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Editorial Jugendpolitik Interview Es liegt was in der Luft Reportage

EinbettenHerunterladen
02
INHALT
01
Editorial
03
FOKUS:
GLOBAL VERANTWORTLICH LEBEN
03
Jugend und Nachhaltigkeit
JUGEND UND NACHHALTIGKEIT –
EINE MISSION POSSIBLE?
Umweltbewusstsein und
Lebenswelten von Jugendlichen
von Edgar Göll
12
Jugendpolitik
in der Schieflage: Bürokratisierung der
VON DER ÖKO-AG ZUR
NACHHALTIGEN UMWELTBILDUNG
Jugendarbeit, Erfolg für Volksbegehren gegen
Globale Verantwortlichkeit und
Studiengebühren, BDKJ kritisiert Kürzung
Nachhaltigkeit in der Jugendarbeit
des Entwicklungsetats
von Jan von und zu Egloffstein und
Jugendpolitischer Jahresauftakt, Ehrenamt
06
Michael Bischoff
14
Interview
PROJEKTE
juna im Gespräch mit Hüseyin Mestan,
Geschäftsführer der Islamischen Jugend
08
in Bayern (IJB)
17
„FAIRBRECHEN“ FÜR
WELTWEITE SOLIDARITÄT
Der BDKJ gehört zu den Pionieren
des Fairen Handels
von Simon Müller-Pein
Es liegt was in der Luft
Nein, ich esse mein Schnitzel nicht!
Ernährung mit Zukunft
18
Reportage
09
Barrieren auf Straßen und in Köpfen
„Volle Energie“ an der Jugendbildungsstätte Waldmünchen
von Martin Wagner
überwinden – Stadtteilchecks in München
20
Praxis
10
„Alpiner Studienplatz“, 72-Stunden-Aktion,
Hintergrund
Basisförderung
23
Meldungen
Neue Mitglieder im BJR, Jugendticket –
Jugend macht Mobil(ität), Nordpass-Tag,
Wahlen 2013: Wer darf wählen?
26
Service
Onlineprojekt Jugendbeteiligung,
Termine und Publikationen,
Rechthaberei und Personalien
29
Vermischtes
Impressum, Vorschau, Rückschau
juna | 01/2013
ESSEN AUS DER MÜLLTONNE
VCP erkundet die Welt des Containerns
von Edith Wendler
Präventionskampagne BOB
22
WAS KANN ICH FÜR DEN
KLIMASCHUTZ TUN?
11
„WELTBEWUSSTE“
SHOPPING-TOUR
JBN organisiert konsumkritische
Stadtführungen
von Alina Lachmann
FOKUS
UMWELTBEWUSSTSEIN &
LEBENSWELTEN VON JUGENDLICHEN
Jugend und Nachhaltigkeit –
Eine Mission possible?
In der Öffentlichkeit herrscht der Eindruck vor, dass Jugendlichen und jungen
Erwachsenen die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht mehr wichtig
sind. Doch bei genauem Hinsehen wird klar, dass dieser Schein trügt
ILLUSTRATION sella
D
von Edgar Göll
ie heutige Gesell schaft
nun existenzbedrohend: Berufs- und
gendlichen ankommen und gestärkt
hinterlässt den künfti-
Bildungschancen sind immer stärker
werden können, damit diese sich
gen Generationen ein
eingeschränkt, der Sozialstaat wird
zukunftsorientierter verhalten und
wider sprüchliches Er-
abgebaut, Natur und Umwelt werden
engagieren.
be. Einerseits konnten
zerstört, die Grundlagen für mensch-
Wichtig war dabei: Die heutige
die Menschen in den westlich-kapi-
liches Leben immer mehr unter-
Jugend kann aufgrund ihrer Viel-
talistischen Gesell schaften einen –
miniert. Zudem werden viele andere
gestaltigkeit nicht simpel definiert
wenn auch ungleich verteilten – his-
Weltregionen und die dort lebenden
werden, sie besteht aus einer Vielzahl
torisch einmaligen materiellen Reich-
Menschen durch unseren Lebensstil
von Subkulturen und Phänomenen.
tum ansammeln. Hinzu kommen im-
benachteiligt und geschädigt. Für
Nach Schätzung des Jugendforschers
mense technologische Errungenschaf-
künftige Generationen – also heutige
Klaus Farin (vgl. juna 2/2012, S. 15)
ten, vielfältige Entfaltungschancen,
junge Men schen – ergeben sich da-
gibt es „heute mehr als 600 lebende
bürgerliche Freiheiten und politische
raus immense Herausforderungen.
Jugendkulturen, sog. ‚artificial tribes‘,
Möglichkeiten.
