht, das zu verbessernde
Verhalten zu visualisieren. Dazu platziere
ich das passende Stichwort oder Piktogramm auf der Motorsägeabdeckung.
Weisses Isolierband und ein wasserfester
Filzstift haben sich gut bewährt.
Diese Lehrmethode ist aufgebaut auf
dem Wissen, dass der Lern­
effekt etwa
60% über das Auge beträgt (Gehör 30%,
Inhalt 10%).
Es ist von Bedeutung, dass die vor­
zunehmende Verbesserung gemeinsam
besprochen wird. Ein Fallbeispiel aus
­meiner erweiterten Erfahrung leistet hier
gute Dienste. Zudem vereinbare ich mit
dem Lernenden eine Frist. Während dieser Frist bedarf es einer erhöhten Aufmerksamkeit meinerseits.
Schafft er die Korrektur selbstständig,
fördert meine positive Rückmeldung sein
korrektes Verhalten. Erfreulich ist das gemeinsame Erfolgserlebnis, das sich auf die
weitere Ausbildung zielführend auswirkt.
Die bisher beschriebenen Korrekturen
beziehen sich auf die persönliche Schutzausrüstung und die Motorsägehand­
habung. Das System kann man aber auch
auf andere Bereiche wie Gesundheitsschutz, Fällen, Entasten usw. ausdehnen.
Ich habe mit dieser Methode jahrelang
erfolgreich gearbeitet und festgestellt,
dass der Kursteilnehmer diese Herausforderung gerne annimmt. Daraus resultieren in kurzer Zeit gute Erfolge, weil
– er eine messbare Vorgabe hat,
– er auf einen Wettbewerb eingeht,
– er sich selber verbessern kann,
– er Erfolg hat!
Diese Methode kann auch in Lehrbetrieben angewendet werden.
Claude Engeler, Revierförster
Leiter Stützpunkt Fischingen
Kompetenz­zentrum
für forstliche ­Ausbildung
www.stuetzpunkt-fi.ch
W A L D U N D H O L Z 11/087
Forstbetrieb Bottenwil
Der Forstbetrieb Bottenwil bewirtschaftet 200 ha Wald
(Hiebsatz 2000 m³). Zusätzlich betreiben wir das Bauamt der
Gemeinde Bottenwil.
Zur Ergänzung unseres Teams suchen wir per 1. Februar 2009
oder nach Vereinbarung eine/n junge/n, gelernte/n
Die Firma Baum und Garten AG ist ein im Zürcher
­Oberland stationierter Betrieb, welcher in der
ganzen Schweiz tätig ist. Gleichzeitig werden diverse
­Arbeiten im grünen Bereich als zusätzliche Leistungen
angeboten. Der Betrieb hat im letzten Herbst neue
Büros mit Werkhof in Wetzikon bezogen.
Zur Ergänzung unseres wachsenden Betriebes suchen
wir per sofort oder nach Vereinbarung erfahrene
Bauführerin / Bauführer
aus den Bereichen Forst oder Gartenbau. Ihr Aufgabengebiet umfasst die Besichtigung und Organisation
von Baustellen, Kundenbetreuung, Offert- und
­Ab­rechnungswesen sowie teilweise Mithilfe bei
­Aussen­arbeiten.
Wenn Sie bereit sind, in einem langjährigen, motivier­
ten Team mitzuwirken und gerne vielseitige und
­interessante Aufgaben lösen, sind wir die richtigen
Ansprechpartner für Sie.
Schicken Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen oder
­rufen Sie uns an – wir freuen uns auf Ihre Kontakt­
aufnahme.
Baum und Garten AG
Kastellstrasse 6
8623 Wetzikon 044 972 36 66
044 972 36 68
www.bug-ag.ch
Forstwart/in
Wir erwarten:
– abgeschlossene Berufslehre als Forstwart
– Freude am Umgang mit Maschinen
–Teamfähigkeit
– Bereitschaft zu Pikettdienst
–Flexibilität
– Führerausweis Kat. B
Wir bieten:
– vielseitige und anspruchsvolle Arbeitsstelle
– fortschrittliche Arbeitsbedingungen
– zeitgemässe Besoldung und Sozialleistungen
Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Foto, Zeugnis- und Kurs­
kopien senden Sie bis 21. November 2008 an den Forst­
betrieb Bottenwil, Hauptstrasse 64, 4814 Bottenwil.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne unser Betriebsleiter
Markus Steiner, 079 601 81 24.
Waldkorporation Güttingen
Für das Forstrevier Güttingerwald suchen wir
auf März 2009 oder nach Vereinbarung einen
erfahrenen und tüchtigen
Forstwart
Wir bieten Ihnen:
– interessante Arbeiten im Laubholzrevier
– zeitgemässe Entlöhnung
– eine Dauerstelle
Wir erwarten von Ihnen:
– gute Berufskenntnisse
– Selbstständigkeit und Teamgeist
Sollte Sie unser Angebot ansprechen, so er­
warten wir gerne Ihre schriftliche Bewerbung
oder informieren Sie sich bei
Ruedi Schum
Revierförster
Windmülistrasse 10
8594 Güttingen/TG
071 695 23 85
8
W A L D U N D H O L Z 11/08
AKTUELL
Ein neuer Trend in Deutschland
Hochseilgärten als Höhenlehrpfade
Waldhochseilgärten erleben derzeit
in Deutschland einen anhaltenden
Boom – besonders im touristischen
Bereich. Wo aber der Freizeitspass in
den Vordergrund drängt, muss oftmals das Naturerlebnis zurückstecken.
Unter dem Motto «Mehr als nur Abenteuer!» rücken Höhenlehrpfade den
Wald als erlebbaren Naturraum wieder stärker in den Fokus von Waldhochseilgärten. In Höhen zwischen
4 und 15 m kann der Besucher nicht
nur sich selber entdecken, sondern
auch den umgebenden Wald erleben.
Möglich macht dies die Verbindung
zwischen einem Hochseilparcours und
einem klassischen Waldlehrpfad.
Natur- bzw. Waldhochseilgärten haben
derzeit Hochsaison. Jedes Jahr entstehen
in Deutschland zahlreiche weitere Waldklettergärten, Kletterwälder und Abenteuerparks, die alle ein unvergessliches
Naturerlebnis versprechen. Leider geht
der Trend dahin, immer grössere An­lagen
mit immer mehr Elementen zu bauen –
oftmals auf Kosten des Natur­erlebnisses.
Wo soll denn Natur noch wahrgenommen werden, wenn das Waldbild mit
Plattformen und Kletter­elementen überfrachtet ist? Auf diese Weise degeneriert
der Wald zur aus­
wechselbaren Kulisse
und verschwindet schliesslich im Hintergrund. Dazu kommt eine begrenzte
Kletter­zeit, die aus einem bewussten Erleben ein blosses Konsumieren macht:
Kletterelemente und Parcours werden
nach Bewältigung abgehakt, und dann
geht es schnell zum nächsten – schliesslich drängt die Zeit. Das Innehalten und
das bewusste Wahrnehmen der Umgebung bleibt da oftmals auf der Strecke.
Im ­heimischen Wohnzimmer bleibt dann
schliesslich die Frage: «Wald? War da
Wald?»
Den Wald wieder in den
­Vordergrund rücken
Dabei bieten aber gerade Naturhochseilgärten eine optimale Voraussetzung,
den Wald als Naturraum in besonderer
Weise zu erleben. Wo kann man schon
den Wald in bis zu 10 m Höhe kletternd
entdecken? Baumwipfelpfade, wie in
manchen Nationalpärken (z. B. Hainich),
haben diesen Gedanken schon längst
aufgegriffen und führen Besucher in
massiven Stahl- und Betonkonstruktio-
Höhenlehrpfade nutzen die Wartezeit auf den Plattformen, um in dieser Zeit Wissen über
den Wald, in dem man gerade klettert, zu vermitteln und stärken auf diese Weise das
bewusste Erleben des Waldes.
nen durch den Kronenbereich der Bäume.
Dabei wird über klassische Lehrtafeln und
Erlebnisstationen Waldwissen vermittelt.
Aufgrund der massiven Bauweise ist das
Betreten einer solchen Anlage ohne zusätzliche Sicherung möglich. Zwangs­
läufig entsteht dadurch aber auch eine
gewisse Distanz zum Wald. Um wie viel
näher ist man den Bäumen in Naturhochseilgärten – vorausgesetzt, man ist sich
dessen bewusst!
Bewusstes Walderlebnis
durch Höhenlehrpfade
Wie kann es also gelingen, den Wald
wieder stärker in das Bewusstsein des
­Besuchers eines Naturhochseilgartens zu
rücken, der vordergründig nur zum Klettern in den Wald kommt? Die Antwort:
Indem man zeitweilig die Fokussierung
auf das Klettern löst und den Blick ziel­
gerichtet auf und in den Wald lenkt.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit
in jedem Naturhochseilgarten: Nämlich
dann, wenn der Besucher auf einer Plattform wartet, dass die nächste Übung frei
wird. An diesem Punkt setzt die Idee des
Höhenlehrpfads an. Höhenlehrpfade nutzen die Wartezeit auf den Plattformen,
um in dieser Zeit Wissen über den Wald,
in dem man gerade klettert, zu vermitteln
und stärken auf diese Weise das bewusste
Erleben des Waldes.
Quelle: www.höhenlehrpfad.de
41. EFNS vom 7. bis 15. Februar 2009 in der Slowakei
Die 41. EFNS (Europäische Forstliche Nordische Skiwettkämpfe) finden in Donovaly,
Niedere Tatra, Slowakei, statt. Es handelt sich um einen Anlass, bei dem ausser sport­
lichen auch forstwirtschaftliche, kulturelle und gesellige Aspekte zum Tragen kommen.
Die Langlauf-Wettkämpfe sind so konzipiert, dass sie sowohl für Breiten- als auch für
Spitzensportler interessant sind. Herzlich eingeladen sind auch die Partner/innen der
Wettläufer/innen. Am Wochenende zu Beginn der EFNS finden in Donovaly internationale Schlittenhunderennen statt. Am Samstag nach den EFNS soll ein Ski-OL, unter
Regie der EFOL (Europäische Forstliche Orientierungslaufmeisterschaften), durchgeführt
werden. Weitere Angaben siehe unter www.efns.ch.vu.
Anmeldungen für die EFNS bis spätestens 11. November 2008 an U. Hug, EFNS-Team
Schweiz, Lee 3, 3295 Rüti b/B., G 031 633 46 20, P 032 351 11 24.
NB: Das Datum für die forstlichen Ski-, Snowboard- und Langlaufmeisterschaften 2009
ist noch nicht bekannt (Ausschreibung siehe auf www.foresters.ch).
W A L D U N D H O L Z 11/089
AKTUELL
Ein kleines Jubiläum
30 Jahre KWF e.V. in Gross-Umstadt
1978, also bereits vor 30 Jahren, ist
das Kuratorium für Waldarbeit und
Forsttechnik (KWF e.V.) aus dem städtischen Frankfurt-Buchschlag nach
Gross-Umstadt umgezogen, um hier
in ländlicher Umgebung bessere
Arbeits­bedingungen zur Prüfung von
forsttechnischen Arbeitsgeräten zu
erhalten. Dies hat das KWF-Team
um die geschäftsführende Direktorin,
Dr. Ute Seeling, am 10. Oktober in den
Räumen des KWF gemeinsam mit Vertretern aus der lokalen Politik, der
Wirtschaft und den früheren Mit­
arbeitern und Mitarbeiterinnen gefeiert.
Das KWF ist eine gemeinsame ForstFachorganisation des Bundes und der
Länder. Als Prüfeinrichtung der deutschen
Forstwirtschaft ist es gleichermassen
Kompetenzzentrum für Forsttechnik und
Plattform für technische Weiterentwick-
Durchforstung
im
lung und Sicherheit. Das KWF vergibt
Prüfzeichen für qualitativ hochwertige,
sichere und umweltverträgliche Maschi-
nen und Gebrauchsgegenstände wie
zum Beispiel Arbeitskleidung für die
Waldarbeit. Alle vier Jahre führt das KWF
eine Leistungsschau (KWF-Tagung) durch,
bei der die gesamte Bandbreite der Forsttechnik präsentiert wird.
Quelle: KWF
Gratulanten zum 30-jährigen Bestehen des KWF e.V. in Gross-Umstadt. In der Bildmitte Bürgermeister Ruppert und rechts von ihm die geschäftsführende Direktorin
Frau Dr. Seeling.
Blätterwald
Märchenwald in
höchster Höhe
Ein Doktor, der die
Bäume versteht
Im Wald wachsen die
Geigen
Heinz Storrer, Redaktor der «Schweizer
Familie», besucht spezielle Winkel unseres Landes. Da liegt es in der Natur der
Sache, dass er auch immer wieder auf besondere Wälder wie den höchstgelegenen Arvenwald Europas im Val S-charl,
zwischen Scuol und Ofenpass, trifft.
Matthias Brunner ist Baumdoktor. Er
untersucht und behandelt seine «Patienten» mit Ultraschall und Spritzen. In der
Deutschschweiz ist er der Einzige, der
diese Methode anwendet. Der «TagesAnzeiger» begleitete ihn bei seiner A
­ rbeit.
Mit Hilfe eines Ultraschallgeräts findet
Brunner heraus, ob ein Baum in seinem
Innern faul, hohl oder beschädigt ist. Die
Diagnose stellt der Baumdoktor mit Hilfe
einer so genannten Schalltomografie.
«Das funktioniert ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung bei einer schwangeren Frau», sagt Brunner.
Die «Basler Zeitung» ist weit gereist für
einen Artikel. Die zwei Brüder Florinett
aus dem Albulatal exportieren seit 2000
mit immer grösserem Erfolg Tonhölzer in
alle Welt. Aus dem Fichtenholz werden Gitarren, Mandolinen, Violinen oder
­Cellos gebaut. Die meisten Stämme werden in der Woche vor Neu- oder Leermond geschlagen.
Der «God da Tamangur», der höchste
Arvenwald Europas, scheint tatsächlich
ein Relikt aus der Urzeit, und sein Über­
lebenskampf hat die Bäume gezeichnet.
Schwarz gebrannt von der Sonne klammern sich die alten Riesen mit verwitterten, bizarr verdrehten Wurzeln an den
stotzigen Osthang, winden sich um Felsen und behaupten verkrümmt und
­gichtig ihren Platz. Mit knorrigen Ästen
greifen sie sich Raum und zeigen dabei
trotzig und stolz die Wunden und Narben, die sie sich im jahrhundertelangen
Kampf gegen Wind und Wetter zugezogen haben.
10
W A L D U N D H O L Z 11/08
Das Ultraschallgerät, es kostet rund
20 000 Franken, ist relativ simpel kons­
truiert. Gesundes Holz leitet die Schallwellen mit einer Geschwindigkeit von bis
zu 1400 m pro Sekunde. Krankes Holz
hingegen viel langsamer. Mit Hilfe der
Wellen kann er das Innenleben eines
Baumes auf seinem Laptop sichtbar
­machen.
In Bergün haben die Brüder ihr Bergholzzentrum eingerichtet, oben in Latsch
steht die Klangholzwerkstatt. Im kleinen
Weiler werden die ausgewählten Fichten
weiterverarbeitet. Mit Tonhölzern können bessere Preise erzielt werden als mit
Holz, das beim Schreiner für den Bau von
Möbeln oder Parkettböden eingesetzt
wird. Wer zwei schöne Bretter für den
Bau eines Kontrabasses kauft, muss mit
einem Preis zwischen Fr. 300.– und
Fr. 500.– rechnen. Und längst ist das
klangvolle Holz aus Graubünden zum
Export­schlager geworden.
AKTUELL
Das «Foto des Monats»
Haben Sie aussergewöhnlich schöne,
lustige, besinnliche, einmalige Fotos
vom Wald, von der Arbeit im Wald,
von speziellen Holzprodukten oder
von E­ reignissen rund um die Waldwirtschaft?
Dann schicken Sie uns doch eines oder
zwei zu (Anschrift: Redaktion «WALD
und HOLZ», Rosenweg 14, 4501 Solothurn, oder tschannen@wvs.ch)!
Den Einsendern, deren Aufnahme hier
erscheint, winken als Prämie wahlweise entweder 50 Franken oder aber
sie bekommen «WALD und HOLZ»
ein Jahr lang gratis (Normal-Abopreis zurzeit 89 Franken)!
Das Foto des Monats stammt diesmal von Martin Ziegler vom Kantonsforstamt Zug. Er
schreibt dazu: «Auf einen Sandsteinblock im Wald wächst die wunderschöne farbige
Flechte Baeomyces rufus. Ihre pilzartigen, ca. 3 mm grossen Fruchtkörper werden gerade
von einem Springschwanz beweidet.»
Achtung: Die Fotos (ob auf Papier, als
Dia oder als elektronische Daten) müssen von guter Qualität sein, das heisst
insbesondere scharf und genügend
hell. Digitalkameras auf feinste Auf­
lösung einstellen! Wichtig ist aus­ser­
dem ein kurzer erklärender Text zum
Foto (Bildlegende). Die genaue Anschrift des Absenders nicht ver­gessen!
Selbstverständlich bekommen Sie alle
Fotos zurück. Wir behalten uns aber
anderweitige Veröffentlichungen im
Rahmen der PR-Arbeit des WVS vor.
Grundlage für die Bewältigung von Sturmschäden im Wald
Das neue Sturmschaden-Handbuch
Starke Stürme ereignen sich immer
wieder – durch den Klimawandel
könnten sie häufiger werden. Oft
kommt es dabei auch im Wald zu
Schäden. Das «Sturmschaden-Handbuch» beschreibt, wie der Bund zusammen mit den Kantonen und anderen Beteiligten solche Sturmereignisse
im Wald bewältigen will und liefert
praktische Hinweise für forstliche
­Akteure.
Das neue «Sturmschaden-Handbuch»
des Bundesamts für Umwelt BAFU zieht
Lehren aus dem Sturm «Lothar» und soll
dazu beitragen, dass künftige Sturm­
ereignisse im Wald optimal bewältigt
werden können.
Das Handbuch besteht aus drei Teilen:
• Der erste Teil beschreibt die Strategie
des Bundes für die Bewältigung von
Sturmkatastrophen im Wald.
• Im zweiten Teil finden sich praktische
Hinweise für forstliche Akteure (Wald-
eigentümer, Forstdienste von Bund
und Kantonen usw.) die aufzeigen, wie
auf operationeller Ebene mit gros­sen
Sturmschadenereignissen zielgerichtet
und effizient umgegangen werden
kann. Dabei werden die Aspekte der
unmittelbaren Bewältigung des Ereignisses sowie der Vorbeugung von
Folgeschäden vertieft behandelt. Bei
­
diesem zweiten Teil handelt es sich um
eine Aktualisierung des »Waldschaden-Handbuchs» von 1993.
• Den dritten Teil des «SturmschadenHandbuchs» bildet die Entscheidungshilfe bei Sturmschäden im Wald. Diese
Entscheidungshilfe unterstützt forst­
liche Fachpersonen bei der Beurteilung eines vom Wind beschädigten
Be­standes mit dem Ziel der Wiederherstellung (Regeneration).
Siehe auch: http://www.bafu.admin.
ch/php/modules/shop/files/pdf/
phpdSnLe6.pdf
Quelle: Bafu
W A L D U N D H O L Z 11/0811
AKTUELL
Baum des Jahres 2009
Der Berg-Ahorn
Die Wahl des Berg-Ahorns zum Baum
des Jahres 2009 gab Dr. Silvius Wo­
darz, Präsident der Stiftung Menschen
für Bäume, am 15. Oktober 2008 in
Berlin bekannt. Alljährlich wählt das
«Kuratorium Baum des Jahres», der
Fachbeirat der Stiftung, eine Baumart
zum Baum des Jahres.
Die Alpen sind die Region, wo der
Berg-Ahorn am eindrücklichsten unter
Beweis stellt, dass er seinen Namen zu
Recht trägt. Im Wallis, dort wo die höchsten Gipfel Europas stehen, ist er noch auf
fast 2000 m als halbwegs wohlgeformter
Baum zu finden. In den Kalkalpentälern
bildet er in Höhen, in welche die Buche
nicht mehr vordringen kann, sogar vereinzelt reine Waldbestände.
Der bis zu 600 Jahre alt werdende BergAhorn spielt in vielen Bergortschaften eine
kulturgeschichtlich ähnliche Rolle wie die
Eiche oder die Linde in den flacheren Ortslagen. Der berühmteste Berg-Ahorn stand
übrigens im Schweizer Ort Truns. Unter
seiner Krone wurde 1424 der «Graue
Bund» geschmiedet. Regelmässig bis ins
19. Jahrhundert trafen sich die Graubündner unter diesem Baum, um diesen Bund
zu bestätigen.
Das helle, beinahe weisse Holz des
Berg-Ahorns wurde schon vor rund achttausend Jahren bei den jungsteinzeit­
lichen Ackerbauern gerne zur Herstellung
von Gefässen benutzt. Bis heute ist es die
erste Wahl bei hölzernen Küchengerätschaften. Eine weitere klassische Verwendung hat das gut drechselbare Holz des
Berg-Ahorns im Musikinstrumentenbau
gefunden. Wegen seiner schmucken
­hellen Farbe wird es gerne für Flöte oder
Fagott verwendet. Und bei Saiteninstrumenten, beim Cello, bei der Bratsche und
vor allem bei der Geige, ist Ahornholz der
Garant für eine wunderbare Resonanz.
Berühmt sind die Geigenböden, die aus
so genanntem Riegel-Ahorn gefertigt
wurden. Bei diesem Holz ist der Verlauf
der Holzfasern ungewöhnlich wellig, was
im Anschnitt dann einen alternierenden
Hell/Dunkel-Schimmer ergibt.
Es gibt eine Fülle weiterer Einsatzbe­
reiche für das Holz des Berg-Ahorns,
etwa im Innenausbau für Treppen und
Fussböden oder für Möbel. Lediglich im
Aussenbereich und als Bau- und Kons­
truktionsmaterial hat sich das Holz des
Berg-Ahorns nicht bewährt.
Quelle: www.baum-des-jahres.de
12
W A L D U N D H O L Z 11/08
Vor kurzem haben in Le Mont-sur-Lausanne neun Absolventen aus der Deutschschweiz
und Liechtenstein ihre Berufsprüfung als Forstwart-Vorarbeiter erfolgreich abgelegt.
Auf dem Foto von links nach rechts sind es Erich Schönbächler, Willerzell/SZ; Simon Lüdi,
Roggwil/BE; Josias Bantli, Jenins/GR; Jonas Pfister, Wohlen/AG; Chasper Sem, Scuol/GR;
Stefan Rudin, Diegten/BL; Michael Stalder, Ried-Brig/VS; Luis Wohlwend, Nendeln/FL;
Basil Probst, Baden/AG. «WALD und HOLZ» gratuliert allen Absolventen zum neuen
Berufsabschluss und wünscht ihnen viel Erfolg auf ihrem zukünftigen beruflichen Weg!
Abonnieren Sie
Ja, auch ich möchte 12-mal jährlich kompetent und aktuell über alles informiert
werden, was mit Waldwirtschaft und Holzverwendung zu tun hat.
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❏ ein Normal-Jahresabonnement (CHF 89.–, Ausland CHF 121.–)
❏ ein Spezialabonnement für Lehrlinge, Studenten und AHV-Bezüger
(CHF 64.–, gegen Bescheinigung)
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WALD und HOLZ, Abo-Service, Rosenweg 14, 4501 Solothurn
032 625 88 00, kaiser@wvs.ch
oder online bestellen über www.wvs.ch ➙ WALD und HOLZ ➙ Abonnement
AKTUELL
Bildungszentrum Wald Lyss
Neue Förster
für die Westschweiz
Zehn erfolgreiche Westschweizer Absolventen der Höheren Forstlichen
Fachschule am Bildungszentrum Wald
Lyss durften am 26. September 2008
ihre Diplome als «dipl. Förster HF» in
Empfang nehmen. Die Absolventen
haben gute Perspektiven, denn schon
bald wird es zu einem eigentlichen
Förstermangel kommen.
Als Vertreter des Stiftungsrates gra­
tulierten der Walliser Kantonsoberförster
Olivier Guex sowie Prüfungskommis­
sionspräsident Nicolas Bessire den neuen
Förstern zum frisch erworbenen Diplom.
Die Forstdienste und die Waldeigentümer
können die erfolgreichen jungen Förster
gut gebrauchen, denn schon in wenigen
Jahren wird es aufgrund demografischer
Veränderungen zu einem akuten Förstermangel kommen.
Absolventen von höheren Fachschulen
werden in einem intensiven zweijährigen
Lehrgang sorgfältig und praxisnah auf
ihre künftige Tätigkeit als Betriebsleiter,
Revierförster oder Forstunternehmer vorbereitet. Sie haben alle eine berufliche
Grundausbildung absolviert, meistens als
Forstwart.
Der Unterricht an der «Försterschule»
ist stark auf die Bedürfnisse von Wald­
eigentümern und Forstpraxis ausgerichtet und wird während insgesamt 22 Wochen durch Praktika in einem Forstbetrieb
im In- oder Ausland ergänzt. Eine Ausbildung an einer höheren Fachschule (HF)
gilt als besonders arbeitsmarktnahe.
Die erfolgreichen Absolventen kommen aus den Kantonen Freiburg (1), Jura
(3), Waadt (5) und Wallis (1).
BZW Lyss
Gesucht per sofort bis Ende
März 2009 (Verlängerung der
Anstellung je nach Auftragslage denkbar)
gelernter ­Forstwart
für die motormanuelle Holzerei im Raum Bern–Freiburg.
Erfahrung als Maschinist erwünscht.
Schriftliche Bewerbungen an:
Martin Hämmerli
Forst- und Forwarderarbeiten
Mattenweg 65, 3234 Vinelz
079 341 06 21
Die neuen Förster, von links nach rechts Stéphane Latapie (VS), Freddy Golay (VD), François-Romain Nicole (VD), Cédric Bachmann (FR), Jean-Louis Cornuz (VD), David Guerdat
(JU), Benoît Margot (VD), David Lachat (JU), Jean-Marc Friedli (JU), Abraham Gallego (VD).
TV-Programmtipps
Planet Wissen: Der deutsche Wald – verzaubert und vermarktet
14. November 2008, BR, Alpha, um 15 Uhr
Der Stoff, aus dem die Bäume sind: Entdeckung Holz. Der Film stellt Menschen vor,
die sich dem Holz widmen; darunter Ernst Gamperl, der aus Holz millimeterdünne
­Gefässe drechselt.
21. November 2008, 3sat, um 16.30 Uhr
Hessens schönste Wälder: Bei alten Buchen und Knorreichen. In einem Wald, der
nicht forstlich genutzt wird, darf alles genau so wachsen wie die Natur es will. Ein
­profunder Kenner des Kellerwaldes zeigt diesen Wald: Hugo Hücker war dreissig Jahre
lang Forstamtsleiter im heutigen Nationalparkgebiet.
21. November 2008, hr, um 20.15 Uhr
Welt der Tiere: Luchswege – eine Geschichte aus dem Bayerischen Wald.
150 Jahre nach seiner Ausrottung wandert der Luchs wieder durch den Bayerischen
Wald – auch eine Luchsmutter und ihr wenige Wochen altes Jungtier.
23. November 2008, BR, um 18 Uhr
Bei uns entdeckt: Der Sachsenprinz – mit Holz und Seele. Daniel, Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen, gehört zum europäischen Hochadel und arbeitet als Forstwirt. Er ist
gerade erst 30 Jahre alt und trägt 800 Jahre Familiengeschichte selbstbewusst auf
­seinen Schultern. Der Umzug nach Moritzburg und die Arbeit im zurückgekauften
­Familienwald war die erste grosse Entscheidung seines Lebens. Heute ist Daniel von
Sachsen erfolgreicher Unternehmer, Politiker und Kulturförderer. Dem Neid seiner Umwelt begegnet er mit edler Freundlichkeit, und sein einziger wirklicher Feind ist die Zeit.
Nie reichen die Stunden eines Tages, um alle Bäume zu fällen, alle Sitzungen im Kreistag
zu besuchen, allen örtlichen Vereinen einen Gefallen zu tun, oder alle Holzdiebe aus
dem Privatwald zu vertreiben.
28. November 2008, MDR, um 11.03 Uhr
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.
W A L D U N D H O L Z 11/0813
14
W A L D U N D H O L Z 11/08
AKTUELL
Gebirgswaldpflegegruppe GWG – Sommertagung 2008
Der GWG werden die Themen in den
kommenden Jahren wohl kaum ausgehen, dies vor allem im Hinblick auf
den Klimawandel und die damit
einher­gehende Erhöhung von Natur­
gefahren. Aber auch das enorme
Schadenpotenzial im dichtbesiedelten Alpenraum mit zunehmend flächiger Beanspruchung ganzer Talschaften unterstreicht die Bedeutung
des Schutzwaldes und dessen fach­
gerechte Pflege.
Bewaldete Bacheinhänge und Wälder entlang von Fliessgewässern wurden in den vergangenen Jahrzehnten
vielerorts eher stiefmütterlich behandelt, nicht z­ uletzt wegen der sehr hohen
und oft ungedeckten Kosten, teilweise
aber auch wegen organisatorischer
Schwierigkeiten, sind dabei doch in der
Regel mehrere Institutionen und Amtsstellen involviert. Die Auswirkungen
starker Niederschläge bei ungenügender Pflege sind allgemein bekannt:
Schwemmholz mit Verklausungen,
Überflutungen und enorme Sach­
schäden, hohe Kosten für Schadenbe­
hebungen und Sanierungen.
stab angewendet werden. Dort hat die
Schutzfunktion absoluten Vorrang.
