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Gib dem Menschen, was des Menschen - KV

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JULI/AUG. 2005
AM
AKADEMISCHE
MONATSBLÄTTER
Zeitschrift des Kartellverbandes
katholischer deutscher Studentenvereine KV • 117. Jahrgang • Nr. 6
Gib dem Menschen,
was des Menschen
UNSER
Prinzip Freundschaft Seite 04
Ein Grund, den
Vollwichs einzupacken
DIE AMTSEINFÜHRUNG
Papst Benedikts XVI. Seite 08
Ein Mensch,
den man nicht vergisst
EWALD MATARÉ
Seite 14
INHALT
EDITORIAL
Liebe Kartellbrüder,
TITELTHEMA
Gib dem Menschen,
was des Menschen
04
PAPST
Ein Grund, den Vollwichs einzupacken:
Die Amtseinfürung Papst Benedikts XVI.
08
„Den richtigen Berater haben“
10
Papst Benedikt –
Hochschulseelsorger bei der Isaria
11
Papst und Profit
13
Deutsch oder nicht deutsch?
14
GEISTLICHES WORT
Eucharistie
03
KV-AKADEMIE
Politik, Madonna und Delirium
Wo Deutschland am schönsten ist
Speyer – „Die Weinstraße“
16
22
23
WELTJUGENDTAG
Gemeinsam erleben –
ein Angebot für KVer
15
PORTRAIT
Ein Mensch, den man nicht vergisst:
Ewald Mataré
18
KV-WALLFAHRT
„Wir sind gekommen,
um Ihn anzubeten!“
17
liebe Leser und Leserinnen,
die letzte Nummer der „Akademischen Monatsblätter“ mit dem
neuen Papst als Titelbild hat ein reges Interesse ausgelöst. Wer
noch einige zusätzliche Exemplare, die sich vortrefflich für eine
Werbung für unseren Verband und seine Korporationen eignen,
wünscht, sollte sich an das KV-Sekretariat
wenden. Sprecht junge Studenten an und
macht sie auf uns aufmerksam.
Auch in dieser Nummer finden sich neben
dem Leitartikel über unser Prinzip Freundschaft von Kb Hans-Joachim Leciejewski
noch weitere Artikel, die sich mit dem
neuen Pontifex aus unseren Reihen beschäftigen. Die Redaktion war der Meinung, wir sollten einen Teil davon sofort
abdrucken, weil das Ereignis noch in aller
Munde ist. Sobald wird kein KVer mehr
Papst. Wegen der zweiten „Papstnummer“
konnten wir mit der Berichterstattung über
die Vertreterversammlung in Paderborn, deren wichtiges Ergebnis
ich schon in meinem letzten Editorial erwähnt habe, nicht schon in
dieser Nummer beginnen. Da auch das Protokoll erst nach Redaktionsschluss vorlag, hätten wir sowieso nicht abschließend informieren können. In der kommenden Ausgabe werden sich außerdem die
Kartellbrüder vorstellen, die ab dem 1. Oktober 2005 für den Verband die Verantwortung übernehmen. Das schließt sich gut an die
Zusammenfassung der Ergebnisse der VV an.
Noch immer erhalten wir Zuschriften wegen einer Äußerung, die
der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Missfelder, in einem Gespräch mit der AGV gemacht hat. In der letzten Nummer der AM
hatten wir schon klar gestellt, dass wir diese Meinung nicht teilen.
Auch der KV-Rat distanziert sich ausdrücklich von der unhaltbaren
Formulierung, die ältere Generation „verprasse“ viel Geld zu Lasten
der jüngeren. Aus der Stellungnahme der AGV in der letzten Nummer geht ebenso hervor, dass der Vorstand „ein kämpferisches Gegeneinander der Generationen“ ausdrücklich ablehnt. Schließlich
sei noch daran erinnert, dass im Impressum der AM seit eh und je
darauf verwiesen wird: „Die mit Namen versehenen Beiträge geben
die Meinung des Verfassers und nicht unbedingt die der Redaktion
wieder.“
Ich bleibe mit besten kartellbrüderlichen Grüßen wie immer
Euer
IMPRESSUM
Akademische Monatsblätter
Herausgeber: Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV).
V.i.S.d.P: Dr. Wolfgang Löhr, c/o KV-Sekretariat.
Kommissionsverlag: Verband alter KVer e.V., KV-Sekretariat, Postfach 10 16 80, 45746 Marl, Linder Weg 44, 45770 Marl, Telefon (02365) 5729010, Telefax (02365) 5729051, am@kartellverband.de.
Anzeigenverwaltung: KV-Sekretariat, Anschrift wie oben. Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 15.
Druck: Pomp, Bottrop.
Die AM werden im Rahmen der Verbandszugehörigkeit allen Kartellangehörigen ohne besondere Bezugsgebühr geliefert.
Redaktion: Prof. Dr. Wilhelm Schreckenberg (Ehrenvorsitzender), Dr. Wolfgang Löhr (Vorsitz und v.i.S.d.P), Thomas Drescher, Stefan Einecke, Siegfried Koß, Dr. Günter Georg Kinzel, Michael Kotulla,
Hans-Joachim Leciejewski, Reinhard Nixdorf, Harald Stollmeier, Prof. Dr. Hans-Georg Wehling. Koordination: Thorsten Malessa.
Die Akademischen Monatsblätter erscheinen zehnmal im Jahr. Es wird gebeten, Manuskripte an die oben genannte E-Mail-Adresse zu senden. Die Redaktion setzt das Einverständnis zu etwaigen
Kürzungen und redaktionellen Änderungen voraus. Die mit Namen versehenen Beiträge geben die Meinung des Verfassers und nicht unbedingt die der Redaktion wieder. Die Beiträge sind grundsätzlich
in ehrenamtlicher Mitarbeit geschrieben. Der Abdruck ist nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet.
Hinweis nach § 4 Abs. 3 PD-SVD.
Gegen das übliche Verfahren der Anschriften-Weitergabe durch die Deutsche Post AG kann der Zeitschriftenempfänger jederzeit Widerspruch beim KV-Sekretariat, Postfach 10 16 80, 45746 Marl, einlegen.
ISSN 0002-3000
Internet-Adresse: www.kartellverband.de / am@kartellverband.de
Ausgabe 08/2005: Redaktionsschluss: 30. Juli 2005, Auslieferung: 5. Oktober 2005
Titelfoto:
02 AM
GEISTLICHES WORT
Eucharistie
Bis zum Oktober dieses Jahres dauert noch das vom
Papst ausgerufene „Jahr der Eucharistie“. Es wäre
schade, wenn dieser Akzent von uns überhaupt nicht
wahrgenommen und bedacht würde. Wenn wir als katholischer Studenten- und Akademikerverband auch keine in dem Sinne fromme Vereinigung sind, dass Gebet
und Liturgie unser Hauptaugenmerk gelten muss, so
bleibt doch gültig, dass die Eucharistie „Quelle und
Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (II. Vatikanisches Konzil: Dogmatische Konstituition über die
Kirche „Lumen Gentium“, 11) ist, „aus der die Kirche immerfort lebt und wächst“ („Lumen Gentium“, 26).
Der Mensch, der nach Sinn fragt und Erlösung sucht, der
auf Jesus Christus aufmerksam wird und zum Glauben
an Ihn kommt, empfängt das Sakrament der Taufe.
Die in der Taufe angenommene Gemeinschaft mit Jesus
Christus wird für ihn in jeder Feier der Eucharistie lebendig: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht
esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht
in euch.“ (Joh 6,53) Ohne diese Speise kann der Glaubende nicht leben. Er wird sie immer wieder dankbar
empfangen.
Jesus Christus gebraucht im Johannesevangelium zudem das Bild vom Weinstock und den Reben: „Ihr seid
schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus
sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie
am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht
bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.“ (Joh 15, 3.4)
Eucharistie ist nicht nur das Sakrament der Gemeinschaft (Kommunion) des einhzelnen Glaubenden mit dem
Herrn, sondern auch das Sakrament der Gemeinschaft
der Christen untereinander, das Sakrament der Communio.
Es gehört zu meinen wichtigsten und beglückendsten Erfahrungen, Eucharistiefeiern innerhalb des KV mitgefeiert zu haben. Einige haben sich mir tief eingeprägt. so z.
B. die hl. Messe mit P. Norbert Reus SAC, einem der damaligen KV-Seelsorger, im Kloster Ettal im Rahmen eines KV-Seminars in Garmisch-Partenkirchen. Das ist fast
30 Jahre her, aber ich weiß noch, daß niemand auf die
Uhr geschaut hat, obwohl diese Messe weit über eine
Stunde gedauert hat. Es war eine ganz besondere Atmosphäre und Dichte des geistlichen Erlebens, ein Gnadengeschenk des lieben Gottes!
Ich erinnere mich aber auch
an Stiftungsfestgottesdienste
der jüngsten Zeit, in denen
die Wiedersehensfreude der
Bundesbrüder mit ihren
Angehörigen in besonderer
Weise zum Ausdruck kam,
eine Wiedersehensfreude,
die stark geprägt schien von
dem gläubigen Wissen um
den gemeinsamen Glauben in der einen Kirche, der
unseren Bund prägt und zusammenhält. Da war für mein
Empfinden der Herrgott, dem wir uns verdanken und in
dessen Dienst wir stehen, wirklich spürbar in unserer
Mitte und in einem jeden von uns.
Das „Jahr der Eucharistie“ könnte Anlaß sein, über Sinn
und Wert der Eucharistiefeier in unserem Kartellverband
und in unseren Vereinen nachzudenken. Wir sollten uns
bewußt machen, daß die Gedächtnisfeier des Todes und
der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus wichtig,
weil konstitutiv auch für unseren Bund ist. Das wird uns
im Bemühen stärken, würdige Eucharistiefeiern in
unserem Kreis zu begehen und an deren Vorbereitung
und Durchführung aktiv mitzuwirken. Dann werden wir
die Erfahrung geschenkt bekommen, daß wir uns auch
als Bünde ihm verdanken und aus ihm leben und immer
neu Einheit und brüderliche Zusammengehörigkeit gewinnen.
„Dank sei dir Vater für das ewge Leben und für den
Glauben, den du uns gegeben, dass wir in Jesus Christus dich erkennen und Vater nennen. Jedes Geschöpf
lebt von der Frucht der Erde, doch dass des Menschen
Herz gesättigt werde, hast du vom Himmel Speide uns
gegeben zum ewgen Leben. Wir, die wir alle essen von
dem Mahle und die wir trinken aus der heilgen Schale,
sind Christi Leib, sind seines Leibes Glieder, Schwestern
und Brüder. Aus vielen Körnern ist ein Brot geworden: so
führ auch uns, o Herr, aus allen Orten zu einer Kirche
durch dein Wort zusammen in Jesu Namen. In einem
Glajben lass uns dich erkennen, in einer Liebe dich den
Vater nennen; eins lass uns sein wie Beeren einer Traube, dass die Welt glaube.“ (Gotteslob 634)
Was uns heilig ist, verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit und jede Anstrengung. Was uns wichtig ist, darüber
sollen wir auch diskutieren, und insofern könnte ich mir
durchaus vorstellen, daß wir als Brüder zu einem regen
Austausch über unser „Allerheiligstes“ gelangen, solange das „Jahr der Eucharistie“ noch währt.
