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hgk intern die phantasie repariert pro pueblo ecuador der

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hgk
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Z
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Forum für die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich,
für das Museum für Gestaltung Zürich und für die Hochschule Musik und Theater Zürich
Nummer 3/05 Juli 2005
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07
die phantasie repariert
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14
pro pueblo ecuador
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20
der hypochonder gewinnt
—
36
was darf eine karikatur?
intern hgkzintern3/05
0
hgkzintern3/05
01.07.–16.09.05
02.–14.07.05
agenda juli–oktober
Intensivkurse
by Departement Weiterbildung/ www.dranbleiben.ch
Ausstellung der Diplomarbeiten >>Ausstellungsstr. 60 und Sihlquai 125/ by hgkz/ www.hgkz.ch / http://diplom.hgkz.ch
Mi 06.07.05 18.30 h
Öffentliche Führung: „einfach komplex“ >>Museum für Gestaltung/ Katharina Bütikofer, Dozentin für Kunstpädagogik,
Universität Bern
Mi 06.07.05 20.00 h
Mi 06.07.05 12.00 h
Do 07.07.05
Gespräch in der Ausstellung „einfach komplex“: „Interfaces – Wissen auf der Bildschirmoberfläche“ >>Museumshalle / www.museum-gestaltung.ch
Filmvorführung der Diplomfilme 2005 >>Vortragssaal hgkz/ http://sfv.hgkz.ch/diplomfilme/index.html
Filmvorführung der Diplomfilme 2005
>>Filmpodium Zürich/ www.filmpodium.ch Präsentation des Wettbewerbs „Kampagne gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ >>Galerie
Mo 11.07.05 17.00 h
im Stadthaus Zürich, 3.og/ Beiträge von Studierenden hgkz und ZHW
Informationsveranstaltung:
Mo 11.7.05 18–20 h
Nachdiplomstudium Cultural & Gender Studies
>>Vortragssaal hgkz/ Prof. Dr.
Marion Strunk und Studierende
Mi 13.07.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
Do 14.07.05 16.00 h
Finissage
Do 14.07.05 17:30 h
hgkz
Mi 20.07.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“ >>Museum für Gestaltung/ Marietta Meier, Historikerin, Zürich
/ Diplomübergabe / Verleihung Förderpreis 2005 >>Vortragssaal, Live-Übertragung im Foyer
Sommerfest 2005 >>Foyer und hgkz-Wiese/ by hgkz
„einfach komplex“
>>Museum für Gestaltung/ Christian Brändle, Direktor
Museum für Gestaltung Zürich
„einfach komplex“ >>Museum für Gestaltung/ Andres Janser, Kurator Museum für Gestaltung Zürich
Mi 27.07.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
Di 02.08.05 19.00 h
Vernissage:
Mi 03.08.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“ >>Museum für Gestaltung/ Barbara Bader, Co-Kuratorin einfach komplex, Oxford
Mi 10.08.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“
Trickraum >>Foyer Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellung in der Galerie
>> Museum für Gestaltung / Christian Brändle, Direktor
Museum für Gestaltung Zürich
Mi 17.08.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“
Mi 24.08.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“ >>Museum für Gestaltung/ Marietta Meier, Historikerin, Zürich
Mi 24.08.05 20.00 h Gespräch in der Ausstellung „einfach komplex“: „Verführerische Bilder – Wissenschaft und
Medien“ >>Museumshalle / www.museum-gestaltung.ch
Mi 31.08.05 18.30 h
Öffentliche Führung:
„einfach komplex“
>>Museum für Gestaltung/ Oliver Bleskie, Kulturhistoriker, Oxford
>>Museum für Gestaltung/ Christian Brändle, Direktor Museum für Gestaltung
Zürich
Sa 03.09.05 10–02 h
Lange Nacht der Museen: Führungen durch die Ausstellungen „Trickraum“ und „einfach komplex“ >>Halle/Galerie/
Animati-
onsfilme präsentiert von Fantoche >>Vortragssaal/ Catering, Bar und Lounge mit DJ >>Foyer
06.–11.09.05
Fantoche:die 5. Ausgabe der grössten Trickfilmschau der Schweiz >>Baden/ www.fantoche.ch
08.–11.09.05 20 h/ So auch 15 h
Theatrale Tanzvorstellung mit Rundumprojektionen: Sie sind da draussen
Christina Gehrig
Binder & Anne Lorenz >>Vortragssaal hgkz/ www.annelorenz.ch/siesinddadraussen
So 25.9.05 11 h
29.09.05 18–22 h
Sendung:
Sternstunde Philosophie zu Veranstaltung ith in der Gessnerallee (siehe 30.9.) >>SFDRS1
START UP Tagung: NDS Cultural & Gender Studies 5, Was ist politisch? Das Beispiel Kunst >>Votragssaal hgkz/
by hgkz Institut Cultural Studies, Prof. Dr. Marion Strunk und Sigrid Adorf
30.9.–2.10.05
Theorie-Performances: Unruhe(n) >>Theater Gessnerallee/ by ith/Gessnerallee/ www.ith-z.ch
30.9.–2.10.05
Unruhe bitte: Performances, Kurzstücke, Installationen, Vorträge. Kunst und Theorie feiern gemeinsam die Lust an der Unruhe.
>>Theater Gessnerallee / by ith/Gessnerallee / www.ith-z.ch
21./22.10.05
Symposium Ausstellungs-Displays in der Kartause Ittingen
Programm ab Juli 2005 unter http://ics.hgkz.ch/d/
veranstaltungen
Führung: Ausstellung: „Schweizer Möbel im Bild – 50 Jahre kommunikative
Fotografie von Alfred Hablützel“ >>Designraum
jeden letzten Freitag im Monat bis 31.12.05
laufend Filmvorführung „OSCAR“
von Roberto Martinez, Diplomfilm 2003 als Vorfilm von „Only human – Seres Queridos“
von Teresa De Pelegri & Dominic Harari, Spanien 2004 >>Kinos in Schweizer Städten/ by Frenetic Films/ www.frenetic.ch
editorial inhalt liebe leserin, lieber leser,
hgkz intern, das Forum für die Dozierenden, Studierenden, Mitarbeitenden und Freunde der hgkz
sieht ab heute anders aus. Wir haben das Heft
umgestaltet und an das neue Erscheinungsbild der
hgkz angepasst.
Neu ist die Unterteilung in einen Magazinteil
(vorne) und in einen Informationsteil (hinten).
Für das Re-Design ausschlaggebend war Grosszügigkeit, Lesekomfort und eine Verbesserung des
Stellenwertes der Bilder. Im Magazinteil soll durch
die Grösse und die Reduktion der Anzahl von Illustrationen ein Bewusstsein im Umgang mit Bildern
kultiviert werden. Der Informationsteil lebt eher
von Nachbarschaften und zufälligen Bezügen zwischen Bildern und Texten.
Die neue Gestaltung entstand in Zusammenarbeit zwischen Tobias Strebel, visueller Gestalter
im hgkz-Grafikatelier, Richard Feurer, Dozent am
Studien­bereich Visuelle Gestaltung und „Vater“ des
neuen Corporate Design und Heike Pohl, Leiterin
Kommunikation hgkz.
Die verwendeten Schriften sind die „Helvetica“,
primäre Hausschrift der hgkz (1957 vom Zürcher
Max Miedinger im Auftrag der Schriftgiesserei Haas
in Münchenstein entworfen), und die „Utopia“ aus
dem Jahre 1989 – eine Kreation des aus Evanstone,
Illinois stammenden Robert Slimbach. Das Papier
soll bei jeder Nummer ein anderes sein.
Wir hoffen, dass diese Zeitung weiterhin die Kommunikationskultur und das gegenseitige Interesse
an den Arbeiten kreuz und quer durch unsere
Institution fördert. Und wir freuen uns auf Ihre
zukünftigen Beiträge aus allen Bereichen unserer Hochschule und des Museums für Gestaltung
Zürich. Nutzen Sie dieses Forum zur Information,
zum Austausch und zum Beginn eines Dialoges
über das, was an der Hochschule für Gestaltung
und Kunst Zürich geschieht.
Heike Pohl, Tobias Strebel
hgkzintern3/05
0
04 interview mit dr. sebastian brändli
05
forschungsprojekt: bildersuche am flughafen
07
forschungsprojekt: die phantasie repariert
08
campus-radio: studierende machen radio
09
artists in labs: kunst in forschungslabors
10 hmt-studienwoche: hindemith
11
hmt: studio-session als produktionswerkstatt
12 corina caduff im gespräch
14
studienreise: pro pueblo ecuador
16
wie entsteht im museum für gestaltung zürich
eine ausstellung?
18
who is who in der werkstatt?
19
forschungsprojekt: ausstellungs-displays
20
fotografie: der hypochonder
22 online-lernumgebung: m_k_g@e-learning
23
wachsflügelfrau, origamililien…
24
droog design: ungewöhnliche konzepte für
gewöhnliche dinge
24 kurzmeldungen museum: lange nacht, www,
cateteria zu, preis für sportdesign
25 trickraum: in einem cartoon ist alles möglich
26 damit das schöpferische entsteht, braucht es
bewegung
27 förderverein: freunde und alumni der hgkz
28 nachrufe
28 hmt sucht comic für gratiskonzerte –
wettbewerb für hgkz-studierende
29 tryout – ein versuch über video und tanz
30 theorie & forschung: landschaftssehen: das sihltal.
fotografische langzeitbeobachtung schlieren
31
apolda european design award 2005
31 master-studiengänge im bereich film
32 leiter institut medien & kunst gewählt
32 preise und wettbewerbe
33 centrocampo: möbelmesse mailand
33 nds scenography: inszenierter multikulturalismus
34 evento – das hochschuladministrationssystem
35 bauprojekte im hauptgebäude
36 neue publikation: total interaction
36 leserumfrage: was darf eine karikatur?
38
impressum
39 cartoon
0
hgkzintern3/05
100 Tage im Amt
wir dürfen
hoffnungsvoll
in die zukunft
blicken
Dr. Sebastian Brändli ist seit 1. März 2005
Chef des für die Zürcher Fachhochschule (zfh)
zuständigen Hochschulamts in der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Er war vorher in
verschiedenen Positionen im Bildungswesen in
den Kantonen Zürich und Aargau sowie beim
Bund tätig; er war auch Gemeinderat, Kantonsrat, Generalsekretär des ETH-Rats – eine vielseitige, bildungspolitisch engagierte Persönlichkeit. Die hgkz freut sich auf eine konstruktive
und spannende Zeit mit dem neuen Chef im
Hochschulamt. Interview: Marianne Böckli
—
Herr Brändli, die berühmten „100 Tage im Amt“ haben Sie
hinter sich. Welches ist der prägendste Eindruck, den Sie
von Ihrer neuen Tätigkeit haben?
Ich habe viele kluge, engagierte Menschen kennen gelernt,
die sich aktiv mit dem gesellschaftlichen Wandel auseinander setzen und ihre Institutionen, seien es nun Fachhochschulen oder Universitäten, in diesen Veränderungen
erfolgreich positionieren wollen.
Die Zürcher Fachhochschullandschaft wird sich in den
nächsten Jahren stark verändern. Die zfh wird neu nur
noch aus drei Hochschulen bestehen: der ZHaW (Zürcher
Hochschule der angewandten Wissenschaften), der PHZH
(Pädagogische Hochschule Zürich) und der ZHdK (Zürcher
Hochschule der Künste), die aus hgkz und HMT gebildet
wird. Ist diese Konzentration nicht nur ein Nachteil, der die
Unübersichtlichkeit und Anonymität fördert?
Der Wirtschaftsraum Zürich wirkt auch in Fragen der Bildung und Wissenschaft als Magnet. Dies ist eine Chance,
gleichzeitig aber auch eine Verpflichtung. Aus dieser Situation heraus haben wir im Kanton eine grosse Substanz an
universitären und Fachhochschulangeboten, die in geeigneter Form strukturiert und geführt werden müssen. Dabei
ist darauf zu achten, dass inhaltlich sinnvolle Konstellationen entstehen, aber eben auch valable, handlungsfähige
Player, die eine gewisse kritische Masse problemlos erreichen. Wenn wir unsere Pläne mit anderen nationalen und
internationalen Standortlösungen vergleichen, dürfen wir
einerseits hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, andererseits können wir sagen, dass wir immer noch auf schlanke
Strukturen vertrauen; es entstehen keine anonymen Mammut-Institute!
Und was spüren die Mitarbeitenden davon?
Ich bin überzeugt, dass die Studierenden und Mitarbeitenden von den Strukturveränderungen weniger spüren werden als zum Beispiel von der Einführung von Bologna und
von allfälligen Standort- und Liegenschaftenwechseln!
Standortwechsel – Liegenschaftenwechsel – Toni-Areal? Ein
weiteres Thema, das in der Luft liegt und Energien konsumiert! Was ist Ihre Meinung dazu, dass der jetzige zentrale
Standort aufgegeben werden soll?
Für die Verbindung von hgkz und HMT zur Zürcher Hochschule der Künste sollen möglichst optimale Startbedingungen geschaffen werden. Ein räumlicher Zusammenzug
ist dazu eine wichtige Voraussetzung, die – wenn möglich –
geschaffen werden soll. Es ist wohl nicht abzustreiten, dass
neben Vorteilen auch einzelne Nachteile entstehen. Dass
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aber auf ausgedienten Industriebrachen grossartige urbane
Nutzungskomplexe mit Ausstrahlung ins weite Umland
entstehen können, ist auch schon fast eine Binsenwahrheit.
Der Wissenschaftsstandort Zürich soll solche Chancen nutzen, wenn sie sich bieten! ZHdK, Umgestaltung der zfh, Bologna-Reform, Umstrukturierungen durch Sparbeschlüsse – können Sie sich vorstellen,
dass uns die Begeisterung für Reformen langsam aber sicher
abhanden kommt?
Die Bildungsinstitutionen sind nicht stärker von Reformbestrebungen erfasst als andere. Selbstverständlich darf unbestrittener Reformbedarf nicht in „Reformitis“ umschlagen;
jede Planung muss sorgfältig auf Ziele, aber auch auf
Umsetzbarkeit überprüft werden. Persönlich verstehe ich
gut, dass insbesondere ein einseitig von oben formulierter
Reformbedarf zu Ermüdungserscheinungen führt. Gleichwohl gibt es zum eingeschlagenen Weg einer generellen
Neugestaltung des FH-Bereichs, der auch die politische
Ebene berührt, keine Alternative. Das Ziel muss also sein,
die einzelnen Reformschritte besser zu kommunizieren –
Kommunikation verstanden als wechselseitiger Austausch!
Nochmals zu den Inhalten der Reform: Welche wichtigsten
Ziele des Bologna-Prozesses sehen Sie für eine Zürcher Hochschule der Künste?
Der wichtigste, immer wieder genannte Grund für die
Umsetzung der Bologna-Deklaration ist die Förderung
der Mobilität. Dieses Ziel wird u.a. durch die Einführung
international vergleichbarer Abschlüsse und die Einführung eines Leistungspunktesystems (ECTS) erreicht. Durch
die Internationalisierung des Bildungsmarktes und die in
Zukunft bessere Vergleichbarkeit von Studienprogrammen
sind die Hochschulen aber auch gezwungen, sich noch
mehr zu profilieren. Im kleinen Hochschulraum Schweiz
wird – verstärkt auch durch die Finanzierungsprobleme
der öffentlichen Hand – in nächster Zeit zudem der Druck
auf die Koordination der Studiengänge weiter wachsen.
Aufgrund der Modularisierung des Angebots und durch
Kooperationen mit anderen Hochschulen kann aber diese
Entwicklung besser aufgefangen werden als bisher. Zentral
im Bologna-Prozess erscheint mir – last but not least – auch
die besondere Betonung der Qualitätssicherung.
Wie sieht Ihre Vision der Zürcher Fachhochschule im Jahr
2015 aus?
Die Zürcher Fachhochschule besteht im Jahre 2015 aus den
drei eigenständigen Hochschulen ZHaW, ZHdK und PHZH,
die in vielfältiger Weise miteinander zusammenarbeiten
und auch mit Universität und ETH Zürich in Projekten
der Forschung und der Lehre eng verbunden sind. Die zfh
strahlt über den Grossraum Zürich hinaus und wird national und international als breites Kompetenzzentrum für
angewandte Wissenschaften, für Künste und für Vermittlung wahrgenommen. Die zfh wird von einer aufgeklärten
und kritischen Öffentlichkeit getragen und vom Kanton als
Träger mit der nötigen Distanz loyal begleitet. Die zfh 2015?
Ein wichtiges und prominentes Markenzeichen Zürichs.
—
Forschung – Work in Progress
bildersuche
am
flughafen
Im Forschungsprojekt „Check it – Grenzgäge
am Flughafen Zürich“, das seit November 2004
die aktuellen Tendenzen in der Personen-,
Gepäck- und Warenkontrolle am Beispiel des
Flughafens Zürich untersucht, stehen folgende
Fragen im Zentrum: Welche Kontrollsysteme
werden am Flughafen angewendet? Welcher
Logik folgen die Kontrollverfahren und welche Rolle spielen dabei technologische Visuali­
sierungsmöglichkeiten? Flavia Caviezel,
Susanna Kumschick und Denis Hänzi *
­
—
Der Flughafen Zürich ist Drehscheibe für jährlich 17 Millionen Passagiere und Umschlagplatz von rund 400 000 Tonnen
Fracht. Es ist die Aufgabe verschiedener Kontrollierender,
den Gang der Menschen und Dinge an dieser so genannt
„vorgezogenen Grenze“ auf seine Rechtmässigkeit hin zu
überprüfen. Dem technologisch erzeugten Bild kommt bei
diesen Vorgängen eine zentrale Bedeutung zu.
Für die inhaltliche Forschung stützen wir uns auf qualitative Methoden der Sozialwissenschaften, insbesondere
der visuellen Anthropologie. Als Forschungsinstrumente
werden audiovisuelle Medien eingesetzt und es entstehen
hybride dokumentarische Materialien wie Video, Foto und
Text. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern werden
Möglichkeiten innovativer Präsentation erörtert. Geplant
0
0
hgkzintern3/05
ist, die Forschungsergebnisse in Form einer interaktiven
Welcher Koffer wird geöffnet? Die Kontrollierenden nehmen
Installation der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu
ein so genanntes „Profiling“ vor. Sie rekurrieren dabei auf
machen.
Entscheidgrundlagen wie Erfahrung und Intuition – die
bekannte Spürnase. Obwohl sich die Kontrollierenden beim
Mitten im Forschungsprozess
Während erster eingehender Recherchen führten wir Erstellen eines „Profiling“ um ein möglichst klares Bild ihres
semistrukturierte Video- und MD-Interviews mit Mitar- Gegenübers bemühen, produzieren sie immer auch eine
beitenden aus den entsprechenden Flughafenbereichen berufsmythisch aufgeladene, fast geheimnisvolle „Unschärund dokumentierten die einzelnen Kontrollvorgänge mit fe“, ein schwer fassbares Imaginäres, dem wir auf die Spur
fotografischen Notizen. Untersucht wurde beispielsweise kommen wollen.
die Personenkontrolle (Passkontrolle, Ausweisprüfstelle,
Grenzen definieren
Pilotprojekt der biometrischen Kontrolle, FlughafenasylEng damit verbunden ist unser dritter Interessengegenverfahren), die Gepäck- und Warenkontrolle oder der Pflanstand, die Konstruktion des Grenzraums „Flughafen Zürich“.
zenschutzdienst. Zur Eingrenzung des komplexen UntersuWir gehen einerseits der Frage nach, wie sich die Grenze im
chungsfeldes legten wir drei Kernthemen fest.
physischen Raum manifestiert – exemplarisch hierfür steht
etwa der Grenzzaun, der das Flughafenareal vor unbefugSichtbar machen
Die Kontrollierenden versprechen sich von den techno- tem Zutritt schützen soll. Andererseits interessiert uns,
logischen Visualisierungsverfahren, die Gegenstände und über welche Deutungen von „Grenze“ die Mitarbeitenden
Organismen durchleuchten, mikroskopieren oder ablich- am Flughafen verfügen und inwiefern sich in ihren Austen, eine Analyse, deren Richtigkeit sich auf den hohen sagen diese mentalen Repräsentationen von „Grenze“, die
technologischen Standard der Apparate sowie auf ihre kulturell geformt und berufsfeldspezifisch geprägt sind,
eigene Professionalität im Umgang mit denselben abstützt. manifestieren.
Visualisierungen sollen „Schärfe“ herstellen: Es ist das
www.ith-z.ch
mikroskopische Bild eines Kleinstinsekts, das belegt, dass
­—
eine Orchideenlieferung von einem Quarantäneschädling
befallen ist, oder der mit UV-Licht bestrahlte Ausschnitt Forschungsteam: Flavia Caviezel und Susanna Kumschick (Projektleitung,
wissenschaftliche Mitarbeiterinnen), Denis Hänzi (wissenschaftlicher Mitareines Passes, der den Fälschungsbeweis erbringt.
beiter)
Auswählen
Dieser technologischen Rationalität ist ein anderes Beurteilungsverfahren vorangestellt: Sowohl bei der Personen- als
auch bei der Gepäck- oder Frachtkontrolle muss stets eine
Auswahl getroffen werden. Welcher Passagier ist verdächtig?