• Die Berücksichtigung von Anliegen des
Naturschutzes und der Biodiversität ist
in gerinnerelevanten Waldbestockungen möglich. Je nach Situation können
Einzelbäume stehen- oder liegengelassen und eventuell gesichert werden.
Bedeutsam sind standortgerechte Bestockungen mit einem grossen Anteil
tief wurzelnder Baumarten.
• Die Pflege gerinnerelevanter Wälder
lässt sich bei verbesserter Holzmarkt­
situation in Kombination mit anderen Holzschlägen manchmal kostendeckend ausführen. Eine Mitfinanzierung
durch Bund und Kanton ist jedoch in
den meisten Fällen unerlässlich.
Ruedi Zuber, Chur
Foto: R. Zuber
Waldbauliche Behandlung von
gerinnerelevanten Schutzwäldern
Schutzwald an Gerinneeinhängen und
Schwemmholzproblematik – Entschärfung
der Situation durch Pflegeeingriffe.
Mustergültiges Luzern
Der Kanton Luzern hat die Problematik
mustergültig angepackt und wegweisend
innovative Lösungen gefunden. Dank der
Initiative von Silvio Covi vom kantonalen
Amt für Landwirtschaft und Wald konnten für die GWG in der Gemeinde Schüpfheim interessante und lehrreiche Objekte
gefunden und ausgiebig diskutiert werden. Wichtigste waldbauliche Erkenntnisse für die Teilnehmer dieser GWGSommertagung sind:
• Für die waldbauliche Behandlung von
Bacheinhängen muss unterschieden
werden zwischen Wald innerhalb des
Abflussprofils (am Gerinne, inkl. Ufergehölz) und gerinnerelevantem Wald
ausserhalb des Abflussprofils (im Einhang).
• Die Anforderungsprofile «Rutschung,
Erosion, Murgänge» von NaiS können
mit gewissen Modifikationen für Bachund Tobeleinhänge direkt verwendet
werden.
• Für Bestockungen innerhalb des Ab­
flussprofils muss ein strengerer Mass-
Anlässlich der Briefmarken-Weltausstellung «WIPA08» in Wien (17. bis 20. September
2008) wurde Koni Häne, Oberwil-Lieli/AG, für seine zwei «Wald-Sammlungen» ausgezeichnet. Für die Sammlung «Wald und Forstwirtschaft» wurde ihm in der Klasse Thematik eine Goldmedaille vergeben. Mit der Sammlung «Waldpflanzen» (Foto) in der
­Kate­gorie der Offenen Klasse wurde Häne der 3. Preis zugestanden. Als einziger Schweizer-Aussteller durfte er an dieser «Weltmeisterschaft» dank seinen Qualifikationen gleich
mit zwei Sammlungen teilnehmen. Dies ist sicher ein Höhepunkt in seiner langen
Sammler­tätigkeit! Seit 38 Jahren arbeitet Häne als Förster an der WSL in Birmensdorf.
W A L D U N D H O L Z 11/0815
AKTUELL
Waldschutz aktuell
Auffälliges Auftreten verschiedener Nadelpilze
lingen findet man ebenfalls unter www.
waldschutz.ch → «Diagnose online».
Triebsterben bei Eschen
Ab Mitte Sommer konnten im Alpenraum auffällige, gelbe Verfärbungen
des jüngsten Nadeljahrganges der
Fichten beobachtet werden. Ursache
dieser Verfärbungen ist ein Befall der
Bäume durch den Fichtennadel- oder
Alpenrosenrost (Chrysomyxa rhodo­
dendri), ein zwischen der Fichte und
der Alpenrose wirtswechselnder Pilz.
Die gelbe Farbe entsteht durch die
Massen von Pilzsporen, welche im
Hochsommer auf den Fichtennadeln
gebildet werden. Da nur der jüngste
Nadeljahrgang befallen wird, ist mit
keiner nachhaltigen Schädigung der
befallenen Bäume zu rechnen.
weist und die Verfärbung im unteren
Kronenbereich beginnt (Abb. 1), erscheint
bei einem Meria-Befall die ganze Krone
in einem eher graubraunen Aspekt
(Abb. 2). Das häufige Auftreten der beiden Nadelpilze dürfte auf die nasse Witterung im Frühsommer 2008 zurück­
zuführen sein. Bei der geografischen
Verbreitung konnten keine Unterschiede
beobachtet werden. So konnten in vielen
Regionen, ja sogar in unmittelbarer Nachbarschaft Lärchen mit Meria- und solche
mit Mycosphaerella-Befall festgestellt
werden. Der Befall eines Baumes durch
beide Pilzarten konnte im laufenden Jahr
jedoch nicht nachgewiesen werden.
Auffällige Nadelverfärbungen konnten
im Sommer in weiten Teilen des Landes
auch bei den Lärchen festgestellt werden.
Auch hier waren, nebst saugenden Fichtengallenläusen (Adelges sp., Sacchiphantes sp.) überwiegend Nadelpilze für
die Verfärbungen verantwortlich. Dabei
handelte es sich einerseits um einen
Befall durch die Meria-Lärchenschütte
­
(Meria laricis), andererseits um die Braunfleckigkeit der Lärche (Mycosphaerella
laricina). Eine sichere Bestimmung des
­Erregers ist jeweils nur mit dem Mikroskop möglich. Im Feld und von Auge betrachtet, kann die Art der Kronenver­
färbung jedoch einen Hinweis auf den
Verursacher geben. Während bei einem
Befall durch Mycosphaerella laricis die
Krone einen eher rotbraunen Aspekt auf-
Zusätzliche Angaben mit Fotos zu den
oben erwähnten Krankheiten und Schäd-
* KIRISITS, T.; MATLAKOVA, M.; MOTTINGER-KROUPA,
S.; HALMSCHLAGER, E., 2008: Verursacht Chalara
fraxinea das Zurücksterben der Esche in Österreich?
Forstschutz Aktuell 43: 29 – 34.
Abbildung 2: Meria-Befall: Die ganze
Krone ist graubraun verfärbt.
Abbildung 3: Die Lecanosticta-Nadelbräune an Bergföhren in Gartenanlagen.
Abbildung 1: Mycosphaerella-Befall: Die Verfärbung beginnt im unteren Kronenbereich.
Die Nadeln in der Oberkrone bleiben grün.
16
W A L D U N D H O L Z 11/08
In der Region Baselland/Solothurn
wurde im Sommer das Welken von Wipfel- und Seitentrieben an einzelnen jungen Eschen bis Dickungsalter gemeldet
(Abb. 4). Die befallenen Eschen wiesen
am Stämmchen elliptische Rindennekrosen auf, in deren Zentrum sich häufig ein
abgestorbener
Seitenzweig
befand
(Abb. 5). Weitere derart erkrankte Jung­
eschen wurden vereinzelt auch in den
Kantonen Zürich und Aargau gefunden.
Es besteht der Verdacht, dass der Pilz
Chalara fraxinea diese Symptome verursacht, wie dies auch bereits in verschiedenen Ländern Mitteleuropas beschrieben
wurde (KIRISITS et al. 2008)*. Herkunft
Im Ziergartenbereich ist seit 2007 eine und Bedeutung dieses Pilzes, insbesonmarkante Zunahme der Lecanosticta-­ dere seine Rolle beim Zweigsterben an
Nadelbräune zu verzeichnen (Abb. 3). Der Alteschen, bedürfen jedoch noch weitePilz (Lecanosticta acicola) verursacht eine rer Abklärungen.
ausgeprägte Nadelschütte, wobei sich
in der Schweiz bis heute der Befall auf Gefährliche WeisstannenBergföhren beschränkt. Der Pilz kann
trieblaus: verstärkter Befall
jedoch alle einheimischen Föhrenarten
­
schädigen und ist als QuarantäneorganisIn den vergangenen Monaten sind in
mus (EPPO A2) eingestuft. Der Verlauf den Schweizer Voralpen vermehrt Schäder Befallsentwicklung kann neu unter den durch die Gefährliche Weisstannenwww.waldschutz.ch → «Verbreitungs- trieblaus (Dreyfusia nordmannianae) aufkarten» eingesehen werden. Unter dieser getreten (Abb. 6), so beispielsweise in den
Rubrik ist die Ausbreitung einiger wei­ Kantonen St. Gallen, Schwyz, Luzern und
terer ausgewählter Organismen dargestellt.
AKTUELL
Abbildung 4:
Junge Eschen mit
welken Gipfel­
trieben.
Abbildung 5:
Rinden­nekrosen mit
abgestorbenem
Seiten­zweig im
­Zentrum deuten auf
einen möglichen
Chalara-Befall hin.
Bern. Häufig betroffen sind Tannenverjüngungen auf ehemaligen Sturmflächen,
zum Teil aber auch junge Bäume unter
Schirm. Die Saugschäden führen zu Kronenverbuschungen und zum Absterben
einzelner Tannen. Auslöser für den Befallsschub war vermutlich die warm-trockene Witterung vom April 2007. Damals
herrschten ideale Bedingungen, als die
überwinterten Laus-Larven auf die neuen
Triebe krochen.
Bekämpfungsmassnahmen zeigen leider nicht immer den gewünschten Erfolg.
Bei flächigem Befall wird die Tanne oft
derart stark dezimiert, dass sie lokal ausfällt. Unter solchen Bedingungen nützen
Massnahmen nichts mehr. Bei mosaik­
artigem Auftreten kann hingegen ein
punktuelles Heraushauen stark befallener
Tannengruppen dazu dienen, zukünftige
Ausfälle so weit zu begrenzen, dass eine
möglichst grosse Anzahl noch intakter
Jungtannen überlebt.
gros­
ser Sicherheit dem Eichhörnchen
(Sciurus vulgaris) zuzuschreiben ist, werden andernorts auch Vögel wie der
Eichel­häher (Garrulus glandarius) oder
der Kernbeisser (Coccothraustes coccothraustes) als Verursacher vermutet.
Während Eichhörnchen scharfe, schräge
Abbissstellen zurücklassen, sieht die
Trennstelle bei Vögeln eher so aus, als ob
der Trieb abgedreht oder abgequetscht
worden wäre.
In den beiden Appenzell wurden in
diesem Sommer von Siebenschläfern (Glis
glis) geschälte Bergahorne festgestellt.
Durch den Ausfall der Bäume mussten
örtlich bei der Umwandlung von nadelholzreichen Beständen in standortge­
mässe Laubmischwälder empfindliche
Rückschläge hingenommen werden.
Franz Meier, Roland Engesser,
Beat Forster, Alexander Angst,
Oswald Odermatt,
Waldschutz Schweiz,
WSL, 8903 Birmensdorf
Baum- und Waldkrankheiten
selber bestimmen:
www.waldschutz.ch
«Diagnose online»
Triebabbiss
und Schälschäden
Nach 2005 in Wolfertswil/SG und
2006 in Kirchberg/SG wurde dieses Jahr
in der gleichen Region des Kantons
St. Gallen erneut an einer grösseren Anzahl von Tannen ein Triebabbiss auf
2 bis 4 m Höhe (sog. «Giraffenverbiss»)
festgestellt (Abb. 7); diesmal in Mogelsberg. Auch in Bayern und im Fürstentum
Liechtenstein wurde dieses Phänomen in
jüngster Zeit beobachtet. Während im
Kanton St. Gallen das Phänomen mit
Abbildung 6: Jungtanne mit starkem
Befall durch die Gefährliche Weisstannentrieblaus (Dreyfusia nordmannianae).
Abbildung 7: Tanne mit abgebissenen Trieben in Wolfertswil/SG.
W A L D U N D H O L Z 11/0817
AKTUELL
OdA Wald
CEPF fordert
Der Berufsbildungsfonds Wald kommt
Mit Holz gegen den
Klimawandel
Der Berufsbildungsfonds Wald hat
eine weitere Hürde genommen: Die
interne Prüfung des Reglementes in
der Bundesverwaltung hat keine Einwände ergeben. Damit ist der Weg
frei, dass der Bundesrat über die
Allgemein­verbindlichkeit entscheiden
kann. Er tut dies voraussichtlich
­Anfang November. Beantragt wurde
die Allgemeinverbindlichkeit im Juli
2007.
Eine lange und teilweise schwierige
Entstehungsgeschichte nähert sich somit
dem Ende. Fällt der Entscheid des Bundesrates positiv aus, was zu erwarten ist,
so kann der Berufsbildungsfonds ab 1. Ja­
nuar 2009 seinen Betrieb aufnehmen.
Erst durch die Allgemeinverbindlichkeit
wird auch die rechtliche Grundlage geschaffen, dass der Berufsbildungsfonds
Wald Beiträge einziehen kann.
Träger des Berufsbildungsfonds Wald
ist der Verein OdA Wald. Dessen Vorstand
arbeitet derzeit mit Hochdruck an den
notwendigen Schritten für die Betriebsaufnahme. So wurden vor kurzem die
Mitglieder der Fondskommission nominiert und die Geschäftsstelle ausgeschrieben. Ebenso werden Anfang November
das Ausführungsreglement und der Leistungskatalog verabschiedet.
Hauptabsicht des Berufsbildungsfonds
Wald ist es, verschiedene Bereiche der
beruflichen Aus- und Weiterbildung in
unserer Branche zu fördern. Das Geld,
das der Fonds einnimmt, soll insbeson-
dere für folgende Zwecke eingesetzt
werden:
–Verbilligung der überbetrieblichen
Kurse (üK) in der Grundausbildung;
– Unterhalt und Aktualisierung von Verordnungen über die berufliche Grundbildung;
–Verbilligung der Modul- und Kurs­
angebote der OdA Wald im Bereich
der berufsorientierten Weiterbildung;
– nationale Aufgaben für die berufliche
Grundausbildung, die höhere Berufsbildung und die berufsorientierte Weiterbildung, insbesondere Nachwuchswerbung und -förderung.
Durch die Verbilligung der überbetrieblichen Kurse werden alle Ausbildungs­
betriebe direkt vom Fonds profitieren.
Mit dem Berufsbildungsfonds Wald
sollen die Kosten der beruflichen Ausund Weiterbildung gleichmässig auf alle
Forstbetriebe und -unternehmen verteilt
werden.
Beitragspflichtig werden deshalb alle
Betriebe sein, welche in der Waldwirtschaft tätig sind. Alle Forstbetriebe und
-unternehmen werden – vorausgesetzt
der Berufsbildungsfonds wird für allgemeinverbindlich erklärt – Anfang 2009
detaillierte Informationen über ihre Beitragspflicht sowie ein Formular zur Selbstdeklaration erhalten.
Weitere Informationen folgen in der
Dezembernummer von «WALD und
HOLZ».
Sekretariat OdA Wald, Rolf Dürig
Sturm, Witterung und Borkenkäfer
ist der Titel des Merkblattes für die Praxis
Nr. 44, 2008 der WSL Birmensdorf. Das
Merkblatt fasst Erkenntnisse und Empfehlungen aus langjährigen Beobachtungen
und Erhebungen von Waldschutz Schweiz
sowie von der forstlichen Praxis zusammen. Es zeigt die wichtigen Einfluss­
faktoren auf die Entwicklung der Kä­
ferpopulation sowie Möglichkeiten des
Risikomanagements. Ziel ist es, Aufwand
und Nutzen von Forstschutz-Massnahmen
in ein vernünftiges Verhältnis setzen zu
können.
Das Merkblatt kann bezogen werden bei:
WSL, Bibliothek, Zürcherstrasse 111,
8903 Birmensdorf.
Man kann es auch herunter­
laden unter
www.wsl.ch/publikationen/pdf/8876.pdf.
18
W A L D U N D H O L Z 11/08
Die Vereinigung der europäischen
Waldbesitzer CEPF hat anlässlich der
Europäischen Waldwoche (20. bis
24. Oktober) die Verwendung von
mehr Holz im Kampf gegen den
Klima­wandel gefordert.
Die Waldwirtschaft sei ein Schlüsselsektor für den Klimaschutz. In den europäischen Wäldern wachsen jährlich über
770 Mio. m3 Holz nach. Zur «Herstellung» dieses Holzes nehmen die Bäume
etwa 10% der gesamten europäischen
CO2-Emissionen auf. Das Holz und Holzprodukte können CO2-intensivere Werkstoffe ersetzen, die sich nachteilig auf das
Klima auswirken.
Die europäische Forstwirtschaft könnte
aber noch mehr leisten. Die Waldfläche
nimmt tendenziell zu, und das Potenzial
der Wälder wird nicht annähernd aus­
geschöpft: nur etwa 60% des jährlichen
Zuwachses werden im Durchschnitt auch
tatsächlich genutzt. Hier wären Verbesserungen möglich, wenn die Konsumenten
zur Verwendung von mehr Holz angehalten würden. Dies, und den Kampf gegen
die Vernichtung von Tropenwäldern, erachtet CEPF als wichtige Schlüssel zum
Klimaschutz. Gleichzeitig müssen die
Wälder allerdings auch so bewirtschaftet
werden, dass sie ihre Funktionen – nicht
nur die Holzproduktion! – auch bei sich
wandelndem Klima aufrechterhalten kön­
nen.
Die Repräsentanten der europäischen
Waldeigentümer erwarten
– von den Konsumenten, dass sie wo
immer möglich Holz und Holzprodukte
bevorzugen;
– von der Wirtschaft Investitionen in eine
CO2-arme Produktionsweise und in die
Weiterentwicklung des Forstsektors;
– von der europäischen Politik Unterstützung für die nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Die Idee der Europäischen Waldwoche
wird von den Waldeigentümern unterstützt. Sie sehen darin eine Möglichkeit,
der Allgemeinheit die vielen positiven
Aspekte der europäischen Waldbewirt­
schaftung vor Augen zu führen.
Quelle: Confederation of
European Forest Owners (CEPF)
AKTUELL
Deutschland: Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis 2008
Trocknung von Scheitholz gefördert
Dipl.-Holzwirt Georg Krämer von der
Holzfachschule Bad Wildungen erhält
den Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis 2008
für Technologietransfer im Handwerk.
Dies für seine vorbildliche Zusammenarbeit mit einer innovativen Praxisfirma, aus welcher ein Verf­ahren zur
Trocknung von Brennholzscheiten
hervorging.
Foto: Krämer
Dipl.-Ing. Karl Ernst Heise und Dipl.-Holzwirt Georg Krämer von der Holz­fachschule
(www.holzfachschule.de) ha­ben den Handwerksbetrieb S & Ü H
­ ydrau­lik- und Maschinenbau GmbH (www.s-und-ue.de)
im Jahr 2006 durch messtechnische
Unter­su­chungen und verfahrenstechnische Optimierungen eines ScheitholzTrommeltrockners unter­
stützt. Auf den
Nieheimer Holztagen 2005 hatte Georg
Krämer den an der Holzfachschule ent­
wickelten Karusselltrockner vorgestellt
und kam in Kontakt mit Thomas Scherer
von S & Ü, der seinen Säge-Spalt-Automaten ausstellte. Kurz darauf wurden
Leistungsdaten des Scheit­holz-Trom­mel­
trockners ermittelt und das Verfahren
opti­miert.
Inzwischen sind mehr als 50 Trommeltrockner für Scheitholz und Schüttgüter
im Einsatz. Durch die Innovation kann
überschüssige Wärme aus der strom­
geführten Kraft-Wärme-Kopplung zahlreicher Biogasanlagen sinnvoll genutzt
und trockenes Brennholz als handels­
fähiges Erzeugnis auch im Winter bereitgestellt werden, wenn die Vorräte an
natür­
lich getrocknetem Brennholz auf­
gebraucht sind.
Der Scheitholz-Trommeltrockner wurde
nach erfolgreicher Markteinführung für die
Trocknung von Hackschnitzeln und anderer
Schüttgüter wie zum Beispiel Gär­reste aus
der Maissilage weiterentwickelt.
Dipl.-Holzwirt Georg Krämer und
Dipl.-Ing. Karl Ernst Heise betreiben seit
2000 angewandte Forschung & Entwicklung zu Restholzverwertung und energetische Nutzung von Holz. Aus den viel­
fältigen Anfragen der Wirtschaft nach
technischen Lösungen und Berufsbildungs­
konzepten wurde 2007 das Institut für
Brennholztechnik (www.ibtkraemer.de)
gegründet.
Quelle: Krämer, DE-Bad Wildungen
Trommeltrockner S & Ü, Pilotanlage Biogasanlage Marienmünster.
W A L D U N D H O L Z 11/0819
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20
W A L D U N D H O L Z 11/08
AKTUELL
Rückenschonend arbeiten
Einzelschütze mit einem Pfahlheber entfernen
In der Schweiz sind nach «Lothar» und
den Käferjahren hunderttausende
Einzelschütze aufgestellt worden. Sie
haben die Jungpflanzen vor Verbiss
und Fegen bewahrt. Doch wenn sie
ihren Dienst geleistet haben, müssen
sie entfernt werden. Wie, und kann
man sie wieder verwenden?
Diese Fragen stellte sich auch der Prä­
sident der Einsiedler Holzkorporation,
Hans Stierli. Nebst dem Entfernen von
ausgedienten Einzelschützen ersetzte er
in den vergangenen Jahren abgestorbene
Bäume durch Neupflanzungen. Bei diesen Arbeiten machte er ein paar Erfahrungen, die ihn zu einer Verbesserung
der Arbeitsabläufe anspornten.
Die eingewachsenen Akazienpfähle
machten ihm grosse Mühe, bevor er
sie schliesslich aus dem Boden ziehen
konnte. Zudem brach fast jeder zweite
Pfahl, obwohl das Kernholz noch gesund
und für eine weitere Verwendung brauchbar gewesen wäre. Hans Stierli schraubt
seit jeher an Maschinen und Werkzeugen
herum und plant diese sogar. Er erfand
ganze Landmaschinen oder baute sie
seinen Bedürfnissen entsprechend um.
­
Diese Leidenschaft führte nun dazu, dass
er eines Tages mit seinem selbst gebauten Pfahlheber zu mir kam. Nach kurzer
Demonstration überzeugte er mich, dass
dieses Werkzeug sinnvoll einsetzbar ist.
Der Pfahlheber
Sein Pfahlheber ist so konstruiert, dass
man die Pfähle senkrecht aus dem Boden
zieht und die Arbeit mit einer körperschonenden Haltung ausführen kann.
Das Gerät besteht aus drei Teilen: einem
Fuss, einer beweglichen Halterung und
einem Hebel. Der Fuss ist verstellbar,
damit man unterschiedlich hohe Pfähle
greifen kann. Am Fussende wurde eine
Platte angeschweisst, um das Einsinken
in den Waldboden zu vermeiden. Die
spezifische Länge des Hebels dient der
optimalen Kraftübertragung. Das eigentliche Herzstück ist aber die bewegliche
Halterung. Nach einigen Änderungen ist
sie nun so aufgebaut, dass sie Holzpfähle oder Eisenstangen sicher greifen
kann und die Hebelbewegung sauber
übertragen wird. Alle Teile wurden aus
hochwertigem Material angefertigt und
können der grossen Beanspruchung
standhalten.
Hans Stierli setzt
sich seit seiner Pensionierung u.a. für
die Wiederaufforstung und Pflege
des Korporationswaldes ein. Er ist
ein fachkundiger
und engagierter
Waldfreund, nicht
zuletzt dank seiner
grossen Erfahrung
als früherer Leiter
des Gutsbetriebs
Juchhof in Zürich.
Hans Stierli versucht bei allen
Handgriffen die
Arbeitsabläufe zu
optimieren, den
Körper zu schonen
und saubere Arbeit
zu hinterlassen.
Sein neuer Pfahl­
heber entspricht
genau dieser
­Philosophie.
Härtetest in Uster
In den Wäldern rund um die Stadt
Uster waren im September mehrere
­Arbeiter vom Zivilschutz damit beschäftigt, Einzelschütze zu entfernen. Nach
«Lothar» kamen in Uster vor allem
Armierungs­stangen als Befestigung zum
Einsatz. Diese sind oftmals so fest ein­
gewachsen, dass man sie mit einer Eisenschere kappen muss, weil sie nicht herausgezogen werden können. Aus diesem
Grund, und zum Praxistest des Gerätes,
gab Förster Robert Kühne den drei Einsatzgruppen je einen Pfahlheber mit.
Während zwei Wochen entfernten die
Zivil­schützer hunderte Einzelschütze und
machten wertvolle Erfahrungen mit dem
Pfahlheber. Die Arbeiter nahmen dort
den Pfahlheber zu Hilfe, wo man die
Stangen mit den blossen Händen nicht
bewegen konnte. Selbst die hartnäckigsten Eisen waren nun kein Hindernis mehr.
Nach ein paar Anpassungen bei den anspruchsvollen Arbeiten kann Hans Stierli
heute ein einsatzfähiges Gerät vorweisen.
Die Vorteile des Pfahlhebers:
– schonende Körperhaltung
–Pfähle können unversehrt aus dem
Boden gezogen werden
–selbst diese Arbeit kann dank des
Pfahlziehers Freude bereiten
– Optimierung der Arbeitsabläufe.
Hans Stierli fertigt den Pfahlheber selber an und kann das Gerät für Fr. 280.–
anbieten: 079 641 52 06, stierli.hans@sunrise.ch
Thomas Hubli, SILVA GmbH,
Förster im Forstrevier Rümlang
W A L D U N D H O L Z 11/0821
HOLZMARKT
Schweiz. Holzenergiestatistik 2007
schlechten Heizwirkung deutlich abgenommen. Die effizienteren geschlossenen
Cheminées, Cheminéeöfen und Pelletsöfen sind stark auf dem Vormarsch und
verdrängen auch bei den Altbausanierungen die traditionellen Zimmeröfen, deren
Zahl markant abgenommen hat. Stark zurück gingen auch die Holzkochherde, was
mit Umstrukturierungen in der Landwirtschaft zusammenhängen könnte.
Bei den Gebäudeheizungen sind die
technisch und komfortmässig überholten
Zentralheizungsherde und Doppel-/Wechselbrandkessel stark zurückgegangen.
Deutlich zugelegt haben Stückholzkessel
Effizienter, bequemer
und grösser
Die Schweizerische Holzenergiestatistik 2007 des
Bundesamtes für Energie
BEF zeigt im Vergleich der Anlage­
bestände von 1990, 1998 und 2007
Trends zu effizienteren, bequemeren und
grösseren Anlagen.
Bei den Einzelraumheizungen hat die
Zahl der offenen Cheminées mit ihrer
Schweizerische Holzenergiestatistik: Veränderungen des Anlagebestandes nach
Kategorien von 1990 bis 2007 und von 1998 bis 2007
Kat.Anlagenkategorien
19901) 1998
2007
Veränderung in %
AnzahlAnzahlAnzahl1990/2007
1998/2007
AEinzelraumheizungen:
1
Offene Cheminées
2
Geschlossene Chemineés
3
Cheminéeöfen
4a Zimmeröfen
4b Pelletsöfen (im Wohnbereich)2)
5
Kachelöfen
6
Holzkochherde
A
Total Einzelraumheizungen
45 639 46 567 32 734 –
34 694 95 396 138 989 +
76 838 141 491 203 853 +
119 734 97 305 35 829 –
0
120 4 856
125 363 124 150 116 271 –
135 257 101 421 58 161 –
537 525 606 450 590 693 +
28,3 –
29,7
300,6 +
80,9
165,3 +
44,1
70,1 –
63,2
–+3946,7
7,3 –
6,3
57,0 –
42,7
9,9 –
2,6
BGebäudeheizungen:
7
Zentralheizungsherde
8
Stückholzkessel < 50 kW
9
Stückholzkessel > 50 kW
10 Doppel-/Wechselbrandkessel
11a Autom. Feuerungen < 50 kW
11b Pelletsfeuerungen < 50 kW2)
B
Total Gebäudeheizungen
48 591 37 701
45 416 45 507
756
1 906
56 896 39 701
1 014
2 265
0
52
152 673 127 132
56,0
11,8
317,9
80,8
229,6
–
43,4
C
Automatische Feuerungen:
12a Autom. Feuerungen 50 – 300 kW
ausserhalb Holzverarbeitungsbetr.
12b Pelletsfeuerungen 50 – 300 kW3)
13 Autom. Feuerungen 50 – 300 kW
innerhalb Holzverarbeitungsbetr.
14a Autom. Feuerungen 300 – 500 kW
ausserhalb Holzverarbeitungsbetr.
14b Pelletsfeuerungen 300 – 500 kW4)
15 Autom. Feuerungen 300 – 500 kW
innerhalb Holzverarbeitungsbetr.
16a Autom. Feuerungen > 500 kW
ausserhalb Holzverarbeitungsbetr.
16b Pelletsfeuerungen > 500 kW5)
17 Autom. Feuerungen > 500 kW
innerhalb Holzverarbeitungsbetr.
18Holz-Wärmekraftkoppl.anlagen6)
C
Total autom. Feuerungen
456
0
1 285
–
43,3
–
12,0
+
65,7
–
72,5
+
47,5
+ 1 4403,8
–
32,0
1 122
0
2 634 +
253
477,6 +
–
1 790
1 920 +
49,4 +
134,8
–
7,3
89
0
233
0
389+ 337,1+ 67,0
23
–
–
198
289
300+ 198,0+
51
0
201
0
374+ 633,3+ 86,1
13
–
–
171
0
2 250
260
3
3 898
298+ 74,3+ 14,6
4
–+ 33,3
6 208 + 175,9 +
59,3
23
26
49
34
28
62
47 + 104,3 +
38,2
29+ 11,5+
3,6
76+ 55,1+ 22,6
DSpezialfeuerungen:
19 Anlagen für erneuerbare Abfälle
20 Kehrichtverbrennungsanlagen
D Total Spezialfeuerungen
Alle Anlagenkategorien (Kat. 1–20)
Anlagenkat. 1–19 (ohne Kat. 20)
21 367 –
40 065 –
3 159 +
10 922 –
3 342 +
7 545
86 400 –
692 497 737 542 683 377 –
692 471 737 514 683 348 –
1,3 –
1,3 –
3,8
7,3
7,3
Quelle: Bundesamt für Energie BEF, Schweizerische Holzenergiestatistik 2007. 1) 1. Erhebungsjahr. 2) Erstmals 1998 mit
120 Anlagen erfasst. 3) Erstmals 2000 erfasst mit 5 Anlagen. 4) Erstmals 2003 erfasst mit 2 Anlagen. 5) Erstmals 2004
erfasst mit 2 Anlagen. 6) Erstmals 1995 erfasst mit 2 Anlagen.
