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GEWALT IN DER FAMILIE: UND WIE GEHT ES DEN - Pinocchio

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Jahresbericht 2009
GEWALT IN DER FAMILIE: UND WIE GEHT ES DEN KINDERN?
Beratungsstelle für Eltern und Kinder
Inhaltsverzeichnis
Bericht des Präsidenten
3
Bericht der Geschäftsstelle
4
Bericht der Beraterinnen
5
«Gewalt gegen Abhängige» von Heidi Witzig
6
Beispiele aus unserer Beratungspraxis
8
«Gewalt – nein Danke!» von
Berthold Rothschild
12
Statistiken14
Anhang15
Vorstand, Team, Patronatskomitee
Impressum
Herausgeber: Verein Pinocchio
Grafische Gestaltung: Jae Erne
Lektorat: Helen Stierlin
Foto: Ursula Markus
Druck: druckereizimmermann GmbH
Bericht des Präsidenten
3
Der Vorstand des Trägervereins trägt die Verantwortung für
die strategischen Rahmenvorgaben der Beratungsstelle. Seine
Betrachtungsweise darf sich nicht nur auf die strukturelle
Begleitung und Stützung der Facharbeit eines engagierten
und professionellen Mitarbeiterteams konzentrieren. Sein
Auftrag ist es auch, mittelfristige und langfristige Perspektiven
zu bedenken und entsprechend strategische Bedingungen zu
entwickeln, damit die Hilfe an Eltern und Kinder nicht nur
im bisherigen Rahmen weitergeführt, sondern auch Lücken
erkannt und in einem Netzwerk von kooperierenden Diensten
gemildert werden können.
«Häusliche Gewalt» und ihre traumatischen Auswirkungen auf die direkt oder nur indirekt betroffenen Kinder sind
Problemstellungen, mit denen die Beratungsstelle Pinocchio
zwar immer wieder in Einzelfällen konfrontiert war, aber
meistens erst wenn Verhaltensauffälligkeiten der Kinder die
Erwachsenen in ihrem Umfeld beunruhigten. Das beängstigende Ausmass von «Häuslicher Gewalt» in unserer Gesellschaft wird erst jetzt bewusst, nachdem das Gewaltschutzgesetz die erforderlichen Interventionen ermöglicht. Kinder sind
diesen belastenden Situationen immer wieder ungeschützt
ausgesetzt. Pinocchio wird in den kommenden drei Jahren
im Rahmen einer Angebotserweiterung durch das Pilotprojekt «KidsCare» eine zeitnahe Begleitung und Unterstützung anbieten. Die entsprechenden Planungsarbeiten
und die Finanzierungsgesuche wurden in diesem Geschäfts-
jahr getätigt. Das Team und der Vorstand haben diese
Entwicklungsarbeit in gewohnter Arbeitsteilung bewerkstelligt. Sowohl im Mitarbeiterteam als auch im Vorstand
waren dafür die erforderlichen fachlichen Ressourcen vorhanden, um das Projekt für das neue Geschäftsjahr startklar
zu machen.
Das Team erbringt mit seinem erprobten bisherigen
Angebot eine äusserst erfolgreiche Facharbeit. Der Vorstand
ist beeindruckt vom ausserordentlichen Engagement des
Teams. Viel Einsatz wird weit über die vertragliche Vereinbarung und Abgeltung hinaus geleistet. Nur so ist es möglich,
die Finanzen so erfolgreich im Gleichgewicht zu halten. Mit
dem bisherigen Mitarbeiterstand können aber erhöhte Beratungsleistungen nicht auf Dauer erbracht werden. Es braucht
erweiterte Personalkapazitäten; für das zeitlich befristete Projekt
«KidsCare» ist dies unumgänglich.
Dem ehrenamtlichen Vorstand, gebührt ebenfalls herzlicher Dank. Wir bedauern es, dass unser Quästor, Daniel
Kunz, uns verlässt. Wir danken ihm für sein jahrelanges
Engagement!
