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Einleitung Wie erfolgt die Probenahme für den DPT? Wie

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Der Hemmstofftest im Rahmen des
Nationalen Rückstandskontrollplans:
Antibiotikafunde in Fleisch
Dr. Tanja Grünewald
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen
Poster im Rahmen der Veranstaltung „10 Jahre LGL - Interdisziplinäres Symposium Antibiotikaresistenz
Vom Wissen zum Handeln“
Einleitung
Der Nationale Rückstandskontrollplan (NRKP) schreibt routinemäßige Stichprobenuntersuchungen auf Antibiotikarückstände bei Schlachttierkörpern vor. Dieser Stichprobenumfang richtet sich nach den Schlachtzahlen des jeweils vergangenen Jahres.
So muss beispielsweise mindestens jedes 500. Kalb und jedes 2000. Huftier (Schwein, Rind, Schaf, Ziege, Pferd) auf Antibiotikarückstände
untersucht werden. Um diese gewaltigen Untersuchungszahlen bewältigen zu können, wird zunächst ein Screeningverfahren durchgeführt:
der sogenannte Dreiplatten-Test (DPT).
Wie erfolgt die Probenahme für den DPT?
Die Probenahme erfolgt unangemeldet und stichprobenhaft am Schlachthof bzw. in selbst schlachtenden Metzgereien. Auch wenn ein
konkreter Verdacht auf Antibiotikaeinsatz besteht oder der Schlachttierkörper Veränderungen aufweist (z. B. Krankheitsanzeichen, Veränderungen in Farbe oder Geruch u. ä.) müssen Proben genommen werden.
Es wird jeweils eine Niere und ein ca. 200 g schweres Stück Muskulatur für die Untersuchung durch einen amtlichen Tierarzt entnommen und
gekühlt an das LGL oder eine andere autorisierte Untersuchungsstelle eingeschickt. Hier wird nun aus jeder Probe ein etwa erbsengroßes
Stück steril aus dem Kern des Muskels und der Niere entnommen bzw. herausgestanzt und auf die vorbereiteten Agarplatten aufgelegt.
Wie funktioniert der DPT?
Da die verschiedenen Antibiotikagruppen jeweils bei unterschiedlichen pH-Werten besser oder schlechter im Agar diffundieren, macht
man sich diese Eigenschaft zu Nutzen: es werden für jede Probe drei
Platten mit verschiedenen pH-Werten verwendet: pH 6.0, pH 7.2 und
pH 8.0.
Der Agar selbst wird bei der Herstellung mit einer Sporensuspension
von Bacillus subtilis gemischt, der im Laufe der Bebrütung ein
Rasenwachstum auf den Agarplatten zeigt - außer er wird durch
Antibiotikarückstände daran gehindert.
Enthält nun das Stückchen Muskel oder Niere Rückstände von einem
oder mehreren Antibiotika, so kommt es zu einer Hemmung des
Wachstums des im Agar enthaltenen Bacillus subtilis und es entsteht
ein sogenannter Hemmhof um das Probenstückchen (siehe Abb.1).
2880
3000
2374
2523
Was passiert nach einem positiven DPT?
2849
2802
Da es sich bei dem DPT jedoch um einen allgemeinen und rein
qualitativen Nachweis handelt, kann weder gesagt werden, welches
Antibiotikum genau zu dem Hemmhof geführt hat noch ob - sollte ein
Antibiotikum enthalten sein - die zulässige Höchstmenge überschritten wurde. Solche im DPT positiven Proben werden daher in die
Abteilung R 2.1 (chemische Analytik von pharmakologisch wirksamen
Stoffen) des LGL übersandt, wo mittels aufwändiger Verfahren die
betreffende Substanz sowie die enthaltene Menge ermittelt wird. Erst
dann kann beurteilt werden, ob es sich um einen (ggf. sogar illegalen)
Einsatz von Antibiotika handelt.
2453
2500
1997
2050
2090
15
31
2114
2000
1500
1000
500
16
0
0
2002
2003
14
0
2004
6
1
2005
11
2
5
2006
3
2007
2008
15
1
Anzahl HT
18
8
2009
Abb. 1
10
4
2010
13 davon pos. im DPT
4
2011
davon pos. in der chem.
Nachuntersuchung
Tab. 1:
Entwicklung der Untersuchungszahlen
auf Hemmstoffe mittels Dreiplattentest von 2002 bis 2011 in der
Untersuchungsstelle Erlangen. Die Anzahl der Routineuntersuchungen richtet
sich nach den Schlachtzahlen des Vorjahres. Die chemisch positiv bestätigten
Proben bewegen sich seit Jahren auf
einem sehr niedrigen Niveau.
Telefon: 09131 - 6808 - 2316
Ergebnisse der Untersuchungen mittels
DPT in den letzten 10 Jahren
Das niedrige Niveau positiver Antibiotikafunde der letzten Jahre
setzte sich auch 2011 weiter fort. Nur etwa 0,1 bis 0,28 % aller
untersuchten Hemmstoffproben stellten sich in den letzten zehn
Jahren auch nach einer aufwändigen chemischen Nachuntersuchung
als positiv, d. h. die betreffende Höchstmenge überschreitend, heraus
(siehe Tab. 1). Die Ergebnisse der Untersuchungsstelle Erlangen
liegen damit im bundesweiten Trend.
tanja.gruenewald@lgl.bayern.de
www.lgl.bayern.de
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Gesundheitswesen
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