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1 Nachspiel 1.1.2009 „Vom ‚public viewing zum ‚public doing“ Wie

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darf
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abgeschrieben oder in sonstiger Weise vervielfältigt werden. Für Rundfunkzwecke
Genehmigung
von DeutschlandRadio
/ Funkhaus Berlin
benutzt werden. Kultur benutzt
darf das Manuskript
nur mit Genehmigung
von Deutschlandradio
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Nachspiel 1.1.2009
„Vom ‚public viewing’ zum ‚public doing’“
Wie sich Berlin auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft
vorbereitet//Fritz Schütte
Take 1 Intro
(DLV-Präsident Clemens Prokop)
Es ist für viele Sportler der Höhepunkt im sportlichen Leben,
einmal hier vor heimischem Publikum eine Weltmeisterschaft zu
erleben, und mit dieser Motivation können wir ganz optimistisch
ins Neue Jahr gehen.
(Bundeshochsprungtrainer Jan-Gerrit Keil)
Das ist eine Visitenkarte, die rausgeht in die ganze Welt, nach
Trinidad und Tobago, nach Jamaika und nach Südafrika, nach
Kenia. Da ist das überall schon auf dem Schirm, dass die WM in
Berlin ist.
Wir möchten hier in Berlin tatsächlich auch ein Zeichen setzen.
Den Ehrgeiz haben alle, die allerbesten Voraussetzungen zu
schaffen, ganz tolle Titelkämpfe stattfinden zu lassen.
Atmo 1 Sporthalle
Take 2 André Niklaus
Ich habe um 13 Uhr Physio, um 15 Uhr Kugel, 16 Uhr Weit, 17
Uhr Kraft bis 19 Uhr…
Atmo 2 zieht Hochsprungstäbe aus dem Fach
Es ist zehn Uhr morgens. In der Leichtathletik-Halle im Sportforum
Berlin-Hohenschönhausen schließt Zehnkämpfer André Niklaus einen
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Schrank auf und zieht drei lange Glasfiberstäbe hervor, die nur für ihn
reserviert sind.
Take 3
Speer oder Diskus gibt man gerne weiter, aber Stab ist immer
so eine Sache.
So ein Stab hat einen Wert von 700 Euro.
Atmo 3 Kunststoff schneiden
Trainer Rainer Pottel schneidet ein Kunststoffröhrchen in kleine Stücke
und fädelt sie auf eine Gummischnur. Es wäre zu mühselig, beim
Training immer wieder die Latte aufzulegen.
Atmo 4 Anlauf und Sprung
Andre Niklaus läuft an, katapultiert sich in vier ein halb Meter Höhe und
plumpst auf die blaue Schaumstoffmatte.
Take 4 Trainer
… war eigentlich rechtzeitig begonnen, hast aber nicht ganz
durchgezogen …
Der Stab ist vier Meter neunzig lang, erklärt Rainer Pottel, und am Griff
sind im Abstand von zehn Zentimetern Wicklungen angebracht.
Take 5
Da gibt es die Möglichkeit gibt, 4 Meter 60, 4 Meter 70 oder 4
Meter 80 zu fassen. Und je nachdem, wie er drauf ist, ändert er
seine Griffhöhe.
Heute scheint André Niklaus gut drauf zu sein, denn er sucht sich einen
anderen Stab aus.
Take 6
Und wenn er den nächsten härteren Stab nimmt, dann greift er
wieder höher, und damit verändert sich auch der Absprungpunkt.
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Atmo 5 Anlauf und Sprung
Take 7
… jetzt hättest du aber auch mehr Geschwindigkeit wieder mit
rein nehmen können….
Atmo 6 Sporthalle
Andre Niklaus ist 27 Jahre alt, eins neunzig groß, ein Modellathlet. Er
war Achter bei den Olympischen Spielen in Peking. Aber das ist
Vergangenheit.
Take 8
Es gibt zehn Leute in der Welt, die immer so für Medaillen gut
sind. Da ist André mit dabei. Und was ihn natürlich interessiert:
dass er, wenn hier in Berlin jetzt die Weltmeisterschaften sind,
da vorne mitsprechen kann.
André Niklaus ist der beste Stabhochspringer unter den Zehnkämpfern
und wäre in der Weltrangliste noch weiter vorne zu finden, gäbe es kein
Kugelstoßen.
Take 9
Er hat zum Beispiel dieses Jahr zweimal 13 Meter 30 im
Zehnkampf gestoßen, obwohl er eine Bestleistung von 14 Meter
89 hat.
Zehnkampf ist Mathematik, ein Kampf gegen sich selbst um jeden
Zentimeter und jede Hundertstelsekunde. Rainer Pottel muss es wissen.
