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Check-up - wozu? wie wichtig sind - Herzverband Tirol

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Check-up - wozu?
wie wichtig sind Vorsorgeuntersuchungen
Wieviel Geld haben Sie auf Ihrem Konto? Wieviel können Sie diesen Monat ausgeben?
Solche Fragen stellt man nicht, aber eins ist sicher: Fast jeder könnte sie beantworten.
Bei Problemen, die für das Leben noch wichtiger sind, sieht es anders aus. Wissen Sie,
wie hoch Ihr Blutdruck ist? Und wie steht es mit Ihrem Cholesterin, wie mit Ihrem
Blutzucker? Auf solche Fragen reagieren viele nur mit Kopfschütteln; und das mit gutem
Gewissen: Was soll das? So lange ich mich wohl fühle, gehe ich nicht zum Arzt. Das
Leben ist sowieso voller Risiken, warum sollte ich mir Gedanken machen? Außerdem ist
meine Gesundheit die Aufgabe des Arztes und der Krankenversicherung. Schließlich zahle
ich genug Beiträge. Über die eigene Gesundheit Bescheid zu wissen, scheint vielen ganz
unnötig.
Aber es gibt Ausnahmen: Führungskräfte, Manager großer Unternehmen, wissen im
Allgemeinen wie es um sie steht. Sie kennen ihren Cholesterinspiegel und ihren
Blutdruckwert, kennen ihre Blutzuckerwerte. Denn ihre Firmen bieten ihnen regelmäßige
Gesundheitschecks an und die Manager nutzen dieses Angebot gern. Bei einigen großen
Firmen wird der Gesundheitsscheck–up im Hause gemacht, die meisten anderen Firmen
arbeiten mit auswärtigen Kliniken. Wir schicken unsere Topleute alle zwei Jahre für drei
Tage zum Check-up. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt, auch für uns“, sagten
die Vorstandsvorsitzenden einiger Großunternehmen.
Die Gesundheitsuntersuchung
Die Gesundheitsuntersuchung sieht wie folgt aus: Arztgespräch über Beschwerden und
Vorgeschichte, Ganzkörperuntersuchung, Blutuntersuchung auf Fette, Zucker und
Nierenwerte, Untersuchung auf Eiweiß, Zucker, Blut.
Das Gespräch
Die schnelle Entwicklung neuer Methoden hat zur High-Tech-Medizin auf allen Gebieten
geführt. Aber das ändert nichts daran, dass es entscheidend auf das Gespräch mit dem
Arzt ankommt. Nur so kann er ein Bild von dem Menschen gewinnen, der vor ihm sitzt,
und
darin
dann
die
einzelnen
Befunde
einordnen.
Zunächst geht es um medizinische Fragen. Welche Krankheiten sind bisher aufgetreten?
Welche Beschwerden? Woran sind Eltern oder Großeltern gestorben? Denn daraus lassen
sich Rückschlüsse auf genetische Gefährdungen ziehen. Welche Medikamente werden
eingenommen? Besondere Aufmerksamkeit gilt Schlaf- und Schmerzmitteln, weil sich
dahinter psychische Belastungen verbergen können. Auch nach Abführmitteln sollte
gefragt werden, besonders bei Frauen, weil deren Dauergebrauch zu Kaliummangel und
damit zu Herzrhythmusstörungen führt. Wichtig ist auch die Frage nach pflanzlichen
Arzneimitteln, die die Patienten gern auf eigene Faust einnehmen, ohne sich darüber im
Klaren zu sein, dass diese Wirkung anderer Medikamente beeinflussen können.
Weitere Fragen: Wie ist der Lebensstil? Wie die Ernährungsgewohnheiten? Bewegen Sie
sich
viel
oder
ungern?
Wie
steht
es
mit
Alkohol
und
Rauchen?
Allmählich wird der Arzt im Gespräch sich auch mit der seelischen Situation des Patienten
vertraut machen: Anna K. hatte schon auf die Frage nach dem Rauchen geantwortet:
Neuerdings
wieder!
Auf die Frage nach Schlafmitteln mit einem deutlichen Ja! Auch Migräne (Kopfschmerzen
mit immer öfter aufkommender Übelkeit). Als der Arzt sich nach ihrer Familie erkundigt,
zieht ein Schatten über ihr Gesicht. Mein Mann, setzt sie ein, und dann kommt es
stockend aus ihr heraus: Die Kinder sind aus dem Haus. Vor einem Jahr hat sich ihr Mann
in eine Kollegin verliebt und wird sich wahrscheinlich scheiden lassen. Gleichzeitig ist die
Bankfiliale, in der sie seit zwölf Jahren arbeitet, von der Schließung bedroht. Anna K. ist
51. Wird sie jemals wieder Arbeit finden? Wird sie, die immer von ihrer Familie umgeben
war, allein leben können? Die Sorgen zermürben sie so, dass sie ohne Medikamente nicht
mehr schlafen kann und immer häufiger zur Zigarette greift, um sich zu entspannen. Ihre
Gesundheit wird man nicht stabilisieren können, wenn man die Risikofaktoren isoliert
angeht. Sie braucht Unterstützung zur Bewältigung ihrer Lebenskrise. Wenn der Arzt gut
zuhören kann, ist der erste Schritt getan. Aber was geschieht, wenn er sich angesichts
eines übervollen Sprechzimmers dazu nicht die Zeit nehmen kann? Selbst dann lohnt sich
für Anna K. der Check-up. Ihr zu hohes Cholesterin und der hohe Blutdruck werden
erkannt und behandelt. Schon damit wird sich ihr Risiko deutlich verringern. Auf jeden
Fall sollte Anna K. einen zweiten Gesprächstermin ausmachen, wo sie ihre speziellen
Probleme besprechen kann.
