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Gefühl wie auf Hawaii - muensterland-agentur.de

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am Sonntag
Freizeit · Wochenende · Unterhaltung
Samstag, 17. Oktober 2009
In dieser Ausgabe:
Stand Up Surfen
heißt eine neue
Trendsportart aus
Hawaii. In vielen
Ländern boomt
diese Wassersportart. Sie verbindet Wellenreiten, Kanusport
und FitnessWorkout auf ideale Weise. In Münsters flachen Gewässern kennt
man bereits den
Spaßfaktor.
Zu zweit
geht’s auch:
Susanne
Keller (l.)
und Nina
Krüger bewegen sich
gemeinsam
auf dem
Brett fort.
Bei ruhigem
Wetter erlernt jeder
das Stand
Up Surfen in
fünf Minuten, versprechen die
Profis.
Seite
2
Reportage
Herta Müller –
Spuren in Rumänien
Seite
3
Szene
Charlie Winston: Smarter Brite erobert Europa
Bilder: Beckmann
Gefühl wie auf Hawaii
Seite
Von unserer Mitarbeiterin
ASTRID BECKMANN
as machen die da bloß?
Stehen auf Surfbrettern und halten Paddel
in den Händen. Gleiten gemächlich durchs Wasser.
Menschen bleiben stehen, schauen zu. Kein Wind. Keine Welle in
Sicht. Was machen die da bloß?
Sie probieren eine neue Sportart aus: Stand Up Surfen. Ort: der
Dortmund-Ems-Kanal in Münster in der Nähe des Hafens. Dort
trifft man sie seit einigen Monaten regelmäßig: die ersten Stand
Up Surfer der Region, ja, eigentlich die Vorreiter für ganz
Deutschland.
Susanne Keller, Nina Krüger
und Yasmin Firat haben im Februar den Verein „Stand Up Surfen Erleben“, kurz „Suse“, gegründet. „Man ist nicht auf Wind
und
Wellen
angewiesen“,
schwärmt Susanne Keller von ih-
W
rem Sport. Sie macht seit zehn
Jahren Wellenreiten. Da sie aber
nun mal in Münster wohnt und
das Meer arg weit weg ist, hat sie
immer nach Alternativen gesucht. „Aus Verzweiflung bin ich
öfter mit meinem Wellenreitboard auf den Kanal gegangen.“
Da lag sie dann auf ihrem Brett
und paddelte mit den Armen.
Merkwürdigerweise fand sie dafür aber keine Mitstreiter. Erst als
sie ihren Freundinnen Nina und
Yasmin von einer neuen Trendsportart erzählte, die gerade aus
Hawaii herüber schwappte, kam
Bewegung in die Sache. „Wir sind
nach Holland gefahren, haben
uns dort Boards geliehen und
Stand Up Surfen ausprobiert“,
erzählt Susanne Keller. Die Drei
waren gleich Feuer und Flamme.
„Es hat uns richtig gepackt“,
schwärmt Nina.
So schipperten sie den ganzen
Sommer über Kanal, Werse oder
Ems. Manchmal stundenlang.
Hatten oft einen Picknickkorb
dabei. „Das ist Naturerlebnis
pur“, sagt Yasmin. Ihr gefällt,
dass man eine ganz andere Perspektive hat als von einem Kanu
aus – und dass man die ganze Zeit
quatschen kann. „Nach so einem
Tag ist man richtig schön entspannt“, findet sie. Und fit noch
dazu. „Stand Up Surfen ist wirklich sehr effektiv“, sagt Susanne,
„weil dabei die ganze Feinmuskulatur trainiert wird.“ Viele
Sportler nutzen Stand Up Surfen
mittlerweile zum Workout. Oliver
Bierhoff und Jens Lehmann beispielsweise cruisen mit den
Boards neuerdings über den
Starnberger See.
Mitte Oktober. Ein Samstagnachmittag. Es ist kalt. Der Kanal
hat vielleicht noch 15 Grad Wassertemperatur.
