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Konfession: 44 Am Puls der Zeit Aus Überzeugung Abfall essen

EinbettenHerunterladen
15/13
12. April
1,70 Euro
Konfession: 44
Kommentar
S. 2
Am Puls
der Zeit
Das neue Gotteslob
S. 4
Aus Überzeugung
Abfall essen
„Mülltaucher“ holen
sich ihre Lebensmittel
aus dem Abfall
S. 10
Was kostet
ein Kind?
Eltern geben viel
Geld aus bis zum
18. Geburtstag
S. 52
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT/MEINUNG
In dieser Woche
vom 12. 4. bis 18. 4. 2013
Herbergsgeber und
Helfer gesucht
Eucharistischer Kongress
Seite 7
Murren im Volk Gottes
ist nicht neu
Die Brotrede Jesu macht bis
heute den Menschen zu schaffen
Seite 15
Impressum/Leserbriefe
Seite 17
Regionale Berichte
Ein Mann für Gefühle
In seiner Haut möchte zurzeit wohl niemand
stecken: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kämpft nicht nur gegen schlechte Umfragewerte, er müht sich auch schwer, geeignete Themen für seinen Wahlkampf zu finden.
Bei einer seiner so genannten Klartext-Veranstaltungen sagte er auf den Hinweis, ein muslimischer Vater wehre sich gegen die Teilnahme seiner Tochter am Sportunterricht mit Jungen: „Wenn die Schulen es einrichten können,
sollten sie da Rücksicht auf die religiösen Gefühle nehmen und getrennten Sportunterricht
anbieten.“
Es soll hier gar nicht bewertet werden,
was aus pädagogischer Sicht zum gemeinsamen Sportunterricht von Mädchen und Jungen zu sagen wäre. Es kann auch nicht darum gehen, dass etwas Trennendes nicht zur
Integration, also zum Zusammenschluss beitragen kann. Es soll um die religiösen Gefühle gehen, für die der SPD-Mann um Rücksicht bittet. Man kann Peer Steinbrück doch
nur zustimmen, aber…
Dieses „aber“ macht es dann aus. Muss
man doch in Deutschland inzwischen den
Eindruck gewinnen, dass religiöse Gefühle
von Zuwanderern und ihren Kindern schützenswerter sind als die der Christen, die hier
geboren sind.
Dazu ein Beispiel: als es vor einigen Jahren um die Thematisierung des Großmoscheebaus in Köln im Rosenmontagszug
ging, wurden entsprechende Wagen mit den
Muslimen abgesprochen. Kein Problem.
Aber das hat man von Wagen, die katholische Themen betreffen, noch nie gehört. Die
Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen. Um
es deutlich zu sagen, nicht nur Peer Steinbrück sollte sich um religiöse Gefühle, die
oft leichtfertig und der Schlagzeile wegen
verletzt werden, sorgen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, es hat etwas mit
Wertschätzung und Respekt dem Nächsten
gegenüber zu tun. Wer Respekt für bestimmte Gruppen einfordert, muss ihn auch für alle
anderen anmahnen.
HELMUT PATHE
Konfession: 44
Seiten 33-43
Aktion „Fairtrade
Frühstück“
Jeder kann sich
beteiligen
Seite 50
Aktionswoche
Frauengesundheit
Infos über Vorsorge
Seite 53
Titelbild: Lange haben wir darauf gewartet, doch jetzt ist er endlich da: der
Frühling! Und mit ihm die ersten warmen Sonnenstrahlen. Jetzt kann die Natur sich so richtig entfalten. Und auch
die Bienen freut‘s.
(Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Vergangenen Sonntag: So viele Menschen sind
in unserer Kirche schon lange nicht mehr gewesen. Sogar zusätzlich in den Seitengängen
aufgestellte Stühle reichen nicht aus, sodass
viele stehen müssen. Doch wenn gebetet oder
gesungen wird, ist es so, als ob man sich in einer wie üblich schlecht besuchten Werktagsmesse befindet.
Auch sonst ist an diesem Sonntag, dem
Weißen Sonntag, manches anders als gewohnt.
Vor der Festmesse tritt der Pfarrer ans Mikrofon und bittet, den Geräuschpegel zu senken,
um die gleich beginnende Messe würdig zu
feiern. Auch solle man die Handys ausschalten und die Kaugummis aus dem Mund nehmen, aber bitte nicht unter die Sitzbänke kleben. Einige Erwachsene haben anscheinend
den Pfarrer nicht verstanden und reden munter
weiter – sogar über Bankreihen hinweg. Und
auch die getroffene Übereinkunft, dass nur die
drei bestellten Fotografen Fotos von der Feier
machen, ist schnell vergessen. Als die Kinder
mit brennenden Kerzen einziehen: Blitzlichtgewitter.
Eine Stunde später und zwanzig Kilometer weiter in einer anderen Kirche: Nachdem
die Kommunionkinder erstmals zum Tisch des
Herrn gegangen sind, tritt der Pfarrer mit einem Kommunionausteiler in den Hauptgang.
Einige Eltern stehen auf, um die Kommunion
zu empfangen, aber die Mehrzahl schaut unschlüssig umher wie an mehreren Stellen zu-
vor während der Messe auch und bleibt sitzen.
Irritiert wartet der Priester noch ab, schließlich
geht er mit dem Hostienkelch zurück zum Altar.
Der festlichen – manchmal auch prunkvollen – Kleidung nach zu urteilen, sind sich Kinder, Eltern und Verwandtschaft bewusst, dass
die Erstkommunion ein besonderes Fest ist.
Nur, ob sie wissen, was gefeiert wird, darf hinterfragt werden.
Ist das für den normalen Gottesdienstbesucher „unangemessene Verhalten“ nicht ein
Ausdruck für Unsicherheit, Nichtverstehen
und Nichtwissen? Kommt hier nicht eine spirituelle, religiöse Not zum Ausdruck?
Man ist katholisch, nimmt Trauung, Kindtaufe und Erstkommunion wahr, aber man
weiß nicht warum und was es heißt, katholisch
zu sein.
Man ist religiös sprachlos. Eine Episode in
einem Pfarrbüro macht es deutlich: Auf einem
Anmeldebogen zur Erstkommunion wird die
Konfession der Eltern abgefragt. Hinter „Konfession des Vaters:“ steht „27“ und „Konfession der Mutter:“ „44“.
Wie kann man der offensichtlichen Not dieser Menschen begegnen? Sicher nicht durch
Vorwürfe und Maßregelungen. Papst Franziskus ermutigte am Gründonnerstag dazu, viel
mehr gläubig zu den Menschen hinauszugehen
und sich ihrer Nöte anzunehmen. Das könnte
eine Chance sein.
SIEGBERT KLEIN
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
KIRCHE UND WELT
Antwort auf den verordneten Atheismus
Seit 20 Jahren hilft Renovabis in den Ländern Osteuropas
KÖLN. Kardinal Joachim Meisner hat das
20-jährige Wirken des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis gewürdigt. Für
viele Menschen in der Region sei es nach
dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einem
„Symbol der Hoffnung geworden“, sagte er
am Dienstag bei der Vorstellung der Renovabis-Jahresbilanz 2012 in Köln. Seit seiner
Gründung 1993 habe das Hilfswerk mehr als
19 000 Initiativen von Projektpartnern mit
rund 560 Millionen Euro unterstützt.
Renovabis sei die Antwort der deutschen
Katholiken „auf die Befreiung der Menschen vom staatlich verordneten Kommunismus und des damit verordneten Atheismus“, sagte der Kölner Erzbischof, der auch
Vorsitzender der für Renovabis zuständigen
Unterkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Er verwies auf die sehr unterschiedliche politische, wirtschaftliche und
soziale Entwicklung in den Ländern Osteuropas. Diese habe eine veränderte Schwerpunktsetzung der Hilfe notwendig gemacht.
Anfangs sei es vor allem darum gegangen,
eine Infrastruktur etwa durch Baumaßnahmen zu schaffen. Heute werde in die Bildung
und Ausbildung von Priestern und Ordensleuten sowie in die Förderung eines katholischen Schulsystems investiert.
Neben Gewinnern in den Ländern der Region gebe es auch eine ganze Reihe von Verlierern, hob der Kardinal hervor. Als Beispiel
nannte er gesellschaftliche Randgruppen und
Minderheiten sowie Kinder und Jugendliche
als „Leidtragende der Arbeitsmigration von
Ost nach West“. Ihnen widme sich Renovabis, indem es besonders soziale Projekte unterstütze. Der Name „Renovabis“ („Du wirst
erneuern“) sei dabei Programm. „Es ging
und geht um den Auftrag der Erneuerung des
Angesichts der Erde“ aus der Kraft des Glaubens. Dies sei in vielen Ländern auch heute
noch dringend notwendig, so der Kardinal.
2012 förderte Renovabis laut Hauptgeschäftsführer Stefan Dartmann 828 Projekte
in 28 Ländern Mittel-, Ost- und Südeuropas
mit insgesamt 26,54 Millionen Euro. Das sei
etwa eine Million Euro weniger als im Jahr
zuvor, was auf eine vorsichtige Vergabepraxis angesichts der internationalen Finanzkrise zurückzuführen sei.
Rund 45 Prozent der Fördermittel seien
für soziale Aufgaben, etwa 22 Prozent für
Bildungs- und Medienprojekte und weitere
12 Prozent für die Förderung von Laienarbeit ausgegeben worden.
Den Ausgaben von Renovabis stehen nach
den Angaben 2012 Einnahmen von 35,2 Millionen Euro gegenüber. Das Gesamtaufkommen liege damit mehr als eine Million Euro
über dem Betrag des Vorjahres. Etwa 40 Prozent des Gesamtbudgets machen dabei die
Zuwendungen durch den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) in Höhe von 15,15
Millionen Euro aus. Rund 6 Millionen Euro
kommen vom Entwicklungsministerium.
Die Einnahmen aus Kollekten und Spenden
belaufen sich auf 11,06 Millionen Euro. Das
Hilfswerk trägt seit 1995 das DZI-Spendensiegel.
KNA
Kardinal Joachim Meisner stand den Journalisten Rede und Antwort.
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
AUS DER REDAKTION
„Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, habe ich an der Journalistenschule gelernt. Denn Meldungen über
Mord und Totschlag erzielen beim Leser, Hörer oder Zuschauer nachweislich
eine hohe Aufmerksamkeit. Schon damals war ich – Kästner im Hinterkopf –
versucht zu fragen: „Und wo bleibt das
Positive?“ Nun bin ich froh, mir selbst
die Antwort geben zu können: Hier!
Es war am Ostersonntag: Marie-Therese Wenner war mit ihrem Mann nach
Köln gefahren, um um 17 Uhr den Gottesdienst im Kölner
Dom zu besuchen.
Wieder zu Hause
in Korschenbroich
musste sie feststellen, dass ihr Handy
nicht mehr in der
Handtasche war.
„Ich hab sofort gedacht: Das ist mir
gestohlen worden“,
erzählt sie. Doch
„abschreiben“ wollte sie das Gerät so
schnell nicht. Wenner rief in der Tiefgarage an, ob man dort vielleicht ein Mobiltelefon gefunden habe. Hatte man
nicht. „Es ging mir gar nicht so sehr um
den materiellen Wert, sondern vor allem um den ideellen“, sagt Wenner. „Da
sind zum Beispiel Nachrichten drauf,
die unser Sohn von seiner Hochzeitsreise geschickt hat. Das ist wie ein Album
für mich, das ich immer wieder mal
hervorhole und ansehe.“ Der Gedanke
„Und all das ist jetzt unwiederbringlich
weg“ habe furchtbar wehgetan.
Zum Glück aber gab Wenner nicht
auf, rief mehrfach auch in der Dompropstei an und hörte schließlich: Ja,
es wurde ein Handy abgegeben. Und
ja: Es war ihres. „Ich weiß nicht, ob
ein Besucher es abgegeben hat oder ein
Domschweizer, aber in jedem Fall ist
das ein Zeichen, dass es doch noch ehrliche Menschen gibt“, meint Wenner.
„Auch, wenn es eigentlich eine kleine
Sache ist – für mich war das wirklich
eine riesengroße Osterfreude!“
Dem ehrlichen Finder möchte MarieTherese Wenner herzlich danken. Und
ich möchte mich anschließen: Danke allen, die Respekt haben vor dem Eigentum anderer. Danke allen, die sich nicht
unrechtmäßig bereichern. Danke allen,
die kleine Mühen auf sich nehmen, um
anderen zu helfen. Danke allen, dank
denen es gute Nachrichten gibt.
KATHRIN BECKER
(Foto: Boecker)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
IM BLICKPUNKT
Am Puls der Zeit
Neues Gotteslob wird am
ersten Advent eingeführt
Nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch als Hausbuch für die ganze Familie bestimmt: das neue Gotteslob.
I
mmerhin – der Gottesdienst steht schon
einmal fest: Am 1. Dezember, dem ersten
Advent, soll die Messe zur Einführung des
neuen „Gotteslob“ im ZDF übertragen werden. Offen bleibt noch der genaue Zeitpunkt
für den Start in den Gemeinden. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, Vorsitzender der zuständigen Unterkommission der
Deutschen Bischofskonferenz, spricht allgemein von Advent 2013. Zwölf Jahre sind
dann vergangen, in denen an dem Gebet- und
Gesangbuch gearbeitet wurde.
Hofmann wird nicht müde, die große Gemeinschaftsleistung zu loben. 37 Diözesen
im deutschsprachigen Raum haben daran
mitgewirkt. Die Ortskirchen mit ihren teils
unterschiedlichen Lied- und Gebetstraditionen und ihren besonderen Wünschen hätten
mit ins Boot genommen werden müssen –
„von der Nordsee bis nach Südtirol“, erklärt
der Bischof. Außerdem gab es eine Umfrage
zur Akzeptanz des fast 40 Jahre alten „Gotteslob“. Antiquiert, belehrend oder zumindest
nicht mehr zeitgemäß sei die Sprache, so das
Fazit.
Doch auch das neue Werk wurde erst ausgiebig getestet, bevor es in die Endredaktion
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
ging: 186 Pfarreien durften eine Probepublikation von Advent 2007 bis Pfingsten 2008
nutzen. Neben positiven Rückmeldungen gab
es deutliche Kritik, etwa am Abdruck mehrstimmiger Gesänge. Nur in wenigen Fällen
wurden deshalb solche Lieder oder Kehrverse aufgenommen. Dabei ist fast die Hälfte der
Werke in dem Buch neu. Aus allen Epochen
stammen sie, wie Hofmann betont. Vor allem
viele Neue Geistliche Lieder aus den vergangenen 30 bis 40 Jahren sind darunter.
Eine Ansage an das
21. Jahrhundert
Überhaupt ist das neue „Gotteslob“ eine
Ansage an das 21. Jahrhundert: Der Gottesdienstbesuch ist nicht mehr selbstverständlich, Gleiches gilt für die Grundlagen der
Glaubenspraxis. Das Gesangbuch will deshalb Antworten geben auf Fragen: Wie bete
ich mit meinen Kindern? Was ist ein Sakrament? Oder: Welche Aufgaben haben Eltern,
Paten und Gemeinden bei den Sakramenten?
Außerdem enthält das „Gotteslob“ Anregungen für Feiern zu Hause, etwa Dank- oder
Segensfeiern, aber auch Gebete zu den verschiedenen Tageszeiten.
Im Format wird das Buch etwas größer
sein als sein Vorgänger und erstmals farbig.
Grafisch wechseln sich traditionelle Bildmotive wie etwa die sich berührenden Finger von
Adam und Gott aus dem Deckengemälde von
Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle mit
zeitgenössischen Zeichnungen ab. Aus liturgischen Gründen sind bestimmte Abschnitte
farblich abgehoben. Dazu zählen die Gesänge, die für die Feier der Liturgie besonders geeignet sind. Korrigiert wurde auch das Hochgebet: Das „pro multis“ der Einsetzungsworte wird nun der päpstlichen Vorschrift zufolge
mit „für Viele“ übersetzt.
Dass es mit dem neuen Werk so lange gedauert hat, sorgte für Unruhe. Immer wieder
hieß es, jedes einzelne Lied im Stamm- sowie den Diözesanteilen habe in Rom zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Der
Würzburger Bischof widerspricht: „Das neue
Gotteslob wurde nicht in Rom vorgelegt; für
seine Erstellung waren allein die beteiligten
Ortsbischöfe zuständig.“ Nur die in der Liturgie verwendeten Gesänge habe die Gottesdienstkongregation überprüft.
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
IM BLICKPUNKT
Das alte Gotteslob hat ausgedient
Fragen und Antworten zum neuen Gebetbuch
Ist das neue Gotteslob größer als das heutige?
Es ist etwa ein Zentimeter höher, tiefer und breiter. Die Standardausgabe des neuen Gotteslobs
soll etwa das Format 17,5 x 12 x 3,5 Zentimeter
haben. Daneben wird es auch wieder eine Großdruckausgabe geben.
Braucht es für das neue Gotteslob neue Liedanzeiger für
die Kirche?
Nein. Die Inhalte sind fortlaufend nummeriert
mit bis zu dreistelligen Zahlen. Der Kölner Diözesananhang beginnt mit Nummer 700.
(Foto: KNA)
Noch einen weiteren Kritikpunkt stellt
Hofmann richtig: Die Werke des niederländischen Dichters und Theologen Huub Oosterhuis, der das Priesteramt aufgab, um zu heiraten, finden sich im neuen „Gotteslob“ und
sind nicht vom Vatikan zensiert worden. Lieder wie „Ich steh vor Dir mit leeren Händen,
Herr“ oder „Herr, unser Herr, wie bist Du zugegen“ bleiben also erhalten. Auch hier seien
Qualität und Akzeptanz durch die Gemeinden die entscheidenden Auswahlkriterien gewesen.
Gemeinschaftsprojekt
von 37 Diözesen
Ein großes Gemeinschaftsprojekt der Diözesen, von Katholiken der verschiedenen
Ebenen von der Pfarrgemeinde bis hin zur
Weltkirche, von Musikern wie von Bischöfen, sei das „Gotteslob“, betont Hofmann.
Vor allem aber sei es ein Gebet- und Gesangbuch, „das am Puls der Zeit ist und die Menschen des 21. Jahrhunderts erreichen will und
kann“.
CHRISTIAN WÖLFEL
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
Wie bekommen die Kirchengemeinden das neue Gotteslob?
Alle Seelsorgebereiche erhalten demnächst ein
Exemplar des neuen Stammteils als Andruck,
später noch einen Andruck des Eigenteils, jeweils in schwarz-weißem Druck. Daraus können Kopien für den Gottesdienst gemacht werden, um Gesänge auszuprobieren oder einzustudieren. Jedoch dürfen mit dieser Vorlage keine Hefte erstellt werden. Mit diesem Versand
erhalten die Seelsorgebereiche auch ein Bestellformular. Für das Erzbistum Köln wird das
neue Gebet- und Gesangbuch vom Verlag Katholisches Bibelwerk hergestellt und vertrieben.
Für die Kirchengemeinden im Erzbistum Köln
wird das Gotteslob zu einem stark vergünstigten Einführungspreis angeboten, der bei rund
10 Euro liegen wird. Diese Exemplare dürfen
nicht weiterverkauft werden.
Wie bekommen die Gemeindemitglieder das neue Gotteslob?
Die Gemeindemitglieder können ihr persönliches Gotteslob über den Buchhandel erwerben.
Die Standardausgabe wird rund 20 Euro kosten.
Das Erzbistum Köln kann keine Bestellungen
entgegennehmen.
Welche Ausstattungen zu welchen Preisen wird es voraussichtlich im Buchhandel geben?
Standardausgabe in Balacron dunkelgrau,
zwei Lesebänder (19,95 Euro)
Lederfaserstoffausgabe Cabra schwarz oder
Cabra weiß, jeweils zwei Lesebänder, möglicherweise mit Goldschnitt (zwischen 29,95 und
32 Euro)
Lederausgabe schwarz, Goldschnitt, zwei Lesebänder, Prägung Kölner Dom (39,95 Euro)
Großdruck entweder in Balacron dunkelgrau
(26,90 Euro) oder in Lederfaserstoff Cabra
schwarz (29,95 Euro)
·
·
·
·
Wie erhalten Kirchenmusiker die Noten der Begleitungen
von Gesängen zum neuen Gotteslob?
Rechtzeitig vor Erscheinen des neuen Gotteslobs werden die Orgelbücher vorliegen. Erstmals wird es zum neuen Gotteslob ein Klavier-
buch geben. Darin sind auch Lieder mit Akkorden notiert. Weiter wird es vielfältige Chorsätze
und Begleitpublikationen geben.
Wird es auch Neues für Chöre geben?
Im Carus-Verlag wird ein mehrbändiges Chorwerk erscheinen, ein Band für vierstimmig gemischten Chor, einer für dreistimmig gemischten, einer für dreistimmig gleichstimmigen und
einen für zweistimmigen Kinderchor. Das Besondere: Alle diese Sätze sind miteinander zu
kombinieren. Damit ist es möglich, etwa bei
festlichen Gottesdiensten in Ihren Seelsorgebereichen, mit allen Chorgruppen und der Gemeinde gemeinsam zu musizieren.
Behält das bisherige Gotteslob seine Gültigkeit?
Das neue Gotteslob ist völlig neu zusammengestellt. Eine parallele Nutzung des neuen und alten in den Gemeinden ist nicht möglich.
Wie kann ich vorab einen Einblick ins neue Gotteslob bekommen?
Alle Seelsorgebereiche werden ab Anfang März
2013 einen Vorandruck mit allen Inhalten haben. Dort kann man sich umfassend informieren. Des Weiteren stellt das Deutsche Liturgische Institut auf seiner Homepage ab sofort Informationen zur Verfügung, etwa über Lieder
des Monats (www.liturgie.de). Aus urheberrechtlichen Gründen müssen die Porträts allerdings ohne Liedtexte und Noten erscheinen.
Das neue Gotteslob möchte sowohl Gebet- und
Gesangbuch für die Gemeinde als auch Hausbuch für das Gebet des Einzelnen und der Familie sein. Es enthält katechetische Elemente, so
unter anderem ein Glossar mit Stichworten, die
erklärt werden, Hinweise zum Umgang mit der
Bibel und den kompletten Ablauf einer Messe.
RICHARD MAILÄNDER
INFO
Das neue Gotteslob wird von der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz und dem Bischof von Bozen-Brixen herausgegeben. Rund 3,6 Millionen Exemplare werden
gedruckt. Der Stammteil umfasst rund 960 Seiten,
die diözesanen Eigenteile zwischen 240 und 340
Seiten. In mehreren Druckprozessen wird das Gotteslob nach und nach entstehen. Das Konzept und
die Inhalte haben Bischöfe, Berater und rund 100
Experten aus den Bereichen Liturgie, Kirchenmusik, Pastoral, Bibelexegese, Dogmatik und Spiritualität erarbeitet. Umfragen und Erprobungsphasen
haben den Entstehungsprozess begleitet.
DBK
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
KIRCHE UND WELT
ÖKUMENISCHER PREIS FÜR BISCHOF WANKE. Joachim Wanke (71), emeritierter Bischof
von Erfurt, erhält den Ökumenischen
Preis 2013 der Katholischen Akademie
in Bayern. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Juni verliehen.
Wanke zeichne in besonderem Maße jene
innere Haltung aus, die für jeden echten gelingenden Dialog die Voraussetzung sei, begründete die Akademie die
Entscheidung. Der Bischof habe im Gespräch mit Christen anderer Konfessionen und mit Zeitgenossen, denen der
Glaube fremd geworden sei, „Maßstäbe
gesetzt“.
MEHRHEIT DER ELTERN BEFÜRWORTET EHEGATTENSPLITTING. Laut einer Umfrage befürwortet
die große Mehrheit von Eltern mit minderjährigen Kindern das Ehegattensplitting. Rund 81 Prozent finden es gut, dass
die Ehepaare steuerlich entlastet werden,
bei denen der eine Ehepartner viel weniger verdient als der andere, heißt es in einer forsa-Umfrage. Ebenfalls großen Anklang finden der flächendeckende Ausbau
der Betreuung für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag (78 Prozent) sowie das Elterngeld (69 Prozent). Zugleich gibt die
Mehrheit der Eltern (54 Prozent) trotz Kita-Ausbau an, große oder zumindest einige Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu haben.
KIRCHE KRITISIERT KÜRZUNGEN BEIM DENKMALSCHUTZ. Die Bistümer in Nordrhein-Westfalen kritisieren die Kürzungen der Landesregierung beim Denkmalschutz. Davon betroffen seien auch Pfarreien, Diözesen und andere kirchliche Träger
denkmalgeschützter Gebäude, so der Leiter des Katholischen Büros bei Landesregierung und Landtag, Prälat Martin Hülskamp. Die Landesregierung hat im Haushalt für 2013 die Mittel für die Denkmalpflege von 11,4 auf 9,4 Millionen Euro
gesenkt. Für 2014 ist laut Medienberichten eine Kürzung um weitere 6 auf 3,4
Millionen Euro vorgesehen. Ab 2015 solle es keine Mittel mehr geben. Für diese
Zahlen gibt es aus dem NRW-Bauministerium bislang keine Bestätigung.
TABLET-COMPUTER ERSETZT GESANGBUCH. Eine
anglikanische Kirchengemeinde in Mittelengland setzt bei Gottesdiensten auf
ein Drahtlos-Netzwerk. Künftig können
sich die Gläubigen alle Lied- und Gebettexte auf ihrem mitgebrachten Mobilgerät anzeigen lassen. Wie britische Medien
berichteten, kam die Idee für den WLANGottesdienst von älteren Kirchgängern,
die die kleingedruckten Texte in den Gesangbüchern nicht mehr lesen konnten.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
„Austausch von Herz zu Herz“
EKD-Ratsvorsitzender Schneider trifft Papst Franziskus
VATIKANSTADT. Der Ratsvorsitzende der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Nikolaus Schneider, erwartet nach seinem
Treffen mit Papst Franziskus Fortschritte im
ökumenischen Gespräch. Nach seinem Eindruck sei Franziskus bereit, „Fenster und Türen zu öffnen, damit neue Wege möglich sind“,
sagte Schneider im Anschluss an die Begegnung am Montag in Rom. Bei dem halbstündigen Gespräch mit dem katholischen Kirchenoberhaupt sei „eine Basis gelegt worden
für Weiteres“. Konkrete Fragen wie das gemeinsame Abendmahl seien nicht angesprochen worden. Schneider äußerte sich jedoch
davon überzeugt, dass Franziskus „emotional
ein großes Verständnis für die Nöte gemischtkonfessioneller Familien“ habe. Weiteres Thema war das 500-Jahr-Gedenken an die Reformation 2017.
Franziskus habe „deutlich unterstrichen,
wie wichtig es ist, dass wir als Kirchen den
Weg des Glaubenszeugnisses in dieser Welt
gemeinsam gehen“, sagte Schneider. Die Begegnung charakterisierte er als „brüderlich“
und einen „Austausch von Herz zu Herz“. Gegen Ende der Begegnung hätten der Papst und
er sich gegenseitig als „Bruder“ angeredet
und gemeinsam das Vaterunser gebetet.
Schneider lud den Papst nach eigenen Worten ein, das Reformationsjubiläum 2017 mit-
zufeiern. Er habe deutlich gemacht, dass dies
kein „deutsches Jubelfest“ mit einem „Held
Martin Luther“ im Mittelpunkt werden solle.
Vielmehr gehe es um ein „Christusfest“, das
jeder Christ und auch Rom mitfeiern können
sollte.
Das Reformationsgedenken stand auch im
Mittelpunkt des Gesprächs Schneiders mit
dem päpstlichen Ökumeneverantwortlichen
Kardinal Kurt Koch. Man habe über eine gemeinsame Ausstellung und Konzerte in Rom
gesprochen, sagte Schneider. Es habe nicht
viele „konkrete Ergebnisse, aber viele konkrete Verabredungen“ gegeben.
KNA
Herzliche Begegnung: Papst Franziskus und
der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider treffen sich im Vatikan.
(Foto: KNA)
Kopten haben Angst vor Terror
Christliche Kirchen sollen besser geschützt werden
Koptische Christen betrauern ihre Toten.
Bei Ausschreitungen zwischen Christen und
Muslimen hat es am Wochenende in Ägypten
mindestens fünf Tote gegeben. (Foto: KNA)
AACHEN. Die koptischen Christen in Ägypten befürchten Anschläge zu den kommenden
Osterfeierlichkeiten. Der Sprecher der koptischkatholischen Bischofskonferenz in Ägypten,
Rafic Greiche, appellierte am Dienstag im Gespräch mit dem Hilfswerk missio in Aachen an
die Europäische Union, Druck auf die ägyptische Regierung auszuüben, damit sie die christlichen Kirchen besser schützt. Das koptische
Osterfest wird am 5. Mai begangen.
Wenn schon die Markus-Kathedrale in der
Hauptstadt nicht von der Polizei geschützt werden könne, fragten sich die Gläubigen, wie sicher die anderen, kleineren Kirchen sind, sagte Greiche mit Blick auf die Unruhen vom Wochenende. In den vergangenen Tagen hatte es
in Kairo nach Zusammenstößen christlicher
und muslimischer Jugendlicher mehrere Tote
gegeben. Die Stimmung sei immer noch sehr
angespannt, so der Sprecher weiter. „Es gab
hier Tote, da können die Menschen nicht ruhig
sein“, sagte der Sprecher der koptischen Katholiken.