Er selbst war Anfang der 80er Jahre Europacup-Sieger.
Wenn Stabhochsprung an die Reihe kommt, sind die meisten
Wettkämpfer im Grunde schon völlig fertig.
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Take 10
Da hat man schon sieben Disziplinen hinter sich, den ganzen
ersten Tag, und das ist ein gewaltiger Kräfteverschleiß. Wenn
man jetzt die Olympischen Spiele nimmt, da sind vier Stunden
Schlaf zwischen dem ersten und dem zweiten Tag. Es ist
wirklich ein enormer Kräfteverschleiß, der da vonstatten geht.
Atmo 7 Anlauf und Sprung
Take 11
… die Spannung ging raus auf den letzten zwei, drei
Schritten …
Atmo 6 Sporthalle
Die Überraschung in Peking war die Bronzemedaille des 21jährigen
Kubaners Leonel Suárez, den im Jahr zuvor noch keiner auf der
Rechnung hatte.
Take 12 André Niklaus
In der Welt laufen einfach auch noch Talente rum, wo du sagst:
„Wenn die den weg auf die Bahn finden, dann wird es
interessant.“
Das Vormittagstraining ist beendet. André packt die Nagelschuhe in
seine Sporttasche.
Take 13
Trotzdem denke ich, wir Deutschen sind gut im Optimieren,
gucken, dass wir Trainingslager richtig machen, dass die
Ernährung stimmt. Und dann kannst du vielleicht auch mal
einem mit viel Talent einen über die Rübe hauen, der eben
vorher das falsche Essen gegessen hat.
Das klingt nach Understatement, denn an Talent fehlt es auch André
nicht.
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Take 14
Schon, aber wir sind dann ja doch ein, zwei Andres mehr auf
der Welt, die dann auch noch Zehnkampf machen.
Wir haben den Andrej Krautschanka. Der macht halt einen
Rückwärtssalto auf zwei Meter Höhe. Da muss sich auch ein
Turner anstrengen, aber dieser junge Mann macht Zehnkampf,
und dass der dann doch ein bisschen höher springt als ich,
damit muss ich mich dann abfinden. Für mich muss es nur das
Ziel sein, dass ich den nicht im Stabhochsprung vorbeilasse
oder bei 1500- oder 400-Meter.
Bis auf eine Schulklasse, die am Ende der Halle in einer Reihe vor der
Hochsprunganlage ansteht, ist die riesige Sporthalle leer. Seit seiner
Kindheit ist sie Andrés zweites Zuhause.
Take 15
Hier war es früher voll, knüppeldicke voll. Hier musstest du
aufpassen, dass du nicht umgerannt wurdest.
André ist noch zu DDR-Zeiten als Talent gesichtet worden. Damals war
er sieben Jahre alt. Er hat die Sportschule auf dem Gelände besucht.
Von achtzig Kindern seiner Trainingsgruppe ist er als Einziger dem
Leistungssport treu geblieben.
Sein Studium, das er vor einigen Semestern begonnen hat, ruht. André
ist als Leichtathletik A-Kader in der Sportfördergruppe der Bundeswehr.
Take 16
Und wenn die Leistungen in einem Jahr dann mal nicht da sind,
geht es sehr, sehr schnell, dass du auch aus solchen
Fördervereinbarungen rausfliegst.
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Sein grünes Sweatshirt ist mit einem selbst entworfenen ZehnkampfLogo bedruckt. Jedes Frühjahr lädt er Sportler, die sich fit genug fühlen,
zum Jedermann - Zehnkampf mit den Cracks ein.
Take 17
Ich versuche die Top-sechs, Top-Sieben Zehnkämpfer an den
Start zu bekommen. Wir wollen so auf zweihundert Mann gehen,
und dann hast du eigentlich einen ganz schönen Event.
Dieses Jahr will er versuchen, das Fernsehen für die Veranstaltung zu
interessieren.
Take 18
Es kommen aber von überall her so Rufe: „Es läuft noch
Bundesliga, Formel eins läuft auch wieder, brauchst du gar nicht
machen.“ Ich werde es einfach probieren.
Mittagspause. André Niklaus setzt sich seine Mütze auf. Er wohnt gleich
um die Ecke. Aber auch ohne Mütze würde den derzeit besten
deutschen Zehnkämpfer wahrscheinlich niemand auf der Straße
erkennen.
Atmo 8 Büro und Telefonieren
Bei den Olympischen Spielen in Peking im vergangenen Jahr ist der
Deutsche Leichtathletikverband bis auf die Bronzemedaille der
Speerwerferin Christina Obergföll leer ausgegangen. Ein Problem für die
Ausrichter der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin…
Take 19 Stefan Thies
… weil solche Aufgaben wie die Vermarktung von
Werberechten nicht leichter werden, wenn die deutsche
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Leichtathletik gerade keine Stars vorweisen kann. Das war in
Peking leider so.
