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Damit die Welt nicht so bleibt, wie sie ist. - beim Entwicklungshilfeklub

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UNSER
PROJEKT
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
März 2013
Nr. 134
Damit die Welt
nicht so bleibt,
wie sie ist.
40 Jahre im Dienst von Menschen in Not.
konkret, überschaubar, erfolgreich
Bildung
Der Entwicklungshilfeklub wurde 1973 als privater, gemeinnütziger
und unabhängiger Verein gegründet. ZVR-Zahl: 109147948
Welche Projekte werden unterstützt?
Wir fördern konkrete, überschaubare Projekte, die den betroffenen
Menschen möglichst direkt helfen.
Landwirtschaft
Kinder
Mikros (Projektbausteine) sind Projekte, die wir mit europäischen
Partner-Organisationen durchführen. Jedes Mikro finanziert einen Teil
eines größeren Projekts. Zum Beispiel: Betreuung eines Straßenkindes,
Ausbildung einer Gesundheitsarbeiterin, Überlebenspaket für eine
Familie … Durchschnittlicher Wert: 150,– bis 300,– Euro.
Super-Mikros sind Projekte, die wir mit lokalen, meist kleineren
Partnern durchführen. Die Finanzierung kann zur Gänze von einer
Gruppe, Firma oder Einzelperson übernommen werden. Zum Beispiel:
Bau einer Schule, einer Krankenstation, ein Alphabetisierungsprogramm
in einem Slum ... Durchschnittlicher Wert: 1.500,– bis 5.000,– Euro.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
Aufmerksam, mit offenen Augen nach vorne
schauen, konzentriert und unbeirrt seinen
Weg fortsetzen: Eine gute Methode, die sich
Was ist aus ihnen geworden?
auch in unserer Arbeit bewährt hat. Aber es
Berichte aus Sri Lanka
gibt auch Momente des Innehaltens und des
Zurückschauens, in denen man sich auf den
Ausgangspunkt besinnt, um zu sehen,
2013 ist für den Entwicklungshilfeklub der
Erinnerungen des Gründers
unseres Bestehens erreicht. Was als Idee
sich stetig weiterentwickeln.
Engagierte Menschen wie Sie haben uns in
Leitung:
Dr. Manfred Formanek (Obmann)
Mag. Gertrude Hanzal (Obmann-Stellvertreterin)
Mag. Gabriele Tabatabai (Geschäftsführung)
Gesundheit
Fotos dieser Ausgabe:
von unseren PartnerOrganisationen Oxfam,
Misereor, den Projektleitern, MitarbeiterInnen
des Klubs und aus
unserem Archiv.
Das Papier für unsere
Publikationen wird
gratis von den Firmen
Stiassny-IGEPA und
Burgo zur Verfügung
gestellt.
2
Wie gehen wir mit Ihren Spenden um?
Alle gewidmeten Projektspenden werden zur Gänze
(100 %) an das ausgewählte Projekt weitergeleitet.
Ungewidmete Spenden bis 99,– Euro verbuchen wir
je nach Bedarf für Projektbetreuung oder dringende
Projekte. Bei höheren Beträgen halten wir Rücksprache
mit den Spenderinnen und Spendern.
Ihren Mitgliedsbeitrag von 36,– Euro verwenden wir für Projekt- und
Spenderbetreuung sowie Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, aber nicht als Mitglied geführt
werden wollen, freuen wir uns über Ihren Klubbeitrag, dessen Höhe
Sie selbst bestimmen.
Ihre Spende ist steuerlich absetzbar (Registrierungsnummer: SO 1207).
Wollen Sie mehr über uns wissen?
Besuchen Sie unsere Homepage: www.eh-klub.at
Kontaktieren Sie uns:
Tel. 01-720 51 50, Fax: 01-728 37 93; E-Mail: office@eh-klub.at.
Oder besuchen Sie uns im Klubbüro: Böcklinstraße 44, 1020 Wien
(Montag-Freitag 9 –18 Uhr, auf Wunsch auch außerhalb der Bürozeiten).
8+9
Anlass dafür. Wir haben das 40. Jahr
Unsere Projektpartner sind bewährte europäische Organisationen wie
Oxfam (England), Misereor (Deutschland), Jesuitenmission Nürnberg
(Deutschland) sowie kleinere Organisationen vor Ort.
Fünf hauptamtliche und etwa 60 ehrenamtliche MitarbeiterInnen sind
im Klubbüro in Wien tätig. In ganz Österreich unterstützen derzeit ca.
3.000 Personen bzw. Gruppen die Arbeit und die Projekte des Klubs.
6+7
Projekt 268 – Das Schöne finden (Kongo)
40 Jahre Entwicklungshilfeklub
Wer sind unsere Projektpartner?
Wer arbeitet mit?
4+5
Und jetzt bedankt man sich sogar
was man erreicht hat.
einer Handvoll Idealisten begann, konnte
Wasser
Inhalt
Seit wann gibt es uns?
Wir sind alle gleich
10 + 11
Thema: Existenzsicherung
Wie Inspektor Patrick seine Fälle löst
12 + 13
Projekt 237 – Ein Dorf macht Schule (Madagaskar)
den vergangenen 40 Jahren dazu angespornt, mit vollem Einsatz für eine bessere,
CAD
für alle Menschen lebenswerte Welt zu
Partner in Indien
arbeiten. Ohne Ihr Vertrauen und Ihre
Bereitschaft, sich für all jene, die unsere
Hilfe so notwendig brauchen, einzusetzen,
gäbe es den Entwicklungshilfeklub längst
nicht mehr.
Komm und spiel mit mir …
14 + 15
16 + 17
Bilder und Worte aus Kenia
Von Karotten und Autoreifen träumen
18 + 19
Projekt 269 – Hoffnung schenkt Leben (Haiti)
Zwei Bäche, die sich finden, bilden einen
Fluss, heißt es in Afrika.
Viele positive Gedanken und Aktivitäten sind
wo – was – wie – wieviel?
Projekte in Asien + Afrika
in den letzten 40 Jahren zugunsten von
wo – was – wie – wieviel?
Menschen in Not zusammengeflossen.
Projekte in Asien + Lateinamerika
Zeit, DANKE zu sagen! Für Ihr Mitwirken
und Ihre Bereitschaft, weiterhin mit uns
nach vorne zu schauen.
20 + 21
Wasser kaufen ist ein gutes Geschäft
22 + 23
24 + 25
Projekt 252 – Wasser der Frauen (Kambodscha)
Engagement …
Mit herzlichen Grüßen
… in Österreich
Gabriele Tabatabai
Uns verbindet …
Entwicklungshilfeklub
… Enthusiasmus
Der Staub der Straße
26 + 27
28 + 29
30 + 31
Literatur aus Liberia
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
3
… aus Sri Lanka
Thema
Berichte
Die Gewinnung und Verarbeitung von Kokosfasern
an der Südküste von Sri Lanka erfolgt ausschließlich
durch Frauen, die ihre Fertigkeiten von Generation zu
Generation weitergeben.
Vom Tsunami 2004 zerstört, verloren tausende Frauen
ihre einzige Einkommensquelle.
Mit neuen Geräten und Werkzeugen, Schulungen für
bessere Methoden, Beratung bei der Vermarktung und
dem Aufbau von Kooperativen wurde Frauen geholfen,
ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen.
Was ist
aus ihnen geworden?
Kanthi:
„Früher verdiente ich sehr wenig, wenn ich an lokale Händler
verkaufte. Jetzt arbeite ich in einer Gruppe mit 15 anderen
Frauen zusammen, wir haben bessere Geräte und wir haben
gelernt, wie wir unsere Produkte besser verkaufen können.“
Deepa:
„Ich bin so glücklich. Man hat mir eine Ausbildung für die
Herstellung von Tawashi-Bürsten ermöglicht, die sogar ins
Ausland verkauft werden. Ich verdiene jetzt jeden Monat
(umgerechnet) etwa 50,– Euro und kann damit die Ausgaben
für meine Familie decken: Essen, Gesundheit und Schule.
Santhakumar:
„Besen, Fußmatten, Seile, Bürsten und noch viel mehr. Das
haben wir früher auch gemacht. Doch jetzt machen wir es
besser. Vor einiger Zeit waren sogar Leute von der Kunstakademie bei uns, haben uns verschiedene Webtechniken
gezeigt und Tipps für Muster und Farben gegeben, mit denen
unsere Fußmatten schöner und damit besser verkauft werden
können.
Premawathi:
„Meine Mutter hat mir gezeigt, wie sie von meiner Großmutter
gelernt hat, aus den Kokosnüssen die Fasern zu lösen, diese
dann in Heimarbeit zu verarbeiten. Eine harte Arbeit, die nicht
allzu viel einbrachte, aber unsere Armut ein wenig linderte.
Als nach dem Tsunami alles zerstört war, hatten wir nicht einmal das mehr und ich überlegte, was ich sonst tun könnte, um
Geld zu verdienen. Kein leichtes Unterfangen für eine Frau,
besonders wenn man, wie ich, als unqualifiziert und ungebildet
betrachtet wurde.
Dann nahm ich aber an Kursen für eine verbesserte Kokosfaserngewinnung teil, wo man zu meinem Erstaunen entdeckte, dass ich dabei sehr geschickt bin. Und so habe ich jetzt die
Aufgabe, die Qualität der Produkte von mehreren Kooperativen
ständig zu kontrollieren und zu verbessern.
4
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Kokosfasern werden aus der Schale der Fruchthülle gewonnen.
Zuerst wird die Schale bis zu acht Monate eingeweicht, im
Brackwasser von Lagunen oder in zwei bis drei Meter tiefen
Wasserlöchern. Die Fasern werden dann durch Klopfen von der
Schale gelöst und nach Farbe und Feinheit sortiert.
Produziert werden Seile, Matten, Teppiche, Taschen,
Wandverkleidungen, Bürsten, Besen und andere Artikel. Fasern,
die aufgrund ihres zu hohen Holzgehalts nicht versponnen
werden können, finden als Füllmaterial für Matratzen oder zur
Wärmedämmung Verwendung.
In Zusammenarbeit mit unserer Partner-Organisation Oxfam
wurde insgesamt 1.700 Frauen geholfen, die Gewinnung und
Verarbeitung von Kokosfasern wieder aufzunehmen.
Es wurden ihnen technische Lösungen aufgezeigt, zum
Beispiel maschinelles Lösen der Fasern, Tanks, an Stellen, wo
Wasserlöcher zum Einweichen der Kokosnüsse schwer ausgehoben werden können oder besseres Werkzeug.
Weiters wurde ihnen geholfen, sich zu je 15 bis 20 Frauen in
Kooperativen zusammenzuschließen, gemeinsam Geräte
anzuschaffen und ihre Produkte zu gerechten Preisen zu vermarkten.
In den vergangenen Jahren wurden hauptsächlich Seile für die
Fischer produziert, die nach dem Tsunami mit neuen Booten
den Fischfang wieder aufnahmen. Jetzt sind es neben
Gebrauchsartikeln wie Bürsten und Besen auch künstlerische
und andere hochwertige Produkte für den Verkauf in der Stadt
oder den Export wie Wandverkleidungen und Matten.
„Früher war es eine schwere und schmutzige Arbeit, die nicht
viel einbrachte. Anstrengend ist sie immer noch, aber wir
haben Geräte, welche viele Arbeitsschritte erleichtern.
Außerdem motivieren und unterstützen wir uns gegenseitig in
der Gruppe. Wir lassen uns nicht mehr betrügen.
Und dass wir jetzt, so wie die Männer, ein regelmäßiges
Einkommen haben, wodurch es allen und vor allem den
Kindern besser geht, hat das Ansehen von uns Frauen gehoben. Wir sind gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft
geworden.“
Projekt 235 – Wieder leben lernen (abgeschlossen)
Von Mai 2009 bis Dezember 2012
haben 293 Spenderinnen, Spender und Aktionsgruppen
das Projekt mit insgesamt 47.625,– Euro unterstützt.
Damit wurde es 950 Frauen an der Südküste von Sri Lanka
ermöglicht, die Kokosfaserngewinnung wieder aufzunehmen
und damit das Überleben ihrer Familien zu sichern.
