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Lohn- und Gehaltsabrechnung 2006 – was ändert sich?

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Lohn- und Gehaltsabrechnung 2006 – was ändert sich?
Lohnsteuerabzugsverfahren
Die im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigende Vorsorgepauschale ist entsprechend den Regelungen des Alterseinkünftegesetzes für 2006 angepasst
worden. Dadurch gelten seit 1.1.2006 neue Abzugsbeträge für Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Versorgungsfreibetrag
Der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum
Versorgungsfreibetrag
werden – abhängig vom
Zeitpunkt des Rentenbeginns – jährlich abgeschmolzen. Liegt der Versorgungsbeginn im Kalenderjahr
2006, so gilt für den Versorgungsfreibetrag ein
Prozentsatz von 38,4 % der Bezüge, ein Höchstbetrag
von 2.880 € und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in Höhe von 864 €. Der nach dem Prozentsatz
ermittelte Betrag gilt für die gesamte Dauer der
Rentenzahlung.
Ab 2006 können bei einem Arbeitnehmer erstmals zwei
Versorgungsbezüge mit unterschiedlichem KohortenJahr vorliegen.
Altersentlastungsbetrag
Mit dem Übergang zur Gleichbesteuerung von Rentnern und Beziehern von Versorgungsbezügen erfolgt
zeitgleich der Abbau des Altersentlastungsbetrags. Für
jeden Anspruchsberechtigten wird der anzuwendende
Prozentsatz und der dazugehörige Höchstbetrag, der
sich für das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres
folgende Jahr bestimmt, zeitlebens berücksichtigt. Für
Arbeitnehmer, die im Kalenderjahr 2005 das
64. Lebensjahr vollendet haben, gilt ab 2006 für den
Altersentlastungsbetrag ein Prozentsatz von 38,4 %
des Arbeitslohns und ein dazugehöriger Höchstbetrag
von 1.824 €.
Steuerfreie Beiträge zu betrieblichen Altersversorgung
Beiträge zu Direktversicherungen, Pensionskassen und
Pensionsfonds sind bis zu 4 % der RVBeitragsbemessungsgrenze (West) steuerfrei (und
sozialversicherungsfrei). Im Jahr 2006 gilt ein steuerfreier Höchstbetrag von 2.520 €. Dieser Betrag erhöht
sich um 1.800 € für Versorgungszusagen, die nach
dem 31.12.2004 erteilt wurden, sofern keine weiterhin
pauschal besteuerte Altzusage besteht.
Der erhöhte Freibetrag von 1.800 € ist sozialversicherungspflichtig.
Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm
Durch das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches
Sofortprogramm vom 22. Dezember 2005 (BGBl. I S.
3682) ergeben sich folgende Neuregelungen:
Die Freibeträge für Abfindungen in Höhe von
7.200 €, 9.000 € bzw. 11.000 € (§ 3 Nr. 9 EStG) sind
ab 2006 abgeschafft worden. Die bisherigen Steuerfreibeträge gelten weiterhin für vor dem 1.1.2006
entstandene Ansprüche auf Abfindungen, für Abfindungen wegen einer vor dem 1.1.2006 getroffenen
Gerichtsentscheidung und für Abfindungen wegen
einer am 31.12.2005 anhängigen Klage, soweit die
Abfindungen dem Arbeitnehmer vor dem 1.1.2008
zufließen (§ 52 Abs. 4a Satz 1 EStG).
Der Steuerfreibetrag für Übergangsgelder und
Übergangsbeihilfen in Höhe von 10.800 € (§ 3
Nr. 10 EStG) wurde ebenfalls gestrichen. Der Steuerfreibetrag gilt auch hier nach der Übergangsregelung
weiter für Entlassungen vor dem 1.1.2006, soweit die
Übergangsgelder und Übergangsbeihilfen dem Arbeitnehmer vor dem 1.1.2008 zufließen, und für an
Soldaten auf Zeit vor dem 1.1.2009 gezahlte Übergangsbeihilfen, wenn das Dienstverhältnis vor dem
1.1.2006 begründet wurde (§ 52 Abs. 4a Satz 2
EStG).
Der bisherige Steuerfreiheit in Höhe von 315 € für
Zuwendungen, die Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber als Heirats- oder Geburtsbeihilfe erhalten (§ 3
Nr. 15 EStG), wurde gestrichen. Eine Übergangsregelung gibt es nicht.
Änderungen bei der Kirchensteuer
In Hamburg wird ab 1.1.2006 die jüdische Kultussteuer (jh) erhoben. Neu ist auch, dass die pauschalierte Kirchensteuer, für die bisher eine prozentuale
Aufteilung ausschließlich auf die Konfessionen evangelisch und römisch-katholisch erfolgte, in Hamburg
ab 1.1.2006 im Verhältnis
ev : rk : jh = 70 : 29,5 : 0,5 aufzuteilen ist.
Versicherungspflicht und Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung
Für die Versicherungspflicht in der Kranken- und
Pflegeversicherung ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze ausschlaggebend. Sie beträgt für das Jahr
2006 47.250 €. Für Arbeitnehmer, die bereits am
31.12.2002 krankenversicherungsfrei oder privat
krankenversichert waren, beträgt die besondere
Jahresarbeitsentgeltgrenze 42.750 €.
