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Du bist, was du isst! Themenschwerpunkt Ernährung

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08/11 DAS PATIENTENMAGAZIN DES
UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG
HNO-Klinik:
Hilfe bei Stimmstörungen
im Alter…7
HES
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L
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RSÖ
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IHR
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IS-E
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A
GR
Patientenservice:
Bauchschlagader
im Screening-Visier… 9
Du bist, was du isst!
Themenschwerpunkt Ernährung
Seiten 2, 4, 5 sowie 16 und 17
Foto: dpa
GESUNDHEIT
UND MEHR...
2
MELDUNGEN | KOPF DER WOCHE
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
Klinikum Intern
Neues aus dem Klinikum . . 3
Aktuell
Themenschwerpunkt
Ernährung . . . . . . . . . . . .4/5
Klinikum 2011
Unerwarteter Angriff durch
Hund, Katze und Co. . . . . . 6
Klinikum 2011
Gefährliche Chemikalien
im Haushalt . . . . . . . . . . . . 7
Klinikum 2011
Drei Leipziger Mediziner
helfen auf Madagaskar. . . . 8
Klinikum 2011
Screening-Tag: Die Bauchschlagader im Blick . . . . . . 9
Universitäts-Leben
Millionen-Investition für
Bio-Forschung . . . . . . . . . 10
Wirtschaft I Politik
Gesetz gegen Ärztemangel
steht auf der Kippe. . . . . . 11
Kultur
Streitfall China . . . . . . . . . 12
Unterhaltung
Wie David und Pamela
am Strand . . . . . . . . . . . . 13
Reise
Formentera . . . . . . . . . . . 14
Jugend
Germany‘s next Topgame 15
Prävention
Ostern ist Eierzeit . . . . . . 16
Wellness & Beauty
Fastentagebuch . . . . . . . . 17
N KOPF DER WOCHE
Kate Middleton, künftige Prinzessin von England
A
dem Uniabschluss begann Kate im November
2006 einen Teilzeitjob als Einkäuferin bei der
Modekette Jigsaw. Auch in der elterlichen Firma arbeitete sie mit. Trotzdem warfen böse
Zungen ihr vor, sie sei arbeitsscheu und ihr Leben bestehe daraus, auf William zu warten, zu
shoppen und im Fitnessstudio zu trainieren. Im
Frühjahr 2007 trennten sich die beiden kurzzeitig, kamen aber bald wieder zusammen.
ls sie Prinz William ein „Ja“ auf
dessen Heiratsantrag gab, dürfte
Catherine Elizabeth Middleton sehr
genau gewusst haben, worauf sie sich einlässt. Seit mehr als sieben Jahren sind die
beiden vermutlich zusammen – offizielle
Angaben gibt es nicht. In dieser Zeit hat
Kate, wie sie bisher genannt wurde, von
Paparazzi-Verfolgungsjagden bis zu Lästerattacken der Boulevardpresse schon
einiges mitbekommen. Derzeit sieht es für
die 29-Jährige ganz gut aus: Öffentlichkeit
und Medien lieben sie. Ihr Privatleben hat
sie über Jahre so gut abgeschirmt, dass
die Royals sie für ihre Diskretion schätzen
dürften. Das Leben hat sie auf die Rolle
der Prinzessin gut vorbereitet.
Kate wurde am 9. Januar 1982 als ältestes Kind
des Piloten und Geschäftsmannes Michael und
der früheren Stewardess Carole geboren. Caroles Vorfahren waren unter anderem Kohle-Arbeiter und Straßenkehrer. Michael kommt aus
einer Mittelklassefamilie, sein Vater war Pilot,
auch Rechtsanwälte gibt es unter seinen Vorfahren. Historiker vermuten sogar Reste von
blauem Blut in Kates Adern. So soll sie über
Vorfahren aus dem 16. Jahrhundert sogar weitschweifig mit William verwandt sein.
Kate hat nach eigenen Angaben eine sehr enge
Beziehung zu ihren Eltern und ihren jüngeren
Geschwistern Philippa und James. Sie wuchs
in der englischen Grafschaft Berkshire auf. Als
sie zwei Jahre alt war, ging die Familie nach
Jordanien, wo Kates Vater zweieinhalb Jahre
arbeitete. Nach der Rückkehr gründeten Kates
Eltern 1987 einen Versandhandel für Party-
Über die „wahre“ Kate ist wenig bekannt. Über
die Jahre schaffte sie es trotz des riesigen Interesses der Öffentlichkeit, wenig Privates preiszugeben. Vor dem offiziellen TV-Interview nach
der Bekanntgabe der Verlobung hatten viele
noch nie ihre Stimme gehört. Sie soll reif, bodenständig und von Natur aus freundlich und
liebevoll sein. Bei den vier offiziellen Auftritten,
die sie bislang gemeinsam mit William absolvierte, wurden ihre Offenheit, Freundlichkeit
und Natürlichkeit gelobt. Wie William soll sie
die Natur lieben. Ihre schlanke Figur zeugt von
ihrer Begeisterung für Sport.
Foto: dpa
N INHALT
artikel. Der machte sie zu Millionären. Kate
ging auf teure Privatschulen. Nach ihrem Schulabschluss reiste sie ein Jahr lang um die Welt
und arbeitete unter anderem bei Hilfsprojekten
mit. Zum Studium der Kunstgeschichte zog sie
2001 nach Schottland an die renommierte St.
Andrews Universität.
Kate und William lernten sich an der Uni kennen. Zuerst waren sie befreundet, dann zogen
sie mit anderen in eine Wohngemeinschaft. Um
Weihnachten 2003 sollen sie dann zusammengekommen sein. Im März 2004 wurde Kate erstmals als Freundin des Prinzen gehandelt, als sie
mit diesem im Skiurlaub gesichtet wurde. Nach
N MELDUNGEN
N VERANSTALTUNG
22 Milliarden Euro Depressions-Schäden
Adipositas-Gespräch
D
epressionen verursachen nach Angaben von Forschern jährlich einen
volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 22 Milliarden Euro. Das geht
aus dem neuen Gesundheitsreport der Allianz Deutschland AG und des
Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Allein
neun Milliarden Euro kosten demnach Menschen, die mit Depressionen
weiterarbeiten anstatt sich behandeln zu lassen. Ein erkrankter Mitarbeiter
leiste am Arbeitsplatz pro Tag eine halbe bis zu zwei Stunden weniger als
ein gesunder Kollege, erklärte Christian Molt, Vorstandsmitglied der Allianz
in München. 5,2 Milliarden Euro betragen laut Report die direkten Krankheitskosten. Hinzu komme die Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit. Die Gesamtsumme für die Volkswirtschaft belaufe sich auf 15,5 bis 22 Milliarden Euro.
Florian Holsboer, Direktor des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie,
sprach sich für eine personalisierte Medizin aus: Jede Depression müsse als
eigene Krankheit mit einer eigenen Therapie behandelt werden.
dpa
Gewichtsprobleme – weniger zeugungsfähig
Ihr Geld, ihr Recht
Riester-Renten im Blick . . 18
Soziales
Sozialwahl steht an . . . . . 19
Sport
Patient: Der Wille und das
Laufen . . . . . . . . . . . . .20/21
Rätselseite und Gewinner
der letzten Ausgabe . . . 22
VA-Hinweise |
TV-Tipps . . . . . . . . . . . . . 23
Steckbrief |
Impressum . . . . . . . . . . 24
Kate wird sich vor allem eines in Zukunft ganz
genau überlegen müssen: Was sie anzieht. Von
der Strumpfhose bis zum Make-up wird ihr Stil
beäugt – und bislang meist gelobt. Neben dem
riesigen öffentlichen Interesse an jedem ihrer
Schritte und Worte wird sie wohl vorerst nicht
vom Vergleich mit Williams Mutter Diana und
deren Schicksal loskommen. Beobachter hoffen
jedoch, dass es zwischen den beiden Frauen
wenige Parallelen gibt. Während Diana blutjung
und unerfahren war, als sie Williams Vater Prinz
Charles heiratete und ans Licht der Öffentlichkeit trat, wisse Kate ganz genau, was auf sie zukommt.
Britta Gürke
Z
u dicke und zu dünne Männer sind einer Studie zufolge weniger zeugungsfähig als Normalgewichtige. „Der Body-Mass-Index (BMI) spielt
eine entscheidende Rolle für die Anzahl gesunder, normal gestalteter
Spermien pro Samenerguss“, sagte Prof. Uwe Paasch, Leiter der Andrologischen Abteilung an der Universitätsklinik Leipzig. Der BMI zeigt
Über- und Untergewicht an. Übergewicht und extremes Untergewicht verringerten die Zahl der funktionsfähigen Samenzellen. Paaschs Abteilung
bietet Sprechstunden für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch an. Zwischen 1999 und 2005 haben die Mediziner die Samenergüsse von mehr
als 2000 Männern mikroskopisch untersucht – und dabei den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Fruchtbarkeit festgestellt.
dpa
Hirn schrumpft schon vor Alzheimer-Ausbruch
V
erminderungen der Hirnsubstanz zeigen sich einer Studie zufolge
schon fast ein Jahrzehnt, bevor erste Symptome einer AlzheimerDemenz auftreten. Die Wissenschaftler untersuchten dazu Gehirne von
Menschen, die keine Anzeichen für Alzheimer hatten, und begleiteten sie
über Jahre. Ergebnis: Menschen mit weniger Hirnsubstanz in bestimmten
Regionen hatten ein dreifach höheres Erkrankungsrisiko als Teilnehmer,
deren Hirnstrukturen in diesen Bereichen überdurchschnittlich groß
waren. „Dies sind vorläufige Ergebnisse, die noch nicht außerhalb von
Studien angewendet werden können“, betonte Studienautor Bradford Dickerson von der Harvard Medical School.
dpa
Ist Adipositas eine beherrschbare
Krankheit? Dieser und anderer
Fragen will sich eine Podiumsdiskussion am 4. Mai, von 17 bis
19 Uhr im Festsaal des Neuen
Rathauses widmen.
Adipositas und damit assoziierte
Erkrankungen gehören zu den
größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. In
Leipzig wird seit etwa zehn Jahren auf diesem Gebiet intensiv
wissenschaftlich und medizinisch gearbeitet. Die vor einem
Jahr vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung bewilligte Förderung in Höhe von rund
24 Mio. Euro für ein Integriertes
Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositas und
Begleiterkrankungen zeigt die
Dimension der, trotz aller Forschung und Behandlung, immer
noch offenen Fragen. Adipositas
ist nach wie vor ein brisantes
Thema.
Neben den Fragen zur medizinischen Beherrschbarkeit der
Krankheit drängen sich zunehmend auch ökonomische und
ethische Fragen in den Vordergrund. Die mitunter auch polemisch in der politischen Öffentlichkeit geführten Diskussionen
um Eigenverantwortung und
Kosten für das Gesundheitssys-
tem zeigen den gesellschaftlichen
Gesprächsbedarf.
Diesen Bedarf aufzugreifen und
die sich ergebenden Fragen auf
eine wissenschaftlich fundierte
Basis zu stellen, ist ein Ziel dieser
Veranstaltung. Die Experten Prof.
Dr. Michael Stumvoll, Direktor
der Klinik für Endokrinologie und
Nephrologie am Universitätsklinikum Leipzig und Wissenschaftlicher Leiter des Integrierten
Forschungs- und Behandlungszentrum für AdipositasErkrankungen, Prof. Dr. Wieland Kiess,
Direktor der Klinik und Poliklinik
für Kinder- und Jugendmedizin
und stellvertretender Leiter des
Integrierten Forschungs- und
Behandlungszentrums für AdipositasErkrankungen, Prof. Dr.
Hans-Helmut König Gesundheitsökonom, Experte für Kosten
der Adipositas an der Universität
Hamburg, Dr. Jens Ried Experte
für Ethik/Medizinethik, Schwerpunkt Adipositas an der Universität Erlangen und Stefanie
Fützenreiter, Gründerin und
Leiterin der Selbsthilfegruppe
für Menschen mit Adipositas am
Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für AdipositasErkrankungenaus stellen sich
den aktuellen Fragen und der
Diskussion mit dem Publikum.
Carmen Brückner
KLINIKUM INTERN
3
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N BLUTBANK
N EDITORIAL
Ehre, wem Ehre gebührt
W
Fotos:Blutbank Leipzig, Norman Rembarz
für den Wiener
ie
schnell
Walzer hat er sich
ein
Jahr
dabei – no risk, no
vergeht,
fun – aus dem Blutmerken die Mitarbank-Organisatobeiter der Blutbank
renteam gewählt.
Leipzig unter anBedauerlicherweise
derem daran, dass
lag die Tanzschule
die jährliche Ausder
Glücklichen
zeichnung für unentund somit ihr letzgeltliche Blutspenter Walzer über
der wieder ins Haus
15 Jahre zurück,
steht.
Gemeinsam
wenngleich sie freimit dem Förderverlich noch wusste,
ein für das Blutspendass man als Dame
den in Westsachsen
diesen Tanz mit
e. V. entschied man
einem Rückwärtssich in diesem Jahr
schritt
beginnt.
für das historische
Interessanterweise
Ambiente des Ringtat Ramon seinen
Cafés Leipzig. Am
ersten Schritt eben
28. März war es
soweit.
Insgesamt Auf dem Balkon des Ring-Cafés: Walter Christian Steinbach mit den Blutspen- nicht nach vorn,
erschienen an die- de-Spitzenreitern Peter Menzel (125 Spenden), Andreas Walther (550) sowie sondern überzeugt
sem Abend mit den Prof. Gert Matthes und Volkmar Bienert (125 Spenden), v. l.
Foto: Blutbank nach hinten. Um es
abzukürzen: Weder
Jubiläumsspendern,
den vielen engagierten An- Blumen und ein Geschenk ablas, schien das Geheimnis der charmante Niederländer
sprechpartnern der Blut- in Empfang nahmen. Last um Kellner Ramon gelüf- noch die Verfasserin dieses
spendeaußentermine sowie but not least wurde Andreas tet. Die allerletzten Zweifel Beitrags haben sich an dieden Mitgliedern des Förder- Walther (59) mit nunmehr wurden jedenfalls beseitigt, sem Abend für die TV-Show
vereins über 170 Gäste. Bis 550 unentgeltlich geleisteten als er zum Partner einer auf „Let’s dance“ empfehlen
auf den letzten Platz war das Blut – und Blutplasmaspen- der Tanzfläche erschienenen können. Wer weiß, wofür
wohl berühmteste Tanz-Café den geehrt. Auch wenn dies Schwerttänzerin avancierte, das gut war.
der DDR gefüllt, mehr ging in der Tat niemanden mehr um ihren beflissenen Assisüberraschte, zollte man ihm tenten zu mimen. Wer von Auch kulinarisch ging der
nicht.
beeindruckend
selbstverständlich den ge- den Gästen an dieser Stelle Abend
nun glaubte, er könne sich zu Ende, als die Kellner
Eröffnet wurde der Abend bührenden Respekt.
bei dieser Zwei-Personen- des Ring-Cafés mit Sterndurch den ehemaligen Regierungspräsidenten
Wal- Beim Programm hingegen Darbietung entspannt zu- chenfeuer in der Hand das
ter Christian Steinbach als hatten die Organisatoren die rücklehnen, der irrte: Nur Dessert zur Melodie des
Schirmherr des Förderver- Überraschungseffekte auf ih- wenig später wählte der ZDF- „Traumschiffs“ hereineins. Der Leiter des Instituts, rer Seite. So schaffte es schon Künstler vier Gäste aus dem trugen. Wer diese Szene noch
Prof. Gert Matthes, sowie der zu Beginn der Veranstaltung Publikum, gab jedem eine aus dem Fernsehen kennt,
Vorsitzende des Förderver- der Künstler Ramon in sei- Kuhglocke in die Hand und hat sich gern erinnert.
eins, Dr. Volker Thierbach, ner Rolle als nervöser und dirigierte mit gewitztem Gewiesen in ihren Ansprachen tollpatschiger Kellner, dass sichtsausdruck ein kleines Mit der Lokalität, des Abauf die stetige Notwendigkeit die anwesenden Gäste die Musikstück. Sehr zur Freude laufs und des im Detail sehr
zur Blutspende hin, warben Professionalität des Hauses aller verschont Gebliebenen. überraschenden Rahmenprogramms lag man richtig.
um tatkräftige, auch finan- und das Geschick der Orgazielle, Unterstützung des nisatoren leise in Frage stell- Dass Ramon auch gut singen Dies bestätigten die vielen
Fördervereins und dankten ten. Als Veranstalter freute kann, bewies er mit einem Dankesworte der sich verden Blutspendern herzlich man sich sehr über den ers- selbst getexteten Lied zu abschiedenden Gäste. Ja, es
für ihren Einsatz. Immerhin ten gelungenen Schachzug Ehren der Blutspender, ge- war erneut ein toller Abend,
74 unentgeltliche Spender und beteiligte sich gern an sungen auf die Melodie von der in einem Jahr gern in dieder Blutbank aus Leipzig den Spekulationen über den Katie Meluas „Nine million ser Form wiederholt werden
und der Region wurden an freundlichen, aber talent- bicycles“. Ein bisschen ro- kann. Und bereits jetzt wird
Servicemitarbeiter. mantisch war es schon. Ach überlegt, ob und was sich
diesem Abend für ihr huma- freien
nitäres Engagement ausge- Erst als dieser schüchtern, ja, getanzt hat er natürlich dann noch alles optimieren
zeichnet, indem sie persön- aber mit smartem hollän- auch noch, in einem Tanz- lässt, wenn es wieder heißt
lich auf die Bühne gerufen dischem Akzent die Buffet- Café ist dies quasi obliga- „Ehre, wem Ehre gebührt“.
Anja Grießer
wurden und dort Urkunde, eröffnung von einem Zettel torisch. Seine Tanzpartnerin
Vor dem Feiern kam in jedem Fall die Plicht: Nur die Menschen, Dankte den Spendern: Prof. Dr. Gert Matthes, Direktor des
die am häufigsten Blut spendeten, wurden eingeladen.
Instituts für Transfusionsmedizin an der Uniklinik Leipzig.
S
ehr geehrte Leserinnen,
sehr geehrte Leser,
Eine gesunde Ernährung, die nur den täglichen
Bedarf deckt und nicht darüber hinaus geht, wird
durch das verlockende Überangebot in unseren Supermärkten zunehmend schwieriger. Nahrungsprodukte werden auch häufig mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert, um vermeintliche Vorteile zu
nutzen oder den Geschmack zu verbessern. In
vielen Regionen der Erde herrscht dagegen immer
noch bitterer Hunger und Unterernährung. Während
dort Mangelerscheinungen und das Fehlen selbst
einfacher Grundlagen wie sauberes Trinkwasser
das Leben bestimmen, schafft in unserer Gesellschaft die industrielle Lebensmittelerzeugung ganz
andere Probleme. So sind insbesondere Erkrankungen des Stoffwechsels und des krankhaften
Übergewichts in den letzten zehn Jahren weltweit
sprunghaft angestiegen.
Nicht ohne Grund beschäftigen sich daher das
Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen LIFE und das Integrierte Forschungs- und
Behandlungszentrum IFB AdipositasErkrankungen
auf vielfältige Art mit unserer Ernährung und den
daraus resultierenden Folgen. Was essen wir? Wieviel essen wir? Wann und wie essen wir? Wie ist die
Nahrung zusammengesetzt und wo kommt sie her?
Wie wird sie aufgenommen und verstoffwechselt?
Wie wirken sich einzelne Inhaltsstoffe auf unsere
Gesundheit und das Gehirn aus? Welche Ursachen
und Ursachenkombinationen haben Übergewicht,
Magersucht, Diabetes, Allergien, aber auch erhöhtes Cholesterin mit Herzinfarkt und Schlaganfall,
bei denen Ernährung eine unmittelbare oder mittelbare Rolle spielt? Diese und noch viel mehr Fragestellungen versuchen unsere Ärztinnen und Ärzte,
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in ihren
Forschungsprojekten zu beantworten. Antworten
und Lösungsansätze benötigen wir dringend, denn
die Kosten für unsere Gesellschaft zur Therapie der
zahlreichen ernährungsbedingten Krankheitsbilder
sind enorm. Und sie steigen stetig weiter an.
Es ist daher richtig und wichtig, dass sich jeder
Mensch hin und wieder bewusst macht, was er
isst, wie er isst und woher seine Nahrungsmittel
stammen. Denn jeder einzelne Mensch ist in
unserer Gesellschaft zunächst selbst verantwortlich für seine Ernährung. Damit man sich ausreichend orientieren und sich richtig entscheiden
kann, benötigt man aber Informationen. Und die
gibt es u. a. in dieser Ausgabe von „Gesundheit
und mehr …“. Denken Sie daran: Es steckt viel
Wahrheit in der nicht ganz neuen Weisheit „Man
ist, was man isst.“
Ihr
Prof. Dr. Joachim Thiery
Dekan
4
AKTUELL
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
„Gewohnheiten lassen sich nicht so einfach ändern“
S
oder Weizen. Das ist natürlich
nicht sehr einfach und braucht
genaue Kenntnisse über Lebensmittel, deren Zusammensetzung und Verarbeitung.
Dazu kommt eine große soziale
Einschränkung, nicht überall
einfach mitessen zu können.
Da ist es natürlich ein großer
Erfolg, wenn wir in bestimmten
Situationen, unter stationären
Bedingungen mit Hilfe einer
Placebo kontrollierten, doppelblinden
Nahrungsmittelprovokation feststellen können,
dass die Allergie nicht mehr
vorhanden ist. Alle Erfolge bekommen wir leider nicht mit.
Wer beraten wurde und gut zurechtkommt, meldet sich nicht
wieder bei uns.
ibylle Kapellen und Carmen Rohde arbeiten als
Ernährungstherapeuten
am Zentrum für Kinder- und
Jugendmedizin. Beide sind aktiv unterwegs im Auftrag für die
richtige, individuell angepasste
Ernährung des Einzelnen.
Frage: Frau Kapellen, Frau
Rohde: Wem stehen Sie zur
Verfügung?
Kapellen: Prinzipiell können
unsere Beratungen alle Patienten unserer Klinik und deren
Eltern in Anspruch nehmen,
deren Erkrankung im Zusammenhang mit der Ernährung
stehen. So beraten wir Kinder,
Jugendliche und deren Eltern.
Wir beraten Patienten, die in
unsere Ambulanzen kommen.
Rohde: Oft wird der Beratungstermin mit einem Sprechstundentermin gekoppelt. Andere
Patienten werden auf den
Stationen betreut. Wir stehen
aber auch für die Ärzte und das
Pflegepersonal zur Verfügung.
Auch sie haben Fragen zu bestimmten Patienten und deren
Erkrankungen.
Gibt es denn viele Erkrankungen, die mit der Ernährung im
Zusammenhang stehen?
Kapellen: Oh ja, wesentlich
mehr als man beim ersten
Nachdenken meint. Zu allererst
denken die meisten Menschen,
dass Ernährungstherapie ausschließlich von Patienten mit
Übergewicht und Adipositas
benötigt wird. Das betrifft aber
nur einen Teil unserer Patienten. Wir haben auch sehr viele
Kinder und Jugendliche, die
untergewichtig oder dystroph
sind bzw. an Gedeihstörungen
leiden. Das kommt immer wieder in Verbindung mit chronischen Erkrankungen vor. Auch
Kinder und Jugendliche können
an Diabetes erkranken. Hierbei
handelt es sich meistens nicht
um den Typ 2 Diabetes, der
bei den Erwachsenen häufig
vorkommt und meistens mit
Übergewicht vergesellschaftet
ist. Der Typ 1 Diabetes betrifft
auch schlanke Patienten, die
auf jeden Fall mit Insulin behandelt werden müssen. Alle
Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten, müssen berechnet
werden, um die passende Menge Insulin zur Mahlzeit spritzen
zu können.
Rohde: Kinder und Jugendliche
mit Mukoviszidose müssen der
Ernährung besonderes Augenmerk widmen, da sie einen
stark erhöhten Energieverbrauch haben. Dabei brauchen
sie unsere Unterstützung. Ein
besonders spannendes Feld
sind die angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Es gibt
viele verschiedene Erkrankungen, die alle einer speziellen
Beim Stichwort Ernährung
denkt man meistens auch ans
Kochen. Kochen Sie mit den
Patienten?
Beraten Eltern und Kinder zu gesunder Ernährung: Sibylle Kapellen (l.) und Carmen Rohde. Foto: ukl
und sehr differenzierten Ernährung bedürfen. Einige dieser Patienten sind auf eine milligramm-genaue Berechnung
einer speziellen Aminosäure
aus der Nahrung angewiesen.
Sie benötigen Speziallebensmittel, ohne die ihre Ernährung
nicht zu bewerkstelligen wäre.
In Sachsen gibt es nur zwei
Kliniken, die diese Patienten
betreuen.
Dann gibt es auch immer wieder neue Fragestellungen oder
Erkrankungen, bei denen wir
selber erst nochmal recherchieren müssen. Das macht das
Arbeiten erst richtig interessant, z.B. begegnen uns dabei
Kinder mit Trimethylaminurie
(Fischgeruchskrankheit) oder
Prader-Willi-Syndrom,
die
kein Sättigungsgefühl haben.
Auch kulturelle Gegebenheiten
müssen berücksichtigt werden,
wenn Patienten aus anderen
Ländern und mit ganz anderen
Ernährungsgewohnheiten zu
uns kommen. Neu für uns ist,
dass wir jetzt auch die Kinder
der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreuen. Junge Menschen, die, obwohl sie körperlich gesund sind, nicht oder
unzureichend essen, sind für
uns eine große Herausforderung.
Ist denn ein Beratungstermin
pro Patienten ausreichend?
Rohde: Das kommt ganz auf die
Erkrankung an. In den meisten
Fällen natürlich nicht. Kinder
mit Diabetes werden bei Manifestation ausführlich geschult.