Heinrich Nufer
Präsident
Bericht der Geschäftsstelle
Die Zusammenarbeit mit
Pinocchio erlebe ich als sehr
bereichernd: Meine Tochter
profitiert von den einfühlsamen Gesprächen und
Spielen und ich schlafe nachts
ruhiger, wenn ich mein Kind
in guten Händen weiss.
Eine Mutter
4
Die anhaltende Nachfrage ratsuchender Eltern hat uns auch
im vergangenen Jahr immer wieder an die Grenze unserer
Kapazität gebracht. Sie zeigt die Notwendigkeit unseres
Angebotes.
Im Zuge der Umsetzung des neuen Volksschulgesetzes
stellen wir aktuell fest, dass etliche Kinder mit dem Leistungsund Integrationsanspruch, der in Schulklassen, Horten und
Krippen an sie herangetragen wird, überfordert sind. Die
Eltern geraten dabei unter Druck. Die Kritik an ihrem Kind
kränkt sie, und sie empfinden sich als Versager. Neben entwicklungsbedingten Schwierigkeiten von Kindern sind äussere Gründe wie Trennung und häusliche Gewalt stets aktuelle Fragestellungen, weshalb Eltern ihre Kinder zu Pinocchio
bringen.
Dorothée Hofer gestaltete zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Madeleine Vogel im Schulhaus Friesenberg
einen Elternnachmittag zum Thema «Grenzen setzen, Möglichkeiten eröffnen». Eine weitere Veranstaltung führte sie
zusammen mit dem Kinderarzt Dr. Gian Bischoff für Eltern
aus der Kirchgemeinde Albisrieden durch. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht.
Melitta Steiner arbeitete auch im Berichtsjahr im Bastalina, einem niederschwelligen Treffpunkt für Eltern und
Kinder mit psychosozialen Schwierigkeiten.
Rebekka Züfle und Melitta Steiner reisten im Februar
nach Rostock und besuchten ein Interventionsprojekt für
Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. In der
Folge erarbeiteten sie ein Rahmenkonzept, das im Juni 2009
unter dem Titel «KidsCare, indizierte Prävention für von
häuslicher Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche» von
den städtischen und kantonalen Fachbehörden gutgeheissen
und verabschiedet wurde.
Institutionell beschäftigte uns die Frage, wie ein befristetes Pilotprojekt in die Beratungsstelle integriert werden
kann. An einem Teamtag erörterten wir dazu verschiedene
Modelle und deren Vor- und Nachteile. Man hat erkannt,
wie wichtig Unterstützung für diese spezifisch belastete
Gruppe von Kindern und Jugendlichen ist, und ist für die
Frage sensibilisiert, wie die gesunde seelische Entwicklung
der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu stützen und zu
fördern ist. Damit ist die langjährige Fach- und Kernkompetenz der Beratungsstelle Pinocchio angesprochen.
Das dreijährige Pilotprojekt KidsCare startet im Frühjahr 2010 und wird durch das Marie Meierhofer-Institut für
das Kind evaluiert.
Alles in Allem ein erfolgreiches Pinocchojahr! Neben
den Gönnern, ohne deren finanzielle Unterstützung unsere
Arbeit nicht möglich wäre, gehört mein Dank dem ehrenamtlich arbeitenden Vorstand sowie den geschätzen MitarbeiterInnen für ihr grosses Engagement.
Melitta Steiner
Bericht der Beraterinnen
KINDER ERLEBEN VIELFÄLTIGE FORMEN VON GEWALT
5
Sucht man in der Fachliteratur nach einer Definition von
Gewalt, fällt die Vielzahl der aufgelisteten Gewaltformen
auf. Grob werden sie meist wie folgt unterschieden: Gewalt
kann körperlich, seelisch oder sexuell sein oder sich in Vernachlässigung darstellen. Dabei ist die körperliche, psychische
und sexuelle Gewalt die aktive Form der Misshandlung, die
Vernachlässigung nimmt dagegen die passive Form an. Allgemein kann man sagen, dass Gewalt immer eine Verletzung der
physischen und seelischen Integrität eines Menschen darstellt.