22
W A L D U N D H O L Z 11/08
Marktrelevant
Die Trends zu effizienteren, beque­meren
und grösseren Holzfeuerungsanlagen
sind auch marktrelevant. Es ist aufgrund
der Entwicklung des Anlagebestandes
damit zu rechnen, dass sowohl die
Nachfrage nach gebrauchsfertig auf­
gearbeitetem Stückholz für das «Wohlfühl-Heizen» in Cheminées und Che­
minéeöfen als auch die Nachfrage nach
Energieholz-Hackschnitzeln für grosse
Holzheizanlagen zunehmen wird. Der
eigentliche Boom dürfte aber, ähnlich
den Entwicklungen im Ausland, vor
allem aber in Österreich, auf dem Markt
für Holzenergie-Pellets zu erwarten
sein. WVS
mit einer Leistung von über 50 kW, was
dem allgemeinen Trend zu komfortableren Heizungen zuwiderläuft.
Ab dem Jahr 2000 wurden die ersten
Pelletsfeuerungen installiert, deren Zahl
seither explosionsartig zunimmt. Ab dem
Jahr 2005 gingen auch grosse Pellets­
feuerungen mit mehr als 500 kW Leistung in Betrieb.
Die Zahl der Holzfeuerungsanlagen
nahm von 1990 bis 2007 um 7,7% ab.
Der Brutto-Holzverbrauch nahm hingegen von 1990 bis 2007 um 2,4 PJ oder
8% auf 30,7 PJ zu, was dem Trend zu
grösseren Holzfeuerungen zuzuschreiben
ist. WVS
HOLZMARKT
Absatzchancen beim Fichten-/Tannen-Sägerundholz nutzen
Die bestehenden Absatzchancen für frisches Fichten-/Tannen-Sägerundholz sollten
möglichst früh im Herbst 2008 zu Marktpreisen genutzt werden.
Grösste Vorsicht ist bei den Buchenschlägen angezeigt, da der Markt für Buchen-Sägerund- und Buchen-Industrieholz schlecht ist und der Aufbau zusätzlicher Abnahme­
kapazitäten beim Energieholz Zeit benötigt.
Durchforstungen sollten vorsichtig angegangen werden. Sie sollten, falls der Absatz des
anfallenden Industrieholzes nicht im Voraus gesichert ist, wenn immer möglich zurückgestellt werden.
Der Markt ist laufend bemüht, in engem Kontakt mit den Verarbeitern die Lage neu zu
beurteilen, damit das Angebot optimal auf die Nachfrage abgestimmt werden kann.
WVS
Holzproduzenten Nordwestschweiz
Marktbeurteilung
In einer Medienmitteilung
vom 17. Oktober 2008 beurteilen die Holzproduzenten der Nordwestschweiz, das heisst der
Kantone Aargau, Basel-Stadt, Baselland,
Bern, Freiburg und Solothurn, die Holzmarktlage und äussern sich zur Schlagsaison 2008/2009 wie folgt:
«Zum sechsten Mal in Folge formulieren die Holzproduzenten der Nordwestschweiz zu Beginn der neuen
Schlag­
saison gemeinsame Empfehlungen für den Rundholzverkauf. Der Preis­
einbruch auf dem Rundholzmarkt,
ausge­
löst durch die grossen Mengen
Zwangs­nutzungsholz nach dem Orkan
‹Lothar›, machte d
­ amals eine gemeinsame Marktstrategie der Holzproduzenten dringend notwendig. Seit 2006
präsen­tiert sich der Holzmarkt wieder
wesentlich freundlicher. Die Preissteigerung bei den fossilen Brennstoffen und
der Boom auf dem Nadelstammholzmarkt liessen die Waldeigentümer wieder ruhiger schlafen.
Die gemeinsamen Preisempfehlungen
haben aber kaum an Bedeutung verloren.
Noch immer bestehen erhebliche regionale Preisunterschiede. Ausserdem sind –
als direkte Folge der Hypothekenkrise –
der Schnittholzmarkt in den USA und
damit auch die auf den nordamerikanischen Markt ausgerichteten europäischen
Sägewerke erheblich unter Druck geraten. Die aktuellen Turbulenzen auf den
internationalen Finanzmärkten und die
unsicheren Konjunkturaussichten dürften
nicht ohne Folgen für die schweizerische
Waldwirtschaft bleiben. Nur durch ein
geschlos­
senes Auftreten und möglichst
grosse Markttransparenz können die Holz­
produzenten ihre Interessen am Markt
wirkungsvoll durchsetzen. Die an der
Preisempfehlung beteiligten Verbände
und Organisationen decken knapp 40%
der gesamtschweizerischen Holzproduktion ab.
Trotz der unsicheren Wirtschaftentwicklung ist die Rundholznachfrage jedoch gut. Da nur geringe Mengen an
Käfer­holz geerntet werden mussten, sind
die Lagerbestände an Nadelrundholz allgemein tief. Es wird deshalb erwartet,
dass sich die Holzpreise in der kommenden Schlagperiode auf dem Niveau des
vergangenen Jahres bewegen werden.
Vorsicht ist bei der Bereitstellung von
Industrieholzsortimenten geboten. Die
Borregaard Schweiz AG hat bereits auf
Mitte Jahr 2008 den Einkauf von BuchenZelluloseholz eingestellt. Ende September
2008 wurde nun die Betriebsschliessung
angekündigt. Damit müssen für mehrere
100 000 t Industrieholz neue Absatz­
kanäle erschlossen werden. Mittelfristig
bietet vor allem der Energieholzmarkt ein
grosses Potenzial. In der kommenden
Saison sind Holzschläge mit grossem
­
Industrie­holzanfall jedoch erst dann auszuführen, wenn der Absatz zu Markt­
preisen gesichert ist.»
■
Schweiz in Kürze
Beteiligung aufgestockt
Am 24. September 2008
beschloss der Stadtrat von
Zürich, die Beteiligung der
Stadt am Aktienkapital der Holzvermarktungsorganisation Zürich Holz AG um
0,6 Mio. CHF aufzustocken. Die Firma
­Zürich Holz AG ist für die Vermarktung
der gesamten Holznutzung aus dem Zürcher Wald zuständig.
■
Aargo-Holz AG
Die regionale Holzvermarktungsgesellschaft
Aargo-Holz AG setzte im
Geschäftsjahr 2007/2008 29 515 m3 Holz
beziehungsweise 1,358 Mio. CHF um.
Mittelfristig wird ein jährlicher Rund­
holzumsatz von 35 000 m3 angestrebt.
Kommt der geplante Energiehub Baden
zustande, würde dort ein Jahresbedarf
von 80 000 m3 Energieholz-Hackschnitzeln entstehen und die Aargo-Holz hätte
das entsprechende Lieferpotenzial.
Die Aargo-Holz AG kümmert sich um
die Vermittlung des Rundholzes und bietet weitere Dienstleistungen an. Beteiligt
an der Aargo-Holz AG sind die öffentlichen Waldbesitzer aus den Bezirken
Baden, Brugg und Zurzach mit insgesamt
28 Forstrevieren.
■
Strom und Wärme marsch
Das Holzkraftwerk Basel
liefert bereits im Probe­
betrieb Strom und Wärme
in die IWB-Netze. Derzeit werden noch
Anpassungen an der Steuerung vor­
genommen und das Personal instruiert,
danach wird der Probebetrieb sukzessive
in den Normalbetrieb überführt. Die Anlieferung der Energieholz-Hackschnitzel
verläuft wie geplant. IWB/WVS
Fernwärme für Luterbach
Am 8. Oktober 2008 orientierte die AEK Energie AG
Interessenten für Fernwärmebezug im solothurnischen Luterbach
über den Stand des Fernwärmeprojekts,
das errechnete Tarifmodell und die notwendige Mindestzahl an Anschlussverträgen. Ist die notwendige Mindestzahl
an Anschlussverträgen unterzeichnet,
wird die AEK die entsprechende Bau­
etappe auslösen. Mit ca. 250 teilnehmenden Personen war das Interesse an der
Informationsveranstaltung sehr gross und
die AEK Energie AG ist zuversichtlich,
dass das Projekt zustande kommt.
Die Projektarbeiten für das Holzheizkraftwerk laufen ebenfalls planmässig.
Der Spatenstich soll bereits Mitte 2009
stattfinden, damit der Betrieb 2010 aufgenommen werden kann. Die AEK wird
die Bevölkerung auf dem Laufenden halten.
AEK
Beteiligung an Schöftland
Vertiefte Abklärungen ha­
ben ergeben, dass sich
eine geplante WaldholzPelletsproduktion im Laufental nicht
rechnet. Der Verein Regio-Pellet hat sich
deshalb entschlossen, auf das Projekt zu
verzichten und den Baselbieter Gemeinden zu empfehlen, sich an der Pelletwerk
Mittelland AG mit dem im Bau befindlichen Werk in Schöftland zu beteiligen. ■
W A L D U N D H O L Z 11/0823
HOLZMARKT
Ausland in Kürze
Föhrenmarkt unter Druck
Die Klausner Nordic Timber
KNT wird in ihrem Werk in
Wismar in MecklenburgVorpommern die Schnittholzproduktion
in den nächsten Wochen stufenweise
drosseln und ab spätestens 1. Dezember
2008 für bis zu einem halben Jahr ganz
einstellen. Damit werden 1 Mio. m3 weniger Nadelrundholz eingeschnitten.
Der Markt für Föhren-Sägerundholz in
Nord- und Ostdeutschland gerät dadurch
unter Druck und die Preise sinken entsprechend.
■
Pollmeier stoppt Produktion
Die Flaute auf dem Buchenmarkt wirkt sich aus. Die
Pollmeier Massivholz GmbH
& Co. KG, Europas grösste Buchen-Sägerin, stoppt die Produktion von BuchenSchnittholz in ihrem Sägewerk in Malchow/Mecklenburg-Vorpommern in den
Monaten Dezember 2008 und im Januar
2009. Im Pollmeier-Werk im bayerischen
Aschaffenburg wird die Produktion zurückgefahren und ein Teil der Belegschaft
entlassen. Der Einkauf von Buchen-Sägerundholz wird zurückgefahren, um wie
viel ist noch nicht bekannt.
■
Privatwaldbesitzer kritisiert
Vor dem Hintergrund der
durch Exportzölle stark verteuerten Rundholzimporte
aus Russland übte die Finnish Forestry
Industries Federation FFIF scharfe Kritik
­
am zurückhaltenden Holzeinschlag der
finnischen Privatwaldbesitzer. So könnten
die Importausfälle aus Russland nur unge­
nügend ausgeglichen werden.
■
Bauproduktion rückläufig
Die Bauproduktion ist in der
Eurozone im Juli 2008 gegenüber dem Vorjahr um
3,3% und in der gesamten EU (EU27) um
1,5% gesunken. Die höchsten Zuwächse
verzeichneten Rumänien mit 28,4%, Slowenien mit 17,9%, Bulgarien mit 16,4%
und Polen mit 16,1%.
Die Rückgänge wurden in Spanien mit
– 15,9%, Deutschland – 2,3% und Por­
tugal – 1,4% verzeichnet.
Eurostat/www.ihb.de
24
W A L D U N D H O L Z 11/08
Laubholzmarkt Baden-Württemberg
Rückläufige Mengen
Forst- und Sägerseite in
Baden Württemberg benannten an einem Marktgespräch am 30. September 2008 ihre
Preiserwartungen, die vom Wunsch nach
weitgehender Preisstabilität gekennzeichnet waren und keine unüberbrückbaren
Differenzen erkennen liessen.
Die Nachfrage nach Eiche, die in den
letzten Jahren die Angebotsmenge regelmässig überstieg, wird allgemein als rückläufig erwartet, insbesondere bei den
schlechteren Qualitäten. Angebot und
Nachfrage dürften sich somit besser treffen als in den Vorjahren. Die Preise dürften sich vermutlich auf dem Niveau vom
Ausgang der letzten Saison bewegen.
Ähnliches gilt für die Esche, welche die
anfäng­lichen Erfolge der letzten Saison
nicht bis zum Ende fortführen konnte.
Ahorn und Kirsche könnten, so die Einschätzung, leicht rückläufig sein.
Bei der mengenmässig bedeutendsten
Baumart Buche werden nach allgemeiner
Einschätzung die nachgefragten Mengen
zurückgehen.
■
tätsholz, Pflegemassnahmen und wirtschaftlich notwendige Holzschläge. Es
werden aber zunehmend jene Verträge
bedient, die aufgrund des Sturmholz­
anfalles im Frühjahr 2008 zurückgestellt
wurden.
Das Sägerundholz fliesst auch in den
Sturmschadenzentren der Steiermark
zügig ab. Nasslager aus den Windwürfen werden wegen des steigenden Holz­
bedarfs bereits wieder aufgelöst.
Die Papier- und Plattenindustrie ist
nach wie vor sehr gut mit Faserholz bevorratet, in den Sturmschadengebieten
der Steiermark gibt es zudem einen deutlichen Rückstau beim Abtransport aus
dem Wald. Rotbuchen-Faserholz ist aufgrund umfangreicher Nasslager auf längere Zeit ausreichend vorhanden, so dass
zumindest kurzfristig mit keinen Absatzverbesserungen zu rechnen ist. Da aufgrund der reduzierten Ernteaktivitäten
beim Sägerundholz auch das Koppel­
produkt Schleifholz ausbleibt, sollte die
Nachfrage nach diesem Sortiment in den
kommenden Wochen zunehmen.
Der frühe Kälteeinbruch im September
2008 hat die Nachfrage nach Energieholzsortimenten leicht belebt. Die Kraftwärmekoppelungs-Anlagen laufen in Voll­
betrieb.
■
Landwirtschaftskammer Österreich
Frischholz gefragt
Die dramatischen Entwicklungen der letzten Wochen
auf den Finanzmärkten
zeigen bereits weltweite Auswirkungen
auf die Realwirtschaft. Eine Rezession,
auch ausserhalb der USA, wird von Wirtschaftsexperten nicht mehr ausgeschlossen und die Immobilienkrise wird auch die
Bauwirtschaft treffen. Dadurch wird sich
der weltweite Schnittholzverbrauch zumindest für das nächste Jahr weiter reduzieren.
Die österreichische Sägeindustrie produziert wegen des anhaltenden weltweiten Überangebotes an Schnittholz weiterhin auf deutlich reduziertem Niveau. Beim
Nadelsägerundholz ist eine deutliche Entspannung eingetreten. Um auch Nischenmärkte bedienen zu können und keine
weiteren Marktanteile zu verlieren, ist
wieder zunehmender Bedarf an Frischholz
gegeben.
Die Sägerundholzpreise haben in den
östlichen und südlichen Bundesländern
leicht angezogen, es besteht aber weiterhin ein deutliches Gefälle zu den vom
heurigen Windwurf nicht betroffenen
Bundesländern.
Die Holznutzungen beschränken sich
daher derzeit hauptsächlich auf Kalami-
Landwirtschaftskammer Österreich:
Rundholzpreise Anfang Oktober 2008
(Nettopreise1) ab Waldstrasse, umgerechnet
mit 100.– EUR = 149.99 CHF, und gerundet
auf 1.– CHF)
Bundesland/
Preis- ca. CHF/m3
Sortimentbasis2) bzw. CHF/Ster3)
Tirol:
– Fi-Schwachholz
– Fi, gesamt, B
– Osttirol B/C
– Ta-Trämel 3a, B/C
– Fi-Faserholz
– Fi-Schleifholz
– Brennh., hart3)
– Brennh., weich3)
FMO
75.– bis 96.–
FMO 111.– bis116.–
FMO 118.– bis123.–
FMO
94.– bis 99.–
FMO 38.–
FMO 43.–
RMM105.–
RMM67.–
Vorarlberg:
– Fi-Schw. 2a+, B/C
– Fi-Langh. 2b+, B
– Fi-Trämel 3a+, B
– Ta-Trämel 3a+, B
– Fi-Schleifholz
– Brennh., hart3), 4)
– Brennh., weich3), 4)
– Waldhackgut
FMO
FMO
FMO
FMO
FMO
RMM
RMM
Sm3 5)
1)
115.– bis117.–
123.– bis127.–
118.– bis123.–
102.– bis103.–
57.– bis 60.–
109.– bis118.–
75.– bis 78.–
34.– bis 38.–
Nettopreise, zu denen die gesetzlich vorgeschriebene
Umsatzsteuer von 10% bzw. 12% bei Lieferung umsatzsteuerpauschalierter Land- und Forstwirte an Unternehmer zuzurechnen ist. 2) FMO = m3, Holz in Rinde,
Volumen ohne Rinde, RMM = Ster, Holz in Rinde, Volumen mit Rinde. 3) CHF/Ster. 4) Meterscheiter (Spälten)
mit 20% Wassergehalt. 5) m3 geschüttet, franko Haus,
mit 30% Wassergehalt.
Die Forstrevierkörperschaft Feldbach im Kanton
Thurgau sucht zur Unterstützung unseres Revier­
försters, Stefan Ernst, per sofort oder nach Verein­
barung einen jungen
Revierförster,
Stellvertreter (80%)
Die Dauer der Anstellung ist vorerst befristet auf ein Jahr vor­gesehen, wobei
Verlängerungen möglich sind.
Zu Ihrem Aufgabengebiet gehört die Stellvertretung unseres Revierförsters
während dessen Abwesenheit zugunsten der HolzThurgau AG. Sie beteiligen
sich an der Betreuung und ­Beratung der 340 Waldeigentümer im 940 ha
­grossen Revier in allen Belangen der Waldbewirtschaftung. Sie fördern dabei
die überbetriebliche Zusammenarbeit, führen und überwachen die Einhaltung
der gesetzlichen Vorschriften bei Holzschlägen aller Art, arbeiten bei der forst­
lichen Planung mit und erfüllen weitere Aufgaben gemäss Försterreglement.
Weitere Schwerpunkte Ihrer Arbeiten sind die Betreuung unseres Schnitzel­
netzwerkes sowie diverse Waldpflegearbeiten im Revier. Sie sind auch bereit in
anderen Revieren des Kantons für Stellvertretungen zur Verfügung zu stehen.
Wir erwarten von Ihnen:
– Diplom einer interkantonalen Försterschule
– Teamfähigkeit, Eigeninitiative
– Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit
– selbstständige und umsichtige Arbeitsweise
– korrekte Umgangsformen
– Gewandtheit und diplomatisches Geschick im Umgang mit Waldeigentümern
– Kenntnisse in EDV-Belangen
Wir bieten eine herausfordernde und entwicklungsfähige Aufgabe in einem
der schönsten Reviere des Kantons, auf dem Seerücken, sowie fortschrittliche
Arbeits­bedingungen im Rahmen der kantonalen Richtlinien.
Auskünfte erteilt Ihnen der jetzige Stelleninhaber Stefan Ernst, 052 761 30 51
oder der Revierpräsident Georg Müller, 071 663 40 30.
Ihre handschriftliche Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte
an:
Forstrevier Feldbach, c/o Georg Müller, Arenenbergstrasse 33, 8268 Salenstein
W A L D U N D H O L Z 11/0825
HOLZMARKT
Waldwirtschaft Schweiz WVS
Sägerundholzmarkt
Zu Beginn der Holzmarktkampagne 2008/2009
Trotz des schwierigen
konjunk­turellen Umfeldes,
nachlassender Nachfrage
nach Schnittholz und wachsenden
Schnittholzlagern, herrscht in der Schweiz
zurzeit noch eine etwas bessere Nachfrage nach frischem Fichten-/TannenSäge­rundholz als im umliegenden Ausland. Dazu hat auch das weitgehende
Ausbleiben von Zwangsnutzungen und
der Rückgang des Käferholzanfalls bei­
getragen.
Die Säger fürchten, dass aufgrund der
negativen Meldungen aus dem Bankensektor und der erwarteten konjunkturellen Abschwächung in den kommenden
Wochen zu wenig frisches Fichten-/
Tannen-Sägerundholz auf den Markt
kommen könnte.
Schwierig sind Lage und Aussichten
auf dem Markt für Buchen-Sägerundholz.
Dieses bleibt schlecht gefragt. Besser
nachgefragt werden dürfte Eichen-Sägerundholz, insbesondere Fassholz, allerdings dürfte sich hier die Preisentwicklung verflachen. Darauf deuten auch die
ersten Versteigerungsergebnisse in Frankreich hin. WVS
Waldwirtschaft Schweiz beurteilt die Lage und die Aussichten zu
Beginn der Holzmarktkampagne 2008/2009 kurz gefasst wie folgt:
Konjukturelles Umfeld
Die US-Immobilienkrise,
die dadurch verursachte
Bankenkrise und die Börsenkrise beginnen ihre Spuren in der
übrigen Wirtschaft zu hinterlassen und
­
strahlen zunehmend nach Europa und
auf die Schweiz aus. Die wirtschaftlichen
Aussichten im wichtigsten Handels­
partnerland der Schweiz, Deutschland,
aber auch in Frankreich, haben sich für
2009 deutlich eingetrübt. Dies spürt auch
die Schweizer Exportindustrie. Zudem
verteuerte sich der CHF gegenüber dem
EUR deutlich. In der zweiten Oktoberhälfte 2008 sank der Kurs des EUR zeitweise sogar kapp unter 150.– CHF pro
100.– EUR, eine Marke, die von der
Schweizer Exportindustrie als Schmerzgrenze bezeichnet wird. Dadurch verteuerten sich die Schweizer Exporte in den
EU-Raum massiv und wurden damit merklich weniger konkurrenzfähig.
Diese wirtschaftlichen Turbulenzen
beginnen auch auf die Konsumentenstimmung zu drücken, ein für die Inlandnachfrage zentraler Faktor. Insgesamt
steht jedoch die Schweizer Wirtschaft
noch stabiler da, als die meisten ausländischen Volkswirtschaften, weil der Inlandkonsum bisher noch nicht einbrach.
Die Wirtschaftsexperten der Konjunkturforschungsstelle der ETH KOF-ETH, des
Staatssekretariates für Wirtschaft Seco,
von BAK Basel Economics und andere
gehen für 2009 von einer merklichen Abschwächung des Wachstum des schweizerischen Bruttoinlandproduktes BIP aus.
Es wird auch mit einem moderaten Ansteigen der Arbeitslosenzahlen gerechnet.
Generell ist allerdings zu sagen, dass es
derzeit schwierig ist, das konjunkturelle
Umfeld zu beurteilen – und noch viel
schwieriger, eine Konjunkturprognose für
2009 abzugeben, die nicht bereits morgen schon überholt ist. Ob, und wie rasch
das Vertrauen in die Bankensysteme wieder einigermassen zurückkehrt und sich
die Finanzmärkte beruhigen, ist ungewiss. Die Realwirtschaft ist jedoch darauf
angewiesen, dass die zurzeit herrschende
Hektik und Hysterie an den Finanzmärkten wieder einer gewissen Ruhe und Besonnenheit Platz machen.
WVS
Holzmarktkommission1) vom 3. September 2008: Preisempfehlungen der Wald- und der
Holzwirtschaft (Preise für Holz in Rinde, ab Waldstrasse, ohne MWST)
SortimentSortimentbeschreibung
Preisempfehlungen
Waldwirt.Holzwirt.
CHF/m3CHF/m3
Fichte L1, 2b, B Schwachholz, 4–6 m, 25–29 cm Mitten-∅, B-Qual.
125.–120.–
Fichte L1, 4, B Trämel, 4–6 m, 40–49 cm Mitten-∅, B-Qual.
130.–125.–
Fichte L1, 5, C Trämel, 4–6 m, 50–59 cm Mitten-∅, C-Qualität
110.–90.–
Fichte L3, 3, B Langholz, ab 15 m, 30–39 cm Mitten-∅, B-Qual.
130.–125.–
Fichte L3, 3, C Langholz, ab 15 m, 30–39 cm Mitten-∅, C-Qual.
110.–95.–
Preisdifferenz von Fichte zu Tanne
10.– bis 15.– 10.– bis 20.–
Buche, 4, B
Buche, 4, C2)
Abschnitte, ab 3 m, 40–49 cm Mitten-∅, B-Qual.
Abschnitte, ab 3 m, 40–49 cm Mitten-∅, C-Qual.
120.–105.–
75.–65.–
1)
Die Abteilung Wald des BAFU führt den neutralen Vorsitz der Holzmarktkommission. Für den Inhalt der Mitteilungen
sind die folgenden Verbände verantwortlich: Holzindustrie Schweiz, Waldwirtschaft Schweiz, Verband Schweizer
Rund- und Schnittholzhändler, Schweizerischer Bauernverband, Verband Schweizer Forstunternehmungen.
2)
Ohne Schwellen.
Empfehlungen von Waldwirtschaft Schweiz zu Beginn der
Holzmarktkampagne 2008/2009:
• Früh im Herbst 2008 frisches Fichten-/Tannen-Sägerundholz der Nachfrage angepasst,
zu marktgerechten Preisen auf den Markt bringen, kein Holz horten.
• Möglichst wenig Buchenholz einschlagen.
• Den sich rasch wandelnden Markt laufend beobachten und das eigene Marktverhalten den aktuellen Verhältnissen anpassen. Holzschläge auf Vorrat und Überschüsse
vermeiden.
• Laubholz-Stammholz der Qualitäten D und allenfalls C als Energieholz verkaufen.
• Laubholz-Durchforstungen möglichst zurückstellen, da die Borregaard Schweiz AG
kein Buchen-Zelluloseholz mehr verarbeitet und es eine gewisse Zeit braucht, bis
­weitere Anlagekapazitäten im Energieholzsektor aufgebaut sind. WVS
26
W A L D U N D H O L Z 11/08
HOLZMARKT
Imprägnierstangenmarkt
Durch die Verkabelung von
Strom- und Kommunika­
tionsnetzen ist der Markt
für die klassischen Imprägnierstangen­
sortimente in den letzten Jahren kleiner
geworden. Zugenommen hat hingegen
der Einsatz von Imprägnierstangen im
Garten- und Freizeitbereich.
Die Imprägnierwerk AG Willisau be­
nötigt nach eigenen Angaben im Jahr
2009 insgesamt 5000 m3 Imprägnierholz. Der Preis bewegt sich je nach Sortiment und Qualität zwischen 100.– und
140.– CHF/m3 Rohholz. Eingekauft werden Leitungsmasten, Schleifholz (Papierholz) sowie Rundholz-Trämel.
Detailierte Auskünfte über Lieferbe­
dingungen, Qualitätsanforderungen und
Preise erteilt: Imprägnierwerk AG Willisau, Steinmatt,
Ostergauerstrasse 10, CH-6130 Willisau,
+41 41 970 11 76, Fax +41 41 970 28 92,
E-Mail g.thalmann@impraegnierwerk.ch,
www.impraegnierwerk.ch.
WVS
Industrieholzmarkt
Mit dem angekündigten
Ende der Zelluloseproduktion bei der Borregaard
Schweiz AG im solothurnischen Riedholz, finden in der Holzmarktkampagne
2008/2009 die einschneidendsten Ver­
änderungen auf dem Industrieholzmarkt
statt. Der grösste inländische Verarbeiter
von Waldindustrie- und Sägerestholz fällt
als Abnehmer für die Wald- und Holzwirtschaft aus.
Entsprechend detaillierte Statistiken
fehlen, dennoch lässt sich abschätzen,
dass die Borregaard Schweiz AG jährlich
zwischen 150 000 und 300 000 m3 feste
Holzmasse Fichten-/Tannen- und BuchenZelluloseholz aus dem Wald sowie weitere 300 000 bis 500 000 m3 feste Holzmasse als Fichten-/Tannen-Sägerestholz
verarbeitet hat. Dies sind rund 15% der
schweizerischen Holznutzung. Besonders
hart trifft die Einstellung der Produktion
bei der Borregaard Schweiz AG deshalb
die kleineren bis mittelgrossen NadelholzSägewerke, die weder in den Export einsteigen noch in eigene Holzenergieanlagen investieren können.
International kämpft die auf Konjunkturschwankungen empfindliche Papier­
industrie derzeit mit den Auswirkungen
der Finanzkrise auf die Realwirtschaft
und in Europa auch mit der Konkurrenz
aus Asien. Als besonders energieintensive Branche leidet die Papierindustrie
schmerzlich unter den Preissteigerungen
bei Erdöl, Erdgas und Strom.
Die beiden Waldholz verarbeitenden
Papierfabriken in Perlen und Utzenstorf
beobachten den Markt und werden ihre
Einkaufspreise allenfalls anfangs 2009
entsprechend anpassen.
