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2 {lo Geschichte & ich: Was bedeutet der Begriff,,Mittelalter" für

EinbettenHerunterladen
4 Mio. v.Chr
2
{lo
Urgeschichte
4 Mio. v.Chr.-Chr. Ceb-
Geschichte & ich: Was bedeutet der Begriff,,Mittelalter" für
dich? Was verbindest du damit? Was welßt du schon darüber? Worüber möchtest du gerne lernen?
to4
Teamwork: Legt gemeinsam eine Mindmap an, in der ihr alles festhaltet, was ihr bereits über das Mittelalter wisst. Heb:
sie gut auf und ergänzt sie später.
1
500
2qq0
tflr
Zeitgeschichte
jahre
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rd. 90
" <+ =.t -.w.t, :<la,,e+:z;,
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84i:r.''!||.'n'46|:e$ya
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!#r {it
-
ä.ili*r';r€
I
'::
MiL dem lJntergang des Weströmischen Reiches
begann in Europa ein neuer Zeitabschnitt. Die
Historikerinnen und Historiker nennen diese
Epoche europäisches Mittelalter. Lange Zeit galt
das Mittelalter als ,,dunkle" Zeit, gemeinsam
wollen wir sie ,,erhellen".
W
Dte Kirche erreichte im Mtttelqlter den Höhepunkt
ihrer Macht und Jörderte Kunst und Kultur, die wir
heute noch bestaunen können. Die Klöster wurden
zu Zentren van Bildung und es entwtckelten sich die
ersten Schulen und Universitäten.
':zyw*
lm Mittelalter kam
es zur Gründung zahlreicher
Städte, vielleicht sogar deines Heimatortes. Die
Handwerker bildeten sich als wichtige Berufsgruppe heraus. Viele StraJlennamen zeugen bis
heute von ihrer Bedeutung.
Die Entwicklung Österreichs begann zur Zeit des
Mittelalters mit einem kleinen Gebiet namens
Ostarrichi. Reise zu den L)rsprüngen Österreichs!
Wer ist noch nie in die Rolle eines Ritters oder
eines Burgfröuleins / einer Prinzessin geschlüpft?
Wer kennt nicht die Fantasy-Ritter unserer Zeit?
Das Mittelalter war auch die Zeit der Ritter und
die Ruinen der einst blühenden Burgen prögen bis
heute das Landschaftsbild Europas.
Stephansdom, Notre Dame, der Tower oJ London
- all diese Monumente zeugen vom gotischen
Baustil des Mittelalters und beeindrucken uns bis
heute durch ihre Jaszinierende Bauweise. Meist
gehen diese Gebäude auf noch öltere romanische - Grundmauern zurück.
I
t
ü
Meine Meinung: Formuliere Fragen, die du an diesen
Zeitabschnitt der Ceschichte hast.
Kreativstudio: Sammelt Eindrücke, Bilder usw. aus der heutigen
Zeit, die zu diesen sechs Begriffspaaren passen. Cestaltet dann
gemeinsam ein Plakat zum Thema Mittelalter und Gegenwarr.
105
Ende des Weströmischen Reiches (476 n.Chr.)
Wetehe
Re&aäae
gab es xwässFrnen &:*n*a&<€
Großreiche zwischen Antike und
Mittelalter im 8. Jh.
e€md fkäfigteäaäx*wV
Kartenanalyse:
lslamisches Reich (ab 7. Jh.)
Byzantinisches Reich (395-1 453)
W
Frankenreich (5,-9. Jh.)
römischen Reichs eine wichtige
Crenze des Röm. Reiches
um 395 n.Chr.
-,,Lies" die Karte genau: Welche
lnformationen kannst du ihr
entnehmen? (Tipp: Blättere auf
e)
O
t
@a
.--_
u- 1,..
.: i'
die S. 9S!) Stelle deiner
nachbarin /
ri'
deinem
Sirz-
Sitznach-
barn Fragen.
- Stelle fest, welche Länder sich
aus diesen drei Reichen entwi-
41,,
0
J+.
Rolle?
-
I
- Welche drei Reiche spielten
nach dem Untergang des West-
1000
ckelt haben, indem du diese
historische Karte mit einer politischen Karte aus deinem
Schulatlasvergleichst. ti.
2000 km
lslamisches Reich
Hauptstadt
Herrscher
befand sich immer dort, wo
sich der König gerade aufhielt
(= Reisekönigtum)
Konstanti no pel I Byzanz
Mehrere: Das Reich bestand
aus Einzelreichen, jedes mit einem eigenen Zentrum.
Kalif: weltliches und religiöses
Oberhaupt, galt als Nachfolger
Kaiser
König / Kaiser
Mohammeds.
Personen
Karl der Große
Justinian
Religion
katholisches Christentum
(Christen)
orthodoxes Christentum
Begriffe
Karol inger, Merowi nger; Pfalz,
Aachen
Mohammed
(Christen)
lkone, Ostrom, Ravenna
Denk nach: Suche dir ein Reich aus und verfasse eine Ceschichte, in der alle Begriffe vorkommen. Überlege anschließend: Welche Art von Text hast du verfasst (historischer Bericht, Märchen, Krimi ...)? Reichen die lnformationen, einen wissenschaftlichen lnformationstext über
dieses Gebiet zu schreiben? Warum (nicht)?
@
af
i.t
lslam (Muslime)
arabische Stämme, Koran,
Mekka
ins Lexikon: Starte dein Netzwerklexikon
dieser Tabelle nach, um zu verstehen, was gemeint ist.
rll-(*)-
'\t-
""
i+i]q!{sr##
Was{fwtt düs d4'r8 ' ' '
und Byzanlstanbul' KsnstantinoPel
und dieselbe Stadt ist?
lfj&
@
uhd lies die lnformationen zu den Begriffen und Namen
V" &rIättelaltev
Das Frankenreich: der erste Staat Europas?
Erinnerst du dich noch an die
Völkerwanderung ( r S. 76)?
Nur die Eroberung Englands
!D!E
[I
f__-l
durch die Angeln und die Sachsen und die Besiedelung Galliens durch die Franken waren
von Dauer. ln Mitteleuropa, wo
es heute viele verschiedene
f__l
Fränkisches Könioreich
im Jahr 75i
Eroberungen Pippins
Eroberunqen Karls des
-
Großen
cebiete, die Karl
l-_-_l Territorien der
Kirche,
Teil des Fränkischen Reichs
s\
pr-
Staaten gibt, entwickelte sich
zu Beginn des Mittelalters das
lllllll
Marken der Grenzsicherunq
wichtige Feldzüge
*
+
""""
unter Henschaft von Pippin
unter Herrschaft von Karl d. Cr
Reichsteilung von 843
'(,r,.ü
Frankenreich. Seine Ceschichte
ist durch zwei
als
Oberherren anerkennen
Herrscherge-
)
.^r
ü;::::::rl
schlechter geprägt: durch die
Atlantischer
Merowinger und die Karolinger. Der Merowinger Chlodwig
war der erste König des Frankenreichs. Um seine Macht zu
stärken und die Unterstürzung
der christlichen Bevölkerung
Ozean
i:-,:i:'itiiä
ir
lAsturias
'l
Patrimenium
von 5t. Peter
,*
zu erlangen, ließ er sich taufen
und legte so den Crundstein
für die Ausbreitung des römiSchau genau: Vergleiche diese Karte mit jener der Vorseire: Wie haben sich die Crenschen Christentums in Europa.
zen innerhalb von rund 100 Jahren verschoben? Welche Veränderungen fallen dir auf?
Jedoch konnten die Merowinger ihre Macht nicht halten, denn ihre Verwalter, die soernannte sich selbst zum König der Franken. Die Karolingenannten Hausmeier, gewannen immer mehr an Einger wurden nach den Merowingern das zweite regieffuss. Einer von ihnen war Karl Martell. Er begründete
rende fränkische Ceschlechr \)
-S:.
die karolingische Dynastie. Sein Sohn Pippin derJüngere
Karl der Große
Unter Pippins Sohn Karl dem Croßen @-Sr, entwickelte sich das Frankenreich zur führenden Macht Mitteleuropas und zur schützenden Macht des Christentums. Dadurch entstand eine enge Bindung zum Oberhaupt der katholischen Kirche (= Papst). Karl unterstützte den Papst in ltalien gegen die aufständischen
Langobarden. Als Cegenleistung krönte ihn dieser zum
römischen Kaiser (800). Fortan waren die Herrscher des
Frankenreichs nicht mehr Könige, sondern Kaiser. Später
entwickelte sich daraus das Heilige Römische Reich.
Nachdem Karls Sohn Ludwig der Fromme
gestorben war, wurde das Frankenreich
in drei Königreiche geteilt. Daraus enrwickelten sich später Frankreich und das
Deutsche Königreich.
Schau genau: Lies aus der Karte, wie die
drei Teile des Frankenreichs nach 843 geheißen haben und wo sie lagen. J r* ,
Karl der GroJ3e
_*,
-(*)-
B
Hin"lngelesen: Auf deiner @-azfindest du eine
Quelle, die dir mehr über das Leben von Karl dem Croßen
erzählt.
V.
Mittelalter
=
Wü$tett dul, dqt't ' "
Land schenkten
... die Karolinger dem PaPst
(= Kirchenstaat)? Ein kleiner Teil davon existiert
noch heute und heifit Vatikan'
ta7
Wie verwaltete Kaisen Karl sein Reich?
Denk nach: Was könnten folgende Begriffe bedeuten:
Regierungssitz, Reisekönigtum, königliches Gut, Hol
Blickpunkt Gegenwart: Wo liegen die Regierungssitze
Cefolge?
Wien)?
heutiger Staaten (Beispiel: Österreich: Regierungssitz =
Bestimmt ist dir aufgefallen, dass es pro Staat meist einen Regierungssitz gibt. Zur Zeit Kaiser Karls war dies
nicht der Fall. Der Kaiser reiste durch sein Land und verweilte dabei immer wieder auf anderen königlichen Cütern. Sein Aufenthaltsort bestand aus dem Königspalast
und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden. Diese
Anlage wurde Pfalz genannt. Die Lieblingspfalz von Karl
dem Croßen war Aachen. Ab 794 verbrachte er hier
jedes Jahr längere zeit@ -ss.
Auf der Reise von einer Pfalz zur nächsten legte Karl l.
weite Strecken zurück, deshalb nennen die Historikerinnen und Historiker diese Form des Regierens Reisekönigtum. Natürlich reiste der Kaiser nicht allein, sondern es
begleitete ihn ein Gefolge von rund 1000 Personen. Dazu
zählten die königliche Familie, hohe Vertreter der Kirche
und des Adels sowie seine Dienstboten@-sg.
Bilderreise: Wenn du Fotos und lnformationen zu
Aachen sehen willst, dann starte deine @-ae.
Die Verwaltung des Frankenreichs
Mundschenk
Der Mundschenk sorgte
Schreibstube vor. Er
beriet den Kaiser und
Kämmerer I
@-:.2.@
.
die Einnahmen.
Stallbereich.
Königsboten
w7
f
Karl wöhlte die klügsten der ihm ergebenen
Männer aus und sandte sie bis in die entlegensten Cebiete des Reiches, damit sie
h m Be ri cht er stattete n.
i
$
Wichtige Amtsträger sorgten
für das Funktionieren des
mobilen Hofes.
"P
GraJen sorgten daJür, dass die BeJehle des Herrschers befolgt wurden. Sie übten in Stellvertretung
des Kaisers sowohl die HerrschaJt
als auch die königliche Gerichts-
barkeit aus und mussten
Kri e gsJa I I Tr u 1c p e n
E"
o
rga n
i
si e re
im
n.
;*jßl:?
Eine Mark war ein Crenzgebiet des Frankenreichs. lhr
stand der Markgral vor, der Jür seine Mark öhnliche
Pfichten hatte, wie der PJalzgraf t'ür seine PJalz.
Ire
i
,
/\uLe \Lyttett etttyttt \tusLut vut.
W
BischöJe sind hohe Würdenträger der Kirche, die ein bestimmtes Gebiet leiten
Alles eine Frage der Perspektive: Versetze dich in die
Rolle des Königs und erkläre, wie dein Staat verwaltet
wird. Was ist deine Aufgabe dabei? Was müssen deine
untertanen tun?
e
und verwalten.
schaJt. Er zog Steuern
ein, sprach Recht und
stellte das Heer.
noch? Hat sich ihre Bedeutung veränderr?
rll-(*l-
'\Lf- Wu$tett
,.. Kaiser
Mittelalter
"'
dü1 dQ{'t
775 rund :
Karl der 6ro$e in Jshr
Kilometer zurücklegte'
wegs war?
sind zu vergeben? Spielt diese Szene!
V.
Der Graf stand einem
Cebiet des Frankenreichs vor: der GraJ'
Blickpunkt Gegenwart: Welche Begriffe gibt es heute
Rollenspiel: Der Kaiser kommt in die Pfalz. Daher berufen seine Königsboten eine Versammlung ein und besprechen, was alles zu organisieren ist. Welche Rollen
108
für die Cetrönke.
verfasste Urkunden.
Der Kömmerer kümmerte sich um die Unterbringung des Cefolges und verwaltete
Der Marschall sorgte t'ür PJerd und Wagen
und leitete den
?
.-,w)'
Der Kanzler stand der
und war Jür die königliche Tafel zustöndig.
ut"'als er in setnenl Reich
Graf, Herzog, König, Kaiser: Wer ist wer?
Mark - Markgraf
Das Wort ,,Mark" stammt vom althochdeutschen
Wort ,,marcha" und bedeutet Grenze.
,,Mark in karolingischer und ottonischer Zeit: Bezeichnung t'ür Grenzräume im Vorland des Reichs,
die der militörischen Sicherung des Reichsgebiets
dienten. Die Marken unterstanden Markgrafen, die
a uJgr u n d i h re r M a ch tb ef u gn s s e zu h e r zo gö h n ch e r
un
wissen.
Mitreden können. Mannheim 1998, S.
Deutsches Reich
-
r.l
100f. '<
Heiliges Römisches Reich
König
,,Das aus dem Ostfränkischen Reich im 10. Jh. hervorgegangene Reich neben den Königreichen ltalien
und Burgund das dritte der drei Teilreiche des Heiligen Römischen Reichs."
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid
wissen. ..,
Mitreden können. Mannheim 1998,
S.
B -
Schau genau:
- Lies dir die Lexikoneinträge aufmerksam durch und besprich sie mit deiner Nachbarin / deinem Nachbarn.
- So viele Begriffe, da kann man schon einmal durcheinander kommen! Ordne die folgenden Sätze den Lexikoneinträgen zu und schreibe das fehlende Wort auf die Linie.
T
n war kein
wählen den deutschen König.
Staatsgebiet, sondern ursprünglich eine
Vereinigung des Deutschen Reichs, des Königreichs
Italien und des Königreichs Burgund.
I
Oas Deutsche Reich wurdevon einem
regler[.
I fin
[l
Herzog stand
ordneter Beamter [...] mit vor allem militörischen
Aufgaben. Seit dem 7. Jh. entwickelten sich daraus
[...] Stammesherzogtümer, die erblich wurden und
kö ni gli ch e Ma cht a n strebte n."
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid wissen.
..,
Mitreden können. Mannheim 1996, S. 212 x
g a ufstei gen ko n nte n."
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid
,,[...] in merowingischer Zeit ein den Grafen überge-
Ii
i
Stell
Herzogtum - Herzog
Das Wort ,,Herzog" stammt vom althochdeutschen
Wort,,herizogo" und bedeutet Heerführer.
in der Rangordnung über einem
-
Kaiser
,,Seit 1254 belegter Name des im 10. lh. aus dem
Deutschen Reich und den Königreichen ltalien und
Burgund zusammengefügten mitteleuropöischen
GroJ3reichs unter der Herrschaft der deutschen Könige, Seit der Kaiserkrönung Ottos l. 952 war es mit
der Tradition des antiken Römischen Reichs verbunden und galt als dessen Fortsetzung."
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid wissen.
Mitreden können. Mannhetm 1982,5.92
a
Deutsche Königswahl - Kurfürsten
Das Wort ,,Kurfürst" stammt vom mittelhochdeut,
schen Wort,,kur" und bedeutet Wahl.
,,Seit dem späten 12.lh. sich herausbildende Cruppe
von Fürsten, die den deutschen König wöhlten. ln
der Goldenen Bulle wurden 1356 die drei rheinischen
ErzbischöJe (von Köln, Mainz und Trier) sowie der
Pfalzgral bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der
Markgraf von Brandenburg und der König von Böhm
en
a
I
s Ku rJü rsten festgesch ri eb en."
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid wissen.
ist ein befestigtes Grenzgebiet.
Mitreden können. Mannheim 1998,
3*'
AIi.L ins Lexikon: Schlag die Begriffe: HerzoglHerzogtum, Markgraf / Mark, deutsches Königtum und Heiliges Römisches Reich in deinem Netzwerk-Lexikon @
nach. Vergleiche diese Erklärungen mit den Begriffsdefinitionen dieser Seite. Findest du zusätzliche lnformationen heraus? Entdeckst du Unterschiede?
S.97 a
@
...-,
-*,
-(*t-
'Y-
***@
"'
dul1 d+'t't
(z'B' Deut'
.'. man zwischen Wahtkönigtum
unFrankreich)
(z'B'
sches nuicLt) und Erbkönigtum
Wu$te{t
ftrscheidet?
V.
Mittelalter
109
I
300
1400 n.Chr
Lehensmann und Lehensherr: Wer war von u/em ablrängig?
#
ln einem Sachbuch steht Folgendes über die
mittelalterliche Grundherrschaft:
Rat und Tat
Schutz und Schirm
,,Da ich, wie jedermann bekannt ist, nicht mehr
ich mich ernähren und kleiden
soll, habe ich Euer MitgeJühl angeruJen, und
weiJ3, wovon
Euer Wille hat mir gestattet, mich Eurem
Schutz auszulieJern oder snzuvertrauen. Dies
geschehe unter folgenden Bedingungen: Entsprechend meinen Diensten und Verdiensten
um Euch seid lhr verpflichtet, mir zu helfen und
mich mit Nahrung und Kleidung zu versorgen.
Quellenanalyse:
- Was bedeuten die Aussagen in den Sprechblasen? Erkläre sie in
eigenen Worten und finde Beispiele aus deinem Alltag.
- Lies die Quelle und überlege, wer mit dem lch und dem lhr gemeint sein könnte? Begründe deine Vermutung.
- Zu welchen Stellen der Quelle passen die Sprechblasentexte?
- Welche Adjektive beschreiben am besten die Beziehung zwischen den in der Quelle genannten Personen: frei, abhängig,
untertan, gleichberechtigt, gegenseitig, selbstständig?
Das Lehenswesen
lm Mittelalter teilten die Könige ihr Land unter den ranghöchsten Adeligen auf. Diese konnten ihr Land ebenfalls weitervergeben bzw. verleihen. Daraus entwickelte sich das Wort ,,Lehen"
als Bezeichnung für ein geliehenes Landstück. Der Lehensmann
(= Vasall) erhielt das Land, der Lehensherr verlieh es. Zwischen
Lehensherrn und Vasallen bestand ein Verhältnis der gegenseiti-
Ich schulde Euch bis an mein Lebensende
Dienstbarkeit und Cehorsam, sofern sie mit
der Freiheit vereinbar sind; bis an mein Lebensende werde ich mich Eurer Macht und Eurem
Schutz nicht entziehen können."