Dennoch sieht Stefan Thies, der Mediendirektor des Organisationskomitees, nicht völlig schwarz.
Take 20
Wir haben aber immer noch den Optimismus, dass die
Nachwuchskräfte, die auch im letzten Jahr bei den
internationalen Juniorenmeisterschaften geglänzt haben und
Edelmetall in Serie abgeräumt haben, dass die schon für
Überraschungen gut sind.
An der Wand hängt ein Plakat mit den Logos großer internationaler
Konzerne, die die Weltmeisterschaft sponsorn. In Deutschland hat erst
ein Werbepartner fest zugesagt: die Deutsche Post.
Rund 47 Millionen Euro sind für die Austragung der Weltmeisterschaft
veranschlagt. Ein Teil der Kosten soll durch Verkauf von Tickets und
Werbe- und Fernsehübertragungsrechten erwirtschaftet werden.
Für das Medienspektakel muss das Berliner Olympiastadion aufgerüstet
werden. Bei einer Besichtigung durch die Fernsehproduzenten fiel vor
allem die Flutlichtanlage durch.
Take 21
Dieses Stadion ist, das sieht man eindeutig, für die Fußball-WM
2006 modernisiert und renoviert worden. Also, es ist nur das
Fußballfeld wirklich gut ausgeleuchtet, so wie das heute
erforderlich ist für moderne Fernsehproduktionen.
ARD und ZDF wollen mit der Leichtathletik-WM eine neue Fernsehära
einläuten: HDTV, High Definition Television. Moderne Fernsehapparate,
die bereits in deutschen Wohnzimmern stehen, können die noch
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schärferen, hoch aufgelösten Bilder zeigen, aber bisher sind sie nur
versuchsweise ausgestrahlt worden.
Take 22
Es gibt superslowmos, wo man dann wirklich bei einem
Speerwerfer sehen kann, welche Muskeln im Arm angestrengt
sind und welche einfach ungenutzt um den Knochen flattern.
Das sind bestimmt super eindrucksvolle Bilder, die bestimmt ein
großes Fernsehvergnügen versprechen und dann, hoffe ich,
auch an den Bildschirmen noch mehr Freunde für die
Leichtathletik gewinnen.
Seit der Fußball-Weltmeisterschaft sind deutsche Sportfans daran
gewöhnt, das Geschehen gemeinsam auf Großbildleinwänden zu
verfolgen, am liebsten auf so genannten Fanmeilen. Eine ähnliche
Begeisterungswelle wird die Leichtathletik wahrscheinlich nicht auslösen,
meint Mediendirektor Stefan Thies.
Take 23
Wir glauben trotzdem, dass es zumindest an den fünf
Veranstaltungstagen, an denen die Straßenrennen in der
Innenstadt stattfinden, auch so etwas wie Volksfeststimmung
gibt. Das wird eine Party werden, bei der sich auch die
Zuschauer entlang der Strecke selber feiern.
Atmo 9 Marathon
Die deutsche Leichtathletik mag eine Talsohle durchschreiten, die
Laufbewegung ist davon nicht betroffen. Jedes Jahr findet in Berlin mit
40 000 Teilnehmern einer der größten Marathonläufe der Welt statt.
Von der Laufbegeisterung wollen die Ausrichter der WM profitieren.
Cem Herder vom Organisationskomitee breitet eine Skizze auf seinem
Schreibtisch aus
Take 24
Das ist der Pariser Platz, Brandenburger Tor und das ist
praktisch der Aufbau, der geplant ist.
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9
Im Herzen Berlins wird während der WM ein Mini-Stadion errichtet.
Marathon für Millionen Fernsehzuschauer weltweit als Berlin-Sightseeing.
Take 25
Es ist ein Zehn-Kilometer- Rundkurs an allen
Sehenswürdigkeiten vorbei, der vier Mal gelaufen wird. Und in
der vierten Runde gibt es noch so einen zwei Kilometer langen
Anhang um Alexanderplatz und Rotes Rathaus, um auch die
volle Marathondistanz voll zu kriegen. Aber der Zielbereich ist
dann immer am Brandenburger Tor.
Im Anschluss an den Wettbewerb können sich Freizeitsportler selbst auf
den Weg machen. Für den 10-Kilometer-Champions-Run werden 10 000
Startnummern ausgegeben. Vom Public Viewing zum Public Doing
heißt das Motto.
