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Leipzig
Jahresbericht 2014
Jahresbericht
Jahresbericht
2014
2014
Vielfalt
für das Leben
Diakonisches Werk
Innere Mission Leipzig e.V.
Esther und Praisy aus Indien
arbeiten als Mitarbeiterinnen
des Bundesfreiwilligendienstes
in der Wohnstätte Katharina
von Bora. (Seite 20 - 21)
2 Jahresbericht 2014 Vorwort
Vorwort
Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28)
Dieses Wort steht als Jahreslosung über dem Jahr 2014.
Nach langen Betrachtungen über die vielen Ungerechtigkeiten
in dieser Welt kommt der Psalmbeter zu dem Schluss: die
Nähe Gottes ist ein Geschenk des Glaubens und ein zentraler
Wert in seinem Leben. Das Vertrauen auf Gottes Beistand ist
für ihn das Gute, das Richtige. Es lässt ihn Glück in seinem
Leben verspüren und sein Leben aufblühen.
Im November dieses Jahres dürfen wir auf 145 Jahre der
Dienste unseres Werkes blicken. Die Gründungsväter und
–mütter unseres Werkes taten aufgrund ihrer christlich
geprägten Grundüberzeugung was sie konnten, um die Not
vieler Menschen zu lindern. In der Zuwendung zum Nächsten
trugen sie dazu bei, dass die in der Jahreslosung benannte
Gottesnähe auch für die Menschen spürbar werden konnte,
die für sich kaum eine Zukunft sahen.
Unzählige Menschen haben seitdem zu jeder Zeit neu überlegt, in welcher Weise soziale Arbeit auf christlicher Grundlage
geleistet werden kann. Viele Persönlichkeiten haben das Werk
geprägt, haben Impulse gegeben, die bis heute fortwirken.
In diesem Jahr soll einer dieser prägenden Personen gedacht
werden: Vor 100 Jahren wurde Luise Höpfner geboren. Frau
Höpfner hat nach dem 2. Weltkrieg führend in unserer Region
die kirchliche Ausbildung für Kindergärtnerinnen und Kinderdiakoninnen aufgebaut – zunächst in provisorischen Räumen,
später in Borsdorf, dann in Bad Lausick. Nach der Zeit des
Nationalsozialismus im Jahr 1945 waren die kirchlichen und
diakonischen Kindergärten in Leipzig wieder in Trägerschaft
der entsprechenden Kirchgemeinden bzw. der Inneren
Mission gestellt worden. Mit der Ausbildung zur kirchlichen
Kindergärtnerin bzw. Kinderdiakonin konnten eigene Fachkräfte für diese Kindertagesstätten ausgebildet werden.
Die Aktivitäten von Frau Höpfner waren in dieser Zeit ein
mutiger Schritt. In der sowjetischen Besatzungszone und
später in der DDR gab es deutliche Bestrebungen, die
gesamte Erziehung der sozialistischen Ideologie anzupassen.
Da bis 1989 unklar war, ob und wie lange der DDR-Staat eine
solche nicht vom ihm kontrollierte Ausbildung tolerieren
würde, bekamen die Kinderdiakoninnen zusätzlich Ausbildung
in Heilerziehungspflege, damit sie im Notfall in diesem Beruf
hätten weiterarbeiten können. Glücklicherweise wurde die
Ausbildungsstätte jedoch nicht geschlossen. Nach dem
Ruhestand von Luise Höpfner
waren es vor allem Schwestern
der Trinitatisschwesternschaft, die
die Dienste fortführten. Heute
heißt die Ausbildungsstätte
„Evangelische Fachschule für
Soziales – Luise Höpfner“.
Zahlreiche Erzieherinnen und
Erzieher unserer Kindertagesstätten haben dort ihre Ausbildung erhalten – bis heute. Luise
Höpfner ist eine von vielen Persönlichkeiten in unserem Werk,
die wesentlich dazu beigetragen haben, dass Menschen in
ihren ersten Lebensjahren eine christliche Erziehung erhalten
und damit im Sinne der Jahreslosung „Glück“ finden konnten.
Dankbar dürfen wir in diesem Jahr auf Ereignisse zurückblicken, die die genannten Traditionen in innovativer Weise
fortführen: In diesem Jahr konnten wir gleich zwei neue
Kindertagesstätten einweihen.
Auch in den anderen Bereichen unseres Werkes werden
Traditionen fortgeführt und neue Impulse gesetzt, Intensiv
wurde über die weitere Entwicklung der in besonderer Weise
im Wettbewerb stehenden Einrichtungen und Dienste in
unserem Fachbereich Altenhilfe beraten. Das möglichst
selbstbestimmte Leben von Menschen mit Behinderungen ist
ein großes Thema im entsprechenden Fachbereich.
Es gibt zur Zeit intensive Gespräche darüber, in welcher
Weise wir im Blick auf die zunehmende Zahl von Asylbewerberinnen und –bewerbern in unserer Stadt tätig werden wollen
und können.
Mit Esther Christy R. und Praisy J. arbeiten in einem interessanten Kooperationsprojekt mit dem Ev.-Luth. Missionswerk
Leipzig zwei junge Frauen aus Indien ein Jahr lang bei uns.
Über diese und viele weitere Aktivitäten, die nicht in Perfektion, aber doch in der Praxis erlebbar „Glück“ im Sinne der
Jahreslosung für Menschen bedeuten können, wird auf den
folgenden Seiten berichtet.
Sehr dankbar sind wir, dass uns auch im letzten Jahr wieder
viele Menschen durch Ehrenamt, Gebet, Spenden oder auf
andere Weise unterstützt haben.
Herzlichen Dank für die vielfältige Unterstützung, die das
Leben von Menschen bereichert, die Menschen „Glück“
bringen kann.
Pfr. Christian Kreusel | Missionsdirektor
Jahresbericht 2014 Inhaltsverzeichnis
Inhalt
02Vorwort
04Spendenprojekte
06 Personalmanagement und Personalentwicklung
08 Fachbereich Altenhilfe
10 Traumberuf Altenpflegerin
12 Aktionstag Pflege
14
18
20
22
Fachbereich Behindertenhilfe
Wohnverbund Alte Posthalterei
Wohnstätte Katharina von Bora - Weltwärts
Förderschule Werner Vogel - Kooperation
24 Fachbereich Evangelische Kindertagesstätten
26 Lernen in der Kita
28 Beratungs- und Betreuungsdienste
32Blickwechsel
34Bereitschaftspflege
36 Wohnprojekt Funke
38Wirtschaftsbericht
44 Bericht Verwaltungsrat
46Anschriften
48 Luise Höpfner
49 Aus der Geschäftsstelle
50Kurzchronik
3
4 Jahresbericht 2014 Spendenprojekte
Spenden für den täglichen Bedarf
und für zusätzliche Angebote
Die meisten Spendengelder setzen wir entsprechend dem
angegebenen Verwendungszweck für zusätzliche Angebote
ein. Sie kommen direkt den von uns betreuten Menschen in
den entsprechenden Einrichtungen zugute. In einigen Bereichen sind wir aber auch zur Aufrechterhaltung des normalen Betriebs auf Unterstützung angewiesen.
Dies betrifft in allererster Linie die Leipziger Oase, die bei
weitem den größten Spendeneingang zu verzeichnen hat. Im
Berichtszeitraum August 2013 bis Juli 2014 sind ca. 30.000
Euro eingegangen – ein ganz großer Anteil davon kommt von
privaten Spendern. Nicht selten sind größere Einzelsummen
zu verbuchen. Dazu kommen noch einmal etwa 50 000 Euro
an Lebensmittelspenden und die zahlreichen Kleiderspenden
für die Kleiderkammer. Ohne diese zusätzlichen Mittel könnte
die Oase ihr Angebot nicht aufrecht erhalten. Die Situation in
der Einrichtung hat sich drastisch verschärft durch den
Wegfall von Arbeitskräften aus dem zweiten Arbeitsmarkt. Um
die tägliche Essensversorgung zu sichern, war es dringend
nötig, einen hauptamtlichen Koch zu beschäftigen. Für die
zusätzlichen Personalkosten wird ein Teil der Spenden
verwendet.
Auch Baumaßnahmen und die Ausstattung von neuen
Einrichtungen werden mit Spenden unterstützt. 2000 Euro
erhielt die Stadtmission Leipzig für den Umbau des Hauses
und die Anschaffung neuer Stühle. 3000 Euro wurden an
unsere neue Kita Christophorus überwiesen. Sie dienen der
Anschaffung von Ausstattungsgegenständen sowie für den
notwendigen Sonnenschutz. Die Kirchgemeinden in Leipzig
und Umgebung unterstützen neben der Leipziger Oase auch
den Teekeller Quelle und die Evangelische Lebensberatungsstelle mit Kollekten.
In der Wohnstätte Martinstift arbeiten die Bewohner im
Rahmen der internen Tagesstruktur jeden Tag an ihren
Bildern, Grafiken und Plastiken. Angeleitet werden sie von
einer Kunsttherapeutin. Einige der entstandenen Grafiken
wurden im September und Oktober 2014 in der Kirche in Bad
Schmiedeberg in der Ausstellung „Irre Farben“ gezeigt.
Gleichzeitig sammelt die Einrichtung dort Spenden, um einen
kleinen Brennofen und eine Druckpresse kaufen zu können.
Diese Spendenaktion dauert zu Redaktionsschluss noch an.
Im Berichtszeitraum wurden drei Spendenaufrufe an die
Mitglieder, Freunde und Spender unseres Werkes verschickt.
Für den Umbau des Hauses in der Scheffelstraße in eine
Kindertagesstätte und die Ausstattung der neuen Einrichtung erhielten wir 3032 Euro. Die Eröffnung dieser Kindertagesstätte ist um den Jahreswechsel 2014/2015 geplant. Der
Spendenaufruf für die Schulsozialarbeit der Jugendhilfe
unseres Werkes erbrachte 2943 Euro. Mit diesen Geldern
konnten verschiedene sportliche und kreative erlebnispädagogische Projekte durchgeführt werden. Damit werden
Kommunikation, Teamarbeit, Ausdauer, Eigeninitiative, aber
auch Körpererfahrung und –beherrschung der Jugendlichen
gefördert. Mit dem dritten Spendenaufruf unterstützen wir die
Kunstprojekte in unseren Pflegeheimen. So trifft sich im
Marienheim die Gruppe „Drei Peter und ein Harry“ regelmäßig
mit einer professionellen Kunsttherapeutin und fertigt verschiedene künstlerische Arbeiten an. Im Pflegeheim Matthias
Claudius gibt es das Projekt „Malen mit Menschen mit
Demenz“. Für die Bewohner sind diese Projekte sehr wichtig.
Sie sind Abwechslung im Alltag, manchmal Bearbeitung der
eigenen Vergangenheit, Teilhabe am Leben sowie Kommunikation mit anderen. Die endgültige Spendensumme liegt bei
Redaktionsschluss noch nicht vor.
Insgesamt müssen wir einen leichten Rückgang der Spenden
verzeichnen. Die Auswertung dazu und die Erforschung der
Gründe dafür stehen noch aus. Die einzelnen Einrichtungen
sind sehr unterschiedlich aktiv in der Spendenwerbung.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass für manche
Bereiche leichter Spenden zu aquirieren sind als für andere.
Alles in allem erfordert das Werben um Spenden Zeit – die an
verschiedenen Stellen oftmals nicht vorhanden ist – und das
Bewusstsein dafür, dass Spenden selten von allein – aus
heiterem Himmel – kommen, sondern gezielt und ausdauernd
eingeworben werden müssen. Kontakte zu Spendern müssen
gepflegt und neue Kontakte aufgebaut werden. Rückläufig
– und damit für die Zukunft ausbaufähig – sind Spenden von
Firmen und Banken. Hier werden wir uns auch von Seiten der
Geschäftsstelle intensiver einbringen müssen. Des weiteren
sind wir dabei, neue, moderne, Wege der Spendenwerbung
zu gehen. Diese sind im Vorfeld sehr genau auf Datensicherheit, Seriosität und Legalität zu prüfen.
Die Diakonie-Stiftung Leipzig hat im Jahr 2014 erstmals
Erträge ausgezahlt. 300 Euro wurden für die Arbeit mit
Menschen mit Demenz verwendet. 300 Euro gingen an den
Besuchs- und Begleitdienst zur Förderung ehrenamtlicher
Arbeit in diesem Bereich.
Susanne Straßberger | Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising
Essensausgabe in der Ökumenischen Kontaktstube für Wohnungslose Leipziger Oase.
Die Künstler vom Martinstift bei der Arbeit.
Unsere neue Ev. Kindertagesstätte Christophorus - hier fehlt noch ein Sonnenschutz.
6 Jahresbericht 2014 Personalmanagement und Personalentwicklung
Personal finden, motivieren und stärken
Personalmanagement und
Personalentwicklung in unserem Werk
Geeignete, hoch motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wichtige Säule unseres
Werkes. Von ihnen hängt im Wesentlichen die Qualität der
Arbeit in unseren Einrichtungen ab. Daher ist es beständige
Aufgabe, geeignetes Personal zu finden, für die Zufriedenheit
und Gesundheit der Mitarbeitenden Sorge zu tragen, ihre
Arbeitskraft und ihre Motivation zu stärken und ihnen gegebenenfalls berufliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Es gibt
mehrere Projekte und Aktivitäten in unserem Werk, die dies
zum Ziel haben.
Auszubildende (Azubis)
Auszubildende als Fachkraft für Altenpflege und als staatlich
anerkannter Erzieher können den praktischen Teil ihrer
Ausbildung in unseren Einrichtungen absolvieren. Noch gibt
es genügend Bewerbungen für freie Azubi-Stellen. Im vergangenen Jahr konnten alle Ausbildungsplätze besetzt
werden. Im Juli gab es eine feierliche Exmatrikulation für den
vergangenen Jahrgang. Insgesamt 16 Azubis konnten ins
Berufsleben entlassen werden. Von den ausgebildeten
Erzieher/innen wurden alle vier übernommen, von den 12
Fachkräften für Altenpflege konnten 6 übernommen werden,
die meisten in den sogenannten Personalpool.
können die Personalpool-Mitarbeitenden dann auf diese freie
Stelle wechseln. Auf diese Weise können geeignete Fachkräfte in unserem Werk gehalten werden, auch wenn gerade keine
freie Stelle zur Verfügung steht. Zum Vergleich: Im Jahr 2010
sind alle Azubis nach Beendigung ihrer Ausbildung zu anderen Trägern gewechselt. Im Jahr 2014 wurden von zwölf
Azubis der Altenhilfe vier in den Personalpool übernommen
(und weitere zwei in ein Pflegeheim). Insgesamt wurden
bereits zehn fertig ausgebildete Azubis eingestellt. Ebenso in
unseren Einrichtungen befinden sich Pflegehilfs- und Hauswirtschaftskräfte, die dazu beitragen, Überstunden abzubauen und Personalengpässe abzumildern. Natürlich steht der
Personalpool auch anderen Bewerberinnen und Bewerbern
offen.
Führungskräfte-Weiterbildung
Personalpool
Um den ehemaligen Auszubildenden eine Chance auf eine
Stelle in unserem Werk zu geben und sie damit auch zu
halten, werden die meisten von ihnen in den Personalpool
unseres Werkes übernommen. Personalpool bedeutet: Die
Mitarbeitenden werden bei der Personalabteilung angestellt
und an Einrichtungen „verliehen“, die einen zeitweisen Bedarf
an einer zusätzlichen Fachkraft haben, etwa als Krankheitsoder Elternzeitvertretung. Sobald eine feste Stelle frei wird,
Für die Führungskräfte unseres Werkes werden Weiterbildungen zu verschiedenen Themen angeboten. Einmal jährlich
findet die Schulung zu den Mitarbeiter-Jahresgesprächen
statt. Diese Gespräche muss jeder Einrichtungsleitende mit
seinen Mitarbeitern führen. Anhand eines Leitfadens und mit
Hilfe dieser Schulung sollen die Führungskräfte dazu in der
Lage sein. Des Weiteren gibt es Schulungen zu Gesprächsführung, zum Umgang mit Konflikten und Mobbing,
zum Umgang mit Sucht am Arbeitsplatz und zum Arbeits-
Jahresbericht 2014 Personalmanagement und Personalentwicklung
recht. Für die Zukunft soll es ein festes Konzept geben,
welche Schulungen in welchem Zeitraum von Führungskräften absolviert werden müssen.
WipPe (Wissen planen, Personal entwickeln)
Im Rahmen des Projektes Wissen planen, Personal entwickeln
(WipPe) des Evangelischen Fachverbandes für Arbeit und
Soziales (EFAS) führt die Diakonie Leipzig noch im Jahr 2014
ein Nachwuchskräftetraining durch. Das Projekt wird mit
10.000 Euro aus Mitteln der EU gefördert. An dem Training
werden Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen teilnehmen, die nach Einschätzung der Einrichtungsleitung das
Potential zu einer Führungskraft haben. Sie absolvieren eine
Einführungsveranstaltung und drei Schulungstage zum
Themenbereich Selbstbild-Fremdbild, Mitarbeiterführung und
Teambildung. Diese finden in unterschiedlichen Einrichtungen
der Diakonie statt, so dass die Teilnehmenden die Chance
haben, auch andere Arbeitsbereiche unseres Werkes kennenzulernen. Zusätzlich erhalten sie ein persönliches Coaching
bei einem von drei dafür engagierten Coachs: einer Frau aus
der Streetworker-Arbeit, einem freien Coach aus dem wirtschaftlichen Bereich und einer Trainerin, die artgerechte
Kommunikation mit Pferden anbietet.
In diesem Projekt sollen sich potentielle Führungskräfte mit
sich selbst auseinandersetzen. Bin ich bereit, eine Führungsposition zu übernehmen, traue ich mir das zu, wie will ich
meine eigene berufliche Entwicklung gestalten? Darüber
hinaus können sie andere Kollegen und Einrichtungen näher
kennenlernen. Ziel für die Diakonie ist es, geeignete Führungskräfte für frei werdende Stellen aus den eigenen Reihen
zu rekrutieren und diese auf eine eventuelle zukünftige
Leitungsposition vorzubereiten.
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und
BEM Plus
Hauptschwerpunkt des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM),
also die Betreuung und Wiedereingliederung von Langzeitkranken (ab 43 Kalendertage im Jahr) nach § 84 Abs. 2 SGB
IX. Darüber hinaus stehen Gesundheitsberatung, Beratung bei
Konflikten, Beratung von Einrichtungsleitern und das Veranstalten von Gesundheitsfortbildungen und Gymnastikkursen
sowie das Schulen der Führungskräfte und Mitarbeitenden zu
arbeitsrelevanten Gesundheitsthemen im Mittelpunkt.
BEM-Plus entwickelte sich aus der Wiedereingliederungsarbeit im Rahmen des Standard-BEM. Es zeigte sich, dass in
vielen Fällen eine solche Eingliederungsarbeit nicht hätte sein
7
müssen, wenn man vor der Langzeiterkrankung aktiv geworden wäre. Maßnahmen, die im Rahmen der Rückkehr an den
Arbeitsplatz durchgeführt werden, hätten wesentlich früher
einsetzen müssen, um die Langzeiterkrankung verhindern,
verzögern oder mindern können. Aus dieser Einsicht entstand das Projekt BEM-Plus, das den Schwerpunkt von der
Rehabilitation auf die Prävention verlagert.
BEM-Plus beinhaltet zum einen allgemeine psychosoziale
Beratung für alle Mitarbeitenden zur Prävention von Krankheiten. Mitarbeitende, aber auch Führungskräfte suchen Beratung und Hilfe bei Problemen, bevor diese zu Langzeiterkrankungen führen. Zu dieser Prävention gehört auch die
Organisation und Durchführung von Schulungen und die
Beratung für Führungskräfte zu wichtigen Gesundheitsthemen
(Burnout, Sucht, Konflikte und Mobbing). Daneben umfasst
BEM-Plus die präventive Eingliederung von noch nicht
langzeiterkrankten Mitarbeitenden auf ihren oder auch einen
anderen Arbeitsplatz in unserem Werk. Im Gegensatz zum
Standard-BEM, das vielfach von anderen Leistungsträgern
mitfinanziert wird, finanziert das Diakonische Werk Innere
Mission Leipzig e.V. alle BEM-Plus-Aktivitäten selbst. Im
November 2013 erhielt die Diakonie Leipzig einen Förderpreis
der Diakonie Sachsen. Der Wettbewerb stand unter dem
Motto „Die hohe Kunst – Führen und Leiten in unruhigen
Gewässern“ und zeichnete „best-practice-Beispiele“ aus.
Zeitwertkonten
Seit 2014 haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, über ein
Zeitwertkonto eine berufliche Auszeit zu nehmen (Sabbatical)
oder einen flexiblen und vorzeitigen Übergang in den Ruhestand bzw. eine individuelle Altersteilzeitregelung zu gestalten.
Dazu wird zur Finanzierung einer Freistellung ein Wertguthaben aufgebaut. In einer Ansparphase bringen die Mitarbeitenden laufende oder einmalige Entgeltbestandteile, (teilweise)
Jahressonderzahlung, ausbezahlte Mehrarbeitsstunden,
Zulagen und in engen Grenzen auch ausbezahlter Urlaub
steuer- und sozialversicherungsfrei ein. Das Wertguthaben
wird verzinslich angelegt und in der Freistellungsphase als
steuer- und sozialversicherungspflichtiges Entgelt ausgezahlt.
Die Freistellungsphase können die Mitarbeitenden zum
flexiblen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben vor Rentenbeginn, für eine berufliche Auszeit zum Zwecke einer Weiterbildung, der Pflege oder Erziehung eines Familienangehörigen
oder einfach für eine lange Reise nutzen. Während der
gesamten Zeit sind die Mitarbeitenden bei der Diakonie
angestellt und somit sozialversichert.
Sebastian Steeck | Personalleiter
8 Jahresbericht 2014 Fachbereich Altenhilfe
Altenhilfe
...im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Rahmenbedingungen und diakonischem Handeln...
Die demographische Entwicklung und insbesondere die Frage
„Wie steht es um die Pflege und Betreuung unserer älter
werdenden Menschen“, stehen immer mehr im Mittelpunkt
der öffentlichen Diskussion. Die Menschen werden immer
älter und demzufolge erhöht sich auch der Bedarf an Pflege.
Immer mehr Menschen leiden unter Demenzerkrankungen,
was eine besondere Herausforderung in der Betreuung
darstellt.
Für die Pflege wird eine sehr umfangreiche Dokumentation
gefordert. Diese gilt als Hauptkriterium bei den jährlich
stattfindenden Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen
Dienst der Krankenkassen. Allerdings müssen die Mitarbeitenden viel Zeit für die Dokumentation verwenden, diese fehlt
ihnen dann in der Pflege. Dieses Missverhältnis wird immer
wieder beklagt.