Duby, G.: Krieger und Bauern. FrankJurt
1981.5.49
a
gen Pflicht und Treue. Die Vasallen versprachen,
dem König zu dienen und für ihn zu kämpfen.
Der Lehensherr hatte die Pflicht, seine Lehens-
männer zu beschützen und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Aus diesen gegenseitigen Rechten und Pflichten entstand im Laufe der Zeit ein
dicht geflochtenes Netzwerk, das die Historikerinnen und Historiker als Lehenswesen bezeich-
/)\
-Y?
nen
-57.
Das Lehensverhältnis endete mit dem Tod. Starb
der Lehensherr; gingen alle Lehen an seinen
Nachfolger über. Dieser konnte sie neu vergeben.
Beim Tod des Vasallen fiel das Lehen an den Lehensherrn zurück und dieser vergab es neu. Auch
ein Treuebruch konnte das Lehensverhältnis be./>t
enden -\iKZ-SS.
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)s' . eI
(.. $'
""
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Her2öge
"b
6ü)
rf,\
@ Schau genau: Wie eine Lehensübergabe
verlief, kannst du in den Szenen deiner @-sq
O
otä)
!1-$rh
Untervasallen
dffi&t
HHI'
!'(fl
nirr.'
Dienstmannen
Cefolge
verfolgen.
-!k,
-(*),\f=
Die Lehenspyramide
110
..'
Wut sttottdu,
dq'I't"'
auch Amter nicht nur Land' sondern
konnten?
Rechte verliehen werden
V.
Mittelalter
"
600 n.Chr
1
300
1400
n.Chd.,
Welches Verhältnis bestand zwischen Bauern und Grundherren?
lm Mittelalter gehörte jeder Mensch einem bestimmten
Stand an: Ceistliche, Adelige und Bauern. Die Zuordnung
erfolgte durch die Ceburt: Die Kinder hoher Adeliger
wurden wieder hohe Adelige, Kinder von Bauern wieder
Bauern. Diese Ordnung galt als gottgegeben und musste
widerstandslos akzeptiert werden.
Der Bauernstand
lm Mittelalter gehörten etwa 90 % der
Bevölkerung dem Bauernstand an. Die
Menschen mussten hart arbeiten und
Schau genau: Suche den Fleischzehenc,
den Gänsezehent, den Celdzins für Eier
und Cetreide, den Obst- und Weinzehent und den Getreidezehent.
die Felder bestellen @-sg.Sie lebten
gemeinsam mit ihren Tieren in kleinen
strohgedeckten Häusern aus Lehm und
Holz. Doch Bauer war nicht gleich Bauer.
Je nachdem, ob er der Eigentümer seines
Crund und Bodens war oder nicht, war
er reicher oder ärmer, war er mehr oder
weniger von seinem Grundherrn abhängig, war er frei oder unfrei. Die Bauern
mussten ihrem Crundherrn regelmäßig
Abgaben leisten (= Zehent) und Arbeiten am Hof des llerrn verrichten (= pven-
r-\
@
und welche Arbeitsleistungen die Bauern
für ihre Crundherren erfüllen mussten.
Bä u e rl i ch
dem
e
r Abgab
en kal
en
d e r, Bu ch m al
e
r
ei
aus
Jh. Dieser Kalender zeigt dir, welche Abgaben ein Bauer an bestimmten Tagen seinem
14.
Grundherrn zu leisten hatte.
Freie B-auer
Unfreie Bauern
.
.
.
.
.
@-ts
kannst du nachlesen, welche Abgaben
dienst).
.
Hineingelesen: Auf deiner
Sie besaßen eigenes Land, über das sie frei verfügen
konnten.
Sie mussten Abgaben an den Grundherrn oder an die
Kirche (= Zehent) leisten.
lm Kriegsfall mussten sie für ihren Crundherrn kämpfen.
ln Kriegszeiten waren die Männer nicht auf dem Hof.
Frauen und Kinder verrichteten zusätzlich die Arbeit des
Bauern, doch oft gelang dies nicht ausreichend. Die Folgen waren Hunger und schlechte Ernten, der Zehent
konnte nicht mehr bezahlt werden. In dieser Notlage
mussten die Bauernfamilien den Crundherrn um Hilfe
bitten oder sich in dessen Abhängigkeit begeben. Aus
freien Bauern wurden dadurch unfreie Bauern.
Sie schuldeten ihrem Herrn Cehorsam.
Sie mussten mehrere Tage pro Woche unbezahlt
für den Crundherrn arbeiten (= Frondienst). lm
.
Gegenzug hatte der Grundherr die Pfficht, sie zu
beschützen.
Die unfreien Bauern gehörten wie Tiere und
Felder zum Lehen des Crundherrn.
. Unfreie Bauern durften nicht in ein anderes Dorf
.
ziehen oder ohne Erlaubnis ihres Herrn heiraten.
Von der Menschlichkeit und Klugheit des Grundherrn hing das Schicksal der Bauern ab, denn er
bestimmte den Umfang des Frondienstes und
die Höhe der Abgaben.
..x,
-t*)-
'V-
Wutttott dü,
dq't't
"'
ange'
Zehent ot't im Varhinein
... der Wert
Menge
diese vereinbarte
wurde und der Bauer
setzt
';;;":rri,
celd auch dann ent'
Früchten, Tieren ader
blieb?
selbst ksum etwas
richten musste, wenn ihm
des
Darstellung eines Bauern beim Pflügen (lllustration)
V.
Mittelalter
111
Reiter, Ritter, ritterlich: Was steckt dahinter?
mit mir in die Zeit der Ritter. Lass ihre
Welt, ihre Lebensweise, ihre Abenteuer in
deinen Gedanken lebendig werden. Was Jöllt
dir zu diesem Begriff alles einT Zeichne oder
schreibe deine Ideen auJ.
Reise
Ritterliche Aufgaben
Cott in Cebeten
Kriegsdienst und
Treue gegenüber
seinem Herrn
und Taten
dienen
Schwache, Arme,
Witwen und
Ritter leisteten Kriegsdienst zu Pferd, waren in der Cesellschaft hoch angesehen und gehörten zum niederen
Adel. Sie entwickelten eine eigene Lebensweise (= höfische Kultur). Dazu gehörten besondere Verhaltenswei'
sen, u.a. das richtige Verhalten bei Tisch, höffiches Benehmen gegenüber Frauen, die Erziehung der Kinder
sowie das Feiern von Festen und Turnieren. Auch in der
Malerei, der Musik und der Literatur bildeten sich Vorstellungen von einer eigenen Ritterkultur heraus, z,B. der
Minnesang oder die Heldenepen. ( - S. tZS)
%
r0,", mit: öffne deine @'so und erlebe ein Ritter-
turnier hautnah mit.
Burgen
-
Minne und
Turnierkampf zu
Waisen
schützen
Ehren einer Dame
mutig in den
Kampf ziehen
für Cerechtigkeit
kämpfen und im
Abenteuer
Kampf Fairness
bestehen
walten lassen
f-\
@ gli.l
ins Lexikon: Starte dein NetzwerkLexikon
der Lebensmittelpunkt der Ritter
nem Zaun und
wurden. Hohe Mauern und der Bergfried (= das höchste
Cebäude im lnneren der Burg) zählen zu den typischen
Merkmalen einer Burg \9-eo.
Für den mittelalterlichen Menschen wurde die Burg zum
sichtbaren Zeichen von Macht. Wer sie besaß, hatte
auch die Herrschaft inne. Von hier aus wurde das zugehörige Land verwaltet und regiert. Hier fanden die Men-
einigen
schen bei Bedrohungen (2.8. Kriegen) Schutz.
Aus heutiger Sicht sind Burgen mit Rittern untrennbar
verbunden. Sie entstanden zu jener Zeit als Nordgermanen und Ungarn weite Teile Europas bedrohten (9. und
10. Jh.). Adelige ließen sich deshalb zum Schutz auf Anhöhen und in der Nähe von Cewässern sogenannte
Fluchtburgen errichten. Anfangs bestanden diese aus eiHäu-
sern aus Holz.
Ab dem
11. Jh.
wurden
dar-
aus
steinerne
Burgen, in denen die Adelsfamilien lebB urg Ra p p ottenstei n n Ni ed eröster rei ch (F oto)
ten. Je steiler
der Anstieg, je schroffer die Felswände, desto besser war
die Burg geschützt.
ln Europa wurden etwa 20 000 Burgen errichtet. Es gab
i
ff,\
@
lnformationspooh Cenauere lnformationen zum
Aufbau einer Burg erhältst du auf deiner
(Tipp: Organisations-, Dokumentations-,
.
Berichter-
statterteam...)
_*,
-rV:
...
ei n
Wut{tottdvtl dqrt"'
üstu n g bis zu 25
e v ollstä n di ge R'itterr
wiegen konnte?
V.
@-t
Geschichte & ich: Plane eine Exkursion zu einer Burg in
deiner Umgebung, indem du den Schritten auf S. 28
folgst. Erstelle anschließend eine Fotodokumentation.
winzige Anlagen, aber auch gewaltige, uneinnehmbare
Burgen, die zu unbezwingbaren Festungen ausgebaut
ttz
@
und informiere dich genauer zu folgenden Begriffen: Turnier, Minnesang, Ritter, höfische Kultur.
Mittelalter
'
'tt
i
l0
1000 n.Chr
n.Chr.
Warurn spielte die Kirche im Mittelalter eine so bedeutende Rolle?
Die katholische Kirche war ein wichtiger Machtträger im
mittelalterlichen Europa. Zwischen weltlichen Herrschern
(Königen und Adeligen) und geistlichen Würdenträgern
(Papst, Kardinälen, Bischöfen) bestand eine Partnerschaft,
die beiden Vorteile brachte: Die Herrscher brauchten die
Kreativstudio: Versuche diesen Text zu veranschaulichen:
Du kannst Wörter in Form von Zeichnungen darstellen
(2.8. König), Pfeile verwenden (um Beziehungen auszu-
Kirche, um ihre Funktion als Kaiser, Könige usw. zu stärken, dafür gewährten sie der Kirche militärischen Schutz.
Die Religion spielte im Leben der Menschen eine ent'
scheidende Rolle. Nur wenige Menschen wagten es daher, sich gegen kirchliche Lehren aufzulehnen.
Folgende Begriffe sollten in Schrift oder Bild vorkommen:
weltlicher Herrscher, Kirche, militärischer Schutz, Stärken
der Funktion, Menschen.
drücken), Text in Sprechblasen schreiben ...
Mittelalterliches Klosterleben
glaubten viele Mensch-en
Zu Beginn des Mittelalters
Kirche' Sie
il.n it.r.r, an die Lehren dei kathotischen
Vergangenheit fest und
hielten an den Cottein ihrer
katholischen Kirche als "Hei'
,"fr." aln.r aus Sicht der ab dem 5' lh' die christli'
versuchrcn Mönche
den". So
(=, Mi:t]"nlttu1?l
che Claubenslehre zu verbreiten
,".
Männer (= Mönche)' die ihr
Frauen (= Nonnen) und
wollen'
dem Glauben und Gott widmen
kommt vom
"orf't
leben in Klöstern zusammen' "Kloster"
das abgeschloss€o' V€[:
lateinischen wort ,'claususf"
die Nonnen und Mönche
schlossen bedeutet, denn
nach stren;"b."; meist von der Welt abgeschieden oder eines
der Leitung einer Abtissin
u""- *"rJ" unter
LÄl"
Abtes.
hinter die Kloster-
@ r.n"u genau: Wirf einen Blick
ä.t", r"aJm au deine @'es startest'
16\
@
Aufgaben von Klöstern
Während des Mittelalrers
nahm die Anzahl der Klösrer sretig zu. Nonnen und
Mönch" ,p"ir,un die Armen, pflegten die Kranken,
gewährteni.n
der Bibel
und vieler Werke der
Antike her (-+ S. .130).
Häufig verfügten die
Recherche:
- Weitere Ordensgemeinschaften
sind etwa
n.ir"na"n
Unterkunfr. Die Klöster zählten
darüber hinaus zu
den wichtigsren landwirrr.t,"ftti.i"närieben
und
waren auch Birdungszentren.
cerehrte Mönche widmecen sich der Wissenschaft.
Sie konnt"n l"r"n und
schreiben und srellten prächtige
nbschrifien
Jesuiten,
Franziskaner, Dominikaner, Tisrerzienser, Augustiner,
Karmeliteri innen, Ursulinen.
Recherchiere im lnternet, lege eine Tabelle an und trage
ein, in welchem Jahrhundert diese Orden gegründet
wurden und von wem sowie welcher Aufgabe sie nachgehen (Unterricht, Krankenpflege, Mission usw.). Du
darfst die Tabelle natürlich durch weitere Ordensgemeinschaften ergänzen.
Nicht nur im Christentum gibt es Ordensgemeinschaften. Versuche etwas über Klöster aus anderen Religionen herauszufinden. Nach welchen Regeln leben dort
die Nonnen und Mönche? (Tipp: orthodoxe Klösrer,
buddhistische Klöster)
- Nenne Klöster deines Bundeslandes.
V.
Mittelalter
Klöster auch über eine
eigene Schule
(-+
S.
12e).
Klostera nl age von Söna
nq ue
(Provence, F), um
1148 ge'-
gründet (Foto)
i:i;
1300 n.Chr
l
::
Warum wurden Kriege unter dem Zeichen des Kreuzes geführt?
Ein betender
Bewaffnete Pilgerfahrten ins Heilige Land
Kreuzritter,
Darstellung
Erster Kreuzzug (1 095-1 099)
Zweiter Kreuzzug (1 1 48-1 1 51 )
Dritter Kreuzzug (1187-1192)
\ \) -
?r.J
,Atlantischer
um 1350
Vierter Kreuzzug (1202-1204)
ü\.J
Ozean
I Schwarzes \--
-
c--ü
Kartenanalyse:
\'_
,Mschaftr
- Welches Cebiet / welche
Länder zeigt die Karte?
- Was stellen die eingetra-
-vbn öddssa'
\,
_,J.i
essa
r-
1.
FürstFr{-\
genen Linien dar? Wie
turfi'r
"*-
Fünfter Kreuzzug (1228-1229)
Sechster Kreuzzug (1248-1254)
-'
1'
sie?
A
verlaufen
- Stelle Vermutungen an,
was das Wort,,Kreuzzug"
bedeuten könnte?
,/
Siebter Kreuzzug (1270)
Die Kreuzzüge
ins Heilige Land
bewaffnete Pilger
+
später Kreuz-
fahrer oder Kreuzritter genannt
verlustreich und erfolglos
heiligen
ffi,,"'" Gläubige ist es wichtig' zu
e'g"'r"is:, ".":,Yi]l
ä,;; ;"";;;';i 1=Vergebung
ihrer sünden
ä;; ;; tür die
als Heiliges Land'
p.ta"inu
gilt
:l ;fi;.
weil es die Heimat.lesu
Menschenmassen setzten sich Richtung
Osten in Bewegung &Z-et,
m*:,"88":,:5".fi::#:!
cllltl"Y?1
**:*-*;T.rT;;r$
u"rtr;uoä'rtg
Deus lo volt (lateinisch für,,Gott will es") r
Papst Urban ll, rief mit diesen Worten zum
ersten Kreuzzug auf (toos).
$
aus dem Heiligen
Luna
Hi*ing"lesen: lies diesen Aufruf auf
deiner Qp-89 nach.
+
Das Heilige Land war unter muslimischer Herrschaft und häufig wurden christli-
che Pilger auf ihren Reisen angegriffen. Die christlichen Machthaber nutzten dies
als Vorwand, um das Heilige Land zurückzuerobern. Diese Feldzüge sind heute
unter dem Begrifr ,,Kreuzzüge" bekannt. Als Belohnung für die Teilnahme am heiligen Krieg wurde den Kreuzfahrern die Vergebung aller Sünden versprochen.
Viele lockte aber auch die Aussicht auf Reichtum und deshalb zogen sie Richtung
Osten, wo sie schonungslose Beutezüge durchführten.
r-\
%
nll"r eine Frage der Perspektive: Auf
politische: Zerfall der Kreuzfahrerstaaten
religiöse: Zurückdrängung des Christentums, Aufstieg des lslams im Osten
soziale: Aufstieg von Ritterorden
eigentliches Ziel
Die Kreuzzüge konnten ihr
@-oo findest
du Quellen rund um das Thema ,,Kreuzzüge" von sehr unterdeiner
-
näm-
-
nicht
il ;;
Fall: Der lslam
der
war
cegenteil
Das
;;;;;;".
religiöse
,.,rt" ,i.t't durch und bis heute gibt eszwischen
christentum im osten zu stärken
our.in.na.tt.tzungen und Diskussionen
;;';;;.;;"
Rerigionen
&'et
schiedlichen Personen.
r-\
@
Hineingelesen: Über einen Streit zwischen dem österrei-
chischen Herzog Leopold V.(- S. 121) und dem englischen König
Richard l. kannst du auf deiner @-gt nachlesen.
_*,
-(*),\f-
Wutttottd,Ä, dell,,,
34-0'000-Teil' :t'
..' im ersten Kreuzzug von
*um
tt4
V.
Mittelalter
erreichten?
nu, rund 40 000 Palästina
'1200
100 n.Chr.
n.Chr
Was darf der Papst? Was darf der König?
Jahrhundertelang war das Leben der Menschen vom
Clauben an die Verbindung von Kirche und Herrscher
bestimmt. Dieses Weltbild geriet ab dem 11. Jh. ins Wanken, denn Kaiser und Papst befanden sich in ständigem
Streit darüber, wer mehr Macht besaß. Zum Streitpunkr
zwischen Papst und Kaiser wurde die Frage, wer die
geistlichen Lehen (= Kirchengüter oder geistliche Amter)
vergeben dürfe. Dieser Machtkampf gipfelte in einer
Auseinandersetzung zwischen dem deutschen König
Heinrich lV. und Papst Gregor Vll. und wird von Historikerinnen und Historikern lnvestiturstreit genannt.
Der lnvestiturstreit
'.
I
,,lch, Heinrich lV., König des Heiligen
Römischen Reichs, fühle mich dazu beruJen, auch die geistlichen Lehen an die
Lehensmänner weiterzugeben."
,,Nur ich, Papst Gregor Vll.,
habe als Oberhaupt der katholischen
Kirche das Recht, die geistlichen Lehen
zu vergeben."
,,Das lasse ich mir nicht bieten: Ich
verhänge den Kirchenbann über
,,Auch wenn es dem Papst nicht
recht ist, werde ich den Erzbischof von
Mailand ernennen."
Heinrich lV. Somit wird er aus der
4
ristl ich en Gem ei nsch aJt a u sgeschlossen und darJ keine Sakra-
ch
mente mehr empJangen. Erst wenn
er BuJ3e tut, werde ich den Kirchenbann wieder auJheben."