Papierfabrik Utzenstorf AG: Schleifholzpreise gültig ab 1. Februar bis 31. Dezem­ber 2008 (für Holz in Rinde)
Fi/Ta, kranlangbahnverl.1) fr. Werk
CHF/tatroCHF/tatro
– SN1
– SN2 (max. 10%)
Prämie2)
Fi/Ta, 1/2m
150.–
99.–
177.–
116.–
+ 6.–
+ 6.–
bahnverl. fr. Werk
CHF/SterCHF/Ster
– SN1
– SN2 (max. 10%)
50.–
34.80
59.–
40.80
Prämie2)
+ 2.–
+ 2.–
Voraussichtlichlicher Holzbezug Inland
2009: ca. 110 000 Ster Fichten-/TannenWaldholz (2008: 100 000 Ster)
1)
Nur Normalspur. 2) Auszahlung monatlich, nur an
Vertragslieferanten, Bedingung mind. 90%/max. 110%
Anlieferung der bewilligten monatlichen Holzmenge;
Abzug IG Industrieholz 1,5‰; Einschlagfristen Oktober
bis April 6 Wochen, Mai bis September 4 Wochen.
Perlen Papier AG: Schleifholzpreise
gültig bis 31. Dezember 2008
(Richtpreis der Lieferanten für Holz in Rinde)
Die Plattenwerke sehen sich auf der
Abnehmerseite mit der international
schwächelnden Baukonjunktur konfrontiert. Auf der Rohstoff-Angebotsseite
wirkt sich die Produktionseinstellung bei
Borregaard, vor allem beim Sägerestholz,
stark aus. Wie die Papierindustrie, ist
auch die Plattenindustrie den steigenden
Energiepreisen ausgesetzt.
Das einzige in grossem Masse Waldholz verarbeitende Plattenwerk der
Schweiz , die Kronospan AG im luzernischen Menznau, passt derzeit ihre Einkaufspolitik den grundlegend veränderten Verhältnissen auf dem Markt für
Sägerestholz an.
WVS
Kronospan, Menznau/LU: Preisliste für
Plattenholz gültig ab 1. November 2008
Sortiment
Holz in Rinde
frankobahn-franko
Waldstr.verlad. Werk
CHF/tatro
Nadelhölzer:
– 1. Kl. (sämtl.)
– 2. Kl. (sämtl.)
– Durchforst.holz
80.–
50.–
40.–
105.–
70.–
60.–
135.–
100.–
90.–
Buche:
– Schwellen
– 1. Kl.
80.–
70.–
95.–
90.–
115.–
110.–
übr. Hartlaubh.:
– 1. Kl., ohne Ei
– 2. Kl., sowie Ei
55.–
45.–
75.–
55.–
95.–
70.–
Weichlaubholz:
1. Kl., (sämtliche)
45.–
55.–
70.–
Fi/Ta, kranlang
fr. Werk
CHF/tatro
Sondersortimente wie Nadelsägerund- und
Papierholz: Übernahme nach Absprache
SN1180.–
Prämie
+ 10.–
Die Zuschläge für FSC-Holz wurden wieder
abgeschafft.
Bahnlieferungen nur nach Absprache
Voraussichtliche Waldholzbezüge 2009:
Die Gesamtmenge an Holz wird ungefähr so
gross wie 2008 sein. Die Waldholzbezüge
werden aber zu 10 bis 12% durch Sägerestholz ersetzt.
Voraussichtlicher Holzbezug Inland 2009:
ca. 18 000 bis 19 000 tatro Fichten-/TannenWaldholz.
W A L D U N D H O L Z 11/0827
HOLZMARKT
Energieholzmarkt
Die in der kommenden
Heizperiode 2008/2009 in
Betrieb gehenden Holzenergieanlagen, insbesondere das Holzkraftwerk Basel, werden die Nachfrage
nach Energieholz weiter steigern, reichen
aber nicht aus, um das durch die Einstellung der Zelluloseproduktion durch die
Borregaard Schweiz AG frei werdende
Buchen-Industrieholz aufzunehmen.
Mittel- und längerfristig weist der Energieholzmarkt von den drei grossen Teilmärkten Sägerund-, Industrie- und Energieholz das grösste und sicherste
Wachstumspotenzial auf. Die Geschwindigkeit des Wachstums wird jedoch durch
den Zeitbedarf für Bau neuer Holzenergieanlagen begrenzt. Deren Planung, Bewilligung und Bau benötigen längere
Vorlaufzeiten.
In Ein- und Mehrfamilienhäusern ist
heute nicht mehr die Ölheizung die
schärfste Konkurrentin der Holzheizung,
sondern die Wärmepumpenheizung. Sie
ist vergleichweise günstig und benötigt
keinen Lagerraum für Öl oder Holz. Ihr
Betrieb könnte sich allerdings mit den
ange­kündigten Strompreiserhöhungen
merklich verteuern. Aus diesen Gründen
kann die hektische und unberechenbare
Entwicklung des Heizölpreises nicht die
wichtigste Eingangsgrösse für das Fest­
legen von Energieholzpreisen sein. Zu bedenken ist, dass die Investitionen und die
Betriebskosten von Holzenergieanlagen
in der Regel deutlich höher sind als jene
von Anlagen für andere Energieträger.
Hinzu kommt noch der grössere Raumbedarf für den Energieholzvorrat.
Ausgehend von diesen Überlegungen
sollten die Preise für Energieholz auf die
Holzmarktkampagene 2008/2009 hin
nur moderat angehoben werden. Damit
kann die Attraktivität des Heizens mit
Holz und die Aufnahmefähigkeit des
Marktes für Energieholz gesteigert werden.
WVS
Empfehlung für Stückholz
Ofenfertig aufgearbeitetes Stückholz
sollte nach Gewicht verkauft werden.
Nur so sind die Angebote von Forst­
betrieben, Privatwaldbesitzern, Forst­
unternehmern usw. für den Konsumenten preislich mit jenen von Grossverteilern
und Brennstoffhandel vergleichbar.
Die Gebinde sollten mit folgender Produktedeklaration versehen sein:
–Holzart.
–Nettogewicht (lufttrockenes Holz mit
25 bis 35% Restfeuchte).
■
28
W A L D U N D H O L Z 11/08
Richtpreise für Energieholz in Stückholzform zu Beginn der Holzmarktkampagne
2008/2009 (ohne MWST, gemeinsame Empfehlung von Waldwirtschaft Schweiz WVS,
Holzenergie Schweiz, Interessengemeinschaft
professioneller Energieholzhersteller IPE, Holzindustrie Schweiz HIS und Verband Schweizer
Forstunternehmungen VSFU)
Richtpreise für Energieholz-Hackschnitzel
zu Beginn der Holzmarktkampagne
2008/2009 (Preise franko Silo, ohne MWST,
gemeinsame Empfehlung von Waldwirtschaft
Schweiz, Interessengemeinschaft professioneller Energieholzhersteller IPE, Holzindustrie
Schweiz, Holzenergie Schweiz und Verband
Schweizer Forstunternehmungen)
Aufgearbeitetes Stückholz per Gewicht
(2 Jahre luftgetrocknet, ab Holzlager, verwendungsbereit in Kleingebinden wie Säcken,
Netzen oder Kartonschachteln abgepackt)
Abrechnung nach Volumen
Holzart
grobe Scheiter
für Cheminées
CHF/100 kg
Birken
Buchen
Nadelholz
80.– bis 86.–
60.– bis 67.–
53.– bis 60.–
feine Scheiter
für Öfen/Herde
CHF/100 kg
93.– bis107.–
74.– bis 80.–
67.– bis 74.–
Spälten 1 m (waldfrisch, ab Waldstrasse)
HolzartCHF/Ster
Birken
Buchen
Hartlaubholz
Nadelholz
107.– bis119.–
74.– bis 95.–
68.– bis 90.–
63.– bis 74.–
2 m und länger (waldfrisch, ab Waldstrasse)
HolzartCHF/m3CHF/t
Buchen
Laubholz
Nadelholz
54.– bis 65.–
48.– bis 60.–
30.– bis 39.–
36.– bis 48.–
33.– bis 41.–
33.– bis 42.–
Zuschläge für ofen- bzw. cheminéefertiges Aufarbeiten von Stückholz
AufarbeitungsschrittCHF/Ster
trock. Spälten, ab Magazin
40.– bis
Fräsen:– 1 Schnitt (50 cm)
– 2 Schnitte (33 cm)
– 3 Schnitte (25 cm)
Spalten zu Scheitern
SortimentCHF/m3 geschüttet
Laubholz: – trocken1)
– frisch2)
53.– bis 58.–
34.– bis 42.–
Nadelholz: – trocken1)
– frisch2)
40.– bis 45.–
26.– bis 32.–
Abrechnung nach gemessenem Wärmebezug
SortimentRp./KWh
– Grünschnitzel (frisch)1)
– trockene Schnitzel2) und
Qualischnitzel3)
1)
2)
5,0 bis 6,0
6,0 bis 7,0
Wassergehalt w (Restfeuchte) 25 bis 35%.
w 45 bis 55 %. 3) w unter 18%.
Richtpreise für Energieholz-Pellets zu
Beginn der Holzmarktkampagne 2008/
2009 (ohne MWST, gemeinsame Empfehlung
von Waldwirtschaft Schweiz WVS, Holz_
energie Schweiz, Interessengemeinschaft professioneller Energieholzhersteller IPE, Holzindustrie Schweiz HIS und Verband Schweizer
Forstunternehmungen VSFU)
Energieholz-Pellets franko Silo/Haus
53.–
34.–
40.–
46.–
67.–
Lose in Mengen von 6 t, ohne MWST:
– Sommerpreis
330.–CHF/t ± 10%
– Winterpreis
380.–CHF/t ± 10%
abgefüllt in 15- oder 20-kg-Säcke:
– nach Gewicht
450.– bis570.–CHF/t
– pro Sack
10.– bis18.–CHF/Sack
HOLZMARKT
Umrechnungsfaktoren für Energieholz
Energieholz: Bezugsquellen/Auskünfte
AusgangsgrösseBuche
3
3
1)
Fichte/Tanne
3
1)
1 Festmeter fm (m )
gelagertes Holz entspricht:
2,8Sm Hackschnitzel 1,4Ster Spälten 1 m
1,7Ster Scheiter 33 cm
750kg feste Holzmasse
240kg Heizöl extra leicht
2,8MWh = 2800 kWh
2,8Sm Hackschnitzel
1,4Ster Spälten 1 m
1,7Ster Scheiter 33 cm
550kg feste Holzmasse
240kg Heizöl extra leicht
2,0MWh = 2000 kWh
1 Schüttkubikmeter (Sm3)
Hackschnitzel entspricht:
0,36fm (Festmasse)
0,5Ster
270kg Holz
85kg Heizöl extra leicht
1,0MWh = 1000 kWh
0,36fm (Festmasse)
0,5Ster
200kg Holz
60kg Heizöl extra leicht
0,7MWh = 700 kWh
1 Ster trockene Spälten wiegt: ca. 500kg
ca. 350kg
1 MWh (Megawattstunde)
1 kg Heizöl
1 Liter Heizöl
= 3,60GJ (Gigajoule) = 860000 kcal (Kilokalorien)
= 1,20Liter Heizöl
= 0,84kg Heizöl
– Die Verbrennung von 1 kg Heizöl setzt 3,185 kg CO2 frei.
– Graue Energie: Das Aufarbeiten (sägen, rüsten, hacken) und der Transport von 1 Sm3 erfordern
1 bis 2 Liter Treibstoff. Dies entspricht lediglich 2 bis 3% der im Holz enthaltenen Energie.
Quelle: Schweizerischer Forstkalender.
1)
Der Verband Schweiz. Forstunternehmer und die Industrie rechnen mit 2,5 Sm3.
Gemeinsame Preisempfehlung
Christbaumpreise 2008
Die IG Suisse Christbaum
und Waldwirtschaft Schweiz
empfehlen den Christbaumproduzenten die unten stehenden Preise.
Zertifizierungen sollten auf dem Etikett
ausgewiesen und mit einem entsprechenden Preiszuschlag auf den Verkaufspreis
honoriert werden.
Christbäume dürfen am Stammfuss
auf keinen Fall angespitzt werden, da sie
sonst rascher austrocknen. In modernen
Christbaumständern mit Wasservorrat
können nicht angespitzte Bäume Wasser
ziehen. Sie bleiben so länger frisch und
die Brandgefahr ist geringer.
■
Christbäume: Auskünfte
IG Swisse Christbaum, Josef Brägger
c/o Bildungszentrum Wallierhof
CH-4533 Riedholz, +41 32 627 09 77
E-Mail josef.braegger@vd.so.ch
Internet www.suisse-christbaum.ch
Waldwirtschaft Schweiz WVS
Hans Gerber, Postfach, CH-4501 Solothurn
+41 32 625 88 22, Fax +41 32 625 88 99
E-Mail gerber@wvs.ch, Internet www.wvs.ch
IG Suisse Christbaum und Waldwirtschaft Schweiz WVS: Richtpreise vom 3. September
2008 für den Direktverkauf an Konsumenten von Weihnachtsbäumen, Deck-, Kranz- und
Zapfenästen sowie Schnittgrün (Preise für Weihnachtsbäume in A-Qualität)
Baumart/Sortiment
H. 0,8–1,0 m H. 1,1–1,5 m H. 1,6–2,0 m H. 2,1–2,5 m
CHF/Stück1)CHF/Stück1)CHF/Stück1)CHF/Stück1)
Fichte (Rottanne)2)15.– 18.– bis22.–
Tanne (Weisstanne)2)27.–30.–
Blautannen u. ähnliche2)27.– 30.– bis38.–
Nordmanns- u. Koreatannen2)
38.– bis40.– 40.– bis50.–
24.– bis30.–
40.– bis50.–
45.– bis58.–
60.– bis75.–
31.– bis 35.–
60.– bis 70.–
62.– bis 75.–
80.– bis100.–
Holzenergie Schweiz
Neugasse 6, CH-8005 Zürich
+41 44 250 88 11, Fax +41 44 250 88 22
www.holz­energie.ch, info@holzenergie.ch
Waldwirtschaft Schweiz WVS
Postfach, CH-4501 Solothurn
+41 32 625 88 00, Fax +41 32 625 88 99,
www.wvs.ch, gerber@wvs.ch
IG profess. Energieholzhersteller IPE,
Geschäftsstelle, Holzenergie-Zentrum
Dürmetweg 2, CH- 4457 Diegten
+41 61 976 99 66, Fax +41 61 976 99 67
www.qualischnitzel.ch, info@qualischnitzel.ch
Verband Schweizer Forstunternehmer
VSFU, c/o Holzindustrie Schweiz,
Postfach 56, CH-3000 Bern 6,
+41 31 350 89 89, Fax +41 32 625 88 99
www.vsfu.ch, info@vsfu.ch
Holzindustrie Schweiz HIS
Postfach 56, CH-3000 Bern 6
+41 31 350 89 89, Fax +41 31 350 89 88
www.holz-bois.ch, info@holz-bois.ch
IG Suisse Christbaum und Waldwirtschaft
Schweiz WVS: Qualitätsrichtlinien für
Schweizer Christbäume
A-Qual.:
a)Farbe
b)Form/
Sym-
metrie
c)Dichte
der
Bäume
Der Baum muss frisch und gesund
aussehen und eine gleichmässige
Farbe und Benadelung haben, die
für die jeweilige Art typisch ist.
Die Breite des Baums darf nicht
grösser sein als die Höhe. Der
Baum muss symmetrisch und
die Zweige müssen gleichmässig
um den Stamm herum angeordnet sein. Nordmanns- und andere
Edeltannen müssen mindestens
vier Zweige der gleichen Länge in
jedem Astkranz (Quirl) haben,
ausser wenn sie viele Internodien
aufweisen, die geringfügige
Unzulänglichkeiten ausgleichen.
1,0–1,5 m 3 bis 4 Astkränze
1,5–2,0 m 4 bis 5 Astkränze
2,0–3,0 m 5 bis 6 Astkränze
B-Qual.: Bäume der B-Qualität sind Bäume,
die den Kriterien für die A-Qualität nicht genügen, jedoch attraktiv, ansprechend oder
speziell und damit auch verkäuflich sind.
Baumart/ Deckäste Kranzäste ZapfenästeBaumart/Sort. Schnittgrün
SortimentCHF/Bund3)CHF/Bund3)CHF/Stück3)/4)
CHF/kg
Rottanne15.– – – Weiss- o. Nordm.
6.– bis 9.–
Weisstanne
20.– bis24.– 27.– bis32.–
15 bis25.– Mistelz. m. Beeren 20.– bis30.–
Nordmannsta.–
22.––
Stechpalme, Eiben
u. Buchs
28.– bis
33.–
1)
Diese Preise sind für gute, fehlerfreie, frische Ware in A-Qualität anzuwenden. Das Verpacken in Netze ist in diesen
Preisen inbegriffen. Für Zertifizierungen für umweltschonende Produktion, z. B. Bio Suisse-Knospe Demeter (Landwirtschaft) oder FSC und PEFC (Forstwirtschaft), sollte ein Zuschlag von 10% erhoben werden. 2) Grossbäume für Plätze,
Kirchen usw. nach Aufwand. 3) Bund à 10 –15 kg. bei Nordmannstanne à 5–6 kg. 4) 1–1,5 m lang.
W A L D U N D H O L Z 11/0829
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30
W A L D U N D H O L Z 11/08
DIE SEITE DES WVS
Im Zeichen der Verbandsreformen
DV des WVS an der WSL in Birmensdorf
Am 29. Oktober 2008 hielt der WVS
seine Delegiertenversammlung an der
WSL in Birmensdorf ab. An der Versammlung nahmen 63 stimmberechtigte Delegierte teil.
Viel zu diskutieren gab ein Antrag von
Alfred Binder, Präsident des Waldwirtschaftsverbands des Kantons Zürich. Binder forderte die Rückweisung des vor­
gelegten Budgets 2009 des WVS und
begründete seinen Antrag mit der laufenden Reform der Verbandsfinanzierung. In diesem Zusammenhang steht
auch ein Soll-Budget für die Erbringung
der Kernaufgaben des WVS zur Diskussion. Laut Projektfahrplan sollte ein solches Soll-Budget spätestens in der e­ rsten
Jahreshälfte 2009 vorliegen. Der Präsident des Zürcher Verbands wollte zuerst
den Reformprozess abschliessen und erst
dann ein «zeitgemässes» Budget ver­
abschieden.
Max Binder, Zentralpräsident des WVS,
weitere Vorstandsmitglieder sowie WVSDirektor Urs Amstutz warnten eindringlich vor einer Rückweisung des Budgets.
Eine solche würde den nationalen Dachverband der Waldeigentümer in eine
schwierige und unsichere Situation versetzen und ihn empfindlich schwächen.
Die Versammlung lehnte schliesslich den
Rückweisungsantrag mit 39 zu 20 Stimmen klar ab und nahm das vorgelegte
Budget grossmehrheitlich an.
Die Versammlung nahm anschliessend
Ergänzungswahlen in den Zentralvorstand für den Rest der Amtsperiode 2006
bis 2009 vor. Damit soll einerseits der
­direkte Einfluss der «IG Zukunft WVS»,
die sich erstmals an der Delegierten­
versammlung 2007 manifestiert hat, im
strategischen Führungsorgan des WVS
verstärkt werden. Andererseits soll wieder eine vollständig statutenkonforme
Zusammensetzung des Zentralvorstands
erreicht werden, da beim Untergang des
vormaligen Verbands bernischer Wald­
besitzer (VBW) entstandene Vakanzen bis
heute unbesetzt geblieben sind. Je einstimmig gewählt worden sind die beiden
offiziellen Kandidaten Walter Andermatt
und Kaspar Reutimann. Andermatt ist
Präsident des Waldwirtschaftsverbands
des Kantons Zug und Geschäftsführer
der Korporation Baar-Dorf. Er ist ausserdem Mitglied des Korporationsrats und
zuständig für das Ressort Forst sowie ab
Zentralpräsident
Max Binder mit
dem neuen Vize­
präsidenten Pierre
Lancoud (ganz links)
und den beiden
neuen Mitgliedern
des Zentralvorstands
Walter Andermatt
(2. von rechts) und
Kaspar Reutimann
(ganz rechts).
WSL-Direktor James
W. Kirchner (Mitte)
umrahmt von WVSZentralpräsident Max
Binder und Direktor
Urs Amstutz.
1. Januar 2009 de­signierter Präsident der
Korporation Baar-Dorf. Reutimann ist
Vorstandsmitglied des Waldwirtschaftsverbands des Kantons Zürich. Er führt in
Guntalingen/ZH einen Landwirtschaftsbetrieb. Pierre Lancoud, bisheriges Mitglied des Zentralvorstands, wurde einstimmig zum zweiten Vizepräsidenten
gewählt. Lancoud ist Direktor des waadtländischen Waldwirtschaftsverbands «La
Forestière».
Einiges zu reden gab auch ein Antrag
des Aargauischen Waldwirtschaftsverbands (AWV). Der AWV forderte eine
Ände­rung des Artikels 14 der WVS-Statuten, laut der neu jede an der Delegiertenversammlung im Namen eines kantonalen Waldbesitzerverbands anwesende
Person maximal fünf Stimmrechte vertreten kann. Heute steht jeder an der Delegiertenversammlung anwesenden Person
nur ein Stimmrecht zu. Mit 22 Stimmen
konnte der Antrag nicht die für Statutenänderungen erforderliche Zweidrittelsmehrheit verbuchen. Die Diskussion
um die Stimmrechte an der DV soll aber
im Rahmen des laufenden Reformprojekts beim WVS weitergeführt werden.
Im Anschluss an die Versammlung
stellte Direktor James W. Kirchner der
Versammlung die WSL vor.
Redaktion:
Waldwirtschaft Schweiz
Roland Furrer, Bereichsleiter PR
Rosenweg 14
4501 Solothurn
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
furrer@wvs.ch
www.wvs.ch
W A L D U N D H O L Z 11/0831
DIE SEITEN DES
Weltmeisterschaften im Berufswettkampf 2008
Das Swiss Team war fantastisch!
Vom 2. bis 5. Oktober 2008 fanden in Deutschland die Weltmeisterschaften im Berufswettkampf «Holzhauerei» statt. In der Nähe von Stuttgart, eingebettet in den wunderschönen Wild- und Vergnügungspark von Tripsdrill, haben sich 29 Nationen getroffen, um den Weltmeister in der Holzhauerei auszu­
machen. Das Schweizer Team hat sich hervorragend geschlagen und kehrt mit der Silbermedaille nach
Hause zurück!
Das viermonatige Vorbereitungstraining war hart und fordernd zugleich. Die
gesteckten Ziele waren ehrgeizig, das
­Resultat schlicht und einfach genial: Das
Swiss Team hat in der Gesamtwertung
aller Nationen die Silbermedaille gewonnen! Balz Recher ist neuer Weltmeister
bei den Profis und Orlando Lerch ist VizeWeltmeister bei den U24!
Auf diese Glanzresultate hat die
Schweiz seit langem gewartet. Dank
den perfekt vorbereiteten Trainings von
­Robert Baumgartner und Karl Henggeler,
in Verbindung mit den individuellen
persön­lichen Trainings der Wettkämpfer
und dem von Frau Sorg eigens für das
Team zusammengestellten Mentaltraining, musste man die Puzzleteile zum
Schluss nur noch aneinanderreihen. Die
Teamleitung hat sehr viel Wert auf die
Teambildung gelegt. Die Stärke aus dem
Team heraus hat jedem einzelnen bei
­seinem Einsatz geholfen.
Nachdem die Startphase an der WM
nicht für alle befriedigend verlaufen war,
meldete sich das Swiss Team auf ein-
Medaillenspiegel
Balz Recher
–Weltmeister 2008 in der Gesamtwertung über alle fünf Disziplinen
–Weltmeister in der Disziplin «Asten»
–2. Rang in der Disziplin «Fällen»
Orlando Lerch, U24
–Vize-Weltmeister 2008 in der Gesamtwertung über alle fünf Disziplinen
–Weltmeister in der Disziplin «Präzi­
sionsschnitt»
–Bronze in der Disziplin «Kombina­
tionsschnitt»
–Bronze in der Disziplin «Kettenwechsel»
Teamwertung Swiss Team
–Vize-Weltmeister 2008 aller Länder
hinter Deutschland und
–
Bronze bei der neu eingeführten
«Länder­stafette»
32
W A L D U N D H O L Z 11/08
Das Schweizer Team, von links nach rechts Robi Baumgartner, Dany Gautschi, Orlando
Lerch, Florian Isler, Balz Recher, Karl Engeler und Ralph Malzach.
drückliche Art und Weise ins Rennen zurück. Ob das nun dem Mentaltraining,
dem technischen Training oder der Schokolade in den Pausen zu verdanken war?
Wir wissen es selber nicht. In schwierigen
Momenten waren es vielleicht die unterstützenden Worte der Teamkollegen. Wir
hatten uns ein Ziel gesteckt und es erreicht, ja sogar übertroffen.
Unser Weltmeister hats
­verdient!
Am Sonntag, den 5. Oktober, also am
letzten Wettkampftag, standen Balz
­Recher und Orlando Lerch nach vier Disziplinen an der Spitze ihrer jeweiligen Kategorien. Die Spannung war enorm. Es
zeichnete sich ein «Herzschlag»-Finale
ab. Auf dem Tablett abholbereit standen
die Medaillen für den Profi-Weltmeister,
für den U24-Weltmeister und für den
Weltmeister der Teams. Mit den Kate­
gorien Profis, U24 und der Länderstafette
lagen insgesamt 42 Medaillen abhol­
bereit. Die Nerven haben standgehalten!
Seit Jahren mischt Recher Balz an der
Weltspitze mit. Seine ruhige Art ist bei
seinen Mitstreitern in der ganzen Welt
sehr beliebt. Jeder der Konkurrenten
wusste, was er technisch drauf hat. Sie
bissen sich zuletzt an ihm die Zähne aus!
Balz war physisch wie psychisch gut
trainiert und top in Form. Die Schweiz
und die Welt gönnen ihm diesen Titel von
Herzen! Und das Swiss Team ist stolz, den
Weltmeister in seinen Reihen zu wissen.
Dem Swiss Sponsor Pool ein herzliches
Dankeschön für die Mittel, welche für die
Schweizer Nationalmannschaft bereitgestellt werden.
Vielen Dank dem Verband Schweizer
Forstpersonal für das ermöglichte Mentaltraining.
Die Försterschule Lyss hat einen Bus für
die Reise nach Tripsdrill zur Verfügung
gestellt. Wir danken der Försterschule für
ihr Engagement.
Für das grossartige Swiss Team
Teamleader: Ralph Malzach
DIE SEITEN DES
Erfahrungsbericht von Balz Recher
Ein lang ersehnter Traum ist in Erfüllung
gegangen!
Der Wettkampf fängt mit dem Kettenwechsel an, meiner Paradedisziplin. Ich
habe mich noch nie so sicher gefühlt,
eine sehr gute Zeit hinzulegen. Beim Aufwärmtraining vor dem Wettkampf hatte
ich fast immer tiefe Neuner- oder hohe
Acht-Sekunden-Zeiten. Doch dann, beim
Wettkampf, kommt eine Schraube nicht
richtig gut vom Gewinde – und schon ist
mein Traum von einem neuen Weltrekord
ausgeträumt.
Etwas genervt machte ich mich an die
nächsten zwei Disziplinen, die mir nicht
wunschgemäss, aber doch recht gut gelingen. Am Abend ist dann klar, dass ich
noch bei den Leuten bin.
Am nächsten Tag steht das Fällen auf
dem Tagesplan. Ich muss hier unbedingt
ein gutes Restltat erzielen! Der italie­
nische Wettkämpfer, der vor mir auf derselben Bahn fällt, hat nur 1 cm Abweichung. Als mein Masten steht und ich
ihn ausgelotet habe, steht für mich fest,
dass ich meinen Baum in den selben Graben fällen werde wie der Italiener. Wie
ich bei meinem Baum stehe, werde ich
in meiner Entscheidung bekräftigt, denn
genau in der Fällrichtung weht die
Schweizer Fahne!
Und es kommt gut: Auch mein Baum
hat nur 1 cm Abweichung!
Am Abend steht fest, dass ich am
nächsten Tag als Letzter asten werde. Mit
sechs Punkten liege ich nach vier Diszi­
«Schweinebalz» vor dem Finale noch
eine Sau sieht!
Dann ist es soweit, die Motorsägen
werden gestartet und gespannt wie eine
Feder warte ich auf das Startzeichen.
Endlich senkte sich die Startfahne, und
los gehts voller Konzentration bis zum
Schluss. Dann banges Warten, ob die
Schiedsrichter einen Fehler finden… nein,
alles OK … uffff! Und was haben meine
Widersacher gemacht? Zwei waren langsamer, und der dritte hat zwei Fehler.
Yeah, ich habe es geschafft, eine riesen
Erleichterung macht sich in mir breit, und
ich habe nur noch Freudengefühle… und
es kommt der erlösende Freudenschrei:
­«Jupieee!!!»
Balz Recher
Impressum
Offizielle Verbandsmitteilungen
Verband Schweizer Forstpersonal VSF
www.foresters.ch
plinen in Führung. Eine lange, schlaflose
Nacht liegt vor mir, ich aste sicher hundertmal in Gedanken meine Krone und
überlege, was die anderen für eine Taktik
zurechtlegt.
Etwa eine Stunde vor dem grossen
­Finale laufe ich im nahen Wald umher,
um mich aufzuwärmen. In einem Dickicht
neben einigen grossen Douglasien
rauscht plötzlich eine grosse Wildsau aus
ihrem Kessel davon. DAS ist mein Omen,
das kann nur gut kommen, wenn der
Redaktion und Leserdienst
François Fahrni, Geschäftsführer VSF
Hardernstrasse 20, 3250 Lyss
032 387 49 70, Fax 032 387 49 30
secretariat@foresters.ch
Redaktionsschluss
1. des jeweiligen Vormonats
Übersetzung
Artikel von allgemeinem Interesse
werden in «La Forêt» publiziert.
