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impulse auf Deutschlandtour: Was Firmen stark macht

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Das Unternehmer-Magazin
Rechtsschutz
Die Prämien steigen –
ein Preisvergleich lohnt
Vor Gericht
Zehn Urteile, die Chefs
kennen sollten
Erfolgsrezepte
impulse auf Deutschlandtour: Was Firmen stark macht
1
08.05.2013 13:21:25
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Jetzt exklusiv für Impulse
impulse
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2
08.05.2013 13:47:42
 Editorial
e:
Nikolaus Förster Chefredakteur
Lernen Sie impulse kennen –
das Magazin für innovatives Unternehmertum in Deutschland
Wer wissen will, was Deutschlands Wirtschaft ausmacht, was ihre Stärken und
Schwächen sind, kann Klischees pflegen,
Kennzahlen analysieren oder, wie wir es
getan haben, sich vor Ort einen eigenen
Eindruck verschaffen: Mit einem zehnköpfigen Team haben wir das Land von Flensburg bis zum Bodensee in fünf Tagen
durchquert und auf dem Weg zehn Firmen
besucht, die etwas Besonderes geschaffen
haben.
Titel: Studio Kumicak + Namslau; Lars Krüger
So unterschiedlich diese Unternehmer
auch sein mögen – sie alle haben einen Anteil daran, dass Deutschland selbst in Krisenzeiten vergleichsweise gut dasteht.
Welche Erfolgsrezepte diese Firmen beherzigen und was sie stark macht, lesen Sie in
unserer aktuellen Titelgeschichte, die wir
Ihnen mit dieser Leseprobe vorstellen.
Dank der Deutschen Post, der Deutschen
Telekom und der HypoVereinsbank, die in
dieser Ausgabe Anzeigen geschaltet haben,
ist es uns möglich, Ihnen diese Extra-Seiten kostenlos zur Verfügung zu stellen.
So ungewöhnlich diese Aktion – unsere
Deutschlandtour – auch sein mag, so steht
sie doch exemplarisch für das, was unser
Magazin Ihnen in jeder Ausgabe bietet: impulse liefert konkreten Mehrwert für Menschen, die etwas Eigenes schaffen und Ideen umsetzen. impulse schreibt über Unternehmer, deren Ideen und Erfahrungen
andere Unternehmer inspirieren.
Vielleicht haben Sie ja Interesse, das Magazin näher kennenzulernen? Wir würden
uns auf jeden Fall freuen, wenn auch Sie
Deutschlands führendes Unternehmermagazin künftig regelmäßig lesen würden.
Da das Abo jederzeit kündbar ist, gehen Sie
keine langfristigen Verpflichtungen ein.
Eine Abo-Karte liegt bei.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Herzlichst Ihr
Nikolaus Förster, Chefredakteur impulse
INHALT
4 impulse Deutschlandtour Los geht’s,
einmal quer durchs Land, mit zehn Stationen
27 Impressum
28 Zehn Urteile, die Chefs kennen sollten
30 Rechtsschutz Große Preisunterschiede
33 Unternehmerspielzeug Neue E-Reader
34 Karl Schock Mein größter Fehler
Leseprobe Mai 2013
3
impulse
3
08.05.2013 13:47:47
Feldforscher
Deutschlandreise Weltweit wird der deutsche Mittelstand als Vorbild zitiert. impulse wollte wissen,
was ihn wirklich bewegt – abseits prominenter Beispiele. Eine Erkundung von Flensburg bis zum Bodensee
Text: Bernhard Hübner Fotos: Dörthe Hagenguth
Bühne frei Fünf Tage lang
fuhren wir die Logo-Buchstaben im Kofferraum durch
ganz Deutschland – ­bis das
Abendlicht die Felder bei
Ravensburg in ein strahlendes
Licht tauchte. Wir bogen in
einen Feldweg ein. Dörthe
Hagenguth blieben wenige
Minuten, um das Team zu
fotografieren: Jonas Hetzer,
Jessica Perl, Ina Kaup,
­Nikolaus Förster, Anne Schröder und Eike Radszuhn (v. l.)
4
4
impulse
D
as Abenteuer beginnt in tiefster
Dunkelheit. Montagmorgen, sechs
Uhr, auf dem Parkplatz vor der impulse-Redaktion in Hammerbrook.
Wir beladen zwei kleine Mercedes-Busse, verlassen eilig Hamburg und fahren durch den
Frühnebel über graue Landstraßen, passieren
Felder mit Raureif. Als die Sonne durch die
Wolken bricht, erreichen wir das nördlichste
Ende Deutschlands. Hier in Flensburg startet
unsere Reise. Unsere Mission: die Republik in
einer Woche vom nördlichsten Zipfel bis zur
südlichsten Grenze zu durchqueren. Unser
Ziel: zu entschlüsseln, was den deutschen Mittelstand stark macht.
In Zeiten der globalen Krise ist er längst
mehr als eine Kategorie für Unternehmensgrößen. Er ist zum Mythos geworden, internatio-
nal verehrt von Politikern und Ökonomen.
Führende Medien wie der „Economist“ fragen,
was die Welt vom robusten Exporterfolg und
dem erstaunlich krisenfesten Wachstum deutscher Mittelständler lernen kann. Der britische
Wirtschaftsverband CBI forderte bereits den
Aufbau einer eigenen, englischen Version des
„German Mittelstand“, der amerikanische Präsident Barack Obama will seine Wirtschafts­
politik an das deutsche Erfolgsmodell anlehnen und erklärte jüngst bei seiner viel beachteten „State of the Union“-Rede Deutschlands
duale Berufsausbildung zum leuchtenden Vorbild für die Weltmacht USA.
So weit der Mythos. Ihren Blick auf die Realität beschränkt die internationale Mittelstandsfangemeinde aber meist auf eine Handvoll
­erfolgreicher „Hidden Champions“, auf Welt-
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 13:42:45
Flensburg1
Schleswig
Husum
KIEL
2
Rendsburg
Neumünster
Lübeck
Itzehoe
HAMBURG
Stade
SC
Bremerhaven
Buchholz
marktführer und Schwergewichte wie Miele
oder Tunnelbohrer Herrenknecht. Dabei stehen
sie nur für einen Teil des Erfolgsmodells. Zum
Mittelstand gehören auch Hunderttausende
Landwirte und Handwerker, eher regional als
global erfolgreiche Unternehmer und Firmen
die, fern von Hightech, seit Generationen
höchst erfolgreich ihr traditionelles Geschäft
pflegen. Oder ganz neue Ideen entwickeln.
Wer verstehen will, was diese Unternehmen
ausmacht, was ihre Stärken und Schwächen
sind, sollte sich nicht mit Klischees zufriedengeben, sondern Informationen und Eindrücke
aus erster Hand gewinnen. Aus dieser Überzeugung entstand die Idee zur Deutschlandtour: Wir wollten erstmals einen echten Querschnitt der Wirtschaft zeigen. Unser Reporterteam rund um Chefredakteur Nikolaus Förster
durchquerte eine Woche lang das Land auf einer geraden Linie von Nord nach Süd, von
Flensburg bis zum Bodensee. Um zu ergründen,
was den Mittelstand bewegt, besuchten wir global agierende Champions wie Würth oder ACO
ebenso wie ein Robotik-Startup oder einen Bauernhof. Wir blickten hinter die Kulissen von
zehn völlig unterschiedlichen Firmen, befragten Eigentümer und Manager zu ihren Erfolgen,
Misserfolgen, Erfahrungen und Strategien –
und luden dazu auch impulse-Leser ein.
Was wir auf unserer Reise fanden, war ein
Mittelstand, der sich deutlich vom Mythos unterscheidet. Und Unternehmen, die keineswegs
3
so immun gegen die aktuellen Krisen und Um- Oldenburg BREMEN Rotenburg
wälzungen sind, wie es internationale ExperSoltau
ten zuletzt oft nahelegten.
Die große Stärke des deutschen Mittelstands
Walsrode
besteht darin, dass er sich auf die MarktführerCelle
schaft in Nischenmärkten beschränkt, statt
HANNOVER Wolfsburg
sich in unendlich vielen Geschäften zu verzetOsnabrück
teln, sagt die Theorie. Die Realität zeigt:
Einige
Minden
Märkte schrumpfen mittlerweile so stark, dass
Braunschweig
4
Hildesheim
dies selbst gefeierten Marktführern das LebenBielefeld
Salzgitter
schwermacht.
Münster
Detmold
Ein traditionsreicher Weltmarktführer wie
Höxter
die Silbermanufaktur Robbe & Berking, erfolgHamm
Paderborn
GelsenBottrop kirchen
Dortmund
reich seit 1874, gerät
durch explodierende
Moers
Bochum
Göttingen
Esseneinstige
Duisburg
Witten VorRohstoffpreise unter
Druck.
Das
Mühlheim
Krefeld
zeigeunternehmen DÜSSELDORF
SMA muss sich
komplett
Wuppertal
Kassel
Remscheid
Neuss
neu erfinden, umMönchennicht von
derSolingen
Krise
der Solar5
gladbach
branche hinweggefegt zu werden.
Und wer bei
Leverkusen
Eisenach
Siegen
den veränderten Konsumgewohnheiten
der
6
Köln
Marburg
Aachen
Deutschen wie Metzger
Carsten Scheller auch
Bad Hersfeld
Bonn
in Zukunft noch als traditioneller Handwerker
überleben will, muss nicht nur ein Meister seiFulda
7
nes Fachs sein, sondern auch Tricks des SocialKoblenz
Media-Marketings beherrschen.
Steigen Sie also mit uns ein und kommen Sie FRANKFURT
a.M. Offenbach
Schweinfurt
auf den folgenden Seiten mit uns aufWIESBADEN
DeutschAschaffenburg
landtour. Entdecken Sie zehn Unternehmen,
MAINZ
Würzburg
Branchen, Herausforderungen und Lösungen.
Darmstadt
Erleben Sie zehn Geschichten, die für mehr steWertheim
hen als für einzelne Fälle. Sie stehen für einen Ludwigshafen
Heidelberg
Querschnitt der deutschen Wirtschaft, den
Bad
Mannheim
Fürth
Mergentheim
Mittelstand jenseits des SAARBRÜCKEN
Mythos.
Heilbronn
Karlsruhe
1 F
lensburg:
6 Melsungen:
2 R
endsburg:
7 Fulda:
3 S
prötze:
8 Künzelsau:
4 R
onnenberg:
9 Gruibingen:
5 N
iestetal:
10 Robbe & Berking
ACO Severin Ahlmann
Hof Eickhoff
­Fleischerei Scheller
SMA Solar Technology
5
Schwäbisch
Gmünd
STUTTGART
B. Braun
Reutlingen
9
Göppingen
Friedrich Zufall
Würth
Synapticon
W
eingarten:
Tox Pressotechnik
Nürnb
8 Schwäbisch Hall
Pforzheim
Unsere Stationen
ERFURT
Ulm
Ehingen
Biberach
Freiburg
10
Ravensburg
Friedrichshafen
08.05.2013 13:42:55
Augsburg
Präzisionsarbeit Wo
Wettbewerber Maschinen
einsetzen, geht bei Robbe &
Berking alles von Hand –
auch die Besteckgravur
Hart am Wind
Handarbeit Die Manufaktur Robbe & Berking, weltgrößter Hersteller von Silberbesteck, leidet unter
hohen Rohstoffpreisen. Oliver Berking erfindet das Unternehmen neu – mit Goldmünzen und Yachten
Text: Bernhard Hübner
B
ehutsam führt der Silberschmied das
Messer über den kleinen Amboss, treibt
mit sanften Hammerschlägen ein Muster in den Griff. Nebenan ­ritzen Graveure ein
Jahr lang an den Formen für eine neue Besteckgarnitur. Diese Hand­arbeit hat Robbe &
Berking zum Weltmarktführer gemacht. Aber
Oliver Berking, 50, in fünfter Generation Chef
und Eigentümer, deutet an diesem Morgen auf
eine schlichte Tür. Er sagt: „Dahinter finden
bald 80 Prozent unseres Umsatzes statt.“ Hinter der Tür lagern Gold und Silber, Münzen
robbe & Berking
1874 gegründet, dominiert
die Manufaktur mit 150 Mitarbeitern den Weltmarkt für
Silberbesteck. Ein einzelner
Löffel kostet knapp 200
Euro. Robbe & Berking hat
den Kreml ausgestattet, den
König von Malaysia und lieferte zuletzt das Tafelsilber
für einige der teuersten
­Megayachten der Welt.
und Barren. Robbe & Berking handelt nun
auch mit Edelmetallen als Geldanlage, macht
damit schon heute mehr als die Hälfte seines
Umsatzes. Keine Handarbeit, null Tradition,
„von der Spanne ein mini-mini-kleines Geschäft“, sagt Berking. Die Gewinne im Besteckgeschäft sind derweil zusammengeschmolzen. Zwischen 2006
und 2011 hat sich der Jahresüberschuss von
Robbe & Berking halbiert – laut der Bilanz von
2011, von 1,2 Millionen auf 602 000 Euro –,
neuere Zahlen sind noch nicht veröffentlicht.