Rollenspiel: Suche dir einen Partner und losr aus, wer
den Papst und wer den König darstellt. Diskuriert dann
gemeinsam über eine mögliche Lösung eures Konflikts.
1077 leistete Heinrich lV. Buße, indem er im Winter über
die Alpen nach Oberitalien reiste und den Papst barfuß
und in Büßergewand auf der Burg Canossa aufsuchte,
16\
@
lnformationspool: Cenauere lnformationen zur
schauspielerischen Darstellung des lnvestiturstreits und
dazu passende Quellen findest du auf deiner @-gZ.
um ihn um die Aufhebung des Kirchenbanns zu bitten
Canossa). Er erreichte tatsächlich die
Lösung des Bannes, der Konflikt aber ging weiter.
(= Cang nach
Das Wormser Konkordat
Erst 1122 wurde unter Heinrich V. (Sohn Heinrichs lV.)
ein Kompromiss ausgehandelt: das Wormser Konkordat.
Konkordat bedeutet allgemein Vertrag zwischen Kirche
und Staat. lm Wormser Konkordat wurde nun genau
festgelegt, wie die Ernennung eines Bischofs vor sich
gehen soll: Der Papst weiht den Bischof und verleiht ihm
dabei die geistlichen Würden (= die lnvesritur mit Srab
und Ring). Der König belehnt den
Bischof mit Crund und Boden (=
die lnvestitur mit Zepter und
Schwert).
rl/
a
-a\
Gei stl ich e I nv estitu r sy m
b
ole:
BischoJsstab und Ring
Weltli
(lllustration)
Zepter und Schwert (lllustration)
ch e
I
nvestitursy
lateinischen
sich das Wort ,,lnvestitur" vom
..,
',,lintvestire"
m bol e:
V.
Mittelalter
Wu$tettdvt, dQrt"'
Wort
Man
bedeutet?
ableitet und bekleiden
sl;agt
nömlich: ein Amt bekleiden'
Stadtrecht für Wien (1221)
W
w
w WmxsY"*fu r-swng w &ffi %waä&w*w
Spiel mit: Überlege dir Begriffe, die mit ,,Sradt-" beginnen (2.B. Stadthalle) oder den Beinamen ,,städtisch" haben (z.B
städtisches Freibad).
Aufgrund der Bevölkerungsexplosion im 12. und 13. Jh.
nahmen Zahl, Cröße und Bedeutung der mittelalterlichen Städte zu, trotzdem würden sie uns heute eher als
Kleinstädte erscheinen. Paris zählte um 1300 etwa 80 000
Einwohnerinnen und Einwohner, Venedig 90 000, Köln
40 000 und Cent 60 000 &-eq.
16\
@ Recherche: lnformiere dich im lnternet, wie viele
Menschen heute in diesen Städten leben, und vergleiche
die aktuelle Einwohnerzahl mit jener des Mittelalters.
Welche Städte zählen heute zu den weltweit größten?
Wie viele Menschen leben dort?
bei Flüssen und Häfen
bei Burqen und Klöstern
Die Merkmale einer Stadt
Mittelalterliche Städte waren bereits von fern an den
Stadtmauern mit ihren mächtigen Türmen und den
Stadttoren zu erkennen. Diese wurden nachts geschlossen und auch tagsüber bewacht. lnnerhalb der Mauern
standen die Häuser dicht gedrängt. ln den engen winkeligen Cassen herrschte lebhaftes Treiben. Besonders
Me rkm al e ei
ner Stadt (Reko nstrukti o nszei
ch n u n
stolz waren die Städter auf ihr Rathaus und den Rathausturm, denn diese symbolisierten die städtischen
Freiheiten wie zum Beispiel Marktrecht, Verteidigungsrecht, Zoll- und Steuerrecht, Cerichtsbarkeit, Prägen von
Münzen. Diese Befggnisse wurden durch die Verleihung
des Stadtrechts \-Z-65 gewährt.
g)
Schau genau: Ordne zu, indem du die entsprechenden Nummern aus dem Bild zu diesen Merkmalen der Stadt schreibst.
[]
rirche
[.'-1'
Rathaus
[1Stadtmauer Imarktplatz
Ii l^Lencht
ljstadttor g*+,
Treffpunlct Politik; Recherchiere im lnternet, erkundige dich im
Rathaus oder in der Bibliothek einer Stadt in deiner Nähe, um
folgende Fragen zu lösen: Wann wurde das Stadtrecht verliehen?
Wie hieß der erste Stadtherr? Wie sieht das Stadtwappen aus?
Woher kommt der Name der Stadt?
ez&
W,
W{tt*3"a3,txu
Bliekpunkt Gegenwart: Denke an eine moderne
Stadt: Wie haben sich die Merkmale einer Stadt
verändert? Welche gibt es nicht mehr, welche
sind dazu gekommen?
. iJ
a's,
"-7iej*
*ls'
""#-
Wuas€#r"tt' &wu dq"r€
"'
rttnd 25 {}{}fr Ltvlwrsnn'
nen und Lln"'sshY:s huttt?
... Wit'ts iw
15' Jh'
Chr
D
Wen lebte in der Stadt?
B.
n;
.3
l-
Die Stadr zog viele Menschen beinahe magisch an. Sie
hofften, dort Arbeit zu finden. Händler eröffneten Ceschäfte, auch Anwälte und Bankiers ließen sich in den
Städten nieder. Die Bauern zogen in die Stadt, weil sie
dort als freie Menschen leben konnten und ohne Mitbestimmung durch den Crundherrn heiraten und Eigentum
besitzen durften. Viele Bauern verließen mit nur wenigen
Habseligkeiten ihre Dörfer. Wenn sie ihr Grundherr nicht
innerhalb eines Jahres fand und zurückrief, waren sie frei.
Den Bürgern der Stadt gleichgestelk waren sie deshalb
noch lange nicht, denn das Bürgerrecht blieb nur wenigen Stadtbewohnern vorbehalten. So waren zum Beispiel
in Wien im 15. Jh. von den rund 25 000 Bewohnerinnen
und Bewohner lediglich 2000 Bürger. Es war aber norwendig, das Bürgerrecht zu besitzen, um Handel treiben
( -l S. 141) oder ein Ceschäft eröffnen zu können und um
am politischen Leben der Sradt teilzunehmen.
Kritisch beleuchtet: Das Wort ,,Freiheit,, hat viele Bedeutungen: Nenne Beispiele (2.B. lch habe die Freiheit
anzuziehen, was ich will.) und erkläre, die unterschiedlichen Bedeutungsebenen.
Hierarchie in der städtischen Gesellschaft
LL-
)n
s-
Mittelalterliche Städte wurden meisr von ihrem Crund_
herrn (König, Adeliger, Bischof) regiert. Dieser überrrug
einem Vertrauensmann (Vogt, Burggraf) die Stadtverwaltung (Regierung). Cemeinsam mit dem Stadtrat, an
und forderten Mitsprache bei der Stadtregierung. Auf
der untersten sozialen Stufe befanden sich Kranke, Obdachlose, Bettler und bestimmte Berufsgruppen, die als
)n
rg
war durch das
Straßenkehrer;
Zusam-
menleben vieler verschie-
dener sozialer Cruppen
geprägt.
Cesellschafrli-
cher Aufstieg war nach
wie vor sehr schwierig,
aber zumindesr möglich.
Kaufleute
und
werksmeister
Handzahlten
hohe Abgaben (=
5s.u.tn;
Bader,
Totengräber und auch
Henker). Zu den,,Außenseitern" der Cesellschaft
gehörten auch Dirnen,
fahrendes Volk, Narren,
Caukler, Spielleute und
Juden. Sie alle standen au-
ßerhalb der Cesellschaft
@-ee.
7
Ei
nbli ck n
i
ei n
e m ittel
Spiel mit:,,lch seh, ich seh, was du nicht siehst
a
lterli
ch
e Sta dt
(C e m ät d e a
usschnitt)
r-\
...,,
Kreativstudio: Dass die Gesellschaftshierarchien von Historikerinnen und Historikern ofr als pyramide dargestellt
werden, weißt du bereits von verschiedenen Beispielen
@ Wissenscheck: Kennst du nun die Bewohner einer
mittelalterlichen Sradt? Teste dein Wissen mithilfe dei-
ner@-os.
(ägyptische Cesellschaftspyramide...). Zeichne
nun selbst
eine Gesellschafrspyramide der mimelalterlichen Sradt.
Folgende Personen / Gruppen sollten vorkommen:
Crundherr, Vogt, Burggraf, Bürgermeister, Stadtrat, Bürgeri
,,Un-
ehrliche", Außenseiter.
rlr
-(.* )-
,V=
Wutttu'tt d,^, dq'tt,,,
als "un... mitunter auch Bäcker und Müller
in Verdacht geehrlich" angesehen wurden' weil sie
nicht ganz
rieten, beim ebwiegen ihrer Produkte
ehrlich zu sein?
V.
Mittelalter
LtT
1000
n.Chr.
1i00
Warum gab es 7ünfte?
Die Zahl der mittelalterlichen Stadtbevölkerung stieg
ständig, deshalb benötigte sie immer mehr Cüter. Cüter
des täglichen Bedarfs stellten die Handwerker in den
Städten her. Sie erlebten dadurch einen sozialen Aufstieg. Es gab Hunderte von spezialisierten Berufen.
Spiel mit: lhr habt eine Minute Zeit, möglichst viele Berufe auf einem Zettel zu notieren. Vergleicht anschließend und überlegt, welche Berufe es im Mittelalter vermutlich noch nicht gegeben hat.
Die Handwerker und ihre Familien machten bald bis zu
zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner einer
Stadt aus @-el. Um ihre gemeinsamen lnteressen
besser vertreten zu können, schlossen sich Handwerker
des gleichen Gewerbes ab dem 12.)h.zuZünften zusammen. Bald wurde daraus eine Pflichtmitgliedschaft
(=Zunftzwang). Die Zünfte gab es bis in das 19.Jh. Händler und Kaufleute gründeten Cilden. Diese waren ähnlich organisiert wie die Zünfte. Auch heute noch bilden
verschiedene Berufsgruppen Cemeinschaften (= Handelsverbände, Cewerkschaften).
Denk nach: Überlege, worüber Cewerkschaften verhandeln könnten? (Urlaubszeit, Cehalt ...)
Einblick in die Tunft
Wandergeselle
,,Lehrjahre sind Wanderjahre" - wöhrend der
Ausbildung zum Gesellen war es üblich, auJ
WanderschaJt zu gehen, um ErJahrung sam'
Zunftmitglieder
Um ein Handwerk zu erlernen, war man zuerst
Lehrling, anschlieJ3end Geselle und besonders
tüchtige Handwerker konnten schlieJ3lich Meister werden. Auch MeistersJrauen oder -witwen
meln zu können.
gehörten der Zunt't an.
Zunftzeichen
Meisterstück
Um schon von Weitem ein Handwerkshaus zu
erkennen, hatte jede ZunJt ihr eigenes Symbol das sogenannte ZunJtzeichen. Um Fremden in
einer Stadt die Orientierung zu erleichtern, gab
lJm Meister zu werden, musste der Handwerker
ein oder manchmal sogar mehrere Meisterstü'
cke unter AuJsicht des Zunt'tmeisters herstellen.
Danach wurde ihm der MeisterbrieJ ausgestellt.
es
Zunt'tbäume mit allen ZunJtzeichen der
Stadt.
Kleiderordnung
Zunft hatte ihre typische Kleidung, die in
den ZunJtordnungen Jestgelegt war. Zimmer'
Handwerkerinnen
Obwohl die meisten Zünfte keine Frauen auJnahmen, erlernten dennoch viele ein Hand'
werk, Die meisten arbeiteten im Betrieb ihres
Vaters oder ihres Mannes mit.
Jede
leute trugen beispielsweise einen Zylinder,
Maurer ein Halstuch.
r-\
@
necherche: Suche in einer Bildersuchmaschine nach Zunftzeichen (Suchbegriff,,mittelalterliche Zunftzeichen")'
Wähle zwei Berufsgruppen aus, von denen du noch nie gehört hast, und finde im lnternet heraus, was sie hergestellt
haben.
eine Frage der Perspektive: Stell dir vor, du bist Zunfv
meister: Welche Regeln würdest du aufstellen, um deine Zunft
Af les
gut zu vertreten?
Kreativstudio: Versuche selbst, ein Tunftzeichen für eine Berufsgruppe der heutigen Zeit zu entwerfen. Vielleicht fällt dir
auch ein Zunftzeichen für Schülerinnen und Schüler ein?
-.*,
-(*t-
'V-
V.
Mittelalter
-"-"@
W,^$futtdü1 dat't"'
auJ d,ie Trad:'
..' der Ausdruck "schlitzohr'
zurückgeht?
Ätittelattertichen Zünfte
nen d'er
'ii,,roiÄ ),,
2u
118
^.
nJtohr ring
"
wurde :
unehre.nhat't verhietten'
n'
h er a usger sse
J'n
''
)n.Chr.
w
tu
1320 n.Chr
warum war die pest der größte Feind der Menschen?
;sen
rker
Was ist eine Katastrophe?
Wenn etwas ganz Schlimmes passiert, dann
würde ich das als Katastrophe bezeichnen.
am'
1
aft
ndhnCen
an-
Meine Meinung: Katastrophen gibt es vermutlich, seit
die Erde existiert. Der Klimawechsel in der Urgeschichte
führte zum Aussterben vieler Tiere. Was ist für dich eine
n-
Katastrophe?
Auch im Mitrelalter bedrohten immer wieder Karasrrophen und Krankheiten das Leben der Menschen. Heuschreckenchwärme fraßen ganze Landstriche in Minuten kahl. Kältejahre verhinderren in Mitteleuropa das
Die Pest
-
der schwarze Tod
Blickpunkt Gegenwart: Mit welchen Karasrrophen,
Seuchen, Epidemien, Naturgewalten sind die Menschen
der Cegenwart konfrontiert?
Reifen des Cetreides. Hungersnöte folgten. Erdbeben
forderten Tausende Tote (2.8. 13aS). Seuchen töteten
viele Menschen.
O, du lieber Augustin
won€-und
Wcb: AWld rts ( 164&l ?06 )
vdHqe
urd hd.bslofdc
b wtc!
cir
F
l.-6.0,
du lie-ber Au - gu - sti!,
Au-Su-sti!,
Au-gu-
13
@
g;n"'ngelesen: Diese Liedzeile
srammt aus der
Sage vom lieben Augustin, der die pest überlebte.
Ce-
<er
naueres darüber kannsr du auf deiner
j-
lm
tn.
t
@-94
nachlesen.
die pest über nahezu ganz Europa
aus und würere bis ins 17.1h.@-68. Heute
weiß man,
dass die Rattenflöhe die überträger des pesterregers
sind.
lt.
14. Jh. breitere sich
Durchschnittlich fieren der pest 25 o/o der Bevörkerung
zum Opfet in manchen Cebieten sogar bis zu 60 %
\2-eg.
Die Menschen betrachreten die pest als Strafe
Gottes. An die Türen verseuchter Häuser wurde
als Warnung ein rotes Kreuz gemalt. Viele erfasste Hoffnungslosigkeit, oft beschuldigte man ungerechrerweise
Juden,
die Pest zu verbreiten. Mitunter hatte die pestgefahr
auch
extreme Vergnügungssucht zur Folge _ nach
dem Motto:
,,Heute leben wir; morgen sind wir vielleicht schon tot.,,
dit
Schau genau: Welche Einzelheiten kannst du
im Bild
entdecken? Findesr du den Edelmann und die
Leiche im
Fluss? Wo ist die Clocke befestigt? Wer
reiter das pferd?
Überlege, woran man die Stand-eszugehörigkeir
der per_
sonen erkennt. Wie ist der Tod dargestellt?
rlr
.
-{*l'V..V
'e;,
Der Triumph des Todes, cemärde von pieter Breugher,
dem Ärteren (5G0 bis 1s52)
V.
Mittelalter
-
t., -^r
dn, dq.rt,,,
Wugtett
... in lndien eine PestePidemie
Jahren Hunderte Tote t'orderte?
den 1990er'
719
1000 n.Chr
erste urkundliche Erwähnung von Ostarrichi (996)
Wo lüegen die Wurzelm unserer l-leimat?
Das Werden Österreichs
?
i:
ti',nllY gHnK
,['i;llH:X'
: : 5'J;1[3ii"ff
^\
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$'
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MGFT.
NORDCAU
dt,'mdlfffi
I
*
Ostarrichi bis 1030
.lIF;
FineMarkwarernbefesrrgres H,
EineMarkwareinbefestigtesw.ffi'.'.:::::;ii.ii;;llWv-5:iji?":3',.'^.
öriä,äiäi'--.-H_-^rD(afk Z
5iil'iä3;,'::"::'H",ü:::
fen, der besonders
weitrei-
chende voltmachten
blä
wra,kg'.,rendurften,.r.
&a"
'-iill,i
W*?
oü"' rya
rer
österreicn
Der Name ostarrichi, wie
?:lj:xH J#;i;l;.'ner
eigene Truppen verfügen, um
bei einem Angriff
raschrffi'
derstand leisten zu
können
&"
Magyaren
stießen-
ot o L tg.
e 55 besi e gte
" " :1"'*1"^:ni:
oT1':,5Ti::,*I3
Urkunde erwähnt
(+
s' 122)'
l. diese Mark von
W Bayern
?a"::::r::1
!1 gab sie Luitpoldotto
ab und
(Leopold
ae,utscne König
l.) aus dem Ce
* Vrattr::_ewww*,t
:;,:r'ri:t:ä'&,.
. Kaiser
?r:i;"6;J;ü5i
glZ.lq
aie
H::;il"iä"F:l{: ::
'ff
lesen: Lies die Sage
Wissenschecl<: Lies dir die lnformationen nochmals aufmerksam
durch. Danach decke sie ab und erkläre folgende Begriffe und
Daten in je einem Satz: Magyaren, Mark, Ostarrichi, Lechfeld,
Leopold
\2Q
1.,
Otto
11.,996, Babenberger.
V.
tulittelaltex
-X,
,V-
-t*tä
Wn$tuttdul1 dq't't"'
im Asten bedeutet?
.. Ostarriehi ,,Land
'1300
900 n.Chr.
n.Chr.
)
Wie gelang es den BabenbergerR, Osterreich zu vergrößern?
der Babenberger Heinrich ll. Jasomirgotr
erster österreichischer Herzog. Dies wurde im
Privilegium minus (= kleines Vorrecht) dokumentiert.
Damit gewannen die Babenberger an Macht und Ansehen,
Wien wurde zur Hauptstadt des Her-
1186 bestimmte der steirische Herzog Ottokar lV. in
der
1156 wurde
Ceorgenberger Hand-
feste, dass nach seinem Able-
ben die Steiermark (mit Ce-
bieten Oberösterreichs)
976 begann die Herrschaft
der Babenberger in Öster-
@-zt
reich.
zogtums Österreich.
an
die Babenberger fallen solle.