Projektpartner: V2_Lab Rotterdam, Videocompany Zofingen
Laufzeit: November 04 – Oktober 05
Das von DORE unterstützte Forschungsprojekt ist am Institut für Theorie der
Gestaltung und Kunst (ith) innerhalb des Instituts Cultural Studies angesiedelt und bewegt sich somit in einem Umfeld weiterer Projekte, die sich mit
Grenzthematiken, Visualisierung, Interkulturalität oder Migration befassen.
hgkzintern3/05
In der Schweiz wurden die ersten psychiatrischen Anstalten
um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Obwohl es zuvor
keine gegeben hatte, waren die Anstalten – grosse repräsentative Gebäudekomplexe – sofort zu klein. Die „Pfleglinge“
verbrachten ihr Leben in den Anstalten oft unbeschäftigt.
Im beginnenden 20. Jahrhundert war die Schweiz ein Land
der Reformpsychiatrie. Die Psychoanalyse, Psychodiagnostik, Arbeitstherapie, verschiedene medizinische „Kuren“
wurden ausprobiert, und die Kinder – und Jugendpsychiatrie wurde entwickelt.
Kunst und Psychiatrie
die phantasie
repariert
„Gestalterische Arbeiten von Frauen und
Männern in psychiatrischen Anstalten in der
Schweiz um 1860 bis 1920“ ist der Titel einer
Doktorarbeit in Kunstgeschichte. Sie wird
begleitet vom Forschungsprojekt „Bewahren
besonderer Kulturgüter“ im Departement
Lehrberufe, das von DORE unterstützt wird.
Katrin Luchsinger*
­—
Heinrich B., Luftschiff, Tusche auf Stahlspänekarton,
44,3 x 69,8 cm, 1924, Rheinau
Behandelt wurden aus Mangel an Personal jedoch nur
wenige Patientinnen und Patienten, und nicht alle liessen
sich gern in eine Beschäftigung in der Landwirtschaft, der
Wäscherei oder der Küche einbinden. (Irgend)eine Tätigkeit
als Ziel vor Augen, wurde es daher nicht ungern gesehen,
wenn Patientinnen und Patienten sich selber beschäftigten.
Dennoch wurde erstaunlich wenig Material zur Verfügung
gestellt: Im Psychiatriemuseum der Waldau finden sich
selbst gefertigte Näh- und Stricknadeln aus Taschenkämmen, Zirkel aus Knochen, gezeichnet und geschrieben
wurde auf alte Rechnungen, Zeitungen oder Verpackungsmaterial.
Der Mangel an Material wurde in einigen der Arbeiten
in eine Sprache verwandelt, die den Mangel an Bedeutung, an Möglichkeiten der Einflussnahme als Bürgerinnen und Bürger, die Situation der Ausgrenzung aus
der Gesellschaft nicht nur beschreibt, sondern repariert.
0
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Die Arbeiten reflektieren – wie die Kunst – die eigene
Gesellschaft aus einer Position ein wenig ausserhalb.
Frauen äussern sich im Rahmen der Rollen, die ihnen
die Gesellschaft zugedacht hat: Bekleidung, Accessoires,
Haushaltung und soziale Systeme werden zu Metaphern,
in denen der Wunsch nach Ordnung, Bedeutung, Macht
und Liebe abgehandelt wird. Männer benutzen dazu eine
Metaphorik staatsbürgerlicher Beiträge zu Verbesserung
von vielem und von Erklärungen zur Welt.
Sofern der Wahnsinn als Bedingung der Produktion zu
erfassen ist, stellt er oft nicht den originellsten Teil dar,
im Gegenteil: Es gibt nichts Geistloseres als die endlosen
Beschimpfungen, die sich Adolf Wölfli nachts in Form von
Gehörhalluzinationen anhören muss.
Die Phantasie hingegen repariert: Sie macht aus verzweifelten Botschaften Accessoires, die einer Königin anstehen
würden, und aus dem Mangel und der Entwürdigung eine
„Präsidentin der Atmosphäre“. Diese Ernsthaftigkeit macht
die Arbeiten lyrisch und zeigt, inwiefern gesellschaftliche Prozesse Kunst konstellieren und benötigen. Denn
die Arbeiten waren nur in den seltensten Fällen als Kunst
gedacht, wurden aber immer mit einem professionellen
Anspruch geschaffen.
Ich befasse mich in meiner Doktorarbeit damit, das (Gesamt-)­
Werk von einigen Frauen und Männern zu untersuchen. Die
Untersuchung wird begleitet von einem Forschungsprojekt
der Abteilung DORE (Do Research) des Nationalfonds.
Das Projekt hat zum Ziel, Sammlungen von frühen Patien­
tenarbeiten in psychiatrischen Anstalten zu bewahren, das
heisst, die Kliniken darauf aufmerksam zu machen, dass
sich darunter in technologischer, historischer und künstlerischer Hinsicht interessante Objekte befinden, die Sammlungen in einem Katalog zu erfassen und die Kataloge zu
einem Verbundkatalog zusammenzu schliessen. Entgegen
einer verbreiteten Ansicht werden alte Patientenarbeiten
gegenwärtig entsorgt, weil die Kliniken naturwissenschaftliche Forschungen aufbauen und ganz andere Prioritäten
setzen, so dass dem Projekt Aktualität zukommt.
­—
Katrin Luchsinger, lic.phil., ist Leiterin des Studienbereiches Vermittlung von
Gestaltung und Kunst im sozial- und sonderpädagogischen Bereich im Departement Lehrberufe. Sie schreibt zurzeit an ihrer Doktorarbeit und leitet das
Projekt „Bewahren besonderer Kulturgüter“.
Pilotversuch
studierende
machen
radio
Campus Radio – eine akustische Plattform für
die zukünftige ZHdK. Ina Bösch *
­—
Bald wird es bei den beiden Partnerschulen der zukünftigen Zürcher Hochschule der Künste laut zu und her gehen.
Die neue Institution wird unter anderem ein akustisches
Labor sein: Da wird der Flügel traktiert, dort gejammt, hier
werden Texte rezitiert oder Audioinstallationen konzipiert.
Die Fülle an Audioformaten und das reichhaltige Angebot
an Konzerten, Vorträgen und Theateranlässen rufen nach
einem adäquaten Medium. Weshalb nicht das tun, was in
den USA, in England, Frankreich und Deutschland schon
lange Tradition hat: ein Campus Radio betreiben, ein von
Studierenden für eine interessierte Öffentlichkeit gestaltetes Radio. Also sprachen die beiden Schulleitungen der hgkz
und der HMT Geld für einen Pilotversuch.
In Vorbereitung ist ein Webradio, das einerseits als Plattform
dient und anderseits mit eigenwilligen Audioproduktionen
einem künstlerischen Anspruch genügt. Ein erster Schritt
zur Realisierung des ehrgeizigen Projekts wurde von Studierenden der Bereiche Bildende Kunst, Fotografie, Neue
Medien, Theorie und Komposition in Zusammenarbeit mit
Tutoren, internen und externen Dozierenden sowie einer
Projektleiterin im SS 05 getan, weitere Schritte folgen im WS
05/06 und im SS 06.
Wer sich am Aufbau eines Campus Radios beteiligen, das
Handwerk kennen lernen, das Medium künstlerisch ausreizen und eigene Radioprojekte realisieren will, meldet sich
bei:
Ina Boesch, Projektleitung Campus Radio.
ina.boesch@hgkz.ch
­—
AIL-projekt, Ausstellung im KKL
hgkzintern3/05
Sehenswerte Ergebnisse
Im AIL-Projekt wurden folgende Projekt­resultate und Prototypen entwickelt:
Kunst und Wissenschaft
disziplinen-mix:
kunst in
forschungslabors
Am Institut Cultural Studies in Art, Media and
Design wurde ein weiteres Forschungsprojekt
abgeschlossen: Das Artists-in-Labs-Projekt
(AIL) ermöglichte Künstlerinnen und Künstlern
aus dem In- und Ausland einen Arbeitsaufenthalt in einem von neun Schweizer Wissenschaftslabors. Jill Scott *
­—
Das Forschungsprojekt hatte das Ziel, eine Brücke zwischen
den meist streng getrennten Disziplinen in Kunst und
(Natur- und Technik-)Wissenschaft zu schlagen. Die KünstlerInnen erarbeiteten Prototypen anhand vorformulierter
Projekteingaben in Zusammenarbeit mit oder im Arbeitsumfeld von WissenschaftlerInnen. Die Kunstschaffenden
wurden von einer Jury ausgewählt, der auch Laborleitungen
angehörten. Zwei der Beteiligten sind Angehörige der hgkz.
1. Artifical Intelligence Lab, Uni Zürich: Margarete Jahrmann (CH), Max Moswitzer (A), Adrianne Wortzel (USA).
Eine Softwareengine für Kunst und Wissenschaft (Prototyp
in Weiterarbeit) in Anbindung an die AI-Verhaltensforschung und ein Filmkonzept (Prototyp) in Anbindung an
die Roboterforschung.
2. Computational Laboratory, Co-Lab, ETH Zürich: Tiffany
Holmes (USA). Eine wissenschaftliche Illustration (Scientific Visualization).
3. Centre Suisse d‘Electronique et de Microtechnique,
Alpnach: Margaret Tan (Singapur). Wearable Computer
(Prototyp) in Anbindung an die Mikroelektronikforschung.
4. Geobotanisches Institut, ETH Zürich: Thomas Isler (CH).
Ein 35-minütiger Dokumentarfilm und Installation in
Anbindung an die GMO-Forschung.
5. Institute of Information, Globis Gruppe, ETH, Zürich:
Axel Vogelsang (UK/D). Eine interaktive Narration/Installation in Anbindung an die Paper-Forschung (Prototyp).
6. Paul Scherrer Institut , Villigen: Dominik Bastianello (CH),
Nigel Helyer (UK/AUS). Eine Soundskulptur in Anbindung
an die Myonenforschung (Prototyp) und eine Rauminstallation zum Albert-Einstein-Jahr.
7. Planetarium, Verkehrshaus der Schweiz, Luzern: Andrew
Quinn (I/AUS), Clea T. Waite (D/USA). Zwei 3-minütige BeiDie 14 Kunstschaffenden arbeiteten während jeweils fünf träge für das Planetarium zur Astronomie.
bis sechs Monaten von April 2004 bis Ende Januar 2005 in
8. Zentrum für Biosicherheit und Nachhaltigkeit (bats),
neun verschiedenen Labors, so beispielsweise am Artifical
Basel: Shirley Soh (Singapur). Eine Ausstellung am Zentrum
Intelligence Lab der Universität Zürich, an der ETH oder
für Mikroskopie Basel (abgeschlossen) zur Biosicherheit.
am Paul Scherrer Institut in Villigen. Sie erhielten Zugang
zu einer wissenschaftlichen Infrastruktur, die ihnen norma- 9. Zentrum für Mikroskopie (zmb), Uni Basel: N.S. Harsha
lerweise nicht zugänglich ist. Das AIL-Projekt leistete damit (IND), Isabel Rohner (CH). Fassadenperformance (Konzepeinen wichtigen Beitrag zur Überwindung gegenseitiger tion) in Anbindung an „Human Tissue“-Forschung. Skulptur
Zuschreibungen, die nach wie vor im Rahmen unterschied- (Prototyp) in Anbindung an die Elektronenmikroskopie.
licher Wissenschaftskulturen und zwischen Kunst und WisKKL Kunstmuseum Luzern: Ausstellung 19.– 22. Mai, 2005.
senschaft wirksam sind. Die Projektergebnisse zeigen, dass
die Ideen der KünstlerInnen gemäss ihrer Projektvorschlä- www.artistsinlabs.ch
ge fast alle erfolgreich umgesetzt werden konnten. Die http://ics.hgkz.ch/d/forschungsprojekte/ics_ail
Labors, die an der Projekt- bzw. Künstlerauswahl beteiligt —
gewesen waren, fühlten sich mitverantwortlich. Auf Sei- Prof. Dr. Jill Scott leitet das AIL-Forschungsteam. Ko-Leitung: Prof. Marille
ten der KünstlerInnen überwog das Interesse an künst- Hahne; wissenschaftliche Koordination René Stettler; wissenschaftliche Mitarbeit Priska Gisler.
lerischen Interpretationen von Erfahrungen und Knowhow-Transfer, die Labors andererseits profitierten beim Zum Artists-in-Labs-Projekt erscheint eine Publikation Springer Verlag: „Artists-in-Labs – Processes of Inquiry“. Essays: „The Process of Inquiry“ Jill Scott;
Umgang mit der Öffentlichkeit. In einigen Fällen wurden „Welcoming Uncertainty: The Strong Case for Coupling the Art to Science and
die Projekte als Chance für die Wissenschaft gesehen, sich Technology” Roger Malina;„Visualization or Interpretation or Illustration?” René
über künstlerische Bild- und Kommunikationsverfahren Stettler; „Free Access or Entrance Denied? – Searching the Common Grounds in
the AIL-Project“ Priska Gisler; „Science in Trouble? There is Hope from Art” Beat
anders darstellen zu können. Die Laborlei­terInnen haben Gerber; “Artists in Industry and the Academy: Interdisciplinary Research Collaalle die Anwesenheit der KünstlerInnen in ihren Labors borations” Edward A. Shanken; „Documentary Film as Comparative Research”
als positiv bewertet, unter anderem weil diese oft eine Marille Hahne. Case Studies: 12 Artists Process Notes from the AIL Experience.
Results: 9 Scientists Reactions from the Science Labs. Conclusion and Analysis.
Kommunikation auch zwischen den WissenschaftlerInnen DVD:12 documentaries about the experience: an analysis of the artist-in-labs
in Gang setzten, die ohne sie nicht stattgefunden hätte. context plus an Introduction to the AIL project. Foreword by Sigrid Schade.
Neue Arten der Kommunikation
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10.00 Referat
Verschiedene Referate thematisieren unter anderem die
Weimarer Republik, Expressionismus, Neue Sach­lichkeit,
Hindemiths Beziehung zur Alten Musik und Hindemiths
Wirken an der Universität Zürich.
Referenten: Wolfgang Rathert (Universität München), Siegfried Mauser (Rektor der Hochschule für Musik München),
Dominik Sackmann (HMT), Hans Joachim Hinrichsen (Universität Zürich) und Laurenz Lütteken (Universität Zürich).
12.00 Matineekonzert
In den Matineekonzerten führen Studierende und Dozierende die im Rahmen der Kammermusikakademie erarbeiteten Werke auf. Lesungen aus Briefen Hindemiths und
vorgetragene Texte von Benn, Brecht und Rilke ergänzen die
Veranstaltungen.
17.00 Filme
HMT-Studienwoche
hindemith
In Zusammenarbeit mit dem Hindemith-Institut Frankfurt findet im Herbst 2005 am Departement Musik der Hochschule Musik und Theater
Zürich (HMT) eine Studienwoche zum Thema
„Hindemith und die zwanziger Jahre“ statt. Während einer Woche werden sich 80 bis 100 Studierende im Hauptgebäude an der Florhofgasse 6 in
Zürich mit dem Thema befassen. Mit Ausnahme
der Workshops sind die Veranstaltungen öffentlich, der Eintritt ist frei. Cobus Swanepoel *
Verschiedene Filme, die einen Bezug zu Hindemith haben,
werden gezeigt. Auf dem Programm stehen der Tanzfilm zu
Hindemiths Ballett „Hérodiade“ in der Choreografie von
Martha Graham sowie diverse Filmausschnitte aus seinem
Leben. Es werden folgende Stummfilme vorgeführt:
— „Im Kampf mit dem Berg“ (1921) von Arnold Fanck mit
Filmmusik von Hindemith.
— „Vormittagsspuk“ (1928) von Hans Richter, in dem Hindemith zwar nur kurz, der Komponist Darius Milhaud und
Richter selbst auftreten.
— „Berlin. Die Symphonie der Grosstadt“ (1927) von Wal­
ther Ruttman. Dieser Film zeigt Berlin im Jahr, in dem Hindemith dort eine Lehrstelle annahm.
19.30 Konzerte
An den Abendkonzerten treten Siegfried Mauser (Klavier),
das Carmina-Quartett mit Fabio di Casola (Klarinette),
das Amar-Quartett sowie ein Ensemble mit Studierenden
der HMT unter der Leitung von Matthias Weilenmann auf.
—
Ein Symphoniekonzert mit Tabea Zimmermann (Viola),
Paul Hindemith (1895–1963) nimmt einen besonderen Platz David Zinmann (Leitung) und dem Tonhalle Orchester
in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Seine sehr Zürich gehört ebenfalls zum Konzertplan der Woche.
erfolgreiche Tätigkeit als Solist (Violine und Viola), KamAusstellungen und Workshops
mermusiker, Komponist und Kompositionsdozent macht
Ausstellungen vervollständigen das Programm. So werihn zu einer der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten
den an der Florhofgasse Beiträge des Hindemith Instiseiner Zeit.
tuts Frankfurt und des Bildlabors des Studienbereiches
Inmitten der sozialen und kulturellen Veränderungen durch- Visuelle Gestaltung der hgkz gezeigt. Im Weiteren ist eine
läuft er zahlreiche Zeitstile wie Expressionismus, Neue Ausstellung originaler Partituren, Karikaturen und Briefe
Sachlichkeit und Formalismus. Mit dem Leitsatz „Auch im von Hindemith in der Stadtbibliothek Winterthur zu sehen.
wildesten Trubel der Klänge muss noch Sinn und Ordnung Workshopnachmittage zur Kultur der zwanziger Jahre werherrschen“ lehnt er die Atonalität immer bewusst ab. Seine den angeboten, teilweise in Zusammenarbeit mit der hgkz.
Rollen als Erneuerer und vor allem als Erhalter weisen dar- So hält Hans-Peter Schwarz, Rektor hgkz und Gründungsauf hin, dass er am Ende einer Epoche stand.
rektor ZHdK unter dem Titel „Vom Subjekt zur Sache“ ein
kunstgeschichtliches Referat, und Steffen Schmidt, wissenÜberblick Veranstaltungen
schaftlicher Mitarbeiter der hgkz, spricht über Hindemith
Der Aufbau der Studienwoche hält sich an eine feste Tagesals Komponist für Ballettmusik.
struktur. Von Montag, 26. September, bis Freitag, 30. September 2005, stehen folgende Schwerpunkte auf dem Pro- Genaue Programmangaben finden Sie ab Ende Juni auf der
gramm:
Website www.hmt.edu
09.30 Tageseinführung
Zur Vorbereitung ist zu empfehlen: Hindemith hören und
Giselher Schuber, Leiter des Hindemith Instituts Frankfurt, www.hindemith.org besuchen.
hält die Tageseinführungen, welche eine thematische Klam- —
mer um die Studienwoche bilden.
Cobus Swanepoel ist Studiengangsleiter Bachelor Musik
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Musik
studio-session
als produktionswerkstatt
Studio-Sessions sind Teil einer Musikproduktion.
An der HMT finden im Fachbereich ComposingArranging jährlich etwa 14 solche Sessions statt.
Studierende der Kurse „Composing-Arranging“,
„Arrangement-Instrumentation“ und „Angewandte Film-, Theater- und Medienkomposition“ schreiben, arrangieren, orchestrieren und
instrumentieren Kompositionen für verschiedene Besetzungen. André Bellmont *
—
Ein intensiver und aufwändiger Teil des Arbeitsprozesses ist
das Kreieren der Partitur und des übrigen Notenmaterials.
Dieser Prozess wird schlicht „Score-Production“ genannt.
Die stilistische Bandbreite reicht dabei von einer Rock/PopBand bis hin zum grossen Sinfonieorchester, vom Streichquartett bis zum Jazz Orchestra.
Industrielle Aufnahmesituation
Anschliessend wird das erstellte Notenmaterial im Rahmen einer Studio-Session eingespielt und aufgezeichnet.
Darüber hinaus werden auch grössere Projekte wie Film-,
Theater- oder Hörspielmusik und anderes mehr realisiert.
Die Sessions finden in der Regel am Montagmorgen statt
und dauern jeweils drei Stunden. Bei umfangreicheren
Vorhaben (Prüfungen, Film-Sessions etc.) wird verlängert
(Overtime) oder es findet am Nachmittag eine Doublebeziehungsweise am Abend eine Triple-Session statt.
An der HMT stellen die Studio-Sessions eine reale Aufnahmesituation dar, wie man sie in der Industrie antrifft. Die
Zeit ist aufs Notwendigste limitiert. Das bedeutet, dass im
Schnitt für die Aufnahme eines Stückes nur etwa 10 bis
allerhöchstens 20 Minuten zur Verfügung stehen und die
Musikerinnen und Musiker meistens vom Blatt lesen, also
die Musik am Tag der Session zum ersten Mal hören beziehungsweise die Noten zum ersten Mal sehen.
Fächerübergreifende Zusammenarbeit
Als Faustregel rechnet man auf eine dreistündige Session
mit etwa 15 Minuten aufgenommener Musik. Dieser Schnitt
wird an der HMT allerdings meistens übertroffen, denn es
sollen möglichst viele Studierende die Gelegenheit erhalten, ihre Musik aufzunehmen und anschliessend zu hören.
Die Resultate der Sessions werden denn auch als Partitur
und Tonträger im Schaufenster des Fachbereichs Composing-Arranging im Intranet beziehungsweise im Internet
ausgestellt (siehe unten).
Verständnis aufzubauen. Dabei spielt die abschliessende
gemeinsame Nachbesprechung eine wichtige Rolle, denn
sie ermöglicht es, die Perspektiven und Erwartungen der
anderen Beteiligten kennen zu lernen. Die Erfahrung hat
gezeigt, dass dieser Austausch für die Qualitätssicherung
unerlässlich geworden ist.