Häusliche Gewalt, wie auch die Enttabuisierung von
sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen, ist im
Zusammenhang mit der Gewalt in den Geschlechterverhältnissen aufgedeckt und als Verletzung der Menschenrechte
definiert worden. Kinder sind davon, bedingt durch ihre
Abhängigkeit von den Erwachsenen, in einem besonderen
Masse betroffen und damit in ihrer seelischen Entwicklung
gefährdet.
Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Projekt
«KidsCare Kinder und häusliche Gewalt», ist es naheliegend,
dass wir diesem Thema bzw. diesen Kindern unseren Jahresbericht widmen. Die Fallvignetten beschränken sich dabei
nicht ausschliesslich auf das Thema häusliche Gewalt. Mit
dem Beispiel von Mariana beziehen wir weitere, weniger
offensichtliche Gewaltformen mit ein. Davon sind die Kinder
von politischen und Arbeitsmigranten besonders betroffen.
Nicht selten werden sie im Heimatland bei Verwandten
zurückgelassen und dann später nachgeholt, oder sie sind
zusammen mit den Eltern als sogenannte Sans-papiers in
der Schweiz und leben in einem rechtlosen Status. In beiden
Fällen laufen Kinder Gefahr, Gewalt zu erleiden. Auch wenn
sie unspektakulär und beiläufig daherkommt, verliert sie
nichts von ihrer Brutalität und Verletzungskraft – denken
wir nur an die vielfältigen Formen von sozialer Ausgrenzung
überall dort, wo Menschen zusammen kommen.
Gewalt ist nicht gleich Gewalt. Sie ist eingebettet in eine
Reihe von gesellschaftlichen Bedingungen. Darüber und wie
sich unser Verständnis von Gewalt über die Jahrzehnte verändert hat, berichtet unsere Gastreferentin, die Historikerin
Heidi Witzig. Berthold Rothschild, Psychiater und Psychoanalytiker, zeigt mit seinem Essay, dass Gewaltbereitschaft
nicht einfach bei den «bösen anderen» zu finden ist, vielmehr steckt sie in jedem von uns (und damit gilt es sich
auseinanderzusetzen). Beiden danken wir herzlich für die
anregenden Beiträge.
Melitta Steiner
GEWALT GEGEN ABHÄNGIGE – VON DER GESELLSCHAFTSFÄHIGEN
ZÜCHTIGUNG ZUR TABUISIERTEN GEWALT
Heidi Witzig, geb. 1944,
Historikerin, Dr. phil., lebt
in Winterthur und forscht
zum Thema Frauenalltag und
Geschichte in der Schweiz.
Zu ihrer bekanntesten
Veröffentlichung gehört:
Frauengeschichte(n) – Dokumente aus zwei Jahrhunderten
zur Situation der Frauen in
der Schweiz. (Hrg. zusammen
mit Elisabeth Joris).
6
In der längsten Zeit unserer Geschichte wurde nicht unterschieden zwischen öffentlicher und privater Gewalt. Im
Prinzip agierte jeder Hausvater mit seinem Züchtigungsrecht gegenüber den Mitgliedern seines Haushalts so offen
wie ein Adeliger oder ein König gegenüber seinen Untertanen. Alle Wahrnehmung und Ausübung von Gewalt war
offen sichtbar und diente fortlaufend der öffentlichen Herstellung von Macht und Herrschaft. Rebellion galt prinzipiell
als illegitim und nicht gottgewollt, im öffentlichen wie im
häuslichen Bereich. Veränderten sich Machtverhältnisse im
Lauf der Zeit, galt es, diese öffentlich zu inszenieren, handle
es sich dabei um den Aufstieg der Zünfter zur herrschenden
Schicht in der Stadt Zürich oder um einen Handwerksgesellen auf dem Land, der sich als Gewerbe­treibender und somit
als Inhaber der hausväterlichen Gewalt etablieren konnte.