Herzlichen Dank!
Fotos links (von oben nach unten):
Kanthi, Deerpa, Santhakumar, Premawathi.
Fotos rechts (von oben nach unten):
Aufbereitung der Kokosnüsse; Einweichen der Kokosfasern in
Brackwasser; Herstellung eines Seils aus Kokosfasern;
Endprodukte aus Kokosfasern, die für den Verkauf bestimmt sind.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
5
unser projekt
neues
projekt
Und jetzt bedankt
man sich sogar
„Es ist schmutzig, es
stinkt, es macht
krank, wir wissen
nicht, wohin damit.“
Denn es gibt keine
Müllabfuhr in den
Randbezirken von
Kinshasa.
Riesige Abfallberge,
verstopfte Abflüsse,
verseuchtes Wasser,
Ungeziefer, Rauchentwicklung sind die Folge.
Selbsthilfe und Müllrecycling bieten eine
Lösung.
„Helft mit, das Leben
besser zu machen!“
Auch eine Aufgabe für
Straßenkinder. Sie
verdienen etwas Geld,
indem sie verwertbaren Müll sammeln
und in einem sauberen
und gesunden
Zuhause
das Schöne finden.
6
„Was wiegt das und wie viel bekomme ich dafür? Meine Mutter
hat nämlich gesagt, ich muss am
Heimweg Brot und Reis kaufen.“
Der etwa 13-jährige Bub hat den
ganzen Sack mit dem Plastikmüll,
den er gesammelt hat, auf die
Waage gestellt.
„Super, Joseph. Danke“, sagt der
Mann an der Waage, der die
Sachen für das Recycling-Zentrum
unseres Projektpartners in Kinshasa entgegennimmt. Und er fügt
hinzu:
„Es ist schön, dass du deiner Mutter helfen kannst und die Kleinen
jetzt etwas zu essen haben.“
Joseph betrachtet stolz das Geld
in seiner Hand, etwas mehr, als er
erwartet hat, so dass er auch für
sich etwas kaufen kann.
Er war das, was man allgemein
ein ‚Straßenkind‘ nennt: kein
Schulbesuch, sich in der Stadt
herumtreiben, allein oder in einer
Bande, betteln, stehlen. Verjagt,
geschlagen werden.
„Müll gesammelt habe ich auch.
Manchmal. Aber der Händler hat
mich immer betrogen und oft gar
nichts gezahlt. Und danke hat er
auch nie gesagt.“
Joseph ist noch immer ein
Straßenkind. Aber er hat zu seiner
Familie zurückgefunden, und er
hat einen ‚Job‘.
Er sammelt mindestens 100 Kilogramm Plastikmüll pro Monat, der
im Recycling-Zentrum unseres
Projektpartners zu Rohren, Kanistern, Schüsseln verarbeitet und
dann verkauft wird.
Man kann man mit Recht sagen es
ist kein ‚Traumjob‘ für ein Kind, im
Müll herumzuwühlen. Aber es
steckt mehr dahinter als man
auf den ersten Blick annehmen
würde.
Joseph wird jetzt nicht mehr verjagt und fühlt sich nicht mehr
unnütz. Er hat jetzt einen Platz in
der Gesellschaft.
Und die Leute freuen sich, dass
endlich etwas geschieht, dass
Joseph kommt und Sachen
abtransportiert. Manche bedanken sich sogar dafür.
„Helft mit, das Leben in der Stadt
besser zu machen“, ist eine der
Parolen der Müllaktion und Joseph
bietet eine Lösung, um das
Problem und die Gefahr von Müll in
den Griff zu bekommen.
***
Wir befinden uns in einem der
Randbezirke der kongolesischen
Hauptstadt Kinshasa mit ihren
inzwischen 10 Millionen Einwohnern. Die Gemeindeverwaltung ist
nicht mehr in der Lage, den
Bewohnern eine ausreichende
Infrastruktur zu bieten.
Selbstverständlich auch keine
funktionierende Müllabfuhr.
So versinken die Randbezirke in
stinkenden, rauchenden und die
Gesundheit gefährdenden Bergen
von Müll, die Abflüsse sind verstopft, das Wasser verseucht.
Und die Flächen, auf denen früher
noch einiges angebaut werden
konnte, sind inzwischen unfruchtbar geworden.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 268
DAS SCHÖNE
FINDEN
Wenn wir das hier nicht wegschaffen,
werden wir bald unser Haus nicht mehr finden.
„Wir haben den Leuten gesagt,
dass sie selbst etwas unternehmen müssen, wenn sie hier überleben wollen.
Jugendliche, die wir geschult
haben, gehen jetzt zu den Familien und sagen ihnen, wie sie ihren
Hausmüll trennen oder verwerten
sollen.
500 Familien machen bereits mit.
300 Sammlerinnen und Sammler
schaffen die Plastikabfälle weg
und mit dem, was wir ihnen abkaufen, erwirtschaften sie ein
regelmäßiges Einkommen.“
Die Einbeziehung von Jugendlichen und Kindern, die sich derzeit
chancenlos auf der Straße herumtreiben, ist ein weiterer Pluspunkt
des Müllprogramms.
„Und welche Perspektiven bietet
das Sammeln von Müll?“, könnte
man mit Recht fragen.
Der Projektleiter gibt die Antwort:
„Das Recycling-Zentrum beschäftigt bereits 16 Männer und Frauen.
Weiters möchten wir jedes Jahr 10
junge Leute zu professionellen
selbständigen Müllverwertern ausbilden.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
Diese sollen dann mit unserer
Hilfe an strategisch wichtigen
Standorten in den von uns betreuten Bezirken kleinere Anlagen
betreiben und so dazu beitragen,
dass vielleicht eines Tages eine
flächendeckende Müllentsorgung
und -wiederverwertung möglich
wird.“
Joseph ist einer der Kandidaten für
die Ausbildung zu einem solchen
Kleinunternehmer.
100 mal 100
Hundert Kinder werden jeden Monat
jeweils 100 Kilogramm Plastikmüll
sammeln oder von Müll trennenden
Familien entgegennehmen. Sie
bekommen dafür 0,15 Euro pro Kilo.
Das Recycling-Zentrum des Projekts
verarbeitet das Material. Aus den
Mehreinnahmen aus dem Verkauf
der hergestellten Produkte werden
die Betreuung von Straßenkindern
und Berufsausbildungen von
zumindest zehn Jugendlichen
finanziert.
Als selbständige Müllverwerter
werden sie dann aktiv an der Lösung
des Müllproblems in den Randbezirken von Kinshasa teilnehmen
können.
Demokratische Republik
Kongo
Hauptstadt Kinshasa
1 Mikro
(Projektbaustein) =
für 1 Plastik
sammelndes
Straßenkind
für 1 Jahr =
180,– Euro
1 Anteilstein =
Ankauf des von 1 Kind
während eines Monats
gesammelten Mülls =
15,– Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
Vie Montante
Développement
(Durchführung im
Einastzgebiet)
Elie Nzuzi
(Projektkoordinierung)
Neues Projekt
seit Februar 2013.
Die detaillierte
Beschreibung schicken
wir gerne zu.
7
40 Jahre Entwicklungshilfeklub
Projekte 1973 bis 2012
Erinnerungen des Gründers Gerhard Dorffner
Land
M
SM
Land
M
SM
Afghanistan
Ägypten
Albanien
Algerien
Angola
Argentinien
Äthiopien
Bangladesch
Benin
Bhutan
Bolivien
Brasilien
Burkina Faso
Burma
Burundi
Chile
Ecuador
El Salvador
Gambia
Ghana
Guatemala
Haiti
Honduras
Indien
Indonesien
Jemen
Kambodscha
Kamerun
Kap Verde
Kenia
Kolumbien
Kongo DR
Kongo
Liberia
1
1
–
–
3
1
7
18
1
1
11
16
6
1
1
–
5
2
1
2
7
10
2
57
1
2
4
1
–
13
1
1
–
4
–
15
38
2
–
6
1
93
–
–
8
134
13
1
6
14
162
2
–
1
18
24
2
527
1
–
18
3
2
115
21
24
2
–
Madagaskar
Malawi
Mali
Mauretanien
Mexiko
Mongolei
Mosambik
Nepal
Nicaragua
Niger
Ost-Timor
Pakistan
Palästina
Paraguay
Peru
Philippinen
Ruanda
Sambia
Senegal
Simbabwe
Somalia
Sri Lanka
Sudan
Südsudan
Tadschikistan
Tansania
Thailand
Togo
Tschad
Uganda
Uruguay
Venezuela
3
4
5
4
1
–
1
3
4
4
1
1
–
3
13
2
2
2
6
–
2
4
5
1
–
2
1
1
7
2
–
–
11
–
16
19
14
2
3
3
49
1
–
1
13
2
44
13
2
–
11
2
–
79
3
–
2
25
8
8
1
16
1
3
„Was mir der Leprakranke,
mit dem ich auf diesem Foto
abgebildet bin, 1967
im Norden Togos erzählte,
weiß ich nicht mehr.
Aber diese und viele andere
Begegnungen haben bewirkt,
dass es damals den
Entwicklungshilfeklub schon
ein wenig gab.
In meinem Kopf.“
Die Anfänge
„Nach einer neunjährigen ‚Lehrzeit‘ in mehreren
Ländern Afrikas (erst mit einem Projekt der
Caritas, dann mit einer amerikanischen Organisation) zurück in Österreich, sprach ich alte
Freunde, neue Bekannte und sozial engagierte
Menschen an. Mit jenen, die bereit waren mitzumachen, kam es 1973 zur Vereinsgründung.
Der Entwicklungshilfeklub war offiziell geboren.“
Zu einer Zeit, als allgemein für ‚die Armen in der
Welt‘ gesammelt wurde, überzeugte die Einladung
des Klubs, sich als Spender ganz konkret an der
Verwirklichung eines bestimmten Projekts beteiligen zu können. Daran hat sich seit
dem Projekt 1 in Kenia bis zum
kürzlich vorgestellten Projekt 269 in
Haiti nichts geändert.
Das erste ‚Mikro‘ (Projekbaustein)
finanzierte ein Freund von Gerhard, indem er das Fenster seiner im Erdgeschoß gelegenen
Wohnung öffnete und alte Bücher
an vorbeigehende Passanten verkaufte.
Mit Vorträgen und Theateraufführungen in diversen Pfarren „verdienten“ die ersten Klub-Aktivisten
nach und nach Geld für die Finan-
8
zierung der Mikros. Der Theater spielende damalige Schüler Manfred Formanek (unten im Bild) ist
inzwischen Internist und seit dem Jahr 2000 unser
Obmann.
Wertvolle Starthilfe bei der Projekt- und Informationsarbeit des Klubs kam von den Gruppen der
‚action 365‘, einer laienapostolischen Bewegung.
Einer ihrer Aktivisten, Helmut Novy, hatte den Klub
zusammen mit Gerhard ins Leben gerufen. Zehn
Jahre später verunglückte Helmut bei einer
Bergwanderung, aber das Fundament des Klubs
war bereits so stark, dass die weitere Existenz
gesichert schien.
1976: Ein eigenes Klublokal
Das Klubbüro übersiedelt vom
Wohnzimmer Gerhard Dorffners in
die nahegelegenen Souterrainräume einer ehemaligen Wäscherei
im zweiten Wiener Gemeindebezirk.
Der ,Keller in Wien‘ wird von jetzt an
für viele Projektpartner die erste
Adresse, die sie in Wien aufsuchen
und er steht allen offen, die sich für
Menschen in Not engagieren wollen.
Er ist bis heute das Zuhause des
Klubs.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Anzahl der Projekte pro Land
(M = Mikro, SM = Supermikro)
September 1979: Die erste Zeitung
„Auf der Kofferschreibmaschine, die mich quer
durch Afrika begleitet hatte, tippte ich die ersten
Projektbeschreibungen und Berichte. Und bereits
einige Jahre später war die Zahl der Spender und
Interessierten auf rund
200 gestiegen – nun
war die Zeit reif, sich
an eine eigene Zeitung
zu wagen. Sie war und
ist ein Sprachrohr
jener Menschen, für
die wir uns einsetzen.
Dieser Aufgabe sind
wir bis heute treu
geblieben.
