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11/2007 Nanotechnologischer Holzschutz Säumige Zahler – was

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11/2007
Nanotechnologischer
Holzschutz
Säumige Zahler –
was nun?
Stihl auf
Expansionskurs
I N H A LT
EDITORIAL
Holzverwendung
37
Nanotechnologie für Holz-
oberflächen
Nanobeschichtungen sollen Holzoberflächen besser schützen.
Aber die bisher erhältlichen Produkte sind noch keine Wundermittel.
Forstbetrieb
Porträt
50 «Kontaktfreude ist die Basis.»
Betriebsleiterporträt von Martin
Rathgeb.
Wald und Wild
52
Wald und Wild im
Gleichgewicht
Kontrolle der Waldverjüngung im
Kanton Freiburg.
41
Der Kunde zahlt nicht – was nun?
In einer zweiteiligen Serie befassen wir uns mit dem leidigen
Thema der säumigen Zahler. Diesmal geht es um den Holzverkauf
im Inland.
Ausbildung
58
Die Schweden sägen nur noch mit Ausweis
Ein schwedisches Projekt zur Verbesserung der Arbeitssicherheit.
Forsttechnik
54
Ein Familienunternehmen
bleiben
Stihl-Vorstandsmitglied Jürgen
Steinhauser spricht im Interview
über seine Konkurrenz, die Vorzüge der Schweiz und den Einsatz
von Detektiven.
Ökologie
45
Pilze an Bäumen mit Brand-
wunden
Nach einem Waldbrand werden
die Bäume rasch von verschiedenen Pilzen besiedelt.
Redaktion, Abonnemente:
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
Redaktion: tschannen@wvs.ch
Abonnemente: kaiser@wvs.ch
Inserate:
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E-Mail: bern@publimag.ch
Inserateschluss nächste Ausgabe:
21. November 2007
Weitere Rubriken
4Aktuell
20 Der Holzmarkt
30 Die Seiten des VSFU
32 Die Seiten des VSF
34 43, 56, 60: Aus den Regionen
35 Die Seite des WVS
61
61
Auslese
Impressum
Titelbild
Der zweite Traversinersteg in der
Viamala ist mit Lärchenholz
gebaut und hat eine Länge von
respektablen 56 m. Das Werk ist
im Rahmen des Projektes «Ideenpool» von holz21 ausgezeichnet
worden. Siehe auch Seite 9 in
diesem Heft. (Foto: Lignum)
Liebe Leserin, lieber Leser
Ab und zu verfolge ich ganz gern, was an
den Börsen geht; man kann dabei so schön
vom grossen Geld träumen, aber vor allem
sind Börsen gute Stimmungsbarometer.
Nun hat also vor etwa einem Jahr die UBS
ein sogenanntes «Zertifikat» lanciert, mit
welchem jedermann vom Aufschwung der
internationalen Wald- und Holzwirtschaft
profitieren könne. Das Vehikel repräsentiert
die 16 grössten Aktiengesellschaften der
Branche. Zu einem grossen Teil stammen
die natürlich aus Nordamerika (Weyer­
haeuser usw.), und sie erfreuten sich in
den vergangenen Jahren tatsächlich eines
grossen Zuspruchs der Investoren.
Doch was passierte mit dem schönen
Zertifikat? Nach einigen Bocksprüngen
nach oben und unten ist es heute trotz
Holzboom und Börsenrekorden weniger
wert als bei der Lancierung. Vermutlich
spielen da – gerade wegen der starken
Gewichtung Nordamerikas – die US-Immobilienkrise und der schwache Dollar hinein.
Aber vor allem zeigt sich meiner Meinung
nach einmal mehr, dass Wald und Holz
eben nicht nur den bereits beträchtlichen
«gewöhnlichen» Risiken der Wirtschaft
­ausgesetzt sind, sondern zusätzlich auch
noch jenen der Natur: Wie schnell sind
Gewinne buchstäblich vom Käfer gefressen
und gute Bilanzen vom Winde verweht.
Dennoch wäre die Wald- und Holzbranche
für geduldige Investoren wahrscheinlich
attraktiv. Aber vielleicht hat es eben auch
gewisse Vorteile, wenn sie kaum an der
Börse auftritt und kein «big business»
darum herum entsteht...
Mit freundlichen Grüssen
Walter Tschannen
Adressen siehe Impressum!
W A L D U N D H O L Z 11/073
AKTUELL
■
Schlagzeilen
■ Steuererleichterungen
Für die von «Kyrill» betroffenen kleinen
und mittleren Privatforstbetriebe in Nord­
rhein-Westfalen wird es spürbare Steuererleichterungen geben. Sie können von den
­Einkünften, die sie aus dem Verkauf von
Sturmholz erwirtschaftet haben, pauschal
Betriebsausgaben in Höhe von 65 oder
90% abziehen. Damit wird den erhöhten
Ausgaben für die Holzaufarbeitung und
den Folgekosten für die Instandsetzung
der Wege und die Aufforstung der Waldflächen Rechnung getragen.
■ Norwegen: FSC nicht gut genug
Nach Ansicht der Norwegischen Regierung wird auf absehbare Zeit kein System
den nachhaltigen Holzeinschlag in den
Tropen garantieren können. Aus diesem
Grund wird künftig bei öffentlichen Bauten auf jegliche Verwendung von Tropenholz verzichtet. Hintergrund sind eine
Reihe von Beanstandungen, welche die
zuständige Behörde von Oslo bereits ab
dem Jahr 2002 in Bezug auf die Zuverlässigkeit des FSC verlauten liessen.
■ Kalken im Privatwald
Das deutsche Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie sieben Bundesländer
­streben Bodenschutzkalkungen im
Kleinprivat­wald an. Der Fokus liegt bei
Waldflächen, deren private Besitzer im
Kalkungsgebiet nicht mehr als 30 ha
Wald besitzen. Der Bund erstattet den
beteiligten Waldbesitzern die Ausgaben
zu 100%.
■ Kuckuck ist Vogel des Jahres 2008
Der populäre Brutparasit ist vielerorts verschwunden, weil sein Lebensraum ver­
loren geht – in Europa genauso wie im
afrikanischen Winterquartier. Der
Kuckuck steht für artenreiche und viel­
fältige Lebensräume. Wo sich Landschaft
durch die Anlage grossflächiger Monokulturen, für den Bau von Freizeitanlagen
oder den Strassenbau verändert oder
­verschwindet, fehlt dieser Lebensraum
für die Vögel. Auch der Einsatz von Pestiziden wirke sich negativ auf den Bestand
aus, wodurch dem Kuckuck als Insektenfresser zunehmend die Nahrung fehle,
berichtet der Naturschutzbund Deutschland.
4
W A L D U N D H O L Z 11/07
Holzenergie Schweiz
Preisindex für Energieschnitzel vorgeschlagen
Der Brennstoff für die grosse Schnit­
zelheizung im Zoo Zürich kommt aus
den Wäldern der Stadt Zürich. Im
Winter 2001/2002 lag der Preis, den
Grün Stadt Zürich erzielte, bei Fr. 32.–
pro Schnitzelkubikmeter. Da der
Schnitzelpreis eins zu eins an den Öl­
preis gekoppelt war, sank er im
Winter 2003/2004 auf unter Fr. 24.–.
Dann gings los. Der Ölpreis hob ab,
und in den vergangenen beiden
­Wintern erhielt die Stadt Zürich rund
Fr. 55.–/Sm3.
Das andere Extrem lässt sich beispielsweise im Kanton Freiburg beobachten.
Dort begann das lokale Elektrizitätswerk
nach der Jahrtausendwende ins Contract­
ing von Holzenergieprojekten einzusteigen und betreibt heute mehrere grös­
sere Holzheizungen. Die entsprechenden
Schnitzellieferverträge stammen aus der
Zeit unmittelbar nach «Lothar», als das
Holzangebot sehr gross war und sich
dementsprechend nur bescheidene Preise
realisieren liessen. So mussten die Waldbesitzer damals
froh sein, dass sie ihr Holz
überhaupt liefern konnten,
und sich mit einem Schnitzelpreis von Fr. 21.–/Sm3 bescheiden. Heute hat sich fast
alles geändert – nur der Holzpreis nicht! Denn wohl vor lauter Freude
darüber, dass sich ein Absatzkanal für
qualitativ minderwertige Holzsortimente
auftat, hat man in den Verträgen keinerlei
Preisanpassungsmöglichkeiten vorgesehen. Und so liegt der Preis nach wie vor
bei Fr. 21.–.
Ölpreis und Energieholzpreis
Die Frage, was mit dem Energieholzpreis angesichts des explodierenden Ölpreises geschehen soll, wurde im kalten
Winter 2005/2006 intensiv diskutiert. Aus
Sicht des Waldes und der Waldbesitzer ist
die Forderung nach einer Anpassung des
Holzpreises an den Ölpreis logisch und
verständlich. Aus Sicht des Bauherrn, der
sich aufgrund der hohen Öl- und Gaspreise dazu entschlossen hat, sein Haus
neu mit einer Pelletsheizung zu beheizen,
weniger. Den besten Beweis dafür hat der
Markt erbracht: Seit der Pelletspreis im
«Winter» 2006/2007 innert kürzester
Zeit um über 50% angestiegen war, ist
die Nachfrage nach Pelletsheizungen
massiv eingebrochen und hat sich bis
heute noch kaum erholt, obwohl der
Brennstoffpreis schon längst wieder auf
das letztjährige Niveau gesunken ist. Wo
Vertrauen verloren ging, muss es wieder
hergestellt werden.
Holzenergie Schweiz hat deshalb einen
Preisindex für Schnitzel vorgeschlagen,
welcher von der Branche bisher sehr p
­ ositiv
auf- und auch übernommen wurde. Der
Index wird laufend aktualisiert und berücksichtigt nicht nur den Preis des Substi­
tutionsproduktes (Heizöl), sondern auch
diejenigen Faktoren, welche die Aufbereitungskosten der Schnitzel beeinflussen. Zu
diesem Zweck ist er unterteilt in die fünf
unterschiedlich gewichteten Teilindizes
«Energieholz», «landwirtschaftliche Fahrzeuge», «Güterverkehr Strasse», «Mineral­
ölprodukte» sowie «Landesindex der Konsumentenpreise», welche regelmässig
vom Bundeamt für Statistik zur Verfügung
gestellt werden.
Mit dem Index lässt sich in einer Zeit
der boomenden Nachfrage nach Holz
und Holzprodukten eine
gewisse
Preisstabilität
garantieren. Vor allem
bei grösseren Wärmeverbünden erweist sich der
Index als wichtiges Marketinginstrument, wenn
es darum geht, Wärmekunden für zehn oder zwanzig Jahre vertraglich zu binden. Denn diese interessieren nicht nur der aktuelle Brennstoff- und
damit der Wärmepreis, sondern fast mehr
noch die entsprechenden Preise im Jahr
2020.
Grundsätzlich ist der Index auch für
Pellets anwendbar. Da hier aber die Preisschwankungen ungleich grösser als bei
den Schnitzeln sind, hat Holzenergie
Schweiz einen Richtpreis erarbeitet, der
aufzeigt, wie sich der Pelletspreis zu­
sammen­setzt, und der ebenfalls laufend
aktualisiert wird.
Sowohl der Energieholzpreis-Index
als auch der Richtpreis für Pellets sind
auf www.holzenergie.ch zu finden.
Übrigens: Im Kanton Freiburg wurde
im Rahmen der Preisverhandlungen zwischen den Waldbesitzern und dem Contractor der Index von Holzenergie Schweiz
rückwirkend ab 2002 gerechnet. Dabei
ergab sich ein Preisanstieg von rund 20%.
Das war für den Contractor akzeptabel.
Quelle: Holzenergie Schweiz
AKTUELL
Erfolg für Blockhaus-Bauer
Die Heimat muss nicht vor Blockhäusern geschützt werden
Karin Stoller und ihr Ehemann Christian
wollen ein Blockhaus bauen und darin
wohnen. Dass mit diesem Entscheid ein
wahrer Hürdenlauf auf sie zukommen
sollte, damit hatten sie nicht gerechnet.
Die Vorgeschichte beginnt letztes Jahr, als
das Ehepaar Stoller mit dem Töff unterwegs ist. Im Bündnerland fahren sie an
einem Blockhaus vorbei. «Ich habe mich
sofort verliebt», berichtet Karin Stoller.
Sie entschliessen sich, selber eines zu
bauen. Die persönlichen Voraussetzungen sind gegeben. Sie wollen auf einem
Grundstück bauen, auf dem das 53-jährige Häuschen ihrer Eltern steht. «In
einem schlechten Zustand», wie Karin
Stoller erklärt. Es soll einem Blockhaus für
zwei Familien weichen, für die Stollers
und ihre Eltern.
Im Januar 2007 fragen die Bauherren
die Gemeinde an, ob das grundsätzlich
möglich sei, was diese eindeutig bejaht.
Was die Stollers nicht wissen: In der Zwischenzeit befassen sich noch andere Personen mit dem Blockhaus-Bau – und zwar
ganz grundsätzlicher Art. Der Zentralvorstand des Schweizer Heimatschutzes ver-
Gründung der
IG Blockbau Schweiz
Am 13. Oktober trafen sich die Naturstammhausbauer der Schweiz in Hombrechtikon zur Gründung der Interessengemeinschaft Blockbau Schweiz. Ziel
der IG ist es, bei Behörden, Bauherren
und Architekten den Blockbau aus
Naturstämmen bekannter zu machen.
Es soll damit eine gemeinsame Plattform
geschaffen werden, um die traditionelle
Bauweise des Blockbaus einheitlich zu
fördern.
Zum Präsidenten der neu gegründeten
Interessengemeinschaft Blockbau Schweiz
wurde Roger Porrenga gewählt. Weitere Infos unter:
IG Blockbau Schweiz, Gewerbestr. 3
8634 Hombrechtikon
postmaster@blockhausbau.ch
oder info@blockbau.ch
abschiedet nämlich im November 2006
ein Positionspapier mit dem Titel «Wohnbauten in Rundholz». Dieses «Positionspapier» ist eine Kampfansage an die
Blockhäuser. Darin heisst es etwa «Wohnbauten sind in sensiblen Bereichen (...)
grundsätzlich abzulehnen.» Es werden
verschiedene Argumente angeführt: Es
seien «Fremdkörper» mit «grobschläch­
tigen Proportionen». Es gebe zu dieser
Bauweise keine Tradition und sie sei nur
eine Kopie aus Amerika. Und: «Blosse
Imitationen sind keine kulturelle Leistung.» Zudem sei es «wenig sinnvoll,
­grosse Stämme dieser Wertschöpfungskette (gemeint ist die Weiterverarbeitung
der Stämme, red) zu entziehen.»
Stämme lagen bereit
Die Reaktionen auf das Papier fallen
sowohl in der Öffentlichkeit als auch in
der hölzigen Branche eher mager aus.
Man ärgert sich zwar, schenkt dem Ganzen aber wenig Beachtung. Das sollte sich
rächen.
Mittlerweile hat die Sektion InterlakenOberhasli des Heimatschutzes Wind von
Stollers Projekt bekommen. Zwar hat der
Gemeinderat das Blockhaus-Projekt ohne
Anstände durchgewunken, doch nun
folgt die Einsprache der Heimatschützer.
Die Regierungsstatthalterin muss über
den Bau befinden und kommt nach den
schriftlichen Stellungnahmen des Gemeinderates, Stollers und des Heimatschutzes ebenfalls zum Schluss: Bauen!
Die Alaska Blockhaus GmbH, die mit dem
Bau beauftragt ist, hat die Stämme bereits an Lager. Mit der Arbeit kann sie aber
immer noch nicht beginnen, denn der
Heimatschutz lässt nicht locker.
Verfahrene Situation
Ruedi Schild ist Bauberater und Architekt und führt die Einsprache für die
Regional­gruppe Interlaken-Oberhasli des
Heimatschutzes. Er teilt die Bedenken des
Schweizer Dachverbandes und präzisiert
im vorliegenden Fall: «Es handelt sich um
einen sensiblen Bauplatz, voll einsichtbar,
direkt an der Zufahrtsstrasse zum berühmten Ferien- und Skiort Hasliberg.»
Das Blockhaus wäre an dieser Stelle am
Hasliberg ausgestellt und könnte weitere
Bauherren zu Ähnlichem animieren.
Die Situation im Spätsommer ist verfahren. Stollers wollen bauen, die Hand-
Foto: Urs Wegmann
Der Schweizer Heimatschutz will
keine Bauten in Rundholz. Was der
Verband bereits 2006 mit einem Posi­
tionspapier angekündigt hatte, wollte
er am Hasliberg/BE auf rechtlichem
Weg erzwingen. Nun hat er doch
einen Rückzieher gemacht.
Keine Wertschöpfung? Ein Mitarbeiter der
Alaska Blockhaus GmbH bearbeitet Stämme.
werker stehen bereit, aber der Heimatschutz hat sich mit seiner Argumentation
in eine Sackgasse manövriert. «Wir haben
Verständnis für die unglückliche Situation, in welcher sich die Bauherrschaft
aufgrund der bisher erfolgten Beurteilungen und Entscheide befindet», heisst es in
einem Schreiben an das Regierungsstatthalteramt. Und auch im Gespräch sagt
Schild, die Situation sei «sehr unangenehm». Der Heimatschutz unterstütze
und fördere den traditionellen, gegen
1000 Jahre alten, in der Schweiz verwurzelten Vierkantholz-Blockbau und somit
auch die Forstwirtschaft. Bei Verwendung
von «grobschlächtigen, Riesenträmmeln»
wie sie hier zur Anwendung kommen,
werde aber von den Anbietern dem
Gebot der Kaskadennutzung nicht nachgegangen. Es werde keine höchstmög­
liche Wertschöpfung aus den wichtigen
Nebenprodukten des Rundholzes angestrebt, kritisiert Schild.
Anfangs Oktober wäre die Frist abgelaufen, um das Anliegen weiterzuziehen.
Aber plötzlich sieht alles anders aus:
Der Heimatschutz verzichtet auf weitere
Einsprachen und lässt Stollers bauen.
«Es wäre schwierig gewesen, den Fall
weiterzuziehen», begründet Schild den
Entscheid. Das Positionspapier des Heimatschutzes gelte aber grundsätzlich
weiterhin. Urs Wegmann
W A L D U N D H O L Z 11/075
FORUM
Der aktuelle Holzmarkt
Wie im wilden Westen?
Die Situation am Holzmarkt ist schwer
zu durchschauen und offensichtlich sehr
heterogen. Während einige längerfristige
Bindungen und Kontinuität schätzen, setzen andere auf kurzfristige, hochpreisige
Angebote. Wo früher Ganzjahresverträge
üblich waren, werden heute vielfach Mengen und Preise im Monatsrhythmus, teilweise sogar im Wochenrhythmus, abgesprochen. So finden sich Angebot und
Nachfrage – das ist freie Marktwirtschaft.
Beim Holz vergehen jedoch von der
Planung des Holzschlags bis zur Abnahme
des Holzes im Werk mindestens einige
Wochen, wenn nicht Monate. Ist es nun
sinnvoll, mit der Nutzung zuzuwarten, bis
die Preise am höchsten sind? Die Gefahr
ist gross, dass dann, wenn das Holz
zur Abfuhr bereit steht, die Preise wieder
tiefer sind und der Absatz harzt.
Der Holzmarkt unterliegt speziellen
Gesetzmässigkeiten. Will man eine nachhaltige Holzproduktion und steigende
Verwendung der nachwachsenden Ressource Holz fördern, so ist eine langfristige Verhaltensweise gefordert. Dabei ist
wichtig, dass die anfallenden Mengen zur
Verwertung gelangen (auch im Kalamitätsfall) und die bestehende Nachfrage
der Verarbeiter (in der Schweiz) befriedigt
wird. Nur so ist einerseits eine vernünftige
Planung und Nutzung im Wald und
anderer­
seits eine zielgerichtete Investitions- und Produktionsausrichtung bei
den Verarbeitern möglich. Ein beson­
nenes Verhalten ist für alle wichtig. Mit
Transparenz und Kontinuität werden die
Entwicklungen besser voraussehbar und
die Planung einfacher. Damit steigt die
Wahrscheinlichkeit, dass die benötig-
Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte
Wer wird die Suppe auslöffeln müssen?
Nach dem Ständerat hat auch der
National­
rat die Motion zur Deklara­
tion von Holz und Holzprodukten an­
genommen. Der organisierte Holz­
handel der Schweiz ist von diesem
kurzsichtigen Entscheid, der auf den
Import bezogen weitreichende Konse­
quenzen haben könnte, enttäuscht.
Mit der Annahme der Motion hat das
Parlament wenig Gespür für handelspolitische Fragen wie auch für sachliche Effizienz bewiesen. Die mit der Motion geforderte Deklaration der Holzart erscheint
dabei als weniger problematisch. Ungleich schwieriger dürfte es werden, die
Holzherkunft lückenlos zu deklarieren,
wobei namentlich das Importholz betroffen ist. Mit den teils komplexen Handelsströmen geht einher, dass Holz und Holzprodukte von einer Vielzahl von Akteuren
umgeschlagen werden und mehrere Verarbeitungsstufen durchlaufen können,
bis sie letztlich zu den Endverbrauchern in
der Schweiz gelangen. Nur durch Mitwirkung sämtlicher Akteure wird es überhaupt möglich, die Herkunft und damit
den Ursprung des Holzes schlüssig zu
dekla­rieren. In Bezug auf Importholz kann
eine solche Auflage nur mit dem Goodwill der ausländischen Vorlieferanten
­erfüllt werden. Weltweit kennt bis dato
6
W A L D U N D H O L Z 11/07
kein Land eine solche Deklarationspflicht,
auch die EU nicht! Im schweizerischen
Allein­gang droht diesbezüglich ein ernst
zu nehmendes Handelshemmnis aufgebaut zu werden. Was geschieht, wenn
ausländische Vorlieferanten die genaue
Holzherkunft nicht deklarieren können
oder wollen? Würde in einem solchen Fall
gar ein Importverbot verfügt?
Im Ausgangspunkt will die Motion den
Handel mit illegal geschlagenem Holz eindämmen beziehungsweise unterbinden.
Die Deklaration von Holzart und Holz­
herkunft allein ist indes ein untaugliches
Mittel, um dieser Zielsetzung gerecht zu
werden: Der Endverbraucher weiss trotzdem nicht, ob es sich um legal oder illegal
geschlagenes Holz handelt. Die Verun­
sicherung wird nur noch um so grösser,
wenn Ursprungsländer, vorab in tropischen Regionen ­
Afrikas oder Südost­
asiens, durch medienwirksame Kampagnen der Umweltverbände immer wieder
mit illegalem Holzeinschlag in Verbindung
gebracht werden. Bemühungen tropenholzproduzierender Länder hin zu einer
nachhaltigen Wald­bewirtschaftung können so torpediert werden. Es wird bei
Weitem nicht alles Tropenholz illegal eingeschlagen, um bei diesem Beispiel zu
bleiben. Aber nur ein geringer Teil des
legal eingeschlagenen Tropenholzes ver-
ten Holzmengen rechtzeitig bereitgestellt
werden. Auch können damit Arbeitsplätze und Beschäftigung besser abge­
sichert werden.
Zum Glück gibt es bereits heute viele,
die sich durch Hochpreisangebote nicht
irritieren lassen und die auf längerfristige,
partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen
setzen. Stellen Sie sich vor: Alle warten
mit der Holznutzung bis der Preis ein
hohes Niveau erreicht und dann nutzen
alle zur selben Zeit. Einige wenige können
ihr Holz rechtzeitig absetzen, die anderen
tragen die Folgen. Darum: Führen Sie die
Holzschläge rechtzeitig aus und sichern
Sie sich den Absatz. Nur spontan handeln
(Nutzung bei Höchstpreisen) und erst
nachher fragen (Kontinuität und Vertragssicherheit) ist Wild-West-Manier und
das Risiko zu den Verlierern zu gehören ist
hoch.
Werner Riegger, IG Industrieholz
fügt zurzeit über ein FSC-Zertifikat, das
keinerlei Zweifel mehr offen liesse. So gesehen könnte eine künftige Deklaration
der Holzherkunft mit «Kamerun» oder
«Malaysia» letztlich dazu führen, dass der
Endverbraucher – von irgendwelchen (wah­
ren oder bloss mutmasslichen) Schreckensmeldungen verunsichert – generell die
Finger davon lässt! Auch der Schweizer
Holzhandel will illegal geschlagenem Holz
den Markt­zutritt verwehren, aber nicht
mit erzwungenen und im internationalen
Kontext unwirksamen gesetzlichen Schritten. Ein freiwilliges Managementsystem,
welches zurzeit aufgrund einer Initiative
der Schweizer Holzhandelszentrale und
mit Unterstützung des Staatssekretariates
für Wirtschaft (seco) entwickelt und getestet wird, verspricht demgegenüber viel
mehr Erfolg.
Als bitterer Nachgeschmack haftet dem
Ganzen auch die uneinheitliche Haltung
innerhalb der Schweizer Holzwirtschaft
zu diesem Thema an: Waldwirtschaft und
Holzindustrie begrüssen die Deklarationspflicht und versprechen sich davon eine
Stärkung der Marktstellung von Produkten aus Schweizer Holz. Dies wider­spiegelt
blosse Alleininteressen. Die inländische
Urproduktion, und mit ihr das nachge­
lagerte Sägereigewerbe als Hauptabnehmer, haben selbstredend keine Probleme
mit der Deklarationspflicht: Sämt­liche zur
Erfüllung der Auflagen notwendigen
Informa­tionen liegen für sie ja praktisch
vor der Haustür. Das nachgelagerte holz-
FORUM
verarbeitende Gewerbe braucht aber
nicht nur Schweizer Holz, es verarbeitet in
bedeutendem Masse auch importiertes
Holz. Deshalb ist es nicht ­allein der (importierende) Holzhandel, der die Suppe
mit der Deklarationspflicht auslöffeln
muss – mit ihm sind sämtliche nachge­
lagerten Kreise, das heisst der Schreiner,
der Holzbauer, die Möbel­
industrie und
die Do-it-yourself-Märkte, welche Holz
verarbeiten und / oder dem Endverbraucher anbieten, davon in besonderem Ausmasse betroffen.
Jörg Reimer
Direktor Schweizer Holzhandelszentrale
CO2-Neutralität
Der moderne Ablasshandel
Wer in ist, reist CO2- und klimaneutral
zum Weekendshopping nach London
oder in die Ferien nach Phuket. Auch
klima­
neutrales Heiraten kommt immer
mehr in Mode. Neuerdings kann man
sogar sein Auto klimaneutral abschleppen und reparieren lassen, und auch der
Vatikan ist CO2-neutral. Nach jahrhun­
dertelangem Dornröschenschlaf steht der
Ablasshandel endlich wieder in voller
Blüte. Ein bisschen Geld bezahlen, und
Antwort auf einen Leserbrief
Zur Problematik der Baumzüchtung
Im letzten «WALD und HOLZ» (Seite 6)
kritisierte A. Vetterli, Cortaillod, die
mangelnde Baumzüchtung in der
Schweiz.
Herr Vetterli hat offenbar keinen Dunst
von der Problematik der Baumzüchtung.
Durch das lange Leben und die äusserst
vielfältigen Umwelteinflüsse lassen sich
nämlich einzelne Faktoren äusserst
schlecht optimieren, ohne andere, ebenso
wichtige wie Frostresistenz, Trockenresis-
tenz, Hitzeresistenz, Resistenz gegen
Pilze, Käfer usw. in Mitleidenschaft zu
­ziehen. Dies ist ja mit ein Hauptgrund,
warum wir auf standortgemässe Rassen
setzen, die den natürlichen Selektionsprozess bereits über viele Baumgenera­
tionen durchgemacht haben und so heute
angepasst sind.
Des Weitern steht ja in der Schweiz der
naturgemässe Waldbau nicht auf der
Abschuss­liste, soweit mir bekannt ist, es
wäre also gesetzlich gar nicht möglich,
weg ist das schlechte Gewissen! Möglich
machts der Markt, dieses wunderbare,
allmächtige Zauberwesen, mit seiner
tröstlichen Botschaft, wonach alles gut
wird, wenn damit nur Geld verdient werden kann. Die Zuversicht darf fast grenzenlos sein. Dem Vernehmen nach soll ein
amerikanisch-chinesisch-russisches Forscherteam demnächst CO2-neutrales CO2
auf den Markt bringen...
Andreas Keel, Holzenergie Schweiz
Wald durch Plantagen zu ersetzen, also
quasi Waldbau mit landwirtschaftlichen
Methoden zu betreiben. Und auf gesetzeswidrige «Lösungen» hat Herr Vetterli
auch als Steuerzahler keinen Anspruch.
Wenn Herr Vetterli gerne Föhren für den
Export en masse produzieren will, kann er
das ja mit Schwarzföhren machen, da
steht ihm niemand im Weg. Ansonsten
sollte er sich aber vielleicht mal mit den
Erfahrungen befassen, die man das letzte
Mal machte, als die Produktivitätsge­
sinnung den Waldbau beherrschte und
die Reinertragslehre nur noch Fichten
­duldete.
Martin Herzog, Basel
W A L D U N D H O L Z 11/077
AKTUELL
Ideenpool von holz21
Die letzten Preise vergeben
2005 startete die Ausschreibung
«Neue Horizonte – Ideenpool holz21».
Gesucht wurden neue Ideen zu und
mit Holz, vorab Kombinationen von
Holz mit anderen Materialien, aber
auch ungewöhnliche Planungs- oder
Verarbeitungsprozesse sowie neue
Formen der Holzanwendung. In der
dritten und letzten Runde dieses
Wett­bewerbs sind zwei Anerkennun­
gen, eine Auszeichnung für ein Bau­
werk, zwei Auszeichnun­gen mit Wür­
digung der gesamten Tätigkeit von
Planern und zwei Förderpreise ver­
geben worden.
Für ihr Werk gewürdigt wurden
­ a­rianne Burkhalter und Christian Sumi
M
Architek­ten, Zürich. Die Wohnüberbauung Wehrenbachhalde in Zürich steht
­exemplarisch für zahlreiche andere Bauwerke aus Holz, welche unter ihrer
Feder­führung entstanden sind. Seit ihren
Anfängen Mitte der 80er-Jahre haben
sie sich mit Holz als Gestaltungsmittel
auseinandergesetzt. Sie taten dies mit
den Mitteln der Kunst, über Publikationen und vor allem mit viel beachteten,
intelligent geplanten und durch die Wahl
der Materialien und der Farbgebung
sinnlich wirkenden Holzbauten. Dieses
gebaute Werk umfasst Zweckbauten,
öffent­liche Gebäude, Wohnbauten und
Siedlungen, Um- und Neubauten. Ausgezeichnet und gewürdigt wird diese Art
von Architektur, denn sie ist immer
zweckmässig und kunstvoll erdacht, und
sie überzeugt durch einen überlegten
­Einsatz der Materialien – Holz mit Mauerwerk, Beton, Glas und Metall. Die Entwürfe und Realisierungen wirken vor­
bildlich auf künftige Bauherrschaften und
die jüngere Architektengeneration.
Ausgezeichnet wurde auch Bauinge­
nieur Walter Bieler, Bonaduz. Seit über
dreissig Jahren beschäftigt er sich mit
dem Konstruieren und Gestalten von
Holz. Die bei der dritten Ausschreibung
eingege­benen Perrondächer für die Rhätischen Bahnen RHB zeigen eindrücklich
die Arbeits­weise von Bieler. Er versteht es,
eine bauliche Aufgabe schnörkellos auszuformen, überzeugend zu materialisieren und gleichzeitig selbstverständlich
in ihre Umgebung einzufügen. Als Inge­
nieur in hohem Masse an gestalterischen
Fragen interessiert, hat Bieler immer wie-
8
W A L D U N D H O L Z 11/07
dukta – ein modulares und multifunktionales System aus
Holzwerkstoffen
(Serge Lunin und
Christian Kuhn):
Durch ein spezielles
Einschnittverfahren
werden steife Holzwerkstoffplatten
dreidimensional verformbar gemacht.
Möglich ist die
Anwendung im
Möbelbau, für
Trenn-, Wand- und
Decken­elemente
sowie für Licht­
körper.
Neue Monte-RosaHütte (Studio Monte
Rosa: Andrea
Deplazes, Marcel
Baumgartner, Kai
­Hellat Architekten):
In Zusammenarbeit
mit Spezialisten aus
der Bauwirtschaft
wurde die fünfgeschossige Struktur mit
50 Raumzellen so weit
entwickelt, dass sie
heute konstruiert
­werden kann. Sobald
die Finanzierung
ge­sichert ist, steht der
für 2008 geplanten
Realisierung nichts
mehr im Weg.
Wirtschaftliche
Bestimmung der
Steifig­keiten von
platten­förmigen
Holz- und Holzmischprodukten (Arne
­Gülzow, Abteilung
Holz der Empa,
Dübendorf). Die Prüfmethode kann künftig im Produktionsfluss der Werke
integriert werden. Die
Methode beschränkt
sich nicht allein auf
Holzplatten, sondern
kann auf weitere
Holzwerkstoffe und
Holz­misch­produkte
verschiedener
Abmessungen aus­
geweitet werden.
AKTUELL
der die Zusammenarbeit mit Architekten
gesucht. Ausgezeichnet und gewürdigt
wird deshalb sein gesamtes Wirken in
Zusammen­hang mit Holzkonstruktionen:
Sporthallen, Schulanlagen, Gewerbe- und
Ausstellungshallen, Holzbrücken und
Sanie­
rungen historischer Bauten. Seine
­Entwürfe für Tragwerke sind stets auch
Zweiter Traversiner Steg, Viamala (Projekt: Conzett, Bronzini,
­Gartman AG, Chur): An feuerverzinkten Stahlseilen aufgehängt,
schwingt sich der Gehweg aus Lärchenholz mit einer Höhen­
differenz von 22 m über 56 m zwischen zwei Moränekuppen
über die Schlucht. Das massgeschneiderte Konzept ermöglichte
es, mit einheimischem Holz und ortsansässigen Handwerkern
diese ausserordentliche Aufgabe zweckdienlich zu realisieren.
Mit ZipShape (Christoph Schindler) lassen sich beliebige Platten­
materialien aus Holz ohne Formenlehren zu gekrümmten Flächen
­biegen. Das Verfahren dient vor allem für kleine Serien. Zudem wird
über die Umsetzung des Verfahrens in einen grösseren Massstab für
den Hochbau nachgedacht. Der Förderpreis unterstützt diese neue
und viel versprechende Entwicklung.
Forstliches Informations-System
Nach Generalversammlung
«IFIS UNO» ist online
PEFC plant Offensive
Das Integrierte Forstliche Informa­
tions-System (IFIS UNO) hat den LiveBetrieb aufgenommen.