Die Tabuisierung der häuslichen Gewalt ist als Phänomen in Europa erst etwa 200 Jahre alt. Seit ca. 1800 wurden
Leitbilder formuliert, welche die Trennung der öffentlichen
von der privaten Sphäre propagierten – lange Zeit, bevor diese
Trennung in breiten Volkskreisen Realität wurde. Besonders
Mediziner und Philosophen verwiesen Gewalt als Phänomen
ausschliesslich in die öffentlichen – männlich dominierten –
Bereiche der Gesellschaft. Im 19. Jahrhundert wurden auf der
politischen und wirtschaftlichen Ebene rationale Konfliktlösungssysteme eingeführt, z.B. allgemeingültige Gesetze zur
Ahndung von Gewaltakten und das Strafmonopol des Staates
oder die Organisierung von Interessengruppen in Wirtschaft
und Politik. Als Bereich der entgegengesetzten Art galt nun die
Familie. Innerhalb der Familie regierte laut der herrschenden
Doktrin das Weibliche, das auf Harmonie, Liebe und Frieden
beruhte. Der Familienvater vertrat diesen häuslichen Kosmos gegen aussen und hatte alleinige Verfügungsgewalt nach
innen. Innerhäusliche Gewalt galt als Widerspruch in sich, sie
schien dem Wesen der Familien und der in ihnen wirkenden
Frauen fremd. Gesetzliche Verbote und Sanktionen häuslicher Gewalt schienen somit undenkbar.
In der Realität wurde häusliche Gewalt, die selbstverständlich vorkam, vor allem in Familien der Mittel- und
Oberschicht tabuisiert. Frauen dieser Kreise waren an diesem Prozess stark beteiligt, handle es sich um selbst erlittene
oder Gewalt an ihren Kindern. Vergewaltigte Töchter wurden häufig auch von ihren Müttern im Stich gelassen und als
liederliche Dirnen diffamiert. Zu mächtig war die Angst der
Mütter, als unweibliche Versagerinnen zu gelten, wenn sie
die scheinbar natürliche Harmonie und Liebe in der Familie
nicht zu garantieren vermochten.
Daneben existierten bis ins 20. Jahrhundert hinein Traditionen der offenen familialen Gewaltausübung. Besonders
in abgelegenen bäuerlichen Gegenden lebten die jahrhundertelange offene Gewalttätigkeit von Hausvater und teilweise auch Hausmutter weiter. Aus Scheidungsprotokollen
um 1900 beispielsweise wissen wir, dass Frauen in Arbeitsge-
7
meinschaften wie Handwerker-, Bauern- oder Arbeiterfamilien ermahnt wurden, ein gewisses Mass von Gewalttätigkeit
des Ehemannes hätten sie auszuhalten. Frauen aus gebildeten
Mittelschichtfamilien wie z.B. Lehrers- oder Arztgattinnen
galten eher als berechtigt, ein Eheleben ohne gewalttätigen
Ehemann zu verlangen.
Bis heute ist es wichtig, den sozialen Hintergrund und
die geografische Herkunft gewaltbetroffener Frauen zu kennen
– nicht alle haben das Gewalttabu so verinnerlicht wie die
«modernen» europäischen Mittelstands- und Oberschichten­
familien.
Die Frauenbewegung der 1970er Jahre griff das Thema
der häuslichen Gewalt in der Schweiz erstmals auf. Als die
Fernsehjournalistin Marianne Pletscher in den 1970er Jahren
für ihren bahnbrechenden Film «Weggehen ist nicht so einfach» recherchierte, erntete sie mit ihrer Fragestellung bei
Männern wie Frauen blankes Erstaunen, wie sie betonte:
«Geschlagene Frauen in der Schweiz? Das gibt es doch
nicht!» 1977 wurde der «Verein zum Schutz misshandelter
Frauen» gegründet; die ersten Frauenhäuser öffneten ihre
Türen. Es ist das Verdienst der Neuen Frauenbewegung,
dass sie dieses Tabu aufgebrochen und den betroffenen
Frauen und Kindern konkrete Alternativen geboten hat.