KNA
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
ERZBISTUM aktuell
Dankgottesdienst im Dom
KÖLN. Als Dankgottesdienst für die
Wahl von Papst Franziskus feiert Kardinal Joachim Meisner am Samstag, 13.
April, um 18.30 Uhr ein Pontifikalamt
im Kölner Dom. Wie schon nach der
Wahl Benedikts XVI. wird dabei, begleitet vom Kölner Kammerorchester,
Mozarts „Krönungsmesse“ gesungen.
Wissen aus erster Hand
Hier eines der Motive der Bettenkampagne, unten eine Postkarte der Helferwerbung.
Helfer und Herbergsgeber gesucht
Wer will sich beim Eucharistischen Kongress einbringen?
KÖLN. Im Anmeldezentrum Pilger registrieren, in den Gemeinschaftsquartieren nach dem
Rechten sehen, an den Infoständen Auskünfte
geben, Ehrengäste betreuen, Veranstaltungsorte vorbereiten, ... die Einsatzmöglichkeiten für Helfer beim Eucharistischen Kongress
sind vielfältig. Mit einer Postkartenkampagne
wirbt das Erzbistum Köln jetzt um Freiwillige,
die sich einbringen wollen bei dem Glaubensfest, das vom 5. bis 9. Juni in Köln stattfindet.
Auch Herbergsgeber, die Pilgern ein Quartier zur Verfügung stellen können, werden
gesucht. Im Internet kann man sich als „Bettenbieter“ oder Helfer registrieren und Wünsche für den Einsatzbereich angeben. Diese
versucht das Organisationsteam zu berücksichtigen. Etwa vier Wochen vor Kongressbeginn werden die Helfer erfahren, für welches
Aufgabengebiet sie eingeteilt wurden. Nähere Informationen gibt es im Internet sowie
für potenzielle Helfer unter Telefon (02 21)
57 08 71 40 und für potenzielle Herbergsgeber unter Telefon (02 21) 57 08 71 45.
KB
>> www.eucharistie2013.de
KÖLN. Aus erster Hand kann man sich
bei der „Aktuellen Akademie“ der Karl
Rahner Akademie am Dienstag, 16. April, um 19 Uhr über den Eucharistischen
Kongress informieren. Stadtdechant
Monsignore Robert Kleine, Sekretär des
Eucharistischen Kongresses, und der
Projektleiter Hermann-Josef Johanns
werden Auskunft geben über Sinn und
Ziel der Veranstaltung, das Programm
sowie den Stand der Vorbereitungen.
Eine Anmeldung ist möglich unter Telefon (02 21) 8 01 07 80.
>> www.karl-rahner-akademie.de
Hoffnung für Familien
KÖLN. Fördermittel aus dem Ehe- und
Familienfonds des Erzbistums Köln
können noch bis zum 15. Mai beim Diözesan-Caritasverband beantragt werden.
300 000 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung, um ehe- und familienbezogene
Initiativen und Dienste zu unterstützen,
insbesondere im Hinblick auf die Weitergabe des Lebens und das Wohl der
Kinder. Förderanträge stellen können
Gemeinden, Verbände, Einrichtungen
und Dienste in der Erzdiözese Köln. Antragsformulare gibt es im Internet.
>> www.ehe-und-familienfonds.de
Pilgerfahrt nach Kevelaer
KEVELAER. Mit rund 1000 älteren,
kranken und behinderten Menschen aus
dem Erzbistum Köln pilgern die Malteser (MHD) am Samstag, 25. Mai, an den
Niederrhein. Ziel ist das Gnadenbild und
die Basilika „Trösterin der Betrübten“ im
Marienwallfahrtsort Kevelaer. Die Anreise erfolgt mit komfortablen Reisebussen,
zum Programm gehört unter anderem
ein Pontifikalamt mit dem emeritierten
Weihbischof Dr. Klaus Dick. Mehr Informationen gibt es unter Telefon (0 22 42)
9 22 05 00 oder im Internet.
>> www.malteser-koeln.de
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 7
ERZBISTUM aktuell
Mission mit Grip und Profil
Bei der Bikerwallfahrt in Schönstatt am 11./12. Mai ist die ganze Familie willkommen
VALLENDAR. „Grip steht für die Bodenhaftung des Motorrads. Und die ist entscheidend
für die Sicherheit vor allem in den Kurven“,
erklärt Pfarrer Stephan Schaaf. Der Mitorganisator der Bikerwallfahrt, die am 11. und 12.
Mai in Schönstatt stattfindet, ist selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer. „Bodenhaftung
und Profil – das braucht es nicht nur auf dem
Motorrad, sondern überall im Leben“, weiß
er. „Sonst können wir es nicht bestehen.“
Das Wallfahrtsmotto „Mission mit Grip
und Profil“ sei eine Herausforderung, erklärt
Pfarrer Schaaf. „Es geht darum, die Botschaft, dass wir Halt in einer tollen Gemeinschaft haben und mit Gott verbunden unterwegs sind, anderen weiterzugeben.“ Eine
weitere Besonderheit der Schönstätter Bikerwallfahrt sei, dass die ganze Familie mitkommen könne – „auch für die Kinder ist bei uns
Platz.“
Los geht es am Samstag, 11. Mai, ab 14
Uhr. Am Nachmittag gibt es eine gemeinsame Ausfahrt, am Abend Buffet und Lagerfeuer. Am Sonntag, 12. Mai, wird um 10.30
Uhr Gottesdienst gefeiert mit anschließender Segnung der Fahrerinnen und Fahrer
und ihrer Motorräder. Wer an der Wallfahrt
teilnehmen möchte, bekommt nähere Informationen unter Telefon (02 61) 96 26 40
oder per E-Mail an kontakt@schoenstattinfo.de. Die Übernachtung kostet inklusi-
Einer der Höhepunkte der Bikerwallfahrt: der gemeinsame Korso.
ve Sonntagsfrühstück und -mittagessen im
Pilgerhaus im einfachen Einzelzimmer 45
Euro, im Doppelzimmer 37 Euro, auf dem
(Foto: privat)
Zeltplatz 23 Euro. Auch eine Tagesanmeldung ist möglich.
KB
>> www.wallfahrt-schoenstatt.de
Kennen Sie … Kordula Montkowski?
M
anchmal entdeckt man das Richtige
erst später“, erklärt Kordula Montkowski lachend mit Blick auf ihre „Pfadfindergeschichte“. Die Pastoralreferentin
8 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
der Pfarrei St. Lambertus in Mettmann
studierte nach dem Abitur katholische
Theologie in Münster. Während des Studiums reifte in der gebürtigen Leverkusenerin der Wunsch, Pastoralreferentin zu werden. Als studierte Theologin trat sie ihre
erste Stelle in Remscheid an.
Während sich andere nach Feierabend mit Tätigkeiten wie Musik, Sport
oder Kunst beschäftigen, wendet sich die
37-Jährige einem etwas anderen Hobby
zu. Im größten Teil ihrer freien Zeit setzt
sie sich ehrenamtlich in verschiedenen
Gremien für die Belange der Kinder- und
Jugendarbeit ein. Ihr Herz schlägt dabei
für die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt
Georg (DPSG). Das war nicht immer so.
„Ich hatte vorher nur die typischen Vorurteile zu Pfadfindern im Kopf: Zelten, Lagerfeuer und Knoten.“ Dieses Bild änderte
sich schnell. Montkowski lernte die großen Zeltlager kennen, erlebte sie als von
Gemeinschaft geprägt. Als Bezirksvorsitzende der DPSG im Bergischen Land war
sie beim Diözesanlager „Jamb de Cologne“ dabei. „Wenn rund 3000 Pfadfinder
am Rheinufer zusammenkommen, ist das
ein Erlebnis, das man nicht vergisst“, sagt
Montkowski. Im Anschluss an ihren Stellenwechsel nach Mettmann kam die Anfrage, ob sie DPSG-Diözesanvorsitzende
werden will. „Meine erste Reaktion war:
Im Leben nicht.“ Der Wahlausschuss sah
das anders und schlug sie vor. Einstimmig
wurde sie Ende Januar gewählt.
Neben ihrer Gremientätigkeit ist Montkowski eine leidenschaftliche Kinogängerin. „Ich versuche, so oft es mein Kalender
erlaubt, neue Filme zu entdecken.“
Oft fragen die Leute nach dem Warum
ihres ehrenamtlichen Engagements. Ihre
Antwort ist dann: „Man kann von anderen
nicht erwarten, dass sie sich ehrenamtlich
engagieren und selbst nichts tun.“
MM
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
ERZBISTUM aktuell
Ein orden(t)licher Tag: Einladung zur Klostertour
KÖLN. Zu einer Klostertour mit Gespräch
mit einer Schwester und einem Bruder der
Gemeinschaft von Jerusalem lädt die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ ein. Das
Angebot richtet sich an junge Leute zwischen 17 und 40 Jahren aus den Diözesen
Köln und Aachen und findet statt am Samstag, 27. April.
Los geht es um 14.30 Uhr mit einem
Besuch im Kölner Dom mit Diakon Manfred Jansen und anschließendem Kaffeetrinken. Um 16 Uhr stehen dann Begeg-
nung und Gespräch mit den Ordensleuten
auf dem Programm, um 17.30 Uhr die Teilnahme am stillen Gebet der Schwestern
und Brüder in Groß St. Martin. Die Vesper
um 18 Uhr und Eucharistiefeier um 18.30
Uhr bilden den Abschluss. Anmeldungen
werden erbeten bis 20. April per E-Mail an
die Adresse berufe-der-kirche@erzbistumkoeln.de. Weitere Informationen zu der
Veranstaltung gibt es unter Telefon (02 21)
16 42 75 01 oder im Internet.
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>> www.komm-und-sieh.de
Bundesverdienstkreuz
für Maria Loers
NEUSS. Maria Loers (66) aus Neuss, zwölf
Jahre lang Vorsitzende der Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD), hat das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen.
Bundespräsident Joachim Gauck überreichte
Gegen das Diktat der Kurzfristigkeit
Klaus Töpfer über die Verantwortung der Christen
DÜSSELDORF. „Umweltpolitik verursacht
keine Kosten, Umweltpolitik entscheidet,
wer wann welche Kosten trägt“, so Klaus
Töpfer. Ein Großteil der Kosten unseres
Wohlstandes würden auf die Zukunft verschoben, kritisierte der ehemalige Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des
UN-Umweltprogramms vor einem aufmerksamen Publikum im Düsseldorfer Maxhaus.
Eingeladen hatte die Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen (KMF) im Bund
Neudeutschland (ND), dem auch Töpfer angehört.
„Man kann aus seinem Wald im Jahr
nicht mehr Holz entnehmen, als in einem
Jahr nachwächst“, stützt sich Töpfer auf
Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, der vor 300 Jahren lebte und den
forstlichen Nachhaltigkeitsbegriff schuf.
Diese Grenze des Wachstums müsse akzeptiert werden. Eine solche Grenze sei nicht
starr, sondern es sei legitim, nach Lösun-
Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms von 1998 bis 2004, sprach
im Düsseldorfer Maxhaus.
(Foto: Klein)
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
gen zu suchen, diese zu verschieben etwa
durch den Anbau schnell wachsender Bäume. Es gehe nicht an, dass zukünftige Generationen die Kosten tragen und leiden, weil
wir jetzt in Wohlstand leben wollen und diesen durch kurzfristige Aktionen herbeiführen. Beispielsweise sei die elektrische Energie aus Kernkraftwerken nur deshalb billig, weil die sichere Lagerung des atomaren
Mülls nicht in der Kostenrechnung auftauche. Damit würden spätere Generationen
belastet, die den Vorteil „billige Energie“
nicht mehr haben.
Demokratie funktioniert nur,
wenn man die Wahl hat
Kurzfristigen Entscheidungen sei eigen,
dass spätere Folgen ausgeblendet werden
und es anscheinend keine Alternativen gibt.
Alle Krisen trügen diese Handschrift, auch
die jüngste Bankenkrise, Christen dürften
sich nicht dem Diktat der Kurzfristigkeit
beugen. Sie seien durch das zweite Buch
Genesis zur Nachhaltigkeit verpflichtet.
Die Kurzfristigkeit gefährde auch unsere
Gesellschaft, so der CDU-Politiker. Wenn es
keine Alternativen mehr gibt, entledige man
sich nicht nur der Verantwortung, sondern
entziehe der Demokratie auch ihre Grundlagen. Demokratie funktioniere nur dann,
wenn man zwischen mehreren Alternativen
entscheiden könne, so der Fachmann für
Umweltfragen.
„Was brauchen wir wirklich“?, diese
Frage müssten sich Christen immer deutlicher stellen. Es gehe nicht an, dass nach
dem Motto gelebt werde: „Für mich hat es
gereicht, für dich leider nicht mehr.“ Er sei
überzeugt, die Welt habe genug Ressourcen für alle Menschen, „nur nicht für aller
Gier“, wie Mahatma Gandhi gesagt habe.
SIEGBERT KLEIN
Maria Loers aus Neuss bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. (Foto: ZIM)
ihr die Auszeichnung im Schloss Bellevue in
Berlin. Die in der Gemeinde St. Marien lebende Geehrte war vier Jahrzehnte ehrenamtlich
für die Caritas tätig. Sie ist gebürtig aus Zülpich, hat in Köln Hauswirtschaft studiert und
wohnte 30 Jahre in Emmerich am Niederrhein.
Viele Jahre besuchte Maria Loers als Mitglied
der Caritas-Konferenz St. Martini Emmericher
Familien, Kranke und Senioren und leitete auf
Dekanatsebene den Behindertenkreis.
Bald wuchs sie in überörtliche Strukturen hinein und wurde im Jahr 2000 zur Bundesvorsitzenden der Caritas Konferenzen
Deutschlands (CKD) gewählt. Dabei handelt
es sich um ein Netzwerk von Ehrenamtlichen
in der Gemeindecaritas, die Kranke und Alte
besuchen, Kleiderläden und Mittagstische für
arme Familien betreiben oder sich um Behinderte kümmern. Als Fachverband mit Sitz in
Freiburg sind die CKD ein Angebot an die
Ehrenamtlichen, sich Unterstützung für ihre
Arbeit vor Ort zu holen.
Unter Loers’ Vorsitz haben sich die CKD
zu einem modernen Netzwerk mit 80 000
ehrenamtlich Aktiven in 16 Diözesen entwickelt. In ihrer Funktion als Bundesvorsitzende übernahm Maria Loers auch die weltweite
Vertretung des Verbands, was sie in zahlreiche Länder in weiten Teilen der Erde führte.
Darüber hinaus war sie Vizepräsidentin des
Deutschen Caritasverbands. Im Herbst 2012
ging sie in den „Ruhestand“ und hat nun
mehr Zeit für die Familie, das Lesen und das
Fahrradfahren.
ZIM
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BERICHT
I
hre „Einkaufstouren“ beginnen erst, wenn
die Supermärkte geschlossen sind. „Mülltaucher“ holen sich ihre Lebensmittel aus
den Abfalleimern der Wohlstandsgesellschaft. Sie tun das nicht aus finanzieller Not,
sondern weil sie einen tiefen Sinn darin sehen.
Dieser Moment ist ganz „normal“. In der
Küche der Mansardenwohnung brodelt der
Wasserkocher für den Tee. Sebastian K. bereitet das Abendbrot. Es ist spät geworden.
Der Chemielaborant hat einen langen Arbeitstag mit weitem Hin- und Rückweg hinter sich. Jetzt wartet der 24-Jährige auf seine Frau. Die Studentin für das Lehramt hat
nach ihren Stunden in der Universität der
nordrhein-westfälischen Großstadt noch einen Schwimmkurs für Kinder geleitet. Jetzt
kommt Johanna hungrig nach Hause. Es wird
ihre Version des „Strammen Max“ geben:
Brot mit Spiegelei, Schinken und Käse überbacken. Dazu Kräutertee und zum Nachtisch
Apfelgebäck. Sie wollen sich stärken, denn
sie müssen heute Abend noch „einkaufen“
gehen. Der Weg ihrer Tour ist Thema beim
Abendbrot. Und erst jetzt wird deutlich, dass
dieser Moment etwas hat, das alles andere ist als „normal“.„Alles auf diesem Tisch
kommt aus dem Müll“, sagt die 24-Jährige.
„Sowohl die frischen Lebensmittel als auch
die Konserven.“ Ihre „Einkaufstour“ starten
sie dafür zwei Mal in der Woche. Und deren
Stationen haben sie nach gut einem halben
Jahr des „Containerns“ gut geplant. „Heute
gibt es vielleicht Brot aus den Stellagen am
Hafenweg.“ Sie wissen mittlerweile, wo und
wann sie welche Nahrungsmittel zu erwarten
haben. Und sie wissen auch, wo es sich nicht
mehr lohnt, in den Mülltonnen und Gitterboxen hinter den Supermärkten zu wühlen.
„Die einen pressen am Abend ihre Abfälle zu
Paketen zusammen, andere haben ihre Behälter abgeschlossen.“
Sie packen ihre Utensilien zusammen.
Taschenlampe, einen langen, mechanischen
Greifarm für die großen Container und die
Tragetaschen. Auch die haben sie irgendwann aus dem Müll geholt. „Wir müssen
noch tanken“, erinnert sie ihn. Dann geht es
hinaus in die kalte Nacht. Etwas Schnee ist
gefallen. Es ist kurz nach 22 Uhr. Die Lebensmittelmärkte sind geschlossen, die Menschen von den Straßen verschwunden.
Kreislauf
unterbrechen
„Ich würde jetzt auch lieber unter der Decke auf dem Sofa liegen“, gesteht Sebastian.
„Es wäre viel einfacher, nachmittags schnell
in den Supermarkt zu gehen und das Abendessen einzukaufen.“ Das Geld dafür hätten
sie. Sie müssen nicht sparen, wollen nicht
Geld für einen großen Wunschtraum zurück-
„Mülltauchen“ ist auch Protest gegen Lebensmittelverschwendung.
Aus Überzeugung
Abfall essen
„Mülltaucher“ holen sich ihre Lebensmittel aus dem Abfall
legen. Der Grund für ihre nächtlichen Touren ist ein anderer. „Wir wollen den irren
Kreislauf der Lebensmittelindustrie unterbrechen“, sagt Johanna. „Nicht, dass wir dadurch die Welt verändern könnten, aber wir
haben einfach ein besseres Gefühl, wenn wir
bei dieser bescheuerten globalen Schieflage
nicht mitmachen.“
Sie sind kein Einzelfall. Überall in den Industrieländern machen sich Menschen aus
dieser Überzeugung auf den gleichen Weg.
„Containerer“ nennen sie sich, „Mülltaucher“ oder „Dumpster“, zu deutsch „Müllbehälter“. Johanna bevorzugt einen anderen
10 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Begriff: „Lebensmittel-Retter, das trifft die
Sache am Besten.“ Über das Internet haben
sie sich vernetzt. Mittlerweile gibt es Bücher
und Filme zum Thema.
Während sie von der Tankstelle über die
Stadtautobahn zu ihrem ersten „Point“ fahren, geben sie einen Einblick in ihre Motivation. „Die Menschen hier leben so im Überfluss, dass sie das Gefühl für den Wert von
Lebensmitteln verloren haben“, sagt er. Was
nicht genau in die Versprechungen der Werbung passe, werde deshalb schnell weggeschmissen. Bei Nahrungsmitteln bedeuteten
schon kleine Schäden an den Verpackungen,
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
BERICHT
braune Stellen angesetzt. „Alle anderen sind
total in Ordnung“, sagt sie. „Das passt gut,
wir haben uns erst kürzlich eine Saftpresse
zugelegt.“ Die Verpackung vom tiefgefrorenen Hühnerfleisch ist gerissen, das Verfallsdatum aber ist erst im kommenden Jahr erreicht. „Gut, dass es heute so kalt ist“, lacht
er. „Dann ist die Kühlkette wenigstens nicht
unterbrochen.“Ihre erste Tüte ist randvoll, als
sie wieder ins Auto steigen. Ekel? „Natürlich
ist das manchmal alles andere als appetitlich“, gibt sie zu. „Ich habe auch schon mal
tief in einen verfaulten Kürbis gegriffen.“
Überwindung koste es aber vor allem, wenn
es im Sommer heiß werde. „Dann stinkt es
an den Tonnen bestialisch.“ Doch spätestens,
wenn das Ergebnis ihres „Einkaufs“ gewaschen und sortiert auf dem Küchentisch liege, sei das alles vergessen.
„Mir wurde klar,
wie irrsinnig das läuft“
(Foto: Bönte)
Druckstellen oder das bevorstehende Ende
des Haltbarkeitsdatums das Aus im Supermarktregal.
Die erste Mülltonne an einer Laderampe
wird das an diesem Abend bestätigen. „Ich
habe immer noch etwas Angst, wenn ich im
Dunkeln unter der Schranke hindurch auf
den Parkplatz krieche, um zur finsteren Ecke
hinter dem Marktgebäude zu gelangen“, sagt
sie. Denn rechtlich sei es ein Diebstahl, den
sie begingen. „Es ist aber ein Null-Schaden,
der entsteht“, sagt sie. „Und damit in Ordnung.“ Sie achteten genau darauf, dass sie
nichts kaputt machten oder verdreckten. Ärger haben sie noch nie bekommen.
Auf der Treppe die Laderampe hinauf
schaltet ein Bewegungsmelder einen Scheinwerfer an. „Das ist kein Problem, hier kann
uns keiner sehen“, beruhigt Sebastian. Der
Strahler spendet ausreichend Licht für den
Blick in den Abfallbehälter. Alles, was man
nicht mehr an den Kunden bringen zu können glaubte, hat den Weg hinein gefunden
– verschimmelte Gurken, zerbrochene Marmeladengläser, eingedrückte Joghurtbecher.
Johanna und Sebastian fingern zielgenau
das hinaus, was noch brauchbar ist. In einem
großen Netz mit Orangen hat nur eine Frucht
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
Es seien sicher viele Dinge zusammengekommen, dass sie sich zu einem solch extremen Schritt entschieden hätten. „Den letzten Impuls habe ich durch einen Film über
die Wege der Nahrungsmittel auf der Welt
bekommen“, blickt sie zurück. „Mir wurde
klar, wie irrsinnig das läuft.“ Wenn die Familie eines Bauern in Peru hungern muss, weil
er für Billigpreise Spargel anpflanzt, damit
die Deutschen zu Weihnachten das Edelgemüse auf dem Teller habe, sei das pervers.
„Der Importeur, der Supermarkt, der Käufer – alle profitieren davon, nur nicht der Erzeuger.“ Wenn dann der Spargel noch in den
Müll geschmissen werde, weil er beim wochenlangen Transport eine kleine Druckstelle bekommen habe, mache sie das wütend.
Auch Sebastian findet schnell ein Beispiel für seine Nachdenklichkeit. „Ein Suppenhuhn kriegst du im Supermarkt schon
für zwei Euro.“ Futter, Transportwege quer
durch Europa, Zwischenhändler und Verkäufer müssten davon bezahlt werden. „Da kann
doch etwas nicht stimmen – oder?“ Wenn er
dann lese, dass an anderen Orten schon einige Cent reichen würden, um Menschen vor
dem Verhungern zu retten, werde auch er
wütend.
Solchen Extremen müsse man Extreme
entgegensetzen, finden sie. Das gelingt natürlich nur, wenn solche Gedanken „auf fruchtbaren Boden“ fallen. „Bei mir spielt der
christliche Glauben eine Rolle“, sagt Johanna. Sie sei religiös erzogen worden, sei heute
noch Lektorin in der Pfarrgemeinde, spiele
im dortigen Blas-Orchester und sei in der Jugendarbeit aktiv. „In der Bibel steht viel von
Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung
und gerechter Verteilung.“ Ihre Reaktion auf
die Verhältnisse in der Nahrungsmittel-industrie sei auf dieser Grundlage gewachsen.
„Ich komme eher aus der rebellischen
Ecke“, sagt Sebastian. Klassenkampf, Demonstrationen und Aufbegehren gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen hätten
in seiner Familie lange Tradition. Er habe
das von Kindesbeinen an miterlebt. „Meine grundsätzliche Motivation kommt sicher
daher.“Ihre „Einkaufstour“ geht nach drei
weiteren Supermärkten zu Ende. Nicht, dass
es nichts mehr zu holen gäbe. Im Gegenteil:
Oft müssen sie einiges zurücklassen, weil
es daheim nicht mehr in den Vorratsschrank
oder die Kühltruhe passen würde. Wie vor
einigen Wochen, erzählt Sebastian. „Nach
dem Pferdefleisch-Skandal haben wir in einer Mülltonnen über 40 Pakete tief gefrorene Frikadellen gefunden, die bis in das Jahr
2014 haltbar waren.“ Mitgenommen hätten
sie aber nur ein paar. „Wir können ja nicht
nur noch Hackfleisch essen.“
Der Speiseplan hat sich verändert, seitdem sie ihre nächtlichen Touren machen. Sie
können keinen Einkaufszettel mehr schreiben, sondern sind auf das angewiesen, was
andere nicht mehr wollen. Das sei natürlich
jedes Mal spannend. Und: „Wir ernähren uns
seither viel abwechslungsreicher.“ Ihre Umstellung wirke sich auch finanziell aus. Insgesamt geben sie im Monat nur noch 40 Euro
für den Zukauf von Lebensmittel, Waschmittel und Kosmetika aus. Auch die Nachdenklichkeit bei anderen Dingen des täglichen
Bedarfs ist größer geworden. Etwa bei Kleidung, die sie nur fair gehandelt oder in Second-hand-Shops kaufen.
„Meine Oma kann
auch nichts wegschmeißen“
Die Gefahr, sich zu absoluten Außenseitern der Gesellschaft zu entwickeln, bestehe
aber nicht. Bei dem Gedanken müssen beide lachen. Nicht alle in ihren Familien wissen, was sie machen. „Meine Oma hätte bestimmt Probleme damit, obwohl sie selbst
auch nichts wegschmeißen kann“, sagt sie.
Doch im Freundeskreis gibt es viele, die ihrer Konsequenz viel abgewinnen können. Einige kommen manchmal auch mit, andere
freuen sich, wenn sie etwas von ihren Touren
mitgebracht bekommen.
Wie der Hausnachbar eine Etage tiefer. Er
kriegt an diesem Abend etwas Obst und Gemüse aus den Tragetaschen. Danach geht es
für Johanna und Sebastian in die Küche zum
Sortieren und Waschen. „Nein, Verrückte sind wir nicht.“ Sie müssen noch einmal
schmunzeln. „Eigentlich sind wir absolut bodenständig.“ Ihre Hochzeitsreise im vergangenen Jahr haben sie nach Venedig gemacht.
Sie wollen irgendwann Kinder haben, ein
Haus bauen. „Und ehrlich: Ich bin ein absolutes Schleckermaul“, gesteht sie. „Ich kaufe mir nicht selten ein Stück Kuchen in der
Fußgängerzone, manchmal auch Pommes
frites.“
MICHAEL BÖNTE
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LITURGIE UND GLAUBE
Der Leib Christi – der Leib der Kirche
Auf dem Weg zum Nationalen Eucharistischen Kongress 2013 in Köln (37)
M
it dem setze ich mich nie mehr an einen Tisch.“ Es ist hart, wenn ein
Mensch über seine Beziehung zu einem anderen eine solche Aussage trifft. Ebenso bitter ist die Aussage: „Zwischen dir und mir
ist das Tischtuch zerschnitten.“ Welche Freude kann es hingegen auslösen, wenn ein
Mensch mich zum Essen einlädt, vielleicht
ein Mensch, mit dem ich mich schwer tue
oder einer, mit dem ich im Streit auseinander
gegangen bin. Die neue Tischgemeinschaft
bringt Vertrautheit, Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zum Ausdruck und bewirkt sie sogar.
Dass genau diese Zusammengehörigkeit
in der Eucharistie bewirkt und ausgedrückt
wird, bringt Paulus zum Ausdruck, wenn er
mit den Worten „Leib Christi“ sowohl den
eucharistischen Leib als auch die kirchliche
Gemeinschaft bezeichnet. Die Gemeinschaft
mit Christus im eucharistischen Leib ist untrennbar verbunden mit der Gemeinschaft der
Kirche als dem Leib Christi. Durch die Teilhabe an der Eucharistischen Gemeinschaft
werde ich Teil des
Leibes Christi. Den
Leib Christi wiederum gibt es nicht
ohne die eucharistische Gemeinschaft.