Hineinfallen
möchte jetzt niemand mehr. Stefanie Albrecht traut sich zum ersten Mal auf so ein Brett. Langsam
lässt sie sich an der Kanalwand
hinabgleiten. Vorsichtig tasten
die Füße nach einem sicheren
Stand. Geschafft. Später wird
Steffi erzählen, wie nervös sie in
diesem Moment war, wie sehr ihr
die Knie gezittert haben. Sie traut
sich nicht recht, sich vom Ufer
abzustoßen, steht etwas wackelig
und unschlüssig da. „Knie dich
erstmal hin“, ruft ihr jemand zu.
Das macht sie. Und kommt so
ganz gut voran. Nach wenigen
Minuten steht Steffi auf dem
Board, von Unsicherheit keine
Spur mehr. Als sie eine gute halbe
Stunde wieder an Land klettert,
lacht sie. „Es macht riesig Spaß.“
Einziger Nachteil: „Das war ganz
schön kalt an den Füßen.“ Heute
haben sie alle noch mit nackten
Füßen auf den Boards gestanden,
doch „natürlich kann man Neoprenschuhe anziehen“, sagt Susanne Keller. „Oder Gummistiefel, wenn man nicht ins Wasser
fällt.“ An diesem Nachmittag
fällt niemand.
Vereint auf dem Kanal: Kanuten und Stand Up Surfer in Münster.
Familiengarten ist
ein Kinderspiel
Seite
Erster Ausflug: Stefanie Albrecht kniet noch etwas unsicher
auf dem Board.
Reise der Pinguine
Sat.1, 20.15 Uhr
Seite
Vor ihren Boards: Susanne Keller, Nina Krüger und Yasmin Firat (v.l.)
ten anbieten. Bis dahin tauschen
sich Mitglieder und alle, die die
Sportart ausprobieren möchten,
spontan im Blog aus, wann sie
sich wo treffen. (www.standupsurfen.de)
„Stand Up Paddle Surfing“
(Sup), so die englische Bezeichnung, geht ursprünglich auf polynesische Fischer zurück, die sich
in ihren Kanus stehend auf dem
Meer vor Tahiti fortbewegten. In
den 50er/60er-Jahren war Sup
dann eine komfortable Fortbewegungsart für Surf-Lehrer auf Hawaii, um einen besseren Überblick über die Surfschüler zu ha-
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Fernsehen am Samstag
Bilder: Beckmann
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Spielplatz
Info
Susanne Keller, Nina Krüger
und Yasmin Firat sind sozial sehr
engagiert. Regelmäßig nehmen
sie Kinder, die im autonomen
Frauenhaus in Münster leben, mit
auf die Boards. „Sie haben viel
Spaß, sind anschließend total entspannt. Zudem haben die Kinder
sehr schnell Erfolgserlebnisse
und lernen Rücksichtnahme auf
andere, wenn sie zu zweit auf den
Brettern stehen“, erklärt Nina
Krüger. Gern möchten die drei
Frauen weitere soziale Einrichtungen erreichen. Ihnen und ihren Mitgliedern werden sie ab
Frühjahr 2010 feste Trainingszei-
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Garten
Märchenhafte Rätsel
und Geschichten
ben. Das machten sich später die
Surfer um Robby Naish zunutze:
An wind- und wellenlosen Tagen
nutzten sie Sup als Alternative
zum Windsurfen oder Wellenreiten. Susanne Keller und ihre Mitstreiter, mittlerweile gehören
schon 25 Männer und Frauen zum
Verein „Suse“, wollen diese neue
Sportart in Deutschland etablieren. Längst waren Interessierte
aus allen möglichen Ecken
Deutschlands bei ihnen zu Gast.
„Ein Leipziger möchte nun in
seiner Heimat Stand Up Surfen
bekannt machen“, erzählt Susanne Keller.
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Reisen
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