Ehrgeizige Ziele für den Klima- und
Umweltschutz hat am 5. Oktober die
11. Generalversammlung des PEFC
(Programm für die Anerkennung von­
Waldzertifizierungs-Systemen) ge­
steckt. Von 25 auf 45% soll der Anteil
von ökologisch produzierten Hölzern
in der Verarbeitungskette steigen.
IFIS soll ein anforderungsgerechtes
Informations­system zur Verbesserung der
Organisation und Abläufe in der Wald­
bewirtschaftung und zur Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit werden. IFIS UNO
bietet zur Koordination des gesamten
Verkaufs- und Bereitstellungsprozesses
von Holz eine einheitliche IT-Plattform.
Seit Juni 2007 ist es bei den Unternehmen Aareholz AG, ZürichHolz AG und
der Holzvermarktungszentrale Nordwestschweiz im Echtbetrieb. Die Anbindung
weiterer Unternehmen und Koordina­
tionsstellen in der Rohholzverarbeitungsund Absatzkette folgt sukzessive. IFIS
UNO automatisiert einen grossen Teil der
Geschäftsprozesse (Auftragserfassung,
Verfügbarkeitsprüfung, Angebotserstellung, Fakturierung, Finanzbuchhaltung).
Zugang und weitere Informationen siehe
Homepage des Vereins IFIS:
www.verein-ifis.ch
exemplarische technisch-formale Erfindungen.
Quelle: holz21
Durch die Vorgabe wollen die Delegierten die nachhaltige Bewirtschaftung von
Wäldern weltweit sicherstellen. Mit dem
Beschluss geht das Programm in die
zweite Stufe. Seit ihrer Gründung im Jahr
1999 hat die grösste globale Waldzertifizierungs-Organisation in der ganzen Welt
mehr als 200 Mio. ha Wald nach strengen, ökologischen Kriterien zertifiziert. In
Deutschland tragen rund zwei Drittel der
Waldfläche das PEFC-Siegel.
Nachdem die Waldwirtschaft nachweislich umweltschonend produziertes
Holz in ausreichender Menge liefern
kann, soll sich das Siegel jetzt bei den Verbrauchern durchsetzen. «Die verabschiedete Strategie steht für eine Neuausrich-
tung: weg von der reinen Holzproduktion,
hin zu einer verstärkten Markt-Orientierung. Nur wenn die Nachfrage stimmt,
kann sich die Idee der ökologischen
Waldbewirt­schaftung mit ihren positiven
Klima­auswirkungen durchsetzen», erklärt
Ben Gunneberg, Generalsekretär von
PEFC International. Daher wird in Zukunft
mehr Wert auf eine verstärkte Kommunikationsarbeit gelegt. «Wir müssen mehr
Verbraucher für eine Nutzung von Holzund Papierprodukten aus nachweislich
naturnaher Waldbewirtschaftung ge­
winnen», so Gunneberg weiter. Das sei
gerade in Hinblick auf den Schutz der besonders gefährdeten Tropenwälder von
Bedeutung. Aus diesem Grund wurden
auch die Bewerbungen der Zertifizierungs-Systeme von Kamerun und Uruguay von der Vollversammlung angenommen. Deren Systeme werden nun durch
das PEFC Council überprüft.
Philipp Bahnmüller, PEFC Deutschland
e.V., www.pefc.de
W A L D U N D H O L Z 11/079
AKTUELL
Das «Foto des Monats»
Haben Sie aussergewöhnlich schöne,
lustige, besinnliche, einmalige Fotos
vom Wald, von der Arbeit im Wald,
von speziellen Holzprodukten oder von
Ereignissen rund um die Waldwirtschaft?
Dann schicken Sie uns doch eines oder
zwei zu (Anschrift: Redaktion «WALD
und HOLZ», Rosenweg 14, 4501 Solothurn, oder tschannen@wvs.ch)!
Den Einsendern, deren Aufnahme hier
erscheint, winken als Prämie wahlweise
entweder 50 Franken oder aber sie
bekommen «WALD und HOLZ» ein
Jahr lang gratis (Normal-Abopreis zurzeit 89 Franken)!
Das Foto des Monats stammt diesmal von Daniel Jedele, Niederlenz. Die Forstina AG,
Hunzenschwil, hat in Deutschland «Kyrill»-Sturmholz aufgearbeitet, so auch in Winterberg im Hochsauerland. Dabei ist dieses stimmungsvolle Foto entstanden, das gleich­
zeitig nachdenklich macht.
Achtung: Die Fotos (ob auf Papier, als
Dia oder elektronische Daten) müssen
von guter Qualität sein, das heisst ins­
besondere scharf und genügend hell.
Digitalkameras auf feinste Auflösung
einstellen! Wichtig ist ausserdem ein
kurzer erklärender Text zum Foto (Bildlegende). Die genaue Anschrift des
Absenders nicht vergessen! Selbstverständlich bekommen Sie alle Fotos
zurück. Wir behalten uns aber anderweitige Veröffentlichungen im Rahmen
der PR-Arbeit des WVS vor.
Sprengen ist nützlich, aber will gelernt sein
Unternehmenstag Holz, Biel
Sprengkurse im ersten Quartal 2008
Kontakte geknüpft
Bäume an unzugänglichen Stellen
oder Steinblöcke auf Wiesen und Wei­
den – es gibt Situationen, in denen
nur noch der Griff zum Sprengmate­
rial hilft. Sprengen ist aber nur mit der
entsprechenden Ausbildung und mit
dem richtigen Ausweis erlaubt und
möglich.
Mit fünf Fachreferaten, 22 Firmen­
präsentationen und einem Marktplatz,
an dem sich insgesamt 38 Unternehmen
aus der Schweiz, Deutschland und Österreich präsentierten, schaffte der Unternehmenstag vom 3. Oktober die Voraussetzungen für interessante Kontakte
zwischen Wirtschaft, Studierenden, Verbänden und Mitarbeitenden der Schule.
Organisiert und getragen wurde er von
der «Stiftung der Schweizer Wirtschaft
zur Förderung der Weiterbildung in der
Holztechnik», der Berner Fachhochschule
Architektur, Holz und Bau und den Technikerschulen HF Holz Biel.
Ein Tagungsband ist erstellt worden
und kann unter www.ahb.bfh.ch (Rubrik:
Schule > Publikationen) eingesehen werden. Die präsentierten Praktikums- und
Dauerstellen sind auf der Webseite in der
Rubrik Technikerschulen > Stellenboerse
veröffentlicht.
Quelle: Berner Fachhochschule für
­Architektur, Holz und Bau, Biel
Die Gefahren beim Sprengen sind
enorm, wenn man die Materialien nicht
kennt oder sich nicht an die Sicherheitsvorschriften hält. Ebenso können die finan­
ziellen Folgen, wenn man die gesetzlichen
Vorschriften nicht einhält und keine Haftpflichtversicherung mit entsprechender
Deckung abgeschlossen hat, gravierend
sein. Eine solide Grundausbildung ist unab­
dingbar. Der Besitz des Sprengausweises
ermöglicht je nach Situation ein Neben­
einkommen. Gemeinden, Kooperationen
oder Baugeschäfte verfügen oft nicht über
Angestellte mit den entsprechenden Ausweisen und sind froh, wenn sie auf eine
10
W A L D U N D H O L Z 11/07
ausgebildete und verlässliche Person in der
Region zurückgreifen können.
Der Schweizerische Bauernverband ist
sich dieser Notwendigkeit bewusst und
ist Mitglied bei der «SAFAS», der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Aus­
bildung der Sprengberechtigten. Ebenfalls Mitglied ist von bäuerlicher Seite her
die SAB sowie der Verband Schweizer
Forstpersonal VSF. Der SAFAS beigetreten
ist neu auch die Schweizerische Vereinigung für Hagelbekämpfung. Die SAFAS
bietet Ausbildungen im Sprengbereich an
und führt Kurse und Prüfungen durch,
welche für das Erlangen eines Ausweises
nötig sind. Die Grundkurse dauern je nach
Spreng­ausweis zwischen 31⁄2 bis 5 Tagen.
Kurse finden in allen Regionen der Schweiz
statt. Nähere Informationen findet man
im Internet unter www.safas.ch oder bei
der Geschäftsstelle:
SAFAS, Daniela Renggli, Oberkapf 4a
6020 Emmenbrücke, 041 281 06 19
AKTUELL
holz21 setzt sich für mehr Holz aus dem Schweizer Privatwald ein
Projekte im Privatwald werden gefördert
Die Schweizer Waldwirtschaft hat
derzeit alle Hände voll zu tun, um die
stark gestiegene Nachfrage nach Holz
zu befriedigen. Doch es gibt noch
viele brachliegende Potenziale für die
Holznutzung. Ins Blickfeld rückt be­
sonders der Privatwald, der hohe
­Vorräte birgt. Das Programm holz21
des Bundesamtes für Umwelt BAFU
will dazu beitragen, dass deren Nut­
zung steigt. Deswegen fördert es
überall in der Schweiz Bestrebungen,
mit Privatwaldbesitzern ins Gespräch
zu kommen und sie zur geregelten
Holzernte zu motivieren. Für entspre­
chende Projekte werden unbürokra­
tisch Finanzmittel bereitgestellt.
Die anziehende Nachfrage nach Holz
unter steigenden Erlösen und neue, hocheffiziente Ernteverfahren sind nicht nur
eine grosse Herausforderung für die
nächsten Jahre, sondern ebenso eine
enorme Chance, strukturelle Schwächen
in der Waldwirtschaft zu überwinden.
Das Förderprogramm holz21 des Bundes­
amts für Umwelt BAFU hat sich deshalb
entschlossen, zusammen mit Partnern in
der Waldwirtschaft ein gezieltes Programm zur Mobilisierung von Schweizer
Holz auf die Beine zu stellen.
Die von holz21 gestartete Aktion
­dauert bis Ende 2008. Ziel ist es, brachliegende Holzreserven besser auszuschöpfen. Vor allem in privaten Wäldern haben
sich während der letzten Jahrzehnte
­grosse Holzvorräte angesammelt. Das ist
vor allem auf die jahrzehntelang sehr tiefen Holzpreise zurückzuführen, aber auch
­darauf, dass viele private Waldeigen­tümer
nicht wissen, dass ein Nutzungsverzicht
negative Folgen für den Wald haben
kann. Deshalb ist es wichtig, sich mit speziellen Aktivitäten an deren Eigentümer
zu richten und bei ihnen das Interesse für
die Holznutzung zu wecken. holz21 löst
dazu eigene Aktivitäten aus, trägt regionale Kampagnen mit und dient als Koordinationsstelle. Träger der regionalen
­Aktionen sind die kantonalen Forstdienste
und die regionalen Organisationen der
Waldbesitzer.
Kommunikative Unterstützung im Vordergrund
holz21 hat klare und unbürokratische
Kriterien festgelegt, um sofort möglichst
vielen Eigeninitiativen der Kantone und
Regionen unter die Arme greifen zu können. Gefördert werden ausschliesslich
Aktivitäten, die dazu dienen, mit Privatwaldbesitzern ins Gespräch zu kommen
und sie vom Sinn einer vermehrten Holznutzung zu überzeugen. Beispielsweise
werden lokale Informationsveranstal­tun­
gen und Inseratekampagnen oder auch
der Versand von Flyern unterstützt. Ein
fertiges Modell für einen Flyer liegt
zur Nutzung bereits vor. Keine Mittel
­fliessen dagegen für Studien, Konzepte
oder Technologieentwicklungen. Unter
www.holz21.ch/d/h21_holzmob_richt­
linie_ges_d.pdf sind die Richtlinien für
Gesuchsteller detailliert nachzulesen.
dort nämlich vom Zuwachs nur etwa zwei
Drittel genutzt. Ein Drittel – etwa eine
halbe Million Kubikmeter Holz – blieb
Jahr für Jahr stehen. Die Aktivierung der
Waldpolitik ist deshalb ein Schwerpunkt
der Berner Volkswirtschaftsdirektion in
der laufenden Legislatur. holz21 hat bei
der Berner Kampagne die Erarbeitung
eines Flyers für die Privatwaldeigentümer
mitfinanziert. Er kann auch in anderen
Kantonen verwendet werden. Zu bestellen ist er bei holz21.
Die Mitarbeit von holz21 an der ­Berner
Kampagne steht nicht isoliert da: Bereits
konnten auch Projekte in den Kantonen
Luzern, Zürich, Waadt, Solothurn, Neuenburg und Jura sowie in den Regionen
Nordwestschweiz und Ostschweiz unterstützt werden.
www.holz21.ch
Projekte in der ganzen
Schweiz
Derzeit hilft holz21 zum Beispiel
­ ereits an einer Kampagne im Kanton
b
Bern mit, welche die Volkswirtschafts­
direktion des Kantons Ende August gestartet hat (vgl. auch «WALD und HOLZ»
Nr. 9 Seite 23). Ihr Ziel: Die Wälder im
­Besitz von rund 36 000 Waldeigentümerinnen und -eigentümern sollen nach­
haltig genutzt und damit verjüngt werden. In den letzten zehn Jahren wurden
Abonnieren Sie
Ja, auch ich möchte 12-mal jährlich kompetent und aktuell über alles informiert
werden, was mit Waldwirtschaft und Holzverwendung zu tun hat.
Senden Sie mir deshalb
❏ ein Normal-Jahresabonnement (CHF 89.–, Ausland CHF 121.–)
❏ ein Spezialabonnement für Lehrlinge, Studenten und AHV-Bezüger
(CHF 64.–, gegen Bescheinigung)
Name......................................................Vorname................................................
Strasse.....................................................Ort.........................................................
Telefon.....................................................E-Mail....................................................
Bitte ausschneiden und schicken an
WALD und HOLZ, Abo-Service, Rosenweg 14, 4501 Solothurn
032 625 88 00, kaiser@wvs.ch
oder online bestellen über www.wvs.ch ➙ WALD und HOLZ ➙ Abonnement
W A L D U N D H O L Z 11/0711
In den Gemeinden Marbach, Escholzmatt, Schüpfheim und Flühli
entsteht zurzeit die RO Waldgenossenschaft oberes Entlebuch.
Zur Führung der RO sucht das Projektteam eine
Forstfachperson
In Ihren Aufgabenbereich fallen die Beratung der Waldeigen­
tümer, die Pflege- und Nutzungsplanung, die Holzanzeichnung
(inkl. Schlag­organisation, Holzabsatz und Holzvermittlung) und die
Ausführungen der vom Kanton Luzern (lawa) verlangten Aufgaben.
Es bietet sich die Gelegenheit, beim Aufbau der RO mitzuwirken.
Sind Sie eine kommunikative Persönlichkeit mit unternehmerischem
Flair, dann bewerben Sie sich mit den üblichen Unterlagen beim
­Leiter des Projektteams der Waldgenossenschaft oberes Entlebuch:
Gerber Ruedi
Bödeli
6192 Wiggen
041 486 12 46, E-Mail: gerber.boedeli@bluewin.ch
Zur Ergänzung unseres Teams suchen wir:
Forstwart/Forstwartin
für:
– Holzernte mit Mobilseilkran und Baggerprozessor
– Hang- und Bachverbauungen aus Holz
– Aufforstungs- und Pflegearbeiten
Wir bieten:
Zeitgemässe Entlöhnung, moderne Betriebsmittel,
abwechslungsreiche Tätigkeit, Arbeitsorte rund um die
Linthebene (SG, GL, ZH, SZ).
Wir erwrten von Ihnen:
Gute Grundausbildung, Leistungsfähigkeit, selbstständiges
Arbeiten.
Weitere Informationen unter 055 212 33 39 (M. Ammann
verlangen).
Schriftliche Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten
Sie bitte an: nüesch & ammann Forstunternehmung AG,
Gublenstrasse 2, 8733 Eschenbach.
Die Tegra Holz- und Energie AG ist das grösste Biomassekraftwerk der Schweiz. Über die Tochtergesellschaft
­Biomag AG werden Biomassebrennstoffe beschafft.
Liefern Sie uns per Bahn oder LKW Ihre Biomasse. Wir nehmen laufend
– alle Laub- und Nadelhölzer in Längen von 1 bis 6 m
– Holz aus Landschaftspflege und Durchforstung
– Schlagabraum, Astmaterial aus mechanisierten Holzschlägen
– Wurzelstöcke
– Rindenmaterial, alle Arten Schnitzel und Späne
– Schwarten und Spreissel
– unbehandeltes Alt- und Baustellenholz
Mit unseren Maschinen hacken und bündeln wir Material vor Ort und führen es ab.
Kontakt und Infos:
Biomag, im Auftrag von Tegra Holz und Energie AG
Reichenauerstrasse, 7013 Domat/Ems
081 630 35 15, E-Mail: tegra@tegra-holz.ch.
Die Preisliste kann unter www.tegra-holz.ch heruntergeladen werden.
12
W A L D U N D H O L Z 11/07
AKTUELL
Für die Gefahrenprävention
Mehr Bundesmittel
Der Bundesrat will den Schutz vor Naturgefahren stärken und dafür in den
kommenden Jahren mehr Mittel zur Verfügung stellen. Zur Entlastung des
ordent­lichen Bundeshaushalts soll zudem eine alternative Finanzierung ge­
prüft werden.
Die Naturereignisse der letzten Jahre
haben die Grenzen des heutigen Schutzes eindrücklich vor Augen geführt. Mit
der Klimaerwärmung werden Anzahl und
Intensität der Extremereignisse wahrscheinlich noch zunehmen. Eine Anpassung der Schutzmassnahmen wird somit
zu einer Herausforderung an die Gesellschaft. Zudem muss in der Schweiz eine
Reihe grosser wasser- und waldbaulicher
Infrastrukturen erneuert werden (z.B.
Rhonekorrektion, Alpenrhein, Reuss, Jura­
gewässerkorrektion), damit ihr Schutz­
niveau den heutigen Anforderungen erneut genügt.
Der Bundesrat hat deshalb an seiner
Sitzung vom 28. September 2007 entschieden, den Schutz vor Naturgefahren
zu stärken. Mit jedem Franken, der in die
Naturgefahrenvorsorge investiert wird,
lassen sich siebenmal höhere Schäden
vermeiden.
In den Bereichen Hochwasserschutz,
Schutzbauten gegen Lawinen, Rutschungen usw. sowie Schutzwaldpflege will
der Bundesrat gemäss seinem heutigen
Entscheid in der ersten NFA-Vierjahres­
periode (2008 bis 2011) deutlich höhere
Verpflichtungen eingehen können, als
dies die bisherige Finanzplanung vorge­
sehen hat. Die Krediterhöhungen werden
den eidgenössischen Räten per Nachmeldung zum Voranschlag 2008 unterbreitet. Konkret hat der Bundesrat diese Verpflichtungskredite wie folgt angepasst:
– Hochwasserschutz: Fr. 100 Mio. pro
Jahr, im Total Fr. 400 Mio. für die
Jahre 2008 bis 2011 (+ Fr. 156 Mio. im
Vergleich zur bisherigen Finanzplanung);
–Schutzbauten gegen Lawinen, Rutschungen usw.: Fr. 40 Mio. pro Jahr, im
Total Fr. 160 Mio. für die Jahre 2008 bis
2011 (+ Fr. 24 Mio. im Vergleich zur
bisherigen Finanzplanung);
– Schutzwaldpflege: Fr. 60 Mio. pro Jahr,
im Total Fr. 240 Mio. für die Jahre 2008
bis 2011 (+ Fr. 32 Mio. im Vergleich zur
bisherigen Finanzplanung).
Die Zahlungskredite wurden im Vor­
anschlag 2008 ebenfalls erhöht. Die Anpassung im Finanzplan 2009–2011 wird
der Bundesrat demnächst noch beschlies­
sen.
Alternative Finanzierung
Der Bundesrat hat zudem beschlossen,
für die Naturgefahrenvorsorge eine alternative Finanzierung zu prüfen (z. B.
Präven­tionsfonds), die spätestens ab der
NFA-Verpflichtungsperiode 2011–2015
den ordentlichen Bundeshaushalt weitest­
gehend entlasten soll. Damit die Defizite
im Bereich Naturgefahrenvorsorge be­
hoben werden können, ist auf Bundes-
ebene in den nächsten 20 bis 30 Jahren
mit einem Finanzbedarf von mehreren
Milliarden Franken zu rechnen.
Zur Bewältigung der Schäden aus dem
Hochwasser 2005 hat der Bundesrat
zudem entschieden, dem Parlament eine
Sonderhilfe von Fr. 14,4 Mio. für Obwalden zu beantragen. Er erfüllt damit eine
Motion der Kommission für Umwelt,
Raumplanung und Energie des Stände­
rates.
Zum Hochwasser im August 2007 liegen zurzeit nach wie vor Schätzungen
vor. Klar ist aber schon jetzt, dass die
Schäden im öffentlichen Bereich im Vergleich mit dem Hochwasser 2005 deutlich geringer sind und somit im Rahmen
des ordentlichen Budgets bewältigt werden müssen.
Quelle: BAFU
TV-Programmtipps
Chic (4): Hinter den Kulissen: Bäume im Büro. Ein Pariser Architekt durfte sich im
Büro seines Nachbarn austoben. Sehen und staunen Sie selbst!
6. November, arte, um 13.30 Uhr
Chic (2): Trend: Bambus. In China ist Bambus schon seit Jahrhunderten Bestandteil des
Alltagslebens und wird zum Herstellen von Pinseln, Küchenutensilien oder Baugerüsten
verwendet. Seit einigen Jahren machen es ihnen die Europäer nun nach: Die Pflanze hat
längst Einzug gehalten in Design, Architektur, Mode und sogar Kosmetik.
8. November, arte um 13.30 Uhr
WissensZeit: 100 Deutsche Jahre 10. Natur-Gefühle – Die Deutschen und ihr Wald
20. November, RBB, um 12.30 Uhr
WunderWelten: Brasilien – Zankapfel Eukalyptus. Die Zellstofffabriken Brasiliens
verarbeiten Eukalyptusbäume – ein ausgezeichneter Rohstoff, der in nur sechs Jahren
reift und als Zukunft der Zellstoffindustrie gilt. Seit 1967, als sich die ersten ­Firmen
ansiedelten, dehnen sich die Eukalyptusplantagen aus, inzwischen nehmen sie eine
Fläche von mehr als 1 Mio. ha ein. Doch den Ureinwohnern und Viehzüchtern des einst
riesigen Tropengebiets raubt die sich schnell ausbreitende Monokultur die Existenzgrund­
lage.
23. November, arte, um 17.35 Uhr
Böhmerwald: Wildnis im Herzen Europas.
27. November, BR Alpha, um 15 Uhr
Auslandsreporter: Die Biosprit-Falle – Indonesiens Wald in Gefahr. Die indonesische Regierung plant riesige Palmölplantagen für die Herstellung von Bio-Treibstoff.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels eigentlich ein löbliches Unterfangen. Doch für
die Entstehung dieser Plantagen sollen über 20 Mio. ha indonesischer Wald gerodet
werden. Nicht nur tausenden Tieren wird damit der Lebensraum genommen, auch das
Volk der Kanume muss um seine Lebensgrundlage fürchten.
28. November, SWR, um 22.30 Uhr
Bayerischer Wald und Böhmerwald. («Wälder der Welt – Wurzeln der Menschheit»/
1997)
30. November, BR Alpha, um 15 Uhr
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.
W A L D U N D H O L Z 11/0713
AKTUELL
Stihl® Timbersports® Series
Hermann Schönbächler erringt Bronze!
Der Schweizer Hermann Schönbächler hat bei der Weltmeisterschaft
der Stihl® Timbersports® Series, der
Königs­
klasse im Sportholzfällen, die
Bronzemedaille erkämpft. Der Schwei­
zermeister errang damit im baye­
rischen Oberstdorf die beste Plat­
zierung unter den europäischen
Sportlern. David Bolstad aus Neusee­
land ist der neue König unter den
Sportholzfällern. Zweiter wurde Titel­
verteidiger Jason Wynyard, ebenfalls
Neuseeländer.
15 Athleten aus 14 Nationen waren
angetreten, um den besten ihres Standes
zu küren. Darunter Sportler aus den
USA, Kanada, Neuseeland, Australien
und ­
Europa. Die Schweiz wurde durch
den amtierenden Schweizermeister Hermann Schönbächler (Biel) vertreten.
Schönbächler zeigte über die sechs Axtund Sägedisziplinen konstant starke Leistungen und errang seine Bronzemedaille
verdient. Die Güte seines Wettkampfes
zeigt sich darin, dass er mehrere der
«Overseas», so nennt man die ausser­
europäischen Sportler, hinter sich lassen
konnte – darunter klare Favoriten auf den
Gesamtsieg.
Die Schweiz kann somit auf eine erfolgreiche Gesamtsaison 2007 zurück­
blicken. Die Oberstdorfer-Medaille und
der Gewinn der Mannschafts-EM lassen
die eidgenössischen Fans für die Saison
2008 einiges erwarten.
Der Bieler
­Hermann Schön­
bächler bei der
Disziplin «Springboard».
Mehr als 12 000 Zuschauer sahen mit
der Oberstdorfer WM einen mehr als würdigen Saisonabschluss. Das Saisonhighlight der Stihl® Timbersports® Series wurde
via Eurosport in 59 Nationen übertragen.
Angereiste TV-Teams aus den USA und
­Kanada bedienten weitere Teile der Welt.
Für den Weltmeister ging es neben
Ruhm und Ehre um den Gewinn eines Suzuki Grand Vitara. Die Autostrecke nach
Neuseeland «bleibt mein Geheimnis», so
der 36-jährige Bolstad nach seinem Sieg.
Stihl Vertriebs AG, 8617 Mönchaltorf
www.stihl.ch
Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit der Forstleute: neues Kommunikationsmodul
Die Waldbewirtschaftung steht zunehmend im Schaufenster der Öffentlichkeit. Insbesondere die Holzernte gibt vermehrt Anlass zu
empfindlichen Reaktionen. Die kritischen Stimmen finden auch in den Medien Widerhall. Das Wissen in der breiten Öffentlichkeit und
bei Medienschaffenden über die Zusammenhänge im Wald und die Waldbewirtschaftung scheint zu sinken.
Die Aktion «Holzmobilisierung im Privatwald» von holz21 will deshalb unter anderem die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die
Anliegen der Waldwirtschaft fördern. In der Kommunikation mit der Öffentlichkeit spielen die Forstleute selber die Schlüsselrolle. Sie
sind die besten und glaubwürdigsten Botschafter, wenn es darauf ankommt, Massnahmen und Arbeiten im Wald zu erklären und zu
begründen. Deshalb werden PR beziehungsweise Offentlichkeitsarbeit und das entsprechende Know-how für Forstleute zunehmend
wichtig.
In Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Wald Lyss bieten wir ein neues Kommunikationsmodul «Tipps für die Offentlichkeits­
arbeit der Forstleute» an. In einem ca. 21⁄2-stündigen Ausbildungsblock vermittelt ein Referent aus einem Netzwerk von kompetenten
und erfahrenen Forstleuten eigene Erfahrungen, Tipps und Hintergründe. Ziel ist es, die Förster in die Lage zu versetzen, konstruktiv
auf kritische Reaktionen von Bürgern zu reagieren.
Die Durchführung muss durch die Antragsteller regional koordiniert werden und erfolgt in Absprache mit holz21. Das Kommunika­
tionsmodul lässt sich gut mit einem sonstigen Anlass (Förstertreffen, Versammlung Forstdienst, Verbandsanlass usw.) kombinieren. Für
die durchführende beziehungsweise gastgebende Organisation entstehen keine Kurskosten. Diese werden vollständig von holz21
übernommen.
Mehr Informationen zu diesem Angebot finden Sie unter www.holz21.ch ➙ Focus.
Sind Sie interessiert? Bitte nehmen Sie frühzeitig mit der Geschäftsstelle von holz21 in Bem Kontakt auf: info@holz21.ch, 031 326 76 79
(Herr P. Stampfli), Stichwort «Kommunikationsmodul Öffentlichkeitsarbeit Forstleute»
holz21/WVS
14
W A L D U N D H O L Z 11/07
AKTUELL
Diplomfeier im Bildungszentrum Wald Lyss
Neue Förster (braucht das Land!)
17 erfolgreiche Absolventen der
Höheren Forstlichen Fachschule am
­
Bildungszentrum Wald erhielten am
28. September 2007 in Lyss ihre Dip­
lome als «dipl. Försterin beziehungs­
weise dipl. Förster HF». Dabei wurde
die Frage gestellt, ob in der Schweiz
angesichts des aktuellen Wald- und
Holzbooms genug Förster ausgebildet
werden.
Stiftungsratspräsident Alain Morier
und Prüfungskommissionspräsident Ni­
colas Bessire konnten 17 Absolventen der
«Försterschule» in Lyss an einer Diplomfeier zum frisch erworbenen Diplom gratulieren. Unter den neuen Förstern befinden sich auch die drei ersten Förste­rinnen
in der Deutschschweiz. Die erfolgreichen
Absolventen kommen aus den Kantonen
Aargau (4), Baselland (2), Bern (1), Freiburg (1), Luzern (2), Solothurn (1) und
Zürich (5).
In Zeiten des weltweiten Aufschwungs
auf dem Holzmarkt zeigt es sich, dass die
jungen Förster gute Berufschancen haben.
Von den 17 frischgebackenen Förstern
haben praktisch alle bereits eine passende
Stelle gefunden, wo sie ihre neuen Kompetenzen anwenden können. «Absolventen von Höheren Fachschulen (HF) werden sehr arbeitsmarktnah ausgebildet
und können deshalb sofort in der Praxis
eingesetzt werden», erklärt Alain Morier,
Präsident des Stiftungsrates der Schule.
Den praktisch ausgebildeten Förstern
stehen auf dem Arbeitsmarkt viele Türen
offen. Sie sind als vielseitige Leiter von
Forstbetrieben tätig oder wirken als
Revier­
förster, sie beschäftigen sich als
Forstunternehmer mit der Holzernte
oder dem Bauwesen, oder bewähren
sich in anderen waldnahen Bereichen.
Die erfolg­reichen Absolventen sind alle
Berufsleute mit Erfahrung im Wald. Der
intensive Unterricht an den beiden «Försterschulen» ist stark auf die Bedürfnisse
von Waldeigentümern und Forstpraxis
ausgerichtet und wird während insgesamt 22 Wochen durch Praktika in einem
Forstbetrieb ergänzt.
Bildungszentrum Wald Lyss
Die erfolgreichen neuen Förster HF sind, hintere Reihe von links nach rechts: Pascal
Walther, Kleindöttingen/AG; Thomas Lehmann, Zürich; Beat Wydenkeller, Winterthur/ZH;
Ralf Krummenacker, Hittnau/ZH; Mark Hunninghaus, Solothurn; Simon Weber, Wila/ZH;
Daniel Peter, Hofstatt/LU; Oliver Eichenberger, Beinwil am See/AG; Stefan Bütler, Schongau/LU; Christian von Gunten, Interlaken/BE; Simone Denzel, Benken/ZH; Patrik Hollenstein, Uitikon-Waldegg/ZH.
Vordere Reihe von links nach rechts: Christian Kleiber, Arisdorf/BL; Hanspeter Reich,
Unterkulm/AG; Andrea Bühler, Aesch/BL; Peter Piller, Oberschrot/FR; Miriam Rüegger,
Spreitenbach/AG.
KMU von unnötiger Bürokratie entlasten
Schweizer Unternehmen von administrativen Aufgaben entlasten: Dies ist das Ziel des
Vereins swissdec, der kürzlich in Luzern gegründet wurde. Zu den Gründern gehören
neben der Suva die schweizerische Steuerkonferenz und der Schweizerische Versicherungsverband. Zum Präsidenten von swissdec wurde Dr. Ulrich Fricker, Vorsitzender der
Geschäftsleitung der Suva gewählt.
Mit dem Zusammenschluss soll der Datenaustausch zwischen Unternehmen und Behörden beziehungsweise Versicherungen vereinfacht werden. 55 Stunden pro Monat wendet
ein durchschnittliches KMU heute auf, um die staatlich geforderte Administration zu erledigen. Dazu gehört unter anderem das korrekte Erfassen von unterschiedlichen Lohndaten für die AHV, die Suva beziehungsweise die übrigen Unfallversicherer, die Steuer­
ämter oder das Bundesamt für Statistik. Bisher mussten die Lohndaten für jeden
Empfänger einzeln erfasst werden. Eine swissdec-geprüfte Lohnbuchhaltung macht es
nun möglich, dass die Lohndaten nur noch einmal registriert werden müssen und mit
einem einzigen Mausklick sicher und mit hoher Qualität an alle Adressaten gleichzeitig
gesendet werden können. Dieses einheitliche Lohnmeldeverfahren spart Zeit und Geld
und stärkt den Werkplatz Schweiz. Insgesamt, so zeigen die Berechnungen von swissdec,
können 300 000 Betriebe in der Schweiz von einem enormen Sparpotenzial profitieren.
Kontakt: Ernst Stalder, Geschäftsführer swissdec, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern,
041 419 55 38, ernst.stalder@suva.ch, weitere Informationen www.swissdec.ch
W A L D U N D H O L Z 11/0715
Institut für Angewandte Pflanzenbiologie
Schönenbuch BL
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Institut für Angewandte Pflanzenbiologie,
Prof. Walter Flückiger, Sandgrubenstrasse 25/27
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K. Walti-Byland
Zelglihof
5703 Seon
062 775 36 69
079 435 46 34
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• evtl. Erfahrung im Kranumgang
Wir bieten:
• zeitgemässe Arbeitsbedingungen und Entlöhnung
• selbstständiges, abwechslungsreiches Arbeiten in
kleinem Team
Weitere Informationen erteilt Ihnen T. Ilg unter
079 219 75 37 oder richten Sie Ihre schriftliche
Bewerbung an: Tree Team Stebler & Ilg,
Niklaus-Konrad-Strasse 30, 4500 Solothurn
16
W A L D U N D H O L Z 11/07
Am Puls der Natur ...
... können Sie ab 1. Januar 2008 im Winter im
Forstbetrieb und im Sommer in der Gärtnerei der
Abteilung Werkdienste mitarbeiten als
Forstwart/in oder
Landschaftsgärtner/in
Aufgabenbereich:
• Holzernte- und Waldpflegearbeiten
• Bedienung des Forstfahrzeugs
• Unterhalt der Erholungseinrichtungen im Wald
• Pflege von Grün- und Schulanlagen
• Pflege von Allee- und Parkbäumen
• Spezialholzhauerei in Parkanlagen
• Pflege von Naturschutzobjekten
Voraussetzungen:
• abgeschlossene Berufsausbildung als Forstwart/in
oder Landschaftsgärtner/in mit Erfahrung in
Holzernte und Baumpflege
• mehrjährige Berufserfahrung in einem Forstund/oder Gärtnereibetrieb
• Fahrausweis Kat. B, Flexibilität, Belastbarkeit
Ihre Bewerbung senden Sie bitte an Gemeinde­
verwaltung Riehen, Frau S. Spettel, Leiterin
Personelles, Wettsteinstrasse 1, 4125 Riehen.