8. April 2013
g
Robbe & Berkin
Flensburg
Styropor on Tour
Zum Start beluden wir unsere zwei Busse bis
zum Rand – mit Styroporbuchstaben. Fotografin Dörthe Hagenguth erwartete jede Minute
das perfekte Licht für das Aufmacherfoto unserer Geschichte. Ein Versuch am Ortsausgang
von Hamburg versank im Nebel. Erst am letzten
Tag fanden wir unsere Wunschbedingungen.
ter
gefahrene Kilome
158 km
unterwegs
3 h 30 min
Besonderheiten
6
6
impulse
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 13:36:55
Deutschlandtour Titel
Schuld am Minus ist der Rohstoffpreis. Seit
Beginn der Wirtschaftskrise haben An­
leger
Milliarden in Gold und Silber investiert. Der
Silberpreis hat sich seitdem vervierfacht. So
fällt es Oliver Berking immer schwerer, sein
handgefertigtes Silberbesteck zu marktfähigen
Preisen zu verkaufen. Der hohe Silberkurs sei
„das Damoklesschwert, das über uns schwebt“,
sagt er. „Ich sehne den Tag herbei, an dem
der Silberpreis wieder zusammenbricht.“ Seit
mehreren Wochen fallen die Kurse für Gold und
Silber wieder. Es sieht so aus, als könnte sich die
Vorgehensweise von Berking schon bald auszah­
len. Die Strategie heißt vor allem: Geduld. Berkings Strategie: Geduld
Andere Unternehmer wären in so einer Situa­
tion vielleicht in Panik geraten, würden radikal
Kosten senken oder die Produktion ins Ausland
verlagern. „Ich mache lieber den ­Laden zu, als
irgendwo anders fertigen zu lassen“, sagt
­Berking. Er wartet stattdessen ab, handelt mit
Goldbarren und macht einfach, was nur Eigen­
tümer von solide finanzierten Familienunter­
nehmen können: sein größtes Hobby zum Teil
des Geschäfts.
In den hohen Hallen am Flensburger Industriehafen riecht es nach Holz und Lack, Ber­
king geht sicher über die Gerüste und Planken
­zwischen haushohen hölzernen Segelyachten.
Auch das gehört zu Robbe & Berking: eine
Werft für historische Schiffe.
Berking segelt seit seiner Kindheit, hat
­Urlaube und sogar seine Hochzeitsreise auf
­Segelyachten verbracht. Seit Mitte der 90erJahre organisiert er das Flensburger Yacht- und
Regattafestival Robbe & Berking Classics.
„Mein Ziel ist es, irgendwann einmal ein
Mu­
­
seum für Yachtsportgeschichte zu schaf­
fen“, so der Unternehmer.
Seine Leidenschaft sind Zwölfer, zwischen
den Weltkriegen gebaute Segelyachten – 20
Meter lang, imposant und spartanisch, konstruiert für Siege bei Olympia und dem America’s
Cup. So edel die Materialien der Holzschiffe
sind, so wenig Bequemlichkeit bieten sie –
­weder Schlafkabinen noch Bordtoiletten. Das Nebengeschäft entstand aus einer fast
sentimentalen Rettungsaktion. 2005 verstei­
gerte die Flensburger Marineschule das 1939
gebaute Segelschiff „Sphinx“. Um die beliebte
Yacht in der Stadt zu halten, bot Berking z­ usammen mit anderen Enthusiasten 173 001
Euro für den maroden Rumpf und ließ das
Schiff komplett neu aufbauen. Seitdem restau­
riert die Werft nach ähnlichem Prinzip Schiffe
in Auftragsarbeit.
Eine Serienfertigung wie beim Besteck auf­
zubauen ist schwierig. Der Prototyp einer höl­
zernen Motoryacht zumindest steht seit Mona­
ten in der Halle – noch gibt es keinen Interes­
senten. Das Modell bietet potenziellen Käufern
wohl einfach zu wenig Luxus. Unter Konkurrenten
Nach der Führung durch die Silber- und Yacht­
manufakturen, die ja spezielle Märkte bedienen,
sagt Oliver Berking, impulse sei in einem wirklich
anspruchsvollen Geschäft unterwegs. Der Unternehmer spricht aus Erfahrung: Neben seinen Jobs
als Manufakturchef und Regatta-Organisator ist
er auch Chefredakteur seines eigenen Magazins.
„Goose“ ist ein Hochglanzheft mit edlen Reportagen und Fotostrecken rund um die Themen Segeln
und Meer. Zum Abschied bekommt jeder von uns
ein Gratisexemplar. Nach fast acht Stunden auf den
Beinen geht es eilig weiter durch Flensburg in Richtung Süden. Nächster Halt: Büdelsdorf, nicht weit
entfernt von Rendsburg.
Vom Hobby zum Geschäft
Oliver Berking liebt alte
Segelyachten. Deshalb
erweiterte er die traditionsreiche Silbermanufaktur
um eine Werft
Leseprobe Mai 2013
7
impulse
7
08.05.2013 13:37:08
Titel Deutschlandtour
Global gefragt
Innovation Durch die ständige Weiterentwicklung
seiner Produkte behauptet sich der Entwässerungsspezialist
ACO Severin Ahlmann auf dem Weltmarkt
Text: Jonas Hetzer
ACO Severin
Ahlmann
In den 70er-Jahren setzte
ACO als eines der ersten
Unternehmen auf Polymerbeton in der Entwässerung
– der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Heute hat das
1946 gegründete Familienunternehmen aus Büdelsdorf 3900 Mitarbeiter in
mehr als 40 Ländern und ist
weltweit an großen Bauprojekten beteiligt. Mit innova­
tiven Produkten gelang es
Firmenchef Hans-Julius
Ahlmann, einem Neffen des
Gründers, den Umsatz
binnen 15 Jahren mehr als
zu verdoppeln, 2012 auf
615 Millionen Euro.
8. April 2013
Austin
Waterloo
Unter den Wiesen rund um den Löwenhügel
bei Waterloo, Belgien, sorgen „Stormbrixx“ von
ACO für den schnellen Abfluss von Regen. Die
Kunststoffspeicher für Sickerwasser sind eine
der jüngsten Innovationen der Firma, ausgezeichnet mit dem British Construction Industry
Award. Der Clou: Die Stormbrixx sind zerlegbar
und lassen sich daher für den Transport platzsparend stapeln. Ein Vorzug, den Firmenchef
Ahlmann (kl. Foto, r.) beim impulse-Besuch mit
einem Mitarbeiter demonstrierte.
Die Entwässerungsrinnen an der Rennstrecke
von Austin, Texas, durften nicht zu breit sein,
damit hier nicht nur Formel-1-Boliden sicher
rasen können, sondern auch Motorräder. Mit
dem Qmax-System konnte ACO eine Lösung
bieten. Es ermöglicht den schnellen Abfluss von
Wasser auf großen, versiegelten Verkehrsflächen wie einem Rennkurs, obwohl die Rinne
sehr schmal ist. Für das Konzept erhielt ACO
2006 den Queen’s Award for Enterprise: Innovation. Ahlmann – im Bild mit einem QmaxBauteil – hofft nun auf weitere Aufträge für
Rennstrecken.
ann
lm
ACO Severin Ah
Büdelsdorf
Stolzer Empfang
Bevor wir uns bei ACO die Produktion
anschauten, begrüßten uns Firmenchef HansJulius Ahlmann und seine Frau Johanna
(rechtes Foto, r.) sichtlich stolz. In der Nacht
zuvor waren sie zum ersten Mal Großeltern
geworden. Ihr älterer Sohn und seine Frau
hatten eine Tochter bekommen.
ter
gefahrene Kilome
220 km
unterwegs
9h
Besonderheiten
8
8
impulse
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 13:52:45
HAmburg
Dubai
Getty Images (4); Mauritius
ACO ist heute „mehr als Rille und Gully“, sagt
Unternehmer Ahlmann. Seit einigen Jahren
positionieren sich die Büdelsdorfer als ganzheitlicher Anbieter rund ums Wasser im Hochund Tiefbau – vom Sammeln übers Aufbereiten
und Rückhalten bis zur Wiederverwendung.
Für den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der
Welt, lieferte ACO unter anderem 16 neuartige,
mit Hochdruckdüsen ausgestattete Fettabscheider zur Reinigung des Abwassers der
Einkaufs-Mall. Eine Technologie, die kein Wett­
bewerber habe, sagt Ahlmann.
Ein Kofferraum voller Kuchen
Ohne Gastgeschenk wollten wir uns auf unserer
Tour bei den Unternehmen nicht blicken lassen.
Also ließen wir einen Hamburger Konditor zehn
Kuchen backen, in Form der Umrisse Deutschlands
mit schwarz-rot-gelbem Zuckerguss. Ein kleines
Fähnchen markierte, mehr oder weniger exakt, die
geografische Position der Firma. Auffällig war die
München
Im Münchener Olympiastadion wurden 1972
erstmals Entwässerungsrinnen aus Polymer­
beton an einer Laufbahn eingebaut. Für ACO
ein Meilenstein in der Firmenhistorie: Seither
waren die Schleswig-Holsteiner an jedem
Olympiastadion beteiligt, außer 1980 in Moskau. Die Ausstattung des Stadions von London
2012 war einer der größten Einzelaufträge in
der Geschichte des Unternehmens – mit einem
Volumen von rund 5 Millionen Pfund, also
mehr als 6 Millionen Euro.
Für die Anfang April eröffneten
„Tanzenden Türme“ an der Hamburger Reeperbahn lieferte ACO
Entwässerungsrinnen, die spezielle
Anforderungen erfüllen. Damit
auch geringe Mengen Regen rund
um das Gebäude von Stararchitekt
Hadi Teherani schnell abfließen
und so die Rinne reinigen, gaben
ihr die Büdelsdorfer eine V-Form.
Im engen Teil fließt das Wasser
deutlich schneller und reißt den
Schmutz mit.
Scheu der Beschenkten, den Kuchen anzuschneiden. Ob wir einen Kühlschrank für den Transport
dabei hätten, fragte man uns bei ACO. Der, das sei
versichert, war nicht nötig. Der Mürbeteig hält sich
auch ungekühlt recht lange. Es sollte noch bis zu
unserem Besuch am Donnerstag bei Würth dauern, bis wir erfuhren, wie der Kuchen schmeckt.
Leseprobe Mai 2013
9
impulse
9
08.05.2013 13:52:58
Titel Deutschlandtour
Unter Margen-Druck
Landwirtschaft In kaum einem Land in Europa geben die Menschen so wenig von
i­hrem Einkommen für Lebensmittel aus wie in Deutschland. Die Folge: Landwirte wie
die Eickhoffs sehen sich gezwungen, mit großen Stückzahlen die Kosten zu drücken
Text: Bernhard Hübner
Hof Eickhoff
Im Juli 2010 brannte der fast fertige
Hähnchenstall der Eickhoffs im
­niedersächsischen Sprötze nieder.
Vermutlich hatten Tierschützer das
Feuer gelegt. Mit finanzieller Unterstützung des Geflügel-Verbands war
der 500 000 Euro teure Wiederaufbau möglich. Seitdem ist der Betrieb
ein Vorzeigestall, mit einem Sichtfenster für Besucher. Als impulse
kam, war die Halle leer, die Hähnchen
waren bereits im Schlachthof. Neue
Küken kamen einige Tage später.
Masthähnchen
Hof Eickhoff, Sprötze. Der
Familienbetrieb in der Lüneburger Heide existiert seit
dem 17. Jahrhundert, die
Hähnchenmast seit 2010.
­Malte Eickhoff mästet 36 000
Hähnchen der Rasse Ross
gleichzeitig. Nach 42 Tagen
sind sie schlachtreif und
­werden durch neue Küken
ersetzt. Das passiert sieben
Mal im Jahr. Colourbox
Viele Standbeine
Der Hähnchenmaststall ist das erste
große Projekt von
Jungbauer Malte
Eickhoff, 25 (o.). Als
letzte Voll­erwerbslandwirte im Ort
besitzen die Eickhoffs
auch 3000 Legehennen, 450 Schweine
(l.) und 200 Hektar
Acker
Küken
Emsland Brüterei, Dohren. In
der Anlage des Geflügelkonzerns Rothkötter werden jede
Woche zwei Millionen Eier in
riesigen Brutschränken zu
Küken ausgebrütet. Neun bis
zehn Stunden nach dem
Schlüpfen werden sie in Kisten
zum Bauernhof geliefert. Sie
wiegen 42 Gramm und kosten
33 Cent je Küken.
9. April 2013
Hof Eickhoff
Buchholz-Sprötze
ter
gefahrene Kilome
401 km
unterwegs
1 Tag, 3 h 30 min
Besonderheiten
10
10
impulse
Ein Imbiss für einen Kuchen
Auch Angela Eickhoff und ihr Sohn Malte
kriegen am Morgen unseres zweiten TourTages einen Deutschland-Kuchen (rechts).
Im Anschluss an die Hof-Führung lud die
Landwirtin die Gruppe zu einem Imbiss
ein, mit Produkten aus dem Hofladen. Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 13:56:32
www.impulse.de/warenprobe Alle für einen – welche Zulieferer hinter unseren Alltagsgegenständen stecken, erfahren Sie online.