Im Vorfeld der Wahlen des vergangenen Jahres sind große
Signale in Bezug auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Pflegebereich gesetzt worden. Nun ist die neue
Regierung ein Jahr im Amt und über eine „Pflegereform“ wird
viel gesprochen. Der Bundesgesundheitsminister hat angekündigt, die Vorschriften zur Dokumentation in der Pflege so
zu vereinfachen, dass den Pflegenden mehr Zeit für ihre
eigentliche Aufgabe bleibt. Die Realisierung des Vorhabens ist
leider noch nicht an der Basis angekommen, aber wir sehen
ihr erwartungsvoll entgegen. Desweiteren wurde die Einführung des Mindestlohns in der Pflege angekündigt und mittlerweile beschlossen, um die Attraktivität dieses Berufsfeldes zu
steigern. Die Voraussetzung für eine bessere Finanzierung der
Pflege ist, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung anzuheben, allerdings hält man sich dazu in der öffentlichen Diskussion eher bedeckt. An dieser Stelle wäre mehr Ehrlichkeit und
Klarheit in der politischen Diskussion wünschenswert.
In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres verringerte sich
die Auslastung unserer Pflegeheime etwas und stieg zu
Beginn dieses Jahres wieder an. Die aktuelle Auslastung liegt
bei 97 %. Verstärkte Werbeaktivitäten haben demzufolge zum
Erfolg geführt. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten für
alle Pflegeheime die Anträge zur Anpassung der Entgelte bei
den Pflegekassen gestellt werden, federführend ist die AOK.
Leider konnten, aus Überlastungsgründen von Seiten der
Kasse, die letzten Verhandlungstermine erst im August
stattfinden. Das führte dazu, dass die Erhöhungen der
Entgelte in einigen Häusern erst zum 1. September 2014 zum
Tragen kamen. Die Laufzeiten gehen bis in das Jahr 2016, so
dass wir Ende 2015 in neue Verhandlungen eintreten werden.
Die mit den Kassen verhandelten Entgelte setzen sich
zusammen aus den Leistungen der Krankenkassen (aus der
Pflegeversicherung) und dem Eigenanteil der Heimbewohner.
Die Erhöhungen der Entgelte gehen aber ausschließlich zu
Lasten der Heimbewohner. Die Kassensätze sind seit 1996
nicht angehoben worden. Dies hat verständlicherweise zu
erheblichen Beschwerden von Angehörigen geführt. An dieser
Stelle kann nur auf notwendige Veränderungen in der Politik
verwiesen werden (Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung und Erhöhung der Kassensätze für die Pflege).
Erfreulich ist, dass sich die Nachfrage nach Kurzzeitpflege
sowie nach vollstationärer Pflege und damit die Auslastung
unserer Kapazitäten dennoch positiv entwickelt haben – allerdings erst gegen Ende des ersten Quartals 2014. Auf die
Auszahlung des zweiten Teils der Jahressonderzahlung für die
Mitarbeitenden hatte dies noch keine Auswirkung. Der zweite
Teil der Jahressonderzahlung wird immer abhängig vom
Betriebsergebnis des entsprechenden Bereiches gezahlt, in
der Altenhilfe konnte er für 2012 und 2013 nicht ausgezahlt
Jahresbericht 2014 Fachbereich Altenhilfe
werden. Die Problematik der Wirtschaftlichkeit von Pflegeeinrichtungen betrifft bundesweit die Betreiber von Pflegeeinrichtungen, die ihre Mitarbeitenden nach AVR bezahlen.
Die Suche nach geeignetem Pflegepersonal ist auch für uns
nicht unproblematisch, steht doch Fachpersonal immer
weniger zur Verfügung. Dennoch profitieren wir, gegenüber
Mitbewerbern, von der vergleichsweise hohen und strukturell
besseren Dotierung unserer Mitarbeitenden, aber auch von
der Attraktivität des Wohn- und Arbeitsstandortes Leipzig.
In unserem Fachbereich bilden wir derzeit 28 junge Menschen
vom ersten bis dritten Lehrjahr zu Altenpfleger/innen aus.
Unser Bestreben ist es, so viele Absolventen wie möglich in
unseren Häusern zu beschäftigen. Unser Hauptpartner ist die
Johanniterakademie für die theoretische Ausbildung der
Auszubildenden. Mit ihr pflegen wir auch andere Kooperationen, wie zum Beispiel mit dem Projekt Da Vinci, in dem drei
tschechische Praktikanten ihre Erfahrungen bei uns machen.
Seit Einführung der Pflegeversicherung und aufgrund der
Tatsache, dass die Menschen immer älter werden, hat sich
der Gesundheitszustand der Menschen, die in unseren
Häusern aufgenommen werden, sehr verändert. Die Verweildauer ist im Gegensatz zu früher sehr viel kürzer geworden und es besteht eine höhere Fluktuation bei der Belegung.
Vermehrt kommen insbesondere aus Krankenhäusern Bewohner in sehr schlechter gesundheitlicher Verfassung in unsere
Einrichtungen, viele davon als Schwerstpflegefälle, die nur für
9
sehr kurze Zeit in unseren Häusern leben. Auf die Wohn- und
Lebensatmosphäre wirkt sich dies negativ aus und führt zu
einer zunehmenden psychischen Belastung unserer Mitarbeitenden. Externe Vernetzungen verbinden wir mit dem Ziel, die
Lebensbedingungen unserer Bewohner zu verbessern.
Gemeinsame, auch generationsübergreifende, Veranstaltungen mit Kirchgemeinden, mit deren Seniorenkreisen,
Jugendgruppen und Kindereinrichtungen tragen dazu bei,
dass der Alltag in unseren Häusern abwechslungsreich
gestaltet wird.
Um die Häuser so wirtschaftlich wie möglich zu führen, ist es
wichtig, für eine gute Auslastung zu sorgen. Dafür arbeiten wir
eng mit den Sozialdiensten und den Fachabteilungen von
Krankenhäusern, mit niedergelassenen Ärzten, Apotheken
und dem Hospiz Villa Auguste zusammen. Aber auch in
unserem eigenen Fachbereich halten wir ein breites Leistungsangebot vor, das den vollstationären Einrichtungen
vorgeschaltet ist. So nutzen zum Beispiel Klienten aus der
ambulanten Versorgung verstärkt unsere Tagespflegeinrichtungen und die Kurzzeitpflege. In unserer mittlerweile sehr
bekannten Beratungsstelle Altenhilfe werden pflegende
Angehörige beraten und an die entsprechenden Anbieter
unseres Werkes vermittelt. Nachteilig wirkt sich der hohe
Anteil an Doppelzimmern in unseren Häusern aus. Interessenten achten, insbesondere bei direkter örtlicher Konkurrenz,
auf das Preis/Leistungsverhältnis sowie auf Unterbringung im
Einzelzimmer mit eigener Nasszelle. Dem versuchen wir durch
Umwidmungen und, wo möglich, mit Umbauten zu begegnen.
Leider sind dafür diverse Genehmigungen erforderlich, die nur
mit einem hohen Aufwand an Zeit und Kosten zu erlangen
sind.
Seit Januar 2013 betreiben wir in gemieteten Räumen in
Leipzig-Gohlis eine Tagespflegeeinrichtung. Im gleichen
Gebäudeensemble befindet sich ein Betreutes Wohnen für
ältere Menschen, deren häusliche Pflege wiederum von
unserer Sozialstation übernommen wird. Es zeigt sich, dass
diese Konstellation - Betreutes Wohnen mit Tagespflege und
Sozialstation - sehr nachgefragt wird. Ein ähnliches Angebot
soll an unserem Pflegeheim Albert-Schweitzer entstehen.
In der Altenhilfe stehen wir vor großen Herausforderungen. Wir werden alle gemeinsam daran arbeiten, auch
in den kommenden Jahren mit Fürsorge für unsere
Menschen da zu sein, die unsere Hilfe benötigen. Von der
Politik erwarten wir, dass sie die erforderlichen Rahmenbedingungen schafft und angekündigte Maßnahmen in die
Tat umsetzt.
Maria Dösinger-von Wolffersdorff | Fachbereichsleitung
Altenhilfe
10 Jahresbericht 2014 Traumberuf Altenpflegerin
„Altenpflegerin ist mein
Traumberuf“
Francis Veit hat ihre Ausbildung beendet und arbeitet
im Matthäistift
„Oh mein Gott, warum machst du denn so was?“ – werde ich
oft von Leuten gefragt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich als
Altenpflegerin arbeite. Sie haben zwar Achtung vor dem Beruf
und finden auch, dass es wichtig ist, aber selbst als Altenpfleger zu arbeiten, das können sich viele nicht vorstellen.
Dabei ist es ein sehr dankbarer Beruf. Ich bekomme sehr oft
ein Dankeschön von den Menschen, die ich betreue. Ich
wollte schon immer Altenpflegerin werden. Als ich klein war,
hatte mein Opa mehrere Schlaganfälle und wurde von einem
Pflegedienst betreut. Ich wollte immer wissen, was da hinter
verschlossenen Türen vor sich geht, und als ich 12 Jahre alt
war, durfte ich dabei sein. Mich hat das immer interessiert, die
Pflege von Menschen macht mir Spaß. Meine Mutter war
auch Altenpflegerin, jetzt arbeitet sie als Arzthelferin. Meine
beste Freundin hat gerade mit mir die Ausbildung beendet.
Altenpflegerin ist ein sehr vielfältiger Beruf. Zu meinen
Tätigkeiten gehören die Grundpflege (waschen, Essen
reichen) und die Behandlungspflege (Medikamente setzen,
Insulin spritzen etc.). Aber ich bin auch Seelsorgerin, Trösterin,
Unterhalterin – das wird von außen oft nicht so wahrgenommen. Die Bewohner reden oft mit mir, aber nicht jeder redet
über alles. Es muss schon ein Vertrauensverhältnis geben.
Natürlich hat man auch so seine „Lieblinge“, das geht den
Pflegern genauso wie den Bewohnern. Aber als Pflegerin
muss ich natürlich alle gleich gut behandeln.
Am liebsten arbeite ich bei dementen Menschen, mit ihnen
komme ich super gut klar. Jeder Tag ist anders und man hat
viel Abwechslung. Man muss ihnen mit Achtung und Akzeptanz begegnen. Ich lasse ihnen ihren Willen, soweit es geht.
Wenn zum Beispiel einer mitten in der Nacht seinen Schrank
ausräumen will, dann lasse ich ihn. Und räume die Sachen am
nächsten Tag wieder ein. Ich verstehe zwar nicht, warum er
das macht. Aber was weiß ich schon, was er für Gründe hat?
Und es schadet ja auch nicht. Ich finde, als Pflegerin muss
man vor allem ehrlich sein – auch zu dementen Menschen.
Sie sind ja erwachsene Leute und nicht blöd, nur eben
dement. Das muss man akzeptieren. Freundlichkeit ist auch
sehr wichtig. Schlechte Laune gehört nicht in den Beruf.
Was wirklich nervt, ist die viele Dokumentation. Wir müssen
alles aufschreiben, was passiert ist, was wir gemacht haben.
Das geht von der Zeit am Bewohner ab, und das ist wirklich
schade. Manchmal kann ich gar nicht beruhigt nach Hause
gehen, weil ich nicht genug Zeit hatte, mich ausreichend um
die Leute zu kümmern, auch menschlich. Wir brauchen
einfach mehr Personal. Der Beruf ist schön, aber auch
anstrengend – physisch und psychisch. Wenn ich Schichtleiterin und die einzige Fachkraft bin, und dann kommen 5
Arztvisiten, bei denen ich dabei sein muss – da fühle ich mich
manchmal schon überfordert. Ich arbeite 30 Stunden pro
Woche, das reicht mir auch. Schließlich will ich den Beruf
noch lange ausüben.
Ich habe nur einmal direkt erlebt, dass eine Bewohnerin
gestorben ist. Ich kann mir vorstellen, öfter sterbende Menschen zu begleiten und da auch Erfahrungen zu sammeln.
Wichtig ist, die letzten Wünsche zu erfüllen oder zu registrieren und den Sterbenden nicht allein zu lassen. Möglicherweise haben die Sterbenden auch Angst vor dem Tod. Man weiß
ja nicht so genau, was dann kommt. In der Praxis ist für eine
solche Begleitung natürlich keine Zeit, im Ernstfall bleibt man
einfach länger.
Jahresbericht 2014 Traumberuf Altenpflegerin
11
Durch meine Arbeit habe ich einen anderen Blick auf unsere
Gesellschaft. Ich sehe, wie gut wir es haben und das schon
seit so vielen Jahren. Unsere Bewohner sind ungefähr 80 bis
100 Jahre alt. Sie haben den Krieg noch miterlebt. Ein
Bewohner hat sogar noch Bombensplitter im Arm. Neulich
habe ich eine Bewohnerin zu ihrem Platz geführt, das war
nicht ganz einfach, sie konnte kaum laufen. Als wir es geschafft hatten, scherzte ich mit ihr: Na, da haben wir ja jetzt
fast einen Walzer zusammen getanzt. Daraufhin sagte sie:
„Ich hätte gern mehr Walzer getanzt, früher, als ich so jung
war wie Sie jetzt. Aber wir waren zu sehr mit dem Krieg
beschäftigt., haben zu viel Zeit im Bombenkeller verbracht.
Keine Zeit zum Walzer tanzen …“
Für mich ist Altenpflegerin der richtige Beruf. Ich möchte mich
gern noch weiterbilden, aber Pflegedienstleitung oder Heimleitung liegt mir nicht. Das ist zu viel Verwaltung und man ist
nicht so nah an den Bewohnern dran. Außerdem will ich nicht
so gern Chef sein. Aber eine Weiterbildung zur Wund- und
Stoma-Schwester würde ich sehr gern machen. Auch Ausbilder / Mentorin für neue Azubis zu sein, kann ich mir gut
vorstellen. Gern möchte ich bei der Diakonie bleiben. Die
Heime hier sind alle gut, ich habe noch nie etwas Schlechtes
gehört.“
(aufgezeichnet von Susanne Straßberger nach einem Gespräch mit Francis Veit)
Francis Veit (23) hat ihre Ausbildung zur Altenpflegerin im Juli
2014 beendet. Sie hat an der Johanniter-Akademie gelernt
und absolvierte den praktischen Teil im Pflegeheim Albert-Schweitzer. Frau Veit wurde dann in den Personalpool
der Diakonie Leipzig übernommen und arbeitet zurzeit im
Matthäistift.
Sicher und geborgen in den eigenen vier Wänden –
mit dem Johanniter-Hausnotruf!
Häusliche Geborgenheit und eine sicheres Gefühl.
`
`
im Alter sicher und geborgen zuhause leben
Johanniter-Hausnotrufzentrale rund um die Uhr an
sieben Tagen die Woche erreichbar
Robuste Technik – sicher und einfach zu bedienen.
`
`
Sender wird als Armband oder Halskette getragen
Basisstation stellt automatsch Sprechverbindung zur
Zentrale her
für Hilfe wird umgehend gesorgt
Rufen Sie uns kostenlos an.
Wir beraten Sie gern: 0800 32 33 800
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Leipzig/Nordsachsen
Torgauer Str. 233, Arcus Park Haus B, 1. OG
04347 Leipzig
www.johanniter.de/hausnotruf
www.johanniter.de/leipzig
1355
`
12 Jahresbericht 2014 Aktionstag Pflege
Diakonie Leipzig fordert
bessere Bedingungen für
die Pflege
Aktion in der Leipziger Innenstadt
Die Situation in der Altenpflege ist äußerst kritisch: die Zahl
der pflegebedürftigen Menschen steigt, die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt, pflegende Angehörige
fühlen sich nicht ausreichend unterstützt, es werden dringend
Fachkräfte für die Pflege gesucht, die Finanzierung der Pflege
ist absolut nicht ausreichend. Das muss sich ändern! Die
Diakonie erwartet von der neuen Bundesregierung, dass sie
die Rahmenbedingungen für würdevolle Pflege, gerechte
Finanzierung, familiäre Entlastung und eine attraktive Ausbildung schafft. Um diesen Forderungen ausreichend Gehör zu
verschaffen, gab es am 12. Mai den bundesweiten Aktionstag
Altenpflege der Diakonie.
Die Diakonie Leipzig beteiligte sich an dieser Aktion mit einer
Aktion in der Leipziger Innenstadt. Mitarbeitende der Diakonie
Leipzig, Auszubildende der Johanniter-Akademie sowie
Vertreter von Politik, Kirche und Diakonie machten auf die
Problematik aufmerksam. Die Azubis der Johanniter-Akademie stellten in einzelnen Schritten verschiedene Teilbereiche
der Pflege vor. Mitarbeitende der Diakonie informierten über
die Situation der Pflege in Leipzig und in Deutschland.
Pfarrer Kreusel, Direktor der Diakonie Leipzig: „Aufgabe
der Politik ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen und die
Pflege mit mehr Ressourcen auszustatten. Aber wir alle
müssen bereit sein, mehr in die Pflegeversicherung zu zahlen.
Wir müssen Geld für Pflege abgeben, in der Hoffnung, dass
irgendwann auch einmal andere für uns zahlen.“
Jörg Nagel, Mitarbeitervertretung der Diakonie Leipzig:
„Die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger muss angemessen
entlohnt werden. Wir als Diakonie liegen schon lange weit
über dem Mindestlohn, trotzdem ist der Verdienst nicht hoch,
wenn man bedenkt, was Pflege für ein anspruchsvoller und
anstrengender Beruf ist. Dass dafür im privaten Pflegebereich
Dumpinglöhne gezahlt werden, ist unfassbar.“
Maria Dösinger-v. Wolffersdorff, Fachbereichsleiterin
Altenhilfe der Diakonie Leipzig: „ Was wir brauchen ist eine
differenzierte Ausgestaltung der Pflegestufen – also mindestens 5 statt nur 3. Menschen mit Demenz – und davon leben
sehr viele in den Pflegeheimen – haben einen enormen
Pflegeaufwand, der aber nicht ausreichend berücksichtigt
wird, weil er nicht unter die typischen Pflegetätigkeiten wie
waschen oder essen reichen fällt. Hier ist vor allem menschliche Zuwendung gefragt. Aber die wird kaum finanziert.“
Carmen Grüber, Azubi in der Diakonie-Sozialstation: „Wir
brauchen viel zu viel Zeit für die Pflege-Dokumentation. Jeder
Handgriff muss aufgeschrieben werden, manchmal zwei bis
drei Mal. Dabei geht wertvolle Zeit für die Pflege verloren.“
Zeitgleich wurden vor den sieben Pflegeheimen der Diakonie
symbolisch große Rettungspakete aufeinandergestapelt.
Mitarbeitende, Pflegebedürftige und Angehörige verschickten
Päckchen mit Forderungen für ein Rettungspaket Altenpflege
an das Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Die Forderungen waren zuvor in allen Pflegeheimen von Pflegern,
Angehörigen und Pflegebedürftigen auf Karten geschrieben
und gesammelt worden.
Die Diakonie hatte bundesweit ihre Pflegeheime und Pflegedienste aufgerufen, am Internationalen Tag der Pflege, am 12.
Mai 2014, auf die kritische Situation im Pflegebereich aufmerksam zu machen und von der neuen Bundesregierung ein
Rettungspaket für die Altenpflege zu fordern.
Susanne Straßberger | Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
14 Jahresbericht 2014 Fachbereich Behindertenhilfe
Personzentrierung
10 Thesen als Arbeits- und
Leitungsgrundlagen in der
Behindertenhilfe - 5 Jahre
UN - Behindertenrechtskonventivention
Diese 10 Thesen sollen die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Deutschland verbessern und mit Inhalten füllen.
Sie sind das Arbeitsergebnis einer Tagung der fünf Fachverbände der Behindertenhilfe aus dem Jahr 2010 und somit
auch Arbeitsgrundlage für den Fachbereich unseres Werkes.
Die Thesen haben zum Ziel, die Hilfen ausschließlich am
individuellen Bedarf des Menschen mit Behinderung und an
seinem Rechtsanspruch auf Förderung seiner persönlichen
Entwicklung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu
orientieren und ihm somit eine weitestgehend selbstständige
und eigenbestimmte Lebensform zu ermöglichen.
These 1: Grundlage allen Arbeitens ist die UN-Konvention aus dem Jahre 2009, die den Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben als soziales Wesen in
Beziehungen mit Rechten und Pflichten in der Gesellschaft zusichert.
These 2: Die Bedarfsermittlung zur Teilhabe am Leben in
der Gesellschaft und am Arbeitsleben muss umfassend
und individuell erfolgen und soll alle Lebens- und Unterstützungsbereiche einbeziehen.
So sind wir im Wohnverbund Alte Posthalterei auf einem
gemeinsamen Weg mit dem Sozialpädagogischen Dienst des
Kommunalen Sozialverbandes Sachsen (KSV) zur Ermittlung
des individuellen Hilfebedarfes für die dort lebenden BewohnerInnen. Die Umstellung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Wohnen Heinz Wagner in zurzeit zwei und in
absehbarerer Zeit in fünf Wohnungen orientiert sich mit dem
Eine ehrenamtliche Helferin im Einsatz
Jugendamt der Stadt Leipzig ebenfalls daran.
These 3: Der individuelle Hilfebedarf ist mit dem
Leistungsempfänger gemeinsam festzustellen. Das
passende Hilfepaket soll im gewohnten Umfeld organisiert und realisiert werden.
Das gewohnte Lebensumfeld ist die eigene, oftmals noch die
elterliche Wohnung, in der ein Mensch mit Behinderung lebt
und sicher auch gerne leben möchte. Zur Zeit sind solche
persönlichen Hilfen schlecht finanziert und kaum dauerhaft
möglich, wenn nicht Eltern oder Angehörige die Kernaufgaben
der Betreuung bewältigen. Es gibt nur wenige Betreuungsangebote, insbesondere sind Menschen mit schweren und
schwerstmehrfachen Behinderungen davon nahezu vollständig ausgeschlossen. Daher sind die Einzel- und Doppelzimmer in unseren Wohnstätten im Diakonissenhaus Borsdorf,
Katharina von Bora in Markkleeberg, der Alten Posthalterei in Panitzsch und die Wohnstätten Heinz Wagner und
Martinstift in Leipzig zumeist voll belegt. Ebenso sind alle an
diese Wohnstätten angebundenen ambulanten Betreuungen
und die Außenwohngruppen gut ausgelastet und nachgefragt.
Der Wohnverbund Antonienstraße arbeitet selbständig und
erweitert das Angebot in der Stadt Leipzig mit dem Ambulant
betreutes Wohnen flex, welches eine bessere personelle
Ausstattung der Betreuung in der eigenen Wohnung vorsieht
- allerdings bisher nur für Menschen mit geringerem Hilfebedarf.
Jahresbericht 2014 Fachbereich Behindertenhilfe
15
These 4: Hilfsangebote müssen das Wunsch- und
Wahlrecht des Leistungsempfängers berücksichtigen.
Standardisierte institutionelle Angebote sind aufzuweichen.