Weitere Auskünfte: Herr Andreas Wyss,
Tel. 061 645 60 74 oder www.riehen.ch.
AKTUELL
Abschlussfeier im Bildungszentrum Wald Maienfeld
Neue Förster und Forstwart-Vorarbeiter
Das Bildungszentrum Wald Maienfeld verabschiedete Ende September mit einer Abschlussfeier 13 neue Förster und
13 neue Forstwart-Vorarbeiter. Die praktisch ausgebildeten Förster und Forstwart-Vorarbeiter werden als Revierförster,
Forstunternehmer oder Forstgruppenleiter wichtige Funktionen im Wald und waldnahen Bereichen wahrnehmen.
In feierlichem Rahmen erhielten 13 Förs­
ter ihr Diplom als «dipl. Förster HF» und
13 Forstwart-Vorarbeiter ihren Fachausweis als «Forstwart-Vorarbeiter». Die
Förster absolvierten in Maienfeld den
zweijährigen Lehrgang der Höheren
­Fachschule (HF) für Waldwirtschaft. Die
Forstwart-Vorarbeiter besuchten berufsbegleitend den aus Wochenmodulen aufgebauten Lehrgang «Forstwart-Vorarbeiter». Dieser Lehrgang wurde gemeinsam
mit dem Bildungszentrum Wald Lyss
durchgeführt.
Der Stiftungsratspräsident, Regierungsrat Stefan Engler, hob in seiner Ansprache
hervor, dass die praxisorientierte Umsetzung des in den Lehrgängen erworbenen
Wissens zur Kompetenz der Förster und
Forstwart-Vorarbeiter zählt. Engler gratulierte den Absolventen zum frisch erworbenen Diplom oder Fachausweis und
wünschte ihnen alles Gute für die beruf­
liche Zukunft.
Der Aufschwung auf dem Holzmarkt
führt dazu, dass die jungen Förster und
Forstwart-Vorarbeiter gute Berufschancen haben. Von den neuen Förstern und
Forstwart-Vorarbeitern haben die meisten bereits eine passende Stelle gefunden.
Christian Helbig, Direktor
Die neuen Förster: Hintere Reihe von links nach rechts: Andreas Stucki GR, Thomas Achermann NW, Gian Andri Capeder GR, Andreas Birrer SZ, Urs Fliri GR, Ruedi Zimmermann GL.
Mittlere Reihe von links nach rechts: Beat Jäger*, Thomas Einsele AR, Celso Pagnoncini*, Hans­ueli
Bucher*, Christian Helbig*, Markus Hürlimann*, Ruedi Aggeler*, Markus* und Irène Wüst*.
Vordere Reihe von links nach rechts: Sacha Theus GR, Benedikt Dörig AI, Thomas Schneller GR, Nelson Romelli TI, Massimo Pasci TI, Alfons Montalta GR.
* Mitarbeiter Bildungszentrum Wald Maienfeld.
Die neuen Forstwart-Vorarbeiter:
Hintere Reihe von links nach
rechts: Christoph Gasser SH,
Bruno Staudacher AG, Markus
Hegglin ZH, Heinz Zieri NW,
Rolf Bürkli GR, Daniel Kämpf BL,
Tobias Bachmann AG, Edward
Bader ZH, Franz Müller GL.
Vordere Reihe von links nach
rechts: Christian Siegrist AG,
­Stefan Wenger BE, Matthias
Schmid BL, Peter Dürst GL.
W A L D U N D H O L Z 11/0717
AKTUELL
Dokumentarfilm
Das grüne Gold der Karpaten
In ihrem Dokumentarfilm «LOPUK­
HOVO» (2005) porträtiert die junge
Schweizer Regisseurin Jara Malevez
das gleichnamige Holzfällerdorf in
den Bergen Transkarpatiens in der
Westukraine mit seinen Bewohnern –
Frauen, Männern und Kindern. Nur
1500 km ostwärts von uns, in einer
Natur, die mit unseren Voralpen ver­
gleichbar ist, sind der Wald und seine
Produkte praktisch die einzige Exis­
tenzgrundlage der Lokalbevölke­
rung.
Die bescheidenen Holzhäuser am Ende
des langen Tals drängen sich entlang der
Strasse, eingezwängt zwischen den bewaldeten Flyschhängen und dem reissenden Fluss. Die Siedlungen des Tals wurden
im 17. Jahrhundert im damaligen Österreich-Ungarn gegründet, um die Primärwälder für nahegelegene Salinen zu
­nutzen. Nach tschechoslowakischer und
ungarischer Besatzung fiel das Dorf im
Zweiten Weltkrieg einer Strafaktion
gegen Partisanen zum Opfer. Nunmehr
Teil der Sowjetunion, wurden sämtliche
Wälder verstaatlicht. Nach der Auflösung
der Sowjet­union wurden in der unabhängigen Ukraine die Kollektivbetriebe wieder aufgelöst, mit Ausnahme der Wälder,
welche Staatseigentum bleiben und weiterhin vorwiegend vom Staatsforstbetrieb
bewirtschaftet werden.
In dieser Hinsicht bildet Lopukhovo mit
einem Anteil der Privatunternehmen an
der Holznutzung und primären Holzver­
arbeitung von über 50% eine bemerkenswerte Ausnahme. Dies ist nicht zuletzt der Initiative der Lokalbevölkerung
und ihrem legendären Unabhängigkeitswillen zu verdanken. Trotz hervorragender Ertragsfähigkeit der nadelholzreichen
Sekundärbestände der zweiten und dritten Gene­ration kämpft die Bevölkerung
unter schwierigen ökonomischen und
poli­tischen Bedingungen ums Überleben.
Seit den verheerenden Hochwassern von
1998 und 2001 wurden Partnerschaften
zwischen der Schweiz und Transkarpatien
auf­
gebaut, beispielsweise Einsätze des
Bergwaldprojektes in Lopukhovo.
Lopukhovo ist ein langes Ringen um
nachhaltiges Zusammenleben von Mensch
und Wald in harter Natur. Lopukhovo ist
die Geschichte der Auflehnung gegen
Korruption und internationales Geschäft.
Der Dokumentarfilm «LOPUKHOVO»
lenkt unseren Blick auf eine oftmals ver-
18
W A L D U N D H O L Z 11/07
Kamerafrau Yannick Dolivo bei den Dreharbeiten in Lopukhovo, Januar 2004
gessene Region im Zentrum Europas. Eine
Region, die uns auf eindrückliche Weise
zum Nachdenken über unseren Umgang
mit den Ressourcen Wald und Holz anregt.
Karl Grunder, Forstingenieur
CH-6370 Stans, Netzwerk
Schweiz-Transkarpatien/Ukraine (NeSTU)
Der Dokumentarfilm «LOPUKHOVO»
kann als DVD (wahlweise deutsch,
französisch oder englisch untertitelt)
­
für Fr. 35.– + Versandspesen bezogen
Kennzahlen zur Gemeinde Lopukhovo
(Provinz Transkarpatien, Ukraine):
Einwohnerzahl (2001)
3323
Höhe des Dorfes  650 m ü.M.
Höchste Erhebungen
1700 m ü.M.
Waldanteil 85%
Staatsforstbetrieb:
Waldfläche
Arbeitnehmer (2004)
Durchschnittl. Monatslohn
(2004)
26 500 ha
80
ca. Fr. 130
Private Forstunternehmen
(2004)14
Anteil der Privatunternehmen
am Holzeinschlag
> 50%
werden bei: info@nestu.org Netzwerk
Schweiz-Transkarpatien/Ukraine (NeSTU),
Geschäftsstelle Schweiz: Annemarie
Steiner, Schürmatte 2, 6204 Sempach,
­
+41 (0)41 460 23 48.
Informationen über Partnerschaftsprojekte in Lopukhovo und Transkarpatien:
www.nestu.org, www.forza.org.ua,
www.bergwaldprojekt.ch
TV Programmtip
LOPUKHOVO. Das ukrainische Dorf
Lopukhovo und seine einzige Ressource,
sein grünes Gold: der Wald. Die Menschen leben von ihm, sie lieben ihn, setzen ihm aber auch hart zu, denn die
Forstwirtschaft ist ausser Rand und Band
geraten.
Die Bewohner von Lopukhovo leben in
Symbiose mit ihrem geschundenen
Wald. Lopukhovo und seine Einwohner – Frauen, Männer und ihr starker
Widerstandsgeist. Ein Mosaik des
LEBENS TROTZ ALLEM. In einem anderen Europa.
5. Dezember, ARTE, WunderWelten, um
13 Uhr
12. Dezember, ARTE, WunderWelten,
um 17.30 Uhr
W A L D U N D H O L Z 11/0719
HOLZMARKT
KOF-ETH Konjunkturbarometer
Seitwärtstendenz
Das Konjunkturbarometer
der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOFETH kommt im September 2007 bei
einem Wert von 2.14 zu liegen.
Damit setzt sich die jüngste Seitwärtstendenz fort. Die BIP-Wachstumsrate
dürfte sich somit im Vergleich zum Vor­
jahresquartal nicht weiter beschleunigen.
Das KOF Konjunkturbarometer mit seinem multi-sektoralen Design basiert auf
drei Modulen. Deren Entwicklungen tragen folgendermassen zur Gesamtentwicklung des Barometers bei: Die ModulIndikatoren Kern-BIP (Gesamtwirtschaft
ohne Baugewerbe und Kreditgewerbe)
und Baugewerbe sind nur noch leicht
ange­stiegen. Der Modul-Indikator Kredit­
gewerbe weist seitwärts. Zu beachten ist
dabei, dass die jüngsten Finanzmarkt­
turbulenzen erstmals in die Umfrage­
ergebnisse der KOF vom Oktober 2007
einfliessen und daher vom KOF-ETH
Konjunktur­barometer derzeit noch nicht
reflektiert werden.
Das Kern-BIP macht einen Anteil von
92% an der gesamtwirtschaftlichen WertKOF-ETH Konjunkturbarometer: Werte
der letzten Monate
Monat
Aktuel. Stand vor
StandMonatsfrist
Trend1)
Mai 2007
Juni 2007
Juli 2007
Aug. 2007
Sept. 2007
1.98
1.98
2.06
2.07
2.10
2.09
2.12
2.06
2.14–
±
–
+
++
1)
Veränderung um 0.01 bis 0.09 = + bzw. –, Veränderung um 0.1 bis 0.9 = + + bzw. – – und Veränderung
um mehr als 1.0 = + + + bzw. – – –
20
W A L D U N D H O L Z 11/07
schöpfung aus. Im Barometer erhält das
Modul Kern-BIP Auftrieb aus der Aufwärtstendenz im Sub-Modul Exportdestination EU.
Die Indikatoren der Sub-Module Schweizer Industrie und Schweizer Konsum wirken dagegen eher dämpfend. (KOF-ETH
Konjunkturportal unter: https://konjunkturportal.kof.ethz.ch/index.php)
■
Schweizer Konjunktur
Noch nicht berührt
In ihrer Veröffentlichung
«Konjunktur aktuell 2007
bis 2009» vom September
2007 gelangt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF-ETH in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Konjunkturforschung SGK
zum Schluss, dass die Schweizer Konjunktur von den Finanzmarktturbulenzen
(ausgelöst durch die Krise auf dem USHypothekenmarkt) bislang nicht berührt
wurde.
Die KOF-ETH schreibt unter anderem:
«Der internationale Konjunkturaufschwung
hat sich von den Turbulenzen an den
Finanz­märkten bisher weitgehend unbeeindruckt fortgesetzt. In den USA zog das
Wachstum im 2. Quartal 2007 über­
raschend stark auf annualisiert 4% an.
Dies kann nach der geringen BIP-Zunahme
im 1. Quartal 2007 nur bedingt als posi­
tives Konjunktursignal gewertet werden,
waren es doch vor allem die beiden
«exoge­nen» Komponenten Exporte und
Staatsnachfrage, welche die eigentlichen
Wachstumsbeiträge lieferten. Demgegenüber entwickelte sich die Binnennachfrage
schwach. …»
«Die von der Krise am US-Markt für
Hypotheken­finanzierungen ausgelösten
Turbulenzen an den internationalen
Finanz­märkten haben nunmehr auch erste
europäische Stimmungsindikatoren erfasst. Gleichwohl bleibt der unmittelbare
Konjunkturausblick in Europa zunächst
weiterhin günstig. Die europäische Konjunktur erweist sich als äusserst robust
gegen­über Störfaktoren. …»
«Die bereits seit letztem Jahr schwelende Krise am amerikanischen Immobilien- und Hypothekarmarkt hat diesen Juli
und August 2007 endgültig die globalen
Finanzmärkte erfasst. Am CHF-Geldmarkt
kam es ebenfalls zu einem Nachfragedruck beziehungsweise zu deutlichen Zins­
aufschlägen. In der zweiten Augusthälfte
2007 hat sich die Lage an den Finanz­
märkten allmählich stabilisiert. Sollte sich
die Situation nicht erneut verschärfen,
dürfte die Schweizerische Nationalbank
SNB an ihrer nächsten Lagebeurteilung im
September 2007 den bisherigen geldpolitischen Kurs unverändert fortführen und
das Zielband für den Dreimonats-Libor
nochmals um 25 Basispunkte anheben.
Die konjunkturellen Auswirkungen der
Turbulenzen an den Finanzmärkten sind
bisher eher begrenzt geblieben. Fundamental befindet sich die Schweizer Wirtschaft nach wie vor auf einem soliden
Wachstumspfad. …» (KOF-ETH Konjunkturportal unter: https://konjunkturportal.
kof.ethz.ch/index.php)
■
KOF-ETH Herbstprognose 2007
Zenit überschritten
In einer Pressemitteilung
vom 28. September 2007
veröffentlichte die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich
KOF-ETH die Hauptergebnisse der KOF
Herbstprognose für 2008 und 2009 unter
dem Titel: «Konjunktureller Höhepunkt
überschritten».
Die KOF-ETH schreibt unter anderem:
«Die Schweizer Wirtschaft ist nach der
HOLZMARKT
Überwiegend positiv
Nicht widerspruchsfrei, aber doch überwiegend positiv sind die konjunkturellen
Einflussfaktoren auf den Holzmarkt im
Herbst 2007. Die US-Hypothekar- und
Immobilienkrise wirkt sich nur wenig auf
die Konjunktur in Europa aus. Der dadurch
und durch die Schwäche des US-Dollars
verminderte Schnittholzexport in die USA
wirkt sich angesichts des Holzhungers in
Asien wenig auf den mitteleuropäischen
Rund- und Schnittholzmarkt aus. Der
Käferholzanfall blieb weit unter den
Erwartungen.
Der steigende Heizölpreis verbessert die
Konkurrenzfähigkeit des nachwachsenden, einheimischen Rohstoffes und Energieträgers Holz. Insgesamt ist deshalb mit
einer guten bis regen Nachfrage im Herbst
2007 nach allen Sortimenten und Holzarten zu rechnen. Ein Unsicherheitsfaktor
bleiben allfällige Sturmnutzungen, aber
diese sind nicht vorhersehbar.
■
Preisentwicklung für Heizöl extra leicht
kurzen Rezession im Jahr 2003 kräftig
gewach­
sen. Der Aufschwung begann
­zunächst in den exportorientierten Wirtschaftszweigen und im Finanzsektor.
Mittlerweile hat er die auf den Inlandkonsum ausgerichtete Produktion von Gütern
und Dienstleistungen, wie zum Beispiel
den Detailhandel und das Gastgewerbe,
erfasst. Seit 2002 hat sich auch der Wohnbau stark entwickelt. Seit einiger Zeit
macht sich das kräftige gesamtwirtschaftliche Wachstum zudem am Arbeitsmarkt
bemerkbar.
Der konjunkturelle Aufschwung wurde
hauptsächlich von den Exporten ange­
stossen, zuletzt ist er aber massgeblich
von der Binnennachfrage getragen worden, was sich bis ins Jahr 2008 fortsetzen
dürfte. Am aktuellen Rand zeigen die verfügbaren Indikatoren und Umfragen ein
anhaltendes und breit abgestütztes Wirtschaftswachstum an, das Expansions­
tempo hat sich allerdings zuletzt verlangsamt, und die Bauwirtschaft stagniert auf
hohem Niveau. Der Höhepunkt des positiven Konjunkturverlaufs dürfte also um
die Mitte des laufenden Jahres überschritten worden sein. …»
Zur für den Verbrauch von Holz und
Holzwerkstoffen besonders wichtigen
Bauwirtschaft bemerkt die KOF-ETH: «Der
diesjährige Anstieg der Bauinvestitionen
um 1,4% ist vor allem ein Gegeneffekt
zum deutlichen Rückgang des Jahres
2006 und wird sich nicht fortsetzen. Für
2008 rechnet die KOF-ETH mit einem
Rückgang der Bauinvestitionen von 0,4%.
Die einzelnen Bausparten entwickeln sich
jedoch sehr unterschiedlich. So wird der
Wohnbau 2007 von hohem Niveau aus
um 2,0% zurückgehen, 2008 dann beschleunigt um 3,7%. …»
Nach der mit 3,5% hohen Teuerungsrate im laufenden Jahr scheint bei den
Baupreisen der Höhepunkt erreicht zu
sein, der Anstieg wird sich sukzessive abschwächen. (KOF-ETH Konjunkturportal
unter: https://konjunkturportal.kof.ethz.
ch/index.php)
■
Erneut auf Höhenflug
Der Preis für Heizöl extra
leicht ist nach einem Einbruch um die Jahreswende
2006/2007 wieder auf einem Höhenflug.
Er erreichte im September 2007 ein
Monatsmittel von 84.09 CHF/100 kg für
Mengen von 3001 bis 6000 Liter.
Diese Entwicklung verbessert auch die
Konkurrenzfähigkeit des Energieholzes
gegenüber Heizöl und Erdgas. Ein kalter
Winter 2007/2008 könnte die Nachfrage
nach Energieholz zusätzlich beleben. ■
W A L D U N D H O L Z 11/0721
HOLZMARKT
Pressemitteilung der IG Industrieholz
Marktinformationen
«Wird genügend Holz aufgerüstet?», fragt die IG
Industrieholz in einer Pressemitteilung vom 2. Oktober 2007 und
schreibt dazu:
«Derzeit ist es sehr schwer abzuschätzen, wie viel Holz im Wald aufgerüstet
wird. Aber auch der Bedarf der Abnehmer wird nicht besonders kommuniziert.
Es werden vermehrt direkte persönliche
Absprachen vorgenommen. Scheinbar
wird zum Teil mit den Nutzungen im Wald
abgewartet und die Entwicklungen der
Marktsituation werden kritisch verfolgt.»
Die IG Industrieholz hat folgende Meldungen der Branchenvertreter erhalten:
Waldwirtschaft: Nadelholz: Die im
letzten Herbst bis Ende Januar 2007 entstandene Dynamik im Holzmarkt wurde
durch die Angebotsbelastung des Sturms
«Kyrill» unterbrochen. Die hohen Angebote an Rund- und Schnittholz aus den
Sturmgebieten haben den Schweizerischen Holzmarkt insofern tangiert, als sich
die Rundholznachfrage der ausländischen
Käufer abschwächte. In der Folge entstanden Lieferstaus, die vielen Waldbesitzern
Mehrkosten für die Qualitätserhaltung
verursachten. Dank relativ geringem Anfall an Käferholz konnte das Rundholzangebot der veränderten Situation einigermassen angepasst werden.
Mit Ausnahme der USA bewegt sich
der weltweite Schnittholzabsatz nach wie
vor auf hohem Niveau. In der Gesamt­
betrachtung herrscht auch in der Schweiz
eine rege Bautätigkeit und eine gute Auftragslage in der Holzbranche. Ausserhalb
der Windwurfgebiete sind die hohen
Rundholzlager wieder weitgehend abgebaut. Aktuell ist die Versorgung der Sägewerke unterschiedlich, teils bereits knapp.
Aufgrund der anhaltend guten Wirtschaftslage wird eine anziehende Nachfrage nach frischem Rundholz erwartet.
Laubholz: Beim Buchenstammholz ist
die Entwicklung noch schwierig abzuschätzen. Beim Energieholz wird auf den
Herbst/Winter 2007 hin erneut mit einer
regen Nachfrage gerechnet.
Sägeindustrie: Die US-Hypothekenkrise wirkt sich auf die europäischen
Schnittholzlieferungen aus, die sehr stark
eingebrochen sind; andere aussereuro­
päische Märkte sorgen für einen gewissen
Ausgleich. Weil in Deutschland und Österreich dank «Kyrill-Holz» im 1. Semester
2007 Rekordmengen eingeschnitten wurden, sind die Schnitt- und Restholzpreise
gleichwohl unter Druck geraten.
22
W A L D U N D H O L Z 11/07
Bei den Schweizer Rundholzpreisen ist
der leichte Rückgang wegen «Kyrill»
längst überwunden, und es herrscht für
alle Fichten-/Tannen-Sortimente eine rege
Nachfrage, die weiter anhalten wird. Im
Umfeld der globalen Materialverteuerungen werden auch die Schnitt- und Restholzpreise anziehen.
Die Verarbeiter hoffen, dass die Nutzung von Nadel-Stammholz, die im vergangenen Jahr um 5,5% oder 172 000 m3
zulegte, noch stärker steigt, damit die
Aus- und Neubaupläne verwirklicht werden können. Gleichzeitig muss der Export­
anteil beim Rundholz deutlich zurück­
gehen.
Der Bedarf der Schweizer NadelholzSägewerke liegt 2007 bei 2,8 Mio. m3,
und für die nächsten drei Jahre schätzen
wir jedes Jahr 300 000 bis 400 000 m3
mehr. Damit erreichen wir bald das ­heutige
Nutzungsniveau, und dieses wiederum
hängt vom Zuwachs ab – und der Bereitschaft, hohe Vorräte zu senken. Wir erwarten mit Spannung die ersten Zahlen
des 3. Landesforstinventars.
Die starke Zunahme der Sägewerks­
produktion wird sich positiv auf die Versorgung der Papier-, Zellstoff- und Holzwerkstoffindustrie auswirken.
Zellstoffindustrie: Die Produktion bei
der Firma Borregaard Schweiz AG ist
­stabil. Mit der Holzversorgung von den
einzelnen Sortimenten ist man sehr zufrieden, sowohl in der Schweiz wie auch im
Import. Die Lagerbestände sind auf Vorjahres-Niveau eingependelt, was vollumfänglich den Zielvorgaben entspricht.
Papierindustrie: Die Papierfabrik
Utzens­torf AG ist nach wie vor sehr gut
ausgelastet! Der Markt für Zeitungsdruckpapier läuft gut. Der Export ist auf Grund
des hohen EUR-Kurses unter Druck ge­
raten. Dafür konnte der Absatz in der
Schweiz gesteigert werden. Die Holzversorgung ist auf einem tiefen Niveau ausreichend.
Die Perlen Papier AG ist gut ausgelastet. Der Absatz von Zeitungsdruckpapier
liegt auf stabilem Vorjahresniveau. Die
Nachfrage nach LWC-Papier (aufge­
besserte Druckpapiere) hat stark zugenommen. Hingegen konnten bei den
Neupapierpreisen die notwendigen Preisanpassungen nicht durchgesetzt werden.
Der Holzeingang liegt unter den Erwartungen.
Plattenindustrie: Sowohl die Verkäufe
wie auch die Produktion der Pavatex SA
sind auf Kurs, es wird ein gutes Herbstgeschäft 2007 erwartet. Durch eine 20%
Leistungssteigerung des Werks Cham
wird sich der Holzbedarf der Pavatex
(Werke Cham und Freiburg) von aktuell
250 000 Ster/Jahr auf neu ca. 290 000 Ster/
Jahr erhöhen. Die Holzversorgung in beiden Werken ist gut, in Cham sogar sehr
gut, obschon hier eine beachtliche Mehrmenge konsumiert wird. Pavatex plant die
Kapazität um weitere 12 000 t/Jahr (ca.
60 000 Ster/Jahr) zu erhöhen. Die neue
Kapazität wird im Herbst 2008 in Produktion gehen.
Holzhandel: Dank dem milden Winter
2006/2007 konnten alle Holz verarbeitenden Werke bis zu den Sommerferien mit
genügend Rohstoff versorgt werden. Allgemein wurde mit grösseren Mengen
Käfer­holz gerechnet. Die Natur hat wieder
einmal bewiesen, dass nicht der Mensch
das Sagen hat. Seit Ende August 2007
sind die Preise für Frischholz massiv gestiegen. Es ist zu hoffen, dass das Preissignal
nun rasch Wirkung zeigt.
Forstunternehmungen: Wir stehen vor
der neuen Holzerntesaison. Durch die abwartende Haltung vieler Waldbesitzer und
Förster beginnt die Ernte nur sehr zögerlich. Viele «Auftragsabsichten» sind versprochen, aber erst wenige Aufträge sind
fix erteilt. Dieses Abwarten kann zu Engpässen in der Kapazität führen, wenn’s
dann losgeht und alle miteinander holzen
wollen.»
■
Industrieholz: Bedarfsmengen 2008, Waldholz (Stand Anfang Oktober 2007)
Werk
Sortiment
Bedarf 2007 Bemerkungen
Borregaard Schweiz AG
Zellulosenadelholz ZN 30 000tatro–
Zelluloselaubholz ZL
100 000tlutro–
Papierfabrik Utzenstorf AG
Schleifnadelholz SN
90 000Ster FSC-Holz erwünscht
Perlen Papier AG
Schleifnadelholz SN
20 000tatro–
Kronospan Schweiz AG
Plattennadelholz PN
Plattenlaubholz PL
Pavatex AG Cham u. Fribourg
Plattennadelholz PN 5 000Ster –
Lindner Verpackungen GmbH
Holzwolleholz H
3 000Ster FSC-Holz
k. Angabeaus der IG industrieholz
k. Angabe
ausgetreten
HOLZMARKT
Jetzt ist Holz gefragt, jetzt Holz anbieten
Jetzt ist Holz gefragt, es sollte deshalb möglichst rasch auf den Markt kommen. Spekula­
tionen auf allenfalls noch höhere Preise im Frühling 2008 könnten gefährlich sein. Das im
Herbst und Winter 2007/2008 zurückgehaltene Holz könnte im Frühling 2008 den Markt
überschwemmen. Die kurz gehaltenen Verarbeiter hätten sich dann unter Umständen
anderweitig mit Holz versorgt, ein Markteinbruch wäre unvermeidlich. Deshalb ist ein
­frühes, bedarfs­gerechtes Holzangebot zu marktgerechten Preisen im Herbst/Frühwinter
2007 wichtig.
■
Holzindustrie Schweiz HIS
Laubholzpreise der
Säger für 2007/2008
Am 19. September 2007
trafen sich 14 Laubholzspezialisten von Holzindus­
trie Schweiz HIS unter Leitung von Robert
Schafroth, Möhlin AG, im solothurnischen
Egerkingen um den Rundholzmarkt zu
beurteilen und Preisempfehlungen für die
Lauhholzkampagne 2007/2008 zu formulieren.
Bei Buche und Esche wird mit kleinen
Korrekturen der Preisempfehlungen in
beide Richtungen insgesamt Stabilität
signa­lisiert. Die Nachfrage nach Ahorn-
Holzindustrie Schweiz HIS: Preisempfehlungen für Laubrundholz vom 19. Sept.
2007
Holzart/Qualität/Preisempfehlung1)
Stärke-AB C
klasseCHF/m3
Buche:
– 3a
– 3b
– 4
– 5
– 6+
–
–
– 80.–
140.– 100.–
180.– 120.–
200.– 140.–
Eiche:
– 3a
– 3b
– 4
– 5
– 6+
–
–
350.–
470.–
580.–
Esche:
– 3a
– 3b
– 4
– 5
– 6+
–
–
– 70.–
250.– 90.– 50.– bis
300.– 110.– 50.– bis
350.– 120.–
50.- bis
Ahorn:
– 3a
– 3b
– 4
– 5
– 6+
–
– 50.–
– 90.– 60.–
270.– 140.– 70.–
320.– 180.– 80.–
370.– 230.– 90.–
1)
40.– bis
40.– bis
60.– bis
60.– bis
60.– bis
50.–
50.–
70.–
70.–
70.–
– 40.–
110.– 50.– bis 70.–
220.– 60.– bis 90.–
310.– 70.– bis120.–
370.– 70.– bis120.–
50.–
50.–
60.–
70.–
80.–
holz schwächt sich weiter ab. Bei der
Eiche wurde mit den Preisempfehlungen
der guten Nachfrage Rechnung getragen.
Die Schwellenproduzenten hoffen, dass
die Aufträge diesmal früher, das heisst
noch vor Jahresende 2007, erteilt werden, damit die Waldbesitzer mit dem
Rundholzangebot noch reagieren können. (HIS)
■
Devisenkurs-Entwicklung
EUR im Hoch zu CHF
Der gegenüber dem CHF
gestiegene Kurs des EUR
verbilligt die Exporte von
Schweizer Rund- und Schnittholz für die
Abnehmer im EUR-Raum, das heisst auch
in den Hauptabnehmerländern für Schwei­
zer Rundholz Italien und Österreich.
Die EU befürchtet Exportrückgänge in
den USD-Raum auf Grund des tiefen Kurses des USD gegenüber dem EUR und
äusserte bereits vorsichtige Kritik an der
US-Regierung.
Die markanten Kursverluste von USD
und JPY erschweren die Entlastung des
europäischen Marktes durch Exporte von
Schnittholz aus dem Euroraum nach den
USA und Japan.
■
IG Suisse Christbaum
Richtpreise 2007 für
Weihnachtsbäume
Wie bereits seit einigen Jahren veröffentlicht die IG Suisse Christbaum, die Vereinigung der Christbaumproduzierenden Landwirte, Gärtnereien
und Baum­
schulen, im Oktober 2007
Richtpreise für Weihnachtsbäume, Deck-,
Kranz- und Zapfenäste sowie Schnittgrün.
Gegen­
über dem Vorjahr wurden die
Preise moderat erhöht.
Weitere Auskünfte: IG Suisse Christbaum,
Josef Brägger, Bildungszentrum Wallierhof,
Höhenstrasse 46, CH - 4533 Riedholz,
+41 32 627 09 51, josef.braegger@vd.so.ch,
www.swiss-christbaum.ch.
■
IG Suisse Christbaum: Richtpreise vom 4. Okt. 2007 für Weihnachtsbäume, Deck-, Kranzund Zapfenäste sowie Schnittgrün
Baumart/Sortiment
H. 0,9–1,2 m H. 1,0–1,5 m H. 1,5–2,0 m H. 2,0–2,5 m
CHF/Stück1)CHF/Stück1)CHF/Stück1)CHF/Stück1)
Fichte (Rottanne)2)13.– 15.– bis20.–
Tanne (Weisstanne)2)25.–27.–
Blautannen u. ähnliche2)25.– 27.– bis33.–
Nordmanns- u. Koreatannen2)
38.– bis43.– 38.– bis48.–
22.– bis27.–
37.– bis47.–
42.– bis55.–
55.– bis70.–
Baumart/Sort.Deckäste
Kranzäste Zapfenäste Baumart/Sort.
CHF/Bund3)CHF/Bund3)CHF/Stück4)
25.– bis31.–
55.– bis65.–
60.– bis70.–
75.– bis95.–
Schnittgrün
CHF/kg
Rottanne
10.– bis15.– – – Weiss- o. Nordm.
5.– bis 8.–
Weisstanne
18.– bis22.– 25.– bis30.–20.– Mistelz. m. Beeren 20.– bis30.–
Nordmannsta.–
22.––
Stechpalme, Eiben
u. Buchs
28.– bis
33.–
1)
Das Verpacken in Netze und das Anspitzen der Stammfüsse sind in diesen Preisen inbegriffen. Diese Preise sind für
gute, fehlerfreie, frische Ware anzuwenden. 2) Grossbäume für Plätze, Kirchen usw. nach Aufwand. 3) Bund à 10–15 kg.
bei Nordmannstanne à 5 kg, 4) 1–1,5 m lang.
Keine Empfehlung für D-Qualitäten.
W A L D U N D H O L Z 11/0723
HOLZMARKT
Schweiz in Kürze
Ausland in Kürze
Hindernis für «Aventi-Bois»
Nachfrage nach Frischholz
Für das geplante LaubholzVerarbeitungszentrum
«Lignopole Aventi-Bois» ist
am vorgesehenen Standort in Avenches
ein neues, schwerwiegendes Hindernis
aufgetaucht: Der US-amerikanische Internetgigant Yahoo hat anfangs Oktober
2007 36 000 m2 Industrieland für sein
euro­päisches Datenverarbeitungszentrum gekauft, und der Gemeinderat von
Avenches setzt nun auf diesen neuen
Investor.
Mit dieser neuen Situation ist der Platz
für Aventi-Bois in Avenches knapp geworden, der Standort ist in Gefahr. Die
von Yahoo gekauften 3,6 ha sind nämlich
ein Teil des von Aventi-Bois benötigten
Areals von 18 ha. Yves Christen, Präsident
des Führungskomitees von «Aventi-Bois»
dazu: «Das Auftreten von Yahoo bringt
uns in eine heikle Lage». «Aventi-Bois»
sucht aus diesem Grund in der Westschweiz nach einem neuen Standort für
das Projekt.
■
Die Nachfrage nach frischem
Nadelsägerundholz ist in
Österreich zunehmend spürbar, und auch Schleifholz wird wieder zu
besseren Preisen nachgefragt. Das durch
den Orkan «Kyrill» angefallene Sturmholz
ist seit Wochen fertig aufgearbeitet, die
Auswirkungen der Januarstürme 2007
sind aber noch spürbar. Das Windwurfholz ist nämlich immer noch nicht von
den Sägewerken abtransportiert.
Gernot Arnold, Geschäftsführer Waldverband Oberösterreich: «Der Markt muss
von altem Sturmholz frei sein, bevor wiederum ernsthaft mit unseren Waldbesitzern über Frischholzproduktion geredet
werden kann. Es darf nicht der Fehler begangen werden, Preisverbesserungen für
Frischholz mit den Preisen für altes Sturmholz in Verbindung zu bringen.»
■
Nur noch Laubholz
Die Sauder Th. & R. AG
Sägerei Holzbau und Holzhandlung im thurgauischen Zihlschlacht stellt den Einschnitt
von Nadelholz ein und konzentriert sich
auf den Einschnitt von Buchen- und
Eichenholz.