Atmo 10
Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit, bei der Leichtathletik-WM
aktiv dabei zu sein: als so genannter volunteer. Für Fahrdienst,
Besucherservice und Akkreditierung suchen die Organisatoren
dreieinhalbtausend freiwillige Helfer.
Zuständig für die Einteilung der volunteers ist Nadine Obertür. In ihrem
kahlen Büro sitzt ihr Arne Mathews gegenüber. Zum obligatorischen
Kennenlerngespräch ist er extra aus dem heimischen Ennepetal
angereist.
Take 26
…und habe ja knapp fünfhundert Kilometer Anreise hinter mir. –
Fährst du die Strecke heute gleich wieder zurück, oder nutzt du
die … - Ich nutze es, habe Freund und Bekannte hier in Berlin,
besuche die dann auch gleich und will erst morgen zurück
reisen.
Nadine blättert im Fragebogen, den Arne online ausgefüllt hat.
Take 27
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Du hast dich schon vor einer kleinen Weile beworben. Du warst
nämlich unser 2444ster Bewerber…
Andre staunt, dass so viele schneller waren als er. Was freiwilliges
Helfen bei sportlichen Großereignissen angeht, ist er ein alter Hase.
Bisher hatte er es allerdings nur mit Fußballfans zu tun.
Take 28
Ich war halt in Frankfurt, in Wien, war bei der Weltmeisterschaft
auch hier in Berlin. Und es gab für mich kein Hindernis zu sagen,
dass ich im nächsten Jahr nicht zur Leichtathletik-WM kommen
würde.
Nadine nickt. Das hat sie schon öfter gehört. Wer einmal dabei war,
kommt immer wieder.
Take 29
Ich bräuchte mal so ein paar ganz biographische Angaben. Hast
du mal was gelernt? Arbeitest du? – Ich habe
Industriekaufmann gelernt, wobei ich dann gemerkt habe, dass
mir das zu bürolastig ist und ich einfach mit zu wenig Menschen
in Kontakt komme, so dass ich mich dann halt umorientiert und
noch mal eine neue Lehre begonnen habe zum
Versicherungskaufmann und Immobilienmakler. Und da bin ich
jetzt auch seit fast zehn Jahren tätig im selbstständigen Bereich.
„Gibt es da noch etwas was wir wissen sollten?“ fragt Nadine. „Sprichst
du vielleicht Polnisch oder Albanisch?“ Arne schüttelt lachend den Kopf.
Mit Englisch ist er bisher immer zurecht gekommen.
Take 30
Wenn Not am Mann ist, stelle ich mich auch ganz normal ans
Drehkreuz, nehme da die Tickets entgegen, zeige den Leute,
wo der Weg ist, wie das Ticket richtig rein geschoben wird. Aber
mir macht es noch mehr Spaß, wenn ich das so ein bisschen
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mehr action habe, mehr Verantwortung habe. Das ist für mich
die totale Entspannung und Ausgleich zum normalen Job.
Nadine verspricht nachzusehen, was sich machen lässt. „Du bekommst
ein Ticket für öffentlichen Nahverkehr“, sagt sie. „Im Stadion wird es für
freiwillige Helfer nichts zu tun geben. Aber wenn du Zeit hast, kannst du
dir Wettkämpfe ansehen. Ist das in Ordnung?“
Take 31
Ich wäre dabei- Okay, dann danke ich dir – Ich danke dir - ..
dass du da warst und wünsche dir eine schöne Heimreise.
Nadine klappt den Aktenordner zu. So viel Begeisterung würde sie sich
auch von den Bewerbern wünschen, mit denen sie sonst zu tun hat.
Take 32
Ich bin Arbeitsvermittlerin und Berufsberaterin im Jobcenter.
Nadine selbst ist auch freiwillige Helferin der Leichtathletik-WM.
Take 33
Ich komme dreimal die Woche hierher nach meiner Arbeit.
Ich war so ein bisschen angepiekst von der Fußball-WM. Das
war einfach dieses Miteinander, was man in Deutschland nicht
so kennt. Und da habe ich mir gedacht: „Au ja, das wäre super,
da mitzumachen.“ Zur Fußball-WM habe ich es verpasst und
habe gesagt: „Wenn es jetzt vor eigenen Haustüre ist …
zugreifen!“
Take 34 Kommentar Berlin 36
Die Entscheidung im 100-Meter-Lauf. Die sechs schnellsten
Läufer der Welt sind angetreten. Borchmeyer, Wykoff, Owens,
Strandberg, Osendarp und Metcalfe …. Fertig …
Den Ruf als internationale Sportstadt verdankt Berlin den Olympischen
Spielen 1936, die die Nationalsozialisten für ihre Ziele missbrauchten.