Bei Fragen dürfen sich die Eltern jederzeit wieder vorstellen
oder anrufen. Die Patienten
werden dann auch weiterhin
in Abständen immer wieder
geschult, weil vieles vergessen
wird oder sich im Alltag falsch
einschleift. Da muss man einfach dranbleiben.
Die Patienten mit angeborenen
Stoffwechselkrankheiten werden ganz engmaschig betreut.
Auch hier findet bei Diagnosestellung, die in diesen Fällen
durch
das
NeugeborenenScreening erfolgt, eine ausführliche Schulung der Eltern
statt. Im ersten Lebensjahr
muss die Ernährung beständig
dem Wachstum des Kindes angepasst werden. Die Abstände
werden mit zunehmendem
Alter größer. Im Lauf der Jahre
schulen wir dann auch die Patienten selber.
Kapellen: Es wäre schön, wenn
jemand mit Adipositas nach
nur einer Beratung sein Essverhalten dauerhaft umstellen
würde. Inhaltlich kann man das
Wichtigste in einer Beratungssitzung an den Mann oder die
Frau bringen. Aber Gewohnheiten lassen sich leider nicht
so einfach ändern. So treffen
wir uns mehrmals mit diesen
Patienten. Zusätzlich sind wir
dabei, ein weiteres Schulungsprogramm hier an der Klinik zu
etablieren. Darin werden Achtbis 15-Jährige in Gruppen über
ein Jahr lang wöchentlich geschult und beraten.
Woher wissen Sie, wie die Ernährung bei den Patienten bisher ausgesehen hat?
Kapellen: Wir haben für verschiedene
Krankheitsbilder
Vordrucke als Esstagebücher
erstellt. Dort tragen die Patienten über mehrere Tage ein,
was sie gegessen haben. Bei
den meisten Erkrankungen
reichen Mengenangaben aus
dem Küchenalltag, aber bei
manchen Erkrankungen muss
alles grammgenau eingetragen
werden. Wichtig ist, dass uns
der Arzt seine Fragestellung
notiert. Sonst ist ein Esstagebuch wie ein Röhrchen Blut
ohne Laborkarte. Ein Esstagebuch ist aber nicht ein absolutes Muss. Manchmal ist eine
Ernährungsanamnese
völlig
ausreichend.
Haben Sie Erfolgserlebnisse?
Rohde: Ja, immer wieder.
Letzte Woche berichtete eine
Mutter, dass ihre Tochter wie
ausgewechselt sei, nachdem sie
nun keine regelmäßigen Bauchschmerzen mehr habe. In der
gastroenterologischen Sprechstunde wurde sie auf eine
Laktoseintoleranz getestet. Der
Test fiel positiv aus. So kamen
beide zu uns, um zu erfahren,
wie man den Milchzucker Laktose meiden kann, ohne Gefahr
zu laufen zu wenig Kalzium,
das überwiegend in Milch und
Milchprodukten enthalten ist,
zu sich zu nehmen.
Im Stoffwechselteam haben
wir eine Studie mit Patienten
durchgeführt, die mit Phenylketonurie leben müssen. Eins der
Ergebnisse zeigte uns, dass die
Patienten, die eine lebenslange
Diät, die auf Spezialprodukte
angewiesen ist und genau berechnet werden muss und die
Patienten, die diese Diät auf
Grund eines neuen Medikaments nicht mehr durchführen
müssen, gleich gut ist. Das finde ich einen großen Erfolg!
Kapellen: Immer wieder kommen auch Patienten in die
Sprechstunden, die auf Grund
von schweren Allergien verschiedene Lebensmittel meiden, z. B. Milch oder Hühnerei
Kapellen: Ja, auch wenn das
Kochen mehr am Rande unserer Tätigkeit steht. Für Kinder
mit Diabetes gibt es regelmäßig
Gruppenschulungen, die auch
gemeinsames Kochen mit einschließen. Für Kinder mit Phenylketonurie gibt es im Rahmen des Schulungsprogramms
eine Kocheinheit. Kindern, die
auf unseren Stationen liegen,
wollen wir demnächst einen
Kochvormittag zur gesunden
Ernährung anbieten. Mehr Zeit
zum Kochen gibt unser knappes
Zeitbudget leider nicht her. Für
einige Erkrankungen wäre es
sicher gut, das auszubauen, für
andere ist es bedeutungslos.
Ihr Team besteht nur aus Ihnen
beiden. Fühlen Sie sich als Einzelkämpfer?
Rohde: Nein, keinesfalls. Wir
sind in viele andere Teams
der Klinik eingebunden, z. B.
Stoffwechselteam,
Diabetesteam, Adipositasteam, Psychosoziales Team. So arbeiten wir
immer im Kontakt mit Ärzten
und Schwestern.
Was ist Ihnen persönlich wichtig für Ihre Arbeit?
Rohde: Am Anfang meines
Studiums stolperte ich über einen uralten Satz aus der Bibel:
Der Mensch lebt nicht nur von
Brot, sondern von jedem Wort,
das aus Gottes Mund kommt.
Er erinnert mich daran, nicht
nur die faszinierenden physiologischen Zusammenhänge zu
sehen, sondern den Menschen
ganzheitlich wahrzunehmen.
Kapellen: Ich möchte mich
immer wieder in die Situation
der Eltern hineinversetzen. Als
Mutter von zwei Kindern bin
ich selbst immer wieder Patientenmutter. Das hilft mir die
Eltern und die Familiensituation meiner Patienten besser zu
verstehen.
ukl
5
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
Verloren im Schlaraffenland: Der überforderte Verbraucher
E
zeugnisse. Ganz oben auf der
Verzehrliste stehen auch Fisch
und Olivenöl. Und ein Gläschen
Rotwein kann auch schon mal
zum Essen gehören. Welcher
Bestandteil dieser Ernährungsweise für die positiven Wirkungen auf die Entstehung von
Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen verantwortlich
ist, ist nicht bekannt. Es ist
aber davon auszugehen, dass
es nicht ein isolierter „SuperNährstoff“ ist, sondern dass es
die Mischung aus Vitaminen,
Ballaststoffen,
sekundären
Pflanzenstoffen und einfach ungesättigten Fettsäuren macht.
ssen bedeutet schon lange
nicht mehr nur Nahrungsaufnahme und Deckung
von Energie- und Nährstoffbedarf, Essen ist zur Philosophie
geworden. Die meisten Verbraucher haben ihre ganz eigene Vorstellung davon, was eine
gute Ernährung ausmacht.
Zum Tag der gesunden Ernährung fragte „Gesundheit und
mehr ...“ die Expertin Dr. Tatjana Schütz zu einer generellen
Ernährungsregeln, die für alle
gelten sollten – und bereits ihr
persönliches Motto geworden
sind: „Essen muss schmecken
und dem persönlichen Lebensstil entgegen kommen.“
Frage: Kann man wirklich alle
Menschen über einen Kamm
scheren und die einzig richtige
Ernährung finden?
Dr. Tatjana Schütz: Eine relativ
neue Richtung der Ernährungsforschung befasst sich mit der
sogenannten „personalisierten
Ernährung“. Dies bedeutet, dass
man versucht, auf Grundlage
der individuellen genetischen
Ausstattung maßgeschneiderte
Ernährungsempfehlungen zu
entwickeln, die das Risiko, eine
ernährungsmitbedingte Krankheit zu bekommen, verringern
sollen. Der Bedarf an Energie
und Nährstoffen ist ja immer
auch abhängig von Geschlecht,
Alter, der Körperzusammensetzung und letztendlich der
genetischen Ausstattung. Hinzu kommt die Lebenssituation.
Schwangerschaft oder Stillzeit
beispielsweise erhöhen den
Bedarf. Auch haben Menschen,
die Sport treiben, einen höheren Energiebedarf als „Stubenhocker“. Nicht zu vergessen
sind Krankheiten, die zu einem
erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf führen können.
Wie gesund ernähren sich die
Deutschen?
Das ist eine Frage, die sich
auch das Ministerium für Er-
Dr. Tatjana Schütz vom IFB AdipositasErkrankungen Leipzig.
nährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
(BMELV)
stellt. Es gibt deshalb alle vier
Jahre, zuletzt 2008, einen Ernährungsbericht bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Auftrag. Darin werden
unter anderem Daten aus der
Agrarstatistik
ausgewertet,
das Ernährungsverhalten und
der Lebensmittelverzehr untersucht. Die Änderungen im
Lebensmittelverbrauch können
sowohl zu positiven wie auch
negativen Veränderungen in
der Nährstoffzufuhr führen.
Positiv zu sehen ist der Anstieg
des Verbrauchs von Lebensmitteln wie Getreide, Obst und
Gemüse, die viele Nährstoffe
und gleichzeitig wenig Energie
liefern. Dennoch liegt die Zufuhr von Obst und Gemüse
unter der empfohlenen Menge
von 650 g pro Tag. Günstig ist
ebenfalls, dass die Deutschen
weniger Alkohol, Eier, rotes
Fleisch und tierische Fette verzehrten, also Lebensmittel, die
für die Entstehung von ernährungsmitbedingten Erkrankungen eine Rolle spielen. Zu den
negativen Veränderungen gehört der Anstieg im Konsum
von Zucker, der auch als „leerer Energieträger“ bezeichnet
wird, weil er außer Energie
in Form von Kohlenhydraten
keine Nährstoffe enthält. Ebenfalls kritisch zu sehen ist, dass
die Deutschen zunehmend
frittierte, also kalorien- und
fettreiche Kartoffelerzeugnisse
verzehrten. Es bleibt also trotz
positiver Trends noch viel an
Aufklärungsarbeit zu leisten!
Wo liegen Ihrer Meinung nach
die eigentlichen Probleme in
Sachen Ernährung in Deutschland?
Betrachten wir die Vielfalt an
Lebensmitteln, die wir zu jeder
Jahreszeit in Deutschland bekommen können, könnte man
meinen, wir leben im „Schla-
Was verstehen Sie persönlich
unter gesunder Ernährung?
Foto/Grafik: IFB Leipzig
Doch wie sieht eigentlich das
Ideal einer gesunden Ernährung aus? Die Datenlage ist
nicht einheitlich. Es gibt viele
Studien, die das Eine behaupten und mindestens genauso
viele, die das Gegenteil aufzeigen. Das stiftet eher Verwirrung
als Klarheit. „Das eigentliche
Problem in Sachen Ernährung
in Deutschland ist, dass der
Verbraucher überfordert ist
von der Lebensmittelvielfalt
und den unterschiedlichen
Botschaften in punkto Ernährung“, sagt Dr. Tatjana Schütz,
Ernährungswissenschaftlerin
am Integrierten Forschungsund
Behandlungszentrum
(IFB) AdipositasErkrankungen
Leipzig. Verloren steht der Verbraucher also da, im kulinarischen Schlaraffenland.
raffenland“. Milch und Honig
fließen zwar nicht in den Flüssen, ihr Nachschub in den Supermarktregalen fließt jedoch
kontinuierlich. Der Verbraucher steht nun oft überfordert
vor dieser Vielfalt und soll als
mündiger Käufer entscheiden,
welche Lebensmittel für seine
Gesundheit günstig sind. Zum
einen fehlt jedoch das Wissen
um eine vollwertige Ernährung,
zum anderen siegt manchmal
auch der Bauch über den Kopf
und man entscheidet sich doch
für die schmackhaftere aber
ungesündere Variante. Dieses Spannungsfeld zwischen
Wunsch und Wirklichkeit gilt
es immer wieder zu adressieren und Lösungsansätze anzubieten.
Früher hatte Essen mit Natur
zu tun, heute vor allem mit Industrie in Form von Fertigprodukten. Stimmt das?
Die Lebensmittelindustrie bietet das, was der Verbraucher
wünscht. Es liegt natürlich immer am Einzelnen, wie er seine
Ernährung gestaltet. Nicht jeder
hat Zeit, seine Lebensmittel direkt beim Bauern oder auf dem
Markt zu kaufen und sich dann
das Kartoffelpüree, die Gemüsesuppe oder die Pizza selbst
zuzubereiten. Meist greift man
aus Zeitgründen oder aus mangelnder Kochkenntnis dann
doch auf bereits vorgefertigte
Produkte, sogenannte Convenience-Produkte, zurück. Häufig
werden Convenience-Produkte
auch in der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt. Je nach
Verarbeitungsgrad unterscheidet man fünf Stufen von Stufe
1 „Küchenfertige Lebensmittel“
wie geputztes Gemüse bis Stufe
5 „Tischfertige Lebensmittel“
wie fertige Salate oder Obstkonserven. Es gibt jedoch auch
Verbraucher, die sich diesem
Trend hin zu Convenience
Produkten entziehen und sich
bewusst für naturbelassene
Lebensmittel entscheiden. Beispiel hierfür ist die Slow-FoodBewegung, die die Kultur des
Essens und Trinkens ins Zentrum der Ernährung stellt und
sich für die Bewahrung des
traditionellen
Lebensmittelhandwerks und der regionalen
Vielfalt einsetzt. „Ich würde
mir wünschen, dass jene Verbraucher, die sehr viel Geld
für Autos, Markenklamotten
oder Handys ausgeben, auch
bei Lebensmitteln mehr auf die
Qualität achten“, hat Ilse Aigner, Bundesministerin für Verbraucherschutz, gesagt. Was
ist uns unser Essen wert?Mit
dieser Frage beschäftigt sich
das Statistische Bundesamt,
das anhand eines repräsentativen Warenkorbes alle fünf
Jahre ermittelt, wie hoch die
Haushaltsausgaben für zwölf
verschiedene Lebensbereiche
sind. Im Vergleich zu 1995 sind
die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im Jahr 2005 von 13,1%
der Lebenshaltungskosten auf
10,4% gesunken und standen
an vierter Stelle nach Wohnung, Wasser, Gas, Brennstoffe
(30,8%), Verkehr (13,2%) und
Freizeit, Kultur, Unterhaltung
(11,6%). Ich würde mir wünschen, dass jeder Verbraucher
weiß, was qualitativ hochwertige Lebensmittel sind und dass
es ihm leichter gemacht wird,
sich für diese Lebensmittel zu
entscheiden.
Eine gesunde Ernährung muss
schmecken und dem persönlichen Lebensstil entgegen
kommen. Ich halte es mit Paracelsus: „All Ding‘ sind Gift und
nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis
macht, dass ein Ding kein Gift
ist.“ Auf Essen übertragen bedeutet dies, dass alle Lebensmittel erlaubt sind, es jedoch
auf eine günstige Auswahl und
eine angemessene Menge ankommt.
Frau Dr. Schütz, die Gretchenfrage: Wie sieht „die“ gesunde
Ernährung tatsächlich aus?
Natürlich ist die Datenlage nicht
umfassend und es gibt nicht
nur gut gemachte Studien, aber
es kristallisiert sich doch heraus, welche Lebensmittel eher
günstig und welche eher ungünstig für unsere Gesundheit
sind. Auf der sicheren Seite ist
man, wenn man die folgenden
zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
für eine vollwertige Ernährung
beherzigt.
1. Vielseitig essen.
2. Reichlich Getreideprodukte –
und Kartoffeln.
3. Gemüse und Obst – Nimm
„5“ am Tag …
4. Täglich Milch und Milchprodukte; ein- bis zweimal in der
Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen.
5. Wenig Fett und fettreiche
Lebensmittel.
6. Zucker und Salz in Maßen.
Welche Esskulturen könnten
uns als Vorbild dienen?
Ein Schlagwort ist hier die
„mediterrane Küche“, also
die Küche der Länder, die um
das Mittelmeer liegen. Wer
jetzt allein an Spaghetti mit
Tomatensoße denkt, liegt allerdings falsch. Im Vergleich
zu uns Nordeuropäern essen
die Südeuropäer deutlich mehr
Obst, Gemüse und Getreideer-
7. Reichlich Flüssigkeit.
8. Schmackhaft und schonend
zubereiten.
9. Sich Zeit nehmen und genießen.
10. Auf das Gewicht achten
und in Bewegung bleiben.
Interview: Carmen Brückner
6
KLINIKUM 2011
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N AM RANDE
Humor-Projekt
holt Förderung
H
umor macht gesund! Mit
diesem Konzept gewann ein
Team um Tabea Scheel von der
Universität Leipzig den Wettbewerb
„Was macht gesund?“ des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) und zählt damit
zu den insgesamt 15 Gewinnern.
Die Studierenden vom Institut für
Arbeits- und Organisationspsychologie von Professorin Dr. Gisela
Mohr erhalten somit 10 000 Euro
für die Umsetzung dieses Projektes im Wissenschaftsjahr 2011 –
Forschung für unsere Gesundheit.
„Humor ist ja nicht gleich Humor.
Es gibt positiven und negativen
Humor – und egal welcher, Humor
hat einen bedeutenden Einfluss
auf die Gesundheit“, erklärt die
Psychologin und Doktorandin Tabea Scheel den mit Mario Csonka,
Master-Student der Psychologie,
gefundenen Ansatz. In einem Projekt für 15- bis 17-jährige Jugendliche (9. und 10. Klassen) will sie
zunächst schriftliche Befragungen
zu Verständnis und der Erfahrung
von Humor unter den Schülerinnen
und Schülern durchführen. „Wir wollen dabei nicht zuletzt auch die Forschung selbst erlebbar machen“,
erklärt die Wissenschaftlerin. „Und
wir wollen zeigen, dass verschiedene Humorstile das Lernen beeinflussen, mit Fehlerorientierung zusammenhängen und Wohlbefinden
oder Stresserleben beeinträchtigen
oder fördern.“ All dies soll in den
Workshops gemeinsam erleb- und
erforschbar werden.
Wie wichtig Humor im Schulkontext, sowohl aus der Perspektive
der Schüler, aber auch aus der
Perspektive der Lehrer ist, zeigen
die Humorforschungen bereits
heute: Lernen wird durch positiven Humor verbessert, er fördert
Aufmerksamkeit und die Freude
am Lernen. Mit ihrem Forschungsansatz will Tabea Scheel weitergehenden Fragen nachgehen, und
unter anderem Mobbingtendenzen in den Klassen mit dem dominierenden Humorstilen auswerten
oder überhaupt Humorstil und
Wohlbefinden zueinander deuten.
Den Abschluss des Projekts bildet
eine Ergebnispräsentation, jeweils
einmal in den Klassen und einmal
für Lehrende und Eltern.
Das Projekt startet offiziell am 1. Juni
2011 und wird bis zum Dezember
2011 abgeschlossen werden. Die
Entscheidung zum Wettbewerbserfolg war getragen von einer sechsköpfigen Jury aus Kommunikationsprofis und Wissenschaftlern, die
die 15 besten Projektideen zur Vermittlung der Gesundheitsforschung
auswählte. Gesucht waren kreative
und originelle Ideen für öffentlichkeitswirksame Formate, die zeigen,
welche Forschungsaktivitäten rund
um die Gesundheit Studierende in
Deutschland beschäftigen.
unl
N BAKTERIEN
Unerwarteter „Angriff“ durch Hund, Katze und Co.
I
n mehr als einem Drittel
aller Haushalte in Deutschland werden Haustiere gehalten. Egal ob Hund, Katze,
Reptilien und Co. – Tierhalter
müssen sich vorsehen. Denn
aktuelle Studien beweisen:
Haustiere übertragen Krankheiten.
Die Liebe zum Tier zeichnet
uns Menschen aus, wir stehen
und leben in engem Kontakt
zu den Lebewesen. Doch oft
werden dabei hygienische
Grundregeln nicht beachtet.
Dabei spielen diese eine große
Rolle bei der Übertragung von
Infektionen durch Zoonoseerreger. Die meisten Betroffenen
und Tierhalter sind sich nicht
bewusst, dass von ihren geliebten Haustieren eine Ansteckungsgefahr ausgeht.
Prof. Dr. Volker Schuster, Leiter
der Poliklinik für Kinder und
Jugendliche des Universitätsklinikums Leipzig weiß: „Studien haben nachgewiesen, dass
ca. zehn Prozent aller humanen Salmonellen-Erkrankungen, die mit Durchfallsymptomen einhergehen, auf direkten
Kontakt mit Hunden, Katzen
aber vor allem auch mit Reptilien zurückzuführen sind.“ Besonders gefährdet sind ältere
Menschen, Kleinkinder sowie
Schwangere. Deren Immunsystem und Abwehrkräfte sind
gegen die Infektionen nicht
gerüstet.
Infektionserreger
können neben Bakterien auch
Salmonellen, Viren, Pilze oder
Würmer sein.
Oftmals handelt es sich jedoch
um eine Mischinfektion. Der
Infektionserreger kann auf
verschiedenen Wegen übertragen werden. Ob durch direkten
Kontakt als Schmierinfektion,
durch Tröpfcheninfektion über
den Atemwegstrakt (Inhalation) oder durch Kratz- und
Haustiere: niedlich, aber unerwartet gefährlich als Überträger von Krankheitserregern.
Bissverletzungen, er ist auf
jeden Fall ansteckend. Viele
Betroffenen müssen auf Grund
der Schwere des Krankheitsbildes sogar stationär behandelt werden.
Der enorme Anstieg exotischer Tiere in deutschen
Haushalten geht derzeit mit
einem nennenswerten Anstieg
von Salmonellen-Infektionen
einher. Deswegen sollten in
Haushalten mit Kindern unter
zwei Jahren keine Reptilien
gehalten werden. Generell gilt
als Vorbeugungsmaßnahme,
den direkten und indirekten
Kontakt von Kindern mit
Reptilien zu verhindern. Des
Weitern sollte der Tierhalter
seinen Vierbeiner regelmäßig
impfen lassen sowie eine Behandlung gegen Endo- und
Ektoparasiten durchführen.
Weitere Hygienemaßnahmen
im Tierbereich sind neben
der Reinigung und Desinfektion von Liegeplätzen, Käfigen und Terrarien auch das
regelmäßige Hände waschen
nach dem Kontakt mit dem
Tierfutter. Außerdem ist es
ratsam, dem Tier kein rohes
Fleisch zu füttern. „Wichtig ist
eine Sensibilisierung für das
Thema bei Ärzten sowie in
der Bevölkerung. Bei Mensch
mit gastrointestinalen Erkran-
Foto: ukl
kungen muss immer abgeklärt
werden, ob der Patient ein
Haustier besitzt oder nicht.
Der behandelnde Arzt sollte
sich immer die Frage stellen,
wo die Infektion herkommen
kann“, so Prof. Dr. Volker
Schuster. Auch vor dem Kauf
eines Haustieres sollte beachtet werden, ob ein Familienmitglied eine Allergie gegen
den neuen Mitbewohner hat,
denn Haustiere sind sehr oft
Auslöser einer Allergie.
Beachten Sie als Tierliebhaber
jedoch diese Regeln, werden
Sie weiterhin viel Spaß und
Freude mit Ihrem Vierbeiner
haben.
Franziska Henkel
N STUDIE
Kontrollprobanden gesucht
F
ür eine neurowissenschaftliche Studie an
unserer Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
suchen wir psychiatrisch und
neurologisch gesunde Kontrollpersonen (Nichtraucher)
beiderlei Geschlechts ab 75
Jahre, die keine psychoaktiven
Medikamente einnehmen.
der frühen Alzheimer-Krankheit“.
Es handelt sich hierbei um die
Studie mit dem Titel: „NorChloro-Fluoro
HomoEpiBatidin (NCFHEB) – ein potentieller
Positronen-Emission
Tomographie- (PET) Marker
Mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (abgekürzt
PET) erhoffen wir uns, die Erkrankung besser und früher
diagnostizieren zu können und
bezüglich der Herkunft der Be-
Bei dieser klinischen Prüfung
geht es um eine verbesserte
Diagnostik im Rahmen der Alzheimer-Demenzerkrankung,
bei deren Ursachenforschung
rasche Fortschritte gemacht
werden.
schwerden weitere Erkenntnisse zu erzielen. Aus diesem
Grund haben wir diese Studie
initiiert, bei der Sie als gesunder
Proband teilnehmen können.
Diese Untersuchung dauert
zirka vier Stunden und umfasst
eine bildgebende Darstellung
bestimmter Acetylcholin-Rezeptoren (= Bindungsstelle für
Botenstoff) im Gehirn mittels
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Analyse
von Blutparametern. Zusätzlich erfolgt die Bearbeitung einiger Testfragebögen.
Jeder Proband erhält nach Abschluss der Untersuchungen
eine Aufwandsentschädigung
von 150 €.
Interessierte senden bitte eine
e-Mail an: mandy.feulner@medizin.uni-leipzig.de
Gern stehen wir auch auf telefonischem Wege (0341/9718107 oder evtl. 0341/9718007, bzw. 24451) zur
Beantwortung von weiterführenden Fragen und Terminkoordination zur Verfügung.
ukl
KLINIKUM 2011
7
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N HNO
Bei altersbedingten Stimmstörungen kann gut geholfen werden
W
ie das Alter die Haut
zeichnet,
wirkt
es
ebenso auf die Stimmlippen – auch die Stimme wird
älter. „Ein bis zwei Patienten
sind es mindestens pro Woche, die wegen altersbedingter
Stimmprobleme zu unserer
Spezialsprechstunde für Stimmstörungen kommen“, sagt Prof.
Dr. Michael Fuchs, Leiter der
Sektion für Phoniatrie und
Audiologie an der Klinik und
Poliklinik für Hals-, Nasen-,
Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Leipzig. „Ein
Paradebeispiel ist die 70-jährige Frau, für die der Chor Lebensmittelpunkt ist, und deren
Stimme plötzlich nicht mehr
ins Klanggefüge passt. Oder
der 65-jährige Stadtführer, der
stimmlich nicht mehr in die
letzte Reihe seiner Gäste durchdringt. Beiden kann ich sagen:
Keine Bange, es kann oft gut geholfen werden.“
Wie der Leipziger HNO-Arzt mit
Blick auf den Welt-Stimmtag am
16. April erläutert, muss jedoch
zuerst geklärt werden, ob die
stimmlichen
Veränderungen
krankheitsbedingt oder altersbedingt sind: „Jede Heiserkeit,
die länger als drei Wochen besteht, kann auf eine ernsthafte
Erkrankung hindeuten, beispielsweise eine Lähmung der
Stimmlippen oder einen Tumor.