■
Wieder Holzverlad
Laut einer Meldung der
Zeitschrift Eisenbahn-Amateur, Ausgabe 2007/2009,
hat SBB Cargo den im Juni 2005 eingestellten Holzverlad im französischen
Grenzbahnhof Pontarlier im Juli 2007 im
Rahmen einer Kundenvereinbarung im
Wagenladungsverkehr wieder aufgenommen.
SBB Cargo ist damit einem Wunsch der
Stadt Pontarlier und der Umweltverbände
nachgekommen, den Holzverkehr mit
44 t-LKWs von Pontarlier ins 13 km entfernte schweizerische Les Verrières wieder zurück auf die Schiene zu verlagern.
Voraussichtlich rund 100 000 t Holz sollen
jährlich verladen werden, überwiegend
Nadelsägerundholz nach dem bündnerischen Domart/Ems für das Sägewerk von
Stallinger Swiss Timber AG.
■
24
W A L D U N D H O L Z 11/07
65,7% bereits aufgearbeitet
Gemäss einer Medienmitteilung des nordrhein-west­
fälischen Ministeriums für
Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz waren im am
schwersten betroffenen deutschen Bundesland am 8. Oktober 2007 von den
14,7 Mio. m3 Sturmholz aus dem Orkan
«Kyrill» 9,7 Mio. m3 oder 65,7% aufge­
arbeitet und 5,9 Mio. m3 oder 39,4 %
auch bereits abtransportiert.
Der zuständige Minister Eckhard Uhlen­
berg dazu: «Bis Mitte Januar 2008 wird
auch das letzte Drittel Sturmholz geborgen, und bis Juli nächsten Jahres dürften
alle Sturmholzmengen aus dem Wald abgefahren sein.»
■
China-Buchen boomen
Die Ausfuhren von BuchenSägerundholz aus Deutschland haben sich im ersten
Halbjahr 2007 insgesamt um 11% auf
506 379 m3 erhöht.
Wie aus den vorläufigen Zahlen des
Statistischen Bundesamtes hervorgeht,
haben sich die Buchenexporte allerdings
sehr unterschiedlich entwickelt. Vor allem
bei den Lieferungen nach China wurde –
kumuliert über die ersten sechs Monate
des laufenden Jahres – ein Zuwachs
um 69% auf 248 069 m3 ausgewiesen.
(Euwid)
■
Kurzarbeit bei Stora Enso
Die Holzsparte des finni­
schen Konzerns Stora Enso
kündigt Ende September
2007 für seine Sägewerke in Finnland
Kurzarbeit an. Begründet wir dies mit den
stark gestiegenen Rohstoffkosten, die
sich nicht auf die Verkaufspreise umlegen
liessen, und ein Ungleichgewicht auf dem
Schnittholz-Weltmarkt. ■
Handel statt Produktion
In der norditalienischen
Region Friaul-Julisch Venetien rund um die Stadt Udine
stellen traditionelle Hersteller von Buchenholz-Möbeln zunehmend die eigene Produktion ein und vertreiben billige Buchenholz-Möbel aus China.
Betriebe, welche noch selber Buche
einschneiden, kaufen zunehmend nur
noch ausgesuchte, qualitativ hochwertige
Buchen. Die Zahlungsmoral hat sich verschlechtert, die Zahlungsfristen sind entsprechend länger geworden, was auch
den finanziellen Spielraum des Handels
einengt. Diese Entwicklung betrifft auch
den Export von Buchen-Sägerundholz
und Buchen-Schnittholz aus der Schweiz
nach Italien.
■
Exportrückgang
Rumäniens Nadelholzsäger
sitzen auf grossen Schnittholzlagern. Der Export hat
in den vergangenen Monaten stark nachgelassen. Die gute Baukonjunktur im
Inland reicht nicht, um die Situation der
Sägeindustrie zu verbessern.
Die Preise für Fichten-Sägerundholz
sind auf 50.– bis 60.– EUR/m3 (ca. 84.– bis
100.– CHF/m3) gesunken. Die Sturmholzmengen aus «Kyrill» werden unterschiedlich eingeschätzt. Bei der staatlichen
Forstverwaltung Romsilva spricht man
von 3,5 Mio. m3, auf Seiten der Holz­
industrie und der Forstunternehmer nur
von 1 bis 1,2 Mio. m3.
Die Bedingungen für die Rundholzversorgung der Sägewerke haben sich durch
die Reprivatisierung von Wäldern generell
verbessert.
Eine starke Belebung der Rundholznachfrage wird für 2008 durch die Inbetriebnahme der Sägewerke von Egger
und Schweighofer sowie ein geplantes
Sägewerk mit 800 000 m3 Jahreseinschnitt von Kronospan erwartet. Auf dem
Industrieholzmarkt sei bereits jetzt der
Konkurrenzkampf zwischen Egger und
Kronospan angeheizt. (www.ihb.de) ■
HOLZMARKT
Österreichische Bundesforste AG
Holzernte-Stopp
Aufgrund des Orkans «Kyrill»
und des damit verbundenen Windwurfs grosser
Holzmengen wurde das nachhaltige Holz­
ernteziel bei den Österreichischen Bundesforsten ÖBf deutlich überschritten. Im
Sinn einer nachhaltigen Bewirtschaftung
ist es für die Bundesforste notwendig, die
Unterbrechung der regulären Holzernte
zumindest bis Ende März 2008 auszu­
dehnen und damit den längsten ErnteStopp in der Unternehmensgeschichte
vorzunehmen.
Rund 1,5 Mio. m3 Holz wurden durch
den Orkan Kyrill im Januar 2007 geworfen
oder gebrochen. Das entspricht annähernd einer Jahresernte der gesamten
Bundesforste, die durch Folgeschäden wie
etwa erhöhten Borkenkäferbefall noch
überschritten wird. Obwohl die Schadensmengen im Rekordtempo aufgearbeitet
werden konnten und schon zum über­
wiegenden Teil bewältigt sind, haben sich
die Bundesforste dazu entschlossen, die
reguläre Holzernte weiterhin einzustellen.
«Wir konzentrieren uns jetzt vor allem auf
Aufräumarbeiten und die Vorbereitung
der Wiederaufforstung», erklärt ÖBf-Vorstandssprecher Georg Erlacher, «im Wald
gibt es nach wie vor viel zu tun.» Zugleich
zeigt sich Erlacher erleichtert darüber, dass
jetzt die für die Forstarbeiter besonders
anspruchsvolle Aufarbeitungsphase bald
vorüber ist.
Um die Kunden weiterhin möglichst
gut zu versorgen, haben die Bundesforste
umfangreiche Nasslager gebildet und versorgen zusätzlich aus dem Aufarbeiten
von Zwangsnutzungsholz. Gerade angesichts der Begrenztheit des Rohstoffs Holz
in Verbindung mit dem Klimawandel sieht
Erlacher ein neues Bild des Marktes:
«Durch den Klimawandel werden Naturkatastrophen, die Zwangsnutzungsholz
verursachen, spürbar mehr. Umso mehr
heisst unser Produkt nicht einfach ‹Holz›,
sondern vielmehr die ‹kontinuierliche Versorgung mit Holz›». Deshalb sind für uns
Holzernte und der Aufbau von Lagerkapazitäten wichtige Steuerungsinstrumente
zur Marktpflege» so Erlacher, der viele
Jahre in der Sägeindustrie gearbeitet hat
und dadurch sowohl die Verarbeitungsals auch die Rohstoffproduktions-Seite
bestens kennt. Auch die Rücksicht auf
kleinere Forstbetriebe sei Motivation für
dieses Handeln, betont Erlacher, der die
Solidarität der gesamten Forstbranche
einmal mehr einfordert.
Nicht festlegen kann sich Erlacher darauf, dass die Holzernte im April 2008 wieder im üblichen Ausmass fortgesetzt wird:
«Möglicherweise müssen wir den Holz­
ernte-Stopp bis zum Sommer 2008 ausdehnen. Das können wir frühestens zum
Jahreswechsel entscheiden.» (ÖBf)
■
Bodenseeländer-Holzmarktgespräche
Positive Beurteilung
Waldbesitzervertreter aus
Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, dem Elsass
und der Schweiz trafen sich am 28. September 2007 in der Schweiz zu den traditionellen Holzmarktgesprächen der Bodenseeländer. Es wurden die ak­tuelle Situation
und die mittelfristige Entwicklung des
Rundholzmarktes analysiert.
Die konjunkturelle Entwicklung in
­Europa wird für die nächsten Quartale
weiter­hin positiv eingeschätzt. Der Rückgang des Schnittholzabsatzes nach den
USA konnte auf den Märkten in Europa
und Asien mehr als kompensiert werden.
Im Moment herrscht in den meisten europäischen Ländern nach wie vor eine solide
Baukonjunktur. Die Boomphase scheint
aber allmählich etwas abzuklingen. Für
das Jahr 2008 wird von einer eher rück­
läufigen Entwicklung ausgegangen.
Das Sturmholz aus «Kyrill» ist bis zum
Ende des Jahres weitgehend aufgearbeitet und vermarktet. Folgeschäden durch
Borkenkäfer blieben aufgrund der güns­
tigen Witterung deutlich unter den Be­
fürch­
tungen, so dass der gestoppte
Frischholz­einschlag in Bayern und BadenWürttemberg regional und zeitlich differenziert wieder frei gegeben wurde.
Der Nadelrundholzmarkt ist von reger
Nachfrage nach allen Sortimenten geprägt. Die Exportwirtschaft wird weiterhin
positiv bewertet. Bei den Preisen für frisches Nadelrundholz wird eine steigende
Entwicklung erwartet, wenn auch nicht
mehr so stark wie 2006. Die weitere Entwicklung der Schnittholzmärkte ist gegenwärtig noch nicht klar abzusehen. Die
Holzbereitstellung soll weiterhin bedarfsorientiert erfolgen.
Im Laubholzmarkt ist eine spürbare
Nachfragebelebung zu verzeichnen. Besonders gefragt sind Eiche aller Qualitäten
und Buche minderer Qualität. Die Preise
haben deutlich angezogen.
Die Verarbeiter von Industrieholz werden mit grossen Mengen Sägerestholz
bedient. Sie verfügen mehrheitlich noch
über komfortable Lagerbestände. Anziehende Nachfrage wird beim Schleifholz
und Buchen-Zellstoffholz festgestellt. Die
Marktentwicklung wird als stabil ein­
geschätzt. Im Energieholzbereich wird auf
den Winter 2007/2008 hin eine steigende
Nachfrage erwartet.
■
Russische Rohholzexporte
Boom beendet
Nach Aussage des russi­
schen Berichtes anlässlich
des 65. Jahrestreffens Anfang Oktober 2007 des UN-ECE-TimberCommitees in Genf wurden im Jahr 2006
insgesamt rund 190,6 Mio. m3 Holz eingeschlagen. In den vergangenen sechs
Jahren ist das inländische Holzaufkommen somit um ein Fünftel gestiegen.
Gegenüber 2005 zeichnete sich mit
2% eine eher moderate Zunahme bei der
jährlichen Holzernte ab. Augenfällig ist die
sehr hohe Exportrate von rund 27% bzw.
51,1 Mio. m3 des Gesamtaufkommens.
Hauptabnehmer 2006 waren China mit
44%, Finnland mit 26% und Japan mit
11%.
Infolge der in erster Stufe zum 1. Juli
2007 in Kraft getretenen Zollanhebungen
auf russisches Rundholz kann jedoch für
2008 von einem spürbaren Rückgang des
Auslandabsatzes ausgegangen werden.
Parallel zum deutlichen Anstieg des Holzeinschlagvolumens hat auch der Holzverbrauch seit dem Jahr 2000 deutlich (um
11%) zugenommen.
Rund ein Viertel des im Inland eingeschlagenen Holzes wurde energetisch verwendet, ein Fünftel ging in die Schnittholzproduktion und 15% wurden für die
Zellstoffproduktion genutzt. Auch für
2008 wird von einem wachsenden Inlandkonsum Russlands ausgegangen. (ZMP)
Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass
zumindest kurz- und mittelfristig nicht mit
einer Schwemme von billigem Rund- und
Schnittholz aus Russland auf dem mittelund westeuropäischen Markt zu rechnen
ist. Im Gegenteil, auch Holz wird – wie
Erdöl, Erdgas, seltene Metalle usw. – in die
immer konsequenter betriebene Rohstoffpolitik des russischen Präsidenten Putin
eingebunden [Red.].
■
Rohholz in Russland: Produktion, Aussenhandel und Verbrauch
Kennzahl 20052006Veränd.
06 zu 05
Mio. m3 Mio. m3%
Produktion
186,5
Export
48,3
Import
0,7
Verbrauch 139,0
190,6
51,1
0,5
140,0
+ 2,2
+5,8
–28,6
+0,8
Quelle: ZMP nach Angaben des UN-ECE -Timber-Commiltee.
W A L D U N D H O L Z 11/0725
HOLZMARKT
Waldwirtschaft Schweiz WVS
Zu Beginn der Holzmarktkampagne 2007/2008
Waldwirtschaft Schweiz beurteilt die Lage und die Aussichten zu
Beginn der Holzmarktkampagne 2007/2008 kurz gefasst wie folgt:
Konjunkturelles Umfeld
Insgesamt ist das konjunkturelle Umfeld immer noch
überwiegend
ungebrochen positiv, trotz der durch die US-amerikanische Hypothekenkrise im Finanz­
sektor ausgelösten Turbulenzen.
Bei der Baukonjunktur wird für 2008
mit einer gewissen Abschwächung gerechnet. Ein Unsicherheitsfaktor sind –
nebst der grossen Nachfrage bei abnehmenden Vorräten – auch spekulative und
poli­tische Einflüsse auf die Preise für Erdöl
und Erdgas.
■
Sägerundholz-Markt
Die Sturmholzmengen aus
«Kyrill» sind bereits zum
grössten Teil aufgearbeitet
und das aufgearbeitete Holz überwiegend auch vermarktet. Die Käferholzmengen blieben markant unter den
Erwartungen. Die Nachfrage nach frischem Nadelsägerundholz zieht deutlich
an.
Der Laubholzmarkt – auch der Buchenholzmarkt – erholt sich zusehens. A- und
B-Qualitäten sind gefragt. Im Bereich der
C- und D-Qualitäten wird der Markt durch
den Energieholzsektor gestützt.
■
Industrieholz-Markt
Der durch den verstärkten
Einschnitt von Sturmholz
belastete
Markt
für
Sägerestholz hat sich wieder normalisiert. Dies wirkt sich positiv
auf die Nachfrage nach Industrieholz aus.
Die Werke sind eher knapp versorgt und
fragen früh Frischholz nach.
Wesentlichen Einfluss auf den Industrieholzmarkt wird der Witterungsverlauf
und die entsprechende Nachfrage nach
Energieholz haben.
■
Borregaard Schweiz AG: Zelluloseholzpreise, gültig ab 1. Okt. 2007 bis 31. März
2008 (Preise für Holz in Rinde, Änderungen
vorbehalten)
Fi/Ta
bahnverl.
franko Werk
1m/2m u.
langCHF/tatroCHF/tatro
ZN1/2
Mischsort.120.–135.–
Prämie je nach Liefermenge 1.– bis 5.–
Buche
bahnverl.
franko Werk
CHF/tlutroCHF/tlutro
ZL1 je n.
Menge
55.– bis 62.– 62.– bis 69.–
Prämie je nach Liefermenge 1.– bis 3.50
Voraussichtlicher Holzbezug Inland
2007/2008:
– ca.   30 000 tatroFichten/Tannen-Waldholz
– ca. 100 000 tlutroBuchen-Waldholz
Papierfabrik Utzenstorf AG: Schleifholzpreise gültig ab 1. Okt. 2007 bis 31. März
2008 (für Holz in Rinde)
Fi/Ta, kranlangbahnverl.1) fr. Werk2)
CHF/tatroCHF/tatro
– SN1
– SN2 (max. 10 %)
Prämie
Empfehlungen von Waldwirtschaft Schweiz zu Beginn der
Holzmarktkampagne 2007/2008:
• Früh im Herbst 2007 Holz auf den Markt bringen, kein Holz horten.
• Frischholz rasch, der Nachfrage angepasst, zu marktgerechten Preisen bereitstellen.
• Den sich rasch wandelnden Markt laufend beobachten und das eigene Marktverhalten den aktuellen Verhältnissen anpassen.
• Laubholz-Stammholz der Qualitäten D und allenfalls C als Energieholz verkaufen.
• Durchforsten, da auch Schwach-, Schleif- und Energieholz sehr gefragt ist.
• Bei allen Sortimenten die Nachfrage befriedigen, aber Überschüsse vermeiden.
Holzmarktkommission1) vom 29. Aug. 2007: Preisempfehlungen der Wald- und der Holzwirtschaft (Preise für Holz in Rinde, ab Waldstrasse, ohne MWST)
Holzart/Sortimentsbeschreibung
Sortiment
Preisempfehlungen
Waldwirt.Holzwirt.
CHF/m3CHF/m3
Fichte L1, 2b, B Schwachholz, 4–6 m, 25–29 cm Mitten-∅, B-Qual.
125.–115.–
Fichte L1, 4, B Trämel, 4–6 m, 40–49 cm Mitten-∅, B-Qual.
130.–120.–
Fichte L1, 5, C Trämel, 4–6 m, 50–59 cm Mitten-∅, C-Qualität
110.–90.–
Fichte L3, 3, B Langholz, ab 15 m, 30–39 cm Mitten-∅, B-Qual.
125.–120.–
Fichte L3, 3, C Langholz, ab 15 m, 30–39 cm Mitten-∅, C-Qual.
110.–95.–
Preisdifferenz von Fichte zu Tanne
5.– bis 10.– 10.– bis 20.–
Buche, 4, B
Buche, 4, C2)
Abschnitte, ab 3 m, 40–49cm Mitten-∅, B-Quali.
Abschnitte, ab 3 m, 40–49cm Mitten-∅, C-Quali.
130.–110.–
85.–70.–
Fi/Ta, 1 m
147.–
96.–
174.–
113.–
+6.–+6.–
bahnverl. fr. Werk
CHF/SterCHF/Ster
– SN1
– SN2 (10%)
49.–
33.80
58.–
39.80
Prämie
+2.–+2.–
Voraussichtlichlicher Holzbezug Inland
2007/2008:
ca. 90 000 Ster Fichten-/Tannen-Waldholz
1)
nur Normalspur; 2) Auszahlung monatlich, nur an
Vertrags­lieferanten, Bedingung minim. 90%/maxim.
110% Anlieferung der bewilligten monatlichen Holzmenge; Abzug IG Industrieholz 1,5‰; Einschlagfristen
Okt. bis April 6 Wochen, Mai bis Sept. 4 Wochen.
Perlen Papier AG: Schleifholzpreise
gültig nur bis 31. Dez. 2007 (Richtpreis der
Lieferanten für Holz in Rinde)
Fi/Ta, kranlang
fr. Werk
CHF/tatro
SN1175.–
Prämie+10.–
Bahnlieferungen nur nach Absprache
1)
Die Forstdirektion des BUWAL führt den neutralen Vorsitz der Holzmarktkommission. Für den Inhalt der Mitteilungen
sind die folgenden Verbände verantwortlich: Holzindustrie Schweiz, Waldwirtschaft Schweiz, Verband Schweizer
Rund- und Schnittholzhändler, Schweiz. Bauernverband, Verband Schweiz. Forstunternehmungen.
2)
ohne Schwellen.
26
W A L D U N D H O L Z 11/07
Voraussichtlicher Holzbezug Inland 2008:
ca. 60 000 Ster/20 000  tatro Fichten-/TannenWaldholz
HOLZMARKT
Kronospan, Menznau LU: Preisliste für
Plattenholz gültig ab 1. Okt. 2007
Sortiment
Holz in Rinde
frankobahn-franko
Waldstr.verlad. Werk
CHF/tatro
Nadelhölzer:
– 1. Kl. (sämtl.)
– 2. Kl. (sämtl.)
– Durchforst.holz
80.–
50.–
40.–
105.–
70.–
60.–
135.–
100.–
90.–
Buche:
– Schwellen
– 1. Kl.
80.–
70.–
100.–
90.–
125.–
115.–
übr. Hartlaubh.:
– 1. Kl., ohne Ei
– 2. Kl., sowie Ei
– Durchforst.holz
55.–
45.–
35.–
75.–
55.–
45.–
100.–
80.–
70.–
Weichlaubholz:
1. Kl., (sämtliche)
2. Kl., (samtliche)
45.–
30.–
55.–
50.-
80.–
60.–
Sondersortimente wie Nadelsägerund- und
Papierholz: Übernahme nach Absprache
Zuschläge für FSC-Holz:
– Nadelholz2.– CHF/tatro
– Laubholz1.– CHF/tatro
Voraussichtliche Waldholzbezüge 2007/
2008, gesamthaft (gleich wie 2006/2007):
– ca. 550 000 Ster Plattennadelholz (PN)
– ca. 250 000 Ster Plattenlaubholz (PL)
Energieholz-Markt
Schwierig einzuschätzen
wird der Energieholzmarkt
auch für 2007/2008 blei-
ben. Es sind zwei nicht vorherberechenbare Einflussfaktoren, welche zu plötzlichen Veränderungen führen können.
Im vergangenen Winter 2006/2007
führte die ausserordentlich milde Witterung zu einem Einbruch der Nachfrage
und einer Stagnation des Energieholzmarktes bis in den Herbst 2007 hinein.
Die Preise für Erdöl und Erdgas brach
im Winter 2006/2007 ebenfalls ein, kletterten aber in den letzten Monaten wieder den Höchstwerten vom Herbst 2006
entgegen und haben diesen nun bereits
zeitweise überschritten.
Ein kalter Winter 2007/2008 – allenfalls verstärkt durch Turbulenzen auf dem
Erdölmarkt – könnte zu einem Nachfrageschub beim Energieholz führen, welcher
allerdings teilweise durch angehäufte
Vorräte abgefedert werden könnte.
■
Richtpreise für Energieholz-Hackschnitzel
zu Beginn der Holzmarktkampagne
2007/2008 (Preise franko Silo, ohne MWST,
gemeinsame Empfehlung von Waldwirtschaft
Schweiz, Holzindustrie Schweiz, Holzenergie
Schweiz und Verband Schweiz. Forstunternehmungen)
SortimentCHF/m3 geschüttet
Laubholz: – trocken
– frisch
50.– bis 55.–
40.– bis 45.–
Nadelholz: – trocken
– frisch
35.– bis 40.–
28.– bis 33.–
Wärmeenergie (Abrechnung nach Wärmebezug in
Rp./kWh)
5,0 bis 6,0
1 Festmeter fm (m3)
gelagertes Holz entspricht:
3
1 Schüttkubikmeter (Sm )
Hackschnitzel entspricht:
Spälten 1 m (waldfrisch, ab Waldstrasse)
HolzartCHF/Ster
Birken
Buchen
Hartlaubholz
Nadelholz
102.– bis113.–
70.– bis 90.–
65.– bis 85.–
60.– bis 70.–
2 m und länger (waldfrisch, ab Waldstrasse)
HolzartCHF/m3CHF/t
Buchen
Laubholz
Nadelholz
34.– bis 46.–
31.– bis 39.–
31.– bis 40.–
51.– bis 62.–
46.– bis 57.–
29.– bis 37.–
Zuschläge für ofen- bzw. cheminéefertiges Aufarbeiten von Stückholz
AufarbeitungsschrittCHF/Ster
trock. Spälten, ab Magazin
38.– bis
Fräsen:– 1 Schnitt (50 cm)
– 2 Schnitte (33 cm)
– 3 Schnitte (25 cm)
Spalten zu Scheitern
50.–
32.–
38.–
44.–
64.–
Aufgearbeitetes Stückholz per Gewicht
(trocken, ab Holzschopf, verwendungsbereit
in Kleingebinden abgepackt)
Holzart
Birken
Buchen
Nadelholz
grobe Scheiter
für Cheminées
CHF/100 kg
76.– bis 82.–
57.– bis 64.–
50.– bis 57.–
feine Scheiter
für Öfen/Herde
CHF/100 kg
89.– bis102.–
70.– bis 76.–
64.– bis 70.–
Energieholz-Pellets franko Silo/Haus
Umrechnungsfaktoren für Energieholz
AusgangsgrösseBuche
Richtpreise für Energieholz zu Beginn der
Holzmarktkampagne 2007/2008 (ohne
MWST, gemeinsame Empfehlung von Waldwirtschaft, Schweiz, Holzindustrie Schweiz,
Holzenergie Schweiz und Verband Schweiz.
Forstunternehmungen)
Fichte/Tanne
2,8Sm3 Hackschnitzel1)
1,4Ster Spälten 1 m
1,7Ster Scheiter 33 cm
750kg feste Holzmasse
240kg Heizöl extra leicht
2,8MWh = 2800 kWh
2,8Sm3 Hackschnitzel1)
1,4Ster Spälten 1 m
1,7Ster Scheiter 33 cm
550kg feste Holzmasse
240kg Heizöl extra leicht
2,0MWh = 2000 kWh
0,36fm (Festmasse)
0,5Ster
270kg Holz
85kg Heizöl extra leicht
1,0MWh = 1000 kWh
0,36fm (Festmasse)
0,5Ster
200kg Holz
60kg Heizöl extra leicht
0,7MWh = 700 kWh
1 Ster trockene Spälten wiegt: ca. 500kg
ca. 350kg
1 MWh (Megawattstunde)
1 kg Heizöl
1 Liter Heizöl
= 3,60GJ (Gigajoule) = 860 000 kcal (Kilokalorien)
= 1,20Liter Heizöl
= 0,84kg Heizöl
– Die Verbrennung von 1 kg Heizöl setzt 3,185 kg CO2 frei.
– Graue Energie: Das Aufarbeiten (sägen, rüsten, hacken) und der Transport von 1 Sm3 erfordern
1 bis 2 Liter Treibstoff. Dies entspricht lediglich 2 bis 3% der im Holz enthaltenen Energie.
Quelle: Schweizerischer Forstkalender, 1) Der Verband Schweiz. Forstunternehmer und die Industrie rechnen mit 2,5 Sm3
Lose in Mengen von 6 t, ohne MWST:
– Sommerpreis
330.–CHF/t ± 10%
– Winterpreis
400.–CHF/t ± 10%
abgefüllt in 15- oder 20-kg-Säcke:
– nach Gewicht
459.– bis572.–CHF/t
– pro Sack
9.– bis17.50CHF/Sack
Energieholz: Bezugsquellen/Auskünfte:
Holzenergie Schweiz, Neugasse 6,
CH-8005 Zürich, Tel. +4144 250 88 11,
Fax +4144 250 88 22, www.holzenergie.ch
Waldwirtschaft Schweiz, Postfach
CH-4501 Solothurn, Tel. +4132 625 88 00,
Fax +4132 625 88 99, www.wvs.ch
VSFU Verband Schweiz. Forstunternehmer,
c/o Holzindustrie Schweiz, Postfach 56,
CH-3000 Bern 6, Tel. +4131 350 89 89
Fax +4132 625 88 99, www.vsfu.ch
Holzindustrie Schweiz, Postfach 56,
CH-3000 Bern 6, Tel. +4131 350 89 89,
Fax +4131 350 89 88, www.holz-bois.ch
W A L D U N D H O L Z 11/0727
HOLZMARKT
Gemeinsame Holzmarktempfehlung
Weiter steigende
Rundholzpreise
Die Waldeigentümerverbände der Kantone Aargau, beider Basel, Bern,
Freiburg, Luzern und Solothurn haben für
die kommende Schlagperiode 2007/2008
gemeinsame Preisempfehlungen für den
Rundholzverkauf formuliert. Nach den
massiven Preiseinbrüchen als Folge der
Sturmschäden durch den Orkan «Lothar»
erwarten die Holzproduzenten eine deutliche Erholung des Holzmarktes.
Nach dem Orkan «Lothar» im Dezember 1999 wurde der Holzmarkt von einer
gewaltigen Menge an Sturmholz überflutet, was zu einem massiven Preiseinbruch
führte, vor allem beim Nadel-Stammholz.
Eine gemeinsame Strategie für die Vermarktung dieses Holzes ist für die Waldeigentümer in dieser Situation von entscheidender Bedeutung.
Heute präsentiert sich der Holzmarkt –
für die meisten Sortimente – wesentlich
freundlicher. Die Preissteigerung bei den
fossilen Brennstoffen und der aktuelle
Boom auf dem Nadelstammholzmarkt
lässt die Waldeigentümer wieder ruhiger
schlafen.
Die gemeinsamen Preisempfehlungen
haben aber kaum an Bedeutung verloren.
Noch immer bestehen grosse regionale
Preisunterschiede. Nur durch ein geschlossenes Auftreten und möglichst grosse
Markttransparenz können die Holzproduzenten ihre Interessen am Markt optimal
durchsetzen.
Die Preisempfehlungen für die Schlagsaison 2007/2008 wurden wiederum
gemein­sam von den Waldeigentümerverbänden der Kantone Aargau, beider Basel,
Bern, Freiburg, Luzern und Solothurn erarbeitet und decken damit knapp 50%
der gesamtschweizerischen Holzproduktion ab.
Die beteiligten Verbände und Organisationen erwarten, dass die Holzpreise in der
laufenden Schlagperiode rasch auf das
­Niveau vom Frühjahr 2007 ansteigen werden. Nach dem kühlen, regenreichen
Sommer 2007 mit nur geringen Schäden
durch Borkenkäfer sind die Lagerbestände
der Sägereien tief und die Nachfrage nach
Frischholz entsprechend hoch.
Detaillierte Informationen mit den
vollständi­
gen Preislisten mit weiteren
Holz­arten, Sortimenten, den Lieferbedingungen usw. können bei den Geschäftsstellen der beteiligten Waldeigentümer­
ver­
bän­
de bestellt beziehungsweise von
deren Internetseiten heruntergeladen
werden.
■
28
W A L D U N D H O L Z 11/07
Holzproduzenten der Kantone Aargau, beide Basel, Bern,
Freiburg, Luzern und Solothurn: Empfehlungen für den
Rundholzverkauf 2007/2008
Bei starken Veränderungen auf dem Holzmarkt werden ab Januar 2008 neue Empfehlungen herausgegeben.
–Bei Normalnutzungen sind jeweils vor Schlagbeginn mit den Käufern die Übernahmebedingungen zu vereinbaren.
–Fichten-/Tannen-Rundholz ist sehr gefragt. Da nur geringe Mengen an Käferholz
geerntet werden mussten, sind die Lagerbestände allgemein tief. Die Preise ziehen
wieder an und bewegen sich auf dem Niveau vom Frühjahr 2007. Die Nachfrage soll
nach Möglichkeit zu Marktpreisen befriedigt werden.
–Der Buchenmarkt erholt sich weiter im Sog des Energie- und Industrieholzmarktes.
Qualitativ hochwertige Sortimente sind gesucht.
–Bei Sägerundholzverkäufen nach Gewicht (ausgenommen Bahnschwellen) ist Vorsicht
geboten!
–Lärchen- und Douglasien-Rundholz ist weiterhin gesucht.
–Ahorn und Kirschbaum sind nach wie vor gesucht. Die Nachfrage nach Eiche und
Esche zieht deutlich an.
–Auch die Föhre wird wieder besser nachgefragt.
Holzproduzenten der Kantone Aargau, beide Basel, Bern, Freiburg, Luzern und Solothurn: Preistabelle für den Rundholzverkauf 2007/2008 (Auszug, alle Preise für Holz aus
Normalnutzungen, in Rinde, ab Waldstrasse, ohne MWST)
HolzartQualit.1)Stärkeklasse
1b2a 2b 3a 3b4 5 6+
CHF/m3
Fichte:
– L2/L3 (lang)B 110.–115.–125.–130.–135.–140.–145.–
C 95.–100.–105.–110.–110.–110.–110.–
D 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
– L1 (Trämel)B
80115130130135140.–2)150.–2)160.–2)
C
70.– 95.–100.–100.–100.–100.–110.–110.–
D/Roth. 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
Käferh.3)
75.– bis
90.–
Tanne:
Preisdifferenz von Fichte zu Tanne
5.– bis 10.–
Dougl. L2/L3 B
70.–100.–120.–140.–150.–200.–260.–300.–
C 80.– 80.– 90.–100.–130.–160.–180.–
D 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
Lärche:
– L2/L3 (lang)B 140.–160.–220.–260.–300.–320.–340.–
C 80.–100.–120.–150.–180.–200.–220.–
D 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
– L1 (Trämel) B
80.–140.–160.–240.–280.–340.–360.–390.–
C
60.–100.–120.–160.–180.–200.–220.–240.–
D 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
Föhre (Trämel)B 80.– 80.– 90.–100.–140.–155.–170.–
C 80.–80.–80.–80.–90.–95.–
100.–
D 70.–70.–70.–70.–70.–70.–70.–
Buche
B75.–4)85.–110.–135.–160.–180.–
C5) 80.–85.–90.–90.–
100.–
D 75.–75.–75.–75.–75.–
Eiche
B110.–4)140.–4)
240.–340.–420.–500.–
C5) 90.–110.–130.–160.–180.–
D 80.– 90.– 95.–100.–110.–
1)
Wertholz (Qualität A, Furnierholz) ist nach Möglichkeit über Wertholzsubmissionen zu vermarkten. Privatwaldeigentümer
sollten sich durch die regionalen Vermarktungsorganisationen/die Revierförster beraten lassen. 2) Die besten Qualitäten,
die sich für Fensterkanteln oder Klotzware eignen, erzielen auch höhere Preise und sind entsprechend auszusortieren.
3)
Grössere Mengen Dürr- und Käferholz müssen gesondert behandelt und gelagert werden, kleinere Mengen laufen in den
Losen mit. Beim Käferholz die Qualität gut beurteilen und dem Wert entsprechende Preise vereinbaren. Speziell aussortiertes
Käferholz guter Qualität wird auch zu höheren Preisen gehandelt. 4) Spezialsortimente in Abweichung zu den Holzhandelsgebräuchen. 5) Bei C-Qualität spielen die Häufigkeit der Äste und der Braunkern eine wichtige Rolle.
Es spricht für sich,
alles aus einem Haus!
Eisernes Pferd
Minisägewerk
Tankbefüllung/System Flutite
Forst- & Garten-Geräte
Feldmattstr. 38, 6032 Emmen
E-Mail: hp.felder@bluewin.ch
041 260 63 70
www.hp-felder.ch
– Wettkampfmotorsägen
– Carver Schwerter
– Vollernterschwerter + Ketten
– Gränsfors Äxte + Spalthammer
– Pfanner Schnittschutzbekleidung
– Steigeisen Distel (Aktion Fr. 390.–)
W A L D U N D H O L Z 11/0729
DIE SEITEN DES
Bieler Seminar vom 30. November 2007:
Ein Besuch lohnt sich!