Studierende als Produzenten
Die Studierenden nehmen während der Studio-Sessions die
Rolle des Produzenten ein. Dies soll eine möglichst hohe
Effizienz gewährleisten, was insbesondere bei grossen Sessions eine seriöse Planung und oftmals auch Arbeit unter
starkem Druck bedeutet. Überhaupt sind in der sparten­
übergreifenden Zusammenarbeit Zuverlässigkeit und Professionalität das oberste Gebot, denn alle Beteiligten sind
im Produktionsablauf gleich wichtig und unentbehrlich.
Verschläft beispielsweise der Trompeter oder die Fagottistin
die Montagmorgen-Session, so können alle ihre Sachen
wieder zusammenpacken und nach Hause gehen. Gelingt
es dem Komponisten nicht rechtzeitig, seine Partitur fertig
zu stellen, sind die Musikerinnen und Musiker vergeblich
aufgeboten worden. Unterläuft der Tontechnikerin bei der
Aufnahme ein entscheidender Fehler, so muss selbst die
perfekteste Performance, oftmals zum grossen Ärger aller
Beteiligten, wiederholt werden.
Die Studio-Sessions sind öffentlich, und interessierte PersoStudio-Sessions führen verschiedene Fachleute zusammen:
nen sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.
Komponierende/Arrangierende, Musikerinnen, Dirigenten,
Tontechniker und Theater-/Filmschaffende (Regie, Film- www.hmt.edu/?composingarranging
ton, Videotechnik etc.). Ziel ist es, die Zusammenarbeit der —
einzelnen Fachgebiete zu fördern und ein gegenseitiges André Bellmont, Dozent HMT
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es gibt eine form
von kreativität,
die im rahmen
des akademischen
denkens nicht
stattfinden kann
Corina Caduff, du hast eine Förderprofessur an der hgkz.
Was machst du genau?
Der Nationalfonds hat vor einigen Jahren zeitlich beschränkte Professuren eingerichtet, um jüngere Wissenschaftler zu
fördern. Man bewirbt sich dafür mit einem konkreten Projekt und kann auch Mitarbeiterstellen beantragen. Ich habe
drei zugesprochene Stellen mit je einer Person aus Musik-,
Film- und Kunstwissenschaft besetzt, mit denen ich nun am
Projekt „Das Verhältnis der Künste“ arbeite. Wir schreiben
gemeinsam an einem Buch über bestimmte Aspekte in den
Künsten, zum Beispiel Ekstase, Tränen oder Sport. Daneben
arbeiten wir alle an eigenen Untersuchungen, die ebenfalls
künsteübergreifend angelegt sind.
Was unterrichtest du bei uns und an der HMT?
Ich habe an der hgkz im März mit Florian Keller einen
Theoriepool zu „Crossover-Bewegungen in den Gegenwartskünsten“ gemacht. An der HMT habe ich im Winter
einen Kurs zu „Musik und Erinnerung“ angeboten. Zurzeit
realisieren Isabel Mundry, Komponistin und Professorin an
der HMT, Petra Fischer vom Deptartement Theater und ich
ein Projekt, in dem junge Schreibende Texte verfassen, die
dann von Kompositionsschülern vertont und schliesslich
öffentlich aufgeführt werden. Solche medienübergreifende
Projekte halte ich gerade auch im Unterricht für sehr sinnvoll und spannend.
Die aus dem „Literaturclub“ bekannte Literatur­
wissenschaftlerin Corina Caduff ist seit Herbst
2004 Professorin am Institut Cultural Studies
in Art, Media and Design. Was meint sie zum
Verhältnis von Kunst, Musik und Literatur, zur
Forschung an der hgkz und zum Esprit einer
Musik, Kunst, Literatur, Wissenschaft: Auf welchen Wegen
Zürcher Hochschule der Künste?
bist du gerade zu diesen Gebieten gekommen?
Interview: Heike Pohl
—
Ich bin von Haus aus Literaturwissenschaftlerin und habe
mich Mitte der 90er Jahre sehr für Ingeborg Bachmann
interessiert. Dabei habe ich festgestellt, dass Musik in ihrer
Literatur eine grosse Rolle spielt. Im Lauf der Jahre habe
ich mich immer intensiver mit dem Verhältnis von Musik
und Literatur befasst. Später ist die visuelle Kunst dazugekommen; mein Ausgangspunkt war auch hier die Literatur
bzw. die Frage, ob visuelle Kunst und Musik in literarischen
Texten unterschiedlich verhandelt werden. Das ist natürlich
ein riesiges Feld.
Seit diesem Jahr bist du Kritikerin im „Literaturclub“ beim
Schweizer Fernsehen. Hast du selber auch schon ein Buch
geschrieben?
Keine Belletristik, sondern halt wissenschaftliche Sachen:
meine Dissertation über Elfriede Jelinek, dann das Buch
über Ingeborg Bachmann, dann meine Habilitation über
die Literarisierung von Musik und bildender Kunst um 1800.
Das sind zwar schon Bücher, aber man kann sie leider nicht
lesen, weil sie so akademisch geschrieben sind …
Du hast an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland
in der Forschung und Lehre gearbeitet. Was gefällt dir an der
hgkz/HMT?
Ich habe sowohl an der Uni Zürich wie auch an Universitäten in Berlin, Amsterdam und in den USA erlebt, wie
zerstritten die Kollegen in den einzelnen Fachbereichen
sind. An den Universitäten herrscht nach meiner Erfahrung
viel zu oft ein destruktives Konkurrenzverhalten, das für die
Kreativität und Zusammenarbeit schädlich ist. Da schätze
ich die gute Atmosphäre am Institut Cultural Studies und
an der HMT sehr. Und ich habe hier ein Feld fürs Experimentieren, für das an disziplinierten Universitäten kein
Platz wäre.
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Grenzüberschreitungen von einer Disziplin zur anderen sind
ein wichtiges Thema deiner Arbeit. Wie umschreibst du Interdisziplinarität?
Nehmen wir die Interdisziplinarität wörtlich: Es ist das, was
sich zwischen den Disziplinen abspielt, ein „in-between“.
Man kann sich in diesem Zwischenfeld bewegen, indem
man nach links und rechts schaut und Ähnlichkeiten und
Unterschiede fokussiert, zum Beispiel: Wie kann man die
literarische Autobiographie und das Selbstporträt vergleichen? Ein geschriebenes Leben, eine visuelle Gesichtsdarstellung – das sind zwei verschiedene Weisen, die Arbeit am
Selbst in Szene zu setzen. Interdisziplinär ist daran, dass ich
vergleichend vorgehe und nachzuvollziehen versuche, was
die jeweilige Disziplin leisten kann. Und wo ziehst du die Grenzen?
Ich finde, dass man, bevor man gleich Grenzen zieht, schon
mal etwas wild sein darf und es wagen sollte, auch in Gebiete hineinzugehen, in denen man zunächst kein Experte ist.
Natürlich heisst es dann schnell, das sei nicht seriös, aber
es gibt eine Form von Kreativität, die im Rahmen des konventionellen akademischen Denkens gar nicht stattfinden
kann. Mir ist es jedenfalls bislang noch nicht gelungen, stabile Grenzen zu ziehen, die laufen mir immer wieder davon.
Interdisziplinarität ist tatsächlich auch ein ständiger Kampf
und Krampf.
In der Zürcher Hochschule der Künste soll Transdisziplinarität eine entscheidende Rolle spielen. Wo siehst du die Entwicklungsmöglichkeiten?
Ich meine zuallererst: Es gibt Unterschiede in den Disziplinen, die quasi sakrosankt sind. Man kann nicht alles
zusammenwursteln und sollte mit Transdisziplinärem
immer auch sehr vorsichtig umgehen. Natürlich aber birgt
das Projekt der ZHdK auch ein riesiges Potenzial, und
es wäre schön, wenn es nicht so wird wie an der Universität der Künste in Berlin oder an der Hochschule
der Künste Bern, wo die einzelnen Künste letztlich doch
ziemlich unter sich bleiben. Man könnte die Situation
für Modernisierungen nutzen und die Künste in neue
Verhältnisse setzen, man könnte gemeinsam neue Forschungspraktiken entwickeln, man könnte den Studierenden fachübergreifende Plattformen für gemeinsame Produktionen bieten … Eine profilierte ZHdK könnte in Zürich
zudem als öffentlicher Veranstaltungsort attraktiv werden.
Wie erlebst du die aktuelle Atmosphäre in Bezug auf die
ZHdK?
Ich kann mir gut vorstellen, wie schwierig der Zusammenschluss allein schon aus politisch-administrativen Erfordernissen heraus ist. Dennoch gibt es meiner Meinung nach
zu wenig unabhängige Visionen. Ein vitaleres Engagement,
etwas mehr Esprit und Phantasie könnten doch nicht schaden: Ich wünschte mehr inhaltliche Ideen und lustvolle
Streitereien um solche Ideen. Stattdessen gibt es müde und
chronisch überlastete Dozenten. Das finde ich, bei allem
Trotzdem scheint es eine lustvolle Auseinandersetzung zu Verständnis und Respekt, schade – wo das Ganze doch eine
sein …
solche Chance ist!
Unbedingt! Ich geniesse die interdisziplinäre Arbeit sehr,
Ihr organisiert im Oktober den „Reigen der Künste“, ein interdie wir hier an der hgkz machen können, das wäre in einer
nationales Symposion mit Musik, Performance und Literavergleichbaren Form an keiner Universität denkbar. Der
tur. Was passiert genau und wer soll kommen?
Entscheid, mit dem Projekt „Verhältnis der Künste“ an eine
Im Zentrum stehen Künstler, die sich alle mit verschiedeFachhochschule zu gehen, ist ja durchaus begründet in
nen Medien auseinander setzen: der deutsche Komponist
einer Abwendung von akademischer Hardcore-Forschung.
Helmut Oehring, die Basler Performerinnen Muda Mathis
Ich würde gerne ein neues Forschungsverständnis für mich
und Sus Zwick sowie der Schriftsteller Thomas Meinecke.
entwickeln, das eher an den Kunstprozessen ausgerichtet
Sie werden ihre künstlerischen Praktiken vorstellen und mit
ist, das aber dennoch einen theoretischen Anspruch nicht
in- und ausländischen Wissenschaftlern ins Gespräch komaus den Augen verliert. Man muss Wege finden, Theorie
men. Am Abend gibt es ein Konzert, eine Performance und
sinnlicher begreifbar und für die Künste durchlässiger zu
anschliessend eine Lounge, an der Meinecke House Music
machen. Aber diese Suche ist natürlich aufreibend und mit
auflegt. Wir wollen mit der Veranstaltung herausfinden, wo
ständigen Fragen verbunden
Musik, Kunst und Literatur mögliche Berührungspunkte
Wie siehst du Forschung im Bereich der Künste? Ist nicht haben und wo nicht. Kommen soll, wer immer Lust hat.
ein Künstler, eine Künstlerin sowieso ein Forschender, eine Besonders willkommen sind Studierende.
Suchende, jemand, der sich ganz in ein Thema vertieft und es —
untersucht, vielleicht nicht mit akademischen Mitteln, aber Corina Caduff ist 1965 in Chur geboren. Sie studierte Germanistik an der Uni
mit dem Mittel der künstlerischen Annäherung, die sehr per- Zürich, promovierte 1991 über Elfriede Jelinek und habilitierte 2001 in Berlin
über die Literarisierung von Musik und Bildender Kunst. Sie arbeitete als Resönlich und in dem Sinn nicht „wissenschaftlich“ ist?
daktorin bei Radio DRS 2 und war an verschiedenen Universitäten im In- und
Genau: Das Vorgehen des Künstlers folgt anderen Regeln. Ausland als Fellow und Gastprofessorin tätig (2000–2003 in Berlin und in den
Der Künstler kann zwar wie der Wissenschaftler in Archi- USA). Zu hören ist sie einmal pro Monat in der Sendung „52 Beste Bücher“
(sonntags 11–12 Uhr, Radio DRS 2). Seit diesem Jahr ist sie Mitglied im „Liteven und Bibliotheken oder Labors forschen, er kann aber raturclub“ auf SF DRS, wo sie im Februar einen viel beachteten ersten Auftritt
auch in seiner eigenen Biographie nachfragen, in sei- hatte.
nem eigenen Erfahrungsschatz. Und er ist im Gegensatz —
zum Wissenschaftler ganz frei in seiner Darstellung. Es Samstag, 29. Oktober 2005, 10–24 h: Der Reigen der Künste.
braucht mehr Austausch zwischen Wissenschaft und Mediales Denken und Interdisziplinarität in den Künsten und Wissenschaften
Internationales Symposion mit Musik, Performance und Literatur.
Kunst, aber in einer Art und Weise, die beiden ihre Auto- Vortragssaal der hgkz. Detailliertes Programm:
nomie belässt. Das könnte eine Chance der ZHdK sein. http://ics.hgkz.ch/d/veranstaltungen
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reitungs-Workshops Ende Februar für drei Wochen nach
San Antonio an der Westküste Ecuadors. Dort befindet sich
der Hauptsitz der Stiftung Pro Pueblo, eines Netzwerks
von Kunsthandwerkern. Die international tätige Schweizer
Firma Holcim gründete Pro Pueblo 1992 im Rahmen ihres
sozialen Engagements und mit dem Ziel, die nachhaltige
Entwicklung in der Region Cordillera Chongon-Colonche
zu fördern. „Nachhaltig“ betrifft in diesem Zusammenhang
einerseits die Produktionsweise – die Arbeit mit lokalen Werkstoffen und den schonenden Umgang mit der
Natur –, andererseits die wirtschaftliche Subsistenz, also die
Bekämpfung von Armut und Migration.
Knowhow-Transfer
In Ecuador – wie in den meisten anderen Ländern Latein­
amerikas – ist das Kunsthandwerk für viele Familien, allein
erziehende Mütter und Witwen eine wichtige Einnahmenquelle. Deshalb setzt Pro Pueblo in diesem Bereich an.
Inzwischen arbeiten rund 450 „Artesanos“ für die Stiftung,
Prozent davon sind Frauen. Aus natürlichen Materialien wie
Holz, Lehm, Bambus und Sisal stellen sie verschiedenste
Kleinprodukte her, so etwa Schmuck, Spielzeug, Souvenirs
oder Büro- und Hotelaccessoires.
Die Kunsthandwerker verfügen meist nur über eine rudimentäre Schulbildung. Sie sind, so Ariana Pradal, Meister in
der Anwendung der ihnen geläufigen Techniken, entwickeln
aber nur begrenzt selbst neue Produkte oder Verfahrensweisen. Im Wissen darum wandte sich der Geschäftsführer der
Stiftung, Patrick Bredthauer, vor gut einem Jahr an die hgkz
und bat um Unterstützung. So entstand das auf eine langfristige Zusammenarbeit angelegte Projekt „Design für Pro
Pueblo“.
50 Objekte entstanden
Design mit Bambus, Balsa und Bims
pro pueblo
ecuador
Studierende der hgkz und der Köln Interna­ti­onal School of Design (kisd) reisten im
Frühling nach Ecuador, um gemeinsam mit
Kunsthandwerkern der Stiftung „Pro Pueblo“
die Möglichkeiten und Grenzen interkul­tureller Zusammenarbeit im Bereich Design
auszu­loten. Franziska Nyffenegger und Xandra
Linsin (Fotos). *
Die Erfahrungen der ersten Reise zeigen: Nachhaltiges
Design ist trotz aller Vorbehalte und Ängste und sprachlicher Barrieren möglich – mit viel Humor, Geduld und
Offenheit. Eine Studentin bringt es in ihrem Reisebericht
auf den Punkt: „In diesem Projekt geht es in vieler Hinsicht
um Übersetzung.“ Und eine andere Studentin erläutert,
was übersetzen hier auch meint: „Die Artesanos machten
Modelle, die selten mit meinen technischen Zeichnungen
übereinstimmten. Erst später begriff ich, dass sie meine
Skizzen nicht verstehen konnten. Sie hatten in der Schule
keine Geometrie. Wie sollten sie verstehen, was ich mit
einem 45°-Winkel meine?“
Lernen mussten aber nicht nur die Kunsthandwerker, sondern auch die angehenden Designer, etwa dass Bambus
schwieriger zu verarbeiten ist, als es auf den ersten Blick
scheint, oder dass sich kulturelle Vorurteile vor Ort nur selten bestätigen lassen. Über das Resultat der gemeinsamen
—
Arbeit – fünfzig verschiedene Objekte – staunten aber beide
Nachhaltiges Design – nur ein leeres Modewort? Oder ein Seiten gleichermassen.
Konzept für die Zukunft? Für Ariana Pradal und Ernst-Jan
Zur ersten Projektetappe von „Design für Pro Pueblo“ erscheint
van Hattum von der hgkz und Günter Hontrich von der Köln
im Herbst eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Hochparterre“
International Design School (KISD), die Leiter des Projekts
mit Hintergrundinformationen, Reiseberichten, Porträts und
„Design für Pro Pueblo“, ist die Antwort klar: Nachhaltiges
zahlreichen Abbildungen. Im kommenden Wintersemester
Design ist eine Herausforderung, der sich gerade Produktwird die zweite Projektetappe, wiederum mit Studierenden
designer vermehrt stellen müssen – und je früher sie damit
aus Zürich und Köln, durchgeführt.
beginnen, umso besser.
—
Elf Studierende aus Köln und Zürich nahmen diese Her- Franziska Nyffenegger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Studienbereich
ausforderung an und reisten nach gemeinsamen Vorbe- Industrial Design. Xandra Linsin ist Studentin Studienbereich Fotografie.
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Ausstellungs-Auf- und -Abbau.
wie entsteht eine
ausstellung im
museum für
gestaltung zürich?
Im Folgenden sind die Stationen einer Ausstellung dargelegt – von der Idee bis zur Vernissage. Die Darstellung gibt einen Einblick in die
Abläufe und Funktionen einzelner Stellen im
Museum. Im letzten Jahr haben mehr als 60 000
Besuchende Eindrücke von Ausstellungen mit
nach Hause genommen. Die Arbeit hat sich also
gelohnt. Die bisherigen Zahlen in diesem Jahr
stimmen uns sehr positiv. Sabine Trieloff und
Regula Bearth (Fotos)
—
Alles beginnt mit einer guten Idee. Diese wird in der Regel
von einem Kurator oder einer Kuratorin in einem schriftlichen Exposé zusammengefasst und in die zehnmal im Jahr
tagende Programmkommission eingebracht.
bar und verspricht sie öffentliches Interesse, beginnt die
eigentliche Recherchierarbeit. Der Termin für die Ausstellung wird frühzeitig festgelegt. Dieser ist nicht nur für die
Gesamtplanung der beteiligten internen Stellen wichtig,
sondern auch für externe Partner, die zum Beispiel Exponate liefern. Generell rechnet das Museum für Gestaltung
Zürich mit einem bis zwei Jahren von der ersten Idee und
bis zur Eröffnung der Ausstellung. Das Jahresprogramm
wird zusammen mit dem Rektor der hgkz abgesegnet und
die Planung in Angriff genommen.
Kurator/Kuratorin, räumliche Inszenierung
Die weitere Ausgestaltung und Konkretisierung der Idee
wird vom Kurator oder der Kuratorin geleistet. Mehrere
Monate vor Ausstellungseröffnung beginnen die Überlegungen zur szenischen Umsetzung, also zur räumlichen
Darstellung des Ausstellungsinhaltes. Dabei arbeiten die
Kuratierenden sehr eng mit dem Ausstellungsarchitekten
zusammen. Es werden Formen, Elemente und Räume definiert. Für die Gestaltung und Einrichtung der Ausstellung
sowie ihre Funktionstüchtigkeit ist der Architekt/die Architektin zuständig.
Ausstellungskoordination
Jedem Kurator und jeder Kuratorin steht eine Ausstellungskoordinatorin zur Seite, und das bereits in der Recherchierphase. Die Ausstellungskoordination administriert die
Leihgaben und Leihverträge und kümmert sich um Transport und Versicherung von Exponaten. Sie ist verantwortlich
Recherche, Budget, Termine
für die Zustandskontrollen bei Anlieferung der Exponate,
Ist die Idee in den Augen der Programmkommission rele- unterstützt die KuratorInnen auch in der Koordination der
vant und umsetzbar, im Rahmen des Budgets finanzier- Begleitprogramme und bei vielen anderen Aufgaben.
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Zusammenführung aller internen Beteiligten
Die erste Koordinationssitzung zu einer Ausstellung findet
etwa ein halbes Jahr vor Ausstellungsbeginn statt, die folgenden dann in regelmässigen Abständen. Weitere interne
Beteiligte kommen nun hinzu: Werkstatt, itz, av-Technik,
Museumsdienste, Kommunikation und das interne Grafikatelier. Jetzt werden die Bedürfnisse genau definiert. Der
Fahrplan für die Realisation der Ausstellung wird präzise
festgelegt. Der Ausstellungsarchitekt ist für die Pläne in den
Ausstellungsräumen verantwortlich. Er koordiniert auch
die gesamten internen technischen Ansprüche mit dem
itz und der av-Technik. Das interne Grafikatelier stellt die
Legenden, die Besucherinformationen, das Ausstellungsimpressum und vieles mehr bereit.
Die Publikation zur Ausstellung
Bereits in der Konzeptphase wird entschieden, ob zur
Ausstellung eine Publikation herausgegeben wird und wie
sie finanziert werden kann. Die Publikationen des Museums sind konzeptuell eigenständige und gestalterisch
anspruchsvolle Produkte, die die Ausstellung in weiteren
Facetten beleuchten. Sie erscheinen in der „Edition Museum für Gestaltung“ – in eigener Regie oder in Zusammenarbeit mit ausgewählten Verlagspartnern – und finden häufig
international Beachtung.