In der Eucharistie gründet die Kirche und von ihr baut
sie sich auf als Leib Christi: Eucharistische
Gemeinschaft, im Herrn begründet und von
ihm getragen und belebt. Der Leib Christi, den wir in der Eucharistischen Tischgemeinschaft empfangen, macht uns zum Leib
Christi, zu seiner Kirche. Nicht noch so gute
und sicherlich auch notwendige Regeln und
Ordnungen, nicht große gemeinschaftliche
Projekte und positive Erinnerungen an gemeinsame Erfahrungen schaffen die Kirche
als den Leib Christi. Die Gemeinschaft in der
Eucharistie ist der Mittelpunkt der kirchlichen Gemeinschaft. Nur sein Leib begründet
den Leib Christi, die Kirche. Das gemeinsame eucharistische Mahl baut die Lebensge-
meinschaft der Kirche auf. So sagt Papst Leo
der Große (440 bis 461) von der Eucharistie:
„Wir gehen in das über, was wir empfangen.“
In diesem inneren, wesentlichen Zusammenhang zwischen eucharistischer und
kirchlicher Gemeinschaft ist auch begründet,
dass die Eucharistie gefeiert wird in der Gemeinschaft derer, die zum Leib Christi, zur
Kirche, gehören. Es wäre deshalb unredlich,
jemanden zum eucharistischen Mahl einzuladen, der zum Leib Christi, der Kirche,
nicht gehören will oder kann. Es würde etwas erscheinen lassen, was nicht gegeben ist:
kirchliche Gemeinschaft aus und im eucharistischen Herrn. Dies hat nichts mit Diskriminierung oder Hartherzigkeit zu tun, sondern ist ehrlich und geschieht aus tiefer Ehrfurcht vor dem Glaubensgeheimnis der Eucharistie, das nicht bagatellisiert und nicht
minimalisiert wird. Und es geschieht aus Respekt und Hochachtung gegenüber dem, der
die kirchliche Gemeinschaft nicht oder nur
sehr begrenzt teilen will oder kann.
Bischof Dr. HEINER KOCH
LITURGIE
se. 12 Uhr Mittagsgebet. 18 Uhr Rosenkranzandacht.
Dienstag: 9 Uhr Messe besonders für die
Frauen. 18.30 Uhr Messe für den Schutz des
menschlichen Lebens.
Beichte: werktags 7.45 bis 9 Uhr, samstags zusätzlich 14 bis 18 Uhr.
Sonntag: 5.30 Uhr Beichtgelegenheit. 6 Uhr
Sühnegangsmesse. 10, 11.30, 17 Uhr Messe.
18.15 Uhr Vesper.
Werktags: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr Laudes. 18 Uhr Vesper.
Montag: 14.15 Uhr Rosenkranz. 15 Uhr Marienfeier.
Dienstag: 19.30 Uhr Gebetskreis.
Mittwoch: 15 Uhr Marienfeier.
Eucharistische Anbetung: täglich 11 bis 18
Uhr.
Beichte: täglich 9 bis 11.45 Uhr und 15 bis
17.45 Uhr.
Lesungen der Woche
Lesejahr C
Wochentagslesungen Reihe I
Stundengebet: Dritte Woche
Dritter Sonntag der Osterzeit: L 1: Apg
5,27b-32.40b-41; L 2: Offb 5,11-14; Ev: Joh
21,1-19.
Montag: L: Apg 6,8-15; Ev: Joh 6,22-29.
Dienstag: L: Apg 7,51 bis 8,1a; Ev: Joh 6,3035.
Mittwoch: L: Apg 8,1b-8; Ev: Joh 6,35-40.
Donnerstag: L: Apg 8,26-40; Ev: Joh 6,44-51.
Freitag, hl. Leo IX., Papst, sel. Marcel Callo,
Märtyrer: L: Apg 9,1-20; Ev: Joh 6,52-59.
Samstag: L: Apg 9,31-42; Ev: Joh 6,60-69.
Wallfahrtskirche Neviges
Samstag: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr Laudes. 19 Uhr Messe in polnischer Sprache. Firmtag im Dekanat Mettmann. 19 Uhr Messe.
Altenberger Dom
Samstag: 17.15 Uhr Beichte. 18 Uhr Vorabendmesse.
Sonntag: 7 Uhr Messe. 10.30 Uhr Hochamt.
17.15 Uhr Messe und Vesper.
Dienstag bis Freitag: 7 Uhr Laudes und Messe.
Dienstag: 16 Uhr Vesper.
Mittwoch: 19 Uhr Messe.
Freitag: 17.15 Uhr Eucharistische Anbetung,
Beichte, Rosenkranz. 18 Uhr Messe (außerordentliche Form). 19 Uhr Taizégebet.
Gottesdienste
Kölner Dom
Samstag: 18.30 Uhr Pontifikalamt zur Wahl
von Papst Franziskus.
Sonntag: 7, 8, 12, 17, 19 Uhr Messe. 9 Uhr Familienmesse am Hochaltar besonders für die
Kommunionkinder. 10 Uhr Kapitelsamt. 18
Uhr Chorvesper.
Werktags: 6.30, 7.15, 8, 9, 18.30 Uhr Mes-
Ewiges Gebet
Am Donnerstag wird in der Kirche Christi
Geburt in Köln-Bocklemünd/Mengenich das
Ewige Gebet gefeiert.
(Foto: Boecker)
12 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Donnerstag: Köln-Bocklemünd/Mengenich
(Christi Geburt).
Freitag: Wuppertal-Barmen (Herz Jesu).
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
SONNTAG
Dritter Sonntag der Osterzeit
ERSTE LESUNG: In jenen Tagen verhörte der
Hohepriester die Apostel und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu
lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen
über uns bringen. Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als
den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und
ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und
Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu
schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir
und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen
hat, die ihm gehorchen.
Dann verboten sie den Aposteln, im Namen
Jesu zu predigen, und ließen sie frei. Sie aber
gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich,
dass sie gewürdigt worden waren, für seinen
Namen Schmach zu erleiden.
Apg 5, 27b-32.40b-41
ZWEITE LESUNG: Ich, Johannes, sah und
hörte die Stimme von vielen Engeln rings um
den Thron und um die Lebewesen und die Ältesten; die Zahl der Engel war zehntausendmal
zehntausend und tausendmal tausend. Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm,
das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen,
Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.
Und alle Geschöpfe im Himmel und auf der
Erde, unter der Erde und auf dem Meer, alles,
was in der Welt ist, hörte ich sprechen: Ihm, der
auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren
Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle
Ewigkeit. Und die vier Lebewesen sprachen:
Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen
nieder und beteten an.
Offb 5, 11-14
EVANGELIUM: In jener Zeit offenbarte Jesus
sich den Jüngern noch einmal. Es war am See
von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender
Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling –, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen.
Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie
gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in
dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus
am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht,
dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie
antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ih-
nen: Werft das Netz auf der rechten Seite des
Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie
warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu
Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus
hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich
das Obergewand um, weil er nackt war, und
sprang in den See. Dann kamen die anderen
Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht
weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert
Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden
ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die
ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und
obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer
bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr
war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab
es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das
dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
Joh 21, 1-14 (oder Joh 21,1-19)
Auferstehung – mitten im Alltag
J
ohannes hat hier eine hochsymbolische Auferstehungserzählung geschrieben, die dritte
Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen. Es ist eine wunderbare poetische Erzählung. Die Begegnung Jesu mit seinen Jüngern
geschieht am See Gennesaret, mitten in einer
Landschaft, wie sie kaum schöner sein kann.
Johannes zeichnet eine Idylle am See. Am frühen Morgen steht Jesus am Ufer und bereitet
seinen Schülern ein Frühstück. Er brät Brot und
Fisch.
Aber die Jünger sind in einer völlig anderen Situation: Nach dem Tod Jesu haben sie Jerusalem verlassen und sind in ihren alten Beruf als Fischer zurückgekehrt. Ihre hohen Erwartungen an Jesus und sein Gottesreich sind
in eine schwere Krise geraten. Sie haben kein
festes Einkommen, sondern leben gewissermaßen von der Hand in den Mund. Ihre Familien
sind abhängig von dem, was sie gerade fangen.
In dieser „Nacht der Vergeblichkeit“ (A. Grün)
haben sie nichts gefangen. Sie sind leer und
erschöpft. Es ist hart, nachts arbeiten zu müssen. Noch schwerer ist das, wenn man erfolglos
bleibt und am frühen Morgen, im Morgengrauen, mit leeren Händen dasteht.
In dieser Situation wirbt Jesus um seine
Jünger. Er bleibt nicht in Jerusalem, sondern
geht ihnen bis in ihren Arbeitsalltag nach. Er
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
verspricht ihnen einen Neuanfang nach den
schrecklichen Erfahrungen in Jerusalem, einen
neuen Auferstehungsmorgen nach der Nacht
seines Todes. Er gibt ihnen einen Auftrag: Versucht es noch einmal. „Werft das Netz auf der
rechten Seite des Bootes aus“ (Joh 21,6).
Sie kommen aus ihrer Trauer nur durch ei-
Auferstehung ist vor allem eine Morgenerfahrung. Unser Bild: Ein Boot früh morgens auf dem Millstätter See. (Foto: Raspels)
nen zweiten, bewussten Anlauf heraus. Jesus
macht ihnen zu essen. Diese Fürsorge und ein
konkreter Arbeitsauftrag wecken die Erkenntnis: „Es ist der Herr!“ (Joh 21,7). Jetzt kann er
sie mit ihren eigenen Erfolgen überschütten mit der großen Menge der Fische, die sie gefangen haben. Sie feiern ein gemeinsames Mahl,
und Jesus teilt alles mit ihnen, wie beim letzten Abendmahl. Ihre Gemeinschaft ist wiederhergestellt. Mitten im Alltag ist er mitten unter
ihnen.
Auferstehung ist vor allem eine Morgenerfahrung. In einem zweiten Anlauf ist ihnen
der Sinn ihrer Arbeit und ihres Lebens wieder
aufgegangen: ein mystischer Augenblick, ein
„Aufwachen zur Wirklichkeit“ (A. Grün). Es ist
die Begegnung mit einer neuen, liebevollen Dimension - der Auferstehungserfahrung mitten
im Leben.
HANS-ULRICH WIESE
Unser Autor, Pfarrer Dr. HansUlrich Wiese, ist Pfarrvikar an
St. Pankratius in Köln-Junkersdorf, Christi Auferstehung
in Köln-Lindenthal, St. Joseph
in Köln-Braunsfeld und St. Vitalis in Köln-Müngersdorf.
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ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Unterwegs mit dem Herrn in der Welt
Unterwegs sein will ich mit Dir, o Herr,
Allein bin ich nicht, Herr,
Schmerz, stumme Verzweiflung –
Dich Platz nehmen lassen
auf dem Weg mit Dir, und Menschen
im Nebel vor Dir.
in der Mitte meines Zeltes.
mit mir, das Volk meines Herzens.
Das ist mein Zelt, das Zelt meines
Das Leben ruht nicht,
Mit Jubel und Tanz, mit Gesang und
Lebens, mal hier, mal dort, ins
lässt Rast nicht zu;
Orchester, voll Freude im Sinn –
Wandern gesetzt. Du wohnst darin,
ob Sehnsucht, ob Not, es treibt mich
führt ein Stern zu Dir.
wo auch immer es schlägt –
hinaus – auf den Weg durch die Wüste.
Ein weinendes Klagen, ein Schrei von
Du, o Herr meines Herzens.
Platz vor Gott mit meinem ganzen Leben
Zum Gebetsanliegen des Papstes im April: Kraft aus der öffentlichen Feier des Glaubens
M
ein Wunsch ist es, dass alle die Freude
spüren, wie schön es ist, ein Christ zu
sein.“ Das waren die bewegenden letzten Worte
von Papst Benedikt XVI. bei seinem Abschied
auf dem Petersplatz. Eine überwältigend lebendige Feier des Glaubens so vieler Menschen, inspiriert durch das Lebenszeugnis eines Mannes,
der sein Christsein zuinnerst aus der Tiefe der
Begegnung mit Gott gestaltet.
Es entsteht eine ansteckende Freude, wenn
Menschen ihren Weg mit Gott gemeinsam gehen, wenn sie Gott immer wieder neu seinen
Platz in der Mitte ihres Zeltes, ihres Herzens,
geben; es ist ein Freudenfest mit Jubel und
Tanz, wenn Menschen diese Mitte ihres Lebens
gemeinsam feiern und miteinander teilen. So
wird Liturgie, die Feier des Glaubens, zur lebenspendenden Kraftquelle und Ausdruck des
Christseins zugleich – bestärkt durch die Gemeinschaft. Dann gewinnen Menschen neuen Raum zum Leben, dann werden Freude und
Leid, Jubel und Klage, Hoffnung und Verzweiflung zu echten Wegweisern zum Zelt des Herrn.
Daran erinnert das Gebetsanliegen des Papstes
im April: Für ein lebendiges Christsein durch
die öffentliche Feier des Glaubens.
Weltjugendtage, Europäische Taizé-Treffen
oder der kommende Eucharistische Kongress
im Juni in Köln . . . diese und viele andere Ereignisse sind Momente in meinem Leben, in
denen ich ganz besonders erleben darf, wie das
gemeinsame Feiern des Glaubens zur Inspiration für meinen weiteren Weg wird und wie Freuden und Sorgen des Alltags in und durch die
Liturgie zu Lebensraum werden. Darin bin ich
auf dem Weg vor Gott in „voller Freude“ und
„Jubelgeschrei“ gleichermaßen wie in Trauer,
Verzweiflung und Klage. Dies ist für mich der
Segen, der von der „Lade des Herrn“ ausgeht
(vgl. 2 Sam 6,5.15.17-18): das Bewusstsein,
dass ich ausnahmslos mit meinem ganzen Leben Platz habe vor Gott. Das ist es, was mich
lebendig macht, das ist der Segen, den wir einander zusprechen dürfen, „im Namen des Herrn
der Heere“. SEVERIN PARZINGER SVD
Weltjugendtage, Europäische Taizé-Treffen, der kommende Eucharistische Kongress – das sind Momente, in denen man ganz besonders erleben darf, wie das gemeinsame Feiern des Glaubens zur Inspiration für den weiteren Lebensweg wird.
(Foto: Raspels)
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Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Murren im Volk Gottes ist nicht neu
Die Brotrede Jesu macht bis heute Menschen zu schaffen
D
as Motto des Nationalen Eucharistischen
Kongresses provoziert: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ So etwas ist nicht neu: Viele
Menschen suchen nach Wahrheit und Ermutigung. Sie sind vielleicht tief ergriffen von einer
guten Predigt oder die Lektüre eines Buches hat
sie gepackt, doch in dem Augenblick, wo daraus Konsequenzen zu ziehen sind, in dem Augenblick, wo sie ihr Leben auf das Wort Gottes hin ändern müssten, wird es schwierig. Sie
fangen an zu kritisieren, suchen nach Ausreden
oder beginnen zu murren. Murren im Volk Gottes ist ebenfalls nicht neu. Es wird an mehreren
Stellen der Bibel bezeugt. Schon gegen Mose
und Aaron murrte das Volk Israel. Noch in ihren Zelten murrten sie gegen Gott (Ps 106,25)
Und später werden sowohl fromme Juden wie
die ersten Anhänger Jesu murren, weil Jesus in
der Brotrede – wörtlich übersetzt – gesagt hatte:
„Ich bin das Brot des Lebens,
Der Kommende zu mir wird gewiss
nicht hungern, und der Glaubende
wird gewiss nicht wieder dürsten.“
Was war da los, als daraufhin die Leute gegen Jesus murren (Joh 6,41f), viele sich abwenden und auch Jünger nicht mehr mit ihm ziehen wollen? Was war los, als er schließlich die
Zwölf mit der Frage „Wollt auch ihr weggehen?“ zu einer Entscheidung zwingt? Johannes
berichtet im sechsten Kapitel seines Evangeliums ausführlich über dieses Streiten und Murren. Wie kann Jesus in der berühmt gewordenen
Brotrede auch von sich behaupten „Ich bin das
Brot des Lebens“!
Jesus provoziert die Zwölf:
Wollt auch ihr weggehen?
Solches Brot, das der ganzen Welt Leben
spendet und satt macht, möchte man gerne immer haben. Deswegen eilen die Massen ihm damals rund um den See nach, ohne zu begreifen,
dass er nicht das irdische, tägliche Brot meint,
sondern sich selbst als ein Brot bezeichnet, als
eine Speise, die vom Himmel gekommen und
lebenswichtig für jeden Menschen sei. Damit
wird Jesus anstößig. Er soll vom Himmel kommen? Man weiß doch um seine irdische Herkunft. Die Sache wird noch heikler, als Jesus
drastischer von dem Brot spricht, das er geben
wird und es als sein Fleisch beschreibt. Als er
dann noch das Trinken seines Blutes ins Spiel
bringt, wirkt das für jüdische Ohren nicht nur
widerlich, sondern sogar sündhaft, denn Blutgenuss ist grundsätzlich verboten.
Und jetzt soll sogar nur noch derjenige ewiges Leben haben und am letzten Tag auferweckt
werden, der sein Fleisch zerbeißt und sein Blut
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
Brot mit dem Brotstempel vom Sinai.
(Foto: Läufer)
trinkt? Unerträglich für die Zuhörer! Sie vermögen nicht über die sinnlich wahrnehmende Ebene hinauszublicken und die eigentlich göttliche
Ebene zu erkennen, die gemeint ist. Vielleicht
denken sie sogar an ein kannibalisches Mahl?
Sie wenden sich jedenfalls ab und gehen.
Der Konflikt hat auch den inneren Jüngerkreis erreicht. Jesus mildert nichts ab. Er weist
sogar auf einen noch größeren Skandal hin,
wenn er auf seine Rückkehr zum Himmel verweist, die mit seinem Tod am Kreuz beginnt.
Vom Zwölferkreis ist bis dahin keine Rede,
aber Jesus provoziert nun auch die zwölf Männer, indem er ihre Treue in Frage stellt und fragt
„Wollt nicht auch ihr weggehen?“. Wer jetzt
ausscheidet, hat ohnehin noch nie ganz zu ihm
gehört.
Simon Petrus antwortet stellvertretend für
die Zwölf:
„Herr, zu wem sollen wir gehen?
Worte ewigen Lebens hast du,
und wir haben geglaubt und erkannt,
dass du der Heilige Gottes bist.“
Dennoch endet der Abschnitt finster: Nicht
einmal der Zwölferkreis ist in seiner Treue zu
Jesus geschlossen. Judas wird ihn ausliefern.
Dass er darob sogar als Teufel bezeichnet wird,
erklärt sich wohl daraus, dass Jesus in ihm einen
„Ungläubigen“ sieht. Und die werden damals
den Juden als Kinder des Teufels gleichgestellt.
Der erste Eucharistiekonflikt provoziert bis
heute. Was ist die Eucharistie für uns? Ist sie
die unüberbietbare Verbindung mit dem Herrn
oder vielleicht nur ein Zeichen von Mahlgemeinschaft, wenn wir Bankreihe für Bankreihe aufstehen und nach vorne gehen, um ein
Bröckchen Brot in die Hand zu nehmen? Haben wir noch eine Ahnung, dass der Leib Christi in dem kleinen Stück Brot, in der trockenen
Hostie Wirklichkeit wird? Zittert in uns noch etwas von dem nach, was nach den Worten des
Herrn droht und später von Paulus noch radikaler formuliert wird, wenn dieses Brot vom
Himmel unwürdig gegessen wird, weil man es
nicht mehr vom Alltagsbrot der Fastfood-Gesellschaft unterscheidet?
ERICH LÄUFER
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Land, Leute, Wege – zur Zeit Jesu und heute
Neue Bücher zur Welt und Botschaft der Bibel
A
uf Hilfsmittel, auf Informationen und
Wegweiser sind alle angewiesen, die sich
mit dem Land der Offenbarung, mit der Heimat Jesu und der Botschaft der Bibel beschäftigen. Reisen erweitert den Horizont, sagt man.
Aber es bedarf auch der soliden Vorbereitung.
Besonders gute Dienste bietet der Priesterautor
Hermann-Josef Frisch mit seinem Buch „Welt
und Botschaft der Bibel“ an. Es ist ein reich illustriertes Handbuch, das vielfältige Zugänge
zum oben genannten Thema enthält. Auch für
Nichttheologen gibt es verstehbares Sach- und
Hintergrundwissen über Länder und Völker der
Bibel, wichtige Orte und das alltägliche Leben
der damaligen Zeit. Nachhaltig die Informationen zu wichtigen Personen im Alten und Neuen
Testament. Rund 250 Fotos, Karten und Skizzen verhelfen zu einem Grundwissen über das
Buch der Bücher.
Alltag Jesu und Landschaft Galiläas
lebendig vor den Augen des Lesers
Einen anderen Ansatz zum besseren Bibelverständnis bietet Peter Walker mit „Unterwegs
im Heiligen Land“. Es ist ein gut illustriertes
Sachbuch zu den Orten Jesu. Eine Art Reiseführer. Heilig-Land-Pilger werden es dankbar
vor und nach einem Besuch in der Heimat Jesu
zur Hand nehmen. Es geht um die Plätze, die
im Leben Jesu eine wichtige Rolle spielten: von
Betlehem über die Dörfer Galiläas bis nach Jerusalem. Anhand entsprechender Bibeltexte
nimmt der Autor die Leser und Leserinnen mit
auf eine Führung durch die Orte heute und wie
sie einstmals wohl ausgesehen haben und was
davon übrig geblieben ist. Bis dahin uns vielleicht unbekannte Schauplätze des Lebens Jesu,
sehen wir sie jetzt durch die Augen anderer, ge-
winnen wir neue Erkenntnis und neue Ideen für
das eigene Leben. Das mit Fotos ausgestattete
Buch hilft Leuten, die gern reisen und sich auf
Pilgerfahrt ins Heilige Land aufmachen.
Der Fotobildband der israelischen Fotografen Sandu, Dinu und Radu Mendrea „Jesus von
Nazaret – eine Ortsbegehung“ schickt die Leser auf eine eindrucksvolle Zeitreise zu ausgewählten Originalschauplätzen des Lebens und
der Zeit Jesu. Hippos, Kana, Hammat Gader,
Samaria oder Ein Kerem laden zur Betrachtung
der großformatigen Fotos und beigegebenen
Ortsbeschreibungen ein, in denen auch aktuelle
Probleme nicht verschwiegen werden. Es ist ein
biblisches Buch, gesehen durch die Linse einer
israelischen Fotografenfamilie.
Die Landschaft Galiläa im heutigen Staat Israel fasziniert seit jeher. Deshalb verdient ein
empfehlenswertes Buch unsere Beachtung,
denn aus dem großen biblischen Spektrum geht
es den Herausgebern um eine spezielle Perspektive: „Bauern, Fischer und Propheten – Galiläa
zur Zeit Jesu.“ Galiläa, die Heimat Jesu, war um
das Jahr 30 nach Christus in vielfältiger Weise
mit den umliegenden Regionen und deren Kultur verbunden. Die Städte rund um den See wiesen Einflüsse hellenistischer Kultur auf mit wenig sozialen und politischen Unruhen. Aber es
blieb eine stark jüdisch geprägte Umgebung der
Bauern, Fischer und der Handelsleute mit ihren intensiven Wirtschaftsbeziehungen. So liefert dieses Buch spannende Einblicke in den
Alltagsbereich der galiläischen Anhängerschaft
Jesu. Reichhaltiges, großformatiges Bildmaterial erweckt diese Landschaft vor den Augen
des Lesers wieder zum Leben.
ERICH LÄUFER
Hermann-Josef Frisch, Welt und Botschaft
der Bibel. Das große illustrierte Handbuch.
Patmos Verlag. 448 Seiten / 250 Fotos. 30 Euro.
ISBN 978-38436-0232-7.
Peter Walker, Unterwegs im Heiligen Land.
Sachbuch zu den Orten Jesu. Verlag Katholisches Bibelwerk. 215 Seiten / zahlreiche Fotos.
24,90 Euro. ISBN 378-3-460-32782-5.
Andrea Rottloff, S. D. und R. Mendrea, Jesus von Nazaret. Eine Ortsbegehung. Nünnerich-Asmus Verlag, Mainz. 96 Seiten, Großfotos,
Querformat. 34,90 Euro. ISBN 978-3-94390401-7.
Jürgen Zangenberg / Jens Schröter (Herausgeber), Bauern, Fischer und Propheten. Galiläa zur Zeit Jesu. Verlag Philipp von Zabern.
144 Seiten / 154 Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen. 29,90 Euro. ISBN 978-3-8053-4543-0.
Lieblingsstellen aus der Bibel
Die ganze Bibel hat mich von Kindheit an fasziniert. Herausragende Geschichten waren Hiob,
der barmherzige Samariter, der verlorene Sohn
und der Schächer am Kreuz. Der Baum der Erkenntnis im Garten Eden kam erst viel später
dazu.
„. . . und dann denke: Jesus sagt zu dir, nimm
dein Kreuz und folge mir.“ Seit meinem zwölften Lebensjahr ist das mein Leitspruch. Ein orthopädisches Leiden ist der Anlass. „Was ihr
dem geringsten meiner Brüder . . .“ und „Liebet
eure Feinde . . .“ kamen erst viel später hinzu.
Man kommt ja nicht reif auf die Welt.
Staunend blicke ich heute auf mein Leben
(88 Jahre) zurück. Ich bin durch dick und dünn
getragen worden. „Danket dem Herrn, er ist gütig und seine Barmherzigkeit wäret ewig.“ „Tut,
was er euch sagt!“ (Hochzeit zu Kana). Es ist
traurig, dass viele den Glauben als Zuchtrute empfinden, anstatt zu bemerken, dass er Lebenselixier ist.
URSULA MINK, Engelskirchen
Mein Lieblingsspruch aus der Bibel ist
Psalm 91,11-13: „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie
tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß
nicht an einen Stein stößt; du schreitest über
Löwen und Nattern, trittst auf Löwen und Drachen.“ Ganz besonders erfreut es mich, den
Chorsatz von Felix Mendelssohn Bartholdy zu
hören. Er bestätigt mich immer wieder in meinem Glauben. Für mich kann man ihn nicht oft
genug singen.
GISELA NARRES, Mechernich
Am See von Gennesaret bei Tabgha in Galiläa.
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Läufer)
Sie sind weiterhin herzlich eingeladen, der
Redaktion Ihre Lieblingsstelle aus der Bibel
zu benennen und kurz Ihre Gedanken dazu zu
schildern.
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
LESERBRIEFE
Nicht unbedingt Priester
Zum Leserbrief „Nicht unterdrückt“ zum
Thema „Gemeinde-Diakonin“ in Nr. 11, Seite 17
Endlich! Ist mir aus der Seele gesprochen. Ich
unterschreibe jeden Satz davon. Um Gott mit
Erfolg zu dienen, muss man nicht unbedingt
ein Priester sein. Manchmal stören mich auch
schon die Ministrantinnen, als mein 10-jähriger
Enkel auf meine Frage, warum er nicht Messdiener wird, antwortete „das ist für Mädchen“
musste ich an meine Kindheit denken wie sehr
ich meine 5 Brüder beneidete, belehrte mich
meine Mutter „stell Dir vor, in der Sakristei mit
Spiegel und Zubehör und Priester, Küster und
Ministranten, die sich dort beim Um- und Anziehen tummeln, das geht doch nicht“. In den
50er-Jahren hat mir ein Priester an der Kommunionbank die Heilige Kommunion verweigert
mit den Worten „zu kurze Ärmel“. Heute gehen
zur Kommunion Frauen mit Spagettiträgern
und Shorts, kein Priester traut sich, nicht einmal in der Predigt, um ein Minimum von Respekt zu bitten. Dann heißt es „die Kirche gehe
nicht mit der Zeit“. Ganz zu schweigen von den
Brautkleidern für den Segen zum Sakrament
der Ehe.
EUGENIE VON TETTAU,
Bonn
Nicht Volkes Stimme
Zu „Neue Gesangbücher angedruckt“ in Nr. 6,
Seite 6
Das neue Gotteslob ist in der Druckerei. Ich bin
auf das Ergebnis sehr gespannt, insbesondere
was Lieder und Gesänge betrifft. Laut FAZ ist
das neue Gotteslob ein „Großer Wurf“. Gleichwohl, wen interessiert‘s? Viele Kirchenbesucher/innen kennen ja noch nicht einmal mehr
die Texte kirchlicher Hits wie „Lobet den Herren“ oder „Großer Gott wir loben Dich“. Und
wenn man den Gemeindegesang zum Beispiel
sonntags im Gottesdienst verfolgt, so ist das
beim Durchschnittsalter der Kirchenbesucher/
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
Herausgeber: Der Erzbischof von Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
Anschrift der Redaktion: Ursulaplatz 1, 50668 Köln,
Postfach 10 20 41, 50460 Köln
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Auf dem Brümmer 9, 44149 Dortmund
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
innen oft nur noch ein Hauchen altersschwa- vielleicht unterschiedliche Ausprägungen gecher Stimmen! Kinder und Jugendliche sind ben mag. Schon bei der Wahl 2005 habe ich genach dem Tag ihrer Erstkommunion kaum sagt, dass man auch einem würdigen 78-jährinoch im Gottesdienst zu sehen und demzufol- gen Kandidaten eine solche Bürde nicht zumuge auch nicht singen zu höten sollte. Haben auch diesmal
ren - Ausnahmen bestätigen
die 115 Wahlmänner vielleicht
die Regel. Natürlich gibt es
dem Heiligen Geist nicht bis
begeisterte und begeisternzum Ende zugehört? Gab es zum
de Kirchenchöre sowie die
Beispiel keinen etwa 60-jährigen
ZUM CHEFREDAKTEUR
konzertante Kirchenmusik.
Kandidaten mehr, der noch voll
Aber was ist mit dem Geim „Saft“ steht? Wir leben denmeindegesang? Das kirchlinoch mit Papst Franizkus in der
che Liedgut mit seinen teilguten Hoffnung auf fruchtbaweise oft deutlich antiquierre Wirkungsmöglichkeiten - wir
ten Texten trifft heute nicht
werden sehen. Seiner mehrfaDONNERSTAGS VON
mehr Volkes Stimme. Es
chen Bitte, für ihn zu beten, wer9.30 BIS 10.30 UHR
wird einfach nicht mehr verde ich gern entsprechen.
standen und deshalb auch
HEINZ SCHOLZ,
(02 21) 16 19-131
nicht gepflegt. Wird der
Köln
„Große Wurf“ das ändern oder geht er, was
den Gesang betrifft, mangels sangesfreudiger und -kundiger Kehlen ist Leere? Das wäre
schade!