In einer unserer Studien sind wir
viele davon natürlich von der Industrie
Andererseits sind die negativen
der Frage nachgegangen, wie Umwelt-
selbst erfunden (…). Jugendliche zwi-
Effekte unseres Entwicklungsmodells
und Nachhaltigkeitsthemen bei Ju-
schen dem 11. und 19. Lebensjahr >
juna | 01/2013
03
04
FOKUS
Ergebnis der Delegierten-Befragung aus dem 141. Hauptausschuss
Für große Veranstaltungen werden zunehmend CO 2-Bilanzen erstellt, um zu ermitteln,
welche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid dabei produziert werden. Der Bereich
Mobilität spielt bei einer solchen Bilanzierung eine wichtige Rolle. Bei der Wahl des
Verkehrsmittels ist der Einzelne wesentlich freier als bspw. bei der Wahl des Energieversorgers eines Tagungszentrums. Ein Auszug aus der anonymen Befragung:
29
26
Personen, die mit dem
Auto angereist sind
Durchschnittlich
zurückgelegte km
Personen, die
gemischt
oder anders
angereist
sind
Durchschnittlich
zurückgelegte km
Personen, die mit dem
Zug angereist sind
249
Durchschnittlich
zurückgelegte km
5
290
238
> durchlaufen heute im Schnitt sechs
Informationen zu diesem Thema an-
der zu vermittelnden Informationen
bis acht dieser Kulturen und gehören
gemessener vermittelt werden. Zwei-
zu wünschen übrig und transportiert
häufig sogar zwei oder drei Jugend-
tens stellen die Konfrontation mit der
ein eher negatives Lebensgefühl (Ver-
kulturen parallel an. Überhaupt sind
Bedrohung durch Umweltzerstörung
zicht). Noch zu selten wird nachfühl-
die Jugendlichen des 21. Jahrhunderts
und andere nicht nachhaltige Krisen-
bare positive Ansprache genutzt, mit
wahre ‚Sampling-Genies‘.“ (Klaus Fa-
entwicklungen für junge Menschen
denen Betroffenheit oder besser noch
rin: generation-kick.de – Jugendsub-
eine schwer beherrschbare Heraus-
mobilisierende Emotionen erzeugt wer-
kulturen heute. München 2001, S. 206)
forderung dar. Ängste und zugleich
den könnten.
das Gefühl lediglich begrenzter Inter-
UMWELTBEWUSSTSEIN
GERINGER
ALS FRÜHER
ventionsmöglichkeiten
als
bei
mehr
schulischen Bildung: Zu wenig Lehr-
Erwachsenen
Ohn-
kräfte, zu große Klassen, Überlastung
machtsgefühle aus. Ein dritter Punkt
der Lehrkräfte und eine oft „ober-
Das heutige gesellschaftliche Umfeld
ist die Handlungslücke: Selbst wenn
flächliche“ Herangehensweise bei der
ist geprägt durch Wirtschaftskrise
„der Wille da ist“ für ökologisches
Behandlung von Umwelt- und Nach-
und ökonomische Unsicherheiten, hohe
Verhalten, halten doch oft Bequem-
haltigkeitsthemen im Unterricht ver-
Leistungsanforderungen
har te
lichkeit, Gewohnheiten oder äußere
schlechtern die Situation.
Konkurrenz sowie weitere Existenz-
Umstände davon ab. Außerdem fehlen
gefährdungen. Daher sind die Prioritä-
häufig passende Anreize zu prak-
und
noch
Schließlich gibt es Defizite in der
lösen
ten von Jugendlichen auf Bewältigung
tikablen Verhaltensalternativen, die in
GRUPPENSPEZIFISCH
ANSETZEN
dieser „unmittelbaren“ Herausforde-
den realen Lebenswelten der Jugend-
Die zentrale Erkenntnis für die The-
rungen eingestellt und ihr Verhältnis
lichen direkt umsetzbar sind.
matik Jugend und Nachhaltigkeit ist,
dass vor jeder geplanten Aktivität ein
zu Umwelt und Nachhaltigkeit ist eher
angemessenes Verständnis der Merk-
Nachhaltigkeitsbewusstsein geringer
VERZICHT MOTIVIERT
NUR WENIGE
als früher, aber durch angemessene
Der vierte Faktor betrifft Mängel der
pen herzustellen ist. Je nach konkre-
Impulse wäre hier noch viel möglich.
Umwelt- und Nachhaltigkeitskommu-
tem Ziel und spezifischer Aufgabe
nikation: Große Teile der (jungen) Be-
müssen Anknüpfungspunkte für die
dass Umweltthemen und Nach hal-
völkerung
Stärkung von Umwelt- und Nach hal-
tigkeit sehr schwer überschaubar sind.
mangelhaft erreicht, weil ihre Beson-
tigkeitsbewusstsein sowie Aktivitäten
Oftmals widersprechen sich Aussagen
derheiten und Befindlichkeiten häufig
gewählt werden. Für solche Zwecke
zu bestimmten Fragen. Daher müssen
ignoriert werden. Oft lässt die Klarheit
wurden in den Sozialwissenschaften
„mittelbar“. Zwar ist ihr Umwelt- und
Dabei ist zunächst zu beachten,
juna | 01/2013
werden
nicht
oder
male der jeweiligen jungen Zielgrup-
nur
FOKUS
Typologien (z.B. Milieu-Modelle) aus-
lokalen Umfelds oder durch direkte
gearbeitet. Sie machen es möglich,
Naturerlebnisse gut anzusprechen, an-
Gruppen aufgrund „typischer“ Merk-
dere lassen sich eher über Technik
male zuzuordnen, z.B. mit den sieben
(z.B. Internet) oder religiöse Bezüge be-
Sinus-Milieus (Sociovision), in denen
geistern. Auch Vorbilder, Wettbewerbe
das Milieu „Jugendliche Postmaterielle“
oder Kulturevents sind förderlich.