Körperliche Untersuchung
Nach dem ersten Gespräch streckt sich der Patient auf der Untersuchungsliege aus, auf
der der Arzt ihn anschaut, abtastet und abhört, um Informationen über den Zustand des
Körpers und seiner Organe zu erhalten. Schon das einfache Pulsnehmen ist eine Kunst,
denn die Spannung, der Rhythmus und die Höhe des Pulses geben Einblick in die
Aktivitäten von Herz und Kreislauf. Das Abhören des Herzens zeigt Herzrhythmus und
Herzfrequenz. Die Herztätigkeit lässt sich an den Herztönen ablesen. Der erste Ton
markiert den Beginn der Kontraktion des Herzens (Systole), der zweite klingt höher. Er
entsteht beim Schluss der Aorten – und der Pulmonalklappe. Treten dazwischen
Geräusche auf, dass ist ein Hinweis auf einen Herzklappenfehler. Tritt ein dritter Ton
hinzu, so ist das ein Zeichen für eine Herzschädigung, etwa durch einen großen Infarkt.
Der vierte Herzton kommt zustande, wenn der Vorhof überlastet ist. Das ist dann der
Fall, wenn die linke Herzkammer, die das Blut in den Organismus auswirft, nicht mehr
ausreichend
arbeitet.
Die Untersuchung der Lunge gibt Hinweise auf ihre Funktionsfähigkeit. Beim Abklopfen
kann man hören, ob das Zwerchfell sich normal auf und ab bewegt und ob die Lunge sich
mit Luft füllt. Dann klingt die Lunge beim Abklopfen wie eine Trommel. Ist der Schall
gedämpft,
befindet
sich
Flüssigkeit
in
ihr.
Das Abtasten des Bauchraumes zeigt Lage und Größe der Organe. Ist zum Beispiel die
Leber vergrößert, so kann das durch Fehlernährung mit zu viel Fett oder durch zu hohen
Alkoholkonsum verursacht sein. Die Vergrößerung der Leber kann aber auf eine
Schwäche
der
rechten
Herzkammer
zurückgehen. Wichtige Hinweise kommen aus dem Abtasten der Fußpulse und dem
Abtasten und Abhören der Halsschlagader (Carotis) und der Leistenschlagader, durch die
die
Durchblutung
der
Beine
und
des
Kopfes
überprüft
werden
kann.
Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck ist?
Eine wichtige Aufgabe des Scheck-ups ist, den Bluthochdruck aufzudecken. Er hat eine
heimtückische Eigenschaft: Man spürt ihn nicht. Unbemerkt verschleißt er im Lauf der
Jahre Organismus mit fatalen Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen. Diese
Gefahren drohen vielen Menschen in den Industrienationen. Besonders in Deutschland
und Österreich sind noch mehr Menschen betroffen, als man bisher annahm. Nach
neueren Schätzungen sind es 18 Millionen. Nur ein Drittel wird richtig behandelt. Die
anderen Millionen sind auf dem Weg zu schweren Krankheiten, die ein unbehandelter
Bluthochdruck
mit
sich
bringt.
Es gibt nur einen Weg, den hohen Blutdruck aufzudecken: die Blutdruckmessung. Bei
dem Check-up wird dreimal gemessen – meist mit der zuverlässigen Methode, d.h. mit
Stethoskop und aufblasbarer Manschette nach Riva-Rocci. Was ist normal? Früher war
man mit 140/80 mm Hg zufrieden. Heute ist man der Auffassung, dass ein noch
niedrigerer Blutdruck z. B. 120/80 mm Hg noch besser vor Herzkreislaufkrankheiten
schützen kann. Auf jeden Fall ist der weit verbreitete Glaube, dass im Alter der Blutdruck
höher sein darf, verfehlt. Etwas anderes ist richtig: Je älter die Menschen sind, desto
eher leiden sie unter hohen Blutdruck. Wenn auch nur einer der beiden Werte erhöht ist,
ist eine Therapie nötig. Zur Behandlung stehen heute eine Vielzahl wirksamer
Medikamente zur Verfügung, die allein oder in Kombination in fast allen Fällen den
Blutdruck ausreichend senken können. Voraussetzung ist eine Umstellung der
Lebensgewohnheiten, vor allem der Abbau von Übergewicht. In manchen Fällen lässt sich
allein dadurch der Hochdruck normalisieren.
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Seele and Geist
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