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
die Medienkonferenz und die Vernissage sind wichtige Eckpunkte der Öffentlichkeitsarbeit.
Die Ausstellung wird gebaut
Der Aufbau beginnt rund sechs Wochen vor Ausstellungsbeginn im Raum (Halle, Galerie, Vestibül oder in einem der
externen Ausstellungsräume wie Plakatraum, Designraum,
Museum Bellerive). Jetzt nimmt auch das Werkstatt-Team
von Jürg Abegg (siehe dazu auch „Who is who“, Seite 18)
seine Arbeit auf. Viele Bauelemente sind bereits vor Aufbaubeginn in den Werkstätten vorbereitet worden. Es folgt
jetzt die räumliche Umsetzung. Es wird gestrichen, gebohrt,
gekehlt und gehämmert – meist bis kurz vor Beginn der
Medienkonferenz.
Das grosse Aufatmen
Am Abend der Vernissage füllen zahlreiche Besucherinnen
und Besucher die Räume nach der Begrüssung und der
Ansprache. Die Kuratoren und die anderen Beteiligten
feiern diesen Abend nach wochenlanger Anspannung und
Konzentration mit einem erlösenden Glas Wein, Prosecco
oder Orangensaft.
Die Ausstellung läuft
Das wäre ohne den Museumsdienst, der als Informationsplattform für alle Besuchenden fungiert, nicht möglich.
Die Aufgabenbereiche des Teams reichen vom Verkauf der
Eintrittskarten über den Aufsichtsdienst während der Öffnungszeiten bis hin zum Betrieb der Cafeteria und der
Organisation des Museumsshops.
—
Die grafische Gestaltung aller Kommunikationsinstrumente wie Einladungskarte, Plakat, Inserat und Kinodia gehen
vom Titel und dem Inhalt der Ausstellung aus. Die Streuung
der Informationen beginnt lange vor der Ausstellungseröffnung. Die Schaltung von Inseraten und Plakaten, die
Veröffentlichung ausstellungsrelevanter Basisdaten in nati- Mehr über das aktuelle Ausstellungs-Programm:
onalen und internationalen Veranstaltungskalendern sowie www.museum-gestaltung.ch www.museum-bellerive.ch
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Gruppenportrait Werkstatt.
Domenico Scrugli (dritter von links) Museumshandwerker
Buchhalter in einer Diplomhandelsschule
in Italien An der hgkz seit 1991 Ausserberufliche Interessen Fussballtrainer für Kinder, Schiffsmodellbau, Sport aktiv Kurzkommentar zum Arbeitsplatz Ich bin schon seit 15 Jahren hier.
Teilweise ist es stressig, aber ich finde es sehr schön. Fast
wie im Traum. Und interessant.
Beruf/Ausbildung
who is who
in der
werkstatt?
Mark Weibel (rechts aussen) Allrounder, spezial-Handwer­
ker
Fotograf An der hgkz seit 2000 AusserberufVelofahren, mit meinen zwei Kindern zusammensein Kurzkommentar zum Arbeitsplatz (lacht) Vielseitig.
Beruf/Ausbildung
liche Interessen
Nils Howald
Museumstechniker, SchreiDekorationsgestalter und Schreiner
An der hgkz seit Beginn 2000
Ausserberufliche Interessen Biken,
Computer allgemein und Grafik Kurzkommentar zum Arbeitsplatz
Breit gefächert, interessant, zum Teil etwas chaotisch, gutes
Team.
ner
(zweiter von links)
Beruf/Ausbildung
In der Rubrik Who is Who werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hgkz vorgestellt.
In dieser Nummer ist es das Team der Museumswerkstatt. Yvette Plimmer und Betty Fleck
(Foto).
Andrea Castiglia (dritter von rechts) Allrounder und überall
—
da, wo Not am Mann ist Beruf/Ausbildung Mechaniker/Dreher
Michel Frei (Mitte sitzend) Schreiner und Museumstechni- (4 Jahre), Barman (12 Jahre) An der hgkz seit 1997 Ausserberufker
Schreiner an der hgkz seit Juli 2004 Aus- liche Interessen Gitarre spielen und singen, Auftritte, Partysermachen, Yoga, Sport Kurzkommen- vice, fotografieren, Natur geniessen (Wandern z.B.), Lesen
tar zum Arbeitsplatz Interessante und vielseitige Arbeitsstelle. Kurzkommentar zum Arbeitsplatz Es gefällt mir, ich liebe die VielManchmal kompliziert und chaotisch (in Zusammenarbeit seitigkeit und finde den Kontakt mit Menschen sehr schön.
mit hgkz). Spannend, mit verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten.
Jürg Abegg (zweiter von rechts) Leiter Werkstatt Beruf/Ausbildung MfGZ und zweijährige Ausbildung am IAP An der hgkz seit
Mohsen Rahimi (links aussen) Techniker Beruf/Ausbildung 1988 Ausserberufliche Interessen Alles, was mit Japan zu tun hat!
Lehrer Mittelstufe im Iran An der hgkz seit 1.1.2004 Ausserbe- Badminton Kurzkommentar zum Arbeitsplatz Spannende Arbeit,
rufliche Interessen Mit Kindern etwas unternehmen, Sport aktiv es gefällt mir sehr gut hier. Zum Teil gibt es viele Wiederho(Fussball) Kurzkommentar zum Arbeitsplatz Sehr interessant, lungen und es ist hektisch.
kollegiales Team und gute Atmosphäre.
—
Beruf/Ausbildung
serberufliche Interessen Musik
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ausstellen
als
dialog
und
wechselspiel
Das Forschungsprojekt „Ausstellungs-Displays“
des Instituts Cultural Studies in Art, Media
and Design wird von der Förderagentur für
Innovation (KTI) des Bundes unterstützt.
Sigrid Schade *
—
Seit Januar 2005 arbeitet eine Forschergruppe am Institut
Cultural Studies in Art, Media and Design (ics) gemeinsam
mit insgesamt sieben Praxispartnern an einem Forschungsprojekt zum Thema „Ausstellungs-Displays“ im Spannungsfeld von Kunst, Medien und Design in kulturellen und kommerziellen Anwendungen. Das Projekt erforscht Verfahren
des Ausstellens aus dreifacher Perspektive: den Entstehungsprozess (Entwurf ), das Endprodukt (Display) und die
Art des Ausstellens (Typologie). Im Mittelpunkt der Analyse
steht das innovative Ausstellen und Inszenieren, das sich
nicht am Einzelexponat, sondern am Dialog und Wechselspiel zwischen den Exponaten ausrichtet und das Display
für solche narrative Strukturen einsetzt.
Das Medium Ausstellung wird heute verstärkt auch ausserhalb traditioneller Kunstinstitutionen genutzt (Expo, Messe,
Halle, Schaulager, Erlebnispark, Science Center etc.). Forschungsgegenstand sind die Innovationsreserven des Mediums Ausstellung. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt,
in denen ausgewählte Fallbeispiele/Projekte der Partner
untersucht und ausgewertet werden. 2005 und 2006 werden
insgesamt drei Symposien in Kooperation mit dem O.K.
Centrum für Gegenwartskunst Linz, der Kartause Ittingen
und an der hgkz durchgeführt, deren Ergebnisse 2006 veröffentlicht werden.
Ziele des Projekts sind der wechselseitige Wissenstransfer
zwischen theoretischen Analysen und der Praxis, das Veröffentlichen der Ergebnisse, das Erstellen einer modellhaften
Typologie des Ausstellens, das Beschreiben innovativer
Entwürfe, Analysetools und Modelle für interdisziplinäres
Ausstellen und die Verknüpfung der Forschungstätigkeit
mit dem Lehrangebot im Nachdiplomkurs Curating an der
hgkz.
Vom 16. bis 18. Juni fand im O.K. Centrum für Gegenwartskunst Linz ein Symposium statt zur Frage: „Was ist eine
Ausstellung?“
Am 21. und 22.Oktober 2005 findet ein weiteres Symposium
in der Kartause Ittingen statt (Programm ab Juli 2005 unter
http://ics.hgkz.ch/d/veranstaltungen).
—
Forschungsprojekt „Ausstellungs-Displays“: Leitung: Prof. Dr. Marion Strunk,
marion.strunk@hgkz.net. Stellvertretende Leitung: Prof. Dr. Sigrid Schade.
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Paolo Bianchi, Cecilia Hausheer (bis
Juni 2005), Dr. Ursula von Keitz, Dorothee Richter, Dr. Sabine Gebhardt Fink.
Finanzierung: KTI / CTI und Wirtschaftspartner.
Kooperationspartner: Bellprat Associates AG; Institute for Curatorship and
Education ICE; Kornhausforum Bern; Kunstmuseum des Kantons Thurgau
Kartause Ittingen; Museum für Gestaltung Zürich; O.K. Centrum für Gegenwartskunst Linz.
http://ics.hgkz.ch, Forschungsprojekte und Veranstaltungen
—
Prof. Dr. Sigrid Schade ist Leiterin des ics, Institut Cultural Studies in Art,
Media and Design.
19
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The Selection vfg 2004
„der hypochonder“ –
unsichtbare
leiden
sichtbar gemacht
Die Studenten Taiyo Onorato und Nico Krebs
vom Studienbereich Fotografie haben den
mit 10 000 Franken dotierten Tages-AnzeigerMagazin-Fotopreis gewonnen. Heike Pohl
—
The Selection vfg ist die Besten-Auswahl und die jährliche
Dokumentation der schweizerischen Berufsfotografie. Sie
wird von der „vfg vereinigung fotografischer gestalterInnen“
veranstaltet und fand dieses Jahr zum siebten Mal statt. Es
können Arbeiten in den Kategorien Werbefotografie, Redaktionelle Fotografie, Fine Arts und Free eingesandt werden.
Dieses Jahr hat die internationale Fachjury (Katrin Freisager, Fotografin, Zürich; Seiichi Furuya, Fotograf, Japan/
Graz; Jean Luc Iseli, rédacteur en chef images, Ringier, Lausanne; Horst Moser, Inhaber independent medien-design,
München; James Reid, Photo Editor, Wallpaper, London)
aus einer eindrucksvollen Anzahl von 451 eingesandten
Arbeiten die 18 besten Werke als repräsentativ für das Jahr
2004 ausgewählt. Die Arbeiten waren vom 4. bis 19. Juni an
einer Ausstellung in der ehemaligen Maschinenhalle des
EWZ-Unterwerks Selnau zu sehen.
Erfreulicherweise waren dieses Jahr 7 der 18 selektionierten
FotografInnen Studierende oder AbsolventInnen des Studienbereichs Fotografie der hgkz: Markus Frietsch (6. Semester), Nico Krebs/ Taiyo Onorato (8. Semester), Jenny Rova
(Diplom 2004), Gabi Vogt (Diplom 2003), Ruth Erdt (Diplom
2000), Cat Tuong Nguyen (Diplom 1998).
An der Vernissage vom 3. Juni wurden die Gewinner des
Tages-Anzeiger-Magazin-Fotopreises bekannt gegeben:
Taiyo Onorato und Nico Krebs (die gerade jetzt ihr Diplom
an der hgkz machen) mit ihrer Arbeit „Der Hypochonder“*
in der Kategorie Redaktionelle Fotografie. Der Auftrag für
diese Arbeit hatte gelautet, „die unsichtbaren Leiden eines
Hypochonders sichtbar zu machen“. Dies ist dem Duo
gelungen, und zwar nicht mit dem Computer, sondern ganz
handfest mit einer Glasscheibe, einem Anatomie-Lehrbuch voller medizinischer Illustrationen, einem Sack voller
Geschwüre und einem geduldigen Modell. Das Spannende
ist, dass sich der Trick erst auf den zweiten Blick erschliesst:
Wenn einem beim Betrachten der Bilder plötzlich Fingerabdrücke oder Spiegelungen ins Auge springen, und dann erst
die Ränder der Glasscheibe sichtbar werden …
*Die Arbeit ist publiziert in „Das Magazin“ Nr. 38/04.
www.the-selection.ch
—
1 und 2 Nico Krebs/Taiyo Onorato, Der Hypochonder
3 Markus Frietsch, Brot
4 Gabi Vogt, Dran seit ...
5 Cat Tuong Nguyen, Awareness of What Living in Our Time Involves
6 Ruth Erdt, Ein Herz für Nervensägen
7 Jenny Rova, Emma wir
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m_k_g
@
e-learning
Eine kürzlich erhobene E-Learning-Statistik1,
die im Rahmen einer nationalen Task Force
der CRUS und des Swiss Virtual Campus (SVC)
stattfand, zeigt etwas Erstaunliches: dass
allein in der Schweiz bei 18 befragten Hochschulen und Universitäten mehr als 30 verschiedene Online-Lernplattformen im Einsatz
sind. Davon sind rund ein Drittel „reine“ Lernplattformen, neben anderen Kommunikations- und Kollaborationstools wie BSCW2 oder
Content-Management Systemen. Neben dieser
hohen Anzahl an verschiedenen Plattformen
besagt die Statistik auch, dass oft mehrere Lernplattformen an einer Hochschule im Gebrauch
sind. Andrea Helbach*
—
Trotz scheinbar defizitärer Lage sind viele Dozierende wie
Studierende, die erstmals E-Learning praktizieren durch
die neuen Anwendungsszenarien angeregt und wollen sie
auch weiterhin nutzen. Damit gehen jedoch zwingend neue
Lern- wie Lehrmethoden oder eher „aufzubrechende“ Lerngewohnheiten einher. Fest steht, dass es neben jeder Plattform-Diskussion eine didaktische Sensibilisierung für neue
Lernformen geben muss, die die Frage in den Mittelpunkt
rückt, Wie wir als Erwachsene lernen. – Sollte e-Learning
erfolgreich sein, muss der Balance-Akt der so genannten
„3-K-Säulen“ in der Strategie verinnerlicht worden sein,
so die Fachspezialisten. Damit ist der Ausgleich zwischen
Kommunikation, Kognition und Kooperation in der e-Learning Planung gemeint.
Als wir in Forschung & Entwicklung4 an der hgkz die Online-Lernumgebung für „Medien Kunst (Kultur-) Geschichte“
(oder M_K_G) im Jahr 2002 zu konzipieren begannen, war
uns die Hürde einer zu leistenden Navigation durch komplexe, heterogene Wissensbestände bekannt. Mit der Idee,
die mediale Vermittlung und Distribution von audiovisuellen Daten und ihren Metadaten in den Mittelpunkt einer
Online-Lernumgebung zu stellen, wurde uns klar, dass die
ideelle Konzeption, wie dies zu funktionieren hat, den Leitfaden für das Design und in der Folge für die Technologie
entwarf. So ging im April 2004 M_K_G unter http://ringvorlesung.hgkz.ch online.
M_K_G referiert nicht vorrangig auf das generelle Anliegen,
Lehrinhalte für Blended Learning bereitzustellen, sondern
beruft sich in ihrer Strategie vielmehr auf eine kunst- wie
bildwissenschaftliche Tradition (Aby Warburg). In der Digitalisierung kunsthistorischer Dokumente wie zeitgenössischer Kunst und Kultur, – gleichwohl hier im Einsatz neuester (Netz)-Technologien, wird in M_K_G die syntaktische
Verknüpfung von Videostream, Bild, Ton und Text in den
Mittelpunkt gerückt.
Insofern stellt sich die Frage, ob man sich, was E-LearningDidaktik betrifft, nicht einig wird? Oder ist vielmehr eine
vereinheitlichende Strategie überhaupt nicht realisierbar?
Diese zweite Vermutung trifft eher zu. Die meistzitierten
Strukturmängel von Learning-Management-System (LMS)
fasste Rolf Schulmeister erst kürzlich anlässlich der Zürcher
Tagung „Web Based Trainings“ in vier zentralen Punkten
zusammen: Erstens stützen sich viele LMS nach wie vor
zu stark auf die Metapher der Buchkultur. „Blättern“ bleibt M_K_G bleibt eine eher untypische Online-Lernumgebung
online nach wie vor eine wichtige Option, vor allem bei im Kontext ihrer vielen Mitstreiter, – vielleicht deswegen,
Blended-Learning-Szenarien3.
weil sie sich um gewisse Trends der Blended-LearningSzene nicht kümmert? Die eingangs erwähnte Statistik zeigt
Zweitens werden mitunter so viele Online-Skripte von
auch auf, dass zunehmend mehr Open-Source-Modelle den
Studierenden ausgedruckt, dass sich einige HochschuMarkt bestreiten, wie dies auch das Ranking zu verzeichnen
len bereits ernsthaft Gedanken darüber machen mussten,
vermag. Solange jedoch keine Dringlichkeit besteht, Kurse,
welche Massnahmen sie hinsichtlich einer entgleitenden
die als Präsenzveranstaltungen den idealen Rahmen bieten,
Papier-Ökonomie und damit einhergehenden Kostensteionline aufzubereiten, wie dies so oft an Kunsthochschulen
gerung zu ergreifen haben. Drittens besteht generell, laut
der Fall ist, bleibt E-Learning für Dozierende zwar eine
Schulmeister, ein Mangel an Kommunikation, da viele
interessante Variable, die aber vorerst nur von einzelnen
Dozierende sich vorbehalten, den inhaltlichen Austausch
bestritten wird.
auf die Präsenzveranstaltungen (im Blended Learning) zu
verlegen. Und viertens fehlen nach wie vor wichtige Werk- * Projektleiterin M_K_G (2003-2004), seit März 2005 Leiterin des Kompetenzzeuge zur Kooperation im Lernen und Arbeiten innerhalb zentrum CSPC (Competence, Service, Production Center) für e-Learning der
des virtuellen Raumes des WWW. Die Aufbereitung der ZFH.
Inhalte bzw. deren medial Vermittlung setzt generell metho- Anmerkungen:
1
disch-didaktisch strukturierte Lehreinheiten zum Lernen Edutech, Providing Technological Support to the Swiss Virtual Campus, Auswertung der Plattformen unter: http://edutech.ch/lms/inst-platforms.php
voraus. Nicht selten schleichen sich jedoch hier in der 2 Basic Support for Cooperative Work
vorgegebenen Kombinationsvielfalt der Anwendungswerk- 3 Blended Learning bezeichnet Lehr-/Lernkonzepte, die eine didaktisch sinnzeuge, zwischen Arbeitsaufwand und Zielsetzung, didakti- volle Verknüpfung von „traditionellem Klassenzimmerlernen“ und virtuellem
sche Defizite ein. Diese zeichnen sich durch eine zu hohe bzw. Online-Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien anstreben.
Abstraktion, gegebenenfalls auch durch eine Reduktion an 4 Gerhard Blechinger, Jürgen Enge, Andrea Helbach, Realisierung in KooperaMaterialien aus. Oder es wird auf Interaktivität der Lernob- tion mit mediagonal ag in Fribourg
jekte weitgehend verzichtet.
—
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1 2
3 4
wachsflügelfrau,
origamililien…
5
Im Kunsthof wurde am 21. Juni „Der längste
Tag“ mit einer 16-stündigen Non-Stop-Performance begangen. Von Sonnenaufgang um 05.28
Uhr bis Sonnenuntergang um 21.25 Uhr – und
an diesem Dienstag brannte die Sonne wirklich
von früh bis spät! – traten 19 Künstlerinnen und
Künstler aus der bildenden Kunst und Musik
auf. Heike Pohl und Magda Stanova* (Fotos).
—
„Der längste Tag“ ist eine Initiative der Künstlerin Dorothea Rust und des Künstlers Peter Emch vom Studiengang Bildende Kunst. Sie haben dieses Projekt bereits 2004
erfolgreich durchgeführt. Den Künstlerinnen und Künstlern stand auch dieses Jahr zur Verfügung: der Kunsthof
(also eine nicht wettergeschützte Baulücke an der Limmatstrasse), eine 5 auf 5 Meter grosse Bühne, eine Steckdose,
eine Stunde Zeit… Was daraus mit viel Phantasie, Geduld,
Ausdauer, Hitzeresistenz, Musikalität, Humor und Können
Überraschendes entstehen kann, wird hoffentlich auch im
nächsten Jahr wieder zu sehen sein!
Die Künstlerinnen und Künstler 2005: 05.28h Michel Mettler/Nick Bärtsch
(Schweifen Zwei). 06.28h Andrea Saemann/Lena Eriksson (no projection).
07.28h Leo Bachmann (Echolog). 08.28h Monika Günther/Ruedi Schill (Performance). 09.28h Jürg Halter (Ich habe die Welt berührt). 10.28-11.28 Claudia
Bucher (Waschen). 11.28h Barbara Sturm (lang balancieren bebt zum sprung).
12.28h Javier Hagen (z(ei)T-en-vokal-performance). 13.28h Thomas Schneider (ankunft/abflug). 14.28h Hina Strüver (living sculpture). 15.28h Stephan
Wittwer (Transfer). 16.29h Chantal Michel (Performance). 17.28h Pascale Grau
(Ovation). 18.28h Lara Stanic (Spiel mit dem Wind). 19.28h Norbert Klassen
(o.T.). 20.28h San Keller.
1 Die Wachsflügelfrau Hina Strüver erinnerte an Ikarus und vollbrachte eine
Meisterleistung: Erst nach rund 45 Min. sanken ihre Arme, während die Flügel
langsam in der Mittagssonne schmolzen.