1192 starb Ottokar lV., des-
halb erhielt nun der BabenHeinrich II.
berger Herzog Leopold V. die
Steiermark. Die Babenberger
zählten damit zu den einflussreichsren Fürsten im
Leopold
I.
I
\
,ra1e
$
,
Südosten des Heiligen Römischen Reiches.
rl
Ltnz
> Welsp/
(()
)-
./^
,r(
l-rrr'E
SALZB
Leopold
V.
Salzach
TTROL-_
!' --11'1t'--rrn
I
'l
i.,
Ostarrichi 976-996
&&&{ Erwerbungen 996-1 000
Erwerbungen 1000-l156
Erwerbungen 1156-1300
heutige Crenze Österreichs
&
FRIAUL
.t-
M.ARK
^,.
KRA]N
Österreich zur Zeit der Babenberger,
kleine Bilder aus dem Babenbergerstammbaum 1489-1492
(Stif t Kl o ste r n e u b u r g)
Leopold VI
Die Regierungszeit Leopolds Vl.
Friedrich ll
9lZ-zz gilt als die
Blütezeit der Babenberger (1194-1230). Der Wiener
Hof wurde zu einem Zentrum von Macht und Kultur.
1246 endete die Herrschaft der Babenberger.
Herzog
Der letzte männliche Babenberger
Friedrich ll. (Friedrich der Streitbare,1230-1246) fiel im Krieg ge,
-*,
-(*t-
Schau genau: Vergleiche die Textblöcke mit der Karte und
suche die entsprechenden Cebietserweiterungen.
'V.'.
r-\
@
lnformationspool: Damit du den Überblick behältst,
findest du einen Babenberger-Stammbaum (--+ S. 149) auf
deiner @-ge.
Mittelalter
olQ'N
"' österre.i.-chischen
die NationalJarben der
auf Leopold V' zurückgehen'
Flagge mötglicherweise
Als er
verletzt wur.de?
der wöhrend des z' Kreuz)uges
blutdurchtrönktes Ce'
den Cürtel abnahm' *o' 'on
w
V.
Wut{tott dü,
an
d r ot'w
eiJ3' rat
get'örbt'
t2t
'1300 n.Chr
900 n.Chr
Wo steht es geschrieben?
Schenkungsurkunde von Neuhofen
fftqlry ry ,r]lniu I
Mit dieser Pergamenturkunde besiegelte Kaiser Otto lll. 996 eine .
Schenkung. Das bayerische Stift Freising erhielt von ihm Land in '
der Cegend von Neuhofen an der Ybbs im heutigen Niederöster- l
d' I
\1, * t tu/ ,,
h
r#IaJ';
ft +-
tr,+*r-i
'&t+:41..
reich. Die Urkunde hat für Österreich große Bedeutung: Der Name
,,Ostarrichi" scheint hier zum ersten Mal
Tft;
"rrff
F*'iL
Wortlaut der Schenkungsurkunde
.
auf.
mit Übersetzung:
.
,
,,[...]inregionevulgarivocabuIoostarrichiinmarchaetin
comitatu Heinrici comitis t l" - ,,[...] im Gebiet, das mit dem
volkssprachlichen Ausdruck Ostarrichi (heiJ3t), in der Mark
.
,
und Crafschaft des GraJen Heinrich [...]"
Sch en ku
n
gsu rku
n
de
a
us
N e uh oJe
Pohl, W.: Die Welt der Babenberger. Graz 1995, S.
n, 996
26f a
Privilegium
Diese Handfeste (= Urkunde, die ein
bestimmtes Recht sichert) ist ein sehr
wichtiges Dokument
für
"
"
Wortlaut der Schenkungsurkunde mit Übersetzung:
:.
,, t
.
:
:
.l Quicunque de Stiria vel Austria contraxerint
"" matrimonia, eius provincie ius habeant in qua habi'. tqnt. Si Stirensis intestatus obierit, iure succedat he. redis qui proximus Juerit sanguinis. [...]" - ,,[...] Wer
immer von der Steiermark oder Österreich eine Ehe
i
schliel3t, soll das Recht jenes Landes genieJ3en, in
dem
er wohnt. Wenn ein Steirer ohne Testament stirbt,
1 soll ihm nach Erbrecht der nächste Blutsverwandte
". nachfolgen.[...]"
'
SpreitzhoJer, K.: Ceorgenberger
erhoben. Die Herzogswürde war in .
männlicher und weiblicher Linie.
erblich. Bei Kinderlosigkeit durften
die Babenberger ihren Nachfolger
selbst vorschlagen. Der Herzog war
oberster Kriegsherr. Babenbergi-'
sche Truppen mussten nur an Krie-'
gen des Reiches teilnehmen, die an .
den Crenzen des Herzogtums Ös- .
.
terreich stattfanden.
Steiermark. ;
Ursprünglich war die Steiermark ein ei- "
genständiges Herzogtum, erst als 1192 i
die Bestimmungen dieses Schriftstücks I
in Kraft traten, fiel dle Steiermark an j
die Babenberger.
'.
Mit dem Privilegium minus wurde.
Österreich zu einem Herzogtum'
.
Handfeste. Graz
1986 a
Argurnentationstraining: Form ul iere Sätze: Die Ostarrichiurkunde i die Ceorgenberger Handfeste / das Privilegium minus ist für Österreich wichtig, weil ...
Wortlaut der Schenkungsurkunde mit Übersetzung:
:
..
"
:
,,[.,.ldieMarkÖsterreichineinHerzogtumumge.
; wandelt und dieses Herzogtum mit allen Recht unserem genannten Oheim Heinrich und seiner aller- .
Cattin Theodora zu Lehen gege'
: durchlauchtigsten
indem
ben,
wir durch immerdar gültiges Cesetz ver,
ordneten, dass sie und nach ihnen ihre Kinder, Söhne
oder Töchter ohne lJnterschied, das Herzogtum Ös- |
terreich zu erblichem Recht von Reich innehaben
:
'.
'.
'.
'"
.
und besitzen mögen. [...]"
Appelt, H.: Privilegium minus. Wien/Köln/Craz, 1973,
5.97 Q
l
Kritisch beleuchtet: Diskussionsrunde: lst es sinnvoll,diese Urkunden auch heute noch aufzubewahren?
@
freativstudio: Cestalte am Computer ein moder-
nes Layout für eine dieser Urkunden.
archiv
r22
V. Nlitte1a1ter
... die Ostarrichiurkunde heute
in München aut'bewahrt wird?
IM
JL.
1220
n.Chr.
1290
12.30
1300 n.Chr
Warum kamen die Habsburger in Osterreich an die Macht?
Nach dem Tod des letzten männlichen Babenbergers
die weibliche Linie erblich war (--+ Privilegium minus,
(1246) interessierten sich der böhmische und der ungari-
S. 122). Für beide bestand die Möglichkeit, die österrei-
sche König für das Herzogtum Österreich, das auch über
chische Herzogswürde zu erheiraten.
Ottokar ll. Piemysl
-&.,.
Der Böhmenkönig Ottokar ll. Piemysl fiel in Österreich ein
und heiratete 1252 Margarete, die Schwester des letzten Babenbergers. Außerdem wollte Ottokar seine Macht auf das
Deutsche Reich ausdehnen. Die Kurfürsten wollten jedoch
die Croßmachtstel- '.-u
;
#,
ru
lung des böhmischen Königs brechen und wählten deshalb 1273
Craf Rudolf von Habsburg zum
deutschen König. Für Ottokar ll.
war dies ein Schock, hatte er doch
fest mit seiner Wahl zum deutschen
König gerechnet.
KK
'-*-
B6la lV.
Auch der ungarische König B6la lV. interessierte
sich für das Herzogtum
Österreich und verbündete sich mit Certrud,
der Nichte des letzten
Babenbergers. Er gab
schließlich seine Bemühungen auf und verbündete sich mit Ottokar ll.
Babenbergerreich 1246
aktuelle Staatsgrenzen
Rudolf l. von Habsburg
Ottokar wollte Rudolf nicht als deutschen König anerkennen, was letztlich zur Schlacht bei Dürnkrut
und Jedenspeigen (NÖ, 1278) führte&-lS.Ottokar ll. starb im Kampf und die Herzogtümer Österreich und Steiermark fielen an Rudolf von Habsburg. Er belehnte damit seine Söhne Albrecht l. und
Rudolf ll. (1282). Seit diesem Zeitpunkt (bis 191s) herrschten die Habsburger auf dem Cebiet des heutigen Österreich.
Schau genau: Betrachte das Bild und erkläre den Ausspruch ,,Belehnung
zur gemeinsamen Hand".
Rollenspiel: Stellt diese Zeremonie in der Klasse dar. Überlegr dazu, welche Personen ihr braucht, wo die Szene stattfindet, welche Worte dabei
gesprochen werden. Vielleicht findet ihr zu Hause passende Requisiten.
Teitstreifen: Vergleiche die Fakten dieser Seite mir den Daten des Zeitstreifens.
16\
@
Hineingelesen: Wer war dieser Rudolf, der das Herrschergeschlecht
der Habsburger in Österreich begründete, eigentlich genau? Lies dazu
auf deiner
@-oz
nach.
RudolJ belehnt seine
Söhne (Holzschnitt von
Hans Burgkmair, 14731s31)
#1 Wu$futt d,,t, dq't't " '
bichtsburg ab'
V.
Mittelalter
stammen,?
die Habsburger aLts der Schweiz
Haihrem Familiensitz' der
thr Natme ieitet sich von
1
200
wie erhielt österneich seine meun Bundesländen?
:""
' gllsalzburg:Teil derröm.
ffiIlLandobderEnns(oö): gffiLandunterderEnns Jlwien:Dieerstenament- :
Qlll südlich der Donau, Teil
' '2, Provinz Noricum; hl. Ru'
@ 1|ö,lt südlich der Donau | | liche Erwähnung stammt :
i pett gründet 696 St Peter;739 der röm. Provinz Noricum.
Teil der röm. Provinzen Noriaus dem 9. Jh. (,,Wenia,,), seit :
i wird Salzburg Bistum - 798
GroJ3e Landesteile gehörten seit cum und Pannonien; um 800
1018 bei österreich; seit 11s6 :
. Erzbistum (Erzbischof ist gleich- 1136 zum Herzogtum östergehörte es zum Frankenreich.
Hauptstadt. 1922 wurde Wien :
. zeitigderLandesJürst);bis 1805 reich. 1264erstmals mit
KaiserOtto il.belehntedie
ein eigenes Bundesland.
:
I selbststöndiger geistlicher
eigenem Namen genannt; 1466 Babenberger damit; 996 i Besitz; seit 1816 bei österreich. als Fürstentum bezeichnet. Das Erwähnung unter dem Namen
lnnviertel kam 1779 (von
Ostarrichi; 1156 - Erhebung
Bayern) dazu.
zum Herzogtum.
ryp firol: Teil der röm. Provinzen Raetien und
ffi llsyiru^' zur Zeit der Völkerwanderung Besiedlung durch Bayern. GroJ3e Gebiete waren im
Besitz der Bischöfe von Trient und Brixen. Die
Grafen von Tirol gaben Tirol den Namen.
Herzogin Margarethe (Maultasch) übergab den
Habsburgern die Herrschaft über Tirol (1363).
Vorarlberg:Teil der röm.
Provinz Raetien; gegen
Ende des Mittelalters Zersplitterung in kleine HerrschaJtsgebiete; von 1375 bis ins 18. Jh.
sch rittw eise n b esitzn ah m e,
7rlr
W ii:i,:;' i::;:::,:"1: ;::;
der Völkerwanderung Teil des
Awarenreiches. Spöter geriet es
in den Machtbereich der
vail]
Kärnten: Kernland
yä
'$l1
Kö ni grei
chs
des
N o ri cu m
Erhebungzum Herzogtum
teilweise durch köufiche Erwer-
Ungarn. Ab dem 11. Jh. von
Deutschen besiedelt, im 16.
bung, durch die Habsburger.
und
die Habsburger.
I
17.
lh. wanderten Kroaten
Körnten;
1335
fel
;
97 6
Körnten an
Ed
ELg
|f)
Steiermark: Tetl der röm.
Provinz Noricum, gehörte
überwiegend zu Körnten und
wurde
1180
erhoben.
ein, seit 1921 bei Österreich.
zum Herzogtum
1192
fel
es an die
Babenberger.
r-\
@
Kreativstudio:,,Österreichprojekt": Bildet neun Gruppen und ferrigt Plakare zu den einzelnen Bundesländern an
(Hauptstadt, Wahrzeichen, Ceschichte, Sehenswürdigkeiten, Sagen usw.).
Die Hausmachtpolitik der Habsburger
Rudolf l. begründete mit der übernahme österreichs die
bis 1918 andauernde Habsburgerherrschaft in österreich, die dieses Land prägte und formte.
Crundbesitz ist ein Ausdruck von Macht und Reichtum.
Deshalb versuchten die Habsburger ihren Einflussbereich
(=
Hausmacht)
zu vergrößern (= Hausmachtpolitik).
Dies geschah durch Kriege, aber auch durch Bündnisse
und Eheschließungen. üblicherweise wurde der Besitz
vom Vater an den ältesten Sohn vererbt. Oft gelang es
den Habsburgern, ihre Söhne und Töchter mit den Erben anderer Herrscher zu verheiraten und auf diese
Weise Cebiete zu gewinnen (= Heiratspolitik). Auch andere Adelsfamilien - besonders die Luxemburger und
Wittelsbacher - dehnren ihren Einflussbereich auf diesem Wege aus und wurden so zu Konkurrenten der
Habsburger.
Begriffsrallye: Formuliere sachliche Definirionen zu den
Begriffen: Hausmachr, Hausmachtpolirik, Heirarspolirik,
;ö1 Wa$tettdü, d+'N"'
Hauptstadt
St. Pölten erst seit 1985
Habsburger.
Niederösterreich ist?
t24
V.
Mittelalter
I
Wie war das Leben hinter den Burgmauern?
Eine Rittergesellschaft bestand aus dem Burgherrn, seiner Ehefrau, deren Kindern, weiteren Rittern, Ceistlichen
und jenen, die für einen reibungslosen Ablauf des Burglebens zuständig waren. Je nach Cröße der Burg und der
Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner gab es Köche,
Stallknechte, Diener und viele mehr - manchmal bis zu
50 Personen. Die Burgherrin führte den Haushalt. Sie
hatte allerdings viel weniger Rechte als ihr Mann und
war ihm untertan.
Schau genau: Betrachte das Bild und suche die Dame,
den Burgherrn, die Rirter, die Musikanten und Akrobaten, den Mundschenk, den Vorkoster und die Diener.
Alles eine Frage der Perspektive: Wähle dann eine Person und versuche, dich in ihre Lage zu versetzen: Schildere den Ablauf des Festes aus ihrer Sicht.
Festessen auf einer Burg
Snielmit: Veranstaltet ein Ritteressen. lnformationen dazu findet ihr
auf
(lllustration)
@-os.
Wie wurden die Knaben zu Rittern ausgebildet?
Ursprünglich konnten Männer, die sich durch besondere
Tapferkeit im Krieg auszeichneten, Ritter werden. Später
wurden sie durch Ceburt zu Rittern: Söhne von Rittern
wurden wieder Ritter. Dazu mussten
Ausbildung durch laufen.
sie eine umfassende
Mit sieben Jahren kam der Knabe auf eine fremde Burg. Dort lernte er das ritterliche
Leben kennen. Er hieß nun Edelknabe oder Page und musste den Frauen helfen, ihnen
z.B. die Schleppe tragen. Manchmal lernte er lesen.
lm Alter von
wurde der Edelknabe zum Knappen erhoben. Nun durfte er einen Ritter auf die Jagd begleiten und mit in den Krieg ziehen. Dort trug er für den
Ritter Schild und Speer.
14 Jahren
Mit2l
Jahren wurden jene, die als Knappen ihrem Rirter ergeben dienten und ihm im
Kampf hilfreich zur Seite standen, zum Ritter geschlagen
-lrr.
&
Wie wurden die Burgfräulein erzogen?
Die Töchter der Ritter lernten in der väterlichen bzw.
nachbarlichen Burg höfisches Benehmen, manchmal
auch Fremdsprachen, und wurden auf ihre Rolle als künftige Ehefrau vorbereitet.
Über die irische Königstochter lsolde:
Teamwork: Erstellt eine Liste, in der ihr notiert, was
,J...1 vor dieser Zeit beherrschte sie verbal und manuell
Burgfräulein und Ritter lernen mussten.
bereits die schönen Künste, HoJes-Formen; die Schöne,
sie beherrschte die Sprache dort von Dublin; sie konnte
Latein, konnte Franqais; sie spielte rühmenswert die
Fiedel [...] sobald sie nur damit begann, konnten ihre
Finger schon hübsch die Leier spielen [...]. Neben allen
diesen Föchern belehrte er (Tristan) sie auch in dem,
was wir als Moralitöt bezeichnen. Dieses Fach lehrt
sittli ch es Verh a lten."
GottJried von StraJlburg: Die Ceschichte
der
Liebe
von
Tristan und lsolde. Stuttgart 1998. Vers 7981-8005
Blickpunkt Gegenwart: Welche Ausbildung erhalten
Mädchen und Buben heute? Diskutiert darüber und
stellt die Crundlinien der mittelalterlichen Erziehung jenen der heutigen
..,
<
Zeitin einer Tabelle gegenüber.
an der linken
.'. der Burgherr den Knappen
berührte und ihn
Schultl.er mft derichwertktinge
so
zum Ritter schlug?
V.
Mittelalter
t25
Warum gibt es heute keine Ritter mehr?
Die Bauern weigerten sich,
Abgaben an die Ritter zu
zahlen. Sie versuchten ihr Clück
in der Stadt, wo sie ihre
Produkte verkaufen konnten.
ln den Städten entwickelte sich
ab dem 12Jh. das Handwerk
und die Celdwirtschaft.
Die Kampftechniken der Ritter
begannen zu veralten und die
Ritter konnten das Land nicht
mehr ausreichend verteidigen.
ä6sdQ"n
E/,rTi#
Kritisch beleuchtet: ln welchen Punkten widerspricht
das Verhalten der Raubritter den ritterlichen Tugenden
des Mittelalters?
@
Hin"ingelesen: Auf deiner @-gg kannst du lnte-
ressantes über das Ceschlecht der Kuenringer erfahren'
Aus Ritterheeren werden Söldnerheere
Anstelle der Ritterheere entstanden Söldnerheere. Söldner wurden von einem Heerführer angeworben und zogen in seinem
Auftrag gegen Bezahlung mit Lanze und Armbrust (= aus dem
Bogen entwickelte Schusswaffe) in den Krieg. Die ritterlichen
Verhaltensregeln galten nicht mehr. Nicht mehr die Leistung des
Einzelnen in der Schlacht stand im Vordergrund, sondern eine
umfassende Kampfstrategie war gefragt. Wer Celd besaß,
konnte Söldner anheuern und für sich in den Krieg schicken.