Vor allem ein Athlet machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der
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vierfache Goldmedaillengewinner Jesse Owens aus den USA war der
Liebling des Berliner Publikums.
…Owens liegt schon vorn. Strandberg hinter ihm. Ziel. Sieger im
100-Meter-Lauf: Jesse Owens.
1937 lud Berlin erstmals zum Internationalen Stadionfest ins
Olympiastadion ein. Heute ist das ISTAF mit 70. 000 Zuschauern eines
der größten Leichtathletik-Meetings der Welt und hat dennoch
Schwierigkeiten, im deutschen Fernsehen Sendezeit zu bekommen.
Andere Sportarten tun sich da leichter, meint Organisator Gerhard
Janetzky.
Take 35
Gucken Sie sich Skispringen an! Das war belächelt vor zwanzig
Jahren. Und auch im Biathlon haben wir im deutschen
Fernsehen Quoten, die um die um die 39 herum spielen,
während die Quoten der Leichtathletik zwischen vier und zehn
Prozent pendeln.
Während sich die Wintersportarten den Bedürfnissen der Zuschauer und
des Fernsehens geöffnet haben, ist im Leichtathletikstadion alles beim
alten geblieben. Wer vor der Stabhochsprunganlage sitzt, braucht ein
Opernglas, um den Weitsprung zu verfolgen. Und selbst Fernsehzuschauern fällt schwer, bei Wurfdisziplinen auf dem Laufenden zu bleiben.
Take 36
Wir erlauben uns den Luxus eines Zirkus. Das ist ja so, als
würden Sie zum Wintersport gehen, und links springen die von
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der Schanze, rechts schießen sie, in der Mitte machen sie
Eisschnelllauf und hinten wird noch Eishockey gespielt.
Vor zehn Jahren haben sich sechs große Leichtathletik-Sportfeste zur
Golden League zusammengeschlossen. Athleten, die in ihrer Disziplin
alle sechs Wettkämpfe gewinnen, haben die Chance viel Geld zu
verdienen. Im letzen Jahr war der Hochsprungwettbewerb beim Sportfest
in Brüssel ein Höhepunkt aus deutscher Sicht.
Take 37
Ariane Friedrich hat einen ganz hervorragenden Wettkampf
gemacht, hat der bis dahin führenden Blanka Vlasic den Jackpot
von einer Million verdorben, hat sie geschlagen in einem ganz
packenden Finale. Es war im deutschen Fernsehen nicht zu
sehen. In deutschen Zeitungen wurde darüber kaum berichtet.
Das war eine Sternstunde für Ariane Friedrich und die deutsche
Leichtathletik, aber sie hat in Deutschland keiner
wahrgenommen.
Die Stars der Leichtathletik sind die Sprinter. Die Kurzstrecken sind
heute eine Domäne der Läufer aus der Karibik. Aber vor noch nicht allzu
langer Zeit, meint Gerhard Janetzky, hatten auch deutsche Sprinter
Erfolge aufzuweisen.
Take 38
Ich erinnere mal an einen Thomas Blaschek, den schnellsten
Weißen über 110-Meter-Hürden. Ich erinnere an einen Tobias
Unger, der als einziger Weißer im Finale von Athen gestanden
hat. Aus denen ist nichts mehr weiter geworden. Aber man
muss ganz einfach sagen, dahinter fehlt es dann in dem Bereich.
Gerhard Janetzky wünscht sich, dass deutsche Athleten häufiger an
internationalen Sportfesten teilnehmen und dass der Deutsche
Leichtathletikverband mehr in die Laufdisziplinen investiert. Aber der
bevorzugt die Werfer, weil sie mehr Medaillen gewinnen.
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Take 39
Das heißt, das Geld, das man bekommt, wird dort wieder
eingesetzt und fehlt in den Disziplinen, in denen die meisten und
vielleicht auch attraktivsten Medaillen fallen, sprich in den
Laufdisziplinen.
Atmo 11
Einer der wenigen Stars, die die deutsche Leichtathletik aufzubieten hat
ist die dreifache Weltmeisterin im Diskuswerfen Franka Dietzsch.
Take 40
Ich bin immer noch da, auch mit 41.
Die Olympischen Spiele in Peking hat Franka Dietzsch im Fernsehen
verfolgt. Sie war verletzt. Aber in diesem Jahr will sie sich noch einmal
an die Weltspitze herankämpfen.
Take 41
Und wenn es dann nicht mehr geht, dann gehe ich, dann gehe
ich nach Hause.
Franka Dietzschs ist in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause. Dafür dass
Neubrandenburg eine Leichtathletikhochburg bleibt, wirft sie ihr ganzes
Prestige in die Waagschale.