2 Eine drückend heisse Stunde lang quälte sich die Künstlerin Chantal Michel als schüchternes und verspanntes Mädchen im rosa Tüllkleid, mit rotem
Haar, Maske und klobigen Schuhen auf der Bühne und an den Wänden
3 Die Musikerin und Künstlerin Lara Stanic bei ihrem musikalischen „Spiel
mit dem Wind“.
4 Der Performance-Künstler Norbert Klassen entwickelt seine performativeAssemblage aus Fischen, Stricknadeln, Honig, Handschuhen, Glasplatte, …
5 Der Live-Art-Künstler San Keller überraschte als Blumenverkäufer mit aus
verworfenen Konzepten gefalteten Lilien.
*Magda Stanova ist Fotografin und macht zurzeit ihr Diplom im Studiengang
Bildende Kunst.
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hgkzintern3/05
museum bellerive
Ausstellung „simply droog“
im Museum Bellerive
droog design:
ungewöhnliche
konzepte für
gewöhnliche dinge
Das Museum Bellerive Zürich und das
mudac Lausanne präsentieren zeitgleich
vom 10. Juni bis zum 15. Oktober 2005
die Ausstellung „simply droog. 10+1 years
of creating innovation and discussion“.
Ausgestellt wird ein Querschnitt durch elf
Jahre Avantgarde-Design aus den Niederlanden. Nach einer Vielzahl von Stationen
in Europa wird die Ausstellung derzeit in
der Schweiz gezeigt. Die insgesamt zehn
Schlüsselthemen werden inhaltlich auf die
beiden Häuser aufgeteilt.
Museum Bellerive Zürich
Familiar not so familiar, open design, tactility, experience, form follows process
eine intellektuelle Haltung. Das holländische Wort „droog“ bedeutet sachlich und
nüchtern, trockener Humor sowie die Philosophie, Dinge des alltäglichen Lebens
mit mehr Seele, mehr Bedeutung und mehr
Inhalt zu erschaffen.
führungen, fantoche,
fabulous food
Beide Ausstellungen wurden vom Studio Jurgen Bey inszeniert. Einige Schlüsselthemen von Droog sind dabei: „Vertraut
oder doch nicht?“, „Tastbarkeit“, „Offenes
Design“ oder „Erfahrung“. Die Droog-Konzepte sind teilweise so simpel, dass manch
eineR überrascht schmunzeln und fragen
wird: Warum ist mir das nicht eingefallen?
Wie jedes Jahr gibt es im Museum für
Gestaltung Zürich in der „Langen Nacht der
Museen“ ein reichhaltiges Programm. Im
Vortragssaal wird eine kleine Vorschau ausgewählter Filme des Badener Trickfilmfestivals Fantoche* zu sehen sein. Führungen
durch die Ausstellungen „Trickraum“ und
„einfach komplex“ sowie Bar und Lounge
im Foyer und ein vielversprechendes Verpflegungsangebot erweitern die Palette.
Also das Datum auf jeden Fall schon in der
Agenda vormerken! Ende der Langen Nacht
im Museum ist – wie jedes Jahr – pünktlich
Droog vertreibt inzwischen mehr als 150
Objekte. Viele davon können die Besucherinnen und Besucher im Museum Bellerive
und im mudac entdecken und einige davon
auch im Museumsshop kaufen. Eva Afuhs,
Kuratorin Museum Bellerive
www.museum-bellerive.ch
—
mudac Lausanne
use it again, inevitable ornament, simpli­
city, irony, hybridization
Seit der Möbelmesse in Mailand (1993)
sorgt Droog für Aufregung: Droog ist ein
Designerkollektiv, das sich in Amsterdam
etabliert hat. Droog ist mehr als nur ein
Markenname, Droog ist eine Mentalität,
Lange Nacht der Zürcher
Museen, 3. September 05,
ab 19 Uhr
am 4. September 2005 morgens um 2 Uhr.
(st)
*Fantoche: Die fünfte Ausgabe der
grössten Trickfilmschau der Schweiz
findet vom 6. bis 11. September 2005
in Baden statt. Während sechs Tagen
werden über 300 Kurz- und Langfilme zu sehen sein.
www.fantoche.ch
www.langenacht.ch
—
www.museum-gestaltung.ch:
sanfter relaunch
Aufsicht beugt weiteren Beschädingungen vor. Vernissage „Simply Droog“. Foto: Regula Bearth
Das Museum für Gestaltung Zürich musste
seine doch schon einige Jahre alte Website
kundenorientierten Service- und Informationsanforderungen anpassen. Dabei sollte
die Grundgestaltung, die nach der Einführung der Site einen Designpreis bekommen
hat, weitestgehend beibehalten werden.
Wichtigste Anforderungen waren:
1. Sichtbare Navigation (wo bin ich? Welche Informationen bekomme ich auf der
Site? Wie komme ich zurück zur Homepage
usw.)
2. Neue Programmierung, sodass nun auf
jede Seite einzeln verlinkt werden kann.
Das wird uns in Zukunft, als Teil der hgkzWebsite, auch sehr viel mehr inhaltliche
Vernetzungsmöglichkeiten bieten. (st)
—
museum für gestaltung
Umbauarbeiten
museums-cafeteria
7 wochen zu
Die Umbauarbeiten, die ab Mitte Juli im
Hauptgebäude beginnen (Details siehe
Artikel Seite 34) betreffen vor allem das
Foyer, das Vestibül mit dem Vortragssaal,
den Lift und die Toiletten im 1. Stock. Die
Cafeteria wird voraussichtlich etwas länger
als die gewohnten drei Wochen geschlossen
bleiben, nämlich vom 18. Juli bis 5. September. Nach Alternativen wird gesucht. (st)
—
1. preis für plakat
sportdesign
„in einem cartoon
ist alles möglich“
Zur Ausstellung „Trickraum:
Positionen des zeitgenössischen
Trickfilmschaffens“
Die Galerie-Ausstellung gibt einen Einblick
in das Handwerk und die expressive Vielfalt
sowohl von analoger als auch von digitaler
Animation. Neben den Filmen selber werden vor allem die Materialien und Werkzeuge zu sehen sein, die bei der Gestaltung
innovativer Trickräume verwendet werden:
Storyboards, Skizzen, Cels, Filmsets, Puppen, Objekte und anderes. Ausgewählte
Materialien werden die Besucher in der
Ausstellung auch selber benutzen können.
Am 16. internationalen Festival für Plakate
und Grafik in Chaumont hat der Schweizer
Fantastische Welten überraschen
Grafiker und Absolvent der hgkz, Martin
Woodtli, für sein Plakat zur Ausstellung
„Sportdesign“ den 1. Preis gewonnen. Martin Woodtli ist für das Jahr 2005 mit der
Gestaltung der Ausstellungsplakate „Museum für Gestaltung Zürich“ beauftragt.
wenig mit unserer gelebten Erfahrung der
Welt gemeinsam haben: Animationsfilmer
und -filmerinnen schaffen fantastische,
paradoxe, ja unmögliche Orte. Bilder und
Töne bewirken Überraschung, die erheitert
oder auch verunsichert, immer jedoch an
die Neugier des Publikums appelliert.
Martin Woodtli, 1971 in Bern geboren, studierte zunächst an der HGK Bern und ab
1996 an der hgkz. In New York arbeitete er
in den Büros von David Carson und Stefan Sagmeister, bevor er 1999 ein eigenes
Atelier in Zürich gründete und seither zwischen freier und angewandter Gestaltung
arbeitet. Mit seiner eigenwilligen, experimentellen visuellen Sprache hat sich der
vielfach mit Designpreisen Ausgezeichnete
innerhalb der internationalen Grafikszene
einen Namen gemacht. Seit 2001 ist er
Dozent an der HGK Luzern. (st/cb)
www.woodt.li
—
hgkzintern3/05
Die Ausstellung beruht auf einer internationalen Zusammenarbeit mit dem Trickfilm-Forschungszentrum am Surrey Institute of Art & Design in Farnham (UK)
Zudem besteht eine Partnerschaft mit
dem Internationalen Animationsfilmfestival „Fantoche“, das vom 6. bis 11. September 2005 über die Leinwände von Baden
flimmern wird. Andres Janser, Kurator Museum für Gestaltung Zürich
Zur Ausstellung erscheint das Buch
„Trickraum / Spacetricks“, erhältlich
ab 2.August am Museumsshop.
„Trickraum“, Galerie Museum für
Gestaltung Zürich, 3. August bis 13.
November 2005. Vernissage am 2.
August 2005 im Foyer um19 Uhr.
—
Der Trickfilm lässt oft Räume entstehen, die
„In einem Cartoon ist alles möglich“
Diese Formulierung von Tex Avery, dem wir
einige der grossartigsten Cartoons der Filmgeschichte verdanken, gilt gerade auch für
den Umgang des Trickfilms mit dem Raum.
Räume werden zu wesentlichen Elementen
des Erzählens, indem leblose Materialien
animiert, wörtlich „beseelt“ werden. So
führt Michael Greaves in „Flatworld“ eine
dreidimensionale Welt vor, die jedoch aus
zweidimensionalen Elementen aufgebaut
ist. Aus diesem räumlichen Paradox bezieht
der Film seine feine Komik.
Schwerpunkt zeitgenössischer Trickfilm
In den vier Bereichen „Erzählraum“, „Architektur“, „Innenwelt“ und „Landschaft“ sind
sowohl experimentelle Kurzfilme zu sehen,
die vorwiegend an Festivals gezeigt werden, als auch abendfüllende Filme, die ein
breites Publikum ansprechen. Der Schwerpunkt der internationalen Auswahl liegt auf
dem zeitgenössischen Autoren-Trickfilm.
„Te land, ter zee en in de lucht“ (Zu Land, zu Wasser und in der Luft). Paul Driessen, NL 1980, 11’
25
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hgkzintern3/05
publikation
damit das
schöpferische
entsteht, braucht es
bewegung
Maria Kaegi, Lehrerin im Departement Weiterbildung der hgkz,
hat Anfang Jahr ein Buch über
ihren Kurs „Bewegungsstudien“
herausgebracht. Ueli Müller, bis
November 2001 Vorsteher der
Abteilung Vorkurs und allgemeine gestalterische Ausbildung an
der hgkz, erzählt, wie es zu diesem Kurs gekommen ist.
Ueli Müller
—
Als damaliger Vorsteher einer Abteilung der
KGSZ (Kunstgewerbeschule Zürich) hatte
ich seit 1972 unter anderem den Auftrag,
den Unterricht an meiner Abteilung neuen
Bedürfnissen anzupassen. Da niemand
für alle Fachgebiete zuständig sein kann,
beruhte ein Teil meiner Veränderungsanträge auf Gesprächen mit Fachleuten, denen
ich vertraute. Wo ich mich hingegen fachlich einigermassen zuständig fühlte, konnte
ich selbständig Ideen entwickeln. Weil ich
abgehobene Kopfgeburten vermeiden wollte, entstanden neue Ideen manchmal im
Zusammenhang mit meiner persönlichen
künstlerischen Entwicklung. Dies trifft zu
bei der Schaffung des Weiterbildungskurses
„Bewegungszeichnen“.
Als ich vor 50 Jahren als 17-jähriger erstmals
an der KGSZ ins Aktzeichnen ging, lernte
ich bei Franz Fischer, die Proportionen zu
messen und die Formen des Modells linear
festzuhalten. Wenige Angaben von Tonwerten ergänzten die lineare Darstellung. Die
angestrebte Präzision führte nicht selten
zu einer erstarrt wirkenden Fixierung der
gezeichneten Gestalt. Diese wurde damals
immer isoliert dargestellt. Später erst merkte ich, dass der Ausdruck eines Menschen
deutlich beeinflusst wird vom Standort und
damit von der Umgebung. Deshalb begann
ich die Umgebung der Figur beim Zeichnen
und Malen mehr und mehr einzubeziehen.
Ich besuchte während meiner Ausbildung
an der KGSZ vier Jahre lang das Gratisfreifach „Moderne Tanztechnik“ bei Claudia
Styczinski-Moser (Martha-Graham-Technik). In diesem wunderbaren Unterricht
wurde ich mehr und mehr aufmerksam auf
den Gefühlsausdruck verschiedener Körperhaltungen. Dies hat mein figürliches
Zeichnen bleibend beeinflusst.
Im Jahre 1981 habe ich während mehrerer
Monate täglich über Mittag im damaligen
CH-Tanztheater gezeichnet. Das Training
dieser Balletttruppe fand in der alten Reishauerfabrik an der Limmatstrasse statt.
Ich merkte, wie wichtig es ist, ganz locker
zeichnen zu lernen, wenn man die Bewegungen von Tänzerinnen und Tänzern ausdrucksmässig erfassen und darstellen will.
Als ich dann Aktzeichnen zu unterrichten begann, machte ich mit den Schülern
gelegentlich die alte Übung, welche darin
bestand, ein Skelett zu skizzieren, ohne
aufs Zeichenblatt zu schauen. Dies gelang
nur, wenn man die Striche locker führte. Es
zeigte sich erstaunlicherweise, dass solche
Zeichnungen im Gefühlsausdruck oft weitaus lebendiger und gleichzeitig individueller wirkten als die überlieferten Übungen,
welche meist darauf abzielten, die objektiv
gegebenen Proportionen zu erfassen. Letzteres bleibt wichtig, sollte aber das Vorgehen der Zeichnerin oder des Zeichners
nicht völlig prägen.
dafür geeignet, den Kurs „Bewegungszeichnen“ zu übernehmen. Sie hat ihn nun während vieler Jahre mit ansteckender Begeisterung geführt. Im Jahr 2003 wurden im
Kloster Fischingen schöne Kursresultate
ausgestellt. Ich war von der Ausstellung
sehr beeindruckt und bin nun hoch erfreut
darüber, dass dazu das Buch „Bewegungsstudien“ von Maria Kaegi eben erschienen
ist. Es zeigt auf, welche künstlerisch differenzierten Arbeiten entstehen können,
wenn Zeichnerinnen und Zeichner mittels
geduldiger Übung gelernt haben, mit hoher
Konzentration auf Bewegungsmotive einzugehen und dabei intuitiv und gefühlsmässig locker zu reagieren.
Das Buch „Bewegungsstudien“
(ISBN 3-033-00348-6) ist erhältlich
für 50 CHF am Museumsshop.
—
Ich überlegte mir nun, wie man im Unterricht Übungen gestalten könnte, welche
zu einer Befreiung und gleichzeitig zu
einer Differenzierung im zeichnerischen
Gefühlsausdruck beitragen. Es sollte auch
der Sinn für den Rhythmus der Bildgliederung geweckt werden. Daraus entstand die
Idee, an der KGSZ einen Kurs „Bewegungszeichnen“ einzuführen. Zuerst beauftragte
ich Brigitta Dieffenbacher damit. Sie führte
ihren Kurs erfolgreich mehrere Semester,
bis sie ihn wegen Schwangerschaft aufgeben wollte. Gerade zur rechten Zeit lernte
ich Maria Kaegi kennen und gewann sie als
Lehrerin für das Kurswesen. Da sie auch
Sängerin war und ist, war sie besonders
aus „Bewegungsstudien“: Therese Schalch, Tusche (oben); Sandra Bänziger, Bleistift (unten)
förderverein
verschiedenes
freunde und alumni
der hgkz:
weiche gestellt
Lobby soll bilden können, und dass er nicht
einfach eine Kopie der Alumni-Vereinigungen von ETH oder Uni-Basel (beide betreut
von IM-Strategies) sein darf, wegen der
besonderen Struktur der hgkz mit ihren
Museen und Sammlungen, aus denen als
„Produkt“ ja keine Alumni hervorgehen. Ich
bin gespannt, wie gerade dieser Aspekt im
Konzept sich niederschlagen wird.
Am 13. April 2005 hat die Generalversammlung des Fördervereins die Weiche in Richtung
einer neuen Zukunft gestellt.
Sie hat beschlossen, die Firma
Werkstattgespräche mit Ehemaligen
IM-Strategies mit der AusIn logischer Konsequenz zu diesem ersarbeitung eines Konzepts zu
ten Beschluss hat die Generalversammlung
beauftragen, das den Weg der
einen zweiten gefasst, die Veranstaltungen
Umwandlung des Fördervereins
des Fördervereins betreffend: Diese solin einen „Verein der Freunde
len gezielt auf ehemalige Studierende ausund Alumni der hgkz“ aufzeigt.
gerichtet und näher an die Hochschule
Rudolf Schilling *
—
Dass es dem „alten“ Förderverein ernst ist
mit einer Umorientierung, geht daraus hervor, dass er bereit ist, für die Erstellung dieses Konzepts 10 000 Franken auszugeben.
Es wird rasch vorangehen. IM-Strategies,
eine auf Alumni-Vereinigungen spezialisierte Beratungsfirma, hat schon im April
Interviews mit Studierenden, mit Ehemaligen sowie mit der Schul- und Museumsleitung durchgeführt, um das Bedürfnis
nach einem Alumni-Club hgkz (und später ZHdK) zu erheben und zu definieren.
Bereits Mitte Juni war das Konzept fertig, so
dass noch vor den Sommerferien das weitere Vorgehen festgelegt werden kann. Ziel
ist, per Sommer 2006 „die Verwandlung“ zu
realisieren.
Spezielle Dienstleistungen
Im Grundsatz bedeutet die Neuausrichtung,
dass die Mitgliedschaft im Verein nicht ausschliesslich von Zuneigung und Sympathie motiviert zu sein braucht – obschon
natürlich auch dies weiterhin erlaubt bleibt
(darum auch „Verein der Freunde“). Für
die Ehemaligen, eben die Alumni, soll die
Mitgliedschaft zusätzlich ganz handfest
interessant sein, weil der Verein Dienstleistungen anbietet wie Wissens- und Erfahrungstransfer, Stellenbörse, Vermittlung
von Aufträgen, Unterstützung des Fundraising für besondere Projekte usw. Marianne
Böckli hat im Editorial der letzten „hgkz
intern“ darüber geschrieben.
Im Auftrag an IM-Strategies ist darüber
hinaus enthalten, dass der neue Verein im
Sinne des Zwecks des alten eine politische
angebunden werden. Die bisherigen Veranstaltungsreihen „Einblicke“ und „Vor
Ort“ werden zu „Werkstattgesprächen“ mit
Ehemaligen, die über ihren Einstieg in die
Berufsrealität und ihre Erfahrungen mit
der rauhen Welt berichten. Und weiter werden diese Werkstattgespräche in die Ringvorlesungen integriert. Ein erstes solches
Gespräch fand am 7. Juni mit den beiden
jungen Designerteams formsons und deck4
statt. Ein zweites ist programmiert auf den
1. November mit den beiden Fotografinnen
und Videokünstlerinnen Marianne Müller
und Andrea Thal.
Der angelaufene Häutungsprozess des Fördervereins hgkz/mfgz stimmt mich zuversichtlich. Und ich weiss, dass ich damit
nicht allein bin.
—
Rudolf Schilling ist Präsident des Fördervereins
hgkz/mfgz
hgkzintern3/05
symposium „der
reigen der künste“
Mediales Denken und Interdisziplinarität
in den Künsten und Wissenschaften. Internationales Symposion mit Musik, Performance und Literatur
Samstag, 29. Oktober 2005, 10 –24h,
Vortragssaal hgkz
Detailliertes Programm:
http://ics.hgkz.ch/d/veranstaltungen
—
was ist politisch?
das beispiel kunst
Am 29. September 2005 findet von 18
bis 22 Uhr im Vortragsaal der hgkz die
2. Tagung des NDS Cultural & Gender Studies statt. Konzept: Prof. Dr. Marion Strunk
(Studienleitung), Sigrid Adorf, Institut Cultural Studies in Art, Media and Design.
Weitere Infos ab Juli 2005 unter
http://culturalgenderstudies.hgkz.ch
—
wie alt werden
schwäne?
Extrablatt dieklassemagazin #3
Das „klassemagazin“ des sfo präsentierte an der Bundesgartenschau in München
– zu Gast bei der „forschungsgruppe f“– das
Extrablatt „Schnitt&Medien : Rasanter Flächenkonsum“.
dieklassemagazin #3 „CUT – oder die Liebe zu
den Bildern“/ Bund 1: „Schnitt & Medien“/
Vorversion 1.1 „Bundesgartenschau“ 3 CHF
/ 2 EURO. Erhältlich am Museumsshop oder
über www.dieklasse.ch (auch als downloadpdf )
27
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nachrufe wettbewerb
nachruf prof. dr.
markus meier
nachruf
walter hürlimann
Dozent im Studienbereich
Industrial Design
Ehemaliger Dozent für
dreidimensionales Gestalten
bei den gestalterischen
Lehrberufen und im Vorkurs
Am 17. April verunglückte unser Kollege
Markus Meier aus Winterthur tödlich. Markus war erst 50 Jahre alt. Er starb beim Versuch, seinen Hund aus der Töss zu retten.
Markus Meier, Professor für Maschinenkonstruktion an der ETH Zürich und Leiter des Zentrums für Produkteentwicklung,
war seit einigen Jahren auch Dozent an der
hgkz im Studienbereich Industrial Design.
Mit seiner direkten, offenen und inspirierenden Art war er bei unseren Studierenden
ausserordentlich beliebt und galt als Fachperson für die Entwicklung und Herstellung
von industriellen Produkten.
Als gelernter Maschinenzeichner zeigte er
immer wieder sein besonderes Verständnis für die Praxis und für die Anliegen der
Praktikerinnen und Praktiker. In ihm fanden wir einen idealen Partner und Förderer
für interdisziplinäre Ausbildungsprojekte,
hielt er doch die Form der Produkte für
genauso wichtig wie deren Funktion und
Konstruktion.