UNSER
PROJEKT Nr. 1 war
Getreidebanken
im
damaligen Obervolta
gewidmet.“
Von Anfang an bestanden wir auf einer klaren
Trennung der Finanzen. Auch daran hat sich bis
heute nichts geändert: Alle Projektspenden gehen
zu 100 Prozent ins Einsatzgebiet, Mitglieds- und
Klubbeiträge decken die Kosten für die Projektbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung. Für
die laufenden Kosten des Klublokals kommen die
Klubmitarbeiter selbst auf. Ehrliches Bemühen,
Offenheit und Transparenz bei allen von uns durchgeführten Aktivitäten und natürlich auch eine
Portion Glück haben uns geholfen, den Klub zu
dem zu machen, was er heute ist.
Infostand anlässlich des 20-jährigen Jubiläums
Und was ist aus Gerhard geworden?
„Ich versuche, nach meiner Rolle als Gründer und
Geschäftsführer nun als ehrenamtlicher Mitarbeiter meinen Beitrag zu leisten. Ich blicke auf diese
50 mit gelebter Entwicklungshilfe erfüllten Jahre,
die seit meiner Abreise
nach Afrika vergangen
sind, mit Dankbarkeit zurück. Sie waren nicht immer leicht, aber es waren
immer erfüllte Jahre.“
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
SUMME
265 1.605
9
Existenzsicherung
Thema
Aktuelle Projekte in Lateinamerika
Mit der Wolle der Anden
ECUADOR. Die kleinbäuerlichen Familien in der Provinz Chimborazo
in den Anden Ecuadors können von den spärlichen Erträgen ihrer
Landwirtschaft kaum noch leben. Abgeholzte Wälder und ausgelaugte Böden haben die sensible Vegetationszone in den extremen Höhen
bis zu 4.000 Metern aus dem Gleichgewicht gebracht.
Hier sind die Alpakas zu Hause. Die ehemals großen Herden wurden
fast zur Gänze ausgerottet. Da die Tiere perfekt an die klimatischen
Bedingungen angepasst sind, fördert die Organisation Centro de
Estudios y Acción Social (CEAS) die Wiederaufnahme der traditionellen Alpakazucht. Damit werden die sensiblen Böden geschützt
und gleichzeitig das Überleben der indigenen Kleinbauern gesichert.
Im lokalen Landwirtschaftskomitee haben sich 48 Familien zusammengeschlossen, um mit der Aufzucht von 53 Alpakas zu beginnen.
Die Verarbeitung der Wolle und der Verkauf der Strickwaren
bringt den Familien ein zusätzliches Einkommen.
Alpakas für das Dorf
Pulingui San Pablo – Projekt 2685
Chimborazo, Ecuador.
Erbeten werden die Mittel für
den Kauf von acht Alpakas.
3.300,– Euro
Frauen gegen Gewalt
NICARAGUA. Gewalt und Missbrauch in und außerhalb der Familie
stehen für viele Frauen und Mädchen in Nicaragua nach wie vor an
der Tagesordnung. Ohne Kenntnis ihrer Rechte nehmen sie ihr
Schicksal meist wehrlos und ohne Widerspruch hin.
WIR SIND ALLE GLEICH!
Wir hatten keine Möglichkeit in die Schule zu gehen,
wir haben in der Schule des Lebens gelernt.
Aber wir wollen mehr lernen! Um so zur Entwicklung unserer
Familien und Gemeinden beizutragen, um GUT zu LEBEN.
In den Anden riecht frühmorgens die schneidend kalte
Luft nach frisch verbranntem Eukalyptus. Nach dem
Aufstehen legen die Frauen Äste und Blätter in die Glut
vom Vortag nach, um das Feuer wieder zu entfachen.
Neben dem Duft liegt auch das Stimmengewirr der
Dorfbewohner in der Luft:
Von Menschen, die sich verabschieden und mit Esel und
Harke auf die Felder gehen, um zu jäten.
Von Menschen, die Gemüse und Kräuter vor den Häusern
auf Tüchern ausbreiten und zurechtrücken, um sie im
Laufe des Tages den Vorbeigehenden anzubieten.
Auf dem Hauptplatz hat sich eine kleine Gruppe eingefunden, die das gestrige Dorftreffen zum Thema „Gemeinschaftsarbeiten im März“ kommentiert.
Auf Quechua, der indigenen Sprache, heißt der Monat
März Pacha Puqui Killa. Das bedeutet „Mond des
Reifwerdens der Erde“. Das Getreide wird geerntet, der
Mais steht in der Hochblüte. Die Menschen in den Anden
leben im Einklang mit den Jahreszeiten.
10
Die Methoden, um das Land und die steilen Hänge zu
kultivieren, geben die Alten an die Kinder weiter. Diese
lernen so in der Schule des Lebens.
Yachay Chhalaku, unsere bolivianische PartnerOrganisation, setzt sich für das Recht auf Bildung für
Kinder, Frauen und Männer ein.
Denn heute reicht der Wissendurst der Dorfbewohner weit über die lokalen Kenntnisse hinaus. Die
sozialen und klimatischen Rahmenbedingungen haben
sich verändert, und die Menschen müssen immer wieder
neu lernen damit umzugehen.
Es ist deshalb wichtig, am praktischen Beispiel zu lernen,
Erfahrungen weiterzugeben, persönliche Bande zu knüpfen, politisch aktiv zu werden und sich gemeinschaftlich
zu engagieren.
„Wir wollen mehr lernen, um so zur Entwicklung unserer
Familien und Gemeinden beizutragen, um gut leben zu
können“, sagt eine Dorfbewohnerin der Gruppe auf dem
Hauptplatz. Und alle stimmen ihr zu.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Der Verein MIRIAM setzt sich in der ländlichen Gemeinde Achapua
gezielt gegen innerfamiliäre Gewalt und Missbrauch sowie für die
Rechte von Frauen ein: mit Rechtsberatung, Bewusstseinsbildung
in Form von Seminaren und Workshops sowie psychologischer
Betreuung.
Das Wissen über die eigenen Rechte trägt dazu bei, dass sich die
Frauen aus der Opferrolle befreien können. Für viele Frauen und
Mädchen kann so ein selbstbewusster und gewaltfreier Lebensabschnitt in Eigenverantwortung beginnen.
Rechtsberatung und psychologische
Betreuung – Projekt 2726
Achapua, Nicaragua.
Erbeten werden die Mittel für
den Gehaltzuschuss der Psychologin.
2.500,– Euro
Escola Familia Agricola
BRASILIEN. Das Leben der Kleinbauern in Rui Barbosa ist von Armut
und Hunger geprägt. Die Familien besitzen zwar ein eigenes Stück
Land, aber die semi-ariden Böden lassen ohne neuestes Wissen und
angepasste Methoden keine ertragreiche Bewirtschaftung zu. Die
Jugendlichen haben daher am Land kaum Zukunftsperspektiven.
Damit sie in den ländlichen Regionen die Chance auf ein Leben ohne
Hunger haben, bietet die Landwirtschaftsschule Escola Familia
Agricola (EFA) eine maßgeschneiderte Ausbildung.
Diese umfasst ökologische Anbaumethoden, Kleintierzucht, den
Einsatz heimischer Nutzpflanzen und Produktvermarktung. In
den vier Ausbildungsjahren verbringen die Schülerinnen und Schüler
abwechselnd zwei Wochen in der Internatsschule, um das theoretische Wissen zu erwerben, und zwei Wochen zu Hause, um es auf
dem eigenen Feld umzusetzen. So können sich die Familien wieder
von ihrem Land ernähren. Seit dem Beginn unserer Unterstützung im
Jahr 2007 konnte bereits 78 Jugendlichen ein wertvolles
Ausbildungsjahr ermöglicht werden.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
Landwirtschaftliche Ausbildung
fürs Leben – Projekt 2747
Rui Barbosa, Brasilien.
Erbeten werden die Mittel für
Unterkunft und Unterrichtsmaterial.
3.000,– Euro
11
unser projekt
Wie Inspektor Patrick
seine Fälle löst
„Drei Stunden zu Fuß
jeden Tag. Das ist zu
viel für kleine Kinder,
außerdem müssten
wir sie begleiten.
Welche Zukunft haben
meine Kinder, wenn
sie nicht Lesen,
Schreiben und
Rechnen können ?“
„Keine“, lautet die
Antwort.
Deswegen werden in
jedem Dorf ohne
Schule in privaten
Häusern Unterrichtsräume eingerichtet
und Frauen mit
Schulabschluss als
Lehrerinnen für einen
Vorschulunterricht
eingesetzt, bis der
Besuch einer Regelschule möglich ist:
Ein Dorf
macht Schule
und Kinder haben eine
Zukunft.
12
„Anfangs hat es mir gar nicht gefallen, dass man den Titel ‚Inspektor‘ für meine Tätigkeit erfunden
hat.“
Eigentlich ist Patrick ein pensionierter Lehrer. Aber er ist fit und
besitzt ein Motorrad. Vor allem
aber liebt er Kinder und ist deshalb
bereit, gegen Benzingeld und eine
kleine Entschädigung regelmäßig
in die Dörfer zu fahren.
VOZAMA, die Organisation, die
das Schulprojekt leitet, hat über 30
solcher ‚Inspektoren‘, die dafür
sorgen, dass die betreuten Schulposten und Vorschulklassen gut
funktionieren.
„Mein Einsatzgebiet umfasst 20
Dörfer, die ich jeden Monat einmal
besuchen soll. Praktisch also
jeden Tag ein Dorf.
Vergangenes Jahr konnte ich mir
kein ‚sehr gut’ in mein Zeugnis
schreiben. Ich hatte eine Ausfallsquote von 15 Prozent aufgrund
von Schlechtwetter. Im Schlamm
schaffe ich es selbst mit dem
Motorrad
nicht
in
manche
Gebiete.“
Lassen wir den ‚Herrn Inspektor‘
aus einigen seiner ‚Fälle‘ erzählen.
wo die Kinder unterrichtet werden
können.“
In einem der Häuser wird ein großes Zimmer gefunden, das die
Familie als Schulraum zur Verfügung stellt.
„Wir bringen auch keine Möbel“,
muss ich dann sagen.
„Eure Kinder werden auf Matten
sitzen, bis ihr Stühle und Tische für
sie gefunden habt.“
Die versteckte Lehrerin
„Wir schicken auch keinen Lehrer.
Ihr sagt uns, welche der Frauen
im Dorf, die zumindest eine
Grundschulbildung haben, euch
geeignet erscheinen, als Lehrerin
ausgebildet zu werden.“
Die Lehrerin bekommt eine bescheidene Entschädigung und es
gibt jedes Jahr mehrere weiterbildende Kurse.
Die verweigerten Urkunden
„Etwa ein Drittel der Kinder in
unseren Schulen hat keine
Geburtsurkunde, was bedeutet,
dass sie offiziell nicht existieren
und später in keine öffentliche
Schule aufgenommen werden.“
***
Die unsichtbare Schule
„Ihr werdet uns also eine Schule im
Dorf bauen?“
„Ich klärte die Leute des Gemeinderats über das Missverständnis
auf:
Wir bauen keine Schulen. Aber wir
können euch helfen, selber eine
einzurichten. Sucht einen Raum,
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 237
EIN DORF
MACHT SCHULE
Ich schaue auf die Tafel und sage das Wort.
Ich schaue zur Lehrerin und sie nickt. Ich kann lesen.
Eine besondere Tragik, die (wie
berechnet wurde) in Madagaskar
etwa zweieinhalb Millionen Kindern jegliche Bildungschancen
verwehrt.
Und ein Politikum, weil die
Behörden die Bevölkerung nicht
infomiert sowie komplizierte Amtswege und Gebühren als Hindernisse aufgebaut haben.
„Wir sind da sehr kämpferisch und
versuchen in unserem Einsatzgebiet das Problem zu lösen.“
Die verschwundenen Kinder
„Wieso fehlen seit einigen Wochen
so viele Kinder im Unterricht?“,
fragte ich die Lehrerin.
„Die Reisernte war schlecht. Sie
sind hungrig und zu schwach.“
„Dann müssen wir schnell etwas
tun, damit sie mehr zu essen
bekommen.“
Einer Statistik zufolge leiden etwa
84 Prozent der Madagassen unter
Nahrungsmittelknappheit.