Das bereits 8. Seminar für die Holzindustrie und Waldwirtschaft bietet etliche
Vorträge, die Ihre Fahrt nach Biel lohnenswert machen. Am Vormittag können
Sie entweder einen forstwirtschaftlichen oder holzindustriellen Themenblock
besuchen; am Nachmittag wird ein gemeinsamer wald- und holzwirtschaft­
licher Seminarteil geboten. Sie erhalten einen Tagungsband, und es werden
Simultanübersetzungen deutsch-französisch sichergestellt.
Im forstlichen Seminarteil referiert der
international bekannte Wiener Forsttechnik-Experte Prof. Karl Stampfer über
logis­tische Verbesserungsmöglichkeiten
im Gebirgswald, und wir erhalten einen
Überblick über den neusten Stand der
Seilkrantechnik für den Gebirgswald.
Ebenfalls aus Österreich berichten die
Herren Kanzian und Kühmaier über
die optimierte Waldhackschnitzel-Bereit­
stellung auf regionaler Basis. BAFU-Mit­
arbeiter Felix Reutimann stellt eine top­
aktuelle Praxisuntersuchung vor, bei der
die Nachrüstung von land- und forstwirtschaftlichen Traktoren mit Diesel-Partikelfiltern kritisch getestet wurde. Und aus
Bayern stammt eine soeben veröffentlichte Untersuchung über den Einsatz von
neuartigen Mehrfach-Fällköpfen in der
Schwachholz-Durchforstung, die vom
Forsttechnik-Profi Alexander Eberhardinger präsentiert wird.
Der Holzindustrieblock beinhaltet
­einige Vorträge, die für die ganze Waldund Holzbranche nützliche Informationen
liefern. Der Leibstadter Holzindustrielle
Lukas Kalt berichtet über seine Erfahrungen bei der Einführung neuer Techno­
logien. Am Beispiel der Stadler Stahlguss
AG, Biel stellt deren Chef Beat Bolzhauser
dar, wie sich ein Betrieb der Schwerindustrie unter den schwierigen einheimischen
Rahmenbedingungen behaupten kann –
da gibts viele Parallelen zu einem modernen Sägereibetrieb. Holzbauingenieur Urs
C. Luginbühl erklärt die anspruchsvolle
Einführung der europäischen CE-Kennzeichnung im Schnittwarenbereich und
stellt die Berührungspunkte zur angedachten Revision der schweizerischen
Holzhandelsgebräuche vor. Die Spezialisten Steinmann und Nägeli referieren darüber, wie aus Kunden- und Lieferantenoptik massgeschneiderte Anlagen für
Klein- und Mittelbetriebe realisiert werden können, und welche ökonomischen
Überlegungen nötig sind.
Im gemeinsamen Nachmittagsteil berichtet WSL-Mann Edgar Kaufmann aus
erster Hand über die wichtigsten Zahlen
des Landesforstinventars III. CO2-Experte
Dr. Frank Werner stellt an Hand von Be-
30
W A L D U N D H O L Z 11/07
rechnungen dar, welche Auswirkungen
verschiedene
Waldnutzungsstrategien
auf unser Klima haben. Eine intensive
Holznutzung und -verwendung ergibt bekanntlich aus klimapolitischer Sicht den
grössten und nachhaltigsten Nutzen,
auch wenn das Kyoto-Protokoll hier leider
noch keine genügende Anrechnung zulässt. Christoph Rutschmann, engagierter
Direktor von Holzenergie Schweiz, erläutert die aktuellen Fördermöglichkeiten für
Holzenergieprojekte. EUWID-Redaktor
Harald Mack beleuchtet die internationalen Schnittholzmärkte, wobei er besonders auf die europäische Szene eingehen
wird. Die aktuelle schweizerische Schnittwarensituation wird von Christian Härtel,
Redaktor bei der schweizerischen Schrei­
ner­zeitung, kompetent kommentiert.
Detaillierte Infos und die Anmeldekarte
finden Sie im Flyer, der diesem Heft beiliegt.
Weitere Auskünfte bei den Seminar­orga­
nisatoren: Technikerschulen HF Holz Biel,
+41 32 344 03 30, Fax +41 32 344 02 90;
E-Mail officebiel.ahb@bfh.ch
Strassenzulassungen von Harvestern
Ihre Erfahrungen sind gefragt
In letzter Zeit gab es bei der Immatrikulation von grösseren Harvestern in einzelnen
Kantonen Schwierigkeiten. Diese Maschinen erhielten in der Folge kein Nummernschild
respektive keine Zulassung für die Fahrt auf öffentlichen Strassen. Das bedeutet im
Prinzip, dass diese Geräte selbst für kurze Verschiebedistanzen zwischen zwei Schlagflächen im gleichen Waldgebiet jedesmal auf Tiefbett-Anhänger aufgeladen werden
müssen. Die dadurch entstehenden beträchtlichen Mehrkosten und Umtriebe benachteiligen die schweizerische Wald- und Holzwirtschaft einmal mehr gegenüber dem Ausland. Grund der Probleme ist der bauartbedingte vordere Überhang der Fahrzeuge, also
die Distanz zwischen Steuerrad/Joystick und der vordersten Spitze des Kranarms/Prozes­
sor­kopfs. Seit einiger Zeit besprechen wir, zusammen mit verschiedenen Maschinen­
importeuren und betroffenen Forstunternehmungen, diese Thematik mit zuständigen
Stellen des Bundes und einzelner Kantone. Es stehen dabei verschiedene technische und
organisatorische Lösungsansätze zur Diskussion. Wir hoffen, dass wir in nützlicher Frist
praxisgerechte, betriebssichere und flexible Lösungen erarbeiten können. Falls Sie bereits
Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt haben, danken wir Ihnen für Ihre Mitteilung!
031 350 89 86, brunner@holz-bois.ch
Typischer Radharvester für schonende Holzernte in mittleren Baumdurchmessern:
Eine Strassenzulassung ist angesichts der kleinstrukturierten Schweizerischen Besitzverhältnissen und Waldbaumethoden unabdingbar!
DIE SEITEN DES
AUSTROFOMA/FORMEC 07
Forsttechnik in Forschung und Praxis
Vom 9.–11. Oktober 2007 fand in Hei­
ligenkreuz bei Wien die 9. Maschinenund Gerätevorführung AUSTROFOMA
statt. Als Vorlauf wurde von den
Forsttechnik-Abteilungen der Hoch­
schulen Wien, München und Zürich
ein zweitägiger Kongress veranstal­
tet; dabei präsentierten Fachleute aus
der ganzen Welt ihre Forschungs­
arbeiten im Bereich Forsttechnik,
Waldnutzung, Logistik und Erschlies­
sung. Wir möchten, beginnend mit
dieser Ausgabe, in loser Folge Be­
sonderheiten aus Vorträgen der
­FORMEC 07 vorstellen.
Die grössten zusätzlichen Holzpotenziale
befinden sich im Vor­
alpen- und Alpenraum; nicht nur in der
Schweiz, sondern im
ganzen Alpenraum.
Raupenharvester und
seilwindenunterstützte Radharvester
mit grosser Steigfähigkeit waren darum an
der AUSTROFOMA
vielbeachtete Objekte.
Man will das Biomassepotenzial in
Norditalien in Zukunft noch intensiver
nutzen, weshalb derzeit verschiedenste
Projekte zur Energieholz-Mobilisierung
am Laufen sind. Weitere Infos findet man
unter www.galenergy.com.
Fotos: Markus Brunner/VSFU
Der österreichische Holzenergie-Experte Kasimir Nemestothy präsentierte
umfangreiches Zahlenmaterial zur Biomassensituation in Österreich und dem
EU-Raum. Heute sind in Österreich rund
450 000 Holzfeuerungen installiert, und
jedes Jahr kommen 15 000 bis 20 000
neue Einheiten dazu. Die installierte Leistung beträgt rund 2000 Megawatt, was
fast drei schweizerischen Atomkraftwerken entspricht. Davon befinden sich etwa
1000 MW in Fernwärme-Anlagen der
Leistungsklasse 500 kW bis 30 MW.
Der extreme Pelletspreisanstieg gegen
Ende 2006 führte vorübergehend zu einem
drastischen Verkaufseinbruch bei den Feuerungsanlagen; Nemestothy wünschte sich
daher mehr Konstanz bei Mengen und
­Preisen, um ungesunde Extrem-Ausschläge
gegen oben und unten abzudämpfen. Es
wird damit gerechnet, dass im Jahr 2011
rund 1800 MW Leistung in BiomasseWärme-Kraft-Koppelungsan­lagen installiert
sein werden, die eine optimale Gesamt­
energieausbeute erlauben.
Der italienische Forsttechnik-Experte
Raffaele Spinelli befasst sich seit Jahren
mit Holzernte- und Logistikkonzepten für
die Energieholzproduktion und hat
­diverse ökonomisch-technische Versuche
analysiert. In Norditalien existieren im
Jahr 2007 über 50 grössere Fernwärme­
anlagen und Kraftwerke, die jährlich rund
1,3 Mio. Tonnen Biomasse verbrauchen.
Je nach Holzernte- und Waldbausituation
haben sich unterschiedliche Geräte-­Typen,
Geräte-Grössenklassen und Ernteverfahren als jeweils am optimalsten ­erwiesen.
Das intensive Nutzen von Schlagabraum
(Astmaterial, Kronenstücke) lohnt sich,
gemäss Spinelli, aus finanzieller Sicht in
vielen der studierten praktischen Fall­
beispiele.
Impressum
VSFU Verband Schweizerischer
Forstunternehmungen
Mottastrasse 9, 3000 Bern 6
031 350 89 86, Fax 031 350 89 88
info@vsfu.ch, www.vsfu.ch
W A L D U N D H O L Z 11/0731
DIE SEITEN DES
Samstag, 12. Januar 2008, Wildhaus
10. Swiss Forst Langlauf/AlpinMeisterschaften
Unter dem Patronat des Verbandes Schweizer Förster VSF/ASF, mit Hilfe der Hauptsponsoren Toggen­
burger Raiffeisenbanken, der Helvetia Versicherungen, des Waldwirtschaftsverbandes St.Gallen und
Fürstentum Liechtenstein, werden in Zusammenarbeit mit dem Forstverein Toggenburg am 12. Januar
2008 in Wildhaus die 10. Swiss Forst Langlauf/Alpin-Meisterschaften stattfinden. Es wird einen span­
nenden Wettkampftag mit Langlauf, Alpin und Snowboard geben. Am frühen Abend findet das tradi­
tionelle Abendprogramm bei gemütlichem Beisammensein statt.
Ort:
Wildhaus, Kanton St. Gallen
Disziplinen und Startzeit:
• Langlauf: Munzenriet, Start beim Parkplatz um 10 Uhr (klassische und freie
Technik)
• Alpin: Piste Thur, Start Riesenslalom
1. Lauf 11.30 Uhr, 2. Lauf 14 Uhr
Rennbüro:
Schweizerische Schneesportschule Wild­
haus, Munzenriet, 9658 Wildhaus. Ausgabe der Startnummern und der Tageskarte ab 8 Uhr
Teilnahmeberechtigt:
Mitarbeiter Forstbetriebe, Forstunternehmen, Forstämter usw. sowie deren Angehörige
Kategorien:
• Langlauf: LA 6 km, LK 3 km, LD 6 km,
LH1 12 km und LH2 12 km
• Alpin: K/D/J/H1/H2
• Snowboard: SB. Die drei besten Fahrer
pro Betrieb kommen in die Mannschaftswertung. Pro Betrieb sind mehrere Gruppen möglich
Anmeldung:
Toggenburg Tourismus
9658 Wildhaus
071 999 99 11, Fax 071 999 29 29
E-Mail: wildhaus@toggenburg.org
Anmeldeschluss:
Mittwoch, 2. Januar 2008, Nachmeldun­
gen bei Startnummernausgabe sind möglich (Fr. 20.– Zuschlag)
Informationen:
Bei Reto Hänni, 071 993 36 27 oder
079 315 36 48; Thomas Abderhalden,
071 994 36 04 oder 079 620 01 41
Über die Durchführung informiert
Tel. 1600 (Region 071, Rubrik 2 «Sport»)
ab 18 Uhr am Vortag.
Auszeichnungen:
Alle Teilnehmer, Naturalpreise. Alpin Kat.,
Sieger, Sieger Mannschaft und beste
Tageszeit, Wanderpreis.
1.–3. Platz Naturalpreise.
Abendprogramm:
Im Hotel Hirschen, 9658 Wildhaus,
www.hirschen-wildhaus.ch. Apéro: 17 Uhr.
Nachtessen: 17.30 Uhr. Rangverkündigung: 19.30 Uhr
Kosten:
Alpin: Erwachsene Fr. 95.–; Junioren,
Juniorinnen und Lehrlinge Fr. 85.–; Kinder
Fr. 65.– inkl. Startgeld, Skipass und Skipassdepot (Fr. 5.–), Nachtessen, exkl.
Ge­tränke
Langlauf: Erwachsene Fr. 50.–; Kinder
Fr. 45.–, inkl. Startgeld und Nachtessen,
exkl. Getränke
Zahlbar bei Anmeldung: Den Betrag
auf Bankkonto Raiffeisenbank Neckertal,
9105 Schönengrund, IBAN CH44 8130 0000 0012 9236 0,
Swiss Forst Meisterschaften Wildhaus 2008
Unterkunft:
Informationen bei Toggenburg Tourismus,
9658 Wildhaus, 071 999 99 11 wildhhaus@toggenburg.org www.toggenburg.org
Versicherung:
Ist Sache der Teilnehmer.
Impressum
Offizielle Verbandsmitteilungen
Verband Schweizer Forstpersonal VSF
www.foresters.ch
Redaktion und Leserdienst
François Fahrni, Geschäftsführer VSF
Hardernstrasse 20, 3250 Lyss
032 387 49 70, Fax 032 387 49 30
secretariat@foresters.ch
Redaktionsschluss
1. des jeweiligen Vormonats
Übersetzung
Artikel von allgemeinem Interesse
werden in «La Forêt» publiziert.
Abonnementsdienst
Redaktion «WALD und HOLZ»
(siehe Impressum)
Anmeldetalon Swiss Forst Langlauf/Alpin-Meisterschaften Wildhaus 2008
Name: ___________________________________________ Vorname: _____________________________________________
Adresse: _________________________________________ PLZ/Ort: _______________________________________________
Telefon: __________________________________________ Jahrgang: __________ Startkategorie: ________________
E-Mail: __________________________________________ Betrieb: _______________________________________________
Senden an Toggenburg Tourismus, 9658 Wildhaus. Weitere Infos: www.wald.sg.ch und www.foresters.ch
32
W A L D U N D H O L Z 11/07
DIE SEITEN DES
Waldgesetz
Das neue oder das alte von 1993?
Wir vom Verband Schweizer Forstpersonal, mit über 2300 Mitgliedern, begrüssten das Waldgesetz von
1993. Warum? Dieses ausgezeichnete Gesetz, welches jenes von 1902 ablöste, kündigte eine sehr posi­
tive Zukunft in den Schweizerwäldern an. Die multifunktionelle Bewirtschaftung stand im Mittelpunkt.
Die immateriellen Leistungen des Waldes wurden allmählich anerkannt und ihre Werte geschätzt. Es
wurde und wird von der Forstgarde, welche an der Basis – sprich im Walde – arbeitet, voll anerkannt.
Die Grundlagen für eine langfristige naturnahe Waldbewirtschaftung wurden mit diesem Gesetz fest­
gelegt.
Warum wurde vom BAFU ein neues
Gesetz vorgelegt?
Wegen des durch den Orkan «Lothar»
und die wachsende Globalisierung stark
beeinträchtigten Holzmarktes schlugen
bestimmte Fachleute nicht mehr und
nicht weniger als den totalen Abbau
unserer bewährten, auf dem System der
Forstkreise und Reviere beruhenden Forst­
organisation vor. Sie gingen sogar so
weit, die Gründungsprinzipien des weltweit anerkannten Schweizer Waldbaus zu
verleugnen. Es standen Überlegungen
von grossflächigen Waldräumungs- und
Waldverjüngungsverfahren im Raum, wie
in unseren Nachbarländern! Sie waren
und sind der Meinung, dass die Forstwirtschaft auf die Unterstützung öffentlicher
Mittel verzichten sollte, obwohl die Waldfläche gut ein Drittel der Landesfläche
ausmacht und eine nicht zu unterschätzende allgemeine Leistung in Bezug auf
Luft, Wasser und Wohlfahrt für die
Gesamtbevölkerung bringt. Zur grossen
Bestürzung der an der Basis tätigen Forstleute hat sich der Bund dieser Ansicht
angeschlossen und dies im «Waldprogramm Schweiz», im «Entlastungsprogramm 2003» und danach mit einem
unglücklichen, den Kantonen und den
betroffenen Fachkreisen von Juli bis Oktober 2005 unterbreiteten Vorschlag zur
Revision des Bundesgesetzes über den
Wald, zum Ausdruck gebracht.
Die Verfassungsinitiative kam auch
dank aktiver Unterstützung der VSF-Mitglieder zustande.
Die Hauptgründe für unsere Arbeit
auf der Strasse waren:
•Die aufgebaute Partnerschaft zwischen
Waldbesitzern und Förster sollte nicht
durch neue, unklar definierte Organisa­
tions­strukturen zerstört werden.
•Der Wald sollte nicht nur, gerade in der
heutigen Zeit, zum Holzlieferanten abgestempelt werden.
•Den Verlust der grossen Schweizer
Waldbautradition wollen wir auch nicht
einfach so hinnehmen und uns durch
Massenholzerntetechniken zum einfachen Fliessbandarbeiter zurückentwickeln. Dazu sind wir zu stolz und
kämpfen für unseren naturnah aufgebauten, multifunktionellen Wald!
•Der Bund darf den Wald nicht einfach
nur «stiefmütterlich» behandeln und
links liegen lassen, immerhin sind 31%
der Landesfläche mit Wald bedeckt
und einige zehntausend Arbeitsplätze
sind im Forst und den nachfolgenden
Verarbeitungsbetrieben, vor allem in
den wirtschaftlich benachteiligten
Randregionen, zu Hause.
Was muss geschehen, damit wir
(VSF) das «neue Waldgesetz» unterstützen?
1. Die Zunahme der Waldfläche darf nicht
im Waldgesetz geregelt werden. Dies
ist klar eine Sache der extensiven Landwirtschaft und muss auf diesem Weg
gelöst werden.
2.Das Wort «Vorrangfunktion» muss
wegfallen. Es schränkt klar die Multi-
funktionalität ein. Der feine, naturnahe
Waldbau, welcher von der praxisorientierten Forstgilde und von den verantwortungsbewussten Waldbesitzern –
ob private oder öffentliche – seit
Generationen ausgeführt wird, muss
weiterhin erhalten bleiben und an
sämtlichen forstlichen Bildungsstätten
wieder vermehrt gefördert werden.
3.Der Stellenwert des gesamten CHWaldeareals, mit all seinen wichtigen
Funktionen für die ganze Gesellschaft,
muss vom Bund vermehrt anerkannt
werden. Die Wichtigkeit der Sozialen-,
Gesundheits- und Wohlfahrtsfunk­tio­
nen für die gesamte Volkswirtschaft
aus dem Wald ist auf Bundes- und zum
Teil auf Kantonsebene noch nicht
genügend anerkannt und unterstützt.
Vorerst reichen diese Punkte. Es gäbe
noch weitere, die für einen Schweizer
Wald, der für die Zukunft fit ist und bleiben soll, ins Feld geführt werden
könnten.
Diese drei Punkte müssen von den Verantwortlichen verstanden und umgesetzt
werden.
Verband Schweizer Forstpersonal,
Gottfried Bossi, Präsident
W A L D U N D H O L Z 11/0733
AUS DEN REGIONEN
Sichtbares und unsichtbares Holz
Solothurner Holzpreis 07
34 Projekte wurden für den Holzpreis 07 eingereicht. Für zwei Hauptpreise, fünf Sonderpreise und zwei Anerkennungs­
preise hat sich die Jury schliesslich entschieden. Die Preise decken ein erfreulich breites Spektrum von Holz im Bauwesen
ab. Die Auszeichnungen gehen an die Bauherrschaften als Zeichen der Anerkennung für ihr Engagement zugunsten des
nachhaltigen Werkstoffs Holz. Hier werden einige vorgestellt. Weitere Infos siehe auch www.proholz-solothurn.ch.
Einen Hauptpreis gewinnt das Wohnhaus Fischer/Schluep am Siedlungsrand von Hessigkofen. Die Jury zeichnet hier den überzeugenden Einsatz von Holz sowohl als Konstruktionsmaterial (Holzrahmenbauweise) wie auch als Gestaltungselement an der Fassade
und im Innenausbau aus. Zusammen mit der sorgfältigen Umgebungsgestaltung und dem Erreichen des Minergielabels repräsentiert das Wohnhaus Fischer/Schluep «the state of the art» des
schweizerischen Holzbaus.
Mitte September war der
Pentathlon im Tessin
Der diesjährige Pentathlon fand am
Samstag, 15. September, in Avegno im
Maggiatal statt. An die 60 Teilnehmer
bestritten den Wettkampf in Dreier­
teams.
Pentathlon heisst Fünfkampf und wird
im Tessin seit 1991 jeweils an einem ­anderen
Ort durchgeführt. Organisiert wird er von
Forestaviva – Associazione fores­tale ticinese.
Deren Präsident, Henrik Bang, kann sich auf
ein eingespieltes Team von langjährigen OKMitgliedern verlassen. Der technische Leiter,
Carlo Scheggia, konnte unter den 60 Teilnehmern auch 15 Lehrlinge begrüssen.
Jedes Jahr ist auch ein Team aus
dem benachbarten Italien als Gast dabei.
Der Wettkampf wird nach Italienischem
Regle­ment durchgeführt. Die fünf Disziplinen sind: Fällen, Entasten, Präzisionsschnitt, Geschicklichkeit mit Zappi und
Trennschnitt mit Axt.
34
W A L D U N D H O L Z 11/07
Einen weiteren Hauptpreis gibt es für das Einfamilienhaus Müller,
Obergösgen, das am Siedlungsrand steht und mit anthrazit­
farbigen Eternitplatten verkleidet ist. Tatsächlich ein mit Holz
gebautes Haus? Ja, aber sogar im Innenausbau ist Holz kaum zu
sehen. Das Holz steckt in der Konstruktion der Wände, der Decke
über dem Erdgeschoss und im Dach. Ein Beispiel für alle, die gerne
mit Holz bauen würden, dem Charme von Holz im Wohnraum
und an der Fassade aber nicht erliegen (wollen).
Bei den Lehrlingen hat Joel Solari aus
Cadenazzo vor Andrea Rossetti aus
­Caneggio und Federico Cattaneo aus
Ligor­
netto gewonnen. Der Einzelwettkampf wurde von Andrea Sormani dominiert. Dahinter folgten Artemio Bianchini
und Ronnie Rusca. Den Teamwettkampf
gewann das Team von Gianni Terzi 1 vor
Wald Verzasca und den Desperados.
Zum Lehrabschluss
Die Lehrlinge, die diesen Sommer die
Lehre mit Erfolg abgeschlossen hatten,
erhielten am gleichen Tag die eidgenös­
sischen Fähigkeitszeugnisse und schöne
Preise, die von folgenden Institutionen
gespendet wurden: Associazione forestale ticinese, Sezione forestale cantonale,
Azienda Forestale PARCO SA, Contone,
Azienda Forestale Patriziato di Avegno
und von Roland Schmid, Zofingen.
Am Nachmittag fertigten zehn Teil­
nehmer mit ihren Motorsägen aus einem
Stück Rundholz Skulpturen wie zum Beispiel eine Eule oder einen Wilderer an.
Dazwischen konnten sich die Anwesenden im Baumklettern messen. Mit Steigeisen und Steiggurten ausgerüstet galt
es, so schnell wie möglich einen entrin­
deten Baumstamm von 15 Metern Höhe
hinaufzuklettern.
Es wurde aber nicht nur um Punkte und
Zeiten gekämpft. Auf dem Platz hatte es
jede Menge Stände mit Produkten aus
der Region wie Käse oder mit Getränken,
die an diesem sehr warmen Herbsttag
willkommen waren.
Otto Raemy
Die neuen Tessiner Forstwarte
in alphabetischer Reihenfolge:
A Marca Mattia; Beer Mauro; Buetti
Mattia; Cavasin Andrea; Falconi Danilo;
Galli Manuel; Gervasini Vladi; La Cagnina
Manuel; Lardi Claudio; Lehmann Reto;
Martini David; Sacchi Massimo; Pedroli
Sandro; Sargenti Davide; Sargenti
Sascha; Tadini Rudy; Tagliabue Mirko.
DIE SEITEN DES WVS
Delegiertenversammlung 2007
Reform der Verbandsfinanzierung zurückgestellt
Trotz eines langen und breit abge­
stützten Prozesses zur Reform der Ver­
bands­finanzierung und einer austarierten
Vorlage des Zentralvorstands hat eine
Inte­
ressengemeinschaft «IG Zukunft
WVS» neue Ideen für die zukünftige
Finan­zierung von Waldwirtschaft Schweiz
und darüber hinaus für die Verbandsstrukturen vorgestellt. Den Kern der IG
bilden die Verbände der Kantone Luzern,
Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Zug und
Zürich. Mitgetragen werden das Vor­
gehen und die Ideen der IG von den Verbänden der Kantone Aargau, Solothurn,
Uri und Tessin. Ebenfalls involviert sind die
Verbände der Kantone Graubünden
(SELVA) und Bern (Berner Waldbesitzer
BWB). Sowohl SELVA als auch BWB sind
heute nicht Mitglieder von Waldwirtschaft Schweiz und verbinden mit ihrem
Engagement das Ziel eines möglichst
­baldigen Wiederbeitritts, wie die beiden
Präsidenten Andrea Florin und Werner
Wyss vor der Versammlung ausdrücklich
ver­sichert haben.
Aufgrund dieser Ausgangslage hat
der Zentralvorstand von Waldwirtschaft
Schweiz entschieden, seine Vorlage zu­
rückzu­ziehen. Die Versammlung einigte
sich ­darauf, den von der IG lancierten Prozess weiterzuführen und eine breit abgestützte Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen.
Ziel ist es, ein konsensfähiges Modell für
die Finan­zierung des Dachverbands Waldwirtschaft Schweiz und seiner Mitglieder – der kantonalen Waldwirtschaftsverbände – über die Mitgliederbeiträge und
die Selbsthilfebeiträge der Waldwirtschaft
(Ein-Franken-Abgabe beim Rundholzverkauf) sowie für die Verbandsstrukturen
zu entwickeln.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete
der Holzmarkt. Waldwirtschaft Schweiz
schätzt die Situation als sehr positiv ein
und beobachtet eine grosse Nachfrage
Redaktion:
Waldwirtschaft Schweiz
Roland Furrer, Bereichsleiter PR
Rosenweg 14
4501 Solothurn
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
furrer@wvs.ch
www.wvs.ch
Walter Andermatt
(rechts) präsentiert
den Delegierten
die Vorschläge der
«IG Zukunft WVS»,
worauf der
­Vorstand unter
Max Binder (links)
die vorgeschlagene
Reform der Verbandsfinanzierung
zurückzieht.
bei den meisten Sortimenten. Die Marktpreise für die Holzschlagsaison 2007/2008
sollten wieder am Niveau der Saison
2006/2007 vor dem durch den Orkan
­«Kyrill» bedingten Zwischendämpfer anknüpfen.
Im Anschluss an die Versammlung
standen aktuelle Entwicklungen und Projekte in der schweizerischen Sägerei­
industrie im Vordergrund. Vertreter der
Stallinger Swiss Timber (neue Sägerei in
Domat/Ems/GR), der Schilliger Holz AG
(neues Sägereiprojekt in Luterbach/SO),
des Sägereiprojekts in Niederbipp/BE sowie
des Projekts Aventibois (neuer Laubholzverarbeitungskomplex in Avenches/VD)
stellten ihre Projekte vor.
Parlamentswahlen 2007
Glänzende Wiederwahl von Nationalrat Max Binder
Nationalrat Max Binder, Zentralpräsident von Waldwirtschaft Schweiz,
schaffte eine glänzende Wiederwahl in
den Nationalrat. Mit 150 078 Stimmen
erzielte er das viertbeste Resultat aller
34 gewählten Nationalrätinnen und
Nationalräte aus dem Kanton Zürich.
Wir gratulieren Max Binder herzlich zu
diesem Erfolg. Max Binder kann somit
weiterhin mit viel Rückhalt die Anliegen
der Waldeigentümer und der Waldwirtschaft in Bundesbern vertreten.
W A L D U N D H O L Z 11/0735
36
W A L D U N D H O L Z 11/07
HOLZVERWENDUNG
Neue Wundermittel für den Holzschutz?
Nanotechnologie für
Holzoberflächen
Neuerdings hört und liest man
viel über Nanobeschichtungen
zum Schutz von bewitterten
Holz­
oberflächen. Wahre Wun­
dermittel seien dies, wird in der
Werbung manchmal verspro­
chen. Doch welche Schutzfunktio­
nen kann die Nanotechnologie
tatsächlich erfüllen, welche tech­
nologischen Ansätze stehen
dahinter und wo liegen heute
die Grenzen dieser Produkte?
Foto: Lignum
Die Nanotechnologie ist ein aktuelles
Forschungsgebiet, dem ein grosses Poten­
zial für technische Entwicklungen beigemessen wird und aus dem bereits eine
Vielzahl von neuen Anwendungen herDr. Gerhard Gruell*
vorgegangen ist. Sie beschäftigt sich mit
einer faszinierenden, kleinen Welt mit
unvor­
stellbar kleinen Strukturen in der
Grössenordnung von 10–9 m (entspricht
1 nm). Der Durchmesser eines Nanopar­
tikels verhält sich zu einem Fussball etwa
so wie der Durchmesser eines Fussballs
zur Erdkugel!
Die Grundlagen für die Herstellung und
Manipulation von Strukturen im Nano­
meterbereich liefern einerseits immer präziser werdende Fertigungsmethoden, die
in immer kleinere Massstäbe vordringen
(Top Down Ansatz) und anderseits chemische Technologien zur Funktionalisierung von Molekülen und Ausbildung von
organisierten Schichten und Strukturen
(Bottom Up Ansatz). Nicht selten dient die
Natur als Vorbild für technische Entwicklungen, da bestimmte Funktionalitäten,
die bei Tieren und Pflanzen zu beobachten sind, auf perfekt ausgebildete Feinststrukturen zurückzuführen sind, die vom
Menschen jedoch nur unvollkommen
nachgebaut werden können.
Der Begriff «Nanotechnologie» definiert sich nur über die Grösse der Strukturen oder Partikel, die zur Anwendung
kommen. Diese liegen zwischen 1 nm
*Holzforschung Austria, AT-1030 Wien,
www.holzforschung.at
Viele moderne Holzhäuser (hier das Passivhaus «Sunny Woods» am Stadtrand von Zürich)
benötigen guten Holzschutz.
und 100 nm, also in der Grössenordnung
von Molekülen und Molekülgruppen. Die
Anwendungsbereiche sind daher sehr
vielfältig und viele Entwicklungen und
Forschungsansätze liegen auf den Gebieten der Elektronik, Medizin und Biotechnologie.
Nanobeschichtungen zum Schutz für
bewitterte Holzoberflächen sind in den
letzten Jahren verstärkt am Markt aufgetreten und werden intensiv beworben. In
der Vermarktung werden die Produkte im
Vergleich zu üblichen Beschichtungen mit
Lacken und Lasuren meist als Alternative
mit vielen Vorteilen dargestellt. Man muss
sich daher die Frage stellen: «Bringt die
Nanotechnologie das Wundermittel für
Holzoberflächen?»
Feuchteschutz mit Nanotechnologie
Eine grosse Zahl an Nanoprodukten
wird zur Hydrophobierung des Holzes
ange­boten, häufig in Form von Sprays.
Durch den Auftrag von sehr dünnen
Schichten erreicht man in der Tat ein Abperlen von Wassertropfen, was auch auf
Hirnholzflächen und Rissen funktioniert.
Dies soll einen Feuchteeintritt verhindern,
während die Wasserdampfdurchlässigkeit
der Oberfläche nicht vermindert wird.
Von dem so erzielten «Gore-Tex®-Effekt»
verspricht man sich einen optimalen
Feuchtehaushalt des Holzes.
Diese Nanoprodukte sind so genannte
Nanosole. Sie basieren auf der Sol-GelTechnologie und enthalten organofunk­
tionelle Silane oder Siloxane (Mai et al.
2003). Das sind Bausteine aus Siliziumverbindungen, die mit bestimmten funktionellen Gruppen versehen werden, durch
welche sich die Eigenschaften gezielt einstellen lassen. Dadurch können bifunktionelle Moleküle erzeugt werden, die auf
der einen Seite hydrophobe (wasser­
abstossende) oder hydrophile (wasseranziehende) Endgruppen zur Beeinflussung
der Oberflächeneigenschaften aufweisen,
und auf der anderen Seite Gruppen zur
Anbindung an das Substrat. Auf der Holz­
oberfläche kommt es zu einer Selbst­
orientierung und Vernetzung dieser
Moleküle, so dass nach theoretischen
­
Modellen eine nanometerdünne Schicht
aus einer Moleküllage (SelfAssembled
W A L D U N D H O L Z 11/0737
HOLZVERWENDUNG
Faszinierende
Abperleffekte durch
Nanosole. Das Holz
nimmt aber trotzdem Wasser auf,
wenn auch weniger
als unbehandelt.
Wasseraufnahme (g/m2*72 h)
Monolayer) mit gerichteten Eigenschaften
entsteht (Bhushan 2007). Zum Substrat
sollen möglichst hohe Bindungskräfte
­
ausgebildet werden, und an der Ober­
fläche bewirken die funktionellen Endgruppen den gewünschten Effekt.
Derartige Produkte zeigen auf Holz­
oberflächen faszinierende Abperleffekte.
Untersucht man den Feuchteschutz
­dieser Beschichtungen in einem Wasserlagerungsversuch, dann ist im Vergleich
zu unbehandeltem Holz eine gewisse
­Reduktion der Wasseraufnahme von beschichteten Proben erkennbar (Abb. 1).
Deutlich bessere Effekte werden aber mit
Dünnschichtlasuren erreicht, die Bindemittel enthalten. Dauerberegnungsversuche liefern sehr ähnliche Ergebnisse. Die
Wasserdampfdurchlässigkeit der Oberflächen wird durch die Nano­beschichtungen
praktisch nicht verändert. Ein etwas besserer Feuchteschutz kann auf Holz durch
Imprägnierungen mit nanoskaligen Produkten in hoher Konzentration erreicht
werden (Mai et al. 2005, De Vetter und
Van Acker 2005).