P. Robert Jauch OFM
AM 03
Titelthema: Hans-Joachim Leciejewski
Gib dem Menschen,
was des Menschen
Unser Prinzip Freundschaft
Fragt man einen Kartellbruder nach dem, was den KV prägt und
ihn von anderen studentischen Verbänden unterscheidet, so
erhält man recht oft die Antwort, dass der KV ein nichtfarbentragender und nichtschlagender Akademikerverband ist. Ohne
Zweifel ist diese Antwort zutreffend und werden mit den beiden
Negationen, nichtfarbentragend und nichtschlagend, dem KV
wichtige Werte angesprochen. Gern wird auch auf die drei Prinzipien unseres Verbandes verwiesen, auf Religion, Wissenschaft
und Freundschaft, doch begegnet einem dann häufig ein eigenartiges Missverständnis, indem die Meinung geäußert wird, das
Prinzip Religion, die Verwurzelung im christlichen Glauben und in
der katholischen Kirche, sei das den KV von anderen studentischen Verbindungen Unterscheidende, während hingegen die
Prinzipien Freundschaft und Wissenschaft ihn mit anderen Studentenverbänden verbänden.
1
Gen 2,15
04 AM
Diese Ansicht ist irrig oder missverständlich und bedarf daher
der Präzisierung, denn Wissenschaft und Freundschaft stehen
in engem Zusammenhang zum Prinzip Religion. Die drei Prinzipien können wir nicht isoliert betrachten, sie sind vielmehr aufeinander bezogen und gehören eng zueinander. Wenn KVer
nämlich als katholische Christen von Wissenschaft sprechen,
dann bleibt für sie letztlich maßgebend der Auftrag des Schöpfers: „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn
in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.“1
Das wissenschaftliche Bemühen um das Verständnis und die
Gestaltung der Welt ist zutiefst geprägt vom Geheimnis des
Ursprungs und vom Auftrag des Schöpfers und bleibt an diesen
rückgebunden. Auch das Verständnis von Freundschaft steht in
diesem Kontext und ist vom christlichen Menschenbild entscheidend geprägt.
TITELTHEMA
Silbernes Priesterjubiläum
Am 6. Juni feierte Kb Hans-Joachim Leciejewski (EM Cher), einer der Sprecher unseres
Seelsorgeteams, sein silbernes Priesterjubiläum in der Braunschweiger Cyriacuspfarre.
Seine Mutter, Verwandte, zahlreiche Pfarrangehörige, viele Mitbrüder und eine ansehnliche
Schar Kartellbrüder, darunter der KV-Ratsvorsitzende und sein zukünftiger Nachfolger, feierten mit ihm eine feierliche Messe, in der besonders an den Heiligen
Benedikt von Nursia erinnert wurde, dessen Orden sich der Jubilar
als Oblate besonders verbunden fühlt. Der KV gratuliert herzlich und
sagt auch noch einmal auf diesem Wege dem Jubilar „Vergelt's
Gott“ für sein Engagement für den Verband.
AM 05
TITELTHEMA
Freundschaft ist dabei mehr als nur ein vielleicht
vorübergehendes Gefühl der Verbundenheit, Freundschaft ist vielmehr auf Dauerhaftigkeit angelegt.
Freundschaft wird zur Bindung, zur Verbindung, zum
Lebensbund, in welchem Menschen verschiedener
Generationen in ein Gespräch eintreten, in dem sie
einander ernst nehmen, Fragen stellen, aufeinander
hören, Erfahrungen und Einsichten austauschen, den
eigenen Horizont erweitern und voneinander lernen.
Daher gilt für jeden KVer: „Wir pflegen einen generationenübergreifenden Lebensbund, gekennzeichnet
durch gegenseitigen Respekt, Erfahrungsaustausch
und menschliche Zuwendung in allen Lebenssituationen.“5
„Gib dem Menschen, was des Menschen, ....“ –
Freundschaft, eines der
Prinzipien im KV, ist eine
der Ursehnsüchte des
Menschen. Der Mensch ist
grundsätzlich offen für den
Mitmenschen und für die
Welt um ihn herum. Wollte
ein Mensch sich ganz und
gar verschließen, so
müsste er armselig mit sich
allein auskommen.
2
3
4
5
Sir 6,14
Joh 11,35
Joh 15, 15-17
KV-Jahrbuch 2003, Klappentext
06 AM
Freundschaft, eines der Prinzipien im KV, ist eine der
Ursehnsüchte des Menschen. Freundschaft ist ein
hoher Wert, der in der Heiligen Schrift gepriesen
wird: „Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer
einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.“2
Jesus Christus selbst hatte Freunde, wir kennen
namentlich Maria, Marta und Lazarus in Betanien
und um seinen toten Freund Lazarus weinte er.3
Jesus Christus selbst nennt seine Jünger seine
Freunde: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn
der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr
habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch
alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört
habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe
euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und das eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr
ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch
auf: Liebt einander!“4
Freundschaft gründet im Wesen des Menschen. Der
Mensch ist grundsätzlich offen für den Mitmenschen
und für die Welt um ihn herum. Wollte ein Mensch
sich ganz und gar verschließen, so müsste er armselig mit sich allein auskommen. Öffnet sich jedoch
ein Mensch und gibt seiner Sehnsucht nach Freundschaft Raum, so gewinnt er den Reichtum des Anderen für sich und verschenkt sich selbst zugleich an
den Anderen. Wesen der Freundschaft ist die gegenseitige Selbstmitteilung des Einen an den Anderen.
Freunde reden miteinander, Freunde teilen sich einander mit. Freunde tauschen sich aus über die Erwartungen an den künftigen Weg, sie sprechen über
Freude und Glück, aber auch über Ängste, Schwierigkeiten und Nöte. Freunde begleiten und tragen
einander in frohen wie in traurigen Stunden.
Der Kartellverein vor Ort ist der Raum, an dem der
Student erfahren kann, welche Kraft aus aufrichtig
gelebter Freundschaft erwächst. Er muss nicht in
einem studentischen Massenbetrieb an der Universität vereinsamen, sondern er kann Freunde gewinnen, unter seinen Mitstudenten wie auch unter den
Alten Herren. Wo man sich aufrichtig um Freundschaft bemüht, werden Bundesbrüder einander beistehen und helfen, auch auf notwendige Korrekturen
einander aufmerksam machen. Dabei ist die „correctio fraterna“ – die brüderliche Zurechtweisung und
Korrektur - eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe in
einer Freundschaft, weil es nicht zu selten geschieht, dass der Gesprächspartner sich verschließt
und die Freundschaft aufkündigt, andererseits kann
jedoch ein Freund nicht schweigend über alles hinwegsehen, auch wenn dies selbst unter “guten
Freunden“ allzu oft geschieht. Freunde nehmen einander ernst, Freunde hören aufeinander, Freunde
mahnen und korrigieren, wo dies notwendig ist. Viel
Feingefühl ist hierbei erforderlich und aufrichtig gelebte Freundschaft ist eine den Menschen fordernde
große Aufgabe, die er nicht aufgeben wird, auch
wenn sie ihm nicht immer gelingt. Und da kein
Mensch nur auf das Gute hin ausgerichtet ist, da er
immer auch anfällig ist für das Sündige, wird jede
Freundschaft immer wieder gefährdet sein durch
Neid, Eifersucht und Missgunst: diese gilt es zu
bekämpfen, da sie jede Freundschaft zerstören.
Bisweilen ist das Prinzip Freundschaft eines, das
dem einzelnen Bundesbruder viel abverlangt, da er
es nicht einfach mit jedem anderen Bundesbruder
gut kann. Es gibt besonders enge Freundschaftsbande, die wir in unseren Bierfamilien ausdrücken,
es gibt aber eben auch die Erfahrung, dass gelebte
Freundschaft mit Bundesbrüdern schwer fällt. Es ist
daher erforderlich, noch ein wenig genauer auf den
Begriff der Freundschaft zu schauen.
Der lateinische Ausdruck für Freundschaft lautet
amicitia. Der Wortstamm ist das lateinische Verbum
„amare – lieben (aus Zuneigung oder Leidenschaft)“
und die Wurzel AMA ist vermutlich der Liebkosungs-
TITELTHEMA
ausdruck der Kinder an die Mutter, ein Lallwort. Ist
es nicht eine Überforderung, wenn das Prinzip
Freundschaft – Amicitia in den Zusammenhang gegenseitiger Liebe gestellt wird und diese allen Bundesbrüdern abverlangt wird?
Eine Zwischenbemerkung aus anderem Kontext zur
Illustration dieser Schwierigkeit: „Sagen Sie, Herr
Pfarrer,“ – so die Frage des Todkranken nach der
Krankensalbung – „im Himmel werde ich dann alle
meine Lieben wiedersehen?“ „Sicherlich, und die
Anderen auch!“
Menschen überfordern sich maßlos, wollten sie alle
Mitmenschen aus Zuneigung oder Leidenschaft lieben. Auch Kartell- und Bundesbrüder überfordern
sich, wollten sie sich an diesem Ideal ausrichten,
alle Bundesbrüder aus Zuneigung oder Leidenschaft
zu lieben, d.h. in Freundschaft – Amicitia mit ihnen
zu leben.
Von dieser Überforderung wusste auch vor rund
1500 Jahren der hl. Benedikt von Nursia, der Vater
des abendländischen Mönchtums und Patron Europas. Er forderte in seiner Klosterregel, einer „Regel
für Anfänger“, seine Mönche auf, einander zu lieben. Wenn er diese Forderung so ausdrücklich in
seine Regel schreibt, dann aus schmerzhaft erlebtem Defizit vor Ort: Benedikt selbst musste erfahren,
dass es mit der gegenseitigen Liebe schwierig ist
und die Brüder eines Klosters, als dessen Abt er von
ihnen berufen worden war, ihn mit Wein vergiften
wollten. Er durchschaute ihre böse Absicht, machte
das Segenszeichen des Kreuzes über das Trinkgefäß,
welches darauf zerbrach. Benedikt zog die Konsequenz und verließ diese Gemeinschaft.
Wenn Benedikt die gegenseitige Liebe der Brüder in
seinem Kloster fordert, dann spricht er dabei nicht
einfach von Amor, sondern differenziert von Caritas
und Diligentia:
• CARITAS6 meint die Grundhaltung der Wertschätzung, die Hochachtung. Caritas wurde erst im
spät- oder mittellateinischen zum Ausdruck für
Liebe.
• DILIGENTIA7 meint die Grundhaltung des sorgfältigen Hinschauens auf den anderen Menschen,
somit die Achtsamkeit und die Sorgfalt.
• AMOR8 ist der Ausdruck nur für die Beziehung des
Einzelnen zu Jesus Christus.
den Menschen, der unter die Räuber gefallen war,
nicht aus Zuneigung und Leidenschaft geliebt, und
Christus fordert auch von uns Christen nicht, dass
wir alle Brüder und Schwestern aus Zuneigung und
Leidenschaft lieben. Dies wäre eine utopische Überforderung, die allenfalls dazu führte, dass der Versuch der Liebe gar nicht erst unternommen wird. Im
Gleichnis wird vielmehr deutlich, dass der Mann aus
Samaria an dem, der seine Zuwendung braucht,
nicht vorübergeht, sondern vielmehr in der Grundhaltung der Caritas und der Diligentia die erforderlichen Schritte einleitet. Mit dem Gleichnis ist jeder
Christ aufgerufen, sich um diese Haltung der Liebe
zum Bruder zu mühen.