Markus Meier hat mit mir seit fünf Jahren
die Partnerschaft zwischen hgkz und ETHZ
in Forschung und Lehre massgebend vorangetrieben. Zahlreiche Projekte führten
zu erfolgreichen Produkten, internationalen Patenten und Auszeichnungen und am
Ende auch zu Unternehmensgründungen.
Im Zuge der Bologna-Reform haben wir
gemeinsame Lehrangebote ausgearbeitet,
in deren Zentrum die Entwicklung von innovativen Produkten und Methoden steht; ein
Programm, das die beiden Institutionen
noch näher zusammengebracht hätte.
Wir sind unendlich traurig, dass wir Markus
Meier mit seiner fröhlichen und kreativen
Persönlichkeit in Zukunft nicht mehr erleben dürfen.
Prof. Michael Krohn, Studienbereich
Industrial Design
—
Nicht zu zählen sind die Schülerinnen und
Schüler, Studentinnen und Studenten der
Kunstgewerbeschule, die unter der umsichtigen Leitung von Walter Hürlimann ihr
Können und Wissen im plastischen Gestalten aufzubauen begannen. Nicht annähernd bestimmbar ist die Zahl der Kolleginnen und Kollegen, die Walter als immer
gut gestimmten, zuversichtlichen Lehrer
kennen lernten.
Walter Hürlimann unterrichtete während
einer heute fast unvorstellbaren Zeitspanne
von 1958 bis zu seiner Pensionierung im
Jahr 1996 im Vorkurs und bei den gestalterischen Lehrberufen.
Als Bildhauer vermittelte er die Grundlagen plastischen Formens auf der Basis
der Werkstoffe Stein, Ton und Gips. Zeichnen war ihm beim Finden der richtigen,
der guten Form unerlässlich, ein intensiv
betriebenes Naturstudium unabdingbar.
Walter Hürlimann verfügte über ein breites
Spektrum handwerklicher Fähigkeiten, das
ihm erlaubte, auch in den gestalterischen
Umgang mit Holz einzuführen. Er motivierte mit viel Energie und Engagement seine
Schüler, die im Material innewohnenden
konstruktiven Möglichkeiten auszuschöpfen und die Grenzen des Verwirklichbaren
zu erkunden. Mit diesen gestaltungspädagogischen Anliegen prägte er während
zwei Jahrzehnten die Ausbildung am Vorkurs und in der Fachklasse für Werklehrer
wesentlich mit.
Mit Anteilnahme haben wir erfahren, dass
Walter Hürlimann am 21. März diesen Jahres verstorben ist.
Prof. Peter Eberhard, Departementsleiter
und Kurt Furrer, Dozent LGK
—
hmt sucht comic für
gratiskonzerte –
wettbewerb für hgkzstudierende
Nichts bereitet Ihnen mehr
Vergnügen, als Geschichten mit
frechem Strich in Bilder umzusetzen? Ihre gekritzelten Kunstwerke erfreuen Auge, Herz und
Hirn? Dann möchten wir Sie
einladen, an unserem Comicwettbewerb teilzunehmen – mit
etwas Glück können Sie 1000
Franken und Gratiseintritte ins
Theater an der Sihl gewinnen.
Daniela Huser *
—
Das Departement Musik der HMT veranstaltet jährlich über 600 Konzerte und
andere Anlässe. Abgesehen von wenigen
Ausnahmen ist der Eintritt frei. Junge Menschen sind ein ausgehfreudiges Publikum,
verfügen jedoch oft nur über ein begrenztes
Budget. Diese beiden Tatstachen führten
zur Idee, mit Hilfe einer Faltbroschüre, die
sich mit einem Comic speziell an ein junges
Publikum richtet, das attraktive Angebot
besser bekannt zu machen.
Die Broschüre
Im Format A5 hoch soll eine vierseitige Faltbroschüre in Schwarzweiss erstellt werden.
Der Comic gestaltet die Frontseite. Auf der
ersten Umschlagseite wird in Stichworten
das Veranstaltungsangebot beschrieben,
die zweite gibt die Adresse unserer Website,
die Rückseite diejenigen unserer Standorte
bekannt. Die Stichworte auf dem Cover
lauten: Jazzkonzerte, Orchesterkonzerte,
Rock- und Popkonzerte, Kammermusik,
Computermusik, Komponistenforen, Chorund Vokalensemblekonzerte, Singspiele,
Rezitale, Body Performances.
Die Kernaussage
Der Comic soll mittels Bildsprache die Botschaft „freier Eintritt“ vermitteln.
Daten und Termine
Die eingegangenen Comics werden in den
Wochen 38 und 39 im Haus Florhof, Florhofgasse 6 in Zürich, ausgehängt. Senden
Sie eine CD mit dem Comic, schwarweiss,
Format A5 hoch, und Ihre Koordinaten
(Vor- und Nachname, Post- und Mailadresse, Telefonnummer) bis 31. August 2005 an:
szenografie
hgkzintern3/05
Hochschule Musik und Theater Zürich,
Daniela Huser, Florhofgasse 6, 8001 Zürich,
daniela.huser@hmt.edu, T 043 305 41 43-
tryout – ein versuch
über video und tanz
jedes Bild neu. Dieses ungleiche Verhältnis
erscheint als eine interessante Herausforderung.
Für weitere Auskünfte richten Sie sich bitte
ebenfalls an Daniela Huser.
In Vorbereitung auf ihre ge­meinsame Produktion „Sie
sind da draussen“ haben Anne
Lorenz, bildende Künstlerin
und Dozentin hgkz, und
Christina Gehrig Binder, freischaffende Choreografin
und Dozentin HMT, ihre Forschung über das Zusammenspiel von Video und Tanz
auf der Bühne einem Kreis von
interessierten Studierenden in
den Semesterferien geöffnet.
Anne Lorenz *
Massgeschneidertes Stück
Jury und Preise
Als Jury fungieren die Studierenden der
HMT, die via Intranet-Voting ihren ComicFavoriten küren. Für den Gewinner oder
die Gewinnerin sind 1000 Franken ausgeschrieben, alle übrigen Teilnehmenden
erhalten fünf Gratiseintritte ihrer Wahl für
Produktionen des Theaters an der Sihl. Es
werden alle Teilnehmenden benachrichtigt.
Wir wünschen Ihnen viel Glück und uns
eine Welle inspirierender Comics.
—
Daniela Huser ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Departement Musik HMT
„Sie sind da draussen“
—
In einem 10-tägigen Workshop haben sich
sechs TänzerInnen und zwei Videoschaffende gemeinsam auf die Suche nach den
Gestaltungsmöglichkeiten beider Disziplinen begeben. Die von Natur aus sehr
unterschiedlichen Medien (dreidimensionaler Körper und zweidimensionales
Bild) wurden kontrovers diskutiert. Durch
Experimente und Etüden wurden die verschiedenen Facetten des Zusammenspiels
untersucht. Video wurde hinsichtlich seiner
Rolle als Hintergrund, als methaphorische
oder kontrastierende Assoziation sowie als
aktiver Mitspieler eingesetzt. Mal abstrakt,
mal narrativ, als Lichtquelle oder räumliche Erweiterung, ergaben sich interessante Konstellationen, die je nach der Bewegungsqualität des Tanzes oder der Attraktivität der Bilder entweder das Video oder
den Tanz in den Vordergrund stellten – in
gelungenen Fällen beides gleichwertig.
Körperarbeit versus Kopfarbeit
Am interessantesten war jedoch für die
meisten die Erkenntnis, wie unterschiedlich Tänzer und Videokünstler sich der
Arbeit nähern: ein Aspekt, der auch für
die zukünftigen transdisziplinären Projekte
der Zürcher Hochschule der Künste von
Interesse sein wird. Meistens erarbeiten
Tänzer eine Choreografie, indem sie im
Körper nach Material suchen und erst alles
zulassen, was entsteht. Visuell arbeitende Künstler tendieren hingegen dazu die
Arbeit konzeptionell durchzudenken, bevor
sie sich mit ihrem Werkzeug, in diesem Fall
der Kamera, ans Werk machen. Ausnahmen
bieten die Arbeit mit Live-Kameras, oder
das Realtime-Mixen von vorproduzierten
Bildern. Der Tanzende hingegen entwickelt immer im Moment der Performance
Das Projekt war ein kleiner Vorstoss in ein
grosses Gebiet und wird in der gemeinsamen Arbeit von Anne Lorenz und Christina
Gehrig Binder mit Tanz und Rundumprojektionen fortgesetzt. Sie entwickeln speziell
für den Vortragssaal der hgkz ein Stück über
eine geschlossene Anstalt, die als Metapher
für den menschlichen Verstand steht.
„Als Tochter eines Psychiaters hat mich
die Funktionsweise des menschlichen Verstandes seit meiner Kindheit beschäftigt;
ich erinnere mich an einen Patienten meines Vaters, der eines Morgens vor unserer
Tür stand, mit einer bronzenen Büste seines
eigenen Kopfes unter dem Arm, und uns bat,
auf diesen aufzupassen. Zwei Jahre später
kam er wieder, um seinen Kopf abzuholen;
er wirkte dabei frei und unbelastet.“
(Christina Gehrig Binder)
Unerklärliche Zwänge, Versagensängste
und Überforderung, hervorgerufen durch
die unerschöpflichen Möglichkeiten der
heutigen Gesellschaft, treiben die sechs
PerformerInnen zu immer extremeren
Überlebensmassnahmen. Das Publikum
wird Zeuge, wie in einem geschlossenen
System die Macht des Verstandes körperlich und mental überhand nimmt.
Auch der Raum, bestehend aus Rundumprojektionen und Objekten von Anne Lorenz,
bietet keine Sicherheit. Nie kann man sich
darauf verlassen, dass die Sachen noch da
sind, wo man sie zu finden glaubte. Ganz
nach dem Motto „heute hier, morgen dort“
müssen sich die PerformerInnen konstant
neu definieren und beweisen. Vertrauen
auf das Altbewährte gibt es nicht mehr in
diesem Mikrokosmos, der stellvertretend
für die heutige Gesellschaft und ihre Funktionsweisen steht. Ein tragikomisches Spiel
mit ungewissem Ausgang.
„Sie sind da draussen“ ist ein abendfüllendes, theatrales Tanzprojekt.
Uraufführung: 8. September 2005 um
20 Uhr im Vortragssaal der hgkz.
Weitere Vorstellungen: Fr. 9.9. / Sa.
10.9. / So. 11.9., jeweils 20.00 UhrSonntag um 15.00 Uhr und 20.00 Uhr
Die Produktion wird massgeblich von der hgkz
unterstützt.
—
Anne Lorenz ist Dozentin Scenographical Design
29
30
hgkzintern3/05
theorie
landschaftssehen:
das sihltal
Ein Quartalsprojekt des
Studienbereiches Theorie
Wo ist Landschaft? Wie wird sie wahrgenommen und dargestellt? Der Begriff
Landschaft bezieht sich auf physische
oder räumliche Gegenstände und schliesst
kulturelle Wahrnehmungsmuster und
mediale Repräsentationen mit ein. Probleme offenbaren sich dort, wo Territorium,
Wahrnehmung und Darstellung auseinanderklaffen. Während Stadt- und Agglomerationslandschaften kaum ästhetisch
gewürdigt werden, wird bei Agrar- und
Naturlandschaften vieles zugunsten der
Idylle ausgeblendet. Studierende des Studienbereichs Theorie der Gestaltung und
Kunst setzten sich am Beispiel des Sihltals
mit diesen Fragen auseinander. Annemarie
Bucher, Dozentin sth
Die Projektarbeiten finden sich unter:
www.theorie.hgk-zuerich.ch
—
Bilder aus der Arbeit „Die Brachlandschaft –
das Rauschen der Teile“ von Sarah Keller
ästhetische und
emotionale aspekte
der stadtentwicklung
sichtbar machen
Im Forschungsprojekt „Fotografische Langzeitbeobachtung
Schlieren“ des Studienbereichs
Fotografie wird die Stadtentwicklung von Schlieren über
einen Zeitraum von 15 Jahren
dokumentiert. Ulrich Görlich
und Meret Wandeler*
—
Der Studienbereich Fotografie hat in
Zusammenarbeit mit der Metron Raumentwicklung AG unter dem Titel „Fotografische
Langzeitbeobachtung Schlieren. Fotografie
als Instrument zur Beobachtung räumlicher Entwicklungsprozesse in der Agglomeration“ ein fotografisches Forschungsprojekt zum Thema Siedlungsentwicklung
im Agglomerationsraum konzipiert. Ziel
des Projektes ist eine fotografische Langzeitbeobachtung der Stadtentwicklung von
Schlieren. Die digitalen Fotografien werden
in einer Bilddatenbank archiviert und sind
über das Internet öffentlich zugänglich.
Das Projekt, an dem sich auch die Stadt
Schlieren und Documenta Natura beteiligen, wurde im Mai 2005 von DORE bewilligt.
Für nachhaltige Stadtentwicklung
Ausgehend vom neuen Stadtentwicklungskonzept der Metron Raumentwicklung AG
soll anhand einer fotografischen Langzeitdokumentation gezeigt werden, wie sich
die vorgeschlagenen Maßnahmen für eine
nachhaltige Stadtentwicklung und eine Verbesserung der Lebensqualität und Identität
auf den Lebensraum Schlieren auswirken.
Das Projekt ist als Fallstudie angelegt. Es
soll am Beispiel von Schlieren exemplarisch sichtbar machen, wie sich räumliche
Entwicklungsprozesse in Agglomerationsgebieten abspielen und inwiefern sie durch
Entwicklungskonzepte gesteuert werden
können.
Der spezifische Realitätsbezug des Mediums
Fotografie erlaubt es, den im Alltag kaum
wahrnehmbaren Prozess der Siedlungsentwicklung, der sich aus verschiedenen,
gleichzeitig ablaufenden Veränderungsprozessen unterschiedlicher Geschwindigkeiten zusammensetzt, zu visualisieren
und sinnlich erfahrbar darzustellen. Die
fotografische Beobachtung des Agglomerationsraumes ermöglicht insbesondere die
Darstellung ästhetischer und emotionaler
forschung
fotografie
Aspekte von Raum- und Siedlungsentwicklung. Diese Aspekte können in der abstrakten Darstellungsform der Daten, Pläne und
Statistiken, mit denen die Raumbeobachtung in der Regel operiert, nicht vermittelt werden, obwohl sie für die alltägliche
Wahrnehmung und Erfahrung von Raum
und für die Qualität von Lebensräumen von
entscheidender Bedeutung sind.
Grundlagenforschung
Eine Darstellung des Entwicklungsprozesses eines Agglomerationsgebietes, welche
die Veränderung von räumlichen Zusammenhängen visualisiert, existiert in der
Schweiz bisher nicht. Das Projekt ist in diesem Sinne als Grundlagenforschungsprojekt zu verstehen. Es trägt zum Verständnis
der Funktionsweise von Agglomerationsräumen bei, insbesondere im Hinblick auf
die Nachhaltigkeit der Siedlungsentwicklung nach innen. Das Projekt unterstützt die
Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit
für die Anliegen der Agglomerationspolitik
in der Schweiz und fördert insbesondere
das Bewusstsein für die ständig zunehmende Geschwindigkeit von Veränderungsprozessen. Mit dem transdisziplinären Projekt
leistet der Studienbereich Fotografie aus
fotografisch-künstlerischer Perspektive
einen innovativen Beitrag zum Nationalen Forschungsprogramm 54: Nachhaltige
Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung.
Zeitlicher Rahmen
Das Projekt ist aufgeteilt in zwei Phasen:
Phase 1:
— DORE- Forschungsprojekt der hgkz Juni
2005 bisMärz 2006
— Entwicklung fotografisches Beobachtungskonzept und erste fotografische Be­stan­des­aufnahme
— Entwicklung Grundlagen Bilddatenbank
und Konzeption Internetauftritt
Phase 2:
— Fortlaufendes Forschungs- und Unterrichtsprojekt der hgkz 2006 bis 2020
— Fortlaufende Dokumentation und Archivierung
— Zwischenauswertungen alle 3 bis 5 Jahre
— Auswertung und Publikation Gesamtprojektes
—
Projektteam: Ulrich Görlich, Meret Wandeler, Studienbereich Fotografie.
mode
film/video
apolda european
design award 2005
Am 22. und 23. April war
Apolda in Thüringen die Stadt
der Designer. 27 DiplomandInnen von 15 europäischen
Hochschulen für Modedesign
präsentierten ihre Kollektionen für den Apolda European
Design Award 2005, darunter auch zwei Fashion-Designer der hgkz. Emil A. Ribi *
—
Für die hgkz hatten Claudine Hug mit ihrer
erweiterten Diplomkollektion (Diplom 04)
„Netzwerk“ und Stefan Roggli mit „Du bist
die weisseste Farbe meiner Gedanken“,
einer Liebeserklärung an die Olympiastadt Athen, ihren Auftritt auf internationalem Parkett. Das Forum Apolda Designer
Exchange bietet den jungen Modedesignern neben Preisen vor allem die Möglichkeit, mit namhaften Persönlichkeiten
aus der europäischen Mode und TextilIndustrie ins Gespräch zu kommen und
gute Kontakte für die Zukunft zu knüpfen.
Die Designer-Börse ist das Hauptstück der
Veranstaltung. Stefan Roggli und Claudine Hug haben zahlreiche schöne Angebote erhalten, die sie aber noch evaluieren
wollen. Stefan Roggli ist im Gespräch mit
Alexander McQueen – diese Möglichkeit
steht zuoberst auf seiner Wunschliste. Claudine Hug hat ihren Aufenthalt in Australien
für die Teilnahme in Apolda unterbrochen
und wird noch für einige Monate dorthin
zurückkehren.
Am Samstag Abend startete die Modegala
mit zahlreichen Gästen und Prominenz von
Thüringen. Studenten der Bauhaus-Universität Weimar hatten im Eiermannbau
für jede der Kollektionen Show-Rooms eingerichtet. Ein Laufsteg für die Gäste verband die einzelnen Kojen. Erwähnenswert
ist auch die Multimedia-Show – die Models
passierten auf ihrem Weg auf den Laufsteg zwei hochformatige Projektionswände,
auf denen die Kollektionen in Grossformat
begleitet wurden. Stargast war dieses Jahr
Karl Lagerfeld, der am Vorabend im Kunsthaus seine Foto-Ausstellung eröffnete.
Ein anprechender Katalog dokumentiert
das Ereignis. Die beiden Diplomierten der
hgkz sind darin prominent auf vier Seiten
vertreten.
—
Emil A. Ribi war bis 2004 Leiter des Studienbereichs Mode. Heute ist er im Leitungsteam von
Style & Design.
hgkzintern3/05
„nationale“ masterstudiengänge im
bereich film
dulen in Filmtheorie andererseits werden
Synergien zwischen theoretisch-wissenschaftlicher und praxisbezogen-künstlerischer Qualifikation ermöglicht.
Kooperationsprojekt
„Netzwerk Cinema CH“
Lucie Bader Egloff und
Marille Hahne *
Das Ziel des Masterstudiums „Filmrealisation“ ist die Qualifizierung zu Führungspositionen in der Film- und Fernsehbranche
in verschiedenen filmgestalterischen Berufen wie Drehbuch, Regie, Ton, Kamera oder
Postproduktion. Das Studium wird zu 75
Prozent an den Fachhochschulen stattfinden, zu 25 Prozent an einer Partneruniversität. Es richtet sich an Personen, die eine
Bachelor- oder vergleichbare Diplomausbildung absolviert haben und filmberufliche Erfahrungen mitbringen.
Die Hochschulen tun sich im Bereich des
Films zusammen: Für die Jahre 2006 – 2008
wurde in enger Kooperation von schweizerischen Fachhochschulen und Universitäten ein Projekt von Master-Studiengängen
entwickelt. Die Behörden haben ihre Unterstützung zugesichert.
Seit über drei Jahren gibt es Bemühungen,
ein Netzwerk unter den bisherigen Kompetenzstätten im Bereich der Filmausbildung
in der Schweiz aufzubauen. Der Studienbereich Film der hgkz hat dabei von Anfang
an intensiv mitgearbeitet. Diese langjährige
Planungsarbeit hat nun zu einer Kooperation unter neun Schweizer Hochschulen
geführt, die sich alle verpflichtet haben, bei
einer zukünftigen Filmmasterausbildung
zusammenzuarbeiten. Die beiden Universitäten Lausanne und Zürich sowie die
beiden Fachhochschulen hgkz und ECAL
haben zusammen mit fünf weiteren Partnerinstitutionen ein gemeinsames Konzept
zur Durchführung einer solchen Masterausbildung formuliert und deren Finanzierung beantragt. Die Schweizer Universitätskonferenz wie auch der Eidgenössische
Fachhochschulrat haben die Realisierung
eines Pilotprojekts für die Jahre 2006 bis
2008 bewilligt und entsprechende Sondermittel gutgeheissen.
Das Projekt „Netzwerk Cinema CH“ stellt
das erste Beispiel einer Kooperation zwischen Fachhochschulen und Universitäten bei Master-Studiengängen dar. Um es
zu ermöglichen, hat der Eidgenössische
Fachhochschulrat eine Ausnahme für die
Fachhochschulen geschaffen, denn grundsätzlich dürfen die Fachhochschulen erst
ab 2008 mit Master-Studiengängen starten.