Auch in der Kleidung unterschieden sich Ritter und Söldner: lm
Vergleich zur bis zu 25 kg schweren Ritterrüstung erschien die
Kleidung der Söldner ziemlich leicht. Der Panzerrock (= Brigantine) wog nur etwa 10 kg. Er bestand aus zwei Schichten Stoff
oder Leder, zwischen denen Eisenplatten eingearbeitet waren.
Auf dem Kopf trug der Söldner einen Helm ohne Visier
Ritter (lllustration)
@'ts.
Zeitreise: Du bist ein erfahrener Ritter des
15.
Söldner (lllustration)
Jahrhunderts und
triffst einen Söldner. Dabei stellst du mit Entsetzen fest, dass sich
die Zeiten langsam ändern. Zurück auf deiner Burg berichtest du
von deiner Begegnung.
auch heute r'''
die englische lönigin
Ritter schlagen kanni
zum
bedeutende Personen
V.
'.26
."
Mittelalter
Was
tut sich in der Stadt?
ZurZeit
des Mittelalters war das Leben der Menschen
nicht
immer wieder vom Tod umgeben. Trotzdem versuchten sie
auch, das Leben zu genießen, nützten jede Celegenheit
zum Feiern und für ausgelassene Feste und Spiele.
einfach. Sie mussten hart arbeiten und sie sahen sich durch
Kriege, Hungersnöte, Krankheiten und Seuchen (-+ S. 119)
'
*
Kirchliche Anlässe
An den hohen kirchlichen Feierragen
fanden ofr Festzüge (- prozessionen) srart.
Di; ;;;.; nichr nur
Ausdruck von Frömmigkeir,
sondern u;;; eine Celegenheir, sich in der öffentlichkeit
zu p/Xlnriurun una
Leure zu rreffen. Bei Umzüge,
;il;
eine feste
Rangordnung, die oft Anlass
für Streit Uoi. g"tiuU, *"_
ren z.B. die Oster- und
Weihnachtsspieleoder die pas,
sionspiele (= in Kirchen
aufgeführ" ,irä"rsrücke
über den Leidensweg Christi).-Aucf,
bei ae, fronleichnarnsp rozess ion wu rden
rel igiöse Spiele. a ufgefü
h rt.
ä,lJ"':"'ff;lil'
derennen führte
scharlachl:nn:'' Dieses lt""
d";h weite Teile der Stadt' P"l
das
a4
fi
Fasching
Tage" bezeichnet) 1
(auch
als
den-Fasching
Auf
"Fette
Nicht nur' weil {
4
freuten sich die Menschen besonders'
der E6
rl. ti.f't dabei verkleiden und maskieren konnten'
ä
irr.ilng bot auch die Möglichkeit' sich in Verkleidung
{
dabei
ohne
machen'
*
zu
lusiig
über die Obrigkeiten
wurde
eine Strafe zu riskieren' Am Faschingsdienstag
einRitterturniernachgeahmt:dasBürgerstechen.
Schild und StechDabei traten Bürger zu Pferd mit
ausLn.. *.g.neinander an' Der Boden wurde mit
reichend Mist bedeckt'
E
ä
scharlach- ä
ko'tbu"s Stück Stoff in
Sieger winkte
"in
und ein Spanferkel' Die '{
roter Farbe, tlnt n'*L'ust
tü"ttmeister'. Er lud :l- ä'i
Oberaufsicht führte'Jt'
Festmahl in das Ratschließend die Beteiligten
haUS ein'
g
F
'uÄ
Sommersonnwende
...:.:..t:..::,:r.:n,!jrir:*,2:4t"::.t#s'-11d#
Jahrmarkt
Seir dem Mitrelalrer
feiern Srädte einoder mehrmals
im Jahr ein Markrfest.
1109 erwarb die
Kathedrale
Notre-Dame in paris
einen Splirt"r;;'*;."zes
Jesu
Christi. Daraufhin kar
nen alljährlich
rrrr!rr im
rrrr Juli,
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Jurr'
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Rptin,,i^
A^^
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die
Religuie den Cläubis(
_ rn gezeigt wurde, Tausende pilt_
ger in die Sradr. ln
den
Straßen um die Kirche
aschi n gsn a r r en (M al er ei)
s
i
i
i
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Die Sommersonnenwende wurde mit riesigen Feuern
(= Sonnwendfeuern) und Freibier gefeiert.
i:
+
F
bauren Händler
ihre
bald
wurde aus dem Kreuzver-
Srände
auf und
ehrungsrag
ein
:
Spiele
großer
Jahrmarkr.
Jahrmarkt in paris: Der Bischof
gibt diesem
festlichen Treiben
J,-",,w,,ett
rterUen
.
sernen Segen.
(Cemölde)
S
#
i
-,!i"if
Meine Meinung: An welcher dieser Feiern hättest du am liebsten teilgenommen? Begründe deine Antwort.
Geschichte & ich: lnformiere dich, welche Feste und Aktiviräten es in deiner Stadt / in deinem Ort das Jahr hindurch gibt.
r-\
1A
?
@ Spiel mit: Noch mehr Einblick in den städtischen Alltag
bekommsr du auf deiner @-too.
V.
d
ln Privat- und Wirtshäusern vergnügten stch i
*
die Menschen mit Würfel- $
r"rBillard,
Kegeln,
spielen,
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ä
Mittelalter
::t'i:ff :^ Tl :5::i;=Jil,',.
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mon'
-.*,
-(*t/\l'=
Rh
vu'u,'
,. "--***#
Wut{tottdü1 dQtt"'
Feiertage als
-.. es im Mittelalter viel mehr
250
Menschen nur an etwa
heute gab, sodass die
Tagen im Jahr arbeiteten?
127
Frauen zur Teit des Mittelalters
Männer bestimmten die Welt des Mittelakers, selbst die
adeligen Frauen hatten viel weniger Rechte als Frauen
heute. ln der Politik und im Lehenswesen hatte die Frau
keine Mitsprache. Die gesellschaftliche Stellung der Frau
hing immer vom Ehemann ab: Die Frau eines Meisters
war die Frau Meisterin, die Frau eines Burgherrn war die
Burgherrin usw. Die Ehe kam durch einen Vertrag
zwischen den Familien von Braut und Bräutigam zustande. Dieser wurde öffentlich (2.8. auf einem Plarz) geschlossen. Seit dem 12. Jh. verstärkte sich der Einfluss der
Kirche. Nun wurde die Ehe von einem Priester geschlossen und war nach kirchlicher Rechtsprechung unauflösbar. Die Hauptaufgabe der Frauen war die Sicherung der
Nachkommen.
Handwerkerin
arbeiteHandwerksfrauen
Mandes
ten im Betrieb
aber
n., ti,, sie konnten
.u.n t"fUt' ein Handwerk
und der Zunft
Bürgersfrau
Die Frauen stellten die zahlenmäßig
stärkste Bevöl-
kerungsgruppe der Stadt dar.
sr'irg";rfr*"i
dem Haushalr vor und konnren
ä.
,t"nd"n
Vi"fzafrl an Be-
relne
""tOU."
beitreten' Es gab
rufen in
der
Stadr ausüben
(2.8. Wäscherin,
auch
iruu"nrunrte' wobei
hier Männer im Zunftvorstand saßen'
Seidenspin nerin,
Weberin, Kauffrau)
g*:tlin/Burgherrin
BürgersJrauen
(Gemöldeausschnitt)
Die Cutshe rrin
war
Ehefrau eines
1,"
croßgrundbesir_
wie ihre MänDie Bauersfrauen mussten
außerdem
ner Feldarbeit verrichten'
die
sie für den Haushalt'
waren
''-f'ndt'
und die
zers. Sie srand
dem
Haushalt vor,
ver_
waltete die Finanzen
Kleidung der
und war für die
Be_
wirtung ,na Unrur_
Familie zuständig'
der Cäsre
_onngrlg
zuständig.
Sie selbsr
arbeitete nicnt,
Ei n
ntr olli er t
e C utsher ri n ko
k
@uchmalerei)
Spur"nsuche: Berühmte Frauen des Mittelalters
klnnst du auf deiner @-tot kennenlernen.
@
Teamwork: Jede Cruppe gestaltet eine Seite zum Thema
,,Frauen heute". Welche Frauentypen (2.8. Hausfrau, Karrierefrau, alleinerziehende Mutter, Politikerin) müsst ihr
beschreiben? Vergleicht anschließend eure Arbeiten und
diskutiert, was sich seit dem Mittelalter im Leben der
Frauen verändert hat.
V.
5en_
fehle ausführren.
Adelige Frauen
beim Spaziergang
t28
/
I
dern harre Diensr_
boten, die ihre
Be-
die Arbeit der BauersJrau
Denk nach: Welche Cemeinsamkeiten weisen das Leben
aller Frauen im Mittelaker auf?
/
Mittelalter
...
b
der
Haube kommi
Ausspruch "unter die
eir ai :
e r a u h ei ratet? LJ nv er.h
durt'ten ihr Haar im Mittelalter
edeutj'et, d ass
;;;'r;":*
ffagen.
eiitn
F
":t
a-i'il
Was wurde wo gelehrt?
Klosterschulen
AnBis heute gibt es vielerorts Klosterschulen' deren
zurückreichen'
fänge manchmal bis in das Mittelalter
Gr oß'
Die-meisten Mönche kon nten m Cegensat z zum
i
teil der Bevölkerung Lesen und Schreiben' Daher nahin Anmen viele Herrscher die Dienste der Ceistlichen
Kinihre
und
beraten
spruch: Sie ließen sich von ihnen
ier unterrichten oder lernten selbst Lesen und Schreiben. Adelige und reiche Bürger schickten ihre Söhne
zur Ausbiläung in Klosterschulen' Dort wurden auch
jene Knaben unterrichtet, die später ein Leben als
'Geistlicheführensollten.DieSchülerverbrachcenviel
Zeit mit dem Auswendiglernen von Bibelstellen und
der
Cebeten in lateinischer Sprache' Sie durften in
nicht
Schule weder sprechen noch spielen' Wenn sie
geschlagen'
aufpassten, wurden sie mit Birkenzweigen
@
Philosophieklasse
in
Paris,
Miniaturzeichnung aus der
groJ3en
Chronik Frankreichs
bestehen heute noch' Kennst du Kloster'
,,,.uounkt Gegenwart: Manche der mittelalterlichen Klosterschulen
von welchem orden sie gegründet wurden'
schulen? Versuche herauszufinden, wann und
Stadtschulen
Mit dem Aufschwung der Städte und dem raschen
Wirtschaftswachstum wurden Sprachkenntnisse (2.B.
Latein) sowie Wissen aus Buchhaltung und Verrragsrecht für die Stadtbürger immer wichtiger. Für die KinUniversitäten
der der Handwerker und Kauffeute entstanden eigene
Schulen (= Stadtschulen). Der Bürgermeister und die
Stadträte wählten den Schulleirer aus, die Stadtverwaltung bezahlte die Lehrer.
lm Mittelalter entstanden die ersten Universitäten
(1088 Bologna, um 1150 Paris). Der Student musste zunächst die Artistenfakultät besuchen, wo er die "Sieben
Freien Künste" lernte: Grammatik, Rhetorik (= Redekunst), Dialektik (= eine philosophische Art des Denkens), Arithmetik (= Rechnen mit Zahlen)' Ceometrie'
Musik und Astronomie. Dann konnte er unter den
Fachrichtungen Theologie (= Lehre von Gott)' Juris'
prudenz (= Rechtslehre) und Medizin wählen' wobei
die Theologie als ,,Königin der Wissenschaft" galt' Die
ersten deutschsprachigen Universitäten wurden im
14. Jh.
lJniversitätsklassewöhrenddesLiteraturunterrichts,italienisches
FlachrelieJ, Ende
14. Jh.
gegründet (1348 Prag).
Blicl<punkt Gegenwart: Welche Studienmöglichkeiten
gibt. es heute an österreichischen Universitäten
L)-zol
l'
7.
:-
t
Denk nach: Überlege, warum die Schwerpunkte der
Unterrichtsfächer an Stadtschulen, an Klosterschulen
und an Universitäten unterschiedlich waren.
-X,
-(*),V=
Wutttott d',1, def,,t,,,
die Universität Wien 1365 gegründet
sitäten
urdr* Di e a n d er en
,';i;;;ru
österreichischen
LJ
niv er
16' Jh'
entstanden erst ab dem
V.
Mittelalter
t29
Warum waren Bücher so wertvoll?
Wenn auch die Schrift schon eine Erfindung aus der Zeit
der Frühen Hochkulturen war, so wurde die Buchschreibkunst erst im Mittelalter wichtig. Da es sehr aufwendig,
kostspielig und schwierig war, Bücher herzustellen, gab es
nur wenige Exemplare. Sie wurden in Klöstern angefertigt,
wo sie eigens von dafür ausgebildeten Mönchen im Skriptorium mit der Hand geschrieben und kunstvoll verziert
wurden. Nicht nur geistliche, auch weltliche Texte schrieben die Mönche mit Cänsekiel und Tinte ab. Als Schreibmaterial wurde zumeist Pergament (= bearbeitete Tieri'r ;sf!J.
..
.i
haut, vor allem von Kälbern, Rindern, Schafen und Ziegen)
verwendet. Seit der spätrömisch en Teit gab es Bücher mit
handgemalten Schmuckbuchstaben (= lnitialen).
Mönche verfassten auch selbst Bücher. Zum Beispiel do-
kumentierten sie das Leben von Herrschern oder sie
schrieben Jahrbücher (= Chroniken), in denen sie die
wichtigsten Ereignisse zusammenfassten. Diese Chroniken sind heute bedeutende Ceschichtsquellen. Ab dem
11. Jh. begannen sich viele Klöster Österreichs zu Zenü
ren der kirchlichen Kunst zu entwickeln.
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n't,{n(rt.
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L.iq
I rnN riiriii.
rr\'''
i " lrq
lüh+\'+,
Mittelalter so kostbar, dass sie
mit
Ketten an den
Bibliotheksregalen
beJestigt werden
Eine Seite aus dem Codex Manesse
mussten. (lllustration)
mit
zwei Cedichten und prunkvollen lnitialen
Ein Mönch arbeitet an
einem Buch in der
kl österli ch en Sch reib'
stub e. (Reko n str ukti
o
ns-
zeichnung)
Aufgeschlagene Seite des Codex Manesse, der umJangreichsten deutschen LiederhandschriJt des Mittelalters.
Er besteht aus 426 Pergamentblöttern.
r@
n".n"rche: Suche lnformationen und Bilder zufol'
genden Büchern: Book of Kells, Ambrosius Codex, Codex
Manesse, Speyerer Evangelistar und vergleiche sie (Thema
des Buches, Entstehungszeit und -ort, lnhalt, Einband,
Kreativstudio: Überlege dir zuerst einen kurzen Text
zum Thema Bücher. Cestalte dann diese Seite bunt und
prachtvoll, so wie es die Mönche des Mittelalters getan
haben.
Bilder usw.).
Spiel mit: ,,Was wäre, wenn ...": Stellt euch eine Welt
ohne Bücher vor und bildet reihum Sätze.
_*,
-(*),\f=
dauert'elt?
130
V.
Mittelalter
du, dQt't "'
Wu$tett
'd'as
Bibel
ebschreiben der
ewa
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Jc
Wohin geht die Reise?
Heute kannst du problemlos von einem Ort zum anderen
reisen: mit dem Auto, mit der Bahn, dem Fahrrad oder
mit dem Flugzeug. Du weißt im Voraus, wie lange du cirka
unterwegs sein wirst. All das gab es im Mittelalter nicht.
Cegen Ende des Mittelalters lebten in Europa rund 70 Mil-
lionen Menschen - also weniger als heute in Deutschland.
Folglich waren weite Teile des Kontinents fast unbewohnt
und das wirkte sich auch auf das Reisen aus.
Reisezeit Die Menschen reisten vorwiegend,
Straßen
Es
gab noch Reste des römischen Stra
ßennetzes, die meisten Verbindungen.jedoch-wa
ren unbefesrigte Landstraßen. Bis 1400 existierte
nur wenige ausgebaute Alpenpässe. '
ken
Flüsse bildeten im
im
,
I
So-mme1, denn dann waren dig-,Tage läng_ef,
die Wege trocken und die Pässe frei von Schnde
. Zu,Herbstbeginn lraten die Menschen nur mehr
Reisen an, die sich nicht aufschieben ließen.1
Mitrelalter ein Hindernis. Zum überque'l
re.n nutzte man seichte Stellen (Furten) und.Fähren:.Da jeder; der eine
Brücke überqueren wollte, einen Celdbetrag (Brückenzoll) zahlen musste
sich.dgr-Bau einer Brücke für den Landesfürsten bald bezahk.
-a:
a
a::..:
Risiko Ein Alleinreisender war
schutzlos und vielen Cefahren ausgesetzt. Er musste ständig mit Überfällen
rechnen, auch lebten in den Wäldern
Raubtiere (Wölfe, Bären)' Deshalb reisten Kaufleute oft in Cruppen.
E:"
Reisegründe und ziele
Wer im Mittelalter reiste, tat dies nicht zum Vergnügen,
sondern hatte einen wichtigen Crund @-nt
. Adelige kontrollierten ihre Herrschaftsgebiete, reisten
zu Verhandlungen und Hochzeiten in andere Länder.
. Fahrende Sänger zogen von einer Burg zur anderen
und verbreiteten die jüngsten Neuigkeiten.
Pilger wanderten zu den Wallfahrtskirchen.
lm Kriegsfall marschierten Soldaten oft Hunderte
Kilometer bis zum Sammelpunkt. Nach dem Kriegsende kehrten die Überlebenden zu Fuß wieder heim.
Kreuzfahrer zogen nach Jerusalem.
Bauern versorgten die Städte mit Nahrungsmitteln.
Spielleute und Bettler zogen durch die Städte.
Cesellen reisten auf der Suche nach Arbeit umher.
Zeitreise: Versetze dich in die Lage eines Reisenden im
Mittelalter. Überlege dir den Crund deiner Reise, wohin
du reisen willst, ob du allein unterwegs bist usw., und
schildere, wie du dieses Abenteuer erlebt hast.
r5\
@
Hineingelesen: Oswald von Wolkenstein war ein
berühmter Dichcer und Sänger des Mittelalters. Mehr
über sein Leben erfährst du auf deiner @-lOz.
Kreativstudio: Verfasse einen Bericht für die Schülerzeitung, der die lnformationen dieser Seite zusammenhängend wiedergibt und interessant zu lesen ist.
Kaufleute holten bzw. brachten Waren aus den verschiedensten Cebieten Europas, sie besuchten Messen
und manchmal bereisten sie auch ferne Länder, wie
z.B. Marco Polo, der im 13.Jh. nach China reiste.
Menschen, die zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen
wurden, suchten ein neues Zuhause (wie das z.B. bei
der jüdischen Bevölkerung oft der Fall war).
-#1
"'
Mittelalter
Leibeigene
nicht
es
reisen durt'ten' weil
Hot' ohne Zusilmmung
nen untersagt war' den
Crun
V.
Wutttottdut, dQ'I't"'
dh er r n zu
v
erl assen?
Wie entstand das lslamische Reich?
Der Propher Mohammed (570-632 n.Chr.) predigre die
Lehren des lslam und einigte die arabischen Stämme.
