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Bei Fertigstellung der Anlagen – wie sie jetzt auch offiziell genannt

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6. Die Anlagen
„Der schönste Schmuck unserer Stadt,
die herrliche Promenaden-Anlage …“
Die Trinkhalle in den Anlagen um 1913 – zu dieser Zeit im Besitz des Apothekers
Kurt Greiffentroch
Die Stereoskop-Fotografien können Sie mit der angehängten Lorgnette betrachten. Bitte haben Sie Geduld, schauen Sie
die beiden Bildteile an, variieren Sie den Abstand der Lorgnette zur Ausstellungstafel so lange, bis Sie in der Mitte eine
räumliche Aufnahme sehen.
Nördliche Seite der Promenade im Jahr 1883. Links das große Eckhaus Halbe Stadt/ Berliner Str. 51 (heute neu bebaut – Ärztehaus), rechts der „Adorant“ an seinem
Standort nach 1872
Bei Fertigstellung der Anlagen – wie sie jetzt auch offiziell
genannt wurden – hatte sich das Gesicht der Stadt stark verändert. Aus der ummauerten Stadt war eine offene Stadt
geworden. Dort, wo einst das Lebuser Tor war, fand der Topfmarkt statt. Das Gelände der alten Lohmühle war seit September 1845 im Besitz der Stadt, angekauft für den Bau eines neuen Gerichtsgebäudes (nach 1854 entstand hier die
Gasanstalt). Anstelle des Gubener Tores befand sich ein Hotel, davor der neue Wilhelmsplatz mit dem 1842 eröffneten
Theater, ein Stück weiter der Bahnhof. Inzwischen war auch
der nördliche Teil der Halben Stadt bis herunter zur Berliner Straße mit repräsentativen Häusern bebaut. In der Stadt
selbst waren für die florierenden Messen verglaste Messehöfe entstanden. Der schönste Schmuck der Stadt war aber
zweifellos das sie umgebene grüne Band unserer Anlagen.
Ein Park, fast einen Kilometer lang! Welche Stadt hatte das
schon. Tag für Tag promenierten die Spaziergänger auf den
geschwungenen Wegen der Parkanlage. Heinrich Wilhelm
Steinkopff, der sich auch nach der Fertigstellung weiterhin
als Aufsichtsdeputierter um die Anlagen sorgte, standen seit
1846 zwei Parkwächter – für den oberen und den unteren
Parkteil jeweils einer – zur Seite. Die Wächter passten auf,
dass bei Strafe niemand den Rasen betrat oder gar Zweige
abbrach.
Noch zu Lebzeiten Steinkopffs erhielten die Anlagen ihre
erste Ergänzung. An der Südseite der Anlagen, auf dem Platz
den Lenné einst für das Theater vorsah, wurde der „Adorant“
aufgestellt. Laura von Horn, die Nichte und Generalerbin des
1856 verstorbenen Dr. von Wissmann, schenkte bei ihrem
Wegzug der Stadt die einst im Garten von Wißmanns Landhaus in der Gubener Straße aufgestellte Statue. Doch schon
1872 musste die Statue des betenden Knaben diesen Platz
in den Anlagen wieder räumen und wurde an das äußerste
Ende, unmittelbar bei der Berliner Straße, versetzt. An der alten Stelle erhob sich das am 27. Oktober 1872 eingeweihte
Denkmal für die im Kriege 1870 / 71 Gefallenen des Leib-Grenadier-Regiments (1. Brandenburgische) Nr. 8.
Steinkopffs letzte Amtshandlung war der Ortstermin am 12.
Januar 1858, bei dem der Platz für die von Fischer & Itzerott
zu errichtende Trinkhalle „zur Verabreichung köstlicher Mineralwasser“ bestimmt wurde. Am 30. Januar 1858, knapp
eine Woche nach seinem Tod, fassten die Stadtverordneten
den Beschluss, die Trinkhalle nahe dem Rosenhügel mit der
Schmeißer-Eiche aufzustellen. Ab 1860 konnten die Parkbesucher dort das künstliche Mineralwasser, später auch Milch
und Molke kaufen.
Die nächsten Ergänzungen der Anlagen erfolgten schon
1862. Am 6. Juni 1862 wurde die von der Stadt angekaufte
Bronzebüste des 1840 verstorbenen Königs Friedrich Wilhelm III. in den Anlagen feierlich enthüllt. Um den Zugang zu
der von Christian Daniel Rauch gefertigten und von Fischer
gegossenen Büste des Königs zu ermöglichen, legte man eigens neue Wege an.
Im August 1862 fand dann an der Ostseite der Anlagen bei
der Breiten Straße die Einweihung des neuen Gebäudes für
die Kgl. Provinzial-Gewerbeschule und der städtischen Bürgerschule statt. Die Umwandlung des 1861 dazu angekauften Grundstückes des Scharfrichters Untermann – Abriss
eines den Park begrenzenden Stückes Stadtmauer mit altem Weichhaus – und Schaffung des neuen, palazzoartigen
Schulgebäudes bedeutete einen größeren Eingriff in die
Parksubstanz. Es entstand ein völlig neuer Blick vom Park aus
auf die Stadt, der später ein beliebtes Fotomotiv wurde.
Sehr zum Gefallen des Publikums war im März 1868 die Aufstellung des Schwanenhäuschens. Begeistert verfolgten viele Frankfurter – aktuell unterrichtet vom hiesigen Wochenblatt – wie Anfang April die eingetroffenen Schwäne davon
Besitz ergriffen und wie schon im Jahr darauf die fünf neu
geschlüpften Schwanenküken der Schwanenmutter hinterher watschelten.
Ein Blick auf die Schwäne in den Anlagen, festgehalten vom akademischen Zeichenlehrer Hugo Mühle am 14. Juli 1883
1876 in Stereo festgehalten vom Fotografen Robert Ochs:
Die Büste von König Friedrich Wilhem III. in den Anlagen;
Das Schwanenhäuschen
Die fertiggestellte Promenade im gedruckten Stadtplan um 1860
Das Denkmal für die Gefallenen des Leib-Grenadier-Regiments Nr. 8 um 1910
vom Wilhelmsplatz gesehen
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