Die Integration am ersten Arbeitsmarkt ist Ziel und gesetzlicher Auftrag des Arbeitsprozesses in den Lindenwerkstätten, kann aber nur selten, im Jahr für ein bis zwei MitarbeiterInnen, verwirklicht werden. Selbstkritisch gesehen finden wir
auch in unserem eigenen Werk kaum Arbeitsplätze und nur
wenige „Außenarbeitsplätze“ in denen Menschen mit Behinderungen am „normalen“ Arbeitsalltag teilhaben oder sich für
den ersten Arbeitsmarkt einüben können. Ein aktuelles
Beispiel im Versuchsstadium: In den Wohnstätten im Diakonissenhaus Borsdorf wurde am 01.09.2014 das Projekt
„Mehrgenerationentisch“ begonnen.
Sozialräumliche/ inklusive Komponente: Die Schüler des
Freien Gymnasiums Borsdorf können gemeinsam mit den
BewohnerInnen der Wohnstätten im Speisesaal Mittag essen.
Ab Januar 2015 soll dieser Mittagstisch auch für Seniorinnen
und Senioren aus der Gemeinde Borsdorf angeboten werden.
Hier können also mehrere Generationen einen gemeinsamen
Mittagstisch mit entsprechenden Kontakten erleben.
Ambulante/inklusive Komponente: Mitarbeiter der Lindenwerkstätten in Panitzsch haben einen neuen Außenarbeitsplatz in der Küche und im Speiseesaal im Diakonissenhaus in
Borsdorf und bereiten dort unter Anleitung ein Wahlessen für
die SchülerInnen und werden in der Ausgabe und der Nachbereitung des Mittagstisches tätig und arbeiten mit und im
Küchenteam der Wohnstätten.
Zur Ambulantisierung gehört auch, dass die Beratung entsprechend aufgewertet, mit den Wohn-, Arbeits- und Bildungsangeboten verknüpft und die Beratungsstellen der
Hilfen für Menschen mit Behinderungen regelfinanziert
werden müssen. Hier ist der Freistaat Sachsen in der Pflicht.
Dort wurde die Regelfinanzierung vor Jahren auf eine unsinnige Projektfinanzierung umgestellt. Eine solche individuelle
Beratung braucht aber eine finanziell verlässliche Basis und
fachlich kompetente und tariflich entlohnte MitarbeiterInnen.
Der Anteil der freiwilligen Leistung zur Finanzierung der Stadt
Leipzig stagniert seit Jahren, womit tatsächlich eine Abschmelzung des Beratungsangebotes einhergeht.
Bei der Arbeit in den Lindenwerkstätten in Panitzsch
These 5: Der Mensch mit Behinderung wählt seine
Leistungserbringer umfassend informiert aus. Die Teilhabeziele sind anhand der Realisierung in Kooperation mit
allen Leistungserbringern zu überprüfen.
Unser Beitrag hierzu ist Grundlagenarbeit in der frühkindlichen und in der schulischen Bildung und erfolgt in integrativen Kindertagesstätten und in der Öffnung der Werner – Vogel – Schule in der projektgebundenen und in
Kooperationsverträgen vereinbarten Zusammenarbeit mit
Regelschulen. Hier werden Kinder und Jugendliche mit
Behinderungen dazu befähigt, sich selbst zu vertreten,
auszuwählen und selbstbestimmt zu handeln. Die Einbeziehung von Heimbeiräten, Werkstatträten und Schülerrat in
Entscheidungsprozesse ist hier eine aktuelle und fortwährende Aufgabe. In Fort- und Weiterbildungen (z. B. Meine Stimme
– Meine Rechte; Demokratie gewinnt!) für alle interessierten
Menschen mit Behinderungen, die am Thema Selbstbestimmung teilhaben wollen, unterstützen wir diese Ansätze. Die
Prüfgruppe „Leichte Sprache“ entwickelt hier unter Assistenz
verstehbare Texte zum Heimvertrag, Werkstattvertrag etc.
These 6: Personzentrierung fordert vom Leistungserbringer ein Casemanagement, um Ziele zu planen, realisieren
und den Kostenrahmen einzuhalten.
Davon sind wir leider noch weit entfernt!
16 Jahresbericht 2014 Fachbereich Behindertenhilfe
Peggy Schumann wohnt
in ihrer eigenen Wohnung
und nimmt die Angebote
der Hilfen für Menschen
mit Behinderung in der
Demmeringstraße 20 in
Anspruch.
Jahresbericht 2014 Fachbereich Behindertenhilfe
17
Im Martinstift stellen die Bewohner Druckgrafiken her
These 7: Personzentrierung muss die bedarfsdeckenden
(indirekte, infrastrukturelle und sozialraumbezogene)
Leistungen für jeden einzelnen Leistungsberechtigten
sicherstellen. Das Leistungsträgersystem ist dementsprechend weiter zu entwickeln.
Die hier geäußerten Befürchtungen betreffs der mangelnden
Finanzierung und der Sparzwänge sind nicht unbegründet.
Allerdings müssen wir für unsere regelfinanzierten Angebote
feststellen, dass der Anspruch an eine tarifliche Vergütung
mittlerweile bei den Kostenträgern angekommen ist, wenn er
auch im Bereich des KSV noch nicht überall umgesetzt wird.
Die Finanzierung im Bereich des SGB VIII ist dort verlässlich.
Inhaltlich kann aber doch in kleinen Schritten Einiges bewegt
werden. So führen wir zurzeit eine Diskussion zur inklusiven
Öffnung der seit dem Jahr 2012 verhandelten internen
Tagesstrukturangebote in den Wohnstätten. Wir als Anbieter
stehen der inklusiven Öffnung der Hilfe zur Teilhabe am Leben
in der Gemeinschaft für die im Sozialraum, also Nachbarschaft oder Dorfgemeinde, offen gegenüber.
eine schöne Zielvorstellung.
In der barrierefreien Gestaltung des Gemeinwesens müssen
wir unsere Erfahrungen nutzen und die interne Orientierung
und Blickrichtung in den Sozialraum, also unsere direkte
Nachbarschaft und unser aller Lebensraum, wenden. Das
Begegnungs- und Integrationszentrum Lindenau (BIZ) - Haus
der Stadtmission ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir sind auf
dem Weg, Begegnungsort für alle Menschen im Stadtteil
Altlindenau zu werden, neue Arbeitsplätze für Menschen mit
Behinderungen in den Lindenwerkstätten im Bereich des
Cafés und des Caterings zu schaffen und offene Angebote
und Beratung aufzunehmen. Die bauliche Umsetzung geht
der Vollendung entgegen und wir werden sehen, wie wir dies
mit Leben erfüllen können.
These 10: Personzentrierung ist als gesamtgesellschaftlicher Prozess zu betrachten. Auch Menschen mit sehr
hohem Hilfebedarf müssen natürlich auf dem Weg mitgenommen werden.
These 8 und 9: Barrierearmut und Barrierefreiheit
müssen weiter voran gebracht werden. Das gilt für
ideologische, infrastrukturelle, bauliche und Kommunikationsbarrieren.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen, Jetzt frage ich uns und die
LeserInnen: Sind wir schon soweit? Sind wir auf dem Weg?
Bieten wir schon individuelle Leistungen für die einzelne
Person?
Barrierefreiheit ist eben weit mehr als nur ein bauliches
Thema. Eine inklusive Werner– Vogel–Schule, die in der
Trägerschaft des Diakonischen Werkes auch Grund- und
Mittelschüler gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen
mit Behinderungen zum Schulabschluss begleitet, ist dabei
Die 10 Thesen in der Gesamtfassung leider nicht (noch nicht)
in leichter Sprache: http://www.beb-ev.de/files/pdf/2010/2010-12-01KTG-ThesenPersonorientierung.pdf
Josef Brandt | Fachbereichsleiter Behindertenhilfe
18 Jahresbericht 2014 Wohnverbund Alte Posthalterei
Alte Posthalterei
Von der internen Tagesstruktur zu täglichen Projektangeboten
Ein warmer Sommertag in der Wohnstätte Alte Posthalterei in
Panitzsch. Es ist 9.30 Uhr und Mitarbeitende des Wohnverbundes treffen sich zur täglichen Dienstbesprechung. Nach
einer Andacht wird das Wichtigste für den Tag besprochen:
Termine, Krankenhausaufenthalte, aktuelle Themen, Besonderheiten… Um 10:00 Uhr beginnt die Projektarbeit.
Die Projektarbeit ist eine sog. interne tagesstrukturierende
Maßnahme für Bewohner, die nicht einer externen Beschäftigung nachgehen. Sie sollen in einem möglichst realen
Zusammenhang sinnvolle, an der Lebenspraxis orientierte
Aufgaben und Themen bearbeiten und auch in die Planung
und Bearbeitung der Projekte einbezogen werden. Ziel ist ein
ganzheitliches und handlungsbezogenes Lernen. Die Ideen
und Vorschläge der Teilnehmer werden ernst genommen und
nach Möglichkeit umgesetzt. Viele Fragen und Themen
entstehen auch erst im Verlauf der Projekte.
Die Teilnehmer im Sinnesprojekt beschäftigen sich gerade mit
dem Thema Wasser. Dabei werden auch Fragen zum Thema
Umweltschutz, sparsamer Umgang mit Wasser, sauberes
Wasser und z. B. Öl auf der Meeresoberfläche besprochen.
Hierzu wird ein Experiment durchgeführt: Wasser und Öl
trennen sich im Wasserglas, gibt man jedoch Fit hinzu,
verbinden sich die beiden Komponenten. Warum ist das so?
Hier sind Chemiekenntnisse gefragt. Zum Schluss wird gemalt
– mit Aquarellfarben natürlich. Die meisten malen ein Bild am
Strand oder am See.
Insgesamt werden 5 Projekte angeboten: Neben dem
Sinnesprojekt gibt es noch ein Kunstprojekt, ein Kochprojekt,
ein Handwerksprojekt und ein Bildungsprojekt. Zwei Drittel
aller Bewohner, ca. 28 Personen, nehmen daran teil, auch
einige aus den Außenwohngruppen oder vom Ambulant
betreuten Wohnen. Die Planung liegt in Verantwortung der
Projektleiter, ist aber so flexibel, dass auch spontan etwas
verändert oder neue Schwerpunkte gesetzt werden können.
Je nach Thema werden externe Kontakte geknüpft oder
Unterstützung eingeholt. Auch Exkursionen zu interessanten
Zielen gehören zur Projektarbeit. Natürlich gibt es auch einen
Austausch der Projektgruppen untereinander.
Im Kochprojekt wird gerade das Mittagessen gekocht – es
gibt Bohnensuppe. Anschließend wird noch ein Geflügelsalat
für das Abendessen vorbereitet. Im Bildungsprojekt entsteht
ein Buch über den Wohnverbund. Dazu werden verschiedene
Personen interviewt und die Geschichte des Hauses recherchiert. Das ist eine Menge Arbeit und alle sind schon sehr
gespannt auf das Ergebnis. Während die meisten Projekte um
10:00 Uhr beginnen sind die „Männer“ aus dem Handwerksprojekt schon längst am Arbeiten. Es ist drückend heiß,
die Sonne prasselt vom Himmel. Aber den Projektteilnehmern
scheint das nichts auszumachen. Sie sind eifrig bei der
Sache. Einige arbeiten in Hof und Garten: Unkraut jäten,
Gartengestaltung, Rasen mähen, Gartenabfälle entsorgen - es
gibt viel zu tun. Im vergangenen Jahr haben sie das gesamte
Grundstück verschönert. Mehrere Sitzbänke inmitten von
Blumenbeeten laden jetzt zum Verweilen ein. Einige andere
arbeiten im Haus: Fenster putzen, Saubermachen, kleine
Reparaturen ausführen… Regelmäßig einmal wöchentlich und
insbesondere zum Abschluss eines jeden Projektes gibt es
eine Auswertung mit allen Projektbeteiligten. Was habe ich
gelernt? Was hat mir gefallen? Was würde ich mir anders
wünschen? Wie hat sich das Projekt auf meinen Lebensbereich ausgewirkt? Gibt es Veränderungen im alltäglichen
Leben? Welche neuen Impulse, Projektwünsche und –ideen
sind entstanden? Auf der Grundlage dieser Auswertungen
fließen die Erfahrungen in die zukünftige Projektarbeit ein (z.B.
thematisches Kochen, Wohnverbundzeitung, künstlerisches
Gestalten).
Im Vergleich zu den früheren Tagesgruppen stellt die Projek-
Jahresbericht 2014 Wohnverbund Alte Posthalterei
tarbeit höhere bzw. komplexere Anforderungen an die Bewohner bzw. Projektteilnehmer. So sind sie in die monatliche
Entscheidung zur Auswahl der Projektthemen eingebunden
und viel aktiver in den Gruppenprozess einbezogen. Es
konnte beobachtet werden, dass viele Bewohner in ihren sozialen Kompetenzen und in ihrer gesamten Persönlichkeit
gewachsen sind. Auch die Kommunikation zwischen den
19
Bewohnern hat mittlerweile eine andere Ebene erreicht. So
findet oftmals am Nachmittag oder auch noch Tage oder
sogar Wochen später ein Austausch zu Inhalten und Erlebnissen aus den Projekten statt.
Susanne Straßberger | Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
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20 Jahresbericht 2014 Wohnstätte Katharina von Bora - Weltwärts
„Weltwärts“ – von Süd
nach Nord
Zwei junge Frauen aus Indien
leisten Bundesfreiwilligendienst bei der Diakonie Leipzig
Seit April sind zwei Freiwillige aus Indien für ein Jahr in
Leipzig zu Gast. Die beiden jungen Frauen Esther und Praisy
arbeiten als Mitarbeitende im Bundesfreiwilligendienst in der
Wohnstätte Katharina von Bora in Markkleeberg bei Leipzig.
Untergebracht sind sie im Evangelischen Studienhaus in einer
Wohngemeinschaft mit Theologiestudierenden. Organisiert
wurde der Einsatz der beiden Frauen vom Leipziger Missionswerk (LMW).
Die beiden Frauen sind 23 Jahre jung, in Tamil Nadu aufgewachsen und in der lutherischen Kirche zu Hause. Esther hat
bereits als Kind mit ihrer Familie in Deutschland gelebt, ihr
Vater war Austauschpfarrer in Braunschweig. Nach ihrer
Rückkehr nach Indien und dem Schulabschluss hat sie
Englische Literatur und Pädagogik studiert. Praisy hat
Informatik studiert und ist zum ersten Mal in Deutschland. Sie
möchte ihre „Motherchurch“ (Mutterkirche) kennen lernen, so
wird die lutherische Kirche in Verbindung mit dem Leipziger
Missionwerk in Indien angesehen. Die beiden jungen Frauen
kannten sich vorher nicht. Sie sind aber sehr bald gute
Freundinnen geworden. Esther hat noch Kenntnisse der
deutschen Sprache aus ihrer Kinderzeit in Deutschland. Diese
kommen nach und nach in ihr Gedächtnis zurück. Praisy hat
in Indien Deutschunterricht gehabt, konnte allerdings anfangs
nichts verstehen. Inzwischen hat sie einiges gelernt, zum
einen in Sprachkursen, am meisten aber in den täglichen
Gesprächen.
Esther und Praisy tun ihren Dienst in der internen Tagesstruktur. Sie spielen und basteln mit den Bewohnerinnen und
Bewohnern der Wohnstätte, die nicht in einer Werkstatt für
Menschen mit Behinderungen arbeiten. Sie helfen bei den
Mahlzeiten, begleiten sie bei Spaziergängen oder beim
Einkauf. Inzwischen fühlen sie sich hier sehr wohl. Aber am
Anfang war es für sie schwer. „Wir haben keine Ausbildung in
der Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Und wir
haben auch vorher noch keinen Kontakt mit ihnen gehabt“
– so Esther. „Besonders der erste Tag war schwierig. Wir
konnten die Bewohner kaum verstehen und wussten nicht,
was wir mit ihnen anfangen sollten. Manche Bewohner fühlten
sich nicht wohl oder hatten Schmerzen und brachten das
auch zum Ausdruck. Davor hatten wir anfangs Angst.“
Mittlerweile haben sie sich an die Arbeit mit Menschen mit
Behinderungen gewöhnt und einen guten Draht zu den
Bewohner/innen gefunden. Sie haben sich gut eingelebt und
die Bewohner freuen sich auf sie. Wenn sie mal einen Tag
nicht kommen, fragen sie nach ihnen. Die Arbeit in der
Tagesbetreuung ist abwechslungsreich. Es wird viel unternommen. Der nahe gelegene Wildpark lädt zu Ausflügen ein.
Auch den berühmten Leipziger Zoo haben sie schon besichtigt. Auf diese Weise lernen die beiden auch ein Stück von
Leipzig kennen.
Die Stadt Leipzig gefällt ihnen sehr gut. Die Menschen
empfinden sie als sehr freundlich und kontaktfreudig. Natürlich mussten auch ein paar Bilder und Vorurteile von Deutschland korrigiert werden. „Deutschland ist für uns das Land der
Reformation, das Land von Martin Luther. Wir dachten, dass
es hier sehr religiös ist. Aber das ist es nicht. In Indien gehen
alle Christen am Sonntag in die Kirche zum Gottesdienst, das
ist für uns ganz selbstverständlich. Hier ist das gar nicht so.
Auch das Bild „Deutschland als Land des technologischen
Fortschritts“ musste korrigiert werden. Entgegen der Erwar-
Jahresbericht 2014 Wohnstätte Katharina von Bora - Weltwärts
21
tung spielt die moderne Technik in Indien eine viel größere
Rolle. „Bei uns versuchen alle, sich so gut wie möglich
weiterzubilden. Mit verschiedenen Programmen umgehen,
Websites erstellen und auch Programmieren lernt man in
Indien bereits der Schule. In Deutschland haben zwar die
meisten Leute einen Computer, kennen sich aber nicht gut
damit aus.“
Woran sie sich nur sehr schwer gewöhnen, ist das deutsche
Essen. „So viel kaltes Brot essen – das ist sehr schwierig. Zu
Hause essen wir drei Mal am Tag warm.“ Da hilft nur eins:
selbst kochen. Und das tun sie abends in ihrem Quartier im
Studentenwohnheim. Zum Glück gibt es in einer Stadt wie
Leipzig die Zutaten zu kaufen, die man für die Indische Küche
braucht. Die Reste vom Abendessen bringen sie am nächsten
Tag auf die Arbeit mit.
Neben dem Alltag in der Wohnstätte gibt es die besonderen
Höhepunkte: So fuhren die beiden im September mit einer
Gruppe von acht Bewohnern in den Bewohner-Urlaub im
Harz. In dieser Woche waren sie Tag und Nacht mit anderen
und vor allem jüngeren Leuten als den meist älteren Damen
aus der Internen Tagesstruktur zusammen. Sie haben eine
sehr aktive Woche verbracht und engen Kontakt mit den zum
Teil gleichaltrigen Bewohnern gehabt. Da wurde viel gelacht
und gescherzt und Esther und Praisy haben viele neue
Freizeitaktivitäten selbst ausprobieren können: Seilbahn
fahren, rodeln auf der Sommerrodelbahn, Draisine fahren…
Im normalen Alltag haben sie ihren traditionellen Sari bzw. den
Salwar Kamis gegen europäische Kleidung getauscht. Diese
mussten sie sich komplett neu kaufen, denn in Indien besitzen
sie so etwas nicht. Zu besonderen Feiern allerdings ziehen sie
sich traditionell an – und sind mit ihren bunten Kleidern ein
Blickfang für die anderen. Praisy wird bald ihren ersten Winter
in Deutschland erleben. Auch Esther ist gespannt darauf,
denn an ihre Kinderzeit in Deutschland kann sie sich kaum
noch erinnern. Bis es kalt wird, müssen noch die entsprechenden Sachen gekauft werden, denn warme Socken,
Mütze, Handschuhe und Winterjacken brauchen sie in Indien
nicht. Sie hoffen auf Schnee, damit sie auch einmal auf einer
richtigen Rodelbahn rodeln können.
In den kommenden Monaten werden sie noch andere Einrichtungen der Diakonie Leipzig kennenlernen. Eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim und die Geschäftsstelle mit den
verschiedenen Verwaltungseinheiten sind geplant. Damit
bekommen sie einen Überblick über die vielfältige diakonische Arbeit.
Wenn sie nach einem Jahr wieder zurück nach Hause fahren,
werden sie um einiges selbständiger geworden sein. Zu
Hause in Indien entscheidet im Wesentlichen die Familie, was
gut und richtig für sie ist. Hier in Deutschland sind sie auf sich
selbst gestellt: Haushalt, Freunde, Umgang mit Geld, Freizeitgestaltung – um alles müssen sie sich selbst kümmern.
Anfangs war der Kontakt zur Familie noch sehr eng – zweimal
am Tag wurde per Skype telefoniert. Mittlerweile haben sie
nur noch zweimal pro Woche Kontakt nach Hause. Bleibt zu
hoffen, dass sie sich weiterhin wohl in Deutschland fühlen,
später aber auch gut den Weg zurück in ihr Leben in Indien
finden.
Susanne Straßberger | Öffentlichkeitsarbeit
Seit 1994 vermittelt das Ev.-Lutherische Missionswerk
Leipzig Freiwillige in seine Partnerkirchen nach
Tansania, Indien und Papua-Neuguinea. Nun geht es
nicht mehr länger nur in Richtung Nord-Süd, sondern
erstmals von Süd nach Nord – besser gesagt von Südost nach Nordwest - im Rahmen des so genannten
Reverseprogramms des vom Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
finanzierten Freiwilligendienstes „weltwärts“. Damit hat
das Freiwilligenprogramm des Leipziger Missionswerkes eine neue Komponente bekommen.
22 Jahresbericht 2014 Förderschule Werner Vogel - Kooperation
Kooperation - zusammen
weiter kommen
Die Förderschule Werner Vogel praktiziert Kooperation
mit Einrichtungen außerhalb
der Behindertenhilfe
Kooperation ist laut Internetlexikon das zweckgerichtete
Zusammenwirken von Handlungen in Arbeitsteilung, um ein
gemeinsames Ziel zu erreichen.
Kooperation heißt für die Förderschule
Werner Vogel Spaß am Miteinander, die
Neugier auf den Anderen und der
Wunsch, sich nach außen zu öffnen und
anderen die Welt der FörderschülerInnen
zu zeigen.
Integration und Inklusion sind aktuell intensiv diskutierte
Themen. Die UN-Behindertenrechts-Konvention gibt seit dem
Jahr 2009 allen Menschen mit Behinderungen das Recht auf
dieselbe Bildung und dasselbe Leben in der Gesellschaft wie
Menschen ohne Behinderung.
Die Förderschule Werner Vogel ist nun schon seit einigen
Jahren sehr bemüht, sich aktiv am Prozess der Umsetzung zu
beteiligen. Viele bürokratische und organisatorische Hürden
sind zu überwinden - doch der Wille, Kinder mit und ohne
Behinderung zusammen zu bringen, ist weiterhin ungebrochen hoch. Und so sind im Laufe der letzten Schuljahre viele
Projekte entstanden, von denen wir erzählen möchten.
Als direkte Nachbarn bietet sich die Kindertagesstätte
„Spatzennest am Silbersee“ als Kooperationspartner an.