Für eine Stimmalterung typisch
ist eine langsam zunehmende
Heiserkeit. Diese so genannte
Presbyphonie tritt meist nach
dem Ende der Berufstätigkeit
auf, also etwa im Alter von 65
bis 70 Jahren.“
Ein logopädisches oder gesangspädagogisches Training
kann nicht unbedingt Wunder,
aber doch eine ganze Menge
bewirken. Da viele Logopäden
zwar auf die Sprechstimme,
aber nicht auf die Gesangsstimme ausgebildet sind, empfiehlt Prof. Fuchs älteren Hobbysängern, sich bei Problemen
bei den Musikhochschulen zu
informieren. Hier werden oft
kostenlose oder preisgünstige Kurse zum Singen im Alter
angeboten. „Ziel ist es dabei,
ohne eine mechanische Mehrbeanspruchung des Kehlkopfes
eine lautere oder tragfähigere
Stimme zu erreichen. Die Ansatzräume des Stimmapparates
sind dafür ganz wichtig“, so der
HNO-Arzt, der auch den Leipziger Thomanerchor betreut.
Ursache der Presbyphonie ist
– wie bei der Gesichtshaut –
eine nachlassende Elastizität:
Die
Stimmlippen
schließen
nicht vollständig oder nicht
lange genug. Auch gehen Feinmotorik und Feinsteuerung mit
dem Lebensalter zurück. „Das
Gefühl für die Stimme kann verloren gehen“, so Prof. Fuchs.
Dazu kommen mit dem Alter
Schwerhörigkeit,
Kurzatmigkeit, so dass es an Stütze für
die Stimme mangeln kann, oder
trockene Schleimhäute. Es gibt
rund 200 Medikamente, die die
Schleimhäute angreifen können.
Eine veränderte Stimme ist dann
nicht überraschend.
Vorbeugen können alle, die Wert
auf ihre Stimme legen, indem sie
sie regelmäßig trainieren. „Gerade alleinstehende Menschen haben leider oft wenig Gelegenheit
zum Reden, vom Singen ganz
zu schweigen“, so Prof. Fuchs.
„Auf Dauer kann die Stimme geradezu verkümmern.“ Deshalb
übt das Trällern eines Liedchens
ungemein, da sollte man nicht
spotten.
Prof. Dr. Michael Fuchs kann in vielen Fällen helfen. Ein zusätzliches logopädisches oder gesangspädagogisches Training kann eine Menge bewirken.
Foto: ukl
Die konservative Therapie für
altersbedingte Stimmstörungen
besteht also aus Stimmübungen und aus dem Erlernen von
Kompensationsstrategien. Medikamentös gebe es wenig Möglichkeiten, aber Prof. Fuchs hat
einen Geheimtipp: Den Besuch
einer Saline. „Beispielsweise
die Saline in Bad Dürrenberg ist
für die Stimme ein Genuss. Der
Besuch ist kostenlos, und im
Frühling ist der Park wunderschön.“ Eine Dampf-Inhalation
oder auch einen Saunabesuch
sieht der Leipziger HNO-Arzt
dagegen eher skeptisch: Die
Inhalation bringt zwar etwas
bei Schnupfen, weil sie die
Schleimhäute
abschwellen
lässt, aber nichts für den Kehlkopf. Die Sauna sei zwar gut für
die Fitness des Körpers, wirke
aber nicht unbedingt positiv auf
die Stimmorgane. „Besonders
die Sauna-Aufgüsse sind eher
gefährlich für die Stimme, weil
sie im Kehlkopf regelrechte Verbrühungen bewirken können“,
so Prof. Fuchs. Dagegen sind
Kaltinhalationen mit einem
speziellen Inhalationsgerät sehr
wirksam.
Wenn die Übungsbehandlung
und Pflege des Stimmapparates
nicht ausreichen, könne chirurgisch mit zwei Eingriffsarten geholfen werden: Einerseits mit einem „Lifting der Stimmbänder“,
bei dem körpereigenes oder auch
Fremdmaterial in die Stimmlippen gespritzt werde, so dass
sie sich wieder elastisch schließen können. Alternativ komme
die Kehlkopfgerüstchirurgie in
Betracht. Hierbei werde zum
Beispiel bei einer Thyroplastik
der Stimmlippenschluss verbessert, indem die Stimmlippe von
außen in die Mittellinie verlagert
wird. Beide Operationen werden
von der Krankenkasse bezahlt,
wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.
„Die menschliche Stimme ist einzigartig“, sagt Prof. Fuchs. „Wir
können damit alles ausdrücken
– was uns freut und ärgert, was
uns aufregt und bewegt. Deshalb sollten wir unsere Stimme
gut pflegen. Sie ist ja das einzige
Instrument, das wir immer bei
uns tragen, ohne es ins Futteral stecken und wegpacken zu
können. Und eine neue Stimme
können wir uns nicht kaufen.“
Uwe Niemann
N HAUSHALTSVERGIFTUNGEN
Bunte, duftende Lampenöle sind verlockend für Kinder
J
edes Jahr müssen laut
Bundesinstitut für Risikobewertung etwas 200 000
Menschen wegen Vergiftungen
im Krankenhaus behandelt
werden. „In der Mehrzahl der
Fälle handelt es sich um Vergiftungen mit Haushaltchemikalien, die Kinder zwischen
zwei und sechs Jahren betreffen“, so Dr. Ralf Regenthal,
Oberarzt der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Institut für Pharmakologie und
Toxikologie der Universität
Leipzig. „An zweiter Stelle stehen Arzneimittel, darauf folgen
Vergiftungen durch Pflanzen.“
Vor allem Lampenöle, die meist
schön bunt und gut riechend
sind, stellen eine große Gefahr
für Kleinkinder dar, so Dr. Regenthal. Denn sie werden oft
als Limonade angesehen. Gefährlich sind Lampenöle, ebenso wie Petroleum oder flüssige
Grillkohlenanzünder,
wegen
ihrer physikalisch-chemischen
Eigenschaften: Sie können
leicht in die Lunge gelangen
und dort schwere Entzündungen verursachen. Bei Kindern
genügen
bereits
geringste
Mengen, um schwerwiegende
Lungenkomplikationen
auszulösen.
Im Vergiftungsfall sollte auf
keinen Fall ein Erbrechen ausgelöst werden, da Erbrochenes
und damit auch das Lampenöl
in die Lunge eindringen kann.
Zudem sollte man schnellstens
ein Giftinformationszentrum
anrufen (Giftinformationszentrum
Erfurt Telefon 0361730 730). Selbst bei geringsten
Symptomen sollte das Kind
einem Arzt oder einer Klinik
vorgestellt werden.
Bei Vergiftungen rät Dr. Regenthal generell: „Den Mund
sofort mit einem sauberen
feuchten Tuch reinigen und
dem Kind eine Tasse Wasser
zum Trinken zu geben. Es
kann auch Tee sein, aber keine
Milch und auch kein Kohlensäure haltiges Mineralwasser.
Denn durch die Kohlensäure
des Mineralwassers könnte die
Chemikalie aufschäumen und
versehentlich in die Atemwege
gelangen.
Nur eine Tasse Wasser deshalb, weil nur eine gewisse
Verdünnung des aufgenommenen Materials erreicht werden
soll, um die lokale Reiz- oder
Ätzwirkung in Grenzen zu halten. Wird eine zu große Menge
getrunken, ist das Risiko für
Erbrechen bzw. Überdehnung
des
geschädigten
Magens
erhöht. Außerdem kann die
reizende oder ätzende Flüssigkeit in tiefere Abschnitte des
Verdauungstraktes geschoben
werden, was weitere Schäden
anrichten könnte.“
Uwe Niemann
Gefährliche
Chemikalien
im Haushalt:
Abflussreiniger, Alkohole, Backofenreiniger,
Bleichlaugen,
Bremsflüssigkeit,
Brennspiritus, Duftöle, Entkalker, Fleckenentferner, Fliesenreiniger,
Frostschutzmittel,
Geschirrspülmaschinenreiniger, Grillkohlenanzünder (flüssig), Holzschutzmittel, Holzbeizmittel,
Imprägniermittel, Lampenöle,
Möbelpflegemittel, Nitroverdünner, Petroleum, Rostfleckenentferner, Schwimmbad-Desinfektionsmittel, Terpentinersatz,
WC-Reiniger.
un
8
KLINIKUM 2011
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N WISSENSTRANSFER
Drei Leipziger Mediziner helfen auf Madagaskar
An der Kreidetafel: Dr. Elson Randrianantenaina bei der Festlegung der Im Operationssaal des ehemaligen Missionskrankenhauses: Das deutsch-madagassische
OP-Reihenfolge.
Foto: J. Emmrich Team bei der Arbeit.
Foto: J. Emmrich
A
nfang März dieses Jahres
haben sich drei deutsche
Ärzte eines Projektes angenommen, das kranken Kindern in einer der ärmsten und
abgeschiedensten Regionen der
Welt zugute kommen soll.
Dr. Robin Wachowiak, Facharzt
für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, Dr.
Wilma Beyen, Fachärztin für
Anästhesiologie und Intensivmedizin und der Leipziger Arzt
Julius Emmrich leisteten diesen
Hilfseinsatz zur Unterstützung
eines kleinen 80-Betten-Krankenhauses in Ejeda auf der
Insel Madagaskar.
Das Team aus Deutschland
führte im Krankenhaus der
10 000 Einwohner zählenden
Wüstenstadt in einem Zeitraum
von acht Tagen etwa 50 Operationen durch, die dort sonst
aufgrund mangelnder fachlicher Kenntnisse oder spezieller
Instrumente nicht durchführbar gewesen wären. Schon am
ersten Tag des Einsatzes erwartete die Ärzte eine Schlange
von etwa 100 Menschen, meist
Kinder mit ihren Eltern, die bis
auf den Vorplatz des Krankenhauses hinausreichte. Viele von
ihnen kamen aus weit entfernten Dörfern, manche hatten
tagelange Reisen auf dem Ochsenkarren hinter sich.
Der kinderchirurgische Notstand in dieser Region motivierte Julius Emmrich, Kollegen zu
begeistern und den Hilfseinsatz
in die Wege zu leiten, nachdem
er vor drei Jahren den madagassischen Arzt Dr. Elson Randrianantenaina, kennen gelernt
hatte.
Dr. Randrianantenaina leitet
das einstmaligen Missionskrankenhauses in Ejeda seit
etwa zehn Jahren. Er ist der
einzige studierte Arzt im Krankenhaus und der einzige Chirurg für mehr als eine Million
Menschen, die im Umfeld des
Krankenhauses leben. Bei seiner Arbeit wird er von etwa 40
Pflegekräften und OP-Personal
unterstützt. Die technische Ausrüstung des Krankenhauses ist
Ein Anästhesiepfleger bei der Reinigung zweier Geräte – beide sind
Spenden des Universitätsklinikums.
Fotos: J. Emmrich
rudimentär. Es gibt ein Ultraschallgerät und ein einfaches
Labor, das Röntgengerät ist
defekt. Regelmäßige Stromausfälle im OP sind die Regel. Sauerstoff ist vorhanden, aber kein
maschinelles Beatmungsgerät,
sodass Patienten während der
Operation per Hand beatmet
werden müssen. Zudem wurde
der Brunnen des Krankenhauses durch einen Sturm vor zwei
Monaten schwer beschädigt,
seitdem fehlt es auch an fließendem Wasser.
Trotz aller Einfachheit ist das
Krankenhaus im Busch eine gut
organisierte und für die dortigen Verhältnisse hervorragend
funktionierende
Einrichtung
und bei den Einwohnern sehr
populär. Verlegungen gibt es
aufgrund der großen Entfernungen und mangelnder Transportmöglichkeiten kaum, denn
das nächste Krankenhaus ist
mehrere Tagesreisen entfernt.
dizinmännern. Leider begeben
sich Patienten oft erst dann ins
Krankenhaus, wenn sich trotz
monatelanger
aufwendiger
und kostspieliger traditioneller
Heilungsversuche keine Besserung ihres Zustandes einstellt. Erkennbar sind solche
traditionellen Behandlungen oft
anhand spezieller Amulette, die
zum Teil umgehängt oder ins
Haar geflochten werden. Auch
Hauteinritzungen sind ein häufiges Zeichen.
So sind viele der im Krankenhaus behandelten Fälle in weit
fortgeschrittenem Stadium: Tumorleiden, urologische Erkrankungen, Infektionskrankheiten,
Mangelernährung, schwierige
Entbindungen sowie Traumata
und Verbrennungen.
Ermöglicht wurde das Projekt
durch finanzielle und materielle
Unterstützung privater Spender
sowie niedergelassener Kollegen, Firmen, einer Leipziger
Apotheke und des Leipziger
Diakonissenkrankenhauses.
Auch das Universitätsklinikum
Leipzig trug mit einer Spende
zweier gebrauchter Perfusoren
sowie eines Patientenmonitors
zum Erfolg dieses Projektes bei.
Dank dieser Hilfe war es möglich, die Operationen kostenfrei
und nach deutschem Standard
durchzuführen. Die Ärzte nahmen sich für den Hilfseinsatz
Urlaub und trugen die Kosten
für Reise und Unterbringung
selbst.
Aufgrund des guten Verlaufs
des Projektes und des großen
Bedarfs
an
medizinischer
Behandlung sowie zur Fortbildung des dortigen Personals planen die Ärzte schon
im nächsten Jahr eine Neuauflage des Projektes, dann
voraussichtlich ergänzt durch
deutsche Spezialisten weiterer
Fachrichtungen.
ukl
Die traditionelle medizinische
Versorgung in der Region obliegt zum großen Teil den Me-
Die Bevölkerung der Gegend
lebt von kärglichem Landbau,
wie ihn Klima und Boden erlauben, doch ganzjährige Trockenheit und Hungersnöte sind
die Regel. Die Kindersterblichkeit in Madagaskar ist 15 mal
höher als in Deutschland.
Vorbereitung der Narkose für
einen kleinen Patienten.
Dr. Randrianantenaina (r.) mit seinen drei deutschen Ärzten auf
dem Rücksitz auf dem Weg ins Krankenhaus. Foto: Jens Wagner
KLINIKUM 2011
9
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N VORSORGE
Bauchschlagader im Blick – zweiter Screeningtag am 7. Mai
D
ie Bauchschlagader steht im
Mittelpunkt des zweiten BAAScreeningtages der Deutschen
Gesellschaft für Gefäßmedizin und
Gefäßchirurgie am 7. Mai. Auch am
Universitätsklinikum Leipzig können
sich Interessierte an diesem Tag untersuchen und beraten lassen. Mit
dem Screening, zu dem eine Ultraschall-Untersuchung des Bauches und
ein ausführliches Gespräch mit einem
Arzt gehören, soll eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader rechtzeitig erkannt werden. Bleibt die Veränderung unentdeckt, kann das Gefäß
platzen und der Mensch droht innerlich zu verbluten.
Eine krankhafte Erweiterung der
Bauchschlagader, die medizinisch
als Bauchaortenaneurysma (BAA)
bezeichnet wird, tritt besonders oft in
einer bestimmten Risikogruppe auf:
bei Männern in einem Alter von über
60 Jahren. Rauchen, erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht, aber auch
eine familiäre Vorbelastung können
dazu führen, dass sich das Gefäß
stark erweitert. „Bei einem gesunden
Menschen hat die Bauchschlagader
einen Durchmesser von etwa zwei
Zentimetern. Ab einem Durchmesser
von fünf Zentimetern steigt die Gefahr
des Einreißens erheblich an“, sagt Dr.
Peter Thomas Fellmer, Facharzt für
Chirurgie, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Uniklinikum. Zwei bis fünf Prozent der Männer über 60 Jahre litten
an einer Erweiterung, die überwacht
werden sollte, bei einem von einhundert Patienten sei eine umgehende Behandlung notwendig, so der Arzt.
Das Tückische am Bauchaortenaneurysma: Es verursacht keine Schmerzen. Sehr oft wird es nur zufällig
erkannt, wenn ein Patient wegen anderer Beschwerden untersucht wird.
Mit dem Screening, das am 7. Mai in
der Klinik für Visceral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie
am UKL veranstaltet wird, wollen die
Ärzte deshalb vor allem jene anspre-
Eine Ultraschall-Untersuchung der Bauchschlagader gehört ne- Zum ersten Screeningtag im vergangenen Jahr hatten sich 250
ben einem ausführlichen Gespräch zum BAA-Screening.
Patienten untersuchen und beraten lassen.
Fotos: ukl
chen, die zur genannten Risikogruppe
gehören und ihnen so die Möglichkeit
zur Vorsorge-Untersuchung bieten.
ermöglicht es, eine Erkrankung mit
großer Sicherheit zu erkennen – oder
auszuschließen.
Wird die Erweiterung der Bauchschlagader rechtzeitig erkannt, lässt
sie sich gut behandeln. „Mit zwei
kleinen Schnitten in der Leistengegend wird ein Röhrchen aus sehr
stabilem Material in das Blutgefäß
gebracht und bildet dort sozusagen
eine Aorta in der Aorta“, erklärt der
Mediziner. Typischerweise tritt die
Aufweitung des Gefäßes im Bereich
unterhalb des Bauchnabels auf, dort,
wo sich die Bauchschlagader in die
beiden Beinschlagadern aufzweigt.
Dieser Bereich lässt sich mit dem Ultraschall sehr gut untersuchen und
Im vergangenen Jahr war der erste
BAA-Screeningtag in der Uniklinik
auf eine so große Resonanz gestoßen,
dass die Veranstaltung auf zwei Tage
ausgeweitet worden war. 250 Patienten hatten sich 2010 untersuchen
lassen. Von ihnen wies jedoch keiner
eine derartig starke Erweiterung der
Bauchschlagader auf, dass sie behandelt werden musste. „Drei bis vier
Patienten haben wir allerdings empfohlen, sich regelmäßig untersuchen
zu lassen, weil bei ihnen eine gewisse
Aufweitung festgestellt wurde“, sagt
Fellmer.
Ines Christ
Untersuchung und Beratung
Zum BAA-Screeningtag am 7. Mai können sich Interessierte am UKL untersuchen und beraten lassen.
Vier Ärzte stehen von 10 bis 14 Uhr im Operativen
Zentrum, Erdgeschoss, Raum A 0126 / A 0127
zur Verfügung, um mit Patienten ein individuelles
Gespräch zu führen und eine Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader vorzunehmen. Dies
ist vollkommen schmerzfrei. Bei einem auffälligen
Befund geben die Mediziner Hinweise zum weiteren Vorgehen. Unter der Telefonnummer 0341/
971 75 80 bzw. per Mail an Gefaesschirurgie@
uniklinik-leipzig.de kann vorab ein Termin für den
Screeningtag vereinbart werden. Kurzentschlossene können aber auch spontan in der Klinik vorbeikommen.
ic
N KONZERT
Jazz-Trio erfüllt Klinik mit Musik
A
m 6. April wurde zur
besten Kaffeezeit eine
freiwillige
Musiktherapie für alle Patienten und
ihre Besucher angeboten. Ein
weiteres Krankenhauskonzert
stand auf dem Therapieplan.
Doch nicht Therapeuten im
eigentlichen Sinne standen
vor den Zuschauern und Zuhörern im Restaurant Central,
dem Café Central und an den
Glasbrüstungen um den Gaststätteninnenraum,
sondern
drei Jazzmusiker.
Sebastian Wehle am Saxophon
aus Bad Tölz, Phillipp Scholz
am Schlagzeug aus Dresden und
der Leipziger Phillip Rohmer am
Bass sind Stipendiaten des Projektes Live Musik Now Leipzig
e.V. Der Verein, der auf Initiative des weltberühmten Geigers
Yehudi Menuhin schon 1977 in
London gegründet wurde, vermittelt die Überzeugung, dass
Musik auch Therapie ist, und
fördert dabei junge, besonders
qualifizierte Künstler, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Die
ehrenamtlichen Mitglieder des
Vereins organisieren eintrittsfreie Konzerte in Krankenhäusern, Altenheimen, Gefängnissen
sowie anderen sozialen Einrichtungen. Entsprechend der Anzahl ihrer Auftritte erhalten die
Musiker das aus Spendengeldern
finanzierte Stipendium.
Und das Geld war gut angelegt.
Mit Freude nahmen Patienten,
Besucher und der ein oder
andere Mitarbeiter die Musik
in sich auf. Verschiedene Interpretationen bekannter und
weniger bekannter Stücke erklangen. Die drei Musiker, die
allesamt nicht nur eine exzellente Ausbildung genossen
hatten, sondern schon in der
Jazzszene weltweit mit berühmten Musikern unterwegs
waren, hatten sichtlich Spaß
beim Bespielen ihrer Instrumente. Eine Stunde, die so
kurzweilig und unterhaltsam
erschien, dass das Publikum
nach einem Klassiker von Sting
eine Zugabe einforderte.
Es war das zweite Konzert, das
von dem Leipziger Projekt Live
Musik Now in diesem Jahr organisiert wurde. Vier weitere
werden folgen, die dann auch
Dank der Stadtwerke Leipzig
am Universitätsklinikum Leipzig stattfinden können. Annemarie Bauer-Kiess und Christine von Berg vom Vorstand
von Live Music Now Leipzig
e.V. zeigten sich auch glücklich, dass das Konzert der drei
Jazzmusiker gut angenommen
wurde. „Es ist ja auch einfach
nur tolle Musik, die den Zuhörern sichtbar Freude bereitete“, schwärmte Christine
von Berg nach dem Auftritt. Wehle, Scholz und Rohmer jazzten
Foto: ukl
Michael Lindner im Restaurant Central.
10
UNIVERSITÄTS-LEBEN
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N TRANSLATIONSZENTRUM
Millionen-Investition für Bio-Forschung
E
in Zentrum, ein Standort.
So das gemeinsame Ziel
der Universität Leipzig, zu
der das Translationszentrum
für Regenerative Medizin (TRM)
gehört und des Staatsbetriebes
Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB). In der
ehemaligen Universitäts-Frauenklinik wird der zentrale Flügel
B zur Zeit zu einem modernen,
leistungsstarken Forschungsstandort für die regenerative
Medizin umgebaut. Auf knapp
4200 Quadratmetern Fläche
entsteht die Infrastruktur, um
jungen
Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern innovative biomedizinische Forschung
zu ermöglichen.
Ende 2012 soll das TRM Leipzig
in dem historischen Gebäude an
der
Philipp-Rosenthal-Straße
seinen zentralen Standort beziehen. „Die Konzentration unserer Arbeitsgruppen an einem
Ort wird Leipzigs Position in der
biomedizinischen
Forschung
weiter stärken“, blickt Prof. Dr.
Frank Emmrich, Direktor des
TRM Leipzig, anlässlich eines
Baustellenrundganges in die
Zukunft. „Die interdisziplinäre
Spitzenforschung des Zentrums
wird hier zukünftig Mediziner,
Biologen, Chemiker, Physiker,
Informatiker und auch Rechtswissenschaftler zusammenbringen, die mit ihren gemeinsamen
Ideen die regenerative Medizin
am Standort Leipzig spürbar
voranbringen und damit auch
die Nachbarn in der BioCity und
auf dem geplanten Bio Campus
befruchten werden.“
Bereits jetzt hat das TRM Leipzig seinen Hauptsitz in der ehemaligen Universitäts-Frauenklinik. Seit April 2008 werden
im Flügel C rund 500 Quadratmeter Fläche für die regenerative Medizin genutzt. Doch dieser Raum reicht nicht für alle
Arbeitsgruppen des Zentrums.
Weitere Standorte von TRMForschenden sind im Moment
u.a. das Universitätsklinikum,
das Paul-Flechsig-Institut und
das Rudolf-Boehm-Institut in
Leipzig sowie in Halle (Saale)
das Universitätsklinikum, die
BG-Kliniken Bergmannstrost
und die Martin-Luther-Universität.
Rundgang auf der Baustelle des Translationszentrums: Petra Förster, Titus Werner, Prof. Frank Emmrich, Prof. Ulrich Sack und Architekt Steffen Kühn schauen sich auf der Baustelle um.
Foto: ake
Im Flügel B der ehemaligen
Universitätsfrauenklinik werden insgesamt fünf Etagen und
ein Kellergeschoss für das TRM
Leipzig ausgebaut. Auf den
4.000 Quadratmetern neuer Labor- und Nutzfläche entstehen
Arbeitsräume für die derzeit
rund 131 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Zentrums.
„Mit diesem Umbau entsteht
eine Hochtechnologieplattform
für das noch relativ junge Forschungsgebiet der Translationsmedizin“, sagt Titus Werner, De-
zernent für Planung und Technik
der Universität Leipzig. „Wir
freuen uns, dass die Universität Leipzig für dieses Vorhaben
erfolgreich Mittel der Europäischen Union aus dem EFREFond einwerben konnte und
somit beste Voraussetzungen für
die Forschung entstehen.“
Besondere Bedeutung für die Arbeit am neuen Standort werden
die nach besonders strengen
Richtlinien zertifizierten Labore
und Prüfeinrichtungen haben,
die dann den anerkannten GLP-
Standard (Gute Laborpraxis)
erfüllen werden. Dies ist eine
Voraussetzung für die Übertragung von Forschungsideen
in neuartige Medikamente oder
Therapien – das übergeordnete
Ziel aller Arbeitsgruppen des
TRM Leipzig. Das neue Quartier
bietet darüber hinaus auch Seminarräume für die in den vergangenen Jahren erfolgreich
entwickelten Weiterbildungen
des Zentrums und einen familienfreundlichen Spielbereich,
in dem Mitarbeitende zeitweise
ihre Kinder versorgen können.