Heute haben sich wichtige Voraussetzungen verändert,
nicht zuletzt aufgrund des langjährigen Engagements der autonomen Frauenhäuser. Dank den seit 1971 endlich stimmberechtigten Frauen wurde auch das alte Eherecht revidiert
– die Mehrheit der Frauen stimmte dafür, die Mehrheit der
Männer dagegen. Häusliche Gewalt ist ein öffentliches Thema
geworden und heute auch gesetzlich verboten.
In den letzten Jahren ist eine Gruppe von besonders
rechtlosen von häuslicher Gewalt Betroffenen entstanden:
Die mit Schweizern verheirateten Ausländerinnen können
ihre schlagenden Männer nicht verlassen – ausser sie verlassen die Schweiz. Zudem ist an die Stelle von fundamentalistischen Legitimationsmustern die Einsicht getreten, dass
Gewaltausübung verschiedene TrägerInnen hat. Besonders
brisant waren und sind die Thesen um die Mittäterschaft
von Frauen als Partnerinnen schlagender und vergewaltigender Männer – ein heiss umstrittenes Thema seit den
1990er Jahren. Noch brisanter ist die Einsicht, dass Frauen
auch Täterinnen sind. Dass Mütter häufig gewalttätig werden gegenüber ihren Kindern, gehört zu den Tabus, die
nicht wirklich aufgehellt sind. Die Auseinandersetzungen
zwischen Eltern und Behörden um Deutungs- und Handlungsmacht, «was für Kinder gut ist», werden häufig auf dem
Buckel dieser Kinder ausgetragen.
Geändert hat sich heute auch die Dimension der Gewaltdarstellungen. Die Auswirkungen der allgegenwärtigen Gewaltspiele und -filme in Internet und auf privaten Handys werden
vor allem als öffentliche Phänomene wahrgenommen, skandalisiert und diskutiert. Welche Konsequenzen diese Entwicklung für das familiale Beziehungsnetz hat, ist heute ein
offenes und brennendes Thema.
Heidi Witzig
Fallbeispiele
Igor
8
Der 7-jährige Igor fiel in der Schule auf, weil er in den Pausen
häufig in Streitigkeiten verwickelt war. Auf Neckereien
reagierte er übertrieben aggressiv. Im Unterricht wirkte er
unbeteiligt und gehemmt.
Der Vater war gegenüber der Mutter wiederholt gewalttätig geworden und Igor und seine jüngeren Geschwister
wurden Zeugen dieser Gewalt. Igor liebte seinen Vater,
fürchtete sich aber auch vor seinen Ausbrüchen und hatte
Angst um die Mutter, wenn der Vater ausrastete.
Bei den ersten Kontakten wirkte Igor unsicher, angespannt und überhaupt nicht aggressiv. Die Möglichkeit
zu spielen liess ihn seine Scheu überwinden. Er spielte
bevorzugt mit Playmobilfiguren und inszenierte wiederholt erpresserische und gewalttätige Auseinandersetzungen
zwischen Räubern und Polizisten oder deftige Konflikte
innerhalb Familien. Igor zeigte im Spiel kein Mitgefühl
gegenüber Schwachen, auch nicht gegenüber Kindern und
Frauen. Eine friedliche Spielszene konnte plötzlich in Gewalt
umschlagen, wobei seine Figuren immer überlegen waren
und die anderen töteten, dann war das Spiel abrupt zu Ende
und er wandte sich anderem zu.