für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthe-
Sinnvoll ist zudem die Verknüpfung
men sehr aufgeschlossen ist. Solche
von Umwelt/Nachhaltigkeit mit lebens-
Jugendliche stellen den Kern der in
weltlichen Themen junger Zielgrup-
Natur- und Umweltschutzgruppen Ak-
pen. Dazu zählen Orte, an denen sie
tiven dar und sie besitzen eine hohe
sich aufhalten – inkl. Internet –, aber
Engagementbereitschaft. Mittelfristig
auch Themen wie Gesundheit. Hier ist
wird ihr Anteil unter den Jugendlichen
vor allem der Bereich Ernährung zu
in den nächsten Jahren wohl noch
nennen, der mit ansprechenden Me-
etwas anwachsen.
thoden zielgruppengerecht kommu-
05
Grüne Füße
Maßnahmen zur CO2-Reduzierung
beim 141. Hauptausschuss des BJR
in Gauting
Regenwasseraufbereitungsanlage z.B.
für Toilettenspülung
Energiesparlampen
niziert und vermittelt werden kann.
Ein prägnanteres Beispiel ist das aus
Häufig führen praktische Fort-
4 Typen bestehende Modell „Ökolo-
schritte in einem Alltagsbereich dazu,
gische Sozialcharaktere“ (Buba/Glo-
dass das Verhalten auch in anderen
bisch: Ökologische Sozialcharaktere.
Bereichen besser wird. So lassen sich
München 2008):
Themen kombinieren: Fairer Handel,
„Weltveränderer“ – dieser Typ hat die
Kinderarbeit, Artensterben. Je nach
Einstellung: „Es gibt eine Lösung und
verfügbaren Ressourcen können sogar
ich werde mich dafür einsetzen, sie
persönliche Begegnungen mit Gleich-
zu verwirklichen.“ (ca. 27 Prozent in
altrigen anderer Länder organisiert
Deutschland)
und somit interkulturelle und sprach-
„Überforderter Helfer“ lebt nach dem
liche Kompetenzen gefördert werden.
Motto: „Ich hoffe, es gibt eine Lösung,
Nachhaltigkeitsarbeit mit Kindern
aber sie muss von anderen ausgehen.
und Jugendlichen ist also durchaus
Ich kann dazu wenig oder nichts
eine „Mission possible“, wenn sie klug
beitragen.“ (ca. 30 Prozent)
vorbereitet wird.
„Egoist aus Überzeugung“ glaubt: „Es
gibt sowieso keine Lösung und deswegen brauch ich auf nichts und niemanden Rücksicht zu nehmen.“ (ca. 30
Prozent)
„Resignierte“ meinen, „es wird keine
Lösung geben und diese Tatsache belastet mich so sehr, dass ich am liebsten
gar nicht daran denke.“ (ca. 13 Prozent)
DIREKTER NATURSCHUTZ,
KULTUREVENTS
ODER LIEBER INTERNET
Klarheit über die Eigenheiten von Zielgruppen kann z.B. mit der Durchführung von „Fokusgruppen“ gewonnen
werden. Dabei können sogar Konzepte,
Webseiten und Aktionsideen zur Diskussion gestellt und bewertet werden.
Auf dieser Basis können Aktionen angemessener geplant werden: Manche
Jugendliche sind über Themen ihres
ZUM AUTOR
Dr. Edgar Göll (geb. 1957) ist DiplomSoziologe und Verwaltungswissenschaftler
M.A. Seit 1995 beschäftigt er sich als
wissenschaftlicher Mitarbeiter im IZT
mit nachhaltiger Entwicklung, lokaler
Agenda 21, Zukunftsforschung, politischer
Partizipation, Technikfolgenabschätzung
und Globalisierung. Dr. Edgar Göll ist
Träger des Robert-Jungk-Forschungsstipendiums 2011 der Stadt Salzburg.
KONTAKT
IZT – Institut für Zukunftsstudien
und Technologiebewertung, Tel.
030/803 08 80, Fax 030/80 30 88 88,
info@izt.de, www.izt.de
WEITERGEHENDE INFOS
Edgar Göll/Sie Liong Thio (2011):
„Einblick in die Jugendkultur. Das Thema
Nachhaltigkeit bei der jungen Generation
anschlussfähig machen“, Hrsg.
Umweltbundesamt, www.umweltdaten.
de/publikationen/fpdf-l/4078.pdf
Verpflegung nach Möglichkeit regional, saisonal, bio
Controlling Ressourcenverbrauch Haustechnik
vierteljährlich
Warmwasseraufbereitung
teilweise über Solarpaneele
Reduzierter Papierverbrauch
durch Einsatz von (Online-)
Lernplattformen
Recycling-Toilettenpapier
FÖJ-Projekt zur Ermittlung
des ökologischen Fußabdrucks aller Mitarbeiter
Verringerung der Wärmeemission im großen Saal
durch Jalousien
Umweltverträgliche
Reinigungsmittel
Teilweise Fair-TradeProdukte im Selbstversorgerautomaten
Bio-Fair-Kaffee
juna | 01/2013
FOKUS
GLOBALE VERANTWORTLICHKEIT UND NACHHALTIGKEIT
ALS ARBEITSBEREICH DES BJR
Von der Öko-AG zur
nachhaltigen
Umweltbildung
Seit fast drei Jahrzehnten befasst sich der Bayerische Jugendring (BJR) mit globaler
Verantwortlichkeit, Ökologie und Nachhaltigkeit. Nach dem Motto „Global denken,
lokal handeln“ bietet der BJR viele unterschiedliche Möglichkeiten, junge Menschen
für ein dauerhaftes Engagement zugunsten ihrer Umwelt zu sensibilisieren
von Jan von und zu Egloffstein und Michael Bischoff
S
chon in seiner Satzung bekennt
gründet und 1997 in AG Umweltpoli-
Bereich des ÖPNV auseinander. Eine
sich der BJR dazu, sich für den
tik/Umweltpädagogik umbenannt, be-
Anfrage an die Staatsregierung zu ei-
Erhalt der natürlichen Umwelt
schäftigte sich diese Arbeitsgruppe
nem bayernweiten Jugendticket läuft.