Das TRM Leipzig wurde im
Oktober 2006 mit dem Ziel
gegründet, neuartige Diagnostik- und Therapieformen der
regenerativen Medizin zu entwickeln, zu evaluieren und in
die klinische Anwendung zu
überführen. Die Arbeit des
Zentrums wird durch das Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) und
den Freistaat Sachsen gefördert. Nach einer international
ausgerichteten
Evaluierung
im Jahr 2010 beginnt im April
2011 die zweite Förderphase
des Zentrums. Die Forschung
in der regenerativen Medizin,
einem relativ jungen Zweig der
Biomedizin, ist darauf fokussiert, Selbstheilungsprozesse
des menschlichen Körpers
zu erkennen und darauf aufbauend neue Diagnose- und
Behandlungsverfahren zu entwickeln.
Diana Smikalla
N WAHLFACH
Die Ursprünge verstehen – durch „Evolutionäre Medizin“
D
ie Lehre an der Medizinischen Fakultät Leipzig
ist ab dem Sommersemester 2011 um ein Kursangebot reicher, das noch dazu
in Deutschland bislang einzigartig ist: „Human Evolution and
Anthropology“. Zu den Dozenten aus den Bereichen Medizin,
Biologie und Bioinformatik zählen ausgewiesene (Evolutions-)
Forscher aus dem Leipziger
Max-Planck-Institut und der
Universität.
Zwei Mal im Laufe des Medizinstudiums
besteht
die
Möglichkeit,
ein
Wahlfach
zu bestimmen, um entweder
Fachgebiete zu vertiefen oder
gänzlich Neues zu entdecken,
auch außerhalb der Medizin.
20 Studierende ab dem 2. Fachsemester mit Interesse an der
Menschwerdung haben nun
erstmals die Möglichkeit, sich
angeleitet von hochkarätigen
Experten intensiv mit Popula-
tions- und Humangenetik, modernen Techniken wie der Genomsequenzierung bis hin zu
Fragen entwicklungsbedingter
Krankheitsentstehung zu beschäftigen. Wahlfachleiter Prof.
Torsten Schöneberg vom Lehrstuhl für molekulare Biochemie,
der auch die Einstiegssemester
in Genetik unterrichtet, sieht
dringenden Vertiefungsbedarf.
„Genetik und Molekularbiologie
sind die am stärksten wachsenden Felder in der Medizin,
der Wissenszuwachs ist aufgrund der technischen Entwicklung explosionsartig. Der
kann nachvollziehbarer Weise
keinen Platz mehr im straffen
Medizinstudium finden, ist aber
enorm wichtig für die Vorhersehbarkeit und Diagnostik von
Erkrankungen sowie die klinische Intervention. Deshalb ist
ein Wahlfach angesagt.“
Dreh- und Angelpunkt der
Evolutionären Medizin ist ein
Dilemma: Der Mensch ist nicht
dafür geschaffen, 100 Jahre alt
zu werden. Wir sind zwar in
der Lage, die meisten Infektionskrankheiten zu bekämpfen,
die uns früher aus dem Leben
rissen, haben nun aber andere
Probleme wie Demenz oder
Krebs. „Wir wissen inzwischen,
dass die meisten Zivilisationserkrankungen
ein
Produkt
unserer Evolution sind“, sagt
Schöneberg. „Unser Körper
ist für Lebensumstände geschaffen, die heute so nicht
mehr existieren. Ursprünglich
evolutionäre Vorteile fallen uns
jetzt auf den Fuß.“ Ein Beispiel: Das menschliche Dasein
war immer ein Suchen nach
Energiequellen. Man musste
wandern, Strapazen und Entbehrungen auf sich nehmen.
Heutzutage ist das kein Thema
mehr, denn teils sehr konzentrierte Energiequellen sind,
zumindest in unseren Breiten,
jederzeit verfügbar. Alle Mecha-
nismen, die darauf ausgerichtet
waren, Nahrung so effektiv wie
möglich aufzunehmen und für
schlechte Zeiten anzusammeln,
werden also nicht mehr benötigt. Die Folge: weit verbreitetes
Übergewicht mit Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck und
Diabetes.
Die vielen Millionen Jahre in
uns bergen Spannendes – der
Begeisterungsfunke von Torsten Schöneberg springt schnell
über. Nicht umsonst hält er
Leipzig für die Hochburg genetischer Anthropologie. Das
Max-Planck-Institut mit seinen
großen populationsgenetischen
Studien stehe dafür, aber auch
die ausgeprägte Forschung zu
Stoffwechsel- und Zivilisationskrankheiten der Hochschulmedizin. Folgerichtig gestalten Dozenten beider Häuser das neue
Wahlfach, darunter klinische
Mediziner wie Prof. Thiery (u.a.
LIFE) und Prof. Stumvoll (IFB
Adipositas),
Bioinformatiker,
Biologen und vom Max-PlanckInstitut Prof. Svante Pääbo, die
herausragende
Forscherpersönlichkeit für unsere ausgestorbenen Vorfahren, und der
namhafte Populationsgenetiker
Prof. Stoneking. Er hat u.a. die
Ko-Evolution von Parasiten am
Menschen untersucht. An der
Auseinanderentwicklung von
Kopf- und Filzläusen konnte er messen, wann sich das
menschliche Haarkleid getrennt
hat bzw. Bekleidung angezogen
wurde.
Auch Prof. Ingo Bechmann,
Leiter des Anatomischen Instituts, freut sich auf seinen
Kursbeitrag im Mai: „Medizin
ist nun mal keine Wissenschaft
wie die Mathematik. Es ist viel
schwieriger, mit der Eindeutigkeit Aha-Erlebisse zu erzeugen.
Leipzig ist mal wieder Vorreiter,
evolutionäre Erkenntnisse zu
fördern!“
ds
POLITIK I WIRTSCHAFT
11
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N UMWELT
N AM RANDE
Kohlekonzerne dürfen CO2-Speicher testen
S
tromkonzerne dürfen künftig
die umstrittene unterirdische
Speicherung von Kohlendioxid
(CO2) testen. Die Bundesregierung
beschloss dafür einen Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU).
Allerdings können die Länder CCSProjekte stoppen. Das Gesetz, dem
Bundestag und Bundesrat noch zustimmen müssen, ist ein Baustein
im schwarz-gelben Energiekonzept
für mehr Klimaschutz.
Einen wichtigen Erfolg konnten
skeptische
Bundesländer
wie
Schleswig-Holstein und Niedersachsen erzielen. Sie sicherten sich
in zähen Verhandlungen mit dem
Bund ein Vetorecht. Bei begründeten Bedenken können sie CO2-Endlager in ihrem Gebiet verhindern.
Bundesweit gibt es viele Bürgerinitiativen gegen CCS, die schwere
Schäden für Mensch und Umwelt
befürchten.
Die Regierung will das CCS-Verfahren (Carbon Dioxide Capture and
Storage) bis 2017 erproben lassen.
Dabei wird das bei der Kohleverbrennung anfallende Treibhausgas
CO2 abgeschieden und tief unter
die Erde verpresst. Bisher will nur
der Energiekonzern Vattenfall in
Brandenburg eine große CCS-Anlage bauen.
Brandenburgs Ministerpräsident
Matthias Platzeck (SPD) kritisierte
den schwarz-gelben Gesetzentwurf.
„So kann eine nationale Energiepolitik nicht gestaltet werden“, sagte
er im Sender rbb. Wenn die Länder
Weniger Ämter
in Chemnitz
D
Selbst aus dem Wirtschaftsflügel der CDU kommt Kritik am Sechs-Punkte-Plan von Umweltminister
Röttgen und Wirtschaftsminister Brüderle für eine Energiewende.
Foto: dpa
im Norden Deutschlands mit unterirdischen CO2-Speicherkapazitäten
nicht mitmachten, „dann ist das
Thema tot“. Sein Land habe nicht
die Kapazitäten für ein nationales
CO2-Endlager, sagte Platzeck.
Brüderle betonte, die Betreiber von
CO2-Speichern müssten strenge
Vorschriften erfüllen und auch finanzielle Vorsorge für mögliche
Unfälle treffen. CCS sei eine Zukunftstechnologie und wichtig für
den Klimaschutz. „Steigende Weltbevölkerung und Energieverbrauch
werden dazu führen, dass Entwick-
lungs- und Schwellenländer auf absehbare Zeit nicht auf fossile Energieträger verzichten.“ Auch Röttgen
hatte von einem guten Kompromiss
mit jenen Ländern gesprochen, die
CCS nicht erproben wollen. „Es soll
nicht aufgezwungen werden.“
Umweltschützer werfen der Regierung vor, bei CCS die Risiken zu
unterschätzen und den Stromkonzernen Argumente für den Neubau
von Kohlekraftwerken zu liefern.
„Neue Kohlekraftwerke, deren CO2Ausstoß unter die Erde gepumpt
wird, braucht Deutschland nicht.
Daran ändert auch ein deutlich
beschleunigter Atomausstieg nach
Fukushima nichts“, sagte NABUGeschäftsführer Leif Miller.
Auch nach Ansicht des GrünenExperten Oliver Krischer macht
CCS langfristig keinen Sinn, weil
es auch ohne Kohleverstromung
gehe. „Statt Millionen öffentliche
Gelder in die CCS-Technologie zu
stecken, benötigen wir das Geld
viel dringender für den Ausbau der
Erneuerbaren Energien, für mehr
Energieeffizienz und für neue Netze
und Speicher.“
dpa
ie Stadt Chemnitz will
künftig mit weniger Bürgermeistern auskommen. Die
Zahl der Dezernate werde von
fünf auf vier reduziert, teilte
die Stadtverwaltung mit. Mit
dem Wechsel von Finanzdezernent Detlef Nonnen (CDU)
als Geschäftsführer zum
Energieversorger eins Energie in Sachsen im Sommer
und der Verabschiedung von
Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth (Linke) im Herbst
in den Ruhestand würden
die Geschäftsbereiche neu
sortiert, hieß es. Finanzen
wird demnach mit Personal
und Organisation vereinigt –
Kultur mit Bildung, Jugend,
Soziales und Sport. Die Vorlage dazu soll am 4. Mai in
den Stadtrat. In dem Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept der Stadt war die
neue Struktur eigentlich erst
für 2015 vorgesehen. Durch
die Abgänge der beiden Bürgermeister werde die Veränderung jetzt vorgezogen,
hieß es. Vor allem der Wechsel des Finanzdezernenten in
das Energieunternehmen war
nicht geplant. Mit der Neuordnung sollen in der Verwaltung
bis 2015 rund 600 Stellen
abgebaut werden. Damit fällt
bei derzeit noch rund 3600
Rathausmitarbeitern
jeder
sechste Posten dem Rotstift zum Opfer. Mit Hilfe von
Altersteilzeit sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.
dpa
N GESUNDHEIT
Gesetz gegen Ärztemangel steht auf der Kippe
D
as geplante Gesetz gegen den
Ärztemangel steht auf der Kippe. Die Länder drohen damit,
das Vorhaben im Bundesrat scheitern
zu lassen. Es ist neben der Pflegereform das bislang wichtigste Projekt von Gesundheitsminister Philipp
Rösler (FDP) in diesem Jahr. Rösler
hatte erst vor kurzem eine Einigung
von Union und FDP verkündet. Zuvor
hatte er sich mit den Ländern über
Kernpunkte des im Bundesrat zustimmungspflichtigen Gesetzes geeinigt. Die Länder monieren nun,
die Koalition habe Zusagen Röslers
wieder zurückgenommen. „Es muss
weitere Gespräche geben“, sagte die
Sprecherin des Chefs der Gesundheitsministerkonferenz, von Hessens
Ressortchef Stefan Grüttner (CDU).
Der Bremer Gesundheitsstaatsrat Hermann Schulte-Sasse (parteilos) sagte
der „Tageszeitung“, sollte Rösler das
Konzept nicht noch einmal wesentlich
überarbeiten, „dann zeigen die Länder ihm im Bundesrat geschlossen die
rote Karte“.
Mit dem Gesetz wollen Bund und
Länder mehr junge Ärzte aufs Land
locken. Dort sollen sie Zuschläge bekommen. Außerdem sollen sie nach einigen Jahren auf attraktivere Arztsitze
in Städten wechseln können, wenn sie
in der Provinz gearbeitet haben. Diese
Ziele sollen mit Änderungen im Gremiengestrüpp des Gesundheitswesens
erreicht werden. Nun kritisieren die
Länder, ihr Einfluss auf die Entscheidungen gegen den Ärztemangel solle
doch weniger stark steigen, als ihnen
Rösler zunächst zugesagt habe.
Die Länder vermissen geplante Rechte zu ihren Gunsten in vier Punkten.
So wollen sie für Verträge zwischen
Krankenkassen und Ärztegruppen
ein Recht zur Initiative und zur Beanstandung haben. Sie wollen, dass
Krankenkassen einen Landesbeauftragten installieren müssen, mit dem
sie direkt verhandeln können. Sie
wollen im Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und
Krankenkassen ein Recht auf Initiativen bei der Ärzteplanung. Und sie
wollen, dass die Krankheitslast der
Bevölkerung in einer Region besser
bei der Ärzteplanung berücksichtigt
wird.
Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte: „Das Gesetzgebungsverfahren steht jetzt am Anfang.
Im Lauf des Verfahrens muss man vertieft über die einzelnen Aspekte sprechen.“ Die FDP-Gesundheitsexpertin
Ulrike Flach sprach von einem „Sturm
im Wasserglas“. Viele Gedanken der
Länder seien eingeflossen – „obwohl
wir als Bundespolitiker skeptisch im
Hinblick auf eine weitere Verstärkung
des Staatseinflusses sind“. Sie räumt
ein: „Einigen Vorschlägen wollen wir
nicht folgen.“
Bremens Gesundheitsstaatsrat Schulte-Sasse sagte: „Für uns Länder stellt
sich jetzt die Frage: Ist Rösler überhaupt verhandlungsfähig? Lohnt es
sich, sich mit ihm stundenlang zusammenzusetzen, wenn er die Einigung nicht mal in seinen Fraktionen Das Motiv einer aktuellen Postkarten-Kampagne,
durchkriegt?“
dpa die sich an junge Mediziner richtet.
Foto: pd
12
KULTUR
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N AM RANDE
Sächsische Orgel
ertönt in Prag
E
ine von der sächsischen
Manufaktur Eule in Bautzen gebaute Orgel ist in
Tschechien eingeweiht worden. In der evangelischen Salvatorkirche in Prags Altstadt
ertönte Bachs Präludium in
C-Dur. Die rein mechanische
Orgel im Stil des Barock hat
48 Register, die im originalen
Gehäuse aus dem Jahr 1865
Platz finden. „Wir sind froh,
nun eine Orgel zu haben, auf
der die Kirchenmusik von
Johann Sebastian Bach gewürdigt werden kann“, sagte
eine Sprecherin der Kirchengemeinde. Die Salvatorkirche
sei ein Zentrum evangelischen Lebens in Prag. Sie ist
nicht zu verwechseln mit der
gleichnamigen katholischen
Kirche an der Karlsbrücke,
deren Orgel ebenfalls von
den Sachsen renoviert wurde.
dpa
Nicole Kidman:
Dresden statt Halle
H
ollywood-Star Nicole Kidman kommt zu Dreharbeiten für den Film „The Danish
Girl“ nach Dresden. Wie der
Filmverleih Senator Mitte April
in Berlin mitteilte, seien Wiesbaden, Düsseldorf und Köln
weitere Drehorte. In dem Film
mit Kidman und Rachel Weisz
von Regisseur Lasse Hallström
geht es um die Geschichte
eines dänischen Künstlerehepaares in den 20er Jahren. Geplant sind ab Spätsommer 40
Drehtage. Ursprünglich hieß
es, dass Kidman auch in Halle
drehen werde. Diese Berichte
vom Wochenende gingen auf
ein „Missverständnis“ zurück,
teilte der Verleih mit.
dpa
N MENSCHENRECHTE
Streitfall China – Debatte um Kulturaustausch
N
ach der Festnahme des chinesischen Künstlers Ai
Weiwei fordern deutsche
Kultureinrichtungen klare Worte an die Adresse
der Machthaber in Peking. Zugleich will die
Politik den Dialog nicht
abreißen lassen und verteidigt das Engagement
für die deutsche Ausstellung „Die Kunst der
Aufklärung“ im chinesischen Nationalmuseum
in Peking.
„Es ist bedauerlich, dass
das erhoffte Dialogangebot dieser Ausstellung
jetzt durch aktuelle Ereignisse überlagert und
möglicherweise gefährdet wird“, sagte Sachsens
Kunstministerin
Sabine von Schorlemer
(parteilos). Verhaftungen
und Einreiseverbote im
Umfeld der Eröffnung
seien auf das Schärfste
zu verurteilen. „Sie zeigen nach meiner Einschätzung umso mehr,
wie wichtig die intensive
Auseinandersetzung mit
dem Geist der Aufklärung auch in China ist.“
Der Intendant des Hauses der Kulturen der
Welt in Berlin, Bernd
M. Scherer, sprach sich
im Interview dagegen
aus, die Ausstellung aus
Protest abzuziehen. „Es
kann sinnvoll sein, die
Ausstellung zu belassen,
wenn sie als eine Art
exterritoriales Dialogforum genutzt wird und so
Dissidenten eine Bühne
bietet. Dann sollten aber
aus Deutschland die entsprechenden Stimmen
dazu kommen, die klarmachen, wie wir die
Auseinandersetzung um
Kunstfreiheit und Menschenrechte sehen.“
Das Haus der Kunst in
München kritisierte die
Zurückhaltung deutscher
spricht aber keiner, weil
sie keine Popstars sind.“
Roth hatte sich bereits im
Dienstag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu Kritik geäußert.
„Die Menschen, die mit
uns zusammenarbeiten,
öffnen uns Türen, um
unsere
aufgeklärten
Werte
vorzuführen.
sind federführend bei der
„Kunst der Aufklärung“,
die am 1. April in Peking
im Beisein von Außenminister Guido Westerwelle
(FDP) eröffnet wurde. Alle
an dieser Ausstellung Beteiligten sollten deutliche
Worte für die Verhaftung finden, forderte der
Münchner Wilmes. Auch
der Generaldirektor der
sei sorgfältig vorbereitet
worden und ein Beitrag
zu einem „auf Langfristigkeit angelegten Dialog“.
„Ich stimme Professor
Roth zu, Kulturaustausch
mit China ist wichtig,
auch für das Bauen geistiger Brücken zwischen
unseren verschiedenen
Kulturwelten.“
Scherer geht davon aus,
dass die „Kunst der Aufklärung“ in China etwas
bewegen kann. „Ich
erlebe immer wieder,
ob etwa in Indien oder
Pakistan, wie Menschen
durch einzelne Kunstobjekte ein Erweckungserlebnis haben (...) Je
mehr Austausch passiert, umso besser. Zentral ist aber dabei, dass
man deutlich sagt, wo
man selber steht.“
Die Inhaftierung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei und die deutsche Schau „Kunst der
Aufklärung“ in Peking schlagen im deutschen Kulturbetrieb weiter Wellen.
Foto: dpa
Museumsdirektoren.
Hauptkurator Ulrich Wilmes warf dem Chef der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden „Bagatellisierung“ vor und nannte dessen Äußerungen
„menschenverachtend“.
Martin Roth hatte mit
Blick auf Weiwei in einem
Interview mit der „Zeit“
unter anderem gesagt:
„Es gibt Hunderte Künstler wie ihn, über die
Wenn wir nicht mehr
diese Möglichkeit nützen
könnten, wäre die Kultur
verloren“,
verteidigte
er das Engagement. Er
glaube an den Dialog, zu
dem auch der Streit gehört – „deshalb arbeite
ich sogar mit Teheran
zusammen“, sagte der
Dresdner Museumschef.
Die Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden
Bayerischen Staatsgemäldesammlungen,
Klaus
Schrenk, habe viel zu zögerlich auf die schlechten
Nachrichten aus China
reagiert.
Die sächsische Kunstministerin bezeichnete die
Exposition in Peking als
„richtiges und wichtiges
Ereignis, das gleichermaßen Chance und Verpflichtung ist“. Die Schau
Die Heidelberger Sinologin Prof. Barbara Mittler
lobte im SWR2 Journal
am Mittag die zurückhaltenden Äußerungen des
Dresdner Museumschefs
Roth. Über moderat vorgetragene Äußerungen
denke ein chinesischer
Regierungsbeamter
möglicherweise
noch
einmal nach, betonte die
Sinologin – über andere
im Zweifelsfall nicht.
Ais Verhaftung sieht sie
im Zusammenhang mit
einer „für die Regierung
im Moment brenzligen
Situation“. Diese fürchte
ein Überspringen der revolutionären Bewegungen aus den arabischen
Ländern.
dpa
N BAD DÜBEN
Christoph Hein: Der umstrittene Ehrenbürger
E
rst zweimal vergab die
Stadt Bad Düben die Ehrenbürgerwürde. Am 13.
April kam ein berühmter Kopf
hinzu: der Schriftsteller Christoph Hein. Doch die Verleihung
an ihn ist in der Stadt nicht unumstritten.
Nicht jeder mag ihn: Schriftsteller Christoph Hein.
Foto: dpa
Es ist nicht gerade ein Loblied, das der 67-jährige Christoph Hein in seinen bekannten
Romanen „Landnahme“ oder
„Horns Ende“ auf die ostdeutsche Kleinstadt Guldenberg
singt. Feindselig sind die Menschen in den 1950er Jahren
gegenüber den Flüchtlingen
aus dem Osten. Guldenberg
steht für das nordsächsische
Bad Düben, das Flüchtlingsschicksal teilte Hein mit seinen
Protagonisten. Nun wurde der
Schriftsteller zum Ehren-BadDübener.
In der Stadtkirche Sankt Nikolai
wurde Hein von Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler) zum Ehrenbürger ernannt.
Der Termin wurde mit Bedacht
ausgewählt: Auf den Tag genau
vor 53 Jahren wurde Christoph
Hein hier konfirmiert, in der
Kirche, in der sein Vater als
Pfarrer arbeitete. Der Gemeindekirchenrat war es, der Hein
für die Ehrenbürgerwürde vorschlug.
Ein Vorschlag, der nicht unumstritten blieb. Viele der etwa
8000 Bad Dübener nehmen
dem Autor die düsteren Be-
schreibungen ihrer Stadt übel.
So entschied auch der Stadtrat nicht einstimmig, schrieb
jedoch zur Begründung der
Ehre: Heins Guldenberg-Romane seien Zeitzeugnisse von
unschätzbarem Wert. „Jede
Stadt muss es wert schätzen,
wenn ihr in so kunstvoller Art
und Weise der Spiegel vorgehalten wird.“
Christoph Hein wurde in Schlesien geboren, kam als Flüchtlingskind ins damalige Düben.
Er studierte Philosophie in
Leipzig und Berlin, seinen
Durchbruch als Schriftsteller
schaffte er 1982 mit der Novelle „Der fremde Freund“, die
auch in der Bundesrepublik
erschien.
Mit einer Ernennung zum Ehrenbürger Bad Dübens hat der
vielfach preisgekrönten Hein
nicht gerechnet: „Diese Ehrung
kommt für mich völlig überraschend und unerwartet“, sagte
er in einem Interview. Durch
Bad Düben streift der WahlBerliner Hein inzwischen gern:
„Alles noch Orte voller Erinnerungen, den guten wie den
schlechten.“ Dazu wird er in
Zukunft noch häufiger Gelegenheit haben. Als Ehrenbürger ist
er auch geladener Ehrengast
bei allen wichtigen Veranstaltungen der Kleinstadt. Die beiden anderen Ehrenbürger sind
eine ehemaliger Mathematiklehrer und ein Ingenieur mit
Fußballbegeisterung.
dpa
UNTERHALTUNG
13
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N BADEMODE
N LEUTE
Wie David und Pamela am Strand
E
va Padberg, Model, kämpft
beim Sport regelmäßig mit
ihrem inneren Schweinehund.
„Meine Ausdauer beim Sport ist
immer noch ziemlich mau, und ich
muss auf dem Laufband immer
wieder Gehpausen einlegen“,
sagte die 31-Jährige einem Sportmagazin. Sie habe inzwischen
einen Personal Trainer engagiert.
„Ich brauche einen Termin. Jemanden, der da auf mich wartet
und mir in den Hintern tritt“, sagte
die gebürtige Thüringerin. Anders
als viele ihrer Modelkolleginnen
muss sich Padberg nach eigenem
Bekunden beim Essen allerdings
kaum einschränken. Sie habe
bisher noch keine Diät gemacht.
Vor einem wichtigen Model-Job
verzichte sie allerdings auf Weißbrot und versuche, abends keine
Kohlenhydrate mehr zu essen.
Traditionell gibt es Bademode im Matrosenstil – doch die Designer
peppen die blau-weißen Streifen in diesem Jahr mit Batiken auf.
Männer tragen Blumen: Surfshorts mit Blumenmuster sind weiterhin gefragt.
Fotos: dpa
O
Retro-Stücke haben kleinteilige
Muster wie Punkte und Tupfen,
einen hohe Taillen- und tiefen
Beinausschnitt, erläutert Modeberater Andreas Rose aus
Frankfurt am Main.
b zum Sonnenbaden an
der Côte d’Azur oder zum
Planschen im heimischen
Baggersee: Mit schmeichelhafter Bademode, die einen typgerecht in Szene setzt, macht der
Sommer gleich doppelt so viel
Spaß. Das scheinen auch die
Designer zu wissen und betonen die Bademode in diesem
Jahr mit vielfältigen Mustern,
extravaganten Schnitten und
vor allem Farbe, Farbe, Farbe.
Töne, die man sonst nur von
Textmarkern kennt, schmücken den – idealerweise –
braun gebrannten Körper:
Zitronengelb, Neonorange und
leuchtendes Rot. Daneben sind
vor allem Blautöne sowie Rotnuancen von Aubergine bis zu
einem grellen Koralle gefragt,
sagt Gerd Müller-Thomkins
vom Deutschen Mode-Institut
(DMI) in Köln. Rasuel und auch
Charmline zeigen etwa Bikinis
in Zitronengelb mit Schwarz,
Heine in hellem Giftgrün und
Palmer in Baywatch-Rot.
