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BVDG – Info Juli 2011 Kohlendioxid (CO² )-Feuerlöscher als

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BVDG – Info
Juli 2011
Kohlendioxid (CO² )-Feuerlöscher als zusätzliche Feuerlöscher
Im Brandfall ist man heilfroh, einen wirksamen Feuerlöscher zur Hand zu
haben. Allein, die ideale »Zauberwaffe« mit höchster Löschkraft ohne
Löschschaden gibt es leider nicht.
Durch eine Weiterbildungsveranstaltung in einem Museum regte ein
Verbandsmitglied an, folgende Informationen zu vermitteln.
Weitere Hinweise stammen von der Berliner Feuerwehr und Heribert
Eisenhardt, Arbeitssicherheitsingenieur der Staatlichen Museen zu Berlin.
Frage: Wie können Löschschäden – Schäden, die durch den Einsatz eines Löschmittels
entstehen – möglichst gering gehalten werden?
Für eine öffentliche Galerie sind Löschmittel der Brandklasse A vorgeschrieben: (Brandklasse A:
feste glutbildende Stoffe - wie z.B. Holz, Papier etc.)
Für den Brand- und damit auch Versicherungsfall ist dieser Vorschrift zu folgen; schon wenn es nur
um die Regulierung von Sachschäden ginge, würde die Versicherung wohl die Regulierung ganz oder
teilweise ablehnen müssen, wenn keine oder nicht dafür zugelassene Feuerlöscher vorhanden waren.
Feuerlöscher der Brandklasse A sind entweder Pulver-, Schaum- oder Wasserlöscher.
Alle drei haben bei sehr gutem Löschvermögen jedoch den Nachteil, dass sie mehr oder weniger
große Löschschäden verursachen. Für Archive gibt es die Empfehlung der Archivreferentenkonferenz
2007 für Wasserlöscher ( http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/25/Empfehlungen.pdf )
Kohlendioxid-Feuerlöscher (CO² ) haben einen großen Vorteil: Sie löschen rückstandsfrei. Das Gas
CO² ist nicht elektrisch leitfähig, daher kommt dieses Löschmittel insbesondere in EDV-Anlagen,
Serverräumen, Schaltschränken und in Räumen mit „Reinraumtechnik“ oder mit besonderen
hygienischen Anforderungen (medizinische Labore etc.) zum Einsatz.
Der Nachteil ist, dass CO²-Löscher nur zugelassen sind für das Löschen von Flüssigkeiten und flüssig
werdenden Stoffen (Brandklasse B).
Als zusätzliche Löscher für den Erstlöschversuch bei kleineren Entstehungsbränden, kann man sie
aber bereithalten. Alle Beschäftigten sollten darüber unterwiesen sein, welcher Löscher wann wofür zu
verwenden ist.
»Kohlendioxid (CO² )-Feuerlöscher als zusätzliche Feuerlöscher«
1.
Gesetzl. Grundlagen für Feuerlöscher
Zur Baugenehmigung von öffentlichen Gebäuden und Arbeitsstätten nach der Bauordnung und
ArbeitsstättenV gehört (i.d.R. unter Beteiligung der Feuerwehr) die Festlegung von Art und Anzahl der
zu verwendenden Löschmittel. Das ist die gesetzlich vorgeschriebene Grundlage.
Wenn keine Baugenehmigung etc. einsehbar ist, ist der Modus der Festlegung konkret in der
Berufsgenossenschaftlichen Regel - BGR 133 »Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern«
beschrieben; s.a. Tabelle 1: »Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck«. (s. pdf-Dokument BGR 133)
In Abhängigkeit von der jeweiligen Grundfläche und der Brandgefährdung (gering, mittel, hoch)
ergeben sich Löschmitteleinheiten (LE). Online-Rechner hierfür unter:
http://brandschutz.portal.bgn.de/8202?wc_lkm=8234
http://www.institut-aser.de/out.php?idart=458
2.
Offizielle Empfehlungen
zu Feuerlöschern in Museums- oder Galeriebereich zur Vermeidung der möglicherweise doch
erheblichen Löschschäden gibt es kaum.
Empfehlungen der Archivreferentenkonferenz, ausgearbeitet vom Bestandserhaltungsausschuss zur
Notfallvorsorge in Archiven 2007-Anlage. Dort empfiehlt man für Archive Wasserlöscher
( http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/25/Empfehlungen.pdf )
3.
Löschmittelarten: Vor- und Nachteile
Pulver (P – Brandklassen A, B, C)
Vorteil: Bestes Löschvermögen, wenige Löscher reichen für viele Löscheinheiten; einziges
Löschmittel, das die Brandklassen A, B und C abdeckt.
Nachteil: beim Löschen entsteht eine weit über den Brandherd hinausgehende Pulverwolke aus
Löschsalzen. Das Salzgemisch-Pulver setzt sich in jedem Winkel, jeder Unebenheit ab und kann nur
schwierig und mit sehr starken Saugern wieder entfernt werden. Sobald Feuchtigkeit hinzukommt,
schädigen die im Pulver enthaltenen Salze (v.a. Korrosion).
Schaum (S – Brandklassen A, B)
Vorteil: Mittleres-gutes Löschvermögen.
Nachteil: Mittlere-größere Löschschäden durch Rückstände, die im Schaum enthaltenen Tenside
können Farben etc. lösen, irreversible Schäden.
Wasser (W – Brandklasse A)
Vorteil: geringere Löschschäden, relativ zielgenaues Löschen möglich, weniger und eher reversible
Schäden im Gegensatz zu Pulver und Schaum; z.T. jedoch Zusatzstoffe enthaltend.
Nachteil: geringeres Löschvermögen, doppelt so viele Feuerlöscher wie Pulver oder Schaum
vorgeschrieben.
BVDG – Info zu »Kohlendioxid (CO² )-Feuerlöscher als zusätzliche Feuerlöscher« vom 26.07.2011
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CO² (K – Brandklasse B)
Vorteil: geringe Löschschäden da das CO2-Gas rückstandsfrei verdampft
Nachteil: geringes Löschvermögen, sobald das Gas verdampft ist, können sich glutbildende Stoffe
wieder entzünden; Atemgift; Sach-Schäden ev. durch hohe Kälteentwicklung
4.
Brandklassen nach der Europäischen Norm EN 2
Piktogramm auf dem
Brandklasse
Löscher
Definition der
Stoffe wie z.B.
Brandklasse
A
Brände fester Stoffe,
hauptsächlich organischer
Natur, die normalerweise unter
Glutbildung verbrennen
Holz, Papier, Stroh,
Textilien, Kohle, Kunststoffe,
Gummi
B
Brände von flüssigen oder
flüssig werdenden Stoffen
Benzin, Alkohol, Benzol,
Öle, Lacke, Teer, Wachse,
diverse Kunststoffe, Ether,
Harz
C
Brände von Gasen
Methan, Propan,
Wasserstoff, Acetylen,
Erdgas, Stadtgas
D
Brände von Metallen
Aluminium, Magnesium,
Lithium, Natrium, Kalium und
deren Legierungen
Angaben ohne Gewähr.
BVDG – Info zu »Kohlendioxid (CO² )-Feuerlöscher als zusätzliche Feuerlöscher« vom 26.07.2011
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