einzusetzen, dazu beizutragen, dass
unter anderem mit der Umsetzung der
Das Bekenntnis zu globaler Ver ant-
junge Menschen lernen, umweltbe-
1992 in Rio de Janeiro beschlossenen
wortlichkeit und Nachhaltigkeit spie-
wusst zu leben, und sie zu motivieren,
Agenda 21, einem entwicklungs- und
gelt sich auch in diversen Be schlüssen
„jetzigen wie zukünftigen Schädigun-
umweltpolitischen Aktionsprogramm
wider. So forderte der BJR-Hauptaus-
gen der Umwelt entgegenzuwirken“.
für das 21. Jahrhundert.
schuss 2005: „Globalisierung ja – aber
In den 1980er-Jahren nahm das
anders: Internationale Gerechtigkeit
für die Jugend welt weit!“ 2009 ging es
tig Fahrt auf: So führten das Waldster-
GAUTINGS FLACKERNDE
SPARLAMPEN
ben und die Anti-Atomkraft-Bewegung
Die Öko-AG gab in der Folge wichtige
sowie um die Forderung nach einem
zu einem steigenden Umweltbewusst-
Impulse, so z.B. für den ressourcen-
Verbot der Nutzung von Gentechnik in
sein auch innerhalb der Jugendarbeit
schonenden
der
in Bayern, wo man verstärkt auf fair
dungsstätten und -freizeiteinrichtun-
forderung an die Mitgliedsverbände
gehandelte bzw. Bio-Produkte setzte
gen: Die flackernden Energiesparlampen
nach Verwendung von gentechnikfreien
und
Auswirkungen
im Übernachtungshaus am Institut für
Lebensmitteln. 2010 ver fasste der BJR
menschlichen Handelns auf die Um-
Jugendarbeit in Gauting waren anfangs
die Entschließung: „Keine Olympischen
welt befasste. Dies schlug sich auch in
ungewohnt, zeigten aber bald allen
Spiele ohne Nach haltigkeit – Damit
der Förderung und Finanzierung von
Gästen auf, wohin die Reise in Richtung
2018 die Richtigen gewinnen!“
Aktivitäten in der Jugendarbeit nieder.
Nachhaltigkeit gehen musste.
Thema auch in der Jugendarbeit rich-
sich
mit
den
Umbau
von
Jugendbil-
um Nachhaltigkeit in der Jugendarbeit
Landwirtschaft
und
die
Auf-
Für Haupt- und Ehrenamtliche ist es
Derzeit befasst sich die Arbeits-
beispielsweise inzwischen durch ent-
gruppe, die seit 2007 AG Ökologie und
MITTEL FÜR INTENSIVERE
UMWELTBILDUNG
sprechende
Reisekostenregelungen
Nachhaltigkeit genannt wird, unter
Umweltbildung in der Jugendarbeit
deutlich attraktiver, die öffentlichen
anderem mit den Themen Klimawandel
braucht nicht nur aktuelle Themen,
Verkehrsmittel zu nutzen.
und Konsum. Aber auch die Mobilität
sondern auch gute Rahmenbedingun-
Ein paar Jahre später mündeten
wird in Zeiten des demografischen
gen und eine angemessene finanzielle
diese anfangs auch in der Jugendar-
Wandels und schwindender Angebote
Ausstattung. Dafür hat sich der BJR
beit von einigen Seiten als Provokati-
der örtlichen Jugendarbeit, insbeson-
in den letzten Jahren erfolgreich ein-
on empfundenen Projekte in eine ei-
dere im ländlichen Raum, immer wich-
gesetzt.
gene Landesvorstands-Arbeitsgruppe
tiger. Die AG setzt sich deshalb auch
Über das Fachprogramm Umwelt-
mit dem Themengebiet Ökologie und
mit den wachsenden Anforderungen
bildung, das aus Mitteln des Umwelt-
Nachhaltigkeit. 1993 als Öko-AG ge-
an die Mobilität junger Menschen im
fonds der Bayerischen Staatsregierung
juna | 01/2013
ILLUSTRATION sella
06
FOKUS
Leuchttürme für den
Klimaschutz
finanziert wird, können seit 2008 neue
und innovative Formen, Methoden
und Projekte der Umweltbildung mit
bis zu 70 Prozent Förderungsanteil
umgesetzt werden. In den nächsten
beiden Jahren gibt es aus dem Klimaprogramm Bayern 2020 zudem einen
Anschub für mehrere ein- bis zweijährige sogenannte „Leuchtturmprojekte“ (siehe nebenstehenden Beitrag).
