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./.. Klimaschutzplan NRW Sehr geehrter Herr Staatssekretär, wie in

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BFW NRW, Löwen-Köster-Straße 6, 44534 Lünen
Herrn Staatssekretär
Gunther Adler
Ministerium für Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr
Jürgensplatz 1
D-40219 Düsseldorf
Datum:
22. Okt. 2012
Unser Zeichen:
sche-va/AS5785
Ihr Ansprechpartner:
Rolf Schettler
Telefon-Durchwahl:
02366 / 10 94 12
Email:
rolf.schettler@schettler.de
Klimaschutzplan NRW
Sehr geehrter Herr Staatssekretär,
wie in der gestrigen Gesprächsrunde in Ihrem Hause erbeten, fassen wir
die
grundsätzlichen
Positionen
und
Anregungen
des
BFWLandesverbandes NRW zum Klimaschutzplan NRW zusammen.
1.) Bekenntnis zu Klimaschutz und Energieeinsparung
Die freie Immobilien- und Wohnungswirtschaft bekennt sich zu
ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, durch geeignete
Maßnahmen mitzuhelfen, den Energieverbrauch in Gebäuden und
den daraus resultierenden CO²-Ausstoss zu reduzieren. Je mehr
wir dieses Ziel im Auge haben, umso mehr wünschen wir uns
Flexibilität bei der Wahl der zur Erreichung dieses Ziels
erforderlichen
und
möglichen
Mittel.
Staatliche
Zwangsmaßnahmen mit den Mitteln des Ordnungsrechtes
betrachten wir dabei als ungeeignete Mittel. Stattdessen
unterstützen wir alle Möglichkeiten, Energieeinsparung als
BFW Landesverband NRW e.V. • Malkastenstr. 7 • 40211 Düsseldorf • Postanschrift: Löwen-Köster-Str. 6, 44534 Lünen
Vorstand: Martin Dornieden (Vors.), Rolf Schettler, Dr. Andreas Potthoff ▪ Geschäftsführer Dr. Kurt Becker
Tel. +49 (0) 2306 7655512 • Fax +49 (0) 2306 7655514 • E-Mail: info@bfw-nrw.de • Internet: www.bfw-nrw.de
Bankverbindung: Commerzbank AG Bonn • BLZ 380 400 07 • Konto-Nummer: 253 38 67
Amtsgericht Bonn VR 3632 • Steuer-Nummer: 205/5782/1299
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Seite 2 zum Schreiben vom 22.10.2012
gemeinsames Ziel aller Akteure, in unserem Fall der Bauträger wie
der Immobilienerwerber, der Vermieter und Verwalter ebenso wie
der Mieter. Akteure in diesem Sinne sind im Übrigen auch die
kommunalen und staatlichen Behörden, die bei zahlreichen
Ermessensentscheidungen
Energieeinsparung
noch
nicht
flächendeckend als Ziel des staatlichen Handels erkannt haben.
2.) Abkehr vom „Dämmwahn“
In der bisherigen Diskussion um die Energieeinsparung an
Gebäuden hat sich die Baustoffindustrie weitgehend als Treiber
erwiesen und erfolgreich die einfache Logik vermitteln können:
„Viel hilft viel!“ Dies ist jedoch technisch und bauphysikalisch
keinesfalls
zutreffend.
Der
BVS
(Bundesverband
der
Sachverständigen in Deutschland) hat überzeugend nachgewiesen,
dass hochgedämmte Gebäude zu einer explosionsartigen
Vermehrung von Schimmelpilzen in Wohnräumen führen und damit
nicht nur die Wohnqualität, sondern auch die Gesundheit der
betroffenen Bewohner erheblich gefährden.
Auch die Algenbildung an Gebäuden mit starker äußerer
Wärmedämmung und der nachfolgend erforderliche Einsatz
toxischer Pestizide macht der Wohnungswirtschaft Sorge.