Der differenzierte Sprachgebrauch – Amor, Caritas
und Diligentia – entlastet und präzisiert das Verständnis von Freundschaft als eines der Prinzipien,
denen sich der KV verpflichtet weiß. Es befreit von
Überforderungen und öffnet zugleich den Weg, der
gangbar und zu gehen ist. So ist Freundschaft im KV
nicht einfach nur ein Miteinander in einem Akademikerverband, das die Generationen übergreifend gelebt wird, sondern Freundschaft ist vom christlichen
Menschenbild geprägte Grundhaltung gegenüber
dem Kartell- und Bundesbruder. „Ein Bund, wie eine
katholische Verbindung, ist eben nicht einfach eine
studentische Gemeinschaft innerhalb eines großen
Bruderbundes, sondern er ist in einem recht verstandenen Sinne eine Zelle der Kirche, eine brüderliche
Gemeinschaft innerhalb eines großen Bruderbundes,
den die Kirche Jesu darstellt. ... Wir sind alle Brüder
des einen Bundes, den Gott in Jesus Christus mit
dem Menschen schloss. Wir spüren alle, dass von
einer solchen Überlegung her die innere Gemeinschaft eurer Verbindung vertieft werden kann, die
über eine bloße Deklamation hinauswächst in ein
echtes Sich-lieben, Sich-ertragen, Sich-stützen und
sich dabei von aller Verengung löst.“10
Kartell- und Bundesbrüder
überfordern sich, wollten
sie sich an diesem Ideal
ausrichten, alle Bundesbrüder aus Zuneigung oder
Leidenschaft zu lieben,
d.h. in Freundschaft –
Amicitia mit ihnen zu leben.
6
7
8
9
Der Aufsatz beruht auf einem Festvortrag
des Autors anlässlich des 50. Stiftungsfestes des
KStV Burggraf im KV zu Nürnberg
10
Benediktsregel Kapitel 27, Vers 4
Benediktsregel Kapitel 70, Vers 4
Benediktsregel Kapitel 4, Vers 21
Lk 10, 30-37
Julius Kardinal Döpfner, In dieser
Stunde der Kirche, München 1967,
S. 168
Mit den Begriffen Caritas und Diligentia lässt sich
ausdrücken, was das Lebensbundprinzip der
Amicitia meint: einen Bund, der gekennzeichnet ist
von gegenseitigem Respekt, gelebt in Erfahrungsaustausch und menschlicher Zuwendung in allen
Lebenssituationen.9
Dieses Verständnis der Freundschaft im KV hat
seinen ureigenen biblischen Ort im Gleichnis vom
barmherzigen Samariter . Der Mann aus Samaria hat
AM 07
PAPST
Die Amtseinführung
Papst Benedikts XVI
– ein Grund, den Vollwichs einzupacken
Chargeneinsätze gibt es im Laufe eines Aktivenlebens viele. Einige eher als Pflicht verstanden, andere
heiß ersehnt. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass
es sich bei einem Chargeneinsatz im Vatikan gewissermaßen um den Adelsschlag für einen KVer handelt. So machten sich am 23. April dieses Jahres
gleich vier Kartellvereine auf den Weg in die ewige
Stadt, um unserem lieben Kartellbruder, seiner
Heiligkeit Papst Benedikt XVI. , die Verbundenheit
zu zeigen.
Nachdem die Wahl des Papstes bekannt gegeben
worden ist, steht für den Vorort e.s.v. KStV Rechberg
im KV zu Tübingen fest, dass es unerlässlich ist, anlässlich der Amtseinführung unseres lieben Kartellbruders Flagge, oder in diesem Fall besser, Standarte
zu zeigen. Mithilfe des KV-Sekretariats wird eilends
die Reise nach Rom organisiert. Ungeachtet seiner
Arbeitszeiten bemüht sich Herr Lau so schnell wie
möglich um eine Reisegelegenheit.
Fast zeitgleich beginnen die Vorbereitungen in München. Hier haben die Kartellvereine Alemannia,
Saxonia und Isaria beschlossen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen.
Der Philistersenior Alemanniae, Kb Bernhard
Gondro, knüpft den Kontakt mit dem hohen Philistersenior einer verehrlichen AV Capitolina im CV zu
Rom, Ministerialrat Dr. Rudolf Heinrich. Dieser verspricht, Karten für den Petersplatz zu besorgen. Ein
geeignetes Auto anzumieten, gestaltet sich schwierig
– erst am Abend vor der Abfahrt um 23 Uhr gelingt
es Fuchsmajor Wolfgang Schön und dem Senior, ein
Auto zu bekommen. Letzte Absprache mit dem Philistersenior und der Isaria erfolgt um 2:15 Uhr.
Samstag, 23.04.2005
9.00 Uhr
Die Chargenabordnungen in Tübingen und München
begeben sich auf die Wallfahrt.
08 AM
21.00 Uhr
Nach vielen Staus erreicht die Münchener Reisegruppe erschöpft Rom. Der Vorort hat es da angenehmer – Germanwings sei Dank.
Für die Tübinger Kartellbrüder beginnt der Aufenthalt in Rom mit einem ungeplanten Treffen mit
Bischof Dr. Gebhard Fürst der Diözese RottenburgStuttgart am Flughafen Leonardo da Vinci, der ein
gutes Gelingen der Reise wünscht. Ein Besuch der
Kirche Santa Maria in Trastevere und Abendessen
im selben Stadtteil folgen. Die Abendstunden verbringen die Rechberger am Pantheon und der Piazza
Navona. Gegen 00.30 Uhr erreichen die Vertreter
des Vorortes den komplett abgeriegelten Petersplatz, eine Schlafmöglichkeit bietet sich schließlich
bei einer französischen Pilgergruppe unter einer
Überdachung an der Via della Conciliazione, deren
Geistlicher die Verbandsvertreter einlädt, bei ihnen
zu nächtigen.
Per Handy erhalten die Münchener derweil die
Nachricht, dass keine Karten für den Petersplatz
mehr zu bekommen sind. Ein Stimmungstief macht
sich bei ihnen breit!!
22 Uhr: Die Münchener Kartellvereine treffen bei der
Capitolina ein. Es wird geplant, sich mit Hilfe der
Schweizer Garde einzuschleichen. Die guten Kontakte der Capitolina scheinen, dies zu ermöglichen.
Sonntag, 24.04.2005
4.30 Uhr
Die Nacht auf dem Haus der Capitolina ist unruhig
und viel zu kurz. Der Schlafraum ist gleichzeitig
Durchgang von der Theke zu den sanitären Einrichtungen. Abgesehen vom Lärm, wird dadurch auch
über die Aktiven hinweggestiegen. Nach zwei Stunden Schlaf stehen die drei Alemannen und Martin
Rottenweiler Sx! Ale!, übermüdet, aber fest entschlossen ihr Ziel zu erreichen, auf. Es wird der
Wichs angelegt. Kb Sebastian Kappler Is! bekommt
seinen Salonwichs erst auf dem Petersplatz vom
Isarensenior, der Karten von der bayerischen Delegation und den Wichs im Flugzeug mitgenommen
hat. Der mitfahrende Isare wird im Saxonenwichs
eingeschleust.
TITELTHEMA
PAPST
Zeitgleich stellen sich die Rechberger in der multikulturellen
Menge an. Unter extremem Gedränge und Geschiebe gelangen
sie schließlich auf den ellipsenförmigen Petersplatz und bekommen einen Sitzplatz in der Nähe des mittig stehenden Obelisken. Viele Personen aus Europa und Übersee erkundigen sich
nach ihrer Herkunft, den Zielen und den Prinzipien des Kartellverbandes, so dass eine produktive Öffentlichkeitsarbeit möglich ist.
5.00 Uhr
Die Gruppe bricht auf in Richtung Petersplatz. Eine ordentliche
Aufstellung ist nicht vorgesehen. Die Kartellbrüder können jedoch mit dem Argument, dass der heilige Vater ordentliches
Mitglied im KV und nicht nur Ehrenphilister ist, durchsetzen, an
zweiter Stelle direkt hinter der Capitolina einzuchargieren. Zum
Petersplatz wird der Chargenzug durch einen Seiteneingang eingeschleust. Die ersten beiden Kontrollen sind relativ schnell
passiert, bei der dritten dauert es länger. Erst als der Oberbefehlshaber der Schweizer Garde eingreift, können die Kartellbrüder passieren. Inzwischen haben sich Chargierte e.s.v. KdStV
Aenania im CV zu München angeschlossen.
Die heilige Messe zur Amtseinführung unseres lb. Kartellbruders erleben sowohl die
Münchener wie auch die Tübinger KbKb als
sehr emotional von Seiten der Kirche und
auch der riesigen Pilgermenge. Das Gedränge nach der Messe vom Petersplatz herunter
läuft in normalem römischen Chaos ab. Dagegen ist die Organisation der freiwilligen
Helfer und die Hilfsbereitschaft unter den
Pilgern perfekt. So werden Wasserflaschen
über die Menge hinweg verteilt. Die Pilgermenge bleibt immer ruhig und in feierlicher
Stimmung. Zusammenfassend bleibt zu
sagen, dass vermutlich selten zuvor so viel
christliche Nächstenliebe unter komplett
unbekannten Menschen zu erleben war. So
wird die Pilgerreise getreu den Prinzipien des
Kartellverbandes „religio“ und „amicitia“ den
Teilnehmern dieser Pilgerfahrt stets in Erinnerung bleiben. Die Aktivitates wünschen
ihrem lb. Kartellbruder Papst Benedikt XVI.
alles Gute und Gottes Segen und freuen sich
auf ein erneutes Zusammentreffen im Rahmen des 20. Weltjugendtages in Köln.
Sofern nicht im Text erwähnt, waren folgende Kartellbrüder an
der Reise beteiligt:
Daniel Horn Rbg! VOP
Ingo Seidel Rbg! VOXX
Daniel Razik Rbg!
Sebastian Luther Rbg!
Oliver Storr Ale! X
Martin Rottenweiler Ale! Sx!
Sebastian Kappler Is!
Koordination der Texte: Stefan Einecke
Die Schweizer Garde salutiert vor den Kartellbrüdern. Mit
Handschlag werden die Abordnungen von Staatsminister Kb. Dr.
Thomas Goppel und Frau Holmeier begrüßt. Kb. Goppel ist sehr
erfreut und bietet den Aktiven Wasser an. Außerdem können
Kartellbruder Franz-Josef Baur, der Regens des Priesterseminars, und die Füxe Greul und Roider (beide Ale!), die gerade ihr
Freijahr in Rom wahrnehmen, begrüßt werden.
Die zugewiesenen Plätze sind Sitzplätze – dauerhaftes Stehen
ist nicht möglich wegen der Sichtbeeinträchtigung. Auf das dauerhafte Stehen der Fahne kann jedoch erfolgreich bestanden
werden. Die Chargenabordnungen grüßen, als Papst Benedikt
XVI der Fischerring angesteckt wird und bei der Wandlung. Die
Euphorie ist am größten, als der heilige Vater in etwa fünf Meter Entfernung im nagelneuen Papamobil durch die Menge fährt.
AM 09
PAPST
„Den richtigen Berater haben“
Joseph Ratzinger als Vertrauter von Kardinal Frings und
Mitgestalter des II. Vatikanischen Konzils
Die Frage scheint berechtigt, wie der Lebensweg
unseres neuen Papstes
verlaufen wäre, wenn sein
erster Lehrstuhl 1959 nicht
der Bonner, sondern einer
der späteren gewesen wäre. Joseph Ratzinger begann seine Lehrtätigkeit in
Bonn im April 1959, als
Papst Johannes XXIII. gerade das Konzil angekündigt hatte und die ersten
Vorüberlegungen begannen.
Joseph Kardinal Frings,
früherer Erzbischof von Köln
Bei einer Begegnung im
Kölner Gürzenich anlässlich einer Aufführung des
„Messias“ von G. F. Händel im Sommer 1961 bat
Kb Kardinal Frings Ratzinger erstmals um Hilfe, als er für November 1961 in
Genua einen Vortrag zugesagt hatte über die Perspektiven des bevorstehenden Konzils vor dem Hintergrund der kirchlichen und theologischen Entwicklungen seit dem I. Vatikanischen Konzil. Innerhalb
kürzester Zeit erhielt Frings von Ratzinger ein Manuskript, an dem er nur eine winzige „Retuschierung“ vornahm, das er dann in Rom in vorzügliches
Italienisch übersetzen und am 20. November 1961
im Teatro Duse in Genua durch Kb Msgr. Bruno Wüstenberg aus dem päpstlichen Staatssekretariat vortragen ließ, weil er selbst dazu auf Grund seiner
fortschreitenden Erblindung nicht mehr in der Lage
war.