Als Bündnispartner der Klima-Allianz der Staatsregierung knüpft der
BJR mit anderen Organisationen ein
breites Netz, um die Wichtigkeit des
Themas für alle Gesellschaftsbereiche
zu verdeutlichen. Auch in anderen
Gremien wie dem Arbeitskreis Bildung
für nachhaltige Entwicklung verfolgt
der BJR Ansätze, um Bildungsprozesse
neu zu gestalten und das Thema
„nachhaltige
Entwicklung“
in
Jugendarbeit zu propagieren.
ZU DEN AUTOREN
Jan v. u. z. Egloffstein ist Referent für
Demografie, Ökologie & Nachhaltigkeit
im Bereich Entwicklung und Beratung
beim Bayerischen Jugendring. Michael
Bischoff ist Redakteur der juna beim
Bayerischen Jugendring.
der
Ob auf dem Weltklimagipfel in Doha oder an Weihnachten
bei 20 Grad plus in München: Die meisten Menschen sind
sich einig, dass man der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung entgegenwirken und deren mögliche Folgen abmildern muss.
Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Nachhaltigkeit.
Leider wird dieser Begriff zunehmend inflationär und oft
auch irreführend verwendet, vor allem in der Werbung.
Die permanente und oft abstrakte Konfrontation mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit kann schnell zur Übersättigung, Desinteresse oder gar Ablehnung führen.
Umso wichtiger ist es, Kindern und Jugendlichen die
Möglichkeit zu geben, Klimaschutz und Nachhaltigkeit
selbst zu erleben und ihre eigenen Ideen zu entwickeln
und auszuprobieren. Mit Mitteln aus dem Klimaprogramm Bayern 2020 der Staatsregierung will der BJR in
Kooperation mit verschiedenen Trägern in den nächsten
zwei Jahren bis zu 10 „Leuchtturmprojekte“ durchführen.
Durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Energiewende, CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch oder Mobilität
sollen Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung, Generationengerechtigkeit und globale Chancengleichheit erlangen und aktiv für einen
wirksamen Klimaschutz eintreten. Ideen dazu gibt es viele – angefangen bei der kritischen Betrachtung des eigenen Konsumverhaltens auf Fahrten, Lagern und Veranstaltungen bis hin zur Müllentsorgung.
Auch die Energiewende kann mit den Leuchtturmprojekten altersgruppengerecht behandelt werden. Kinder
und Jugendliche können mit Hilfe von Fachleuten Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft erproben und somit ein Gefühl dafür entwickeln, welcher Aufwand betrieben werden muss, um etwa einen Handy-Akku zu laden.
Der Einsatz moderner Medien bietet viele Möglichkeiten, sich mit Gleichaltrigen auf der ganzen Welt zu vernetzen, zu recherchieren und sich zu über die jeweiligen
Aktivitäten zum Thema auszutauschen.
Der BJR stellt auf Landesebene mit einer eigens eingerichteten Stelle die fachliche Beratung, Evaluation und
Verbreitung der Ergebnisse sicher.
Weitere Infos zu den Leuchtturmprojekten sind unter
www.bjr.de/themen/oekologie-und-nachhaltigkeit/
leuchtturmprojekte.html zu finden.
KONTAKT
Bayerischer Jugendring (BJR),
Tel. 089/514 58-86, Fax 089/514 58-88,
egloffstein.jan@bjr.de, www.bjr.de
juna | 01/2013
07
FOKUS – PROJEKTE
DER BDKJ GEHÖRT ZU DEN PIONIEREN DES FAIREN HANDELS
„fairbrechen“ für weltweite Solidarität
Im Jahr 2005 beschloss der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Bayern die Durchführung
einer Kampagne zum Fairen Handel und setzt sich seitdem konkret mit diesem Thema auseinander.
Er führt damit die historische Linie seines entwicklungspolitischen Engagements fort, da der BDKJ
1975 Gründungsmitglied des inzwischen größten europäischen fairen Handelsunternehmens, der „GEPA –
The Fair Trade Company“, war und so zu den Pionieren des Fairen Handels in Deutschland gehört
von Simon Müller-Pein
I
nsbesondere durch die Etablierung
und Orangen bzw. dem Rohstoff Baum-
der Marke „fairbrechen“ hat der
wolle sind junge Menschen täglich
BDKJ Bayern in den letzten knapp
konfrontiert. Sie kaufen, nutzen und
acht Jahren Kinder und Jugendliche
ver zehren diese und haben einen rea-
auf moderne und niederschwellige
len Bezug dazu. Die pädagogisch-
Art an das Thema Fairer Handel her-
inhalt liche Auseinander setzung mit
angeführt.
und um den Fairen Handel wird so
Dabei spielt der kreative Umgang
gewährleistet.
mit den zum Teil anspruchsvollen
Selbstverständlich laufen in nahe-
Hintergründen eine besondere Rolle.
zu allen Mitgliedsverbänden des BDKJ
Mit Hilfe der FairParty-Pakete, die bei
Bayern weitere Aktionen und Projekte
der Landesstelle des BDKJ Bayern be-
rund um den Fairen Handel, um den
stellt werden können, gelingt der Ein-
Gedanken der weltweiten Solidarität
und Unternehmen gesucht, um auf die
stieg leicht. Sie enthalten alle Utensi-
in den Verbänden und damit in der
vorhandenen Missstände in den Ent-
lien, die man braucht, um den Fairen
Gesellschaft zu implementieren. Be-
wick lungs- und Schwellenländern hin-
Handel beispielsweise in einer Grup-
sonders die vielerorts seit Jahrzehnten
zuweisen.