Vom neuen Clauben ermutigt, drängten die Araber über
die Grenzen Arabiens hinaus. Sie eroberten ein riesiges
Reich, das sich vom Nahen Osten bis nach lndien und
über Nordafrika nach Südeuropa erstreckte.
Ursprünglich lebten auf der Arabischen Halbinsel verschiedene Nomaden-
Um 570 wurde Mohammed geboren.
Der Überlieferung nach sei ihm der Erz-
stämme, die ein gemeinsames Heiligtum, die Kaaba, in Mekka hatten.
Die Ausbreitung
i-I"äit{""
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engel Cabriel erschienen, habe ihn zum
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E,ob.,rnsen von 632bis656
Propheten berufen und beauftragt,
den wahren Clauben zu verbreiten.
Eroberungen von 661 bis 21 5
Dies war die Ceburtsstunde des lslam.
tronerungen
bis zum Tode Mohammeds 632
Durch seinen Clauben gelang es Mohammed, die arabischen Stämme zu
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vereinigen und einen muslimischen
schwarzes
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AsYPten
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dralnida'
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\\Mäc'
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+
I
1oool
Nach Mohammeds Tod 632 regierten
Kalifen (= Nachfolger Mohammeds)
das lslamische Reich, das zu jener Teit
eine kulturelle Blüte erlebte: Paläste,
Moscheen und Universitäten wurden
1-_;
1,q
5
Ab dem 9. Jh. zerfiel das
t..1
Ozean
..1
lslamische
in viele
Teilstaaten. Doch bis
heute fühlt sich die islamische Welt reReich
lndischer
irj1
200c
\
gründen.
ligiös verbunden.
t
Blicl<punl<t Gegenwart: Welche heutigen Staaten gehörten zu Beginn des 8. Jh. zum lslamischen Reich?
:
'
In Mekka, dem Ceburtsort Mohammeds, bef ndet sich das gröJ3te Heiligtum des
lslam, die würJetJörmige etwa 15 m hohe Kaaba. An deren südöstlicher Ecke ist ein
schw a rzer Meteo rit ei n gem a ue rt.
3
1
'i'"''"
F+'
''
Der Koran ist das Heilige Buch
der Muslime. Das Wort lslam
bedeutet ,,Hingabe an den
ä
einen Gott"
4
,
Das Gebetshaus der Muslime
nennt man Moschee. Diesen
Moslems / Muslime sind Anhänger
'. des lslam. Beim Beten blicken sie in
't
Richtung Mekka. Jeder Muslim soll
einmal im Leben nach Mekka
'
.
heiligen Ort darJ man nur
ohne Schuhe betreten.
pilgern.
Die zum Schutz mit einer schwarzen Brokat
decke behöngte Kaaba im lnnenhoJ der
Cro$en Moschee in Mekka (Foto)
'Recherche: Versuche im lnternet fünf lnformationen über
das Leben Mohammeds zu sammeln und vergleiche das Ergebnis
mit deiner Partnerin / deinem Partner.
Wu$tottdu, dq!'!"'
die zweitgrA!3t1
a",
. . d'er tslam derzeit
"net-iSeine Milliarde Mensc':
wirit-ilirt, d" mehr als
angehören?
t32
V.
Mittelalter
Wie erkenne ich islamische Kunst?
a
&
€licK in die Alh ambra, ein arabischer Köni/spalast in
Granada fspanien), der im 13.114. Jh. errichlel wurde
Die}laueMogcheemit ihren sechs Minaretten (= 1i1rt"tur die Gebetsatrsrufuf
wurdel6OQ in Istanbul errtchtet und ist das zweitwichti$ste Gotteshaus des lslam
-r,i,
.::::
:!.
Auf$eschla$ener Karan in der Nasi-SchnfI, der heule $ebräuchlichen
FliesenstücK zum SchmucK von Wänden und €öden mit
Koranschrift
typisch arabischen Ornamenten
lslamischer Gebelsleppich, in dessen Mitte eine Moschee an$edeutel isI
Moscheelampe mit Emailarbeit, reich verztert mit arab schen 9chrift zei ch en un d,
$eo m el risch en M ustern
E
i
Meine Meinung: Wie wirkt die islamische Kunst auf
dich? Nenne Adjektive.
ligtc
;ch,
ril
@
Spurensuche: Möchtest du mehr über arabische
Kunst in Spanien erfahren? Dann starte deine @-lO:.
Schau genau: Betrachte diese Kunstobjekte und stelle
fest, was alle gemeinsam haben. Formuliere drei Sätze,
die die arabische Kunst beschreiben.
nur Orna'
der Koran keine Bilder' sondern
mente
V.
Mittelalter
als
Verzierungen enthölt?
133
Was bedeutet Diaspora?
die Heimat der Juden,
gehörte zur Zeit der Antike zum
Palästina,
* <-
Römischen Reich. 132-135 n.Chr.
kam es zu einem Aufstand der Ju-
Ausbreitung bis ca. 1100
den, den die Römer mit aller Härre
.:\
Atlantischer
Ozean
;,,-':-,;;:
-
...M1
4..-,.;?-.,:L
L\:.:;
niederschlugen. Die jüdischen
Ortschaften wurden dem Erdboden gleichgemachr und die überlebenden Juden mussten fliehen.
So siedelten sie sich innerhalb
Europas, vor allem in Süditalien,
,
,^
..--z-;-,2.-
Spanien, Frankreich, Süddeutschland, in Polen und Litauen an. Diese
Y
Verstreuung der Juden über mehrere Länder nennt man Diaspora.
J)",il
.fa
Schau genau: Beschreibe die
400 v.Cht.
Karte. ln welchen Ländern fanden
Jüdinnen und Juden eine neue
Heimat?
Dsc-ffiar
Die jüdische Bevölkerung in den Städten
Schutzbriefe
ln den mittelalterlichen Städten lebten Juden und Chris-
ten nebeneinander. Bald kam es zu Zwistigkeiten.
Das
Ansehen der jüdischen Bevölkerung wurde durch viele
Unterstellungen und Vorurteile geschädigt. Ab dem
11.Jh. verschlechterte sich ihre Lage. Mit dem Beginn der
Kreuzzüge 1096 kam es zu gewaltsamen überfällen (=
Pogrome) auf jüdische Gemeinden in Westeuropa. Die
jüdische Bevölkerung wurde beschuldigt, Brunnen vergiftet zu haben und schuld an der Pest zu sein. Juden
durften keinen Grundbesitz erwerben und kein Handwerk ausüben. Erlaubt waren ihnen
Als immer mehrJuden aus den Städten vertrieben wurden, stellten manche Landesherren Schutzbriefe aus, die
einzelneJuden dazu berechtigten, gegen Bezahlung weiterhin in der Stadt zu leben. Trotz dieser Schutzbriefe
kam es immer wieder zu grausamen Verfolgungen und
Vertreibungen. ln Österreich erließ der Babenberger
Herzog Friedrich 11.1234 einen Schutzbrief, der besagte,
dass Juden in eigenen Wohnvierteln (seit dem 16. Jh.
Cettos genannt) leben mussten und männliche Juden als
besonderes Kennzeichen sogenannte Judenhüte zu
tragen hatten.
lediglich der Handel mit gebrauchten
Waren und der Celdverleih. Sie lebten meist in abgegrenzten Wohnvierteln innerhalb einer Stadt, konnten
aber nur sehr selten das Bürgerrecht
erwerben und so blieb ihnen auch
derZugangzu den Zünften verwehrt.
Die Eheschließung mit Chrisren war
ihnen verboten und Juden mussten
ab dem 13. Jh. durch besondere Abzeichen und Kleidung deutlich machen, dass sie keine Christen waren:
Sie trugen einen weiten Mantel mit
Streifen (= Kaftan) und einen spitzen
Hut.
Kritisch beleuchtet: Juden waren Opfer vieler Vorurteile. Sprecht miteinander über den Begriff,,Vorurteil":
Was bedeutet dieses Wort? Wie können Vorurteile enrstehen? Wer leidet heute unter Vorurteilen? Hast du
selbst Vorurteile? Warst du schon einmal Vorurteilen
ausgesetzt?
r-\
@ Hineingelesen: Auf deiner @-to+ kannsr du dich
genauer über die Verfolgungen der Juden während des
Mittelalters informieren.
Jude mit Spitzhut (Malerei)
-!!,
-(*),\f=
Wutttottdut, dQt'!"'
zu betreten?
134
V.
Mittelalter
r
AuJstand
... es den Juden nach dem
war'
Jerusa''"
verboten
135 n.Chr' bei TodesstraJe
-
Was sind Merkmale der jüdischen Religion?
Jüdischer Friedhof in OraS(CZ).Eesucher eines jüdischen Grabesle$en einen Stein auf den Grabstein, um derTotenldemTolen
Innenraum d,er gyna$o$e (=ludisches Gotteshau$ in Wien,
Seitenstetten$asse
zu $ed,enl,en.
Die fünf Torarollen sind in Kunstvolle MänIel $ehüllt und werdenin
einem Schrein aufbewahrt (eyna$o$e,seitenstettenfasse, Wien).
nemTorazei$er, damit das heili$eWort nicht mit demFin$er
berührI wird.
DteseTürverzierun$
der Remuh-9yna$o$e
(KraKau, PL) zeigt
eineMenora( siebenarmi$en Leuch-
Ie),
eines d,er wich^
ti$eIen reli$iösen
r SymboledesJudenTUmq. Dlc zanl srcben
i steht fürr d,ie Weishett
i
^''
(:OTtAQ
Während einerPar-Mizwa-Feter' Sie ist ein fegtlicher reli$iöser
AKt
iiir €ursch enim A|ter
ali.f. ins Lexikon: Auf dieser Seite hast du bereits
einige Begriffe des Judentums kennengelernt. Notiere sie
auf einem Zettel. Suche diese und weitere Begriffe (Sabbat, Talmud, Rabbi, koscher) im lnternet und versuche
sie in je einem Satz zu erklären.
@
VC
rle
von 13 Jahren, bei dem siein d,er
Syna$o$e zum ergten Mal öffuntlich aus der Tora lesen dürfen.
-!k,
-(*),\l.r*
...
und
V.
Mittelalter
Wntttottdutl dqx'!"'
dass die Juden ihren
Cott Jahwe nennen
heiJlt?
ein jüdischer Priester Rabbi
135
Wie erkenne ich Romanik?
Pilgerdarstellung aus St. Juan
de Ortega: Steinfiguren an
einer Kirchenwand (E)
Ru n db
ögen
d
er
ro m a nische n
Kirche Sainte Gertrude et
Saint Pierre, Nivelles (F)
WestJassade der romanischen Klosterkirche von
Maria Laach (D), t'ertiggestellt
1156
Fresken im lnnenraum der Sankt lohannes'
Südportal der Kirche St. Mary and
St. Aldhelm, Malmesbury (GB)
Kapelle in Pürgg (stmk,), Mitte
l(reativstudio: Verfasse einen Lexikoneintrag zum Begriff,,Romanik". Lest eure Erklärungen vor und überlegt,
12. Jh.
Denk nach: Nenne Gründe, warum es nur wenige gänz
lich romanische Kunstwerke und Kirchen gibt.
wer den besten Eintrag verfasst hat. Warum?
!J,,
16\
@
Spurensuche: Auf den Spuren romanischer Kunst
in Österreich: Sucht im lnternet romanische Bauwerke
und Kunstobjekte und gestaltet ein Plakat dazu.
)Q.;;;
Wntttutt du, dq'I'! "'
V-
.'.
groJ3e Kunstepo'
die Romanik die erste
f-uroPou ,'or;t''
B6
V.
Mittelalter
a'^
Ende
der Antike war?
Wie erkenne ich Gotik?
.- - 1.1
:-
'&"1*'
:riilS*|]!:'i'ii:i.:
h#,**;:*":*,.,.
;l'l*r:*S.::i,
iii:::ril:.it,,,'
'
Flügelaltar von Michael Pacher in
Der Wiener Stephansdom gilt als
wi
chti gstes
Den
km
a
I goti
s
ch
e
r
Baukunst i n Österrei ch.
Fensterrosette
Innenraum des Doms von Augsburg
Kreativstudio: Verfasse einen Lexikoneintrag zum Begriff,,Gotik". Lest eure Erklärungen vor und überlegt, wer
den besten Eintrag verfasst hat. Warum?
@ ,.r"u
r€\
@
Wissenscheck: Erkennst du romanische und goti;;,-78? Teste dich selbst, indem du
sche Bauwerke
deine
@-to6
genau: Begib dich auf eine mittelalterliche
Baustelle und kontrolliere die Arbeiten bei der Errichtci"
tung einer gotischen Kathedrale. Starte dazu
@-tos.
deine
V.
Mittelalter
srarresr.
_*,
-(* )=_
Wut{tott d,,t, olet{,,,
Wort
,,gottco
als
Cotik vom italienischen
und t'rüher
stammt, das fremdartig bedeutet
u cht w urd e?
S chim Pt'w o rt geb r a
t37
Wie hängen Byzantinisches Reich und orthodoxes Christentum zusammen?
@
Erinnerst du dich noch an den
rour"nsuche: starte deine
@aot und begib dich auf eine
Zerfall des Römischen Reichs
und das Ende Westroms?
()
Reise ins Oströmische Reich. Lerne
Justinian, Ravenna und Konstanti'
nopel kennen und versuche dir ein
paar Details zu merken.
(
,-a\*^.^ \
,^-,-iJ .
stehen. Seine Kaiser nannten sich
römische Kaiser und versuchten,
s.76)
Das Byzantinische Reich
I
I
etwa um 628
x
etwa um 1143
etwa um 1361
*.+{,
zl \-.q
),J
Das Oströmische Reich blieb als
Byzantinisches Reich bis 1453 be-
(\
Teile des ehemaligen Weströmischen Reiches zurückzuerobern.
Das Byzantinische Reich ist nach
seiner Hauptstadt Byzanz benannt. Diese trug im Laufe der
Ceschichte viele verschiedene
Namen (Byzantion, Konstantinopel, lstanbul). Das Byzantinische Reich erlebte seine Blütezeit
unter Kaiser Justinian
(6. Jh.).
Kartenanalyse:
-
Welcher geografische Aus-
schnitt ist dargestellt?
- Welche Cebiete unterstanden
zur Zeit der größten Ausdehnung dem oströmischen
Kaiser?
0
5O0
,\.t
10O0 km
Reich bis 1361 verändert?
- Was weißt du über die einge-
tragenen Städte?
Das orthodoxe Christentum
Kaiser Justinian
. Er baute Konstantino pet@
- Wie hat sich das Byzantinische
-lgzur stärksten Macht
(Verwaltung, Heer, Recht) im Mittelmeerraum aus.
Er war mit der Byzantinerin Theodora verheiratet.
.
. Er ließ das römische Recht erfassen und in einer Sammlung niederschreiben (= Codex Justinianus).
Mosaik aus der
Kirche San Vitale
Kaiser Theodosius hatte 380 das Christentum zur Staatsreligion des Römischen Reiches erhoben ( r S. gO). Oie
Religion diente auch zur Untermauerung der kaiserlichen Macht. Der Kaiser galt als Vertreter Cottes und
wurde auf Bildern mit einem Heiligenschein dargestellt.
ln Westeuropa führte ab dem 5. Jh. der Bischof von Rom
die lateinische Kirche an, in Byzanz gab es kein religiöses
in Ravenna: lebensgroJ3e Dar'
stellung Kaiser
lustinians und
seiner Frau Theodora inmitten
ihres HoJstaates
Oberhaupt. Man sprach
Criechisch statt Lateinisch
und hatte andere Teremonien. ln der orthodoxen
religiösen Kunst existiert
bis heute ein eigener Stil.
Berühmt sind die lkonen
(= religiöse Kultbilder).
Das große Schisma
Ab dem 8. Jh. kam es zu einem lang andauernden Kirchenstreit, in dem es um die bildliche Darstellung Got,
tes und den geistlichen Führungsanspruch der Kirche
ging. Dieser Streit führte schließlich zur Teilung des
Christentums in eine weströmische (= katholische) und
eine oströmische (= orthodoxe) Kirche (= Croßes
Schisma, 1054). Das Byzantinische Reich endete, als das
Volk der Osmanen 1453 Konstantinopel eroberte.
138
V.
lkone, die den Erzengel Michael
zeigt
_*,
-(*)'\Lf- Wuttto{t dü1 dq'N "'
=
." sich im BYzantinischen Reich
kyrillische Schrit't?
Schrift' entwickelte: die
Mittelalter
eine r.
-tN
n?
als
be;ich
:en,
Was verband China und Europa?
Kontakte zwischen europäischen und persischen Kultu- Errungenschaften als auch pflanzen
(2.B. Zitrusfrüchte)
ren gibt es zumindest seit dem Alexanderreich. Damals kamen auf diesem Wege im
Laufe derJahrhunderte nach
begann ein Kulturaustausch, bei dem vor allem die Euro- Europa.
päer von anderen Kulturen lernten. Sowohl technische
mitrn.
rch
beCer
)ne
rtini-
Die Seidenstraße
Bereits seit der Urgeschichte gab es Verbindungen zwi- denen die kosrbare chinesische
Seide nach Europa ge,
schen China und Asien' Als sich das Chinesische Reich brachtwurde.lmlg.Jh.bezeichnetenHistorikerinnenund
Richtung Westen auszudehnen begann, wurde auch der Historiker diese Wege als Seidenstraße.
Die Seidenstraße
Austausch von Waren immer wichtiger. Es existierten war aber nicht nur eine der
wichtigsten Handelsrouten
mehrere Karawanenstraßen (= Straßen, auf denen Händ- des Mittelalters, sondern auch
Kulturen, Religionen und
lergruppen mit ihren Lasttieren unterwegs waren), auf andere ldeen wurden über diesen
Weg ausgetiuscht.
,-*.ry1@'-
:eit
Asiatische Handels- und Reiserouten
Reisen des Marco Polo zwischen 1271 und 1295
ru(dr
-
s-
{N
In
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Seidenstraße
Chinesische Mauer
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- -'r
'..,:i:..,
C"'o b
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Karakhata
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5{nan
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Arabisches
Marco Polo (Portröt)
Meer
lndischer
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Ozean
Kartenanalyse:
- Verfolge die eingezeichneten Routen auf dieser Karte.
- Nimm deinen Atlas zur Hand: Durch werche heutigen Länder
verliefen sie?
- Vergleiche den Verlauf der seidenstraße mit der
Reiseroute des Marco polo.
-W
Karawanenzug entlang der SeidenstraJ3e (Foto)
Marco Polo und seine angeblichen Reisen nach China
Der venezianische Kaufmann Marco polo reiste 1271
entlang der Seidenstraße nach China. Nach dreieinhalb
Jahren erreichte er Peking und blieb bis 1295 dort. Unterwegs sah er viele erstaunliche Dinge und bei seiner
Rückkehr nach ltalien war er nicht nur unvorstellbar
reich an Cütern, sondern auch an Erfahrungen. ln seinem Buch berichtete er von seiner außergewöhnlichen
Reise, wobei sich Realitär und Erfindung mischen. Bis
heute ist nicht geklärt, ob diese Reise überhaupt tatsächlich stattgefunden har, da seine Aufzeichnungen viele
Widersprüche enthalten. Dennoch machre ihn seine Lebensgeschichte weltberühmt. ln seinem Buch schilderte
e[ was er in Asien erlebt und gesehen hatte. Vieles schien
damals in Europa so unglaublich, dass man annahm, er
hätte es erfunden, z.B. berichtete er von schwarzen,
brennenden Steinen (= Kohle).