Einen erfolgreichen Imagewandel haben „Animalprints“ inzwischen vollzogen. Lange galt
das vom Fell eines Leoparden
oder der Haut einer Schlangen
inspirierte Muster als billig, in
der Bademode aber scheint es
sich nun dauerhaft als gefragtes Dessin etabliert zu haben.
In dieser Saison zeigen wieder
zahlreiche Hersteller diese
Muster, etwa Manguun in verfremdeter Form oder H&M
naturgetreu.
Doch die stilvolle Wirkung von
Animalprints hängt oft von
der Dosierung ab: Bei einem
Badeanzug genügen kleine gemusterte Ausreißer wie Gürtel,
Träger oder Säume, um interessante Akzente zu setzen.
Triumph etwa hat einen Bikini
mit einem Oberteil im Stil des
Zebrafells, der dazugehörige
Slip ist aber uni.
Auch das für die Bademode
fast schon traditionelle MarineDesign versuchen die Hersteller
neu zu beleben: „Da sind natürlich die Blau-Weiß-Streifen,
die aber frischer und moderner
umgesetzt werden – vor allem
über kleine Details“, beschreibt
Martina Metzner, BademodeExpertin beim Fachmagazin
„Textilwirtschaft“. „Die Träger
der Modelle sind in Kontrastfarben gehalten oder es tauchen kleine rote Rüschensäume
auf, wie aktuell beim Hersteller
Esprit.“
Wer es lieber romantisch mag,
findet in der Vielzahl von Blumenmustern eine Alternative:
Asos hat einen Rüschen-Bikini
damit im Programm, Sunseeker einen blauen Badeanzug
mit weißer Blumenranke am
Bauch. Dazu passen auch Modelle, die von der Mode der
50er Jahre inspiriert sind. Die
Bei den Schnitten hat der Bandeau-Bikini in dieser Saison
die Nase vorn. Lascana bietet
uni und karierte, Mango gestreifte und Freya gepunktete
Modelle an. „Bei sehr femininen Figur-Typen mit vollem
Busen, schmaler Taille und
runden Hüften sind Bikinis
mit Bandeau-Oberteilen per-
fekt“, sagt Rose. Hat eine Frau
eine recht große Oberweite, ist
sie allerdings mit einem Modell mit Bügeln oder Schalen
besser beraten. Damit werde
die Brust stärker abgestützt,
erläutert Metzner. Wer sehr
schlank ist, darf auch zu den
sexy Monokinis, etwa von Heine, greifen. Diese erinnern an
einen Bikini mit Verbindungssteg. Auch Badeanzüge mit
Cut-Outs – also Modelle, die
aussehen, als wäre aus ihnen
ein Stück herausgeschnitten –
bleiben aktuell.
Auch bei den Herren ist Hose
nicht gleich Hose: „Surfshorts
sind nach wie vor unschlagbar“, sagt Metzner. So zeigen
die Hersteller HOM, Rasuel,
Napapijri und O’Neill lässige
Shorts mit Hawaii-Blumen,
Blockstreifen in Neonfarben
oder Modelle, die an den roten „Baywatch“-Klassiker von
David Hasselhoff erinnern.
„Neu ist dabei, dass die Surfshorts nicht mehr bis zum Knie
reichen, sondern dieses Jahr
etwas kürzer geschnitten sind
und etwa eine Handbreit über
dem Knie enden.“ Inga Fetting
A
vigdor Lieberman, israelischer
Außenminister,
lieferte einen ungewöhnlichen
Einblick über die Fähigkeit von
Politikern, sich zu jeder Zeit
und an jedem Ort zur aktuellen
Lage zu äußern. Mitten in einem
Live-Radiointerview des ultranationalistischen Politikers über
die radikale Hamas-Regierung im
Gazastreifen hörten die Zuhörer
die Toilettenspülung. Lieberman
gab von zu Hause aus ein Interview im öffentlichen Rundfunk
über den neuen Gewaltausbruch
zwischen Israel und der Hamas.
R
od Stewarts Tochter Kimberley erwartet ein Kind von
Schauspiel-Star Benicio del Toro.
Die 31-Jährige sei schwanger,
„Benicio ist der Vater und wird ihr
seine volle Unterstützung geben“,
bestätigte der Agent des OscarPreisträgers. „Sie sind nicht zusammen, erwarten aber mit Ungeduld die Ankunft des Babys.“ Die
Tochter der britischen Rockröhre
Rod Stewart arbeitet als Model
und Schauspielerin. Der in Puerto Rico geborene 44-jährige del
Toro erhielt 2001 den Oscar für
die beste Nebenrolle in „Traffic“.
Er spielte unter anderem in „21
Gramm“, „Sin City“ und „Che“.
N FACEBOOK
Zuckerberg-Kommilitonen scheitern in Berufungsprozess
I
m Rechtsstreit um die Erfindung von Facebook hat
ein US-Bundesgericht eine
Berufungsklage der Zwillinge
abgewiesen, die die Idee zu
dem milliardenschweren Online-Netzwerk für sich beanspruchen. Die Brüder Tyler und
Cameron Winklevoss könnten
aus dem vor zwei Jahren mit
Facebook erzielten Vergleich
in Höhe von 65 Millionen Dollar
(45 Millionen Euro) nicht mehr
heraus, urteilte das Berufungsgericht.
Die Winklevoss-Brüder seien „nicht
die ersten von einem Wettbewerber
ausgestochenen Parteien, die auf
dem Rechtsweg das zu erlangen
versuchen, was sie im Markt nicht
erreichen konnten“, erklärten die
drei Richter in San Francisco. Es
gebe einen Moment, in dem ein
Rechtsstreit beendet werden müsse. „Dieser Punkt ist nun erreicht.“
Die Winklevoss-Zwillinge werfen
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor, während der gemeinsamen Studienzeit an der US-Eli-
teuni Harvard im Jahr 2003 ihre
Idee zum sozialen Online-Netzwerk ConnectU („Vernetze Dich“)
gestohlen zu haben. Die Brüder
und ein Freund hatten den jungen
Zuckerberg mit der Weiterentwicklung ihres Programms beauftragt,
Zuckerberg habe sich aber nicht an
den Vertrag gehalten, sondern im
Februar 2004 mit Facebook sein
eigenes Netzwerk gestartet.
2009 einigten sich die Zwillinge
mit Zuckerberg auf die Zahlung
von 65 Millionen Dollar: Sie be-
kamen 20 Millionen Dollar in bar
und Facebook-Anteile im Wert
von damals 45 Millionen Dollar.
In dem Deal waren die FacebookAnteile mit 36 Dollar pro Stück
bewertet worden, basierend auf
einem Einstieg von Microsoft bei
dem sozialen Netzwerk, bei dem
der Wert von Facebook auf rund
15 Milliarden Dollar beziffert worden war. Facebook selbst habe
den Wert pro Anteil hausintern
aber nur bei neun Dollar gesehen,
dieser Wert finde sich in den Aktienoptionsprogrammen für seine
Angestellten, argumentierten die
Zwillinge vor den Berufungsrichtern. Sie hätten also mehr Geld
oder mehr Anteile bekommen
müssen.
Die Richter befanden jedoch in ihrem Urteil, die Winklevoss-Brüder
hätten mit Hilfe von Anwälten und
eines Finanzberaters eine Einigung
erzielt, die angesichts der jüngsten
Marktbewegungen ziemlich günstig
erscheine. Der Wert von Facebook
wurde Anfang dieses Jahres auf 50
Milliarden Dollar geschätzt.
AFP
14
REISE
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N FORMENTERA
Die Karibik Europas
Erinnert an die Kokoskugel-Werbung: Die Badebucht Cala Saona gehört zu den Von der Platja de Illetes schweift der Blick der Formentera-Besucher über das türkisschönsten auf Formentera.
farbene Meer bis zur Weltnaturerbe-Insel Espalmador.
Fotos: dpa
F
ormentera hat keinen Ballermann und kein Tramuntana-Gebirge. Es werden hier
keine heißen Party-Nächte wie
auf Ibiza gefeiert. Dafür bietet die
kleinste Balearen-Insel eines im
Überfluss: Ruhe und die schönsten
Strände des gesamten Archipels.
Das mit der Ruhe sei allerdings
relativ, sagt Ekkehard Hoffmann.
„Im Frühjahr, Herbst und Winter
ist es wirklich traumhaft ruhig und
entspannt hier. Aber im Juli und
August heizen Tausende Italiener
mit ihren Vespas über die Insel“,
erzählt der 57-jährige Bremer, der
seit mehr als 20 Jahren auf Formentera wohnt. Er scheint schon
lange nicht mehr auf Mallorca
oder Ibiza gewesen zu sein. Verglichen mit den dortigen UrlauberHochburgen wirkt Es Pujols, der
touristische Hauptort Formenteras, wie ein verschlafenes Dörfchen – noch. Die Insel verändert
sich, es wird mehr gebaut als früher. Die Leute begingen denselben
Fehler wie die Mallorquiner vor
Jahrzehnten, schimpft Ekkehard:
„Sie sehen nur das schnelle Geld
mit den Touristen.“
Noch ist die Situation nicht mit
Mallorca zu vergleichen. Er möchte sich auch gar nicht beschweren,
sagt Ekkehard. Formentera habe
übers Jahr verteilt nicht so viele
Touristen wie die Nachbarinseln
Mallorca, Ibiza und Menorca und
sei deshalb auf die Einnahmen im
Hochsommer angewiesen. Dennoch ist er froh, dass Formentera
keinen Flughafen hat. „Sonst wäre
hier bei den Stränden, die wir haben, die Hölle los.“
Vielen Ballermann-Touristen und
Partyhoppern, wie man sie von
Mallorca und Ibiza kennt, sei es
hier Gott sei Dank zu ruhig. Und
sie empfänden die Anreise als
zu umständlich: erst nach Ibiza
zu fliegen, um von dort aus eine
Fähre nach Formentera zu nehmen.
kehard. Mit vielen Schülern entstehen Freundschaften.
Was für viele einheimische Isleños
ein Fluch ist, empfindet Ekkehard
als Segen. „Nur deshalb hat Formentera noch dieses Flair, der Zeit
ein wenig hinterherzulaufen. Alles
ist etwas persönlicher“, sagt der
Deutsche, der 1991 in Sant Ferran die Gitarrenbau-Schule „Formentera Guitars“ übernahm. „Ein
Beispiel: Während auf Mallorca
alle in Großraumdiskos stürmen,
finden in vielen Bars und Kneipen
auf Formentera auch noch LiveKonzerte statt.“
Natürlich kommen nur die wenigsten Urlauber zum Gitarrenbauen
nach Formentera. Die meisten
werden von den schönen, weißen
Sandstränden gelockt. „Ich lese
es immer wieder in Broschüren
und Reiseführern, aber es stimmt
auch: Formentera ist die Karibik
Europas“, sagt Ekkehard. Er reiste
selbst schon in die Karibik, nach
Kuba. „Die Strände dort sind ein
Traum, aber unsere auf Formentera stehen ihnen in nichts nach“,
lautet sein Urteil.
Als der Hobby-Bassist 1989 bei
dem ehemaligen Besitzer einen
Gitarrenbaukurs machte, verliebte
er sich Hals über Kopf in die Insel.
Nur zwei Jahre später verkaufte
der gelernte Elektrotechniker sein
Tonstudio in Darmstadt und übernahm die Gitarrenbauschule, als
der Vorbesitzer wieder nach Hannover zurückkehren wollte.
Einer seiner Lieblingsstrände ist
die Platja de Migjorn an der Südküste – genauer gesagt der Teilabschnitt bei Es Arenals. Er ist
zugleich auch der längste Sandstrand. Vor allem bei der Blue Bar
und dem Piraten-Bus, zwei angesagten Strandbars, scheint der
Strand noch heller und das Wasser
noch türkisblauer als anderswo zu
sein, was natürlich auch an den
Drinks liegen kann.
Seine Entscheidung, auf Formentera ein neues Leben zu beginnen,
hat er niemals bereut. „Da die
Insel so klein ist, lernt man schnell
viele Leute kennen. Außerdem
sind wir hier außerhalb der Hochsaison fast unter uns“, sagt er.
Ekkehard ist inselweit bekannt
wie sein kleiner Mischlingshund
Kiko, der in den kleinen Gassen
von Sant Ferran beim Gassigehen
öfter gegrüßt wird als Ekkehard
selbst.
Rund 45 Schüler kommen jedes
Jahr für drei Wochen in seine
Gitarrenbauschule, um ihre eigene, handgefertigte Gitarre unter
Ekkehards Anleitung zu fertigen.
Natürlich bleibt es nicht beim
gemeinsamen Sägen, Schleifen,
Schrauben und Hämmern. „Wir
machen auch gemeinsam Musik,
gehen nach dem Kurs zum Strand
oder grillen abends“, erklärt Ek-
Ebenfalls grandios sind die Strände von Illetes im Norden. „Wenn
Du bis zum äußersten Zipfel gehst,
hast Du einen wunderbaren Blick
auf die vorgelagerte Insel Espalmador“, sagt Salzbauer José, der
nicht selten nach dem schönsten
Abschnitt gefragt wird. Er antwortet leicht genervt. „Und bitte
keine Fotos“, sagt José. Ständig
werde er von Touristen von der
Arbeit abgehalten. Der Feldweg,
der zum Strand von Illetes führt,
liegt direkt an seinen Salzbecken.
Schon die Römer produzierten
hier das „weiße Gold Formenteras“. Das in die weiten Salzbecken
eingeleitete Meereswasser verdunstet in der Hitze des Sommers,
zurück bleibt ein qualitativ hochwertiges Meersalz. Vor Jahrhunderten sollen sogar Piraten darauf
Jagd gemacht haben. Kleine, aus
groben Steinen gemauerte Fluchttürme an den Rändern der Salzbecken erinnern an ihre ständigen
Überfälle.
Das klare, türkisfarbene Wasser
an der Platja de Illetes erinnert sofort an tropische Strände aus der
Kokoskugel-Werbung. José hatte
Recht: Der Blick vom nördlichen
Zipfel auf die Weltnaturerbe-Insel
Espalmador ist wunderschön.
Vom Inselchen erstreckt sich fast
bis nach Ibiza die größte Posidonia-Seegraswiese der Welt. Sie
wurde ebenfalls von der Unesco
geadelt, als einziges ozeanisches
Weltnaturerbe im gesamten Mittelmeer. Man sollte die Platja de Illetes nicht zu früh verlassen. Sonst
verpasst man den Sonnenuntergang mit Blick auf den berühmten
Felsen Es Vedra vor Ibiza.
An der Westküste lockt vor allem
die Cala Saona die Strandliebhaber. Die Badebucht ist klein,
aber eine der schönsten auf
Formentera. Von hier aus kann
man mit dem Kajak entlang der
Steilküste paddeln - und unterwegs in Höhlen schnorcheln. Und
auch der Strand von Es Caló am
Fischerort Sant Agustí gehört zur
Galerie der Bilderbuchstrände auf
Formentera.
Jeder Strand hat seine Eigenheiten. Alle jedoch sind umrahmt
von duftenden Pinienwäldern und
größtenteils unbebaut. Und hinter
ihnen drängen sich noch nicht
Autos auf riesigen Parkplätzen.
Formentera ist mit 82 Quadratkilometern so klein, dass viele Urlauber gleich auf den Mietwagen
verzichten und die Inseln lieber
mit dem Fahrrad auf den Caminos
verdes erkunden.
Insgesamt 19 dieser grünen Fahrrad-Routen durchziehen die Insel.
Für Radfahrer sind sie eine ent-
spannende Alternative zu den häufig gefährlichen Landstraßen. Sie
führen durch Weinberge, Dünen,
Pinien- und Zedernwälder bis zu
einsamen Buchten und Stränden.
Immer wieder kommt man an riesigen Feigenbäumen vorbei, unter
denen Ziegen und Schafe sich vor
der Sonne schützen.
Fahrrad-Touren zum Leuchtturm
von Barbaria und dem nahegelegenen mittelalterlichen Piratenschutzturm Torre des Garroveret
fordern etwas Kraft, der Blick von
den Steilklippen ist aber die Mühe
wert. Eine der schönsten Fahrradund Wanderrouten ist der alte römische Weg zum Cap de la Mola
mit seinem gleichnamigen Leuchtturm im Osten der Insel. Die Route
entlang der Küste bietet herrliche
Ausblicke.
Dabei sollte man mittwochs und
sonntags unbedingt eine Rast in
dem Örtchen El Pilar de La Mola
einlegen. An diesen Tagen findet
hier der bekannte Kunsthandwerks- und Hippiemarkt statt. Der
aus Berlin stammende Maler „FireFox“ verkauft hier bereits seit
1984 seine fantasievollen, bunten
Bilder. 1974 blieb er hier hängen.
„Für mich ist Formentera das Paradies im Mittelmeer schlechthin“,
sagt er. „Die Blau-, Grün- und
Gelbtöne, die ich hier im Wasser,
den Pinienwäldern und im Sand
als Vorlage für meine Bilder habe,
finde ich sonst nirgendwo.“
Der Maler scheint damit Erfolg
zu haben. Gerade kauft ihm ein
betuchter Amerikaner für 1700
Euro Bilder ab. Der Mann macht
eigentlich Urlaub auf Mallorca. In
einer mallorquinischen Galerie
sind ihm die Bilder von „FireFox“
aufgefallen, und so setzte er kurz
entschlossen mit seiner Jacht über,
um ein paar Gemälde zu kaufen.
Auch ein Grund, nach Formentera
zu kommen.
Manuel Meyer
FRESH – DIE JUNGE SEITE
15
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N COMPUTER-SPIELE
Germany’s next Topgame
D
technisch neue Maßstäbe und
zeigt eindrucksvoll, was im
Browser heutzutage möglich
ist.“ In dem AufbaustrategieSpiel geht es darum, durch
Rohstoffgewinnung, Handel
und geschickte Planung eine
florierende Siedlung zu errichten.
as PC-Abenteuer A
new Beginning ist der
große Sieger des Deutschen Computerspielpreises
2011. Bei einer festlichen
Gala wurde es in München
als Bestes Deutsches Spiel
sowie als Bestes Jugendspiel ausgezeichnet. Moderatorin Nazan Eckes führte
durch die Veranstaltung, bei
der Preise in insgesamt elf
Kategorien vergeben wurden. Beispielsweise konnten sich auch „Die Siedler
Online“ und „Starcraft II“
durchsetzen. Der Deutsche
Computerspielpreis ist mit
insgesamt 385 000 Euro
dotiert. In jeder Kategorie
werden Preisgelder in Höhe
von jeweils 35 000 bis 75
000 Euro vergeben.
Weitere Gewinner sind Galaxy on Fire 2 (Bestes Mobiles Spiel), The Kore Gang
(Bestes Kinderspiel) und
Tiny & Big - Grandpa’s Leftovers (Bestes NachwuchsKonzept).
Neben dem Deutschen Computerspielpreis wurde während der Gala in München
auch LARA – Der Deutsche
Games Award 2011 vergeben, der vor allem ins
Ausland blickt. Die EntDie Jury begründete ihre
scheidungen sind wenig
Auswahl so: „Bei A new
überraschend, aber allesamt
Beginning handelt es sich
um ein klassisches, be- „The Kore Gang“, „Assassin’s Creed: Brotherhood“ sowie „A new Beginning“ sind einige der Gewinner des Deutschen vollkommen gerechtfertigt.
reits mehrfach prämiertes Computerspielpreises und des Deutschen Games Award 2011.
Shots: DCP/Ubisoft Mit Starcraft 2: Wings of Liberty ist ein EchtzeitstratePoint&Click-Adventure,
gie-Epos als Bestes Internationamit einbezogen werden. Das Spiel
In einem fiktiven Zukunftsstaat
Klimakatastrophe, die das Ende
das sich durch seine spannende,
les Computerspiel ausgezeichnet
ist kostenlos, im Browser spielbar
muss der Spieler durch den Bau
der Menschheit bedeutet.
tiefgründige und anspruchsworden, das binnen kürzester Zeit
und wurde explizit auch für den
von Kraftwerken, Forschung und
volle Geschichte von vergleichseinen Vorgänger als Standard auf
Einsatz im Schulunterricht konInformationspolitik für einen umWie die Auszeichnung von „A
baren Spielen abhebt.“ Die Story
Lan-Partys und Meisterschaften
zipiert.
weltverträglichen
Energiemix
new Beginning“ zeigt, ist die akdreht sich um den Sohn eines
abgelöst hat. Bestes Internationasorgen. Dabei müssen Ratschläge
tuelle Energiediskussion auch am
Wissenschaftlers, der an einem
les Konsolenspiel wurde AssasBei der Auszeichnung des besten
und Sorgen von Bürgern und
Computerspielpreis nicht vorbeiProjekt zur Erzeugung sauberer
sin’s Creed: Brotherhood, Bestes
Browser Games würdigten die JuFachleuten berücksichtigt sowie
gegangen. Und so erscheint es nur
Energieformen arbeitet. Von eiInternationales Mobiles Spiel
roren vor allem die Programmierlangfristige Folgen des eigenen
logisch, dass Energetika zum Besner Besucherin aus der Zukunft
World of Goo. Michael Frömmert
leistung: „Die Siedler Online setzt
Handelns in die Entscheidungen
ten Serious Game gewählt wurde.
erfährt er von einer drohenden
N MUSIC / VIDEO / GAMES / BOOKS
N AM RANDE
Foo Fighters
Rapunzel
Die Sims: Mittelalter
Krieg der Klone
W
F
b dem Frühjahr 2011 können Spieler mit Die Sims:
Mittelalter von Electronic Arts
eine Reise in vergangene Zeiten
unternehmen. Der neueste Titel aus dem „Die Sims“-Studio
verspricht ein neues, fesselndes
Mittelalter-Spielerlebnis,
bei dem man erstmals Helden
erschaffen, Quests bestreiten
sowie ein Königreich aufbauen und regieren kann. In den
Geschichten voller Drama, Romantik, Konflikten und Komik
stehen dabei als Sims-Helden
ganz unterschiedliche Charaktere zur Auswahl – vom König
bis zum Schmied. Vorerst nur
für PC und Mac.
A
I
as kann man vom neuen „Foo
Fighters“-Album halten? Eine
ganze Menge. Oder besser: ein
Maximum an Lärm und Wahnsinn.
Doch eigentlich sind die Erwartungen an das siebte „Foo Fighters“-Album sowieso nicht mehr zu toppen.
Millionen von Fans weltweit erwarten nicht weniger als ein weiteres
Meisterwerk. Die „Hauptschuld“
daran trägt nicht zuletzt die Band
selbst: Seit Wochen und Monaten
veröffentlichen Dave Grohl und
Kollegen in schöner Regelmäßigkeit Details über die Arbeiten an
„Wasting Light“, die es allesamt in
sich haben und die „Foo Fighters“Anhänger auf allen Kontinenten in
Euphorie versetzen.
lynn Rider ist ein Dieb, wie er im
Buche steht. Smart, charmant
und seinen hartnäckigen Verfolgern
immer einen Schritt voraus. Doch
als er eines Tages auf der Flucht einen scheinbar verwaisten Turm im
Wald entdeckt, erlebt er eine Überraschung. Dort trifft der gewiefte
Gauner auf Rapunzel, ein Mädchen
mit langem, seidig glänzendem
blondem Haar. Sie fängt ihn mit
ihren Haaren und fesselt ihn damit
an einen Stuhl. Rapunzel will raus
aus dem Turm, es beginnt ein haarsträubend komisches und warmherzig verwuscheltes Abenteuer für
das ungleiche Duo, bei dem sich die
beiden mehr als einmal in den Haaren liegen.
Auf DVD und Bluray.
n der Zukunft wird der interstellare Krieg gegen vermeintliche Alien-Invasionen mit
bizarren Mitteln geführt: Für die
Verteidigung der Kolonien im All
werden nur alte Menschen aus
den reichen Industriestaaten der
Erde rekrutiert. So wie John Perry, der mit 75 und dem Tod seiner
Frau Jane noch einmal einen neuen Anfang machen will. Doch ein
Geheimnis umrankt die Streitkräfte: Woher stammt das unerschöpfliche Reservoir an menschlichem
Kanonenfutter, dass in den Kampf
geschickt wird … John Scalzi zeigt
in „Krieg der Klone“ ein spannendes
Science-Fiction-Universum
auf. Absolut lesenswert.
DIHK: Jugend zu
wenig belastbar
F
ast jedes zweite Unternehmen
in Industrie, Handel und Versicherungen moniert zu wenig Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit
und Disziplin der Auszubildenden.
Dies zeigt eine Online-Umfrage
des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK) bei
gut 14 000 Betrieben. Die Klagen
der Firmen über fehlende soziale
Kompetenzen und Erziehungsdefizite bei jungen Menschen
hätten in den vergangenen fünf
Jahren kontinuierlich zugenommen, so DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Weniger
Klagen als in den Vorjahren gibt
es hingegen über die Deutschund Mathematikkenntnisse der
Schulabgänger. „Ein Grund zum
Jubel ist das aber noch nicht,
denn die Unzufriedenheit bleibt
insgesamt hoch“, heißt es in der
Auswertung der Umfrage. So halten noch immer 48 Prozent der
Unternehmen die „elementaren
Rechenfertigkeiten“ der Bewerber
für unzureichend (2006: 53 Prozent). Fortschritte gebe es beim
„mündlichen und schriftlichen
Ausdrucksvermögen“.
dpa
16
PRÄVENTION
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N AM RANDE
Erste-Hilfe-Wissen
wieder auffrischen
A
utofahrer sollten ihre Kenntnisse in Erster Hilfe freiwillig alle drei Jahre auffrischen.