Futter
Rothkötter Mischfutterwerk, Meppen und Haren.
Auch das Futter der Hähnchen kommt zu großen
Teilen vom Rothkötter-Konzern. Es enthält Mais,
Weizen, Soja, Vitamine und Spurenelemente und
garantiert ein möglichst rasches Wachstum. Malte
Eickhoff mischt dem Futter auch Weizen aus eigenem Anbau bei.
Impfstoff
Lohmann Animal Health, Cuxhaven.
Um den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden, mischt Eickhoff Impfstoffe gegen Salmonellen und das Geflügelvirus
Newcastle ins Trinkwasser. Kranke Tiere
werden vom Rest getrennt und notfalls
getötet. Im Durchschnitt sterben knapp
2 Prozent der Hähnchen vorzeitig. Hähnchenfleisch
Celler Land Frischgeflügel,
­Wietze. Sind die Hähnchen ausgewachsen, kommen Mitarbeiter des
Rothkötter-Konzerns, packen die
Tiere in Kisten und fahren sie zur
Großschlachterei, wo 600 Mitarbeiter jede Woche 2,6 Millionen
Hähnchen töten und zerlegen.
Bauer Malte Eickhoff bleibt ein
Gewinn von 20 bis 23 Cent je Tier.
Auge in Auge mit dem Chef
Die Star-Tankstelle in der Bornumer Straße in Hannover, Station unseres ersten Tankstopps, überrascht uns mit einem breiten Zeitschriftenangebot:
„Geo“, „Brand Eins“, sogar das „Philosophie Magazin“ – nur nicht impulse. Als Chefredakteur Nikolaus Förster umständlich erklären will, dass er nicht
nur für sein Auto, sondern auch für den zweiten
11
Bus mit dem gelben impulse-Schriftzug bezahlen
will, sagt der Tankwart ohne Zögern: „Sie sind ja
auch der Chef!“ Der Mann hinter der Theke outet
sich als begeisterter Leser unseres Hefts. „impulse
haben Sie aber nicht hier in der Tankstelle, oder?“,
bohrt Förster nach. Die ehrliche Antwort: „Nein,
das lesen die Leute hier nicht.“
08.05.2013 13:56:41
Titel Deutschlandtour
Fleischerei Scheller
Steaks und Social Media
Marketing Als einer der ersten Fleischer war Carsten Scheller schon
2007 bei Facebook. Wir haben ihn gefragt, was er sich dabei gedacht hat
Text: Jessica Perl
Die Fleischerei in Ronnenberg-­
Empelde bei Hannover betreibt
Familie Scheller schon seit 1938.
Carsten Scheller führt den Betrieb
in dritter Generation und hat einiges geändert. Mit selbst geschaffenen Marken, moderner Einrichtung
und seiner Wurstschule „Gaumenwerk“ versucht er, die Fleischerei
zu profilieren.
Fleischerei Scheller
9. April
9. April 2013
ller
Fleischerei Sche
Endlich mal was los hier
Ronnenberg
Ein offener Bus, in dem ein Mann mit Laptop sitzt. Für einige Schulkinder in Empelde war das wohl eine Attraktion. Erst
kam eins, dann zwei, dann drei – sie fragten, was es da zu tippen gab. Vielleicht
hätten wir ihnen gleich ein Praktikum anbieten sollen. Kurze Zeit später staunten
dann wir: über die Auslage bei Scheller.
ter
gefahrene Kilome
541 km
unterwegs
1 Tag, 9 h
Besonderheiten
12
12
impulse
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:02:21
ANZEIGE
Cloud: Turbo fürs Geschäft
Wenn mittelständische Firmen Software übers Internet nutzen, senken sie Kosten und arbeiten
effizienter. Eine breite Palette qualitätsgeprüfter Anwendungen gibt‘s auf dem Business Marketplace.
„FiT Für Das online-ZeiTalTer“
Christian Rätsch, Leiter
Segmentmarketing Kleine und Mittlere
Unternehmen (KMU), Telekom Deutschland,
zur Initiative „Antrieb Mittelstand“.
Herr Rätsch, Sie haben 2012 „Antrieb
Mittelstand“ gegründet. Warum?
Mehr Zeit für die Kunden dank Office 365: Holger Becker und Gerd Rondas, die
Gründer und Managing Partner von Conpetition, mieten Software aus der Cloud
„Mit Office 365 ist unser Büro immer
da, wo wir gerade sind – praktischer
geht‘s nicht. Davon profitieren auch
unsere Kunden“, sagt Holger Becker
von der Managementberatung Conpetition. Ob E-Mails, Präsentationen
oder Projektkalkulationen – über das
Internet greifen die Mitarbeiter von
Conpetition in ihren Büros in Frankfurt
und Hamburg, unterwegs oder aus dem
Homeoffice auf Informationen zu und
behalten Termine im Blick. Und wenn
die Zeit für einen Vor-Ort-Termin fehlt,
treffen sie ihre Kunden via Audio- oder
Videokonferenz.
Möglich macht das die Cloud. Statt
Office lokal auf den Rechnern der
Mitarbeiter zu installieren und in Lizenzen zu investieren, hat Conpetition die
Anwendung von der Telekom gemietet.
Übers Internet greifen die Berater auf
Software und Daten zu, die im Rechenzentrum gespeichert sind. „Dank der
Cloud müssen wir uns auch nicht länger
um Wartung oder Updates kümmern“,
so Gerd Rondas. „Umso mehr Zeit haben wir für unsere Kunden.“ Und wenn
Conpetition neue Mitarbeiter einstellt,
13
wächst die Software flexibel mit. Nutzer
lassen sich jederzeit hinzufügen.
DurChbliCk in Der Wolke
Gebucht haben die Berater ihr Office
365 auf dem Business Marketplace.
In diesem Online-Portal bündelt die
Telekom Cloud-Anwendungen von Partnerfirmen für kleine und mittelständische Unternehmen. Neben Office 365
finden Firmen hier etwa Online-Speicherplatz, Projektmanagementsoftware
oder Buchhaltungstools. Schon jetzt
können sie aus über 40 Business-Apps
wählen und es werden jeden Monat
mehr. Um den Gang in die Wolke möglichst einfach zu machen, haben Firmen
mit der Telekom nur einen Vertragsund Ansprechpartner. Außerdem prüft
der Dienstleister Sicherheit und Qualität
der Angebote, stellt sie bereit, steht mit
einer Servicehotline zur Verfügung und
bündelt die Services auf einer Gesamtrechnung. Alle Apps lassen sich 30
Tage lang kostenlos testen.
Zum Business Marketplace geht‘s hier:
www.businessmarketplace.de
Kleine und mittelständische Unternehmen in
Deutschland schöpfen
die Möglichkeiten der
Digitalisierung nicht
aus. Nur 60 Prozent
präsentieren sich mit
eigener Website. Lediglich 40 Prozent davon nutzen Online-Marketing, noch weniger die Cloud oder spezielle
IT-Anwendungen, etwa zur Kundenbindung.
Dadurch entsteht langfristig ein Wettbewerbsnachteil – für die Firmen genauso wie für
unsere Volkswirtschaft.
Was ist das Ziel Ihrer Initiative?
Die Telekom und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, BVMW, haben ein
Bündnis mit führenden Unternehmen der ITund Telekommunikationsbranche geschlossen.
Mit diesem geballten Know-how wollen
wir den Mittelstand fit für das Online-Zeitalter
machen und ganz konkret unterstützen – ohne
Fachchinesisch.
Was sieht diese Unterstützung aus?
Wir laden mittelständische Betriebe zu kostenlosen Veranstaltungen in ganz Deutschland
ein. Dort informieren wir in Workshops und
Fachvorträgen ganz praxisnah und beantworten viele Fragen, zum Beispiel: Wie wird die
Website besser bei Google gefunden? Was
macht einen Webshop erfolgreich? Und wie
komme ich in die Cloud? Außerdem bauen
wir unsere Website zu einer zentralen Anlaufstelle zum Thema Digitalisierung aus.
Weitere Informationen:
www.antrieb-mittelstand.de
nächste Veranstaltungen:
Hannover, 18. Juni 2013
Dresden, 25. Juni 2013
08.05.2013 14:02:24
Lockmittel Die Gesichter
der Kampagne sind ZufallAzubis. Eine Website, Werbespots und ein Infopaket
sollen Bewerber anziehen
Nachwuchs Personalleiter Karl-Hermann Ziegler (o.)
und Zufall-Azubis (v.
l.): Matthias Nickel,
Maurice Meinhardt
und Tamara Ehm
Werben um Zukunft
Ausbildung Die Spedition Zufall investiert in eine
ungewöhnliche Marketing-Kampagne, um gute Azubis
zu finden. Doch der Erfolg ist schwer messbar
Text: Jessica Perl
Spedition Zufall
Die Zufall Logistics Group
ist ein internationaler Logistik- und Speditionsdienstleister. Gegründet wurde
das Familienunternehmen
1928 in Kassel. Inzwischen
gibt es deutschlandweit
zehn Standorte. impulse
machte Station in der größten Niederlassung des Unternehmens in Fulda. Dort
arbeiten 550 Angestellte
und etwa 250 Aushilfen.
M
it einem breiten Lächeln steht Yasmin
vor einer Schultafel, über ihr hängt
ein Slogan: „Ich glaube nicht an
Schicksal, ich glaube an Zufall.“ Yasmin und
andere Jugendliche werben so für ihre Ausbildung bei der gleichnamigen Spedition. Ob
Kraftfahrer, Fachlagerist oder Speditionskauffrau – die Kampagne umfasst alle Lehrberufe
des Unternehmens und soll in Fotos und Kurzfilmen deren Vorzüge aufzeigen. Verbreitet
werden die Aufnahmen seit Oktober 2011 auf
Youtube und Facebook, mit kostenlosen Postkarten, Flyern, sogar im Kino und auf USBSticks, die per Post verschickt werden. Die
Kampagne ist ungewöhnlich für einen Mittelständler. Zufall will sich nicht dem Schicksal
ergeben, in einigen Jahren unter Nachwuchssorgen zu leiden. Hintergrund ist der demografische Wandel: „Wenn der Trend anhält, werden im Jahr 2030 in den Regionen um unsere
Standorte 11,2 Prozent weniger Menschen
leben“, sagt Personalleiter Karl-Hermann Ziegler. Das gehe aus Studien und Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
Obwohl die Bewerberzahlen bisher noch
nicht zurückgegangen sind, hat die Firma investiert: 50 000 Euro hat die Kampagne bisher
gekostet, allein 20 000 Euro der Kinospot. Hinzu kommen weitere Kosten, etwa für den Nachdruck von Postkarten. Und der Aufwand war
hoch: Sechs von 131 Azubis übernahmen nach
einem Casting die Hauptrollen in den Kurzfilmen und wurden dafür von einer Schauspieltrainerin geschult. „Es hat den Jugendlichen
viel Spaß gemacht“, sagt Ziegler.
Die Wirkung ist unklar
Bleibt die Frage nach dem Erfolg. Der sei kaum
messbar, sagt Ziegler. Die Bewerberzahlen seien konstant, die Qualität der Bewerber hoch.
Welchen Anteil die Marketingstrategie daran
hat, versuchte die Spedition über einen Fragebogen zu ermitteln. Das Ergebnis: Je etwa
3 Prozent der Bewerber sind durch Facebook,
im Kino oder per Stellenanzeige auf Zufall
­aufmerksam geworden, 20 Prozent haben die
Webseite der Kampagne besucht. Über die
­Arbeitsagentur, Ausbildungsmessen oder den
Bekanntenkreis kamen deutlich mehr Kontakte
zustande. Bei Zufall ist man weiterhin vom
Konzept überzeugt. Bald kommen neue Azubis
vor die Kamera.
11. April 2013
Friedrich Zufall
Fulda
Tschüss und bis nachher!
Einige Leser folgten uns zu mehreren Netzwerktreffen. Diana
Meier und Knuth Fischer von der Firma Hepla-Kunststofftechnik
hatten wir schon bei B. Braun kennengelernt, bei Zufall sahen
wir uns wieder. Zum Abschied hieß es: „Bis später bei Würth.“
Dann rauschten sie mit ihrem Audi los in Richtung Künzelsau.
14
gefahrene Kilometer
929 km
unterwegs
3 Tage, 4 h
Besonderheiten
08.05.2013 14:05:59
DAS UNTERNEHMER-MAGAZ IN
Fair Play!
Werben & Wachsen. Wir machen ernst mit fairem Wirtschaften: Ab sofort bieten wir
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15
08.05.2013 14:06:03
Titel Deutschlandtour
Warten auf die Sonnenwende
Erneuerbare Energien Lange blieb SMA von der Solarkrise verschont. Jetzt muss auch der
Text: Hanna Grabbe
Deutschland
China
China kommt ... Anteile Deutschlands
und Chinas am weltweiten FotovoltaikUmsatz im Jahresvergleich 2005 und
2011 (Grafik links)
80%
60%
63
50
40%
20%
11
0%
2005
18
2011
... Deutschland geht Prognose zum
Anteil der deutschen Wechselrichterproduktion für Solaranlagen am Weltmarkt in den Jahren 2010 und 2020
80%
60%
69
40%
28
20%
0%
2010
2020
Gigawatt soll in China der jährliche
Zubau von Solarenergie für die nächsten
drei Jahre betragen. Zum Vergleich: Die
Kapazitätsleistung aller deutschen Kernkraftwerke beträgt rund 20 Gigawatt.