Abonnementsdienst
Redaktion «WALD und HOLZ»
(siehe Impressum)
Azienda forestale e lavori pubblici
Sottoporta
mette a libero concorso l’impiego di un:
selvicoltore diplomato / Forstwart
Limitato per il periodo dal 1. gennaio 2009 al 31. dicembre 2009
Offriamo:
– Varietà nei lavori forestali in zona di montagna, nei lavori
comunali e lavori per terzi
– Un team di lavoro dinamico e indipendente
– Indipendenza, responsabilità nell’assolvere gli incarichi
– Retribuzione e contratto di lavoro tenor regolamento
cantonale
Ci aspettiamo:
– Formazione quale selvicoltore (Forstwart)
– Iniziativa, responsabilità e indipendenza propria
– Capacità d’integrazione in un gruppo esistente
Inizio dell’ impiego: – A partire dal 1. gennaio 2009 o in data da convenire
Candidatura:
– Azienda forestale e lavori pubblici Sottoporta 7606 Bondo
Termine d’annuncio – 20. novembre 2008
Informazioni:
– Forestale Mirko Beti
Tel. 081 822 10 50
Cell. 079 611 05 67
– Presidente Tobias Eichelberg Tel. 081 822 13 27
Cell. 079 327 61 17
W A L D U N D H O L Z 11/0833
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34
W A L D U N D H O L Z 11/08
FORSTTECHNIK
Erfahrungen aus der Praxis
Kunststoffseile im Forsteinsatz
Was taugen Kunststoffseile als
Rückeseile? Mit dieser Frage befasst sich das Forstliche Ausbildungszentrum DE-Weilburg bereits seit 2004. Hier die bisherigen
Erfahrungen.
Seit dem Jahr 2004 sind neu ent­
wickelte Windenseile erhältlich, die erstmals eine Alternative zum Stahlseil bei
der Holzrückung darstellen. Diese Windenseile bestehen aus einer Kunstfaser,
Klaus Oesterling*
die nach einem von einer niederländischen Firma entwickelten Verfahren hergestellt wird. Dabei wird hochmoleku­
lares Polyethylen zu Fäden verarbeitet,
die über ein Rollensystem bis zum Fünf­
fachen ihrer Ursprungslänge gestreckt
werden. Die Molekülketten richten sich
dadurch parallel zueinander aus. Die
­Dyneema®-Faser erhält so eine einzig­
artige Festigkeit in Längsrichtung bei geringer Dehnung.
Zur Herstellung des Dyneema®-Seils
werden die einzelnen Fäden zu Garnen
verflochten, wobei fünf Garne eine Litze
­ergeben. Zwölf Litzen werden in einem
Hohlgeflecht zu einem Seil geflochten.
Das heisst, im Gegensatz zu einem Stahlseil haben Dyneema®-Seile keine Seele.
Die Seile werden durch zusätzliche Verdichtung, UV-Stabilisatoren und Spezialimprägnierung veredelt.
Das Dyneema®-Seil
Am 30. März 2004 wurde erstmals im
Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg
eine Seite der Doppeltrommelwinde des
betriebseigenen WF-trac 900 mit einem
Dyneema®-Rückeseil ausgerüstet. Das
Windenseil «Dynatec T12» wurde durch
die Firma Grube KG aus Hützel bezogen.
Diese Art Windenseile ist in den USA
bereits seit 1999 unter anderem beim
­
Boden­schleif­rücken im Einsatz.
Der Versuch in Weilburg wurde durch
eine Diplomarbeit der FH Göttingen begleitet. Um einen aussagefähigen Vergleich zwischen Kunststoff- und Stahlseil
zu ermöglichen, wurde die linke Seite der
*Forstliches Bildungszentrum, DE-35781 Weilburg
www.hessen-forst.de/servicezentren/
Bildungszentrum.htm
WF-Trac mit Dyneema®- und Stahlseil.
Winde mit dem Kunststoffseil und die
rechte Seite mit dem Stahlseil bestückt.
Zur Schonung des Dyneema®-Seils mussten Kanten im Bereich des Seileinlaufs
abgeflacht und durch das vorher aufgelegte Stahlseil verursachte Grate beseitigt
werden. Die Seileinlaufrollen waren bereits vorher mit seitlichen Führungsrollen
versehen. Somit war ein reibungsarmer
Seil­einlauf gewährleistet.
Bei ersten Belastungstests verfestigte
sich das Seilgefüge, es wurden jedoch
Einzelfadenrisse sichtbar. Ein Stahlseil mit
vergleichbarem Schadbild müsste nach
VSG 3.1 Forsten ausgesondert werden.
Nach eingehender Begutachtung wurde
beschlossen, den Versuch fortzuführen.
Beim folgenden Einsatz konnte keine
spürbare Reduzierung der Mindestzugfestigkeit des Seiles festgestellt werden.
Schon nach den ersten Versuchstagen
stellten wir fest, dass das Aufspulverhalten unter Last auf der Seiltrommel hervorragend ist. Trotz offener Nachlaufbremse kommt es durch die geringe
Eigen­masse des Seils beim Auszug kaum
zum Auflockern der Wicklungen auf der
Seiltrommel. Somit sind die vom Stahlseil
bekannten Verhakungen seltener und
die damit verbundenen Beschädigungen
sehr gering. Abgeflachte Seilbereiche, die
auf dem Trommelkern durch die Zug­
belastung entstehen, führen nach den
Versuchserfahrungen zu geringeren Belastbarkeitseinbussen als beim Stahlseil.
Der im Versuchsbetrieb eingesetzte
WF-trac 900 Forst ist mit einer 2 × 6,7-tWinde ausgestattet und wird im Forstamt
Weilburg vorwiegend zum Vorrücken
und Rücken von Laub- und Nadellangholz eingesetzt. Das Anhängen der Last
erfolgt mittels hochfester Chokerkette
und besonders seilschonenden Seilgleitern. Die Verwendung von Ketten gegenüber Chokerseilen hat den Vorteil, dass
man die Ketten bei dünneren Stammdurchmessern kürzer hängen kann. Beim
Beiseilen kommt die Rückelast somit
dichter an die Rückwand der Bergstütze.
Die durchschnittliche Lastgrösse während der Versuchsphase lag bei etwa
5 – 6 fm. Der stärkste Buchenstamm während der Erprobung hatte einen Festgehalt von 3,8 fm.
Am 12. Mai 2004 kam es aufgrund der
Scheuerung an einem Basaltstein zum
W A L D U N D H O L Z 11/0835
FORSTTECHNIK
Anfertigen des Endspleisses mit Spleisswerkzeug.
Seilabriss, ca. 12 m vor dem hinteren
Ende des Seiles. Die ersten Spleissver­
suche ohne Werkzeug gestalteten sich
sehr schwierig. Mittlerweile sind spezielle
Spleisswerkzeuge sowie eine Spleiss­
anleitung beim Seillieferanten erhältlich.
Dadurch ist das Selbstanfertigen eines
Endspleisses im Wald in kürzerer Zeit
möglich als beim Stahlseil.
Ideal: Stahl plus Kunststoff
Während des Einsatzes stellte sich die
Kombination von Stahlseil und Kunststoffseil auf einer Doppeltrommelwinde
als ideal heraus. Der Fahrer konnte so bereits bei der Positionierung des Schleppers auf der Rückegasse entscheiden, ob
er das leichtere Kunststoffseil oder das
Stahlseil zum Stamm zieht. Befanden sich
auf der Seillinie scharfkantige Steine oder
eine geschotterte Wegkante, benutzte er
das Stahlseil, ansonsten kam das Poly-
Anhängen der Last mittels Chokerkette.
ethylen-Seil zum Einsatz. Somit trug der
Fahrer entscheidend zur Lebensdauer des
Kunststoffseiles bei.
Die Maschinenführer erkannten schnell
die Vorteile des Dyneema®-Seils, und so
wurden ca. 60% der Gesamtmasse mit
dem Dyneema®-Seil gerückt. Bei diesem
empfehlenswerten kombinierten Einsatz
erreichte das Kunststoffseil die 1,5-fache
Lebensdauer des parallel verwendeten
Stahlseiles.
Der Kostenvergleich (unten) zwischen
Dyneema®- und Stahlseil zeigt, dass bei
der geschilderten Form des Seileinsatzes
das Dyneema®-Seil in der Anschaffung
zwar fast dreimal teurer war als das Stahlseil, die Mehrkosten auf den Festmeter
be­zogen jedoch weniger als das Doppelte
betrugen.
Im Oktober 2005 führte das Institut für
Forstliche Arbeitswissenschaften in Zusammenarbeit mit einer Sportwissenschaftlerin eine Studie über die Arbeits-
100 m Dynaforce-Windenseil
100 m verdichtetes Windenseil
14 mm Durchmesser
Mindest-Bruchlast 177 KN
Gewicht 10,8 kg
12 mm Durchmesser
Mindest-Bruchlast 127 KN
Gewicht 72,90 kg
1,200 €
444,00 €
Standzeit: 3120 fm
+ ca. 300 fm Vorrücken
+ 118 Std. Seilarbeit
2300 fm
Kosten pro fm: 0,35 €
0,19 €
Mehrkosten pro fm nach den Weilburger Erfahrungen: ca. 0,16 €.
Kostenvergleich: Dyneema®-/ Stahlseil.
36
W A L D U N D H O L Z 11/08
schwere bei der Langholzbringung am
FBZ-Weilburg durch. Hierbei wurden die
vom Maschinenführer aufzuwendenden
Auszugskräfte und die körperlichen Leistungen mit den beiden Seilarten in verschiedenen Hangneigungen gemessen.
Als Spitzenwert erreichte der Proband
bei einer Auszugsentfernung von 35 m
und einer Hangneigung von 28% fast
1000 Watt beim Stahlseil. Unter gleichen
Bedingungen wurden beim Kunststoffseil
lediglich ca. 450 Watt gemessen. Die Belastungsstudie kommt denn auch zum
Schluss, dass der benötigte Kraftaufwand
zum Seilausziehen beim Kunststoffseil
um 50 –70% kleiner ist als beim Stahlseil.
In diesem Zusammenhang sei daran er­
innert, dass mindestens 20% der Arbeitszeit beim Langholzrücken auf das Seil­
ausziehen entfallen.
Als wichtiges Ergebnis des im Forstamt
Weilburg durchgeführten Versuches kann
somit festgehalten werden, dass die
ergo­nomischen Vorteile des Dyneema®Seils gegenüber dem Stahlseil signifikant
sind, und dass dieser präventive Gesund­
heitsschutz lediglich einen Betrag von
ca. 16 Cent pro fm erfordert.
Erste Erfahrungen mit dem
Kernmantelseil «Stratos
Winch»
Seit dem Februar 2008 ist der betriebseigene, mit einer 2 × 6-t-Winde ausge­
rüstete HSM 805 auf einer Trommel mit
dem Kernmantelseil «Stratos Winch» der
Firma Teufelberger ausgerüstet. Bei dieser Seilkonstruktion ist ein ebenfalls aus
FORSTTECHNIK
Kernmantelseil der Firma Teufelberger.
der Dyneema®-Faser bestehender, hochdicht geflochtener Mantel um das tragende Dyneema®-Seil geflochten. Dieser
Mantel schützt das Seil vor Aufreibung
und Schmutzeintritt. Das noch im Test
befindliche Seil hat einen Kerndurch­
messer von 12 mm, einen Gesamtdurchmesser von 15 mm und eine Mindestbruchfestigkeit von 160 KN in der freien
Länge. Als Endverbindung dient ein
Metall­stück mit einem Innenkonus und
einem Metalldorn. Das Kernmantelseil
wird im Metallkonus mit dem Dorn
durch eine Kunstharz-Härtermischung
ver­
gossen und nach der Aushärtung
fixiert. Dadurch bleibt der schützende
­
Mantel bis zur Endverbindung erhalten.
Im Falle einer notwendigen Seilreparatur
steht ein Ersatzteilkit zur Verfügung, mit
dem durch einfaches Spleissen im Wald,
auch ohne Verguss, eine Endverbindung
hergestellt werden kann. Dieser Verguss
ist jedoch später durchzuführen, um den
Ummantelungseffekt bis zum Seilende
wieder herzustellen.
Der HSM 805 wurde für den im
oben angeführten Versuch eingesetzten
WF-trac ersatzbeschafft, und somit unter
Seil nach längerer Einsatzzeit.
gleichen Bedingungen beim ­Rücken der
gleichen Sortimente eingesetzt. Das Anhängen der Last erfolgt mit den gleichen
Seilgleitern und Chokerkette wie beim
Dyneema®-Seil. Bereits nach 35 Einsatzstunden riss der Mantel ca. 30 cm vor
dem hinteren Ende des Seils fast durch.
Es ist zu vermuten, dass es bei den ersten
stärkeren Belastungen, trotz des bei der
Herstellung des Seiles hochverstreckten
Kerns, zu einer Längung kam, welcher
der Mantel nicht folgte.
Das Seil wurde eingekürzt und die
Endverbindung neu vergossen. Während
des weiteren Einsatzes und bis heute
wurde ein derartiger Riss im Mantel nicht
mehr festgestellt. Das Aufspulverhalten
auf der Seiltrommel ist ebenfalls hervorragend. Sollte es zu Verhakungen kommen, sind diese durch die etwas härtere
Bauart des «Stratos Winch»-Seils geringfügig schwerer zu lösen als beim Dynaforce-Kunststoffseil, jedoch bei weitem
nicht so kräftezehrend wie beim Stahlseil.
Bedingt durch den Aufbau des Mantels,
ist der Reibwiderstand auf dem Boden
bei längeren Seilauszugsentfernungen
höher als beim Dynaforce-Seil.
Einsatz Kernmantelseil HSM 805, Februar bis Juli 2008
Rücken und Vorseilen 280 Std.
Davon 60% mit Kernmantelseil
2000 fm
1200 fm
Konventionell800 fm
Entzerren, Wegeräumung und
Seilunterstützung mit Kernmantelseil
170 Std. = ca. 38%
der Gesamtarbeitszeit
Am 14. Mai 2008 riss das Seil ca. 20 m
vom hinteren Ende. Bei der Untersuchung
der Abrissstelle konnten Abflachungen
des Seils festgestellt werden, die von
einer Quetschung herrührten und somit
zu einer Schwächung führten. Das abgerissene Seilstück wurde durch einen
Längsspleiss wieder angespleisst.
Der Mantel ist im Bereich des Längsspleisses entfernt worden. Damit sich der
intakte Teil des Mantels bei der ­
­
Arbeit
nicht zusammenschiebt, wurde er rechts
und links von der Reparaturstelle mit dem
Kern vernäht. Danach wurde das Seil mit
dem gespleissten Ende zuerst auf der
Windentrommel befestigt und mit der
maximalen Windenzugkraft belastet. Das
reparierte Kernmantelseil steht somit fast
in der gesamten Länge wieder zur Ver­
fügung.
Von Anfang Mai bis Ende Juli war
der HSM 450 Arbeitsstunden im Einsatz.
Davon war er 280 Stunden mit Rücken
beschäftigt. 70 Stunden entfielen auf
die Seilunterstützung bei der Fällung
und das Entzerren von Windwürfen.
100 Stun­
den war die Maschine beim
Wege freiräumen und bei Lehrgängen
am Forstlichen Bildungszentrum Weilburg eingesetzt.
Der Mantel des «Stratos-Winch» zeigt
nach ca. 450 Arbeitsstunden des Schleppers selbst im hinteren Bereich keine
durch die Seilgleiter oder durch Dornen
und Steine verursachten nennenswerten
Beschädigungen. Weiter zum Trommelkern hin sind jedoch Verdünnungen des
Querschnittes und Abflachungen sichtbar.
W A L D U N D H O L Z 11/0837
FORSTTECHNIK
Längsspleiss.
Zusammengefasst …
Der Einsatz von Kunstfaserseilen auf
Rückewinden bietet signifikante ergonomische Vorteile gegenüber der Verwendung von Stahlseilen. Das reduzierte
Eigen­gewicht und das leichte Ausziehen
des Kunststoffseils gegenüber dem konventionellen Steil bedeuten eine um bis
zu 70% reduzierte physische Belastung
des Windenbedieners. Neben gesundheitspräventiven Aspekten führt diese
spürbare Erleichterung der Arbeit auch
zu einer grösseren Motivation und damit
einhergehend zu einer höheren Arbeitsleistung.
Auch die Arbeitssicherheit ist verbessert: Es gibt keine abstehenden Einzeldrähte (Fleischhaken) wie beim Stahlseil,
und bei einem Riss in der freien Länge
fällt das Kunststoffseil durch sein geringes Gewicht schneller in sich zusammen.
Sollte es jedoch durch Verschleiss an
Choker­
kette oder Seilgleiter zum Riss
kommen, können die Chokerkette oder
der Seilgleiter in Richtung Maschine katapultiert werden.
Wie bei jeder Facharbeit bedarf es
auch bei der Arbeit mit dem Kunststoff­
seil des sachkundigen Maschinenführers.
Er muss sich mit den geänderten Eigenschaften und Reaktionen gegenüber dem
Stahlseil vertraut machen, und auch das
Beurteilen der Seilfehler erfordert ein
Umdenken. Um ein sicheres Arbeiten mit
dem Dyneema®-Seil zu gewährleisten,
muss es täglich in der gesamten Länge
auf Beschädigungen überprüft werden.
Auch die Seilgleiter und Anschlagmittel
unterliegen laut Unfallverhütungsvorschriften einer täglichen Kontrolle. Die
Firma Teufelberger legt bei der Auslieferung ihrer «Stratos-Winch»-Seile eine
Gebrauchsanweisung und ein Prüfbuch
zur Dokumentation der Seilprüfungen
38
W A L D U N D H O L Z 11/08
Verlängerungsseil aus
Dyneema®-Faser.
bei. Das Prüfbuch enthält eindeutige
Prüf- und Ablagekriterien für das Seil.
Ausblick
Als weiteres Anwendungsgebiet für
Dyneema®-Seile hat sich der Einsatz als
Verlängerungsseil herausgestellt. Beim
seilunterstützten Fällen von Gegenhängern oder bei Verkehrssicherungsmassnahmen werden zur Einhaltung der
Sicherheits­abstände in der Regel Verlängerungsseile benötigt. Auch hier kommen die ergonomischen Vorteile des
Kunstfaserseils voll zum Tragen. Es ist
­darauf zu achten, dass nur neuwertige,
beschädigungsfreie Seile eingesetzt werden, da sich der Schlepperfahrer und der
Fäller im Gefahren­bereich befinden. An
einer Seite des Seils wird ein Gleit­
haken mit Sperrklinke aufgebracht und
an ­
beiden Enden werden Seilkauschen
aus Metall eingespleisst. In diese Seil­
kauschen können der Gleit­
haken und
der Schäkel zur Verbindung mit dem
Windenseil eingehängt werden. Das Seil
wird um den Baum gelegt und in den
Gleithaken eingehängt. Danach wird es
mit zwei eigens dafür hergerichteten
teleskopier­baren Entastungsgestängen in
eine Höhe von 5 – 6 m geschoben. Sollte
der Baum im unteren Bereich stärkere
Äste aufweisen, muss eine für diese Tätig­
keit zugelassene Leiter verwendet werden. So kann der Baum sicher in die gewünschte Richtung gebracht werden.
Literaturnachweis
Martin Schultze (2005): Neuartige Hochleistungsfaser
in der seilgebundenen Holzbringung. Diplomarbeit
an der HAWK Göttingen.
Backhaus G. (2004): Windenseil aus hochfestem Polyethylen im Testeinsatz. Forst und Technik, Heft 4.
KWF (2005): KWF-Test Nr. 04/05 Dyneema®-Win­den­
seil «Dynatec T12». Gross-Umstadt.
Jacke, H. (2006): Entlastung bei der Langholzbringung durch Kunststoffseile, Forst und Holz, Jahrgang 61.
Jönsson A. (2008): Riskanter Anschlag. Forst und
Technik, Heft 9.
W A L D U N D H O L Z 11/0839
P O R T R ÄT
Christoph Spring ist fasziniert von grossen Forstmaschinen.
Persönlich getroffen: Forstwart und Maschinenführer Christoph Spring
Der erste geprüfte Vollernterfahrer
Der Forstwart Christoph Spring
ist der erste Forstmaschinenführer mit eidgenössischem Fachausweis in der Fachrichtung
­Voll­ernter. Die Ausbildung dazu
hat er in Schweden absolviert –
dem Land der Forstmaschinen
schlechthin.
Lebenslanges Lernen gilt als Tugend –
das weiss jeder. Für die einen ist es eher
eine Pflicht, für die anderen ein lustvolles
Ausprobieren von Möglichkeiten. Zur
zweiten Kategorie gehört ganz bestimmt
Christoph Spring. Der 27-Jährige ist Forstwart im Revier Wartau im St. Galler
Rheintal. Wenn er in den Wäldern unterhalb des Ostschweizer Aussichtberges
Gonzen seiner Arbeit nachgeht und seinen Blick schweifen lässt, sieht er weiter
als viele seiner Berufskollegen. Direkt gegenüber im Tal, jenseits des Rheins, liegt
das Fürstentum Liechtenstein. Und etwas
weiter links erstreckt sich Österreich. Es
scheint, als ob der weite Ausblick Spring
auch in seinen Entscheidungen beein­
flussen würde.
40
W A L D U N D H O L Z 11/08
Spring arbeitet zwar vollamtlich als
Forstwart, daneben hat er sich aber
zum Forstmaschinenführer weitergebildet. Das wäre noch nichts Aussergewöhn­
liches. Spring ist aber nicht nur irgendwann auf einen «Göppel» gehockt und
hat sich das Arbeiten mit Kran und Greifer selber oder mit Hilfe von Arbeits­
kollegen beigebracht. Er wollte es richtig
wissen und absolvierte die Prüfung zum
Forstmaschinenführer mit eidgenössischem Fachausweis. Damit ist er zwar
nicht alleine, Spring ist aber bisher der
erste und einzige, der die Prüfung mit
Fachrichtung Vollernter absolviert hat.
Und weil zwar die Prüfung in der Schweiz
abgelegt, der Lehrgang aber nicht hier
absolviert werden kann, entschloss sich
Spring, das Vollernter-Fahren gleich im
Mutterland der Forstmaschinen zu erlernen: in Schweden.
16-wöchiger Lehrgang
Das Kuru Institut of Forestry gehört
zum finnischen Tampere College. Es bietet einen 16-wöchigen Lehrgang an zum
International Forest Machine Operator,
unterrichtet wird in Schweden, wo die
Schule über einen grossen Maschinenpark und geeignete Wälder verfügt. «Eine
grossartige Erfahrung – eine super Zeit!»,
schwärmt Spring von seiner Ausbildung
und erinnert sich jederzeit gerne an den
Aufenthalt in Skandinavien. Wie ist er zu
dieser für einen Schweizer eher ausser­
gewöhnlichen Ausbildung gekommen?
«Ich wollte schon immer Harvester
fahren», erinnert sich Spring. Grosse
Forstmaschinen hätten ihn bereits während der Lehre fasziniert. Ganz so rasch
ging es allerdings nicht. Nach seinem
Lehrabschlusss 2001 folgten die «Wander­
jahre» mit verschiedenen Stellen. Maschinen waren aber meist nie weit weg, selbst
wenn Spring nicht für den Wald im EinGesucht: interessante Menschen
«WALD und HOLZ» präsentiert in der
Rubrik «Persönlich getroffen» regelmässig interessante Personen, die im Alltag
mit Wald und Holz zu tun haben – vom
Waldbesitzer, über den Förster und den
Wissenschaftler. Wir freuen uns über
Vorschläge an: redaktion@wvs.ch
P O R T R ÄT
satz war. So arbeitete er unter anderem
als Beschneier für Skipisten oder als
­Fahrer für Pistenbullys. Beim Forstunternehmen Bemag konnte er erste Erfah­
rungen im Harvesterfahren sammeln. Für
das Unternehmen war er auch in Schweden im Einsatz. «Als Abstocker wurde mir
dort klar, dass ich nur irgendwann auf
eine Maschine umsteigen kann, wenn ich
es richtig lerne.» Ohne Kenntnisse wäre
ein Einstieg als Maschinist eher schwierig,
beurteilte er damals seine Situation.
Anspruchsvolle Arbeit
Diese Einschätzung teilt Sven Frommelt. Der Liechtensteiner ist Forstunternehmer. Er hat selber in Schweden eine
forstliche Ausbildung absolviert. Bei
Frommelt kann Spring hie und da auf den
Vollernter sitzen und einige Übungseinheiten absolvieren, da er als Forstwart in
Wartau keine Gelegenheit dazu hat.
Frommelt bearbeitet gerade einen Erstdurchforstungsschlag im österreichischen
Montafon. Eine komplexe Herausforderung, denn vom Förster ist kein Aushieb
angezeichnet worden – der Maschinist
betreibt somit gleichzeitig Waldbau.
Spring setzt sich in den HSM 405H und
tastet sich im Dickicht voran. «Heutzutage muss ein Maschinist auch waldbaulich stark sein», ist Frommelt überzeugt.
Zudem sei es entscheidend, dass in der
Ausbildung die optimalen Arbeitsabläufe
von Beginn an richtig ausgeführt würden.
Er sei daher der Meinung, dass eine ge­
regelte Ausbildung für Forstmaschinisten
der beste Weg sei. «Es könnte sogar sein,
dass in den nächsten Jahren, vor allem
in den EU-Ländern, ein entsprechender
Berufs­abschluss verlangt wird.»
«Darauf will ich vorbereitet sein», sagt
Spring, der den HSM mittlerweile wieder
verlassen hat. Ein anspruchsvoller Schlag,
gibt auch er zu bedenken. Für einen
guten Fahrer gelte es, vier bis fünf Bäume
voraus zu schauen. Die Bedienung der
Maschine sei da die kleinere Herausforderung. «Irgendwann musst du nicht
mehr studieren, welche Knöpfe zu drücken sind», sagt er. Das laufe ganz automatisch.
Einsamkeit in der Kabine
Nun ist Spring bereits an der nächsten
Weiterbildung und hat die ersten Module
für Forstwart-Vorarbeiter absolviert. Eine
Kombination von beidem, das könne er
sich vorstellen, denn obwohl er ein
Freund von grossen Maschinen ist, hat er
durchaus auch andere Interessen. «Wenn
man zu lange in der Kabine sitzt, wird
man einsam», gibt er zu bedenken. Die
Gefahr, ein eigenbrötlerischer Maschinist
zu werden, scheint beim jungen Rhein­
taler allerdings nicht zu bestehen.
Natürlich gibt es viele gute Forst­
maschinenführer, die stolz darauf sind,
sich als Self-made-Man alles selber bei­
gebracht zu haben. Aber Forstleute wie
Christoph Spring sind für alle Eventualitäten vorbereitet.
Urs Wegmann
Steckbrief
Christoph Spring
Beruf: Forstwart, Forstmaschinenführer,
International Forest Machine Operator
Funktion:
Forstwart im Revier Wartau
Werdegang:
Forstwart-Lehre, Ausbildung zum Forstmaschinenführer mit eidgenössischem
Fachausweis, zurzeit in Ausbildung zum
Forstwart-Vorarbeiter
Hobbys:
Mitglied im Seilziehclub Sevelen, spielt
Posaune in der Guggenmusik «Pelzchappni», Feuerwehr-Mitglied, Vizepräsident des St. Galler Forstwart-Vereins
Ihr schönstes Erlebnis im Wald?
Als ich bei der Holzerei ein Rekitz ge­
sehen habe.
Ihr schlimmstes Erlebnis?
Ich hatte im «Lothar»-Sturmholz einen
Unfall, der aber glücklicherweise glimpflich ausgegangen ist. Ich musste eine
Fichte und eine Buche abstocken, die
nebeneinander entwurzelt worden
waren. Als ich den zweiten Baum, die
Buche, abstockte sind beide zurück­
geschnellt und haben mich fast 5 m
weit fortgeschleudert.
Ihr Lieblingsbaum?
Ich habe keinen Lieblingsbaum. Am
liebsten sehe ich aber frei stehende, verzweigte Einzelbäume im Herbst – obwohl solche Bäume für einen Voll­ernterEinsatz völlig ungeeignet sind.
Drei Wünsche an die Waldfee?
1. Ich möchte bis zur Pensionierung im
Wald arbeiten können – und zwar
unfallfrei.
2. Im Wald noch viele schöne Momente
erleben.
3. Noch eine lange Zeit mit meiner
Freundin verbringen zu können –
auch wenn wir noch nicht vom Heiraten reden!
Impression aus Schweden: kalte Winter, lange Nächte, schwere Maschinen.
W A L D U N D H O L Z 11/0841
WALDBAU
Wald und Klimaänderung
Auf der Suche nach konkreten
Handlungsempfehlungen
An einer Veranstaltung des
Schweizerischen Forstvereins*
erfuhren die Teilnehmer viel
Fachwissen zur Thematik «Wald
und Klima­
änderung». Bei der
Besichtigung der Waldbrandfläche war eindrücklich zu sehen
wie die Vegetation die Freifläche
zurück­
erobert. Beim Workshop
zum Abschluss der Veranstaltung
kamen die Teilnehmer anhand
konkreter Fallbeispiele zum
Schluss, dass eine auf den Standort abgestimmte, diversifizierte
Baumartenwahl und die Erziehung vitaler, stabiler Bestände
am ehesten Wälder entstehen
lassen, welche die von ihnen erwarteten Funktionen weiterhin
erfüllen.
Während sich der Wissenschaft ein
weites Forschungsfeld eröffnet, schafft
die Klimaänderung für die Waldwirtschaft
erhebliche Unsicherheiten. Diese steht
vor der Wahl, bereits jetzt zu handeln
Manfred Gerspacher*
oder konkrete Empfehlungen oder Entscheidungsgrundlagen der Wissenschaft
abzuwarten.