DR. RAINER JANSEN,
Königswinter Zu „Opa - hier fehlt doch das Bild von Gott“
in Nr. 13, Seite 14
Die Frage aus dem Munde eines Kindes
veranlasst mich zu einem kleinen Beitrag.
Wenn Kinder so erzogen werden und aufwachsen, solche Erkenntnisse zu haben und
Zur Berichterstattung über die Papst-Wahl in Fragen zu stellen, müssen wir uns um Priesden letzten Ausgaben
termangel nicht mehr sorgen. Gebete um
Die menschlichen, geistig-geistlichen und re- Priesternachwuchs sind sinnvoll und wünligiösen Qualitäten stimmen; da gibt es gar schenswert. Aber ist es nicht ebenso wichkeine Frage. Insoweit war die Wahl auch of- tig, Kinder an Gott heranzuführen, Interesfensichtlich gut. Ob sie aber auch richtig war, se für den Glauben zu wecken und sie so zu
dazu möchte ich Fragen aufwerfen, weil das begleiten, dass sie Fragen stellen wie „Wo ist
Alter des Gewählten dagegen spricht. Papst Gott?‘‘ Grundlage zur Berufung zum PriesFranziskus wird noch diesjährig immerhin 77 tertum war und ist weiterhin das Elternhaus,
Jahre. Auch die Umsetzung der eingangs er- die Familie und die Pfarrgemeinde. Diskuswähnten Qualitäten ist mit dem jeweils alters- sionen über Kreuze in Schulen, Behörden
bedingten persönlichen Leistungsvermögen und andere Gebäude kämen erst gar nicht
sehr eng verknüpft. Benedikt hat das offen- auf, wenn sich die Frage „Warum ist hier
bar auch so gesehen und die bekannten Kon- kein Bild von Gott“ allgemein durchsetzen
sequenzen gezogen. Als 87-jähriger Zeitge- und verfestigen würde. Ich danke Pater Mannosse weiß ich aus eigener Erfahrung, was in fred Entrich für seinen Beitrag.
diesen Altersbereichen alles passieren kann.
MANFRED FREUDENHAMMER,
Dagegen ist niemand gefeit, auch wenn es
Köln
DIREKT

Kinder an Gott heranführen
Richtige Wahl?
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Kreis Altenkirchen (Dekanat Wissen) siehe unten.
Anzeigen: Klaus Boscanin
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einer Zustellgebühr von 0,90 Euro. Bei Lieferung als Postvertriebsstück
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BÜCHER
Antonius, der erste Mönch
Der alte König
Lebensträume
Neben dem bekannten heiligen Antonius von
Padua gibt es noch einen anderen berühmten
Heiligen gleichen Namens. Antonius, der Einsiedler und Wüstenvater, ist aber eine Schlüsselfigur des frühen Christentums. Es gibt zahlreiche antike Quellen über das Leben dieses Heiligen, der als Urbild eines Asketen gelten darf. Er
lebte um 256-356 und faszinierte seine Zeitgenossen über die ägyptische Wüste hinaus. Wer
sich mit ihm beschäftigt, lernt zugleich das damalige Christentum kennen.
EL
Arno Geiger erzählt von seinem Vater, von
seiner Jugend (1926 geboren), von schweren
Kriegs- und Nachkriegszeiten. Nun leidet
der Vater an Alzheimer. Seine Erinnerungen
verlieren sich, seine Orientierung schwindet
immer mehr. Er wird ein anderer Mensch,
bleibt aber liebenswert. Der Autor erzählt
mit viel Feingefühl, manchmal mit Humor.
Dennoch ist das Buch nicht leicht zu lesen,
haben wir doch alle Angst vor dieser grausamen Krankheit, die unsere Persönlichkeit
auslöscht.
DT
Die Pfarrerstochter Luise Anding, die in
einer Kleinstadt in Franken lebt, will unbedingt Pilotin und Kunstfliegerin werden und
das im Jahr 1929, zu einer Zeit also, als dieser Beruf für eine Frau noch sehr ungewöhnlich, ja ungehörig war. Sie zieht nach München und schafft es wirklich, ihren Traum zu
verwirklichen. Dann allerdings durchkreuzen die Nationalsozialisten ihre Pläne. Sie
drohen ihrem Vater und ihrem Freund Georg,
der ebenfalls Flieger ist. Sie muss ihre Lebensplanung ändern.
DT
Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil.
dtv. ISBN 978-3-423-14154-3. 189 Seiten,
9,90 Euro.
Ewald Arenz, Ein Lied über der Stadt. Roman. ars vivendi. ISBN 978-3-86913-192-4.
316 Seiten, 16,90 Euro.
Peter Gemeinhardt, Antonius, der erste Mönch.
Leben, Lehre, Legende. C.H. Beck. ISBN 97833-406-64658-4. 240 Seiten, 20 Abbildungen, 1
Karte, 19,95 Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
KULTUR
Kunst und Kultur im KSI
A
uch in diesem Sommer organisiert
Renate Goretzki, Referentin für
Kunst und Kultur im Katholisch-Sozialen
Institut (KSI), wieder eine Akademie, die
es ermöglicht, sechs Tage mit namhaften
Künstlern zu verbringen. „Die Kunst-Akademie zielt darauf, kulturelle Fragen und
künstlerische Phänomene zu erschließen
und ist eine Komponente des Dialogs von
Kunst und Kirche“, so die Referentin.
Angeboten werden Performancekunst
mit Ulrike Rosenbach, Malerei mit dem
Lüpertz-Assistenten Friedrich Dickgiesser
und Lisa Endriß, Bildhauerei mit HeinzGünter Prager, Zeichnung mit Harald Naegeli, dem Sprayer von Zürich, Malerei und
Zeichnung mit Helmut Hungerberg, Improvisationstheater mit Karin Krug, eine
Schreibwerkstatt mit Karl-Heinz Ott, Fotografie und Zeichnung mit Andrea Ostermeyer und Mixed Media mit Harald Fuchs.
Zusätzlich zu den Kursen, die parallel
angeboten werden, ist ein umfangreiches
und attraktives Rahmenprogramm geplant.
In den vergangenen Jahren zeigten sich
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor
allem von der Möglichkeit begeistert, jeweils auch in die nicht gebuchten Kurse
„schnuppern“ zu können.
Am Ende der Akademie vom 23. bis
28. Juli im KSI in Bad Honnef findet im
Europa-Forum des Hauses eine große Abschlusspräsentation statt, zu der immer
auch zahlreiche Kunstinteressierte von
außerhalb kommen. Informationen zur
Kunst-Akademie unter Telefon (0 22 24)
95 50 oder info@ksi.de.
PA
>> www.ksi.de
Von der Kirche viel gelernt
Ansichten von Fernsehmoderator Markus Lanz
I
ch quatsche zu viel, nicht?“, fragt Markus
Lanz. Diese Nachfrage ist für einen Fernsehmoderator verblüffend. Bei der ZDF-Kultshow
„Wetten, dass . . .“ ist genau das sein Job - durch
reden gut zu unterhalten. Doch der Talkmaster
ist bescheiden. Denn das hat er in seiner katholisch geprägten Kindheit gelernt: „Von der eigenen Bedeutsamkeit nicht so überzeugt zu sein.“
Als Sohn einer Bauernfamilie in Südtirol hätte
er nicht im Traum gedacht, dass er einmal zum
Fernsehen gehen würde. Die Voraussetzung für
seine erfolgreiche Fernsehkarriere hat er von der
Kirche vermittelt bekommen - die Menschen in
seinen Bann zu ziehen. Der alte Dorfpfarrer seiner Heimatgemeinde Geiselsberg war sein großes Vorbild. „Ohne Netz und doppelten Boden“
hatte der Geistliche in seinen Predigten der
Dorfgemeinde während des Gottesdienstes Geschichten erzählt, die jeder verstanden hat. Und
wenn er der Gemeinde so richtig eingeheizt hatte, fand er am Ende immer versöhnliche Töne.
Überzeugt hat der Pfarrer Markus Lanz aber
auch deshalb, weil er mit sich im Reinen war.
Lanz weiß - es ist nicht leicht, in der Medienöffentlichkeit zu stehen und prominent zu sein.
Um wieder geerdet zu werden, helfen ihm Begegnungen mit Menschen, die völlig in sich ruhen, obwohl sie keine Stars sind. Das kann die
Reinigungskraft in Wien sein, die sich unbeeindruckt vom „Wetten, dass . . .“ Starrummel um
sie herum in ein Buch vertieft.
Brauchen wir heute
noch die Kirche?
Aber auch in der Begegnung mit Mönchen
an Orten der Stille wie den Klöstern findet er
für sich den ersehnten Ausgleich zum gnadenlosen Kampf um Aufmerksamkeit im Fernsehgeschäft. Unterhaltsame Stunden durch spannende Wettkämpfe, persönliche ProminentenBekenntnisse und schöne Showeinlagen von
großen Stars sollen gute Quoten bei den Fernsehzuschauern bringen. An diesen Quoten wird
Markus Lanz gemessen. Er findet solche Herausforderungen wichtig, denn an ihnen könne
er wachsen. Aber das perfekte Glück gibt es für
ihn nicht und hält er auch nicht für erstrebenswert. Denn nur mit der Erfahrung von schwie-
rigen Situationen, Unglück und Scheitern erfahren Menschen, was das wahre Glück im Leben ausmacht: zufrieden zu sein mit dem, was
ist. Und immer wieder die aufzubrechen und
einen Neubeginn wagen, wenn es die Lebensumstände erfordern. Für Markus Lanz besteht
kein Zweifel: Kirche ist eine wichtige Brücke
zwischen gelebter Wirklichkeit und spiritueller
Kompetenz. Und so freut sich der Showmaster
über die Wahl des neuen Papstes Franziskus. Er
hält ihn für einen „guten Mann“, weil er es versteht, mit seinen Gesten und seinem Sinn für
Symbolik eine klare Sprache zu sprechen, die
jeder versteht. Markus Lanz tut es aber in der
Seele weh, wenn er durch die Dörfer seiner Heimat Südtirol fährt und die vielen leeren Pfarrhäuser sieht. Für ihn ist der Pfarrer als Seelsorger in der Mitte seiner Gemeinde wichtiger als
die vielleicht besser ausgebildeten Therapeuten.
Denn als Seelsorger ist er zu jeder Zeit ein religiös und psychologisch kompetenter Ansprechpartner für alle, die etwas auf der Seele haben.
Die Menschen von heute brauchen jemanden, der sich um ihre Seele sorgt.
BIRGITT SCHIPPERS
Ich lade mir gern Gäste ein: Markus Lanz (links) mit dem Ehepaar Lauterbach, Schauspieler und Regisseur Peter Weck („Ich heirate eine Familie“, „Cats“) und dem Sänger Michael Bublé.
(Foto: ZDF/S. Baumann)
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MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Meine Niere für Dich
„Ich liebe meine Frau! Deshalb war es
für mich selbstverständlich ihr eine Niere zu spenden und sie so von der Dialyse zu erlösen“, sagt Ralf Zietz (48). Doch
seit der Nieren-OP vor zweieinhalb Jahren hat sich das Leben des Ehepaares radikal verändert. Denn Ralf leidet seitdem
an einer Nierenunterfunktion mit der Folge einer chronischen Erschöpfung. Der
Film „Meine Niere für Dich – Die Grenze
der Dankbarkeit“ begleitet zwei Ehepaare nach der Organspende und untersucht,
wie die Paare mit Dankbarkeit, Zweifeln
und schlechtem Gewissen umgehen.
ARD, So., 14. 4., 17.30 bis 18 Uhr
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de:
Samstag Unsere Woche. Betrachtung zum Sonntag. Sonntag Reden über Gott und Welt. Montag
Weltkirchenmagazin. Dienstag Die zwölf Schwestern und das Leben (3). Mittwoch Die Woche in
Rom. Donnerstag Kreuz des Südens. Freitag Prisma-Magazin. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00 Nachrichten. 17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe. Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Werktags zwischen 6.00 und
8.00 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2. Es
spricht Pater Philipp E. Reichling OPraem. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Center TV Köln und EWTN (Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 13. April
13.25 bis 13.30 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten. Aus der Kirche der Englischen Fräulein in Nymphenburg.
23.10 bis 23.15 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 14. April
9.02 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Evangelischer Gottesdienst aus der Karlskirche in Kassel.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln und
EWTN: Gottesdienst. Übertragung aus dem
Kölner Dom.
10.30 bis 11 Uhr, SWR FS: Menschen unter
uns. Rachel und Michele. Schreiben gegen das
Vergessen.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
12.45 bis 13 Uhr, 3sat: Zwischen Tradition und
Moderne. Das Zisterzienserstift Zwettl.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.30 bis 17 Uhr, WDR FS: Essen als Sucht –
Wenn das Leben nicht satt macht.
17.30 bis 19 Uhr, EWTN: Gottesdienst mit
Papst Franziskus aus der Basilika Sankt Paul
vor den Mauern.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
21.30 bis 22 Uhr, Bibel TV: Das Gespräch.
Montag, 15. April
13.15 bis 13.55 Uhr, ARTE: Die Kinder des
Vater Nikolai.
Der russisch-orthodoxe Priester Nikolai
Stremski und seine Frau Galina haben mehr als
60 Kinder adoptiert. Im Laufe der Zeit ist aus
der Großfamilie ein Chor hervorgegangen.
16.25 bis 16.50 Uhr, ARTE: Nächster Halt Rom. Mehrteilige Reihe über Glaubensvorstellungen und Lebensweisen in der Ewigen Stadt.
Mittwoch, 17. April
7.15 bis 8 Uhr, ARTE: Fest im Sattel - Eine
Cowboykirche.
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha und Omega.
Kirchenmagazin. Gefahr von rechts – Grenzen
der Toleranz.
10.30 bis 12 Uhr, EWTN: Mittwochs-Audienz
des Papstes.
16.30 bis 16.55 Uhr, ARTE: Nächster Halt Rom. Die Heilige Stadt. Rundgang durch das
spirituelle Rom.
21.45 bis 22 Uhr, 3sat: Die Schweiz bauen: Kapelle Saint-Loup.
Die Kapelle der Diakonissen von SaintLoup bei Pompaples im schweizerischen Kanton Waadt wurde nach Baustrukturen mit japanischer Origami-Kunst entwickelt.
Freitag, 19. April
12 bis 12.40 Uhr, 3sat: Die Kinder des Kardinals.
Vor mehr als 30 Jahren war Nguyen Van
Tin wie viele Vietnamesen mit seiner Familie in überfüllten Booten geflüchtet. Zur gleichen Zeit richtete Kardinal König den Appell an die österreichische Bevölkerung, den
Flüchtlingen Hilfe zu leisten. Anfang der
1980er-Jahre nahm er selbst eine sechsköpfige vietnamesische Flüchtlingsfamilie im
Erzbischöflichen Palais auf und gab Vater
Nguyen Van Tin Arbeit in der Hausdruckerei
der Erzdiözese. Die Dokumentation erzählt
die Geschichte von Nguyen Van Tins Familie.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Unversöhnlich? Erklärte Feindschaft. 9.05
Geistliche Musik. Werktags 7.50 Kirche in WDR
3. Choral und Ansprache.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. Gottesbegegnung am Grillfeuer. 9.20 Diesseits von Eden. Die
Welt der Religionen. 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. Verdammt noch mal. Warum wir so viel fluchen. 10.05
Katholischer Gottesdienst aus der Pfarrkirche St.
Franziskus Xaverius in Dresden. Es predigt Pfarrer Bernd Fischer. Montag bis Freitag 9.35 Tag
für Tag. Mittwoch 20.10 Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Wort zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05 Glauben.
Mein Leben sei Wandern. Innere Beweglichkeit als
spirituelle Tugend. Werktags 7.57 Wort zum Tag.
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domradio.de
versichert sind. Davon erzählt er in domradio-Menschen (Di., 16. 4., 10 bis 12 Uhr).
Gottesdienste
Tagesevangelium
Am Samstag, 13. April, um 18.30 Uhr wird
der Dank- und Bittgottesdienst mit Joachim
Kardinal Meisner aus dem Kölner Dom anlässlich der Wahl von Papst Franziskus übertragen.
Am Sonntag, 14. April, um 10 Uhr,
wird das Kapitelsamt gesendet.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst
aus dem Kölner Dom live unter www.domradio.de übertragen.
Werktags vom 15. bis
20. April um 8 Uhr
spricht Monsignore Florian Kolfhaus, Mitarbeiter am Vatikanischen
Staatssekretariat, Gedanken zum Tagesevangelium.
Menschen
Der Internist Herbert Breker bietet bei der
Malteser Migranten Medizin in Köln ehrenamtlich seine Sprechstunde an. Dort betreut
er regelmäßig Menschen, die nicht kranken-
Monsignore Florian Kolfhaus.
Schöne Ausssichten
domradio-Reisen hält Ausschau nach dem
Frühling: Herab von den Gipfeln des Kyffhäusers, inmitten des Botanischen Gartens
auf Madeira, in Vorpommern im kleinen
Wallfahrtsort Kenz und in einem Garten in
der Toskana . . . (Fr., 19. 4., 10 bis 12 Uhr).
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MEDIEN
Die große Stille
162 Filmminuten ohne Dialoge und trotzdem kein Stummfilm: Der Dokumentarfilm
„Die große Stille“ des Filmemachers Philip
Gröning begleitet fast ein halbes Jahr lang
das Leben innerhalb der Klostermauern der
Grande Chartreuse.
Das Kloster liegt zwischen Grenoble und
Chambery in einem Felsmassiv der französischen Alpen. Der dort lebende Einsiedlerorden der Karthäuser wurde 1084 gegründet.
Um in den Arbeitsrhythmus der Mönche einzutauchen, nahm Gröning am Leben der religiösen Gemeinschaft teil. Er dokumentiert
den Lauf der Zeit, den Wechsel der Jahreszeiten, die Gebete, die Gesichter, das Zubereiten des Essens. Innerhalb der Klostermauern
wird hauptsächlich über einen Zettelkasten
kommuniziert, in dem jeder Nachrichten hinterlassen kann. Es soll so wenig wie möglich
gesprochen werden.
Die Idee zu dem Filmprojekt hatte Gröning bereits 1984, bis aus der Idee ein Film
über die große Stille wurde, die das Klosterleben prägt, dauerte es jedoch fast 20 Jahre.
Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm
Selbst wenn die Karthäusermönche der Grande Chartreuse, dem Mutterkloster des Ordens,
zusammensitzen, üben sie sich in größtmöglichem Schweigen.
(Foto: ZDF und BR/Philip Gröning Filmproduktion)
Grönings zeigt hautnah die Existenz der Mönche zwischen Einsiedlertum und starkem Gemeinschaftsgefühl auf. Mit dem Dokumen-
tarfilm „Die große Stille“ endet die Themenwoche „Hauptsache Konsum?“ in 3sat.
3sat, So., 14. 4., 21.45 bis 0.30 Uhr
Filme und Dokumentationen zum 200. Geburtstag von Richard Wagner
Bis zum 27. April bietet 3sat viele Möglichkeiten, Richard Wagner zu entdecken. Denn
3sat begeht das Wagner-Jahr vor allem dokumentarisch. So tritt etwa am Samstag, 13.
April, um 21.15 Uhr, der Ururenkel Antoine
Wagner in dem Film „Wagner. Die Schweizer
Jahre“ buchstäblich in die Fußstapfen seines
Ahnen und erlebt die Faszination jener Berge und Gletscher, die schon Richard Wagner
inspiriert haben. „Es ist ein Projekt, das alle
Medien und alle Seiten der Kunst zusammenfasst: Musik, Film, Fotografie, Landschaften
und Menschen“, erklärt er. „Wenn man etwas
über Wagner anfängt, kommen alle Elemente
zusammen – es wird selbst zum Gesamtkunstwerk.“
Zuvor wird um 20.15 Uhr „Der Ring. Die
Walküre“ ausgestrahlt. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit diesem einmaligen Kunstwerk
offenbaren der Dirigent Christian Thielemann,
Opernkennerin und Librettistin Elke Heidenreich, Pianist und Wagner-Experte Stefan Mickisch, der Literaturwissenschaftler Dieter
Borchmeyer und der Politikwissenschaftler
Udo Bermbach. Mit ihren profunden Kenntnissen führen sie Wagner-Neulinge informativ
und unterhaltsam in Wagners Welt ein.
Um 22.15 Uhr beschließt der Film „Mythos Ring und Richard Wagner“, eine Wiederholung von 2009, den Abend. Ganz im Zeichen der Neuinszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ stand die Saison
2008/09 in der Wiener Staatsoper. „Mythos
Ring“ versucht zu erkunden, warum die Sagen um das alte germanische Volk noch heute
so manche Gemüter bewegen.
Der „jüdische“ Kardinal
Olavsweg und Via Porta
Wunderschön! Nach Dresden
Aaron Jean-Marie Lustiger war eine „wandelnde Provokation“, wie ihn manche beschreiben. Mit 14 Jahren entschied er, sich katholisch taufen zu lassen,
wurde später Priester,
dann Erzbischof von Paris, Kardinal und einer
der wichtigsten Berater
von Papst Johannes Paul
II. Er war ein bedeutender Akteur der jüdischKardinal Jean- christlichen BeziehunMarie Lustiger.
gen, vor allem bei der
(Foto: Ras) Affäre um die Gründung
eines Klosters in Auschwitz. Die Filmbiografie „Der jüdische Kardinal“ zeichnet sein Leben nach.
ARTE, Do., 18. 4., 14.05 bis 15.45 Uhr
Pilgern mit dem Bayerischen Fernsehen:
Am Mittwoch, 17. April, geht es von 17 bis
17.30 Uhr auf der „Via Porta von Volkenroda nach Waldsassen“ durch Thüringen in die
Oberpfalz. Der 300 Kilometer lange Pilgerweg wurde von der Äbtissin Laetitia Fech aus
Waldsassen und Ulrike Köhler von der Christusbruderschaft in Volkenroda gegründet. Die
zisterziensische Via Porta führt über das „Grüne Band Europas“, den ehemaligen Eisernen
Vorhang, vom evangelischen Kloster Volkenroda zur Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen.
Von 19 bis 19.45 Uhr geht es in „Der Olavsweg – Pilgern in Norwegen“ von der norwegischen Hauptstadt Oslo ins mehr als 600 Kilometer weiter nördlich gelegene Trondheim,
zu dem beeindruckenden gotischen NidarosDom. Hier befinden sich die sterblichen Überreste des heiligen Olav.
Der Elberadweg gehört zu den beliebtesten
Radwegen in Deutschland. Ganz im Osten des
Landes verläuft die Route durch eine spektakuläre Landschaft: die Sächsische Schweiz.
Tamina Kallert radelt in „Wunderschön! Der
Elberadweg“ von Bad Schandau bis nach
Dresden – ganz bequem mit dem E-Bike.
Zielort ist die Kulturmetropole Dresden.
Sie war einst eine mächtige Residenzstadt,
heute zeigt sie sich vor allem als kulturelles
Zentrum wie auch moderne und trendige Landeshauptstadt. Neben Semperoper, Zwinger
und Frauenkirche zieht auch Raffaels „Sixtinische Madonna“ Besucher aus aller Welt an.
Tamina Kallert stattet der schönsten Frau der
Welt einen Besuch ab, bevor sie sich im Szene- und Ausgeh-Viertel in der Neustadt umsieht.
WDR FS, So., 14. 4., 20.15 bis 21.45 Uhr
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KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
ERZÄHLUNG
M
eine Eltern hatten bisher meine Bitte,
mir doch einen Hund aus dem Tierheim zu schenken, geflissentlich überhört.
Aber das Schicksal war mit mir.
Einmal kam ich aus der Schule und hörte hinter dem Eingang des früheren Friedhofs
ein klägliches Winseln. Ich raste, Unheil witternd, in den Friedhof hinein. An einem der
verfallenen Gräber stand ein junger Mann.
Gerade zog er einem kleinen, an allen Gliedern zitternden Hund mit einer dünnen Gerte eins über. Der zuckte zusammen, heulte erbarmungswürdig auf und riss verzweifelt an
dem Strick, mit dem er an einem Baumstamm
festgebunden war. Ich war so empört, dass ich
dem Kerl die Gerte entriss und sie weit von
mir warf, sodass sie zwischen zwei von Gras
überwucherten Gräbern landete. Der kleine
Hund mit den zerfransten Ohren sah wohl in
mir seine Rettung, denn seine dunklen Augen
flehten mich an, ihm zu helfen.
Der junge Kerl lachte spöttisch und rief mir
im Gehen über die Schulter zu: „Du kannst
die Missgeburt haben. Sie ist mir zugelaufen
und gehört wohl keinem. Bestimmt hat die
Töle Flöhe, und stubenrein ist sie auch nicht.“
Ich streichelte das kleine Tier. Zutraulich
kuschelte es sich in meine Armbeuge. Es war
Liebe auf den ersten Blick. Aber wohin nun
mit ihm? Meine Eltern wollten keinen Hund.
Trotzdem nahm ich ihn mit nach Hause.
„Der gehört jetzt mir“, sagte ich mit fester
Stimme, und wie um sein neues Heim zu markieren, machte er ein winziges Bächlein unter
sich. Mit bewegter Stimme erklärte ich meiner Mutter, was geschehen war.
„Ich nenne ihn ‚Hucky‘“, schloss ich, „er
gehört jetzt mir.“
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Mein Schützling wedelte begeistert mit seinem
Stummelschwanz, als trüge
er diesen Namen
schon zeit seines
jungen Lebens.
Mutter zeigte
mit spitzem Zeigefinger auf das
gelbe
Bächlein.
„Du machst die
Schweinerei weg,
und dann bringst
du den Hund sofort ins Tierheim.“
Die Hausklingel schrillte. Draußen stand unser Nachbar, der nicht nur seine
Mitmenschen, sondern auch Tiere jeglicher
Art hasste. Hucky verschwand blitzschnell im
Wäschekorb.
„Jetzt haben Sie sich auch noch einen
Hund, der klaut, angeschafft“, schimpfte Herr
Baumann. „Der Köter ist vorhin durch unsere
angelehnte Haustür geschlüpft und hat meine
ungarische Salami gestohlen. Ich habe genau
gesehen, dass er sie im Maul hatte. Wer weiß,
wo er sie verscharrt hat. Vielleicht hat er sie ja
auch bei Ihnen versteckt.“
Mit wildem Blick sah er durch die Spalte
unserer Haustür.
„Mein Sohn hat ihn vorhin zwar weggeschafft, aber vorhin war er doch noch bei Ihnen.“
Mein Vater bat den Schimpfenden mit eisiger Höflichkeit herein. „Der Köter heißt ‚Hu-
cky‘ und ist ein ganz reizender Mischling. Sehen Sie sich ruhig bei uns um. Das Haus steht
Ihnen offen.“
Das tat der Nachbar denn auch. Er durchsuchte ganz ungeniert jeden Raum. Zuletzt
legte er sich längelang hin, linste unter die
Betten und fand nur einen alten Knopf. Hucky lag mucksmäuschenstill mitten im Wäschekorb.
Papa atmete tief und sagte fröhlich: „Da
wäre nun wohl eine Entschuldigung fällig,
Herr Baumann.“
Der knickte ein wie ein kaputter Regenschirm, bat leise um Verzeihung und verschwand in seinem Haus.
Der Wäschekorb kippte um und der Hund
kroch, ein Männerhemd schräg über den Augen, heraus.
„Hund, wo hast du die Wurst, wenn du sie
wirklich gestohlen hast?“, rief ich streng. Hucky legte den wolligen Kopf schief und stellte
die Ohren hoch.
Dann raste er durch die noch offene Haustür, kratzte wild in unserem Vorgarten herum
und schmiss mir die verdreckte Wurst vor die
Füße.
„Hucky, nun kannst du erst recht nicht
hier bleiben“, sagte ich traurig und säuberte
die Salami sorgfältig. Papa nahm ihn auf den
Arm und kraulte ihn zärtlich.
„Du Genießer und tapferer Kämpfer um
die Wurst, mein Haus sei auch dein Haus und
meine Wurst auch deine!“
Und während er mir zuzwinkerte, küsste er
Hucky auf die feuchte Nase. Frohen Herzens
wollte ich das gute Stück zurückbringen, aber
Mama rief: „Untersteh dich! Wir laden Herrn
Baumann morgen lieber ganz freundlich zum
Mittagessen ein. Ich glaube, er isst gerne Sauerbraten mit Klößen, und als Vorspeise gibt es
Salamischeiben auf Salatblättern.“
„Sauer ist er jetzt auf jeden Fall“, lachte
ich, schnappte mir meinen Hund und tanzte
mit ihm durch die Küche. Hucky ließ es geschehen. Er wusste ja jetzt, wo er zu Hause
war, bei unglaublich netten Menschen.
GABRIELE LINS
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AUS DEM ERZBISTUM
ZUR PERSON
aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln
Vom Erzbischof wurde ernannt:
Monsignore Markus Bosbach – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – zum
Rector ecclesiae der Kapelle im „Haus Marienhof“ in Königswinter-Ittenbach im Seelsorgebereich Königswinter – Am Oelberg im Dekanat Königswinter.