So stark sinkt das
weltweite Marktvolumen für Wechselrichter in diesem Jahr,
nämlich von 5 auf 4,4
Milliarden. Gleichzeitig steigt aber die von
den Geräten abgenommene Leistung
von 31 auf 34 Gigawatt.
10. April 2013
nology
SMA Solar Tech
Niestetal
Wechselnde Aussichten
Beim Hotel am Steinertsee hatten wir auf
Seeblick gehofft. Stattdessen grasten vor
unseren Fenstern Ponys, was ja auch ganz
schön ist. Die direkten Nachbarn von SMA
Solar dagegen dürften sich beim Bau der Firmenzentrale wenig über die Aussicht auf das
große, graue Firmengebäude gefreut haben.
ter
gefahrene Kilome
730 km
unterwegs
2 Tage, 4 h
Besonderheiten
16
16
impulse
Quellen: Statista/PWC, Statista/Roland Berger, SMA Solar/bundesregierung.de, Statista/Bloomberg/Zentrum für Solarmarktforschung, Wurzer & Kollegen, SMA Solar, Unternehmensangaben
Hersteller von Wechselrichtern umdenken – doch der Aufbau neuer Geschäftsfelder braucht Zeit
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:08:00
Patente haben die vier größten
chinesischen Solarfirmen in
den letzten vier Jahren angemeldet. Zum Vergleich die Zahl der
Patent­anmeldungen des deutschen ­Solarriesen Solarworld in
den ­vergangenen 10 Jahren: 105.
Vogelperspektive Pro Acht-Stunden-Schicht können bei SMA 1000 Wechselrichter hergestellt werden. Zur aktuellen Auslastung sagt die Firma nichts
SMA Solar
Geschäftszahlen börsennotierter Solarfirmen
in Deutschland, in Millionen Euro
Umsatz
Gewinn/Verlust
2011
2012
2011
2012
462
280
–32,2
–84,4
Centrosolar
293
227
–16,8
–73,6
Centrotherm*
699
--
–15,9
--
Conergy
754
474
–162
–99
Manz
241
184
1,2
–33,5
Phoenix Solar
399
155
–86,4
–37,6
SMA
1671
1463
166
75
Solarworld**
1047
--
–299
--
Aleo Solar
* Bilanz 2012 liegt wegen Insolvenz noch nicht vor
** Bilanz 2012 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor
Schwarze Zahlen Unter den Blinden ist
der Einäugige König. SMA zählt zu den wenigen in der Branche, die bislang noch keinen
Jahresverlust bekannt geben mussten; das
könnte sich angesichts der Marktentwicklung
aber 2013 ändern. Auch die Umsatzprognose wurde drastisch heruntergeschraubt.
„Wir glauben, dass wir weiterhin Weltmarktführer bleiben“, sagt Pierre
Urbon. Diesen Titel will sich der SMAVorstandssprecher nicht nehmen lassen.
Obwohl der Konzerngewinn in den
vergangenen beiden Jahren jeweils um
mehr als die Hälfte sank, ist SMA weiter
die Nummer eins weltweit, mit 23 Prozent Marktanteil. Nur: Vor ein paar Jahren waren es noch um
die 40 Prozent.
Und wie geht’s weiter? Anders als den Herstellern von Solarzellen konnte den Kasselern Konkurrenz aus China bisher nicht
viel anhaben. Die Produktion von Wechselrichtern, die jede
­Solaranlage braucht, ist sehr anspruchsvoll. SMA konnte mit
Qualität punkten. Doch nun drückt die Kürzung der Solarförderung die heimische Nachfrage. Und in China, bald der weltgrößte Markt für Sonnenkraftwerke, wollen die wenigsten für
Hightech à la SMA bezahlen. Die börsennotierte Firma, die zu
großen Teilen noch den drei Gründern gehört, setzt deshalb auf
Trends wie privates Energiemanagement, die Kombination aus
Fotovoltaik und Dieselantrieb oder Großprojekte in Schwellen­
ländern. Doch um die jüngsten Umsatz- und Gewinneinbußen
auszugleichen, wird Urbon einen langen Atem brauchen.
Wo die Energiewende geglückt ist
Der Ursprung der Firma läge in einer alten Bäckerei in der Kohlenstraße, erzählte man uns. Wir
besuchten SMA in der Sonnenallee – bei den Straßennamen ist die Energiewende geglückt. Zum
Netzwerktreffen kamen auch einige junge Gründer,
zum Beispiel Hermann Hetzer: Auf seiner Plattform
17
Vireo vertreibt er unter anderem solarbetriebene
Radios oder Milchaufschäumer. Unsere Volontärin
Jessica Perl drehte ein Interview mit ihm für die
impulse-Webseite (Foto). Danach mussten wir uns
beeilen, um rechtzeitig in Melsungen anzukommen,
bei unserer nächsten Station: B. Braun.
08.05.2013 14:08:07
Klasse Masse
Prozessoptimierung Massenprodukte Made in
Germany – das funktioniert. Wie man mit dieser
Strategie erfolgreich ist, zeigt das Medizintechnikunternehmen B. Braun
Text: Hanna Grabbe
1
3
B. Braun
Das Familienunternehmen zählt weltweit zu den wichtigsten
Medizintechnikherstellern. 2012 setzte B. Braun 5 Mil­liarden
Euro um. Bekannt wurden die Melsunger durch die
­Erfindung der Braunüle, einem Infusionskatheter aus Kunststoff. Fast alle Produkte helfen Kliniken, ihre Prozesse zu
­optimieren – aber auch die eigenen hat B. Braun im Griff.
2
10. April 2013
B. Braun
Melsungen
ter
gefahrene Kilome
762 km
unterwegs
2 Tage, 9 h
Besonderheiten
18
Willkommen in Braun-Town
So wird das Städtchen Melsungen nämlich auch
genannt. Von gut 13 000 Einwohnern arbeiten
knapp 6000 bei dem Familienkonzern, an zwölf
Standorten. Es dauerte eine Weile und brauchte
einige Nachfragen, bis wir schließlich den richtigen,
die Pfieffewiesen, fanden.
08.05.2013 14:11:53
Deutschlandtour Titel
1
2
3
4
Komplex Produktionsleiter HansDieter Fröhlich erklärt, an welchen
Stellen die Herstellung der Infusionssets perfektioniert wurde
4
Das verflixte Ü – und was bitte ist ein „Schafhotel“?
Im Auto ein Blick auf den Ablaufplan: Hotel KrenAls wir bei Dunkelheit wieder aufbrechen, haben
zers Rhön steht da. War das nicht – ja doch, das
wir nicht nur etwas über optimierte Prozesse
„Schafhotel“, von dem unsere Assistentin in
gelernt, sondern unter anderem auch, dass die
Hamburg so geschwärmt hatte. Wir wissen nicht
berühmte Braunüle längst nicht mehr so heißt.
genau, was ein Schafhotel ist, hoffen aber, dass wir
Vasofix lautet der Name seit der Internationa­
unsere Zimmer nicht mit Wollvieh teilen müssen
lisierung – wer außer Deutschen und Türken kann
und es nach neun Uhr noch etwas zu essen gibt.
schon ein Ü schreiben oder sprechen?!
Leseprobe Mai 2013
19
impulse
19
08.05.2013 14:12:08
Schrauben am Vertrieb
Online-Handel Der Schraubenhändler Würth ist dank eines dichten Netzes von Außendienstlern
zum Milliardenkonzern gewachsen – und muss in Zeiten des Internets seinen Vertrieb neu erfinden
Text: Eike Radszuhn
Würth
11. April 2013
Als 2012 klar wurde, dass die Würth-Gruppe den
sicher geglaubten 10-Milliarden-Euro-Umsatz
nicht ganz erreichen würde, schrieb Patriarch und
Aufsichtsrat Reinhold Würth einen Brief an den
Außendienst: Wer weiterhin wertvolle Verkaufszeit „sinn- und nutzlos verplempert“, könne gleich
zu Hause bleiben. Geschadet hat Würth dieser Ton
offenbar nicht: Seit 1954 hat es der Händler für
Befestigungsmaterial und Werkzeug geschafft, auf
über 65 000 Mitarbeiter anzuwachsen. Der deutsche Mutterkonzern zählt 6000 Mitarbeiter, die
Gruppe beschäftigt 32 000 Außendienstvertreter.
Adolf Würth
Künzelsau
ter
gefahrene Kilome
1164 km
unterwegs
in
3 Tage, 9 h 40 m
Besonderheiten
20
20
impulse
Ein Stück Deutschland
Zwischendurch fragten wir uns schon:
Schmeckt unser Gastgeschenk eigentlich?
Als erstes Unternehmen kam Würth auf die
Idee, den Deutschlandkuchen gleich vor Ort
anzuschneiden. Fazit: wie ein großer Keks
mit Zuckerguss, aber lecker, auch noch am
vierten Tag unserer Reise.
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:14:08
M
ein Gott, kennt der Mann die Zahlen Vertriebsformen sind dort aufgelistet: Verkäunicht? Alle Welt spricht vom Online- fer, 400 Shops, E-Commerce, Telefonservice.
Handel, aber Norbert Heckmann Der Vertreter solle zum Manager der Kanäle
steht in der Mitarbeiterkantine und sagt Sätze werden. „Wir blasen nicht zum Abgesang auf
wie: „Motor des Erfolgs sind unsere Vertriebs- den Direktvertrieb, sondern glauben an die
mitarbeiter.“ Das Internet, ja, auch ganz prima: ­Mischung“, sagt der 45-Jährige. Soll doch jeder
30 Prozent des Umsatzes soll
bestellen, wo er will, ganz nach
Slogan: Jedem Kunden
der Werkzeughändler Würth
Der Buchhändler, dem
sein Würth. Das klingt einfach
2018 per E-Commerce verbuchen, doppelt so viel wie heute: der sich als direkte und ist kompliziert. Ein dichtes
Konkurrenz zu
Schrauben und SchleifmaschiVertriebsnetz und ein guter Onnen einfach per Mausklick.
Amazon versteht, line-Auftritt sind das eine – beiTrotzdem will Deutschlandchef
hat keine Chance des zu verbinden ist die Kunst.
„Man darf die Kanäle nicht
Heckmann weiter Verkäufer in
Bernd Herrmann Leiter
konkurrieren lassen“, glaubt
schnelle Autos setzen und jede
Marketing und EDV
Bernd Herrmann, zuständig für
Werkstatt der Republik persönlich abklappern lassen. Warum?
Marketing und EDV. Bei Würth
Die Firma Würth knabbert an der gleichen hat jeder Vertreter ein Gebiet; er bekommt ProHerausforderung wie alle Händler: dem Inter- vision, wenn ein Kunde bestellt, egal ob nach
net. Online boomt, 2012 wurden in Deutsch- einem Besuch oder digital. „Wenn der Vertreter
land insgesamt 30 Milliarden Euro digital nicht am E-Commerce beteiligt würde, hätten
umgesetzt, knapp viermal mehr als vor zehn wir dort nicht 135 Millionen Euro Umsatz, sonJahren. Bisher aber stand Würth für eine ande- dern vielleicht 780 000 Euro.“
re Vertriebsform: Direktvertrieb. Jeder zweite
Wieso überhaupt Vertreter? Wenn Würth eiMitarbeiter ist Verkäufer, das Vertretertum nes Tages zu 80 Prozent online verdient, lohnt
liegt in Würths DNA. Das Traditionsunterneh- sich dann noch eine Außendienst-Armada?
men muss die Chancen des Online-Handels „Wir bieten damit einen Zusatznutzen“, glaubt
nutzen, ohne die eigene Identität zu verlieren. Herrmann. Nur wer auch Offline-Service anbieBeim Ortstermin wirft Heckmann eine Prä- te, behaupte sich gegen reine Online-Händler.
sentation an die Wand – der Plan, mit dem er „Der Buchhändler, der sich als direkte KonkurWürth ins nächste Jahrzehnt bringen will. Vier renz zu Amazon versteht, hat keine Chance.“
Zu Gast bei Vertriebsprofis
in Künzelsau Die WürthManager Norbert Heckmann
und Volker Retz im Gespräch
mit impulse-Chef Nikolaus
Förster (v. l.). Das Logistik­
lager (l.) wird im Mai durch
ein weiteres ergänzt
Die Mär vom sonnigen Süden
Einen frostigen Frühling lang hielten wir Hamburger uns für geografisch gestraft und zum Frieren
verdammt, während sich der Süden der Republik
schon besten Grillwetters erfreute. Wir stellen fest:
Das ist Quatsch, zumindest nach unserem WürthTermin: Es regnete praktisch die ganze Fahrt in
21
Strömen, von Künzelsau bis Bad Ditzenbach auf
der Schwäbischen Alb. Schietwetter, würde der
Norddeutsche sagen. Mehr Sonnenstunden im
Süden? Wir zweifeln mittlerweile an dieser These.