Take 42
Es geht ja jetzt in erster Linie gar nicht mehr um mich. Es geht
ja mehr schon darum, dass man den Nachwuchs weiter fördert,
und dass das alles so bestehen bleibt in Neubrandenburg. Dafür,
möchte ich sagen, habe ich mich schon eingesetzt und dafür
versuche ich auch einiges zu machen, dass die Eliteschule
bleibt, dass die Leichtathletikabteilung bleibt, dass die Trainer
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beschäftigt sind, dass die Sportler da bleiben, weil das sieht ja
alles nicht so ganz rosig aus.
Atmo 12
Franka Dietzsch fegt den Ring und wiegt den Diskus in der Hand.
Zum gemeinsamen Lehrgang treffen sich Werfer aus ganz Deutschland
im Bundesleistungszentrum Kienbaum, dreißig Kilometer östlich von
Berlin. In den heimischen Sportanlagen können sie Hammer und Diskus
im Winter nur ins Netz schleudern. In Kienbaum werfen sie aus einer
Halle heraus ins Freie.
Der Diskus landet bei 43 Metern.
Take 43
Franka, technisch war der ganz gut.
Atmo 13
Im Wettbewerb werfen Frauen einen ein Kilo schweren Diskus. Aber im
Training benutzt Franka die anderthalb Kilo schwere Scheibe.
Take 44
Je leichter ein Gerät ist, desto mehr muss man fit sein. Mit
schwerem Diskus ist das einfacher.
Je leichter ein Diskus, desto so schwerer ist es, ihn in die optimale
Flugbahn zu bringen, meint Frankas Trainer Dieter Kollak.
Take 45
Entscheidend ist der Januar. Da muss sie so sechzig Meter
werfen mit dem Einer: das ist so das, was wir die letzten Jahre
immer geschafft haben.
15
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Atmo 14
Abwechselnd mit Franka Dietzsch schleudert ein junger Mann in grauem
Fleece-Pulli Disken aus der Halle heraus.
Take 46
War nur ein bisschen hoch, ansonsten war er gut.
.. und das ist sein Trainer: Jürgen Schult, Olympiasieger von 1988 und
immer noch Welt-Rekordhalter in dieser Disziplin. Sein Schützling heißt
Gordon Wolf und kommt aus Potsdam.
Take 47
Der war dieses Jahr U-20-Weltmeister und ist eines der
hoffnungsvollsten Talente, die wir im Wurfbereich haben, neben
David Storl, der auch U-20-Weltmeister war im Kugelstoßen.
In hohem Bogen fliegt die Scheibe auf uns zu. Jürgen Schult bleibt
seelenruhig stehen und zuckt nicht einmal mit der Wimper, als sie direkt
vor uns auf der Wiese einschlägt.
Take 48
Ich habe über eine Millionen Würfe gesehen. Wenn der so hoch
fliegt, bleibt er liegen. Aber, wenn er flach fliegt, dann geht er
richtig ab.
Atmo 15
Er misst den Abstand zwischen zwei Holstöckchen, mit denen er
Gordons beste Würfe markiert hat, mit und ohne Drehung.
Take 49
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Wenn man zehn Meter Unterschied hat zwischen Standwurf und
Drehwurf, dann ist das eine relative gute und stabile Technik.
In der Halle wischt Gordon Wolf die Scheiben mit einem Handtuch ab
und hält sie vor den Heizlüfter.
Take 50
Ist ein unangenehmes Gefühl, wenn die Disken arschkalt sind
und die Finger auch, dann hat man kein Gefühl fürs Werfen.
Gordon ist neunzehn. Vor vier Jahren hatte er zum ersten Mal einen
Diskus in der Hand.
Take 51
Als mein damaliger Handballtrainer gesagt hat, ich soll zur
Aufnahmeprüfung zur Sportschule gehen. Und das einzige, was
mir wirklich gelegen hat, war Kugel und Diskus, und das habe
ich dann ausgebaut.
Gordon schaut zu, wie Franka Dietzsch den Diskus in den grauen
Himmel schleudert. Sie flucht. Auch bei Gordon wie sich das Hochgefühl,
dass er hat, wenn er den Diskus zum Fliegen bringt, heute nicht
einstellen.
Take 52
Irgendwie ist die Serie heute nicht ganz so gut. Er will einfach
nicht fliegen. Aber na ja, es ist Winter. Da kann man sich das
noch erlauben.
Atmo 16
Im Büro des Organisationskomitees der Leichtathletik WM in Berlin baut
ein Team der Produktionsfirma Trans World Sport aus London die
Kamera auf. Vorschau auf das größte Sportereignis 2009.
17
18
Atmo
Thank you Dr. Prokop for making the time for us. How
long have you guys been planing...