penstunde zu beleuchten.
gepflegten oder gerade entstehenden
Im Jahr 2013 wird sich der BDKJ
Die FairParty orientiert sich an drei
Part nerschaften mit Verbänden und
Bayern mit einer „Mitmachaktion“ zum
Produkten: Orangensaft, Baumwolle
Gruppen in Ländern des Südens geben
Fairen Handel im Rahmen des dreijäh-
und Schokolade, wobei nicht jedes
dem Fairen Handel ein Gesicht und
rigen Bestehens des Wertebünd nisses
eine Zukunft.
Bayern an dem Wertebündniskongress
Produkt davon vorgestellt werden
muss, die Methoden können be-
Spielerisch – wie hier mit einem Memory –
wirbt der BDKJ für den Fairen Handel
in der Internationalen Messe München
GEGEN HUNGERLÖHNE IN DER
SPORTARTIKELBRANCHE
beteiligen. Auf diese Weise will er
der Auswahl der Ar tikel
Neben dieser praktischen Arbeit für
chen wie Politiker/-innen und Ver-
war, dass diese aus der
den Fairen Handel hat der BDKJ Bay-
bandsvertreter/-innen aller Art.
konkreten Lebenswelt
ern immer wieder auf die politische
Somit bleibt der Faire Handel auch
Diskussion Einfluss genommen, sei es
in Zukunft ein fester Punkt auf der
in Gesprächen mit Abgeordneten, in
Agenda der Katholischen Jugend(ver-
gesellschaftspolitischen Gremien oder
bands)arbeit.
liebig zusammengestellt werden. Besonders wichtig bei
der
Jugendlichen
kom men sollten.
Mit den Lebensm it tel n
Schokolade
über eigene Anträge.
So hat sich der BDKJ Bayern auch
auf der Landesversammlung 2011 mit
dem Antrag „Schluss mit den Hungerlöhnen in der Sportartikelindustrie“
klar positioniert. Im Anschluss daran
wurde der Kontakt zu Politiker/-innen
juna | 01/2013
Kinder und Jugendliche ebenso anspre-
ZUM AUTOR Simon Müller-Pein ist
Landesvorsitzender des BDKJ Bayern.
KONTAKT
BDKJ-Landesstelle, Tel. 089/53 29 31-15,
Fax 089/53 29 31-11, landesstelle@bdkjbayern.de, www.bdkj-bayern.de
FOTOS BDKJ Bayern
08
FOKUS – PROJEKTE
„VOLLE ENERGIE“ AN DER JUGENDBILDUNGSSTÄTTE WALDMÜNCHEN
Was kann ich für den
Klimaschutz tun?
Seit vier Jahren werden an der Jugendbildungsstätte Waldmünchen mehrtägige
Seminare zu Klimawandel und Energiewende angeboten. Auch im Jahr 2012
lautete das Motto beim Schwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
„Volle Energie“. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nahmen in insgesamt
11 Gruppen an den Seminaren teil
von Martin Wagner
schen Umweltministeriums „Umwelt-
iel des Projekts war es, die Teil-
Die Kleingruppen drehten kurze
nehmerinnen und Teilneh mer
Videoclips mit Energiespartipps, berei-
bildung.Bayern“
für einen sparsamen Umgang
teten eine Fotostory mit Sprechblasen
Siegel
mit Energie und Ressourcen zu moti-
auf oder erstellten Radiobeiträge mit
die hochwertige Veranstaltungen im
vieren. Dazu wurden sie zunächst
Interviews zum Thema „Erneuerbare
Sinne von BNE anbieten. Zum 1.1.2013
über den Klimawandel aufgeklärt und
Energien“. Andere bastelten Figuren
wurde die Jugendbildungsstätte vom
bekamen dabei dessen Ursachen und
aus Knetmasse und gestalteten Kulis-
Bayerischen
Z
ausgezeichnet.
kennzeichnet
Das
Einrichtungen,
Staatsministerium
für
sen für Stop-Motion-Filme über die
Umwelt und Gesundheit offiziell als
Nachdem die Hintergründe geklärt
„Welt in 50 Jahren“ oder fertigten eine
Umweltstation anerkannt.
waren, arbeiteten die Jugendlichen an
Zeitschrift mit wissenswerten Fakten
Lösungsmöglichkeiten für das globale
über die Energiewende.
Folgen vermittelt.
Auch mit dem für 2013 geplanten
Projekt „Ran ans Klima“ will die Jugendbildungsstätte einen Beitrag zur
Problem und sollten dabei die Frage
Energiewende leisten. Der Bildungs-
person für den Klimaschutz unter neh-
VIDEOCLIPS UND AUSFLUG
ZUM BIOBAUERN
men? Ausgerüstet mit Videokamera,
Die Themen und Ergebnisse waren
2014 durch einen „Energiepark“ aus-
Aufnahmegerät oder Fotokamera ent-
sehr vielfältig und abwechslungsreich
gebaut werden. Die „Energieregion
standen innerhalb weniger Stunden
und orientierten sich an den Interessen
Waldmünchen“ bietet zwar bereits
ansehnliche Medienprodukte, die beim
der Jugendlichen. So spielte auch die
mehrere Anschauungsobjekte zu er-
„Klimagipfel“ präsentiert wurden.