Zweite Erkenntnis des Tages: Beim Aussteigen aus
dem Auto sollte man immer auf Pfützen achten.
08.05.2013 14:14:24
Titel Deutschlandtour
Gießkannen verboten!
Gründer Deutschlands Wirtschaft basiert auf alten Technologien. Für junge Hightech-Firmen fehlen
die Voraussetzungen. Ein Essay von Nikolai Ensslen, Geschäftsführer des Startups Synapticon
E
s ist schon seltsam. Vermutlich nirgends auf der Welt
droht bei beruflichem Scheitern so wenig materieller
Verlust wie in Deutschland. Und trotzdem hat man bei
uns große Angst vor der Arbeitslosigkeit. Und fast noch mehr
vor dem Scheitern in einer selbstständigen Tätigkeit; kommt
dies doch praktisch dem sozialen Tod gleich. Selbstständig zu
sein oder gar ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen
zu gründen erntet in der Regel vor allem Mitleid. Selbstständig
bedeutet für den modernen Deutschen sprichwörtlich die Kombination aus „selbst“ und „ständig“. Wer will das schon sein?
Das war nicht immer so. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, in
der sogenannten Gründerzeit, errichteten risikobereite Unternehmer die Fundamente für spätere Weltkonzerne wie Bosch,
Siemens, Continental oder ThyssenKrupp. Der Status Deutschlands als Exportnation fußt immer noch auf den damals
begründeten Industrien wie Maschinen- und Automobilbau.
Für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte braucht Deutschland eine neue Gründungswelle, im Hightech-Bereich. Gern
blickt man hierzulande verträumt ins Silicon Valley: dem Ort,
wo das mit dem Unternehmertum seit einiger Zeit so unglaublich gut funktioniert. Im Jahr 1952 rief der damalige Dekan der
privat gestifteten Stanford University, Frederick Terman, südlich von San Francisco den Stanford Industrial Park ins Leben.
Was bei uns gern übersehen wird, sind die Voraussetzungen
für den Erfolg der dortigen Startups. Die wissenschaftlich-technisch geprägten Gründer hatten immer wieder Schwierigkeiten, die Kontrolle über ihre schnell wachsenden Unternehmen
zu behalten – was nicht selten das Aus für ein Unternehmen bedeutete. Mitarbeiter dieser Unternehmen hatten jedoch viele
Ideen und Motivation gesammelt und gründeten sehr oft neue
Firmen. Scheitern als Grundlage für Neues, als elementarer
Faktor für einen so schillernden Ort wie das Valley: ein in ei-
Spaß-Gesellschaft Die Synapticon-Gründer Nikolai Ensslen (l.),
Martin Schwarz (M.) und Andrija Feher in ihrem Büro
nem deutschen Kopf schwer unterzubringender Sachverhalt.
Das gilt auch für die Finanzierung der Valley-Startups. Die teils
milliardenschweren privaten Geldgeber, die sich hier tummeln,
haben verstanden, dass es ein sehr profitables Geschäft sein
kann, eine manchmal auf mehr, manchmal auf weniger Sub­
stanz begründete Technologieidee mit viel Wind aufzublasen,
um die entsprechend stark gewachsenen Anteile am zugehörigen Unternehmen dann im richtigen Augenblick wieder abzustoßen. Wobei der richtige Augenblick entweder kurz vor dem
Scheitern oder aber nach dem erfolgreichen Börsengang des
Unternehmens liegt. Wir Deutschen müssen uns eingestehen,
12. April 2013
Synapticon
Gruibingen
Knöcheltief im Schlamm
Früh am Morgen machten sich Nikolaus Förster und Dörthe Hagenguth auf die Suche nach
Fotomotiven. Auf einem schwäbischen Acker
dann das Malheur: Die Reifen drehten durch.
Mit viel Körpereinsatz gelang es, den Wagen
wieder ins Rollen zu bringen. Fast hätten sie
einen Bauern mit Traktor zu Hilfe gerufen.
ter
gefahrene Kilome
1324 km
unterwegs seit
4 Tage, 4 h
Besonderheiten
22
22
impulse
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:16:46
Blickfang Mehr als dieser
Roboterarm interessiert die impulse-Redakteure die Maschine, die
nicht im Bild ist
SYnapticon
„Technologiezentrum“ steht auf dem Schild.
Was eher nach Großstadt und Universität
klingt, befindet sich am Rand der kleinen
Gemeinde Gruibingen, in der Nähe der A8,
irgendwo zwischen Stuttgart und Ulm. Hier,
im Hohlbachweg 2, sitzt die Firma Synapticon.
Zukunftsmarkt Service-Robotik
2010 hat Geschäftsführer Nikolai Ensslen, 29,
das Startup mit zwei Freunden gegründet.
21 Ingenieure entwickeln hier Soft- und Hard-
ware für Roboter, die flexibel einsetzbar und
wandlungsfähig sind. Arbeitsgeräte für die
vernetzte Fabrik – und für jedermann. Mit
der Technologie von Synapticon können Service-Roboter etwa für den Haushalt, die Pflege und viele andere Bereiche laufen. Experten erwarten ein Wachstum des Marktes von
heute knapp 10 Milliarden Dollar auf über
70 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Synapticon
machte im vergangenen Jahr 200 000 Euro
Umsatz; 2015 sollen es 7,5 Millionen Euro sein.
dass dies kein Modell ist, das wir besonders gut mit unserer Moral vereinbaren können. Wir sehen es lieber als die Aufgabe des
Staates, für die Bedingungen und Mittel für das Entstehen neuer Unternehmen zu sorgen. Und wo ein demokratischer Rechtsstaat agiert, ist das Thema Gerechtigkeit nicht weit. Der Versuch, Gerechtigkeit zu schaffen, mündet meistens in einem
Gießkannenprinzip. Gezielte Förderung der besten Köpfe und
Ideen funktioniert so nicht.
Noch etwas anderes hat man vom Silicon Valley gelernt: Dass
Technologieunternehmen etwas mit Universitäten zu tun haben. Und mit Eliten, die an Spitzen-Hochschulen ausgebildet
werden. In der Schlussfolgerung startet die Politik Aktionen
wie die Exzellenzinitiative. Universitäten werden – einmal
mehr nach dem Gießkannenprinzip – mit Bundesmitteln ausgestattet, um die Eliten von morgen auszubilden. Das lässt jedoch
außer Acht, dass das deutsche Hochschulsystem vor allem einen Zweck erfüllt: die Konzerne des Landes mit qualifizierten,
in Form gepressten und zertifizierten Fachkräften zu versorgen. Unternehmergeist, der Mut zum Querdenken und Kreativität stehen nicht auf dem Lehrplan.
Ein paar Gründer, die sich dann doch trauen, kommen in den
German Silicon Valley Accelerator: Dort sollen sie lernen, wie
man heute Technologie unternimmt und auch gleich die passenden Investoren dazu finden. Fragt sich, was noch das „German“ an der Aktion sein soll. Ach ja: Man stellt sich vor, die Leute importieren Inspiration und Mittel wieder in die Heimat, und
dadurch werden wir hier vom Valley-Virus infiziert. Bislang findet das Gegenteil statt: Viele der begabtesten technologisch-
unternehmerischen Kandidaten finden ihre Möglichkeiten außerhalb der Bundesrepublik. Von Web-Beispielen wie LinkedIn
bis hin zur Zukunft der eigentlich deutschen Bastion des Automobils, nämlich den autonomen Fahrzeugen von Google X,
sind Exil-Deutsche am Werk. Für mich ist klar, dass sich etwas
ändern muss. Denn seit der Zeit des Wirtschaftswunders ernähren wir uns rein von dem, was wir bereits haben: Autos, Chemie, Maschinenbau – das können wir. IT, Mobilfunk, Halbleiter
und Biotechnologie – das haben wir bereits weitestgehend versemmelt oder sind eifrig dabei, es zu tun. Da helfen auch keine
wiederum vom Staat finanzierte Augenwischerei mit grüner
Energietechnik oder umständliche, staatlich organisierte Versuche, unser Asset der Automatisierungstechnik ins Morgen zu
versetzen. Das Einzige, was helfen könnte, wäre eine Kombination aus einer freiheitlicheren, stärker privat finanzierten
Hochschullandschaft, deren Hauptaufgabe es ist, Umgebungen
für fachliche Befruchtung und unternehmerische Motivation
zu schaffen; einer Politik, die weniger subventioniert, dafür
aber private Investitionen begünstigt; und einem gesellschaftlichen Bewusstsein, das Risikobereitschaft wieder honoriert
und Scheitern nicht verurteilt.
Nur Bares ist Wahres
Unser Hotel akzeptierte weder Kredit- noch EC-Karte. Zum Glück
gab es nur ein paar Schritte entfernt eine Sparkasse (Foto l.).
Nach Barzahlung der Rechnung fuhren wir zu Synapticon. Dort
begrüßte uns auch Bruno Ensslen, der Vater des Geschäftsführers. Er ist selbst Unternehmer, Gründer der Ensslen Product
Image, die etwa Ritter Sport als Kunden hat. Und er malt: Auf dem
Foto steht er vor zweien seiner Bilder, die bei Synapticon hängen. 23
08.05.2013 14:16:56
Maschinenbau Wie
sich Bleche verbinden
lassen, wissen die
Tox-Chefs: Geschäftsführer Wolfgang
Pfeiffer (o.) und die
geschäftsführende
Gesellschafterin
­ tefanie Reich
S
Von Weingarten in die Welt
Schwellenländer Der Maschinenbauer Tox Pressotechnik hat früh den Sprung in attraktive
Wachstumsmärkte gewagt – und verrät, wie Unternehmer dort Fuß fassen können
Text und Protokolle: Eike Radszuhn
Tox Pressotechnik
Der Verkaufsschlager von
Tox trägt den hübschen
­Namen „Kraftpaket“, eine
pneumatische Presse. Zweites großes Produkt ist ein
Verbindungsverfahren, bei
dem Bleche zusammengestempelt werden. Das 1978
gegründete Unternehmen
hat über 700 Mitarbeiter
und neben der Zentrale in
Weingarten 37 Tochterfirmen und Joint Ventures.
Im Steuerdschungel von Brasilien
Hinrich Dohrmann, Geschäftsführer
Wer unser Land für kompliziert hält, kennt die Gegebenheiten in Brasilien nicht. In
Deutschland gibt es einen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. In Brasilien dagegen
existieren nicht nur unterschiedliche Sätze für verschiedene Produkte – sie variieren
auch zwischen den 26 Bundesstaaten. Seit 1992 liefert Tox Pressotechnik nach Brasilien, seit 2007 produzieren wir auch dort. Kontakte und Infrastruktur aufzubauen
war kein Problem – die Aufträge zu bearbeiten schon, weil unser Computersystem
nicht ausgelegt war für den brasilianischen Steuerdschungel. Wie kann man die
unterschiedlichen Sätze in die Maske eingeben? Was, wenn Bestell- und Lieferort
unterschiedlich besteuert sind? Es half nichts, wir mussten nachprogrammieren –
ein Jahr hat es gedauert, bis unsere EDV eine an Brasilien angepasste Lösung hatte.
12. April 2013
nik
Tox Pressotech
Weingarten
ter
gefahrene Kilome
1452 km
unterwegs
in
4 Tage, 10 h 50 m
Besonderheiten
24
Nichts geht mehr
Irgendwann musste es so kommen: Stau auf
der B 30. Wir stehen und fluchen, weil wir es
nicht pünktlich zu Tox nach Weingarten
schaffen. Während sich die impulse-Leser
schon die Firma zeigen lassen, nehmen wir die
Landstraße und kommen mit fast zwei Stunden Verspätung an. Rechtzeitig zur Diskussion.
08.05.2013 14:19:45
Deutschlandtour Titel
Ganz oder gar nicht nach Indien
Ohne Angst nach China
Martin Knörle, Leitung Finanzen und Verwaltung
Stefanie Reich, geschäftsführende
Gesellschafterin
Als Tox Pressotechnik 2005 nach Indien ging, haben wir gedacht: Wir verkaufen dort zunächst die Standardprodukte aus
Deutschland, gewinnen Kunden und bauen auf dieser Basis
­unsere Aktivitäten aus. Es ist naheliegend zu sagen: Wir bieten
an, was wir haben. Die indischen Kollegen ließen uns wissen,
dass das genau der falsche Weg wäre. Das Preisniveau unseres
Marktes ist dort fünfmal niedriger als in Deutschland. Also
sind wir sofort den ganzen Schritt gegangen: Seit 2006 kons­
truieren und bauen wir in Pune Maschinen speziell für den
­indischen Bedarf, aber einfacher – eben marktspezifisch. In
­denen verbauen wir die Standardteile aus Deutschland – die
ganzen Anlagen sind nur noch 20 bis 30 Prozent teurer als
die der Wettbewerber. Seit zwei Jahren sind wir mit diesem
Konzept dort in der Gewinnzone. Allerdings muss man für
den Ansatz bereit sein, ein Risiko einzugehen – und sofort eine
relativ hohe Summe investieren.
