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141 Bei den Digitalis-Ba.sta.rden fand sich, wie aus geführt, mit

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Haase-Bessell,
Digitalis-Studien IV.
141
Bei den Digitalis-Ba.sta.rden
fand sich, wie aus­
geführt, mit Gewißheit bei D. lutea X D. micrantha Autosynthese
aller vorhandenen Bivalenten. Die Umstände deuten darauf hin,
daß auch sonst bei den Digitalis-Bastarden
Autosynthese weit­
verbreitet ist. Trotzdem also unzweifelhaft Affinität zwischen
homologen Chromosomen vorhanden ist, versagt diese vollständig
im Bastard D. lutmxD.
purpurea und reziprok, wie auch, wenn
man die wechselnde Bindung der Bivalenten der Pflanze , , B "
von D. canariensis X D. grandiflora auf Autosynthese zurückführt,
in der Pflanze ,,C" derselben Kreuzung. Aus einer sich in einem
polyploiden Bastard zeigenden Asynthese der Chromosomen läßt
sich also nicht mangelnde Homologie der allelen Gene schließen.
Es bleibt nichts übrig, als anzunehmen, daß ein anderer Faktor
die Bindungsaffinität der Chromosomen in der Diakinese überlagert.
Wir legen heute Gewicht auf die Tatsache, daß Chromosomen
und Plasma ein System darstellen, daß nicht nur Gen-, sondern
auch Plasmadifferenzen im Bastard zum Austrag kommen können.
Ich selbst bin durch meine Studien dahin gedrängt worden, im
Chromatin eine dritte Variable anzunehmen, wobei allerdings das
Hineinspielen von Dauermodifikationen offenbleibt (J o 11 o s ,
M i c h a e l i s ) . Differente Chromatine stehen im Bastard in der
kritischen Zeit der meiotischen Kernteilung und ihrer Prophasen
nicht in absoluter Adsorptionsanpassung mit den Genkolloiden
(Chromosomen) ( H a a s e - B e s s e l l 1926, 1928, 1930, 1931,
1932).
Infolge der verschiedenen Oberflächenspannung
der
Nukleolarmodifikation solcher differenter Chromatine zeigen sich
des öfteren in der kritischen Periode der Synizesis und der Spezialzellenbildung solcher Bastarde habituell zwei Nukleolen von ver­
schiedener Größe und verschiedenem Verhalten Farbstoffen gegen­
über. Auch bei dem im Gegensatz zu anderen Fingerhutmischlingen
schwer herstellbaren Bastard D. purpurea X D. canariensis sind
solche Nebennukleolen durchgängig zu finden (Textfig. 4).
Immerhin ist das der einzige Fall, den ich in dieser Hinsicht bei
Digitalis-Bastarden beobachten konnte, wenn schon ich in älteren
Arbeiten auf diese Dinge nicht besonders geachtet habe. Da jedoch
der im allgemeinen keine Bivalentenbindung zeigende Bastard
D. canariensis X D. grandiflora Nebennukleolen nicht zeigt, scheinen
Chromatindifferenzen in den Digitalis-Bastarden nur eine sekundäre
Rolle zu spielen, wenn es auch wahrscheinlich ist, daß sie im Falle
D. purpurea X D. canariensis die Samenbildung erschweren.
Bleiben Plasmadifferenzen als verantwortlich für die Bindungs­
verhältnisse, wie vielleicht für die Sterilität der Digitalis-Mischlinge
zu untersuchen. In der Tat gelten seit K o e l r e u t e r (1777)
und G ä r t n e r (1849) die Digitalis-Bastarde als Schulbeispiele
reziproker Bastardunterschiede.
In der Folge sind reziproke
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