„Liegt der letzte Kurs länger zurück, können sich immer weniger Menschen an die Inhalte erinnern“, erklärt Ralf Sick von der
Johanniter-Akademie in Münster. Vor allem die praktische
Anwendung des Gelernten sei
dann nicht mehr automatisch
abrufbar – „aber genau darauf
kommt es bei einem Notfall an.“
Die wichtigsten Handgriffe seien
die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage und das Anlegen
eines Druckverbandes. Grundsätzlich sollten sich alle Erwachsenen – egal, ob Autofahrer oder
nicht – regelmäßig in Erster Hilfe
fit machen, rät Sick. Die meisten Unfälle passierten bei der
Arbeit, in der Familie oder beim
Sport. Auffrischungskurse seien
ab einer Dauer von zwei Stunden
möglich.
dpa
Richtiger Popsong
kann Leben retten
M
it 100 Stößen pro Minute
soll die Herzdruckmassage
erfolgen, die Leben retten kann.
US-Wissenschaftler haben sich
Gedanken gemacht, wie Laienhelfer diese Frequenz am besten finden können und sind bei
einem Popsong fündig geworden.
Der Bee-Gees-Song „Staying alive“ ist mit seinen 103 Schlägen
pro Minute ganz nah am Ideal.
Wer das Lied im Kopf hat und zu
seinem Rhythmus drückt, macht
es richtig. Als hätten es die Bee
Gees geahnt: Übersetzt heißt der
Song: Am Leben bleiben.
dpa
Bluthochdruck:
Sport nur moderat
W
er gegen seinen Bluthochdruck Sport macht, sollte
sich dabei nicht überlasten. Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Tennis sei
nur geeignet, wenn es ohne Ehrgeiz und nicht unter Wettkampfbedingungen betrieben wird, erklärt die Deutsche Herzstiftung
in Frankfurt. Der Puls dürfe nicht
zu stark steigen. Tabu sei das
Training ohnehin, wenn die Werte
höher als 160/95 mmHg liegen.
Der Blutdruck gilt als hoch, wenn
er über 140/90 mmHg liegt.
Ohne Behandlung kann das der
Stiftung zufolge zu schweren bis
lebensgefährlichen Erkrankungen
wie Herzinfarkt, Schlaganfall und
Nierenversagen führen. Pro Woche drei bis fünf Trainingseinheiten von mindestens einer halben
Stunde bewirken aber bei vielen
Menschen, dass der Blutdruck
um fünf bis zehn mmHg sinkt.
Daneben wirken sich Abnehmen
und eine gesunde Ernährung
mit wenig Kochsalzkonsum und
mäßigem Alkoholkonsum positiv
aus.
dpa
N INTERVIEW
Ostern ist Eierzeit
D
as Osterfest steht wieder
vor der Tür: Gesundheit
und mehr traf sich mit
Lars Dietrich, Diätassistent und
Leiter des Ernährungsteams
am Universitätsklinikum Leipzig und befragte ihn zu den Ernährungsmythen rund ums Ei.
Frage: Herr Dietrich, stimmt es,
dass bei erhöhtem Konsum von
Eiern der Cholesterinspiegel
des Menschen steigt?
Lars Dietrich: Nein, das stimmt
nicht. Unser Körper produziert
selbst genügend Cholesterin,
zusätzlich nehmen wir aber
mit der Ernährung Cholesterin
auf. Bei erhöhter CholesterinAufnahme reguliert der Körper
die Eigenproduktion. Cholesterin ist für die Produktion von
Vitamin D besonders wichtig,
sowie für den Aufbau der
Zellmembran. Eier enthalten
zudem biologisch hochwertiges Eiweiß, was eine positive
Wirkung auf den Stoffwechselprozess des Körpers hat. Die
Geschichte mit den erhöhten
Cholesterinwerten durch Eierkonsum ist also nur ein Märchen.
Wie lange sind Eier generell
haltbar?
Frische Eier sind bis zu 28 Tage
nach dem Legen haltbar. Gekochte und gefärbte Eier sollten
innerhalb von einer Woche verzehrt werden. Da sehe ich bei
industriell gefärbten Eier ein
wenig die Problematik, dass
der Käufer nicht mehr weiß,
wann die Eier gelegt wurden.
Denn dadurch dass es industrielle Ware ist, müssen die
Nummern auf dem Ei, die das
Legedatum darstellen, nicht
mehr verzeichnet werden.
Gibt es einen Frischetest durch
den ich zu Hause sehen kann,
ob meine Eier noch frisch
sind?
Ja. Füllt man ein Glas mit
Wasser, gibt etwas Salz dazu
und legt dann das ungekochte
Ei hinein, sieht man, wenn es
am Boden liegen bleibt, dass
es frisch ist. Schwimmt es hingegen nach oben, ist es älter
als 28 Tage. Das hängt damit
zusammen, dass die Luftblase
sich im Ei vergrößert, je älter
es ist.
Trotzdem gibt es Richtwerte
wie oft man ein Ei verzehren
darf?
Wie kann die SalmonellenGefahr durch Eier vermieden
werden?
Richtig. In der Regel sollte man
zwei bis drei Eier in der Woche
essen. Wir Deutsche essen im
Durchschnitt sogar vier Eier in
der Woche. Dazu gehören allerdings auch verarbeitete Eier,
wie beispielsweise in Nudeln
und im Kuchen. In der Osterzeit werden etwa drei Eier pro
Woche mehr gegessen.
Die Gefahr der Salmonelleninfektion ist im Umgang mit
rohen Eiern gegeben, bei gekochten Eiern oder Eierspeisen
besteht keine Gefahr mehr.
Für Kindern ist die Gefahr
einer Infektion am größten, da
sie die Folgen wie Durchfall
nicht so schnell kompensieren
können wie Erwachsene. Deswegen sollten Heranwachsende
keine frischen Eier auspusten,
sondern diese sowieso etwas
schwierige Aufgabe den Erwachsenen überlassen. Noch
besser ist es, dünne Strohhalme in das Ei zu stecken und
dadurch Eiweiß und Eigelb aus
der Schale laufen zu lassen.
Hat die Farbe der Eierschalen,
also braun oder weiß, Einfluss
darauf, wie gesund sie sind?
Nein. Die Schalenfarbe spielt
bei den Eiern, was die Gesundheit betrifft, keine Rolle.
Schließlich haben beide denselben Inhalt. Allerdings lassen sich weiße Eier bedeutend
leichter färben als braune.
Wenn Sie schon vom Färben
sprechen. Gibt es neben den
industriellen Färbemethoden
auch natürliche Techniken?
Definitiv. Mit Früchtetee werden die Eier beispielsweise rot
und mit schwarzem Tee bräunlich. Legt man Zwiebeln mit ins
kochende Wasser erhält man
eine gelblich-braune Färbung.
Möchte man ziegelrote Ostereier sollte man Sandelholz mit
ins Kochwasser geben. Damit
die Eier glänzen, einfach nach
dem Färben mit Speckschwarte
einreiben. Das hat zusätzlich
den Vorteil, dass die gefärbten
Eier länger haltbar sind.
Eine Eierei: UKL-Ernährungsberater Lars Dietrich mit den Objekten der österlichen Begierden.
Foto: ukl
Nun gibt es zu Ostern nicht nur
gefärbte Eier, sondern auch
Schoko-Eier. Wie viel ist denn
von der süßen Nascherei erlaubt?
Ich würde sagen, soviel wie in
eine Kinderhand passt, ist in
Ordnung. Allerdings nur, wenn
nach Ostern der Konsum der
Leckereien wieder reduziert
wird. Man sollte, wenn möglich,
lieber zu Schokolade mit einem
hohen Kakaoanteil greifen, denn
bei dieser Sorte ist der Zuckeranteil geringer. Im Endeffekt
sollte jeder das Fest genießen
und dazu gehört auch mal das
ein oder andere süße Osterei.
Interview: Franziska Henkel
Ostern: Warum
färben wir Eier?
D
as Färben der Eier hängt
mit der katholischen Fastenzeit zusammen. Früher
waren Lebensmittel im Winter
sehr knapp. Die wenigen Eier,
die es vor Ostern schon gab,
wurden gesammelt und zu
Ostern in der Kirche als Symbol der Fruchtbarkeit geweiht.
Da während der 40-tägigen
Fastenzeit keine Eier gegessen
wurden, wurden sie gekocht,
damit sie nicht verdarben. Um
rohe von gekochten Eiern zu
unterscheiden, wurden sie mit
Zwiebelschalen und Fruchtsäften gefärbt.
Das Eierfärben ist eine österliche Tradition, die in vielen Familien
seit Generationen gepflegt wird.
Foto: dpa
FITNESS, BEAUTY & WELLNESS
17
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N FASTEN-ENDE
Zeit der Neugeburt
u Ostern ist die christliche Fastenzeit von 40 Tagen zu Ende.
Ob religiös motiviert oder nicht
– das Frühjahr nutzen immer mehr
Menschen, um zu fasten. Der Verzicht kann dabei ganz unterschiedlich aussehen. Die einen verkneifen
sich Dinge, die sie nur schwer entbehren können: Zigaretten, Alkohol,
Fleisch, Süßigkeiten, Fernsehen
oder die Nutzung von sozialen Internetnetzwerken wie facebook.
Andere wiederum üben den Totalverzicht. Sieben Tage ohne Essen
oder mehr.
Z
selbst hat diese Erfahrung schon
gemacht.
So schwer die Enthaltsamkeit anfangs ist, so positiv wirkt sie auf Körper, Geist und Seele. „Man steigert
die eigene Leistung während des
Fastens, weil sich der Organismus in
dieser Zeit nicht mehr mit der Verdauung beschäftigen muss“, erklärt
Die Entsagung mag demjenigen,
der noch nicht gefastet hat, wie
eine unnötige Qual vorkommen.
Doch so ungewöhnlich ist das
Fasten für den Körper gar nicht.
„Genau genommen fasten wir täglich, nämlich nachts, wenn wir
Wer fasten will, sollte dies jedoch
vorbereiten und ein paar Regeln beachten. „Der Körper muss langsam
darauf eingestellt werden, indem
man schon in den Tagen vorher
weniger isst. Ebenso wichtig ist
nach dem Fasten die Phase, in der
sich der Körper wieder an Nahrung
gewöhnt.“ Für die Zeit des Verzichts
gilt, ausreichend zu trinken, vor allem warme Getränke, und sich viel
Zeit für sich selbst zu nehmen.
Wer fasten will, der sollte bestimmte Regeln befolgen und seine
persönliche Fastenzeit gründlich vorbereiten.
Foto: ukl
Jana Hösel, Ernährungsberaterin
am Integrierten Forschungs- und
Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig. Sie
schlafen“, sagt Jana Hösel. „Der
englische Ausdruck für Frühstück
heißt nicht umsonst ‚breakfast’.“
Nach ein paar Tagen fühlt man sich
leichtvoller Energie. Fasten reinigt
den Körper und die Seele. Man
fühlt sich wie neu geboren.“ Ein
angenehmer Nebeneffekt ist der
Gewichtsverlust. Abnehmen sollte
aber nicht der eigentlich Sinn und
Zweck des Fastens sein. „Aber es
kann ein Einsteig sein und Impulse
für Veränderungen und neue Gewohnheiten geben.“
Wer gesund ist, kann bedenkenlos
fasten. Wer unter Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Krankheiten wie beispielsweise Adipositas
leidet, sollte sich dagegen erst mit
seinem Arzt absprechen. Fasten soll
schließlich wohl tun, nicht schaden.
Carmen Brückner
N FASTEN-TAGEBUCH
„Eine gekochte Nudel wäre schon toll gewesen“
I
FB-Mitarbeiterin Claudia Silbermann fastet seit vielen Jahren
ein- bis zweimal pro Jahr. Ihre
Motivation: den Körper reinigen
und sich selbst mehr Aufmerksamkeit und Beachtung schenken.
Eine Woche lang zu verzichten ist
nicht einfach. „Doch ab Tag 3 fühlt
man sich gut dabei“, sagt Claudia
Silbermann. Eigentlich. Dieses
Mal hat sie ein Fasten-Tagebuch
geführt, um uns an ihren Gefühlen
und Gedanken teilhaben zu lassen.
Eine Offenbarung. In ihrer Fastenwoche nimmt Claudia Silbermann
nur Tee, Wasser, verdünnten Saft
zum Frühstück und ab und zu
Sauerkrautsaft zu sich. Jeden Mittag lutscht sie eine Scheibe Zitrone
aus und isst einen Teelöffel Honig.
Die Vorbereitung:
Donnerstag und Freitag
Donnerstag: Ab jetzt keine Genussmittel mehr. Verzicht auf
Kaffee und Alkohol.
Freitag: Heute deutlich weniger
gegessen: nichts Süßes, nichts
Fettiges, keine Kohlenhydrate,
nichts Schweres. Nur Naturjoghurt mit Körnern, mittags und
abends Salat. Letzte Besorgungen
für die Fastenwoche: Birkenblätter-, Brombeerblätter- und Melissentee, Beeren- und Apfel-MangoSaft. Habe heute extrem Hunger.
Vermisse Kaffee furchtbar. „Die
mentale Vorbereitung auf meine
Fastenzeit beginnt schon eine
Woche vorher. Das ist wichtig für
mich, weil ich dann mit dem Verzicht besser umgehen kann.“
Die Fastenwoche
1. Tag Verzicht, Samstag: Den
ganzen Tag Kopfschmerzen.
Frederik* war nicht da, hatte die
Kinder und musste ihnen das Essen machen. Kartoffeln mit Spinat und Ei. Den Löffel nicht abzulecken, war schwer. Bin total
gereizt. Kinder habe ich mittags
schlafen gelegt, damit ich auch
schlafen konnte – einfach um
den Tag rumzukriegen. Um Zeit
zu überbrücken. Danach Fußball draußen gespielt. Kopfweh
und Hungergefühl – beides blöd.
Abends in die Badewanne, mir
war kalt, dann mit Wärmflasche
ins Bett anstatt mit Wein auf die
Couch.
2. Tag Verzicht, Sonntag: Habe
schon mal auf den Plan geschaut,
was morgen kommt. Frederik
und die Kinder haben ausgiebig
gefrühstückt wie jeden Sonntag. Ich bin auf die Couch, wollte
mir das nicht anschauen. Kopfschmerzen seit Mittag weg. Nachmittags mit unserem Besuch zum
Völkerschlachtdenkmal. Stufen
haben mich total angestrengt,
fühle mich zittrig und fahrig. Danach Kaffee und Kuchen bei uns
zu Hause. Mitleid kann ich gar
nicht vertragen. Die Versuchung,
nur einen Krümel zu naschen,
war schon sehr groß. Habe mal
wieder gedacht, was für ein Mist.
Abends gemeinsames Kochen
mit den Gästen. Bin ins Wohnzimmer, dann doch in die Küche.
Eine gekochte Nudel wäre schon
toll gewesen. Danach SpieleAbend mit Knabbereien. Eigentlich geht es den ganzen Tag nur
ums Essen. Das wird mir mal
wieder klar.
„Die Erfahrung, die ich in den
letzten Jahren beim Fasten gemacht habe, hat mich über die
ersten zwei Tage getragen. Ich
wusste, dass die Versuchung,
doch etwas zu essen, kleiner
wird. Durch den Besuch habe ich
mich, was meine Laune anging,
zusammen gerissen. Mein Mann
schreibt meine Laune dem Fasten zu.“
3. Tag Verzicht, Montag: Endlich keine Kopfschmerzen mehr.
Unruhig geschlafen, kam nicht
aus dem Bett. Den anderen
beim Frühstücken zuzusehen,
Claudia Silbermann
fastete
und führte Tagebuch. Foto: ukl
war nicht mehr schlimm. Hungergefühl wird weniger. Das
Schlimmste ist überstanden.
Musste dringend ne Stunde
schlafen, war aber insgesamt gut
drauf. Laufen heute Nachmittag
hat mir gut getan.
4. Tag Verzicht, Dienstag: Ab
Mittag ziemliches Tief. Kratzbürstig, wollte was essen, vom
Kopf her, nicht mal dass ich Hunger hatte. Habe Stunden gezählt.
Konnte wenig mit mir anfangen.
Bin zeitig ins Bett. Abends kam
der Durchhänger. Hatte das
Gefühl der Unterzuckerung.
Kinder finden das komisch, dass
ich nichts esse. Sollte doch aufhören mit dem Verzicht, meinten
sie. Dann könnte ich wieder mit
ihnen essen. Ist wichtig bei uns
zu Hause. Für Freitag hat sich
Besuch zum Spiele-Abend angekündigt. Hadere noch mit mir, ob
ich das will. Will ja keine Spielverderberin sein, aber auch kein
Objekt des Spottes.
5. Tag Verzicht, Mittwoch: Heute ging´s mir gut. Tag 5! Dachte
mir: Alles nur noch dreimal.
Dreimal nicht mehr Frühstücken
usw. Mehr als die Hälfte ist also
geschafft. Dieses Mal habe ich
nicht das Gefühl, dass ich die
Zeit brauche, um Körper und
Kreislauf wieder ans Essen zu
gewöhnen. Tage erscheinen mir
unheimlich lang. Energiezufuhr
fehlt eben. Gut, dass ich nur
vormittags arbeite. Zu wissen,
ich muss nachmittags nicht leistungsfähig sein, entspannt mich.
Fasten ist ja nicht nur Quälerei,
sondern Zeit für sich selbst. Ist
wie ein Reset. Merke aber, dass
mir freie Zeit für mich fehlt. Frederik ist wieder ganz zufrieden
mit mir.
6. und 7. Tag Verzicht, Donnerstag und Freitag: Zum Glück
ist das Fasten bald zu Ende.
Bis Mittag war alles ok, fühlte
mich energiegeladen, hatte kein
Bedürfnis zu essen. Aber dann.
Liegt vermutlich daran, dass ich
arbeite. Habe zwar durchgehalten, bin aber die Versuchung bis
heute nicht losgeworden. War
sonst nicht so. Dieses Mal steht
die Enthaltung irgendwie in
keinem Verhältnis zu dem, was
ich erwartet habe. Wenn ich das
so die ersten Male empfunden
hätte, weiß ich nicht, ob ich das
noch einmal gemacht hätte.
Die Wieder-Gewöhnung
Essen
ans
Samstag: Habe mich gefreut wie
verrückt. Mein erster Apfel zum
Frühstück! Habe beschlossen, die
Eingewöhnung nicht wie sonst
über 4 Tage hinaus zu zögern.
Will nicht noch 4 Tage darben.
Will wieder normal essen, weil
mir das positive Gefühl diesmal
so gefehlt hat. Nachmittags ein
halbes Stück Kuchen gegessen,
war mir egal.
Abends aber nur noch Joghurt.
Sonntag: Waren heute frühstücken, konnte mich auch zurückhalten. Gab ein Minifrühstück
mit Brötchen und halbem Ei.
Nachmittags dann eine kleine
Portion Nudeln, weil ich abends
Laufen wollte. Hätte ich lassen
sollen, hatte Magenkrämpfe
beim Joggen. Seitdem habe ich
nur weiterhin viel getrunken.
Montag: Zum Frühstück eine
Scheibe Brot und ein Apfel.
Mittags Salat. Immer noch viel
trinken. Um die vier Liter. „Dieses Mal habe ich es als 7 Tage
Quälerei empfunden. Deshalb
überlege ich mir noch, ob ich im
Herbst wieder eine Fastenwoche
einlege. Ich habe festgestellt,
dass es keine gute Idee ist, sich
das vorzunehmen. Auf jeden Fall
nutze ich meine Fastenwoche als
Anstoß, um mich wieder mehr
zu bewegen und auf ein positives
Körpergefühl zu achten.“
Claudia Silbermann
*Name von der Redaktion geändert
18
IHR GELD, IHR RECHT
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N ALTERSVORSORGE
Riester-Verträge sind regelmäßig zu überprüfen
R
Familienkassen und dem
Finanzamt möglich. Unberechtigte Zulagen werden
zurückgefordert. Im Einzelfall kann das teuer werden:
„Da können schon mehrere
hundert Euro zusammenkommen“, sagte Pischke.
iester-Verträge sollten
regelmäßig
überprüft
werden.
Besonders
wenn sich die Lebensumstände ändern, müssten Sparer
aktiv werden, sagte Theo
Pischke von der Stiftung Warentest. Kommen zum Beispiel Kinder hinzu, änderten
sich die Voraussetzungen
für die staatlichen Zulagen.
Nach Informationen des Bayrischen Rundfunks (BR) hat
der Bund von mehr als 1,5
Millionen
Vorsorgesparern
die staatlichen Zuschüsse zurückgefordert.
Kunden seien meist nicht
richtig aufgeklärt, kritisiert
auch Manfred Westphal von
Verbraucherzentrale
Bundesverband in Berlin: Sowohl
die Produkte selbst als auch
die Regeln für die staatlichen
Zulagen seien kompliziert,
so der Verbraucherschützer.
Für Verbraucher könne das
ein Nachteil sein, wie die aktuellen Fälle zeigten.
„Die Kunden werden oft
alleingelassen“, bemängelte
auch Theo Pischke. Die Versicherungsunternehmen
würden sich nach Vertragsabschluss nicht genug um
ihre Kunden kümmern. Aber
auch die Kunden selbst wür-
Ein häufiger Fehler sei, dass
Sparer ihren Mindestbeitrag von 60 Euro pro Jahr
nicht zahlten, sagte Pischke.
„Oder die Kinder bekommen
kein Kindergeld mehr“, so
der Experte. „Dann entfällt
auch Berechtigung für die
Kinderzulage.“ Doch selbst,
wenn die Zulagen zurückgefordert werden, Angst um
ihre Riester-Renten müssten
die Versicherten nicht haben. „Die Versicherungen
werden die Verträge nicht
kündigen.“
Wollen Bürger nicht nur mit der staatlichen Rente hantieren
müssen, sollten sie in Zusatzvorsorge investieren. Foto: dpa
den ihre Verträge nach ihrer
Unterschrift abheften. „Danach schauen sich viele die
Unterlagen nicht mehr an.“
Doch das kann ein Fehler
sein, denn derzeit wird die
N AKTUELLE URTEILE
Keine Pappeln an Parkplätzen
B
Zulagen-Berechtigung der
Riester-Sparer
systematisch überprüft. Dies ist seit
der vollständigen Vernetzung der Zulagenstelle mit
den Meldebehörden, der
Rentenversicherung,
den
Urlaubsanspruch bleibt bestehen
rbeitnehmer verlieren nicht ihren Urlaubsanspruch, wenn sie
eine Zeit lang eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
erhalten. Der Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub und den
Zusatzurlaub für Schwerbehinderte bleibt in solchen Fällen bestehen.
Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts
Schleswig-Holstein. In dem Fall ging es um einen schwerbehinderten
Beschäftigten im öffentlichen Dienst, der 2004 dauerhaft erkrankt
war. Ihm wurde zunächst befristet eine Rente wegen Erwerbsminderung bewilligt. Danach erhielt er eine Dauerrente und schied 2009
aus dem Arbeitsverhältnis aus. Der Mann wollte aber auch den ausstehenden Urlaub für die Jahre 2005 bis 2009 ausgezahlt bekommen.
Die Landesrichter gaben seiner Klage fast in vollem Umfang statt.
Es gebe keine ausdrückliche Vorschrift, nach der Arbeitnehmern
während des Bezugs einer befristeten Erwerbsminderungsrente der
Erholungsurlaub gekürzt werden könne, erläuterten die Richter. Der
Mann habe also Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub und
den Zusatzurlaub für Schwerbehinderte.
(Az.: 4 Sa 209/10)
Die nach dem früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannte
Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Die staatliche
Förderung über Zuschüsse und Steuervergünstigungen begann 2002, um Kürzungen bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Versicherte können monatlich
in eine private Rentenversicherung, einen
Banksparplan oder einen Fonds einzahlen. Ende 2010 lag die Gesamtzahl der
Verträge nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums bei 14,4 Millionen. Besonders empfohlen wird die Riester-Rente
für Familien mit Kindern und einem eher
geringen Einkommen. Für Geringverdiener
beträgt die Förderquote bis zu 90 Prozent.
Anfang 2008 erhöhte sich die Grundzulage für Riester-Sparer auf 154 Euro, die
Kinderzulage auf 185 Euro jährlich. Für
nach dem 1. Januar 2008 geborene Kinder gibt es bis zu 300 Euro vom Staat.
Sparer können alternativ die Beiträge
bis zu einer Höhe von 2100 Euro pro
Jahr steuerlich geltend machen. Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass
der Kunde vier Prozent seines jährlichen
Bruttolohns in den Vertrag einzahlt. Am 1.
September 2008 trat ein Gesetz in Kraft,
das selbstgenutztes Wohneigentum in
die Riester-Rente einbezieht. Seitdem
wird auch das Riester-Sparen junger Menschen stärker gefördert.
dpa
N SPAREN
§D
eschädigt ein herabfallender Ast einer Pappel
ein parkendes Auto, dann haftet derjenige, der
den Baum gepflanzt hat. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken.
Demnach ist der sogenannte Träger der Straßenbaulast – das können Städte, Landkreise, Bundesländer oder der Bund sein – dazu verpflichtet, hohe
Pappeln von Parkplätzen zu entfernen. Denn selbst
in gesundem Zustand neigten die Bäume dazu, Äste abzuwerfen,
befand das Gericht. Verbeulen dagegen Äste anderer Baumarten
das Autoblech, liege die Beweislast im Zweifel beim Geschädigten.
Mithilfe eines mehrere 1000 Euro teuren Baumgutachtens könne
dieser klären, ob die Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde
– zum Beispiel, weil ein kranker Baum nicht beschnitten wurde.
Ohne Rechtsschutzversicherung sehe es für den Geschädigten meist
schlecht aus.
(Az.: 4 U 482/09)
A
Versicherte sollten regelmäßig in ihre Verträge schauen, um eventuelle Rückforderungen zu vermeiden.
Besonders wenn sich die
Lebensumstände änderten,
sei das notwendig, so Pischke. Am besten sei es, sich in
einem solchen Fall an die
Versicherung zu wenden.