Die Bastler aus Südafrika
Manche Unternehmer haben Bedenken,
nach China zu gehen, weil sie dort kopiert
werden. Wir denken: Wenn man ein gutes
Produkt hat, kommen die Nachahmer sowieso – dann lieber vor Ort sein und den
Kunden die Chance geben, das Original zu
einem guten Preis zu bekommen. Klar ist
aber auch: Wer Produkte und Produktion
nicht anpasst, wird in China nicht glücklich. In Deutschland bekommen die Menschen gern eine Aufgabe für sich – die
Asiaten arbeiten mehr im Team. Seit 1993
produziert Tox Pressotechnik in einem
Industriepark in Taicang bei Shanghai,
dort sitzen auch andere ausländische Firmen. Manche von denen schicken monatelang ihre Vertreter, um die chinesischen
Kollegen für jeden Arbeitsschritt zu in­struieren. Einfacher ist es, die asiatischen
Mitarbeiter zu schulen, damit sie eigenständige Lösungen erarbeiten können.
Wolfgang Pfeiffer, Geschäftsführer
Afrika ist ein toller Kontinent – und eine Herausforderung für
Unternehmer. Die Menschen dort werfen einfach nichts weg.
Geht eine Maschine kaputt, wird sie wieder und wieder repariert.
Selbst an veralteten Pressen wird improvisiert, zur Not aus zwei
nicht mehr betriebsbereiten Anlagen eine funktionsfähige gebastelt. Seit 2004 vertreiben wir aus Johannesburg, doch ganz ehrlich: Das Geschäft ist schwierig. Die Menschen in Afrika helfen
sich gegenseitig, vieles läuft über lokale Märkte oder Kontakte.
Des­wegen beliefern wir vor allem große oder ausländische Firmen. Wir haben feststellen müssen, dass man an kleine oder mittlere Betriebe kaum herankommt – besonders nicht, wenn zum
Beispiel eine handgeführte Tox-Zange den fünffachen Jahreslohn
desjenigen kostet, der sie bedient.
Ein nächtlicher Zufall
Auf dem Weg zu unserem letzten Hotel in
Bayreuth kommen wir an Ulm vorbei – eine gute
Gelegenheit für ein gemeinsames Abendessen.
Nach Schlutzkrapfen und Rinderbraten sind wir
gerade auf dem Weg zurück zu den Bussen, da ruft
plötzlich jemand: „Ach, der Herr Förster!“ Peter
Kulitz, geschäftsführender Gesellschafter des
Absaugtechnikspezialisten ESTA, hat den impulseChef­redakteur trotz Dunkelheit erkannt – kein
Wunder, war Kulitz doch gerade erst in der AprilAusgabe Protagonist der Rubrik „Mein größter
Fehler“. Ein Foto zusammen mit Tochter Jessica,
ein kurzer Plausch; dann geht es weiter durch die
Nacht zu unserem letzten Zwischenstopp.
Leseprobe Mai 2013
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impulse
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08.05.2013 14:19:54
Titel Deutschlandtour
Was bleibt
fazit Wer Deutschland durchquert, erhält eine Ahnung davon, was Erfolg
ausmacht: eine gewachsene Firmenkultur, die sich kaum kopieren lässt
Text: Nikolaus Förster
W
as also bleibt zurück nach weit mehr
als 1000 Kilometern, nach Dutzenden Gesprächen und Eindrücken
zwischen Flensburg und dem Bodensee? Was
für ein Bild der deutschen Wirtschaft entsteht
im Kopf, wenn man das Land in gerader Linie
von Nord nach Süd durchquert? Was offenbart
solch ein Querschnitt?
werden, wer die Firmen vor Ort besucht, erlebt,
dass es etwas gibt, was sich kaum ­kopieren
lässt, aber für den ­Erfolg der Mittelständler eine
herausragende Rolle spielt: die Firmenkultur.
Oliver Berking beispielsweise verzichtet in
seiner Flensburger Manufaktur darauf, Mitarbeiter nach Arbeitsschluss zu filzen, obwohl ein
Silberlöffel knapp 200 Euro kostet. Sein Verenttäuscht, es gibt kaum
trauen wird nicht ­
Schwund. Und die Fluktuation ist äußerst gering – wohl auch, weil Oliver Berking, der die
Familie in fünfter Generation vertritt, keinen
Zweifel daran lässt, wie stark er am Standort an
Deutschlands nördlicher Grenze hängt: „Ich
würde eher den Laden zumachen, als Löffel woanders fertig zu lassen.“
Stabile Rahmenbedingungen
Ganz schön geackert
In Fabrikhallen durfte
sie nicht immer alles
fotografieren – aus
Angst vor der Konkurrenz. Ansonsten dokumentierte die Hamburger Fotografin
Dörthe Hagenguth
(Foto) die gesamte
Deutschlandtour:
im Stau auf der Autobahn, nachts im
Weinkeller – oder
eben auf einem Acker,
als unser impulseBus feststeckte
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impulse
Wer, wie auf dieser Tour, erlebt hat, wie ACOChef Hans-Julius Ahlmann stolz einen Gullydeckel hochwuchtet, wie Synapticon-Gründer Nikolai Ensslen über eine Platine streicht oder die
Tochter des Tox-Firmengründers Eugen Rapp,
Stefanie Reich, pneumohydraulische Antriebe
erklärt, wird keinen Zweifel haben: Deutschland ist ein Land der Tüftler und Detailverliebten, ein Land der – im positiven Sinne – Pedanten. Es sind die Maschinenbauer, Elektrotechniker und Ingenieure, die dafür sorgen, dass die
industrielle Basis auch künftig stark bleibt.
Natürlich sind die hiesigen Firmen nicht
­gegen Rückschläge gefeit: Auch sie kämpfen
mit gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen,
mangelndem Nachwuchs, niedrigen Margen –
oder schlicht mit billigen Nachahmern. Doch so
sehr Produkte „Made in Germany“ auch imitiert
Es ist meist das Familiäre, das einen Zusammenhalt schafft, oft über Generationen hinweg.
„Auf eine starke Familie ist Verlass“, heißt der
Slogan beim Entwässerungstechniker ACO. Anfangs habe der Satz künstlich gewirkt, räumt
Ahlmann ein. Heute aber werde der S
­ logan akzeptiert – und von den Mitarbeitern nicht nur
auf die Ahlmanns, sondern auf die gesamte Firma übertragen. „Das sitzt tief drin.“ Selbst bei
einem zehn Mal so großen Unternehmen wie
dem Medizintechniker B. Braun aus Melsungen
mit inzwischen mehr als 46 000 Mitarbeitern ­ist
die Gesellschafterstruktur Teil des Erfolgsrezepts. Die Braunianer wissen: Ihre Firma ist zu
hundert Prozent in der Hand der Familie. Patriarch Ludwig Georg Braun, 69, sitzt im Aufsichtsrat, sein Sohn Otto Philipp, 35, ist vor
Kurzem in den Vorstand aufgerückt. Als sechste
Generation.
Gelingt es, eine i­ntakte Familie oder Gesellschafterstruktur zu bewahren, was ja oft misslingt, ist dies ein unschätzbarer Vorteil, der sich
kaum kopieren lässt, trotz raffinierten Marketings. Aufstre­bende Startups, wie beispielsweise Synapticon aus ­Gruibingen, wissen sehr genau, welche Rolle die Unternehmenskultur
spielt. „You don’t have to be crazy to work here“, heißt es dort auf einer Postkarte im Büro.
„We will train you.“
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:21:50
impressum
Wer wir sind und Wofür wir stehen
Gegründet von Johannes Gross †
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die für Dynamik in der Wirtschaft sorgen. In der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie kaum eine Rolle.
Anders bei uns: Wir schreiben über
Unternehmer, deren Ideen und Erfahrungen andere inspirieren.
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Der Titel wurde mit zahlreichen Journalistenpreisen ausgezeichnet und erreicht 128 000 Entscheider in Deutschland (LAE 2012). Abonnenten bieten
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Der Titel, der an jedem letzten Donnerstag im Monat erscheint, hat eine
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1980 – mit dem Publizisten Johannes
Gross als Herausgeber – gehörte er
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Leseprobe Mai 2013
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08.05.2013 14:21:54
Mehrwert Zehn Urteile
Behörden dürfen Verbraucher auch vor
nur „genussuntauglichen“ Lebensmitteln
warnen (EuGH, Az.: C-636/11).
Das sagen die Richter: Das Fleisch rieche
ranzig, muffig oder sauer, in manchen
Fällen habe schon der Fäulnisprozess
eingesetzt, es herrschten ekelerregende
hygienische Zustände – die Lebensmittelwarnung, die der bayerische Verbraucherminister 2006 aussprach, hatte es in
sich. Wenig später musste das betroffene
Unternehmen, einer der größten
Fleischhändler Europas, Insolvenz anmelden. Der Firmenchef wurde wegen
Verstößen gegen das Lebensmittelrecht
zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er
schlug mit einer Schadensersatzklage
zurück: Sein Fleisch sei nicht gesundheitsschädlich gewesen, deswegen hätte
ihn der Minister in der Mitteilung nicht
namentlich nennen dürfen. Nun hat der
Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden: Auch Fleisch, das nur „genussuntauglich“ ist, gilt nach EU-Recht als
„nicht sicher“. Die Hersteller dürfen
dann an den Pranger gestellt werden.
02
Das
EU-Patent
kann kommen
Die verstärkte Zusammenarbeit von
25 EU-Staaten beim künftigen EU-Patent
ist zulässig (EuGH, Az.: C-274 und 295/11).
Das sagen die Richter: Ein Patent, das in
allen Ländern der EU gilt und dessen
Anmeldung statt 30 000 Euro nur noch
5000 Euro kostet – was 25 der 27 EUStaaten 2011 vereinbarten, galt als
historischer Durchbruch. Nur nicht für
Spanien und Italien. Sie sperrten sich
gegen die Pläne für ein EU-Patent, weil
es künftig nur noch in Deutsch, Englisch
und Französisch abgefasst werden soll.
Also machten die restlichen Staaten
ohne die beiden weiter. Nun hat der
EuGH geurteilt, dass diese „verstärkte
Zusammenarbeit“ zulässig ist und die
Rechte von Spanien und ltalien nicht
verletzt. Sie seien ja frei, mitzumachen.
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Zehn Urteile, die
Vor Gericht Muffiges Fleisch, falsche Bilanzen – über all das
haben die Richter aktuell entschieden
Text: Andreas Kurz
03
Der Arzt, der ein
Steuerhinterzieher
sein wollte
Wer Fehler des Finanzamts ausnutzt, hinterzieht keine Steuern (BFH, Az.: VIII R 50/10).
Das sagen die Richter: Ein Arzt gab seine
Einkünfte für das Jahr 1999 mit 1 Million D-Mark an. Das Finanzamt vertat
sich und schrieb die Million als Verlustvortrag gut. Für den Arzt ein Lottogewinn: Er konnte mit den Verlusten in den
Jahren darauf seine Steuerlast mindern.
Bei einer Prüfung flog er auf und gab
eine Selbstanzeige ab. Clevere Idee.
Nach einer Selbstanzeige hätte er den
hinterzogenen Betrag nur mit 25 Prozent
versteuern müssen – anstatt regulär mit
dem höheren Spitzensteuersatz. Doch
dem Bundesfinanzhof (BFH) war das zu
bauernschlau: Wer das Finanzamt nicht
auf dessen Fehler aufmerksam macht,
begeht keine Steuerhinterziehung.
04
Falsche
Bilanz,
richtiges Urteil
Die Finanzämter sind nicht mehr an die falsche Bilanz eines steuerpflichtigen Unternehmens gebunden (BFH, Az.: GrS 1/10).
Das sagen die Richter: Über 50 Jahre
galt: Der Fiskus ist an die Bilanz gebunden, die ein Unternehmen einreicht –
selbst wenn sie falsch ist. Wichtig war,
dass das Unternehmen den Fehler am
Bilanzstichtag nach sorgfältiger und
gewissenhafter Prüfung nicht erkennen
konnte. Jetzt hat der BFH die Rechtsprechung gekippt und verfügt, dass die
Finanzämter bei falschen Bilanzansätzen die objektiv richtige Rechtslage
zugrunde legen müssen. Das mag jetzt
vielleicht akademisch klingen, hat aber
erhebliche Folgen. Denn für Firmen
bedeutet das: Sie dürfen und müssen
falsche Bilanzen künftig korrigieren.
Bildagentur-online/Tetra; Getty Images
01
Gammelfleisch
bleibt
Gammelfleisch
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:23:40
Sie kennen sollten
05
Niemals
geht man
so ganz
Gruppenfotos von Mitarbeitern auf der Firmen-Homepage dienen nur Illustrationszwecken (LAG Rheinland-Pfalz, Az.: 6 Sa 271/12).