«Auf jeden Fall muss die Waldwirtschaft mit gemeinsamer Stimme gegenüber der Politik auftreten, damit diese die
richtigen Rahmenbedingungen setzt, um
die Herausforderungen der Klimaänderungen zu bewältigen», so Dr. Richard
Volz von der Abteilung Wald des BAFU.
Prof. Dr. Harald Bugmann von der ETH
Zürich stützte sich in seinen Ausführungen auf die Zustandsberichte der IPCC
*Kaufmann + Bader GmbH, 4500 Solothurn.
Der Artikel bezieht sich auf die zweitägige Ver­
anstaltung «Wald und Klimaänderung», die
im Rahmen der Fortbildungskurse Wald und
Landschaft des Schweizerischen Forstvereins
(Arbeitsgruppe Vegetation und Boden) Ende Juni
in Susten/Leuk im Wallis stattfand und von der
Arbeitsgruppe «Vege­tation und Boden» des
Schweizerischen Forst­vereins organisiert wurde.
42
W A L D U N D H O L Z 11/08
Die Kantone reagieren unterschiedlich
Waldbau und Klimabedingungen in Basel
«Der heisse Sommer 2003 hat uns aufgeschreckt und der Kommentar von Fachleuten‚
wonach in 50 Jahren jeder zweite Sommer wie 2003 sein werde, zum Handeln angeregt», bringt es Paul Kümin (Kreisforstingenieur Laufen) auf den Punkt. Eine kantonale
Arbeitsgruppe erarbeitete anfangs 2006 ein Arbeitspapier zur Waldpflege und Wald­
ver­jüngung unter dem Aspekt der Klimaveränderung. Dabei muss das Ziel sein, dass die
Wälder auch noch in Zukunft wachsen und ihre Funktionen erfüllen können.
Im Strategiepapier beider Basel wurden acht Ziele formuliert und daraus Massnahmen
abgeleitet, welche zu treffen sind, damit der Wald die an ihn gestellten Anforderungen
auch in Zukunft erfüllen kann. Dies betrifft unter anderem eine naturnahe BaumartenZusammensetzung, das Begünstigen von wärmetoleranten Baumarten, die Anreicherung mit Gastbaumarten, das Fördern der genetischen Vielfalt, eine intensive Be­
standespflege, das Füllen des «Waldraumes» mit Nebenbestand, die Förderung des
Holzabsatzes, das Lösen des Wildproblems und den Schutz der Waldböden.
Vorgehen im Kanton Thurgau
Im Kanton Thurgau wurde das Thema Klimawandel laut Hans Nussbaumer (Forstamt
Kanton Thurgau) Mitte 2006 aufgegriffen. Die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft
für naturnahen Waldbau AfW trug den provokativen Titel «Stirbt die Buche bei uns
aus?». Gestützt auf die Vorlage des Arbeitspapiers beider Basel wurde 2007 ein schriftliches Strategiepapier für Förster, Waldbesitzer und Presse herausgegeben.
Die waldbaulichen Ziele sollen so gesetzt werden, dass das Risiko abnimmt. Dazu
braucht es eine Verteilung des Risikos auf verschiedene Baumarten und ein breites gene­
tisches Spektrum. Die Baumarten sollen standortgemäss gewählt und, wo sinnvoll,
natür­lich verjüngt werden. Für den Erhalt der Stabilität müssen der Jungwald gepflegt
und die jüngeren Bestände kräftig durchforstet werden; dies fördert die Vitalität und
die Gesundheit der Bäume.
Als wichtige Grundlage gilt im Kanton Thurgau die Standortkartierung. Die Förster
werden in der Anwendung dieser Unterlagen im praktischen Waldbau geschult. Im
Strategiepapier Waldbau und Klimaänderung wurde abgeschätzt, wie die Baumarten in
den einzelnen Waldgesellschaften auf den wahrscheinlich kommenden Klimawandel
reagieren könnten, welche Baumarten eher zurückgehen und welche eher zunehmen
werden.
Erfahrungen des Kantons Wallis
Laut Alban Brigger (Chef Sektion Forstbetrieb, Dienststelle für Wald und Landschaft VS)
verfügt der Kanton Wallis über kein waldbauliches Strategiepapier. Der Kanton setzt vor
allem auf praxisorientierte Forschung, welche in enger Zusammenarbeit mit der WSL
verfolgt wird. Im Rahmen des Waldföhrenprojektes wird das flächige Absterben der
Föhrenwälder im Wallis intensiv untersucht. Die Ursache ist ein Zusammenspiel ver­
schiedener Kräfte: Klima, biotische Faktoren sowie Aufgabe von Waldweide und
Streunutzung. Die Föhrenwälder werden durch Laubmischwälder und Eichenwälder
ersetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt der praxisorientierten Forschung betrifft die Vermeidung und
Bekämpfung von Waldbränden. Zudem besteht ein kantonales Konzept für Waldbrände. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet dabei die kantonale Strategie, welche als Grundlage für regionale Konzepte dient. Geplant ist die Einrichtung eines Frühwarnsystems
(computerunterstützte Waldbrandwarnung wie im Kanton Graubünden) und die gute
Ausbildung der Beteiligten. Die regionalen Waldbrandkonzepte sahen anfangs rein bauliche Massnahmen vor. Neu wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei welchem Waldbrandrisikozonen ausgeschieden und momentane Brandbekämpfungsmöglichkeiten
aufgezeigt werden.
WALDBAU
(Intergovernmental Panel on Climate
Change). Bereits der erste Bericht prognostizierte 1990 einen Anstieg der glo­
balen Mitteltemperaturen im 21. Jahrhundert von +1,5 bis + 4,5 °C. Mit dem
vierten Bericht 2007 wurden diese Prognosen bestätigt, gleichzeitig aber der
Temperaturanstieg auf +1,4 bis + 6,4 °C
korrigiert.
Mit Hilfe verschiedener Modelle zeigte
Bugmann, dass die Temperaturen in der
Schweiz vor allem im Sommer stark zunehmen werden. Dies führt bei gleich­
zeitig weniger Niederschlägen zu häufigeren Dürreperioden und Waldbränden.
Höhere Niederschlagsmengen im Winter
können eine vermehrte Nährstoffaus­
waschung bewirken. Rechnungen mit
Waldmodulen zeigen weiter, dass von
der unteren subalpinen bis zur kollinen
Stufe vor allem der Wettbewerb um das
Licht entscheidend sein wird. Die Baum­
artenzusammensetzung wird sich an den
meisten Standorten verschieben, aller­
dings in sehr unterschiedlichem Ausmass.
In den trockensten Regionen der Schweiz
(z. B. Teilen des Wallis) wird sogar die
Waldfähigkeit in Frage gestellt sein.
Dr. Pascale Weber von der WSL zeigte
am Beispiel der Flaumeiche und Waldföhre im Wallis auf, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Baumarten
haben kann. Untersuchungen haben ergeben, dass die Reaktion von Bäumen
auf Trockenheit artspezifisch und physiologisch bedingt ist. Die genetische Diversität und Plastizität einer Baumart entscheidet mit, ob sie sich an ein wärmeres
Klima anpassen kann.
Die Stürme «Vivian» (1990) und «Lothar» (1999) sowie die darauf folgenden
starken Zwangsnutzungen aufgrund von
Borkenkäfer-Befall zeigen, welche Rolle
Störungsfaktoren im Schweizer Wald
spielen können. So hat «Lothar» fast das
Dreifache einer normalen Jahresnutzung
«geerntet» (rund 4% des schweizerischen Holzvorrates). Dr. Peter Brang
(WSL) belegte, dass Windwurf mit rund
drei Vierteln den bedeutendsten Anteil
an ungeplanten Nutzungen im Schweizer
Wald ausmacht. Streuschäden dominieren dabei bezüglich betroffenen Flächen
und geworfenen Holzmengen gegenüber
Flächenschäden klar. Störungen breiten
sich häufig von kleinen Flächen weiter
aus (Sturm, Feuer, Borkenkäfer).
Je tiefer die Sturmflächen liegen, desto
dichter und artenreicher ist die Verjüngung. Für die Wiederbewaldung, sei es
nach Sturm, Käferbefall oder Waldbrand,
Fünf Jahre nach dem Waldbrand oberhalb Leuk stösst die Baumverjüngung mit Pionierbaumarten auch in die Mitte der Brandfläche vor.
spielen Vorverjüngung, Sameneintrag,
Vegetationskonkurrenz und Wilddruck
eine wichtige Rolle. Brang weist ausdrücklich darauf hin, dass die bisherigen
Forschungsergebnisse noch kaum Hinweise auf klimabedingt verschobene
Konkurrenzverhältnisse geben.
Exkursion ins Waldbrand­
gebiet Leuk
Mit einer zerstörten Waldfläche von
rund 300 ha war der Waldbrand von Leuk
vom 13. August 2003 einer der grössten
Brände der Schweiz in den letzten Jahrzehnten. Ein Jahr nach dem Waldbrand
begann die WSL die Effekte des Klimas
auf die Wiederbesiedlung von Pflanzen
und Tieren mit einer intensiven Dauer­
beobachtung zu untersuchen. Untersucht
wurde insbesondere die Wirkung von
Trockenheit während der Vegetationszeit,
als eine der möglichen Folgen des Klimawandels. Modellszenarien haben dabei
für die Tieflagen des Wallis ein Baumsterben berechnet.
Wie Thomas Wohlgemuth (WSL) ausführte, waren im ersten Jahr nach dem
Waldbrand nur einzelne Pflanzen anzutreffen, im zweiten Jahr war die Artenvielfalt aber bereits so gross wie vor dem
Brand. Heute, fünf Jahre nach dem Er­
eignis, ist die Pflanzendiversität deutlich
höher als vor dem Waldbrand.
Weil sich die rund 600 Pflanzenarten
im Gebiet bezüglich Ausbreitungs­
stra­
tegie und Konkurrenzkraft unterscheiden, ergaben sich in der Anfangsphase
der Wiederbesiedlung fast jährlich neue
Dominanzverhältnisse. Sowohl die Diversität als auch die Zusammensetzung der
Pflanzendecke nach Waldbrand hängen
in besonderem Masse vom Klima vor
und nach dem Brandereignis ab. Die
Baumverjüngung mit Pionierbaumarten
(v. a. Gebirgsweide, Salweide und Zitterpappel) stösst fünf Jahre nach dem Waldbrand auch in die Mitte der Brandfläche
vor, während sich Waldföhre, Fichte und
Lärche erst am Rand der Fläche langsam
etablieren.
Um Waldbrände künftig zu vermeiden,
sollte nicht auf reine Nadelholzbestände
gesetzt werden. Von Vorteil sind strukturreiche Mischwälder mit einem hohen Anteil an Laubbäumen. In solchen Wäldern
entsteht im Bestandesinnern weniger
Luftbewegung, weshalb Laub, Nadelstreu
und Boden weniger austrocknen. Bei der
Nutzung sollten Bestände nicht aufge­
rissen, sondern eher Einzelbäume genutzt
werden.
Resultate aus dem Workshop
Im Workshop wurden insbesondere
die künftige Baumartenzusammensetzung, das Potenzial von Exoten, der NutW A L D U N D H O L Z 11/0843
WALDBAU
zen von Standortkarten und die Er­
höhung der Widerstandsfähigkeit von
Waldbeständen diskutiert. Die Teilnehmer
wurden mit vier kurzen Einstiegsreferaten
mit zum Teil provokativen Thesen auf den
Workshop eingestimmt, worauf sehr angeregte Diskussionen entstanden.
Allgemeines
Die zeitliche Entwicklung der Klima­
änderung ist nicht vorhersehbar, die Niederschlagsverteilung wird aber entscheidender sein als die Temperaturerhöhung.
Übergeordnetes Ziel ist, das Überleben
des Waldes zu sichern. Holzproduktion
und Naturschutz dürfen diesem Ziel nicht
entgegenwirken. Bewährte Waldbau­kon­
zepte sollen weiterentwickelt werden,
um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden.
Baumartenwahl und -zusammen­
setzung
Die Baumartenwahl wird als Schlüssel
zur Anpassungsfähigkeit des Waldes und
zur Abpufferung von Veränderungen
aller Art gesehen. Die Baumarten müssen
den jeweiligen Boden erschliessen und
einen kräftigen Wurzelballen ausbilden
können. Mit Hilfe einer grossen Baum­
artenvielfalt lassen sich klimabedingte
­Risiken vermindern.
Bei der Verjüngung ergänzen sich
Natur­verjüngung und Pflanzungen, wo­
bei die Vorteile beider Verfahren genutzt
werden müssen. Sie führen zusammen
zu einer verbesserten Anpassungsfähigkeit und Vitalität der Bestände. Während
geringere Kosten, ungestörte Wurzelentwicklung, geringere Verbissgefährdung
und grössere genetische Vielfalt für die
Naturverjüngung sprechen, bringt die
Kunstverjüngung Vorteile bezüglich der
Baumartenvielfalt und dem Überwinden
von Verjüngungshemmnissen. Die angestrebte Baumartenvielfalt erfordert die
Kombination beider Verjüngungsverfahren. Damit eine möglichst grosse Vielfalt
aufkommen kann, muss aber auch der
Einfluss des Schalenwildes vermindert
werden.
Pflanzungen sind besonders nach Störungen in Betracht zu ziehen, wobei auch
anpassungsfähige Gastbaumarten nicht
auszuschliessen sind. Bei der Festlegung
des Bestockungszieles und bei wald­
baulichen Einzelentscheiden muss eine
Baum­art nicht «standortheimisch» sein,
aber standortgerecht. Eine Anreicherung
mit geeigneten Baumarten (z. B. wärmetolerante Arten) wird angestrebt. Eine
Umwandlung der Wälder im grossen Stil
wird aber grundsätzlich abgelehnt, wo-
44
W A L D U N D H O L Z 11/08
hingegen flächige Störungen zum Baum­
artenwechsel genutzt werden können.
Als Gastbaumarten werden «Bekannte»
aus dem Nahbereich (über Landesgrenzen) bevorzugt, während bei Exoten (über
Meeresgrenzen) tendenziell Zurückhaltung geboten ist, da die Unsicherheiten
bezüglich abiotischer und biotischer Risiken grösser sind. Die Tauglichkeit von
Exoten sollte aber in einem Testnetz
inten­siv geprüft werden. Auf übergeordneter Ebene sind Umwelt- und Naturschutzinstanzen von der Notwendigkeit
eines weiteren Artenspektrums, mit Einschluss von Gastbaumarten, zu überzeugen.
Förderung von Vitalität und
­Stabi­lität
Neben der Wichtigkeit von Baum­arten­
wahl und -vielfalt sind die vorhandenen
Bestände durch Pflege und Durchforstung zu lenken. Auslesebäume sollen mit
mässigen und häufigen Eingriffen früh
gefördert werden, damit sie eine kräftige
Krone und kräftige Wurzeln ausbilden.
Dieses Vorgehen fördert das Wachstum
des Einzelbaumes und führt gleichzeitig
zu stabilen Beständen. Der Generationenwechsel läuft schneller ab, dadurch
sind Anpassungen rascher möglich.
Nutzen von Standortkarten
Standortkarten und Kommentare sind
heute die wichtigsten Grundlagen für die
Waldbewirtschaftung. Sie ermöglichen
eine standortangepasste Baum­
arten­
wahl. Sie helfen zudem, die mögliche Ent-
wicklung bei künftigen Klimaänderungen
und die richtigen Massnahmen besser zu
erkennen und grobe Fehler zu vermeiden. Ein Teil der Aussagekraft der Standortkarten wird aber verloren gehen, da
sie für ein bestimmtes Umfeld unter bestimmten Bedingungen geschaffen wurden. Unter veränderten Bedingungen
werden ihre Aussagen in bestimmten Bereichen unpräzis oder falsch sein. Gewisse
Gesellschaften werden sich stärker als
andere verändern. Die Standortkarten
behalten vorerst ihre Gültigkeit, wobei
geprüft werden muss, ob das Ö
­ kogramm
nach oben erweitert ­werden muss. Unter
Umständen ent­stehen auch neue Einheiten mit neuen Kombinationen von Baum­
arten. So oder so müssen die Kommentare angepasst werden.
Schlüsse aus dem Workshop
Bei sämtlichen Massnahmen im Wald
ist es wichtig, sich die waldbauliche Erfahrung zu Nutze zu machen. Um die
Wirkungskontrolle zu ermöglichen, bedarf es einer guten Dokumentation der
Absichten und Eingriffe.
Vermehrte Pflanzungen und die oben
beschriebene intensive Pflege werden in
Zukunft hohe Kosten verursachen. Die
Öffentlichkeit zieht aber enormen Nutzen
daraus, wenn es gelingt, den Wald zu erhalten. Aus diesem Grund sind Beiträge
der Öffentlichkeit unverzichtbar.
Ausblick
Die Teilnehmer kamen zum Schluss, dass Wald im Mittelland auch mit Klimawandel
Wald bleibt. Sehr wahrscheinlich wird dieser aber anders aussehen. In den Zentralalpen
(Wallis) wird Wald aufgrund des Klimawandels langfristig vermutlich stellenweise verschwinden. Die prognostizierten Veränderungen bezüglich Temperatur und Niederschlägen sind einschneidend, besonders wegen ihres grossen Tempos. Die Klimaänderung wird so schnell sein, dass neben sanften Vegetationswechsel auch ruckartige treten
werden.
Für die Teilnehmer hat der Workshop Grundlagenwissen und viele Ideen zur Thematik
gebracht. Die Klimaveränderung bringt sehr grosse Herausforderungen mit sich, wobei
noch wenig Wissen über deren Auswirkungen vorhanden ist. Weitere Forschung im
Klimabereich ist dringend. Es werden mehr praxisnahe Informationen erwartet. Zur
Unter­suchung des sehr komplexen Systems müssen die Wissenschaftler interdisziplinär
zusammenarbeiten und Mut zu umsetzbaren Aussagen haben. Die Rolle des Bundes
liegt in der Lenkung und Koordination.
Die Veranstaltung «Wald und Klimaänderung» bot mit dem Workshop eine Plattform
zur Diskussion des Klimawandels und seiner Folgen für den Wald. Meinungs- und Erfahrungsaustausch aller Beteiligten sind extrem wichtig, denn noch liegen erst wenige
gesicherte Kenntnisse zur Thematik vor. Der aktuelle Kenntnisstand ist in der OktoberNummer 2008 der Schweizerischen Zeitschrift für das Forstwesen dargestellt. Die Anwesenden waren sich aber auch einig, dass der mit dem Workshop gestartete Prozess
weitergehen und weitere Veranstaltungen folgen sollen.
W A L D U N D H O L Z 11/0845
WALDARBEIT
Der Instruktor kann dem Lernenden direkt während des Arbeitens Anweisungen erteilen.
Funksysteme sorgen für mehr Sicherheit
Mehr Kommunikation dank Funk
Sprechfunkgeräte werden immer
häufiger in der Holzerei eingesetzt. Diesen Winter kommen sie
erstmals auch in den überbetrieblichen Kursen für Lernende
zum Einsatz, wo sie der Aus­bil­
dung dienen.
Die Sprechgarnituren sind leichter und
hygienischer, da sie besser gereinigt
­werden können. Auch ein Wechsel auf
andere Gehörschütze ist problemlos, zum
Beispiel auf den «Sommerhelm» nur mit
Visier und Ohrmuscheln.
Noch sind sie für viele ungewohnt: die
Sprechfunkgeräte, die direkt in die Ohrmuschel des Forsthelms eingesetzt werden. Sie ermöglichen ein direktes Kommunizieren innerhalb der Rotte ohne laut
schreien oder die Motorsäge abstellen
zu müssen. In einigen überbetrieblichen
Holzereikursen (üK) werden diesen Winter erstmals zwei der fünfteiligen Koffer
in die Ausrüstung gegeben, die neu im
Shop von Waldwirtschaft Schweiz gekauft werden können (siehe Kasten).
Dabei soll erprobt werden, wie sich die
Sprechgarnituren in den Gehörschutzkapseln bewähren. Sie sind einfach durch
eine Drehbewegung in die Muschel einzusetzen. Das bewegliche Mikrofon ermöglicht einen Einsatz links oder rechts.
Damit eröffnen sich dem Anwender
­einige Vorteile, vor allem auch gegenüber
fix montierten Funksystemen im Helm.
Im üKA der Aargauer Forstwart-Lernenden ist ein Koffer im Einsatz. Zwei
Gruppen teilen sich die fünfteilige Ausrüstung. Einer, der die Neuerung testet,
ist Instruktor Christoph Blattmann. Der
Forstwart «steuert» den Lernenden
­Martin Keusch, während dieser die
Krone einer gefällten Föhre entastet.
Blattmann achtet darauf, dass Keusch
die Säge ­korrekt führt und die Körperhaltung stimmt. Will dieser zum Beispiel
einen Ast mit ziehender statt besser mit
stossender Kette absägen, kann ihn der
Instruktor sofort darauf aufmerksam
machen, ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen. Die meisten werden sich er­
innern, wie sie von ihren Instruktoren
aus sicherer Distanz mit einem Stecken
angestupst worden sind, wenn er etwas
mitteilen wollte. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei.
46
W A L D U N D H O L Z 11/08
Arbeitsfluss ohne Unterbruch
Keusch hat den Stamm fertig aufgerüstet. Nun können noch einige Details
besprochen werden – direkt und von
Mann zu Mann. Vom Einsatz der Sprechfunkgeräte sind beide überzeugt. Blattmann kennt das System bereits aus der
Erfahrung in seinem Revier der Stadt
­Zürich. «Wir setzen den Funk vor allem
bei der Sicherheitsholzerei ein», erklärt
er. Es sei optimal, wenn zum Beispiel
Strassen gesperrt werden müssen oder
­
der Schlag unübersichtlich sei. Auch mit
Maschinisten könne dank Funk direkter
und unkomplizierter kommuniziert werden. Nachteile sieht er praktisch keine.
«Auch wenn man Gefahr läuft, den Funk
fast zu häufig einzusetzen – sozusagen
das Natel-Syndrom im Wald», lacht er. In
der Ausbildung sieht er zudem Einschränkungen bei Lernenden, die noch erheb­
liche Mühe mit den Arbeiten hätten.
Zwar könnten auch diese mit dem Funk
direkter angesprochen werden. Einige
seien aber zum Beispiel beim Entasten
mit den Arbeitsabläufen so stark gefordert, dass sie kaum auf die Stimme in
ihrem Ohr hören, geschweige denn die
Anweisungen direkt umsetzen könnten.
Martin Keusch gehört nicht zu denen.
«Es ist zu Beginn schon ungewohnt,
WALDARBEIT
Richtig einsetzen
Damit nicht nur die Motorsäge, sondern eben auch die Funkgeräte richtig
eingesetzt werden, hat der WVS einige
Anweisungen für die Kurse erlassen.
Diese haben aber Allgemeingültigkeit
und sollten auch von Anwendern in den
Forstbetrieben beachtet werden:
• Im Funkverkehr gilt es, die üblichen
Regeln zu beachten (siehe Kasten).
• Scherzmeldungen sollen unterlassen
werden, da sonst Notrufe nicht ernst
genommen werden.
• Der Funkverkehr ist reserviert für die
Übermittlung von wichtigen und dringenden Meldungen, die nicht mit
anderen Mitteln übertragen werden
können.
• Vor der Benutzung muss man sich über
die Kanäle absprechen.
• Die Geräte sind zwar gegen Spritz­
wasser und normale Verschmutzung
geschützt, vor allem die Sprechgar­
nitur muss aber sauber und trocken
gehalten werden.
• Die Reinigung darf nur mit einem
feuchten Tuch und ohne Reinigungsmittel erfolgen.
• Die Geräte dürfen nur in den Original
Ladestationen geladen werden (Lampe
zeigt Ladestand an: rot = es wird
ge­laden, grün = geladen). Durch die
integrierte Steuerung kann kein Überladen stattfinden.
• Bei einem schlechten Empfang den
Standort wechseln (oft genügen
wenige Meter).
• Funkstörende Orte meiden (Hochspannungsleitungen, Generatoren usw.).
Die Funkgeräte sind äusserst einfach
zu bedienen. Ganz rechts neben der
­Antenne ist der Ein/Aus-Schalter mit der
Lautstärke-Regelung, dazwischen der
Kanal­wähler. Will man direkt ins Gerät
sprechen, muss die lange Taste an der
Seite gedrückt werden. Im Einsatz mit
Sprechgarnitur muss der Anwender die
Taste an der Unterseite drücken und halten. Es ist auch ein Modus einstellbar, der
direkt aufs Sprechen reagiert und das
Gerät selbstständig auf Senden geht. Mit
Motorsäge-Lärm in Hintergrund funktioniert das allerdings nicht.
Urs Wegmann
Einige Grundregeln im
Funkverkehr
–Eingestellten Kanal prüfen
–Vor dem Sprechen überlegen: Meldung muss sachlich, kurz, klar und
vollständig sein
–
Sendetasten drücken, schlucken,
sprechen
–Verbindungsaufbau: zuerst Rufnahme
der Gegenstation, dann eigenen Rufnamen
–Deutlich und mit normaler Lautstärke
sprechen
–Gegenstation mit «antworten» zum
Sprechen auffordern
–
Meldung mit «verstanden» bzw.
«wiederholen» bestätigen oder zur
Wiederholung auffordern
–Wer die korrekte Quittung empfangen hat, beendet das Gespräch mit
«richtig, Schluss» (es macht derjenige
Schluss, der das Gespräch begonnen
hat!)
–Müssen auf Anfrage hin Abklärungen
getroffen werden, wird das Gespräch
beendet, um den Kanal freizugeben.
Das Gespräch wird für die Übermittlung der Resultate wieder eröffnet.
Fotos: Urs Wegmann
plötzlich eine Stimme zu hören, wenn
man unter der Gehörmuschel von der
Umwelt eher abgekapselt ist», gesteht er.
Er sei aber froh darum, wenn er gerade
zu Beginn der Ausbildung auf Fehler aufmerksam gemacht würde und er diese
rechtzeitig korrigieren könne.
Das Gerät wird idealerweise unter der
Jacke getragen. So kann auch das Kabel
besser verstaut werden.
Der Koffer
Der WVS-Forstkoffer-446 enthält ein
5er-Set mit folgendem Inhalt:
–5 Stück TK-3201 ProTalk Funkgeräte
von Kenwood
–5 Stück Schnelladegeräte, 230 V, 2 h
Ladezeit
–
5 Stück Sprechgarnituren, Savox®
NoiseCOM
–5 Stück Nylon-Tragetaschen
–1 Anweisung Funkverkehr
Es handelt sich um gebührenfreie Funkgeräte mit einer Reichweite von bis zu
5 km. Diese bezieht sich allerdings auf
Sichtkontakt im freien Gelände. Hindernisse können die Reichweite beeinträchtigen. Die Geräte sind robust und spritzwassergeschützt.
Die Sprechgarnitur NoisCOM Forst kann
in jede gängige Gehörschutzkapsel eingesetzt werden. Sie enthält eine integ­
rierte Sendetaste und ein geräuschkompensierendes Lippen-Mikrofon.
Der Koffer ist auch dreiteilig erhältlich,
ebenso Einzelgeräte.
Weitere Informationen zu Lieferkondi­
tionen, Preisen usw. sind im Internet
erhätlich unter:
www.wvs.ch
Rubrik Shop, neue Produkte.
W A L D U N D H O L Z 11/0847
48
W A L D U N D H O L Z 11/08
ARBEITSSICHERHEIT
Schnittschutzhosen für die Waldarbeit
Was heisst hier «KWF-geprüft»?
Oft liest oder hört man «Die Hose
ist KWF-geprüft». Dieser Satz ist
missverständlich, weil er nicht
den tatsächlichen Sachverhalt
trifft. Vor allem in Baumärkten
oder im Internet trifft man auf
abenteuerliche Kennzeichnungen und Werbeaussagen. Der
Eine versteht unter «KWF-geprüft» die Schnittschutzprüfung,
der Andere wiederum meint die
Gebrauchswertprüfung (ehemals
FPA-Prüfung). Um hier etwas
Licht ins Dunkel zu bringen, wird
im Folgenden auf die Prüfungen
beim KWF eingegangen.
Offizielle Prüfungen von Schnittschutzbekleidungen unterliegen im europäischen Raum EU-Gesetzen und EU-Normen. Die Prüfungen dürfen nur von dafür
zugelassenen (akkreditierten und notifiJörg Hartfiel*
zierten) Prüfstellen durchgeführt werden.
Es gibt europaweit etwa zehn Prüfstellen,
die den Bereich Schnittschutz für Wald­
arbeiterkleidung bearbeiten. Keine davon
ist in der Schweiz.
Für die Prüfung von Schnittschutz­
bekleidung zum Schutz gegen Säge­
ketten ist in Deutschland die Deutsche
Prüfstelle für Land- und Forsttechnik
(DPLF) akkreditiert. Die DPLF ist ein Zu­
sammenschluss der drei Institutionen
Bundesverband der Landwirtschaftlichen
Berufsgenossenschaften (BLB), Deutsche
Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) und
Kuratorium für Waldarbeit und Forst­
technik (KWF). In diesem Verbund hat
das KWF für den Prüfbereich der Schnittschutzbekleidung die Funktion eines
Prüflabors inne. Das bedeutet, dass das
KWF die rein praktische Prüfung und die
Zusammenstellung aller erforderlichen
Nachweise übernimmt. Die eigentliche
Funktion des Zertifizierers liegt in diesem
Verbund beim BLB.