Hydrophobierende Nanobeschichtun­
gen zeigen auf bewitterten Holzober­
flächen nur eine bedingte Wirksamkeit.
Sie weisen in der Regel keinen Lichtschutz
und keinen bioziden Schutz für die Holz­
oberflächen auf und können deshalb die
Abwitterungsprozesse des Holzes nur
­relativ kurze Zeit verzögern. In Bewitterungsversuchen hat sich im Vergleich zu
unbehandeltem Holz eine geringere
Rissbil­
dung und Erosion von Holzober­
flächen gezeigt, die Vergrauung des
Holzes konnte aber nicht verhindert
­werden. Kombinationen mit klassischen
Holzbeschichtungen sind möglich, aufgrund der Hydrophobierung ist aber die
Verträglichkeit der Beschichtungsstoffe
einschliesslich Renovierungsprodukte zu
bedenken, um Haftungsstörungen zu
vermeiden.
Lichtschutz mit Nanotechnologie
Bei lasierenden Beschichtungen auf
Holzoberflächen wird oft eine hohe Transparenz gewünscht. Ideal wären farblose
Beschichtungen, mit denen die natürliche
Farbe des Holzes erhalten bleibt. Die
Nano­
technologie liefert hierzu transparente Lichtschutzmittel für Lacke. Es handelt sich dabei um nanoskalige anorganische Pigmente wie TiO2, ZnO oder
Eisenoxid, die so kleine Partikel aufweisen, dass das sichtbare Licht nicht mehr
gestreut wird und sie ihre Eigenfarbe verlieren (Brock et al. 1998). In Beschich-
38
W A L D U N D H O L Z 11/07
Abbildung 1: Ergebnisse von Wasserlagerungsversuchen nach EN 9275 und Dauerberegnungsversuchen über 72 Stunden mit beschichteten Fichtenholzproben im Vergleich zu
unbehandeltem Fichtenholz.
tungsfilmen verteilt, absorbieren diese
nanoskaligen transparenten Pigmente
den UV-Anteil des Sonnenlichtes sehr gut
und bieten damit einen guten Lichtschutz
für das Holz (Abb. 2). In Kombination dazu
werden andere transparente Lichtschutzmittel wie organische UV-Absorber und
HALS (Hindered Amine Light Stabilizer)
eingesetzt. Mit diesen Additiven wird
nicht nur die Holzoberfläche, sondern
auch das Bindemittel des Lacks vor UVLicht geschützt, um den fotochemischen
Abbau der Holzsubstanz und die Versprödung des Bindemittels zu verhindern.
Transmission (%)
HOLZVERWENDUNG
ohne Lichtschutzmittel
organischer UV-Absorber
nanoskaliges TiO2
Wellenlänge (nm)
Auf diese Weise kann die Dauerhaftigkeit von farblosen Beschichtungen bei
Bewitterung deutlich verbessert werden.
Entscheidendes Kriterium dafür ist die
richtige Abstimmung der Lichtschutz­
additive im Beschichtungssystem, be­
stehend aus Grundierung und Deck­
beschichtung. Die Schichtdicke der
Deckbeschichtung spielt für die Wirksamkeit der transparenten Pigmente eine
Rolle. Je höher die Schichtdicke, umso
besser ist die UV-Absorption. Nanoskalige
anorganische Pigmente können mitunter
den Beschichtungsfilm etwas milchig erscheinen lassen.
Selbstreinigende Ober­
flächen mit Nanotechnologie
In der Funktionalisierung von Ober­
flächen wird bei verschiedenen Anwendungen ein Selbstreinigungseffekt oder
eine leicht zu reinigende Oberfläche (easy
to clean) angestrebt. Ein sehr bekanntes
Vorbild aus der Natur ist das Blatt der
Lotus­pflanze (Netumbo nucifera), bei
dem aufgrund einer feinen Mikrostruktur
in Verbindung mit eingelagerten Wachskristallen eine stark wasserabweisende
Wirkung erzielt wird. Gleichzeitig können
Verschmutzungen nicht an der Ober­
fläche anhaften und die Schmutzpartikel
werden vom Regenwasser leicht abge­
waschen (Barthlott und Neinhuis 1997).
Eine Holzoberfläche weist aufgrund
des Holzaufbaus und der Qualität der Bearbeitung (sägerau, gehobelt, geschliffen)
bereits eine bestimmte Feinstruktur auf.
Eine Oberflächenstrukur wie am Lotusblatt kann daher direkt auf der Holzoberfläche nicht erzeugt werden. Eine starke
Hydrophobierung ist mit Nano­solen möglich, wie oben bereits beschrie­ben. Bewit-
Abbildung 2:
Vergleich der
Lichtdurchlässigkeit
von transparenten
Beschich­
tungs­filmen
mit und
ohne Lichtschutzmittel.
terungsversuche von derartig behandelten Holzoberflächen haben aber gezeigt,
dass damit allein noch kein Selbstreinigungseffekt zu er­zielen ist. Oberflächen
von Beschichtun­
gen können hingegen
mit Feinstrukturen versehen werden,
­wodurch der «Lotus-Effekt» hier besser
nachgestellt werden kann. Bisher existieren am Markt erst Beschichtungen für
mineralische Fassaden mit Selbstreinigungseffekt. Für Holzoberflächen sind
noch keine marktreifen Produkte bekannt.
Ein weiterer Ansatz zur Selbstreinigung
ist die Anwendung von fotokatalytisch
aktivem TiO2. Dieser nützt den Effekt,
dass TiO2-Pigmente bei Sonnenlichteinstrahlung an ihrer Oberfläche zur Bildung
von Radikalen aus organischen Substanzen sowie Wasser und Sauerstoff bei­
tragen. Solche Radikale können Ver­
unreinigungen an der Oberfläche der
Grenzfläche anlösen, aber auch Schadstoffe in der Luft abbauen. Dieser Effekt
wird bei Keramikoberflächen, Dachziegeln, Fensterglas und lnnenwandfarben
bereits angewendet (Burgeth 2006). Für
Holzbeschichtungen im Aussenbereich
existieren derzeit noch keine Anwendungen. Wenn TiO2 als Pigment in Lacken
eingesetzt wird, hätte seine fotokatalytische Aktivität nämlich negative Auswirkungen: Das Bindemittel würde durch die
gebildeten Radikale zerstört. TiO2-Pigmente in Lacken werden daher mit einer
sehr dünnen Beschichtung zum Beispiel
aus SiO2 überzogen, um die fotokatalytische Aktivität zu unterbinden (Brock et
al. 1998).
Auf Glas werden Behandlungen mit
Organosilan-Monolayern und fotokatalytisch aktivem TiO2 bereits angewendet,
um selbstreinigende oder easy-to-clean
Oberflächen zu erhalten. Die Hersteller
dieser Produkte verfolgen zwei verschiedene Strategien: Einerseits wird versucht,
mit einer extrem hydrophoben Aus­
rüstung des Glases mit Organosilan
Mono­
layern ein Abperlen des Wassers
und dadurch eine leichtere Reinigung
(meist ohne Reinigungsmittel) zu ermöglichen. Im anderen Ansatz wird über die
Aufbringung einer sehr hydrophilen und
fotokatalytisch aktiven Beschichtung aus
TiO2 ein Selbstreinigungseffekt erzeugt,
bei dem ein gleichmässiger Wasserfilm
die angelösten Verunreinigungen abwäscht. Beide Systeme werden schon
heute industriell angewendet.
Biozide Ausrüstung mit
Nanotechnologie
Die biozide Ausrüstung ist ein wichtiger Bestandteil von Beschichtungen auf
bewitterten Holzoberflächen, vor allem
um den Bewuchs mit Schimmel, Bläue­
pilzen und Algen zu vermeiden, der zu
Verfärbungen und zum Abbau von Beschichtungsfilmen beiträgt. Nanosilber
wird dafür als alternativer Wirkstoff angeboten. Eingesetzt werden nanoskalige
Silberpartikel, aus denen bei Anwesenheit von Wasser und Sauerstoff (also
genau dann, wenn auch das Wachstum
von Mikroorganismen möglich ist) Silber­
ionen freigesetzt werden. Diese Ionen
hemmen das Wachstum von Bakterien
und Pilzen (Haufe et al. 2005). Silber ist
für den Menschen nicht toxisch und ­bietet
daher ein sehr gutes Verhältnis zwischen
mikrobieller Aktivität und Toxizität (Rössler 2006).
Anwendungen liegen im Bereich von
antibakteriellen Beschichtungen zum Beispiel in Krankenhäusern, auf Textilien (z.B.
Matratzenbezüge) und auf Glasoberflächen für Flaschen und Ampullen. Bisher
existieren für Holzoberflächen noch keine
ausreichenden Erfahrungen mit Nano­
silber als Biozid und dessen Wirksamkeit
gegenüber holzverfärbenden Organismen (Schimmelpilze, Bläuepilze, Algen).
Erste Ergebnisse aus Bewitterungsver­
suchen sind zum Teil gegensätzlich
­(NanoSys GmbH 2007, Rössler 2006).
Biozide können auch mit Nanosolen
eingebracht werden, in welche Aminogruppen, quaternäre Ammonium-Verbindungen oder Bor eingebettet sind. Die
hydrophobe Wirkung der Organosiloxane
reduziert die Auswaschung, was vor allem
beim fungiziden und insektiziden Wirkstoff Bor zu einer kontrollierten Abgabe
führen kann (Haufe et al. 2005) (Anm.:
Dieser Wirkstoff hat jedoch keine WirkW A L D U N D H O L Z 11/0739
HOLZVERWENDUNG
samkeit gegenüber Bläuepilzen). Kommerzielle Anwendungen derartiger Systeme im Holzbereich sind bisher noch
nicht bekannt.
Wundermittel für Holzoberflächen?
Die Nanotechnologie bietet also viele
Möglichkeiten, mit denen verschiedene
Effekte und Schutzfunktionen auf Holz­
oberflächen erreicht werden können.
Sie hat nach wie vor ein sehr grosses
Entwicklungs­
potenzial und die zahlrei­
chen Forschungsaktivitäten lassen in den
nächs­ten Jahren weitere Fortschritte erwarten. Wunder kann man aber auch
damit keine bewirken!
Der Schlüssel für erfolgreiche zukünftige Entwicklungen für den Holzbereich
liegt wohl nicht im kontroversiellen Marketing, sondern in der sinnvollen Kombination von Funktionalitäten und der Symbiose mit der klassischen Lacktechnologie.
Nanoschichten, Nanopartikel und Nanostrukturen sind eine interessante Erweiterung im Baukasten von Lackformulierern,
40
W A L D U N D H O L Z 11/07
mit der zusätzliche Effekte realisiert und
die intelligent in Beschichtungssysteme
eingebaut werden können. Dabei ist
immer zu bedenken, dass Beschichtungen
für Holzoberflächen im Aussenbereich
alle Funktionen erfüllen müssen, die für
einen dauerhaften Schutz des Holzes notwendig sind.
Was bleibt sind die Wunder der Natur,
die wir mit unseren begrenzten Mitteln
der Technik immer wieder zu kopieren
versuchen. Das gelingt uns bisher aber
nur ansatzweise.
Literatur
W. Bartholott, C. Neinhuis (1997): Purity of the sacred
lotus, or escape from contamination in biological
surfaces. Planta 202: 1–8.
B. Bhushan (2007): Handbook of Nanotechnology.
Ed.: Bushan, 2nd Edition, Springer Verlag, Berlin
2007.
T. Brock, M. Groteklaes, P. Mischke (1998): Lehrbuch
der Lacktechnologie. Vincentz Verlag, Hannover
1998.
G. Burgeth (2006): Anwendung von fotokatalytisch
aktivem TiO2 in Wandfarben. Proceed. Nano@
­surface, ofi Forschungsinstitut, Wien.
L. De Vetter, J. Van Acker (2005): Standard Testing of
Organosilicon Compounds as Wood Modification
Agents. Proceed. 2nd European Conference on
Wood Modification, University of Göttingen.
H. Haufe, A. Thron, D. Fiedier, B. Mahltig, H. Böttcher
(2005): Biocidal nanosol coatings. Surface Coatings International Part B: Coatings Transactions
88, Bl, 55 60.
C. Mai, S. Donath, H. Militz (2003): Einsatz von Sili­
ziumverbindungen zur Holzvergütung. Proceed.
23. Holzschutztagung der DGfH.
C. Mai, S. Donath, O. Weigenand, H. Militz (2005):
Aspects of Wood Modification with Silicon Compounds: Material Properties and Process Development. Proceed. 2nd European Conference on Wood
Modification, University of Göttingen.
NanoSys GmbH (2007): Produktinformationen zu
Nano Perl 118FAG, www.nanosys.ch.
A. Rössler (2006): Chancen der Nanotechnologie im
Bereich Holzschutz. Proceed. Nano@surface, ofi
Forschungsinstitut, Wien.
Dank
Die Grundlage für diesen Beitrag lieferten Literatur­
recherchen und Forschungsergebnisse aus dem
Forschungs­projekt «Brightwood – Entwicklung von
hellen und transparenten Beschichtungssystemen für
Holz im Aussenbereich mit neuen UV- und Feuchteschutzkonzepten unter Einbeziehung nanotechnologischer Ansätze». Dieses Projekt wird an der Holzforschung Austria im Rahmen des Kompetenzzentrums
Holztechnologie mit Förderung durch das Bundes­
ministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), die
Firmen Adler Werk Lackfabrik, Akzo Nobel Deco
GmbH, Avenarius Agro GmbH, Ciba Speciality Chemicals Inc., Collano AG, Isocell VertriebsgmbH, Holz
Leeb GmbH, NanoSys GmbH, Remmers Baustofftechnik GmbH, den Fachverband der Holzindustrie Österreichs und die Österreichischen Bundesforsten durchgeführt.
FORSTBETRIEB
Holzverkauf im Inland
Der Kunde zahlt nicht – was nun?
Die «Holz AG» lieferte grössere
Mengen Rundholz an die «Säge
GmbH». Die ersten Lieferungen
wurden bezahlt; nach wie vor
offen sind die letzten beiden
Liefe­
rungen. Der Geschäftsfüh­
rer der «Säge GmbH» beteuerte
zwar noch und noch, das Geld
würde demnächst einbezahlt.
Dies war leider bis heute nicht
der Fall. Alle Besprechungen und
Mahnungen fruchteten nichts.
Was kann die «Holz AG» tun?
Niemand darf geschuldetes Geld auf
eigene Faust eintreiben. Selbsthilfe ist
­verboten. Der Staat stellt aber Mittel zur
Durchsetzung von Forderungen zur Verfügung. Entsprechende Regelungen finVon Andreas Wasserfallen*
den sich im Bundesgesetz über Schuld­
betreibung und Konkurs (SchKG). Die
«Holz AG» muss sich an das zuständige
Betreibungsamt wenden und dort für die
geschuldete Geldsumme ein Betreibungsbegehren stellen.
Juristische Personen haben ihren Betreibungsort am statutarischen Sitz. Das
gilt auch für Zweigniederlassungen (Filialen). Wer gegen die Zweigniederlassung
einer Unternehmung vorgehen will, muss
die Betreibung am Hauptsitz der Gesellschaft einreichen. Dieser ist im Handels­
register eingetragen. Er kann zum Beispiel
im Internet unter www.zefix.ch (zentraler
Firmenindex) abgefragt werden. Anders
ist die Rechtslage bei Tochtergesellschaf­
ten. Sie sind im Handelsregister als selbstständige Unternehmen eingetragen und
deshalb an ihrem Sitz zu betreiben.
Für das Betreibungsbegehren stehen
vorgedruckte Formulare zur Verfügung
(vgl. www.betreibung-konkurs.ch). Nach
Prüfung des Betreibungsbegehrens stellt
das Betreibungsamt dem Schuldner einen
Zahlungsbefehl zu. Zum Teil wird auf eine
solche amtliche Aufforderung die Schuld
(endlich) bezahlt. Dann ist das Verfahren
beendet. In unserem Fall erhebt die «Säge
GmbH» bei Zustellung des Zahlungs­
befehls jedoch Rechtsvorschlag. Das ist
zulässig, selbst wenn die Schuld klar be*Dipl. Ing.-Agr. ETH und Rechtsanwalt, Bern
Vertrauen ist gut, Sicherheiten sind besser. Klare, schriftliche Verträge mit Kunden vereinfachen ein eventuelles späteres Betreibungsverfahren.
steht. Damit ist das Betreibungsverfahren
blockiert.
Vereinfachtes Verfahren
Es ist nun an der «Holz AG», das Verfahren wieder in Gang zu bringen. Sie
muss den Rechtsvorschlag richterlich beseitigen lassen. Zum Glück kann sie die
Schuld der «Säge GmbH» detailliert nachweisen: Für die fraglichen Lieferungen
besteht ein schriftlicher Vertrag, in welchem die zu liefernde Menge Holz und
der dafür geschuldete Preis genau auf­
geführt ist. Das allein würde jedoch als
Rechtsöffnungstitel noch nicht reichen,
denn die «Säge GmbH» könnte dann im
Verfahren einfach behaupten, die Holz­
lieferung sei gar nicht erfolgt. Nehmen
wir aber an, die «Holz AG» könne durch
Lieferscheine, welche von der «Säge
GmbH» beziehungsweise deren Vertreter
unterschrieben wurden, klar belegen,
dass sie ihre Leistung richtig erbracht hat.
Diese Dokumente gelten als Schuldanerkennung. Für solche Fälle stellt das SchKG
ein kurzes, summarisches Gerichtsver­fahren
zur Verfügung. Beim zuständigen Richter ist
schriftlich die so genannte Rechtsöffnung
zu beantragen (auch dafür gibt es vor­
gedruckte Formulare). Der Richter wird,
­estützt auf die eingereichten Dokug
mente, die provisorische Rechtsöffnung
gewähren. Sofern die «Säge GmbH»
gegen diesen Entscheid nicht ein Rechtsmittel ergreift oder Klage erhebt, ist damit
die durch den Rechtsvorschlag entstandene Blockade beseitigt. Das Betreibungsverfahren kann weitergeführt werden.
Hätte die «Holz AG» ihr Holz ohne
schriftlichen Vertrag und ohne unterzeichnete Lieferscheine abgegeben, wäre
ein solches vereinfachtes Verfahren nicht
möglich. Sie müsste im ordentlichen,
meist langwierigen Verfahren vor dem
Richter die Lieferungen sowie das Vorliegen und die Höhe der Schuld beweisen
(z. B. mittels Zeugen).
Betreibung auf Konkurs
Ist der Rechtsvorschlag beseitigt, hat
der Gläubiger beim Betreibungsamt
mündlich oder schriftlich das so genannte
Fortsetzungsbegehren zu stellen. Meist
wird dafür ebenfalls ein vorgedrucktes
Formular verwendet. Ein Fortsetzungsbegehren ist auch in denjenigen Fällen notwendig, in welchen der Schuldner auf
den Zahlungsbefehl gar nicht reagierte.
Da die «Säge GmbH» im Handelsregister
eingetragen ist, kommt die Betreibung
W A L D U N D H O L Z 11/0741
FORSTBETRIEB
auf Konkurs zum Zug. Das Betreibungsamt stellt der «Säge GmbH» die so genannte Konkursandrohung zu. Reagiert
die «Säge GmbH» nicht, kann die «Holz
AG» – auch da in der Regel wieder mittels
eines vorgedruckten Formulars – beim zuständigen Richter die Eröffnung des Konkurses über die «Säge GmbH» beantragen. Spricht dieser den Konkurs aus, wird
in der Folge das gesamte Vermögen der
«Säge GmbH» beschlagnahmt. Zur Feststellung, wer zu den Gläubigern gehört,
erfolgt ein Schuldenruf. Das Kon­kursamt
veröffentlicht ihn im Schweizerischen
Handelsamtsblatt (SHAB, vgl. www.shab.
ch) und im kantonalen Amtsblatt. Schliesslich wird das vorhandene Vermögen verwertet und der Erlös unter den Gläubigern
verteilt.
Für den ungedeckt gebliebenen Teil seiner Forderung erhält jeder Gläubiger einen
Verlustschein. Handelte es sich beim Schuldner – wie hier – um eine juristische Person,
hilft der Verlustschein dem Gläubiger aber
nichts mehr. Mit Abschluss des Konkurs­
verfahrens wird die betreffende juristische
Person im Handelsregister gelöscht. Sie hört
auf zu existieren. Gegenüber einer nicht
mehr existierenden juristischen Person kön-
42
W A L D U N D H O L Z 11/07
nen später keine Forderungen mehr geltend gemacht werden.
Betreibung auf Pfändung
Anders würde sich die Lage präsentieren, wenn es sich beim Schuldner um eine
natürliche Person handelt. Schuldet zum
Beispiel eine Privatperson der «Holz AG»
Geld für Holzlieferungen, läuft das Verfahren bis zur Einreichung des Fortsetzungsbegehrens gleich wie oben beschrieben. Danach wird es als Betreibung
auf Pfändung fortgeführt. Das Betreibungsamt wird, falls dies möglich ist, Vermögenswerte des Schuldners pfänden,
das heisst beschlagnahmen.
Am einfachsten ist meist eine Lohnpfändung. Dies ist aber nur so weit möglich, als der Lohn das so genannte Exis­
tenzminimum überschreitet. Auch das
Einkommen eines selbstständig Erwerbenden kann unter dieser Voraussetzung
gepfändet werden.
Ist eine erfolgreiche Pfändung möglich,
liegt der Ball erneut beim Gläubiger. Die
«Holz AG» muss beim Betreibungsamt
das so genannte Verwertungsbegehren
stellen, in der Regel wiederum mittels vor-
gedrucktem Formular. Nach Abzug der
Betreibungskosten wird der Verwertungserlös zur Deckung der betriebenen Schuld
verwendet. Konnte nichts gepfändet
werden, oder ergibt die Verwertung nur
eine teilweise Deckung der Schuld, stellt
das Betreibungsamt für den offen ge­
bliebenen Teil einen Verlustschein aus.
Ein solcher Verlustschein erleichtert dem
Gläubiger die Eintreibung seiner vorerst
ausgefallenen Forderung in einem zukünftigen Verfahren.
Vorsichtsmassnahmen
ergreifen
Es lohnt sich auf jeden Fall, mit den
Kunden klare Abmachungen zu treffen
und diese schriftlich festzuhalten. Wird
nicht gleichzeitig mit der Lieferung bezahlt, sind der Erhalt der Ware und der
vereinbarte Preis zu quittieren. Bestehen
Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des
Kunden, kann es sich lohnen, vorgängig
einen Betreibungsauszug einzuholen.
Bei grösseren Geschäften stellt sich die
Frage nach Sicherheiten. In Frage kommen zum Beispiel Pfandrechte, Bürgschaften und solidarische Haftungen.
AUS DEN REGIONEN
Graubünden
Bäumige Idee gegen Bewegungsarmut
Unsere Kinder werden immer unbe­
weglicher und unkoordinierter. Diese
Tatsache hat schon vor zwei Jahren
graubünden sport und das Amt für
Wald im Rahmen des Internationalen
Jahrs des Sports und der Sporterzie­
hung sowie der Kampagne «Wald be­
wegt!», veranlasst, die Aktion SilvaParcours zu lancieren. Inzwischen sind
im Kanton Graubünden bereits 17 sol­
che Parcours realisiert worden.
Die Geschichte des Silva-Parcours nahm
ihren Anfang, als die Organisatoren des
Internationalen Tages des Waldes für das
Jahr 2005 das Thema «Wald bewegt!»
ausriefen. Das Amt für Wald Graubünden
nahm dieses Motto auf und setzte sich
schon früh mit graubünden sport in Verbindung, um die Bereitschaft und das
Inte­
resse für eine gemeinsame Aktion
zu signalisieren. Dieses Angebot wurde
aktuell, als graubünden sport über­
­
raschend und sehr kurzfristig Gelegenheit
erhielt, an der Churer Handels-, Industrieund Gewerbeausstellung HIGA einen
Stand zum Thema «Sportliche Kids aus
Graubünden» zu präsentieren. Innert
zwei Wochen entstand eine kompakte
«Waldsportanlage» für Kinder, welche
buchstäblich in letzter Sekunde vor der
HIGA-Eröffnung fertig gestellt wurde. Der
kleine Waldparcours entwickelte sich
­sofort zum Publikumsmagnet und wurde
schliesslich von über 1500 Kindern absolviert.
Der Erfolg dieses Prototyps veranlasste
graubünden sport, die kleine Waldsportanlage für Kinder zur «Produktionsreife»
zu bringen und mit der Aktion Silva-­
Parcours die Errichtung möglichst vieler
solcher Anlagen im Kanton zu propa­
gieren.
Der Silva-Parcours ist ein normierter
Hindernisparcours für Kinder, welcher
­gemäss offiziellen – von der BfU abgesegneten – Bauplänen mit finanzieller Unterstützung von graubünnden sport gebaut
werden kann. Gemeinden, Tourismus­
organisationen usw., welche sich bereit
erklären, einen solchen öffentlichen Parcours zu erstellen, werden bis auf Wei­
teres mit einem Sport-Fonds Beitrag von
50% der Herstellungskosten, im Maximum Fr. 4000.–, unterstützt.
Der Aufbau in Form eines Parcours ermöglicht den Kindern, sich untereinander
zu messen und gibt ihnen so einen zusätzlichen Ansporn, sich sportlich zu be-
Dieser wunderschön gelegene Silva-Parcours wurde als einer der ersten bei der Blockhütte
Bot Mulins in Bonaduz realisiert.
tätigen. Neben den bewussten Bewegungsabläufen an der frischen Luft sollen
die Kinder zwischen fünf und zehn Jahren
aber auch die Atmosphäre unserer Bündner Wälder kennen lernen. Der Parcours
ist somit auch eine gute Gelegenheit für
die Forst- und Werkgruppen der Gemeinden, sich der Bevölkerung mit einem sympathischen Holz-Bauwerk zu präsentieren. Beat Philipp
Kanton Bern: Feuerverbot bei der Waldbewirtschaftung
Ausnahmen bewilligen die Waldabteilungen
In den Wäldern des Kantons Bern ist
es grundsätzlich verboten, Rückstände
von Holzschlägen (Schlagabraum) zu
verbrennen. Ab Oktober 2007 ertei­
len die Waldabteilungen jedoch in
begründeten Fällen Ausnahmebewil­
ligungen.
Schlagabraum darf ausnahmsweise
unter Auflagen verbrannt werden,
wenn:
– er von Forstschädlingen befallen ist,
die eine unmittelbare Gefahr für den
Wald darstellen
–er nicht mit vertretbarem Aufwand
gesammelt und weggetragen werden
kann, insbesondere in Bacheinhängen
und Bachbetten (Verklausungsgefahr)
und auf sehr steilen Landwirtschaftsflächen
– es die Arbeitssicherheit erfordert
– es zur Pflege von Wytweiden notwendig ist.
Die Ausnahmebewilligung kann beim
zuständigen Revierförster beantragt werden. Sie muss vorliegen, bevor mit dem
Verbrennen begonnen wird. Auch mit
einer Bewilligung darf nur gefeuert werden, wenn wenig Rauch entsteht. Mottfeuer sind verboten. Grill- und Lagerfeuer
sind von der Regelung nicht betroffen,
wenn an geeigneten Orten und mit
trockenem Holz gefeuert wird. Detail­
­
informationen und ein Merkblatt sind
unter www.be.ch/wald verfügbar.
Informationsdienst des Kantons Bern
W A L D U N D H O L Z 11/0743
AUS DEN REGIONEN
Anerkennungspreis zum zweiten Mal vergeben
Der «St. Galler Holzchopf» 2007
Der Preis der Holzkette St. Gallen ist
zum zweiten Mal verliehen worden.
«St.Galler Holzchopf 2007» ist der
Treppenbauer Fritz Rutz aus Bazen­
heid. Gleichzeitig wurden vier Aner­
kennungspreise vergeben.
Fritz Rutz' Innovation und Kreativität
im Bereich Treppenbau, sein Ideenreichtum und die Ausstrahlung weit über die
Ostschweiz hinaus finden damit eine offizielle Würdigung. Fritz Rutz baut Treppen
für den gesamten europäischen Raum:
von Monaco bis Moskau, für das einfache
Wohnhaus wie auch für den repräsen­
tativen Firmenhauptsitz, für das Barockschloss wie auch für den Gewerbebau.
Der Mut zum Aussergewöhnlichen und
beste Qualitätsarbeit brachten ihm Erfolg.
Sein Ideenreichtum findet auch Niederschlag in mehreren Patenten, unter anderem auf seine Erfindung der Schwalbenschwanzverbindungen sowie weitere
Patente im Träger- und Messebau. Das
Engagement erstreckt sich stets über den
eigenen Betrieb hinaus. Und damit ist
Fritz Rutz ein wichtiger und vor allem ein
sehr aktiver und erfolgreicher Botschafter
für das St. Galler Holz.
Vier Anerkennungspreise
Neben dem eigentlichen Holzchopf
wurden vier Anerkennungspreise vergeben. Die Anerkennungspreise decken die
Politik und Holzwirtschaft in engem
Kontakt: Preisträger
Fritz Rutz und der
St. Galler Regierungsrat Dr. Josef
Keller (rechts). In
der Mitte: Sepp
Fust, Präsident der
Holzkette St.Gallen.
Bereiche Kunst/Kunsthandwerk, Brauchtum, Möbel und Jugend ab.
Oliver Lüttin, Degersheim, verhilft abgestorbenen Bäumen zu einem neuen
Leben – dies indem er aus ihnen ungewöhnliche Musikinstrumente schafft.
Seine Instrumente und Werke zeugen
von bewunderswerter Kreativität und
Origi­nalität.
Das Rheinholzen ist die grosse Leidenschaft von Werner Wolgensinger, Sevelen. Holz aus dem hoch gehenden Rhein
zu fischen, hat im Rheintal eine lange
Tradi­tion. Damit dieses Brauchtum, das
man in dieser Art nur im Alpenrheintal
kennt, weiterleben kann, braucht es das
Engagement von Leuten wie Werner
Wolgensinger.
Heinz Baumann, Altstätten, stellt ausschliesslich Möbel aus Massivholz her. Angewendet werden traditionelle Handwerkstechniken. Seine Möbel zeichnen
sich durch eine moderne Formensprache
aus. Leitgedanke ist, aus der Tradition
heraus Neues zu entwickeln, das den
­
heutigen Zeitgeist widerspiegelt.
Holz fasziniert alle Generationen. Dies
beweist Manuel Rüegg aus Schmerikon.
Der 15-jährige Lehrling ist seit seinem
fünften Lebensjahr ein begeisterter
Bogen­
schütze und baut seine Bögen
eigen­ständig. Manuel Rüegg wird damit
zu einem Vorbild für viele andere Jugendliche.
Meinrad Gschwend, 9450 Altstätten
In der kleinen Berggemeinde Monte/TI
haben Benno Meuwly und Curt Walter
Tann­häuser zusammen mit dem Kunst­
verein MonteArte ein spezielles Kunst­
projekt r­ ealisiert: Verschiedene Diabilder,
die den Wald der Umgebung zeigen, wurden auf Fassaden, Wände, Böden, Nischen
und Durchgänge im Dorf projiziert.
Der Wald, der immer näher ans Dorf heranwächst, wurde also – sozusagen in die
Zukunft blickend – ins Dorf hineingebracht. Mit den Lichtprojektionen wurden
zudem die räumlichen Gefüge im Dorf
­zersetzt: Häuser, Räume und Fassaden
­verloren ihr gewohntes Aussehen und ihre
gewohnte Funktion. Es entstanden neue,
überraschende und irritierende Perspek­
tiven. Die Werke zeigten somit auch wie
konditioniert und manipulierbar die
menschliche Wahrnehmung ist.
Andrea Gulgielmetti, Förster, Chiasso
44
W A L D U N D H O L Z 11/07
ÖKOLOGIE
Bäume mit Brandwunden
Pilze als Pioniere nach Feuer
Die Kenntnis der Überlebens­
chancen von Bäumen nach Wald­
bränden und das Wissen über
die Auswirkungen von Pilzen
und Insekten, die geschwächte
Bäume besiedeln, sind wichtige
Voraussetzungen für ein opti­
males Waldmanagement ehe­
maliger Brandflächen.
Die Entwicklung der Menschheit begann mit der Beherrschung des Feuers. In
der Natur stellt das Feuer, neben Stürmen
und Vulkanausbrüchen, einen der wichtigsten Störfaktoren in natürlichen Ökosystemen dar.
M. Conedera1, L. Lucini1,
O. Holdenrieder2
Dank der Feuerökologie weiss man
heute, dass in vielen Waldökosystemen,
wie zum Beispiel den borealen Nadel­
wäldern, dem kalifornischen Chapparal
oder der afrikanischen Savanne, das Feuer
eine entscheidende regulierende Rolle
spielt. Viele Pflanzen- und Tierarten haben
sich an Waldbrände angepasst. Zum Teil
brauchen sie diese sogar, um dauerhaft
überleben zu können (z.B. Föhrenzapfen,
die Samen erst nach starker Hitze ent­
lassen).
Feuer hat aber für den Menschen auch
negative Effekte, gerade wenn es Gebirgs­
wälder erfasst und dabei deren Schutzfunktion beeinträchtigt. In diesen Fällen
sind dann die Förster gefragt, um rechtzeitig waldbauliche und technische Massnahmen zur Verhütung von Folgeschäden
zu treffen.
Der Waldbrand bei Cugnasco
Zwischen dem 3. und 4. April 2006
brannten bei starkem Nordföhn am
Südhang oberhalb von Sasso Fenduto
­
(Gemeinde Cugnasco, Tessin) 55 ha
Wald. In diesem Gebiet, das sich von
450 bis 850 m ü. M. erstreckt und gemäss Waldbranddatenbank in den letzten 100 Jahren nie gebrannt hatte,
stockten ehemalige Kastanienniederwälder, gemischt mit Stiel- und Trauben­
eichen. Im oberen Bereich der Fläche
befindet sich auch ein Buchenbestand.
Die Kombination von Trockenheit, Wind,
Hangneigung (im Schnitt 60%) und
Anhäu­
fung von Brandgut erhöhte die
Intensität des Feuers, wie die Brand­
spuren an den Bäumen und die weisse
Asche deutlich zeigen (Abb. rechts). So
wurde bei vielen ­Bäumen (besonders bei
der Buche) durch die Hitze die Rinde zum
Abplatzen gebracht; bei der Eiche hin­
gegen wurden vor allem durch die grob-
borkige Rinde – die normalerweise vor
Feuer schützt – die Flammen in die Höhe
gezogen. Bis zum Juli 2007 haben sich
die Bäume zum Teil erholt, zum Teil sind
sie abgestorben (Abb. unten). Solche Bestände sind für die Forschung sehr wertvoll, denn über das Verhalten mittel­
europäischer Wälder nach Feuer ist
wenig bekannt.