Der Vortrag erregte wegen seines theologischen Niveaus und seiner Zukunftsperspektiven weltweites
Aufsehen und führte dazu, dass Papst Johannes
XXIII. am 23. Februar 1962 Frings zu sich bestellte.
Der Kardinal war ein wenig besorgt, was er wohl
»verbrochen« hätte. Doch der Papst hatte lediglich
seinen Genueser Vortrag gelesen, umarmte den Kölner Kardinal mit den Worten „Che bella coincidenza
del pensiero!“ Frings, der sich nie mit fremden Federn zu schmücken pflegte, wies darauf hin, dass
der 35 Jahre junge Bonner Professor Joseph Ratzinger der Autor sei, was Papst Johannes XXIII. zu der
Antwort veranlasste: Auch er müsse sich viele Texte
erarbeiten lassen. Es komme nur darauf an, sich die
richtigen Berater zu suchen.
10 AM
Von da an gab Frings alle theologischen Konzilsvorlagen aus Rom zur Stellungnahme an Professor Ratzinger, der seinerseits in zunehmendem Austausch mit
seinem Bonner Kollegen, dem Kirchenhistoriker Hubert Jedin, und anderen Konzilstheologen deutscher
Bischöfe stand. Jedin hatte Kardinal Frings in der Vorbereitungsphase bis 1962 regelmäßig beraten und
sorgte über Kb Kardinal Döpfner mit Hilfe seiner Bologneser Schüler und Freunde für eine praktikable Gestaltung der Geschäftsordnung des Konzils.
Schon vor dem Konzil erstellte Ratzinger für den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz eine Eingabe nach Rom zu den voluminösen, größtenteils ungeeigneten Konzilsvorlagen, die man als theologische Position der deutschen Konzilsväter und Konzilstheologen am Vorabend des Konzils bezeichnen
kann.
Während der Sitzungsperioden des Konzils (1962 –
1965) wohnte Joseph Ratzinger mit Kardinal Frings
im deutschen Priesterkolleg an S. Maria dell’ Anima, in dem sich am Vorabend der Konzilseröffnung, am 10. Oktober 1962,
und dann jeden Montag um 17 Uhr die deutschsprachigen Konzilsväter versammelten, um die in der
Konzilsaula anstehenden Themen zu besprechen.
Abgesehen vom unkomplizierten täglichen Austausch in der Anima bat Kardinal Frings seinen Berater Ratzinger um Zuarbeit, so oft er in der Konzilsaula das Wort ergreifen wollte. Es ist geradezu spannend zu erheben, was aus Ratzingers Vorlagen über
den von Frings mit seinem Sekretär Hubert Luthe erarbeiteten, dem Konzilssekretariat drei Tage vorher
einzureichenden Redetext bis zu dem tatsächlichen
Vortrag aus dem freien Gedächtnis des Kardinals in
St. Peter wurde. Da Frings als »dienstalter« Kardinal
und als Mitglied des Konzilspräsidiums stets als einer der ersten zu Wort kam, wurden er und – indirekt – sein Berater Ratzinger in vielen anstehenden
Gegenständen zu Meinungsführern innerhalb der
Konzilsaula.
Noch bedeutsamer war, dass Kardinal Frings den jungen Professor Ende 1962 zum offiziellen „Peritus“
(Sachverständigen) des Konzils bestellen ließ, der zu
der bedeutsamen „Theologischen Kommission“ des
Konzils unter Leitung des Kardinals Ottaviani und
auch zu der „Gemeinsamen Kommission“ für Glaubens- und Ökumenefragen (Leitung durch die Kardinäle Ottaviani und Bea) Zugang hatte. Dadurch gewann Ratzinger mit anderen Theologen (z. B. Karl
Rahner SJ, Innsbruck; Gérard Philips, Löwen) gestal-
PAPST
tenden Einfluss auf die wichtigsten Lehrdokumente
des II. Vatikanischen Konzils, die „Dogmatischen Konstitutionen“ über die Offenbarung (Dei verbum) und
über die Kirche (Lumen gentium).
Die während der Sitzungsperioden arg strapazierten
Konzilsväter suchten an den Wochenenden nach erholsamen Orten am Rande Roms. So ließ sich Kardinal Frings häufiger in ein Haus der Steyler Missionare am Nemi-See einladen. Das blieb nicht ohne Folgen: Als man unter dem Druck der schließlich knapp
werdenden Zeit das Thema „Mission“ mit wenigen
Sätzen abhandeln wollte, sorgte Kardinal Frings mit
dem General der Steyler Missionare, P. Johannes
Schütte SVD, dafür, dass der Mission ein umfassendes, theologisch wie missionspraktisch ausgereiftes
Dekret gewidmet wurde. Es entstand im Januar
1965 im Hause der Steyler am Nemi-See – unter
maßgeblicher Beteiligung des von Frings vermittelten Professors Ratzinger.
Kehren wir zur Ausgangsfrage zurück: Joseph Ratzinger wäre auch von Münster, Tübingen oder Regensburg aus zu einem der bedeutendsten Theologen der Gegenwart geworden. Papst Paul VI., der
gern Professoren zu Bischöfen ernannte, hätte Ratzinger wohl auch ohne Konzil zum Erzbischof von
München und Freising erhoben. Doch dass Ratzinger
an entscheidenden Punkten des II. Vatikanischen
Konzils mitgestalten konnte, beruhte auf seinem
Verhältnis zu Kardinal Frings und dem Vertrauen, das
beide zu einander hatten. Die Mitgestaltung des
Konzils hat Joseph Ratzinger in Rom bekannt gemacht und zu seiner Berufung an die Spitze der
Glaubenskongregation 1981 beigetragen.
Prof. Dr. Norbert Trippen (Rh-I, Arm)
Papst Benedikt XVI.
als Hochschulseelsorger bei der Isaria
In den ersten Jahren meiner Studienzeit hatten wir
mit Prälat Angermair, der an der Philosophisch-Theologischen Hochschule auf dem Freisinger Domberg
Professor für Moraltheologie war, einen sehr beliebten Hochschulseelsorger, der für uns Studenten geradezu ein väterlicher Freund war. Als er emeritiert
wurde, waren wir natürlich gespannt, wer ihm als
Studentenseelsorger nachfolgen würde. Es war ein
junger Dozent für Dogmatik und Fundamentaltheologie, Dr. Joseph Ratzinger, nur wenige Jahre älter als
die meisten von uns, der ebenfalls auf dem Domberg
lehrte.
Beim Stiftungsfest 1955 kam er zum ersten Mal als
Hochschulseelsorger zur Isaria, um beim Festkommers ein Grußwort zu sprechen. Ich fürchte, dass es
der Festredner dieses Abends nicht leicht hatte,
nach diesem Grußwort ein weiteres Glanzlicht zu
setzen.
Ich habe dieses Bild noch vor mir, als wäre es erst
vor kurzem gewesen: ein junger Theologe steht inmitten der Festkorona, locker, mit sparsamer Gestik,
und spricht mit einer hellen, klaren Stimme, die bis
in den letzten Winkel des Saals eine volle, ja geradezu atemlose Aufmerksamkeit bewirkt. Wenn jemals das Wort von der druckreifen Rede berechtigt
war, dann ist es hier der Fall. Es ist faszinierend zuzuhören, wie sich seine Gedanken entwickeln und
sofort fließend und vollendet formuliert werden. Gedanken mit tiefem Gehalt werden in einfache und
klare Worte übertragen. Eine solche flüssige, allgemeinverständliche und geradezu vollendete Aus-
drucksweise, wie sie in seinen Ansprachen immer
wieder zu bewundern ist, setzt voraus, dass ein umfassender Wissensfundus mit einer außerordentlichen Disziplin des Geistes gepaart ist. Das schließt
durchaus auch ein, dass zwischen seinen Worten
immer wieder ein hintergründiger Humor aufblitzt.
Wir waren von unserem neuen Hochschulseelsorger
auch deswegen rasch beeindruckt, weil er sofort
und ganz selbstverständlich einen geradezu herzlichen Kontakt zu den ihm anvertrauten Studenten
fand. Wir Isaren erkannten bald, wen wir in dem
jungen Dozenten Joseph Ratzinger nicht nur als
geistlichen Betreuer, sondern auch als immer offenen Mitmenschen gewonnen hatten. Als sich die
Medien beim neugewählten Papst über das frohe
Lächeln wunderten, das beim Kurienkardinal und
Präfekten der Glaubenskongregation nur selten nach
außen gedrungen war und das ihm nun viele Herzen
zufliegen ließ, da wurde in uns sofort die Erinnerung
wach an das gleiche frohe Lächeln unseres damaligen Studentenseelsorgers.
Ein junger Theologe steht
inmitten der Festkorona,
locker, mit sparsamer
Gestik, und spricht mit
einer hellen, klaren Stimme,
die bis in den letzten
Winkel des Saals eine
volle, ja geradezu atemlose
Aufmerksamkeit bewirkt.
Kurz gesagt: Wir waren von unserem Studentenseelsorger begeistert. Daher ist es nicht erstaunlich,
dass schon bald die Überlegung aufkam, ihm die Ehrenmitgliedschaft in der Isaria anzutragen. Dieser
Beschluss wurde zu Beginn des Wintersemesters
1958/59 einmütig gefasst und ebenso einmütig von
der Altherrenschaft unterstützt.
Es war nun die Aufgabe des Seniors, Joseph Ratzinger den Wunsch zu übermitteln, dass Isaria ihn als
AM 11
Foto: Josef Klotz
PAPST
Kb Ratzinger auf der Bildungskonferenz 1989 in Stuttgart, links neben ihm Kb Norbert Reus, KV-Seelsorger, und Kb Dr. Hans Siebeneick, Philistersenior der Lichtenstein.
Ehrenmitglied in ihre Mitte aufnehmen möchte. Der Senior,
Günter Rehmet, bat mich, ihm bei dieser Aufgabe zur Seite zu
stehen. So stiegen wir also gemeinsam mit reichlich Herzklopfen an einem kalten Wintertag die Stufen zum Domberg hinauf.
Das Herzklopfen stellte sich als völlig unbegründet heraus: Joseph Ratzinger kam uns ebenso offen, selbstverständlich und
warmherzig entgegen, wie er es immer gegenüber seinen Studenten tat. Ohne zu zögern nahm er unsere Bitte an. Er freute
sich ganz offensichtlich darüber, dass seine Verbundenheit mit
Isaria nun auch durch seine Ehrenmitgliedschaft zum Ausdruck
kam. – Noch heute läuft mir ein Schauer der Ehrfurcht über den
Rücken, wenn ich daran denke, dass wir damals einem späteren
Papst gegenübersaßen.
Wenige Monate später verließ Joseph Ratzinger Freising. Wir
alle bedauerten das sehr, einige waren auch etwas enttäuscht.
Vermutlich waren wir uns damals nicht ganz bewusst, dass für
so einen großartigen jungen Theologen der Weg vorgezeichnet
war – hin zu den großen theologischen Fakultäten. Joseph
Ratzinger hatte sich 1957 im Alter von 30 Jahren habilitiert,
1958 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Nur
wenig später erhielt er den Ruf als Ordinarius für Fundamentaltheologie an die Universität in Bonn, den er annahm.