Der verstärkte Anbau der Jamswurzel ist ein wichtiges Element
im Kampf gegen den Hunger. Die
Knollenpflanze ist durch ihren
hohen Nährwert ein guter Ersatz
für Reis, besonders in der Trockenzeit.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
In mehreren Dörfern ist es mit entsprechender Informationsarbeit
gelungen, dass nun auch dort
Jamswurzeln angebaut werden.
Die bedeutungsvolle Flasche
Noch eine Statistik: Nur sieben
Prozent der Bevölkerung unserer
Region haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Das hat gravierende Auswirkungen
auf die Gesundheit. 60 Prozent der
Todesfälle von Kindern beruhen
auf schlechter Wasserqualität oder
mangelnden
sanitären
Einrichtungen.
Ein Ergebnis einer Kampagne zur
Verbesserung der Hygiene erwirkte die Selbstverpflichtung der
Eltern, in jeder Schule zumindest
eine Latrine einzurichten. In etwa
der Hälfte der Schulen ist es
bereits so weit.
Besonders gefällt mir ein Ritual,
das eingeführt wurde und das
eines der Kinder in einem Aufsatz
so beschreibt:
„Jeder Schultag beginnt damit,
dass wir uns sauber machen. Wir
bringen alle von zu Hause eine
Flasche mit Wasser, das wir uns
gegenseitig über die Hände und
Füße gießen. Dann erst können
wir richtig Lesen und Schreiben.“
Madagaskar
Provinz Fianarantsoa
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Schule für 15 Kinder
für 1 Jahr =
300,– Euro
1 Anteilstein =
für 1 Kind für 1 Jahr =
20,– Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
VOZAMA
(Durchführung
im Einsatzgebiet)
Claude Fritz
(Projektkoordinierung
Bericht
Beginn des Projekts
Juli 2009.
Jedes Jahr konnte für etwa
1.000 Kinder ein Vorschulunterricht oder der
Beginn einer Regelschule
ermöglicht werden.
13
… in Indien
Thema
Partner
CAD Community
Action for
Development
LEELAMMA DEVASIA
Die Stärkung der Stellung von Frauen in Indien – wichtiger denn je!
Indien, Nagpur
Bildungsprogramme und
Unterstützung für Frauen und
Mädchen aus Elendsvierteln
Zusammenarbeit mit dem
Entwicklungshilfeklub seit 1989
Projekte im Gesamtwert
von 259.780,– Euro
Leelamma Devasia, Gründerin von CAD
Fotos rechts:
Hilfestellung für Selbsthilfegruppen:
Die Sozialarbeiterin Kumud Patil leitet das
wöchentliche Treffen einer Selbsthilfegruppe.
Berufliche Selbständigkeit:
Monali Lasunte konnte mit Hilfe von CAD ihren
eigenen kleinen Verkaufsladen eröffnen, der
die BewohnerInnen des Slums mit dem
Nötigsten versorgt.
Herstellung von Kunsthandwerk:
Die Frauen des Projekts präsentieren stolz die
Gegenstände, die sie im Kurs herstellen und
anschließend verkaufen.
14
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Community Action for
Development (CAD)
Community Action for Development
(CAD) wurde 1983 von Frau
Dr. Leelamma Devasia gegründet
und ist seit 1989 Partner-Organisation des Entwicklungshilfeklubs. CAD
arbeitet mit den Ärmsten der Armen
zusammen. Der Schwerpunkt der
Tätigkeit liegt in der Arbeit mit
Frauen und Mädchen aus den
Elendsvierteln von Nagpur. Die
Aktivitäten der Organisation reichen
von der Förderung der beruflichen
Selbständigkeit durch diverse Kurse,
Bildungs- und Aufklärungsarbeit,
Rechtsberatung bis hin zur Gesundheitsversorgung. Die Erfolge sprechen für sich: Tausenden von Frauen
und Mädchen konnten seit dem
Beginn der Zusammenarbeit mit dem
Entwicklungshilfeklub im Jahr 1989
unterstützt werden.
Das engagierte Team von CAD, welches aus dem Ehepaar Devasia und
den beiden Sozialarbeiterinnen
Kumud Patil und Sobha Dhoke besteht, steckt viel Energie und
Herzblut in seine Aktivitäten.
„Der Grundgedanke, der uns seit den
Anfängen von CAD begleitet, besteht
darin, die Menschen an ihrer eigenen
Entwicklung aktiv zu beteiligen. Dies
ist unsere Philosophie. Sie müssen
sich mit dem Projekt identifizieren,
spüren, dass es nur durch ihre aktive
Mitarbeit erfolgreich sein kann.
Partizipation ist der Schlüssel zum
Erfolg.
Wir stellen die Rahmenbedingungen
her, organisieren Kurse und unterstützen die Frauen. Dabei bringen
wir ihnen Vertrauen und Respekt
entgegen, damit sie sich endlich frei
entfalten können.“
Meine Lebensaufgabe: Die
Stärkung der Stellung von Frauen
„Der Zugang zu Bildung ist für
Frauen, welche in Elendsvierteln
leben, meist nur sehr schwer möglich. Häusliche Gewalt und gesellschaftliche Unterdrückung verschlimmern die Situation zusätzlich.
Unterdrückung und Gewalt gegen
Frauen sind leider nach wie vor aktuelle Themen in Indien. Deshalb ist es
für mich besonders wichtig, den
Frauen Selbstsicherheit zu vermitteln
und ihnen einen Ausweg aus der vermeintlich aussichtslosen Situation zu
zeigen. Die Stärkung der Stellung
der Frauen in Indien ist wichtiger
denn je zuvor und gleichzeitig zu
meiner Lebensaufgabe geworden.
Seit 30 Jahren gibt es CAD nun
schon und ich bin sehr stolz auf das,
was wir in Nagpur bereits alles
erreicht haben. Nagpur ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates
Maharashtra und hat eine Einwohnerzahl von 2,5 Millionen. Die Armut
treibt die Menschen zu Tausenden
auf der Suche nach Arbeit in die
Stadt. Angehörige unterdrückter
Volksgruppen in ländlichen Gebieten
fliehen nach Nagpur, um den brutalen Übergriffen, die immer häufiger
vorkommen, zu entfliehen. Die jungen Frauen und Mädchen sind entwurzelt, hungrig und verängstigt und
landen in einem der insgesamt 300
Slums der Stadt. Die Hoffnung auf
ein besseres Leben erweist sich sehr
schnell als trügerisch und das Elend
in den Slums wird zur bitteren
Realität.
Gemeinsam mit dem Entwicklungshilfeklub unterstützen wir diese von
ihrem schweren Schicksal benachteiligten Frauen.“
Mit Engagement und vollem
Einsatz für benachteiligte Frauen
Leelamma lebt gemeinsam mit ihrem
Mann Dr. Varghese Devasia in
Nagpur. Als Professorin für Sozialarbeit und Soziologie lehrte sie an
den Universitäten in Nagpur und
Mumbai und beschäftigte sich so
auch beruflich schon lange mit den
Gesellschaftsstrukturen und dem
sozialen Gefälle in Indien.
Seit 2008 ist sie im Ruhestand und
widmet sich seitdem voll und ganz
den Frauen und Mädchen des
Projekts. Täglich verbringt sie mehrere Stunden in den Elendsvierteln und
unterstützt die beiden Sozialarbeiterinnen bei ihrer Arbeit. Darüber
hinaus kümmert sich Leelamma um
den bürokratischen Aufwand, der für
das Projekt anfällt, wie beispielsweise die Registrierung von Selbsthilfegruppen, die Zusammenarbeit mit
diversen Ämtern, die Erstellung von
Anträgen sowie die Vermittlung zu
möglichen Arbeitgebern.
Leelamma engagiert sich auch
außerhalb ihrer Tätigkeit in der
Organisation für die Stärkung der
Stellung von Frauen in Indien. Sie ist
Autorin zahlreicher Bücher, welche
die Rechte der Frauen Indiens thematisieren.
„Ich bin meinen Eltern unendlich
dankbar, dass sie mich studieren ließen und mich förderten.
Als Frau in Indien ist es leider nach
wie vor schwierig, einen Zugang zu
Bildung zu finden, geschweige denn
einen Hochschulabschluss zu erlan-
gen. Dies resultiert einerseits aus der
gesellschaftlichen Stellung der Frau
und andererseits aus den finanziellen Nöten, unter denen viele Familien
leiden. Deshalb ist es mir immer
schon eine Herzensangelegenheit
gewesen, Frauen und Mädchen den
schwierigen Weg zu Bildung zu
ebnen.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
In den letzten 25 Jahren haben wir
auf Grund der Unterstützung des
Entwicklungshilfeklubs, dem wir sehr
eng verbunden sind, unendlich viel
erreicht. Gemeinsam haben wir es
geschafft, dass tausende Frauen
Alphabetisierungskurse und Aufklärungsprogramme besuchen konnten,
Ausbildungen durchliefen und nun
endlich in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken können.“
15
… aus Kenia
Thema+ Worte
Bilder
Komm und
spiel mit mir …
16
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
17
neues projekt
Von Karotten und
Autoreifen träumen
„Wir essen ein Mal pro
Tag Mais oder Reis.
Mehr gibt es nicht.
Die Preise sind so
stark gestiegen, dass
wir uns kein Gemüse
mehr leisten können“,
klagen die Frauen im
Slumviertel.
Sie möchten gerne die
Fleckchen Erde rund
um die Hütte und
andere brachliegende
Flächen nutzen und
Gemüse anbauen.
Doch auch das können
sie sich nicht leisten,
denn sie bräuchten
Saatgut, Werkzeuge,
Erde, Wasser …
Gemüse hilft, sich
selbst zu versorgen
und den Hunger zu
besiegen.
Und Hoffnung
schenkt Leben,
wie man in Haiti sagt.
„Ich habe alles, wovon Frauen hier
träumen: ein Haus, eine Familie,
und einen kleinen Garten, aber
glücklich bin ich nicht.“
Sie hat ein Haus, aber es droht
einzustürzen, und sie konnte es
immer noch nicht reparieren,
obwohl schon drei Jahre seit dem
Erdbeben vergangen sind.
Sie hat einen Mann, aber der hat
keine Arbeit und bringt kein Geld
nach Hause.
Sie hat zwei Kinder, aber die sind
hungrig, weil es nicht jeden Tag
etwas zu essen gibt. Und sie in die
Schule schicken, kann sie sich
auch nicht leisten.
Elide Barthole lebt in Carrefour
Feuilles, einer der größten Slumsiedlungen von Port au Prince.
Die Hügel am Rand der haitianischen Hauptstadt waren einmal
ein üppiges Waldgebiet.
„Wie die meisten Familien sind wir
vom Land hierher gezogen, weil
auf unserem verödeten Feld nichts
mehr wuchs. Inzwischen versucht
die Stadtverwaltung nicht mehr,
uns zu verjagen, aber wir glauben
nicht mehr, dass sie uns helfen
wird, und für Wasser- und Stromleitungen oder ein Kanalnetz in
unserem Viertel sorgen wird.“
Und was ist mit dem Garten, von
dem sie auch träumt?
Ja, den hat sie auch. Ein kleines
Stück Land mit steinharter Erde,
Schutt und Müll.
„Hier möchte ich aber gerne wieder Gemüse anbauen.“
***
18
,Urban gardening‘, was so viel
bedeutet wie ‚Gärtnern in der
Stadt‘ ist ein rettender Strohhalm
für Millionen Familien in den
Randsiedlungen großer Städte.
Brachliegende Flächen werden
genützt, um Gemüse anzupflanzen: freie Flächen zwischen den
Häusern, entlang der Straße, in
einem Park, am Flussufer …
„Das gab es auch in Carrefour
Feuilles, doch dann kam 2010 das
Erdbeben: Die Hälfte der Häuser
zerstört, Tote, Chaos, Hunger und
Epidemien. Immer noch liegen
Berge von Schutt herum. Es ist
nicht leicht, hier Gemüse anzubauen, viele versuchen es dennoch,
weil sie kein Geld haben, um
Lebensmittel einzukaufen“,
erzählt ein Projektmitarbeiter.