Die hgkz und die ECAL werden je einen Master-Studiengang in „Filmrealisation“ anbieten, die Universitäten Lausanne und Zürich
je einen in „Filmtheorie“. Teile des Lehrangebots werden durch die Partnerhochschulen ESBA Genf, HGK Luzern, SUPSI Lugano,
Uni Basel, und die USI Lugano bereitgestellt. Durch ein komplementäres Angebot
der Fachhochschulen von Lehrmodulen in
Filmrealisation für Universitätsstudierende
einerseits, der Universitäten von Lehrmo-
Das Ziel des Masterstudiums „Filmtheorie“ ist die Qualifizierung in den Sparten
Ästhetik, Geschichte, Technologie, Ökonomie und Soziologie des Films und anderer
audiovisueller Medien, die dem Film verwandt sind. Das Studium wird zu 75 Prozent an den Fachhochschulen stattfinden,
zu 25 Prozent an einer Fachhochschule des
Netzwerkes.
Die Hauptstandorte des Netzwerks sind
Zürich und Lausanne. Für die Filmtheorie
wird die UNI Lausanne führend sein, für
die Filmrealisation die hgkz. Die Leitung
der Planungs- und Koordinationsarbeiten
seitens der Fachhochschulen verantworten
Prof. Lucie Bader Egloff und Prof. Marille
Hahne. Das entsprechende Curriculum für
die hgkz wird von der gesamten Leitung des
Studiengangs Film erarbeitet.
—
Prof. Lucie Bader Egloff und Prof. Marille Hahne,
Leitung Studienbereich Film
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hgkzintern3/05
medien & kunst
leiter institut medien auszeichnungen am
& kunst gewählt
eidgenössischen
Die Schulleitung der hgkz hat
wettbewerb für
Prof. Christoph Schenker, bisdesign 2005
her Leiter des Studiengangs
Bildende Kunst, zum Leiter des
neuen Instituts Medien & Kunst
ernannt. Er tritt sein Amt per
Wintersemester 05/06 an.
Christoph Schenker (1957) hat an der Universität Zürich Germanistik, Philosophie
und Kunstwissenschaft studiert. Seit 1987
ist er an der hgkz tätig, zuerst als Dozent
für Kunsttheorie und Gegenwartskunst, seit
1999 zudem als Leiter des Studiengangs
Bildende Kunst. Er leitete in den letzten
Jahren erfolgreich den Auf- und Ausbau
des Studiengangs und wirkt in verschiedenen Gremien bei der Reform der Hochschule mit. Christoph Schenker war vorerst
freischaffender Kurator und Kunstpublizist, u.a. hat er 1993 den Kunsthof Zürich
gegründet und von 1996 bis 1999 das
Museum Liner in Appenzell (Architekten
Gigon/Guyer) aufgebaut und geleitet. Er
hat in den letzten Jahren mehrere transdisziplinäre Forschungsprojekte im Feld
der Gegenwartskunst geleitet, beispielsweise das vielbeachtete Projekt „Art Public
Plaiv“ im Engadin oder das aktuelle Projekt
„Kunst Öffentlichkeit Zürich“, das massgeblich von der Förderagentur für Innovation (KTI) des Bundes unterstützt wird.
Christoph Schenker ist Autor von Beiträgen
zu internationaler Gegenwartskunst und
regelmässig Referent an Hochschulen und
Kunstinstitutionen im In- und Ausland. Mit
ihm wurde eine Persönlichkeit ernannt, die
sich mit bedeutenden Arbeiten in Praxis
und Theorie der Gegenwartskunst ausgewiesen hat. Der neue Institutsleiter verfügt
über Erfahrungen im Feld der künstlerischen Forschung und unterhält internationale Kontakte zu KünstlerInnen und Institutionen.
Das Institut Medien & Kunst ist das dritte
von vier neuen Instituten an der hgkz. Bisher bestehen das Institut Cultural Studies
in Art, Media and Design und das Institut
für Design „Design2context“. (hp)
—
Seit 1918 organisiert das Bundesamt für
Kultur jährlich den Eidgenössischen Wettbewerb für Design und fördert mit verschiedenen Preisen – wahlweise Geld,
Arbeitsaufenthalte in bekannten Büros
oder Atelieraufenthalte im In- und Ausland – junge Nachwuchstalente aus allen
Designdisziplinen. Die ausgezeichneten
Arbeiten werden alternierend im Museum
für Gestaltung Zürich und im Musée de
Design et d’Arts Appliqués Contemporains
Lausanne gezeigt.
Vier Industrie-Design- Absolventen
ausgezeichnet
Vier sbd-Studienabgänger gehören zu den
Gewinnern im Wettbewerb 2005: Remo Frei
erhielt den Preis für seinen bereits mehrfach ausgezeichneten Rucksack „Flink“,
Mathias Durisch und Moritz Schlatter reüssierten mit vier freien Projekten und Gerhard Gerber mit seiner Diplomarbeit „Zwischen Himmel und Erde“.
Auch ausgezeichnet
Rafael Koch, Grafiker und Assistent im Studienbereich Neue Medien, hat ebenfalls
einen Preis erhalten – unter anderem für
seine Print-Arbeiten für den Studienbereich.
Die Arbeiten aller Preisträger sind vom 25.
Oktober 2005 bis am 31. Januar 2006 in
Lausanne zu sehen. (fkn/ns)
Wettbewerbe des Bundesamtes für Kultur:
www.bak.admin.ch
Remo Frei: www.designfrei.ch
Mathias Durisch und Moritz Schlatter:
www.bobsafreak.ch
Gerhard Gerber: www.gerhardgerber.ch
—
preise
swiss art awards 2005
und kiefer hablitzel
preise
Am 13. Juni wurden in Basel die Eidgenössischen Kunstpreise 2005 vergeben. Das
Bundesamt für Kultur hat für diese direkte
Kunstförderung 720 000 Franken Preisgeld
zur Verfügung gestellt. Von 610 Kandidatinnen und Kandidaten wurden 116 von der
Eidgenössischen Kunstkommission (Vorsitz: Jacqueline Burckhardt) für die zweite
Runde und damit auch für die Ausstellung
„Swiss Art Awards“ ausgewählt, die während der „Art“ in der Messe Basel zu sehen
war. 35 von ihnen bekamen einen Preis von
je 24 000 Franken.
Eidgenössischen Kunstpreise 2005 erhielten folgende hgkz-Absolventinnen und
Absolventen:
— Isabella Branc (sbk)
— Daniel Robert Hunziker (sbk)
— Zilla Leutenegger (sbk)
— Mario Sala (sbk)
— Katja Schenker (sbk)
— Shirana Shahbazi (sfo)
— Christine Streuli (sbk)
Im Rahmen des Eidgenössischen Kunstpreises vergab auch die Kiefer Hablitzel
Stiftung ihre Stipendien (je 6300 Franken).
Ausgezeichnet wurden u.a. folgende hgkzAbsolventinnen und Absolventen:
— Isabella Branc (sbk)
— Stefan Burger (sfo)
— Guadalupe Ruiz Cifuentes Rihs (sfo)
— Christine Streuli (sbk)
Herzliche Gratulation allen Preisträgerinnen und Preisträgern und allen, die ihre
Arbeiten in der Ausstellung zeigen konnten!
(hp)
www.bak.admin
—
mode: oribe-preis in
japan gewonnen
Gifu, Japan: Erika Jakob-Schiffmann, die
im letzten Jahr ihr Studium als Modedesig­
nerin mit dem Diplom abschloss, hat am
inernationalen Wettbewerb Oribe in Gifu
einen Special Award für „the most fashionable outfit” gewonnen. Es gab 2000 Teilnehmerinnen, 30 von ihnen wurden zum
Wettbewerb zugelassen. Herzlichen Glückwunsch!
—
industrial design
scenography inszenierter
multikulturalismus
im nachdiplom
scenography
centrocampo
hgkz und ECAL am Salone delMobile in Milano
An der Möbelmesse Mailand (13.4. bis
19.4.2005) traten erstmals zwei wichtige
Schweizer Kunsthochschulen, die ECAL
und die hgkz, gemeinsam auf. Im Spazio
Mazzotta, einer neu eröffneten Galerie im
Zentrum der Stadt, zeigten sie das Resultat
des Unterrichtsprojekts „Ein Produkt für
nanoo“, das im Wintersemester 04/05 unter
der Leitung von Jörg Boner stattfand. Je
acht Studierende aus Zürich und Lausanne
nahmen daran teil; fünf der Entwürfe wurden für die Ausstellung „Centrocampo“ in
Mailand weiterentwickelt: eine Garderobe,
ein Sitzkissen, ein Sessel, eine kleine Bank
und eine Leuchte. Zahlreiche Besucher
überzeugten sich von der gestalterischen
Reife und der hohen formalen Qualität der
Prototypen – und staunten, dass sie nicht
von gestandenen Designern, sondern von
Studierenden gestaltet.
Die Broschüre „Centrocampo“ dokumentiert das Projekt in Text und Bild und kann
kostenlos im Sekretariat des SBD bezogen
werden.(fkn)
—
oben: Nina Eigenmann, hgkz, entwarf für nanoo
einen Sessel, der zwischen Fauteuil und Hängematte changiert.
unten: Die Leuchte von Christian Kägi, hgkz,
ermöglicht dank ihrem höhenverstellbaren Schirm
zwei verschiedene Lichtsituationen.
—
Im Nachdiplomstudium
Szenisches Gestalten arbeiten
16 Teilnehmende aus acht
Nationen, darunter vier internationale Stipendiatinnen, an der
Gestaltung von Räumen –
urban, medial, architektonisch
und theatral. Was kommt dabei
heraus? Lawrence Wallen *
Entsprechend dem internationalen Charakter des Studiengangs – der Studienleiter
Lawrence Wallen ist selbst Australier – sind
die Unterrichtssprachen Deutsch und Englisch. Im Moment steht für die Teilnehmenden das Diplomprojekt im Vordergrund und
oft ist das ein Grund fuer eine Reise:
Internationale Austauschprogramme exis­tieren beispielsweise mit der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, wo gerade
Monika Schori, im Hauptberuf Technische
Leiterin des Migros Museums Zürich, ihr
Diplomsemester verbringt, und mit dem
LaSalle SIA College in Singapur. Dort arbeitet die Medienkünstlerin Jessie Fischer an
einer asiatischen Verfilmung des Schweizer Guggisberg-Lieds. Die luxemburgische
Architektin Sophie Maurer recherchiert
derweil an der Kunsthochschule in Helsinki
bei einem Workshop zu Game Design für
ihr Diplomprojekt, das sich mit der Entwicklung und Gestaltung eines szenografisch ausgerichteten Computerspiels zum
Thema „Zuhause“ beschäftigt.
Die Videokünstlerin Maria Pomiansky,
die zum interkulturellen Verständnis von
„Schönheit und Identität“ arbeitet, hat
gerade die zweite Etappe ihrer als Trilogie angelegten Videoinstallation angetreten: Nach Zürich und Moskau befragt und
filmt sie nun Menschen in Tel Aviv für ihr
Diplomprojekt, während der junge slowenische Opernregisseur Rok Rappl in Brno
eine zeitgenössische tschechische Oper
inszeniert, die wiederum als Dokumentation Teil seines Diplomprojekts sein wird.
Für das Schweizerische Bundesarchiv Bern
gestalteten im März 2005 die Architektin
Ania Kurowska, die Fotografin Monika
Fischer, die Bildhauerin Su Yung Park und
die Bühnenbildnerin Esther Reinhardt den
szenografischen Parcours „The Dark Sides
of the Archives“ anlässlich der Museums-
hgkzintern3/05
nacht Bern 2005. In einer Nacht erlebten
2800 Besucher und Pascal Couchepin die
Schattenseiten der schweizerischen Bundesgeschichte: In den Kellermagazinen inszenierte das Szenographieteam die Fichenaffaire, die Heimatlosenregistrierung, Sex
und Zensur, das schweizerische Atomwaffenprogramm und den Anarchistenmord
an der österreichischen Kaiserin Sissi zu
einer interaktiven Peepshow.
Im Mai und Juni 05 wurde auf der Dachterrasse der hgkz „Gardien“ angelegt, ein
Planspiel zur Kultivierung einer Ordnung.
Gardien war die räumliche Realisation
einer Forschung über Ordnungsprinzipien, die Esther Reinhardt im Rahmen ihrer
Diplomarbeit unternahm. Die Garteninstallation Gardien diente ihr als Metapher für das individuelle Engagement,
einen ideellen Zustand – eine Ordnung
– zu konstruieren. In Gardien wurden 64
Grünparzellen verlost. Jeder Teilnehmer
erhielt die Patenschaft einer Parzelle und
gewann die Gemeinschaft anderer Paten
– der Gardiens. Diese Gemeinschaft teilte
fortan durch eine gemeinschaftsgestaltende Haltung die Macht, ihre Ordnung zu
optimieren, aber auch zu stören, aufzuheben oder eine Gegenordnung zu gründen.
Im Rahmen von Gardien fanden spontane
Zusammenkünfte, aber auch organisierte
Aktionstage wie eine English Tea Party mit
Gartenexperten statt.
—
Lawrence Wallen ist Leiter des Nachdiplomstudiums Szenisches Gestalten
Gardien auf der Terrasse 5. Stock im Hauptgebäude
33
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hgkzintern3/05
itz
evento – das neue
hochschulverwaltungstool
— Datenübergabe an die Sesam-Finanzbuchhaltung, den Mercur-Mailserver
und die Abacus-Auftragsbearbeitung
Was soll Evento in nächster
Zukunft für die hgkz tun ?
Schulung
Organisation und Durchführung von Kur­sen für die laufende Erweiterung des Evento-Know-how aller Beteiligten in den Bereichen Evento Office, Evento Lehrgang, Evento Web.
Evento ist ein Datenbanksystem
Bis zum Start ins erste Bachelor-Studiender Firma Balzano Informatik
jahr im Herbst 2005 haben wir einiges vor! Dokumentation
AG, welches an den Schweizer
In einer Reihe von Teilprojekten bearbeiten Erstellen einer Online-Dokumentation für
Fachhochschulen als Schulwir zusammen mit den Fachpersonen an alle Evento-BenutzerInnen sowie spezifiadministrationstool eine breite
der hgkz folgende Themen:
scher Arbeitsanweisungen (http://intranet.
Anwendung gefunden hat.
hgkz.ch/evento).
Mit der Entwicklung des sogeBachelor-Studiengänge
nannten FH-Standards bietet
Erfassung der Curricula der einzelnen Ver- Information/Kommunikation
es den Fachhochschulen ein
tiefungsrichtungen mit allen Modulen, Information der Mitarbeitenden, Dozierenumfassendes Werkzeug für das
sodass sich die Studierenden via Internet den und Studierenden auf verschiedenen
Management der Bolognaauf die Wahlpflichtmodule einschreiben Kanälen; monatliches Projektstatusmeeting
relevanten Informationen und
und die Dozierenden eine Bewertung der mit den Teilprojekt-MitarbeiterInnen und
Daten. Franziska Karpf und
besuchten Module vornehmen können.
der Evento-Bologna Umsetzungsgruppe.
Judith Scheiber *
—
Die Schulleitung der hgkz hat sich im letzten Jahr ebenfalls für dieses System entschieden und die Projektleitung (Franziska
Karpf, Judith Scheiber) mit der Einführung
beauftragt.
Das System besteht aus 4 Elementen:
— Evento Office (Administration von Personen, Modulen, Ressourcen)
— Evento Lehrgang (Administration der
BA-Curricula mit Modulen/Submodulen)
— Evento Web (Plattform für Studierende
und Dozierende für Online-Einschreibungen, Leistungsbewertung usw.)
— Evento Planer (automatische Stundenplangenerierung)
Was tun wir schon mit Evento?
­— Verwaltung der Personendaten (Studierende, Dozierende, Mitarbeitende)
— Kursverwaltung der öffentlichen Weiterbildungskurse
— Rechnungsstellung an Studierende sowie
an Kantone
— Administration und Auswertung der
BFS-relevanten Daten (Bundesamt für Statistik)
Judith Scheiber und Franziska Karpf, Projektleitung
Vorlesungsverzeichnis
Evento Interfaces
Produktion des Vorlesungsverzeichnisses
für das Wintersemester 05 unter Berücksichtigung der neuen Anforderungen für
die Darstellung der modularisierten Studiengänge.
Entwicklung von Webinterfaces in Zusammenarbeit mit der Firma Balzano Informatik AG, Definition von Webapplikationen
und Entwicklung eines Prototypen.
Evento Web
Implementierung der Schnittstelle AbacusEvento, Einführung einer Lösung für die ILV
(individuelle Leistungsvereinbarung).
Studierende, Dozierende und MitarbeiterInnen der hgkz können die für sie relevanten Informationen im Evento-Web-Fenster
abrufen bzw. eintragen (Adressänderungen, Einschreibung auf Wahlpflichtmodule,
Leistungsbewertung).
nds/ndk
Integration des Studienangebotes (Module
und Curricula), Administration der Studierenden, Schnittstellen und Zuständigkeiten
klären und Datenerfassung.
Räume
Raumbewirtschaftung und Raumreservationen, Klärung der Zuständigkeiten, Aktualisierung der Stammdaten und Darstellung
der Raumbelegung.
Veranstaltungskalender
Integration der hgkz-Veranstaltungen auf
www.hgkz.ch, Standards für die Datenerfassung definieren.
hgkz-Prozesse
Prozessdefinitionen für die Schuladministration für:
— Aufnahmeverfahren
— Modulangebot
— Semesteranmeldung/Moduleinschreibung
— Modulbefreiung/Übernahmevertrag
(Erasmus)
— Leistungsbewertung
— Periodenverarbeitung (ECTS-Punkte)
— Sonderfälle Studierenden-Administration
Schnittstelle Abacus
Infrastruktur
Betrieb und Wartung der Hard- und Software auf Produktiv- und Testumgebung.
Die wichtigsten Meilensteine:
— Erfassung der Bachelor-Module
1. Semester Ende Mai 05
— Aufschaltung Evento Web Juni 05
— Einschreibung der Studierenden der
Bachelor-Studiengänge auf
Wahlpflichtmodule September 05
— Einschreibung aller Studierenden
auf Pilot-hgkz-Module noch offen
— Ressourcenverwaltung auf
den Modul-/Kursanlässen
W05 laufend
— Leistungsbewertung (ECTSPunkte-Verwaltung) Ende W05
Evento ist ein „Vollprogramm”, dessen
Implementierung unsere vereinten Kräfte beansprucht. Wir versprechen uns aber
einen breiten Nutzen für die Studierenden
und Dozierenden unserer Hochschule und
für alle, die mit der Administration des
modularisierten Unterrichtes betraut sind.
Wir bedanken uns herzlich bei allen, die
tatkräftig mit uns in den einzelnen Teilprojekten mitarbeiten!
Für Fragen im Zusammenhang mit Evento
stehen wir gerne zur Verfügung.
—
verwaltung
Bauprojekte
im Hauptgebäude,
Sommer 05
Im hgkz-Hauptgebäude kommen ab Mitte Juli 2005 diverse
Bauprojekte zur Ausführung,
die dem Unterhalt und der
Erneuerung der Gebäudeinfrastruktur dienen. Marco
Castellano *
—
Besonders erwähnenswert sind zwei grössere Eingriffe: Die Erneuerung Lift/Toiletten im Saaltrakt und die feuerpolizeilichen
Massnahmen in den Korridoren des Museumstraktes/Bibliotheksgang. Weitere Projekte sind der Umbau des Fotolabors im
3. OG zu Schulräumen, die Korridorsanierung im Schultrakt 2. OG und die Sanierung
der Holzfenster.
Erneuerung Lift und Toiletten
Saaltrakt Hauptgebäude
hgkzintern3/05
Lärm von Mitte Juli bis Ende August
Die umfangreichen Bauarbeiten tangieren den laufenden Betrieb von Schule und
Museum. Mitte Juli bis Ende August ist
eine lärmintensive Phase der Abbrüche. Bis
zur Fertigstellung der neuen Treppe Ende
November müssen die Büros der Verwaltung ausgelagert werden. Die Sanierung
der Sanitärleitungen bringt es mit sich, dass
praktisch alle Räume in allen Geschossen
des Saaltraktes von den Bauarbeiten betroffen sind.
Schliessung Cafeteria im Foyer
Die Museums-Cafeteria im Foyer bleibt von
Mitte Juli bis Anfang September etwas länger als üblich geschlossen. Die Arbeiten
im Bereich der Toilettenanlagen sind Mitte
Oktober abgeschlossen, der neue Lift wird
Anfang Dezember in Betrieb genommen.
Feuerpolizeiliche Massnahmen
Korridore Museumstrakt
Die Feuerpolizei hat anlässlich einer Kon-
trolle die Behebung von brandschutztechnischen Mängeln im Bibliothekskorridor
2. OG und Untergeschosskorridor bei der
Museumsschreinerei verlangt. Im Wesentlichen geht es darum, dass sämtliche
Räume einen direkten Ausgang auf den
Fluchtkorridor aufweisen und die Türen
den brandschutztechnischen Normen (u.a.
Feuerwiderstand) entsprechen. Die Arbeiten, die diesen Sommer ausgeführt werden,
sehen den Ersatz aller Türen in den beiden
erwähnten Korridoren vor. Im Gegensatz
zu den Eichentüren, die von aussen in
der gleichen Erscheinung neu produziert
werden können, musste bei der verglasten
Eingangstüre zur Bibliothek eine Alternative gesucht werden, da es absolute Priorität
war, die originale Verglasung mit den dünnen Stahlprofilen zu erhalten. Die Lösung
sieht vor, im Innern der Bibliothek eine
Brandschutzschiebetüre zu installieren.