Der Erzbischof hat:
Pater Antoninus Walter OP – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen – als Seelsorger in der Citypastoral des Stadtdekanates
Düsseldorf entpflichtet.
Pfarrer Michael Bock als Pfarrvikar an den
Pfarreien St. Bonifatius in Wuppertal-Elber-
feld, St. Mariä Empfängnis und St. Ludger
in Wuppertal-Vohwinkel und St. Remigius
in Wuppertal-Sonnborn im Seelsorgebereich
„Wuppertaler Westen“ des Dekanates Wuppertal entpflichtet.
Pfarrer Dr. Jacob Mandiyil – unter Beibehaltung seiner Aufgaben als Diözesanrichter am
Offizialat – als Pfarrvikar an der Pfarrei St.
Servatius in Siegburg im Dekanat Siegburg/
St. Augustin entpflichtet.
Pfarrer Wolfgang Severin mit Wirkung vom 1.
Oktober weiterhin bis zum 30. September 2016
zur Übernahme seiner Aufgabe in der deutschsprachigen Seelsorge in Brüssel, die er im Auftrag des Auslandssekretariates der Deutschen
Bischofskonferenz ausübt, freigestellt.
Pfarrer Hans-Peter Groß – unter Beibehaltung seiner Aufgabe als Hausgeistlicher der
Schönstätter Marienschwestern – als Beauftragten für ältere und kranke Priester im
Stadtdekanat Bonn und im Kreisdekanat Euskirchen entpflichtet.
Pfarrer Johannes Kaulmann mit Ablauf
des 31. Mai in den Ruhestand versetzt und
gleichzeitig mit Wirkung vom 1. Juni für
die Dauer von zunächst einem Jahr zum
Subsidiar an der Pfarrei St. Lambertus in
Düsseldorf im Dekanat Düsseldorf-Mitte/
Heerdt ernannt.
Diakon Wilfried Koch mit Ablauf des 30.
April in den Ruhestand versetzt und gleichzeitig mit Wirkung vom 1. Mai für die Dauer von drei Jahren zum Diakon im Subsidiarsdienst an der Pfarrei St. Engelbert und
St. Bonifatius in Köln-Riehl im Dekanat
Köln-Nippes ernannt.
Pfarrer Peter Adolf mit Ablauf des 30. Juni
in den Ruhestand versetzt.
Es starb im Herrn:
Monsignore Hellmut Schüller, 74 Jahre.
>> Fortsetzung auf Seite 48
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Pastor Hüsen sei Dank
Neuss, Dormagen und Grevenbroich:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Seit 150 Jahren ein schönes Pfarrhaus
GRIMLINGHAUSEN. Eines der schönsten
Pfarrhäuser im Erzbistum Köln hat „Geburtstag“: Im Jahr 1863 ließ Pastor Rudolf Dionysius Hubert Hüsen nach Plänen des Königlichen
Baurats Friedrich Wilhelm Weise direkt am
Gemeindereferentin
Rita
JustenhovenOckermann wohnt im 150 Jahre alten Pfarrhaus in Grimlinghausen.
(Foto: ZIM)
Rhein in Grimlinghausen das Gebäude errichten, das er selbst finanzierte und bis zu seinem
Tod 1897 bewohnte.
Das 150-jährige Bestehen ihres Pfarrhauses nimmt die Gemeinde St. Cyriakus zum Anlass, am Mittwoch, 1. Mai, um 14 Uhr mit einem Festakt einen „Tag der offenen Tür“ zu
beginnen. Gemeindereferentin Rita Justenhoven-Ockermann, die im Pfarrhaus über dem
künftigen Pastoralbüro wohnt, bietet Kaffee
und Kuchen auf dem Hof mit einer riesigen
Magnolie an. Eine Festschrift ergründet die
Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner. Ortschronist Karl Kuhl hat viel Interessantes zusammengetragen. Eine Präsentation liturgischer Gegenstände schließt den Kreis. Im
Gemeindesaal ist vom 14. bis 28. April zu den
üblichen Öffnungszeiten eine Foto-Ausstellung
mit dem Titel „Domus“ (Haus) zu sehen. Darüber hinaus richtet dort Dr. Willi Klinkhammer,
leitender Pfarrer im Seelsorgebereich „Rund
um die Erftmündung“, einen Gesprächsabend
zum Thema „Wo wohnst du?“ aus, der am
Mittwoch, 3. Juli, um 20 Uhr beginnt.
ZIM
Lebensabend mit Erftblick
Seniorenwohnstift St. Martinus geplant
WEVELINGHOVEN. Die St.-Augustinus-Kliniken aus Neuss bauen auf dem idyllisch gelegenen Gelände des ehemaligen Wevelinghovener St.-Josefs-Krankenhauses ein modernes
Zentrum für Senioren. Die Planer wollen die
denkmalgeschützten Gebäude - das 300 Jahre alte Gutshaus und die Kapelle - erhalten und
in die Neubauten integrieren. Die Baumaßnahmen beginnen im Mai. Die Eröffnung des Seniorenwohnstifts St. Martinus ist 2015 vorgesehen. Die Seniorenhilfe der Augustinus-Kliniken übernimmt das 10 000 Quadratmeter
große Grundstück von der Gemeinde St. Martinus. Entstehen werden 80 Einzelzimmer und
15 Wohnungen für Betreutes Wohnen. Rund elf
Millionen Euro kostet das Projekt. Unter anderem soll ein ansprechendes Café-Restaurant
mit Biergarten auch Nachbarn und Erholungssuchende anziehen, die am Erft-Ufer verweilen
möchten. Das Areal hat eine bewegte Geschichte: Die Geschwister Josephine und Johann Kruchen waren Gutsbesitzer und vermachten ihr
Vermögen der Pfarrei St. Martinus als Stiftung
für gemeinnützige Zwecke. 1879 wurde ein Alten- und Waisenheim, die „St.-Josefs-Anstalt“,
eröffnet. Später entstand daraus ein Krankenhaus, in dem viele Wevelinghovener geboren wurden.
ZIM
GLEHN. Einen neuen Kreuzweg im alten Park haben jetzt die Oblatenmissionare im Nikolauskloster bei Glehn. Damit geht ein lang gehegter Wunsch von
Rektor Pater Felix Rehbock in Erfüllung. Mehrere Wochen hat die Anbringung der Stationen gedauert. Zudem
musste ein Weg neu gepflastert werden, um das Kunstwerk auch für Rollstuhl- und Rollatorfahrer zugänglich zu
machen. Gestiftet wurden die Bronzebilder von der Ordensleitung in Mainz.
Die Stationen, die zuvor ihren Platz im
Oblatenkloster Biberach hatten, wurden vom Künstler Joseph Krautwald
geschaffen. Der moderne Kreuzweg
fügt sich harmonisch in eine Mauer
von 1722 ein.
DELRATH. „Geist – voll – leben“ sind
die Exerzitien im Alltag (die Kirchenzeitung berichtete) überschrieben, die der
Seelsorgebereich
„Dormagen-Nord“
anbietet. Eine Einführung gibt Pfarrer
Klaus Koltermann am Freitag, 19. April,
nach dem 18-Uhr-Gottesdienst in der
Delrather Kirche St. Gabriel. Auf dem
Programm stehen tägliche Gebetsübungen sowie wöchentliche Gottesdienste
und Gruppentreffen. Information und
Anmeldung in den Pfarrbüros.
HOLZBÜTTGEN. Ein Frühlingsfest für Senioren steigt am Donnerstag, 18. April, im Pfarrzentrum Sieben
Schmerzen Mariens. Die Veranstaltung
beginnt um 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche. Danach werden
die Gäste bei Kaffee und Kuchen von
Sänger Thomas Tenten, Altistin Manuela Kunze und Pianist Volker Kolmetz
mit einer musikalischen Reise durch
den Frühling unterhalten. Näheres unter Telefon (0 21 31) 12 58 73.
NEUSS. Regen Zuspruch findet das
„Anti-Burnout-Café“ im „Netzwerk
Oberstraße“, Oberstraße 97. Am Mittwoch, 17. April, widmen sich die Veranstalter - das St. Alexius-/St. JosefKrankenhaus und die „Initiative für
gesundes Leistungsklima“ - mit ihren Gästen dem Thema „Ich kann so
schlecht Nein sagen - die unheimliche
Sucht, gebraucht zu werden“.
Der Entwurf des Aachener Architekturbüros Esser Coenen Forsch & Partner. (Repro: ZIM)
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 33
AUS DEM ERZBISTUM
Düsseldorf:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
DÜSSELDORF. Besonders an Interessentinnen, die noch nicht der Frauengemeinschaft (kfd) angehören, richtet sich
das kfd-Stadtdekanat mit einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „frau sein“.
Es sind aber auch alle Mitglieder sowie
männliche Gäste willkommen bei dem
Kammermusik-Abend mit dem Duo
Maria del Mar Ribas Requena (Cello)
und Elke Masino (Piano). Das Konzert
beginnt am Freitag, 26. April, um 19.30
Uhr im Klosterhof des „maxhaus“ an der
Schulstraße. Karten gibt es im Vorverkauf im „maxhaus“.
DÜSSELDORF/REISHOLZ.
Das
BDKJ-Aktionsmobil „KNIRPS“ startet
am Montag, 15. April, von 15.30 bis 18
Uhr seine diesjährige Tournee durch die
Landeshauptstadt. Der erste Nachmittag
findet im Paulinenpark in Reisholz statt.
Viermal pro Woche ist der knallgelbe
USA-Schulbus in ganz Düsseldorf unterwegs. Genaue Informationen über die
einzelnen Termine gibt es im Internet.
>> www.bdkj-knirps.de
DÜSSELDORF. Zum Frühjahrsempfang
lädt der Stadtverband Düsseldorf des
Malteser Hilfsdienstes (MHD) am Sonntag, 14. April, ein. Eingeleitet wird die
Veranstaltung um 10.30 Uhr mit einem
Gottesdienst in der Basilika St. Lambertus am Stiftsplatz. Anschließend findet
der Empfang im Lambertussaal statt.
DÜSSELDORF. Einen „Gottesdienst für
Neugierige, Nachdenkliche, Bittende,
Leidenschaftliche, Querdenkende, Sinnsuchende, Hoffende, Risikofreudige“
gibt es am Mittwoch, 17. April, um 20.15
Uhr in der Basilika St. Lambertus. Motto
ist „Just Try - Zeit für Gottsucher“.
ALTSTADT. Malereien von Stefan
Lausch sind bis zum 25. Mai im „maxhaus“ an der Schulstraße zu sehen. Der
gebürtige Düsseldorfer Lausch hat von
1987 bis 1994 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Seit
2008 lehrt er an der Folkwang-Universität der Künste in Essen als Professor
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 11 bis 20 Uhr und samstags
von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Missionale 2015 als beflügelnde Idee
Mission-Statement beschreibt Ziel und Rahmen
DÜSSELDORF. Die Missionale 2015 kann
und wird kommen! Der Vorbereitungsprozess beginnt mit einem ersten Treffen am Freitag, 10. Mai, um 18 Uhr im Lambertussaal
am Stiftsplatz. Außerdem ist bereits das aus
der englischen Sprache stammende „MissionStatement“ festgelegt worden. Darin heißt es:
„Wir, der Stadtdechant und das von ihm gebildete Kernteam, haben eine uns beflügelnde
Idee: In Düsseldorf werden Menschen (neu) zu
begeisterten und evangelisierenden Christen.“
Dazu brauche die Pastoral eine missionarische
Ausrichtung; die Missionale Düsseldorf 2015
werde dazu als „Katalysator einer missionarischen Pastoral“ geplant und veranstaltet, der in
einem „strukturierten, offenen Prozess“ angelegt werde. „Anfang 2012“, berichtet Michael
Hänsch, Geschäftsführer der Katholischen Kirche in Düsseldorf, „haben vier so genannte ‚Visionärsversammlungen’ stattgefunden. Zwischen September 2012
und Januar 2013 gab es
dann drei ‚MissionaleMotivationstreffen’ mit
jeweils rund 70 Interessierten.“
„Mit dem MissionStatement haben wir
jetzt das Ziel und den
formalen Rahmen der
neuen Missionale beschrieben“, so Hänsch.
„Von nun an gilt es, ihr
ein begeisterndes, frisches und einladenMichael Hänsch, Geschäftsführer der Katholischen Kirche in Düssel- des Gesicht zu geben.“
dorf, mit dem „Mission-Statement“.
(Foto: RM)
RM
Beistand rund um die Uhr
Klinikseelsorge für Menschen in Notlagen da
DÜSSELDORF. Die letzten Arbeitstage von
Gemeindereferentin Helga Glombiewski – sie
wird am Sonntag, 21. April, in die zweite Hälfte der Altersteilzeit verabschiedet – bieten einen
aktuellen Anlass zu einem Blick auf die katholische Seelsorge an der Uniklinik. Seit über 13
Jahren war Glombiewski hier tätig, insgesamt
blickt sie auf fast 37 Jahre Berufstätigkeit als
Gemeindereferentin zurück. Eine Messe mit
anschließender Begegnungsmöglichkeit wird
ab 19.30 Uhr in der Heilig-Geist-Kapelle auf
dem Klinikgelände gefeiert. 46 000 stationä-
re Fälle sind 2012 in der Uniklinik behandelt
worden, 1960 Geburten stehen 1050 Sterbefälle
gegenüber. Gerade in Notsituationen und Krisen seien Menschen „offen“, in ihnen könnten
Fragen nach dem Sinn des Lebens oder Klagen
gegen Gott aufbrechen, so Glombiewski. „Bei
aller Schwere können sich hier kostbare Eingangspforten zu den Herzen, zu neuen Einsichten oder sogar Lebensentwürfen auftun“, weiß
auch der Leiter des sechsköpfigen SeelsorgeTeams, Pfarrer Andreas Paling. Die Klinikseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar.
RM
Die Pfarrer Paling (von links) und Volker Siegburg, Gemeindereferentinnen Hiltrud Höschler,
Helga Glombiewski und Birgitta Swemers-Hessling, Pastoralreferent Josef Mauzer. (Foto: RM)
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Kassierer in der dritten Generation
Familie Fulde liegt Förderverein St. Nikolaus am Herzen
GRUITEN. Seit Generationen weiß der Förderverein St. Nikolaus seine Finanzen in guten Händen: Denn Familie Fulde ist im besten
Sinn eine „Bank“ für den 1969 ursprünglich
für den geplanten, später aber nicht realisierten Kirchenneubau gegründeten Verein. Heute
stehen die Pflege, Unterhaltung und Ausschmückung der Kirche St. Nikolaus und sonstiger für
die Seelsorge und das religiöse Gemeinschaftsleben erforderlicher Einrichtungen im Mittel-
punkt. Von den ersten Tagen bis 1983 übte der
vier Jahre später verstorbene Alfred Fulde das
Amt des Kassierers aus. Nachfolger wurde sein
heute 81 Jahre alter Sohn Georg Fulde, der „nebenbei“ auch noch jahrelang Mitglied des Kirchenvorstands und des Kirchenchors „Cäcilia“
war. Jetzt schaut die dritte Generation Fulde
nach dem finanziellen Rechten: Soeben wurde
der 43-jährige Thomas Fulde zum Nachfolger
seines Vaters gewählt. Der „Neue“ kennt sich
bestens aus: Thomas Fulde war bereits einige Jahre Schriftführer.
„Die Familie Fulde ist
ein Beispiel für das Engagement mancher damaliger ‚Neu-Gruitener’,
die in den 1960er- und
70er-Jahren hierhin zogen“, so der Vorsitzende
des Fördervereins, Norbert Julius. Menschen
wie die Fuldes brächten
sich „in vorbildlicher
Form in die Gestaltung
Drei Generationen Fulde auf einem Bild von 1970: Von links Georg, des Gemeindelebens
Thomas, damals noch als Kind, und Alfred Fulde. (Foto: Privat) ein“.
RM
Leben ist Begegnung
Neues Jahresprogramm der „orgelwelten ratingen“
RATINGEN. Für Ansgar Wallenhorst, Kantor
der Pfarrei St. Peter und Paul „ist Leben Begegnung“. Unter dem Leitmotiv der Begegnung
steht das neue Jahresprogramm der „orgelwelten ratingen“. In diesem Sinne wird auch der
neuartige Konzertspieltisch im Chorraum von
St. Peter und Paul (die Kirchenzeitung berichtete) eingesetzt. „Hier kommen die Künstler in
einen ganz anderen Kontakt mit den Zuhörern“,
erklärt Wallenhorst. Im Rahmen des „organistivals“ 2013 werden in Ratingen bekannte Organisten wie Vincent Dubois, Zuzana Ferjeniková
oder Iveta Apkalna diese Möglichkeiten in ihren Konzerten nutzen. Der „orgel.punkt12“ lädt
darüber hinaus an jedem zweiten Samstag von
12 Uhr bis 12.30 Uhr zu einer halbstündigen
Unterbrechung des Alltags ein. „Hier begegnet
das Orgelspiel auch kammermusikalischen Elementen“, so Wallenhorst. Am Samstag, 13. April, wird Musik von Violine und Orgel zu hören sein. Ein neues Format stellt jeden Donnerstag die Frage: „is a sound a blessing?“. Im Mittelpunkt steht hier die Begegnung mit fremden
Klangerfahrungen. Das nächste „organistival“Konzert am Montag, 6. Mai, um 20 Uhr thematisiert die „Begegnung mit Notre-Dame“
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
und soll eins von 850 Konzerten weltweit sein,
da an diesem Tag das 850. Jubiläum der Pariser
Kathedrale gefeiert wird. Das Jahresprogramm
liegt in den Kirchen aus und ist im Internet einsehbar.
MM
>> www.orgelwelten-ratingen.de
Hilden, Langenfeld und Monheim:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
Mettmann und Ratingen:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
RATINGEN-WEST. Jugendliche aus
Heilig Geist gestalteten in der „liturgischen Nacht der Jugend“ von Gründonnerstag auf Karfreitag eine Osterkerze. In Anlehnung an
das Treffen der beiden Heiligen Väter
in Castel Gondolfo
sind auf der Rückseite die beiden
Päpste zu sehen, wie
sie sich die Hände reichen und gemeinsam im Boot der Kirche sitzen.
LANGENFELD. Die Gemeinde St. Josef und Christus König verabschiedet
sich am Sonntag, 14. April, vom beliebten Pater Joseph Peedikhadathil CMI. Ab
18.30 Uhr wird in St. Martin an der Kaiserstraße ein Gottesdienst gefeiert. Ein
Empfang im benachbarten Pfarrzentrum
schließt sich an. Zehn Jahre lang hat der
indische Pater aus der Kongregation von
Karmelitern von der Unbefleckten Gottesmutter Maria in Langenfeld gewirkt.
Jetzt geht er mit nicht mehr als 30 Kilo
Fluggepäck in seine Heimat zurück. „In
seiner stets freundlichen, bescheidenen
und zurückhaltenden Art konnten ihn viele Mitchristen in ihr Herz schließen“, so
der Leitende Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop.
„Im Seelsorgeteam schätzten wir ihn als
hilfsbereiten und solidarischen Kollegen
und Mitbruder, der überall mit anpackte,
wo es nötig war.“
METTMANN. Eine „Woche des Glaubens“ wird ab Sonntag, 14. April, in der
Gemeinde St. Thomas Morus, Breslauer
Straße 1, gefeiert. Die Kirche ist dazu jeden Tag von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Neben
der Ausstellung „Wie geht glauben“ sind
unter anderem ein Filmabend am Dienstag, 16. April, um 19 Uhr und zum Abschluss ein Familienfest am Sonntag, 21.
April, ab 9.45 Uhr geplant.
Kantor Ansgar Wallenhorst mit einem Teil
der innovativen Orgeltechnik. (Foto: MM)
RATINGEN-WEST. Zu einer Wallfahrt
nach Steyl am Mittwoch, 17. April, laden
die Frauengemeinschaft (kfd) St. Josef,
die Senioren und Pfarrer Roman Raczko
ein. Abfahrt ab Heilig Geist ist um 8.30
Uhr. Anmeldung in den Pfarrbüros.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
Remscheid und Solingen:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
Wuppertal: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
Förderverein mit großem Ziel
Spenden für Acht-Betten-Hospiz notwendig
REMSCHEID. „Als wir von Herrn Holthaus
angesprochen wurden, waren wir sofort bereit uns einzubringen“, erklärt der Vorsitzende
des Caritasverbandes (CV) Remscheid, Werner Fußwinkel. So gehört der CV zu den Grün-
HONSBERG. Mit Erfolg wurde das „Anti-Rassismus-Training“ an der Offenen
Ganztagsschule (OGS) der Grundschule
Kremenholl (Standort Honsberg) abgeschlossen. In der ersten Osterferienwoche führte der Caritasverband Remscheid
in Kooperation mit der Schulsozialarbeiterin Silke Benattabou ein gemeinsam
entworfenes Training zur Förderung eines respektvollen, vorurteilsfreien Miteinanders durch. Das Projekt wurde gefördert durch den Deutschen Caritasverband
und soll in nächster Zeit auch an weiteren
Grundschulen in Remscheid stattfinden.
SOLINGEN. Zum Kolping-Forum am
Donnerstag, 18. April, um 19 Uhr im Clemenssaal laden die Kolpingsfamilie und
das Katholische Bildungswerk ein. Das
Thema lautet: „Kirche unter den Menschen - wie Seelsorge sich verändert“.
Pastoralreferent Dr. Werner Kleine berichtet von den Erfahrungen der Citypastoral in Wuppertal.
WUPPERTAL. „Entweltlichung“ der
Kirche. Was meinte Papst Benedikt
XVI.? Dieser Frage geht Professor Dr.
Markus Knapp von der Ruhr-Universität
Bochum am Mittwoch, 24. April, nach.
Der Vortrag im Rahmen der Reihe „1:3
Semestergespräche“ der Katholischen
Hochschulgemeinde (KHG) beginnt um
19.30 Uhr in den Räumen der KHG im
Casa-Zentrum Auer, Schulstraße 13.
WUPPERTAL. Wenn im August das
Musical „Kolpings Traum“ im Opernhaus aufgeführt wird (die Kirchenzeitung
berichtete), plant der Kolping-Bezirksverband einen Besuch aller Wuppertaler
Kolpingsfamilien. Als Termin ist Mittwoch, 21. August, vorgesehen. Informationen dazu unter Telefon (02 02) 50 17 71.
WUPPERTAL. Die Bibel ist für viele ein
„Buch mit sieben Siegeln“. Es stellen sich
aus den Texten heraus Fragen wie etwa
„Die Seele - nur eine Illusion?“ oder „Urknall oder Bibel - Alles Zufall oder was?“
Antworten versucht die Religionswissenschaftlerin Dr. Ulrike Peters am Donnerstag, 18. April, um 19.30 Uhr, in
der Familienbildungsstätte, BernhardLetterhaus-Straße 8, zu finden.
Andreas G. Holthaus ist Vorsitzender des
Fördervereins.
(Foto: MÖ)
dungsmitgliedern und Spendern des Fördervereins Christliches Hospiz Bergisch Land. Auch
Stadtdechant Thomas Kaster war von der bewusst christlichen Orientierung des Vereins und
Hospizes überzeugt. Er ist im Beirat als Vertreter der katholischen Christen in Remscheid. Andreas G. Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins in Remscheid, unterstreicht das Christliche
bei der Ausrichtung des Hospizes. Es sei Wert
darauf gelegt worden, dass es sich bei den Mitgliedern des Vereins um Mitglieder der ACK,
der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen,
handele, erklärte er. Das Hospiz selber werde
aber allen Menschen offenstehen. Das Haus ist
ein Gemeinschaftsprojekt für die Städte Remscheid, Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen. Der Förderverein habe schon bei
einigen Menschen, Gemeinden und Gruppen
Vertrauen gefunden. So kann der vor einem
halben Jahr gegründete Verein schon auf einen
fünfstelligen Spendenbetrag bauen. 1,4 Millionen Euro sollen für das Acht-Betten-Haus in
zwei Jahren zusammenkommen.
MÖ
>> www.bergisches–hospiz.de
Spenden für sinnvolle Freizeit
Das Kinderhaus St. Michael setzt auf die Hilfe vieler
WUPPERTAL. Immer schon folgte man im
Kinderhaus St. Michael zeitgemäßen Pädagogikansätzen, seit gut zehn Jahren werden die
von dort betreuten Kinder und Jugendlichen
deshalb in dezentralen Wohngruppen untergebracht. Am traditionellen Standort im Uellendahl befindet sich nur noch eine Wohngruppe
der insgesamt gut 60 Betreuten aus schwierigen Lebensbedingungen. Dort ist auch die Verwaltung der Gesamteinrichtung untergebracht.
Den anvertrauten Kindern eine optimale Zukunftsperspektive zu schaffen, ist das Ziel von
Einrichtungsleiter Reiner Massow und seinen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu gehört auch eine „sinnvolle“ Freizeitgestaltung.
Dafür reichten die im Tagessatz vorgesehenen Pauschalbeträge aber in der Regel nicht
aus. „Deshalb freuen wir uns über Spenden,
die dann helfen, auch attraktive Freizeitangebote zu nutzen“, so Massow. Dazu zählen
in den Osterferien die Angebote der Stadt im Sportbereich. Auf dem Gelände
selbst soll jetzt ein richtiger
„Bolzplatz“ entstehen. Das
Tor steht schon, aber ansonsten muss es Frühling werden, damit der Platz gestaltet
werden kann.
Für diese und andere Aktivitäten freut man sich über
die Hilfe durch Spenden
möglichst vieler. „Denn wir
möchten ja in der Gesellschaft der Stadt einen Platz
haben“, sagt Massow mit
Blick auf seine „SchützlinBisher konnte Reiner Massow nur das Tor aufstellen lassen. Für ge“.
PA
die weitere Gestaltung muss es Frühling werden. (Foto: PA) >> www.khsm.de
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Zeichen für Wert der Bildungsarbeit
Oberbergischer Kreis: Heike Cosler,
Telefon (0 21 92) 8 37 07
Altenkirchen: Peter Stangier,
Telefon (0 27 42) 46 10
Theologe Fabian Apel als neuer Leiter eingeführt
MARIENTHAL. Beim katholischen Bildungswerk Marienthal ist seit Anfang März
Fabian Apel für die katholische Erwachsenenbildung im rheinland-pfälzischen Teil des
Erzbistums verantwortlich. Der 31-jährige Diplom-Theologe hat seit 2010 bereits die Leitung des Bildungswerks Euskirchen inne, nun
ist er zusätzlich für Marienthal zuständig. Die
Neubesetzung sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bildungsarbeit auch in der Fläche
wichtig sei und aufrecht erhalten werden solle,
so Apel. Obwohl noch in der Einarbeitungsphase, haben ihn das Engagement der vielen
ehrenamtlichen Mitarbeiter und insbesondere das breite kulturelle Angebot des Bildungswerkes sehr beeindruckt. Gerade im kulturellen Bereich fühlt sich Apel, der derzeit zusätzlich in Kunstgeschichte promoviert, heimisch.
Religion und Kunst sieht er als zwei Bereiche,
die sich gegenseitig befruchten, „beide befassen sich mit Dingen, die über das Profane,
rein Menschliche hinausgehen“. Als ein erstes
Projekt in diesem Bereich ist eine Ausstellung
mit dem Kölner Bildhauer Götz Sambale geplant. An der grundsätzlichen Ausrichtung der
Bildungsarbeit soll sich nichts ändern. Nach
wie vor wird neben zentralen Angeboten in
Marienthal auf die vielfältigen dezentralen
Angebote in den Gemeinden des ländlich geprägten Raums gesetzt.
PS
DERSCHLAG. Die Frauengemeinschaft (kfd) lädt alle Interessierten am
Dienstag, 16. April, um 19.30 Uhr in
das Jugendheim St. Elisabeth zu einem
Filmabend ein. Gezeigt wird „Visionen
aus dem Leben der Hildegard von Bingen“.
GUMMERSBACH. In der Pfarrkirche
St. Franziskus feiert Kreisjugendseelsorger Norbert Fink am Sonntag, 14.April, ein „Nightfever“. Die Messe beginnt
um 18 Uhr. Es singt der „Nightfever“Chor. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Beichte, zum Gebet und
Austausch.
Diplom-Theologe Fabian Apel leitet nun auch
das Bildungswerk Marienthal.
(Foto: PS)
Gott in Taizé näher kommen
Fahrten mit Kreisjugendseelsorger begeistern
OBERBERGISCHER KREIS. „Ich bin bereits zum sechsten Mal mit Jugendlichen aus
dem Oberbergischen Kreis nach Taizé gefahren“, berichtete Kreisjugendseelsorger Norbert Fink. „In diesem Jahr waren wir mit 52 Jugendlichen unterwegs, darunter viele Firmlinge.“ Die Jugendlichen seien dort, um die Spiritualität von Taizé zu erfahren und Gott näher
zu kommen, erklärte der Seelsorger. Anne (15)
aus Hückeswagen erzählte: „Hier macht Kirche
richtig Spaß. Wir beten und singen gemeinsam
mit 4000 Jugendlichen aus der ganzen Welt. Ich
habe die Lieder schnell gelernt und sie bleiben
mir als Ohrwurm im Kopf.“ Auch ihre Freundinnen sind sich einig: Die Gemeinschaft und
selbst das Arbeiten mache Freude. Die Jugendlichen helfen unter anderem beim Essen austeilen und putzen. Bei einer Führung durch das
Dorf Taizé besuchten die Jugendlichen die alte
Kirche, in der Frère Roger 1940 die Communauté de Taizé gründete. Der Kreisjugendseelsorger hat auch schon die nächste Fahrt geplant.