Er fügt hinzu, welche Probleme es
beim Gärtnern in der Stadt gibt
und wie sie vermieden oder gelöst
werden können.
„Die Nutzungsrechte der Flächen
zwischen den Häusern müssen
die Nachbarn untereinander klären, damit es später keine
Streitereien gibt. Die Stadtverwaltung sollte auch ungenutzte Gemeindeflächen zur Verfügung stellen, damit die Familien dort
Gemüse anbauen können.
Benötigt wird vor allem hochwertiges Saatgut, damit auf den
winzigen Flächen nennenswerte
Erträge geerntet werden können.
Außerdem wird nährstoffreiche
Erde benötigt. Auf Schutthalden
und auf steinhartem Boden wächst
nichts.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 269
HOFFNUNG
SCHENKT
LEBEN
Ein paar Quadratmeter zwischen den Häusern –
dort könnten wir Gemüse anbauen.
Und dann müssen wir den
Familien mit Werkzeugen und
Geräten helfen. Die meisten
Familien können sich nicht einmal
einen alten Autoreifen leisten.“
***
Einen Autoreifen? Wozu?
„Eine großartige Erfindung: Unter
dem Reifen wird eine Plastikplane
ausgelegt, der Reifen selbst mit
nährstoffreicher Erde gefüllt und
dann je nach Wunsch mit Saatgut
oder Setzlingen bestückt.
Diese Minibeete, in denen die
Pflanzen in der Wachstumsphase
besser geschützt sind, haben auch
den Vorteil, dass man sie gegebenenfalls ein wenig verschieben
kann.“
***
So soll in Carrefour Feuilles das
urban gardening zum Nutzen der
Bewohner wieder möglich werden.
Unsere Partner-Organisation verfügt über zwei Baumschulen für
Stecklinge und Setzlinge sowie
eine Anlage für Saatgutproduktion.
Es geht dabei um Kraut, Zwiebel,
Tomaten, Spinat, Karotten, Salat,
Melanzani, Paprika, Pfefferoni,
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
Paprika und lokale Gemüsearten.
Einige Frauen sollen zu ‚Stadtgärtnerinnen‘ ausgebildet werden,
um die Familien zu beraten und
ihnen beim Anlegen der Gärten zu
helfen. Weiters werden sie sich um
eine Unterstützung durch die
Stadtverwaltung bemühen.
Mit unserem Projekt bitten wir um
Unterstützung zur Deckung der
Kosten für Saatgut, Werkzeuge
und anderes Material, damit eine
Familie einen kleinen Gemüsegarten anlegen kann.
Slumbewohner sollen damit ihre
eigene Versorgung mit Gemüse
sichern und im Idealfall so viel produzieren, dass sie durch den
Verkauf eines kleinen Überschusses ein wenig Geld erwirtschaften
können.
Es ist dies eine Frage des Überlebens für viele Familien, die in
einem von Krisen und Katastrophen geschüttelten Land immer
mehr im Elend versinken.
„Ich habe eine Frau gesehen, die
auf den Markt ging, um für ihre
Familie einzukaufen und mit einer
einzigen Karotte heimkehrte.“
Haiti
Carrefour Feuilles,
Slumviertel der
Hauptstadt
Port au Prince
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Gemüseanbau im Slum
für 5 Familien =
275,– Euro
Saatgut, Setzlinge,
Werkzeug, Behälter, nährstoffreiche Erde.
1 Anteilstein =
für 1 Familie =
55,– Euro
Projektpartner
und –leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Cozpam und Aprosifa
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Hadson Kagbo
(Projektkoordinierung)
Neues Projekt
seit Februar 2013.
Die detaillierte
Beschreibung schicken
wir gerne zu.
19
aktuelle Projekte
wo – was – wie – wieviel ?
Konkret und überschaubar:
Indien
Bei all unseren Projekten stehen Menschen im Vordergrund, die wir möglichst direkt unterstützen.
Wir unterscheiden zwei Arten von Projekten: Mikros und Supermikros.
Mikro: 3-stellige Projektnummer
Die Durchführung erfolgt mit langjährigen europäischen
Partner-Organisationen. Jedes Mikro (= Projektbaustein)
finanziert einen konkreten Teil eines größeren Projekts.
Super-Mikro: 4-stellige Projektnummer (SM)
Projekte mit meist kleinen, lokalen Organisationen.
Die Finanzierung wird im Idealfall zur Gänze von einer
Gruppe/Firma oder Einzelperson übernommen.
Indien
Indien
Kambodscha
Asien
Bangladesch
Bangladesch
Bangladesch
Burma
Indien
Indien
Indien
Indien
Indien
20
225 DER ARMUT ENTKOMMEN (Starthilfe)
Existenzgrundlage für Familien durch Ausbildung und
finanzielle Starthilfe für Gemüsegarten, Kuh,
Kleintierzucht, Verkaufsstand, Heimhandwerk ...
Nepal
Starthilfe / Familie:
1 Familienmitglied:
122,00
24,40
Nepal
236 EIN GUTER WEG (Schulbildung)
Bildung für arbeitende Kinder aus den Slums in einer
Schule, die ihren Bedürfnissen angepasst ist und wo sie
auch eine Mahlzeit bekommen.
Schule für
3 Slumkinder / Jahr:
1 Kind / ½ Jahr:
266 IN ALTER FRISCHE (Alte Menschen)
Sicherung der Existenzgrundlage von alten, zumeist
alleinstehenden Frauen in Dörfern durch Gemüseanbau,
Tierzucht, Kleinhandel ...
Startkapital
für 1 alte Frau:
¼ Startkapital:
150,00
37,50
267 DIE WAHRHEIT ERNTEN (Reisanbau)
Ernährungssicherung für Reisbauernfamilien zur
Bekämpfung des Hungers durch Umstellung auf
angepasste, ökologische Anbaumethoden und Tierzucht.
Starthilfe und
Schulungen für
1 Familie / 3 Jahre:
1 Familie / ½ Jahr:
243,00
41,00
115 FLUG NACH MORGEN (Straßenkinder)
An ‘Stützpunkten’ (Park, Markt, Hof ...) in Delhi treffen
Straßenkinder zusammen und bekommen Schulbildung,
medizinische Behandlung, Beratung ...
Betreuung von
10 Straßenkindern:
1 Kind / Jahr:
366,00
36,60
253 KIND SEIN DÜRFEN (Kinderzentrum)
Schulbildung mit Unterkunft und Verpflegung für ein
kindgerechtes Leben für arme, kranke, arbeitende und
diskriminierte Kinder.
Schule, Versorgung
für 1 Kind / Jahr:
1 Monat:
258 ENDLICH ZUFLUCHT FINDEN (Obdachlose)
Schlafplatz in einer Nachtunterkunft und bei Bedarf auch
konkrete Hilfe und Mahlzeiten für obdachlose Frauen und
Männer in Delhi.
259 BLATT FÜR BLATT (Einkommensschaffung)
Frauen verarbeiten Bananenfasern und können mit dem
Verkauf ihrer Produkte (Taschen, Decken, Seile ...) ein
Einkommen erwirtschaften.
228,00
38,00
Tadschikistan
260,00
26,00
Äthiopien
174,00
29,00
Äthiopien
Produktionshilfe
3 Frauen / 3 Jahre:
1 Frau / 1 Jahr:
2734 Gesundheitsversorgung in Slums
Unterstützung von
SM Ärztliche Beratung, Untersuchungen und Medikamente in
20 Gesundheitsinsgesamt 20 Gesundheitsstationen für die
stationen:
BewohnerInnen von 10 Elendsvierteln in Nagpur.
1 Gesundheitsstation:
238,00
26,00
Burundi
3.285,00
165,00
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Computerkurse,
Handwerkskurse,
Workshops zu
aktuellen Themen:
2.535,00
Rechtsberatung
für Frauen und
Mädchen:
2.785,00
Bücher, Kreide,
Schreibmaterialien,
5 Betreuerinnen:
2.285,00
252 WASSER DER FRAUEN (Trinkwasser)
Verwandlung von Wasser aus Tümpeln in Trinkwasser
durch Filterung und UV-Licht, Abfüllen in Kanister und
Belieferung der Dorfbewohner durch Frauengruppen.
Trinkwasser
für 10 Familien:
1 Familie:
318,00
31,80
240 PFADE NACH OBEN (Bergbauern)
Bewässerungssystem und Saatgut für Bergbauern im
Himalaya zur Verbesserung der Ernten und Sicherung
der Lebensmittelversorgung.
Bewässerung und
Saatgut für
3 Familien:
1 Familie:
195,00
65,00
Betreuung von
50 Notleidenden:
5 Notleidende:
304,00
30,40
2745 Medizinische Versorgung für bedürftige Kinder
SM Ermöglichung einer ärztlichen Behandlung,
Medikamente, Röntgenaufnahmen, Operationen,
Narkosen etc. für 30 notleidende Kinder in Duschanbe.
Spitalsbett,
Gehaltskosten Ärztin,
für 30 Kinder / Jahr:
6 Kinder / Monat:
3.000,00
50,00
262 WASSER IST DER ANFANG (Brunnen)
Sauberes Trinkwasser und Verbesserung der
hygienischen Bedingungen für BewohnerInnen entlegener Dörfer durch Neubau und Sanierung von Brunnen.
Wasserversorgung
für 5 Familien:
1 Familie:
200,00
40,00
Herberge und
Ausbildung für
1 Frau mit Kind:
1 Monat:
292,00
31,00
zehnmonatige
Ausbildung
für 1 Frau:
1 Monat:
147,00
14,70
Werkzeuge, Geräte,
Viehzucht für
1 Bauernvereinigung:
1 Familie / Jahr:
262,00
13,10
2737 Mit den eigenen Rechten vertraut machen
SM Rechtsberatung und Rechtshilfe für Frauen und Mädchen
aus den Elendsvierteln von Nagpur sowie Hilfestellung
bei Gerichts- und Anwaltskosten.
2739 Entlastung für Mütter durch Kinderbetreuung
SM In fünf Balwadis erhalten insgesamt 200 Kinder
Vorschulunterricht und Betreuung, damit die Frauen
in den Slums von Nagpur entlastet werden.
244 SEGEN DER GÖTTER (Mobile Klinik)
Psychiatrische Betreuung und Hilfe für seelisch und
geistig Notleidende in Dörfern, die ohne jegliche
medizinische Behandlung und Betreuung sind.
Afrika
Angola
Notunterkunft für
3 Obdachlose / Jahr:
1 Person / ½ Jahr:
2735 Bildungs- und Aufklärungsprogramme
SM Maßnahmen für Frauen und Mädchen aus den Elendsvierteln von Nagpur: Computer- und Handwerkskurse,
Workshops zu Umwelt, Hygiene und Arbeitsplatzsuche.
199 DER STRASSE ENTKOMMEN (Junge Mütter)
Herberge für junge obdachlose und verstoßene Mütter
und deren Babys sowie achtmonatige Ausbildung der
Frauen und Startkapital für eine Existenzsicherung.
216 LERNEN UND LEBEN (Arme Frauen)
Ausbildung für alleinstehende arme Frauen, damit sie
mit Nähen, Korbflechten, Sticken etc. ein Einkommen
erwirtschaften können.
264 FREUDE UND STOLZ (Landwirtschaft)
Vermittlung neuer landwirtschaftlicher Methoden, um die
Erträge der kleinen Felder der Bauern in einem der
dichtest besiedelten Gebiete Afrikas zu steigern.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
21
aktuelle Projekte
wo – was – wie – wieviel ?
Kamerun
Kenia
Kongo, DR
Somalia
Südsudan
Madagaskar
Mali
Niger
Niger
246 DU BIST WILLKOMMEN (Straßenkinder)
Betreuung von Straßenkindern in einem Tageszentrum
und Unterstützung beim Versuch, von der Straße
wegzukommen.
Betreuung von
5 Straßenkindern / Jahr:
1 Straßenkind:
241 DEN KREIS SCHLIESSEN (Müllsammler)
Werkzeuge für Jugendliche aus Slumsiedlungen, die
Plastikmüll sammeln, zu neuen Produkten verarbeiten
und damit ein Einkommen erwirtschaften.