Im Brandfall wird die verglaste Eingangstüre gegen den Korridor abgeschottet und
Der kleine Personenlift im Saaltrakt ist
überaltert, störungsanfällig und nicht rollstuhlgängig.
Der Aufzug im Saaltrakt erschliesst das
Foyer im Parterre, den Vortragssaal und die
Galerieausstellung im 1. Obergeschoss und
schliesslich die Serviceräume des Vortragssaales im Keller und im 2. Obergeschoss
(Regie, Technik, Lüftung, Catering, Lager).
Der Lift hat also herausragende Bedeutung sowohl für die behindertengerechte
Erschliessung der Publikumszonen Vortragssaal und Galerie wie auch für die logistische Erschliessung (Bestuhlung, Technik,
Catering, Ausstellungsbau etc.).
Das Bauprojekt, das ab den Sommerferien realisiert wird umfasst folgende Massnahmen:
Einbau eines neuen Aufzuges am alten
Standort im Nebentreppenhaus. Da die
Anlage wesentlich grösser ist (Kabinengrösse 210x120 cm), wird die schmale Treppe
im Nebentreppenhaus abgebrochen, neu
erstellt und den neuen Verhältnissen angepasst.
Im gleichen Zug werden die WC-Anlagen
im Vestibül umgebaut:
— Erweiterung der Damentoiletten von
drei auf fünf
— Einbau einer Behindertentoilette im Vorraum des Herren-WCs
— Wickeltisch sowohl bei den Herren als
auch bei den Damen
­— Sanierung der Sanitärleitungen
1. WC Herren
2. Behindertentoilette Damen und Herren,
Wickeltisch
3. Neuer Personen- und Warenlift
4. Nebentreppenhaus
5. WC Damen und Wickeltisch
6. Abbruch alter Personenlift
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36
hgkzintern3/05
publikation
eine neue zusätzliche Korridortüre als
Fluchtweg aktiviert.
Neue Brandschutztüre beim Rektorat
Am Anfang des Bibliothekskorridors wird
zudem eine verglaste Brandschutztüre eingebaut, um den Korridor als Brandabschnitt
gegenüber Vestibül und Foyer abzusichern.
Einschneidend dabei ist, dass der Raumfluss zwischen Foyer, Vestibül und Bibliothekskorridor unterbrochen wird. Vorteil
ist, dass der Bibliothekskorridor weiterhin in gewohnter Form für Ausstellungen
bespielt werden kann. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird die Allgemeinbeleuchtung im Bibliothekskorridor verbessert.
Bauherrschaft: Bildungsdirektion Kanton Zürich,
Hochschulamt. Projektleitung: Baudirektion Kanton Zürich. Projektverfasser: Pfister Schiess Tropeano Architekten, Zürich. Haustechnik: Amstein +
Walthert AG, Zürich. Projektverantwortlicher hgkz:
marco.castellano@hgkz.ch
—
Marco Castellano ist Leiter Raum / Bau
An der Buchvernissage „Total Interaction“.
Foto: Regula Bearth
neue publikation:
total interaction
was darf eine
karikatur?
Nach mehr als zweijähriger Arbeit ist im
Mai 05 das neue Buch erschienen, das sich
ganz der Sache widmet, der sich auch der
Studienschwerpunkt Interaction Design
(iad) in den vergangenen vier Jahren verschrieben hat. Total Interaction versammelt Thesen und Theorien, spannende Beispiele und Experimente aus der Disziplin
des iad, aus der hgkz. 23 Autorinnen und
Autoren der schweizerischen und der internationalen Szene berichten Verbindliches
über Historisches, Methodisches, Ästhetisches und Technisches, Philosophisches
und manch Praktisches. Kurzum: Ein liebenswertes Buch im optischen Quadrat, ein
Muss – oder, anders gesagt: 367 aufwendig
gestaltete Seiten (Gestaltung: Jürgen Späth,
iad).(gb)
Der im letzten hgkz intern
abgedruckte Cartoon (Studien­
gebühren – Strich) hat viele
Reaktionen darüber ausgelöst,
wie weit eine Karikatur gehen
darf oder soll. Wir haben eine
E-mail-Umfrage gemacht und
veröffentlichen die eingegangenen Mails. Danke allen, die
uns ihre Meinung geschrieben
haben. Die Redaktion
Buurman, Gerhard M. (Ed.): Total
Interaction. Theory and practice of
a new paradigm for the design disciplines. Birkhäuser. Basel, Wien, New
York, 2005, 68 CHF
—
—
ich finde den cartoon passend und witzig.
jedoch fühle ich mich als frau gekränkt, da
es sich um zwei prostituierte handelt. lieber
wären mir gewesen eine prostituierte und
ein stricher.
sandra simic
Unter Karikatur ist zu lesen: Zerr-, Spottbild, kritische od. satirische Darstellung.
Unter Satire ist zu lesen: Kritik an Personen
u. Zuständen durch Übertreibung, Ironie
und Spott. Also theoretisch ist der Cartoon
im hgkz-intern korrekt. Praktisch brachte
er mich nicht zum Lachen, da die Strassenstrichszene am Sihlquai einfach nicht lustig
ist. Und haben nur weibliche Studierende
ein Problem mit den höheren Studiengebühren?
Chahna Gottet
ich finde den cartoon gut, frischer wind
im umgang mit solchen themen ist unserer meinung nach angebracht. das thema
der geldbeschaffung während des studiums
beschäftigt uns sicher alle und so tut es gut,
darüber mal auf einen „andere“ art lachen
zu können. wir sind hier ja nicht an einer
stieren wirtschaftsschule. man kann political correctness auch ins absurde treiben.
cyril kennel
uns hat die illustration sowie der witz sehr
gefallen: griffig, böse, wahr – so was sollte
in einem cartoon absolut möglich sein, vor
allem intern.
tanja und noémie, ssd4
ich fand den cartoon gut.
nicole
Ich finde den Cartoon witzig. Man sollte so
was nicht immer gleich so ernst nehmen
und sich angegriffen fühlen! Eine provokative und lustige Illustration der künftigen
Studentensituation, so meine Meinung.
Michael (sbd3)
ich finde den cartoon ziemlich ungeschickt
reaktionen und nicht als konstruktiven beitrag zur diskussion über die erhöhung der studiengebühren brauchbar. das bild zeigt ein banales,
trauriges szenario, dargestellt als klischee
mit einer geschlechterrollenverteilung, die
wir hier an der schule diskutieren und zu verändern versuchen. und gleichzeitig ärgert
man sich über die sich häufenden belästigungen von studentinnen am sihlquai.
gabi hauser
Super Comic! Ich bin der Ansicht, dass es
möglich sein muss, auch pointierte, bissige
Cartoons wie denjenigen im hgkz intern
zu publizieren. Der Comic verbindet auf
sehr witzige weise zwei aktuelle, ernste und
wichtige Themen, und zwar in einer Weise,
dass ich eigentlich gedacht habe, es könne
niemandem in den falschen Hals geraten.
nico spinelli, sbd2
Meine Reaktion zur Reaktion: Hätte nicht
gedacht, dass es überhaupt zu einer schulinternen Reaktion kommt. Sind wir eine
Kunstschule oder eine konservativer Institution, die ein Cartoon nicht versteht – den
ein Cartoon sollte ja zynisch sein und eine
gewisse Wahrheit beinhalten. Andererseits:
Sollte es Leute an der hgkz geben, die diesen Witz ernst nehmen, dann sind sie wohl
völlig falsch an dieser Institution. Sollte es
jedoch Leute geben, die nicht wissen, wie
sehr der Drogenstrich entlang des Shilquai
zusehends ausartet, – dann sollen diese bitte
schon mal nachmittags in die Werkstatt des
Industriedesigns (SQ131) kommen, – und
ich kann garantieren, dass diese Leute von
der Realität, welche sich 1 Meter vor einem
Schulgebäude abspielt, nur noch schockiert sind. Dann genau dann werden diese
Leute den Sinn dieses Cartoons verstehen.
Achtung – jetzt die Lösung des Cartoons: Es
geht darum, dass vor Schulen der Stadt ZH
etwas solches nicht toleriertwerden kann
und unsere Schulleitung mit allen Kräften
versuchen muss, diese Auswucherung vom
Shilquai zu entfernen.
Pat Rick Stieger sbd2
ich meine, dass der cartoon zwar äusserst
provokativ ist, aber den nagel auf den kopf
trifft ...
wenn die seite wirklich eine carte blanche
der studierendenvereinigung ist, sollte dort
auch abgedruckt werden können, was die
studierenden bewegt.
Anja
Täglich Prostituierte vor dem Schulhaus,
Studenten prostituieren sich für Geld –
nicht gerade auf dem Strich, aber in andern,
schlechter bezahlten Stellen. Der Kampf im
und ums Studium ist nicht immer ein-
hgkzintern3/05
fach. Wenn sich Studenten daneben noch
organisieren und ihren Problemen satirisch
Ausdruck verleihen, nimmt mich wunder,
wer sich davon gestört fühlt.
Susann Zopfi
mir ist der cartoon auch aufgefallen, und
zwar sehr negativ. ich finde ihn schlichtweg
peinlich. ist das das resultat eines studenten einer fachhochschule, wo differenzierte gesprächskultur gepflegt wird?
einen so diffizilen sachverhalt auf eine derart plakative und primitive weise in einem
magazin der hochschule zu veröffentlichen wirkt auf mich sehr unangemessen,
um nicht zu sagen pubertär. diese art von
humor ist in anbetracht der misslichen
lebenssituation der prostituierten befremdend und geschmacklos. ich hoffe, derjenige findet in zukunft andere wege oder
portale, um seinem unmut luft zu lassen.
annina schwarz
tatsachen soll man offen benennen und
visuell pointiert darstellen können. der
strich am sihlquai ist ein massives problem
– wegschauen heisst ausblenden.
hansuli matter
dieser cartoon ist witzig!!!!!
wer darüber nicht lachen kann, hat selber
ein problem. ausserdem sind wir eine kunst
und gestaltungsschule, an der auch extreme
und polarisierende meinungen geäussert
werden dürfen und müssen, sonst können
wir gleich einpacken. und ausserdem gibt
es ja wirklich frauen, die neben dem sstudium auf den strich gehen, um ihr leben zu
finanzieren. darüber gab es einen längeren
bericht im magazin des tagesanzeigers vor
etwa einem jahr.... scheinheiliges getue ist
überhaupt nicht angebracht.
fabio marco pirovino sfo
Ich finde den Cartoon leider geschmacklos.
Leider deswegen, weil der Student ganz
reizend ist.
Patrizia Staub
Offensichtlich hat der Cartoon das Ziel
erreicht: Er provoziert und führt zur öffentlichen Diskussion. In dem Sinne ist es der
Studentenvereinigung gelungen, die Situation „Studiengebühren“ aus der Sicht von
Studierenden darzustellen. Das ist die Meinung einer Gruppe junger Menschen, die
vielleicht Angst haben, ihren Studienplatz,
trotz Fähigkeiten, nicht mehr finanzieren
zu können. Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Mit dem Cartoon und der Plattform
der Carte blanche haben die Studierenden
ein Instrument der Partizipation erhalten.
Sie helfen, die Hochschullandschaft mitzugestalten. Diesen Prozess finde ich sehr
wichtig.
Über die Form, Gestaltung, Politik und Ausdrucksfreiheiten der Plattform Carte Blanche kann man diskutieren. Grundsätzlich
glaube ich, dass das von der Redaktion mit
der Studentenvereinigung festgelegt und
von der hgkz-Leitung abgesegnet werden
soll.
Stephan Rossi, dlgk
Braucht die hgkz wirklich auch noch eine
Hirschhorn-Diskussion? – Die Carte-Blanche-Seite heisst wahrscheinlich so, weil sie
frei genutzt werden darf, und man damit
Diskussion auslösen und Meinungen
machen kann. Ein Ziel wurde also mit der
aktuellen Ausgabe schon mal erreicht. Und
wenn dann auch noch ein aktuelles Thema
pointiert aufgegriffen, inhaltlich auf den
Punkt gebracht und sauber umgesetzt wird,
dann ist das doch ein voller Erfolg. Oder bin
ich da naiv? Mit anderen Worten:
ich find‘s gelungen.
Lukas Rüegg
Ich habe überhaupt kein Problem mit diesem Cartoon. Ich verstehe aber, dass er
vielen Leuten aus verschiedenen Gründen
sauer aufstossen kann. Wenn wir jedoch
nichts mehr drucken/sagen/schreiben dürfen, womit eventuell vielleicht möglicherweise irgendjemand ein Problem haben
könnte ... Ich freue mich deshalb, dass der
Cartoon nicht einer Vordruckszensur zum
Opfer gefallen ist (hgkz = huldrych der gnadenlos konservative zwingli)!
Ich habe höchstens ein Problemchen mit
dem Anspruch vieler Studis, gratis studieren zu dürfen ... Wer unsere Studiengebühren zu hoch findet, sollte sich einmal
an privaten Schulen in allerlei Sparten
erkundigen – bitte Riechsalz bereithalten!
Bernhard Meier, Sekretariat sgd
37
38
hgkzintern3/05
Dass Studentinnen sich prostituieren um
auch während ihrer Ausbildung ein GucciTäschchen tragen zu können, ist bekannt,
aber dass sie sich hingeben würden, damit
sie die höheren Studiengebühren bezahlen
können, wäre mir neu. Siehe: SF DRS vom
26.2.2003, Rundschau, Thema Label-Sex.
Max Baur
ist doch gut: gestalterische freiheit! man
muss provozieren, sonst schaut niemand
zu...
oliver franz
Ich finde den Cartoon sehr gut. Er verknüpft die Sorgen der Studenten mit einem
sozialen Problem und zeigt in erfrischender
Weise und ohne zu heucheln, dass wir ganz
klar auf eine Zweiklassen-Ausbildungsgesellschaft zusteuern: Es gibt die, die das
Geld haben und sich die Ausbildung spielend leisten können, und die andern, die es
sauer verdienen müssen. Als ich 1985 den
Vorkurs in Basel absolviert habe, betrug das
Semestergeld Fr. 250.-. Heute steuern wir
auf das 30- bis 40-Fache dieser Summe zu.
Wie dieses Geld mit Praktika oder Aushilfsjobs finanziert werden kann, ist mir ein Rätsel. Klar, dass da Ideen gesponnen werden,
wie‘s schneller geht. Und wenn es wirklich
so wäre, dass ein Student, eine Studentin
sich auf diese Art verdingen? Wer würde
den ersten Stein werfen? Natürlich will das
niemand. Die Schulleitung wäre darum gut
beraten, einen Stellenpool mit „bezahlten“
Praktika und Stages im In- und Ausland zu
errichten. Das würde helfen, die Ausbildung zu verbessern und den finanziellen
druck zumindest zu reduzieren.
Guido Köhler, Dozent ssv
PS: Freue mich auf weitere kontroverse Cartoons und Beiträge.
Ich finde, ein solch sexistischer Cartoon
gehört nicht in ein hgkz intern.
Tamara Fleischlin
Ich find das schon ok, wenn man mit einem
provokativen Cartoon auf Probleme aufmerksam macht. Vielleicht ist die Übertreibung ein Mittel, um den Ernst der Lage aufzuzeigen, vielleicht ist es einigen Studenten
nach einer Stipendienkürzung nicht mehr
möglich, die hgkz zu besuchen.
Matthias Peter
Als mich Heike Pohl vor Redaktionsschluss
der letzten Nummer des hgkz intern um
meine Meinung fragte in Bezug auf den
Cartoon auf der letzten Seite, riet ich nach
relativ kurzer Bedenkzeit zum Rückzug desselben. Wohl wissend und achtend auf die
meinungen
künstlerische Freiheit, die in dieser Carte
blanche auch meines Erachtens im Grundsatz gewährleistet sein soll und mir Zensur eigentlich absolut gar nicht behagt.
Mir kam beim Anblick des Cartoons sehr
schnell die Studentin in den Sinn, die einmal mit Tränen in den Augen zu mir kam
und fragte: „sehe ich eigentlich aus wie eine
Nutte? Eben bin ich auf unwürdigste Weise
angemacht worden, als ich von der Werkstatt ins Schulzimmer zurückgelaufen bin.“ Solche Begegnungen können sehr verletzend sein, und dies nachvollziehen kann
vielleicht nur, wer selber schon betroffen
war. Dass sie und etliche andere Betroffene so einen Comic vielleicht nicht witzig
finden, scheint mir logisch. Dazu kommt,
dass wir als Hochschule in denselben Tagen
in einem Brief an das Polizeidepartement
der Stadt Zürich die Situation des Strassenstrichs entlang dem Sihlquai als problematisch taxieren und eine rasche Lösung
dieser Problematik fordern. Die unmissverständliche Aussage dieser Zeichnung, die
– zwar in witzig gedachter Form – besagt,
dass die Schule ihre Studentinnen auf den
Strich schickt, damit sie die Schulgebühren
bezahlen können, finde ich im jetzigen
Zeitpunkt ziemlich ungeschickt. Immerhin
handelt es um ein offizielles hgkz-Bulletin
und nicht um einen lustigen Flyer. Humor
hat viele Seiten und löst je nach Situation verschiedene Reaktionen aus. Ob dieser Cartoon allerdings die Thematik seiner
eigentlich beabsichtigten Aussage getroffen hat, bezweifle ich, denn die geplante
Studiengelderhöhung ist nicht Inhalt der
Debatte.
Der einigermassen ausgleichenden Gerechtigkeit halber warte ich nun doch gespannt
auf den sexistischen Gegencartoon.
Christine Weidmann, Gleichstellungsbeauftragte hgkz
Der Cartoon entspricht den Gepflogenheiten satirischer Darstellungen und ist als
solcher für mich verständlich und akzeptierbar. Er verbindet auf ironische Weise
zwei Problemfelder unserer Schule (Prostitution am Sihlquai und Nebenjob für die
Studierenden). Ich persönlich hätte noch
einen männlichen Stricher hinzugefügt, um
einer rein frauenfeindlichen Interpretation
entgegenzuwirken. Mit den besten Grüssen, Peter Emch, Prof. sbk
Ich finde den Cartoon SUPER!!! Weiter so!!
Jan Vanek
also ich fand den Cartoon Super... der
Beste bis anhin... sei es politisch, grafisch,
impressum
von Humor und Aussagekraft her...
Claudio Pavan
( ... nichts gegen Hurenkinder!)
Tobias Strebel, Typograf
—
Literaturtipp:
Wer sich für die rechtlichen Aspekte und
für den Persönlichkeitsschutz bei Karikatur
und Satire interessiert, dem sei das folgende Werk empfohlen:
„Satire und Persönlichkeitsschutz. Zur
rechtlichen Beurteilung satirischer Äusserungen auf der Grundlage der Literatur- und Rezeptionsforschung“, von Dr. iur.
Mischa Charles Senn, Stämpfli Verlag AG,
Bern 1998 (Schriften zum Medien- und
Immaterialgüterrecht).
—
Ihre Meinung?
Reaktionen zum hgkz intern
interessieren uns. Bitte schreibt,
schreiben Sie direkt an
heike.pohl@hgkz.ch, wenn euch
etwas gefällt oder ärgert, wenn
ihr eine gute Idee für einen
Beitrag habt oder wenn ihr der
Redaktion sonst etwas sagen
wollt. Vielen Dank!
—
impressum
hgkz intern: Forum der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, des Museums für
Gestaltung Zürich und der Hochschule Musik
und Theater Zürich. Erscheint viermal ­jährlich.
Herausgeberin: Hochschule für Gestaltung
und Kunst Zürich, Mitglied zfh. Verantwortung:
Hans-Peter Schwarz, Rektor.
Redaktion: Heike Pohl (Leitung), Chandra
Brandenberger Cortes (hgkzintern@hgkz.ch).
Redaktionsteam: Ursula Akmann (hmt), Marianne Böckli (Stabsschefin), Karin Epp (ics), Roman
Jurt (Organ), Elisabeth Krüsi (dpt Design),
Marie-Cathérine Lienert (dpt ­Vorkurs), Regula
Bearth (Fotoatelier), Mirjam Spendov
(dpt Weiterbildung), Sabine Trieloff (Museum),
Kristina Trolle (dpt Lehrberufe). Die von den
Autorinnen und Autoren in diesem Heft geäusserten Ansichten decken sich nicht
unbedingt mit der ­Meinung der Redaktion.
Layout: Tobias Strebel Contin, grafikatelier
@hgkz.ch. Druck: Ropress Genossenschaft
Zürich. Papier: Planopak 60g/m2. Schriften:
Neue Helvetica 55, Utopia
Copyright: Der Nachdruck von Artikeln ist unter
Quellenangabe gestattet. Belegexemplare
er­wünscht. hgkz intern ist auch digital als pdfdatei erhältlich: http://intranet.hgkz.ch
Redaktionsschluss 4/05: 23.August 2005
Umschlagbild: Esther Rieser, Schlafender Hund.
Studienbereich Visuelle Gestaltung
hgkzintern3/05
Carte Blanche der Studierendenvereinigung ORGAN – by Raphael Gschwind
39
hgk
—
Z
—
Forum für die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich,
für das Museum für Gestaltung Zürich und für die Hochschule Musik und Theater Zürich
Nummer 3/05 Juli 2005
—
—
07
die phantasie repariert
—
14
pro pueblo ecuador
—
20
der hypochonder gewinnt
—
36
was darf eine karikatur?
intern
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Kunst und Fotos
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