Sie findet statt vom 4. bis 11. August. Information und Anmeldung bei Pfarrer Norbert Fink unter Telefon (0160) 97 96 68 82 oder per Email
an NoFink@gmx.de
HC
Die jugendlichen Teilnehmer an der Taizé-Reise mit Kreisjugendseelsorger Norbert Fink
(links). Die nächste Fahrt findet im August statt.
(Foto: HC)
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
ENGELSKIRCHEN. Im Rahmen der
Vorbereitung auf den Eucharistischen
Kongress im Juni in Köln gibt es in der
Kirche Herz Jesu in Loope an jedem
ersten Freitag im Monat eine Eucharistische Anbetung. Beginn ist immer um
19 Uhr mit der Messe. Am 3. Mai findet zudem das Gebet für die geistlichen
Berufe und am 7. Juni das Gebet für die
Kranken statt.
WIPPERFÜRTH. Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg lädt am Sonntag,
28. April, von 14 bis 18 Uhr zu einem
„Tag der Offenen Tür“ in das Pfadfinderbegegnungszentrum Fliegeneichen
ein. Bei Bergischen Waffeln können
sich die Besucher über den Fortschritt
der Ausbauarbeiten informieren.
ALTENKIRCHEN. Im Anschluss an
den Frauengottesdienst am Dienstag,
16. April, um 19.30 Uhr in St. Jakobus
lädt die Frauengemeinschaaft (kfd) zum
Zumba-Tanzabend in das Tanzstudio
„Step In“, Frankfurter Straße 3-5, ein.
Ulla Brühn-Heimann führt in die Choreographie des Tanzstils ein.
MORSBACH. Die Kolpingjugend
Morsbach veranstaltet von Samstag,
27. April, auf Sonntag, 28. April, eine
Filmnacht im Gertrudisheim. Beginn ist
um 19 Uhr, ein gemeinsames Frühstück
am darauffolgenden Morgen sowie der
Besuch der Messe um 11.30 Uhr beschließen die Filmnacht. Anmeldungen
bis zum 19. April im Pfarrbüro.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
AUS DEM ERZBISTUM
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen: Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
BERGISCH GLADBACH. Eine Kleidersammlung führt das Hilfskomitee Litauen/Weißrussland am Samstag, 13. April, von 10 bis 12 Uhr am Laurentiushaus,
Laurentiusstraße 4-12, durch. Dringend
benötigt werden gut erhaltene Kleidung
und Schuhe für Erwachsene und Kinder, Stoffe, Wolle, Unterarmgehstützen,
Rollstühle, Rollatoren sowie Schul- und
Büromaterial. Informationen bei Ulrich
Gürster unter Telefon (0179) 4 58 24 44.
BERGISCH GLADBACH. „Übergriffe und Gewalt“ ist das Thema eines Gesprächsabends im Jugendheim „Cross“
von St. Marien in Bergisch GladbachGronau am Mittwoch, 17. Mai, um
19.30 Uhr. Ehrenamtsmanagerin Teresa
Winkel macht sensibel, wann Grenzen
überschritten und die Privatsphäre verletzt wird.
BURSCHEID. Das „Café Kolping“ öffnet am Sonntag, 14. April, ab 15 Uhr
mit Kaffee und Kuchen im Pfarrheim
von St. Laurentius. Der Erlös ist für die
Partnergemeinde in Tansania bestimmt.
WIESDORF. Um die Zehn Gebote geht
es am Montag, 15. April, um 19 Uhr
im Pfarrheim Herz Jesu. Die Katholische Arbeitnehmer-Bwegung (KAB)
St. Antonius lädt ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen „Zehn Gebote – Richtschnur und Hilfe zum Leben
oder nur Zwang und nicht mehr für das
heutige Leben geeignet?“.
LÜTZENKIRCHEN. „Den Leib Christi essen, sein Blut trinken. Was kann
man als moderner Mensch davon überhaupt glauben?“ Um diese Frage geht
es am Montag, 15. April, um 20 Uhr im
Pfarrheim St. Maurinus. Pfarrer Ulrich
Sander stellt sich der Diskussion über
die Verwandlung von Brot und Wein in
der Messe.
Bethe-Stiftung rettet „Mittendrin“
Spenden-Verdopplungsaktion schließt Finanzlücke
BERGISCH GLADBACH. „Wir wollen
nicht für andere etwas machen, sondern mit
anderen etwas tun“, sagte Hans-Peter Bolz.
Der Caritasdirektor RheinBerg möchte kein
langweiliges Programm für Senioren, die
die Caritaseinrichtung „Mittendrin“ besuchen, sondern er möchte die Besucher aktiv
mit einbeziehen. Im vergangenen Jahr stand
die Einrichtung wegen fehlender Zuschüsse
vor dem Aus. Hilfe verspricht die Bethe-Stiftung mit einer Spenden-Verdopplungsaktion.
Sie möchte, dass die Einrichtung für die älteren Menschen in der Stadt erhalten bleibt
und in der Öffentlichkeit bekannter wird.
Deshalb wird in den nächsten vier Monaten
jede Spende bis 2000 Euro von der BetheStiftung verdoppelt bis zu einer Spendengesamthöhe von 50 000 Euro. Sollte die Zielmarke erreicht werden, so Bolz, wäre die
Existenz von „Mittendrin“ für mehrere Jahre gesichert. Die von dem Ehepaar Roswitha
und Erich Bethe gegründete Stiftung ist bekannt wegen ihres Engagements im Kinderschutz und für Kinderhospize. Erster Erfolg
der Aktion ist, dass sich die Besucher mit ihrer Einrichtung identifizieren und den Slogan
„Wir bleiben Mittendrin“ für die Aktion bei-
steuerten. Auch haben sie sich viele Aktivitäten ausgedacht, um ihre Einrichtung mit
Leben zu füllen. Dazu gehören unter anderem eine Kunstversteigerung, Stadtführungen, Konzerte und Wanderungen. Mit einer
„musikalischen Frühlingsreise“ des FrauenTrios „Musica Viva“ beginnt das Aktionsprogramm am Donnerstag, 18. April, um 15
Uhr, in der Begegnungsstätte „Mittendrin“
im Laurentiushaus.
LEA BALLING
>> www.mittendrin.caritas-rheinberg.de
Michaela Winkler betreut die Spendenaktion und hofft, dass das Spendenbarometer die
50 000-Euro-Marke erreicht.
(Foto: KL)
Nicht nur Brandschäden beseitigt
Kirche ist renoviert, neuer Altar kommt im September
QUETTINGEN. „Wir haben vorgezogen,
was vorzuziehen war“, sagt Pfarrer Ulrich
Sander. Ein Schwelbrand im Dezember hatte
in der Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin
umfangreiche Reinigungsarbeiten nötig gemacht. Die notwendige Schließung des Gotteshauses wurde genutzt, um bereits geplante Renovierungsarbeiten auszuführen. Wenn
(voraussichtlich) kommende Woche wieder
Gottesdienste in der Quettinger Kirche gefeiert werden, erwartet die Gläubigen ein
komplett neuer Innenanstrich. Der Fußbo-
den wurde überarbeitet, der Tabernakel umgestellt auf ein Podest in Achse des Altares,
das Evangeliar auf der ehemaligen Tabernakel-Seite platziert. „Der neue Altar wird allerdings erst nach dem Sommer kommen“,
sagt Pfarrer Sander. Die Weihe ist für den
7. September geplant. Doch nicht nur äußerlich hat sich etwas verändert. „Lieber hätte
ich den Brand nicht gehabt“, sagt Sander.
„Aber unterm Strich hat uns das in Lützenkirchen und Quettingen näher zusammengebracht.“
KB
BERGISCH NEUKIRCHEN. Ein
Konzert des Familiensingkreises findet
am Sonntag, 21. April, um 15 Uhr in
der Kirche Heilige Drei Könige statt.
Spenden kommen ebenso wie der Erlös des anschließenden Kaffeetrinkens
der Ugandahilfe Ilse Sett zugute.
Vergangene Woche konnte man den Kirchenraum noch ohne Bänke auf sich wirken lassen.
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
„Orgel führt auf den rechten Pfad“
Eitorf, Hennef, Königswinter,
Neunkirchen, Siegburg,
Sankt Augustin und Troisdorf:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
St. Lambertus erhielt ein „neues“ Instrument
BERGHEIM. „Der Klang der vielen verschiedenen Pfeifen ist ein Bild für die Einheit
der Kirche in ihrer Vielfalt“, freute sich Pfarrer Heribert Krieger bei der Weihe der „neuen“ Steinmeyer-Orgel in St. Lambertus. Seelsorgebereichsmusiker Markus Lienstromberg
Genau das richtige Instrument für St. Lambertus: Die Steinmeyer-Orgel wurde jetzt
eingeweiht.
(Foto: CG)
hatte das Instrument im vorigen Jahr zufällig
bei einem Ausflug in der Orgelbaufirma Vleugels in Hardheim entdeckt. Die Orgel aus dem
Jahre 1896 mit zwei Manualen und 17 Registern stammte aus der Evangelischen Kirche Gräfenberg und stand versandfertig in einer Ecke, weil ein Käufer abgesprungen war.
Die bisherige Kirchenorgel in St. Lambertus,
ebenfalls mit zwei Manualen und 17 Registern
aus dem Jahre 1905, war schon recht „asthmatisch“ und drohte den Geist aufzugeben. „Genau das Richtige für uns“, dachte Lienstromberg beim Anblick der Steinmeyer-Orgel und
erzählte bei der Heimkehr gleich davon. Nachdem die Finanzierung geklärt war, entschloss
sich die Pfarrei, das Instrument zu erwerben,
und nach sieben Wochen Montage erklangen nun die 964 Pfeifen zum ersten Mal. Im
Beisein der Orgelbauer und anderer Gewerke weihte Pfarrer Heribert Krieger die Orgel
im Rahmen einer Vesper, die von Pfarr-Cäcilien-Chor und Schola mitgestaltet wurde. „Ich
freue mich von Herzen“, lachte Pfarrer Krieger, „über diese Möglichkeit uns zum Lobe
Gottes ermutigen zu lassen. Niemand muss
beim Singen den Mund halten, die Orgel führt
uns schon auf den rechten Pfad.“
CG
WAHLSCHEID. Mit einer Musical-Gala am Sonntag, 14. April, um 17 Uhr in
der evangelischen St. Bartholomäus Kirche unterstützt das Vokalisten-Ensemble „ It`s Music” den Wolfgang-OverathFonds, mit dessen Hilfe der SKM Menschen in sozialen Schwierigkeiten sofort
und unbürokratisch unterstützt.
GEISTINGEN. Einen Vortrag zum
Thema „Neid und Eifersucht, unsere ungeliebten Schwestern“ bietet die
Frauengemeinschaft (kfd) am Mittwoch, 17. April, um 17 Uhr im Pfarrheim an. Anmeldung unter Telefon
(0 22 41) 57 88.
Alt und Jung in Harmonie
Gemeinsamer Volkslieder-Nachmittag
UCKERATH. „Now Is the Month of Maying“ reits zwei gemeinsame Konzerte durchgeführt
klingt es durch den Pfarrsaal. Die Johannesspat- und sind beim Seniorenwinterfest gemeinsam
zen, der Kinderchor an St. Johannes der Täufer, aufgetreten. „Es ist schön, die Begeisterung der
proben mit Chorleiter Friedrich Grothe das Ma- Kinder zu sehen“, erklärt Althoff. „ Das spornt
drigal von Thomas Morley für einen Volkslie- uns an genauso schön zu singen; und gibt es
der-Nachmittag, den der Chor gemeinsam mit etwas Besseres als Alt und Jung in Harmonie
dem Kirchenchor veranstalten will. Neben dem beieinander?“ Der Termin für den VolksliederVortrag fremdsprachiger Lieder oder der „Vo- Nachmittag steht noch nicht endgültig fest gelhochzeit“ wollen die beiden Chöre auch mit es gibt noch einiges zu proben.
CG
altbekannten Volksliedern wie
„Das Wandern ist des Müllers Lust“ oder „Dem Pastor
sin Kau“ ihr Publikum wieder zum Mitsingen animieren. „Meist kennt man noch
die erste Strophe, und bei der
zweiten muss man schon passen“, erklärt der KirchenchorVorsitzende Manfred Althoff.
„Daran wollen wir etwas ändern.“ Es ist nicht das erste gemeinsame Projekt der beiden
Chöre: Die „alten“ Sänger des
Kirchenchors und die jugendlichen Sänger im Alter von Schon im Januar begeisterten die beiden Chöre ihr Publikum
(Foto: CG)
vier bis 22 Jahren haben be- mit einem gemeinsamen Auftritt.
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
MARIENFELD. Die Fußwallfahrt von
St. Mariä Himmelfahrt nach Marienthal am Samstag, 4. Mai, beginnt mit
einem Eröffnungsgottesdienst um 5.30
Uhr in der Pfarrkirche. Pilgermesse ist
um 17.30 Uhr in der Wallfahrtskirche
in Marienthal. Anschließend Heimfahrt per Bus. Es besteht die Möglichkeit für alle, denen die Fußwallfahrt
nicht mehr möglich ist, an einer Buswallfahrt teilzunehmen. Abfahrt um
12.30 Uhr ab Pfarrkirche. Anmeldung
unter Telefon (0 22 45) 21 12.
BRASCHOSS. Zu einem Vortrag der
Siegburger Stadtarchivarin Dr. Andrea Körte-Böger unter der Überschrift „ . . . und ein Stuhl hinter dem
Herd. Altersversorgung im Mittelalter - Aus den Schöffenprotokollen der
Stadt Siegburg (1555-1568)“ lädt der
Pfarrverein Sankt Mariä Namen am
Mittwoch, 17. April, im Anschluss an
die Abendmesse um 19.30 Uhr in den
Pfarrsaal, Braschoßer Straße, ein. Der
Eintritt ist frei.
KALDAUEN. Der Förderverein der
Pfadfinder veranstaltet am Freitag,
19. April, im Pfarrheim die vierte Georgs-Gala mit einem Vier-Gänge-Menü, musikalischer Untermalung und
einem kulturellen Leckerbissen. Kartenbestellung unter Telefon (0 22 42)
91 55 20. Bitte auf dem Anrufbeantworter Namen, die Anzahl der gewünschten Karten und eine Rückrufnummer hinterlassen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
Bad Münstereifel, Euskirchen und
Zülpich: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
GROSSBÜLLESHEIM. Das Mandolinen-Orchester Kuchenheim veranstaltet
am Sonntag, 14. April, um 16 Uhr in der
Pfarrkirche St. Michael ein Konzert. Das
abwechslungsreiche Programm reicht
von klassischen Stücken bis hin zu populären Titeln der Gegenwart. Inga Bell
(Sopran) und Miriam Krüger (Alt) verstärken das Orchester unter der Leitung
von Ulrich Bleck.
EUSKIRCHEN. Ehepaare, die „für sich
und ihre Kinder dem Glück auf der Spur
sind“, sind am Sonntag, 21. April, in die
Bildungsstätte Haus Maria Rast eingeladen. Unter dem Thema „Ehe und Familie
– frohe Botschaft für heute“ werden die
Teilnehmer von 9 Uhr bis 17.30 Uhr von
Pfarrer Hans Schnocks und Schwester
M. Kirstin Mackenbruck begleitet. Parallel findet ein Kinder- und Jugendtreff
statt. Informationen und Anmeldung unter Telefon (0 22 56) 9 58 70.
HEIMERZHEIM. Eine Einführung in
das Erzählen biblischer Geschichten für
Kinder gibt es am Freitag, 19. April, um
20 Uhr im Pfarrheim St. Kunibert, Bornheimer Straße 2. Anmeldungen sind
bis Sonntag, 14. April, unter Telefon
(0 22 26) 80 94 49 bei Gemeindereferentin Marion Hicketier möglich oder per
Mail an marion@hicketier.de
RHEINBACH. Einen Kurs im meditativen Tanz bietet die Frauengemeinschaft
(kfd) St. Martin ab Montag, 15. April,
um 20 Uhr, im Pfarrzentrum am Lindenplatz an. Nähere Informationen und Anmeldung unter Telefon (0 22 26) 32 91.
OEDEKOVEN. Über das Bergsteigen in
Peru berichtet Dr. Dr. Artur Rudolph am
Mittwoch, 17. April, um 20 Uhr im Pfarrzentrum, Jungfernpfad 17, auf Einladung
der Bücherei St. Mariä Himmelfahrt.
WACHTBERG. Einen Babysitterführerschein bieten das Familienbildungswerk
in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Wachtberg am Samstag, 20. April, an. Teilnehmen können Jugendliche ab 14 Jahren. Anmeldung unter Telefon (02 28)
9 54 41 75.
150 Jahre ohne Stillstand
Stiftung Marien-Hospital feiert Jubiläum
EUSKIRCHEN. Die Stiftung Marien-Hospi- Neubauten aus Platzgründen kaum noch mögtal feiert Geburtstag. Sie geht zurück auf den in lich waren. Der Verwaltungsrat beschloss einen
Euskirchen geborenen Dechanten Jakob Vogt. Neubau am Stadtwald, der 1970 bezogen wurde
Dessen Stiftung erhielt 1863 durch Erlass des und ebenfalls beständig gewachsen ist. Bis heupreußischen Königs Korporationsrechte und te trägt das Marien-Hospital seinen ursprüngliwurde somit offiziell anerkannt. Bereits zehn chen Namen, derzeit gehören auch zwei AltenJahre vorher hatte der Geistliche, der als Pfar- zentren, Seniorenwohnungen und ein Hospiz
rer an St. Martin wirkte, aus seinem Famili- zur Stiftung. Das Jahresprogramm zum Jubiläenvermögen ein mit einer Hofanlage bebau- um bietet viele Veranstaltungen, die die Einrichtes Grundstück an der Klosterstraße erwor- tungen der Stiftung vorstellen.
AK
ben und gründete hier ein Armen-, Alten- und >> www.marien-hospital.com
Krankenhaus. Für die
Pflege konnte er Aachener „Arme Schwestern
vom heiligen Franziskus“ gewinnen. Schnell
war ein Erweiterungsbau
notwendig, 1880 entstand der erste moderne
Funktionsbau für medizinische Behandlungen.
Auch dieser wurde stetig erweitert, bis 1945
ein Bombenangriff das
Gebäude zerstörte. Nach
dem Wiederaufbau wur- Ein Blick auf die Anfänge: Der Erlass, mit dem die Stiftung anerde bald deutlich, dass kannt wurde (links). Rechts eine Abbildung des Stifters.
Stumme Zeugen nicht vergessen
Geschichte der Wegekreuze in Alfter soll erfasst werden
ALFTER. Die „bayerischen Verhältnisse“,
sprich: die vielen Wegekreuze in den Orten der
Gemeinde Alfter, haben es dem Impekovener
Heinz-Dieter Flamme angetan. Jetzt will er sie
systematisch erfassen und beschreiben. Unterstützt wird er bei diesem umfangreichen Projekt
von einer Arbeitsgruppe. Der gehören die Büchereileiterin von St. Matthäus, Francis Steinhauer, Heimatforscher Willi Derscheid, Gemeindearchivar Christian Lonnemann, die stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Niemeyer und
Nadine Fuhs von der Unteren Denkmalbehör-
de an. Die Beteiligten setzen dabei auch auf das
Wissen der Bevölkerung über die Wegekreuze
und Heiligenhäuschen. Flamme ist nachmittags
unter Telefon (02 28) 24 26 77 51 erreichbar
und freut sich auf Tipps und Informationen. Die
Wegekreuze sind Zeugnisse des tief verwurzelten christlichen Glaubens am Vorgebirge. Da
das Wissen darüber jedoch oft nur mündlich
von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird, will Flamme die Fakten aufschreiben. „Vielleicht kann eine Broschüre über
die Denkmäler erscheinen“, hofft er.
ES
Die Arbeitsgruppe mit (von links) Francis Steinhauer, Willi Derscheid, Christian Lonnemann,
Ilse Niemeyer, Nadine Fuhs und Initiator Heinz-Dieter Flamme.
(Foto: ES)
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Geistlicher Startschuss
Bonn: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
Ökumenische Andachten beim „Bonn-Marathon“
BONN. Wenn am kommenden Sonntag, 14.
April, wieder der „Deutsche Post Marathon
Bonn“ startet, dann ist auch die Kirche wieder mit dabei. Bereits zum zwölften Mal laden katholische und evangelische Kirche zu
ökumenischen Andachten ein, die als „Geistlicher Startschuss“ gedacht sind und zum offiziellen Rahmenprogramm gehören. Sie richten sich an Sportler und Betreuer, aber auch
an alle interessierten Zuschauer und finden in
der evangelischen Schlosskirche im Hauptgebäude der Universität, Am Hof, statt. Um 8
Uhr gibt es die kurze Andacht für alle Starter
des Halb-Marathons und um 9.30 Uhr für die
Marathon-Teilnehmer. Dabei werden Sportler
und Pfarrer wieder die eigens gestaltete „Bonner Marathon-Kerze“ entzünden. Die mehr
als einen Meter hohe Kerze soll ein flammendes Zeichen für Frieden und Versöhnung unter allen Menschen sein und Ausdruck der
Fürbitte für Sportler, Betreuer und Gäste,
die Zuspruch und Hilfe brauchen. Das Motto der beiden Andachten heißt in diesem Jahr:
„Wohin sollen wir gehen?“ Gestaltet wird der
„Geistliche Startschuss“ des Bonn-Marathons
von Stadtjugendseelsorger Meik Schirpen-
bach und Bernward Siemes vom Jugendpastoralen Zentrum Bonn „campanile“ sowie von
den evangelischen Pfarrern Jens Anders und
Joachim Gerhardt.
BBW
BONN-NORD. Zu einem Vortrag über
„Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung“ lädt der
SKM - katholischer Verein für soziale
Dienste Bonn - am Dienstag, 16. April,
um 17.30 Uhr in die Kölnstraße 367 ein.
BONN-BEUEL. Eine Friedhofswanderung unter dem Titel „Grabkultur als
Spiegel unserer Gesellschaft“ bietet das
Katholische Bildungswerk am Samstag, 13. April, von 15 bis 17.15 Uhr auf
den Friedhof Beuel, Gerhardstraße 1, an.
Treffpunkt ist die Trauerhalle.
Pfarrer Jens Anders (links) und Bernward
Siemes gestalten die Andacht mit. (Foto: BBW)
Spektakulärer Fund auf dem Speicher
Pfarrverein lässt Kabinettscheiben restaurieren
NIEDERBACHEM. Jetzt erstrahlen sie wieder in ursprünglicher Farbenpracht: die Kabinettscheiben in der Taufkapelle der Kirche St.
Gereon. Der Pfarrverein hat das zweite bleiverglaste Fenster für rund 16 000 Euro restaurieren und neu einsetzen lassen. Wegen des kunsthistorischen Wertes trägt das Erzbistum 70
Prozent der Kosten. Bei den Kabinettscheiben
handelt es sich nach Erkenntnissen des Niederbachemer Heimatforschers Frank Hüllen um
Geschenke des Rüngsdorfer Pastors Philippus Eder an seinen Kollegen Johann Abraham
Schröder. Das geht aus einer Inschrift in einem
der Fenster hervor. Schröder war seit 1721 Pastor an St. Gereon und baute damals auf eigene Kosten das große Pfarrhaus gegenüber der
Kirche. Zu Hauseinweihungen war es im 18.
Jahrhundert in höheren Kreisen üblich, Kabinettscheiben mit Widmungen, Wappen, religiösen oder auch profanen Darstellungen wie
Handwerkskünsten zu schenken. Sie wurden
in Bleiverglasungen eingebaut oder an dünnen
Ketten vor die Fensterscheiben gehängt. Ans
Licht der Öffentlichkeit rückten die Kabinettscheiben von St. Gereon allerdings erst, als vor
mehr als 50 Jahren Pfarrer Franz Anton Paßmann die wertvollen dünnglasigen Stücke auf
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
dem Dachboden des Pfarrhauses fand. Er ließ
sie mit Plastikscheiben verstärken und in die
Fenster der Taufkapelle einbauen. Im Laufe der
Zeit allerdings vergilbte der damals verwendete
Klebstoff. Der Pfarrverein zog vor drei Jahren
die Konsequenz und organisierte die Mittel zur
Restaurierung.
ES
BONN. Zu einer Moscheeführung durch
die neu erbaute Al-Muhajirin Moschee,
Brühler Straße 28, lädt die Familienbildungsstätte am Dienstag, 16. April, von
18 bis 20.15 Uhr ein. Dabei wird der Islamwissenschaftler Haluk Yildiz Fragen
zum Islam und zu islamischen Gruppierungen in Bonn beantworten. Die Teilnehmer werden gebeten, warme Socken
mitzubringen.
BONN-LENGSDORF. Die Fachstelle für Suchtprävention von Caritas und
Diakonie „update“, Uhlgasse 8, hat ein
neues Gruppenangebot gegen Computersucht bei Jugendlichen entwickelt, das
einen angemessenen Umgang mit PC
und Internet vermittelt. Der erste von insgesamt vier Abenden findet am Dienstag,
16. April, um 17 Uhr statt. Informationen
und Anmeldung unter Telefon (02 28)
6 88 58 80.
BONN. Das Katholische Bildungswerk
startet im Herbst für Lehrer, Erzieher und
interessierte Eltern einen zweijährigen
Montessori-Diplomkurs. Der Informationsabend dazu findet am Dienstag, 16.
April, um 19.30 Uhr in der Kasernenstraße 60 statt. Informationen und Anmeldung unter Telefon (02 28) 42 97 91 01.
Frisch restauriert sind die Bleiglasfenster
mit den Kabinettscheiben.
(Foto: ES)
SECHTEM. „Frauenleben in Sechtem.
Alltägliches in den letzten 100 Jahren“ ist
der Titel der Ausstellung, die die Frauengemeinschaft (kfd) St. Gervasius /St. Protasius von Samstag, 13. April, bis Sonntag, 28. April, im Pfarrheim zeigt. Geöffnet ist die Schau werktags von 15 bis 17
Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
Bedburg, Bergheim, Kerpen,
Pulheim, Brühl, Erftstadt,
Frechen, Hürth und Wesseling:
Michael Kasiske,
Telefon (0 22 32) 3 56 70
BERGHEIM. Kinder mehrsprachig
zu erziehen ist eine Herausforderung.
Welche Erfahrungen es gibt und welche Bedeutung Sprache für Kinder im
Allgemeinen hat ist das Thema eines
Elternabends mit der Pädagogin Claudia Neumann am Montag, 22. April,
um 19 Uhr im Anton-Heinen-Haus,
Kirchstraße 1b, in Bergheim. Vor allem eingeladen sind Eltern, die vor
der Aufgabe stehen, eine oder mehrere
Sprachen an das Kind weitergeben zu
müssen. Weitere Informationen gibt es
unter Telefon (0 22 71) 47 90 35.
BEDBURG. Die Pfarrei St. Willibrordus Bedburg-Kirdorf-Blerichen
lädt am Dienstag, 21. Mai, zum Besuch der Springprozession in Echternach ein. Abfahrt ist um 5 Uhr am
Parkplatz in Kirdorf, damit die Teilnehmer um 8 Uhr an der Messe in
der Basilika teilnehmen können. Im
Anschluss daran beginnt die Springprozession. Um 17 Uhr erfolgt die
Rückfahrt der Teilnehmer. Anmeldungen und weitere Informationen
im Pfarrbüro unter Telefon (0 22 72)
9 78 51 20.
FISCHENICH. Bekleidung und Spielzeug für Kinder gibt es am Samstag,
27. April, von 10 bis 13.30 Uhr im
Pfarrheim St. Martinus in Hürth-Fischenich, An St. Martin 7, zu kaufen.
Wer sich an dem Second-hand-Markt
beteiligen will, kann sich unter Telefon (0 22 33) 1 00 42 72 informieren.
BEDBURG. Zu einer Buspilgerfahrt
in die Schweiz lädt die Frauengemeinschaft (kfd) St. Lambertus ein. In der
Zeit vom 3. bis 8. Juni fahren die Teilnehmerinnen nach Flüeli, Einsiedeln
und Luzern. Auf dem Programm stehen unter anderem auch eine Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstätter See und
ein Besuch des Freilichtmuseums Ballenberg. Die geistliche Reiseleitung
übernimmt Pfarrer Christian Hermanns. Die Teilnahme an der Fahrt
kostet 480 Euro. Weitere Informationen und Anmeldungen bei Anneliese Schlösser unter Telefon (0 22 72)
8 15 77.
Brandstifter zerstören Malteser-Gebäude
Altes Pfarrhaus muss renoviert werden
WESSELING. Die Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes (MHD) in Wesseling ist
wegen einer Brandstiftung nicht mehr nutzbar. Zum zweiten Mal innerhalb weniger
Wochen brach ein Feuer an dem alten Pfarrhaus von St. Marien in der Mainstraße aus.
Bereits mehrfach wurde versucht, in das Gebäude der Malteser einzubrechen.