Natürlich ist auch dem englischen Reporter nicht entgangen, dass sich
die deutsche Leichtathletik in einem Tief befindet. Aber DLV-Präsident
Clemens Prokop will das so nicht stehen lassen.
Take 53
Wir sind eigentlich insgesamt am Kommen, nur haben wir
diesen Trend bei den Olympischen Spielen in Peking nicht
fortsetzen können, aber wir arbeiten daran, dass wir in Berlin
eine wirklich erfolgreiche Mannschaft bringen können.
Auch was den Zuschauerzuspruch angeht, ist er zuversichtlich. Eine
Hotline ist geschaltet.
Take 54
Wir haben derzeit etwa 170000 Tickets verkauft von 500000
Tickets, die maximal wohl zum Verkauf auf den Markt kommen.
Dauerkarten gibt es ab dreihundertfünfzig Euro. Wer im Zielbereich des
Hundert-Meter-Laufs sitzen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen.
Im deutschen Spitzensport, erzählt er, wurden die Mittel vom
zuständigen Bundesinnenministerium in der Vergangenheit rein nach
Erfolg verteilt.
Take 55
Da entstand ja eine sehr seltsame Situation: Auf der einen Seite
sollte die Sportart sich verbessern, bekam aber gleichzeitig
weniger Mittel.
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Jetzt werden Zielvorgaben verabreden.
Take 56
Das bedeutet aber natürlich zwar, dass dieser Misserfolg bei
einer vergangenen Meisterschaft nicht mehr automatisch
bestraft wird, aber natürlich bedeutet es auch, dass in den
Disziplinen, wo eine Sportart besonders stark ist, auch viele
Mittel hin fließen.
Von der WM in Berlin erhofft sich der Präsident des Deutschen
Leichtathletikverbandes positive Impulse für den Nachwuchsbereich, das
heißt, er hofft, dass sich auch Jugendliche wieder mehr für Leichtathletik
interessieren.
Take 57
Wir hatten so in den achtziger, neunziger Jahren eine
rückläufige Phase. Insgesamt kann man feststellen, dass das
Interesse von Jugendlichen am Wettkampfsport etwas
rückläufig war. Da müssen wir wieder ansetzen.
Atmo 17
Der Kameramann von Trans World Sport baut seine Lampen auf dem
Flur auf. Noch ein paar Aufnahmen mit Clemens Prokop vor den
gerahmten Fotos, die Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936
zeigen, wie er bei acht Meter sechs in der Weitsprunggrube landet.
Take 58
Das war nicht bloß jemand, der in Anführungszeichen in eine
Sandgrube springen kann, sondern es war jemand, der wirklich
etwas Großes gemacht hat.
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Das gilt auch für den deutschen Weitspringer Luz Long, der damals die
Silbermedaille gewann und den Mut aufbrachte, Jesse Owens vor aller
Augen zu umarmen.
„Und wenn man alle Medaillen, die ich gewonnen habe, einschmelzen
würde“, sagte Jesse Owens später, „sie würden nicht reichen für eine
dünne Schicht auf der 24-Karat-Freundschaft, die ich in diesem Moment
für Luz Long empfand.“
Mit seiner eigenen Bestleistung von 7 Meter 94 wäre Clemens Prokop
damals ein Medaillenkandidat gewesen. Aber mit dem Sportunterricht in
der Schule wäre er wahrscheinlich nie Leichtathlet geworden.
Take 59
Beispiel Weitsprung: Da mussten wir uns in einer Reihe aufstellen. Dann lief der erste los und sprang in die Grube. Und
wenn man fünfmal in die Grube gesprungen war, war die
Schulstunde zu Ende. Da waren dann natürlich wenige
begeistert davon, außerhalb der Schule noch mal Weitsprung zu
machen.
Atmo 18
Take 60
Laufen, springen, werfen ist ja nichts kompliziertes, aber man
muss es verstehen, vermitteln und begreifen.
Take 61
Wo man eben Weitsprung durch Weitsprung trainiert,
Hochsprung durch Hochsprung und Laufen durch Laufen.
Jan-Gerrit Keil könnte stundenlang übers Springen erzählen, von der
menschlichen Sehnsucht, die Schwerkraft zu überwinden, davon, wie
viel Spaß Springen macht.
20
21
Take 62
Wenn ich merke, wie springe ich ab, wenn ich den Fuß so
hinstelle, wie springe ich ab, wenn ich beidbeinig abspringe, wie
wenn ich ein Federbrett hinstelle, wie wenn ich keines hinstelle,
wenn ich bergab springe, bergauf springe. Wenn da wieder ein
Gefühl für geschaffen würde, dann wäre zum Beispiel mir als
Hochsprungbundestrainer nicht bange.