Meine Meinung: Fremde Kulturen faszinieren die Menschen. Welche Kultur möchtest du gerne näher kennenlernen? Wohin würdest du gerne eine Entdeckungsreise
machen?
B
n".n"rche: Suche weirere lnformationen über
Marco Polo und seine spannende Reise nach China und
fertige eine Lexikonseite dazu an.
-*'
-(*)-"*'Kilometer lang
... die Seidenstraf3e etwa 6000
war?
V.
Mittelalter
139
Was weißt du über die Wikinger?
ln einem Lexikon steht:
Denl< nach: Der Begriff,,Wi-
,,Wikinger, germanische Bewohner Skandinaviens, die
vom 8. bis 11. Jh. als Seeräuber, Kaufleute, Eroberer und
Staatengründer Schifffahrten bis nach Nordamerika,
ins Mittelmeer und über das Flussnetz der Ukraine und
Russlands bis ins Schwarze und Kaspische Meer unternahmen. Sie bewirkten damit eine erhebliche Ausweitung des europöischen Handelsraums. [...]"
starken
(Comic)
Wickie und die
Mönner
Die Ausbreitung der
Duden. Das Lexikon der Allgemeinbildung. Bescheid wissen.
Mitreden können. Mannheim 1998, S. 70f.
Wikinger
+-
kinger" ist dir sicher schon
einmal untergekommen. Lies
diese Quelle aufmerksam
durch, schau dir dieses Bild
an und erinnere dich, was du
vielleicht schon einmal über
die Wikinger gehört oder gelesen hast. Sammelt eure
Cedanken an der Tafel.
n\
Rouren der Wikinger
Kartenanalyse:
- Einige Einträge dieser Karte
hast du im Laufe deines
Cesch ichtsunterrichts
schon kennengelernt. ln
Atlantischer
welchem Zusammenhang?
- Mit welchen Kulturen / Rei-
chen des Mittelalters hatten die Wikinger Kontakt?
- Wo lag das Zentrum ihrer
Kultur?
Ozean
Die Kultur der Wikinger
Die Wikinger gelten als die Vorfahren der Nordeuropäer
(Norweger, Schweden, Dänen usw.). lhre Stärke lag vor
allem im Schiffsbau. Dadurch konnten sie Handel mit
vielen Teilen der Welt betreiben. Die Wikingerschiffe,
,,knorr" genannt, waren leicht und robust, genau an die
Bedingungen des rauen Nordklimas angepasst. Sie konn-
Recherche: Suche im
lnternet lnformationen zu
berühmten
Wikingern:
Erich der Rote, Leif Eriksson ... Schreibe zu jeder
Persönlichkeit zwei Sätze
auf. Überlege dir dabei ge-
ten entweder gerudert oder mit einem großen rechteckigen Segel gefahren werden. Auf ihren Schiffsreisen
nau, welche lnformationen
du
entdeckten die Wikinger neue Länder. So waren sie die
ersten Europäer, die in Crönland und am amerikanischen
Kontinent landeten.
Die Wikinger waren ein kriegerisches und starkes Volk,
um das sich viele Sagen und Mythen bildeten. So berichten die nordischen Sagen über die Abenteuer der Wikinger. Historikerinnen und Historiker fanden zahlreiche
Steine, Amulette oder Waffen mit Runen, den Schriftzeichen der Wikinger. Runensteine erzählen über die Heldentaten der Krieger, die Cötter der Wikinger und die
Entstehung der Welt. Das Wort ,,rune" bedeutet ,,Ce-
t4a
Runenstein
mit Raubkatze aus
-.*,
-t*)-
'V...
sich
..
h."6's@"-
Wutttott
du4,
datl
Mittelalter
"'
auch mit
das Wort ')Nikinger"
der Heimat
langer Fahrt weit von
auJ
werden kann?
t'ernti' übersetzt
V.
möchtest.
Schweden
der
heimnis".
notieren
Was ist interessant? Was
möchtest du dir merken?
et'
""seekrieg'
Warum schlossen sich Handelsstädte zur Hanse zusammen?
Teamwork: Erstelle gemeinsam mit deiner Banknachbarin/deinem Banknachbarn eine Mindmap zum Thema
,,Handel". Überlegt zuerst, welche ,,Aste" ihr verwenden
wollt (Handelszentren, Handelsgüter, Handel im Laufe
der Ceschichte usw.).
wurde der Handel kontrolliert und organisiert. lm 14. Jh.
gehörten der Hanse etwa 200 überwiegend deutsche
Städte an. Die Hanse entwickelte sich zu einem bedeutenden und mächtigen Handelsbündnis, das die Politik
ihrer Mitgliedsstädte stark beeinfl usste.
.f'a
Je besser die Verkehrsmöglichkeiten und Straßennetze
wurden, desto mehr Handel betrieben die Menschen.
Dennoch war das Reisen im Mittelalter gefährlich und
Händler wurden oft zum Ziel von Raubüberfällen. Deshalb schlossen sich Städte im Gebiet der Nord- und Ostsee zu einem Bund (= Hanse) zusammen. Cemeinsame
Ziele waren Sicherheit auf den Handelsweg
"n&-eO,
Schutz gegen Piraten und Banditen und ein gemeinsames Auftreten gegenüber fremden Händlern. Die Haupe
versammlung der Hanse fand in Lübeck (D) statt. Dort
f
I
:*i
- .l-.-r:
"r ,:l :.-.i+
:.il'l
";
.-:l-r";-41
.:li;li
'
,
-.'
'_i
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ry
Bündnisvertrag mehrerer deutscher Hansestädte gegen den dönischen König und die Seeröuber
lm Hafen einer Hansestadt
Spiel mit: ,,lch seh, ich seh,
was du nicht siehst": Findest du folgende Details:
Kogge (= großes Handels-
H;
schiff), Stadtmauer, Stadtwappen der verschiedenen
Hansestädte, Fässer? Stelle
deiner Banknachbarin / deinem Ban knachbarn weitere
I ll".f.:.*
9., dli.
.
Suchaufgaben.
rG\
@
Schau genau: Heute
ist Markttag! Starte deine
@-toa und mische dich
unter die Leute.
Hafenszene auJ einem Schulwandbild von 1960
Wien als Handelszentrum
Das heutige Österreich war aufgrund seiner zentralen
Lage in Europa für den Fernhandel sehr wichtig. Cehan-
in Wien zum Verkauf anzubieten. Wien stieg dadurch zu
einem bedeutenden Handelspl atz auf .
delt wurde vor allem mit Salz, Eisen, Wein, Cetreide,
Holz, Vieh, Tierhäuten und mit Waren, die aus Venedig
,oP
'ö- t
enl-
kamen (Venedigerwaren, z.B. Tuch und Leinwand). Das
Wiener Stapelrecht basierte auf dem Stadtrecht von
1221 und verpflichtete fremde Händler dazu, ihre Waren
-*,
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'Y-- Wuttfott
du, dq{t
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HH
"Hanse'
.'. das deutsche Autokennzeichen
an iene
noch
daher
und
,toat äoÄ,aurg" bedeutet
Zeit erinnert?
V.
Mittelalter
t4r
Wie bezahlten die Menschen im Mittelalter?
Durch den Handel florierte die Celdwirrschaft und
entstanden die ersten Bankhäuser und das Kredic
wesen. Die vielen unterschiedlichen Münzen mussten gewechselt und deren Celdwert geprüft werden.
Mithilfe einer Waage wurde der Cold- oder Silbergehalt einer Münze festgestellt. Dadurch sollten Streitereien und Betrügereien vermieden werden.
Karl der Croße ließ als einziges Zahlungsmittel Silbermünzen zu und er garantierte für ihren Silbergehalt und damit für ihren Wert. lm Laufe der Zeit
nahm der Wert der Silbermünzen jedoch ab, sodass
sie im 13. Jh. durch Coldmünzen ersetzt wurden.
16\
@
Spurensuche: Finde heraus, aus welchem Material die
es
Goldmünze aus Florenz, Florentin genannt
heute gebräuchlichen Euromünzen hergestellt werden.
Waage mit Silberstücken, um das unte rschi
e
dl ich e C ewi cht Jestzu stel I en
(lllustration)
Viele Silbermünzen zeigen das Portröt von Karl dem GroJ3en
M ittelalterl iche Geldgeschäfte
In einem Sachbuch mit dem Titel ,,Münzen und Geld" kannst du Folgendes lesen:
,,Christen war es im Mittelalter unter strenger Strafe verboten, Geld gegen Zinsen auszuleihen. So sollten Notleidende
vor Wucherern geschützt werden. Am Celd reich werden konnten also nur Andersgläubige, wie luden [,..1. Wegen des
Makels, an der Celdnot anderer zu verdienen, kamen sie immer wieder in Verruf. Der einJache Mann lebte nach wie
vor Jast ohne Celd. Aber wenn sich ein Kaufmann einen Betrag beim Celdverleiher holte, musste er manchmal den
doppelten zurückzahlen, weil die Gebühren für das Ausleihen, die Zinsen, sehr hoch waren. [...] Auch qndere Berufe,
die mit Geld zu tun hatten, wie der Pfandleiher, der Geld gegen hinterlegte Gegenstönde auslieh, und der Celdwechsler, der noch immer wie bei den Griechen und bei den Römern wegen der unüberschaubaren Vielzahl von Münzen
unentbehrlich war, machten sich recht unbeliebt."
Kingma, Renate: Münzen und Geld. Ein Was ist Was Buch. Nürnberg 1985, S. 22f.
a
Quellenanalyse:
- Welche lnformationen über diese Quelle stehen
fügung (Autorin, Alter der Quelle, Zweck usw.)?
dir zur Ver-
- Verstehst du alle Wörter dieser Quelle? Besprich dich
mit deiner Banknachbarin/deinem Banknachbarn oder schau in einem Wörterbuch nach.
- Welche konkreten lnformationen zum Thema ,,Geldgeschäfte
im Mittelalter" erfährst du aus dieser Quelle?
mit der Cegenwart: Was ist heute anders? Welche
Berufe gibt es heute noch / nicht mehr? Wie werden Geldge-
- Vergleiche
schäfte heute abgewickelt?
t42
rf l\^z
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Mittel alte rli ch e Szen e b ei C el dgesch öften
(Gemöldeausschnitt)
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Wugtottd'Ä, d4'It
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Reich Ende
... es im Heiligen Römischen
gab?
10. Jh.s etwa 1A0 Münzprägestätten
V.
Mittelalter
'
Was ist neu in der Landwirtschaft?
gibt es genrechnisch
l:-t:
uetreidesorr.n,
veränderre
Ji"
{e{cn Sch;rr;^*^,,-,..,,, Fjd,9,l'tändif.ähig
durch
in der Landwirtschaft
Umbruch
ein
lm 19. fh' erfolgte
Erntemaschi!en,
ä""'
i,"'"1' "q.t U gq?lg*#lj*
Denk nach: Überlege und begründe, warum diese Veränderungen in der Landwirtschaft durch Pfeile verbun'
Blickpunkt Gegenwart: Kennst du einen modernen
landwirtschaftlichen Betrieb? Besprecht in der Klasse,
den sind. Was soll dadurch ausgedrückt werden?
welche Ceräce, Maschinen usw. dort zu finden sind.
Bäuerliche Dorfsiedlung und Dreifelderwirtschaft
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4a
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Die Allmende kann das ganze Dorf nutzen. lm Cemeindewald schlagen die Bauern Holz und lassen die Schweine Eicheln
Jressen. AuJ der Gemeindewiese grasen SchaJe und Kühe. Höufig gibt es Arger mit dem Grundherrn. Er will etnen Zins
Jür die Benutzung der Allmende haben ...
Das sehen die Bauern nicht ein. Sie verteidigen ihre alten Rechte!
lnnerhalb von drei Jahren wechseln die Bauern immer die Bestellung der Acker: lm ersten Jahr pf anzen sie Sommergetreide (Hafer, Cerste)
und HülsenJrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen). lm Jahr darauJ Wintergetreide (Roggen und Weizen). tm dritten Jahr lassen sie den Boden ausruhen. Sie brechen ihn nicht mit dem Pfiug um, daher der Begriff ,,Brache".
r-\
)e,
@ Kreativstudio: Notiere alle Fachbegriffe dieser Seire (Allmende, Dreifelderwirtschaft ...). Setz dich dann zum Computer und verfasse gemeinsam mit deiner Partnerin/deinem
Partner Einträge für ein Online-Lexikon.
#l
Wuttto{tdü, dQr't"'
des KumZugtier durch die E(indung
rund 500 kg etwa 2500 kg
metgeschirrs nun statt
...
ein
ziehen konnte?
V.
Mittelalter
L43
Wie veränderten Technik und Wissenschaft den Alltag der Menschen?
't
1
lm Mittelalter zum Beispiel waren
Handwerker und Kaufeute daran inter,
essiert, ihre Produktionsmengen zu steigern, und suchten daher nach neuen
Hast du dir schon einmal überlegt, warum die Menschen "ean neuen Erfndungen interessiert sind und woher sie die
Ideen nehmen?
Mitteln und
Wegen.
Viele Erfindungen kamen auch aus China und aus der
arabischen Welt zu uns nach Europa.
Zeitmessung
Die Erfindung
der Räderuhr ermöglichte
Messe. A^_
Messen
'rtttuglrchte ein genaues
der ieit ari,
uhrun wrrlää;":trache Arr. croße Kirchrurm-
Windenergie
Ab dem 12. )h. gelang es, in Europa Windenergie zu
nutzen. Die in der Konstruktion teure Windmühle
machte die Menschen vom fließenden Wasser (Was'
sermühlen) unabhängig. lm 19. Jh. wurden sie von
motorbetriebenen Maschinen ersetzt.
-':"'
=_:,
;e Weise angetrieben.
Brille
Dinge des persönlichen
Bedarfs
-ai. gehen auf das
"rrirf.,
auch
,,kleine
fi?'*".
Mitrel:fer
zurück, so erwa
Fensterscheiben,,.
Die ersten Brillen wurden
in Europa gegen Ende des
13.Jh.s hergestellr.
+...,&_.,,-;-.
Räderuhr aus der
Kathedr
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Papier
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Während in China bereirs im
Jahr 105 n.Chr.
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arabische
;;'n*'
auf Papier geschrieben wurde,
Zahlen
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-
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Papier in Europa ersr um 1100
durch. eis
hin schrieben die Mönche uuf n"rgur"*
o
(= bearbeitete Tierhaut)
.
Denl< nach: Überlege, wie diese Erfindungen den Alltag oder den
Beruf der Menschen erleichtert haben.
Recherche: Wie entwickelten sich diese mittelalterlichen
,,Erfindungen" bis heute weiter? Recherchiere dazu im lnternet!
Blickpunkt Gegenwart: Welche,,modernen
Erfi
ndungen" haben
unser heutiges Leben grundlegend verändert?
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Wngtottdü1 dqt["'
Wort "Algebra" aus dem,Arab,isc''
mathemattsc'
stammt und Lehre von den
'..
das
Gleichungen bedeutet?
t44
V.
Mittelalter
"
S
Bloß nicht krank werden!
ls
l-
Krankheiten wie Blinddarmentzündung, Masern, Fieber,
eitrige Zähne sowie Verletzungen verschiedenster Art,
die heute leicht heilbar sind, endeten im Mittelalter oft
tödlich. Cesundheit galt als Geschenk Cottes, Krankheit
und früher Tod hingegen als Strafe Cottes. Es gab nur
wenige geeignete Möglichkeiten, Kranken zu helfen. Bis
zum 12. Jh. fanden Kranke vorwiegend in Klöstern
Aufnahme. Erst als sich die Städte
immer mehr entfalteten, entstanden dort Badehäuser, wo vom
Bader (= Betreiber des Badehauses) auch manche Krankheiten
Mittelalterliche Heilmethoden
Todesurteil Lepra und Pest
Wer nicht im Kloster gepflegt werden konnte, musste
anderswo Hilfe suchen. ln den Städten gab es Apotheken, die Medikamente (oft aus Heilkräutern hergestellt)
verkauften. Wunderheiler boten auf Jahrmärkten ihre
Dienste an. lhren Opfern ging es nach der Behandlung
oft schlechter als davor. Deshalb wendeten sich viele
Kranke an den Bader. Dort ließ man sich die Zähne ziehen, Ceschwüre mit glühendem Eisen ausbrennen, sich
zur Ader lassen (Blutentnahme) oder schröpfen. Dabei
setzte man erhitzte Clasglocken über Hautritzungen,
um dem Körper Blut zu entziehen. Vor diesen schmerz
haften Behandlungen ffößte man den Kranken Alkohol
zur Betäubung ein. ln den mittelalterlichen Universitäten lehrten Professoren das medizinische Wissen der
Antike und der arabischen Arzte.
Diese befassten sich bereits mit Operationstechniken
und Behandlungsmethoden, die in Europa noch unbekannt waren. lm 13. Jh. bestimmte ein Erlass Kaiser Friedrichs ll., dass Arzte ein Studium vorweisen müssen.
r S. ttg) oder
Lepra wurden die Betroffenen von den Cesunden getrennt. Lepra war eine ansteckende Krankheit, die im
Mittelalter als Strafe Cottes gefürchtet war. Wer in den
Verdacht kam, sich mit Lepra angesteckt zu haben,
musste zur Lepraschau, wobei ein Arzt oder Bader etwaige Ceschwüre, die Schwellung der Drüsen, den Atem
und die Beschaffenheit des Urins untersuchte. Die Erkrankten wurden von der Cemeinschaft ausgeschlossen,
entmündigt und aus der Stadt gewiesen.
behandelt wurden, und
erste
Hospitäler.
Zahnbehandl ung bei m Bader
(Gemäldeausschnitt)
Bei ansteckenden Krankheiten wie Pest
(
Mittelalterl iches Kräuterlexi kon
Aus
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Schwellungen und Blutergüsse gema cht werd en.
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KopJschmerzen und
magisches Kraut, es hilJt,
Geburtischmerzen.
das Fieber zu senken.
tz
Meine Meinung: Was hältst du von der Heilwirkung der
Pffanzen? Kennst du Heilmittel und Heilmethoden, die
heute ohne chemische Medikamente auskommen?
r-\
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Recherche: Wer war Hildegard von Bingen? Recherchiere im lnternet über ihr Leben und verfasse einen
Steckbrief.
-/rl/
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Wntttottdü, olQ't't"'
Warnungt'ür die anderen
antel tragen m ussten?
t"p,at l ap p,,r un d Lepram
... Leprakranke
Aderlass beim Bader (Gemrilde)
V.
Mittelalter
als
Wie funktioniert eine Gemeinde?