Ernährung im Zusammenhang mit
neuerbaren
Klimaschutz eine wichtige Rolle: Bei
Heizkraftwerk, Biogasanlage, mehrere
einem Ausflug zum Biobauernhof gab
Photovoltaik-Anlagen), der interaktive
es viele Infos zu ökologischer und
Park soll dieses Angebot aber durch
nachhaltiger Landwirtschaft.
seine Kompaktheit und durch Experi-
beant worten: Was kann ich als Einzel-
Abgerundet und aufgelockert wurde das Seminar durch Spiele wie das
schwerpunkt soll spätestens im Jahr
Energien
(Biomasse-
mente noch erweitern. Energie soll
hier erlebbar gemacht werden.
FOTOS Jugendbildungsstätte Waldmünchen
„Klima-Tabu“. Auf einem Energiefahrrad konnten die Teilnehmer am eigenen Leib erfahren, wie anstrengend
die Stromproduktion sein kann – vor
allem, wenn zwei „Verbraucher“ wie
Staubsauger
schlossen
und
waren.
Ventilator
Beim
ange-
„Energie-
Champion“ ging es darum, möglichst
viele Energiespartipps zu sammeln.
Aus kleinen Figuren, einer Kulisse und mit
Hilfe einer Kamera entsteht ein Kurzfilm
zum Klimawandel
Für die erfolgreiche Arbeit wurde
die Jugendbildungsstätte im März 2012
mit dem Qualitätssiegel des Bayeri-
ZUM AUTOR
Martin Wagner ist Projektleiter Bildung für
nachhaltige Entwicklung in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und
der CAJ (Christliche Arbeiterjugend).
KONTAKT Jugendbildungsstätte
Waldmünchen der KAB & CAJ,
Tel. 09972/94 14-0, Fax 09972/94 14-33,
office@jugendbildungsstaette.org,
www.jugendbildungsstaette.org
juna | 01/2013
09
FOKUS – PROJEKTE
VCP ERKUNDET DIE WELT DES CONTAINERNS
Essen aus der Mülltonne
Bis vor wenigen Jahren war das „Containern“, die Lebensmittelbeschaffung aus Supermarktmülltonnen,
nahezu unbekannt. Parallel zum steigenden Bewusstsein für unseren verantwortungslosen Umgang mit
überschüssigen Lebensmitteln wurde auch das Containern bekannter. Doch bekannt ist noch lange
nicht erkannt. Eine Gruppe des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) Land Bayern
wagte einen Selbstversuch. Ein Wochenende lang tauchte sie in die Welt des Containerns ein
von Edith Wendler
ingebettet war die Aktion in ein
Frostschutzmittel alles in den Müll,
so gut sind, ist schrecklich. Alle, die
umfassendes Umweltbildungs-
was nicht den hohen Ansprüchen der
an diesem Wochenende dabei waren,
projekt, das sich mit unserer
Käufer entspricht. Makelloses Obst im
sind sich einig, dass wir viel bewusster
Ernährung auseinandersetzte. Neben
Winter, ansprechende Verpackungen
mit unseren Lebensmitteln umgehen
Filmen, Informationen und Diskussio-
und aktuelle Saisonware sind gefragt.
müssen – auch wenn das mehr Arbeit
nen zur Lebensmittelverschwendung
Was nicht in dieses Schema passt, wird
bedeutet, weil man Reste weiterver-
stand beim Containerwochenende das
entsorgt. Kein Wunder also, dass die
arbeitet oder haltbar macht. Aber das
praktische Erleben und Ausprobieren
Ausbeute der Pfadfinder verblüffend
ist zumindest ein kleiner Schritt, den
im Vordergrund. Begleitet wurde die
war.
Lebensmittel
jeder machen kann.“ Für die Zukunft
Aktion von Kaspar, einem befreunde-
reichten aus, um alle Teilnehmer ein
haben alle den festen Vorsatz gefasst,
ten Waste-Diver, der den Jugendlichen
ganzes Wochenende lang zu ernähren
bewusster zu konsumieren. Außerdem
auch mit Rat und Tat zur Seite stehen
– und das nicht schlecht.
ist eine Zusammenarbeit mit dem Pro-
E
Die
gefundenen
konnte, als es an das Durchsuchen und
jekt „Marmelade für alle“ der Arbeits-
war nur dank eines kooperativen Le-
ÜBERSCHÜSSIGES WIRD
HALTBAR GEMACHT
bensmittelhändlers möglich, der sei-
Auf dem Speiseplan standen unter an-
ne Mülltonnen zur Verfügung stellte.
derem Kaiserschmarrn mit Apfelmus
Durchaus keine Selbstverständlichkeit
und ein Gemüseeintopf mit Speck.
– denn viele Supermärkte halten ihre
Danach war noch genügend Obst und
Mülltonnen unter Verschluss, um
Gemüse übrig, um Marmelade und Saft
nicht der Verschwendung bezich-
einzukochen und haltbare Gemüseauf-
Ausräumen der Mülltonnen ging. Dies
gend in Deutschland e. V. (aej) geplant.
In diesem Sinne – guten Appetit!