„Die können dann den Papierkram
übernehmen.“
Falk Zielke
Hintergrund:
Riester-Rente
Maßnahmen gegen Spritpreis-Schock
ie Kraftstoffpreise explodieren. Über die Osterfeiertage steht die nächste
saftige Preiserhöhung ins Haus.
Sprit spart, wer schlau fährt.
Hier die wichtigsten Sofortmaßnahmen gegen den Preisschock
an der Zapfsäule.
Die explodierenden Spritpreise
treiben derzeit vielen Autofahrer zu Recht die Zornesröte
ins Gesicht. Wer ein paar einfache Tipps beherzigt, kommt
dennoch halbwegs spritsparend
über die Runden. Generell gilt:
Der größte Spritsparer ist das
Auto, das nicht benutzt wird.
Gerade in der Stadt kommt man
oft schneller und ausgeruhter
ans Ziel, wenn man statt des
eigenen Pkw aufs Fahrrad umsteigt oder kurze Strecken zu
Fuß geht. Inzwischen sind die
Spritpreise auf ein so hohes
Niveau geklettert, dass die
Monatskarte für Bus und Bahn
eine echte Alternative darstellt.
Oft lohnt es sich auch, den Arbeitgeber auf ein vergünstigtes
Jobticket anzusprechen. Wo das
nicht möglich ist, sind Fahrgemeinschaften ein probates
Mittel, Kosten zu reduzieren.
Wer dennoch auf sein Auto nicht
verzichten kann, sollte auf unüberlegte Füßeleien mit dem
Gaspedal verzichten. Grundregel
Nummer eins: schnell hochschalten. Denn niedertouriges Fahren
ist speziell im Stadtverkehr die
sparsamste, umwelt- und motorschonendste Fortbewegungsart.
Faustformel: Den geringsten Verbrauch erzielt, wer im höchsten,
noch ruckelfrei fahrbaren Gang
unterwegs ist. Besonders schlaues Schalten zahlt sich aus. Wer
konsequent mit maximal 2000
U/min unterwegs ist, kann laut
den Verbraucherverbänden bis
zu 30 Prozent Sprit sparen. Auch
vorausschauendes Fahren wirkt
sich verbrauchsmindernd aus.
An der roten Ampel das Auto also
lieber mit eingelegtem Gang ausrollen lassen als heranzubrausen
und dann in die Eisen zu steigen.
Bei der Wahl des richtigen „Spritspargangs“ wird der Fahrer inzwischen bei vielen neuen Autos
von Schaltempfehlungen unterstützt. Im Display gibt ein Pfeil
oder eine Ziffer das Signal für den
richtigen Schaltpunkt an. Ford
setzt zudem auf den Spieltrieb des
Menschen. Wer früh schaltet und
möglichst gleichmäßig und mit
angepasstem Tempo fährt, wird
durch das System „EcoMode“
symbolisch mit Blumen im Zentraldisplay belohnt. Je besser die
Bewertungen in den Kategorien
„Schaltweise“, „Weitsicht“ und
„Geschwindigkeit“ ausfallen, desto
mehr Blütenblätter werden angezeigt. Auch beim VW Passat oder
im Audi A1 gibt ein sogenanntes
„Effizienzprogramm“ nützliche
Tipps wie „Fenster schließen“
oder „Motorbremse nutzen“.
Autos sind keine Rumpelkammern. Überschüssiges Gepäck
wie vergessene Sporttaschen
oder Wasserkästen gehen ebenfalls zu Lasten des Verbrauchs.
Auch die Dachbox sollte nach der
Urlaubsfahrt so schnell wie möglich wieder demontiert werden.
Die Box kostet bei einer Reisegeschwindigkeit von 130 km/h
mindestens ein bis zwei Liter
Treibstoff mehr auf 100 Kilometern. Die Reifen müssen regelmäßig auf korrekten Fülldruck
kontrolliert werden, denn bereits bei einem um 0,6 bar unter
dem Optimalwert liegenden Wert
steigt der Verbrauch um vier Prozent.
Markus Henrichs
SOZIALES
19
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N BÜRGERBETEILIGUNG
N AM RANDE
Sozialwahl geht in die heiße Phase
M
wird nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt.
Dabei gilt es, eine FünfProzent-Hürde zu überspringen.
it rund 48 Millionen Wahlberechtigten ist sie eine
der größten Wahlen in
Deutschland. Dennoch
fragen sich viele Bürger,
die in Kürze die Wahlunterlagen bekommen,
was die Sozialwahl ist.
Wann wird gewählt?
Die Sozialwahl ist eine
Briefwahl, sie findet alle
sechs Jahre statt. Die
Wahlunterlagen werden
in diesem Jahr zwischen
dem 11. und dem 21.
April verschickt. Rund
48 Millionen Versicherte
sind aufgerufen, bis zum
1. Juni ihre Stimme abzugeben.
Es geht um die Sozialversicherungen, zu denen
die gesetzliche Krankenund Unfallversicherung
sowie die gesetzliche
Rentenversicherung gehören. Die Träger sind
vom Staat unabhängige
Körperschaften des öffentlichen Rechts. Ein
wichtiges Prinzip ist,
dass Arbeitgeber und
Versicherte ein volles
Mitspracherecht haben
sollen. Dies wird über
Organe der Selbstverwaltung, die Parlamente, ausgeübt. Bei den
Ersatzkassen heißen sie
Verwaltungsräte, bei der
Deutschen
Rentenversicherung Bund ist dies
die Vertreterversammlung.
Wer sind die Mitglieder
der Parlamente?
Da sich Arbeitgeber und
Versicherte die Versicherungsbeiträge teilen, setzen sich die Parlamente
grundsätzlich auch je
zur Hälfte aus Vertretern der Versicherten
und der Arbeitgeber zusammen. Bei der Barmer GEK und der DAK
werden die Gremien
aber ausschließlich von
Foto: TK
Worum geht es?
Wie steht es um die
Wahlbeteiligung?
Über 48 Millionen Menschen in Deutschland sind dazu aufgerufen, bei der Sozialwahl Vertreter in die Selbstverwaltungen u.a. von Krankenkassen zu wählen.
Versicherten-Vertretern
gebildet. Die Mitglieder
der Parlamente arbeiten
ehrenamtlich – sie sind
selbst Versicherte.
Welche Aufgaben haben
die Parlamente?
Zu den Aufgaben der
Parlamente der Ersatzkassen gehören die
Wahl und Kontrolle des
hauptamtlichen
Vorstandes und die Verabschiedung des Haushaltes. Sie entscheiden
über die Erhebung von
Zusatzbeiträgen
oder
Gewährung von Bonusleistungen für die Versicherten. Zu den Aufgaben zählt aber auch
die Ernennung von Mitgliedern für die Widerspruchsausschüsse, die
in strittigen Einzelfällen
über Leistungen für Versicherte entscheiden.
Wie wird gewählt?
Techniker Krankenkasse,
Barmer GEK, DAK, KKHAllianz und hkk und die
Deutsche
Rentenversicherung Bund bitten die
Versicherten zur Urwahl.
Dabei wählt jeder Versicherte die Vertreter für
seine Versicherung. Zudem gibt es Wahlen bei
anderen, kleineren Trägern. Bei vielen Trägern
der Sozialversicherungen
werden die Organe aber
in „Friedenswahlen“ bestimmt – die Versicherten werden dann nicht
befragt. Vielmehr einigen
sich Arbeitnehmer- und
Arbeitgeber-Vertreter auf
die Bewerber, die dann
nach Ende der Wahlfrist
als gewählt gelten. Die
Friedenswahl war als
Ausnahme gedacht. Heute ist sie aber bei vielen
Sozialversicherungsträgern die Regel – viele kritisieren dieses Vorgehen
als undemokratisch.
Die Wahl ist nicht sehr
populär: Bei der vergangenen Wahl vor sechs
Jahren lag die Beteiligung bei 30 Prozent.
1999 gab es eine Wahlbeteiligung von rund 38
Prozent, 1993 von rund
43 Prozent.
Wer steht zur Wahl?
Was kostet die Sozialwahl
und wer zahlt?
Von den Versicherten
werden keine Personen
direkt gewählt, sondern
es geht – wie bei der
Zweitstimme der Bundestagswahl – um Listen, die in der Regel von
Verbänden
aufgestellt
werden, unter anderem
von
Gewerkschaften.
Versicherte sollten sich
also vorher informieren,
welche Liste für welche
Ziele eintritt. Die Zahl
der Vertreter, die je
Liste entsandt werden,
Da die Versicherten die
Briefe ohne Porto zurücksenden
können,
entstehen die Hauptkosten durch die Portoübernahme. Wie hoch
diese sind, hängt von
der
Wahlbeteiligung
ab. Bei der Sozialwahl
2005 entstanden Kosten in Höhe von rund
40
Millionen
Euro.
Dafür
kommen
die
einzelnen
Sozialversicherungsträger
auf.
Bettina Grachtrup
Viele Zuwanderer
ab 1. Mai erwartet
I
fo-Präsident Hans-Werner Sinn
erwartet angesichts der Öffnung
des Arbeitsmarkts für Arbeitskräfte aus Ost- und Mitteleuropa
eine große Zahl von Zuwanderern.
„Ich glaube, das ist gut so“, sagte
Sinn in München. Denn vom 1.
Mai an würden dann auch viele
Facharbeiter nach Deutschland
kommen, die bisher von vielen
Firmen vergeblich gesucht würden. Bisher seien die Grenzen
für Menschen offen gewesen,
die nicht arbeiten wollten, sagte
Sinn. „Es gab eine Immigration in
das Sozialsystem.“ Die falschen
seien gekommen. Das ändere
sich nun. „Das wird auch den Sozialsystemen helfen“, sagte Sinn.
Das Beispiel Großbritannien, das
die Freizügigkeit für Arbeitnehmer
schon länger habe, zeige, dass
keineswegs nur Hilfsarbeiter
kämen, sondern Fachkräfte. Es
entfallen die Beschränkungen auf
dem deutschen Arbeitsmarkt für
Menschen aus Ländern wie Estland, Lettland, Litauen, Polen,
Slowakei, Slowenien, Tschechien
und Ungarn. Die Freizügigkeit ermöglicht, dass EU-Bürger ungeachtet ihres Wohnortes in jedem
Mitgliedstaat arbeiten dürfen. dpa
Pflege in Sachsen:
Viele sind zu Hause
J
eder dritte Pflegebedürftige in
Sachsen lebt in einem Heim.
Das teilte das Statistischen
Landesamt in Kamenz mit. Ende
2009 gab es rund 131 700
Menschen, die Leistungen aus
der Pflegeversicherung bezogen.
45 800 von ihnen wurden stationär
in Heimen betreut. Rund 37 100
erhielten Hilfe von ambulanten
Pflegediensten. Fast 39 Prozent
aller pflegebedürftigen Menschen
wurden ausschließlich zu Hause
von Angehörigen versorgt.
dpa
N EUROPA
Amnesty International beklagt Ignoranz bei Flüchtlingsproblem
D
Viele Menschen aus Nordafrika suchen Zuflucht in Europa. Foto: dpa
ie
Menschenrechtsorganisation
Amnesty
International hat für die
Europäische Union ein neues
gerechteres
Zuständigkeitssystem für den Umgang mit
Flüchtlingen gefordert. Wolfgang Grenz, Asylexperte und
Vize-Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty
International, sagte in einem
Interview mit der „Leipziger
Volkszeitung“: „Die Ereignisse
der letzten Wochen machen
deutlich, dass das Zuständigkeitssystem nicht funktioniert.
Deshalb ist es richtig, ein neues,
gerechteres Zuständigkeitssystem zu schaffen. Bei einer zukünftigen Verteilung müssten
Anknüpfungspunkte von Asyl-
Zugleich forderte der Menschenrechtsexperte
Bundesinnenminister
Hans-Peter
Friedrich (CSU) auf, er solle
„gegenüber seinen EU-Kollegen dafür eintreten, dass die EU
den Ländern Nordafrikas auf
dem Wege zu einer Demokratie
hilft und sie auch wirtschaftlich
wirksam unterstützt“.
und Tunesien bei der Aufnahme der über 400 000 Menschen
aus Libyen hilft.“ Deutschland
sollte auch dem Appell des
Hohen
Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen
(UNHCR) folgen und einige
dieser Flüchtlinge aufnehmen.
„Die Aufnahme von bereits vom
UNHCR anerkannten Flüchtlingen, die im Aufnahmeland
aber keine Perspektive haben
und besonders schutzbedürftig
sind, hat im Fall der Aufnahme
von irakischen Flüchtlingen
bereits gut funktioniert.“
Damit könne der Migrationsdruck gemindert
werden.
„Zum andern soll er sich dafür
einsetzen, dass die EU Ägypten
Es sei wichtig, dafür zu sorgen, dass die „große Welle“
der Flüchtlinge aus Nordafrika
möglichst nicht komme. „Ver-
suchenden zu einem EU-Land,
aber auch das Bruttosozialprodukt und die Bevölkerungszahl
der Aufnahmeländer berücksichtigt werden.“
schärfte Grenzkontrollen und
das Abfangen von Asylsuchenden und Migranten im Mittelmeer werden auf Dauer keinen
Erfolg haben“, mahnte Amnesty International. „Sie verstoßen
auch gegen die Grundsätze des
Menschenrechts- und Flüchtlingsschutzes. Die EU muss den
Staaten Nordafrikas auf ihrem
Wege der Demokratisierung
auch wirtschaftlich intensiv helfen. Die Menschen dort müssen
wieder eine Lebensperspektive
in ihrem Land sehen.“
Dies könne neben der Demokratisierung und der Achtung
der Menschenrechte entscheidend helfen, den Wanderungsdruck zu mindern.
dpa
20
SPORT
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N HERZINFARKT-PATIENT
Der Wille und das Laufen
E
r wird beim Leipzig-Marathon nicht groß auffallen. Nicht mit Spitzenzeiten, und hoffentlich nicht mit
gesundheitlichen
Problemen.
Deshalb wird ständig ein Läufer neben ihm sein, der ebenfalls auf Bestzeiten pfeift, nur
seinen Nachbarn im Auge hat
und vorsichtshalber ein Handy
dabei hat. „Ein Jahr nach meinem Herzinfarkt geht es allein
ums Ankommen“, lächelt Lutz
Dohms.
Dass der 68-Jährige überhaupt
wieder einen Marathon in Angriff nimmt, ist medizinisch gesehen ein kleines Wunder. Denn
am 28. Februar 2010 hörte
sein Herz auf zu schlagen. Der
leidenschaftliche Hobbyläufer
hatte sich im Leipziger ClaraZetkin-Park eine neue Laufstrecke angesehen, sich wieder
in seinen Wagen gesetzt und
war auf dem Weg nach Hause.
In der Riemannstraße wurde
es ohne Vorwarnung plötzlich
dunkel. „Mir war nicht übel, ich
hatte keine Schwindelgefühle
und auch keine Schmerzen“,
erzählt er. „Ich war auf einmal
einfach weg.“ Sein Peugeot
rammte vier Autos und blieb
am Bayerischen Platz dann stehen – wie sein Herz.
„Ich hatte viel Glück“, blickt
Lutz Dohms zurück. „Die Passanten riefen sofort medizinische Hilfe, ich konnte wiederbelebt werden, wenig später
lag ich auf dem OP-Tisch.“ Die
Kardiologen des Leipziger Universitätsklinikums
öffneten
das verschlossene Herzgefäß,
setzten einen Stent, eine Gefäßstütze, ein und dann noch einen
Defibrillator, der das Herz stimuliert.
Bei der Abschlussuntersuchung
lernten sich Lutz Dohms und
Dr. Steffen Bender kennen. „Vor
mir saß ein körperlich und vor
allem seelisch stark angeschlagener, sehr trauriger Mann“,
erzählt der Facharzt des Fachbereiches
Kardiologie
und
Angiologie der Medizinischen
Klinik I. „Doch mir war schnell
klar, dass dieser drahtige und
durchtrainierte
Mann gute
Chancen zur Rückkehr in sein
aktives Leben hatte.“
Das sah Lutz Dohms anfangs
anders: „Ich hatte mit einem
Schlag einen anderen Körper.
Alles fiel mir schwer, ich fühlte
mich als körperliches Wrack.
Und vor allem: Ich hatte das Geschehen noch nicht mental bewältigt. Gerade hatte ich noch
für den Darß-Marathon geplant
– und nun kam ich kaum aufs
Klo. Das Laufen war mein Leben. So, wie ich mich damals
fühlte, war es aus mit dem Marathon.“
Nun also der Anruf von Dr.
Bender und der Beginn der großen Hoffnung. Und sie wurde
Realität. Gemeinsam mit dem
Institut für Sportmedizin an der
Universität Leipzig (Leiter Prof.
Dr. M. Busse), wurden leistungsdiagnostische Untersuchungen
durchgeführt. Zudem wurde der
Defibrillator von Lutz Dohms so
programmiert, dass er wieder
trainieren konnte. „Ab Juni
2010 ging es bei mir wieder
aufwärts, körperlich und seelisch zugleich. Denn ich hatte
meinen Lebensinhalt zurück“,
so Lutz Dohms. Woche und Woche steigerte er das Pensum –
ständig unter Kontrolle von Dr.
Bender. „Er hat einen Riesenanteil daran, wo ich heute bin. Der
Doktor hat nicht nur Tests und
Zwischenkontrollen gemacht,
sondern mich auch sportlich
beraten. Insgesamt ist er der
entscheidende Mann gewesen;
ich habe ihm unheimlich viel zu
verdanken.“
Ein Jahr nach seinem Herzinfarkt startet Lutz Dohms beim Leipzig-Marathon am 17. April.
Doch Dr. Bender kennt sich aus
mit dem Laufen und mit Sportlern. Er selbst war Triathlet, lief
den Ironman mit und betreute
als A-Lizenz-Trainer den Triathlon-Weltcupsieger von 2004.
„Die körperlichen Voraussetzungen sind die eine Sache, die
andere der eiserne Wille“, sagt
der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und
Ernährungsmedizin.
„Und bei Herrn Dohms
sah ich diesen Willen.
Zudem war Herr Dohms
sehr unglücklich ohne
seinen Sport. Laufen ist
sein Glück. “
Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk zusammen. Schon die
Hoffnung war wundervoll.“
Der Sport und Lutz Dohms gehörten seit Jahrzehnten zusammen. Von 1963 bis 1992 spielte
er Fußball, erst bei Rotation
Südost, dann Bezirksklasse bei
Motor West. Der pfeilschnelle
Foto: un
vor den Fernseher oder las Zeitung. Das ging nicht lange gut,
das war mir einfach zu wenig.
Und fett werden, das wollte ich
auch nicht.“
Die Läufer im Leipziger Friedenspark vor der Tür verlockten ihn, dort abends ein paar
Runden zu drehen. Und er kam
auf den Geschmack.
2000 startet er erstmals bei Leipziger
Stadtlauf und hielt
gut mit. Nach dem
Oberholzlauf im gleichen Jahr ging er zur
DHfK-Senioren-Laufgruppe. Seinen ersten
Inzwischen quälte sich
Marathon lief er 2001
Lutz Dohms bei der
beim
Leipzig-MaReha. Aber nicht, weil
rathon. Der damals
die Anforderungen so
58-Jährige
schaffte
hoch, sondern weil
dabei eine Zeit von
sie aus seiner Sicht zu
3:42 Stunden. Weitere
niedrig waren. „Das
Läufe über die Mamverordnete Lauftraining
mut-Distanz
absolwar eigentlich nur ein
vierte er in Dresden,
schnelles Gehen. Ich
München und auf
schlug mich deshalb
dem Darß. „Die Deutabends in die Büsche, Der behandelnde Mediziner Dr. Steffen Bender ist schen Meisterschaften
um richtig zu laufen. Facharzt für Kardiologie am UKL. Foto: Ralf Seegers im Marathon 2006
Am Ende der Kur habe
in München waren
ich 20 Minuten Dauerlauf ge- Mittelstürmer wechselte mit sicher der Höhepunkt. Start
schafft – das war doch schon den Jahren auf die Vorstopper- und Ziel im Olympia-Stadion,
etwas“, erzählt er. Das echte Position. Mit knapp 50 hängte herrliches Wetter, ein tolles
Hochgefühl kam aber durch ei- er die Fußballschuhe an den Publikum – das war schon benen Anruf von Dr. Bender. „Er Nagel. „Anfang der 90er Jahre eindruckend. Meine Bestzeit
fragte mich: Wollen Sie in einem war die Arbeit in meiner Firma erreichte ich mit 3:32. Ich war
Jahr wieder Marathon laufen? ziemlich stressig“, erzählt der vom Laufen richtig besessen.
Der Doktor hielt es mit Vernunft, Schlossermeister. „Aus der PGH Und dann kam der Unfall …“
geringen Einschränkungen und wurde eine GmbH. Wir bemüh- Wenn er vom 28. Februar 2010
engmaschiger
medizinischer ten uns um Aufträge, ich fuhr erzählt, spricht er immer vom
Betreuung für möglich. Mir fiel nach München und Ludwigs- Unfall, nicht vom Infarkt. Unvor Freude das Telefon aus der hafen. Ich kam nach Hause, aß, fall – das klingt nicht so mediziHand. Das war mehr als ein setzte mich mit der Flasche Bier nisch, nicht so gefährlich.
Als Vorbereitung für den Leipzig-Marathon ist Lutz Dohms
durchschnittlich 60 bis 70 Kilometer pro Trainingswoche gelaufen. In den letzten Wochen
schraubte er sein Pensum auf
50 Kilometer zurück. „In der
Woche vor dem Marathon bin
ich nur noch 20 Kilometer gelaufen, also so gut wie nichts“,
sagt er. „Damit bin ich bestens
auf meinen ersten großen Lauf
nach dem Unfall vorbereitet.“
Dass dieser Marathon-Lauf für
Lutz Dohms so besonders ist,
daran hat auch sein Sohn einen Anteil. „Meine drei Söhne
hatten nie was mit Sport am
Hut, das war für mich als Vater
schon zum Verzweifeln. Vor ein
paar Jahren fragte mich mein
Jüngster so nebenbei: Gibt es
eigentlich so etwas wie Laufpläne, oder läuft man einfach so?
Da konnte ich natürlich helfen.
Dann fragte er mich eine ganze
Zeit später: Wo muss man sich
eigentlich anmelden, wenn man
einen Marathon mitlaufen will?
Er hatte inzwischen von 105
auf 78 Kilogramm abgespeckt.
Und in diesem Jahr ist es soweit: Wir laufen erstmals einen
Marathon zusammen. Das freut
mich riesig.“
Der eigentliche Laufpartner von
Lutz Dohms wird aber Friedemann Munkelt sein. Der Leiter
der DHfK-Senioren-Laufgruppe
wird mit der Erfahrung von
70 Marathonläufen neben ihm
herlaufen und „seinen Patienten“ scharf im Auge behalten.
„Wenn er mir sagt, ich soll aufhören, werde ich aussteigen“,
so Lutz Dohms. „Das habe ich
versprochen und das werde ich
halten. Ich will ja noch ein paar
mehr Marathons in meinem
Leben laufen.“ Uwe Niemann
21
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N INTERVIEW
Frank Rost: „Den Bezug zur Region wahren“
D
er Leipziger Frank Rost,
37, gehört seit Jahren
zu den besten deutschen
Fußball-Torhütern. Vor einigen
Tagen hat der Schlussmann
des HSV seinen Rücktritt zum
Saisonende erklärt. Rost über
seine Zeit in der Bundesliga,
RB Leipzig, die Bedeutung der
Fans und eine mögliche Rückkehr in seine Heimatstadt.
Frage: Hat der HSV erst kürzlich gegen den kommenden
Deutschen Meister remis gespielt?
Frank Rost: Es scheint so. Obwohl, wenn der BVB gegen
Freiburg auch nur unentschieden spielt, dann kann es noch
mal eng werden. Im Fußball
ist ja alles möglich. Aber Dortmund war schon sehr dominant, gerade in der zweiten
Halbzeit. Der Ausgleich war
völlig verdient, nur unglücklich
für uns. Wir waren nur noch zu
zehnt, da war es schwer.
Was zeichnet den BVB in dieser
Saison aus?
Sein großes Plus ist, dass er
unwahrscheinlich viel Druck
macht, das Spielfeld immer
klein hält, die Abwehr sich
immer an die vorderen Mannschaftsteile anschließt und immer attackiert. Das machen sie
schon teilweise in Perfektion.
Was zeichnet den HSV in dieser
Saison aus?
Dass wir ziemlich unberechenbar sind. Wir können gegen jeden verlieren und gegen jeden
gewinnen. Uns fehlt leider die
Konstanz. Die letzten Spiele
waren aber wieder etwas besser.
Lag es am Trainerwechsel?
Nein, es war insgesamt bei uns
schwierig und nicht einfach, in
Ruhe zu arbeiten.
Unter wie vielen Trainern haben Sie in Ihrer BundesligaLaufbahn trainiert?
Ich glaube es sind mehr als
zehn, wenn man allein hier
beim HSV die Interimstrainer
mitzählt – das waren schon
fünf oder sechs. Das dokumentiert aber auch, dass die Verweildauer eines BundesligaTrainers aktuell nur bei etwa
elf Monaten liegt. Man sollte
vielleicht mal hinterfragen, ob
das so noch etwas bringt.
Welche
besser?
Verweildauer
wäre
Naja, man kann nicht jedes
Jahr einen neuen Trainer holen
und denken, dass nach drei Mo-
naten schon alles perfekt funktioniert. Fußball ist ein Mannschaftssport, wo etwas wachsen
muss. Die Dortmunder haben
es ja vorgemacht. So ist es auch
in Mainz, Freiburg und auch
Leverkusen. Dort bleibt man
überall ruhig. Ich bin auch überzeugt, dass Bremen in der Liga
bleibt. Dieses Hin- und Hergewechsle erscheint wie Orientierungslosigkeit bei dem einen
oder anderen Entscheider.