Die Voraussetzungen und Prüfverfahren, die vor der Kennzeichnung und vor
der Konformitätserklärung vom Herstel*Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik KWF,
DE-Gross-Umstadt
Die Wirkung des Schnittschutzes.
ler erfüllt sein müssen, sind unter anderem von der Kategorieeinteilung der
unter­schiedlichen PSA abhängig. Die PSA
wird gemäss EU-Richtlinie 89/686/EWG
in drei Kategorien eingeteilt:
In Kategorie 1 gehört PSA, bei der man
davon ausgeht, dass der Benutzer die
Wirksamkeit gegenüber geringfügigen
Risiken selbst beurteilen kann und
deren Wirkung, wenn sie allmählich
eintritt, vom Benutzer rechtzeitig und
ohne Gefahr wahrgenommen werden
kann (z. B. Handschuhe für die Gartenarbeit, Schutzhandschuhe gegen verdünnte Waschlösungen, Regenkleidung).
Der Kategorie 2 werden alle Ausrüstungen zugeordnet, die weder in Kate­
gorie 1 noch Kategorie 3 eingruppiert
sind (z. B. Arbeitsschutzhelme, Sicherheitsschuhe, Gehör- und Gesichtschützer, Warnkleidung). Nahezu alle PSA,
die im Forstbereich eingesetzt wird,
fällt unter diese Kategorie.
Die Kategorie 3 beinhaltet PSA, die
gegen tödliche Gefahren oder ernste
und irreversible Gesundheitsschäden
schützen muss und bei welcher der
Benutzer die unmittelbare Gefahr nicht
rechtzeitig erkennen kann.
Die Schnittschutzbekleidung im Forst
gehört in die Kategorie 2. Im Forstbereich
sind lediglich Atemschutzgeräte und
Schutzausrüstungen gegen Absturz der
Kategorie 3 zugeordnet.
Bei einer PSA der Kategorie 1 ist nur
eine Erklärung des Herstellers über die
Übereinstimmung mit der EU-Richtlinie
(Konformitätserklärung) und eine CEKennzeichnung nötig, um das Produkt
auf den europäischen Markt bringen zu
können.
Bei PSA der Kategorie 2 kommt die
Anforderung hinzu, dass der Hersteller
sein Produkt einer EG-Baumusterprüfung
bei einer zugelassenen Prüfstelle unterziehen muss. Erst wenn er diese positiv
abgeschlossen hat, kann er mit dem Produkt auf den Markt.
Die Kategorie 3 bedingt neben den
Anforderungen gemäss Kategorie 2 noch
die Einführung eines Qualitätssicherungsmanagements im Herstellungsbetrieb,
und das CE-Zeichen muss zusätzlich die
Nummer der zugelassenen Prüfstelle beinhalten.
Alle durch die DPLF oder eine andere
zugelassene europäische Prüfstelle ausgestellten EG-Baumusterbescheinigungen
für Schnittschutzhosen (Kategorie 2 PSA)
helfen dem jeweiligen Hersteller somit
ledig­lich, die Konformität seines Produktes mit der EU-Richtlinie 89/8686/EWG
zu bestätigen. Die Aussage «KWF-geprüft» auf einem Etikett eines Produktes
ist im Zusammenhang mit der BaumusW A L D U N D H O L Z 11/0849
ARBEITSSICHERHEIT
Korrekte Kennzeichnung einer Schnittschutzhose hinsichtlich
Schnittschutzklasse.
«EN 381-5» bestätigt,
dass eine Baumusterprüfung voliegt und
die Hose folglich verkauft werden darf.
terprüfung schlicht als falsch zu bezeichnen. Hier könnte allenfalls stehen «geprüft durch die DPLF», muss aber nicht.
Richtige Kennzeichnung
Wie muss denn eine Schnittschutzhose
korrekterweise gekennzeichnet sein?
Jedes Produkt (Latz-, Bundhose, Beinlinge
usw.) ist gemäss EN 381-5 (Abschn. 8) mit
folgenden Angaben zu kennzeichnen:
– Name, Handelsname oder andere Form
zur Identifikation des Herstellers;
–Typbezeichnung oder Artikelnummer
des Herstellers;
–Angabe der Form (z. B. Form A oder
auch Design A);
– Serien-, Chargennummer (oder Tagesdatum der Herstellung);
– Herstellungsdatum (Jahr und Monat);
– Kennzeichnung mit der Norm EN 381-5;
–Sägeschutz-Piktogramm; mindestens
30 mm × 30 mm (gem. ISO 7000–2416,
auf der Produktaussenseite);
–Grössenbezeichnung (gem. EN 340
Abschn. 6);
– Schnittschutzklasse (Klasse 1, 2 oder 3,
nicht zu verwechseln mit PSA-Kate­
gorie!);
–dem Satz «Bei Beschädigung des
Schutzmaterials muss das Kleidungsstück ausgesondert werden» oder
einem ähnlichen Hinweis;
–Wasch-, Reinigungs- und Pflegehinweise, die auch Warnungen vor falscher Behandlung beinhalten;
– CE-Kennzeichnung (ohne Nummer der
zugelassenen Prüfstelle);
– die Kennzeichnung ist in der offiziellen
Sprache des Bestimmungslandes zu
verfassen.
Zusätzlich muss jedem Produkt eine
Verwenderinformation beigefügt sein.
50
W A L D U N D H O L Z 11/08
Darin müssen unter anderem auch Dinge
wie zum Beispiel genaue Adresse des
Herstellers/Vertreibers, Gewichte, Aussonderungskriterien, Stoffzusammensetzungen und noch vieles mehr berücksichtigt werden.
Praktische Prüfung gemäss
EU-Norm
Für die Prüfung auf dem durch die
EN 381 vorgegebenen Prüfstand benötigt
das Prüflabor in aller Regel vier Prüf­
muster. Drei Muster werden durch fünfmaliges Waschen bei 60°C, gegebenenfalls auch durch chemische Reinigung,
vorbehandelt und damit für die Schnittprüfung konditioniert. Ein Muster verbleibt im A
­ rchiv des KWF. Bei jedem der
drei M
­ uster erfolgt eine Schnittprüfung
auf beiden Hosenbeinen unter 45° zum
Hosenbein. Dabei wird das jeweilige
Hosen­bein bei der Messung für die Schutzklasse 1 mit einer 20 m/s schnell laufenden Sägekette in Kontakt gebracht.
Voraussetzung für das Bestehen dieser
Prüfung ist ein Nichtdurchtrennen, das
heisst bei sechs Schnitten darf keines der
Hosenbeine vollständig durchtrennt sein.
Die Auflagekraft beim Schnitt beträgt
dabei 15 N und die Kette läuft im Schnitt
aus, das heisst der Antrieb ist unterbrochen. Höhere Schutzklassen wie Klasse 2
(24 m/s) und Klasse 3 (28 m/s) können
zwar geprüft und auch erreicht werden,
das haben einige wenige Klasse-2-Produkte gezeigt. Üblich, und durchaus ausreichend, ist derzeit die Mindestprüfung
mit einer Kettengeschwindigkeit von
20 m/s. Dickere Produkte mit höherer
Schutzklasse geben meistens zu warm.
Weiter sind die Überprüfung der
Schnittschutzabdeckung in ihren Massen
sowie die Ermittlung des Einlaufens des
Produktes obligatorisch. Hinzu kommt
eine Prüfung der Befestigung des Schnittschutzes in der Hose. Neben diesen rein
praktischen Prüfungen muss der Hersteller für den Erhalt einer EG-Baumuster­
bescheinigung die Unschädlichkeit seiner
für die Produktherstellung verwendeten Materialien nachweisen. Dem Zerti­
fizierer muss er unter anderem auch
beschreiben, welche Massnahmen er
­
zur Qualitätssicherung im Herstellungsbetrieb durchführt. Auch ein Nachweis
über die ergonomische Verträglichkeit
des Produktes beim Tragen muss geführt
werden.
Die Gebrauchswertprüfung
(früher FPA-Prüfung)
Etwas völlig anderes ist die Gebrauchswertprüfung. Die Gebrauchswertprüfung
des KWF (früher FPA-Prüfung) ist eine
freiwillige Prüfung, die jeder Hersteller
eines Anzuges, einer Schutzhose, eines
Sicherheitsschuhes, einer Kopfschutzkombination usw. beim KWF beantragen
kann. Sie dient der Ermittlung des Tragekomforts, der Haltbarkeit und Strapazierfähigkeit, der Qualität der Ausstattung
und der Beurteilung der vom Hersteller
empfohlenen Pflege. Es können nur Produkte zur KWF-Gebrauchswertprüfung
angemeldet werden, welche vorher die
EG-Baumusterprüfung bestanden haben.
Das betrifft Helme ebenso wie Sicherheitsschuhe oder Schnittschutzhosen.
Die Gebrauchswertprüfung erfolgt bei
elf Prüfaussenstellen des KWF (eine davon
ist in der Schweiz, Verantwort­
licher ist
Heinz Hartmann, Suva, Bereich Holz und
Dienstleistungen, 6002 Luzern) und die
Prüfdauer beträgt in der Regel ein Jahr,
mindestens aber 100 Tragetage.
Das Gütesiegel «Gebrauchswertzeichen» signalisiert dem Käufer, dass das
Produkt der oben genannten Prüfpro­
zedur unterzogen worden ist und dass
diese Prüfung positiv verlief.
Für die Schnittschutzhosen von An­
zügen mit Gebrauchswertanerkennung
wird seit 2007 eine spezielle, zusätzliche
Kontrolle der Schnittsicherheit durch­
geführt. Durch konkrete Vereinbarungen
mit den Herstellerfirmen wird auf diesem
Weg eine zusätzliche Qualitätssicherung
der Produkte mit KWF-Gütesiegel (d. h.
positiv abgeschlossener Gebrauchswertprüfung) erreicht, und künftig werden
Hosenprodukte nur noch einer Gebrauchswertprüfung unterzogen, wenn
der Anmelder mit dem KWF eine ent­
sprechende Vereinbarung getroffen hat.
ARBEITSSICHERHEIT
Das KWF hat einen
neuen, PC-gesteuerten
Prüfstand für die
Schnitt­schutzprüfung in
Betrieb genommen.
­Dieser steht nun auch
für offizielle Prüfungen,
Versuchsmessun­gen usw.
zur Verfügung. Er
erlaubt eine vollständige
Dokumentation und
Archivierung jeder einzelnen Prüfung und
­bietet damit weiter­
gehende Möglichkeiten
für Langzeitversuchs­
reihen usw. Alle Eingangsgrössen lassen
sich variieren, so dass
auch bei einer geänder­
ten Prüfnorm in jedem
Fall ein standardisierter
Prüfprozess gewähr­
leistet sein wird.
Inzwischen hat das KWF mit praktisch
allen namhaften Herstellern und Vertreibern von Schnittschutzprodukten solche
Vereinbarungen abgeschlossen. Für den
Verwender bedeutet das letztlich eine erhöhte Sicherheit beim Erwerb solcher
Produkte.
Holzmarkt
Die Gebrauchswertprüfung stellt für
die Firmen darüber hinaus eine Entwicklungsprüfung dar: Der Prüfanmelder bekommt im Verlaufe der Prüfung etwaige
Schwachpunkte seines Produktes mit­
geteilt und kann Verbesserungen vor­
nehmen.
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Das Gütesiegel des KWF vermittelt Sicherheit bezüglich der Qualität.
Baumusterprüfung und Gebrauchswertprüfung dienen grundsätzlich der
lnformation der Hersteller und der Verbraucher, der Verbesserung der ProdukteQualität und damit letztlich der Sicherheit
und dem Gesundheitsschutz der im Wald
arbeitenden Personen. Bei der Anschaffung sollte man daher auf das Gütesiegel
des KWF achten: Es gibt Sicherheit
­bezüglich der Qualität, die auf einer umfassenden Prüfung der Produkte in der
Praxis, aber auch auf einem Prüfstand
­basiert.
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Ausgabe ist am 24. November.
W A L D U N D H O L Z 11/0851
FORSCHUNG
Die Schwarzpappel profitiert von Flussrevitalisierungen
Genetische Tests im Auenwald
Die Schwarzpappel ist eine typische
Auen­
baumart und gilt in der Schweiz
wie in ihrem ganzen europäischen Verbreitungsgebiet als gefährdet. Hierfür gibt
es hauptsächlich zwei Gründe:
Daniela Csencsics und Rolf Holderegger*
1. Die Verringerung beziehungsweise
der Verlust von Lebensraum, insbesondere
von ge­
eigneten Verjüngungsstandorten,
hervorgerufen durch Fluss-Korrekturen,
Seeuferverbauungen und den SinkSchwall-Betrieb von Kraftwerken.
*Daniela Csencsics und Rolf Holderegger arbeiten
in der Forschungseinheit Ökologische Genetik und
Evolution an der Eidgenössischen Forschungs­
anstalt WSL in Birmensdorf.
52
W A L D U N D H O L Z 11/08
Schwarzpappeljungwuchs im Pfynwald
an der Rhone.
Fotos: D. Csencsics
Weite Teile der Bevölkerung
wünschen, dass naturnahe Flusslebensräume erhalten bleiben
oder wieder hergestellt werden.
Dieses Anliegen lässt sich gut mit
Massnahmen für einen sicheren
Hochwasserschutz verbinden. So
wurden in den letzten Jahren
verschiedene kanalisierte Flussabschnitte revitalisiert und damit
Lebensraum für typische Tierund Pflanzenarten der Flussauen
geschaffen. Diese Arten brauchen
jedoch oft eine gezielte Förderung, damit sie sich an einem Ort
wieder ansiedeln und erfolgreich
fortpflanzen können.
Schwarzpappeln mit
typischen Maserknollen .
2. Gefährdung durch den Anbau von
nordamerikanischen Pappel­
hybriden aus
forst­wirtschaftlichen Gründen. Da sich die
Schwarzpappel mit diesen Hybriden kreuzen kann, wird angenommen, dass die
Einführung von fremdem Erbgut die einheimische Schwarzpappel gefährdet.
In der Schweiz besteht heute ein ­starkes
Interesse an Schwarzpappeln, da es für
verschiedene grosse Flussrevitalisierungsprojekte (z. B. Aare, Thur, Rhone) artreines
Schwarzpappelvermehrungsgut zur Wiederbegründung typischer Auenwälder
braucht. An der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf wurde
deshalb in einem Projekt mit ­genetischen
Methoden untersucht, ob die Natur­
verjüngung artreiner Schwarzpappeln in
revitalisierten Flussabschnitten im Schweizer Mittelland gewährleistet ist. Aufgrund
der Ergebnisse werden konkrete Vorschläge für die Förderung der Schwarzpappelnaturverjüngung gegeben.
Charakterbaum der Auenwälder
Die Schwarzpappel ist neben Erlen und
Weiden der wichtigste Charakterbaum
der Weichholzaue. Man findet sie in den
Auenwäldern nahe bei den Flüssen sowie
an Seeufern. Sehr alte Schwarzpappeln
stehen manchmal in einiger Distanz zu
einem Fluss und weisen auf die frühere,
deutlich grössere Ausdehnung des Auenwaldes und den früheren Flusslauf hin.
Die Ausbreitung der Samen fällt mit
dem Abklingen der Juni-Hochwasser
­unserer Flüsse zusammen. Während dieser Zeit finden sich die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Keimung.
Durch die Ablagerung von nährstoff­
reichem Substrat und die Neugestaltung
von Lebensraum finden die Samen, die
nur kurze Zeit keimfähig sind, nach den
Hochwassern optimale Bedingungen. Die
Veränderung der natürlichen Flussdyna-
FORSCHUNG
mik durch Kraftwerke und Staustufen
führte jedoch dazu, dass an unseren Flüssen heute geeignete Orte für die Naturverjüngung der Schwarzpappel oft ganz
fehlen. Werden Flussabschnitte allerdings
revitalisiert, siedeln sich bald erste Pappelkeimlinge auf den neu geschaffenen
Kiesbänken an. Nach wenigen Jahren findet man auch Stellen mit Jungbäumchen.
Bislang war allerdings unbekannt, ob es
sich hierbei um artreine Schwarzpappelverjüngung handelte oder ob sich Hybridpappeln eingekreuzt hatten.
Da eine zuverlässige Artansprache
anhand von morphologischen Kriterien
­
bei Schwarzpappelkeimlingen und -jungwuchs nicht möglich ist, sammelten wir
an zwei revitalisierten und einem natür­
lichen Flussabschnitt Blattproben und
unter­
suchten diese anschliessend im
Labor genetisch auf Artreinheit. In jedem
Untersuchungsgebiet sammelten wir eine
Stichprobe von Keimlingen auf einer
Kiesbank, eine Stichprobe von Jungwuchs
(ca. 5- bis 10-jährig) sowie alle ausgewachsenen vermuteten Schwarzpappeln.
rektur, die 1978 nach einem verheerenden Hochwasser projektiert wurde, sollte
neben einem verläss­
lichen Hochwasserschutz auch neuen Lebens­raum für Flora
und Fauna bieten. Kernstück des Pro­
jektes bildet eine g
­rosse Aufweitung
unter­halb der Brücke von Alti­kon/TG. Auf
einer Länge von 1500 m wurde eine
Anzahl von Buhnenfeldern und Leit­
­
werken angelegt. Der Fluss erhielt viel
Freiheit, konnte sich bis auf eine Breite
von 150 m ausdehnen und schuf so eine
grosse Strukturvielfalt. Auf der rechten
­
Flussseite be­findet sich ein Auenwald von
nationaler Bedeutung. Hier gedeihen
einige reine Schwarzpappeln; auf den
­
neu geschaffenen Flächen siedelte sich
viel Pappel­
jungwuchs an. Auf einer
vorge­
lagerten Kiesbank wachsen viele
Pappelkeimlinge.
Ausserhalb des Gebietes wird intensiv
Landwirtschaft betrieben. In der Umgebung sind einzelne Pappelhybriden und
Hybrid­pappelkulturen zu finden.
rierung des Gebietes durch. Entlang ehemaliger Giessen wurde ein neuer Seitenarm ausgehoben, wodurch zwei grosse
Inseln entstanden. Uferverbauungen wur­
den entfernt und mehrere Uferanrisse
geschaffen. Im unteren Teilgebiet soll
eine flächige Terrainabsenkung Lebensraum für eine Weichholzaue bieten und
dynamische Veränderungen des Gerinnes
zulassen.
Die Schwarzpappel wird im Gebiet
Foort gezielt gefördert, Schulklassen halfen bei der Pflanzung zahlreicher junger
Schwarzpappeln. Ausserdem gedeihen
auf den Inseln 24 ausgewachsene reine
Schwarzpappeln, einige davon direkt am
Flussufer bei einer neu entstandenen
Kiesbank mit Pappelkeimlingen.
Ausserhalb des Waldes werden die Flächen landwirtschaftlich intensiv genutzt
(Gemüsebau). In der näheren Umgebung
sind einige Hybridpappeln zu finden, insbesondere entlang eines ehemaligen Altlaufs der Reuss.
Juwel im Reusstal
Natürlicher Pfynwald
Befreite Thur
Das Gebiet Foort befindet sich auf der
Innenseite einer grossen Reuss-Schleife
unterhalb von Bremgarten/AG. Vor einigen Jahren führte ProNatura Aargau eine
umfassende Umgestaltung und Renatu-
Das Gebiet Pfynwald an der Rhone im
Wallis diente uns als Referenzstrecke für
einen natürlichen Flusslauf. Auf einer
Länge von acht Kilometern fliesst die
Rhone zwischen Leuk und Siders frei
durch den Naturpark Pfyn/Finges. Neben
einem dynamischen Flussauengebiet mit
wertvollen Auenwäldern beherbergt der
Naturpark Pfyn/Finges ausgedehnte Föhrenwälder.
Entlang der Rhone kommen in den
Auen­wäldern sehr viele Schwarzpappeln
Das Schäffäuli, das erste unter­suchte
Gebiet, befindet sich an der Thur bei
Nieder­neunforn/TG. Die zweite Thur-Kor-
Foto: D. Csencsics
Foto: S. Brodbeck
Eine mächtige
Schwarzpappel
auf einer Wiese
ca. 100 m von der
Thur entfernt.
Durch die Flussrevitalisierung an der Reuss neu geschaffene
­Kiesbank, welche gute Bedingungen für Schwarzpappelkeimlinge
bietet.
W A L D U N D H O L Z 11/0853
FORSCHUNG
Fazit
Die Ergebnisse des Projektes «Nachweis artreiner Schwarzpappelnaturverjüngung» zeigen, dass die natürliche Verjüngung artreiner Schwarzpappeln dann
möglich ist, wenn geeignete Revitalisierungsflächen vorhanden sind und in der
Umgebung genügend artreine ausgewachsene Schwarzpappeln vorkommen.
Dies ist sogar dann der Fall, wenn in
der Nähe dieser Revitalisierungsflächen
Hybrid­pappeln stehen. Flussrevitalisierungen zur Förderung des Schwarzpappelauenwaldes sind also Erfolg versprechend.
Dank
Wir danken dem Bundesamt für Umwelt BAFU für die
finanzielle Unterstützung des Projektes. Die Benützung des Genetic Diversity Center der ETH Zürich
(CCES-GDC) sei ebenfalls verdankt. Schliesslich danken wir allen Mitarbeitenden der beteiligten Forst­
behörden sowie ProNatura Aargau und dem Naturpark Pfyn/Finges für vielfältige Unterstützung.
Junge Schwarzpappeln auf einer Kiesbank im Pfynwald an der Rhone.
vor, auch Jungwuchs und Keimlinge sind
auf den Kiesflächen sehr zahlreich.
Ausser­
halb des Pfynwaldes wird die
Landschaft intensiv durch Siedlungen,
­
Verkehrsinfrastruktur, Rebbau und Landwirtschaft genutzt. In der näheren Um­
gebung der Schwarzpappelvorkommen
befinden sich viele Hybridpappelkulturen.
Eindeutige Resultate
Die drei Untersuchungsgebiete unterscheiden sich deutlich in ihrem Anteil an
artreinen Schwarzpappeln (siehe Tabelle).
Im Schäffäuli an der Thur kommen in unmittelbarer Nähe zu den Orten mit Pappelverjüngung nur wenige ausgewachsene, reine Schwarzpappeln vor, jedoch
stehen dort viele Pappelhybriden. Der
Anteil reiner Schwarzpappelnaturverjüngung ist sowohl bei den Keimlingen als
auch beim Jungwuchs gering. Um die
Naturverjüngung der Schwarzpappel im
Schäffäuli an der Thur zu gewährleisten,
ist deshalb die gezielte Pflanzung und
Förderung artreiner Schwarzpappeln
nötig.
Im Foort an der Reuss stehen deutlich
mehr reine, ausgewachsene Schwarz­
pappeln als im Schäffäuli. Hybridpappeln
kommen in geringer Zahl vor. Der Anteil
artreiner Verjüngung liegt sowohl bei den
Keimlingen als auch beim Jungwuchs bei
über 90%. Deshalb sind im Foort zurzeit
keine Massnahmen zur Förderung der
Schwarzpappelnaturverjüngung nötig,
54
W A L D U N D H O L Z 11/08
jedoch sollte die weitere Entwicklung beobachtet werden.
Im Pfynwald an der Rhone wachsen
sehr viele adulte artreine Schwarzpappeln
und sämtliche untersuchten Keimlinge
oder Jungbäumchen waren artrein, obwohl in der Umgebung viele Hybrid­
pappeln vorkommen. Die Naturverjüngung der Schwarzpappel in diesem
Gebiet ist somit ohne weitere Massnahmen sichergestellt.
Schäffäuli an der Thur, Kt. Thurgau
Weiterführende Literatur
Csencsics, D., Angelone, S., Holderegger, R. (2005):
Blick ins Genetik-Labor: Schwarzpappel oder nicht?
Informationsblatt Forschungsbereich Wald 20:
4–6.
Holderegger, R., Angelone, S., Brodbeck, S., Csencsics, D., Gugerli, F., Hoebee, S.E., Finkeldey, R.
(2005): Application of genetic markers to the
discrimination of European Black Poplar (Populus
nigra) from American Black Poplar (P. deltoides) and
Hybrid Poplars (P. x canadensis) in Switzerland.
Trees 19: 742–747.
Rudow, A., Schwab, P. (2006): SEBAPOP: Inventar
Schwarzpappel Schweiz (ETHZ/BAFU). Dokumentation + CD zur Datenausgabe an die Kantone.
SEBA-Projekte, ETH Zürich.
Foort an der Reuss, Kt. Aargau
Pfynwald an der
Rhone, Kt. Wallis
Anz. Adultbäume   7 (57% artrein)  24 (100% artrein)
Jungwuchs  83 (57% artrein)  93 (94% artrein)
Keimlinge
189 (10% artrein)
139 (99 % artrein)
233 (100% artrein)
100 (100% artrein)
106 (100% artrein)
Folgerung
vollständige Naturverjüngung der
Schwarzpappel, kein
Einfluss durch Hybridpappeln feststellbar
geringer Anteil reiner sehr hoher Anteil
Schwarzpappeln im Jung- reiner Schwarzpappeln
wuchs und vor allem bei im Jungwuchs und
Keimlingen; viele Pappel- bei Keimlingen
hybriden an für die Schwarzpappel geeigneten Verjüngungsorten
Einschätzung
wenig artreine Verjüng-
ung in Revitalisierungs-
fläche
viel artreine Verjüng-
nur artreine Verjüngung in Revitalisierungs- ung an natürlichem
fläche Flusslauf
Empfohlene Pflanzung artreiner
Massnahmen
Schwarzpappeln nötig
keine Sofortmass-
keine Massnahmen nötig; nahmen nötig
Entwicklung beobachten
Untersuchte Anzahl Schwarzpappeln (bei den Adultbäumen handelt es sich um eine Vollaufnahme auf einer Teilfläche, bei Keimlingen und Jungwuchs um Stichproben) an Thur,
Reuss und Rhone sowie der jeweilige Anteil artreiner Schwarzpappeln. Für jedes Gebiet
werden zudem eine Einschätzung der Situation gegeben und konkrete Massnahmen
empfohlen.
W A L D U N D H O L Z 11/0855
AUS DEN REGIONEN
«Foire de Fribourg» 2008
Holz begeisterte
Die diesjährige Freiburger Messe war
ein voller Erfolg und vermochte zu
begeistern. Als grosser Publikums­
magnet entpuppte sich das Thema
rund um den Freiburger Wald.
«Der Freiburger Wald im Schaufenster»
traf den Geschmack des Publikums. Das
Thema rund um den Wald begeisterte die
Besucher und zeugt von der Verbundenheit der Freiburger Bevölkerung zum
Wald und der Natur. Ein spezieller Höhepunkt war der Empfangsbereich – ein imposantes Eingangstor aus Holz – der bei
Jung und Alt sehr gut ankam. Walter
Schwab, Vorsteher des Amtes für Wald,
Wild und Fischerei, bestätigt: «Das Interesse der Besucher war überwältigend. Es
wurde den Leuten bewusst, welch hoher
Stellenwert der Wald im Alltag für sie hat
und wie wichtig es ist, dem Wald Sorge
zu tragen.»
Während der Messe fand auch das
grosse Finale der Westschweizer Meisterschaften der Schreiner, Tischler und
Zimmer­
leute statt. Gewinner bei den
Zimmer­
leuten wurde Florian Bossard,
Kohler G. SA/VD. Bei den Schreinern und
Tischlern gewann Raphaël Habegger, RG
Agencement/JU.
Die nächste Freiburger Messe wird vom
2. bis 11. Oktober 2009 stattfinden.
www.foire-de-fribourg.ch
Schon das Eingangstor zur Freiburger Messe liess keine Zweifel offen: Hier geht es nicht
nur, aber auch ums Holz!
Friholz SA unter den Erwartungen
Die vor drei Jahren gegründete Friholz SA hat bisher offenbar die in sie gesteckten
Erwartungen noch nicht erfüllt. 2007 vermarktete sie statt der anvisierten 20 000 bis
30 000 m3 lediglich deren 15 800. Die Friholz SA ist 2005 unter der Leitung des Freiburger Amtes für Wald und Natur (Service cantonal des forêts et de la faune SFF) gegründet
worden. Ziel war es, etwa 10% des im Kanton produzierten Rundholzes zu vermarkten.
Dieses Ziel konnte bisher nicht erreicht werden. Dies dürfte einerseits auf die Zurück­
haltung der Waldeigentümer zurückzuführen sein; sie haben keine Probleme, ihr Holz
zu vermarkten – auch ohne Friholz. Vorbehalte haben aber auch die Säger. Laut einem
Bericht der «La Liberté» halten manche Friholz nur für einen unnötigen Zwischenhändler. Die Friholz SA will sich künftig vermehrt auch um die Vermarktung von Laubholz
und Energieholz kümmern.
Aargauischer Waldwirtschaftsverband AWV
Holz sollte nicht einfach verbrannt werden!
An der Mitgliederversammlung des
AWV vom 23. Oktober in Fislisbach
bezeichnete Präsident Rudolf Lüscher
lokale Wärmeverbünde mit Schnitzelheizungen und die Verwendung von
Biomasse zur Energieproduktion als
Chance für die Waldeigentümer. Die
Forschung sucht nach Wegen, aus
Holz nicht nur Wärme, sondern auch
Strom und/oder Treibstoff zu erzeugen.
Die Mitglieder des AWV bewirtschaften 80% der Wälder im Kanton Aargau.