Bewusster Umgang
mit Lebensmitteln: aus
Korn wird Mehl
striche herzustellen. „Oft werden gan-
tigt zu werden.
Diese Bedenken kommen
ze Paletten an Lebensmitteln entsorgt.
nicht von ungefähr, denn in
Dann tauschen wir untereinander. Wir
den Tonnen findet sich na-
sind gut vernetzt. Unsere Überschüsse
hezu das gesamte Ver-
verarbeiten wir so weiter, dass sie halt-
kaufssortiment.
Ne-
ben Lebensmitteln
wandert
über
bar sind und nicht wieder weggeworfen
werden müssen“, erklärt Kaspar.
vom
Wa s c h m it t e l
Zahn-
AKTIV WERDEN STATT
HILFLOS ZUSEHEN
bürsten bis
Die Erfahrungen mit den Delikatessen
hin zum
aus dem Müll haben bei den Jugendlichen deutliche Spuren hinterlassen.
Eine Teilnehmerin erzählt: „Es war mir
klar, dass wir viel wegwerfen, aber dass
es so viel ist und dass die Sachen noch
juna | 01/2013
gemeinschaft der Evangelischen Ju-
ZUR AUTORIN
Edith Wendler ist Mitarbeiterin
beim VCP Land Bayern und dort für
Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
KONTAKT VCP Land Bayern,
Tel. 0911/430 42 64, Fax 0911/430 42 34,
info@bayern.vcp.de, www.bayern.vcp.de
FOTOS VCP Land Bayern
10
FOKUS – PROJEKTE
JBN ORGANISIERT KONSUMKRITISCHE STADTFÜHRUNGEN
„weltbewusste“ Shoppingtour
Unter dem Motto „weltbewusst“ bietet die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN)
in vielen Kommunen konsumkritische Stadtführungen an. Sie will Jugendlichen zeigen,
welche Auswirkungen ihr Konsumverhalten auf Mensch und Natur hat. Stationen der
Stadtführungen sind beispielsweise McDonald’s, H&M, Starbucks, vodafone und weitere
Filialen von globalen Konzernen
von Alina Lachmann
Unser Projekt heißt „weltbewusst“
ten komplett umstellen können. Aber
– weil wir wollen, dass wir uns der
nachzudenken und bewusster einzu-
globalen Auswirkungen unseres Kon-
kaufen – auch das ist schon ein erster,
sums bewusst werden. Bei den kon-
ganz wichtiger Schritt.
sumkritischen Stadtführungen geht
es vor allem darum, das Wissen um
die Probleme des globalen Konsums
durch Jugendliche an Jugendliche zu
vermitteln.
Die Welt ganz nah: Die Verbraucher sind durch ihren Konsum
auch für die Lebensverhältnisse
der Produzenten verantwortlich
HAMBURGER UND HANDY AUF
DEM PRÜFSTAND
Beim gemeinsamen Rundgang in den
jeweiligen Städten halten wir immer wieder vor Geschäften, die mit
diesen
Themen
un mittelbar in Verbindung stehen:
und ökologischem Handeln
Kleidungsindustrie, Ernährung – ins-
sehr interessiert ist, beschäf-
besondere Fleisch –, Handys oder all-
tigen wir uns intensiv mit dem Kon-
gemein technische Geräte und Plastik
sumverhalten von Jugendlichen und
sind Beispiele für unsere Stationen.
Erwachsenen. Es ist uns ein großes
Diese werden individuell von jedem
Anliegen, darauf hinzuweisen, dass
Stadtführer ausgearbeitet, basierend
sich unser Kaufverhalten enorm auf
auf einem Grundkonzept.
D
die Umwelt, das Klima und auch auf
soziale Aspekte auswirkt.
FOTOS JBN
konsumkritischen
a die JBN an Nachhaltigkeit
Unser Ziel ist es, für das Thema zu
sensibilisieren und Interesse zu we-
Die Menschen sollen wissen, dass
cken, das eigene Konsumverhalten zu
für ihr billigst produziertes Fleisch
überdenken und bestenfalls zu ver-
Tiere in unwürdigen Massenbetrieben
ändern. Wir wollen die Jugendlichen
dahinvegetieren, in Südamerika Re-
für ihr Kaufverhalten nicht kritisie-
genwald abgeholzt wird, um eiweißrei-
ren, sondern sie informieren und die
ches Soja anzubauen, den Bauern ihre
Themen möglichst anschaulich und
Lebensgrundlage genommen wird, da
ansprechend vermitteln. Schließlich
auf fast allen Flächen Produkte für den
wollen
Export angebaut werden, und durch
und das, was uns zur Verfügung steht,
enorme
mehr zu schätzen lernen. Wir wissen,
Transportwege
zusätzlich belastet wird.
Vor den Filialen
internationaler
Ketten informiert
die JBN über deren Produktionsbedingungen
das
Klima
wir
Alternativen
aufzeigen
dass nicht alle ihr Konsumverhal-
ZUR AUTORIN
Alina Lachmann ist eine der
„weltbewusst“-Stadtführerinnen und
leistet ihr Freiwilliges Ökologisches
Jahr FÖJ bei der JBN ab.
KONTAKT
Jugendorganisation Bund Naturschutz,
Tel. 089/15 98 96 30, Fax 089/15 98 96 33,
info@jbn.de, www.jbn.de
juna | 01/2013
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