Die soeben in der Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlichten
Erkenntnisse, dass starke Fassadendämmung sogar zu einem
Anstieg von Energiekosten führen kann, macht eine Überprüfung
der bisher vorherrschenden Logik erforderlich, die auch in der zur
Zeit diskutierten EnEv-Novellierung zum Ausdruck kommt. Die
freie Immobilien- und Wohnungswirtschaft NRW setzt sich statt
dessen für einzelfallbezogene, von Architekten, Fachingenieuren
und
Fachhandwerk
begleitete,
individuelle
Lösungen
energetischer Optimierungen an Gebäuden ein, in denen ein
optimaler Mix aus Fassadendämmung, Dach- und Kellerdämmung,
Optimierung der Heiztechnik, ggfls. unter Zuhilfenahme moderner
Lüftungstechnik und einer intensiven Information und Schulung
der Nutzer zusammengeführt werden. Dieses Maßnahmenpaket
kann nach unserer Überzeugung jedoch nur dann wirken, wenn
adäquate Fördermechanismen über KfW-Darlehen oder –
Zuschüsse, eine angemessene energetische Sanierungs-AfA und –
im Falle von Mietwohnungen – auch weiterhin wirtschaftlich
angemessene Refinanzierungsbedingungen über die Miete
geschaffen werden, bzw. erhalten bleiben.
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Seite 3 zum Schreiben vom 22.10.2012
3.) Zielbalance statt Zielkonflikt
Das zweifellos wichtige Ziel der Energieeinsparung in Gebäuden
darf
nach
Auffassung
der
freien
Immobilienund
Wohnungswirtschaft nicht isoliert und schon gar nicht in
Konkurrenz
zu
anderen
primären
gesellschaftlichen
Aufgabenstellungen gesehen werden. Ein verantwortlicher Einsatz
der Ressourcen ist schon deshalb notwendig, weil in den
kommenden 15 Jahren zweistellige Milliardenbeträge zur
Barrierereduktion an und in Gebäuden und damit zur
demografischen Anpassung des Wohnungsbestandes im Lande NRW
erforderlich sind.
Die definitorischen Probleme, die in Folge internationaler
Verträge bei den Begrifflichkeiten „Primärenergie-Einsparung“
und „CO²-Reduktion“ entstanden sind, müssen nach unserer
Auffassung schnellstmöglich vom Kopf auf die Füße gestellt
werden. In völliger Übereinstimmung mit dem Deutschen
Mieterbund NRW und dem VdW Rheinland Westfalen halten wir
daher die verstärkte Orientierung an wirtschaftlich messbarer
Einsparung von Endenergie für notwendig und geboten. Bauliche
oder gebäudetechnische Maßnahmen, die am Ende den
Kostenaufwand für den Energieverbrauch in Wohn- oder
Gewerbeimmobilien erhöhen, dürfen nach unserer Auffassung in
der zukünftigen Diskussion zum Klimaschutz keinen Raum mehr
haben.
Wenn die ökologischen und ökonomischen Ziele wieder in Einklang
gebracht werden, wird dies zwangsläufig zu einer deutlich
gesteigerten Akzeptanz der erforderlichen Maßnahmen bei allen
Beteiligten führen.
In diesem Zusammenhang muss auch auf die Studie der Universität
Cambridge verwiesen werden, die es für dringend geboten
erscheinen
lässt,
die
in
Deutschland
verwendeten
Berechnungsformeln zu überprüfen, um auch hier im europäischen
Kontext
die
Klimaschutzanstrengungen
und
-ergebnisse
vergleichbar zu machen. In diesem Zusammenhang sehen wir den
aktuellen Entwurf der EnEv-Novelle mit den dort normierten
Verschärfungen für den Neubaubereich außerordentlich kritisch.
Derartige
Forderungen
basieren
auf
einer
deutlichen
Überschätzung
des
theoretischen,
rechnerischen
Einsparpotentials.
Insgesamt halten wir eine Verstetigung und langfristige Planbarkeit
energetischer Anforderungen für dringend erforderlich. Die geringe
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Seite 4 zum Schreiben vom 22.10.2012
Umsetzungsrate der EnEv 2009-Forderungen hängt erkennbar auch damit
zusammen, dass die Marktakteure und vor allen Dingen die Nachfrager
bereits auf die EnEv 2012 warten. Das Ergebnis ist ein kontraproduktives
Abwarten und Verschieben von Investitionen.
Mit freundlichen Grüßen
BFW-Landesverband NRW
Martin Dornieden
Landesvorsitzender
Rolf Schettler
stv. Landesvorsitzender
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Bildung
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