Es gibt in Österreich über 2350 Gemeinden. Die Cemeinde ist die kleinste politische Einheit Österreichs. Die Bürgermeisterin / der BürgermeisteL der Gemeindevorstand, der Gemeinderat leiten die Politik einer Cemeinde\(@^ -sZ.
Es gibt Cemeinderatswahlen und Bürgermeisterwahlen. Jedes Bundesland hat eigene Richtlinien für die Cemeindepolitik. ln Städten gibt es andere Bezeichnungen für die Cemeindemitglieder und die Cemeindeämter, aber ihre
Aufgabenbereiche sind ähnlich.
... steht an der Spitze der Ce... wird von den Gemeinderäten
gewählt und gilt als die Regierung einer Cemeinde. Die Mit-
meinde. Sie/ Er leitet den Cemeindevorstand und hat den Vorsitz
bei den Cemeinderatssitzungen.
ln Österreich gibt es nur wenige
glieder des Cemeindevorstan-
Frauen, die dieses Amt bekleiden.
lhre / Seine Vertretung ist die Vize-
des/des Stadtsenats bereiten
die Punkte für die Cemeinde-
bürgermeisterin /
meister.
der
ratssitzung vor.
Vizebürger-
... ist für die Verwaltung der
Stadt zuständig. Es gibt ver-
... besteht aus von den Bürgerinnen und Bürgern gewählcen Mitgliedern (= Cemeinderäten), dem
schiedene Abreilungen, die so-
genannten Amter. lm Standesamt beispielsweise kannst du
Cemeindevorstand und der Bürgermeisterin / dem Bürgermeister.
ln Sitzungen besprechen und be-
eine Ceburtsurkunde
bekom-
men, heiraten. Wenn du einen
Nachweis für deinen Wohnsitz
(= Meldezettel) brauchst, musst
du ins Meldeamt gehen.
schließen sie wichtige Entscheidungen, z.B. in Bezug auf Straßenbau, Müllabfuhr, Schulwesen und
Cesundheitswesen.
Treffpunkt Politik Überlegt euch ein wichtiges Thema, das im Cemeinderat besprochen werden soll. (Die Schule
braucht einen neuen Spielplatz, die Autobuslinie soll eine neue Haltestelle bekommen ...). Dann bestimmt die Mitglieder des Cemeinderates (Bürgermeister, Mitglieder des Cemeindevorstandes, Gemeinderäte). Nun diskutiert euer
Problem und versucht einen Beschluss zu fassen.
t46
V.
Mittelalter
Was verrät ein Dokument tiher einen Mensehen?
Die Geburtsurkunde
Der Personalausweis
Die Ceburtsurkunde muss gleich nach der Ceburt
eines Kindes ausgestellt werden. Sie ist Crundlage
für den Erhalt anderer Dokumente.
Der Personalausweis wird heute meist in S:-;:'kartenformat ausgestellt. Er dient zum Nac- ,,,. ,
der ldentität und der Staatszugehörigkeir.
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NEPUaLK OSGnRHGH
2 Ausweisnummer
3 Name
4 Vorname
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Oboröd€rrEld
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Numm€rderEituagure l2'lM
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Foto
Ceschlecht
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Wappen von Osterreich
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Persanalausweis der Republtk Österreich
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It-
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IFY:"Y
1
'l Ceschlecht
3 Vater
2 Vorname
4 Mutter
5 Ceburtszeit
6 Ceburtsort
Ceburtsurkunde
':.::'.j:ii::aa;1.!!.j:{i|;
Der Reisepass
li..::t]].l]ll,,li,il,i,::
Der Reisepass ist ein Ausweisdokument, das bei Reisen ins
Ausland gebraucht wird. Er gibt über die Staatsangehörigkeit
Auskunft. Österreichische Staatsbürgerinnen und Staats,
bürger besitzen gleichzeitig die Unionsbürgerschaft der EU
und die Pässe der EU-Bürgerinnen und Bürger sind einheirlich
gestaltet.
'l Name
2 Vorname
3 Staatsangehörigkeit
4 Ceburtsort
I
5 Ceschlecht
6 Passnummer
7 Ceburtsdatum
9 gültig bis
1l
Ausstellungsdatum
P< A
p
10 Cröße
ll
Unterschrift
U
T tIU S
TE RTIANII<<<i1AX
r23 u56 7 <0 AUr 95IL12t il1807 1 70<<<<<<<<<<<<<<<2
Reisepass der Republik Österreich
Schau genau: Finde heraus, welche Angaben auf allen drei Dokumenten vorkommen. Welches Dokument verrär am
meisten über eine Person? Überlege, warum das so ist.
Geschichte & ich:
- Welche Ausweise und Dokumente besitzt du (auch andere als die hier genannten)@z-sZz.
- Nenne Situationen, in denen du einen Ausweis vorlegen musst.
V.
ftIittelalter
t,47
Was sagen Wappen über ihre Besitzer aus?
ln einem Jugendlexikon steht:
,,Wappenkunde (Heraldik), eine der historischen Hilfswissenschaften. Wappen waren seit
dem 12. Jahrh. zur IJnterscheidung der Kömpfenden auJ dem Schild eines Ritters angebracht.
Spöter waren sie dann in der Form eines bildlichen Abzeichens einer Person oder Familie
zugeordnet und wurden erblich. Wichtigster Teil des Wappens ist der Schild; seine Gesamtfläche wird Feld genannt. Zierlinien (heraldische Schnitte) teilen das Feld in verschiedene Plätze;
dadurch entstehen Heroldsbilder, die, mit gemeinen Figuren (Wappenzeichen) kombiniert,
die Wappenfigur ergeben. GroJ3e Bedeutung kommt den heraldischen Farben zu."
Der Jugend-Brockhaus. Mannheimt, Leipzig 2004, 8d. 3, 5.
348 a
Denk nach: Warum waren Wappen lebensnotwendige Zeichen der Ritter im Kampf? Verwende für deine Erklärung die Wörter: Rüstung, erkennen, Schild.
Teamwork: Unterstreiche in der Quelle alle Nomen, die die einzelnen Teile/Merkmale
CINCS
italienischer Schild,
Wappens beschreiben.
um 1300
Das Wappen eines Burgherrn, dessen Tochter heiratet. wird
mit dem Wappen der Familie des Bräutigams kombiniert.
Bekommt das adelige Paar
einen Sohn, so wird dies im
Wappen berücksichtiqt.
Tritt dieser Sohn die Nachfolge
seines verstorbenen Vaters an,
so lässt er das Wappen
neuerlich verändern.
Der Wappenschild eines
Burgherrn ohne männlichen Erben
Wappenschild der
Familie des Bräutigams
Wappenschild des
Wappenschild nach der
Wappenschild
vermählten Paares
Geburt des Erben
des Erben
Familienwappen
Herolde
Der Name,,Heraldik" kommt von den Kriegs- und Friedensboten des
Mittelalters, den Herolden. Diese mussten die verschiedenen Wappen genau kennen. Sie führten auch Wappenbücher. So wurden sie
nach dem Ende einer Schlacht damit beauftragt, anhand der Wappen Listen der toten Cegner zu erstellen.
Was die Herolde bei ihrer
Arbeit beachten mussten:
. Farbenlehrez Zu den verwendeten
.
Herold mit
Heroldsrock
.
Farben gehören zwei Metalle
(Cold und Silber, die auch durch Celb und Weiß ersetzt werden
Beispiele zur Farbenlehre
können) und die Farben Blau, Rot, Schwarz, Purpur und Grün. Me'
tall muss immer auf einem Farbfeld stehen und umgekehrt.
Heraldische Schnitte: Wappen können zweigeteilt oder mehrfach unterteilt sein, aber
auch Teilungslinien mit Mustern aufweisen.
Form: Wappen ldeliger Herren müssen Schildform haben. Die Wappen der Damen waren
rautenförmig \?-s+.
Rollenspiel: Spielt zu zweit! Ein Herold bewirbt sich beim König um eine Stelle. Welche Fragen stellt ihm der König?
Warum möchte der Herold diese Arbeit übernehmen? Überlegt euch Fragen und Antworten für dieses Cespräch.
!48
V.
Mittelalter
Wie lese ich einen Stammbaum?
Die Cenealogie beschäftigt sich als Wissenschaft mit der Abstammungsgeschichre von Familien
@.-ts.Mithilfe
von Stammbäumen (Stammtafeln) werden verwandtschaftliche Beziehungen dargestellt. Historikerinnen
und Historiker erstellen solche Stammbäume aus historischen Zusammenhängen, Chroniken oder Berichten.
Dadurch entsteht
eine geordnete übersichr über die Mitglieder eines Herrschergeschlechts.
Struktur und Symbole eines Stammbaums
Der früheste bekannte Vorfahre steht immer ganz oben. Wir können feststellen, wer mit wem verheiratet
waL wie
viele Geschwister eine Person hatte und wer die Eltern waren. Um einen Srammbaum richtig zu
,,lesen,,, musst du
folgende Symbole kennen: Das t bedeutet,,verstorben",
- heißt,,verheiratet". Die Striche stellen die Abstammungs-ae .
linien dar 9
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a --i.a-.,eN kÄRNTeN
,_i:-.aNbeuNBqRq
Der Stammbaum der Babe.::.a=,
Wissenscheck: Ein bekannter Babe. :e:ge-;''scl-rer hat
begonnen, einen Stamm baurn d;eses C=sc^ ec;is zu erstellen. lnmitten seiner Arbeir 'ü !.irc: i' *r:erbrochen.
Versuche, mithilfe der lnforrna: j-:r J:F Se :ern 120-122
seine Arbeit abzuschließen.
JE,
V.
mit: Finde Fragen zu diesem Srammbaum (2.8. Wie
viele Kinder hatte Leopold lV.? Mir wem war Markgraf
Ernst verheirater?). Schreibe deine Fragen auf Karteikärt,
chen. Zieh dann abwechselnd mit einer parrnerin oder eiSpiel
nem Partner eine Frage und versuche sie zu beantworten.
Mittelalter
749
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Denk nach:
- Vervollsrändige die Mindmap durch folgende Begriffe: Aachen, Babenberger, Brille, Bücher, Byzantinisches Reich,
Dreifelderwirtchaft, Hausmachtpolitik, Kaiser, Koran, Kreuzzüge, Lehenspyramide, Marktplatz, Privilegium minus, Randgruppen, Rundbögen, Schiffe, Spitzbögen, Synagoge, Turniere, unehrliche Berufe, Zunftzeichen. Ztr
150
V.
Mittelalter
I
9QtldISEn nvr
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FRANKENREICH
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3t<<o"-
ffio*o*"*n
Klf
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@')
- Fallen dir weitere Begriffe ein, die die Mindmap ergänzen? Welchen Zweigen würdest du
sie zuordnen?
Teamwork Erkläre deinen Klassenkolleginnen und Klassenkollegen einen Zweig dieser Mindmap in ganzen Särzen.
V.
Mittelalter
151
Mittelalter: Was hast du dir gemerkt?
Zu S. 106:
drei Reiche spielten rrqLrr
nach utrrr
dem vrrLsl5dllö
Untergang Westroms
ii Welche
vvssLlullls ellle
eine Ueueutenqe
bedeutende Kollet
""'-"Rolle? . Welchen
Vvelcnen Titel
lltel tfagen
tragen dle
die
Reiche und welche Religionen sind in diesen Reichen vorherrschend? . Welche Nachwirkungen
i dieser Reiche kannst du in der Cegenwart erkennen?
i Herrscher dieser
Wie wurde Chlodwig König der Franken? . Welche zwei Ceschlechter prägten die Ceschichte des Frankenreichs? .
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i 7uS.1O7z
wryl gll:!:l
i Zu S. 108:
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Was kannst du zu dem Thema,,Regierungssitze unter Karl dem Croßen und heute" sagen? . Was bedeutet Reisekönigtum und was ist eine Pfalz? . Wie wurde das Frankenreich verwaltet?
i Wodurch unterscheiden sich Mark und Herzogtum? . Was ist das Heilige Römische Reich?. Wie kam der deutsche
Kaiser zu JLrrtsttt
seinem Titel?
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; Welche Bedeutung hatten die Begriffe Schutz und Schirm im Mittelalter? . Was sind die Vor- und Nachteile des
i Lehenswesens? . Wie ging die Lehensübergabe vonstarten?
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i Wodurch unterschieden sich freie von unfreien Bauern? . Was regelte der Zehent und was bedeutet Frondienst? .
Leben der Unfreien ein?
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11 9i: ryi"'re
iWie entscand das Rittertum?. Welche Tugenden musste ein Ritter besitzen, was waren seine Aufgaben und
ZuS. 112:
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i Pffichten? . Warum wurden in Europa Burgen errichtet?
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iZuS.ttlz
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i ZuS.118:
iWas bewegte die Menschen im Mittelalter dazu, in die Stadt zu ziehen?. Wie war die städtische Cesellschaft
i aufgebaut?. Wie gestalrete sich das Leben in der
Zünften?
i 7uS.12Ot
Welche Völker siedelten nach dem Ende der Römerherrschaft in österreich? . Wie beginnt die eigentliche
Ceschichte des heutigen Österreich? . Welche Cebiete umfasste Ostarrichi im lahr 976?
ZuS.
Zu S.
ZuS.
t52
i Wie wurde Osterreich zu einem Herzogtum?. Welche Cebiete umfassre der Machtbereich der Babenberger 1246?
i . Wie prägte Leopold Vl. die Ceschichte österreichs?
Bestimmungen enthielt das Privilegium minus?. Wie wird Österreich in der Schenkungsurkunde von
i Neuhofen beschrieben? . Was regelt die Georgenberger Handfeste?
122: iWelche
122:
I
Welche Ziele hatten die Zünfte? . Was wurde durch die Zunft geregelt? . Welche Rolle spielten die Frauen in den
Welche Katastrophen erschütterten Europa im 14.)h.?. Wie wurde mit Pestkranken umgegangen? . Wie reagierten
die Menschen auf die Pest?
121:
--
i
Stadt?
i 7u5,1192
ZuS.
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i Wer waren die Cegenspieler von Rudolf l. im Kampf um die Herrschaft in österreich? . Warum wurde Rudolf von
i Habsburg zum deutschen König gekrönt? . Wie kam es zur Habsburgerherrschaft in österreich?
bedeutet Hausmachtpolitik?.
124:
-' iWas
Welche Adelsfamilien wurden zu Konkurrenren der Habsburger?. Welche
i Ceschichte hat das Bundesland, in dem du lebst?
V.
Mittelalter
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i
Schwerpunkte Mittelalter: Was hast du dir genrerkt?
i Aus welchen Personen setzte sich die Burggesellsc-a-::--sa-nen?. Wie wurden die Knaben zu Rittern erzogen?.
7u5,125t
i
i
7u5.1262
i
i Welche Entwicklungen machten der Bedeutung der tr:e- E - Ende? . Welche Rolle spielte das Lehenswesen beim
i Niedergang des Rittertums? . Was unterschied Rine. :L-c S:dner?
i
i
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r€f:r?r.ir
i ZuS. 127:
Warum wurde im Mittelalter so viel gefeiert? . \\'ie
im Mittelalter und wie ist das heute?
i 7u5.128:
Welche (beruflichen) Möglichkeiten hatten Frauer - hr,i::e.aier? . Welche Rollen musste die mittelalterliche
Frau erfüllen? . Wie unterschied sich das Leben eine. C*--s-e--. rom Leben einer Bäuerin?
die Städter ihre Freizeit? . Welche Festtage gab es
i
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i
Warum wurde Bildung ab dem 12. Jh. immer wichris€-' . *tr enl€ Bildungsaufgaben erfüllten Klöster und was war
der Unterschied zwischen Klosterschulen und Stac:sc-*re-] . Was wurde an mittelalterlichen Universitäten
ZuS.129t
j
i
gelehrt?
Wie entstand ein Buch im Mittelalter? . Welche Them'e- n,*-den in Büchern besprochen? . Welchen Stellenwert
hatten Bücher im Mittelalter und welchen haben sie l-,e*:g
Zu S. 130:
w:tr Y:tffi:y:f:tlyq:l
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ii ZuS.136:
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ZuS.
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Was ist typisch für die islamische Kunst? . Wo kann man h*e*:i s"am ische Kunstgegenstände bewundern? . Welche
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j Warum kam es immer wieder zu Judenverfolgungen? . \irB'cr-€ \enschlechterungen erfuhren die Juden innerhalb
i der Stadt ab dem 11. Jh.? . Wozu dienten Schutzbriefel
i
iW"l.h"MerkmalesindfürdiejüdischeKunsttypischl .'i\o*a-rstduheutejüdischeKunstgegenständebetrach-i
i tenz . Was weißt du über jüdische Traditionen und üb,e. ce. ud sche Religion?
i
i Welche Merkmale sind typisch für die Romanik?. \\as
i mit
s-d
i
Fresken?. Welche romanischen Bauwerke kennsr du
i
Namen?
i
i Welche Merkmale sind typisch für die Cotik? . \\'as sinc Fens:erroserten? . Welche gotischen Bauwerke kennst du
i mit
Namen?
l
i Welche Entwicklung nahm das Byzantinische Reich und rtelche Bedeutung hatte dabei Kaiser Justinian?
i Was bewirkte das Croße Schisma? . Was weißr du uber das orrhodoxe Christentum?
.
i Welche Bedeutung hatte die Seidenstraße für die rrlnschafrliche Entwicklung Chinas? . Wer war Marco Polo?
.
w:l:ll9 9l: wilig_d : w9]:l_:" Vorteil brachten die \\ ikingerschiffe mit sich? . was sind Runen?
für einen Hafen ;; ;;;;;;;r",r"ooi. tui, u"l.,l.; ;;,*t;"Jlt . *" r"e"; ;; ;;.;;
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Wirtschaftszentren?
i europäischen
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Reich?
Zu S. 133:
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134i
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Cefahren waren Reisende ausge-
Wie entstand der lslam?. Was weißt du über r\1ohar,--ec-. itrelche Funktion hatte Religion im lslamischen
7u5.132t
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Warum reisten Menschen im Mittelalter und warurn rers€-
Zu 5. 131:
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I Wie wurden im Mittelalter Celdgeschäfte abgervickelt? . \Vas ist der Sinn einer Prägung auf einer Münze? . Warum
i
i durften Christen keine Celdgeschäfte
iZuS.t+2,
--- -- - ---
jWelche technischen Neuerungen gab es in der Landrvirrschaft im Mittelalter?. Was bedeutet Dreifelderwirt-
verrichten?
i
i
i
i schaft? . Worin bestanden die Vorteile des Kummetgeschirrs?
iZuS.ron,
- -
iWelche technischen Entwicklungen gab es im Mittelalter?. Welche Entdeckungen kamen aus dem Reich der
i Mitte? . Wie wurde / wird das Alltagsleben der Menschen durch die technischen Erfindungen verändert?
i----i------------------
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iZuS.145: jW3tcle,Heilmethoden
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gab es im Mittelalter?. Wie erging es Leprakranken?. Welche Kräuter, die bereits
auch heute noch den Menschen zugute?
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Mittelalter
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