Müllverarbeitung,
1 Jugendlicher
für 3 Jahre:
½ Jahr:
268 DAS SCHÖNE FINDEN (Straßenkinder)
Unterstützung von 100 Plastikmüll sammelnden Straßenkindern in Kinshasa durch den Ankauf des Mülls zu
einem fairen Preis, Sozialbetreuung und Ausbildung.
Unterstützung
für 1 Kind / Jahr:
1 Kind / Monat:
256 SPITAL DER HOFFNUNG (Kinderspital)
Betten, medizinische Geräte, Sanitäranlagen, Wasser etc.
zur Sicherung der Versorgung von kranken Kindern im
einzigen Kinderspital des Landes.
1 Spitalsplatz für
Kinder für 1 Jahr:
5 Kinder / Monat:
261 SEGEN AUS DER TIEFE (Trinkwasser)
Einsatz von ‘BrunnenbetreuerInnen’, damit das Wasser
aus neuen und instandgesetzten Dorfbrunnen sauber
bleibt und Krankheiten vermieden werden.
237 EIN DORF MACHT SCHULE (Dorfschulen)
Schultafel, Bücher, Hefte und weiteres Lern- und
Lehrmaterial für Vorschulen für Kinder in entlegenen
Dörfern und zur Vorbereitung auf den Schulbesuch.
215,00
43,00
Ecuador
166,00
27,70
Ecuador
180,00
15,00
Ecuador
1 BrunnenbetreuerIn
Ausbildung und
Einsatz für 1 Jahr:
¼ Jahr:
287,00
24,00
Ecuador
134,00
33,50
Ecuador
Vorschule
15 Kinder / Jahr:
1 Kind:
2728 Werkzeuge des Wissens
SM Alphabetisierungskurse und handwerkliche
Berufsausbildungen für Frauen zu Schneiderinnen und
Bäckerinnen in Darsalam und Zougoumé.
Schreibutensilien,
4 Nähmaschinen,
Stoffe,
Zuschneidetische:
251 QUELLEN DER HOFFNUNG (Nomaden)
Wasserstellen auf den Wanderrouten der Nomaden,
damit sie ihre Tiere auf den verfügbaren Weideflächen
tränken können.
Wasser für
1 Nomadenfamilie
und ihre Tiere:
1 Familienmitglied:
265 EIN HELLER SCHEIN (Schulkinder)
Warme Mahlzeiten und Milch von neu angekauften
Ziegen zur Verbesserung der Ernährung für etwa
1.065 hungernde Schulkinder.
Brasilien
300,00
20,00
Haiti
3.260,00
Haiti
114,00
22,80
Haiti
Ernährung für 1 Kind
für 10 Monate:
1 Monat:
100,00
10,00
Nicaragua
Nicaragua
Lateinamerika
Bolivien
Brasilien
22
Peru
239 DAS GANZE JAHR (Hochfelder)
Aufschüttung des Ackerlandes, damit bei Überflutungen
Felder und Ernte nicht vernichtet werden und so die
Existenz der Kleinbauern gesichert ist.
Hochfeld für
1 indianische Familie:
1 Familienmitglied:
200,00
33,00
2747 Landwirtschaftliche Ausbildung fürs Leben
SM Fachausbildung für Jugendliche aus armen Familien in
Bahia in ökologischen Anbaumethoden, Kleintierzucht
und Produktvermarktung.
Internatsaufenthalt
und Lehrmaterial,
6 Jugendliche / Jahr:
3.000,00
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
2715 Ein Bildungszentrum für benachteiligte Kinder
SM Betreuung und Förderunterricht für 25 Kinder aus armen
Familien in Sao Miguel do Fidalgo, die sonst eine
Grundstufe wiederholen müssten.
Gehälter für
2 Betreuerinnen
/ Schuljahr:
2.500,00
226 WURZELN SCHLAGEN (Hausbau)
Einfache, aber menschenwürdige Häuser aus Holz und
Bambus für Familien, welche die Not am Land in die
Slums von Guayaquil getrieben hat.
Bauteile für 1 Haus
im Slum:
Wohnraum für
1 Familienmitglied:
249 SCHRITT FÜR SCHRITT (Landwirtschaft)
Verbesserung der Lebensbedingungen der Awa-Indianer
durch Beratung und Unterstützung bei der Umstellung
auf ökologische Anbaumethoden.
Hilfe für
5 Bauernfamilien für
1 Jahr:
1 Bauernfamilie:
288,00
57,60
2679 Eine Küche für das Dorf Galte Jatun Loma
SM Bau und Ausstattung einer Gemeinschaftsküche für eine
bessere und ausgewogene Ernährung der Kinder und
zur Entlastung der Mütter.
Gemeinschaftsküche:
4.100,00
8 Alpakas:
1 Alpaka:
3.300,00
412,50
Aufforstung
ca. 18.400 Setzlinge:
ca. 184 Setzlinge:
3.190,00
31,90
209 EIN STÜCK PARADIES (Waldgärten)
Anlegung von Waldgärten (Obstbäume, Gemüsegärten,
Felder), die den verkarsteten Boden wieder fruchtbar
machen und den Familien gute Ernten bringen.
Setzlinge für
10 Bauernfamilien:
1 Familie:
210,00
21,00
243 MIT HEILENDEN HÄNDEN (Gesundheit)
Medizinische Versorgung der Landbevölkerung durch
Hebammen und Gesundheitsarbeiterinnen, die Familien
in entlegenen Dörfern betreuen.
Einsatz 1 Hebamme
oder Helferin / Jahr:
1 Monat:
181,00
15,00
Saatgut, Setzlinge,
Werkzeuge für
5 Familien:
1 Familie:
275,00
55,00
Gehälter für
5 BetreuerInnen /
Jahr:
1 BetreuerIn /Jahr:
4.200,00
840,00
Zuschuss zum Gehalt
der Psychologin und
Koordinatorin:
2.540,00
Ausbildung für ökologischen Anbau für
3 Familien / 3 Jahre:
1 Familie / Jahr:
188,00
20,90
2685 Alpakas für das Dorf Pulingui San Pablo
SM Erwerb von insgesamt 53 Alpakas für 48 Familien
zur Aufzucht, Erzeugung und Vermarktung von
Strickwaren (insgesamt 6 Supermikros).
2686 Aufforstung im Andendorf Santa Teresita
SM Aufforstung der Dorfhänge mit insgesamt 150.000
Setzlingen zur Bodenfestigung und zum Quellschutz
(insgesamt 8 Supermikros).
269 HOFFNUNG SCHENKT LEBEN (Gemüseanbau)
Unterstützung von Familien beim ertragreichen Anbau
von Gemüse auf brachliegenden Flächen („urban
gardening“) im Slumviertel Carrefour Feuilles.
2746 Betreuung von Kindern und Jugendlichen
SM Sozialzentrum in der Stadt Condega für 120 Kinder:
Nachilfe und Freizeitgestaltung in einer sicheren
Umgebung mit Tanz-, Koch- und Computerkursen.
2726 Rechtsberatung und psychologische Betreuung
SM Frauen, die von Gewalt und Missbrauch betroffen sind,
erhalten in Achapua gezielte Beratung zur Durchsetzung
ihrer Rechte und professionelle psychologische Hilfe.
263 ZUKUNFT SÄEN (Kleinbauern)
Ernährungssicherheit für 400 Kleinbauernfamilien im
Yuracyacu-Tal durch Beratung, Betreuung, Saatgut,
bessere Anbaumethoden und ökologischen Anbau.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
340,00
68,00
23
unser projekt
Wasser kaufen ist
ein gutes Geschäft
Die Frau auf dem Foto heißt Soy
Sin, ist 25 Jahre alt, hat zwei
Kinder und lebt in Krouke, einem
Dorf in Kambodscha. Mit ihrem
Mann baut sie Reis und Cashewnüsse an.
„Abkochen?
Das dauert zu lange
und woher das
Brennholz nehmen?
Filter ?
Zu teuer und zu klein
für die ganze Familie.
Tabletten? Das
Wasser schmeckt
dann nach Chemie.“
Die Lösung, um nicht
mehr das verseuchte
Wasser aus dem
Tümpel trinken zu
müssen, sondern
sauberes Trinkwasser
zu haben:
Das
Wasser der Frauen
aus der Anlage im
Dorf gewonnen und
von der Dorfgruppe
ins Haus geliefert.
24
Projekt 252
WASSER
DER FRAUEN
Kambodscha
„Ich gab eine Menge aus, um
Propangas-Flaschen zu kaufen
und verbrachte Stunden damit,
Wasser abzukochen. Jetzt spare
ich nicht nur Zeit, sondern auch
Geld. Wie ich das mache?
Ich kaufe sauberes Wasser!“
Soy Sin war Teilnehmerin am
ersten Gesundheits- und Hygienekurs in ihrem Dorf und eine der
ersten Kundinnen des Wasser projekts.
Eine Mitarbeiterin erklärt:
„Wie in anderen Dörfern war auch
in Krouke der Gesundheitszustand
der Bewohner schlecht. Es gab 20
bis 30 Personen, die jeden Monat
an Durchfall oder unter ähnlichen
Beschwerden litten, die durch das
Wasser, das sie aus dem Tümpel
schöpften, entstanden.“
Das umso mehr, als viele Familien
Tümpel- und Regenwasser trinken, ohne es, wie Soy Sin, abzukochen.
Die Situation verbessert sich
bereits, wenn es gelingt, die
Dorfbewohner zur Teilnahme an
den Kursen und Informationstreffen zu bringen.
Das Foto zeigt ein solches Treffen
im Dorf Trapang Reasey. Am
Boden liegen Bilder ausgebreitet,
welche
die
ausführlichen
Erklärungen des Gesundheitsarbeiters veranschaulichen.
„Dann machen wir eine Umfrage
unter den Familien im Dorf, ob sie
bereit sind, für eine regelmäßige
Lieferung von sauberem Wasser
zu zahlen.
In manchen Dörfern sagen bis zu
80 Prozent ‚Ja‘ und wenn es
dadurch genug Kunden gibt, um
eine Wasseraufbereitungsanlage
zu rechtfertigen, helfen wir bei
deren Errichtung.
In diesen an sich recht einfachen
Anlagen wird Wasser gefiltert und
mit ultraviolettem Licht bestrahlt,
wodurch Krankheitserreger zerstört werden.
Oberflächenwasser wird in Tanks
gepumpt, wo zunächst die
Schwebstoffe entfernt werden.
Dann wird das Wasser in einen
Metallbehälter geleitet, in dem sich
vier verschiedene Filter befinden,
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Ich trinke das Wasser aus dem Teich.
Aber erst nachdem die Frauen es gereinigt haben.
die mit Strom aus einem Sonnenpanel betrieben werden.
Nach der Filtrierung und der UVBestrahlung wird das jetzt saubere
Wasser in gereinigte Behälter
abgefüllt. Pro Stunde können so
bis zu 600 Liter Trinkwasser
gewonnen werden.
Frau Ean Chan China ist mit den
Kanistern zu sehen, die im Dorf
Prey Preal Kha aufbereitet worden
sind.
„Ein Mann fährt mit seinem
Motorrad samt Anhänger jeden
Tag zu den Kunden und liefert das
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
Wasser an unsere ‚Abonnenten‘
und an einige Verkaufsstände.“
20 Liter kosten umgerechnet 15
Cent. Das bedeutet, dass eine
5-köpfige Familie mit 2,50 Euro
pro Tag ihren Bedarf an zwei Litern
Trinkwasser pro Person decken
kann.
Die Anlagen werden von einer
Frauengruppe aus dem Dorf
betreut, die damit ein Einkommen
erwirtschaften kann.
Das Foto zeigt drei von ihnen, die
dafür sorgen, dass alle Kunden
regelmäßig beliefert und entsprechend versorgt werden.
Mit dem Wasser, das die Frauen
liefern, werden Krankheiten vermieden und Gesundheit kehrt in
die Dörfer ein.