Der Aufwärtstrend in der Forstwirtschaft
hat im vergangenen Verbandsjahr angehalten. Das Holz geht in der Regel dorthin, wo die höchsten Erlöse erzielt werden. Es konnte erfreulich festgestellt
56
W A L D U N D H O L Z 11/08
werden, dass durch die gesteigerten Einschnittkapazitäten in der Schweiz beim
Nadelholz weniger Rundholz zur Ver­
arbeitung exportiert wurde. Dies sichert
Arbeitsplätze und die Wertschöpfung
bleibt in der Schweiz. Auch wenn ein
weiteres Gross-Sägewerk in Müntsche­
mier abgelehnt wurde, sieht sich der AWV
in seinen Anstrengungen zur Förderung
des Absatzes bestätigt. In diesem Sinne
wird das neue Projekt in Luterbach be­
grüsst.
Der AWV hat seine traditionelle Holzvermarktung in die neu gegründete
Waldholz Aargau GmbH überführt. Ziel
ist eine erweiterte gemeinsame Vermarktung von Aargauer Holz. Dies kann
auch mit Partnerschaften erreicht werden.
«Holz ist zu schade, um nur verbrannt
zu werden!», hielt Dr. Samuel Stucki vom
Paul Scherrer Institut in seinem Referat
zum Thema «Technologieentwicklung im
Bereich Holzenergie» fest. Langfristig
steigt der Bedarf an Energie und Brennstoffen. Dies ist eine Chance für die Holzenergie. Neue technische Entwicklungen
erlauben, mit hohem Wirkungsgrad
Strom und/oder Treibstoffe zu produzieren. Die Basis dazu bildet die Holzver­
gasung. Bei der Holzvergasung wird das
Holz unter Luftabschluss bei hohen Temperaturen zersetzt. Es entsteht ein Gas­
gemisch, welches in einem zweiten Schritt
in ein synthetisches, CO2-neutrales Erdgas umgewandelt werden kann. Die dazu
notwendigen Verfahren wurden am Paul
Scherrer Institut in Villigen entwickelt und
stehen kurz vor dem Praxistest. Im österreichischen Güssing wurde eine erste
Demonstrations­anlage gebaut.
Quelle: AWV
AUS DEN REGIONEN
Kanton Freiburg
Wie hoch ist das nachhaltige Holznutzungspotenzial?
Um diese Frage zu beantworten und
ersten, auf nationaler Ebene durch­
geführten Studien zu folgen, hat das
Amt für Wald, Wild und Fischerei eine
Studie zur Bestimmung der zukünftigen kantonalen Politik für die Ressource Holz gestartet. Die Resultate
wurden Anfang Oktober während
einer Konferenz am Forum Freiburg –
wo der Freiburger Wald als Ehrengast
dabei war – präsentiert. Nachfolgend
eine Zusammenfassung.
Genutzte Holzmenge (m3)
Aber zuerst: Was versteht man unter
dem Begriff «nachhaltiges Holznutzungspotenzial»? Es handelt sich um
das Holzvolumen, das auf nachhaltige
Weise durch Praktizierung einer multifunktionellen Waldbewirtschaftung –
welche die gesellschaftlichen An­
sprüche berück­
sichtigt – und eines
naturnahen Waldbaus genutzt werden
kann.
Da weder alle den ganzen Kanton bedeckenden GIS-Daten noch die Ergebnisse des letzten Landesforstinventars
ver­fügbar waren, musste eine Methode
ent­
­
wickelt werden, welche die vorhan­
denen Daten und Erfahrungen am besten
berücksichtigte. Mit dem Ziel, sich prag­
matisch einem möglichst realistischen Resultat anzunähern, wurde das nach­haltige
Holznutzungspotenzial ausgehend von
vier Hauptansätzen bestimmt:
– Zusammenstellung des genutzten Holz­
volumens der letzten 20 Jahre im Kanton Freiburg (Quelle: Forststa­tistik);
–Ergebnisse des Landesforstinventars
(Entwicklung zwischen LFI1 1985 und
LFI 2 1995);
– Umrechnung der Ergebnisse der auf
nationaler Ebene durchgeführten
­Studie (BAFU/Geo Partner AG, 2008,
basierend auf LFI 3) auf den Kanton
Freiburg (Probeflächen Mittelland und
Voralpen);
Öffentlicher Wald
Privatwald
Total
Maximal nach­
haltiges Potential
Genutzte Holzmenge der letzten 20 Jahre (1988 – 2007): total / öffentlicher Wald / Privatwald.
Holznutzung 2007
(m3/Jahr)
Total
276 000
Holznutzungspotenzial
bis 2018 (m3/Jahr)
Erhöhung der Nutzung
bis 2018 (m3/Jahr)
325 000
+ 50 000
Öffentlicher Wald 184 000
Privatwald  92 000
185 000      0
140 000
+ 50 000
Nadelholz
217 000
Laubholz  59 000
225 000
100 000
Erhöhung des Holznutzungspotenzials bis 2018.
+ 10 000
+ 40 000
– Umfrage in den Forstkreisen/Revieren.
Diese hatte zum Ziel, die Erfahrungen
aus der Praxis zu berücksichtigen.
Ein Überblick
Eine Analyse der Daten der Forststa­
tistik gibt der in unten stehender Grafik
gezeigte Überblick. Die Nutzung betrug
in den letzten 20 Jahren im Kanton Freiburg durchschnittlich 276 500 m3/Jahr.
Zieht man vom Mittelwert die Auswirkungen von «Lothar» ab (Jahre 2000 und
2001), erhält man eine Holznutzung von
ungefähr 236 500 m3/Jahr.
Vor «Lothar» hat eine Unternutzung
stattgefunden, dies besonders im Privatwald. Auch das Laubholz wurde vor
­«Lothar» unternutzt, seit 2004 ist aber
eine leichte Steigerung seiner Nutzung
festzustellen.
Das biologische Potenzial (oder potenziell vermarktbarer Holzzuwachs) liegt bei
etwa 500 000 m3/Jahr. Das maximal nachhaltige Nutzungspotenzial (unter Berücksichtigung des momentanen Vorrats) beträgt ungefähr 375 000 m3/Jahr.
Das realistische Nutzungspotenzial für
die nächsten zehn Jahre (2008–2018)
liegt zwischen 275 000 und 325 000 m3/
Jahr, je nach Szenario (Holzmarkt, staat­
liche Finanzbeiträge usw.). Es ist also
möglich, die Holznutzung in den Freiburger Wäldern unter Berücksichtigung der
Nachhaltigkeit beachtlich zu steigern.
Das Amt für Wald, Wild und Fischerei
schlägt bis 2018 eine Holznutzungsmenge von 325 000 m3/Jahr vor, da­
von 185 000 m3 im öffentlichen und
140 000 m3 im Privatwald beziehungsweise 225 000 m3 als Nadelholz und
100 000 m3 als Laubholz. Dies erlaubt
eine Steigerung um 50 000 m3/Jahr, dies
vor allem im Privatwald und in den Laubwäldern; siehe T­ abelle.
Limitierende Faktoren
Unter den momentan herrschenden
Bedingungen kann das oben genannte
Nutzungsziel nicht erreicht werden, weil
folgende Faktoren einschränkend wirken:
– Holzmarkt (zu tiefe Holzpreise und zu
wenig Absatzkanäle für das Laubholz);
– Struktur des Privatwaldes (41% der
Waldfläche des Kantons sind Privatwald);
W A L D U N D H O L Z 11/0857
AUS DEN REGIONEN
– schwierige Nutzungsbedingungen (ein
beachtlicher Teil des Holzes befindet
sich in den Voralpen, wo die Holz­
erntekosten sehr hoch sind).
Lösungsansätze
Im Rahmen der Umfrage in Forst­
kreisen und Forstrevieren sind mehrere
Lösungsansätze vorgeschlagen worden.
Die wichtigsten Massnahmen zur Steigerung der Holznutzung im Privatwald
sind:
• Eine Erhöhung des Holzpreises: Dieses
Element kann nicht direkt beeinflusst
werden, da es dem Gesetz des Marktes
unterliegt.
• Strukturelle und organisatorische Verbesserungen: Waldzusammenlegun­
gen, freiwillige Zusammenschlüsse,
Verbände für Privatwaldeigentümer,
Integration der Privatwälder in Revierkörperschaften. Diese Verbesserungen
erlauben eine rationellere Holzernte.
• Beratung, Information: Betreuung der
Privatwaldbesitzer mittels Beratung
und Information, um das Vertrauensverhältnis zwischen Förstern und Privatwaldbesitzern zu verstärken.
• Finanzielle Beiträge: Gezielte Beiträge
für gewisse defizitäre Massnahmen
(Schlagräumung, Jungwaldpflege, Seil­
bahnrückung, Erschliessung usw.) wür­
den die Eigentümer vermehrt motivieren.
Laubholz: Die Massnahmen sind:
• Förderung von Energieholz: Unterstützung von Initiativen zur Förderung von
Zentralheizungen (Schnitzel, Pellets).
Parallel dazu sollte der Preis pro kWh
erhöht werden.
• Verbesserung des Absatzes: Betrachtet
man den unerheblichen und zunehmenden Anteil von Laubholzbeständen im Mittelland – eine Tendenz, die
sich mit der Klimaerwärmung fort­
setzen wird – drängt es sich auf, entsprechende Absatzkanäle zu finden
und die Wertschöpfung von Laubholz
zu erhöhen.
Der Bericht zur Studie (elektronisch als
pdf-File) kann beim Amt für Wald, Wild
und Fischerei bestellt werden.
Alain Lambert, Forstingenieur ETHZ
Amt für Wald, Wild und Fischerei des
Kantons Freiburg, Postfach 155
1762 Givisiez, E-mail: lamberta@fr.ch
Patrick Rossier, Forstingenieur ETHZ
Büro Nouvelle Forêt sàrl
Fonderie 8C, 1700 Freiburg
rossier@nouvelleforet.ch
Herbstausstellung Solothurn 2008
Richtig feuern mit Holz
Das HESO-Publikum konnte sich an
verschiedenen Stationen die Auswirkungen, zum Beispiel des verbotenen
Verbrennens von Abfällen in Cheminées,
die Auswirkung von feuchtem Holz usw.
auf die Emissionen eines Holzfeuers,
anschau­
lich zeigen lassen. Auf Bild­
schirmsta­tionen wurden Animationen zu
Themen wie «Holz, ein erneuerbarer,
CO2-neutraler und nachwachsender Energieträger aus der Region» und «Richtig
anfeuern» gezeigt. Besonderes Gewicht
wurde dabei auf Methoden gelegt, welche helfen die Feinstaub- und andere
Emissionen in der kritischen Anfeuerphase gering zu halten. Auch modernste
Elektrofilter-Technik für kleine Holzfeuerungen zum Abscheiden von Feinstaub­
partikeln war zu sehen. Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Amtes für Umwelt
58
W A L D U N D H O L Z 11/08
Foto: E. Belser
An einem attraktiven, grosszügi­
gen Gemeinschaftsstand zeigten
das Amt für Umwelt, Abteilung
Luft, des Kantons Solothurn, der
Solothurnische Kaminfegerverband und der Verband Solothurnisch Kantonaler Feuerungskontrolleure und -kontrolleurinnen
vom 19. bis 28. September 2008
an der Herbstausstellung Solothurn HESO, wie mit Holz ­richtig
und umweltschonend gefeuert
wird.
«Richtig feuern mit Holz» war das Thema des Gemeinschaftsstands des Amts für Umwelt,
Abteilung Luft, des Kantons Solothurn, des Solothurnischen Kaminfegerverbandes und
des Verbandes Solothurnisch Kantonaler Feuerungskontrolleure und -kontrolleurinnen an
der Herbstausstellung Solothurn HESO vom 19. bis 28. September 2008.
sowie Feuerungs­kontrolleure und Kaminfeger in der tra­ditionellen schwarzen Berufskleidung mit Zylinderhut halfen bei
auftretenden ­Fragen weiter. Der Gemeinschaftsstand «Richtig feuern» war auch
vom 9. bis 19. Oktober 2008 an der
66. Schweizer Messe für Landwirtschaft
und Ernährung OLMA in St. Gallen zu
sehen.
Eduard J. Belser
AUS DEN REGIONEN
Das Beispiel Beggingen
Komplettes Informatik-Outsourcing in der Forstwirtschaft
Zusammen mit dem Nachbardorf
Merishausen wickelt die Gemeinde
Beggingen seit einigen Jahren das
gesamte Rundholz-Management mittels einer auf die Branche zuge­
schnittenen Softwarelösung ab. Um
Synergien zu nutzen, hat sich die Forstverwaltung der Gemeinde Schleitheim 2008 dieser Kooperation angeschlossen.
Die Waldfläche, die es zu bewirtschaften gilt, ist um rund einen Drittel auf
1700 ha angewachsen. Beggingen hat
deshalb den forstwirtschaftlichen Betrieb
personell aufgestockt. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Bewirtschaftungungsprozesse und des neuen Per­
sonalbestandes zeichnete sich ab, dass
die bestehende Einzelplatzlösung an ihre
Grenzen stiess. Auch die Sicherung der
Daten, welche bisher vernachlässigt wurde,
spielte eine zunehmend wichtigere Rolle.
Ein Systemabsturz, verbunden mit
einem unwiederbringlichen Verlust der
Unternehmensdaten, hätte fatale Folgen:
Jahrelang gesammelte Informationen
wären auf einen Schlag weg, die laufen­
den Geschäftsaktivitäten wären erheblichen Einschränkungen unterworfen,
was für alle drei Gemeinden negative
finan­zielle Auswirkungen hätte. Beggingen musste handeln.
Kalkulierbare Kosten
Die Gemeinde Beggingen entschied
sich nach einer siebenmonatigen Evaluation für den Einsatz einer neuen ForstManagement-Lösung, mit welcher sich
der gesamte Holzverarbeitungsprozess
abbilden lässt – von der Holzerfassung
über die Vermarktung, automatische Abrechnung, Zeiterfassung und Kontrolle
bis hin zur Belegserfassung und Kostenrechnung. Die Lösung ist modular aufgebaut, so dass einzelne Komponenten
nach dem Prinzip des Softwaresharings
nach Bedarf genutzt werden können.
Hinzu kam, dass sich die Lösung an das
MS-Office-System anbinden lässt und die
Speicherung und den Austausch von
Daten in den gängigsten Formaten erlaubt.
Den gesamten Unterhalt der Lösung
inklusive Wartung und Datensicherung
legte die Gemeinde Beggingen in die
Hände eines Outsourcers. Dieser sorgt für
einen reibungslosen Betrieb der gesam-
Das Forstteam der Gemeinde Beggingen/SH.
ten technischen Infrastruktur inklusive
Wartung und Datensicherung. Durch ein
automatisches Patch- und Update-Management wird garantiert, dass sich die
Software immer auf dem aktuellsten
Stand befindet. Ausser den Eingabegeräten wie die PCs und Drucker im Forstbüro
und den PDAs für die Datenerfassung im
Wald, benötigt die Forstverwaltung keine
weitere Hardware. Besonders für kleine
und mittlere Unternehmen bietet diese
Lösung Kostenvorteile. Sämtliche Programme werden gemietet, Investi­
tions­
kosten entfallen. Auch die technischen
Basisdienstleistungen für den Betrieb
werden direkt auf der Grundlage der
­Anzahl Nutzer berechnet. Das Outsourcing-Modell ermöglicht einen pro­fes­sio­
nellen Betrieb mit transparenten Kosten,
die exakt kalkulierbar sind. Gleichzeitig
stehen der Gemeinde Beggingen per­
­
sönliche Ansprechpartner für sämtliche
ICT-Belange rund um die Uhr zur Ver­
fügung.
Schnell messbare Resultate
Die gesamte Umstellungsphase dauerte
rund zwei Monate. Nach einer eintägigen
Schulung für alle Anwender wurde der
Betrieb aufgenommen. Die Installation
und der Software-Support wurde von
einem externen Spezialisten übernommen, der über ausgewiesenes Forst-­
Management-Know-how verfügt.
Mit der Wahl einer Komplett-Outsourcing-Lösung zufrieden zeigt sich Roger
Schudel, Forstreferent der Gemeinde
­Beggingen: «Wir haben bewusst die gesamte IT in die Hände von Profis gelegt,
damit wir uns auf unsere Kernkom­
petenzen fokussieren können. Die jährlichen Kosten stellen kein Fass ohne
Boden dar, sondern sind transparent und
kalkulierbar und das Preis-/LeistungsVerhältnis stimmt. Andere Lösungen hätten uns schnell Fr. 10 000.– und mehr ge­
kostet.»
Die Lösung hilft Zeit und Kosten zu
sparen, führt zu einer höheren Daten­
qualität und damit zu einer Verbesserung
der Grundlagen für betriebsrelevante Entscheide. Sie ist frei skalierbar und kann
bei einer weiteren Entwicklung der Forstwirtschafts-Kooperation mitwachsen.
Grundlage für diese «Lösung aus einer
Hand» bildet die enge Partnerschaft
zwischen Softwarehersteller, Software­
­
spe­zialist/Supporter und Outscourcer beziehungsweise ICT-Generalunternehmen.
Der Kunde verfügt über einen einzigen
Supportkanal mit persönlichen Ansprechpartnern und profitiert dadurch vom
­Wissen und der Erfahrung aller Beteilig­
ten.
Peter Meyer und Simon Rickenbacher
www.mit-group.ch
W A L D U N D H O L Z 11/0859
60
W A L D U N D H O L Z 11/08
AUSLESE
I MP R E S S U M
FIRMENNACHRICHTEN
89. Jahrgang
ISSN 1423-2456
WALD und HOLZ trägt
das Gütesiegel der Fachund Spezialpresse. Diese
Auszeichnung vergibt
der Verband SCHWEIZER PRESSE.
Ausgezeichnet mit dem Q-Award 2004
des Verbands Schweizer Presse in der
Kategorie Qualität.
WFW wird CBI-Händler
für die Schweiz
Die technische Neuheit, eine
Alter­native zu herkömmlichen
Befestigungsplatten, stabilisiert
und schützt den Naturunter­
boden. Dies ist insbesondere
bei Arbeiten im Gelände, bei
Rettungseinsätzen oder bei
Veranstaltungen im Grünen
wichtig. Neben dem Einsatz
im Garten- und Landschaftsbau
ist Scobamat unter anderem
für die Verwendung bei
Rettungs­einsätzen, im Hochund Tiefbau sowie bei Feuerwehren und in der Armee geeignet.
CBI – Continental Biomass Industries Inc. – und WFW unterzeichneten an den Wolfegger
Forsttagen den Händlervertrag
für die Länder Deutschland,
Öster­reich, Schweiz, Tschechien,
Slowakei und Slowenien.
Die Firma CBI wurde 1988 von
Anders Ragnarsson gegründet.
Dieses Jahr wurde das 20-jährige Jubiläum gefeiert. Im
Werk,120 km nördlich von
­Boston USA, werden die mobilen und stationären An­lagen
für die Zerkleinerung von
­Biomasse, Altholz und Müll
­hergestellt. Mit einer eigenen
Niederlassung in Holland, die
vor vier Jahren gegründet
wurde, wird auch in Europa die
schnelle Ersatz- und Verschleissteil-Lieferung sowie der Service
gewährleistet.
www.scobalit.ch
www.wfw-forstmaschinen.de
Die Matten sind
extrem belastbar, haben aber
ein geringes
Eigengewicht.
Mit Glasfasern den Boden schonen
Die 2 × 4 m grossen, weltweit
einzigartigen Noppen­platten
halten dank einer spannungs­
optimierten Struktur hohen
­Belastungen stand und verhindern so teure Landschäden.
Die leichte, nur 3,5 mm dicke
Scobamat eignet sich für Einsätze mit schwerem Gerät auf
unwegsamen Feldern und
­Wiesen, im Wald oder sogar
in Mooren. Das Eigengewicht
beträgt lediglich 6 kg/m2, ist
aber bis zu 250 t, mit Stütz­
platten bis 500 t, belastbar.
Die modular einsetzbaren Pisten
sind einfach, schnell und zeitsparend auf- und abgebaut.
Karl Reding aus Näfels setzt auf Komatsu
Die Kuhn Schweiz AG durfte
der Firma Karl Reding im glarnerischen Näfels einen Komatsu
Mobilbagger Typ PW 200-7
­zusammen mit einem Prozessor
Woody 60 abliefern. Das Gerät
hat ein Einsatzgewicht von 23 t
und ist unter anderem mit
Schild und Tatzen, Kabinen­
schutz, Zusatzbeleuchtung,
­biologischem Hydrauliköl und
Dieselpartikelfilter, Klima­anlage
und Komtrax Satelliten-Über­
wachungssystem ausgerüstet.
Die Maschine verfügt über
einen Komatsu Ecot3-Motor
mit 125 kW, welcher nicht nur
den neusten Abgasnormen
­entspricht, sondern durch einen
tiefen Lärmpegel und hohe
Kraftstoffeffizienz überzeugt.
Karl und Rosa Reding-Gilg sind
seit mehr als 30 Jahren selbstständig im Bereich Holzerei und
Holzhandel tätig. Die Firma
wurde 1969 gegründet und
startete mit vier Mitarbeitern,
einer Seilkrananlage und einem
Traktor älteren Jahrgangs.
www.kuhn-gruppe.ch
www.reding-holzhandel.ch
Sintagro AG an
neuem Standort
Die Sintagro AG bezieht in Langenthal ein neues, topmodernes
Lager und neue Büroräumlichkeiten. Der bisherige Standort
in Härkingen hätte den heutigen Anforderungen an ein
Gefahren­gutlager nicht mehr
entsprochen.
Heute liefert die Firma ihre
­Produkte in alle Regionen der
Schweiz sowie nach Europa,
Amerika und Asien. Das Sortiment umfasst Pflanzenschutzmittel und Insektizide für die
Landwirtschaft, Spezialitäten
für die Bereiche Haus und
­Garten, für die Forstwirtschaft,
Gemeinden und die Lebens­
mittelindustrie.
www.sintagro.ch
WALD und HOLZ –
Zeitschrift für Wald, Waldwirtschaft,
Holzmarkt und Holzverwendung.
Erscheint 12-mal im Jahr
Auflage: 7231 Exemplare
(WEMF-beglaubigt 2008)
Herausgeber
Waldwirtschaft Schweiz
Max Binder, Präsident
Urs Amstutz, Direktor
Verlag und Redaktion
WALD und HOLZ
Rosenweg 14
4501 Solothurn
Telefon 032 625 88 00
Telefax 032 625 88 99
info@wvs.ch
www.wvs.ch
Roland Furrer (rf),
Bereichsleiter PR
Walter Tschannen (wt),
Redaktionsleiter
Urs Wegmann (uw)
Annemarie Tuma (at)
Eduard J. Belser (EJB),
freier Mitarbeiter Holzmarkt
François Fahrni, Seiten des VSF
Abdruck oder anderweitige Verbreitung
des Inhaltes (z. B. über Internet) nach
Genehmigung durch die Redaktion
unter Quellenangabe gestattet. Beleg­
exemplare erwünscht. Für unverlangt
eingegangene Beiträge wird jede
­Haftung abgelehnt.
Anzeigenmarketing
Publicitas Publimag AG,
WALD und HOLZ,
Seilerstrasse 8, 3001 Bern,
Telefon +41 31 387 22 11,
Fax +41 31 387 21 00,
service.be@publimag.ch
Abonnements-Preise
Jahresabonnement :
(12 Ausgaben): Fr. 89.–
Ausland: Fr. 121.–
Lehrlinge, Studenten
und AHV-Rentner: Fr. 64.–
(nur gegen gültige Bescheinigung)
Einzelnummer: Fr. 9.–
Druck: W. Gassmann AG, Biel
W A L D U N D H O L Z 11/0861
AUSLESE
VERANSTALTUNGEN
Konferenz der forstlichen Bildungszentren
Erste Messe für
Naturgefahren
Vom 19. bis 21. November findet in Lyss die zweite Interna­
tionale Konferenz forstlicher
­Bildungs­zentren statt. Im Vordergrund stehen der Informationsund Erfahrungsaustausch über
neue Instrumente und Methoden sowie das Diskutieren und
Sammeln von neuen Ideen. Es
werden aber auch konkrete, länderübergreifende Partnerschaften und Projekte vorgestellt.
In mehreren Ländern zeichnet
sich nämlich ein Mangel an
qualifiziertem Fachpersonal bei
den Forstberufen ab. Wie können wir vermehrt junge Leute
für die schönen und interessanten Waldberufe begeistern?
Wie können wir für unsere Bildungsgänge die besten Kandidaten gewinnen?
Vom 13. bis 15. November
­findet auf dem St. Galler Messegelände die erste Geoprotecta,
Fachmesse für integrales Risikomanagement von Naturgefahren und Klimafolgen, statt. Als
Fachmesse zeigt die Geoprotecta Dienstleistungen und
­Produkte aus den Bereichen
­Prävention, Vorsorge, Einsatz,
Instandstellung und Wiederaufbau sowie weitere Angebote für
ein gesamtheitliches Risiko­
management von Naturgefahren und Klimafolgen. Sie will
Fachleuten, Fachverbänden und
Interessen­gemeinschaften als
Treffpunkt und Kontaktforum
dienen und den interdiszipli­
nären Erfahrungsaustausch fördern. Die Geoprotecta ist eine
Veranstaltung der Olma Messen
St. Gallen.
19.–21. November, Lyss
www.eduforest.eu
www.bzwlyss.ch
13.–15. November, St. Gallen
www.geoprotecta.ch
NEUERSCHEINUNGEN
Wald und Wasser gehören zusammen
Wasser ist der Rohstoff, der die
Menschheit wie kein anderer
in Zukunft beschäftigen wird.
Die Verfügbarkeit als auch die
Qualität von Wasser sind ein
weltweit zunehmendes Problem. Wald spielt für die Sicherung der nassen Ressource eine
ganz besondere Rolle. Wie
Wald und Wasser zusammenwirken beleuchtet die Bayerische Landesanstalt für Wald
und Forstwirtschaft (LWF) in der
neu erschienenen Ausgabe
Nr. 66 der Reihe «LWF aktuell».
Waldwirtschaft ist die sauberste
Form der Landnutzung. Diese
Funktion ist aber durch Schadstoffeinträge gefährdet. So
­filtern Wälder Stickstoff aus
­Industrie, Verkehr oder Landwirtschaft aus der Luft aus und
leiten ihn in die Waldböden.
Übersteigt die Belastung das
Aufnahmevermögen der Bäume
mit den Wurzeln, sickert das
nitrat­belastete Wasser durch
den Waldboden in die Grundwasserleiter. «LWF aktuell»
62
­ eschreibt, wie Messnetze der
b
Forstver­waltung und der
Wasser­wirtschaftsverwaltung in
enger K
­ ooperation das Wasser
und seine Qualität beobachten
und erforschen.
LWF aktuell Nr. 66
«Wald und Wasser»
EUR 5.–
redaktion@lwf.uni-muenchen.de
W A L D U N D H O L Z 11/08
AGENDA
6. November, Schaffhausen
Waldbesitzerverband
Schaffhausen
Delegiertenversammlung
6. November, Weinfelden
Waldwirtschaft Verband
Thurgau
Delegiertenversammlung
www.wvtg.ch
6. November, Birmensdorf
Ballungsräume
für Mensch und Natur
WSL-Forum für Wissen
www.wsl.ch/forum
6. November, A-Purkersdorf
Biomasse und Biodiversität
Fachtagung
www.bundesforste.at
6.–9. November, Bern
Hausbau und Energie-Messe
www.hausbaumesse.ch
6.–9. November, Luzern
NUFA
Nutzfahrzeug-Messe
www.nufa-schweiz.ch
7. November, Bern
Pelletforum 2008
Thema Markt und Qualität
www.holzenergie.ch
7. November, Winterthur
Waldwirtschaftsverband
Kanton Zürich
Delegiertenversammlung
www.zueriwald.ch
7. November, Langnau
Biomasse-Gipfel
Holzenergietag Emmental
www.holzenergie-emmental.ch
13. November, Savigny
La Forestière
Assemblée Générale
www.laforestiere.ch
13.–15. November, St. Gallen
Geoprotecta
1. Schweizer Fachmesse für
Risikomanagement von Naturgefahren und Klimafolgen
www.geoprotecta.ch
14. November, Flums
Waldwirtschaft St. Gallen
und Liechtenstein
Generalversammlung
www.waldsg.ch
14. November, Engi
Glarner Verband für
Waldwirtschaft
Generalversammlung
17. November, ETH Zürich
Aktuelle Arbeiten zur
Holzforschung
Montagskolloquium
www.fe.ethz.ch/news/events
19.–21. November, Lyss
Forstliche
Ausbildungszentren
Internationaler Fachkongress
www.eduforst.org
www.bzwlyss.ch
19.–21. November,
D-Bad Staffelstein
Bioenergie
Seminar und Symposium
www.otti.de
21. November, Olten
Waldfachleute von morgen
Jubiläum des Fachvereins Wald
www.sia-wald.ch
28. November, D-Freising
Weihenstephaner Forsttag
Konzentration in der
Forstwirtschaft
www.fh-weihenstephan.de
29. November, Bettingen
Waldwirtschaft beider Basel
Generalversammlung
www.partnerimwald.ch
1. Dezember, ETH Zürich
Bioenergie
Montagskolloquium
www.fe.ethz.ch/news/events
21. Januar, Bern
Holzmarktkommission
27. Januar 2009, Zürich
Energieholz
Strategien für die Nutzung
www.forumenergie.ch
19.–22. Februar 2009, Basel
Natur 2009
Messe für Natur und
Landschaft
www.natur.ch
17.–22. März 2009, Bern
Baumaschinen-Messe
www.baumaschinenmesse.ch
1.–3. April 2009, Birmensdorf
Landschaft und Gesundheit
Intern. Konferenz
www.wsl.ch/landscapeandhealth
18.–22. Mai 2009,
D-Hannover
Ligna
Messe für Holz und Forst­
wirtschaft
www.ligna.de
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