In seinen Spielszenen setzte sich Igor auf symbolischer
Ebene mit Ängsten und Aggressionen, Gefühlen von Macht
und Ohnmacht auseinander. Erst im Verlauf der Begleitung
konnten wir über sein Erleben in der Familie sprechen. Igor
war nach dem Auszug des Vaters einerseits froh, dass er keine
Gewaltausbrüche mehr befürchten musste, andererseits litt
er unter seiner Abwesenheit. Igor musste viel Verantwortung
für seine jüngeren Geschwister übernehmen. Seine eigenen
Bedürfnisse wurden wenig gesehen.
Mit der Zeit brachte Igor neue Spielideen ein, zeichnete oder gestaltete mit Ton. Mit zunehmendem Vertrauen
in den Berater liess er sich auch auf Wettbewerbe ein, z.B.
im Papierflieger bauen oder beim Fussball. Es tat ihm gut
neue Erfahrungen in einem angstfreien Raum zu machen.
Er wurde selbstbewusster, offener und sozial kompetenter.
Er musste sich unter Gleichaltrigen nicht mehr aggressiv
behaupten und wurde als guter Fussballspieler anerkannt.
Igor konnte sich im Pinocchio mit schwierigen Gefühlen
auseinanderzusetzen und sein Gefühl von Selbstwirksamkeit
stärken.
Norbert Wolff
Fallbeispiele
Kristina
Dadurch, dass ich in der
Beratung bei Pinocchio offen
über meine eigenen Grenzen
und Ängste sprechen kann,
erkenne ich, welch hohe
Erwartungen ich an mich
selber stelle und dass ich diesen
nie werde genügen können.
Ich bin dankbar zu erfahren,
dass ich nicht perfekt sein
muss, und so fühle ich mich
in der Betreuung und
Begleitung meines Sohnes
zusehends sicherer und
wohler.
Eine Mutter
9
Kristinas Mutter meldete sich bei uns auf Anraten der Beratungs- und Informationsstelle für Frauen gegen Gewalt in
Ehe und Partnerschaft (bif ). Im Erstgespräch schilderte sie
die Trennung von ihrem Mann, welcher nach einem eskalierenden Streit, der in Handgreiflichkeiten und wüsten Drohungen ihr gegenüber ausartete, polizeilich abgeführt und
für zwei Wochen mit einem Kontaktverbot belegt wurde.
Die 12-jährige Kristina war, im Unterschied zu ihrem Bruder, bei der Auseinandersetzung anwesend und stellte sich
schützend und schreiend vor ihre Mutter. Kristinas Mutter
äusserte die Sorge, die Tochter könnte von diesen Ereignissen
traumatisiert sein. Sie wirke seither sehr verschlossen und habe
geäussert, sie wolle nicht mehr leben.
Die Mutter berichtete, ihre Ehe sei über lange Zeit sehr
gut gewesen. Kristina wie auch ihr älterer Bruder hätten eine
enge Beziehung zum Vater. Sie unternahmen wöchentlich
sportliche Aktivitäten und der Vater betreute die Kinder im
Alltag regelmässig.
In den ersten Sitzungen mit Kristina überraschte mich
ihre Kommunikationsgabe, die weit über ihr Alter hinausging. Sie schilderte mir ausführlich, was passiert war und
wie die Polizei in ihr Quartier fuhr. Am nächsten Tag wurde
sie in der Schule gefragt, was denn los gewesen sei. Das
sei ihr peinlich gewesen und sie habe sich geschämt. Ihre
Eltern würden jetzt darum streiten, wer die Kinder wie lange
haben dürfe und ihr Vater sage immer wieder, ihn brauche
es sowieso nicht mehr. Das mache ihr Angst.
In der Begleitung von Kristina wurde deutlich, dass sie
von der gewalttätigen Auseinandersetzung und dem darauf
folgendem Polizeieinsatz beeindruckt und verunsichert war.
Auch das künftige Verhältnis zu ihrem Vater beschäftigte sie.