So sahen die am meisten betroffenen
Bäume nach dem Brand im Wald von
­Cugnasco aus.
Welche Überlebenschancen
haben Bäume nach Feuer?
Wie stark ein Baum vom Feuer geschwächt wird, hängt von vielen Faktoren
ab: von der Intensität des Feuers (Flammenhöhe, Intensität und Dauer der
Wärme­
strahlung), der Abwehrfähigkeit
des Baumes gegen Hitze (isolierende
Grobborke, Schutz durch Nebenbäume),
1
WSL Forschungseinheit Ökosystemgrenzen,
Gruppe Insubrische Ökosysteme, 6500 Bellinzona.
2
ETH Zürich, Institut für Integrative Biologie (IBZ),
Forstschutz & Dendrologie, 8092 Zürich.
Die Brandfläche Cugnasco nach einem Jahr. Viele Edelkastanien haben zahlreiche
junge, vegetative Triebe.
W A L D U N D H O L Z 11/0745
ÖKOLOGIE
der Fähigkeit zur Regeneration geschädigter Gewebe (Überwallung von offenen
Wunden, Bildung von Ersatztrieben) und
dem Befall durch Schwächeparasiten und
Insekten.
Die Forschung über die Reaktion von
Bäumen auf Waldbrände ist in den
Vereinigten Staaten besonders aktiv. So
­
­wurden dort artspezifische Kriterien entwickelt, um aufgrund von Feuer­
verlet­
zungen die Überlebenschancen einzelner
Bäume abzuschätzen und die waldbau­
lichen Massnahmen zur Behandlung solcher Bestände sinnvoll zu planen.
In Europa wurden zu diesem Thema bis
jetzt nur vereinzelte Untersuchungen
durchgeführt, hauptsächlich im Mittelmeerraum über Föhren-Arten wie zum
Beispiel Pinus pinaster. Im Rahmen des
2006 gestarteten EU-Forschungsprojektes «Fire Paradox» wurde es möglich,
auch in den sommergrünen Laubwäldern
solche Beobachtungen durchzuführen.
Die WSL in Bellinzona nimmt dabei in der
Schweiz vor allem drei Baumarten unter
die Lupe. An Buche (Fagus sylvatica),
Eiche (Quercus petraea und Q. robur) und
Edelkastanie (Castanea sativa) untersucht
sie auf ausgewählten Waldbrandflächen
auf der Alpensüdseite folgende drei
­Aspekte:
– die direkten Brandspuren als Indikator
der Brandintensität (Höhe der Verkohlung am Stamm und Intensität der Verbrennung am Stammfuss);
– die am Baum entstehenden Schäden
(Absterben und Ablösung der Rinde,
Insektenbefall, Pilzbefall, Entlaubung,
Abbrechen von Kronenpartien) und
– die Reaktion des Baumes (Überwallung
der Wunden, neue Ausschläge in der
Krone, am Stamm und vom Stock).
Durch wiederholte Aufnahme dieser
Parameter werden für jeden Brand und
jede Baumart die Entwicklung des Gesundheitszustandes und die Reaktions­
fähigkeit der Bäume über mehrere Jahre
verfolgt.
Ideale Voraussetzungen für
Pilze
Die Schwächung grosser Bäume durch
Feuer ist eine ideale Voraussetzung für die
massive Besiedelung durch verschiedene
Pilze. In der Folge stellen wir die häu­
figsten Pilzarten vor, die im zweiten Jahr
nach dem Feuer auf der Brandfläche bei
Cugnasco (siehe Kasten auf Seite 45)
aufge­treten sind. Die Fotos wurden im
Juli 2007 gemacht.
Der Milchweisse Eggenpilz (Irpex
lacteus) gilt als eine in Mitteleuropa relativ
46
W A L D U N D H O L Z 11/07
Abbildung 1: Der Milchweisse Eggenpilz
(Irpex lacteus), ein typischer WeissfäuleErreger an Buche.
Abbildung 2: Der Striegelige Schichtpilz (Stereum hirsutum), ein weltweit verbreiteter Pilz
an Laubholzarten.
seltene Art, die in der Schweiz nur im Tessin
häufiger vorkommt. An Buche bilden sich
nach einem Feuer zahlreiche Fruchtkörper,
so dass der Stamm aus der Ferne ganz weiss
erscheint (Abb. 1). Die Fruchtkörper haben
unregelmässig zerschlitzte Poren, die zum
Teil in zähnchenförmige Strukturen aufgelöst sind. Der Pilz tritt an sehr stark durch das
Feuer verletzten Bäumen oft dominant auf
und verursacht eine Weissfäule, die schliesslich zum Abbrechen der Stämme führt.
Der Striegelige Schichtpilz (Stereum
hirsutum) ist einer der häufigsten Pilze
an Laubbäumen (vor allem an Eiche, Kastanie und Buche) mit nahezu weltweiter
Verbreitung. Die Fruchtkörper sind gelb-
lich gefärbt und haben – wie alle StereumArten – eine glatte, sporenbildende
Schicht auf der Hutunterseite. Die Hut­
oberseite ist zottig behaart (Abb. 2). Die
Art besiedelt nur relativ frisches Splintholz, wo sie eine streifenförmige Weissfäule verursacht. Sie kann sehr wahrscheinlich geschwächte Bäume zum
Absterben bringen. Nach Bränden in
Laubwäldern fruktifiziert dieser typische
Pionier fast regelmässig. Die Art ist sehr
variabel, im Bild sind unterschiedlich stark
gefärbte Fruchtkörpergruppen zu sehen,
die zu verschiedenen Myzel-Individuen
gehören. Die einzelnen Pilzmyzelien besiedeln oft streifenförmige, bis mehrere
Meter lange Zonen.
ÖKOLOGIE
Deutlich seltener als der Striegelige
Schichtpilz wurde auf der Brandfläche der
Ästchen-Schichtpilz (Stereum ochraceoflavum oder S. rameale) beobachtet, welcher sich vom erstgenannten durch eine
graue Färbung und das Fehlen einer im
Querschnitt erkennbaren dunklen Linie
unterhalb der Hutoberfläche unterscheidet.
Schizophyllum commune, der Gemeine Spaltblättling, ist ein einzig­
artiger Pilz, dessen bis zu 5 cm grosse,
muschelförmige Fruchtkörper sich durch
«Lamellen» auszeichnen, die an der
Lamellen­
kante gespalten sind (Abb. 3).
Dieses Merkmal ist besonders gut sichtbar, wenn man den Pilz anschneidet. Der
Spaltblättling ist ein typischer Vertreter
der «Sonnenbrandgesellschaft», einer
Artengruppe von Pilzen, die sehr häufig
nach Sonnenbrand an Baumstämmen
auftreten. Daneben besiedelt dieser weltweit verbreitete Weissfäuleerreger eine
Vielzahl verschiedener Holzsubstrate, zerstört Silageballen und infiziert gelegentlich sogar Menschen mit geschwächtem
Immunsystem, was zu einer sehr gefähr­
lichen Krankheit führen kann. Die Fruchtkörper können in trockenem Zustand
mehrere Jahre überleben.
Der Erreger des Kastanienkrebses
(der Schlauchpilz Cryphonectria parasitica) fruchtet nach Waldbränden besonders auffällig an der Edelkastanie und
gelegentlich auch bei Eiche (Abb. 4 links).
Interessant ist dabei, dass dieser Pilz nicht
nur den Krebs selbst, sondern auch grossflächig die normale Rinde besiedelt. Wir
wissen nicht, ob er bereits vorher in der
lebenden Rinde vorhanden war oder ob
er das Substrat nach dem Brand neu infiziert hat. Genauere Untersuchungen können auch Auskunft darüber geben, ob es
sich dabei um die aggressive oder um die
harmlose (hypovirulente) Form des Pilzes
handelt, die mit einem Virus infiziert ist.
Wäre letzteres der Fall, dann könnten
Wald­
brände indirekt zur biologischen
Kontrolle des Kastanienkrebses beitragen, denn die Hypovirulenz ist ansteckend.
Die Gattung Trichoderma umfasst
mehrere schwer unterscheidbare Arten
von sehr rasch wachsenden Schimmel­
pilzen, die als Mykoparasiten und Antibiotikabildner ökologisch von Bedeutung
sind. Sie bilden die Grundlage diverser
Präparate zur biologischen Bekämpfung
von Pflanzenkrankheiten. Die Abbildung 4
(rechts) zeigt einen ungewöhnlich aggressiven Befall eines Kastanienkrebses
Abbildung 3: Der Gemeine Spaltblättling
­(Schizophyllum commune ), ein typischer
Vertreter der «Sonnenbrandgesellschaft».
Abbildung 4: Der Schlauchpilz (Cryphonectria parasitica), der für die Entstehung des
Kasta­nienrindenkrebses verantwortlich ist (links) und Befall dieses Pilzes durch den Schimmelpilz ­Trichoderma sp. (rechts).
durch Trichoderma sp. Der Krebserreger
ist im Bereich der Infektionsstelle abgestorben. Der Schimmelpilz bildet dort
weisses Myzel und grünliche Sporen.
Kugelpilze
(Daldinia-Arten)
sind
Schlauchpilze (Askomyzeten), die speziell
an Waldbrände angepasst sind. Sie können Jahrzehnte lang unsichtbar sein, treten aber vor allem nach Bränden sehr
prominent auf. Es wird vermutet, dass sie
durch spezialisierte Insekten verbreitet
werden. Die Fruchtkörper sind knollenförmige Gebilde (Stromata), in deren
äussers­ter Zone sich zahlreiche winzige
kugelige Einzelfruchtkörper entwickeln
(Abb. 5). Im Querschnitt erscheint das
Stroma geschichtet, wobei sämtliche
Schichten innerhalb der gleichen Vegetationsperiode entstehen. Die Schichtung
kommt durch einen abrupten Wechsel
in der Ausrichtung der Hyphen zustande;
sie stabilisiert das ganze Gebilde. Die
Fruchtkörper speichern viel Wasser, so
W A L D U N D H O L Z 11/0747
ÖKOLOGIE
Abbildung 5. Kugelpilz (Daldinia sp.) an Buche (links) und im Aufschnitt mit Wachstumsschichten, die alle während einer Vegetationsperiode gebildet wurden (rechts).
dass sich die Sporen auch in Trocken­
perioden entwickeln können. Es gibt in
Europa mindestens acht sehr ähnliche
Daldinia-Arten; eine genaue Bestimmung
war hier nicht möglich, da der Pilz noch
nicht reif war.
Wirkungen dieser Pilze auf Bäume. Im
Experiment kann man die natürliche
Situa­tion kaum nachahmen. So hängt
zum Beispiel der ­Effekt eines Pilzes von
der Grösse ­seines im Baum verborgenen
Myzels ab. Hinzu kommt, dass sich
verschie­
dene Pilze gegenseitig be­
einflussen. Genaue Beobachtungen in
der Natur sind deshalb unerlässlich. Sie
tragen nicht nur zur Vorhersage der
künftigen Waldentwicklung bei, sondern sie können auch wertvolle Hinweise für den Naturschutz geben (Vorkommen seltener Pilzarten, Besiedlung
des infizierten Holzes durch Spechte usw.).
Danksagung
Schlussbemerkungen
Es ist spannend, die weitere Entwicklung der Pilzflora auf den geschädigten
Bäumen zu beobachten. Erstaunlicherweise wissen wir sehr wenig über die
Wir danken der Europäischen Kommission für die
finanzielle Unterstützung des im 6. Rahmenprogramm
der EU laufenden EU-Projektes «Fire Paradox», in dem
die in diesem Artikel aufgeführten Inhalte erarbeitet
wurden. Reinhard Lässig (WSL) danken wir für die redaktionelle
Unterstützung.
Der Forst-M A R K T PL AT Z
Forstliche Dienstleistungen
Krananlagen
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079 656 59 70, Fax 033 853 20 81, www.holzfaeller.ch
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transporte mit Forwarder, Mobilseilkran-Baggerproz., Spez. Hol­zerei, usw.
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48
W A L D U N D H O L Z 11/07
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Firmen der bituminösen Leichtbauweise.
AUS DEN REGIONEN
Veranstaltung des BWSo
Frau Regierungsrätin Gassler erwähnte
in ihrem Referat die Bedeutung, die Holz
seit Jahrtausenden für den Menschen
hat. Holz ist gespeicherte Sonnenenergie
und gilt als umweltfreundlicher Brennstoff. Der Kanton will bis ins Jahr 2010
50% des gesamten Holzenergie-Poten­
zials ausschöpfen und ist zur Zeit auf Zielkurs. Dieses Engagement lohne sich auch,
da Holz von allen Energieträgern die
höchste regionale und lokale Wertschöpfung aufweise, wie Frau Gassler betonte.
Christoph Rutschmann, Geschäftsführer von Holzenergie Schweiz, beleuchtete
die erfreuliche Entwicklung der Holzenergie seit 1990. Er konnte auch plausibel
aufzeigen, dass das Potenzial der Holzenergie bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Unter Berücksichtigung der
höchstmöglichen Wertschöpfung lasse
sich die heutige Energieholznutzung ver-
doppeln. Für die «Energiezukunft» der
Schweiz forderte Rutschmann:
• die Steigerung der Energieeffizienz
• die Umstellung der Energieversorgung
• die Verdoppelung der Holzenergie
• den sofortigen Beginn (da Generationenaufgabe) und
• eine schnellere Umsetzung als bisher.
Bedenken bezüglich grosser Emissionen konnte Rutschmann zerstreuen. Der
heutige Stand der Technik sei hoch und
neue Anlagen könnten sehr sauber betrieben werden.
Bernhard Mäusli, der stellvertretende
Kantonsbaumeister zeigte auf, dass der
Kanton bezüglich Holzenergieanlagen
mit gutem Beispiel vorangehe. Speziell
erwähnte er dabei die Pädagogische
Fachhochschule Solothurn, welche mit
einer modernen Feinfilteranlage die gesetzlich geforderten Grenzwerte bei wei-
tem unterbiete und als sauberste Anlage
im Kanton gelte. Nach Mäusli wird der
Kanton in Zukunft bei eigenen Bauten
keine Ölfeuerungen mehr installieren
und die Variante Holzenergie (nebst ande­
ren Energieträgern) jeweils eingehend
prüfen.
Walter Wirth, Mitglied der Geschäftsleitung der AEK Energie AG, thematisierte
insbesondere den Pellets-Markt. Die AEK
wird ihre Pellets-Produktion in Balsthal
weiter ausbauen. Auf grosses Interesse
stiess auch die Vorstellung des Contracting-Angebotes der AEK. Dabei kauft der
Kunde lediglich die Energie und muss sich
weder um Installation noch Unterhalt
kümmern und trägt selber kein Risiko.
Im abschliessenden Referat plädierte
Max Renggli, CEO der Renggli AG in
Schötz und Sursee, für eine nachhaltige
Entwicklung unserer Gesellschaft. Dazu
zeigte er eindrücklich auf, dass die vieldiskutierte 2000-Watt-Gesellschaft realisierbar ist. Die Technik und das Wissen dazu
seien vorhanden. Er prophezeite dem
grossen Publikum, dass Holz zu absoluter
Mangelware werde.
Weitere Informationen zur Veranstaltung
können der Homepage (www.bwso.ch)
entnommen werden.
Geri Kaufmann
Dieses originelle Holzhaus steht im Hinterstädtli von Wiedlisbach BE. Max Kopp
baute es als «Festhütte», um darin seinen
65. Geburtstag zu feiern. Während etwa
zwei Monaten sägte, spaltete und verbaute
er rund 4 Ster Mischholz aus Esche, Kirsche, Buche und Eiche. Ein wasserfestes
Dach schützt das Innere mit der kleinen Bar
und dem gemütlichen Holztisch. Max Kopp
erhielt seither schon einige Anfragen zur
Benutzung des Häuschens, und zwar nicht
nur aus der näheren Umgebung. Unter
anderem habe sich ein Chor aus Thörishaus
gemeldet und einmal sei sogar ein Amerikaner erschienen, w
­ elcher sich über eine
­Dolmetscherin alles habe erklären lassen.
Das Häuschen mit dem wasserfesten Dach
bleibt ausnahmsweise über den Winter
s­ tehen. Wer es also bewundern möchte,
hat noch bis nächsten Sommer Zeit dazu
und kann gleichzeitig die Gelegenheit
benützen, das historische Hinterstädtli zu
besichtigen. Wiedlisbach wurde für seine
vorbildliche Ortspflege unter anderem
mit dem Henri-Louis-Wakker-Preis ausgezeichnet. www.wiedlisbach.ch
Annemarie Tuma
Holzenergie – die Chance für die Zukunft
Unter diesem Titel hat der Bürgergemeinde- und Waldeigentümer Verband
Solothurn (BWSo) mit namhaften Referenten in Niederbuchsiten eine Feier­
abend-Veranstaltung durchgeführt. Fazit: Die Holzenergie ist zwar nicht in der
Lage, unsere Energieprobleme zu lösen, aber doch in der künftigen Energie­
politik der Schweiz eine sehr wichtige Rolle zu spielen.
W A L D U N D H O L Z 11/0749
P O R T R ÄT
Betriebsleiterporträt: Martin Rathgeb – Forstunternehmen Schafer AG, Neyruz und Subingen
«Kontaktfreude ist die Basis»
Er ist nicht bei Kanton, Gemeinde
oder Korporation, sondern in
der privaten Holzwirtschaft tätig:
Martin Rathgeb arbeitet in einem
Forstunternehmen im Mittel­
land. Eine strukturelle Verände­
rung in seinem Revier hat den
diplomierten Förster vom Ange­
stellten der öffentlichen Hand zum
Mitunternehmer werden lassen.
Foto: Andreas Grünholz
Es war eigentlich alles in Ordnung am
alten Arbeitsort. Die Strukturen und Aufgaben waren klar, das Personal motiviert.
Martin Rathgeb setzte anfangs 90er-Jahre
den landesweit zweiten Prozessor ein,
Andreas Grünholz*
seine Revierkommission liess ihm freie
Martin Rathgeb,
Hand, die Erträge stimmten. Und den- Förster mit Unter­
noch wurde umstrukturiert, umorganinehmergeist.
siert und neu gestaltet, womit es für Martin Rathgeb dann «nicht mehr stimmte».
Zudem war es nach 15 Jahren Zeit für ihn Thema angedacht und wenn es so weitergeworden, etwas Neues anzupacken.
geht, werde ich gerne einen Lehrling ausDas Neue hat er beim Forstunterneh- bilden», sagt Martin Rathgeb dazu. Kunmen Schafer AG mit Sitz in Subingen und den sind für ihn sowohl die Abnehmer
Neyruz gefunden. Ein Prozessor, ein For- von Holz – vornehmlich Sägereien und
warder, zwei Lastwagen und «unsere be- Industriewerke – als auch die Waldbe­
sondere Stärke, die Seilbahn»,
sitzer (Gemeinden, Förster und
gehören zur mechanischen Aus- «Nicht jeder Private), die ihn mit Schlägen beForstwart auftragen.
rüstung. Der Betrieb arbeitet mit
vier w
­ eiteren Unternehmen im und Förster
Er will die Käufer in jedem Fall
Bereich der Zertifizierung (FSC) ist auch ein zufrieden stellen, ob es sich
und der Öffentlichkeitsarbeit
nun – je nach Sichtweise und
Unter­
zusammen. Diese Kooperation
nehmer.» Holzpreis – um einen Verkäuferist als «forest-line.ch» bekannt.
oder um einen Käufermarkt hanDie Firma Schafer schlägt jährlich rund delt. «Ich habe schon sehr früh mit der
40 000 m3 Holz. Diese Schlagmenge er- Separierung von Weiss- und Rottanne
öffnet laut Rathgeb gute Chancen am ­begonnen, denn wenn ein Kunde WeissMarkt, weil darin auch immer Spezial­ tanne will, dann muss er Weisstanne
sortimente in genügender Menge ent­ ­bekommen – in der gewünschten Menge,
halten seien. Neben der Holzgewinnung zum gewünschten Termin, in der geleistet das Unternehmen Transporte für wünschten Qualität.»
andere Forstunternehmen.
Auf die Frage, wo die Schafer AG besser sei als alle andern antwortet Martin
Rathgeb diplomatisch: «Wir versuchen
Weisstanne nicht Rottanne
einfach, in allem sehr gut zu sein.» Fle­
Neben den beiden Firmengründern ar- xibilität gehört zur Firmenphilosophie:
beiten zwei Förster und fünf Forstwarte «Wenn wir in Deutschland Aufträge ausim Unternehmen mit. Lehrlinge werden führen können, dann machen wir das –
noch keine ausgebildet. «Ich habe das ohne wenn und aber.» Rathgeb lässt
durchblicken, dass für ihn Leistungsbereitschaft, Präzision und Zuverlässigkeit
als Werte einfliessen müssen: «Wir wol*Andreas Grünholz ist freier Journalist.
50
W A L D U N D H O L Z 11/07
len ganzheitliche Leistungen verkaufen
und dabei auch die immateriellen Aspekte
berücksichtigen.»
Kundengewinnung
Der Förster Rathgeb pflegt ein breites
Netzwerk von Kontakten: «Wir waren
während vier Tagen mit einem Stand
an der Forstmesse. Entspannte Messe­
gespräche mit Waldbesitzern und Förs­
tern gehören zum Wichtigsten.» Eine
Martin Rathgeb – zur Person
Die Grundausbildung zum Fortwart hat
Martin Rathgeb bei der Burgergemeinde
Langenthal gemacht, wo er auch die
erste berufliche Erfahrung sammelte.
Aarwangen war eine weitere Station als
Forstwart, bevor er sich erstmals in der
Privatwirtschaft engagierte. Die Försterschule Lyss schloss er im Jahr 1989
ab, worauf er 15 Jahre im Forstrevier
Wasserturm, Etziken, als Förster und
Betriebs­leiter aktiv war. Seit 2005 arbeitet Martin Rathgeb bei der Schafer AG
als Förster und Disponent. Die Liste
­seiner Weiterbildungen ist lang und vielseitig – Fachkunde, Arbeitssicherheit
und Berufspädagogik halten sich dabei
die Waage.
P O R T R ÄT
Aufgefallen
–rationell-wirtschaftlich orientierte
Sicht
–
Kundenverständnis im streng kaufmännischen Sinn
–in Kooperation mit vier weiteren Firmen zur Zertifizierung eingebunden
–
Kundenorientierung und Dienstleis­
tungsbereitschaft sind wichtige Werte
–zentrale Aufgabe ist die Kundenbetreuung und Neukundengewinnung
–
Offenheit und Ehrlichkeit werden
konsequent gelebt
–betriebliche Vergrösserung nicht angestrebt
weitere Möglichkeit zur Beziehungspflege
sind Vorführungen, bei denen regionalen
Waldbesitzern die modernste Erntetechnik vorgeführt und nebenbei die Notwendigkeit erklärt wird, den Wald jung zu
halten.
Die Kundenbetreuung macht Martin Die Seilbahn gehört zur besonderen Stärke der Firma Schafer.
Rathgeb sichtlich Freude, obwohl er sie
auch als Knochenarbeit erlebt. Mit – meist
hölzernen – Werbegeschenken sagt er wir drauflegen. Das verträgt es in der Pri- kehrte Denkansatz kann teuer werden.»
Dankeschön für erteilte Schlag-Aufträge. vatwirtschaft unter keinen Umständen.»
Wo es eine bescheidene Gebraucht­
Den Kontakt mit seinen AbDie betriebliche Standortbe- maschine tue, solle man sich nicht von
nehmern hält er permanent auf- «Beziehun­ stimmung und Strategiefindung Status­denken leiten lassen.
recht und nutzt praktisch jede
ist für Rathgeb bedeutsam. Auch
Und wie motiviert er seine Leute? «Wir
gen sind
Gelegenheit, um persönlich vorwenn
wirtschaftliche
Betriebs­
stellen
sämtliches Material vollumfänglich
wichtig,
beizuschauen. «Das führt nicht
ziele
laufend
definiert
werden,
zur
Verfügung,
Schuhe inklusive. Fachaber
immer zu weiteren Verkäufen,
hält er viel von einer übergeord- liche Weiterbildung wird von uns voll­
schluss­
aber die Präsenz ist wichtig.» In
neten, langfristigen Ausrichtung. umfänglich übernommen. Zudem halte
endlich
Sachen Weiter­
bildung sind für
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist aus ich eine flexible Jahresarbeitszeit für
zählt die seiner Sicht gut ausgebildetes motivie­render als starre Wochenstunden.
Martin Rathgeb vor allem die
Arbeit.»
vom kantonalen Försterverband
Fach­personal, das sich mit per- Je nach Geschäftsgang bezahlen wir eine
organisierten Reisen wichtig,
manenter Weiter­
bildung auf Jahresprämie, nach Einkommen abgedessen interi­
mistischer Präsident er ist. dem neuesten Stand hält. Zudem ist es stuft.» Das für ihn hinsichtlich Personal«Der Kontakt mit Förstern im In- und Aus- für den wirtschaftlichen Erfolg wichtig, motivation Wichtigste fasst Martin
land ist immer bereichernd.» Dabei scheut sich nicht von modernster Technik ver­ ­Rathgeb abschliessend in einem Satz zusich Rathgeb auch nicht, aktiv Fragen zu führen zu lassen: «Der Maschinen­
kauf sammen: «Was ich von meinen Leuten
stellen und die Erfahrungen anderer bei muss zur Aufgabe passen, der umge- erwarte, lebe ich ihnen auch vor!»
seiner Arbeit zu berücksichtigen.
Fingerspitzengefühl erwartet
Martin Rathgeb hat festgestellt, dass
das Vertrauen, vor allem privater Wald­
eigentümer, in ein Wirtschaftsunternehmen nicht immer gleich ist wie in den
loka­len Revierförster. Deshalb versucht er,
die Kontakte über die Förster anzubahnen. «Die Förster wollen nicht übergangen werden, sie haben oft einen
enor­men Einfluss auf die Waldbesitzer.»
Rathgeb schaut sich jeden Auftrag und
jede Anfrage auch aus Sicht des Wald­
besitzers oder Försters an – seine ehe­
malige Tätigkeit als Revierförster kommt
ihm dabei zu Gute. Dennoch: «Wir können keine Aufträge ausführen, bei denen
Erfolgreiche Forstreviere vorgestellt – eine Serie
Die Studie «Lernen von erfolgreichen Forstbetrieben»*, finanziert von holz21 und
Waldwirtschaft Schweiz, suchte nach den Erfolgsfaktoren, welche jene 25% der Schweizer Forstbetriebe auszeichnen, die 2003 schwarze Zahlen schrieben. Zu diesem Zweck
wurden die BAR-Zahlen von 14 ausgewählten Forstbetrieben detailliert untersucht. Die
Studie hat vor allem gezeigt, wie wichtig die Menschen in diesem Zusammenhang
sind.
«WALD und HOLZ» wirft deshalb einen genaueren Blick auf einige der 14 erfolgreichen
Betriebsleiter aus der Studie: Was sind das für Menschen, welche Ausbildung und
­welchen Werdegang haben sie, wie packen sie ihre Aufgabe an, was ist ihnen wichtig,
wie führen sie, wie gehen sie mit Kunden, Mitarbeitern und Vorgesetzten um, was
machen sie in ihrer Freizeit usw.? In einer losen Folge werden wir einige der erfolgreichen Betriebsleiter vorstellen.
Diese Artikelserie wird realisiert mit der Unterstützung von holz21 – einem Förder­
programm des Bundesamtes für Umwelt BAFU.
red
* Download als PDF unter www.umwelt-schweiz.ch/publikationen
W A L D U N D H O L Z 11/0751
WALD UND WILD
Kontrolle der Waldverjüngung im Kanton Freiburg
Wald und Wild im Gleichgewicht
Für die forstliche und jagdliche
Planung wurde 2003 im Kanton
Freiburg die Kontrolle der Wald­
verjüngung gestartet. Nach der
dritten Vollaufnahme im Jahr
2007 steht fest: Wald und Wild
sind im Gleichgewicht – dank
guten Informationen aus den
Regionen und den Wildsektoren.
Und dank einer Jagd, welche
fein angepasst an die lokalen
Verhältnisse erfolgt und dabei
den Luchs mit berücksichtigt.
Und schliesslich dank einem
Wald­
bau, der genügend Holz
nutzt, damit Licht für eine arten­
reiche Verjüngung auf den Waldboden gelangt.
Bei der Verjüngungskontrolle werden
seit 2003 der Verbiss durch Wildtiere und
die Verjüngung des Waldes gemessen.
Dazu wurde ein permanentes Stichprobennetz im 2-km-Raster mit Trakten aus
Dani Rüegg, Paul Demierre und
Jean-Marc Singy*
vier oder fünf Probekreisen angelegt. Die
Traktzentren befinden sich jeweils 100 m
von den Zentren der LFI-2-Stichproben
entfernt. Die Probeflächen sind kreisförmig und haben einen Radius von 2 m in
der Region Plateau beziehungsweise 5 m
in den Voralpen.
Die Regionen sind in weitere 18 Teil­
gebiete gegliedert. Zusätzlich wird ein
ähnliches Verfahren in vier Indikator­
flächen von Sturmgebieten angewandt.
Hier handelt es sich um Gebiete von
30 bis 40 ha Grösse mit einem Stich­
probennetz im 100-m-Raster.
Feldarbeit – wenige, aber
genaue Daten
Die Gehölzpflanzen werden nach
Baum­art, Grössenklasse und Verbiss am
Gipfeltrieb während der Vegetations­
*Anschrift der Verfasser: Dr. Dani Rüegg, 8722 Kaltbrunn, 055 283 38 77,
dani.rueegg@rwu.ch; Jean-Marc Singy und Paul
Demierre, Service des forêts et de la faune,
route du Mont Carmel 1, CP 155, 1762 Givisiez,
026 305 23 43, forets@fr.ch
52
W A L D U N D H O L Z 11/07
Kanton Freiburg
Region Plateau
Grafik 1: Verbissintensität 2003 bis 2007 in der Region Plateau.
periode des Vorjahres und der Ruhe­
periode direkt vor dem Aufnahmezeitpunkt im Frühling gezählt. Die Schulung
der Aufnahmeequipen findet im Frühjahr
statt. Die Datenerhebung wird jeweils
von März bis Mai im Zweierteam durchgeführt – der Förster, welcher für die
­betroffenen Wälder zuständig ist und ein
beauftragter, selbstständiger Forstinge­
nieur. Alle zwei Jahre findet die Vollaufnahme statt, in den Zwischenjahren eine
Das Gleichgewicht zwischen Wald
und Wild wird mit folgenden Massnahmen sichergestellt:
–das aktuelle Bejagungsmodell und der
starke Jagddruck werden beibehalten;
–
die Entwicklung der Schalenwild­
bestände und der Raubtiere (Luchs)
wird beobachtet; der Jagddruck trägt
den Verhältnissen in den Wildsektoren
Rechnung;
–
in Problemgebieten werden rasch
Mass­
nahmen ergriffen, um nach
Möglichkeit eine artenreiche und ausreichende Waldverjüngung sicherzustellen;
–in den vorratsreichen Wäldern wird
die Holznutzung gesteigert, dabei
werden die Bestände gemäss den
Grundsätzen des naturnahen Waldbaus natürlich und artenreich verjüngt.
reduzierte Kontrollaufnahme auf rund
10% der Probeflächen.
Im Plateau vielfältige Ver­
jüngung
In der Region Plateau kommt eine vielfältige Verjüngung vor. Der Verbiss ist hier
in der Regel seit 2003 gleichbleibend
unter 10%. Erfreulich ist die Entwicklung
bei den Sorgenbaumarten Tanne und
Eiche, wo eine kontinuierliche Verbiss­
abnahme in den Bereich oder unter die
kritischen Grenzwerte (s. Grafik 1) festzustellen ist. Die Baumarten weisen eine
gute Struktur mit einer angemessenen
Vertretung in allen Grössenklassen auf.
Einzig Eiche zeigt Schwächen, indem sie
wohl bei den kleinsten Pflanzen bis 0,4 m
ansprechend vorkommt, darüber aber
nur selten anzutreffen ist (s. Grafik 2).
Arten- und strukturreiche
Verjüngung in den Voralpen
In der Region Voralpen ist die Verjüngung natürlich zusammengesetzt. Ausser­
ordentlich ist die grosse Verbreitung von
vielen Baumarten, besonders erstaunlich
die starke Dynamik. Seit der ersten Aufnahme im Jahr 2003 haben Tanne und
Ahorn ihr Verbreitungsgebiet um mehr
als 10% ausgedehnt, auch bei Fichte und
Buche liegen starke Zunahmen vor und es
gibt keine Baumart, welche in ihrer Ver-
WALD UND WILD
Verteilung der Baumarten auf den Probeflächen
2003 (weiss) und 2007 (grün)
Grafik 2: Verbreitung auf den Probeflächen 2003 und 2007 in der Region Plateau.
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breitung zurückgegangen ist! Das heisst,
die Baumartenmischung ist seit 2003
feiner und artenreicher geworden. Der
­
Verbiss hat von 16% im Jahr 2003 auf
9% im Jahr 2007 abgenommen, er ist bei
Buche, Esche, Ahorn und Fichte unterhalb des Grenzwerts. Bei Vogelbeere und
Tanne ist der Verbiss in einigen Auswerteeinheiten im Bereich der Grenzwerte.
Die Verjüngung in den «Lothar»-Flächen ist fortgeschritten. Sie weist besonders in den Voralpen eine sehr gute Struktur auf. Der Verbiss ist klein und sollte auf
dem ­tiefen Niveau behalten werden können. Auf den Indikatorflächen von Sturm­
gebieten im Kanton Freiburg liegt, im
Vergleich mit anderen «Lothar»-Flächen
der Schweiz, ein tiefer Verbiss vor.
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W A L D U N D H O L Z 11/0753
FORSTTECHNIK
Stihl-Vorstandsmitglied Jürgen Steinhauser im Interview
«Charakter des
Familienunternehmens behalten»
Der deutsche Motorsägenher­
steller Stihl verzeichnet Rekord­
zuwachse. Mit «WALD und HOLZ»
sprach Vorstandsmitglied Jürgen
Steinhauser über die Konkurrenz
mit Husqvarna und Dolmar, die
Vorzüge der Schweiz und Detek­
tive in China.
«Wald und Holz»: Haben Sie schon einmal einen Baum gefällt?