Vor allem die Jüngsten der Schule, die Unterstufenklassen,
Kooperation mit Evang. Schulzentrum Leipzig – Juni 2014
verbringen gern viel Zeit mit den Kindern von nebenan. Seit
dem Schuljahr 2012 / 2013 gibt es in den Sommermonaten
oft eine gemeinsame Hofpause, die auf dem Gelände des
Kindergartens stattfindet. Auch beim Adventssingen, beim
Basteln zur Weihnachts- und Osterzeit und zum Krippenspiel
kann die Schule immer regelmäßig die kleinen Gäste aus der
Kindertagesstätte begrüßen. Aber auch die SchülerInnen der
Werkstufe besuchen die Kleinen gern: zum Absolvieren eines
Praktikums im Rahmen des Unterrichts und in Vorbereitung
auf ihr späteres Arbeitsleben. Allen PraktikantInnen der
Schule wurden bisher ein großes Einfühlungsvermögen und
ein engagiertes Arbeiten mit den Kindern bescheinigt.
Auch mit der „August-Hermann-Francke-Schule“ (Grundschule) gab es seit dem Schuljahr 2012 / 2013 viele Berührungspunkte. Zum Beispiel entstand ein Ferienprojekt mit Kindern
der Unter- und Mittelstufe der Werner-Vogel-Schule und
SchülerInnen der Klassen 1 bis 4 der Grundschule. Dazu
fanden im Sommer 2013 drei Projekttage zum Thema „Wasser“ in beiden Schulen statt. Und es geht weiter …
Seit dem Schuljahr 2012 / 2013 existiert eine enge Zusammenarbeit der Werner-Vogel-Schule mit der 9. Schule
(Grundschule) in Leipzig Süd. Im März 2013 fand für die
LehrerInnen dieser Grundschule in der Förderschule eine
Dienstberatung statt. Im Anschluss daran konnten sie sich
das Schulkonzept der Werner-Vogel-Schule und das Schulhaus anschauen. Es gab auch einen regen Austausch über
Jahresbericht 2014 Förderschule Werner Vogel - Kooperation
die Möglichkeiten und Grenzen schulischer Integration und
Inklusion. Trotz aller Barrieren waren sich jedoch auch alle
einig: Wir wollen kooperieren! Und so kam es, dass im Mai
2014 eine Mittelstufenklasse der Werner-Vogel-Schule und
eine 3. Klasse der 9. Schule ein paar Stunden des Religionsunterrichts gemeinsam erlebten. Nach einer Kennlernrunde,
bei der sich die SchülerInnen ihre Hobbies mit entsprechenden Gegenständen gegenseitig vorstellten, führten die
FörderschülerInnen ihre Gäste durchs Schulhaus. Das zweite
Treffen fand in der Grundschule statt. Nachdem sich nun die
FörderschülerInnen mit der Grundschule bekannt machen
durften, erkundeten alle gemeinsam die Gethsemane-Kirche,
lösten Aufgaben an verschiedenen Stationen und lauschten
den Klängen der Orgel. Als letzten Treffpunkt des Projektes
wurde die Pausenhalle der Werner-Vogel-Schule ausgewählt.
Die SchülerInnen gestalteten gemeinsam Fensterbilder, es
gab ein Quiz zum Projekt und ein großes Kirchenpuzzle. Zum
Abschluss verabschiedeten sich alle mit Liedern und einem
Agapemahl. Bei dieser Kooperation wurde das große Engagement der Grundschule deutlich. Wenn Kooperation gelingen
soll, dann sind alle gefragt, sich immer wieder und mit neuen
Ideen einzubringen. Auch die drei LehramtsstudentInnen der
Universität Leipzig waren während des Projektes eine große
Hilfe. Integration bedeutet für beide Schulen, diesen Weg
weiter zu gehen und auch in Zukunft neue Verknüpfungspunkte im Rahmen des Religionsunterrichts zu finden.
Musikalische Verbindungen gibt es mit der Marienbrunner
Schule (Grundschule) aus einem benachbarten Stadtteil
Leipzigs. Hier kooperierten die beiden Schulchöre. Mit den
Marienbrunner SchülerInnen probten die FörderschülerInnen
für ein Frühlingskonzert im Pflegeheim am Silbersee, in
diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal. Und wieder ernteten die SchülerInnen und ihr gemeinschaftliches Auftreten
viel Applaus und strahlende Gesichter beim Publikum, das
auch gern die eine oder andere bekannte Melodie mit summte
oder mit sang.
Ein Unterrichtsfach am Evangelischen Schulzentrum heißt
„Diakonie“, und im Rahmen dessen machten sich SchülerInnen einer 6. Klasse auf den Weg nach Lößnig, um die
Werner-Vogel-Schule mit ihren Besonderheiten kennen zu
lernen. Beim nächsten Treffen erhielten die FörderschülerInnen eine Führung durch die verschiedenen Gebäude des
Schulzentrums. Die Zusammenarbeit mit einer Oberstufenklasse soll in jedem Fall auch in diesem Schuljahr fortgeführt
werden. So ist zum Beispiel eine gemeinsame mehrtägige
Radtour angedacht.
Im Schuljahr 2013 / 2014 fand eine Zusammenarbeit mit der
56. Schule (Oberschule) im Rahmen des Neigungskurses
23
„Comenius“ statt. An diesem Projekt war eine Werkstufenklasse der Werner-Vogel-Schule beteiligt. Bei den Treffen der
SchülerInnen entstand eine großartige Foto-Sammlung, die
die Hobbies der Beteiligten zeigte. Das Projekt trug unter
anderem dazu bei, dass die SchülerInnen viele Gemeinsamkeiten in ihrem Freizeitbereich entdeckten. Fußball, Bücher
und Videospiele waren Dinge, die alle gleichermaßen mochten
und über die sie schnell eine Brücke bauen konnten, um
miteinander noch mehr ins Gespräch zu kommen.
Im Schuljahr 2013 / 2014 arbeiteten die SchülerInnen der 7.
und 8. Klassen der Oberschule Portitz und die SchülerInnen einer Oberstufenklasse zusammen. Auch hier bot der
Religionsunterricht wieder eine dankbare Grundlage für
Kooperation und Gemeinschaft. Anfangs gab es eine große
Gesprächsrunde, in der sehr viele Fragen rund um die
Themen Schule, Stundenplan, Unterricht und Lehrkräfte von
beiden Seiten beantwortet werden konnten. Danach bot ein
Erlebnispädagoge Spiele an, in denen gemeinsam nach
effektiven Lösungswegen gesucht werden sollte. Die Initiatoren waren überwältigt von der großen Freude, der Aufgeschlossenheit und dem Verständnis, das alle an den Tag
legten und so zum Gelingen des Projektes beitragen konnten.
Abschließend ist die Kooperationsidee mit dem Kant-Gymnasium zu erwähnen. Die beiden Schulen kennen sich vom
Singspiel-Projekt aus dem Schuljahr 2010 / 2011 und es gab
in diesem Schuljahr den Plan, sich über die Arbeit an den
Schülerzeitschriften „Vogelscheuche“ und „Provo-Kant“
auszutauschen. Hierzu fanden zwei Treffen innerhalb und
außerhalb der Schule statt und es besteht der Wunsch, diese
Kooperation unbedingt fortzusetzen.
Die Kooperations-Projekte der letzten Jahre zeichnen
sich dadurch aus, dass engagierte MitarbeiterInnen,
Lehrkräfte und natürlich auch SchülerInnen die Barrieren
in den Köpfen ablegen, sich aufeinander zu bewegen und
dann den Weg gemeinsam weiter gehen wollen. Wir
wünschen uns, dass die Projekte Anstoß sein können,
durch die neuen gemeinsamen Wege viele Steine aus dem
Weg zur Inklusion zu räumen.
Jana Simon I Öffentlichkeitsarbeit
Fachbereich Behindertenhilfe
24 Jahresbericht 2014 Evangelische Kindertagesstätten
Aus unseren Evangelischen Kindertagesstätten
Im zurückliegenden Berichtszeitraum waren unsere Kindertagesstätten wiederum stets sehr gut ausgelastet. Von Juli 2013
bis August 2014 wurden in unseren 7 Kindertagesstätten
insgesamt durchschnittlich 449 Kinder betreut. Dies entspricht einer Gesamtauslastung von 99,6 %. Das Erreichen
einer vollen Auslastung wird durch die notwendigerweise
gestaffelten Neuaufnahmen zu Schuljahresbeginn nicht
möglich sein. Es standen im Durchschnitt insgesamt 63
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (47,23 VzÄ) als Betreuungspersonal für die zu betreuende Kinderzahl (entspr. SächsKitaG) zur Verfügung. Zudem wurde das pädagogische Fachpersonal von einer Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst
sowie fleißigen und hochmotivierten Ehrenamtlichen und
Eltern unterstützt. Die religionspädagogischen Angebote
wurden durch die Pfarrerinnen/Pfarrer, die Religionspädagogen und die Kantoren der kooperierenden Kirchgemeinden
bereichert. Ein weiterer Ausbau der Plätze für Freiwillige im
Bundesfreiwilligendienst ist geplant.
Im August 2013 eröffneten wir unsere integrative Kindertagesstätte Morgenland in Markkleeberg. In diesem Haus können
insgesamt 80 Kinder, davon 25 Krippenkinder und 3 Kinder
mit besonderem Förderbedarf betreut werden. Die Belegung
dieser Einrichtung gestaltet sich insofern spannend, dass es
auf Grund der guten Versorgungssituation mit Kindergartenplätzen in Markkleeberg nicht genügend Anmeldungen für
Kinder im Alter ab drei Jahren gibt. Bisher konnten wir die
vorhandenen Plätze dadurch nicht auslasten. Dieses Haus ist
als ökologischer Rundbau errichtet, so dass wir hier von
Beginn an eine gruppenoffene Arbeit anbieten können. Am
09.04.2014 feierten wir mit Kindern, Eltern, Mitarbeitenden
sowie Partnern und Stadtverantwortlichen ein schönes
Einweihungsfest.
Im Jahr 2013 wurde in gemeinsamer Verantwortung mit der
Wohnungsbaugenossenschaft KONTAKT e.G. unsere neunte
Kindertagesstätte mit dem Namen Christophorus in Leipzig-Marienbrunn errichtet. Die Eröffnung dieser Einrichtung
war für Dezember 2013 geplant und konnte im Januar 2014
vollzogen werden. Diese neue Stätte der Bildung und Erziehung junger Menschen ist neben ihrem christlichen Profil
musikalisch ausgerichtet und bietet Platz für insgesamt 81
Kinder (davon 38 Krippenplätze und 3 Plätze für Kinder mit
besonderem Förderbedarf). Die volle Belegung konnte im
August erreicht werden. Die enge Kooperation mit der
dortigen Kirchgemeinde Leipzig-Marienbrunn wird bereits
gelebt und ist beispielhaft. Die Einrichtung wurde am 18.09.
2014 feierlich eingeweiht.
In den Kindertagesstätte St. Moritz, Kinderarche, Unter dem
Regenbogen, Nathanael und Arche Noah kam es zu Neubesetzungen der Leitungsstellen. Das pädagogische Personal
betreffend muss festgestellt werden, dass der bundesweite
Fachkräftemangel sowie die zunehmende Diversität von
Berufsabschlüssen mittlerweile nun auch den Bereich der
Kindertagesstätten erreicht hat. Dadurch ist es oft nicht
möglich, aus einem Pool gut qualifizierter Bewerber auszuwählen, bzw. bringen die neuen Mitarbeitenden sehr unterschiedliche Voraussetzungen, ihre Qualifikation betreffend,
mit. Hinzu kommt, dass wir dem christlichen Profil unserer
Kitas Rechnung tragend, besonderen Wert auf Kirchenzugehörigkeit legen. Diesem hohen Anspruch an die Kombination
von Kirchenzughörigkeit und bester Qualifizierung gerecht zu
werden stellte oft eine große Herausforderung dar. Durch die
sich daraus ergebenden häufigen Personalwechsel lag auch
im vergangenen Berichtszeitraum und anhaltend der Schwerpunkt der Arbeit im Personalmanagement und in der Teambildung. In allen Kindertagesstätten unseres Werkes sind ein
hohes Engagement der Mitarbeitenden und viel Freude an der
Arbeit mit den Kindern wahrzunehmen.
Inhaltlich lag der Schwerpunkt für die Kindertagesstätten auf
Jahresbericht 2014 Evangelische Kindertagesstätten
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der Fertigstellung und der Implementierung der externen
Einrichtungskonzeptionen, der Umsetzung der offenen- bzw.
teiloffenen Arbeit sowie auf der Qualifizierung der Beobachtungs- und Dokumentationsprozesse und der sich daraus
ergebenden Entwicklungsgespräche.
Die Erstellung des Qualitätsmanagementhandbuches wurde
fortgeführt.
Entlang des kirchlichen Jahreskreises haben die Kinder
interessante Projekte durchführt und schöne Feste gefeiert.
Traditionell gab es beispielsweise Adventskaffees, Passionsandachten, Osterfeste und -spaziergänge sowie Martins-und
Erntedankfeste. Auch die Waldwochen und Abschlussfahrten
der Schulanfänger waren wieder ein schöner Höhepunkt im
Kindergartenjahr. Die ergänzenden Angebote außerhalb der
Kindertagesstätten reichten von Bibliotheks- und Museumsbesuchen über Schnupperstunden in Schulen bis hin zur
Verkostung in einem Sushi-Restaurant. Der Kreativität und
dem Ideenreichtum der Kinder und unseres pädagogischen
Personals waren wieder keine Grenzen gesetzt.
Das Kinder-und Familienzentrum in der Kindertagesstätte Das
Samenkorn hat nach der Modellphase seine Arbeit erfolgreich
im Regelbetrieb weitergeführt. Die eltern- und familienorientierten Angebote wurden wieder sehr gut angenommen und
unsere Einrichtung konnte sich im Stadtteil weiter etablieren.
Musikalische Bildung in der Ev. Kindertagesstätte
Christophorus in Leipzig-Marienbrunn
begegnen wir durch Schaffung von weiteren Plätzen. So
begannen im Jahr 2013 die Arbeiten zum Umbau des Objektes Scheffelstraße 42 zu einer Kindertagesstätte mit 130
Plätzen. Die Eröffnung ist für das Jahresende 2014 vorgesehen.
Birte Böttger | Koordinatorin Kindertagesstätten
Für die Qualifizierung von Praxisanleitung in Kitas konnten
nach erfolgreicher Beteiligung an einer Projektausschreibung
(„Lernort Praxis“) unterstützend zwei Fachkräfte als Projektkoordinatoren eingestellt werden.
Unser jährlicher Erziehertag fand am 14.03.2014 im Gemeindehaus in Marienbrunn zum Thema „Beteiligung und Mitbestimmung“ statt.
Zusammenfassend kann auf eine sehr konstant gute Arbeit
und auf eine stetig positive Entwicklung im Bereich der
Kindertagesstätten zurückgeblickt werden. Anzumerken ist
jedoch, dass sich angesichts der qualitativ hohen fachlichen
Anforderungen der lt. SächsKitaG vorgesehene Personalschlüssel nach wie vor als unzureichend erweist. Dieses
den Entscheidungsträgern in den politischen Gremien von
Kommune, Land und Bund weithin bekannte Thema erfordert
zukünftig dringend Handeln zum Erhalt der Qualität unserer
Kindertagesstätten.
Im Ausblick auf künftige Entwicklungen geht die Stadt Leipzig
von weiterhin ansteigenden Kinderzahlen aus. Dem damit
verbundenen steigenden Bedarf an Kindertagesstätten
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26 Jahresbericht 2014 Lernen in der Kita
Lernen in der Kita
nicht nur für kleine Leute
Seit August 2013 begleiten die Diplom-Sozialpädagoginnen
Rebekka Lucaciu und Marlen Franke-Goldberg als Praxismentorinnen das Projekt „Lernort Praxis“ in den Kindertagesstätten. Dieses initiierte das Bundesministerium für Familien,
Senioren, Frauen und Jugend mit dem Ziel, den Lernort Praxis
in der Ausbildung von Erzieher/innen stärker in den Fokus zu
rücken und die praktische Anleitung in Kindertagesstätten zu
intensivieren. Bundesweit starteten im August 2013 und in
den folgenden Monaten 75 Projekteinrichtungen mit einer
maximalen Laufzeit von drei Jahren.
In unseren Kindertagesstätten sind derzeit 7 Mitarbeitende als
Erziehungshelfer/innen beschäftigt, welche berufsbegleitend
an der Johanniter Akademie Mitteldeutschland ihre Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher absolvieren. Constanze
Große (Kita „Kinderarche“), Theresa Kreusel (Kita Nathanael),
Anne-Katrin Franke (Kita Mosaik) und Ilona Probst (Kita St.
Moritz) haben in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Erzieherin
erfolgreich beendet. Auf einem Treffen der Azubis wollen sie
ihre Erfahrungen weitergeben. Ilona Probst erzählt von ihrer
Ausbildung. „Es war eine schöne, aber auch anstrengende
Zeit. Es war nicht immer leicht, Arbeit, Schule und Zeit für
meine Familie und meine zwei Kindern aufeinander abzustimmen.“ Dass es nun die Stelle des Praxismentors gibt, findet
Frau Probst super, muss aber schmunzelnd hinzufügen:
„Schade, dass ich erst am Ende meiner Ausbildung davon
profitieren konnte. Ich habe das Angebot gern angenommen
und mich bei meiner Facharbeit beraten lassen.“ Constanze
Große ergänzt: „Meiner Meinung nach haben die Kollegen mit
der Gruppen- und Elternarbeit so viel zu tun, dass meist
wenig Zeit bleibt, um Azubis und Praktikanten gut anzuleiten.
Auch Reflektionsgespräche kommen zu kurz, obwohl der
Rückblick auf das eigene Handeln ganz wichtig ist und in der
pädagogischen Arbeit nicht fehlen darf.“ Constanze Große
bekräftigt dies: „Ich finde es gut, dass für Praktikanten und
besonders für die berufsbegleitenden Azubis durch das
Projekt „Lernort Praxis“ jetzt immer ein Ansprechpartner da
ist, der auch den Kontakt zur Fachschule hält und gut informiert ist. Und ich muss sagen, dass ich mit der Wahl der
Fachschule sehr zufrieden gewesen bin.“
Die Schwierigkeiten zwischen den Schnittstellen Fachschule
und Kita sind seit längerem bekannt. Seit das Projekt „Lernort
Praxis“ angelaufen ist, können sich Rebekka Lucaciu und
Marlen-Franke-Goldberg diesen Themen intensiv widmen. Zu
ihren Aufgaben gehören u.a. die Zusammenarbeit mit Fachschulen. Darüber hinaus beraten sie die Leitungen, die
Praxisanleiterinnen im Team und natürlich die Azubis selbst.
Diese können beispielsweise lernen, wie man einen Morgenkreis gestaltet. Wie muss der Ablauf sein, worauf muss ich
achten, welche Elemente kann ich einbringen, wie motiviere
ich die Kinder zum Mitmachen? Der Morgenkreis wird dann
von den Azubis durchgeführt und im Nachgang besprochen.
Im Kita-Alltag reflektieren die Praxisanleiter mit den Azubis die
eigene Arbeit in der Kita und geben Hinweise zur Verbesserung. Das sind häufig Dinge wie: laut und deutlich sprechen,
die Kinder in Vorbereitungen einbeziehen, mit Symbolen und
Bildersprache arbeiten, unterschiedliche Sinne ansprechen.
Was nicht fehlen darf: immer wieder üben und üben – denn
nur dadurch erlangen die zukünftigen Erzieher/innen Sicherheit in ihrem Handeln und können es auch erklären.
Das Pilotprojekt läuft noch zwei weitere Jahre. Marlen Franke-Goldberg und Rebekka Lucaciu wollen diese Zeit nutzen,
um die Erzieher/innen und Praxisanleiter/innen in den Teams
weiter zu qualifizieren, das Anleitungskonzept für Ausbildung
und Praktikum zu überarbeiten und sich für bessere Rahmenbedingungen am Lernort Praxis einzusetzen, damit die
Veränderungen auch über die Laufzeit des Projektes hinaus
andauern.
Rebekka Lucaciu
Praxismentorin I Lernort Praxis
Jahresbericht 2014 Lernen in der Kita
In der Kinderküche der Ev. Kindertagesstätte Christophorus in Leipzig-Marienbrunn
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28 Jahresbericht 2014 Beratungs- und Betreuungsdienste
Ein bunter Blumenstrauß
Die Beratungs- und Betreuungsdienste geben Unterstützung in den unterschiedlichsten Lebenslagen
So bunt und vielfältig das Leben ist, so vielfältig sind auch
die Beratungsdienste der Diakonie Leipzig: Kinder, die
Unterstützung beim Schulbesuch benötigen, werdende Eltern,
die Beratung wünschen, Angehörige, welche mit der Suchtproblematik des Lebenspartners nicht fertigwerden, Einsame,
welche ein offenes Ohr brauchen, Jugendliche, welche in
ihrem Erwachsenwerden begleitet werden, Menschen mit
psychischen Problemen, Heranwachsende, welche mit
Facebook & Co. umgehen lernen müssen, genauso wie
russischsprachige Migranten, welche mit Suchtmitteln ihre
Not haben und Pflegeeltern, welche sich der herausfordernden Aufgabe stellen, ein Pflegekind über kurze oder
längere Zeit zu betreuen – sie und noch mehr finden alle
Unterstützung durch unsere Mitarbeiter der unterschiedlichen
Dienste im Fachbereich.
Wir sehen uns vor die Aufgabe gestellt, den Menschen in
unserer Stadt mit ihren individuellen Unterstützungsbedarfen
geeignete und hochwertige Hilfen anzubieten und dies unter
Zuhilfenahme der öffentlichen Fördermöglichkeiten und des
bürgerschaftlichen Engagements von Ehrenamtlichen insbesondere seitens der Kirchen und Gemeinden.
Anfang 2014 haben wir die Organisationsstruktur den in
letzter Zeit sich geänderten Rahmenbedingungen angepasst.
Die langjährige Fachbereichsleiterin Maria Dösinger-von Wolffersdorff übergab die Leitung des Fachbereiches in die Hände
von Benjamin Förster, dem bisherigen Leiter der Suchtberatungsstelle, um nunmehr verstärkt im Fachbereich Altenhilfe
und Kindertagesstätten wirken zu können. Die Diakonie im
Zentrum wurde in kleinere Organisationseinheiten umstrukturiert, ohne am Leistungsspektrum grundsätzlich etwas zu
verändern. So denken wir, dass wir den aktuellen und neuen
Herausforderungen noch besser gewachsen sind.
Zum 1. Januar wurde das Präventions- und Jugendberatungsangebot „Projekt Drahtseil“ von einem anderen Träger
übernommen und in die Diakonie im Zentrum integriert. Das
Projekt Drahtseil führt insbesondere Sucht- und Gewaltpräventionsangebote mit Schulklassen sowie Beratung für
Kinder- und Jugendliche zu Sucht- und Medienfragen durch.