Beide Eltern wollten das Maximum an Besuchsrecht und
forderten dazu auch immer wieder die Meinung der Kinder
ein. Ich verwies die Eltern für die Klärung dieser Frage an das
zuständige Sozialzentrum. Eine Sozialarbeiterin empfing die
Kinder und befragte sie nach ihren Wünschen. Diese Aufgabenteilung war wichtig, um den Raum von Kristina zu schützen, bzw. zu entlasten. Sie konnte so ihre widersprüchlichen
Gefühle darstellen und äussern, ohne Angst haben zu müssen,
ich würde ihre Aussagen weitertragen.
Glücklicherweise ist es den Eltern gelungen, eine Besuchsregelung zu finden, mit der alle mehr oder weniger einverstanden sind. Kristina entspannte sich zusehends und gewann
an Sicherheit mit der wiederkehrenden Erfahrung, dass der
Zugang zu ihren getrennt lebenden Eltern gesichert war.
Melitta Steiner
Fallbeispiele
Mariana
Ich empfehle Pinocchio, weil
wir vom «troll» die Erfahrung
gemacht haben, dass die
kompetenten BeraterInnen
die Eltern ernst nehmen,
verständnisvoll auf ihre
Anliegen eingehen und nachvollziehbare Klärungs- und
Orientierungshilfen bieten.
Leiterin, Waldkindergarten
«troll»
10
Mariana, 6-jährig, ist die Tochter einer Brasilianerin und eines
in der Schweiz aufgewachsenen Chilenen. Mariana war im
Hort durch dominantes Verhalten gegenüber anderen Kindern negativ aufgefallen.
Als Mariana 3 Monate alt war, wanderte die Mutter, ohne
den Vater zu informieren, mit ihrer Tochter nach Brasilien
aus. Der Vater konnte den Wohnsitz ausfindig machen als
Mariana ein Jahr alt war. Für Mariana folgte darauf eine
Zeit mit vielen abrupten Wohnorts- und Bezugspersonenwechseln: Im Alter von einem bis vier Jahren lebte sie abwechslungsweise bei den Grosseltern väterlicherseits in Chile, der
leiblichen Mutter in Brasilien, den Grosseltern mütterlicherseits in der Schweiz und beim Vater. Seit 2 Jahren ist der Vater
neu verheiratet und Mariana wohnt nun wieder fest bei ihm.
Mariana war mit vielen Trennungen konfrontiert, die
plötzlich eintrafen und die ihr Leben jedes Mal tiefgreifend
und gewaltsam veränderten.
In den Sitzungen stand die aktuelle Situation zu Hause
im Vordergrund. In ihren Zeichnungen erschienen zuerst nur
ihr Vater und sie. Mit der Zeit tauchte die neue Partnerin
darin auf. Nach anfänglicher Eifersucht begann Mariana sie
als Partnerin ihres Vaters zu akzeptieren und ihre mütterliche Rolle zu schätzen. Mir gegenüber nannte sie sie immer
häufiger Mami. Diese Entwicklung löste aber offensichtlich
auch Verwirrung in Mariana aus. Sie hatte regelmässigen
Kontakt über Skype zu ihrer leiblichen Mutter in Brasilien.
Als sie zwei grosse Herzen auf ein Blatt malte, konnten wir
über die Verwirrung sprechen. Sie nannte ihre Zeichnung
«die zwei Mamis». Mariana erzählte mir, dass sie manchmal Sehnsucht nach ihrer leiblichen Mutter habe und nach
Brasilien reisen möchte.
Die Beziehungsabbrüche in Marianas Leben waren in
der Begleitung auch ganz konkret spürbar. Mehrere Male
informierte mich der Vater oder die Grossmutter (die einen
Teil der Finanzierung übernahm), dass heute die letzte Sitzung
sei. Sie begründeten dies jeweils mit zeitlichen oder finanziellen Engpässen. In den Gesprächen mit dem Vater und
seiner Partnerin vermittelte ich, dass wir bei einem abrupten
Abbruch der Begleitung eine traumatische Erfahrung für
Mariana wiederholen würden. Es wurde schliesslich möglich,
den Abschluss der Begleitung mit so viel Zeit zu planen, dass
ich ihn auch mit Mariana in den Sitzungen thematisieren
konnte. Wut und Trauer über Trennungen fanden Platz. Sie
griff mich in dieser Zeit im Spiel an, verwandelte sich in ein
Krokodil, frass mich auf oder zeigte mir die kalte Schulter.