Take 63
Ich möchte nicht wissen, leider nicht wissen, wie viele
Sportlehrer heute noch in der Lage sind außer einem Flop auf
einen Straddle, einen Wälzer oder einen Rollsprung,
Diebsprung, Schersprung oder einen Sitzflop überhaupt zu
können.
Take 64
Andrerseits haben wir Funsportarten, wo das Ganze jetzt wieder
entdeckt wird durch die City-Renner und –springer, die so von
Bordsteinkanten über Häuserdächern jumpen und hin und her.
Und dann ist natürlich für mich die Frage als Sprungtrainer,
warum nicht auf dem Sportplatz. Das kann ich eigentlich auch
alles bieten an der Weitsprunggrube.
Atmo 19
Es ist Sonntagmorgen. Die Rudolf-Harbig-Sporthalle am Olympiastadion.
Hürdendreikampf für Schüler aus Berlin und Brandenburg. An der
Seitenlinie stehen die Eltern.
Atmo 20
Trainer Sven Kronlob vom Berliner SC schaut seinem Schützling
Frederic Frischke zu, der neben fünf anderen Kindern seinen Startblock
einrichtet.
Frederic ist in seiner Altersklasse einer der schnellsten Sprinter Berlins.
Take 65
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Man spricht ja vom Hürdensprint. Wer schnell rennen kann,
kann die Hürden schnell laufen. Aber das ist eben eine sehr
anspruchsvolle technische Disziplin. Der Fehler ist, dass sie
sehr hoch abspringen, lange in der Luft belieben und dann
wieder Anlauf nehmen zur nächsten Hürde.
Frederic wird dritter.
Take 66
Nicht gestürzt, prima, besser geht es nicht.
Springen, laufen, werfen, damit geht es los.
Take 67
Irgendwann kommt mal Hochsprung dazu, Stabhochsprung.
Aber er ist eben erst zwölf. Und Schule gibt es ja auch noch.
Frederic ist noch ganz außer Atem. Im zweiten Durchgang kann er sich
noch verbessern.
Take 68
Ich habe erst Donnerstag das mit der richtigen Höhe gemacht.
Aber Sprinten habe ich schon von klein auf gemacht.
Take 69
Sven, willst du gucken?
Auch das Video ist bereits da. Frederics Vater beugt sich zusammen mit
dem Trainer über die Kamera.
Jetzt geht es los. Aber da am Anfang, da wackele ich immer.
Das ist so weit, da musste ich ganz doll zoomen.
Der Wochenendbesuch aus Süddeutschland hat für den Hürdendreikampf aufs Sightseeingprogramm verzichtet. Katja Schiller und ihr
Freund sind treue Leichtathletikfans.
Take 70
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Wir waren die ganze Woche auf den Europameisterschaften,
auf dem Golden-League-Finale und ich würde gerne mal nach
Götzis fahren aufs Zehnkampfmeeting. Aber das ist halt immer
eine Zeit- und Geldfrage.
Take 71
Klar, man kriegt nicht alles auf einmal mit, links ist der
Stabhochsprung, rechts hinten im Eck ist der Weitsprung, vor
einem sind die Läufer. Natürlich kriegt man nicht alles auf
einmal mit. Aber das Feeling, die Atmosphäre im Stadion ist
halt toll.
Atmo 21
Startschuss für den Sechzig-Meter-Hürdenlauf der Mädchen. Donald
Richter und Jasmin Djaga vom TSC Zehlendorf 88 schauen den
Läuferinnen hinterher.
Take 72
Zieh durch, Virginia! Bleib flach! – Ja, ist besser. Aber sie eiert
noch ein wenig. Aber ich habe gesehen, sie könnte mit dem
anderen Bein starten, sie ist so schnell, sie kann einen Schritt
einsparen.
Virgina ist zwar einer der schnellsten Sprinterinnen im Feld, aber ihr fehlt
an Technik.
Take 73
Deswegen muss sie noch sehr viel üben. Gerade bei den
Hürden, da hat sie noch sehr viel Potenzial.
Jasmin Djaga schließt ihren Schützling in die Arme.
Take 74
Am Start war ich aufgeregt, aber dann auf der Strecke …
einfach nur rennen und drüber.
23
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Virginia Claus ist dreizehn Jahre alt und trainiert dreimal in der Woche.
Vor allem, seit sie das erste Mal Stabhochsprung probieren durfte, hat
sich das eingestellt, was Jugendliche sonst an der Leichtathletik zu vermissen scheinen: Abenteuer, flow, Glück.
Take 75
Ja, ich fange damit jetzt an. Das ist eigentlich ganz lustig, das
Gefühl ……………zu fliegen.
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Seele and Geist
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