Es waren nur wenige Jahre, in denen uns Joseph Ratzinger als
Studentenseelsorger manches wegweisende Wort für unsere
Studienzeit, aber auch für unseren weiteren Lebensweg mitgeben konnte. Aber wir spürten, dass wir in diesen Jahren einer
großen Persönlichkeit begegnet waren. Wir waren überzeugt
und konnten das in den folgenden Jahren aus der Ferne beobachten, dass er in der Theologie und in der Kirche einen großen
Weg gehen würde. Aber natürlich konnte damals niemand ahnen, dass ihn dieser Weg bis auf den Stuhl des heiligen Petrus
führen würde.
12 AM
Ich möchte nun noch einen Gedanken anfügen, der sich nicht
auf die Freisinger Jahre, sondern auf die Gegenwart bezieht.
Vor kurzem war ich zu einer akademischen Feier an der Universität in Olsztyn/Allenstein in Polen eingeladen. Dabei wurde ich
in mehreren Gesprächen auf den neuen, aus Deutschland stammenden Papst angesprochen. Ich war tief beeindruckt, mit welcher Begeisterung viele Polen die Wahl von Joseph Ratzinger
zum neuen Papst aufgenommen haben. Das ist natürlich in erster Linie dadurch bedingt, dass er ein enger geistiger Vertrauter
des großen polnischen Papstes Johannes Paul II. war, aber auch
dadurch, dass er durch mehrere Besuche in ihrem Land für viele
Polen ein guter Bekannter ist, dessen von einem Besuch zum
nächsten stets weiter verbesserte Polnisch-Kenntnisse besonders anerkannt werden. Aus diesen Gesprächen klang aber auch
eine gewisse Sorge heraus, ob wir in Deutschland überhaupt
die Größe des neuen Papstes zu würdigen wissen. Ich konnte
versichern, dass alle, die Joseph Ratzinger kennen, von Herzen
die Begeisterung über den neuen Papst mit den Polen teilen,
und dass wir, so wie wir gemeinsam mit der gesamten katholischen Weltkirche über den verstorbenen Papst Johannes Paul
II. getrauert haben, uns nun gemeinsam über den neuen Papst
Benedikt XVI. freuen.
Da wir um die schweren Aufgaben wissen, die dieses hohe
Amt mit sich bringt, werden wir unseren Bundesbruder, Papst
Benedikt XVI., stets in unser Gebet einschließen.
Prof. Dr. Dr.h.c. Edmund Renner (Is, Rh-F)
Das 84. Stiftungsfest der K.St.V. Isaria in Freising stand
ganz im Zeichen der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger
zum neuen Papst Benedikt XVI. In einem kurzen Festvortrag erinnerte Prof. Renner an die Zeit, als der junge
Dozent Dr. Joseph Ratzinger zur Isaria kam.
PAPST
Papst und Profit
Die Neuausrichtung der katholischen Sozialverkündigung durch
Papst Johannes Paul II.
Der am 3. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II hat in
der Sozialverkündigung der katholischen Kirche tiefe Spuren
hinterlassen. Er hat das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft
ein Ordnungsmodell genannt, das der katholischen Soziallehre
am ehesten entspreche – und zwar weltweit. Er hat ferner eine
für die Soziallehre der Kirche revolutionäre Neubewertung des
Gewinns und des Unternehmertums ermöglicht. Noch 1981, in
seiner Sozialenzyklika „Laborem exercens“ („Über die menschliche Arbeit“) kam die „unternehmerische, leitende, dispositive
Arbeit“ nicht vor, sehr zum Bedauern von Oswald von NellBreuning, der immer wieder auf diesen Mangel der katholischen Soziallehre hingewiesen hatte.
Erstmals deutet sich ein Um- und Neudenken 1987 an. In seiner
Sozialenzyklika „Solicitudo rei socialis“, die sich – aufbauend
auf ihrem Vorläufer „Populorum progressio“ von Papst Paul VI.
(1967) – mit den „aktuellen Problemen der Entwicklung der
Menschen und Völker“ beschäftigte, beklagt Papst Johannes
Paul II. die Unterdrückung des „Recht(s) auf unternehmerische
Initiative“,die „ein wichtiges Recht nicht nur für den einzelnen,
sondern auch für das Gemeinwohl“ sei. Er macht die Unterdrückung dieses Rechts für die „Unterentwicklung“ in den Ländern der Dritten Welt mitverantwortlich und nennt den „Entzug
der Grundrechte der Person, ... bis zum Recht auf freie wirtschaftliche Initiative ... eine besondere Form der Armut.“ Positiv
gewendet: Ohne Unternehmer ist eine erfolgreiche Bekämpfung
der Armut nicht möglich. Das Bild vom Kapitalisten, lange Zeit
vorherrschend in der Soziallehre der Kirche, wird hier zum ersten Mal leicht übermalt. Zwei Jahre später dann entscheidet
sich der Papst für eine klare Sprache.
de Quelle des Reichtums in der modernen Gesellschaft. Einen
Produktionsprozess zu organisieren, seinen Bestand zu planen,
dafür zu sorgen, dass er, unter Übernahme der notwendigen
Risiken, der Befriedigung der Bedürfnisse positiv entspricht,
auch das ist eine Quelle des Reichtums in der heutigen Gesellschaft.“ Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Papst vor
allem arme Länder auffordert, in „die Ausbildung leistungsfähiger Unternehmer“ zu investieren. Anders als in „Laborem
Exercens“ wird jetzt gesehen, dass „die Rolle der geordneten
und schöpferischen menschlichen Arbeit immer offensichtlicher
und entscheidender“ wird. „Aber ebenso sichtbar wird – als
wesentlich zu dieser Arbeit gehörend – die Bedeutung der wirtschaftlichen Initiative und des Unternehmertums.“ Der Faktor
Disposition war damit – neben dem Faktor Arbeit – als eigenständiger, Werte schaffender Faktor anerkannt, was die Kirche
bisher (mit Marx) bestritt, die Betriebswirtschaftslehre seit langer Zeit wusste, Nell-Breuning nicht mehr erlebte.
Die unternehmerische Arbeit
Seine letzte Enzyklika, „Centesimus annus“ vom 1.Mai 1991
steht ganz unter dem Eindruck der „Ereignisse der letzten
Monate des Jahres 1989 und der ersten des Jahres 1990“. Für
das Versagen der sozialistischen Planwirtschaft, des Zusammenbruchs des ,Ostblocks’ nennt der Papst drei Ursachen: „Der
entscheidende Faktor, der den Wandel in Gang gebracht hat, ist
zweifellos die Verletzung der Rechte der Arbeit“ durch die kommunistischen Diktaturen, gegen die sich zuerst die „großen
Arbeiterbewegungen ... in Polen“ auflehnten. „Die zweite Ursache der Krise ist zweifellos die Untauglichkeit des Wirtschaftssystems“, weil unter anderem die „Rechte auf wirtschaftliche
Initiative, auf Eigentum und auf Freiheit im Bereich der Wirtschaft“ missachtet wurden. Und schließlich: „Die wahre Ursache der jüngsten Ereignisse ist jedoch die vom Atheismus hervorgerufene Leere.“ In dieser Enzyklika wird erstmals direkt und
expressis verbis die Rolle des Unternehmers positiv bewertet.
„Gerade die Fähigkeit, die Bedürfnisse der anderen Menschen
und die Kombinationen der geeignetsten Produktionsfaktoren
für ihre Befriedigung rechtzeitig zu erkennen, ist eine bedeuten-
Der Gewinn
Eine weitere, aus Sicht der katholischen Soziallehre revolutionäre Neubewertung nahm der Papst hinsichtlich des Gewinns
vor. „Die moderne Betriebswirtschaft enthält durchaus positive
Aspekte. Ihre Wurzel ist die Freiheit des Menschen, die sich in
der Wirtschaft wie auf vielen anderen Gebieten verwirklicht. ...
Die Kirche anerkennt die berechtigte Funktion des Gewinnes als
Indikator für den guten Zustand und Betrieb des Unternehmens.
Wenn ein Unternehmen mit Gewinn produziert, bedeutet das,
dass die Produktionsfaktoren sachgemäß eingesetzt und die
menschlichen Bedürfnisse gebührend erfüllt wurden.“ Mit dieser Formulierung hatte sich die Sozialverkündigung der Kirche
vom „mittelalterlichen Wucherbegriff“ (Streithofen OP) endgültig verabschiedet. Das Bild vom hässlichen Unternehmer –
gleichgültig ob das vom Kapitalisten, Profiteur, Ausbeuter, oder
Gewinnmaximierer war endgültig neu gemalt worden. Das auch
dann, wenn der Papst darauf hinweist – was nur logisch ist –,
dass der „Gewinn ein Regulator des Unternehmens ist, aber
nicht der einzige“ und dass der „Zweck des Unternehmens nicht
bloß die Gewinnerzeugung“ ist.
AM 13
PAPST
Das „richtige“ Wirtschaftssystem
Zunächst bestreitet der Papst die „Behauptung, die Niederlage
des sogenannten ,realen Sozialismus’ lasse den Kapitalismus
als einziges Modell wirtschaftlicher Organisation übrig“. Sein
favorisiertes Modell ist „eine Gesellschaftsordnung der freien
Arbeit, der Unternehmen und der Beteiligung. Sie stellt sich
keineswegs gegen den Markt, sondern verlangt, dass er von
den sozialen Kräften und vom Staat in angemessener Weise
kontrolliert werde“. Er spricht auch von „Unternehmenswirtschaft“ oder „Marktwirtschaft“ oder einfach „freier Wirtschaft“, wenn die (Rechts-)Ordnung die „positive Rolle des
Unternehmens, des Marktes, des Privateigentums und der da-
raus folgenden Verantwortung für die Produktionsmittel, der
freien Kreativität des Menschen im Bereich der Wirtschaft
anerkennt.“ Auch wenn der Begriff „soziale Marktwirtschaft“
expressis verbis nicht vorkommt, lässt sich mit gutem Grund
sagen, dass der Papst „zum ersten Mal neben dem Kommunismus und Kapitalismus so etwas wie das Leitbild einer freiheitlichen, sozialen Martwirtschaft entworfen“ (Lehmann) hat.
Manfred Bunte (Ask-Bg), Dipl.-Pol.,
war Mitglied der Geschäftsführung des Bildungswerks
der NRW-Wirtschaft und geschäftsführendes Mitglied des
Studienkreises Kirche/Wirtschaft NRW.
Deutsch oder nicht deutsch?
Papst Hadrian VI.
Mit der Wahl eines Deutschen zum Papst, Kb Josef Kardinal Ratzingers
(Li, E d Is, E d Ale), brach
kurzzeitig ein Streit über
die Frage aus, ob Hadrian
VI. (1522/23) der bis dahin
letzte deutsche Papst gewesen sei oder der einzige und damit letzte niederländische. Auf die Formulierung des Wiener
„Standard“ vom 20. April
2005, Hadrian sei der
Papst Hadrian VI.
„bisher letzte deutsche
Papst“ gewesen, protestierte der Presse- und Kulturattaché der Niederländischen Botschaft in Wien: „In Ihrer Zeitung wird fälschlicherweise angegeben, dass Papst Hadrian VI. der letzte deutsche Papst gewesen sei. Papst Hadrian VI. war kein Deutscher, sondern Niederländer. Er wurde am 2. März 1459 in Utrecht geboren und hieß
mit bürgerlichem Namen Adriaan Florenszoon Boeyens. Hadrian
VI. war der erste und bis jetzt einzige niederländische Papst.“ –
Der Streit ist, historisch betrachtet, so überflüssig wie ein Euter
am Bauch des Bullen.
