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Einen Erzähltext dialogisieren Sagenhaftes aus Sachsen

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texte szenisch gestalten und spielen (5. bis 6. klasse)
2.2 Einen Erzähltext dialogisieren
Erzählende Texte kann man in einen Dialog umschreiben, d. h. dialogisieren. Dazu ist es wichtig, dass
ihr alles notiert, was ihr über die Personen im Text erfahrt. Außerdem müsst ihr den Text in Szenen
einteilen und die darin auftretenden Personen festlegen. Szenen sind die Ausschnitte aus der Handlung und dem Geschehen, in denen die Figuren aufeinandertreffen. Zu jeder Szene schreibt ihr dann
einen passenden Dialog. Hier könnt ihr auch die wörtliche Rede aus dem Text verwenden und sie
mithilfe der Informationen aus dem Text ergänzen.
Beim Sprechen einer Rolle muss man so laut sprechen, dass das Gesagte auch noch in der l­etzten
­Zuschauerreihe verstanden wird. Das gilt z. B. auch, wenn ihr flüstert. Wenn ihr mit jemandem
sprecht, ist es wichtig, dass ihr mit ihm Blickkontakt haltet.
Peter Härtling: Wie Bernd und Frieder miteinander reden
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Bernd: Geh mir mal aus dem Weg!
Frieder: Warum?
Bernd: Weil du mir im Weg stehst.
Frieder: Aber du kannst doch an mir vorbeigehn.
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Da ist eine Menge Platz.
Bernd: Das kann ich nicht.
Frieder: Warum?
Bernd: Weil ich geradeaus gehn will.
Frieder: Warum?
Bernd: Weil ich das will. Weil du jetzt mein Feind bist.
Frieder: Warum?
Bernd: Weil du mir im Weg stehst.
Frieder: Darum bin ich jetzt dein Feind.
Bernd: Ja. Darum.
Frieder: Und wenn ich dir aus dem Weg gehe,
bin ich dann auch noch dein Feind?
Bernd: Ja. Weil du dann ein Feigling bist.
Frieder: Was soll ich denn machen?
Bernd: Am besten, wir verkloppen uns.
Frieder: Und wenn wir uns verkloppt haben,
bin ich dann auch noch dein Feind?
Bernd: Ich weiß nicht. Kann sein.
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Frieder: Dann geh ich dir lieber aus dem Weg und
Auf der Bühne mit einfachen Mitteln (z. B. Kartons) Licht langsam
einblenden. Eine angedeutete Küchenlandschaft, Igor und seine
Tante in erstarrter Haltung.
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Igor spuckt auf den Boden.
Igor legt die Beine auf den Tisch.
„Iiiigor, die Beine vom Tisch!“, sagt die Tante.
„Macht Vater auch!“
Igor nimmt die Beine vom Tisch. Er spuckt auf den Boden,
neben den Schrank.
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Susanne Kilian: Von Igor, dem schrecklichen Kind
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Sagenhaftes aus Sachsen, Märchenhaftes aus der ganzen Welt
Wie die Schildbürger ihr Rathaus bauten
bin ein Feigling.
Bernd: Ich hab gewusst, dass du ein Feigling bist.
Von Anfang an hab ich das gewusst.
Frieder: Wenn du es schon vorher gewusst hast,
­wa­rum bist du dann nicht an mir vorbeige­gangen?
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Eines Tages beschlossen die Bürger von Schilda, sich ein neues Rathaus zu bauen. Aus dem
Wald, der hinter einem hohen Berg lag, holten sie sich Baumstämme als Bauholz. Mühevoll
schleppten sie ächzend und keuchend die schweren Stämme auf der einen Seite des Berges
hinauf und auf der anderen hinunter. Ausgerechnet der letzte Stamm aber glitt ihnen aus den
Händen und rollte ganz allein den Berg hinab. Da merkten auch die Schildbürger, dass sie sich
die Arbeit hätten erleichtern können. Also schleppten sie die Stämme alle wieder den Berg
hinauf und ließen sie freudig hinabrollen. Mächtig stolz waren sie auf sich, dass sie einen so
ausgezeichneten Einfall hatten. Bei ihrem dreieckigen Rathausbau vergaßen die Schildbürger
die Fenster. Damit Licht ins Rathaus käme, deckten sie das Dach ab. Doch als es regnete, wurden
alle darin nass. Man riet ihnen, aufs Neue ein Dach auf das Rathaus zu bauen. Da war es im
Haus wieder finster. Im Winter qualmte der Ofen im Rathaus so stark, dass sie ihn vor die Tür
stellten. Der Qualm war weg, aber …
Die Geschichte lässt sich noch lange fortsetzen. Doch wir setzen uns lieber in Zürners
­Kutsche und fahren nach Süden.
1 In dem Text findet ihr verschiedene Handlungen der Schildbürger beim Rathausbau.
Wählt euch eine ­Situation aus.
2 Überlegt, wie viele Bürger in der von euch ausgesuchten Szene vorkommen. Gebt ihnen Namen.
3 Schreibt einen Dialog der Bürger auf. Verwendet dabei die wörtliche Rede.
„Iiiigor, so lass das doch!“, sagt die Tante.
„ Macht Großvater auch!“
Igor bohrt in der Nase, bis oben hin.
„Igor, jetzt ist aber Schluss!“, sagt die Tante.
„Machst du auch, warum ich nicht?“
„Ogottogott!“, seufzt die Tante.
Igor streckt die Zunge heraus, ganz lang.
„Aber das mach nur ich!“, sagt er stolz.
7 Welche Personen spielen in den Texten? Schreibt in eure Hefte eine kurze Charakteristik der Personen.
8 Wertet eure Charakteristiken aus und lest die Texte mit verteilten Rollen.
9 Spielt euch nun die Texte gegenseitig vor. Gebt euch anschließend Tipps, wie ihr Körperhaltung,
Mimik und Gestik sowie die Aussprache verbessern könnt.
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Bildung
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