Das sagen die Richter: Binnen kurzer
Zeit hat sich eine erstaunlich üppige
Rechtsprechung zu Mitarbeiterfotos
entwickelt. Das liegt daran, dass Chefs
gern Familienfotos ihrer Belegschaft auf
die Homepage der Firma stellen. Beim
Ausscheiden einzelner abgebildeter
Mitarbeiter müssen sie das Gruppenfoto
nicht von der Seite nehmen, hat jetzt
das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz entschieden. Das gilt jedenfalls dann, wenn das Belegschaftsbild
– hier 33 Angestellte in drei Reihen –
„nur allgemeinen Illustrationszwecken
dient und ehemalige Arbeitnehmer
optisch nicht herausgestellt werden“.
08
Unternehmergeist
an der falschen
Stelle – Teil II
Wer auf seinem Dienst-Laptop gespeicherte
Daten löscht, macht sich nicht strafbar
(OLG Nürnberg, Az.: 1 Ws 445/12).
Das sagen die Richter: Wieder geht es
um Arbeitnehmer, die ihrem Chef Konkurrenz gemacht hatten – zumindest
warf er ihnen vor, sie hätten auf ihren
Dienst-Laptops Daten über Kunden und
Geschäftsgeheimnisse gesammelt, um
sich damit später selbstständig zu machen. Kurz vor ihrem Ausscheiden hätten sie die Daten auf den Dienstrechnern dann gelöscht. Doch die Richter
vom Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg
stellten fest: Das ist keine Sache für den
Strafrichter. Wer Daten löscht, die er
zuvor selbst gespeichert hat, macht sich
nicht strafbar. Der angemeierte Chef
sollte vor einem Zivilgericht klagen.
06
Das Kartellamt
spielt jetzt
hart
Das Bußgeld gegen Kartellfirmen darf bis zu
10 Prozent von deren Umsatz ausmachen
(BGH, Az.: KRB 20/12).
Das sagen die Richter: Nur 20 Minuten,
nachdem der Bundesgerichtshof (BGH)
sein Urteil veröffentlicht hatte, schickte
das Bundeskartellamt eine Jubelmitteilung hinterher. Stolz gab man bekannt,
dass der BGH damit das höchste Bußgeld in der Geschichte des Kartellamts
hat rechtskräftig werden lassen: Ins­
gesamt 380 Millionen Euro haben die
Mitglieder des Grauzementkartells zu
zahlen, darunter Heidelberg Cement
und die mittelständische Schwenk
­Zement KG. Der BGH segnete mit seinem Urteil ab, dass das Bußgeld bis zu
10 Prozent des Umsatzes eines Kartellsünders ausmachen darf.
09
Das Ende eines
57 Jahre alten
Mietvertrags
Vermieter müssen die gewerbliche Nutzung
einer Wohnung, die nach außen sichtbar
wird, nicht dulden (BGH, Az.: VIII ZR 213/12).
Das sagen die Richter: Seit 1954
wohnte seine Mutter in der Wohnung,
2006 zog der Sohn bei ihr ein, um sie
zu pflegen. Als sie 2011 starb, zeigte
er dem Vermieter an, dass er nun in
den günstigen Mietvertrag eintrete.
Man darf annehmen, dass dies dem
Vermieter ein Dorn im Auge war. Er
suchte einen Grund, den Neu-Mieter
rauszuwerfen – und fand ihn. Der
Sohn hatte Gitarrenunterricht in
der Wohnung gegeben: an drei
Werktagen, für zwölf Schüler.
Diese gewerbliche Nutzung der
Wohnung sei unzumutbar, wie
nun der BGH bestätigt hat.
07
Unternehmergeist
an der falschen
Stelle – Teil I
Ein Arbeitnehmer darf seinem Chef keine
Konkurrenz machen (Hessisches LAG,
Az.: 16 Sa 593/12).
Das sagen die Richter: Ein Klempner
zeigte an falscher Stelle Unternehmergeist: Er machte seinem Arbeitgeber
Konkurrenz. Der 43-Jährige hatte bei
einer Kundin seines Chefs eigenmächtig
Rohre repariert, die er Tage zuvor im
Auftrag der Firma untersucht hatte. Den
Klempnerlohn – 900 Euro – behielt er
für sich. Als der Chef vier Jahre später
davon erfuhr – die Kundin rügte bei ihm
die mangelhafte Ausführung der Arbeiten –, war die Ansage klar und hart:
fristloser Rausschmiss. Das LAG hat den
jetzt bestätigt: „Ein Arbeitnehmer darf
im Marktbereich seines Arbeitgebers
Dienste und Leistungen nicht anbieten.“
10
Die
Finanzrichter
suchen Streit
Die Kosten einer Ehescheidung sind voll absetzbar (FG Düsseldorf, Az.: 10 K 2392/12 E).
Das sagen die Richter: Die Finanzrichter
suchen Streit mit dem Ministerium.
Das Finanzgericht (FG) Düsseldorf
hat entschieden, dass die im Rahmen einer Scheidung anfallenden
Anwalts- und Gerichtskosten voll absetzbar sind – und stellt sich damit
gegen einen Erlass des Bundesfinanzministeriums. Die Verwaltung ist nämlich der Meinung, es seien nur die
Kosten für Ehescheidung und Versorgungsausgleich absetzbar, nicht
aber die Gebühren, die auf Zugewinnausgleich und Unterhaltsansprüche entfallen. Jetzt geht
der Streit in eine neue Runde
– vor dem BFH.
Leseprobe Mai 2013
29
impulse
29
08.05.2013 14:23:46
B
Recht
und
teuer
Versicherungen Die Prämien für Firmenrechts-
schutz werden bald deutlich steigen. Umso mehr
lohnt sich ein Vergleich – von Anbieter zu Anbieter
variieren die Preise stark
Text: Uwe Schmidt-Kasparek Illustration: Jens Bonnke
auunternehmer Michael Berg*
war gerade auf dem Weg zur
Arbeit, als es knallte – ein Auto
von links, ein Aufprall, zwei Wochen Kranken­
haus. Wer den Schaden am Wagen überneh­
men musste, war schnell klar; Berg war unver­
schuldet gerammt worden, deswegen zahlte
die Versicherung des Unfallgegners. Doch
während sich der Geschäftsführer im Bett aus­
kurierte, sprangen seiner Firma mehrere Kun­
den ab, 50 000 Euro Umsatz waren plötzlich
weg. Und wer hatte dafür aufzukommen?
Eine Frage, die Michael Berg lieber von ei­
nem Gericht klären ließ. Zum einen, weil die
Chancen gut standen, wenigstens einen Teil
des Geldes als Schadenersatz wiederzusehen.
Zum anderen, weil er kein Risiko einging; nach
einer Erfolgsprüfung sagte seine Rechtsschutz­
versicherung zu, die Kosten für den Prozess zu
übernehmen. Am Ende scheiterte Berg trotz­
dem mit seiner Klage – die 7500 Euro Honorar
für Anwalt und Gericht aber bekam er von sei­
ner Assekuranz zurück.
Die Geschichte zeigt: Auch wenn die Klage
am Ende nicht erfolgreich war, hatte sich die
Rechtsschutzversicherung für Berg als nützlich
erwiesen. Im Interesse seiner Mitarbeiter und
seiner Firma musste er versuchen, den erheb­
lichen Schaden wieder reinzuholen. Zumal es
ein Prozesskostenrisiko nicht gab.
Sinnvoll ist die Versicherung aber auch in al­
len anderen Branchen. So kann man sich oft
schon per Anwalt, aber kostenfrei, gegen Be­
hörden wehren – etwa wenn die Gewerbeauf­
sicht den Betrieb schließen will. Doch auch
wenn der Chef ein paar Formalitäten ver­
schläft, kann er sich schnell vor Gericht wie­
derfinden – wenn beispielsweise plötzlich der
Vorwurf der illegalen Gewinnverlagerung im
Raum steht und ein Steuerstrafverfahren
droht.
Doch so sinnvoll die Policen sein können –
sie werden bald auch deutlich teurer. Verant­
wortlich ist eine Reform der Gebührenordnun­
gen, nach der Anwaltshonorare und Gerichts­
kosten insgesamt um rund 14 Prozent steigen.
Im Fall des Bauunternehmers Berg wäre die
Klage um rund 1000 Euro teurer gewesen. Da­
her lohnt es sich jetzt, genau zu prüfen, ob die
eigene Rechtsschutzversicherung noch die
günstigste ist; die Prämien variieren beträcht­
lich zwischen den Assekuranzen.
* Name von der Redaktion geändert
30
08.05.2013 14:26:29
Rechtsschutz Mehrwert
Denn kaum ein Markt ist so schwer zu über­
blicken wie der für Firmenrechtsschutzversi­
cherungen. Kein Unternehmen ist wie das an­
dere, wer vergleichen will, muss mit seinen Da­
ten alle Anbieter abklappern oder einen Makler
beauftragen. Ein Beispiel: Wer 1000 Euro
Selbstbeteiligung akzeptiert, zahlt bei der Arag
600 Euro Prämie pro Jahr. Bei der Rechts­
schutz Union sind es rund 800 Euro, wie ein
Vergleich des Analysehauses Innosystems zeigt.
Bei der Auxilia zahlt man gar annähernd das
Doppelte, 1090 Euro im Jahr – die Leistungen
sind bei allen drei Policen vergleichbar (siehe
Tabelle Seite 73). Immerhin, nicht jeder Preis
ist unumstößlich: „Da gibt es für Unternehmer,
die bisher noch keinen Firmenrechtsschutz hat­
ten, meist Verhandlungsspielraum“, sagt Ralph
Moser, Versicherungsmakler aus Prutting.
Der Charme einer solchen Police besteht für
viele Unternehmer darin, dass sie sich nicht
mit dem unangenehmen Rechtskram ausein­
andersetzen müssen. „Im Falle eines Rechts­
streits möchte ich einfach nur weiterarbeiten,
während ein Anwalt meine Rechte durchsetzt“,
begründet etwa Jan Patrick Schwolle, freier
Immobilienmakler aus Bendestorf bei Ham­
burg, seine Entscheidung für einen Firmen­
rechtsschutz. „Wir mussten die Versicherung
erst einmal nach einem Verkehrsunfall in An­
spruch nehmen.“ Mit Erfolg, die Versicherung
vermittelte einen Fachanwalt, der den gefor­
derten Schadenersatz durchsetzte.
Tatsächlich ist mit den Kernleistungen einer
üblichen Versicherung einiges abgedeckt. So
gibt es Rechtsschutz, um bei einer Schädigung
des Unternehmens Schadenersatz zu erstrei­
ten. Abgedeckt ist auch Ärger um Sozialab­
gaben oder ein Streit mit dem Finanzamt.
Ebenfalls ist fast jeder Rechtsstreit im Straßen­
verkehr versichert, genauso wie mit dem Ver­
mieter oder dem Staatsanwalt. Zudem gibt es
Streitschutz bei Versicherungspolicen – etwa
wenn nach einem Brand die Versicherung nicht
zahlen will (siehe Kasten: Die Bausteine im Fir­
menrechtsschutz).
Ein Rundum-sorglos-Paket gibt es aber nicht.
„Kein Firmenrechtsschutz bietet vollen Kosten­
schutz“, sagt der Versicherungsberater Jörg
Deppner aus Nürnberg. Es gebe Begrenzungen,
Wartezeiten oder Lücken. So ist in der Regel
kollektives Arbeitsrecht ausgeschlossen, also
Streit wegen Streik oder Tarifverträgen. Keinen
Schutz gibt es für Ärger im Zusammenhang mit
Patent-, Marken- oder Domain-Rechten. Glei­
ches gilt für Baurecht und den Kauf von Aktien.
Und, besonders entscheidend: Das Unterneh­
merrisiko, also der Streit mit Kunden aus zivil­
rechtlichen Verträgen, ist fast nie versichert. So
haben Unternehmen zwar Rechtsschutz, wenn
es um Verträge geht, die nebenbei abgeschlos­
sen werden. Kauft eine Firma zum Beispiel Bü­
romöbel und hält die Qualität für ungenügend,
übernimmt die Versicherung. Anders sieht es
aus, wenn etwa ein IT-Experte eine Rech­
Die Bausteine im FirmenRechtsschutz
Eine Versicherung besteht aus verschiedenen Elementen. Ob
Straf-, Verkehrs- oder Zivilrecht: Das steckt dahinter
Schadenersatz
Ein Außenstehender
fügt dem Unternehmen einen Schaden
zu – beispielsweise am
Gebäude durch mutwillige Zerstörung. Die
Versicherung übernimmt die Gerichtskosten, wenn das
Unternehmen
Schadenersatz einklagen will.
Sozialbereich
Eine Firma führt
einen Rechtsstreit
mit der Sozialversicherung über die Höhe
der Beiträge für die
Kranken- oder Rentenversicherung.
Steuerrecht
Theoretisch gibt es
eine Menge Kniffe, wie
ein Unternehmer seine
Steuerlast drücken
kann – nicht alles aber
erkennt das Finanzamt
an. Sollte es in dieser
Frage zum Rechtsstreit
kommen, kann dieser
Baustein helfen.
Ordnungswidrigkeit
Manchmal verstoßen
Firmen gegen die
­Gewerbeordnung,
manchmal werden sie
von den Behörden zu
Unrecht beschuldigt
– in einigen Fällen
lässt sich das nur vor
Gericht klären.