Auf die Frage „Wie heißt du und was für ein Landsmann bist
du?“ hätte Adriaan Boeyens vielleicht geantwortet: „Hadrianus
Traiectensis“. „Adriaan aus Utrecht, Untertan meines Herrn
Bischofs, des Herrn über das Niederstift Utrecht. Mein oberster
Herr in weltlichen Dingen ist der Herr Kaiser Karl in Wien“. Von
Dithmarschen an der Elbmündung bis vor die Tore des damals
englischen Calais erstreckte sich der Nordwesten des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation (Deutsches Reich) unter der
Regierung Kaiser Karls V. (1519-1556). Wer dort lebte, gehörte
Deutschland an. Hätte Adriaan Boeyens aus Utrecht damals
schon einen amtlichen Reisepaß gehabt, hätte dieser den Vermerk getragen „Staatsangehörigkeit: deutsch“. So ist es heute
auch bei den Dänen in Schleswig und bei den Sorben in der
Lausitz. Allerdings: Das Argument verfehlt das Problem. Es setzt
das viel spätere Nationalgefühl und Nationalstaatsdenken vor14 AM
aus. Für den Beginn des 16. Jahrhunderts dürfen wir bei einem
„Niederländer“ im Deutschen Reich aber noch Identifikationsund Bekenntniskategorien vermuten wie z.B. Abendland,
Latinität und Kirche. Auch Nicolaus Copernicus aus Thorn kam
damals die Frage nicht in den Sinn, ob er denn nun Deutscher
sei oder Pole.
Es gibt eine Porträt-Darstellung Hadrians VI. mit Kartusche,
in der sich folgende Inschrift findet: ADRIANVS NATIONE
CIMBRICVS PATRIA DERTVNENSIS P[ONTIFEX]. Da es sich um
eine Darstellung wohl nach dem lebenden Modell handelt, wird
sie päpstlich autorisiert gewesen sein. Das ist auch von der
Inschrift anzunehmen, die insofern eine Selbstbezeichnung
Hadrians wäre. Sie lautet auf Deutsch sinngemäß: „Hadrian,
von Herkunft Kimber (etwa: Norddeutscher), vom Lande her ein
Tortosaner, Papst“ (In der spanischen Stadt Tortosa war Hadrian
seit 1516 Bischof gewesen). Wichtig in diesem Zusammenhang:
Die Bezeichnung CIMBRICVS läßt den Schluß nicht zu, daß der
Mann aus Utrecht im Deutschen Reich sich eindeutig als
Deutscher (Teutonicus) bzw. als Niederländer verstand. Als
Heimat dieses hochgelehrten Professors, dessen Schüler u.a.
Erasmus von Rotterdam und der spätere Kaiser Karl V. waren,
hat eher die Respublica Literaria zu gelten, die als geistige Einheit supranational das christlich-humanistische Abendland
überdachte.
Bisweilen wird als Hinweis für Hadrians VI. „Deutschtum“
angeführt, daß sein Leichnam seit 1533 in der Kirche der Deutschen in Rom, S. Maria dell‘ Anima, beim Collegio Teutonico
ruht. Weniger bekannt ist aber, daß das Collegio Teutonico
1350 gegründet wurde augerechnet von einem „Niederländer“
(Jan Petri aus Dordrecht).
Es ist methodologisch unzulässig, Fragen (z.B. Nationalitätsfragen) an eine Epoche zu richten, die nicht aus jener Zeit heraus
beantwortet werden können, weil diese Fragen damals allgemein nicht gestellt wurden. Die Methode ist ahistorisch und
inhaltlich fruchtlos. Der Weg führt allenfalls in die Vermutung.
Auf ihm gesicherte Antworten auf Fragen Nachgeborener zu
finden, ist wie Brillesuchen ohne Brille: schwierig.
S. Koß
WELTJUGENDTAG
Gemeinsam den
Weltjugendtag erleben –
ein Angebot für KVer und für
Jugendliche aus Euren Gemeinden!
Wenn sich Jugendliche und junge Erwachsene
aus Deutschland und der ganzen Welt in Köln
treffen, werden auch viele Kartellbrüder vor
Ort sein. Deshalb bieten wir beim Weltjugendtag die Möglichkeit, sich zu treffen, ins Gespräch zu kommen und einen erlebnisreichen
Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Dazu
laden wir alle KbKb in die KV-Oase auf das
Haus des K.St.V. Unitas Breslau ein. Hier erwarten Euch am 16., 17. und 18. August ab
19 Uhr Snacks, Getränke und sicherlich gemütliche Stunden mit alten Bekannten und neuen
Freunden aus dem KV. Doch die KV-Oase soll
nicht nur KVern vorbehalten sein. Ihre Türen
stehen auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Euren Heimatgemeinden offen.
Denn wenn ihr uns am Weltjugendtag besucht, erhalten alle Gäste, die ihr aus Eurer Gruppe mitbringt, Snacks und Getränke für 50ct an den genannten Tagen. Um uns die Planung zu erleichtern, gebt
bitte dem KV Sekretariat Bescheid, ob und mit wie
vielen Personen ihr kommt.
Eine ideale Möglichkeit für Kartellbrüder, die sich in
der Jugendarbeit in ihren Pfarrgemeinden engagieren, den Jugendlichen zwanglos den KV nahezubringen.
Genau betrachtet bietet die „KV-Oase“ uns also
gleich zwei Chancen auf einmal: (1) Als engagierte
Christen erleben wir den Weltjugendtag nicht als
einzelne Besucher, sondern gemeinsam mit anderen
Kartellbrüdern. Eine ganz besondere Art und Weise,
in der unser Kartellgedanke spürbar wird.
(2) Und darüber hinaus können wir uns als Verband
katholischer Studenten und Akademiker einer wichtigen Zielgruppe präsentieren: Jugendlichen, die in
Kirche und Jugendarbeit aktiv sind und von denen
sicher der eine oder andere in nächster Zukunft den
Weg zum Studium an eine Universität finden wird.
Wer uns als KVer bereits kennt – sei es weil ein Gemeindemitglied seine Gruppe eingeladen hat oder
weil er uns in der KV-Oase zwanglos kennen lernen
konnte – wird mit größter Wahrscheinlichkeit auch
einer KV-Korporation gegenüber aufgeschlossen
sein.
Klaus Georg Niedermaier v/o Sherlock Al! Agg! Gm!
Mitglied des AHB-Vorstandes
AM 15
KV-AKADEMIE
Bericht: Bernd Bleile (Rbg)
Politik, Madonna und Delirium
Zu Beginn des Seminars, das von Kb Dr. Günter
Georg Kinzel (Rbg, Al) in Zusammenarbeit mit der
Karl-Arnold-Stiftung (KAS) organisiert wurde, fand
am Sonntagvormittag in den Räumlichkeiten der
KAS in Königswinter eine Einführung statt. Hierbei
wurde uns der weitere Ablauf des Seminars erläutert und wir konnten einen ersten Überblick über die
Geschichte sowie die politische und bürokratische
Struktur der EU gewinnen. Bei dieser Gelegenheit
lernten diejenigen unter uns, die beim ersten Seminar noch nicht dabei waren, Herrn Olaf Temme kennen. Er übernahm für die KAS die Tagungsleitung.
Temme hat bereits viele solcher Studienreisen nach
Brüssel geleitet und verfügt deshalb über eine enorme Sachkompetenz, ein Organisationstalent, welches allen Widrigkeiten zu trotzen vermag sowie die
nötige Prise Humor, um ein solch straff organisiertes
Programm in dieser kurzen Zeit durchzuziehen.
Ihm gelang es durch seinen außerordentlichen persönlichen Einsatz, uns in Brüssel auf hervorragende
und präzise Weise einen guten Einblick in die
Bedeutung der Hauptstadt der Europäischen Union
sowie die verschiedenen europäischen Institutionen
und deren Arbeits- und Funktionsweisen zu verschaffen.
Die Tage boten viel Zeit für zahlreiche Vorträge zu
Themengebieten wie Konvent und Rat der EU, die
NATO oder das Europäische Parlament. Aber auch
die nationalen Interessen Deutschlands und der
Bundesländer wurden uns nahe gebracht, indem wir
sowohl die Ständige Vertretung der BRD bei der EU
als auch die Ländervertretung von Baden-Württemberg besuchten. Dort trafen wir sogar auf einen Kb
der Brisgovia Freiburg, der in der baden-württembergischen Landesvertretung gerade ein Praktikum
absolvierte.
Wir erkundeten auch die Wirtschaftslage Brüssels
mit großem Interesse. Belgien ist schließlich das
Land der 500 Biersorten – und die wenigsten davon
haben unter 5 Prozent Alkoholgehalt. Wer da nicht
aufpasste, konnte ganz schnell einem „Malheur“
oder „Delirium Nocturnum“ erliegen. Am Montagmorgen trafen wir pünktlich bei Kb Johannes Wachter in der Generaldirektion Regionalpolitik der EUKommission ein. Kb Wachter ist dort Hauptverwaltungsrat und zuständig für den Not- und Katastrophenfonds der EU. Er führte uns in die Maßnahmen
und Möglichkeiten ein, die sich der EU bieten, um
strukturschwache Gebiete in Europa zu unterstützen.
16 AM
Studienfahrt nach Brüssel
Im Anschluss daran zeigte uns ein Referent der
Haushaltsabteilung, dass die Geschichte mit dem
„Großzahler Deutschland“ nur zum Teil so stimmt.
Es war schon beeindruckend, einmal da zu stehen,
wo sonst nur Leute wie Kohl oder Schröder stehen.
Der Ausflug nach Mons zum NATO-Hauptquartier
war ein Höhepunkt des Seminars. Dort erläuterte
uns OTL Fuchs, wie es um die NATO so bestellt ist,
nachdem der „eigentliche Feind“ jetzt weggebrochen ist.
Krönender Abschluss des Seminars war am Donnerstag die Stadtbesichtigung der wunderschönen,
mittelalterlichen und einstigen Hansestadt Brügge,
die auch „das Venedig des Nordens“ genannt wird.
Ein Highlight der Führung war die Besichtigung der
Liebfrauenkirche, in der die „Madonna mit Kind“,
die sogenannte „Brügger Madonna“, 1488-1501 von
dem berühmten italienischen Künstler Michelangelo
hergestellt, zu sehen ist. Als treffendes Resümee zur
Reise zeigte sich Kb Kinzel begeistert: „Es ist schon
viel, aber der Aufwand hat sich ja gelohnt. Ich habe
selten so zufriedene Teilnehmer gesehen.“ Auch
Olaf Temme zeigte sich vom KV angetan: „Ich muss
wirklich sagen, dass es mir immer eine Freude ist,
mit Ihnen solch ein Programm durchzuziehen. Sie
sind nicht nur interessierter und disziplinierter als
manch andere Gruppe, nein – Sie sind auch belastbarer. Vielen Dank!“
PERSONALIA / KV-WALLFAHRT
KV-Wallfahrt nach Kevelaer
Samstag, 8. Oktober 2005
„Wir sind gekommen,
um Ihn anzubeten!“
Programmübersicht (Änderungen vorbehalten)
10.00 Uhr
11.00 Uhr
12.30 Uhr
14.00 Uhr
15.30 Uhr
16.30 Uhr
Pilgeramt in der Beichtkapelle (neben der Basilika)
Gemeinsamer Kreuzweg, ca. 3 km
Mittagessen im Priesterhaus
anschl. Pause
„Auf den Spuren Clemens August von Galens“ / Rundgang
Kaffeetrinken im Priesterhaus
Andacht
Kostenbeitrag: 15 €
Anmeldung und Überweisung des Beitrages bis 1. Oktober 2005
Kpl. Markus Trautmann (Boi!)