Neue Fragestellungen tauchen im Zusammenhang mit dem
Thema Migration auf. Immer mehr Menschen mit Flüchtlingsnöten kommen in unser Land und unsere Stadt. Schon seit
biblischen Zeiten ist die Unterstützung und Hilfe von Flüchtlingen eine Aufgabe der jüdischen und christlichen Gemeinde.
Wir stellen uns aktuell die Frage, inwieweit wir als Diakonie
hier noch stärker als bisher uns engagieren sollten und
welche Formen dieses Engagement haben kann.
Andere übergreifende Fragestellungen entstanden seit dem
Wegfall des zweiten Arbeitsmarktes (ABM, Bürgerarbeitsstellen) welcher in mehreren unserer Einrichtungen zu enormen
Engpässen geführt hat und in der Regel mit Bundesfreiwilligendienst kompensiert wurde. Jedoch waren hier die vom
Bund festgelegten Kontingente ausgeschöpft, so dass Stellen
unbesetzt bleiben mussten.
Das Thema Kindeswohl beschäftigt uns einrichtungsübergreifend. In der Zwischenzeit gibt es in allen unseren Einrichtungen Handlungsleitlinien zum Umgang bei Verdacht auf
Kindeswohlgefährdung und sind die Mitarbeiter für dieses
Thema weiter sensibilisiert worden.
Besondere Sorgen machen die zunehmenden und in der
Jahresbericht 2014 Beratungs- und Betreuungsdienste
Zwischenzeit massiven Nässeschäden im Sozialcafé Blickwechsel. Hier wäre ein Umzug der gesamten Einrichtung ein
sinnvoller Schritt, welcher aus Finanzierungsgründen bisher
noch nicht gegangen werden konnte.
Im Folgenden sollen zu jeder Einrichtung und jedem Dienst
die wichtigsten Schlaglichter Erwähnung finden.
Suchtberatungs- und Behandlungsstelle
Blaues Kreuz
Im vergangenen Jahr wurden durch die Suchtberatungsstelle
Blaues Kreuz 738 Klienten beraten und betreut. Außerdem
wurden 233 Klienten im Rahmen der externen Suchtberatung
im Gefängnis (JVA Leinestraße) begleitet, 82 Klienten im
Rahmen des Ambulant betreuten Wohnen und 18 Patienten
haben sich in einer ambulanten Rehabilitation befunden, so
dass insgesamt 1.104 Klienten konkrete Beratung und
Unterstützung in Anspruch genommen haben. Das ist immerhin ca. ein Viertel aller Klienten in Suchtberatungsstellen in
ganz Leipzig.
Der Anteil und die Anzahl der Senioren mit Beratungsbedarf
ist weiter auf etwa 50 angestiegen. Hier stellt sich die Frage
nach einem spezialisierten Gruppenangebot für diese Zielgruppe.
Die Anzahl der betreuten Klienten mit der Hauptdiagnose
Crystalkonsum hat sich weiter signifikant von 54 auf 92
erhöht. Diese Tendenz deckt sich mit den Berichten der
Polizei zur „Marktlage“ und Sicherstellungen von Crystal in
unserer Region sowie dem regionalen Trend in den Suchthilfeeinrichtungen. Tendenziell ist ein höherer Aufwand bei diesem
Klientel festzustellen.
Im Oktober 2013 konnte eine psychologisch angeleitete
Angehörigengruppe begonnen werden. Sie ist gut angenommen worden und läuft mit 6 – 8 Teilnehmerinnen bereits stabil.
Die Nachfrage an Ambulant betreutem Wohnen von suchtkranken Menschen ist weiter gewachsen. Im Jahr 2013
wurden insgesamt 82 Klienten betreut. Dem gestiegenen
Bedarf konnte und musste mit personeller Erweiterung
Rechnung getragen werden.
Eine am Ende des Jahres 2013 durchgeführte Kundenzufriedenheitsbefragung ist auf Grund der Anzahl zwar nicht
repräsentativ. Die Antworten der Befragten lagen jedoch bei
„zufrieden“ bis „sehr zufrieden“. Kritik gab es im Bereich der
telefonischen Erreichbarkeit.
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Diakonie im Zentrum
Das Beratungszentrum an der Nikolaikirche
Evangelische Lebensberatung
Das Angebot der Beratungsstelle wird mehr nachgefragt, als
dass ausreichend Beratungskapazität vorhanden ist. Inhaltlich
trägt vor allem die Arbeit mit hochstrittigen Paaren zu einer
erhöhten Nachfrage bei. Indirekt ist dies auch mit höheren
Kosten für z.B. Weiterbildung oder Co-Beratung verbunden.
Hierfür eine Kapazitätserhöhung seitens des Kostenträgers zu
bekommen, wäre ideal, aber leider nicht in Sichtweite.
In der Schwangerenberatung sind die Beratungsanlässe
insbesondere prekäre Lebenssituationen sowie der empfundene Druck des familiären und gesellschaftlichen Lebens
(Arbeitslebens etc.). Inhaltlich sind verstärkt Pränataldiagnostik sowie Vertrauliche Geburt als Beratungsthemen in
den Focus getreten. Dies fordert einen Spagat in der Beratung
zwischen dem Bewusstsein medizinischer Möglichkeiten
(sowohl lebenserhaltend als auch das Gegenteil) einerseits
und den Abbruchwünschen andererseits.
Bereitschaftspflege und Erziehungsstellen
In den Bereichen familiären Bereitschaftspflege und Erziehungsstellen verzeichnen wir nach wie vor eine steigende
Nachfrage und sind der Bitte des Jugendamtes um Kapazitätserweiterung gefolgt. Nun können wir in der Bereitschaftspflege 35 Familien beraten und haben hierfür 2 neue Psychologinnen eingestellt. In den Erziehungsstellen haben wir
ebenso die Kapazität erweitert.
Aufsuchende Familientherapie
Im Bereich der Aufsuchenden Familientherapie haben wir uns
im gegenseitigen Einvernehmen von unserem Kooperationspartner, dem IB Leipzig, getrennt und halten das Angebot
weiterhin allein vor. Die Nachfrage bezüglich dieses Angebotes seitens des Jugendamtes (Zuweiser für diese Hilfe)
entwickelte sich seit Jahresbeginn leicht rückläufig.
KirchenBezirksSozialarbeit (KBS)
Durch die zentrale Innenstadtlage wird das Beratungsangebot
von Klienten, sowohl im Bereich Vorsorgekurberatung als
auch in der Allgemeinen sozialen Beratung stärker wahrgenommen und damit auch mehr nachgefragt. Dies zeigt sich in
höheren Beratungszahlen. Gleichzeitig steigt der Beratungsaufwand weiter und Multiproblemsituationen bei Klienten
nehmen zu. Zeitweise überschreitet die Nachfrage der
Klienten die zeitlichen Kapazitäten der Mitarbeiter. Zudem ist
eine konstant hohe Nachfrage in den Mutter-Kind-Kur-Beratungen zu verzeichnen.
30 Jahresbericht 2014 Beratungs- und Betreuungsdienste
Weiterhin wurden soziale Projekte mit den Kirchgemeinden
durchgeführt, z.B. die Begleitung des Spielgartens Volkmarsdorf sowie ein Garten- und ein Kochprojekt, was in Kooperation mit einer Leipziger Kirchgemeinde umgesetzt wurde.
Desweiteren sind wir im Projekt „Kirche findet Stadt“ als
Referenzstandort für Sachsen ernannt worden.
2013 fand der Umzug der KBS in die Räume einer ehemaligen
Augenarztpraxis am bisherigen Standort Nikolaikirchhof 3
statt.
Projekt Drahtseil
Seit 1. Januar 2014 arbeitet das Projekt unter dem Dach der
Diakonie im Zentrum. Es hat zwei Hauptschwerpunkte:
Jugendberatung (zu den Themen Sucht und Medien) und
Prävention für Schüler (Kinder und Jugendliche) zu den
Themen Sucht, Medien und Gewalt. Daneben beteiligt sich
die Einrichtung an einem Alkohol-Präventionsprojekt für
Ambulante Jugendhilfe
Auf Grund einer hohen Nachfrage hat sich das Team der
Schulbegleitung und ambulanter Familienhelfer im Jahr 2014
auf 32 Mitarbeitende erhöht. Im Jahr 2013 sind die Anzeigen
auf vermutete Kindeswohlgefährdung zum Vorjahr gestiegen.
Im Bereich Schulsozialarbeit gab es personelle sowie inhaltliche Veränderungen zu verzeichnen, etwa durch die Umstrukturierung des Förderzentrums für Erziehungshilfe. Insgesamt
haben wir 6 SchulsozialarbeiterInnen an drei Schulen eingesetzt.
Unser Pilotprojekt „Kleine Familienhilfe“ (seit April 2010 in
Zusammenarbeit mit unserem ambulanten Pflegedienst)
erfreute sich einer guten Resonanz. Familien wurden bezüglich Abhol- und Bringedienst als auch hauswirtschaftlich
unterstützt.
Stationäre Jugendhilfe – Haus Lebensweg
Das Haus Lebensweg konnte eine sehr gute Nachfrage
verzeichnen. Inhaltlich wurden mehr Mütter mit einer Chrystalabhängigkeit betreut.
Der Ausbau des stationären Angebotes an einem weiteren
Standort wurde leider im Frühjahr 2014 seitens des Landesjugendamtes abgelehnt. Hier beabsichtigen wir uns auf Grund
der hohen Nachfrage kapazitätsmäßig weiter zu entwickeln.
Psychosoziales Gemeindezentrum Blickwechsel
Im Jahr 2013 konnten 183 Personen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen der Einzelfallhilfe beraten und betreut
werden. Es fanden dazu insgesamt 1.775 Kontakte statt.
Auffällig sind kürzere Beratungs- und Begleitungsintervalle.
Inhaltlich nahmen Beratungen mit familiären Themen zu (z.B.
psychische Erkrankung eines Familienangehörigen). Hier sind
oft erstaunliche Entwicklungen möglich, wenn von allen
Beteiligten eine hohe Mitarbeitsbereitschaft besteht.
Weit über 50 unterschiedliche Begegnungs-, Interessen- und
Gesprächsgruppen sowie Veranstaltungsreihen mit insgesamt
14.510 Teilnahmen fanden statt.
Kinder, welche mit einer akuten Alkoholintoxikation ins
Krankenhaus eingeliefert werden. Die Arbeit konnte nach dem
Trägerwechsel nahtlos fortgeführt werden.
Das Projekt Drahtseil erfreut sich einer sehr regen Nachfrage,
was neben dem guten Ruf und dem idealen (neuen) Standort
einerseits und mit der Brisanz der Thematik andererseits zu
tun haben mag.
Eine Reduzierung der Nutzerzahlen im Begegnungscafé ist
Folge der zeitweisen Kürzung der Öffnungszeiten auf Grund
des Rückgangs geförderter Stellen des 2. Arbeitsmarktes und
der instabilen Situation im Bereich Bundesfreiwilligendienst.
Im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens wurden 65
Klienten betreut. Das Leistungsangebot der Außenwohngruppe wurden von 17 Personen genutzt.
43 Patienten nahmen ergotherapeutische Leistungen in
Anspruch. Die finanzielle Rückerstattung der Krankenkassen
hat erstmals die Kosten dieses Angebotes gedeckt.
In den Projekten der Kreativen Bürgerwerkstatt waren 32
Jahresbericht 2014 Beratungs- und Betreuungsdienste
Personen mit 505 Besuchen tätig. Gründe für eine etwas
geringere Auslastung waren v.a. der Wegfall einer Kommunal-Kombi-Stelle im Berichtszeitraum.
Die Kontaktanzahl in den Selbsthilfegruppen (SHG) ist
dagegen auf 2.456 weiter angestiegen.
Massive bauliche - und Nässeschäden im Café Blickwechsel,
starke Beengtheit im Büro des Ambulant Betreuten Wohnen
und der Beratungsstelle und große Schwierigkeiten mit den
Vermietern der Außenwohngruppe machen einen Fortbestand
der aktuellen räumlichen Bedingungen unmöglich. Die
Problemlage ist mit den zuständigen Ämtern intensiv erörtert
worden. Finanzielle Zwänge machen es nicht einfach, eine
Gesamtlösung zu finden.
Die Erfahrungen des letzten Jahres zeigen, dass sich eine
stabile, niedrigschwellige Betreuung psychisch erkrankter
Personen nicht ausschließlich mit Stellen des Bundesfreiwilligendienstes realisieren lässt.
Der vom Land Sachsen festgelegte Fachkraftschlüssel von
1,0 Vzä pro 25.000 Einwohner wird beim Psychosozialen
Gemeindezentrum „Blickwechsel“, zuständig für die Versorgungsregion III mit über 140.000 Einwohnern, nicht erreicht.
Hier ist unbedingt nachzusteuern.
Wohnungslosenhilfe
Ökumenische Kontaktstube für wohnungslose Menschen,
Leipziger Oase
Im Vergleich zum Vorjahr besuchten 2013 durchschnittlich 27
Personen pro Monat mehr die Einrichtungen der „Leipziger
Oase“. Der Anteil der Frauen unter den Gästen hat sich
ebenfalls auf durchschnittlich 52% erhöht. Die Anzahl der
jungen Erwachsenen bis 25 Jahre stieg insgesamt auf 75 an.
Der Anstieg der Anzahl junger Erwachsener unter den Gästen
entspricht dem allgemeinen Trend in der Wohnungslosenhilfe,
liegt jedoch weit unter den Zahlen anderer Einrichtungen.
Die Sozialarbeit beinhaltet neben der Beratungstätigkeit und
der Gruppenarbeit aufsuchende Hilfen (Streetwork, Hausbesuche, Behördenbegleitung), das Clearing, die Vermittlung in
weiterführende Hilfeeinrichtungen, die Einhaltung der Kooperationsvereinbarung mit der LWB, die Koordination mit den
Angeboten des TeeKellers Quelle, die Planung und Durchführung von Veranstaltungen sowie die Durchführung des
Nachtcafés.
31
Essenberechtigungskarten neu ausgegeben.
Teekeller Quelle
Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit im TeeKeller Quelle sind
die soziale Gruppenarbeit, die Initiierung von Selbsthilfeprojekten für die Klienten (Werkstatt, Trödelmarkt) sowie Beratung, Krisenintervention und Vermittlung in weiterführende
Hilfen.
Im Berichtszeitraum konnten monatlich ein Vortrag / eine
Veranstaltung in Verantwortung des „Freundeskreises TeeKeller Quelle“ durchgeführt werden. Ebenso wurden ein Krippenspiel, ein spezieller Erste-Hilfe-Kurs für die TeeKeller-Gäste,
eine Faschingsfeier, ein Büchertrödelmarkt, der Besuch einer
Kabarett-Veranstaltung, der Besuch des Panometers, sowie
sportliche Veranstaltungen und ein TeeKeller-Gottesdienst,
Frühstücks-Gottesdienst und Kirchenputz durchgeführt. Diese
Art der Veranstaltungen trägt ganz entscheidend zur sozialen
Integration und gesellschaftlichen Teilhabe der oft stark
isolierten Besucher bei.
Ökumenische Telefonseelsorge
Derzeit arbeiten ca. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ehrenamtlich bei der TS. Das sind nach wie vor zu wenige,
viele von ihnen arbeiten jedoch erfreulicherweise sehr regelmäßig. Im April 2014 beendeten 6 zukünftige Mitarbeiterinnen
und 1 Mitarbeiter ihre Ausbildung (Voraussetzung für den
Dienst am Telefon) und nahmen ab Mai 2014 ihren Dienst auf.
Die Zahl der geführten Gespräche stieg im Vergleich zum
Vorjahr wieder leicht an. Es wurden insgesamt ca. 9.250
Gespräche angenommen.
Die Internetberatung arbeitet seit 2004. Auch diese Möglichkeit des Seelsorgedienstes wird gut genutzt. Zur Beantwortung der eingehenden Mails aus einem zentralen Verteiler
steht uns momentan nur eine Beraterin aus den Reihen der
ehrenamtlichen Mitarbeiterschaft zur Verfügung.
Neuer Bedarf zeigt sich in der Beratung bezüglich des
Übergangs in die Altersrente. Die Beratung von EU-Bürgern
und Migranten erweist sich aufgrund der Sprachprobleme als
sehr zeitintensiv.
Häufige Themen der Beratungen sind Probleme in Familie und
Partnerschaft, gefolgt von Gesprächen, in denen es um
psychische Belastungen und zunehmend auch um Vereinsamung und Isolation geht. Viele Menschen greifen auch zum
Telefon, um mit jemandem zu sprechen, weil sie auf eine
Therapie warten oder in ärztlicher Behandlung sind und die
Zeit bis zum nächsten Termin überstehen müssen – besonders nachts und an Wochenenden ist dies der Fall. Zunehmend werden suizidale Gedanken geäußert. Auch soziale
Unsicherheit ist ein häufiges Gesprächsthema.
Die Anzahl der ausgegebenen Mittagessenportionen hat sich
2013 auf 20.376 Portionen leicht erhöht. Es wurden 55
Benjamin Förster | Fachbereichsleiter Beratungs- und
Betreuungsdienste
32 Jahresbericht 2014 Blickwechsel
„Ich will mein Leben
wiederhaben …“
Opfer eines Gewaltverbrechens gibt nicht auf
„Das schlimmste nach der eigentlichen Katastrophe war, dass
mir zu Hause in Deutschland nur wenige geglaubt haben“,
sagt Frau Grimm über die Zeit danach. Über die eigentliche
Katastrophe, das Verbrechen selbst, spricht sie nicht viel. „Es
waren mehrere und es geschah an meinem 25. Geburtstag“
ist alles, was man erfährt. Ein makaberes „Geburtstagsgeschenk“ im europäischen Ausland, wo sie zu diesem Zeitpunkt lebte und studierte. Danach ist nichts mehr wie vorher.
Zunächst versagt das Gedächtnis – sie hat eine Amnesie und
kann sich an den Vorgang nicht erinnern. Doch die Menschen
in ihrem Umfeld merken, dass mit ihr etwas nicht stimmt.
Polizei und Anwältin werden eingeschaltet, eine Anzeige gibt
es, allerdings kommt nichts dabei heraus. Frau Grimm geht es
immer schlechter. Schließlich reisen die Eltern zu ihr ins
Ausland und holen ihre Tochter ab. Mutter und Vater erkennen
sie nicht wieder. Frau Grimm, Stipendiatin des Deutschen
Akademischen Austauschdienstes (DAAD), kurz vor dem
Diplom, die Abschlussarbeit so gut wie fertig, kann sich nicht
anfassen oder anfassen lassen, sie kann nicht duschen, nicht
rausgehen, niemandem in die Augen schauen, nicht schlafen,
nicht essen und die Farbe Rot in ihrer Nähe nicht ertragen. Sie
zittert und ist in Angst und Panik. Die Eltern nehmen sie mit
ins heimatliche Dorf nach Thüringen.
Dort beginnt die zweite Katastrophe. Frau Grimm ist schwer
traumatisiert, aber kaum einer glaubt ihr oder hilft ihr. Ein
notwendiges Hilfesystem für solche Fälle gibt es nicht. Es
dauert lange, eine Ärztin zu finden, die sie überhaupt ernst
nimmt. Die äußeren Wunden sind mittlerweile verheilt, die
inneren Verletzungen unsichtbar. Die Krankenakte ist nie aus
dem Ausland angekommen, vermutlich hat sie niemand
angefordert oder sich wirklich interessiert. Dafür kommt die
Erinnerung an das schreckliche Erlebnis Stück für Stück ins
Gedächtnis zurück. Doch die Ärzte verweigern die Krankschreibung. Sie unterstellen ihr, sie habe Probleme mit ihrer
Diplomarbeit und wolle mit einer Krankschreibung Zeit
schinden. Eine unglaubliche Unterstellung angesichts der
Tatsache, dass Frau Grimm im Studium immer sehr gute
Noten hatte. Sie ist eine hervorragende Studentin kurz vor
dem Examen, engagiert, zielstrebig und intelligent. Sich vor
der Diplomarbeit zu drücken, würde ihr niemals einfallen. Ihre
Professoren könnten das bestätigen, aber eine Kommunikation zwischen Ärzten und Universität gibt es nicht, obwohl Frau
Grimm alle Beteiligten von der Schweigepflicht entbunden
hat.
Und so beginnt eine lange Odyssee, ein Kampf um Hilfe und
Unterstützung, die nur sehr schleppend in Gang kommt. Und
Frau Grimm kämpft. Sie macht eine Reha-Kur, später noch
eine zweite, und abschließend nach einer langen Auseinandersetzung mit dem Gesundheitssystem noch eine dritte,
speziell für Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Neben den genutzten, stabilisierenden ambulanten
Hilfen gelingt hier auf Grund der Konfrontation mit dem
Erleben der entscheidende Schritt aus dem Trauma.
Während des zweiten Klinikaufenthaltes wird sie auf das
Psychosoziale Gemeindezentrum Blickwechsel der
Diakonie Leipzig aufmerksam gemacht. Hier wird Ambulant
Betreutes Wohnen für Menschen in psychischen Krisen
angeboten. Die Hilfe ist sehr individuell an dem Bedarf der
Hilfesuchenden orientiert.
Nach einem Anruf dort hat sie innerhalb einer Woche einen
Termin – obwohl es eigentlich eine lange Wartezeit gibt. Aber
die Mitarbeiter hier erkennen schon am Telefon, dass es
wichtig und eilig ist. Im März 2012 beginnt die Betreuung und
Jahresbericht 2014 Blickwechsel
im November 2012 trifft sie auf Frau Anne Peters, Sozialarbeiterin in dieser Einrichtung. Zu ihr hat sie sofort Vertrauen und
einen guten Draht. Frau Peters nimmt sie ernst, sie hört zu
und sie hilft. Neben der psychosozialen Begleitung geht es
vor allem darum, den Lebensunterhalt zu sichern. Als Studentin ist sie nicht Krankengeld berechtigt, bekommt keine
Sozialhilfe, kein ALGII, das BAföG ist ausgeschöpft, der
Studienkredit musste – unberechtigterweise- aufgezehrt
werden. Exmatrikulation würde bedeuten, dass alle bisher
erbrachten Studienleistungen verfallen. Die Chance auf
Abschluss des Studiums und damit eine ihren Fähigkeiten
und Interessen entsprechende Arbeit wäre damit vertan. Doch
Frau Grimm will das Diplom. „Ich bin kein Trauma!“ sagt sie.
„Ich bin Frau Grimm und Opfer eines Gewaltverbrechens. Und
ich will wieder zurück in mein normales Leben“.
Und sie schafft es. Gemeinsam mit Frau Peters überwindet
sie alle Hürden. Frau Peters geht mit ihr zu Ämtern und
Behörden, stellt Anträge, sucht Stiftungen, die Menschen in
extremen Notlagen unterstützen. Und sie begleitet sie auch zu
Prüfungen, später, als Frau Grimm wieder in der Lage ist zu
studieren.
Frau Grimm nimmt jede Hilfe an, die sie bekommen kann. Sie
nimmt Kontakt auf zu anderen Opfern von Gewaltverbrechen.