Vor wenigen Wochen wurde zum ersten
Mal die Tür des Hintereinganges in Brand
gesetzt, wobei nur die Tür zerstört wurde.
In der Nacht zum Ostermontag allerdings
brachten die Täter einen Mülleimer mit und
zündeten ihn an. Die herausschlagenden
Flammen griffen auf das Gebäude über. Der
Schulungsraum wurde in Brand gesetzt und
durch die starke Rauch- und Hitzeentwicklung das gesamte Inventar sowie die technische Ausrüstung zerstört. Ob die Täter etwas
stehlen oder nur zündeln wollten, bleibt unklar. Fest steht jedoch, dass durch die Brandstiftung das gesamte Gebäude nun nicht
mehr nutzbar ist. „In mühevoller ehrenamt-
licher Arbeit hatten die Malteser erst jüngst
das ihnen von der Kirchengemeinde mietfrei
zur Verfügung gestellte Pfarrhaus mit erheblichem Aufwand restauriert“, erklärt Dechant Markus Polders. Der Schaden belaufe sich auf rund 100 000
Euro, schätzt Heinz Vogel,
Stadtbeauftragter
der Malteser in Brühl
und Wesseling. Mehr
als 20 Helfer gehören zu
den Maltesern. Sie engagieren sich im Sanitätsdienst, dem Krankenund Rettungstransport
und der Ausbildung in
Heinz Vogel vom Erster Hilfe.
MHD.
Vogel ist sehr froh
(Foto: KAS) über die große Unterstützung, die die Malteser jetzt erhalten: „Wir bekommen viel Hilfe
und haben schon ein Übergangsquartier gefunden. Das Pfarrhaus wird renoviert.“ KAS
Festwoche zum Geburtstag
Kiosk für faire Waren besteht seit 15 Jahren
BEDBURG. Am Misereor-Sonntag vor 15
Jahren begann auf dem Kirchplatz - zwischen der Garageneinfahrt des Pastors und
der Pfarrkirche - die Geschichte des „EineWelt-Kiosk“ in Bedburg. Seitdem verkaufen
Ann und Alfred Walter mit ihrem Team fair
gehandelte Waren vom Kaffee über Trockenobst bis hin zu Kunsthandwerklichem. „Mit
einer Doppelstrategie wollen wir zwei Dinge
erreichen“, erklärt Ann Walter. Neben dem
Verkauf der fair gehandelten Waren wird mit
dem Erlös Gutes getan. Das Geld geht an die
Partnergemeinde in Tarauacá (Brasilien) und
andere Projekte. In der Zwischenzeit hat der
Kiosk sein Domizil in der Kirche gefunden,
wo jeweils am dritten Wochenende vor und
nach den Messen verkauft wird. Außerdem
werden in der Bücherei am Marktplatz die
Waren angeboten.
Der 15. Geburtstag wird mit einer Festwoche gefeiert. Los geht es mit einem Benefizkonzert am Freitag, 19. April, um 19.30
Uhr in St. Lambertus. Außerdem wird am
Samstag, 20. April, um 17 Uhr zum Jubiläum eine Messe in St.
Lambertus
gefeiert.
Musikalisch mitgestaltet wird sie vom Dekanatsjugendchor „San
Francesco“. Als Gast
ist Stephan Stricker
von Misereor in Aachen dabei. Am Sonntag, 21. April, gibt es in
der Schützenhalle, Augustinerallee, ab 10.30
Uhr ein Frühstück. Bis
17.30 Uhr gibt es eine
Präsentation von Produkten aus fairem HanAnn (rechts) und Alfred Walter verkaufen seit 15 Jahren faire Wa- del, die auch erworben
ren. Maria Roth hilft ihnen dabei.
(Foto: KAS) werden können. KAS
42 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Der Ganztag wackelt
Köln: Felicitas Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Caritas und andere Verbände warnen vor Kürzungen
KÖLN. Von einer prekären Lage, die Eltern und
Kinder ausbaden müssen, spricht Peter Krücker
vom Caritasverband. Der Verband sowie IN
VIA und die Katholischen Jugendwerke fürchten um die Qualität der offenen Ganztagsangebote für Grund- und Förderschulen (OGTS).
Die Stadt hat vor, den Etat für die OGTS um
800 000 Euro zu kürzen. „Der Ganztag wackelt“, davon zeigen sich die Verbände, die die
Angebote mittragen, überzeugt. Die Stadt stellt
für den offenen Ganztag rund 16 Millionen
Euro zur Verfügung. Als freie Träger (ein Drittel der Angebote haben die katholischen Träger
übernommen) hätten sie bereits in den vergangenen Jahren Kürzungen hinnehmen müssen.
Eine OGTS ist eine Grund- oder Förderschule,
an der Schüler nach dem Unterricht von Fachkräften betreute Förder- und Freizeitangebote
wahrnehmen können und mit einem Mittagsessen versorgt werden. 60 Prozent der Kinder - in
manchen Stadtteilen bis zu 95 Prozent - nutzen
derzeit die Öffnungszeiten bis 17 Uhr. Beklagt
werden auch die Lohnsteigerungen von 13 Prozent, die aufgefangen werden müssen, so Si-
bylle Klings von IN VIA
und Berthold Feldmann
von den Jugendwerken.
Das fehlende Geld müsse dann beim geschulten
Personal eingespart werden. Folgen der Kürzungen seien eine Verringerung der Öffnungszeiten,
eine Reduzierung der beSibylle
Klings treuten Ferientage und ein
von IN VIA.
Qualitätsverlust bei der
(Foto: RUM) Schülerförderung. Eine
OGTS trägt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur besseren Förderung von Kindern erheblich bei. Von
allen Beteiligten wird der hohe Verwaltungsaufwand kritisiert; durch eine Vereinfachung
ließen sich Gelder einsparen, die den Kindern
zugute kommen könnten. In anderen Kommunen, wie etwa in Hürth, sei der Aufwand weit
geringer, und die Kräfte könnten der inhaltlichen pädagogischen Arbeit zufließen, anstatt
komplizierte Formulare auszufüllen. RUM
Wallfahren für Herz und Geist
Ziele sind Walldürn und Marienwallfahrtsort Kevelaer
KÖLN. Die Zeit der großen Wallfahrten steht
wieder vor der Tür. Zum 365. Mal machen sich
am Dienstag nach Pfingsten, 21. Mai, Pilger
auf den Wallfahrtsweg von Porz-Urbach nach
Walldürn zum Kostbaren Blut Christi. In sieben Tagen legen die Teilnehmer eine Strecke
von rund 270 Kilometern zurück. Im Lauf der
siebentägigen Pilgerschaft wächst die Gruppe von zunächst 200 Pilgern am ersten Tag auf
über 350 an. Sie werden den ganzen Weg von
Bussen begleitet. Die Übernachtungen erfolgen in Privatquartieren, in Hotels und Pensionen. Das 13-köpfige Vorbereitungsteam wird
während der Wallfahrt durch eine große Anzahl freiwilliger Helfer unterstützt. Anmeldungen nimmt das Pastoralbüro, Frankfurter
Straße 522a, entgegen. Am Samstag, 25. Mai,
pilgern Malteser aus der Erzdiözese Köln mit
mehr als 1000 älteren, kranken und behinderten Menschen zum Gnadenbild „Trösterin der
Betrübten“ in den Marienwallfahrtsort Kevelaer. Im August, am Sonntag, 18. August, findet in St. Kunibert um 11.15 Uhr ein Hochamt zur Eröffnung der Kevelaer-Oktav statt,
am Montag, 19. August, beginnt dann die 341.
Fußwallfahrt von Köln nach Kevelaer. Begleitende Buswallfahrten finden am 21. August sowie vom 21. bis 22. August statt. Die Kölner
Kevelaer-Bruderschaft von 1672 richtet die-
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
se jährliche Fußwallfahrt aus. Die Anmeldung geht an die Bruderschaft, Kunibertsklostergasse 2, 50668 Köln.
RUM
>> www.wallfahrt-koeln-wallduern.de
>> www.malteser-koeln.de
>> www.koelnerkevelaerbruderschaft.de
KÖLN. Aus Anlass der Kirchweihe von
St. Agnes vor 100 Jahren ruft die Gemeinde zu einem Fotowettbewerb auf.
Hobbyfotografen sollen ihren Lieblingsblick auf die Kirche zeigen. Der Kunstkreis St. Agnes wird die zehn interessantesten Fotos aussuchen und sie in einer
Ausstellung präsentieren. Es kann ein
aktuelles Foto oder auch eine historische
Aufnahme sein. Einsendeschluss ist der
2. Mai. Die Fotos können im Pfarrbüro
abgegeben oder an norbert.bauer@st-agnes.de digital geschickt werden.
NIEHL. Um Erbrecht und Testamentsgestaltung geht es innerhalb der KölschHätz-Gespräche am Donnerstag, 18.
April, um 17 Uhr im Altenzentrum und
Wohnheim St. Katharina, Feldgärtenstraße 109. Rechtsanwalt Klaus Voßen erklärt, worauf unter anderem bei der Testamentsgestaltung geachtet werden muss.
NIEHL. Der neue Kreuzweg (die Kirchenzeitung berichtete) in St. Katharina
von Benediktinermönch Pater Abraham
Fischer kann in der Zeit bis Pfingsten
freitags von 15 bis 17 Uhr besucht werden. Die Kirche ist auch vor und nach
den Gottesdiensten zur Besichtigung geöffnet.
KÖLN. In der Kunststation St. Peter, Leonhard-Tietz-Straße 6, spielt am Sonntag, 5. Mai, Dominik Sustek Mai-Improvisationen auf der Orgel. Das Konzert
beginnt um 19.30 Uhr.
>> www.sankt-peter-musik.de
KÖLN. Die Landsmannschaft Schlesien
lädt am Dienstag, 7. Mai, um 16 Uhr zu
einer Mai-Andacht ein. Sie findet in St.
Maria in der Kupfergasse statt.
Im Altarraum von St. Kunibert steht die Wallfahrtsfahne, die von der Kevelaer-Bruderschaft gestiftet wurde.
(Foto: RUM)
KÖLN. Nach dem großen Erfolg im Januar nimmt das Schauspiel Köln das
Theaterstück „Die zehn Gebote“ erneut
in St. Gertrud ins Programm auf. Gespielt wird am Freitag, 19. April, um
19.30 Uhr. Auch ein weiteres Stück „Ich
bin der Herr dein Gott“ wird zusätzlich
ins Programm aufgenommen und zwar
am Samstag, 20. und Sonntag, 21. April, jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt
es an den Vorverkaufsstellen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
AUS DEM ERZBISTUM
Kirchenschatz von St. Martin ist wieder daheim
Neue Schatzkammer in Euskirchens ältester Kirche
Blick in die Schatzkammer von St. Martinus, die die Kölnerin Ingrid Bussenius gestaltete.
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
EUSKIRCHEN. Nach Jahren der Präsentation im aufgelösten „Stadtmuseum Dicker Turm“
hat der Kirchenschatz von St. Martin nun seine endgültige Bleibe in der ehemaligen, jetzt
zur Schatzkammer umgebauten, Taufkapelle
der ältesten Kirche der Stadt gefunden. „Und
in die St.-Martin-Kirche gehört dieser Schatz
auch“, sagt Dr. Martin Seidler, Kunsthistoriker
des Erzbistums Köln, der den Kirchenvorstand
der Stadtpfarrei St. Martin bei der Planung der
Schatzkammer beraten hat. Die Kölner Künstlerin Ingrid Bussenius gestaltete den historischen Raum, in dem jetzt kostbare Exponate
aus der langen Geschichte der 870 erstmals erwähnten Kirche gezeigt werden. Ein Jahr dauerten die Planungs- und Umbauarbeiten. In
Vitrinen kommt die künstlerische Präsenz der
Sammlung angemessen zur Geltung. Mit der
feierlichen Segnung am Donnerstag wurde der
Abschluss der Umbauarbeiten gefeiert. Ausgestellt werden liturgische Geräte, darunter der älteste gotische Messkelch im Rheinland, der aus
dem 13. Jahrhundert stammt, sowie kostbare
Paramente und Handschriften und Bücher.
Dieser Kirchenschatz ist ursprünglich so
genanntes „Widmungsgut“, dem Kirchenpatron gewidmet und für die funktionelle Liturgiegestaltung bereitgestellt, bis heute steht er
kultischen Zwecken zur Verfügung. Über die
Jahrhunderte wurde er ständig erweitert, erneuert und ergänzt, so gibt er das Bild der
Wandlung in Liturgie und Zeitgeschmack
wieder. Besichtigungstermine müssen mit
dem Pfarrbüro Telefon (0 22 51) 77 62 60
abgesprochen werden.
AK
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
BERICHT
Unterricht im Luftkurort
Die Erzbischöfliche Tagesschule Wuppertal-Dönberg
A
ls Dönberg noch nicht zu Wuppertal eingemeindet war, galt das Örtchen als nächstgelegener „Luftkurort“ zur Schwebebahnstadt.
Denn immerhin liegt Dönberg auf 300 Metern
über dem Meeresspiegel. Die dortige Erzbischöfliche Tagesschule könnte auch mit einem
früheren Slogan des Kaufhofs für sich werben.
Das Kaufhaus bot „Alles unter einem Dach.“
Unter dem Dach der Schule ist heute neben der
Grundschule nämlich auch eine Hauptschule und seit Sommer 2011 eine Realschule beheimatet. „In diesen Schulformen bieten wir
zwar nicht alles an, aber auf jeden Fall ist unser Ziel als ‚Katholische Freie Schule‘ in kirchlicher Trägerschaft ein christliches Menschenbild in Erziehung und Bildung sichtbar werden
zu lassen und den Jugendlichen zu helfen, ‚ein
Leben aus dem Glauben zu führen und sich in
der Welt als Christ zu verhalten‘“, so Schulleiter
Peter Schmoll. Dabei werden die Eltern mit „ins
Boot“ genommen. Wie gut das gelingt zeigt
sich immer wieder bei Anlässen außerhalb des
Unterrichtsgeschehens. So wird die Schülerbücherei von Eltern, auch ehemaligen Schülereltern, betreut. Da schaut sogar die „Dorfpolizistin“ mal eben beim Empfang für neue Schüler
vorbei. Klar, man kennt sich halt.
Natürlich ist die Überschaubarkeit der Schule trotz der drei verschiedenen Schulformen ein
Konrektor Thomas Drees und Schulleiter Peter Schmoll sind nicht nur geschätzte Lehrer,
sondern auch Manager des Schulalltags.
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
In den neuen Werkräumen macht auch den Mädchen das Handwerken mit Säge und Feile
Freude.
(Fotos: PA)
wichtiges Argument für Eltern, ihre Kinder
dort anzumelden. 34 Lehrkräfte sind für 110
Schülerinnen und Schüler in der Grundschule, 280 in der Hauptschule und bisher 60 in
der im Aufbau befindlichen Realschule im
Einsatz. „Wir sind ein Kollegium“, so der
Konrektor Thomas Drees. So gibt es kaum
Unterrichtsausfall, Schüler und Eltern können mit einem verlässlichen Angebot rechnen.
Womit die Schule an der Höhenstraße
noch punktet, ist die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Am Ende soll immer
ein erfolgreicher Abschluss stehen. Und der
gelingt in der Regel, was zu einem guten Start
ins Berufsleben oder in eine dann noch weiterführende Schule führt. Es lässt sich nicht
belegen, aber vielleicht ist auch das bis heute beibehaltene „Klassenlehrerprinzip“ dafür
mitverantwortlich. Auf jeden Fall wird gerade
das von den Eltern sehr geschätzt und auch
die Schüler wissen, was sie an ihrem Klassenlehrer oder der -lehrerin haben.
Wie es sich für eine Schule in einem
„Luftkurort“ gehört, sind natürlich auch die
Gebäude entsprechend „luftig“, vor allem in
den neuen Werkräumen macht das Handwerken richtig Spaß, da greifen auch die Mädchen gerne zur Säge, zur Feile oder zum Hobel. Sind entsprechende Unterrichtsstunden
natürlich im Lehrplan festgeschrieben, ist es
die „Arbeitsgemeinschaft Segeln“ nicht. Es
gibt sie jetzt über fünf Jahre, und die praktischen Kurse auf der Bevertalsperre - in Kooperation mit der „Segler-Vereinigung-Wuppertal“ erfreuen sich größter Beliebtheit.
So ist die Tagesschule Dönberg eben mit
einem Angebot über den Mittag hinaus aus
vielen Gründen auch eine bei ihren Schülern
beliebte Schule. Die Anmeldungen auch aus
dem weiteren Umland belegen dies.
HELMUT PATHE
>> www.tagesschule-doenberg.de
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
FORUM
Briefmarken für Kinder in Not
15.3. Sophie Papendell, Düsseldorf. Familia GmbH, Köln. Margarete Struthmann, Hennef. Laurin Gladbach, Pulheim. Günther Landschein, Neuss. Barbara Christmann, Köln. Helma und Iris
Klopf, Lieselotte Haasbach, Hildegard
Penner, Much. Rebecca Ludwig, Mönchengladbach. Generalvikariat Diözesanstelle
Weltkirche-Weltmission,
Köln. 18.3. Elisabeth Brückmann, Leverkusen. Heidemarie Krauß, Kerpen.
Wilma Mutscher, Düsseldorf. Haus St.
Elisabeth, Mettmann. St. Thomas Morus, Mettmann. Hans Maschke, Neuss.
Josef Pinner, Kürten. Waltraud Degen,
Much. Sr. Pirotte, Much. A. Feldes
für St. Johannes, Lohmar. Hildegard
Kreutzberg, Roisdorf. Erika Wittmann,
Bergheim. Friedrich Engels, Köln-Longerich. 19.3. Frauenkreis I St. Raphael, Wuppertal. M. Pauelsen, Grevenbroich. Josef Sommersberg, Brühl. Marita Zimmermann, Glessen. 20.3. Dr.
Klaus Werner, Bergisch Gladbach. Doris Forst, Grevenbroich-Kapellen. Lea
Maschke, Brühl. Brunhild Hellmann,
Düsseldorf. Dr. Ferdinand Böhne, Düsseldorf. Marianne Leggewie, Königswinter.
Allen Sammlern sei herzlich gedankt.
Bitte schicken Sie Ihre Briefmarken ausreichend frankiert an die Kirchenzeitung Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln.
Wem Gott will rechte Gunst erweisen
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den
schickt er in die weite Welt“, so beginnt ein
bekanntes Volks- und Wanderlied. Zu einem
spirituellen Wandererlebnis an Rhein und
Lahn lädt Schwester Anne-Meike Brück aus
der Pilgerzentrale Schönstatt vom 17. bis
20. Mai ein.
„Stille Wälder, schmale Steige und
schroffe Felsen, die Wanderwege an Rhein
und Mosel offenbaren beeindruckende Naturlandschaften“, so Schwester Anne-Meike. „Diese Plätze laden zum Verweilen ein
und ermöglichen Begegnungen mit dem
Gott des Lebens.“
Die ausgesuchten Wandertouren führen
in herrliche Naturlandschaften. Ein täglicher Impuls wird die Wanderer auf den ge-
meinsamen Weg einführen. „Die Tage bieten eine gute Möglichkeit, innerlich zur
Ruhe zu kommen und auf den Wanderstrecken das eigene Leben zu überdenken.“
Vorgesehen sind Wanderungen auf dem
Traumpfad Wolfdelle Rens, von Bad Ems
nach Schönstatt, von Wellmich, Burg Maus
bis zur Loreley und rund um Schönstatt. Die
Teilnehmer der Wanderungen sollten festes Schuhwerk und auch Regenbekleidung
mitbringen. Übernachtungen mit Frühstück
sind im Schönstätter Pilgerhaus.
Informationen und Anmeldung unter Telefon (02 61) 96 26 40, E-Mail: kontakt@
schoenstatt-info.de.
Für mehr Lebensfreude
Faire Ferien
Frauen, die sich nach mehr Lebensfreude im
Alltag sehnen, bietet der Diözesanverband der
Frauengemeinschaften (kfd) einen „Lebensfreudetag“ am Samstag, 4. Mai, von 10 bis 17
Uhr an. Wer in den vielfältigen Anforderungen, die das Leben im Alltag stellt, nach Nischen des Wohlfühlens sucht, der ist an diesem Tag im „Keck“, dem Kompetenzzentrum
der kfd, Neven-du-Mont-Straße 5, 50667 Köln,
gut aufgehoben.Informationen und Anmeldung
unter Telefon (02 21) 16 42 15 50 oder (02 21)
16 42 13 85. Die Teilnehmerinnengebühr beträgt 24 Euro (kfd-Mitglieder 18 Euro) einschließlich Mittagessen.
Mit einer neuen Broschüre gibt der Bund
der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
Tipps für „Faire Ferien“. Rezepte für den Lagergrill, Spiele, Methoden für die Gruppenarbeit und Hintergrundinformationen zum Fairen Handel: auf 16 Seiten bekommen Jugendleiter und -leiterinnen Ideen für nachhaltige
Freizeiten.
Die vom BDKJ in NRW und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in
NRW entwickelte Broschüre ist Auftakt für
das EU-Projekt „I shop fair“. Die Broschüre
kann kostenlos per E-Mail unter info@bdkj.
de bestellt werden.
>> www.wallfahrt-schoenstatt.de
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
BERICHT
Ein wundersames Objekt aus biblischer Zeit?
Das „Zepter König Davids“ stammt wahrscheinlich von den Fidschi-Inseln
O
Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel, was Du öffnest, kann niemand
schließen; was Du verschließest, kann niemand
öffnen.“ Mit dieser O-Antiphon vom 20. Dezember preist die Liturgie den erwarteten Sohn
Gottes. Das Zepter Israels ist der Schlüssel zum
Reich Gottes – als solchen verehren Christen
Jesus Christus. Die jüdische Tradition setzt das
Zepter mit dem Stab gleich, mit dem Mose das
Rote Meer spaltete und die Wunder vor den Augen des Pharaos vollbrachte. Der Psalmist betet
über den Messias: „Vom Zion strecke der Herr
das Zepter deiner Macht aus: Herrsche inmitten deiner Feinde“ (Ps 110,2). Dieser Stab, den
alle Könige der davidischen Dynastie als Zepter geführt haben sollen, gilt allerdings seit der
Zerstörung des Tempels als verloren. Was aber,
wenn das Zepter doch wiedergefunden wurde
und man es heute erwerben könnte?
Auf der jüngsten Kunstmesse TEFAF – The
European Fine Art Fair – im März in Maastricht/NL zeigte die Kunstkammer Georg Laue
aus München eine „Mirabilia“ aus „biblischen
Zeiten“: Stab und Herrschaftszepter König
Das „Zepter Davids“ (links) und das dazu passende Etui, wie sie auf der Kunstmesse in Maastricht in diesem Frühjahr von der Kunstkammer
Georg Laue gezeigt wurden. (Fotos: Raspels)
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
Davids. Das Objekt, das aus österreichischem
Adelsbesitz stammt, ist inzwischen von dem
privaten Sammler der „Olbricht Collection“
gekauft worden und wird in Berlin im „Me
Collector‘s Room“ zu sehen sein. Ein Kaufpreis
wurde nicht genannt. Niemand behauptet ernsthaft, der angebotene verzierte Holzstab und der
dazu gehörende Köcher stammten wirklich aus
biblischer Zeit. Vielmehr tauchen sie erstmals
1608 als ein Geschenk des kaiserlichen Rates
Johann Graf Zrinyi (1565 bis 1612) am Prager
Hof auf. Der Adlige übte mehrere Ehrenämter
am Hof Kaiser Rudolfs II. (1552 bis 1612) aus.
Vom Zion strecke der Herr
das Zepter deiner Macht aus
Dem Kaiser machte er wahrscheinlich das
„standesgemäße“ Geschenk – ein königliches
Zepter aus biblischer Zeit für einen stolzen Herrscher. Gerade die deutschen Kaiser verstanden
sich als Beschützer der römisch-katholischen
Kirche auch in der ideellen Nachfolge der biblischen Könige David und Salomon. Möglicherweise war das Zepter aber auch für den innerfamiliären Konkurrenten
Rudolfs, seinen Bruder
Matthias, bestimmt, der
1611 König von Böhmen
wurde. Woher stammt der
Stab aber tatsächlich? Aus
dem Heiligen Land? Aus
dem Orient? Oder von
viel weiter her? Dass man
schon damals nicht wirklich an seine Herkunft
aus biblischer Zeit glaubte, belegt eine lateinische
Inschrift auf dem Zepter
und dem Lederköcher:
„Und dieser Stab gehörte
mit absoluter Sicherheit
König David.“
Die Form des Holzes
und vor allem seine naturwissenschaftliche C14Untersuchung helfen bei
der Aufklärung. Es handelt sich um eine große
„Waka-Keule“ aus tropischem „Eisenholz“, die
aus Polynesien von den
Fidschi-Inseln stammt.
Das Holz lässt sich auf
die zweite Hälfte des 15.
Jahrhunderts zwischen
1430 und 1480 datieren. Eine „Waka“ ist eine
Schlagwaffe, die dem Fidschi-Krieger im Kampf
Teile der abgekürzten lateinischen Inschrift
auf dem Holz:
„Und dieser Stab
gehörte mit absoluter Sicherheit
König David.“
dazu diente, dem Feind
den Kopf einzuschlagen.
In Friedenszeiten nutzte er
sie auch als zeremonielles
Objekt. Bemerkenswert
ist die Tatsache, dass die
vorliegende Waka-Keule
damit schon sehr früh als
Rarität von Seglern nach
Europa gebracht wurde.
Das geschah zu einer Zeit,
als die Südsee noch nicht
kartografiert war und lediglich von wenigen Entdeckern befahren wurde. Dieser Umstand mag
schon Beleg genug dafür
sein, dass das Holz wirklich eine „Mirabilia“ war,
die man mit viel Phantasie in der biblischen Zeit
beheimatete und zu einem
Herrschaftszeichen gottgewollter Machtausübung
umdeutete.
BERNHARD RASPELS
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AUS DEM ERZBISTUM
ZUR PERSON
aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln
Dechant Hans Peter Jansen für weitere sechs
Jahre als Dechant im Dekanat Mettmann.
Pfarrer Heinz-Otto Langel für weitere sechs
Jahre als Definitor im Dekanat Mettmann.
>> Fortsetzung von Seite 24
Vom Erzbischof wurden ernannt:
Es starben im Herrn:
Pater Clemens van Weelden OFM – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen und unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben
– zum Subsidiar an den Pfarreien St. Marien
und St. Servatius, Bonn-Bad Godesberg, und
St. Andreas und Evergislus in Bonn-Plittersdorf im Seelsorgebereich „Bad Godesberg“
des Dekanates Bonn-Bad Godesberg.
Pater Marc Stephan Giese SJ bis zum 28. Februar 2014 – im Einvernehmen mit seinem
Ordensoberen – zum Kaplan an der Pfarrei
St. Servatius in Siegburg im Dekanat Siegburg/Sankt Augustin.
Diakon Dr. Andreas Bell zum Diakon mit
Zivilberuf an den Pfarreien St. Heribert in
Köln-Deutz und St. Joseph und Hl. Dreifaltigkeit in Köln-Poll im Seelsorgebereich
„Deutz/Poll“ des Dekanates Köln-Deutz.
Pfarrer Ngoc Long Dominik Nguyen – unter Beibehaltung seiner Aufgaben als Seelsorger für Vietnamesen – zum Subsidiar an
der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in DüsseldorfDerendorf im Dekanat Düsseldorf-Mitte/
Heerdt.
Kaplan Rodrigo Dalarosa Amaral – im Einvernehmen mit seinem Heimatbischof – zum
Pfarrer im Ruhestand R. Rolf Berchem, 77
Jahre.
Diakon Dr. Karl-Heinz Kuhl, 88 Jahre.
Pater Dr. Gerard Blom OSFS, 84 Jahre.
LAIEN
Es wurden beauftragt:
Schwester Lissy Maleckal – im Einvernehmen mit ihrer Ordensoberin – als Ordensschwester in der Krankenhausseelsorge am
Malteserkrankenhaus in Bonn-Hardtberg.
Daniela Ballhaus als Pastoralreferentin
an den Pfarreien St. Gerhard in Troisdorf,
St. Hippolytus in Troisdorf, St. Maria Königin in Troisdorf, Hl. Familie in TroisdorfOberlar, St. Georg in Troisdorf und St. Mariä Himmelfahrt in Troisdorf im Seelsorgebereich Troisdorf des Dekanates Troisdorf.
KLERIKER
Vom Erzbischof wurden
zum Dechanten bzw. Definitor ernannt:
Kaplan zur Aushilfe an den Pfarreien St. Bonifatius in Wuppertal-Elberfeld, St. Mariä
Empfängnis und St. Ludger in WuppertalVohwinkel und St. Remigius in WuppertalSonnborn im Seelsorgebereich „Wuppertaler
Westen“ des Dekanates Wuppertal.
Kaplan Gerald Eze – im Einvernehmen mit
seinem Heimatbischof – zum Subsidiar an
den Pfarreien St. Servatius in Köln-Ostheim, Zum Göttlichen Erlöser in Köln-Rath,
St. Cornelius in Köln-Rath-Heumar und St.
Adelheid in Köln-Neubrück im Seelsorgebereich „Am Heumarer Dreieck“ des Dekanates Köln-Deutz.