Kapellenplatz 35 – 47623 Kevelaer
Tel.:
Fax:
0 28 32 – 93 38 25
0 28 32 – 70 72 6
e-Mail: trautmann-kevelaer@web.de
Kto.Nr.: 616 307 01 (Verwendungszweck: „KV-Wallfahrt“)
BLZ:
400 602 65 (Darlehenskasse Münster, DKM)
Kevelaer liegt an der B 9 zwischen Geldern und Goch;
Anfahrt über die A 57 bis Abfahrt Sonsbeck/Kevelaer
Alle Aktiven und Alten Herren des KV sind
mit ihren Angehörigen herzlich eingeladen
zu einer gemeinsamen Wallfahrt in den niederrheinischen Marienwallfahrtsort Kevelaer
am Samstag, 8. Oktober 2005. Die Wallfahrt
steht unter dem Leitwort: „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten!“ – dem Leitgedanken des Weltjugendtages in Köln
Der Ablauf des Wallfahrtstages gestaltet
sich wie folgt: 10.00 Uhr Pilgeramt in der
Basilika; 11.00 gemeinsamer Kreuzweg;
12.30 Uhr Mittagessen im Priesterhaus, anschl. Pause; 14.00 Uhr Geistlicher Impuls:
„Auf den Spuren Clemens August von Galens; 15.30 Uhr Kaffeetrinken im Priesterhaus; 16.30 Uhr Andacht und Ausklang des
Tages (Möglichkeit zur Teilnahem an der
Lichterprozession um 21.00 Uhr). Als Kostenbeitrag werden 15 Euro erhoben.
Anmeldung und Überweisung des Beitrages
bis zum 20. September an:
Kpl. Markus Trautmann (Boi!),
Kapellenplatz 35, 47623 Kevelaer,
Tel. 0 28 32 – 93 38 25, Fax 0 28 32 – 70 72 6,
Kto.Nr.: 616 307 01 (Verwendungszweck:
„KV-Wallfahrt“), BLZ:400 602 65 (Darlehenskasse Münster, DKM).
Korrektur
Kb Dieter Stolte (Al, Kett) geehrt.
In der vergangenen Ausgabe der AM ist
uns ein Fehler beim Vornamen unterlaufen: Der Bischof von RottenburgStuttgart heißt Dr. Gebhard Fürst. Sein
Vorgänger und jetziger Kurienkardinal ist
Prof. Walter Kasper.
Dem früheren ZDF-Intendanten Kb Dieter Stolte (66) wurde der Ehrenpreis des
Deutsch-Französischen Kulturrats verliehen. Mit der Ehrung, die auch dem NDR-Intendanten Jobst Plog und dem ARTE-Präsidenten Jèrôme Clément zuteil wurde, sollen die
Väter des ARTE-Programms gewürdigt werden. Der Kulturrat ist 1988 von den Regierungen in Berlin und Paris gegründet worden. Stolte erhält auch den diesjährigen
„Hans-Busch-Medienpreis“ des Südwestrundfunks (SWR) für seinen „einzigartigen
Beitrag zur Entwicklung der deutschen Medienlandschaft“ (SWR-Intendant Peter Voß).
Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, ist mit 10.000 Euro dotiert und erinnert an
den früheren SDR-Intendanten Hans Bausch. Stolte war nach seinem Ausscheiden aus
dem ZDF, dessen Intendant er 20 Jahre lange gewesen war, bis Anfang dieses Jahres
als Herausgeber für die Tageszeitungen „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“ tätig.
Inzwischen ist er Vorstandsmitglied der Axel-Springer-Stiftung und Vorsitzender des
Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums in Berlin.
AM 17
PORTRAIT
„Ein Mensch, den man nicht vergisst”
Siegfried Scharbert (Sv)
Ewald Mataré
Ehrenmitglied der Suevia 1963-65
Vor 40 Jahren, am 29. März 1965, starb in Büderich
(heute Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss) im Alter
von 79 Jahren Ewald Mataré. Den bildenden Künstler Mataré werden viele KVer kennen, den Kartellbruder Mataré jedoch nur wenige. Er wurde 1963
von dem KStV Suevia im KV zu Köln als Ehrenmitglied rezipiert. Seine Ehrenmitgliedschaft währte
leider nur knapp zwei Jahre – ein Grund mehr, sich
des großen Künstlers und Menschen zu erinnern
bzw. ihn bekannt zu machen.
Ewald Mataré mit 76 Jahren
beim Weinabend mit der Suevia
am 7. Dezember 1963.
Matarés Stellung in der Kunstgeschichte
Mataré gilt inzwischen als „einer der größten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Wie die beiden anderen bedeutenden Plastiker rheinischer Herkunft aus diesem Jahrhundert, Wilhelm Lehmbruck
und Joseph Beuys, hat Mataré seinen festen Platz in
der neueren Kunstgeschichte“ eingenommen
(Klütsch, S. 95)1. Er war zumindest der „bedeutendste religiöse Plastiker im Deutschland der Nachkriegszeit“ (Heymer, Sp. 996). Ein weiteres Fachurteil zählt ihn zu den „herausragenden Vertretern
der Klassischen Moderne in Deutschland. Matarés
Arbeiten für die katholische Kirche wurden in der
Nachkriegszeit in ihrer Verbindung von Modernität
und neu empfundener Religiosität geradezu als sensationell erfahren und weckten die Hoffnung auf
eine neue Zukunft kirchlicher Kunst.“2. Die Zitate
ließen sich beliebig fortsetzen.
1
2
Quellen s. in der folgenden Bibliographie. – Joseph Beuys war der
bekannteste Schüler Matarés.
Klappentext und Vorwort aus dem
Ausstellungskatalog „Ewald Mataré – Das Bild des Menschen“,
Kleve 2003
18 AM
Sein Schaffen als „Bildhauer“ war nicht auf das
Hauen aus Stein, das Schnitzen aus Holz, das
Modellieren mit Ton, das Gießen und Formen von
Metall beschränkt, sondern umfasst darüber hinaus
die ganze Palette räumlicher Gestaltung wie das
Anfertigen und Entwerfen von Grabanlagen, Ehrenund Gedenkstätten, Brunnen, Glasfenstern, Möbeln,
Teppichen, Altären, Tabernakeln, liturgischem Gerät,
Vasen, Schalen, Kacheln, Keramiken, Schlüsseln,
Türgriffen und -klopfern, Reliefs, Bodenplatten,
Fassaden, Bühnenbildern, Türen, Portalen, Gittern,
Mosaiken, Windfahnen, Kirchturmhähnen, Schmuck,
Plaketten, Medaillons, Tafeln usw.
Besonders infolge des 100. Geburtstages des 1887
in Aachen geborenen Malers und Bildhauers setzte
sich die Kunstwelt intensiver und systematischer
mit dem Werk und der Person Matarés auseinander
– durch Publikationen, Rezensionen, Ausstellungen
und sonstige Veranstaltungen. Im 100. Geburtsjahr
widmete ihm der Kölnische Kunstverein mit dem
Generalvikariat die umfangreichste Retrospektive
über sein Gesamtwerk. 1989 erschienen zwei Dissertationen, die sich mit Mataré als Bildhauer bzw.
als Lehrer befassen. Der wichtigste Impuls in der
Erforschung, Deutung und Bewertung ging von Kleve
aus, nachdem die Stadt 1988 den umfangreichen
Nachlass an Skulpturen, Zeichnungen, Aquarellen
und Holzschnitten aus allen Schaffensperioden erwarb und seit 1997 im renovierten ehemaligen Kurhaus als eigene „Ewald Mataré-Sammlung“ darbietet. Wanderausstellung „Ewald Mataré – Das Bild
des Menschen“ organisiert. Nicht von ungefähr
hatten die Kölner 2003 als erste von sechs.
PORTRAIT
Kurzbiographie
Es gab jedoch in seinem Kunstverständnis „keinen Bruch
zwischen sakraler und profaner Arbeit. Bei dem religiösen
Menschen Mataré entsprangen sakrale und profane Kunst
derselben Wurzel“ (Klütsch, S. 101) und stehen gleichwertig nebeneinander. „Kunst ist Religion, Mystik, das nennt
man wohl auch Phantasie in der Malerei“, notiert er schon
1917 (Tagebücher S. 23). Obwohl er die Gemälde von Lovis
Corinth, den er in Berlin 1914 ein Semester als Lehrer wählte, schätzte, hat er die Ölmalerei und den Realismus bald
aufgegeben. Danach hat er sich wie kaum ein zweiter mit
fast allen Kunstgattungen, Techniken, Materialien und
Themen beschäftigt. Seine zahlreichen in „freier“ Arbeit
geschaffenen teils intimen Zeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte und kleineren Plastiken sind gleichsam der
„Gegenpol zu den großen öffentlichen Aufträgen, die
Mataré oft, wie er selbst beklagte, über Gebühr beanspruchten“ (Klütsch, S. 101).
1887
Geburt am 25. Februar in Aachen-Burtscheid
1905-07
Privatunterricht in Aachen in Bildhauerei und Malerei
1907-15
Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin;
1914 ein halbes Jahr bei Lovis Corinth
1916
Einberufung zum Militärdienst; nach drei Wochen als „unbrauchbar zum Kriegsspiel und -ernst“ entlassen (Tagebuch
13.4.1916); Fortsetzung des Studiums als Meisterschüler
1918
Anschluss an die „Novembergruppe“, einen Kreis von progressiven Künstlern (u.a. Max Pechstein), die den radikalen
Expressionismus, den nationalen Konsens und geistigen
Wiederaufbau Deutschlands nach dem 1. Weltkrieg propagierten
1920-32
Verselbständigung als freier Künstler und Erweiterung
des handwerklichen Repertoires; Reisen mit z.T. längeren
Arbeitsaufenthalten im In- und Ausland
1923
Erste Einzelausstellung in Berlin
1932
Nach Zögern, aber schließlich auf Drängen von Paul Klee
Annahme einer Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf; Übersiedlung in das linksrheinische Büderich (seit 1970 Stadtteil von Meerbusch im Kreis
Neuss)
1933
„Beurlaubung“ aus dem Lehramt durch die Nationalsozialisten
1936
Verfemung als „entarteter Künstler“ und Entfernung seiner
Werke aus öffentlichen Sammlungen und Ausstellungen;
innere Emigration; Existenzsicherung durch kirchliche
Aufträge (hauptsächl. St. Elisabeth, Köln-Hohenlind und
St. Remigius, Düsseldorf-Wittlaer)
1945
Wiederberufung an die Kunstakademie; Vorlage eines
neuen Ausbildungskonzeptes
Ewald Mataré beim Weinabend mit der Suevia am 7. Dezember 1963.
1946
Rücktritt von der nur sträubend angenommenen Stelle als
Direktor; Übernahme der Bildhauerklasse (aus der u.a.
Erwin Heerich, Georg Meistermann und Joseph Beuys hervorgingen)
1947
Ab 60. Geburtstag schnell wachsende auch internationale
Anerkennung; Ausstellungen, Preisverleihungen, Publikationen, öffentliche, private und kirchliche Aufträge, darunter
besonders: Türen am Kölner und Salzburger Dom, an der
Weltfriedenskirche in Hiroshima (Japan), Westfenster des
Aachener Doms usw.
1957
Großes Bundesverdienstkreuz anlässlich des 70. Geburtstages; offizielle Beendigung seiner Lehrtätigkeit an der
Düsseldorfer Kunstakademie
Der Mensch Ewald Mataré
Zuletzt wurde auch der Mensch Mataré, der sich hinter dem
verschlossen wirkenden Künstler verbarg, stärker in das
Blickfeld gerückt, besonders durch die Veröffentlichung seiner Tagebücher 1997, die er von 1915 bis zu seinem Tod in
unregelmäßigen Abständen geführt hat. In ihnen, die vom
Verfasser nie zur Veröffentlichung vorgesehen waren, hält
er Zwiesprache mit sich selbst und vertraute ihnen sein
Ringen mit den Arbeitsprojekten, seine Erlebnisse und Beobachtungen an, aber auch seine privatesten Gedanken und
Empfindungen, ja seine unverständlichen Selbstzweifel,
wie es wohl von kaum einem anderen Künstler bekannt ist.