Hier erfährt sie, dass sie nicht die einzige ist, der es so
ergangen ist. Auch anderen Betroffenen wurde ihre Geschichte nicht geglaubt. Die Frauen, die es dennoch geschafft
haben, nach einer Gewalterfahrung wieder ein normales
Leben zu führen, machen ihr Mut. Frau Grimm beginnt eine
ambulante Psychotherapie und konfrontiert sich mit ihrem
traumatischen Erlebnis, sie versucht mit den „Flashbacks“
umzugehen, die immer wieder kommen. „Führe keinen
Kampf, den du nicht gewinnen kannst – das habe ich gelernt.
Ich kann das Geschehene nicht ungeschehen machen und
nicht verdrängen. Ich muss versuchen, es in mein Leben zu
integrieren.“ Frau Grimm besucht die Frauengruppe und die
Ergotherapie des Psychosozialen Gemeindezentrums. Sie
macht Yoga und Progressive Muskelrelaxation als Entspannungsübung und zum Wiederaufbau des zerstörten Körpergefühls. Außerdem treibt sie Sport.
Endlich - dreieinhalb Jahre nach der Tat – schließt sie eine
neue Diplomarbeit ab und macht die letzten Prüfungen. Im
Oktober 2014 hat Frau Grimm ihr Studium mit der Note „sehr
gut“ beendet.
Susanne Straßberger | Öffentlichkeitarbeit und Fundraising
Beim Psychosozialen Gemeindezentrum
Blickwechsel werden Menschen mit psychischen
Krankheiten und in seelischen Krisen beraten und
begleitet.
Die Hilfe geschieht immer individuell – entsprechend dem Hilfebedarf. Neben professioneller
Beratung gibt es die Angebote Ambulant Betreutes Wohnen, Außenwohngruppe, Ergotherapie,
Kreative Bürgerwerkstatt sowie das Sozialcafé
Blickwechsel.
Weitere Informationen unter:
www.blickwechsel.diakonie-leipzig.de
33
34 Jahresbericht 2014 Bereitschaftspflege
Bereitschaftspflege
Vom Glück, Kindern ein
Zuhause zu geben
Den Beruf aufgeben und einen völlig neuen Lebensabschnitt
beginnen - wer hat nicht schon einmal davon geträumt? René
Sommerfeld hat es getan und ist seit über zwei Jahren
Bereitschaftspflegevater. Die Entscheidung zu diesem Schritt
von der sicheren Anstellung mit geregelten Arbeitszeiten zur
24-Stunden-Pflege von Säuglingen und Kleinkindern beschloss er zusammen mit seiner Frau, mit seinen Kindern und
im festen Glauben an Gottes Führung.
Vorher war er Zahntechniker. Der Beruf hat ihm Spaß gemacht, bei den Kollegen war er sehr beliebt. Doch um das 40.
Lebensjahr herum tauchte immer wieder die Frage auf: Was
gibt es für mich Sinnvolleres zu tun? Herr Sommerfeld wollte
näher an den Menschen dran sein. Und so entschloss er sich
nach vielen Gesprächen, Überlegungen und Gebeten,
Bereitschaftspflegevater zu werden. Zu diesem Zeitpunkt
hatten die Sommerfelds bereits ein Pflegekind, das seit der
Geburt bei ihnen lebt, sowie zwei eigene Kinder – alle drei im
Teenager-Alter. Ihm war es wichtig, dass sie selbständig und
verständig genug sind, um diese neue Tätigkeit und die damit
einhergehenden Veränderungen für die gesamte Familie
mittragen zu können.
Bereitschaftspflege ist eine Aufgabe rund um die Uhr, sieben
Tage in der Woche. Kinder von 0 bis 3 Jahren, die aus ihrer
Herkunftsfamilie heraus genommen werden müssen, werden
vorübergehend bei Bereitschaftspflege-Eltern untergebracht
– so lange, bis eine endgültige Lösung gefunden wird. Die
Gründe für die Herausnahme sind vielfältig, aber immer gibt
es eine akute Kindeswohlgefährdung. Die Entscheidung über
diese Maßnahme trifft das Jugendamt. Die Bereitschaftspflege-Eltern nehmen die Kinder in ihre Wohnung und in ihre
Familien auf und sind ihre vorrangigen Bezugspersonen.
Herr Sommerfeld mit einem seiner Bereitschaftspflegekindern (Foto:privat)
Eine sichere Position aufgeben, mit weniger Geld auskommen, um diese Arbeit zu tun – was bewegt einen Menschen
dazu? René Sommerfeld hat inzwischen das 5. Kind in
Bereitschaftspflege und ist fest davon überzeugt: „Das war
die richtige Entscheidung“. Für ihn ist es schön, die Entwicklung der Kinder zu sehen. Wenn sie zu ihm kommen, sind sie
oft sehr unruhig und ängstlich. Sie schlafen schlecht und
schreien viel. Die Kinder haben keinen leichten Start ins
Leben gehabt. Immer häufiger spielt der Drogenkonsum der
Mutter eine Rolle – der Vormarsch der Droge Crystal Meth in
Leipzig ist deutlich zu beobachten. Manche Kinder müssen
nach der Geburt einen Entzug machen, da die Mutter während der Schwangerschaft konsumiert hat, andere haben
Gewalterfahrungen hinter sich, viele sind in ihrer Entwicklung
verzögert. Die Kinder brauchen viel Zuwendung, Aufmerksamkeit und Körperkontakt. Herr Sommerfeld trägt die Kinder
oft in einer Babytrage am Körper mit sich herum. Mit der Zeit
werden die Kinder ruhiger, zutraulicher und fröhlicher. Durch
die feste Bezugsperson und die Fürsorge gewinnen sie an
Sicherheit und Stabilität.
René Sommerfeld fühlt sich wohl als Pflegevater. Er kümmert
sich um die Kinder, mit der gleichen Hingabe wie eine Frau
das tun würde. „Der einzige Unterschied zu einer Frau ist, das
ich mich in den Krabbelgruppen nicht über das Stillen austauschen kann“, antwortet er auf die Frage, ob es irgendwann
einmal ein Thema war, dass er ein Pflegevater und keine
Jahresbericht 2014 Bereitschaftspflege
Pflegemutter ist. Natürlich gilt er als „Exot“. Aber viele freuen
sich auch, dass in der Krabbelgruppe auch mal ein Mann ist.
Abgesehen davon war er auch in seinem früheren Beruf als
Zahntechniker einer von wenigen Männern unter Frauen.
Heute bezeichnet er sich als Hausmann und ist froh, so viel
Zuhause sein und so viel am Familienleben teilhaben zu
können. Das war nicht immer so. Als er noch berufstätig war,
ging er früh aus dem Haus und kam abends erst wieder. Er
sagt, er habe vieles verpasst während dieser Zeit, wie seine
Kinder aufwachsen, welche Erlebnisse sie haben und welche
Sorgen sie beschäftigen. Oft habe er die Dinge nur aus
zweiter Hand von seiner Frau erfahren. Heute ist er nachmittags Zuhause und während das Pflegekind seinen Mittagschlaf hält, kann er sich zu seiner 14 jährigen Tochter setzen
und sich mit ihr unterhalten. Wenn die Bereitschaftspflegekinder eine Weile da sind, kümmern sich auch schon mal die
Großen um sie, spielen mit ihnen oder passen mal eine kurze
Zeit auf das Kleinkind auf.
Für alle Bereitschaftspflegeeltern kommt irgendwann der
Punkt des Abschieds. Das Kind verlässt die Familie. Manche
Kinder gehen wieder in ihre Herkunftsfamilie zurück, andere
kommen in Pflegefamilien oder werden adoptiert. Die Entscheidung darüber trifft wiederum das Jugendamt. Und nicht
immer ist Herr Sommerfeld damit so glücklich. Aber er muss
es akzeptieren. Das ist manchmal sehr schwer. Um einen
weiteren Beziehungsbruch zu vermeiden, wachsen die Kinder
langsam in ihre alte oder neue Familie hinein. Es gibt zunächst
einen kurzen Kontakt, dann immer längere, bis das Kind
endgültig das Zuhause wechselt. Da kann es passieren, dass
die leibliche Mutter oder die zukünftige Adoptivfamilie bei den
Sommerfelds zu Besuch ist, um das Kind zu sehen, mitunter
mehrmals pro Woche. Manchmal findet sich der Bereitschaftspflege-Vater sogar in der Rolle des Beraters für die
alten bzw. neuen Eltern wieder. Immerhin kennt er das Kind
jetzt am besten und weiß, wie man mit ihm umgehen muss.
Zu seinem ersten Kind und seiner leiblichen Mutter sowie zu
den Adoptiveltern seines vorletzten Kindes hat er bis heute
Kontakt. Zu erfahren, dass die Kinder dort gut aufgehoben
sind und sich gut entwickeln, ist eine besondere Freude für
ihn. In den meisten Fällen hat er ein gutes Gefühl in Bezug auf
das neue Zuhause, den weiteren Weg für das Kind. Aber
manchmal hätte er sich eine andere Lösung für das Kind
gewünscht. Das Kind trotzdem loslassen zu können, dabei
hilft ihm sein Vertrauen in Gott und die Gewissheit, dass er
das Schicksal dieses Kindes in Gottes Hand legen kann - und
muss.
Eine Phase des Abschieds und der Trauer gibt es bei jedem
Kind, das er abgeben muss, auch für seine Frau und die
35
anderen Kinder. Bis er bereit und in der Lage ist, sich auf das
nächste Kind einzulassen, gönnt er sich und der Familie eine
Auszeit.
Über die gesamte Zeit – von der Vorbereitung auf die
Bereitschaftspflege bis jetzt – wird Herr Sommerfeld von
den Mitarbeiterinnen der Evangelischen Jugendhilfe bei
der Diakonie Leipzig begleitet und betreut. Bevor das erste
Kind in seine Obhut durfte, gab es ausführliche Gespräche,
Hausbesuche sowie eine Schulung. Jetzt werden regelmäßige
Beratungen angeboten sowie Hilfe bei allen Problemen, im
Notfall auch rund um die Uhr. Die Bereitschaftspflege-Eltern
treffen sich untereinander und teilen ihre Erfahrungen, ihre
schönen Erlebnisse, aber auch ihre Sorgen und Nöte miteinander. Diese intensive Begleitung gibt ihm viel Kraft und
Sicherheit bei seiner anstrengenden und anspruchsvollen,
aber auch sehr beglückenden Tätigkeit.
Herr Sommerfeld ist zufrieden mit seinem neuen Beruf.
Kinderpfleger nennt er sich selbst. Ob er bis zur Rente bei
diesem Beruf bleibt, weiß er nicht. Bis jetzt fühlt es sich gut
und richtig für ihn an. Als Christ glaubt er daran, dass Gott ihn
an diese Stelle gesetzt hat, und ihm auch seinen weiteren
Weg zeigen wird.
Susanne Straßberger | Öffentickhkeitsarbeit und Fundraising
Mitarbeiter für die Bereitschaftspflege
gesucht
Bereitschaftspflege bietet die Möglichkeit, Kinder im
Alter von null bis drei Jahren, die in einer akuten Krise
aus ihrer Familie herausgenommen werden müssen,
im eigenen Haushalt rund um die Uhr zu betreuen.
Für dieses Angebot sucht die Diakonie Leipzig
Familien oder auch Einzelpersonen, die vorübergehend ein Kind befristet bei sich zu Hause aufnehmen
können. Wir bereiten sie intensiv auf diese Arbeit vor
und begleiten sie kontinuierlich während der gesamten Betreuungszeit. Die erforderliche Grundausstattung wird vom Jugendamt gestellt. Darüber hinaus
erhalten die Familien eine Aufwandsentschädigung.
Kontakt
Evangelische Jugendhilfe
Nikolaikirchhof 3 | 04109 Leipzig
Marion Wiegand
Tel: 03 41. 58 61 72 13
E-Mail: marion.wiegand@diakonie-leipzig.de
36 Jahresbericht 2014 Wohnprojekt Funke
Wohnprojekt Funke
Zwischenstation auf dem
Weg in ein selbständiges Leben ohne Suchtmittel
Das Wohn- und Nachbarschaftsprojekt „Funke“ blickt mittlerweile auf sieben Jahre erfolgreiche Arbeit für alkoholabhängige Männer und Frauen zurück. Im September 2007 begann
das Projekt mit drei Wohnungen in der Eutritzscher Straße.
„Funke“ ist ein Arbeitsbereich der Suchtberatungsstelle
„Blaues Kreuz“. Es bietet alkoholabhängigen Menschen, die
aus Therapieeinrichtungen, Krankenhäusern oder dem
Maßregelvollzug Bernburg kommen, die Möglichkeit, in einer
neuen Umgebung und einem neuen Zuhause einen Neustart
zu versuchen. Ziel des Projektes ist, die Wohnkompetenz der
Klienten zu testen und ihren Hilfebedarf einzuschätzen.
Voraussetzung für den Einzug sind der Wille zur Abstinenz
und die Bereitschaft, mit einem Sozialarbeiter zusammenzuarbeiten.
Der Name des Projektes „Funke“ steht symbolisch für den überspringenden Funken zwischen
dem begleiteten Leben in der Eutritzscher Straße
1 und dem angestrebten selbstverantwortlichen
Leben „draußen“. Seit Projektstart 2007 wurden
60 Personen betreut. Heute stehen zwölf EinRaum-Wohnungen für das Übergangswohnen
zur Verfügung.
In die „Funke“ kommen alle gesellschaftlichen Schichten, vom
Schulabbrecher bis zum Hochschulabsolventen. Der Bedarf
ist groß, es gibt mehr Anträge als Plätze in der ‚Funke‘. Es
gibt eine Warteliste, aber keine weiteren Kapazitäten.
Rolf Knepper ist Sozialarbeiter der Suchtberatungsstelle
„Blaues Kreuz“. Er hat das Wohn- und Nachbarschaftsprojekt
„Funke“ aufgebaut und ist noch heute jeden Wochentag vor
Ort.
Knepper berät die Bewohner und hilft ihnen dabei, ihr Leben
wieder selbständig zu gestalten. Seine Klienten bleiben in der
Regel anderthalb bis zwei Jahre, bis sie sich selbst zutrauen,
alleine zu wohnen. Wer noch einen Schulabschluss oder eine
Berufsausbildung macht, kann auch entsprechend länger
bleiben.
Wohnprojekt Funke arbeitet erfolgreich mit der
Leipziger Wohnungsbaugesellschaft zusammen
Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB)
unterstützt als Eigentümerin des Hauses Eutritzscher Straße 1
das Projekt. Das kommunale Unternehmen stellt die im Haus
befindlichen Büro- und Beratungsräume sowie einzelne
Wohnungen kaltmietfrei zur Verfügung. Durch den Zahlungsverzicht ermöglicht die LWB die anteilige Finanzierung einer
Projektstelle. Darüber hinaus hilft die LWB dabei, Klienten mit
Wohnraum zu versorgen. Die Gesellschaft kooperiert zudem
in Einzelfällen mit der Diakonie bei der Arbeitsplatzsuche für
die Projektteilnehmer.
Olaf Koudele (45) - ein ehemaliger Bewohner - fand den Weg
heraus aus der Sucht. Er wohnt heute selbständig in einer
eigenen Wohnung und arbeitet als Hausmeister bei der LWB.
Nach der Langzeittherapie und der Adaptionstherapie hat ihm
der Aufenthalt in der Funke und die kompetente und freundschaftliche Unterstützung von Rolf Knepper, aber auch der
Austausch in der Selbsthilfegruppe sehr geholfen, sein Leben
Jahresbericht 2014 Wohnprojekt Funke
ohne Alkohol zu meistern. Nach einem Rückfall bekam er
sofort die nötige Hilfe, um schnell wieder aus der Sucht
auszusteigen. Eine besondere Chance bot sich ihm mit einem
Praktikum bei der LWB im Bereich Hausmeisterdienste. Hier
konnte er sich beweisen und bekam im Anschluss eine Stelle
als Hausmeistergehilfe. Herr Koudele hat eine eigene Wohnung und mittlerweile auch eine Freundin, die er über die
Arbeit kennen gelernt hat. 2013 hat er die MPU bestanden
und darf nun wieder Auto fahren. Den Kontakt zur Funke hat
er gehalten. Wenn er neben Arbeit und Freundin Zeit hat, geht
er manchmal „freiwillig“ dorthin, um alte Bekannte zu treffen
und mit ihnen zu plaudern. Herr Koudele ist stolz auf das,
was er erreicht hat. Er hofft, dass auch andere die nötige Hilfe
bekommen und ihre Chance nutzen, um den Weg aus der
Sucht in ein normales Leben zu finden.
Susanne Straßberger | Öffentichkeitsarbeit und Fundraising
Zuwendung und Vertrauen
37
38 Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
Wirtschaftsbericht
1.
Grundsätzliche Überlegungen
Die konjunkturelle Entwicklung hat positive Auswirkungen auf
den Arbeitsmarkt, das spüren wir bei der Suche nach Fachkräften in allen Bereichen unserer Tätigkeit. Bei der Besetzung
offener Plätze im Förder- und Betreuungsbereich unserer
Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nehmen wir
erfreut zur Kenntnis, dass insbesondere junge Menschen mit
Einschränkungen eher einen Ausbildungsplatz in Handwerksund Gewerbetrieben als in den vergangenen Jahren finden.
Neben den bereits in den vergangenen Jahren beschriebenen
uns belastenden Themen wie restriktivem Sparverhalten bei
fast allen Gebietskörperschaften, zeitlich nur begrenzter
Finanzierung von aus unserer Sicht dauerhaft notwendiger
Leistungen, Diskreditierung des „Dritten Weges“ begegnen
uns in letzter Zeit verstärkt neue Herausforderungen.
Zeigen wir notwendige Veränderungen insbesondere geförderter stationärer Einrichtungen, z.B. Umbaumaßnahmen, auf,
mit denen wir auf sich ändernde Nutzungsanforderungen
eingehen wollen, reagieren die Bewilligungs- und Aufsichtsbehörden meist erst verzögert, lehnen die Vorschläge bisweilen
sogar mit Hinweis auf zum Teil mehr als zwanzig Jahre alte
Bewilligungsbescheide ab. Hier ist u.E. eine Korrektur von
Verwaltungsvorschriften auf allen föderalen Ebenen der
Verwaltung dringend erforderlich, um es uns zu ermöglichen,
notwendige Änderungen von Konzepten auch baulich umzusetzen.
Zunehmend wirkt sich belastend aus, dass Leistungen, die
von zentralen Organisationseinheiten des Vereins erbracht
werden, nicht ausreichend finanziert werden. Die Diskrepanz
zwischen wachsenden Anforderungen an Umfang und
Qualität dieser Verwaltungsleistungen und gleichzeitiger
Deckelung des Finanzierungsrahmens wird in allen Tätigkeitsfeldern immer prekärer. Die Verschlechterung der Qualität der
Verwaltungsleistungen öffentlicher Stellen verschärft diese
Problematik. So treten beispielsweise beim Kommunalen
Sozialverband Sachsen Verzögerungen von bis zu zwei
Jahren in der Ausfertigung bereits mündlich fixierter Vereinbarungen auf, weil die Ausstattung mit Schreibkräften nicht
ausreiche. Zahlungen von dort erfolgen auf Grund des
Einsatzes einer neuen Software mit Verzögerungen und in
einer Weise, die unseren Verwaltungsaufwand steigert.
Die Notwendigkeit, Abstimmungen zwischen unterschiedlichen Verwaltungsstellen zum Teil derselben Gebietskörper-
schaft einzufordern, steigert unseren internen Aufwand. Einen
Höhepunkt erreicht es, wenn wir gezwungen sind, eine solche
verwaltungsinterne Abstimmung selbst herbeizuführen, um
die Lösung z.B. eines die Sozialverwaltung der Stadt Leipzig
drängenden Problems zu ermöglichen.
Unzumutbar kostentreibend wirkt sich auch aus, dass die
beteiligten Verwaltungen der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen erst bei fertiger Bauplanung, z.B. einer
Wohneinrichtung, den Standort auf grundsätzliche Eignung
beurteilen.
Dass die Beantwortung von Anfragen an private Auftragnehmer und öffentliche Verwaltungsstellen häufig unvollständig, bisweilen unkorrekt und meist mit unzumutbarer
Verzögerung erfolgt, wirkt sich negativ, auch auf die Motivation unserer Mitarbeitenden, von denen korrektes Handeln
verlangt wird, aus.
2.
Darstellung des Geschäftsverlaufs
vom 01.01.2013 bis 31.12.2013
2.1.Überblick
Im Jahr 2013 konnten wir die ordentlichen Erträge erneut, um
rund 2,6 %, steigern. Dieser Zuwachs ist in geringem Maße
auf Steigerungen der Entgelte für unsere Leistungen, vor
allem aber auf die Ausweitung von Aktivitäten zurück zu
führen. Der Ertragszuwachs sowie das Abschmelzen der
Sachaufwendungen (ohne AfA und Zinsen: ./. 2,1 %) konnten
den Anstieg der Personalaufwendungen (4,9 %) nicht ausgleichen. Das Wachstum der Personalaufwendungen war geprägt
durch eine Zunahme der Mitarbeitenden um knapp 3 %, die
auf dem „Dritten Weg“ getroffenen, bis Ende 2014 geltenden
Vereinbarungen über die Steigerung der Entgelte unserer
Mitarbeitenden sowie den Anstieg des Beitragssatzes zur
Evangelischen Zusatzversorgungskasse Darmstadt (EZVK)
von 4,4 % auf 4,8 %. Allerdings mussten wir erneut eine der
in den Tarifvereinbarungen vorgesehenen Öffnungsklauseln
nutzen, im Berichtsjahr hinsichtlich der Mitarbeitenden der
Altenhilfe, der Kindertagesstätten und der Geschäftsstelle.
Die Verpflichtungen zur Zahlung einer betrieblichen Altersversorgung erfüllen wir durch Mitgliedschaft in der EZVK und
Entrichtung entsprechender Beiträge.
Die aufgrund europarechtlicher Veränderung notwendige
Umstellung des unbaren Zahlungsverkehrs (SEPA-Verfahren)
erfolgte in unserem Hause zum 01.12.2013.
Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
Im Fachbereichs-Controlling konnten wir nach Einführung
einer spezifischen Software Verbesserungen erreichen, die
den Einrichtungsleitern bei Wahrnehmung ihrer Steuerungsaufgabe zu Gute kommen.
Am 31.12.2013 waren 1.033 (Vorjahr 998) Menschen in
unserem Werk beschäftigt, von denen allerdings 82 (Vorjahr
77) dauerhaft abwesend waren. Die verbleibenden 951
(Vorjahr 921) Personen füllten fast 771 (Vorjahr 752) Vollzeitarbeitsplätze aus. Das durchschnittliche Alter unserer Beschäftigten nahm leicht, auf 42,1 Jahre, ab. Die Zahl der zum Ende
des Berichtsjahres zumindest teilweise aus Mitteln der
Beschäftigungsförderung finanzierten Mitarbeitenden betrug
unverändert 9.