SV-Beitragsbemessungsgrenzen (West)
SV-Beitragsbemessungsgrenzen (Ost)
Kranken-/ Pflegeversicherung Renten-/Arbeitslosenversicherung
Kranken-/ Pflegeversiche- Renten-/Arbeitslosenrung
versicherung
42.750,00 €/Jahr
63.000,00 €/Jahr
42.750,00 €/Jahr
52.800,00 €/Jahr
3.562,50 €/Monat
5.250,00 €/Monat
3.562,50 €/Monat
4.400,00 €/Monat
118,75 €/Tag
175,00 €/Tag
118,75 €/Tag
146,67 €/Tag
Höchstbetrag für den KV/PV-Arbeitgeberzuschuss
an privat krankenversicherte Arbeitnehmer:
KV = 236,91 € (West/Ost);
PV = 30,28 € (West/Ost)
Beitragssätze
KV: Ø 13,3 % (1.7.2005),
zusätzlicher Beitragssatz 0,9 %
RV: 19,5 %, AV: 6,5 %,
PV: 1,7 % bzw. 1,95 % für Kinderlose.
Monatliche Bezugsgröße:
2.450,00 € (West) / 2.065,00 € (Ost)
Beitragsberechnung innerhalb der Gleitzone:
Faktor F = 0,5967
Monatliche Sachbezugswerte
Freie Verpflegung
- nur Frühstück
- nur Mittagessen
- nur Abendessen
202,70 € /
Monat
44,30 €/Monat
79,20 €/Monat
79,20 €/Monat
systemuntersuchten Programmen oder mittels maschinell erstellter Ausfüllhilfen erstattet werden.
6,76 € /
Monat
1,48 €/Tag
2,64 €/Tag
2,64 €/Tag
Freie Verpflegung
West
Ost
196,50 €/Monat
182,00 €/Monat
Neue Fälligkeit für Sozialversicherungsbeiträge
Ab Januar 2006 gilt für Beiträge zur Sozialversicherung
eine vorgezogene Fälligkeit. Danach sind Sozialversicherungsbeiträge spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem mit der Beschäftigung das Arbeitsentgelt erzielt wird. Die Beiträge sind
auf der Basis einer voraussichtlichen Beitragsschuld zu
ermitteln. Ein verbleibender Restbetrag aus der
tatsächlichen Beitragsschuld wird zum drittletzten
Bankarbeitstag des Folgemonats fällig. Er wird nicht
rückwirkend dem Vormonat zugeordnet. Die Verrechnung der Differenz mit der voraussichtlichen Beitragsschuld des Folgemonats ergibt dann das Beitragssoll
des Folgemonats.
Wird die im Gesetz eingeräumte Übergangsregelung in
Anspruch genommen, werden Beiträge für Januar 2006
in Höhe von einem Sechstel der Beitragsschuld jeweils
mit den Beiträgen für die Monate Februar bis Juli 2006
fällig.
Erstattung von Meldungen und Beitragsnachweisen
ab 2006
Ab 1. Januar 2006 können Meldungen zur Sozialversicherung und Beitragsnachweise nur noch durch
gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung aus
Die Einreichung von Meldungen und Beitragsnachweisen auf Vordrucken ist vom 1. Januar 2006 an
nicht mehr zulässig.
(Ausführlichere Erläuterungen zur Fälligkeit von
SV-Beiträgen und zur Erstattung von Meldungen
und Beitragsnachweisen enthalten unsere Paychex-Newsletter 11/2005 und 12/2005)
Neues Ausgleichsverfahren für Arbeitgeberaufwendungen bei Entgeltfortzahlungen
infolge Arbeitsunfähigkeit und Mutterschaft
Das bisherige Ausgleichs- und Umlageverfahren
nach dem Lohnfortzahlungsgesetz wurde durch
das Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) vom 22.
Dezember 2005 (BGBl. I S. 3686) neu geregelt.
Danach werden Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (U1) allen Arbeitgebern bis zu 80 % erstattet, die nicht mehr als
30 Arbeitnehmer beschäftigen. Einbezogen werden
auch Aufwendungen für Entgeltfortzahlungen bei
Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit der angestellten Arbeitnehmer. Am Ausgleichsverfahren für
Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaftsleistungen (U2) nehmen alle Unternehmen unabhängig von der Zahl der Beschäftigten teil. Dabei werden 100 % der Arbeitgeberaufwendungen erstattet.
Das Ausgleichsverfahren wird von der Krankenkasse durchgeführt, bei der der Arbeitnehmer versichert ist. Dazu werden die Betriebskrankenkassen und die Ersatzkassen in das Ausgleichsverfahren einbezogen. Für geringfügig Beschäftigte ist
auch hier die Knappschaft-Bahn-See zuständig.
Das Gesetz enthält eine Optionsmöglichkeit zur
Übertragung der Durchführung des Ausgleichsverfahrens auf eine andere Krankenkasse oder einen
Landes- oder Bundesverband.
Stand: 15. Januar 2006
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