Antidiskriminierung
Ein Unternehmen
schreibt eine Stelle aus
und entscheidet sich
für einen Kandidaten.
Ein anderer Bewerber
klagt, er sei nur wegen
seines Aussehens oder
hohen Alters nicht
eingestellt worden.
Arbeit
Eine Firma kündigt
einem Angestellten
wegen wiederholten
Fehlverhaltens. Dieser
ist sich keiner Schuld
bewusst und klagt auf
Weiterbeschäftigung.
Verkehr
Ein Außendienstler hat
einen Verkehrsunfall.
Über die Schuldfrage
kommt es zum Rechtsstreit.
Mieter
Die Firma hat ein Bürogebäude gemietet,
nun sollen die Mieten
drastisch steigen.
­Dagegen klagt das
­Unternehmen.
Straf-Rechtsschutz
Den Unternehmer
trifft ein strafrecht­
licher Vorwurf. Er
­verteidigt sich mit
Sachverständigen
oder Detektiven –
­dafür kommt die Ver­
sicherung auf.
Leseprobe Mai 2013
31
impulse
31
08.05.2013 14:26:34
nung stellt, der Kunde aber nicht oder nur teilweise bezahlen will – dann stammt das Risiko
aus ­seiner üblichen Unternehmertätigkeit, der
IT-­Berater müsste auf eigene Kosten klagen.
Allerdings bröckelt die Abwehrhaltung der
Assekuranzen. Seit 2006 bietet etwa die Allrecht-Versicherung einen solchen Schutz für
Handwerker an – wenn auch mit Einschränkungen. So wird ein Rechtsstreit erst ab einer
Streitwertschwelle von 1500 Euro übernommen. Bemängelt beispielsweise ein Unternehmen, dass ein Parkettboden für 10 000 Euro
mangelhaft verlegt wurde, und zieht 2000 Euro von der Rechnung ab, hat der Handwerker
hier Streitschutz. Unternehmer sollten aber beachten, dass
Versicherungen immer wieder die Zahlung
verweigern und argumentieren, dass der Kon-
flikt bereits vor Vertragsschluss bestanden habe. So kann etwa ein altes Mahnschreiben des
Vermieters, in dem mit Kündigung gedroht
wird, den Schutz leerlaufen lassen, wenn es vor
dem Abschluss der Police verfasst wurde. Doch auch wer seinen perfekten Firmenschutz gefunden hat, sollte vorsichtig sein: Allzu klagefreudigen Unternehmen erhöht die Assekuranz schon mal die Prämie, justiert bei der
Selbstbeteiligung nach – oder kündigt sogar.
Beim Rechtsschutz geht es um Absicherung,
nicht um eine Lizenz zum Losklagen.
UUnterm Stric Eine Rechtsschutzversicherung
schützt vor Prozesskosten – deckt aber niemals
alles und vor allem nicht das Unternehmerrisiko ab.
Oft lohnt es sich, bei den Prämien zu verhandeln.
Firmenrechtsschutztarife im Vergleich¹
Tarif
Selbstbeteiligung
(SB)
Jahresprämie in Euro
Steuerrechtsschutz in Ein-/
Widerspruchsverfahren
Verwaltungsrechtsschutz
vor Verwaltungsgerichten
plus Widerspruchsverfahren
Versicherungssumme in Euro
Versicherungssumme Strafkaution
in Euro
Aktiv-Rechtsschutz Komfort²
1000
600
ja
ja
300 000
200 000
Maxx-Pak
1000
807
nein
ja
unbegrenzt
200 000
Allrecht
Rechtsschutz für Handwerk,
Handel und Gewerbe
1000
813
ja
nein
300 000
200 000
(Europa)
Auxilia
JURAFIRM
mit fallender SB
1000
1089
nein
nein
unbegrenzt
unbegrenzt
2013 Plus
Spezial-Rechtsschutz XXL
750
916
ja
ja
unbegrenzt
300 000
DMB
KOMPEXplus²
500
912
nein
ja
300 000
150 000
DAS
Premium
500
1452
nein
ja
unbegrenzt
unbegrenzt
Advocard
Exklusiv
300
1624
ja
ja
unbegrenzt
200 000
KompaktPlus
(abschmelzende SB)
300
1870
ja
ja
300 000
200 000
ConJure XXL
250
1289
ja
ja
300 000
100 000
Sorglos-Rechtsschutz³
200
1089
nein
ja
500 000
100 000
SB-Vario
150
1597
nein
nein
500 000
100 000
Anbieter
Arag
Rechtsschutz
Union
NRV/VHV
Roland
Continentale
Concordia
Deurag
1) Datenbasis Modellunternehmen: Inhaber/Geschäftsführer: 2, Vollzeitkräfte: 10, Teilzeitkräfte: 2, Auszubildende: 1, Jahresbruttolohn- und -gehaltssumme: 800 000 Euro; Spezial-Strafrechtsschutz; Vertragsrechtsschutz für Hilfsgeschäfte; Versicherungsvertragsrechtsschutz; Verkehrsrechtsschutz: für 10 Pkw; Rechtsschutz für Mieter und Eigentümer von Wohnungen, Häusern und
Grundstücken: gemietetes gewerbliches Objekt, Bruttojahresmietwert: 48 000 Euro, Selbstbeteiligung: bis 2000 Euro, Zahlweise: jährlich, unbegrenzte Versicherungssumme.
Ausnahmen: 2) generelle Höchstsumme 1 Million Euro; 3) generelle Höchstsumme 500 000 Euro. Sortiert nach Selbstbeteiligung; günstigster Tarif je Anbieter.
Quelle: Analysehaus Innosystems und eigene Recherchen
32
08.05.2013 14:26:36
Unternehmerspielzeug
E-Reader
Mehr unter: www.impulse.de/unternehmerspielzeug
Rückenfreunde
Hightech Unser Kolumnist Georg Dahm hat Spaß an Technik. Jeden Monat stellt er neue Geräte vor,
die das Leben leichter machen – und vom Arbeitsalltag ablenken
Liest meine Buchhändlerin impulse? Falls ja:
Frau Krawehl, es tut mir leid. Wirklich gern
trete ich aus Ihrem Laden auf die Straße, beladen mit dem bestellten Buchgeschenk, diesem neuen Vietnamkriegsroman und dem
Werk über französische Landküche (allein wegen des Rezepts für Kalbsfußsalat musste ich
das kaufen). Aber, Frau Krawehl, Sie sind mir
keine Hilfe, wenn ich meinen Rucksack über
die Alpen schleppe und bei jedem Schritt gelobe, nie wieder 1,4 Kilo Papier auf die Bandscheiben zu laden. So liegen nun drei E-BookReader vor mir. Tradition versus 194 Gramm
Durchschnittsgewicht, Buchkauf per WLAN
und: Bildschirmbeleuchtung! Endlich erlöst
von unbrauchbaren Nachttischlampen.
Freudige Erkenntnis Nummer eins: Im Straßencafé erwies sich der E-Paper-Bildschirm
von Amazons Kindle Paperwhite als ebenso
augenfreundlich wie der des Kobo Glo und
des Tolino Shine. Auch im Lampenschein des
Sofatests überzeugte die Papieranmutung.
Freudige Erkenntnis Nummer zwei: Die neue
Gerätegeneration hat allerlei Kinderkrankheiten abgelegt. Die Touchscreen-Steuerung
funktioniert recht unfallfrei, beim Umblättern
stören keine schwarzen Pausen mehr. Der
Tolino braucht allerdings etwas zu lange für
den Seitenwechsel. Überhaupt hinkt er der
Konkurrenz hinterher: Anders als bei Kobo
und Kindle lassen sich keine Passagen anstreichen, Notizen machen und Wörter
nachschlagen. Welches Buchsortiment online verfügbar ist, hängt davon ab, bei welcher Handelskette man den Tolino kauft,
aber dank USB- und SD-Karten-Anschluss
können E-Books von anderen Plattformen
aufgespielt werden, die Bücher im E-PubFormat anbieten. Auch der Kobo lässt sich
so mit Titeln beladen, die in seinem – gut
sortierten – Onlinestore fehlen.
Der Kindle beschränkt sich auf Amazons
E-Book-Angebot, das allerdings in Sortiment
und Darbietung außer Konkurrenz spielt. Als
einzige Plattform bietet er Zeitungen, die in
ihrer Darbietung aber nur Notbehelf sind.
Überhaupt müssen E-Book-Leser Kompromisse eingehen: Der Zeilenumbruch ist nicht
immer gelungen, und Illustrationen sehen aus
wie kopiert. Doch meine Bandscheiben finden das okay und haben auch kein Problem
damit, dass ich die Seiten nicht zwischen den
Fingern zerrinnen fühle. Sei’s drum. Zu Hause
warten ja schöne Bilder vom Kalbsfußsalat.
2 \ ausgewogen
Skizzomat; Unternehmen
Der Kobo Glo überzeugt mit dem besten
Bildschirm im Test – nur die Suchfunktion
des Online-Bookstores ist eine Frechheit.
Ab 125 Euro, www.kobobooks.de
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1 \ Günstig
3 \ Klassisch
Auf dem Tolino Shine, Kampfpreisangebot
der Buchhandelsketten, lässt sich gut
lesen. Die Handhabung ist bei der Konkurrenz besser. Ab 99 Euro, www.tolino.de
Beim Kindle Paperwhite spürt man Amazons lange E-Reader-Erfahrung. Der Preis:
Mit jedem Kauf kettet man sich an die
Plattform. Ab 129 Euro, www.amazon.de
08.05.2013 14:26:41
Ideen Fehler
U
nsere 75 Jahre alte, christliche Fami­
lienfirma Schock GmbH erlebte 1999 eine Zä­
sur. Die Baubranche boomte. Mein Bruder und
ich, die der Gründergeneration nachgefolgt
waren, gingen in Pension und wechselten von
der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat. Drei
bestens ausgebildete Söhne übernahmen das
Ruder und starteten eine ehrgeizige Wachs­
tumsphase. Zum Aufsichtsrat gehörten damals
neben uns zwei Arbeitnehmervertreter, zwei
Unternehmerfreunde und ein Bankenvertreter.
Es war ein großer Fehler, der freundlichen Bit­
te unserer Söhne nachzukommen, in den Auf­
sichtsrat zu wechseln – auch wenn dies üblich
ist. Für Väter ist das eine schwierige Situation:
Wer kann schon seinen dynamischen, voran­
stürmenden Söhnen mit der genügenden Härte
sagen: „Stoppt das ungesunde Wachstum und
die zunehmende Fremdverschuldung!“ Wir
­taten es leider nicht, auch nicht der Banken­
vertreter, der an den wachsenden Krediten
­verdiente, oder die Arbeitnehmervertreter. In
risikoreichen Zeiten braucht es im Aufsichtsrat aber Zerberusse, die dem Höhengas der
Geschäftsleitung Paroli bieten. Aus dieser Fehl­
entscheidung entstand der zweite, noch schwe­
rer wiegende Fehler: Das starke Investitions­
wachstum wurde mit kurz- und mittelfristigen
Bankkrediten finanziert statt mit zusätzlichem
Eigenkapital oder langfristigen Mitteln. Blau­
äugig waren wir davon überzeugt, dass die Plä­
ne aufgehen würden. Doch alles, was schiefge­
hen konnte, ging schief, sodass die stolze Fami­
lienfirma Schock – 77 Jahre nach ihrer Gründung
– Anfang 2001 insolvenzgefährdet war und auf
Druck der Banken von einer Investmentgruppe
geschluckt wurde. Die Anteilseigner schauten
dabei in die Röhre. Auf das schmerzhaft Gelern­
te möchte ich trotzdem nicht verzichten. 2008
gelang es mir zumindest, das Betriebsgelände
zurückzukaufen und dort einen gemeinschaft­
lichen Gewerbepark zu eröffnen.
Mein größter Fehler
Karl Schock, 78, ehemaliger Inhaber und Geschäftsführer des Spülenherstellers Schock aus dem
schwäbischen Schorndorf, über die Gefahr, zu blauäugig die Zukunft zu planen
34
34
impulse
Frank Seifert
www.impulse.de/fehler
Leseprobe Mai 2013
08.05.2013 14:30:17
NICOLA LEIBINGER-KAMMÜLLER
Chefin der Trumpf-Gruppe
Einer von 3,620571 Millionen
Unternehmern in Deutschland
impulse erscheint in der Impulse Medien GmbH, Dr. Nikolaus Förster, Hammerbrookstraße 93, 20097 Hamburg, Handelsregister Amtsgericht Hamburg HRB 125815. Vertrieb: DPV Deutscher
Pressevertrieb GmbH, Dr. Olaf Conrad, Heino Dührkop, Lars-Henning Patzke, Dr. Michael Rathje, Düsternstraße 1, 20355 Hamburg. Handelsregister AG Hamburg HRB 95752.
Fehler Ideen
Was Unternehmer zu sagen haben,
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nicht sechs Wochen vor Bezugsende beim impulse-Kundenservice, 20080 Hamburg, gekündigt wird.
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08.05.2013 14:30:23
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