Diakon Michael Inden – unter Beibehaltung
seiner bisherigen Aufgaben – zum Bezirkspräses des Bezirksverbandes Düsseldorf-Süd im
Diözesanverband Köln im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.
Diakon Norbert Iseke zum Diakon mit Zivilberuf an der Pfarrei St. Suitbertus in Heiligenhaus im Dekanat Mettmann.
Msgr. Bernhard Kerkhoff zum Pfarrer an
den Pfarreien St. Antonius in DüsseldorfFriedrichstadt, St. Apollinaris sowie St. Josef in Düsseldorf-Oberbilk, St. Martin in
Düsseldorf-Unterbilk, St. Peter in Düsseldorf-Friedrichstadt und zum Rektoratspfarrer an der Rektoratspfarrei St. Pius X. in
Düsseldorf-Eller-West im Seelsorgebereich
„Düsseldorf Unter- und Oberbilk, Friedrichstadt und Eller-West“ des Dekanates
Düsseldorf Süd.
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
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SCHÖNES ZUHAUSE
Verrückt, auf Regen
zu hoffen?
Wo bleibt er bloß, der Frühling? Das
haben sich sicher alle schon sehnsüchtig gefragt und besonders wohl die Betreiber der Gärtnereibetriebe. Sie hatten das Nachsehen bei der extrem langen kalten Wetterphase der letzten Wochen und mussten ihre Ware zuerst zu
Schleuderpreisen abgeben und am Ende
tonnenweise Primeln und andere Frühblüher wegwerfen.
Viel tut sich immer noch nicht:
die Tulpen sind
schon seit Wochen
ein Stückchen aus
der Erde und kommen kaum weiter,
auch die Osterglocken stehen schon
lange kurz vor der
Blüte. Man hat
das Gefühl alles steht still. Das wird
sich wohl erst ändern, wenn die Nächte nicht mehr gar so kalt und die Tage
auch dauerhaft über zehn Grad warm
werden. So ganz allmählich gehen die
Forsythienblüten auf, damit beginnt der
so genannte Erstfrühling. Im langjährigen Mittel geschieht dies in NordrheinWestfalen etwa am 20. März. Also sind
wir dicke zwei Wochen hinterher. Doch
neben ein bisschen mehr Wärme, die
die Pflanzen brauchen um so richtig
loszulegen, ist es unbedingt auch nötig, dass Niederschlag kommt, denn der
Boden ist sehr trocken. Auch wenn wir
gefühlt dauernd „schlechtes“ Wetter
hatten, in erster Linie war es kalt. Ergiebigen Niederschlag hatten wir viel
zu lange nicht, auch wenn es meist eher
grau als sonnig war. Ein Übriges hat der
ruppige Wind getan, der nicht nur uns
noch mehr zittern ließ, sondern darüber
hinaus auch den Boden hat austrocknen
lassen. Wer die wenigen warmen Tage
im März genutzt hat, um Sträucher, Rosen oder Bäume zu pflanzen – wie es zu
dieser Zeit empfohlen wird –, der darf
auf keinen Fall die Pflanzen sich selbst
überlassen: ohne reichliche Wassergaben werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anwachsen. Auch wenn
Sie mich für verrückt erklären, so hoffe ich doch, dass die Wetterprognose,
die für diese Tage Regen ansagt, recht
behält. Wenn es danach richtig warm
wird, dann wird die Natur regelrecht
explodieren und dann ist er plötzlich
doch da – der Frühling.
ANNETTE KOSTER
Faires Frühstück
Jeder kann sich an Aktion beteiligen
I
n St. Marien, Viersen, zum Beispiel werden
sie es am 5. Mai tun und in der Bundesstelle der Katholischen Landjugendbewegung in
Bad Honnef am 25. April: fair frühstücken.
Vom 22. April an läuft zwei Wochen die Aktion „Fairtrade Frühstück“, zu der TransFair,
der Verein zur Förderung des Fairen Handels
mit der „Dritten Welt“, aufruft. Privatpersonen können sich ebenso beteiligen wie Gemeinden oder Schulen, Firmen oder Vereine.
Ziel der Aktion ist es, sich bewusst zu machen, dass viele Zutaten unseres Frühstücks
– vom Kaffee oder Tee bis zum Kakao im
Schokoladenaufstrich – gar nicht bei uns
wachsen, sondern aus fernen Ländern und
Kontinenten stammen. „Menschen in Afrika,
Asien und Lateinamerika produzieren unsere
Lebensmittel oft unter Umständen, die ihnen
keine menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen ermöglichen und gleichzeitig Umwelt und Klima schädigen“, heißt
es auf der Internetseite von TransFair.
Dort kann man nicht nur sehen, wann
und wo überall sich Menschen am Fairtrade Frühstück beteiligen, sondern es gibt auch
Hintergrundinformationen, Tipps zur Planung, Werbematerialien und Rezepte. Wir
haben die Bananenmuffins mit Datteln und
Walnüssen ausprobiert.
KB
>> www.fairtrade-deutschland.de
MIT BANANEN, DATTELN UND WALNÜSSEN
125 Gramm weiche Butter
80 Gramm brauner Zucker*
2 Eier
175 Gramm Mehl
1 ½ Teelöffel Backpulver
5 Esslöffel Ahornsirup (Wem das zu süß
ist, kann stattdessen Milch nehmen)
2 Bananen*
100 Gramm Datteln*
100 Gramm Walnüsse*
* diese Zutaten gibt es aus Fairem Handel
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Butter, Zucker und Eier in eine Rührschüssel geben und schaumig schlagen.
Mehl und Backpulver vermengen und
nach und nach in die Rührschüssel geben. Ahornsirup und die zerdrückten Bananen ebenfalls der Masse zufügen. Datteln und Walnüsse hacken und unter den
Teig mischen. Den Teig nun auf Muffinförmchen verteilen. Im Ofen 25 bis 30
Minuten backen.
Die Muffins aus der „Versuchsküche“ sind – trotz Backpulver – nicht richtig aufgegangen.
Dem Geschmack tat das aber keinen Abbruch.
(Foto: Becker)
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KLEINE KIRCHENZEITUNG
Entdecke die ersten Frühlingsboten
Draußen in der Natur kannst Du jetzt Spannendes beobachten
R
aus aus dem Haus und rein in die Natur!
Jetzt, wo endlich die Sonne scheint und
es wieder wärmer wird, kann man im Garten, auf Wiesen und in den Wäldern einiges
entdecken. Wenn Ihr genau hinschaut, könnt
Ihr die ersten Frühlingsboten beobachten:
zum Beispiel das Tagpfauenauge, den Grasfrosch, die Brennnessel und die Bekassine,
den Vogel des Jahres 2013. Die Naturschutz-
jugend lädt Kinder bis zwölf Jahre ein, an
einem Wettbewerb zum Thema „Erlebter
Frühling“ teilzunehmen. Alleine, mit Deinen
Freunden oder Deiner Schulklasse kannst
Du auf Entdeckungsreise in die Natur gehen. Was Du dabei erlebst und beobachtest,
kannst Du aufmalen, in einem Forschertagebuch festhalten, basteln, fotografieren oder
filmen. Deinen Beitrag kannst Du bis zum
24. Mai einsenden. Alle Forscher bekommen
einen Preis. Für mehr Informationen schaust
Du am besten zusammen mit Deinen Eltern
auf der Internetseite der Naturschutzjugend
nach. Dort gibt es auch Tipps, wo Du die
Frühlingsboten findest und was Du in deinen
Forscherrucksack packen solltest.
ALS
www.erlebter-fruehling.de
Das Tagpfauenauge lebt
in Wiesen,
Parks und
lichten
Wäldern.
Es ist
eine der
wenigen
Schmetterlingsarten, die
überwintern kann. Dadurch
kann es bis zu zwei Jahre alt werden. Das Muster
auf den Flügeln soll an die
Augen eines größeren Tieres
erinnern und die Feinde der
Tagpfauenaugen abschrecken.
Grafiken: NAJU / Ulrike Suckow
TAGPFAUENAUGE
GRASFROSCH
Der Grasfrosch ist braun
oder schwarz gefleckt. Sein
Hals und sein Bauch sind
weiß, gelb oder orange.
Er springt auf Wiesen und
Weiden herum, bleibt aber
immer in der Nähe von
Wasser. Er frisst Insekten,
Käfer, Laubheuschrecken,
Asseln, Würmer, Spinnen
und Nacktschnecken. Seine
Beute
fängt
er mit
seiner
klebrigen
Zunge.
Das Krokodil Konrad kennt
eine Bauernregel für den
April. Die Zahlen geben die
Position der Buchstaben in
den Wörtern an. Einige musst
Du streichen oder durch einen
anderen Buchstaben ersetzen.
Lösung: Apfel, Brille, Kasper, Bild, Arm, acht, Wasser, Wald = April, April, der macht, was er will.
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FAMILIE
Was kostet ein Kind?
Bis der Nachwuchs 18 ist, geben Eltern für Essen, Kleidung und Freizeit viel Geld aus
E
s ist ein beeindruckendes Bild: Wie in der
Werbung für ein Waschmittel zieht sich
eine Wäscheleine über Wiesen und Hügel – insgesamt 700 Meter lang. Auf ihr flattern Wäschestücke im Wind – so viel, wie ein Kind
braucht, bis es 18 Jahre alt wird. Strampelanzüge, Socken, Unterwäsche, Hosen, T-Shirts, Pullover, Jacken: Bis ein Kind groß ist, kommt da
einiges zusammen – auch in puncto Kosten.
Kinder sind uns lieb und teuer, aber wie teuer sind sie genau? Was kostet ein Kind – angefangen von den Windeln bis zum Führerschein?
Dieser Frage ist der Journalist und Fernsehmoderator Matthias Fornoff nachgegangen. „Unbezahlbar sind ein paar Dinge auf dieser Welt:
die Liebe, das Glück, das Lächeln eines Kindes.
Aber das gibt’s schon nicht umsonst. Wir Eltern
investieren jede Menge Zeit, Energie, Kraft,
ja und auch Geld“, weiß der zweifache Vater.
Wie viel genau Eltern für Kleidung, Essen, Betreuung, Spielzeug, Schule, Elektronik und Taschengeld ausgeben, zeigte Fornoff anhand von
drei Familien in einem ZDF-Beitrag.
Und da kommt einiges zusammen. Beispiel
Kleidung: Dafür zahlen Eltern laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich etwa 9101
Euro. 1000 Euro pro Kind kommen allein an
Windeln zusammen. Aber auch die Kinderbetreuung geht ins Geld: In den ersten Kinderjahren brauchen Eltern am häufigsten Unterstützung. Babysitter, Tagesmutter oder Kindergarten kosten im Schnitt knapp 3368 Euro.
Für die Schule – egal für welche Schulform –
gibt der Staat pro Kind und Jahr rund 5500 Euro
aus, erklärt Fornoff. Aber auch die Eltern müssen kräftig in die Tasche greifen. Schulranzen,
Stifte, Hefte, Bücher, Kopien und Ausflüge:
In zwölf Jahren kommen für die Bildung rund
3525 Euro zusammen. Besonders die Nachhilfe
lassen sich die Deutschen einiges kosten: nämlich insgesamt 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Mobilität wird groß geschrieben. Viele Eltern sind mehrmals in der Woche unterwegs,
um ihre Kinder zum Sport oder zum Musikunterricht zu fahren. Aber auch die Kinder selbst
wollen und sollen mobil sein. Angefangen mit
dem Kinderwagen (679 Euro) folgen Bobbycar (35 Euro), Kinderfahrrad (160 Euro), Kickboard (60 Euro) und Jugendrad (269 Euro)
– nicht mitgerechnet die Kosten für Bus und
Bahn und die Benzinkosten der Eltern. Für
Fahrrad und Co. plus Führerschein (1730 Euro)
geben Eltern statistisch mehr als 3415 Euro aus
– ein eigenes Auto für den Nachwuchs nicht
mitgerechnet.
Und noch ein Kostenfaktor ist nicht ohne:
Für Spielzeug, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke kommen in 18 Jahren rund 8156 Euro
zusammen. Ein besonders hoher Posten ist die
Kinder kosten – doch die meisten Eltern würden diese Kosten niemals aufrechnen. Sie wissen,
dass jeder Cent gut angelegt ist.
(Foto: Franz Mairinger / pixelio.de)
Ernährung. Das beginnt mit den Breigläschen,
von denen man bis zum 18. Lebensmonat des
Kindes etwa 800 Stück verfüttert – aufeinandergestapelt ergibt das einen imposanten Turm.
18 Jahre lang essen und trinken – da kommen
im Durchschnitt 25 605 Euro zusammen. Die
meisten Kosten allerdings entstehen durch den
Posten Wohnen: Für Wasser, Energie, Miete
und Wohnen bringen Eltern 32 654 Euro auf.
„Ein Haus oder Auto können
uns nie so glücklich machen“
Im Durchschnitt bekommt jedes Kind von
seinen Eltern drei Zimmer, bis es 18 ist. Kaum
ein Möbelstück, so hat Fornoff herausgefunden, bleibe die ganze Kindheit erhalten. Die
Möbel fürs Kinder- und Jugendzimmer, Betten,
Schreibtisch, Couch und Kleiderschrank, verschlingen rund 6489 Euro. Rund vier Stunden
am Tag nutzen Jungen und Mädchen elektronische Geräte: Fernseher, Computerspiele, Handy, Internet und Playstation machen 6473 Euro
aus. An Taschengeld, über dessen Höhe die
Meinungen bekanntlich auseinandergehen, erhalten Kinder durchschnittlich 2496 Euro.
Viele Kinder machen in ihrer Freizeit Sport.
Ob Fußball, Turnen, Tennis oder Reiten: Jeder Freizeitspaß kostet im Durchschnitt 15 627
Euro pro Kind. Für die meisten ist dieser Posten
jedoch unverzichtbar. Helena und André Hullmann, Eltern von drei Töchtern, zahlen zum
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Beispiel 10 Euro für jede Reitstunde ihrer Tochter. Für André Hullmann ist das „eine Aufwendung, die muss sein. Damit fängt die Sozialisierung eines jeden Menschen an, eines jeden Kindes. Dafür ist das allemal das Geld wert“.
Insgesamt, so hat es das Statistische Bundesamt errechnet, zahlen Eltern für ein Kind
bis zum 18. Lebensjahr knapp 117 000 Euro.
In Hartz IV-Haushalten fallen etwa 54 000 Euro
an. Nicht erwähnt wurde bei dem Beitrag allerdings das Kindergeld, das der Staat den Eltern
monatlich zahlt. Es beträgt zurzeit 184 Euro pro
Monat für das erste und das zweite Kind. Unberücksichtigt blieb auch die Tatsache, dass viele
Eltern ihre Kinder über das 18. Lebensjahr hinaus finanziell unterstützen.
Doch trotz aller Kosten – die meisten Eltern würden ein Kind niemals in Geld umrechnen. „Dafür können wir uns vielleicht das halbe
Haus hier leisten. Aber was sich in 18 Jahren jeden Tag entwickelt, ist unbezahlbar“, sagt André Hullmann. Und auch Matthias Fornoff ist
sicher: „Als Vater weiß ich, dass sich jeder Euro
lohnt, den ich in meine Kinder stecke.“ Sein Fazit: „117 000 Euro – dafür könnte man sich einen schicken Sportwagen kaufen oder eine Eigentumswohnung“, sagt der Journalist. „Aber
eigentlich ist es auch egal, was unser Kind am
Ende kostet, was wir mit dem Geld hätten machen können. Ein Haus oder ein Auto können
uns nie so glücklich machen.“
ALS
>> www.zdf.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
FIT DURCHS LEBEN
Früherkennung verlangsamt
den Verlauf von Parkinson
Der Früherkennung und einer differenzierten Diagnostik kommt nach Darstellung der
Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV)
eine herausragende Bedeutung für eine wirksame Therapie zu. „Wenn die ersten Symptome richtig diagnostiziert werden, lässt sich
Parkinson inzwischen so gut behandeln, dass
der Krankheitsverlauf erheblich verlangsamt
wird“, sagte dPV-Geschäftsführer Wilhelm
Mehrhoff. „Insbesondere für Parkinson-Patienten zwischen 20 und 40 Jahren spielt die
Früherkennung eine Schlüsselrolle.“ Damit
erhöhten sich die Chancen, dass die Berufsfähigkeit der Patienten und damit auch die
Normalität des Lebens weitgehend erhalten
werden könne.
Parkinson ist nach Einschätzung der Vereinigung dabei, in Deutschland zur Volkskrankheit zu werden. Derzeit litten rund 280 000
Bundesbürger an der Erkrankung.
KNA
„Gesundheit der Frauen ist uns wichtig“
Aktionswoche im Bergheimer Maria-Hilf-Krankenhaus
F
Erneutes Qualitätssiegel für
St.-Elisabeth-Krankenhaus
rauen und deren Gesundheit in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen zu unterstützen ist uns wichtig“, sagt Dr. Brigitta Wesenberg. Die Chefärztin der Abteilung
für Gynäkologie und Geburtshilfe am MariaHilf-Krankenhaus in Bergheim hat mit Marita Schmickler, Leiterin der Physiotherapie,
und Dr. Harald Sandmann, Oberarzt Innere
Medizin, die Aktionswoche „Frauengesundheit“ organisiert.
Die Veranstaltungswoche beginnt am
Samstag, 13. April, um 10 Uhr in der Cafeteria mit einem Vortrag von Professor Josef
Beuth über eine ganzheitliche Krebsbehandlung, bei der auch Naturheilverfahren eine
Rolle spielen.
Um 11 Uhr spricht Dr. Harald Sandmann
über neueste Erkenntnisse bei Herz-Kreislauferkrankungen, die auch bei Frauen an
erster Stelle der Todesursachen stehen. Besonders wird der Kardiologe darauf eingehen, „dass sich der Herzinfarkt bei Frauen
atypisch ankündigt“. Zum Ziel seines Votrags sagt Sandmann: „Die Frauen selbst und
Das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Köln-Hohenlind wurde erneut mit dem kombinierten
Zertifikat „proCum Cert inklusive Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ)“ ausgezeichnet. Derzeit ist die Einrichtung nach eigenen Angaben das einzige konfessionelle Krankenhaus
in Köln mit der Auszeichnung „proCum
Cert“, die vom Katholischen und Evangelischen Krankenhausverband vergeben wird
und christliche Werte in das Qualitätsmanagement einbezieht.
Erstmals erhielt das Krankenhaus im Jahr
2007 die Auszeichnung. Seitdem wird die
Überprüfung alle drei Jahre wiederholt. Beurteilt werden die KTQ-Kriterien wie die Patienten- und Mitarbeiterorientierung, die Sicherheit, das Informationswesen, die Krankenhausführung und das Qualitätsmanagement. Darüber hinaus wurden die „proCum
Cert“-Kriterien Seelsorge, Verantwortung
für die Gesellschaft und Verantwortung des
Trägers bewertet.
Auch bei der aktuellen Patientenbefragung der AOK, BARMER GEK und der
Weißen Liste schneidet das St.-ElisabethKrankenhaus mit 88 Prozent der befragten
Patienten, die das Krankenhaus weiterempfehlen würden, überdurchschnittlich gut ab.
Mit der ärztlichen Versorgung sind 87 Prozent, mit der pflegerischen Betreuung 86
Prozent und mit der Organisation und dem
Service des Krankenhauses 80 Prozent der
Patienten zufrieden.
LB
>> www.hohenlind.de
Der Eingang des Maria-Hilf-Krankenhauses in Bergheim.
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
auch Ärzte müssen für die Anzeichen sensibilisiert werden.“
Die Blasenschwäche und deren Behandlung ist Thema von Dr. Brigitta Wesenberg.
Sie betont: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Frauen in dieser Situation zu helfen.
Es muss nicht immer eine Operation sein.“
Über „Burnout“ spricht um 13 Uhr Diakon und Krankenhausseelsorger HermannJosef Klein. Um 14 Uhr informiert Dr. Rita
Beckmann über die Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs.
Von Montag bis Samstag kommender
Woche gibt es weitere Veranstaltungen, die
im Alten Speisesaal stattfinden. Am Montag kann der Venendruck von 9 bis 14 Uhr
überprüft werden. Über Depressionen wird
am Dienstag um 10 Uhr informiert und am
Mittwoch stehen um 18 Uhr neue Schmerztherapien auf dem Programm. Entspannung
ist Donnerstag und Freitag angesagt. Und am
Samstag wird um 11 Uhr über Pflege informiert.
KL
>> www.maria-hilf-krankenhaus.de
(Foto: Klein)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 53
RÄTSEL
Einladung zur Landpartie auf Burg Adendorf
A
uf zur „Landpartie Burg Adendorf“:
Vom Himmelfahrtstag, Donnerstag,
9. Mai, bis zum folgenden Sonntag, 12.
Mai, laden Freiherr und Freifrau von Loë
wieder zu einem unterhaltsamen und informativen Vergnügen ein. Im Park und
in der Wasserburg im Töpferdorf Adendorf bei Meckenheim präsentieren rund
140 Aussteller Besonderheiten der gehobenen ländlichen Lebensart. Sie zeigen
das Schönste aus den Bereichen Mode &
Schmuck, Wohnen & Einrichtung, Garten, Lebensart sowie Kulinarik.
Maßschneider, Manufakturen und bekannte Modelabel kleiden stilvoll ein.
Gartenarchitekten, Rosenzüchter und andere „grüne“ Experten bieten alles rund
Auch in diesem Jahr sind Gabriela Freifrau und Georg
Freiherr von Loë Ihre Gastgeber bei der Landpartie auf
Burg Adendorf.
(Foto: Raspels)
54 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
um das „grüne Wohnzimmer“. Inneneinrichter zeigen wie wir gerne leben – zu
kulinarischen Genüssen aus ganz Europa.
Besucher zahlen an der Tageskasse
15 Euro, beim Vorverkauf im Internet
sind es 12,50 Euro. Kinder bis 16 Jahre
haben freien Eintritt. Leser der Kirchenzeitung können jedoch sieben Mal zwei
Eintrittskarten zur „Landpartie auf Burg
Adendorf“ gewinnen. Schicken Sie das
Lösungswort des Kreuzworträtsels zusammen mit Ihrer Adresse bis zum 17.
April an die Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln,
oder per E-Mail an redaktion@kirchenzeitung-koeln.de.
BR
>> www.landpartie-adendorf.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
BUNTE SEITE
„Sie wollen also behaupten, Sie hätten den
Kläger nur mit geistigen Waffen bekämpft“,
fragt der Richter den Angeklagten, „und wie
erklären Sie sich die riesige Beule an seinem
Kopf?“ - „Ganz einfach, Herr Richter, es war
Goethes Faust.“
Herr Frisch erhält vom Finanzamt einen Vordruck für seine Steuererklärung. Nach kurzer
Durchsicht schickt er die Formulare wieder
an das Finanzamt mit dem Vermerk zurück:
„Ich schicke Ihnen Ihre Prospekte zurück,
denn ich habe keinesfalls vor, Ihrem seltsamen Verein beizutreten.“
„Sie müssen vor allem viel an die frische
Luft und für ausreichend Bewegung sorgen“,
rät der Arzt der neureichen Dame. „Das geht
nicht, Herr Doktor“, widerspricht sie. „Ich
kann es mir nicht leisten, jeden Tag spazieren zu gehen. Dann würden die Leute denken, wir hätten unseren Wagen verkauft.“
„Nenne mir die vier Elemente“, verlangt der Lehrer
von Nadine. Das Mädchen zählt auf: „Erde, Wasser, Feuer und Bier.“ - „Bier, wieso denn Bier?“,
will der Lehrer wissen. „Immer, wenn mein Vater
Bier trinkt, sagt meine Mutter: Jetzt ist er wieder
voll in seinem Element.“
Die Schulklasse kommt zum Impfen. Als Max
an der Reihe ist, fragt er die Ärztin nach dem
Preis für die Impfung. Erstaunt nennt ihm die
Ärztin den Preis. Sagt Max: „Ich geb Ihnen
das Doppelte, wenn Sie mich nicht impfen!“
„Kommen wir nun bei unserer großen Haushaltshilfe-Tombola zur Ziehung des Hauptgewinns: Wer darf die Fenster putzen?“
12. April 2013 | Ausgabe 15/13
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BERICHT
Ein Signal für gelebte Inklusion
Bürgerstiftung Rheinviertel startet Modellprojekt für Kinder mit und ohne Behinderung
D
ie Bürgerstiftung Rheinviertel in Bonn
macht Ernst. Ernst mit einem Zusammenleben ohne Barrieren. Denn mit dem
Umbau ihres Sonja-Kill-Kindergartens im
Bad Godesberger Rheinviertel setzt sie ein
Signal für gelebte Inklusion und schafft damit
- modellhaft auch über die Grenzen Bonns hinaus - einen Ort, an dem Kinder mit und ohne
Behinderungen wirklich gemeinsam spielen
und lernen können.
Es ist ein großes Projekt, das sich die Bürgerstiftung Rheinviertel auf ihre Fahnen geschrieben hat. Und ein teures dazu. Rund 1,5
Mio. Euro umfasst das Kostenvolumen, das
die Stiftung zum überwiegenden Teil selbst
stemmen muss. „Aber uns ist es wichtig, dass
gerade Kinder nicht benachteiligt werden.
Deshalb haben wir uns entschieden, die Inklusion hier umzusetzen“, erläutert der Vorsitzende Dechant Dr. Wolfgang Picken das
Vorhaben. Aktuell hat die Stiftung eine Aktion mit 14 000 Info-Flyern gestartet, um die
Bevölkerung zur Unterstützung aufzurufen.
„Wenn die Gesellschaft nicht mitzieht,
bleibt Inklusion ein Lippenbekenntnis“
Aber die Bürgerstiftung will mehr: „Wir
wollen das Thema Inklusion in die Köpfe und in die Herzen der Menschen brin-
gen“, so Picken weiter. „Denn wenn die Gesellschaft nicht mitzieht, bleibt die Inklusion
ein politisches Lippenbekenntnis.“ Bei diesem pädagogischen Ansatz, der in Deutschland vielfach noch in den Kinderschuhen
steckt, stehen nicht die Andersartigkeit eines
Menschen im Vordergrund, sondern seine jeweiligen Stärken und Möglichkeiten. Inklusion sei mehr als die bisher praktizierte Integration, so die Kindergartenkoordinatorin des
Rheinviertels, Sonja Velten. Sie gehe von einem christlichen Menschenbild aus, wo jeder
Mensch als selbstverständliches Mitglied der
Gemeinschaft anerkannt ist. Entsprechend
soll jedes Kind – egal ob mit oder ohne Einschränkungen – die pädagogische und therapeutische Unterstützung erhalten, die es
braucht. „Das ist uns diesen großen Einsatz
wert!“
„Vielfalt leben“ – unter diesem Leitgedanken steht der Umbau des Sonja-Kill-Kindergartens von Heilig Kreuz. Im letzten Sommer
ist die bisher zweigruppige Einrichtung mit
psychomotorischem Schwerpunkt in Container umgezogen; im Oktober wurde der alte
Bau abgerissen und im Dezember konnte der
Grundstein für den Neubau gelegt werden.
Dieser wird über ein zusätzliches Stockwerk
verfügen und komplett barrierefrei sein. Der
Rohbau steht; und bis zum Beginn des neuen
Kindergartenjahres nach den Sommerferien
soll alles fertig sein.
Die gesamte Anlage und die Räumlichkeiten werden mit unterschiedlichen Erfahrungs- und Förderungsmöglichkeiten ausgestattet – ganz im Sinne des Inklusionsgedankens. Dazu gehören Wasserspielbereiche,
Podestlandschaften und vielfältige andere
Bewegungsmöglichkeiten. Alle Kinder haben
Zugang zu allen Bereichen. Die konsequente fördernde und heilpädagogische Raumkonzeption und Ausrichtung des Kindergartens
ist die Besonderheit dieses Projektes, das der
Landschaftsverband Rheinland als Modellprojekt genehmigt hat, aber finanziell erst in
gewissem Umfang fördert, wenn der Betrieb
läuft. Dann werden dort 45 Kinder gemeinsam lernen und spielen – davon 15 Kinder unter drei Jahren und 12 Kinder zwischen 1 bis
6 Jahren mit Behinderung.
Für Kindergartenkinder mit geistigen oder
körperlichen Handicaps, vor allem für unter
Dreijährige, gebe es so gut wie keine Plätze, weiß Velten. Das müsse sich dringend
ändern. Die Bürgerstiftung Rheinviertel hat
dazu einen Anfang gemacht.
BEATE BEHRENDT-WEISS
INFO
Dechant Dr. Wolfgang Picken bei der Grundsteinlegung des des neuen Kindergartens vor einigen Wochen.
(Fotos: BBW)
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Die Bürgerstiftung Rheinviertel ist eine Initiative
von Bürgern für die gemeindlichen, sozialen und
karitativen Aufgaben im Rheinviertel von BonnBad Godesberg. Seit 2005 hat die Stiftung für einen
spürbaren Aufbruch im Viertel gesorgt, weil Bürger
Zeit, Ideen, Kompetenzen oder Geld beisteuern. So
konnten im Bereich Kindergärten, aber auch in der
Jugendarbeit, in der Begleitung alter oder sterbender Menschen sowie in anderen Bereichen wegweisende Akzente gesetzt werden, die bundesweit
Nachahmer finden.
>> www.buergerstiftung-rheinviertel.de
Ausgabe 15/13 | 12. April 2013
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Seele and Geist
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