1963
Ehrenmitglied des K.St.V. Suevia im KV zu Köln
1965
Tod am 29. März und Begräbnis in Büderich
Mehr dem Privatmann Mataré ist auch eine Ausstellung
und Publikation gewidmet, die noch für 2005 vom Museum
Kurhaus Kleve unter dem Arbeitstitel „Mataré in der Photographie“ geplant ist. In dem Projekt werden erstmals auch
Fotos aus dem Nachlass Matarés veröffentlicht, die 1963
AM 19
PORTRAIT
den der WDR unlängst über sein Schaffen gedreht
hatte. Bei einem weiteren Treffen am 1. Februar
1963 in der Düsseldorfer Altstadt wird ihm die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Wieder sagt er spontan zu. Der BC genehmigt am 7. Mai 1963 fast einstimmig den Antrag, Mataré als Ehrenmitglied in die
Suevia aufzunehmen. Der folgende Auszug aus dem
Semesterbericht des Seniors kann inzwischen als
ein interessantes studentisches Dokument der Vereinsgeschichte und der 60er Jahre gelten:
Ewald Mataré als Gastgeber am
Weinabend mit der Suevia am
7. Dezember 1963. Links seine
Tochter, rechts Kb Reinhard
Förster und Kb Friedhelm Boers.
bei der Suevia entstanden sind, aber bis vor kurzem
nicht zugeordnet werden konnten. Bei einem Besuch
in Kleve wurden sie als diejenigen identifiziert, die
Mataré auf dem Weinabend zeigen, zu dem er die
Aktivitas im Dezember 1963 eingeladen hatte.
„Eine Ehre für unsere Verbindung“
Ebenso ist es dem Zufall und persönlichen Kontakt
zu verdanken, dass und wie Mataré überhaupt zur
Verbindung kam: Als 1960/61 der Suevenbursche
Peter Querling mit der Straßenbahn von Düsseldorf
nach Büderich fuhr, traf er dort häufiger einen stattlichen Herrn, der schon in seiner äußeren Erscheinung seine Aufmerksamkeit und Neugier weckte. Er
ahnt wohl schnell, dass es sich um den berühmten
Kunstprofessor handeln könnte, der in Büderich
wohnen soll (und der nach seiner Emeritierung 1957
sein Atelier in der Kunstakademie behalten durfte).
Er spricht ihn an und wird auch bald zu ihm nach
Hause eingeladen. Auf die Frage, ob er einmal in
seiner Kölner Studentenverbindung zu einem Vortrag
bereit sei, sagt der Professor unverzüglich und überraschend zu.
Unter dem 15. Dezember 1963
erwähnt Mataré die Verbindung
„Suevia“ in seinem Tagebuch.
Im Programm für das WS 1962/63 lässt sich für den
6. Dezember 1962 noch der Programmpunkt „Professor Ewald Mataré spricht zu uns“ unterbringen. Der
eindrucksvolle Gesprächsabend findet im Funkhaus
statt, wo der Gastgeber einen Film vorführen lässt,
„Als eine Veranstaltung, die außerhalb des Rahmens unseres Semesterthemas lag, fand im Rundfunkhaus ein Ausspracheabend mit Professor Ewald
Mataré statt. Diese Veranstaltung hat wohl bei der
Überzahl der BbBb den tiefsten Eindruck hinterlassen. Die einfache und unkomplizierte Art, in der Professor Mataré zu uns über sein Leben und seine
Kunst sprach, und nicht zuletzt seine tiefe Religiosität, gingen wohl jedem nahe. Professor Mataré
zeigte von Anfang an Interesse an unserer Katholischen Verbindung, vielleicht weil er der Ansicht ist,
in einer solchen am ehesten den jungen, der heutigen Zeit aufgeschlossenen, gläubigen Christen kennen zu lernen, für den er als Künstler arbeiten und
wirken möchte. Er kam der Bitte einiger BbBb, die
weiteren Kontakt mit ihm wünschten, nach und erklärte sich ohne Zögern, ja erfreut bereit, Ehrenmitglied unserer Verbindung zu werden. Die Aktivitas
ist sich bewußt, welche Ehre dies für unsere Verbindung bedeutet. Nach der vorgeschriebenen Zustimmung des Vorstandes des Altherrenvereins soll auf
dem kommenden Stiftungsfest die Überreichung der
Ehrenurkunde erfolgen. Wir möchten an dieser
Stelle unser Philisterium bitten, unserem Vorhaben
keine Hindernisse in den Weg zu legen und dem
Festakt auf dem kommenden Stiftungsfest durch
zahlreichen Besuch den notwendigen Rahmen zu geben.“ (Sueven-Blatt Nr. 64 vom 1.7.1963, S. 2)
Auf dem Festkommers des 59. Stiftungsfestes,
am 12. August 1963, wird Ewald Mataré zum
Ehrenmitglied Sueviae ernannt.
Spurensuche
Die nächste Begegnung mit ihm ist jener Weinabend
am 7. Dezember 1963 im Severinsviertel, von dem die
erwähnten Fotos jetzt Eingang in die Dokumentation
des Klever Museums finden. Danach verliert sich die
äußere Spur, die Mataré bei der Suevia hinterlassen
hat. Im Wintersemester 1964/65, das „Moderne
Kunst“ zum Thema hatte, war für den 10. Dezember
1964 ein Kolloquium vorgesehen, für das Mataré
selbst den Titel „Moderne Plastik – Ausdruck gewandelten Empfindens“ ausgewählt hatte. Dazu kam es
aber nicht mehr.
Ungefähr ein Vierteljahr später stirbt Mataré, ohne
dass die Nachricht zur Suevia dringt. So sind auf der
20 AM
PORTRAIT
Eintrag Ewald Matarés im
Gästebuch beim Festkommers
am 12. Juli 1963.
Ewald Matarés Signatur in
seinem Tagebuch.
Beerdigung drei Tage später keine Chargen vertreten. Seine Tochter Sonja heute: „Das hätte auch
nicht seinem Stil entsprochen.“ Als Peter Querling
ihn zum letzten Mal sah, auf sein schlechtes Aussehen ansprach und riet, zum Arzt zu gehen, erhielt er
die Antwort: „Zum Arzt? Ich will dem lieben Gott
doch nicht ins Handwerk pfuschen.“3 Das entsprach
eher seinem „Stil“.
Bibliographie
Ausstellungskataloge:
Ewald Mataré – Christliche Themen im Werk des Künstlers, Paderborn 1995
Ewald Mataré im Museum Kurhaus Kleve, Kleve 1997
Einen Nachruf – was Sache der Verbindung gewesen wäre – sucht man in den AM vergeblich. Der KV
hatte vom Ableben Matarés offenbar überhaupt keine Information, denn er führte den „Professor“ noch
in den KV-Jahrbüchern von 1971 und 1977 als Ehrenmitglied der Suevia. Erst in der nächsten Ausgabe
von 1981 ist er nicht mehr aufgeführt. Er ist jedoch
nicht unter den wenigen Künstlern genannt, die als
ehemalige KV-Mitglieder aufzuspüren sich 1990
Siegfried Koß in den AM die Mühe machte.4 Ebenfalls ist es ein Versäumnis der Suevia, dass ihr renommiertes Ehrenmitglied auch im „Biographischen
Lexikon des KV“ fehlt. Da vorgesehen ist, das Werk
zu einem späteren Zeitpunkt zu ergänzen, wird darin
wohl auch Ewald Mataré den gebührenden Platz erhalten.
Umgekehrt hat Mataré die Suevia in seinen Tagebüchern zumindest indirekt erwähnt: Am 15. Dezember 1963, ein Jahr nach dem ersten Treffen mit der
Suevia, hat er eingetragen, dass er kürzlich von dem
(schlagenden) Corps „Palatia“ nach Bonn eingeladen
war, wo – „ähnlich wie seinerzeit [mit der] Verbindung ,Suevia’“ – sein Film gezeigt wurde, an den
sich in Bonn „durch gute Fragen ein amüsanter
Abend“ anschloss (Tagebücher S. 444).
Abschließend seien nur die größeren Projekte genannt, die ihn zuletzt teils über Monate und Jahre
zeitlich, physisch und psychisch in Anspruch nahmen:
Ewald Mataré – Das Bild des Menschen, Kleve 2003
Werkverzeichnisse:
A. Klapheck/U. Köcke, Ewald Mataré – Aquarelle 1920-1956, München 1983
S. Mataré/G. de Werd, Ewald Mataré – Holzschnitte, Kleve 1990
S. Mataré/G. de Werd, Ewald Mataré – Zeichnungen, Kleve 1992
S. M. Schilling, Ewald Mataré – Das plastische Werk, Köln 1994
Dissertationen (phil.):
S. M. Schilling, Ewald Mataré – Das freie bildhauerische Werk. Eine Einordnung in die zeitgenössische Plastik, Köln 1989
R. Meyer-Petzold, Ewald Matarés Kunst der Lehre. Ihre Wirkungsgeschichte an
der Kunstakademie Düsseldorf aus der Sicht der Schüler, Frankfurt/M. 1989
Biographien u.ä.:
M. Klütsch, Ewald Mataré (1887-1965), in: Lebensbilder aus dem Kreis Neuss,
Bd. I, Dormagen 1993, S. 95 ff.
H. Ganter, Begegnungen mit Ewald Mataré, Kleve 1996
G. de Werd/U. Geisselbrecht-Capecki, Ewald Mataré im Museum Kurhaus
Kleve, Kleve 1997
S. Mataré/S. M. Schilling (Hrg.), Ewald Mataré – Tagebücher 1915-1965,
Köln 1997
K. Heymer, Artikel „Mataré“ in: Biograph.-Bibliographisches Kirchenlexikon,
Bd. V (1993/2000), Sp. 993 ff.
• Wandrelief am Kaiserbad in Aachen
• Sechs Portale des Aachener Rathauses
• Reliefentwurf und Wappentafel für den Sitzungssaal des Kreishauses in Aachen
• Gedenkstätte in Olpe
• Vier Wohnungstüren im Haus „Em Hanen“ in Köln,
Alter Markt 24
• Bühnenbilder für „Oedipus Rex“, Oper Düsseldorf
• Brunnenanlage in Hagen
• Gestaltung der Kapelle des Kath.-Sozialen Instituts der Erzdiözese Köln in Bad Honnef (Grundstein, Altar, Tabernakel, Bilder für die Altarwand,
Fensterbänder)
• Fassadengestaltung am „Haus Atlantis“, Böttcherstraße in Bremen
Bei der Begutachtung dieses seines letzten Auftragswerkes zog er sich die Lungenembolie zu, an
der er bald darauf starb. In dem kleinen in Kleve wiederentdeckten Fotoalbum mit den neun Bildern von
dem Kölner Weinabend mit den Aktiven der Suevia
steht geschrieben: „Ein Mensch, den man nicht vergißt“. – Seine Kunstwerke bleiben uns erhalten!
3
4
H. Jacobs, Die Kerzianer im Schloss Meer. Ein Künstlerkreis und seine Zeit
1933-1943, in: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2003, S. 142 ff.
Meerbuscher Nachrichten
v. 28.8. 2002
Siegfried Koß, Künstler, Literaten,
Musiker und katholisches Studententum, in: AM 4/1990, S.17
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22 AM
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AM 23
Akademische Monatsblätter K 1061 E
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Kevelaer
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um Ihn anzubeten"
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