Provinzen Kratie und
Kampong Thom
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Trinkwasserversorgung
für 10 Familien =
318,– Euro
Anteilige Kosten für die
Aufbereitungsanlage (Filter,
UV-Lampe, Solaranlage,
Pumpe, Kanister …)
1 Anteilstein =
Reines Trinkwasser
für 1 Familie =
31,80 Euro
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Teuk Saat,
1001 Fontaines
pour Demain
(Durchführung im
Einsatzgebiet
Sok Kim
(Projektkoordinierung)
Bericht
Seit Projektbeginn im
Juli 2011 können durch
neue Aufbereitungsanlagen
über 1.200 Familien
mit sauberem Trinkwasser
versorgt werden.
25
… in Österreich
Engagement
Theater in Wien
Drei Wiener Theater öffneten
Ende letzten Jahres ihre Türen
und die Herzen des Publikums
für den Entwicklungshilfeklub.
Nach dem Schlussapplaus und
motivierenden Worten von
Theaterdirektoren und Schau-
spielern stellte sich das jeweilige Ensemble im Foyer auf, um
mit Körben oder Hüten für die
gute Sache zu sammeln.
Den Anfang machte das Theater
in der Josefstadt mit dem Stück
„Geschichten aus dem Wienerwald“. Das Ensemble rund um
Herbert Föttinger und Erwin
Steinhauer bat um Spenden für
das Projekt „Der Straße entkommen“. Acht junge Straßenmütter
in Äthiopien finden jetzt in einer
Herberge Geborgenheit und
einfühlsame Betreuung.
Das Ensemble des Burgtheaters,
allen voran Peter Simonischek,
öffnete mit viel Engagement
und Humor die Brieftaschen
der Besucher der Vorstellung
„Prinz Friedrich von Homburg“.
Für 78 Kleinbauern in Burma
weht seitdem ein neuer, ein
Friedenslauf 2013
Frühjahrsmüde? Antriebslos? –
Wir haben die Lösung für Ihr
Problem!
Das bewährte Belebungsmittel
ist bereits seit vielen Jahren
verfügbar und wird einmal jährlich am Wiener Rathausplatz
verabreicht. Bewegung an frischer Luft und soziales Engagement für Kinder in Not helfen
auch in schweren Fällen von
Frühjahrsmüdigkeit.
Garantierte Nebenwirkungen
sind gute Laune und tolle
Stimmung, dazu tragen auch ein
großartiges Buffet und die heißen Rhythmen einer Schülerband bei.
Gebrauchsanleitung: Sponsoren
suchen, möglichst viele Runden
um das Wiener Rathaus laufen
und mit dem „erlaufenen“ Geld
Kindern in Indien helfen, deren
Eltern zu arm sind, um ihnen
hoffnungsvoller Wind. Saatgut,
Werk zeuge und ökologischer
Reisanbau helfen den allgegenwärtigen Hunger zu besiegen.
Kurz vor Weihnachten erzählte
dann Direktor Michael Schottenberg im Volkstheater dem Publikum von Straßenkindern in
Bangladesch und dem unvergessenen Engagement Otto
Tausigs.
Nach der Vorstellung „Im weißen Rössl“ sammelten die
Schauspielerinnen und Schauspieler Spenden in ihren Hüten.
Die erreichte Summe macht es
möglich, dass 17 Straßenkinder
in Dhaka, Bangladesch, eine
Schule besuchen dürfen und
damit dem Kreislauf extremer
Armut entkommen können.
Wir danken den Direktoren und
Ensembles für den großartigen
Einsatz als „Schnorrer“ im Sinne
Otto Tausigs.
den Besuch einer Schule zu
ermöglichen.
Bei eventuellen Fragen wenden Sie sich bitte an den
Entwicklungshilfeklub oder an
rathaus@friedenslauf.at.
Wir freuen uns darauf, gemeinsam etwas zu tun, damit Kinder
in Indien „Kind sein dürfen“.
Gemeinsam mit unseren Spenderinnen und Spendern dürfen wir auf ein erfolreiches Jahr zurückblicken, in dem wir vielen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika helfen konnten, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Insgesamt 1.577.228,20 Euro wurden uns
2012 für unsere Projekte anvertraut.
Gemäß unseren Prinzipien seit der Gründung des Entwicklungshilfeklubs
werden diese Spenden zu hundert Prozent in die Projekte weitergeleitet.
Dies ist möglich, weil die Arbeit des Klubs vom Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen wird sowie von vier
transparenten finanziellen Säulen.
Projektspenden 2012
1.577.228,20 Euro
Die uns anvertrauten
Projektspenden setzten wir
auch 2012 wieder zur
Gänze für Projekte ein:
Lateinamerika: 24 Projekte
Afrika:
29 Projekte
Asien:
46 Projekte
Klub- und
Mitgliedsbeiträge
65.492,82 Euro
Teambeiträge
22.012,12 Euro
Aktionskostenbeiträge
176.779,20 Euro
von 1.045 Förderern
und Mitgliedern ermöglichen Projektbetreuung
und -information,
Benefizveranstaltungen,
Infostände und vieles
mehr.
von 38 KlubMitarbeiterinnen
und Mitarbeitern
decken die laufenden
Kosten für das
Klubbüro.
von europäischen
Partner-Organisationen
tragen die Kosten für
Gehälter, größere
Anschaffungen,
Projektbesuche.
Seit dem Jahr 2002 bilanziert der Entwicklungshilfeklub gemäß dem
Vereinsgesetz für große Vereine.
Die Rechnungsprüfung wird alljährlich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durchgeführt.
Unsere gesamte Spendenverwaltung und Buchhaltung liegt in den Händen
von fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Eine Leistung, auf die wir alle
besonders stolz sind. Das Spendengütesiegel wird dem Klub seit dem
Jahr 2004 jährlich verliehen.
12. Friedenslauf
um das Wiener Rathaus
am 20. April 2013
von 9.00 bis 12.00 Uhr
Spenden an den Entwicklungshilfeklub sind steuerlich absetzbar (Reg.Nr. SO 1207).
www.friedenslauf.at
26
Jahresbericht 2012
Bitte arbeiten Sie auch 2013 gemeinsam mit uns an einer lebenswerten Welt für alle!
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
27
… Enthusiasmus
uns verbindet
Alumnis
im Klub
Auf Initiative und Einladung
unseres ehrenamtlichen Mitarbeiters Richard Mischak besuchten Studenten und Absol-
Arbeitskreis
Eine Welt
Wien
Jedes Jahr Ende Jänner lädt der
Arbeitskreis Eine Welt der Pfarre
Auferstehung Christi in Wien 5
zu einem Mittagessen nach der
Sonntagsmesse ein. Es gibt
immer fünf verschiedene Ge-
28
venten der Fachhochschule
Wien den Klub zu einem Informationsabend.
Ziel war es, den WirtschaftsstudentInnen die Arbeitsweise
und Ziele einer Non-ProfitOrganisation näherzubringen
und Interesse an sozialem
Engagement zu wecken. Der
Abend war ein voller Erfolg.
„Nach welchen Kriterien werden Projekte ausgesucht ?“ „Wie
motiviert man ehrenamtliche
Mitarbeiter?“ „Wie wird der
Erfolg eines Projekts bewertet?“
Diese Fragen und viele mehr
konnten besprochen und geklärt werden. Die erste ehrenamtliche Mitarbeiterin aus dieser Gruppe hat bereits ihre
Tätigkeit im Klub aufgenommen.
Wir freuen uns über das rege
Interesse an unserer Arbeit und
hoffen, dass der Kontakt zwischen Klub und Wirtschaft
erhalten bleibt.
richte, heuer bereiteten die fünf
Köchinnen Speisen aus Lateinamerika, aber auch ein Erdäpfelgulasch vor.
Bei guter Stimmung wurden
etwa 80 Portionen ausgeteilt,
der Erlös geht immer an ein
„Pfarrprojekt“, das der Arbeitskreis jedes Jahr vorschlägt. Für
das laufende Arbeitsjahr wird
für das Projekt 226 – Wurzeln
schlagen des Entwicklungshilfeklubs gesammelt. Dabei
geht es um den Bau einfacher
Häuser in den Slums von
Guayaquil in Ecuador.
„Ein Haus kostet 340,– Euro.
Durch das Mittagessen alleine
können wir schon beinahe drei
Häuser finanzieren. Außerdem
hat ein Gemeindemitglied angekündigt, den Betrag für ein
ganzes Haus zu spenden,“
berichtet ein Mitglied des
Arbeitskreises.
Durch weitere Spenden bzw.
Daueraufträge hofft der Arbeitskreis insgesamt 7 oder 8 Häuser
finanzieren zu können.
Gruppe
TEILEN
Mondsee
Werner Brix
in Indien
Salzburg
Im vergangenen Dezember
besuchte der Kabarettist und
Schauspieler Werner Brix,
gemeinsam mit seiner Frau
Magdalena, unsere indische
Partner-Organisation Village
Reconstruction Organisation.
Tief beeindruckt und fest
entschlossen, sich weiterhin
für das Dorfbauprojekt zu
Seit mehr als 25 Jahren besteht
im Mondseeland eine Selbstbesteuerungsgruppe. Ihr Motto:
,Wenn einer allein träumt, ist es
nur ein Traum. Wenn viele
gemeinsam träumen, ist es der
Beginn einer neuen Wirklichkeit.’ (Dom Helder Camara).
Die Initatorin der Gruppe, Elisabeth Pokorny, starb 2007. „Sie
war immer die treibende Kraft
und in ihrem Sinne wollen
wir weiterarbeiten“, sagt Alois
Plöckl, der gemeinsam mit seiner Gattin Maria und den
Ehepaaren Hans und Dorli
Staudinger sowie Helmut und
Marianne Staudinger das Kernteam der Gruppe bildet.
„Mit einem Teil unseres Einkommens möchten wir jenen helfen,
die es nicht so gut haben wie
die meisten hier in Österreich.
Der biblische Zehent ist dabei
unser Vorbild, wobei jede und
jeder einen individuellen Beitrag leistet und außer unserer
kleinen ,Kerngruppe’ von sechs
Personen im Laufe der Jahre
viele andere Menschen mitgeholfen und unsere Vorhaben
unterstützt haben.
Besonders wichtig ist uns Hilfe
für Straßenkinder und Bildungsprojekte für Frauen und Mädchen, die dadurch eine bessere
Existenzgrundlage erhalten“,
erzählt Marianne Staudinger.
Seit vielen Jahren unterstützt
die Gruppe TEILEN Mondsee
Projekte des Entwicklungshilfeklubs und hat damit hunderten
Frauen und Kindern in den
ärmsten Gebieten der Erde eine
bessere Zukunft geschenkt.
Danke!
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Besuch
VS Wittelsbachstraße
Wien
„Was essen die Kinder dort?“
„Wie heißt das Geld in diesem
Land ?“ „Was fressen eigentlich
ihre Ziegen?“
Fragen über Fragen an einem
Vormittag kurz vor Weihnachten
in der 3a der Volksschule Wittelsbachstraße in Wien 2.
Unser diesjähriges Weihnachtsprojekt „Ein heller Schein“ stößt
bei den Schülerinnen und
Schülern auf großes Interesse.
Die Lebenswelt der Kinder im
fernen Niger ist ihnen fremd, ein
wenig beängstigend, aber sehr
interessant.
Und helfen wollen alle! Einen
Spielzeug-Flohmarkt veranstalten, Kekse backen und verkaufen, sammeln gehen, Pakete mit
Essen und Schulsachen nach
Niger schicken – die Ideen sind
zahlreich und originell. Mit Hilfe
der Eltern, die fleißig Weihnachts-Anstatt-Karten kauften
und verschenkten, gelang es
den Schülerinnen und Schülern
der 3a zwölf Kinder in Niger
einen Monat lang mit täglich
einer warmen Mahlzeit zu versorgen.
Danke!
engagieren, kehrten die beiden zurück.
„In jedem Dorf, das man
besucht, mit Blumen, Gesang
und Tanz empfangen zu
werden, von fröhlichen
Kindern und sichtlich dankbaren Menschen umringt zu
sein, geht tief ins Herz
hinein. Die Menschen bekommen durch die VRO
Chancen, die sie sonst nicht
hätten. Die Dalits, also die
Unberührbaren, die außerhalb des hinduistischen
Systems geboren werden,
haben nach wie vor wenig
Perspektiven in Indien und
werden nicht selten wie
Sklaven behandelt.