Jürgen Steinhauser: Selbstverständlich!
(lacht) Und zwar nicht nur einen, sondern
viele.
Wie nahe stehen Sie denn der Forstwirtschaft?
Seit meiner Jugend bin ich stark mit der
Natur und dem Wald verbunden. Zudem
bin ich Jäger, was mir einen direkten Einblick in die Forstwirtschaft gibt.
Der Forstwirtschaft geht es besser als
auch schon. Spüren Sie das im Geschäftsgang?
Ja. Der Markt hat erfreulich auf die
gestie­gene Nachfrage reagiert, was sich
auch positiv auf den Absatz von Motor­
sägen ausgewirkt hat. In den letzten beiden Jahren ist hier ziemlich Schwung entstanden – in Deutschland, Österreich und
der Schweiz
Aber Stihl expandiert doch vor allem
in Asien und Südamerika, während Ihr
Geschäft in Europa eher stagniert.
Nein, das ist nicht ganz richtig. Die
grossen Motorsägen-Märkte sind nach
wie vor Nordamerika und Europa – vor
allem Osteuropa.
Aber gerade hier erfolgt eine starke
Mechanisierung im Wald. Und das heisst,
weg von der motormanuellen Arbeit. Das
müssten Sie ebenfalls spüren.
Bedingt. Die Mechanisierung durch
Harvester hat ja schon vor einiger Zeit eingesetzt. Zum Beispiel in Skandinavien
haben wir das durchaus gespürt. Trotzdem kann sie die Arbeit mit der Motorsäge nicht vollständig ablösen.
Wäre das für Stihl ein Geschäftsfeld?
54
W A L D U N D H O L Z 11/07
Jürgen Steinhauser, Vorstand
Marketing und Vertrieb:
«Alles aus dem Profi-Sektor
kommt als teuer daher.»
Wir haben bereits einige wenige Produkte für Harvester, zum Beispiel Schienen und Ketten, die einen hervorragenden
Ruf geniessen.
2006 war ein Rekordjahr für Stihl. Auch
für dieses Jahr wird ein Wachstum er­
wartet. Worauf führen Sie das zurück?
Wir vetreiben unsere Produkte ausschliesslich über den Fachhandel – dies im
Gegensatz zu unseren Mitbewerbern.
Damit konnten wir uns nicht nur behaupten sondern sogar gut weiterentwickeln
und Marktanteile gewinnen.
Trotzdem: Der Markt ist hart umkämpft.
Gerade Husqvarna – ihr wohl schärfster
Konkurrent – hat in der Stihl-Heimat
Deutschland 2006 einen Innovationspreis
gewonnen. Das muss Sie doch treffen?
Wir sind mindestens genauso innovativ
wie unsere Konkurrenz und gewinnen
auch Preise. Natürlich ist es schön, wenn
man einen Preis gewinnt. Schlussendlich
ist aber nicht der Preis, sondern die Innovation selber entscheidend. Innovationspreise stehen für Einzelleistungen – was
zählt, ist die Gesamtleistung. Und da sind
wir sehr gut positioniert.
Es gibt auch die innerdeutsche Kon­
kurrenz. Dolmar hat ein Wachstum im
zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen.
Ja, Dolmar hat in den letzten Jahren
einige Produkte entwickelt. Es beeinflusst
unsere Position aber nicht, da Dolmar
etwa einen Zwanzigstel des Umsatzes
von Stihl macht.
Stihl hat das Image einer teuren Marke.
Wie lässt sich das rechtfertigen?
Ja, stimmt. Stihl hat dieses Image – zu
Unrecht. Wenn Sie die Preise vergleichen,
werden Sie feststellen, dass wir uns im
Rahmen unserer Konkurrenz bewegen.
Im Übrigen ist letztendlich das Preis-Leis­
tungs-Verhältnis ausschlaggebend, und
da werden die Kunden bei uns bestens
bedient. Das spiegelt sich ja auch im
Erfolg von Stihl wider. Wir setzen auf
­
Qualität in jeder Hinsicht und die gibt es
eben nicht zum Discountpreis.
Woher dann das Image?
Es kommt mit Sicherheit daher, dass
Stihl häufig als reine Profi-Marke gesehen
wird. Und alles aus dem Profi-Sektor
kommt als teuer daher.
FORSTTECHNIK
Seit 2002 ist Stihl kein Familienunternehmen mehr. Sehen Sie sich trotzdem
noch in dieser Tradition?
Stihl ist ein Familienunternehmen geblieben. Die Familie steht nach wie vor
persönlich im und hinter dem Unter­
nehmen. Wir werden daher auch den
Charakter eines mittelständisch gepräg­
ten Familienunternehmens beibehalten.
Wie soll denn das gehen bei einem
Unter­nehmen in Ihrer Grösse?
Das geht schon, wenn dieser Geist gelebt wird und man die Mitarbeiter entsprechend führt. Man muss ein Team bilden, das gemeinsam am Erfolg arbeitet
und das man auch an diesem partizipieren lässt. Wir denken langfristig und
schauen nicht auf die schnelle Rendite.
Das persönliche Miteinander spielt bei
uns eine grosse Rolle. Wir beziehen ausserdem nicht nur das Stammhaus, sondern unsere weltweiten Tochtergesellschaften mit ein.
Stichwort weltweit: Sie bauen zur Zeit
in der Schweiz, in Bronschhofen ein
zweites Werk für die Kettenproduktion.
Wie läufts?
Es läuft alles planmässig. Wir können
im Sommer nächsten Jahres einziehen
und verfügen dann über eine erweiterte
und unabhängige Produktion.
Wie kommen Sie überhaupt auf die
Schweiz? Wir gelten nicht als günstiger
Industriestandort.
Schon seit langer Zeit produzieren wir
in der Schweiz unsere Ketten. Wir haben
dabei sehr gute Erfahrungen gemacht mit
dem wirtschaftlichen Umfeld und der
Qualifikation der Mitarbeiter. Die Lohn­
kosten in der Montage sind niedriger als
in Deutschland. Ausserdem konnten wir
wichtiges Knowhow in der Fertigung aufbauen. Es war deshalb naheliegend, uns
in der Schweiz weiterzuentwickeln. Wir
schaffen damit übrigens rund 200 zusätzliche Arbeitsplätze.
Gleichzeitig betreiben Sie seit 2006 in
China ein Werk. Wie passt das zusammen? Gerade China stand in letzter Zeit
in der Kritik wegen mangelnder Qualität.
Die Qualität in unserem chinesischen
Werk, wo wir Motorsensen herstellen,
entspricht der genau gleichen wie in
­unseren anderen Werken – ohne Wenn
und Aber. Das Management und die
Werk­leitung stammen aus Deutschland.
China ist auch ein Problem für Stihl,
weil von dort sehr viele gefälschte Motor-
Stihl setzte in jüngster
Zeit in der Entwicklung
neuer Sägen vor allem
auf umweltverträglichkeit.
sägen kommen. Besteht nicht die Gefahr,
dass Sie mit Ihrem Werk den Fälschern
genau in die Hände spielen?
Doch, das Risiko besteht. Wir gehen
deshalb sehr vorsichtig vor. Wir vermeiden es zum Beispiel, Knowhow in Form
von technischen Zeichnungen an lokale
Lieferanten zu geben. Es ist ein schwieriger Kampf gegen die Produkt­piraterie,
aber wir haben auch einige Erfolge zu
verzeichnen. Dort wo unsere Produkte
mit entsprechenden Schutzrechten gesichert sind, lässt sich etwas machen.
Aber Kopierer finden häufig Wege,
diese Rechte zu umgehen. Trotzdem
lassen wir nicht locker: wir bekämpfen
Kopierer mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mitteln – auch mit Hilfe von
Detektiven.
Bleiben wir beim Thema Technik. Sie
investieren viel im Bereich Abgasreduktion. Die Frage ist, ob das den Anwender
interessiert, der vor allem eine starke und
leichte Säge will.
Wir haben natürlich viele Kunden, die
sich um die Umwelt kümmern. Die interessiert es schon, wie viel Abgase ihre
Säge verursacht.
Aber das Einhalten der gesetzlichen
Vorgaben würde doch reichen. Warum
gehen Sie weiter?
Wir wollen eben nicht, dass wir die
Grenzwerte nur knapp erfüllen. Unsere
Produkte liegen weit darunter. Das wirkt
sich natürlich auch im Kraftstoffverbrauch
und in der Belastung insgesamt aus.
Da profitiert der Benutzer, der mit der
Maschine arbeitet, direkt davon.
Ist in absehbarer Zeit eine Stihl-Säge
mit Viertakt-Motor zu erwarten?
Das können wir uns derzeit nicht vorstellen. Solange wir auf Drehfreudigkeit
und ein optimales Leistungsgewicht setzen, sehen wir für solche Motorenkonzepte wenig Chancen.
Stichwort Timbersports: Was haben
diese Wettkämpfe für Ihre Marke für eine
Bedeutung?
Timbersports wird weltweit sehr gut beachtet und gewinnt immer mehr Anhänger.
Im Oktober fand die diesjährige Weltmeis­
terschaft in Oberstdorf statt, die sich etwa
12 000 Besucher live angesehen haben.
Ein genialer Marketing-Streich.
Ein Streich? (lacht) Nein, es ist ein Konzept, das wir vor über 25 Jahren in den
USA entwickelt haben. Weil dort diese
Wettkämpfe so viel Begeisterung ausgelöst haben, haben wir es weltweit verbreitet. Der Erfolg gibt uns recht.
Interview: Urs Wegmann
W A L D U N D H O L Z 11/0755
AUS DEN REGIONEN
BSV+BWB Saison 2007/2008
Gemeinsame Holzmarktempfehlungen
Die Berner Waldbesitzer BWB und der
Bernische Sägereiverband BSV haben
für die Holzmarktkampagne 2007/08
gemeinsame Holzmarktempfehlun­
gen erarbeitet.
Der Rundholzmarkt ist lebhaft, Holzprodukte sind sehr gefragt, und es werden im Moment attraktive Marktpreise
bezahlt. Diese günstige Konjunktur ist
auszunützen, und die Nachfrage soll so
weit als möglich mit einheimischem Holz
gedeckt werden. Die Bernische Wald- und
Holzwirtschaft kann damit die längst nötigen Erträge für Zukunftsinvestitionen
sicher stellen.
Die Berner Holzverarbeiter brauchen
sofort frisches Holz, um die Nachfrage
nach Schnittwaren vollumfänglich befriedigen zu können. Frisches Fichten-/Tannen-Rundholz ist deshalb zu laufenden
Marktbedingungen und Marktpreisen in
entsprechender Menge rasch und kundengerecht bereitzustellen.
Beim Holz aus Normalnutzungen ist für
Pilot-Holzerkurs in Freienstein ZH
Arbeitssicherheit im Privatwald verbessern
In Freistein fand kürzlich ein speziel­
ler Holzhauerkurs statt. Dabei wurden
sechs Kursteilnehmer während einer
Woche für die private Holzhauerei
ausgebildet.
Anfangs 2006 hat der Bund eine Kampagne gestartet, um auch die Arbeits­
sicherheit im Privatwald zu verbessern.
Kürzlich fand in Freienstein ein solcher
Pilotausbildungskurs statt: Sechs Männer
im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus
den verschiedensten Berufen konnten
den richtigen Umgang mit der Motorsäge
im Wald lernen. Die Kursteilnehmer l­ernen
im Grundsatz während einer Woche die
einfachen Holzhauereiarbeiten im Wald,
umschriebt der Freiensteiner Förster
­Markus Gross das gesteckte Kursziel.
Während er als Kursleiter für die Organisation und Durchführung in seinem Forstrevier verantwortlich ist, sorgt der Hallauer Instruktor Werner Wiesmann für
eine richtige Schulung und Ausbildung
der Kurteilnehmer.
Zur Arbeitssicherheit gehören auch
einwandfreie Geräte und Maschinen.
Deshalb ist der zweite Kurstag dem
Geräte­
unterhalt – insbesondere an der
Motorsäge – gewidmet. Diese Arbeiten
sind auch Kursteil am dritten Tag, bevor
man wiederum im Wald verschiedene
Fällmethoden kennen lernt. Am vierten
Tag steht der Einsatz des Seilzuges als
wertvolles Hilfsmittel auf dem Kursprogramm.
Am letzten Tag schliesslich sind die Kurs­
teilnehmer besonders gefordert: Viele
alle Holzarten und alle Sortimente mit
den Käufern vor Schlagbeginn zu vereinbaren, in welcher Ausformung, zu welchen Preisen und zu welchen Übergabebedingungen eine Partie übernommen
werden kann respektive bereitgestellt
werden soll.
Aufruf an alle Waldbesitzer:
Nutzen Sie jetzt aktiv Ihren Wald und
führen Sie geplante beziehungsweise
ange­
zeichnete Schläge aus. Kontaktieren Sie Ihre Holzkäufer: Bernische Sägewerke, Holzvermarktungsorganisationen
und Forstdienste. +BSV und BWB
wollen eine Kompetenzprüfung ablegen,
damit sie sicher sind, auch alles richtig gelernt zu haben. Gerade hier sieht Gross
einen wichtigen Schritt. Wohl ist diese
Abschlussprüfung fakultativ, doch sie beruhigt auch beim Kursleiter das Gewissen.
Es habe in der Vergangenheit immer wieder Kursabsolventen gegeben, welche
er nach einer Woche nur mit einem unguten Gefühl entlassen habe, betonte der
Kursleiter.
Es wird auch ein zweitägiger Kurs nur
für den einfachen Umgang mit der Motor­
säge angeboten (ohne Fällarbeiten). Diesen Kurs besuchen laut Gross auch recht
viele Frauen.
Roland Müller
Fünf anspruchsvolle Kurstage
Der Kurs sei anspruchsvoll, betont Gross.
Am ersten Kurstag wird zuerst am Morgen
umfassend Theorie vermittelt. Am Nachmittag gilt es dann im Wald ernst. Gemeinsam wird ein Gruppenbaum gefällt, wobei
jeder einzelne Arbeits­
schritt schulmässig
doziert und ausgeführt wird. Auch der
zweite Tag beginnt mit einer Lektion
Theorie, bevor dann jeder einzelne Teil­
­
nehmer unter den wachsamen Augen des
Instruktors einen Baum fällt, diesen auf­
rüstet und ent­astet.
56
W A L D U N D H O L Z 11/07
Die Ausbildung
für die richtige
und korrekte
Handhabung
der Motorsäge
ist sehr
anspruchsvoll.
W A L D U N D H O L Z 11/0757
AUSBILDUNG
«Säker Skog» – ein schwedisches Projekt zur Verbesserung der Arbeitssicherheit
Die Schweden sägen
neu nur noch mit Ausweis
Die Sicherheit im Privatwald ist
auch in anderen Ländern ein
Thema. In Schweden haben die
Behörden deshalb das Projekt
«Säker Skog – Sicherer Wald» ini­
tiiert. Das ehrgeizige Ziel: Innert
vier Jahren soll die Unfallquote
um 25% gesenkt werden.
Die Unfallhäufigkeit bei Kleinwaldbewirtschaftern – rund fünf Todesfälle und
3000 Unfälle pro Jahr, mit Kostenfolgen
von rund 90 Mio. Euro – haben Wald­
besitzervereinigungen und schwedische
Behörden dazu veranlasst, Massnahmen
zu ergreifen. Und die Tatsache, dass
immer mehr Privat-Holzer für die Heizung
des Eigenheims mit wenig Erfahrung ihr
Brennholz fällen und aufbereiten, hat den
Bedarf nach Information und Training
Walter Jungen*
Eine Trainingsanlage ermöglicht das gefahrenlose Üben des Entastens.
noch verstärkt. Man schätzt eine Zielgruppe von ungefähr einer halben
­Million Motorsägebenutzern, wovon
130 000 Waldeigentümer relativ oft im
eigenen Wald arbeiten.
Das Projekt «Sicherer Wald» startete im
Jahr 2002 als Netzwerkprojekt für eine
Dauer von vier Jahren, getragen von den
Waldbesitzervereinigungen, Forstorganisationen, Arbeitsämtern, Herstellern von
Forstwerkzeugen, Versicherungsgesellschaften und weiteren Interessenvertretern, welche in der Arbeitsgruppe mit­
arbeiten. Ziel des Projekts ist die Förderung
der Arbeitsqualität, die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen und der Wirtschaftlichkeit im Privatwald. Als konkretes Ziel
wurde die Senkung der Unfallzahlen um
25% innerhalb von vier Jahren formuliert.
Ausweis für Sägeführer
Das Projekt besteht aus einer zentralen
Projektleitung, welche für die flächendeckende Informationstätigkeit und im
Besonderen für die Aktivitäten in den fünf
*Walter Jungen ist Förster. Er arbeitet frei erwerbend als Lehrkraft für Holzerkurse und ist Inhaber
einer Motorsäge-Werkstatt.
58
W A L D U N D H O L Z 11/07
Praxis-Projektgebieten zuständig ist. In
diesen Gebieten werden unterschiedliche
Informations-, Ausbildungs- und andere
Aktivitäten auf ihre Praxistauglichkeit hin
überprüft. Zur Konsolidierung und Weiterentwicklung der positiven Ergebnisse
wurde das Projekt nun um eine weitere
Phase (2007–2009) verlängert.
Als eigentliches Kernelement für die
kontrollierte Vermittlung von Wissen und
Können wurde der Motorsägeführer-­
Ausweis eingeführt. In intensiver Entwicklungsarbeit wurden zuerst bedarfsgerechte
Ausbildungsziele
gesetzt,
Anforderungen formuliert und Qualifikationsverfahren festgelegt. Dann mussten
geeignete Instruktoren ausgewählt und
auf ihre Aufgaben vorbereitet und
geschult werden.
form entwickelt, sei es zum Aufrufen des
«Selbsttests» oder für Informationsmaterial (Presse, Werbung). Die Besucher­
zahlen sind in den Jahren 2003 bis 2004
von anfänglich rund 100 pro Monat auf
3000 angestiegen und im Januar 2005
aufgrund des Sturms «Gudrun» in Südschweden sprunghaft auf 8000 hoch­
geschnellt, zum Beispiel um den Sturmholzfilm anzusehen.
Durch die Artikel in den Fachzeitschriften «Wir Waldbesitzer», «WaldLand», «WaldEcho» und «Wald» konnte
ein überwiegender Teil der Zielgruppen in
der Periode 2002 bis 2004 mit rund
50 Artikeln und 40 Seiten erreicht werden.
Viele Informationskanäle
Es wurden zwei Videofilme zur Sensibilisierung und Förderung der Bereitschaft
zur positiven Veränderung produziert. Ein
Film «Ich wollte ja nur…» beinhaltet
Schilderungen von Personen, welche
schwere Unfälle am eigenen Körper erlitten haben. Er eignet sich gut als Einstieg
und Motivation zur Steigerung der
Arbeitssicherheit.
Basierend auf einem projektinternen
Informationskonzept geschieht der Informationsfluss lokal direkt zur Zielgruppe
oder aber via Massenmedien landesweit.
Die Homepage www.sakerskog.se wurde
im März 2003 aufgeschaltet und hat sich
zu einer beliebten und nützlichen Platt-
«Ich wollte ja nur...»
AUSBILDUNG
Der andere Film «Sicherheit und Risiko
mit der Motorsäge» ist geprägt von
Action und Humor.
Einfache Tests zu Motorsäge oder Freischneider mit zwölf Fragen und jeweils
drei Antworten zur Auswahl stehen in
Druck-, als auch in der Internet-Version
zur Verfügung und erfreuen sich grosser
Beliebtheit (höchste Besucherzahl). Jedenfalls bekommt derjenige, welcher Null
Punkte erreicht, den Ratschlag die Starterschnur abzuschneiden, die Motorsäge
zu plombieren und sich für einen Kurs
anzumelden.
Infos in der Kettenschachtel
Als Lehrbuch gibt es das 80 Seiten
umfassende Motorsägebuch im Format
17 × 24 cm zu einem Preis von rund
CHF 40.– und für diejenigen, welche sich
in einem Studienzirkel die Kenntnisse und
Fertigkeiten aneignen wollen, die Stu­
dienanleitung, 31 Seiten A4 für rund
CHF 20.–.
Zudem haben die Organisatoren auch
auf originellen Wegen ihr Angebot unter
die Leute gebracht. In einer Umfrage
haben nämlich 84% angegeben, dass sie
durch die Beilage einer Info in der Ket­
tenschachtel über die Aktivitäten von
«Säker Skog» erfuhren – dahinter folgt
mit 33% das Zeitungsin­serat.
Die Projektverantwortlichen haben
bald festgestellt, dass der MotorsägeWerkstatt eine bedeutende Rolle betreffend der Information und Sensibilisierung
zukommt – oft der erste, aber auch immer
wiederkehrende Kontakt zwischen dem
nichtprofessionellen Benutzer und dem
Fachmann. Demzufolge wurde folgendes
Anforderungsprofil an Händler mit eigener Servicestelle erarbeitet:
• Mindestens ein Mitarbeiter muss kompetent über Arbeitstechnik, Sicherheitsfragen und manuelles Kettenschärfen beraten können.
• Das Sortiment muss geprüfte Sicherheitsbekleidung, Motorsägen, Werkzeuge und umweltfreundliche Treib­
stof­
fe
inklusive
Notfallapotheken
be­­inhalten.
• Es muss Instruktionsmaterial (Videos,
DVD, Bücher, Broschüren) zur Ausleihe/
Miete vorhanden sein.
• Es sollen Informationen über lokale
Kurse und Veranstaltungen vorliegen.
• Die Servicestelle soll sich an Sicherheitskampagnen und deren Auswertungen
beteiligen.
• Das Personal soll sich beim Kunden
nach seiner Schutzausrüstung erkundigen (Checkliste).
• Eine Motorsäge darf ohne Kontrolle
der Sicherheitsausrüs­
tung die Werkstatt nicht verlassen.
Und auch die Fallkerbe wird zuerst auf
dem Schulungsgelände geübt...
AusbildungszielKurs
Katastrophenholzerei Kurs F
Kursdauer ca. 1 Tag
Zielgruppe: Rettungsdienste
Voraussetzungen: Ausweis AB
Baumpflege mit Hebebühne
Kurs E
Kursdauer ca. 1 Tag
Zielgruppe: Baumpfleger
Voraussetzungen: Ausweis AB
Ausholzen von Freileitungen (EW)
Kurs D
Kursdauer ca. 1 Tag
Zielgruppe: Linienarbeiter (EW)
Voraussetzungen: Ausweis ABC und Elektroausbildung
Baumfällen: Aufbaukurs
Kurs C
Kursdauer ca. 2 Tage
Zielgruppe: Waldeigentümer, Holzfäller, Linienholzer (EW)
Voraussetzungen: Ausweis AB und 80 Std. Praxis
Baumfällen: Grundlagen Kurs B
Kursdauer ca. 2 Tage
Zielgruppe: Waldeigentümer, Holzfäller
Voraussetzungen: Ausweis A
Motorsäge-Handhabung
Kurs A
Kursdauer ca. 1 Tag
Zielgruppe: Alle
Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre
Das Qualifikationsverfahren besteht stets aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung.
...bevor es dann im Wald zum «Ernstfall»
kommt.
W A L D U N D H O L Z 11/0759
AUSLESE
I MP R E S S U M
FIRMENNACHRICHTEN
88. Jahrgang
ISSN 1423-2456
Kein Spielzeug
Der UTV (Utility Vehicle) Kubota
RTV 900 ist ein echtes Arbeitsgerät. Dank seiner stabilen
­Rahmenkonstruktion mit
hydraulischer Kipppritsche,
einer hohen Nutzlast und der
sicheren, komfortablen Hand­
habung auch im schwierigen
Gelände, begeistert er vor allem
in Landwirtschafts-, Forst- und
Kommunalbetrieben.
Angetrieben wird der RTV 900
vom wassergekühlten Kubota
3-Zylinder-Dieselmotor über
einen verschleissfreien 3-StufenHydrostat. Dieser Hydrostat verhindert auch in steilen Hang­
lagen das Weiterrollen des
Fahrzeuges ohne Bremsbetätigung. Der serienmässige Allradantrieb ist zuschaltbar, ein sperrbares Differential wirkt auf die
Hinterachse. Die Vorderräder
sind einzeln aufgehängt. Hinten
sorgt eine einfache, von Parabelfedern geführte Starrachse
auch im harten Arbeitseinsatz
mit hoher Beladung stets für
Ablängen mit Magnet
Bruno Schläpfer aus Wald/ZH
stellt seine neue Erfindung vor.
Jedem Motorsäge-Führer fehlt
zum Ablängen immer die dritte
Hand. Schläpfer hat dafür den
Universal Ablängstab mit
Magnet zum Holzablängen von
6 bis 100 cm entwickelt.
Der elastische Stab wird beliebig
am Schwert montiert. Durch
Abkippen des Magneten ist die
Messhilfe demontiert!
Bruno Schläpfer
8636 Wald
055 246 26 70
www.bsjw.ch
WALD und HOLZ trägt
das Gütesiegel der Fachund Spezialpresse. Diese
Auszeichnung vergibt
der Verband SCHWEIZER PRESSE.
Ausgezeichnet mit dem Q-Award 2004
des Verbands Schweizer Presse in der
Kategorie Qualität.
WALD und HOLZ –
Zeitschrift für Wald, Waldwirtschaft,
Holzmarkt und Holzverwendung.
Erscheint 12-mal im Jahr
Auflage: 7257 Exemplare
(WEMF-beglaubigt 2007)
Der RTV 900
ist ein echtes
Arbeitsgerät.
gute Fahreigenschaften. Damit
ist das steigfähige Geländefahrzeug auch im Hang jederzeit
extrem sicher.
Logisch angeordnete Bedienelemente und die vollhydraulische
Lenkung machen aus dem
RTV 900 ein leistungsfähiges
Nutzfahrzeug. Auf Wunsch sind
Herausgeber
Waldwirtschaft Schweiz
eine Hydraulik für den Anbau
von Wintergeräten erhältlich,
die Strassenzulassung ist jedoch
im Standard inbegriffen.
Bucher-Guyer AG
8166 Niederweningen
044 857 22 11
info@bucherschoerling.ch
Max Binder, Präsident
Urs Amstutz, Direktor
Verlag und Redaktion
WALD und HOLZ
Rosenweg 14
4501 Solothurn
Telefon 032 625 88 00
Telefax 032 625 88 99
info@wvs.ch
www.wvs.ch
Roland Furrer (rf),
Bereichsleiter PR
Hoch stapeln bis zwölf Meter
Walter Tschannen (wt),
Redaktionsleiter
Die Rohrer Marti AG präsentiert
den Elektro-Mehrwege-Seitenstapler 2125 aus dem Hause
Hubtex. Der Stapler der Serie
2005 wurde konsequent den
Bedürfnissen der Kunden angepasst, das heisst noch kompaktere Abmessungen, noch
höhere Nutzlasten und noch
längere Einsatzdauer. Die Baureihe 2125 ist für Traglasten von
bis zu 4500 kg und Hubhöhen
bis 12 m konzipiert. Das Modell
überzeugt durch seinen ergonomischen Fahrerstand und seine
geringen Aussenmasse (Breite
2230 mm, Länge 3180 mm).
Dank einer breiten Produkte­
palette und innovativem Denken
kann Hubtex für jeden Einsatz
eine wirtschaftliche Lösung
anbieten. Der japanische Hersteller TCM baut Frontstapler
von 1,5 bis 16 t Nutzlast. Betrieben werden die Geräte wahlweise mit Diesel, Gas oder
­Elektro-Motoren. Je nach Einsatz werden die Diesel-Modelle
mit Partikelfiltern ausgerüstet.
Für die von Rohrer Marti AG
exklusiv vertriebenen Maschinen
ist eine schweizweite Verkaufs-,
Kunden- und Ersatzteilorganisation vorhanden.
Urs Wegmann (uw)
Rohrer Marti AG
3052 Zollikofen
031 910 30 40
www.rohrer marti ch
François Fahrni, Seiten des VSF
Annemarie Tuma (at)
Eduard J. Belser (EJB),
freier Mitarbeiter Holzmarkt
Abdruck oder anderweitige Verbreitung
des Inhaltes (z. B. über Internet) nach
Genehmigung durch die Redaktion
unter Quellenangabe gestattet. Beleg­
exemplare erwünscht. Für unverlangt
eingegangene Beiträge wird jede
­Haftung abgelehnt.
Anzeigenmarketing
Publimag AG, WALD und HOLZ,
Seilerstrasse 8, 3001 Bern,
Telefon 031 387 22 11,
Fax 031 387 21 00,
bern@publimag.ch
Abonnements-Preise
Jahresabonnement :
(12 Ausgaben): Fr. 89.–
Ausland: Fr. 121.–
Lehrlinge, Studenten
und AHV-Rentner: Fr. 64.–
(nur gegen gültige Bescheinigung)
Einzelnummer: Fr. 9.–
Druck: W. Gassmann AG, Biel
Layout: Martin Bauder
W A L D U N D H O L Z 11/0761
AUSLESE
AGENDA
NEUERSCHEINUNG
Neue Auwälder initiieren
Ausgehend von der Gefährdungssituation der SchwarzPappel (Populus nigra), «Baum
des Jahres 2006» und den
Bestrebungen, die Entwicklung
von standorttypischen, natur­
nahen Auwäldern in Flussauen
zu initiieren, wurde das Projekt
zur Erhaltung der Schwarz-­
Pappel im Rahmen der Wiederanlage von Weichholzauen­
wäldern im Nationalpark
«Unteres Odertal» in Deutschland ins Leben gerufen. Ein
­Teilziel des Projekts war die
Erstellung eines Leitfadens zur
Initiierung von Auwäldern mit
der Europäischen Schwarz-­
Pappel, um die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit
zur Verfügung zu stellen.
Der Leitfaden soll als allgemeinverständliche Anleitung vor
allem Praktikern Hinweise
geben, um möglichst erfolgreich
wieder Auwälder in den Fluss­
land­schaften Mitteleuropas
anzulegen.
Das Projekt wurde von der
­Stiftung »Wald in Not» gemeinsam mit der Landesforstanstalt
Eberswalde, dem Nationalpark
«Unteres Odertal» und der
­Stiftung «NaturSchutzFonds»
Brandenburg durchgeführt.
Gefördert wurde es von der
8. November 2007, Bern
Männerdomänen –
Frauen­domänen
Tagung zur Chancengleichheit
www.silviasilvio.ch
14. November 2007, Pratteln
Effizientes Feuern
Fachtagung der IG Holzenergie
Nordwestschweiz
christa.rohrer@gmx.ch
20. November 2007, Lausanne
Klimaveränderung
WSL-Tagung an der ETH
www.wsl.ch
22. November 2007, BZW Lyss
Forstliche Waldpädagogen
Nationaler Erfahrungsaustausch
www.bzwlyss.ch
www.treffpunktwald.ch
Deutschen Bundes-Stiftung
«Umwelt» sowie weiteren
Spendern.
Der Leitfaden hat einen
Umfang von 60 Seiten und ist
reich bebildert. Er kann per
Post bestellt oder als PDF von
der Internetseite geladen
­werden.
Geschäftsstelle der Stiftung
Wald in Not
Godesberger Allee 142–148
53175 Bonn
www.wald-in-not.de
VERANSTALTUNGEN
Effizient Feuern
Forstliche Pädagogen
Die 12. Fachtagung der IG
Holzenergie Nordwestschweiz
­richtet sich an Waldbesitzer,
Architekten, Heizungsplaner
und weitere Interessenten zum
Thema «Emmissionsarmes und
effizientes Feuern mit Holz».
Themen sind emissionsarmes
Anfeuern im Stückholzbereich,
Anlageoptimierung, Abgas­
kondensation und ein Blick in
die Forschung der Rauchgas­
reinigung.
Diese Tagung möchte eine Vernetzung der vielfältigen Angebote forstlicher Waldpädagogen
anstreben. Eingeladen sind
Forstleute aus der ganzen
Schweiz, welche sich der Waldpädagogik verbunden fühlen.
Mit Referaten und Workshops
werden erfolgreiche Arbeits­
weisen und Projekte vorgestellt,
um frische Ideen zu tanken.
Ziel ist auch der Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden.
14. November 2007
14–18.30 Uhr, Pratteln
IG Holzenergie NWS
Christa Rohrer
061 825 66 67
christa.rohrer@gmx.ch
22. November 2007
9.30–16 Uhr, Lyss
Silviva und BZW Lyss
Erich Gyr
044 291 21 91
www.silviva.ch
62
W A L D U N D H O L Z 11/07
22.–25. November 2007, Bern
6. Schweizer Hausbau- und
Energie-Messe
www.hausbaumesse.ch
24. November 2007
GV WWV AI/AR
24. November 2007
GV WWV beider Basel
30. November 2007, Biel
Internationales Seminar
für Holzindustrie und
Forstwirtschaft
HSB Biel
14. Dezember 2007, Lotzwil/BE
Vorrat/Zuwachs/Hiebsatz
ANW Schweiz
062 772 15 56
www.anw-ch.ch
29. Januar 2008, Bern
Holzmarktkommission
15./17. Februar 2008,
Friedrichshafen
agrarwelt
Neue Agrar-Fachmesse
www.agrarwelt-bodensee.de
28. Febr.–2. März 2008, Thun
AgriMesse 2008
www.agrimesse.ch
28. Februar–2. März 2008,
Luzern
Baumag
Baumaschinen-Messe
www.fachmessen.ch
5.–8. März 2008, Stuttgart
Dach und Holz
Fachmesse für Dachdecker und
Zimmerer
www.messe-dach-holz.com
4.–7. Juni 2008, Schmallenberg
KWF-Tagung
0049 6078 785-0
www.kwf-tagung.de
25.–27. Juni 2008, Oeschberg
öga 2008
034 413 70 70
www.oega.ch
2.–7. Juli 2008, Brienz
Holzbildhauer-Symposium
www.alpenregion.ch
6.–9. November 2008, Luzern
Carfar
Messe für Nutzfahrzeuge und
Fahrzeugbau
www.carfar.ch
Hier könnte Ihr Anlass
publiziert sein!
Führen Sie einen Anlass überregionalen Interesses durch?
Möchten Sie, dass möglichst viele Branchenleute davon wissen?
Dann melden Sie uns dies doch einfach – wir veröffentlichen
Ihre Veranstaltung gerne und kostenlos in unserer Agenda!
Möchten Sie an Ihrem Anlass unsere Zeitschrift gratis auflegen?
Dann wenden Sie sich an Urs Wegmann
032 625 88 00, wegmann@wvs.ch
Redaktion WALD und HOLZ
Rosenweg 14
4501 Solothurn
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
tschannen@wvs.ch
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Seele and Geist
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