Im Jahr 2012 wandten wir etwa129 (Vorjahr 128) T€ für
Fort- und Weiterbildung sowie Supervision auf.
Zum Ende des Jahres 2013 gaben wir 26 (Vorjahr 20) Auszubildenden in unseren Pflegeheimen die Möglichkeit, den
berufspraktischen Teil der Ausbildung zu absolvieren.
Unsere Beschäftigungspflichten nach dem Schwerbehindertenrecht haben wir eingehalten. Ausgleichszahlungen fielen
wiederum nicht an.
Sehr dankbar sind wir dafür, dass im Berichtsjahr über 400
Menschen unsere Arbeit ehrenamtlich unterstützten.
39
Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihre
engagierte Leistung, die innerhalb wie außerhalb unseres
Werkes hoch geschätzt wird.
2.2.
Darstellung der Lage
2.2.1.
Vermögens- und Finanzlage
Das bilanzierte Vermögen unseres Werkes besteht zu rund
76 % aus immobilen Sachanlagegütern.
Das langfristig gebundene Vermögen in Höhe von gut 57,4
Mio. € ist durch Eigenkapital (nach Ergebnisverwendung
knapp 24,6 Mio. €), Sonderposten (rund 35,1 Mio. €) und
lang- und mittelfristig verfügbares Fremdkapital (knapp 6,5
Mio. €) finanziert. Im Berichtsjahr konnten, neben planmäßiger
Tilgung von rd. 454 T€, Kreditteile in Höhe von knapp 33 T€
außerplanmäßig zurückgezahlt werden.
Baulich notwendige Maßnahmen, insbesondere des Brandschutzes, haben wir im erforderlichen Maße vorgenommen.
Die für Instandhaltung und Renovierung ausgewiesenen
Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr geringer ausgewiesen, daneben haben wir jedoch bauliche Veränderungen
durchgeführt, die einerseits eine Aktivierung des Wertes neuer
Bauteile, andererseits eine außerplanmäßige Abschreibung
40 Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
des Restwertes abgebrochener Bauteile bei gleichzeitiger
kongruenter Auflösung von Sonderposten nach sich zogen.
Aus dem Jahresergebnis von gut 0,7 Mio. € stärken wir die
Rücklagen. Die Eigenkapitalquote kann damit auf 34,7 %
verbessert werden, wobei wir Sonderposten nicht dem
Eigenkapital zurechnen.
Die Betriebsmittelrücklage wurde in den ersten Monaten des
Jahres 2013 in Anspruch genommen und zum Jahresende
neu dotiert.
Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit nahm
gegenüber dem Vorjahr ebenso wie der Finanzmittelbestand
zum Jahresende zu.
Das dem Verein gehörende Haus der Stadtmission in Leipzig-Lindenau soll zum einen stärker zur Arbeit von und mit
Menschen mit Behinderungen und zum anderen als Begegnungszentrum genutzt werden. Für die weiteren Bauabschnitte hat die Sächsische Aufbaubank GmbH eine finanzielle
Förderung aus Mitteln des Freistaates Sachsen zugesagt. Die
Fertigstellung ist für den Herbst 2014 vorgesehen.
Auch im Jahr 2013 haben wir, wenn auch nicht in uns befriedigendem Umfang, Reserven zur Abdeckung künftiger
baulicher Risiken gebildet.
Die Geldanlagen unseres Werkes sind in mündelsicheren
Wertpapieren oder als Anlagen bei Instituten, die in ihrer
Existenz durch einen gesonderten Verbund gesichert sind,
getätigt.
Kapitalverluste oder Zinsausfälle mussten wir daher auch im
Berichtsjahr nicht hinnehmen. Derivative Finanzgeschäfte
haben wir nicht getätigt.
Dankbar konnten wir eine größere Erbschaft entgegennehmen, die wir für bauliche Verbesserungen im Matthäistift
verwendeten.
Unsere Anträge, uns die ursprünglich gegebenen Fördermittel
auch nach Änderung der Nutzung des Hauses in der Scheffelstraße zu belassen, wurden, inzwischen auch vom privaten
Fördermittelgeber, positiv beschieden.
Mehrere Banken attestierten uns mit dem Ergebnis Ihrer
Ratingeinschätzung erneut eine hohe Bonitätseinstufung.
2.2.2
Ertragslage
Aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erreichten wir ein
Ergebnis von rund 320 T€. Das Finanzergebnis war mit ./. 256
T€ leicht besser als im Vorjahr. Die anhaltend niedrigen
Zinssätze schmälern unsere Erträge aus Finanzanlagen,
können aber erst im Jahr 2016 zur Absenkung der Zinslast
genutzt werden, da wir langfristige Zinsbindungen eingegangen sind.
Unser Ziel, positive, zumindest ausgeglichene Betriebsergebnisse auch in den einzelnen Einrichtungen zu erwirtschaften,
haben wir insbesondere in stationären Einrichtungen der
Altenhilfe nicht erreicht.
Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
41
Die gute Auslastung unserer Förderschule für Kinder mit
geistigen Behinderungen war Grund für deren Überschuss.
Auch in unserer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen
mit ihren drei Betriebsstätten konnten wir einen Überschuss
erzielen.
Die bereits erwähnte bilanzielle Abbildung baulicher Aktivitäten ist im außerordentlichen Ergebnis abgebildet. Nachberechnungen gegenüber dem Kostenträger KSV führten zu
außerordentlichen Erträgen von rd. 160 T€.
Zu einem Drittel ist der Verein am Berufsbildungswerk Leipzig
für Hör- und Sprachgeschädigte gemeinnützige GmbH (BBW)
beteiligt. Hauptgeschäftsfelder dieser Gesellschaft sind die
berufliche Ausbildung von Menschen mit Hör- und Sprachschädigungen und Lernbehinderungen, der Betrieb von
Kindertagesstätten und die Führung einer Werkstatt für
Menschen mit Behinderungen. Zum Jahresbeginn 2013
nahmen zwei neu berufene Geschäftsführer im BBW ihre
Tätigkeit auf.
Das Spendenaufkommen konnten wir im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr nicht halten. Verlässliche Berichterstattung
Mit 12,5 % ist der Verein an der Villa Auguste Hospiz gemeinnützige GmbH beteiligt.
über die vereinnahmten Spenden nehmen wir in unserem
Jahresbericht und in anderen Veröffentlichungen vor.
Insgesamt konnten wir einen Jahresüberschuss von rd.
706 T€ erwirtschaften.
2.2.3Beteiligungen
Der Verein ist zu 100% an der Diakonische Gesellschaft zur
Förderung der beruflichen Bildung Behinderter, Leipzig,
(ehemals gemeinnützige) GmbH beteiligt. Die Geschäfte
dieser Gesellschaft ruhen.
Ebenfalls zu 100 % ist der Verein an der Diakonische Dienste
Leipzig gemeinnützige GmbH beteiligt. Die Gesellschaft
betreibt das Pflegeheim Emmaus sowie eine Tagespflegestation in der Innenstadt Leipzigs, die Arbeitsfelder der
Gesellschaft sind in die Strukturen des Fachbereiches
Altenhilfe des Vereins eingegliedert.
3.
Bericht zur Steuerung des Vereins
Über die Lage in den Fachbereichen wird an anderer Stelle
dieses Jahresberichtes Auskunft gegeben.
Das inhaltliche Controlling ist im Aufbau. An optimierenden
und ergänzenden Maßnahmen des Einsatzes von EDV-Programmen arbeiten wir weiterhin. Im Berichtsjahr hat es keine
die Existenz des Werkes bedrohenden Sachverhalte gegeben.
Die Zahlungsfähigkeit war stets gegeben, Zahlungen wurden
und werden unter Nutzung von Skonti vorgenommen. Wirtschaftlichen und technischen Risiken wurde und wird, soweit
wirtschaftlich vertretbar, durch Abschluss entsprechender
Versicherungsverträge begegnet. Größere Risiken aus
unterlassener Instandhaltung sind derzeit nicht zu erkennen.
42 Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
4.Nachtragsbericht
professionelle und zuverlässige Verhandlungspartner.
4.1. Geschäftsverlauf bis heute
Der Freistaat Sachsen hat die Regelungen zur Finanzierung
von Instandhaltung und Renovierung von Einrichtungen der
Altenhilfe erneut geändert. Sie sind aus unserer Sicht nach
wie vor realitätsfern und führen zu höherem Verwaltungsaufwand auf Seiten der Betreiber und ebenso beim KSV.
Bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes gab es
keine Einbrüche in der Nutzung unserer stationären Einrichtungen und ambulanten Dienste.
Mit der Schaffung eines eigenen Fachbereiches Kindertagesstätten reagierten wir auf die zunehmende (inhaltliche,
organisatorische und finanzielle) Bedeutung des Betriebszweiges für unser Werk.
Mit Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass die
Vorschriften zur elektronischen Übermittlung von Zahlen zum
Jahresabschluss (E-Bilanz) in einer die gemeinnützigen
Unternehmen entlastenden Weise verändert wurden.
Seit April 2014 beschäftigen wir im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes auf Vermittlung des Ev.-Lutherischen Missionswerkes Leipzig zwei indische Bürgerinnen. Über die
befristete Anstellung zweier Bürger aus Tansania verhandeln
wir mit den beteiligten Verwaltungsstellen. An der Schaffung
organisatorischer Voraussetzungen zur Verbesserung des
wirtschaftlichen Ergebnisses der Werkstätten für Menschen
mit Behinderungen arbeiten wir weiterhin.
In den Einrichtungen der Behindertenhilfe nimmt die Bedeutung sexualpädagogischer Arbeit zu, im Jahr 2014 haben wir
die Arbeit an der Erstelllung eines entsprechenden Konzeptes
aufgenommen.
Belastend wirkt sich weiterhin das verzögernde Verhandlungsgeschehen des KSV aus. Allerdings konnten wir, nachdem mehrmals als verbindlich zugesagte Termine nicht
eingehalten wurden, nunmehr die schriftlichen Ergebnisse der
Verhandlungen der zurückliegenden Jahre entgegen nehmen.
Die Verhandlungen mit den Pflegekassen über die Entgelte für
unsere Pflegeheime verlaufen erfreulich, wir treffen auf
Für den Ambulanten Pflegedienst erwarten wir infolge einer
Steigerung des Punktwertes sowie einer neuen Vergütungsvereinbarung für Leistungen nach SGB V eine Ertragssteigerung. Organisatorische Anpassungen haben wir zu Beginn
des Jahres 2014 vorgenommen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Tagespflegeeinrichtungen und der
Sozialstation zu intensivieren. Die zunehmende Zahl von
Klienten, die Leistungen beider Einrichtungen nutzen,
bestätigt uns in der Richtigkeit der Zielsetzung.
Die erwähnte Suche nach einem Standort für eine stationäre
Einrichtung der Jugendhilfe mussten wir nach Eingang eines
leider zu einem sehr späten Zeitpunkt erfolgten negativen
Bescheides der bewilligenden Landesbehörde abbrechen.
Hier wären zeitnähere Stellungnahmen städtischer Ämter
ebenso wünschenswert gewesen wie die Unterstützung jenes
Amtes der Stadtverwaltung, das uns zur Schaffung einer
neuen Einrichtung drängte, in der behördeninternen Abstimmung. In der ambulanten Jugendhilfe konnten wir die Maßnahme „Schulbegleitung“ nur zu unzureichenden Entgeltsätzen weiterführen, bei ähnlicher Haltung der Kostenträger im
Jahr 2015 werden wir die Leistung einstellen müssen. Den
arbeitsrechtlichen Unsicherheiten der Maßnahmenträger
schenkt der Kostenträger keine Aufmerksamkeit.
Die Planungen zur Aufnahme des Betriebes einer Kindertagesstätte gemeinsam mit der örtlichen Ev.-Luth. Kirchgemeinde im Stadtteil Probstheida führen wir fort.
Altenhilfe
Behindertenhilfe
Beratungs- und
Betreuungsdienste
38,8 %
35,1 %
11,2 %
Kindertagesstätten
Geschäftsstelle
9,5 % 5,4 %
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Fachbereiche und Geschäftsstelle
im Verhältnis zur Gesamtzahl von über 1000 angestellten Personen der Diakonie Leipzig.
Jahresbericht 2014 Wirtschaftsbericht
4.2. Aktuelle Vermögens- und Finanzlage
Die Gebäudesubstanz unseres Werkes erhalten wir durch
entsprechende Aufwendungen für laufende Instandhaltungen,
die Finanzierung erfolgt weiterhin ohne Aufnahme von
Fremdmitteln.
Die Zahlungsfähigkeit des Werkes war und ist gesichert,
Skonti werden bei Rechnungsbegleichung abgezogen. Auch
im Jahr 2014 sind Sondertilgungen vorgesehen.
Über Zinssicherungsgeschäfte werden wir unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Kapitalmarktsituation entscheiden,
um gegebenenfalls vom anhaltend niedrigen Zinsniveau
langfristig profitieren zu können.
4.3. Aktuelle Ertragslage
In den ersten Monaten des laufenden Jahres ist die Ertragslage geprägt von zunehmenden Erträgen einerseits und steigenden Personalkosten andererseits. Letzteres resultiert aus
der anhaltenden Ausweitung unserer Aktivitäten und den in
der Arbeitsrechtlichen Kommission Sachsen vereinbarten
Steigerungen der Entgelte unserer Mitarbeitenden. Das
Finanzergebnis wird sich kurzfristig nicht verbessern lassen,
dies veranlasst uns aber nicht, riskantere Anlagen zu tätigen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir ein leicht
negatives Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit und
ein leicht positives Jahresergebnis.
4.4.Unternehmenssteuerung
Infrastruktur, Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten unserer
EDV werden mit dem Ziel einerseits der Optimierung der
Prozesse und damit der Minderung der Gesamtkosten,
andererseits der Verbesserung der Sicherheitslage der
EDV-Anwendungen und der Datenhaltung weiter optimiert.
Die Vorbereitungen zur Vertiefung Interner Prüfungen konkretisieren wir gegenwärtig.
4.5.
Den Beschluss des EU-Parlamentes, Angebote, die im
sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis erbracht und abgerechnet
werden, von der Pflicht zur Ausschreibung auszunehmen,
begrüßen wir und erwarten zügige Umsetzung in nationales
Recht, um die im Jahr 2012 eingetretenen Irritationen zu
beseitigen.
Grundsätzlich sind wir sehr dankbar, dass in der Arbeitsrechtlichen Kommission Sachsen eine Einigung erzielt werden
konnte, die uns Planungssicherheit bis zum 31.03.2016
schafft. Die Kombination aus Tabellenwertsteigerungen und
strukturellen Anhebungen wie Verkürzung der Wartefrist bis
zum Erreichen der Erfahrungsstufe in 2014 und die Einführung
einer Erfahrungsstufe II werden die mit den Kostenträgern
auszuhandelnden Entgelte in die Höhe treiben und unsere
Marktposition insbesondere in der Altenhilfe schwächen.
Die ablehnende Haltung des Sächsischen Staatsministeriums
des Sozialen zu unserem Vorhaben, eigene Altbausubstanz
außerhalb unseres Geländes in Borsdorf als Wohnstätte für
meist ältere Menschen mit Behinderungen zu nutzen, ist nach
unserer Kenntnis unverändert.
Die Erfüllung des Rechtsanspruches auch jener Menschen,
die nicht oder nicht mehr in einer geschützten Werkstatt
arbeiten, auf adäquate Tagesförderung ist immer noch nicht
absehbar.
Die Diversifikation und die Größe unseres Unternehmens
lassen es uns auch weiterhin unwahrscheinlich erscheinen,
dass kurz- oder mittelfristig Problemstellungen in einzelnen
Diensten oder Einrichtungen existenzgefährdend auf das
ganze Werk durchschlagen.
Um die Bindung freiwillig, unentgeltlich tätiger Menschen an
unser Werk sind wir weiter bemüht. Auch unter diesem Aspekt
werden wir die Zusammenarbeit und Abstimmung mit Kirchgemeinden und anderen diakonischen Vereinigungen Aufmerksamkeit vertiefen.
Chancen- und Risikomanagement
Die Stabsstelle ist eingerichtet, die mit der Aufgabenerfüllung
beauftragte Mitarbeiterin hat Anfang 2014 mit der Erarbeitung
konzeptioneller Voraussetzungen ihre Tätigkeit aufgenommen.
5.
43
Ausblick
Die Auswirkung der Änderung von Haftungsvorschriften für
Kreditinstitute werden wir im Auge behalten, um eventuell
notwendige Änderungen der Anlagevorschriften rechtzeitig
vorzunehmen.
Als Dienstleister auf dem Sozialmarkt wie auch als Dienstgeber am Arbeitmarkt genießen wir ein großes Vertrauen, für das
wir sehr dankbar sind, das uns stärkt. Um dieses Vertrauen
muss aber auch jeden Tag neu geworben werden. Wir
müssen beweisen, dass wir diesen Vertrauensvorschuss nicht
missbrauchen. Dies ist uns bewusst, es bestimmt unser
Handeln.
Leipzig, den 15. August 2014
Sönke Junge | Kaufmännischer Vorstand
44 Jahresbericht 2014 Bericht Verwaltungsrat
Bericht des Vorsitzenden
des Verwaltungsrates
Rückblick und Schwerpunkte
der zukünftigen Entwicklung
Im Berichtszeitraum von September 2013 bis August 2014 hat
der Verwaltungsrat fünfmal getagt. Der Hauptausschuss des
Verwaltungsrates tagte viermal. Dabei wurden für die weitere
Entwicklung des Werkes wichtige Aktivitäten und Projekte in
den Blick genommen sowie strukturelle Änderungen vorgenommen.
Der Fachbereich Beratungs- und Betreuungsdienste beinhaltete bisher auch die Arbeit der Kindertagesstätten. Da sich in
den letzten Jahren die Zahl der von uns betriebenen Kindertagesstätten von drei auf neun erhöht hat und noch einige
wenige dazu kommen könnten, wurden zu Beginn des Jahres
die Kindertagesstätten aus dem bisherigen Fachbereich
Beratungs- und Betreuungsdienste herausgelöst und in den
neuen Fachbereich Kindertagesstätten übertragen. Die
Leitung der verbleibenden Beratungs- und Betreuungsdienste
hat seit 1. Januar Benjamin Förster, ehemals Leiter unserer
Suchtberatungsstelle Blaues Kreuz. Wir gehen davon aus,
dass in diesem Bereich auch die Arbeit mit Flüchtlingen und
Asylbewerbern eine größere Rolle spielen könnte.
Der Verwaltungsrat gab den Impuls zu einer intensiven
Diskussion zur strategischen Entwicklung des Fachbereiches
Altenhilfe. Nach einer Analyse der Stärken und Schwächen
unserer entsprechenden Einrichtungen und Dienste wurden
Strategien zur weiteren Profilierung der einzelnen Pflegeheime
festgelegt. Die bereits begonnene Entwicklung zu möglichst
individuell zugeschnittenen Formen der Pflege zwischen den
ambulanten Diensten der Sozialstation und den stationären
Diensten der Pflegeheime soll weiter entwickelt werden. Die
Einrichtung der Tagespflege „Rosentalresidenz“ sowie die
beabsichtigte Begleitung von Menschen in Formen des
Betreuten Wohnens im Umfeld des Albert-Schweitzer-Hauses
sind aktuelle Beispiele dafür. Sehr dankbar sind wir den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in unserem Fachbereich
Altenhilfe trotz oft schwieriger Rahmenbedingungen eine
solch engagierte Arbeit leisten. Die Nachfrage nach Plätzen in
unseren Pflegeheimen ist nach wie vor überdurchschnittlich
hoch.
Ein weiteres wichtiges Thema im Verwaltungsrat war die
Weiterentwicklung des christlichen Profils unseres Werkes. In
der Stadt Leipzig gehören derzeit nur 11,6 % der Bevölkerung
der Evangelisch-Lutherischen Kirche an. Aus diesem Grund
ist es schwierig, fachlich geeignetes und christlich sozialisiertes Personal für die Arbeit in unserem Werk zu finden. Etwa
51 % der Mitarbeitenden unseres Werkes gehören einer
Kirche an, die Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher
Kirchen ist, 49 % allerdings nicht. Dies ist gemessen an der
entsprechenden Verteilung in der Bevölkerung zwar ein guter
Wert, durch das leichte Sinken in den letzten Jahren stellt sich
jedoch trotzdem die Frage, wie wir mit dieser Entwicklung
umgehen wollen. Nach einem Impuls der Mitarbeitervertretung unseres Werkes erarbeiteten MAV und Vorstand einen
Vorschlag. Diesem folgend fasste der Verwaltungsrat den
Beschluss, dass es zukünftig für Mitarbeitende der Diakonie
mehr interne Bildungsangebote zu den Grundlagen christlichen Glaubens geben wird. Desweiteren wurden Verfahren
für die Neueinstellung von Mitarbeitenden in Einrichtungen mit
besonders niedriger Kirchenmitgliedschaft festgelegt. Die
entsprechenden zusätzlichen finanziellen und zeitlichen
Ressourcen müssen von unserem Werk aufgebracht werden.
Allerdings profitieren wir nachweislich, wenn wir unser
diakonisches Profil auch in Zukunft erhalten können.
Zunehmende Sorge bereitet uns die fortschreitende Arbeitsverdichtung sowohl bei unseren Partnern, beispielsweise der
Stadt Leipzig oder dem Kommunalen Sozialverband, als auch
in unserem Werk. Nach unserer Sicht erfordern alle Gehaltserhöhungen, die über einen Inflationsausgleich hinausgehen,
eine weitere Optimierung der Arbeit in den jeweiligen Bereichen. Bei unseren Partnern beobachten wir, dass einerseits
Gehälter im öffentlichen Dienst (TvöD) immer weiter gesteigert
werden, andererseits ist in der Regel nicht mehr Geld für die
Zahlung dieser Gehälter vorhanden, was wohl zum Rückgang
der Nachbesetzung freiwerdender Stellen führt. Wir beobachten jedenfalls, dass dadurch die Zusammenarbeit mit unseren
Partnern in der letzten Zeit schwieriger geworden ist, was sich
u.a. in sehr langen Bearbeitungszeiten oder fehlender und
fehlerhafter Beantwortung von Korrespondenz zeigt.