Aber es ist doch besser, wenn
sich Fans mit ihrem Verein beschäftigen als wenn ihnen das
alles völlig egal ist.
Wie ist Ihr Verhältnis zu den
Fans?
Gut. Fans sind ein wichtiger
Teil des Vereins. Die Profiabteilungen werden eher geführt wie
Wirtschaftsunternehmen, was
ja auch zum Großteil notwendig
ist. Aber die Fans, die keine Aktionäre oder Kunden sind, muss
man ernst nehmen. Wenn das
Wort ein Gesicht dahinter hat,
dann ist das in Ordnung. Ein
Fan darf seine Meinung vertreten. Wir leben schließlich nicht
in einem DDR-Regime, wo alles
nur noch zensiert wurde. Man
muss die kritische Auseinandersetzung suchen und führen.
Fußball soll für alle da sein, ein
verbindendes und kein reines
Konsum-Element sein.
Bei wem haben Sie besonders
gern trainiert?
Man kann von allen etwas mitnehmen. Von manchen viel, von
anderen vielleicht, wie man es
nicht machen sollte.
Zum Beispiel von Mirko Slomka, der Sie einst in Schalke aussortierte?
Über einzelne Personen rede
ich nicht. Daran mache ich aber
nicht fest, ob jemand ein guter
oder schlechter Trainer ist.
Hatten Sie schon eine Diskussion mit Fans und sich danach
gesagt: Mensch, die haben
Recht.
Wie ist Ihr Verhältnis zu Trainer Slomka heute?
Ich bin grundsätzlich ein
freundlicher Mensch und sage
zu jedem guten Tag, weil ich
eine gute Kinderstube genossen habe. Ich lebe in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit.
In der Gegenwart haben viele
etablierte Vereine Probleme.
Mainz oder Freiburg sorgen
dagegen für Furore. Ist das
eine Zeitenwende in der Bundesliga?
Man sieht, dass alle nur mit
Wasser kochen. Es reicht eben
nicht, nur Spieler mit tollen
Namen
zusammenzukaufen.
Es ist wichtig, dass man die Erwartungen kontrollieren kann
und nicht sofort unter den
Druck gerät, Erfolg zu haben.
Dann kann eine Mannschaft
zusammenwachsen.
Genau
das macht zum Beispiel Jürgen
Klopp sehr gut.
Was tun Sie in der nächsten
Saison?
Damit beschäftige ich mich jetzt
noch nicht. Nach dieser Saison
werde ich eine Entscheidung
treffen.
Und vielleicht doch für einen
anderen Bundesligisten spielen?
Das schließe ich aus. Ich habe
für drei große Vereine gespielt
und dabei möchte ich es auch
belassen.
Hertha BSC soll an Ihnen interessiert gewesen sein.
Ein „Leipziger Junge“: Bundesliga-Torhüter Frank Rost. Foto: dpa
Das ist absoluter Käse.
Dann bleibt noch die Rückkehr
nach Leipzig.
Leipzig ist zwar meine Heimatstadt, aber im Moment ist ja
keine Bundesligamannschaft
da.
Aber Red Bull hat solche Ambitionen, und Sie könnten ja
auch in anderer Funktion mitarbeiten. Allerdings ist gerade
Ihr Freund Dietmar Beiersdorfer in Ungnade gefallen.
Das zeigt ja auch wieder, dass
man da sehr wenig Geduld hat.
Grundsätzlich hängt alles erst
mal davon ab, wer das Ganze
betreibt, wer die handelnden
Personen sind. So ein reines
Marketingprojekt wäre für
mich nicht interessant. Man
müsste die Leute in Leipzig mitnehmen und versuchen, den
Anteil der Spieler aus der Region hochzuhalten. Das ist zwar
ein hoher Anspruch, aber aus
meiner Sicht absolut möglich.
Unter dieser Bedingung wäre
es vielleicht eine reizvolle Aufgabe für mich. Aber wenn der
Verein nur Marketinginstru-
ment ist und sein einziges Ziel
ist, mit allen Mitteln so schnell
wie möglich erfolgreich zu sein,
dann nicht.
Können Sie sich vorstellen,
dass das Projekt RB Leipzig
von Erfolg gekrönt sein wird,
weil eben viel Geld investiert
wird?
Man muss immer den Bezug
zur Region wahren. Hoffenheim
hat zwar mittlerweile auch ein
paar Fans, aber es ist eben
nicht der HSV, nicht der BVB,
nicht Schalke 04. Ich schätze
die Arbeit von Dietmar Hopp in
Hoffenheim sehr. Ihm nehme
ich ab, dass er für seine Region etwas tun will. Aber eine
Tradition aufzubauen und eine
Fankultur zu entwickeln, das
dauert schon eine Weile. Doch
das ist wichtig, auch wenn es
den einen oder anderen nervt,
dass Fans eine eigene Meinung
haben.
Uli Hoeneß bekommt das gerade in München zu spüren und
wird von Fans angefeindet...
Uli Hoeneß ist Manns genug,
solche Kritik wegzustecken.
Wenn Fans beispielsweise fordern, der HSV solle nur noch
mit Hamburgern spielen, funktioniert das natürlich nicht in
der Praxis. Andererseits muss
man solche Meinungen berücksichtigen, und auch versuchen,
Kompromisse einzugehen. Die
Fans und Mitglieder sollen sich
ja mit dem Verein identifizieren.
Wenn keiner mehr im Stadion
ist, der den Mannschaften zujubelt und sie unterstützt, bringt
das auch nichts. Dann kommen
auch keine VIP-Gäste mehr ins
Stadion.
Wenn Sie noch mal 18 wären
– würden Sie wieder alles genauso machen?
Die Frage stellt sich mir nicht,
weil ich das Leben nicht zurückdrehen kann. Wenn man
über 400 Bundesligaspiele gemacht hat, sollte man ganz zufrieden sein.
Haben Sie sich nie gewünscht,
von dem einen oder anderen
Bundestrainer mehr Vertrauen
zu bekommen?
Olli Kahn und Jens Lehmann
haben mit ihren Leistungen
eine ganze Torhüter-Generation geprägt. Ich trauere dem
nicht hinterher.
Was ist, wenn morgen der FC
Bayern anruft, mit Ihnen sein
Torwartproblem lösen will und
Ihnen einen Vertrag anbietet?
Dann rufe ich Sie sofort an und
gebe Bescheid.
Interview: Winfried Wächter
22
RÄTSELSEITE
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N KREUZWORTRÄTSEL
engl.
Filmkomiker
(Stan) †
genug!
(ital.)
Abk.:
betreffend
Waschgefäß
dt.
Schauspieler
(Hans) †
franz.
Weißweinsorte
vorderasiat.
Staat
5
österr.
mundartlich:
hiesig
Urlaubsparadies
Maß der
elektrischen
Kapazität
Augenprüfung
nordeurop.
Felsinsel
Hüne
Hunnenkönig
Zeichencode (EDV)
US-amerikanische
Eliteuniversität
kurzer
zweitüriger
Pkw
chem.
Zeichen
für
Iridium
griech.
Göttin
des
Friedens
Urschrift;
Sonderling
Spielergebnis,
-stand
(engl.)
Abfallgrube
Kuchengewürz
des Esels
Stimme
ertönen
lassen
Brauchtum
die
Alpen
betreffend
7
so gut
wie
möglich
Stadt
bei Rom
Blüte
vor der
Entfaltung
4
5
6
7
8
sagenh.
Menschen
fressender
Riese
franz.
Adelsgeschlecht
Fluss
zur
Oise
oberer
Raumabschluss
notieren,
erinnern
Stadt in
Frankreich
3
poet.:
schmecken
kräftiger,
würziger
ind. Tee
männl.
Nachkomme
Turkvolkangehöriger
Zahlungsanweisung
Gesenk
zur
Blechbearbeitung
4
Umkreis
Vertrauensmissbrauch
2
1
Titulierung
finn.
Heißluftbad
Stufengestell
Seitenbestimmung
sauber,
fleckenlos
Sachvortrag
frz. Komponist
(Georges)
† 1875
Nomadenzeltdorf
Int. Luftfahrtverband
(Abk.)
Getreideart
Dorfwiese
Fett von
Meeressäugern,
Fischen
feinste
Schmutzteilchen
6
Raubkatze
Teil des
Mittelmeers
Anzeige
des Kalenders
Meeresraubfisch
Brand
Verbesserung des
Bestehenden (Mz.)
Extremsportgerät
Strom
der Pyrenäenhalbinsel
Strom
in
Afrika
eng
vertraut
2
Vogelkleid
nicht
außen
Hunderasse
Gespenstertreiben
9
Gliedmaßen
um
Almosen
Bittender
Nadelbaum
Fangvorrichtung
Gesichtsfarbe
(frz.)
talentierter
Mensch
kraterförmige
Senken
hervorragend
Geschichtsepoche
Textilien
herstellen
Schachfigur
Bewohner
einer
europ.
Hauptstadt
veraltet:
Gutspächter
Weite,
Fremde
Verständnis
Laubbaum
mit
weißer
Rinde
schweiz.:
Baskenmütze
schwerfallende
Spende
eher,
früher
als
Pfleger,
Aufseher
Staat
in Südarabien
dt.
Strom
zur
Nordsee
Europ.
Fußballverband
(Abk.)
Wasserbewegung
alle,
ohne
Ausnahme
Wintermonat,
Monatsname
anbaufähig
Segel am
hinteren
Schiffsmast
Staudamm
wallfahren
belg.
Maler
(James)
† 1949
Mahlrückstand
stärkster
Sturm
Staat in
Mittelamerika
Teil des
Körpers
math.
vereinfachte
Erdfigur
Verkehrsmittel
(Kurzw.)
Teil des
Jahres
Nagetier
die
Sonne
betreffend
Sitzwaschbecken
Mahlzeit
8
enthaltsamer
Mensch
Wasserrinne im
Wattenmeer
dänische
Insel
südl. von
Fünen
3
Mitteleuropäer,
Magyar
baltischer
Staat
Abk.:
Europ. Patron
FutterGemein- Böhmens pflanze
schaft
Kfz-Z.
Peru
belgischer
Comiczeichner
† 1983
Kurzschrift
(Kurzwort)
Rückzahlung von
Darlehen
Teil von
Turbomotoren
Fußballklub von
Mailand
(Kurzw.)
Gebäudeerweiterung
Segelschiff,
Zweimaster
altitaverbunden lisches
Volk
scherzhaft:
Schüler
Entwicklungsrichtung
Süß- und
Salzwassergemisch
religiös
verehren
wider
1
Zeichen Ränkefür
schmied
Nickel
spitzer
Metallstift
Darlehen
zur Hauserrichtung
öffentl.rechtl.
Kreditinstitut
Leine
ugs.:
Murmel
Teil
des
Beines
wunschlos
glücklich
zerbrechlich
geistige
Vorstellung
ital.
Komponist
† 1835
Eingang,
Öffnung
fein,
dünn,
sanft
Fallschirmaktion
9
®
s2426.4-156
Verlosung: Drei Büchergutscheine
Die Lösung des Rätsels im Heft 6/10 lautete: Thermalbad. Über je einen Bü- Schreiben Sie die Lösung auf eine Postkarte mit dem Kennwort „Kreuzworträtsel“ und senden Sie diese
chergutschein dürfen sich Hannelore Spyra (Leipzig), Andrea Wendland (Leipzig) bis zum 28. April 2011 an unsere Redaktionsanschrift (siehe Impressum, Seite 24) oder per E-Mail an:
und Uwe Bauer (Leipzig) freuen.
Herzlichen Glückwunsch! redaktion@uniklinik-leipzig.de. In E-Mails bitte Adresse angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
VERANSTALTUNGSHINWEISE | TV-TIPPS
23
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N VERANSTALTUNGEN IN LEIPZIG
15. 04. 11 BIS 28. 04. 11
Freitag, 15.04.11
Mittwoch, 20.04.11
Freitag, 22.04.11
Sonntag, 24.04.11
Alte Börse, Naschmarkt 1; 10-18 Uhr: 17.
Internationale Ostereierbörse.
Funzel, Tel. 9603232, Nikolaistr. 6-10;
20 Uhr: Lachen bis der Arzt kommt!, Best
of Funzel.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 20 Uhr: Großes Concert
mit dem Gewandhausorchester.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
19.30 Uhr: Aida.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52;
20 Uhr: Viva la Sachsendiva, mit Katrin
Troendle.
academixer, Tel. 21787878, Kupfergasse 2; 20 Uhr: Erwischt, mit Carolin
Fischer, Anke Geißler, Ralf Bärwolff, Peter
Treuner.
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 20 Uhr: Lass mich dein Badewasser
schlürfen.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52; 20
Uhr: Frauenflüsterer, mit Die MelanKomiker.
academixer, Tel. 21787878, Kupfergasse 2; 20 Uhr: Das wird‘s Beste sein!
Ev.-Reformierte Kirche, Tel. 9800512,
Tröndlinring 7; 19 Uhr: Johann Sebastian
Bach: Matthäus-Passion – BWV 244, mit
amici musicae, Chor & Orchester Leipzig.
Funzel, Tel. 9603232, Nikolaistr.
6-10; 20 Uhr: Hört, wie es humort!,
Witzeabend.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 20 Uhr: The Ten Tenors.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
18 Uhr: Richard Strauss – Elektra, mit
Solisten, dem Chor der Oper Leipzig und
dem Gewandhausorchesters.
Raum der Stille in der Uniklinik, Liebigstr.
20; 10 Uhr: Gottesdienst.
theater.FACT, Tel. 9614080, Hainstr. 1;
20 Uhr: Die Zärtlichkeit des Sonntagsbratens.
Werk II, Tel. 3080140, Kochstr. 132;
Halle A 20.30 Uhr: The Human League –
Credo-Tour 2011.
Montag, 25.04.11
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 20 Uhr: Max Greger –
Tournee zum 85. Geburtstag, mit Peter
Krauss, Hugo Strasser und der SWR Big
Band.
Leipziger Pfeffermühle im Kretschmann‘s
Hof, Tel. 9603196, Katharinenstr. 17; 17
Uhr: Alles für den Herrn oder Mann hat,
was Mann hat, mit Andre Bautzmann und
Robert Günschmann.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
18 Uhr: Aida.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52; 20
Uhr: Marlene Dietrich zum 110. Geburtstag, mit Ming Cheng.
Sonnabend, 16.04.11
academixer, Tel. 21787878, Kupfergasse 2; 16 Uhr, 20 Uhr: Auf die 12, mit
Carolin Fischer und Anke Geißler.
Alte Börse, Naschmarkt 1; 10-18 Uhr: 17.
Internationale Ostereierbörse.
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 16 Uhr, 20 Uhr: Der gemeine Sachse,
mit Griseldis Wenner und Meigl Hoffmann.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 20 Uhr: Orgelzyklus
„Franz Liszt zum 200. Geburtstag“, 4.
Konzert: „Liszt und die Kirchenmusik“,
mit dem GewandhausChor und Michael
Schönheit.
Musikalische Komödie, Tel. 1261261,
Dreilindenstr. 30; 19 Uhr: Das Land des
Lächelns.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
19 Uhr (Premiere): Richard Strauss – Elektra, mit Solisten, dem Chor der Oper Leipzig und dem Gewandhausorchesters.
Dienstag, 26.04.11
academixer, Tel. 21787878, Kupfergasse 2; 20 Uhr: Staatsratsvorsitzende küsst
man nicht, mit Angela Schlabinger, Stefan
Bergel, Thorsten Giese.
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 20 Uhr: Der Untergang des Abendbrots.
Leipziger Pfeffermühle im Kretschmann‘s
Hof, Tel. 9603196, Katharinenstr. 17; 20
Uhr: Da Capo, mit Burkhard Damrau und
Dieter Richter.
theater.FACT, Tel. 9614080, Hainstr. 1;
20 Uhr: alte_eisen.de – Offenbarungen im
Garten.
Zentrum für Psychische Gesundheit der Uni Leipzig, Tel. 9724586,
Semmelweisstr. 10; 17 Uhr: Abendbesinnung.
Sonntag, 17.04.11
Alte Börse, Naschmarkt 1; 10-18 Uhr: 17.
Internationale Ostereierbörse.
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 15 Uhr: Augen zu und durch – 2 Männer
räumen auf.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 11 Uhr: MDR Matineekonzert (8) mit dem MDR Sinfonieorchester und dem MDR Rundfunkchor;
Mendelssohn-Saal 18 Uhr: Kammermusik
„Ensemble“, mit dem Gewandhaus-Quartett.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
18 Uhr: Chaplin.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52; 18
Uhr: Ungebremste Lebenslust – The Crazy
Doctors.
Raum der Stille in der Uniklinik, Liebigstr.
20; 10 Uhr: Gottesdienst.
Montag, 18.04.11
academixer, Tel. 21787878, Kupfergasse 2; 20 Uhr: Immer auf die Kleinen, mit
Gunter Böhnke & Frank Sieckel.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 20 Uhr: 5. Akademisches Konzert.
Dienstag, 19.04.11
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 20 Uhr: Lass mich dein Badewasser
schlürfen.
theater.FACT, Tel. 9614080, Hainstr. 1;
20 Uhr: Die Zärtlichkeit des Sonntagsbratens.
Zentrum für Psychische Gesundheit
der Uni Leipzig, Tel. 9724586, Semmelweisstr. 10; 17 Uhr: Abendbesinnung.
Mittwoch, 27.04.11
In Extremo sind unterwegs auf „Sterneneisen-Tour“ und spielen
am 28. und 29. April im Haus Auensee.
Foto: André Kempner
Donnerstag, 21.04.11
Sonnabend, 23.04.11
Arena, Tel. 23410, Am Sportforum; 20
Uhr: Konzert mit Lena.
Funzel, Tel. 9603232, Nikolaistr. 6-10;
20 Uhr: Hört, wie es humort!, Witzeabend.
Kabarett SanftWut in der Mädler-Passage, Tel. 9612346, Grimmaische Str. 2-4;
20 Uhr: Kabarett zum Brüllen – 20 Jahre
Deutsche Gemeinheit.
Leipziger Pfeffermühle im Kretschmann‘s
Hof, Tel. 9603196, Katharinenstr. 17; 20
Uhr: Hurra, wir bleiben inkompetent!, mit
Tina Rottensteiner, Matthias Avemarg und
H.-J. Silbermann.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
19.30 Uhr: Chaplin.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Großer Saal 17 Uhr: Orgelgala zum
25jährigen Dienstjubiläum von Gewandhausorganist Michael Schönheit.
Haus Auensee, Gustav-Esche-Str. 4; 20
Uhr: Uriah Heep & Nazareth.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
19 Uhr: Die Große Messe.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52;
20 Uhr: Viva la Sachsendiva, mit Katrin
Troendle.
theater.FACT, Tel. 9614080, Hainstr. 1;
20 Uhr: Die Zärtlichkeit des Sonntagsbratens.
Central Kabarett, Tel. 52903052, Markt
9; 20 Uhr: Der Untergang des Abendbrots.
Funzel, Tel. 9603232, Nikolaistr.
6-10; 20 Uhr: Eine bundesweite
Lachparade – Deutschland peinlich
Vaterland.
Palmengarten zwischen Kleinmesse
Haupteingang/Straßenbahnhof Angerbrücke, Tel. 2255172, Jahnallee 52; 20
Uhr: Vocal-Swing mit Java Five.
theater.FACT, Tel. 9614080, Hainstr. 1;
20 Uhr: alte_eisen.de – Offenbarungen im
Garten.
Donnerstag, 28.04.11
Funzel, Tel. 9603232, Nikolaistr. 6-10;
20 Uhr: Eine bundesweite Lachparade –
Deutschland peinlich Vaterland.
Gewandhaus, Tel. 1270280, Augustusplatz; Mendelssohn-Saal 20 Uhr: „Dort,
wo der russische Bär Fahrrad fährt“, Lesung mit Wladimir Kaminer.
Haus Auensee, Gustav-Esche-Str. 4; 20
Uhr: Sterneneisen – In Extremo-Tour, Support: Ohrenfeindt.
Oper, Tel. 1261261, Augustusplatz 12;
19.30 Uhr: Carmina Burana.
N TV-TIPPS
Do., 21.04.2011, 21 Uhr
Hauptsache Gesund
(MDR)
Mit zunehmendem Alter steigt
die Notwendigkeit für zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe
oder Pflanzenextrakte. So ist
beispielsweise bei älteren Menschen der Vitamin-D-Spiegel
niedrig, da sie sich weniger im
Freien aufhalten. Doch eine
gute Vitamin-D-Versorgung ist
wichtig für die Festigkeit der
Knochen. Zudem führen gerade
im Alter bestimmte Erkrankungen und Medikamente zu Mangelzuständen, die mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen
werden können. Auch Schwierigkeiten beim Kauen oder der
Verlust des Geruchssinnes
beeinträchtigen die Nahrungsaufnahme oder einfach die Freude am Essen. Aber viele Ältere
greifen grundlos zu den viel gepriesenen Gesundmachern. Bei
welchen Nährstoffen kommt
es häufig zu Defiziten? Und
bei welcher Dosierung schlägt
der Nutzen in erhöhtes Risiko
um? Hauptsache Gesund geht
diesen Fragen nach. Apotheker
Friedemann Schmidt gibt praktische Tipps, wann Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung von
Medikamenten beeinträchtigen
können. Hauptsache-GesundKoch Andreas Goßler verrät
Tricks, wie wertvolle Vitamine
bei der Zubereitung des Essens
nicht verloren gehen.
Do., 21.04.2011, 21 Uhr
Hauptsache Gesund
(MDR)
„Zeigt her eure Füße!“ Dieses
Lied hat durchaus seine Berechtigung: An der Form der
Füße, am Aussehen der Zehen
und am Gang glauben Experten,
innere Leiden und Krankheiten
ablesen zu können. Dieses
„Feed-Reading“ ist zwar umstritten, führt aber zu verblüffenden Erkenntnissen. Für viele Menschen aber ist der Fuß
selbst das Problem: Sie leiden
unter Schmerzen, Fehlbildungen, Warzen oder Blasen. Jeder
Schritt wird zur Qual. Diabetiker
fürchten überdies Verletzungen
am Fuß, die nicht heilen und
so zur Amputation führen können! Hauptsache gesund zeigt,
wann der Fachmann zur Rate
gezogen werden muss – und
was man selbst für seine Füße
tun kann. Franziska Rubin zeigt
einfache und erstaunlich wirksame Übungen und Hilfsmittel.
Außerdem: Es gibt immer mehr
Barfußläufer in Deutschland.
Und die behaupten, weder Fußschmerzen noch sonst irgendwelche Krankheiten zu haben,
seit sie sommers wie winters
ohne Schuhwerk unterwegs
sind! Das MDR-Gesundheitsmagazin geht der Sache auf
den Grund.
24
STECKBRIEF
Ausgabe 8 / 15. April 2011
Gesundheit und mehr...
N WAS IST WO?
N IMPRESSUM
ÜBERSICHT ÜBER DAS UNIVERSITÄTSKLINIKUM LEIPZIG
N WICHTIGE SERVICENUMMERN
Öffnungszeit
24 Stunden täglich
Schwangerenambulanz
(0341) 97 23494
Klinikbesichtigung
(0341) 97 23611
Telefon
(0341) 97 – 109 Infoabend für
(0341) 97 23611
Internet
www.uniklinik-leipzig.de werdende Eltern
E-Mail
info@uniklinik-leipzig.de
Eine Anmeldung zur Entbindung
ist nicht erforderlich.
Zentrale Notaufnahme
Mehr Informationen
Operatives Zentrum
www.geburtsmedizin-leipzig.de
Liebigstraße 20 (Zufahrt über Paul-List-Straße)
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Liebigstraße 18
04103 Leipzig
GESUNDHEIT UND MEHR...
Das Patientenmagazin des
Universitätsklinikums Leipzig
Herausgeber:
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Der Vorstand
Liebigstraße 18
04103 Leipzig
Telefon: 0341 97 109
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E-Mail: redaktion@uniklinik-leipzig.de
Redaktion: Heiko Leske (v. i. S. d. P.),
Michael Lindner, Frank Schmiedel.
Universitätsklinikum, Leipzig AöR.
6. Jahrgang.
In Kooperation mit der Redaktion der
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG.
Druck: Leipziger Verlags- und
Druckereigesellschaft mbH & Co. KG,
Peterssteinweg 19,
04107 Leipzig.
04103 Leipzig
Telefon
Öffnungszeit
(0341) 97 17800
24 Stunden täglich
Notaufnahme für Kinder
und Jugendliche
im Zentrum für Kindermedizin
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Telefon
Öffnungszeit
(0341) 97 26242
24 Stunden täglich
Kreißsaal der Universitätsfrauenklinik
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Blutbank (Blutspende)
Delitzscher Straße 135,
04129 Leipzig
Philipp-Rosenthal-Straße 27c,
04103 Leipzig
Miltitzer Allee 36
(Montags und Donnerstags 13.30 bis 18.30 Uhr)
Hainbuchenstraße 13
(Freitags 14 bis 18 Uhr)
Info-Telefon
(0341) 97 25410
www.blutbank-leipzig.de
Zentraler Empfang
Liebigstraße 20
Telefon
Zentrale Ambulanz-Nummer Innere Medizin
(0341) 97 12222
Zentrale Ambulanz-Nummer Chirurgie
(0341) 97 17004
Zentrale Ambulanz-Nummer Kinderzentrum
(0341) 97 26242
Universitäres Darmzentrum
(0341) 97 19967
Neuropsychiatrisches Zentrum (0341) 97 24304
Diabeteszentrum
(0341) 97 12222
Transplantationszentrum
(0341) 97 17271
Universitäres Brustzentrum
(0341) 97 23460
Infozentrum für Vergiftungen
(0361) 730 730
Kliniksozialdienst
(0341) 97 26206
Seelsorge
(0341) 97 15965
-15967 und -26126
Detaillierte Informationen zu allen Kliniken und
Ambulanzen finden Sie im Internet unter
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Seele and Geist
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