Innerhalb der VRO, die sich
schon längst nicht mehr ausschließlich um den Bau von
Häusern für die Armen
bemüht, sondern auch Institutionen errichtet, in denen
Waisen oder Senioren einen
Platz zum Leben finden oder
Menschen Ausbildungen in
Tischlerei, Schneiderei, Elektrik oder Krankenpflege geboten wird, gibt es eine feste
Struktur, ohne religiöse oder
kirchliche Vorgaben, vielmehr mit einer gelebten und
gelehrten Naturverbundenheit und dem Streben nach
einem nachhaltigen Kreislauf
aller Dinge. Ich bin wirklich
begeistert!“
Weihnachtsaktion 2012
hilft 1.430 Kindern im Niger
Tausende kleine Laternen wurden von unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in
Billets und Kuverts gesteckt,
versandfertig gemacht und zur
Post gebracht.
Rund 7.000 Anstatt-Karten wurden bestellt und lagen zu Weihnachten auf den Gabentischen.
753 SpenderInnen beteiligten
sich an der Aktion und überraschten Freunde und Familie
mit diesem Geschenk.
Insgesamt 1.430 Kindern werden dadurch ein Schuljahr lang
eine warme Mahlzeit pro Tag
erhalten und für jede Schule
können Ziegen angeschafft
werden.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
Wir danken allen herzlich, die
sich an unserer Weihnachtsaktion 2012 beteiligten und mitgeholfen haben, dieses Rekordergebnis zu erzielen.
29
… aus Liberia
Literatur
auch nicht mehr auf dem Acker
plagen“, hatte er zu seiner Mutter
gesagt, bevor er das Dorf verließ.
Der Staub
der Straße
Dahin die Tage als Flomo noch
darüber nachdachte, wie er aus
seinem Leben einen Erfolg
machen könnte. Er hatte sich
gefragt, was er tun müsse, um
ein Haus bauen, ein Auto kaufen
und sauber gebügelte Anzüge tragen zu können.
Man hatte ihm gesagt, dass
Schule und Bildung der Schlüssel
zum Erfolg seien. Er hatte es
geglaubt, zumindest bis er feststellen musste, dass ihm Mathematik schön langsam zu schwierig
wurde und dass der reichste
Mann des Dorfs, dem das große
Geschäft gehörte, nicht einmal
einen Grundschulabschluss geschafft hatte.
„Ma, ich weiß, wie schwer es für
dich ist, jedes Semester das
Schulgeld zu zahlen. Vielleicht
30
solltest du mich arbeiten lassen,
damit ich dir helfen kann. Ich
denke, ich bin lange genug zur
Schule gegangen. Nimm Herrn
Pasawe zum Beispiel …“
„Sprich nicht so, Flomo“, antwortete seine Mutter.
„Das Glück der anderen muss
nicht dein Glück sein. Wenn nur
dein Vater ein wenig Interesse an
dir hätte.“
Sein Vater hatte das Haus verlassen, eine andere Frau geheiratet und sich nie wieder sehen
lassen.
So ging Flomo nach der neunten
Schulstufe von der Schule ab.
„Ich gehe nach Monrovia und
suche mir dort Arbeit, so wie
Tomasi. Wenn ich etwas gefunden habe, kannst du mich jeden
Monat besuchen und musst dich
***
Am Tag seiner Ankunft in der
Stadt hatte er feststellen müssen,
dass Tomasi gar nicht in so einem
tollen Haus wohnte, wie er es sich
ausgemalt hatte.
Tomasi war oft mit großem Pomp
zu Besuch ins Dorf gekommen. Er
kam immer im Taxi und erweckte
dabei den Eindruck, dass es ihm
recht gut ginge.
Tatsächlich bewohnte Tomasi
aber einen kleinen Raum im
Keller eines recht unheimlich wirkenden Gebäudes. Die Konstruktion des Hauses machte es der
Sonne und der frischen Luft
unmöglich, dort hinein zu gelangen. Die Glühbirne, die dauernd
brannte, machte den Raum noch
heißer, die Moskitos, die in dem
übelriechenden Graben hinter
dem Haus brüteten, fanden immer
wieder den Weg in das kleine
Zimmer.
Flomo fand heraus, dass Tomasi
überhaupt keine feste Arbeit
hatte. Er wusch Autos am Fluss,
dort, wo die Taxis am Abend
abgestellt wurden.
„Wie konntest du dir die Taxifahrten ins Dorf leisten?“
„Manchmal tut mir ein Taxifahrer
einen Gefallen und ich wasche
dafür zwei Wochen lang sein
Auto“, antwortet Tomasi.
***
Flomo ging also auf Arbeitssuche.
Bald kam ihm vor, als benötigte
man nicht einmal Straßenkehrer.
Und die Büros zogen jemanden,
der weniger als den Abschluss der
Senior High School hatte, als
Putzkraft nicht einmal in Erwägung. In den Häusern und Läden
wollten ihm die Leute nicht recht
trauen. Eine Frau sagte es ganz
deutlich:
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
„Sohn, niemand wird dich in seinem Haus beschäftigen, wenn du
nicht von jemandem empfohlen
wirst, den man kennt und dem
man vertraut. Wie sollen wir wissen, dass du nicht mit unseren
Möbeln und Wertsachen verschwindest?“
So beschloss Flomo, sich Tomasi
anzuschließen und Autos zu waschen, bis er etwas Besseres
gefunden hatte. Der Verdienst
war allerdings sehr unregelmäßig
und mager.
Manchmal kamen die Taxifahrer
gar nicht mit ihren Autos. Neue
Tankstellen mit Waschstraßen
waren entstanden und die Fahrer
zogen die schnelleren und gründlicheren Dienste vor, auch wenn
es etwas mehr kostete.
***
Flomo beschloss nun, in das
Geldwechselgeschäft einzusteigen. Er hatte beobachtet, wie
kleine Buben den Taxifahrern
anboten, schnell Geld für sie zu
wechseln und dabei fünf Cent pro
Dollar verdienten.
Das hieß im Klartext, dass der
Taxifahrer für einen Silberdollar
fünfundneunzig Cent in kleinen
Münzen bekam, die er als Wechselgeld benötigte.
Eines Tages drückte ihm ein
Taxifahrer nach dem Wechselgeschäft eilig eine Münze in die
Hand und fuhr davon. Es stellte
sich heraus, dass es eine britische
Münze war, die für Flomo keinen
Wert hatte.
Obwohl er immer versucht hatte,
ehrlich zu bleiben, sah er nun ein,
dass er betrügen musste, um
wenigstens ab und zu seinen
Magen zu füllen. Er dachte, wenn
jemand ihm eine wertlose Münze
andrehen konnte, dann konnte er
diese ebenso gut jemand anderem
unterjubeln.
Er nahm all seinen Mut zusammen
und betrat einen kleinen Laden.
UNSER PROJEKT Nr. 134 – März 2013
„Ich möchte ein Brot und eine
Dose Sardinen.“
Die Frau wickelte die Waren ein
und streckte die Hand nach dem
Geld aus. Vielleicht lag es an der
Art, wie Flomo ihr das Geldstück
in die Hand drückte, oder es paarte sich bei ihr langjährige
Erfahrung mit Intuition. Jedenfalls
prüfte sie das Geldstück genau.
Flomo wartete das Ergebnis nicht
ab. Er ließ das Paket liegen und
flüchtete nach draußen, während
die Frau mit ihren wüsten
Schimpftiraden begann.
Er fühlte sich schlecht, weil er
gezwungen war, sich mit Betrügereien selbst zu erniedrigen.
***
Jetzt beschloss Flomo, Zeitungsverkäufer zu werden. Er dachte,
dass er mehr verdienen konnte,
wenn er gleichzeitig Schuhe putzte. Er fand einen guten Platz beim
Gebäude des Bildungsministeriums, und die feinen Herren, die
zu ihm kamen, um sich die Schuhe
putzen zu lassen, kauften unweigerlich auch die Zeitung und
umgekehrt.
Nachdem das lange Zeit gut
gegangen war, kam eines Tages
ein Mann in einem blauen Anzug,
stellte seinen linken Fuß auf die
Putzkiste und ergriff eine Zeitung.
Als Flomo mit dem linken Fuß fertig war, stellte der Mann den
rechten Fuß auf die Kiste und
blätterte weiter in der Zeitung.
Flomo schlug mit der Bürste auf
die Kiste, als Zeichen dafür, dass
die Arbeit getan war und der
Kunde zahlen und gehen sollte.
Der Mann im blauen Anzug legte
die Zeitung zurück und wandte
sich zum Gehen.
„Sie haben meinen Lohn vergessen, und die Zeitungen sind
da, um gekauft und bezahlt zu
werden.“
Flomo war überzeugt, dass der
Herr das nur vergessen hatte. Wie
konnte ein Mann in Anzug und
Krawatte einen Schuhputzer
betrügen wollen.
Doch zu Flomos Überraschung
entgegnete der Mann: „Ich habe
dir nicht gesagt, mir die Schuhe
zu putzen.“
„Aber Sie haben den Fuß auf die
Kiste gestellt und …“
„Ich zahle nichts und damit
basta.“
„Betrüger!“, schrie Flomo. Er stürzte sich auf den Mann und schlug
auf ihn ein.
Zwei Polizisten rissen ihn von
dem Mann zurück. Eine Menschenmenge war zusammengelaufen, ein Stein kam geflogen,
jemand sagte:
„Am helllichten Tag! Die Ganoven
in dieser Stadt werden immer frecher.“
***
Der Mann im blauen Anzug hatte
es vorgezogen, keine Anzeige zu
erstatten. Deshalb wurde Flomo
freigelassen.
Natürlich war sein Schuhputzzeug
verschwunden während er auf
der Polizeistation war und seine
Zukunft als Zeitungsverkäufer zu
Ende.
Als er sich langsam durch den
Straßenstaub schleppte, fiel ihm
auf, dass in Liberia wieder
Trockenzeit war.
Ein Lastauto rumpelte heran und
wirbelte dabei eine riesige
Staubwolke auf. Der Fahrer streckte sein wütendes Gesicht aus dem
Wagen und beschimpfte Flomo.
Der konnte die Worte nicht verstehen, doch er begriff, dass er zu
weit in der Straßenmitte marschiert war und so ging er weiter
hinüber zum Straßenrand.
Als sich der Staub gesetzt hatte,
wurde Flomo zum ersten Mal
bewusst, wie schwierig auch das
Leben der armseligen Pflanzen
war, die wie er am Straßenrand
dahinvegetierten.
*****
31
UNSER PROJEKT
Impressum und Offenlegung: Information und
Berichterstattung über konkrete Projekte,
Sprachrohr von Menschen in armen Ländern der Welt.
Die Zeitung erscheint vierteljährlich und ist für Mitglieder,
MitarbeiterInnen und SpenderInnen gratis.
Redaktion: Gerhard Dorffner, Mag. Gabriele Tabatabai.
Herausgeber: Entwicklungshilfeklub,
privater, gemeinnütziger Verein, Adresse wie unten.
DVR 0555614. Druck: Grasl, 2540 Bad Vöslau.
P.b.b. – Sponsoring Post GZ 02Z030094 S
Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1020 Wien
Man kann doch etwas tun
„Ohne Zorn in die Vergangenheit blicken,
glücklich sein im Alltag der Gegenwart,
voll Hoffnung in die Zukunft schauen.
Das Leben ist schön.“
Waren es ein klarer Sternenhimmel,
die gute Ernte nach der Dürre des Vorjahrs?
Die Kinder, die gesund sind und zur Schule gehen,
die Nachbarn, mit denen er singt und tanzt?
Was war es wohl, dass dem Bewohner des Dorfes in den Anden
veranlasste, diese Lebensweisheit
auf die Mauern des Gemeindehauses zu malen?
Vielleicht waren es aber auch Sie,
indem Sie dazu beigetragen haben,
dass Vieles in diesem
Dorf besser geworden ist.
„Das Leben ist schön.“
Bitte machen Sie weiterhin
unser Projekt
auch zu Ihrem Projekt.
Danke,
Ihr Entwicklungshilfeklub
März 2013
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
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