Auch in unserem Werk führt die im Wirtschaftsbericht bereits
benannte in den letzten Jahren veränderte Struktur unserer
Arbeitsvertragsrichtlinien (Einführung der Erfahrungsstufe 2,
Erhöhung der Urlaubstage, weiterhin fehlende Beteiligung der
Mitarbeitenden an der betrieblichen Altersvorsorge usw.)
sowie die in den letzten Jahren bereits über der Inflationsrate
liegenden Gehaltserhöhungen zu einer weiteren Arbeitsverdichtung. Durch Nutzung von Öffnungsklauseln innerhalb
unserer AVR (z.B. Nichtauszahlung des 2. Teils der Jahressonderzahlung an die Mitarbeitenden der Altenhilfe) konnten wir
diese Entwicklung etwas entschärfen, aber grundsätzlich ist
Jahresbericht 2014 Bericht Verwaltungsrat
dieses Problem nicht gelöst. Zu hohe Arbeitsverdichtung führt
nicht selten zu einer Zunahme des Krankenstandes und damit
zu weiteren Problemen. In vielen Diakonischen Werken
mussten bereits Dienste in Bereiche außerhalb der Diakonie
mit eigenen Tarifbestimmungen ausgegliedert werden. Wir
haben solche Ausgliederungen in unserem Werk nicht vorgenommen. Wir hoffen, dass wir dazu auch weiterhin nicht
gegen unseren Willen gezwungen sein werden, falls sich die
genannten Probleme weiter verschärfen. Hier kann nur ein
Appell an die zuständige Arbeitsrechtliche Kommission
gerichtet werden, ein im Blick auf die regionale Entwicklung
angemessenes Maß an weiteren Tariferhöhungen zu beschließen.
Weitere wichtige Themen, die wir zurzeit bearbeiten, bzw.
an deren Entwicklung wir teilhaben, sind:
•
•
•
•
Fortentwicklung der Arbeitsrechtssetzung im „3. Weg“;
Fortsetzung unserer Arbeit im Rahmen der Gemeinnützigkeit gegen die Tendenz der Stadt Leipzig, soziale Dienste
nach Ausschreibungsverfahren vergeben zu wollen (was
allerdings nach einem entsprechenden Beschluss vom
17. 4. 2014 des Europäischen Parlaments ausdrücklich
nicht gewollt ist),
Möglichkeiten und Formen einer Beteiligung an der Arbeit
mit Flüchtlingen,
Fortentwicklung der internen Organisation.
45
Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28)
Aufgrund ihres Glaubens und ihrer Nähe zu Gott haben
Menschen zu allen Zeiten Hilfe zur Gestaltung ihres Lebens, ja
Glück im Sinne der Jahreslosung erfahren. Dieses Glück,
nicht in Perfektion, aber in Ansätzen, für Menschen erfahrbar
zu machen, die Unterstützung in der Gestaltung ihres Alltages
benötigen, haben Menschen in den mittlerweile 145 Jahren
des Bestehens unseres Werkes versucht. Dies ist in erstaunlicher Weise immer wieder gelungen, so dass wir heute die
Dienste trotz vieler Herausforderungen auf einem guten
Fundament weiterentwickeln können.
Wir danken allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern für ihre engagierten Dienste, die unzähligen
Menschen zugute kamen. Auch danken wir den etwa 1400
Mitgliedern unseres Werkes sowie allen Freunden und Helfern
sehr herzlich für ehrenamtliche Dienste, für Spenden, für das
Mitbeten und Mittun sowie für andere Formen der Unterstützung.
Es bleibt zu wünschen, dass auch in Zukunft immer wieder
Menschen vom biblischen Ziel des „in der Nähe Gottes
erfahrbaren Glücks“ geleitet ihre Dienste tun können, damit
auch weiterhin viele Menschen durch die Arbeit des Werkes
Segen und Zukunftshoffnung erfahren.
Prof. Dr. Martin Petzoldt | Vorsitzender des Verwaltungsrates
46 Jahresbericht 2014 Anschriften
Anschriften (Stand 1.10.2014)
Diakonisches Werk Innere Mission Leipzig e.V.
Geschäftsstelle - Haus der Diakonie
Gneisenaustraße 10, 04105 Leipzig;
Tel.: 0341. 56 12 - 0 Fax: 0341. 56 12 - 11 35
Ev.-Luth. Diakonissen-Mutterhaus Borsdorf
Am Diakonissenhaus 7, 04451 Borsdorf
Tel.: 034291. 890
Haus der Stadtmission
Begegnungs- u. Integrationszentrum Lindenau,
Demmeringstr. 18, 04177 Leipzig, Tel.: 0341. 478 22 03
Fachbereich Altenhilfe
Beratungsstelle Altenhilfe
Diakonie im Zentrum
Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
Tel.: 0341. 58 61 72 19
Diakonie Sozialstation - Ambulanter Pflegedienst
Otto-Schill-Str. 7, 04109 Leipzig
Tel.: 0341. 230 56 56
< Matthäistift
Kommandant-Prendel-Allee 85, 04299 Leipzig
Tel.: 0341. 271 30
< Matthias Claudius
Weißenfelser Str. 18, 04229 Leipzig
Tel.: 0341. 870 97 10
< Johann Hinrich Wichern
Seeburgstraße 11, 04103 Leipzig
Tel.: 0341. 866 39 11
< Paul Gerhardt
Ludolf-Colditz-Str. 3, 04651 Bad Lausick
Tel.: 034345. 530
Betreutes Wohnen am Matthäistift
Lausicker Str. 59 a, 04299 Leipzig
Tel.: 0341. 271 31 13
Betreutes Wohnen – Borsdorf
Am Diakonissenhaus 7, 04451 Borsdorf
Tel.: 034291. 891 05
Betreutes Wohnen Paul Gerhardt, Bad Lausick
Ludolf-Colditz-Str. 1, 04651 Bad Lausick;
Tel.: 034345. 530
Tagespflegen
Fachbereich Behindertenhilfe
< Tagespflege Albert Schweitzer
Täubchenweg 14/16, 04317 Leipzig
Tel.: 0341. 684 50
Hilfen für Menschen mit Behinderungen - Lindentreff
Demmeringstraße 20, 04177 Leipzig
Tel.: 0341. 478 22 44
<
Tagespflege Rosentalresidenz
Elsbethstraße 16 - 20
04155 Leipzig
Tel.: 0341. 56 10 97 66
< Tagespflege Matthäistift
Kommandant-Prendel-Allee 85, 04299 Leipzig
Tel.: 0341. 860 83 65
< Tagespflege Paul Gerhardt
Ludolf-Colditz-Str. 3, 04651 Bad Lausick
Tel.: 034345. 530
Pflegeheime und Seniorenzentren
< Albert Schweitzer
Täubchenweg 14/16, 04317 Leipzig
Tel.: 0341. 684 50
< Marienheim
Chopinstr. 14, 04103 Leipzig
Tel.: 0341. 70 22 00
< Marthahaus
Löhrstr. 9, 04105 Leipzig
Tel.: 0341. 127 20
Besuchs- und Begleitdienst
Gneisenaustraße 10, 04105 Leipzig
Tel.: 0341. 56 12 12 91
Blinden- und Sehbehindertendienst
Gneisenaustraße 10, 04105 Leipzig
Tel.: 0341. 56 12 12 90
Wohnstätten u. Außenwohngruppen für Menschen
mit Behinderungen
< Ev.-Luth. Diakonissenhaus Borsdorf
August-Bebel-.Str. 8, 04451 Borsdorf
Tel.: 034291. 89-0
< Alte Posthalterei
Hauptstr. 21, 04451 Borsdorf | OT Panitzsch
Tel.: 034291. 424-300
< Heinz Wagner
Nieritzstr. 9, 04289 Leipzig
Tel.: 0341. 863 850-460
< Katharina von Bora
Freiburger Allee 74, 04416 Markkleeberg
Tel.: 0341. 350 14 71 10
< Martinstift
Arndtstr. 51 a-c, 04275 Leipzig
Tel.: 0341. 30 63 50
Jahresbericht 2014 Anschriften Lindenwerkstätten, Werkstätten
für behinderte Menschen
< Lindenwerkstätten WfbM I
Roßmarktstr. 17/19, 04177 Leipzig
Tel.: 0341. 478 22 00
< Lindenwerkstätten WfbM II
An den Werkstätten 4, 04451 Borsdorf, OT Panitzsch
Tel.: 034291. 44 02 50
< Lindenwerkstätten WfbM III
Edisonstraße 26-28, 04435 Schkeuditz
Tel.: 034204. 704 80
Förderschule Werner Vogel
Hans-Marchwitza-Str. 12, 04279 Leipzig
Tel: 0341. 33 63 80
Fachbereich Evangelische
Kindertagesstätten
< Arche Noah – Ev.-Luth. Kindertagesstätte am
Diakonissenhaus
Ahlfeldstr. 2, 04177 Leipzig
Tel.: 0341.55 01 98 29
<Christophorus
An der Tabaksmühle 30, 04277 Leipzig
Tel.: 0341. 86 32 94 00
< Das Samenkorn
Demmeringstr. 18, 04177 Leipzig
Tel.: 0341. 87 07 98-0
< Morgenland
Hohe Straße 26, 04416 Markkleeberg
Tel.: 0341. 350 222 25
Fachbereich Beratungs- und
Betreuungsdienste
< Mosaik
Ferdinand-Rhode-Str. 17 A, 04107 Leipzig
Tel.: 0341. 124 79 90
Diakonie im Zentrum
Nikolaikirchhof 3 in 04109 Leipzig
< Nathanael
Rietschelstraße 12, 04177 Leipzig
Tel.: 0341. 47 83 91 72
< KirchenBezirksSozialarbeit, Tel.: 0341. 58 61 72 22
< Evangelische Jugendhilfe, Tel.: 0341. 58 61 72 12
< „Projekt Drahtseil“ - Sucht-, Gewalt- und Medien
präventationsprojekt, Tel.: 0341. 22 52 98 06
< Müttergenesung, Tel.: 0341. 58 61 72 22
< Evangelische Lebensberatungsstelle
Ritterstraße 5 Tel.: 0341. 140 60 40
< Unter dem Regenbogen
Löhrstr. 9, 04105 Leipzig
Tel.: 0341. 12 452 80
< Kinderarche
Goldsternstraße 21a, 04329 Leipzig
Tel.: 0341. 251 92 72
< St. Moritz
Max-Liebermann-Straße 2, 04425 Taucha
Tel.: 034298. 98 97 57
Psychosoziales Gemeindezentrum Blickwechsel
<
<
Beratungsstelle und Sozialcafé
Natonekstr. 2, 04155 Leipzig, Tel.: 0341. 561 14 40
Ambulant Betreutes Wohnen
Eisenacherstraße 37, 04155 Leipzig
Tel.: 0341. 25 39 79 25
< Kreative Bürgerwerkstatt
Eisenacher Str. 68, 04155 Leipzig
Tel.: 0341. 462 43 94
< Praxis für Ergotherapie
Eisenacher Straße 68, Tel.: 0341. 462 43 95
Suchtberatungs- und ambulante Behandlungsstelle
Blaues Kreuz
Beratung | Betreutes Wohnen | JVA
Georg-Schumann-Straße 172, 04159 Leipzig
Tel.: 0341. 92 65 70
Teekeller Quelle
Nordplatz 14, 04105 Leipzig, Tel.: 0175. 447 80 12
Einrichtungen in gemeinsamer Trägerschaft
von Diakonie und Caritas
Ökumenische Telefonseelsorge Leipzig
Geschäftsstelle, Paul-List-Str.19, 04103 Leipzig
Tel.: 0341. 994 06 76
Öku. Kontaktstube für Wohnungslose Leipziger Oase
Nürnberger Str. 31, 04103 Leipzig, Tel.: 0341. 268 26 70
Kleiderkammer Passgenau | Ökumen. Kontaktstube für
Wohnungslose | Georg-Schuhmann-Straße 172,
Tel.: 0176. 53 26 14 57
Ökumenische Bahnhofsmission Leipzig
Hauptbahnhof, Westseite (Betriebsführung: Caritasverband)
Willy-Brandt-Platz 2a, 04109 Leipzig
Tel.: 0341. 968 32 54
47
48 Jahresbericht 2014 Luise Höpfner
Die heutige nach Luise Höpfner benannte Ev. Fachschule für Sozialwesen.
Luise Höpfner
Die Gründerin der
Ev. Fachschule für
Sozialwesen in Bad
Lausick
Am 10. Oktober 2014 wäre Luise Höpfner 100
Jahre alt geworden. Frau Höpfner ist die Gründerin der heutigen Evangelischen Fachschule für
Sozialwesen in Bad Lausick, die im Jahr 2013 das
60jährige Bestehen gefeiert hat. Nach ihrer Ausbildung zur
Kindergärtnerin und Jugendleiterin an der Henriette-Goldschmidt-Schule war sie ab 1936 bei der Inneren Mission
tätig. Nach dem Krieg gründete sie den „Arbeitskreis für
christliche Kinderpflege“ später „Arbeitskreis für evangelische Kindergärten“. Daraus entstand die Ausbildungsstätte
der Sächsischen Landeskirche für Kinderdiakoninnen – die
heutige Fachschule für Sozialwesen. Frau Höpfner hat die
Ausbildung der evangelischen Kinderdiakoninnen in der DDR
entscheidend geprägt und war lange Jahre als Fachberaterin
für alle sächsischen evangelischen Kindertagesstätten tätig.
In dieser Funktion organisierte sie
Schulungen und Rüsttage, um die
christliche Erziehung in den Kindertagesstätten zu verwirklichen und eine
entsprechende Pädagogik zu vermitteln. Im Jahr 1974 trat sie in den Ruhestand. Da ihr die
christliche Gemeinschaft sehr wichtig war, gründete sie einen
Seniorenkreis, welcher noch heute besteht. Außerdem
engagierte sie sich in der Integration von Migranten, ausländischen Studenten und Flüchtlingen. Frau Höpfner verstarb
am 17. Januar 1996 friedlich und ohne Krankenlager.
Jahresbericht 2014 Geschäftsstelle Haus der Diakonie Geschäftsstelle der Diakonie
Leipzig
Haus der Diakonie
Geschäftsstelle
Gneisenaustraße 10 | 04105 Leipzig
Telefon: 0341. 56 120
E-Mail: info@diakonie-leipzig.de
Web: www.diakonie-leipzig.de
www.facebook.com/diakonie.leipzig
Die Leitung und Steuerung findet auf verschiedenen Ebenen in der Diakonie Leipzig statt,
vom Verwaltungsrat, über den Vorstand, die Stabsstellen und in den Einrichtungen durch
die Einrichtungsleitung. Die Geschäftsstelle ist hierbei mit seinen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern die Schalt- und Servicezentrale der vielfältigen Arbeit im Verein.
Ein zentrales Beratungs- und Steuerungsgremium ist die Erweiterte Geschäftsführung.
Vorstand
Finanz- und Rechnungswesen
Christian Kreusel
Missionsdirektor
Sönke Junge
Kaufmännischer
Vorstand
Petra Fischer
Leiterin Finanz- u.
Rechnungswesen
Personalverwaltung
Sebastian Steeck
Personalleiter
Fachbereichsleitungen
Maria Dösinger-v.
Wolffersdorff
Fachbereichsleiterin
Fachbereich Altenhilfe
und Fachbereich
Kindertagesstätten
Josef Brandt
Fachbereichsleiter
Behindertenhilfe
Benjamin Förster
Fachbereichsleiter
Beratungs- und
Betreuungsdienste
49
50 Jahresbericht 2014 Kurzchronik
Kurzchronik 2014
Januar
4. Januar 2014 – Jahresanfangsgottesdienst im Haus der
Stadtmission gemeinsam mit der Kindertagesstätte Das
Samenkorn. Diese führte ein Krippenspiel auf.
Seit Januar 2014 gehört das Projekt „Drahtseil – Sucht-,
Medien- und Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche“
zum Diakonischen Werk Innere Mission Leipzig e.V.
Februar
Der Leipziger Werkstatt-Tag für Seniorenarbeit fand am 1.
Februar 2014 in der Ev.-Luth. Bethlehemkirche in Leipzig
statt. Organisiert wurde die Veranstaltung für haupt- und
ehrenamtliche Mitarbeiter in der Seniorenarbeit von der
Diakonie Leipzig und dem Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig
März
Beim 3. Diakonischen Jugendtag am 21. März nutzten
Jugendliche ab der 7. Klasse die Möglichkeit, einen Tag in
einer sozialen Einrichtung in Leipzig zu erleben, mitzuarbeiten,
Bedürftige zu begleiten - einfach mittendrin zu sein.
April
Am 9. April 2014 wurde in Markkleeberg eine neue Kindertagesstätte feierlich eingeweiht und erhielt den Namen „Morgenland“.
Mai
Zum bundesweiten Aktionstag Altenpflege am 12. Mai 2014
versammelten sich Mitarbeitende der Diakonie, Auszubildende der Johanniter-Akademie sowie Vertreter von Politik,
Kirche und Diakonie in der Leipziger Innenstadt zu einer
zentralen Aktion. (Seite 12)
Juni
Der 6. Gottesdienst Inklusive wurde am 1. Juni in der
Paul-Gerhardt-Kirche in Leipzig-Connewitz gefeiert. Dieser
besondere Gottesdienst, bei dem Menschen mit und ohne
Behinderungen gleichermaßen teilnehmen können, wurde von
Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Wohnstätten Katharina von Bora und Martinstift mitgestaltet.
Beim Landeskirchentag in Leipzig von 27. bis 29. Juni
präsentierte sich die Diakonie Leipzig mit einem Stand in der
Leipziger Innenstadt. Zahlreiche Besucher informierten sich
über die Arbeit in unseren Einrichtungen und beteiligten sich
an den Mitmach-Aktionen. Des weiteren fanden vier Workshops zu Themen diakonischer Arbeit statt.
Juli
Eine Ausstellungseröffnung des Kunstprojekts im Marienheim
„3 Peter und 1 Harry gegen das Vergessen“ fand am 22. Juli
im Neubau der Galerie für Zeitgenössische Kunst statt. Seit
Anfang 2012 arbeitet eine Kunsttherapeutin mit Bewohner/
innen des Pflegeheims Marienheim regelmäßig einmal in der
Woche künstlerisch. Einige der dort entstandenen Arbeiten
waren bis zum Oktober 2014 dort zu sehen.
September
Im September 2014 fand in der Stadtkirche Bad Schmiedeberg eine Kunstausstellung mit Werken aus dem Martinstift,
gestaltet von Bewohnern im Rahmen der tagesstrukturierenden Angebote, mit dem Titel „Irre Farben“ statt.
Am 18. September wurde die Evangelische Kindertagesstätte
Christophorus eingeweiht. Gebaut wurde das Haus von
Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt e.G. Mit der Kirchgemeinde Marienbrunn gibt es einen Kooperationsvertrag.
Oktober
Der langjährige Leiter des Pflegeheimes Paul Gerhardt,
Hans-Georg-Focking, wurde am 17. Oktober feierlich in den
Ruhestand verabschiedet. Herr Focking begann seinen Dienst
in unserem Werk im Jahr 1973, seit 1996 war er Heimleiter
des Genesungsheimes und dann des Pflegeheimes Paul
Gerhardt in Bad Lausick.
November
8. November: Mitgliederversammlung des Diakonischen
Werkes Innere Mission Leipzig e.V. Auf dieser Versammlung
legt der bisherige Vorsitzende des Verwaltungsrates, Prof. Dr.
Martin Petzoldt, sein Amt nieder. Als Nachfolger steht zur
Wahl Prof. Dr. Jens Herzer, Professor für Theologie an der
Universität Leipzig.
Der Festgottesdienst zum 145. Jahresfest findet am 9.
November um 9.30 Uhr in der Thomaskirche zu Leipzig statt.
Die Predigt hält Professor Dr. Martin Petzoldt.
Dezember
Wir laden herzlich ein zur Weihnachtsmusik des Diakonischen
Werkes am 14. Dezember 2014 um 15:30 Uhr in der Nikolaikirche. Es singt die Schola Cantorum unter der Leitung von
Marcus Friedrich.
Der Verwaltungsrat des Diakonischen Werkes Innere Mission
Leipzig e.V. für die 6. Legislaturperiode (2012-2015)
Gewählte Mitglieder (stimmberechtigt)
•
•
•
•
•
•
•
•
Pastorin Elke Bucksch
Matthias Krause
Wolfgang Menz
Prof. Dr. Martin Petzoldt (Vorsitzender)
Prof. Dr. Bernhard Rohde
Pfarrer i.R. Hans-Christoph Runne
Kristin Unverzagt
Friedrich Vosberg
Geborenes Mitglied (stimmberechtigt)
•
Superintendent Martin Henker
Berufene Mitglieder (stimmberechtigt)
•
•
•
Jens Gerlach
Siegfried Haller
Jasmine Schwarzer
Auf der Mitgliederversammlung am 8. November 2014
gibt Herr Professor Dr. Martin Petzoldt den Vorsitz des
Verwaltungsrates aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Dieses Amt hatte er 23 Jahre lang inne, insgesamt sechs
Wahlperioden lang stand er an der Spitze unseres
Werkes. Dazu schreibt er: „Ich tue das in Dankbarkeit und
in völliger Übereinstimmung mit den leitenden Persönlichkeiten des Werkes. Ich bleibe dem Werk weiterhin nach
Möglichkeit verbunden und wünsche meinem Nachfolger
Gottes Segen und viel Gutes.“
Personen, die an der Sitzung des Verwaltungsrates
gemäß der Satzung § 8 Abs. 4 beratend teilnehmen
• Pfarrer Christian Kreusel, Missionsdirektor
Sönke Junge, Kaufm. Vorstand
•
Rektorin des Ev.-Luth. Diakonissen-Mutter-
hauses Borsdorf - Pfarrerin Friederike Müller
•
Fachbereich Altenhilfe - Susann Merkel
•
Fachbereich Beratungs- und Betreuungs-
dienste - Yvonne Melzer
• Fachbereich Behindertenhilfe - Susann Hanske
• Fachbereich Kindertagesstätten - Andrea Wiederanders
•
Vorsitzender der Mitarbeitervertretung
Jörg Nagel
•
Direktor des Diakonischen Amtes Radebeul
Pfarrer Christian Schönfeld ständig vertreten durch Kfm. Vorstand Friedhelm Fürst
Fotos:
P. M. Hoffmann
Seite 30
Susanne Straßberger
Seite 19, 21
Jens Klein
Seite 14, 36 (1,3,4)
Swen Reichhold
Seite 1, 15, 16, 20, 25, 27
Christian Meyer
Seite 18
Joachim Rosse
Seite 8
Impressum
Maria Brauer
Seite 5 (2), 17
Herausgegeben vom Diakonischen Werk
Matthias Möller
Innere Mission Leipzig e.V.
Seite 2, 5 (3), 6, 10, 11, 12, 24, 26, 28, 32, 36 (2), 37, 49
Charlotte Sattler
Leipzig, Oktober 2014
Seite 5 (1)
Haus der Diakonie I Gneisenaustraße 10 I 04105 Leipzig
Douglas Abuelo
Redaktion: Susanne Straßberger und Matthias Möller
Seite 9
Gestaltung: Matthias Möller
Ev. Fachschule für Sozialwesen Bad Lausick
Druck: Merkurdruck Leipzig
Seite 48
Förderschule Werner Vogel
Seite 22
Diakonisches Werk
Innere Mission Leipzig e.V.
Haus der Diakonie
Gneisenaustraße 10
04105 Leipzig
Telefon 0341. 56 12 - 0
Telefax 0341. 56 12 11 35
E-Mail info@diakonie-leipzig.de
www.diakonie-leipzig.de
www.facebook.com/diakonie.leipzig
Spendenkonto
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE64 8602 0500 0003 4650 50
BIC BFSWDE33LPZ
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