In der Abschluss-Sitzung zeichnete Mariana eine Blume.
Den farbigen Blütenblättern ordneten wir gemeinsam verschiedene Gefühle zu.
Rebekka Züfle
Fallbeispiele
Samuel
11
Die Mutter von Samuel, 3-jährig, flüchtete nach jahrelanger psychischer und körperlicher Gewalt durch ihren
Ehemann mit Samuel zu ihrer Mutter. Frau S. meldete sich
bei Pinocchio, weil sie einen Ort suchte, wo Samuel das
Erlebte würde verarbeiten können.
Zu Beginn war es nicht möglich, dass Samuel alleine mit
mir im Zimmer blieb, doch zusehends entdeckte er spannende Spielmöglichkeiten.
In allen Variationen raubte er meine Spielfigur, entführte sie. Sie wurde angeschrien und sie musste «parieren».
Ich lebte im Spiel in permanenter Angst und Unsicherheit.
Es wurde mir immer wieder alles, was ich aufbaute, zerstört
– es schien aussichtslos und doch wurden wir nicht müde
weiter zu spielen. Oft endeten die Spiele darin, dass meine
Figur eingesperrt wurde – die Polizei gab vor zu helfen – war
dann aber doch Komplize des Entführers (Samuel). Samuel
stampfte oft mit dem Fuss heftig auf den Boden und brüllte
dabei. Manchmal war seine Wut so heftig, dass er meine
Autos und Figuren durch die Luft schleuderte.
Bald war es möglich, dass Samuel «Regieanweisungen»
meinerseits aufnahm. Diese Anweisungen waren immer
dann nötig, wenn das Spiel so heftig wurde, dass etwas
kaputt zu gehen drohte. Durch einen kurzen intensiven
Blickkontakt versicherte sich Samuel, ob er mich wohl richtig verstanden hatte, wenn ich ihn bat etwas weniger wild zu
spielen.
Im Spiel mit Samuel war eine große Autogarage, welche sich bei uns im Wartezimmer befindet, ein ruhender
Pol. Wichtig war die darauf montierte Tankstelle, die nur er
bedienen durfte. Wenn meine Autos betankt werden sollten,
war sie dann, gemäß seiner Regie, leer und meine Autos
konnten nicht mehr weiterfahren. Die Tankstelle diente
auch als Verbindung zwischen Wartezimmer (Abschied von
der Mutter) und meinem Raum, das heisst wir mussten sie
vom Wartezimmer regelmässig in meinen Raum zügeln. Ich
bewunderte ihn im Spiel, wie gut er tanken konnte oder in
der Autogarage die Autos wieder zu flicken vermochte.
Samuel entdeckte dann das Kochen und Zaubertrank
herstellen. Er kreierte üppige Mahlzeiten mit Zimt, Nelken
und Parfums, die er genussvoll am Tisch sitzend verspeiste.
Er lächelte schalkhaft, wenn er mir nur ganz wenig von
seinem Essen zu probieren gab, wenn ich ihn darum bat.
Während ich im Spiel Samuel’s Ohnmacht erlitt, war es
ihm möglich kreativ und genussvoll seine starken Seiten zu
zeigen.
In den Gesprächen mit der Mutter ging es darum, Verständnis für Samuels Wut und dessen Brüllen zu wecken.
Für Frau S. bedeutete es eine grosse Anstrengung angesichts
eigener negativer Erlebnisse mit dem Kindsvater zu akzeptieren, dass Samuel seinen Vater brauchte.
Dorothée Hofer
DER VERTRAUTE WEG ZUR GEWALTLOSIGKEIT
GEWALT – NEIN DANKE! DAS IST DOCH ALLEN KLAR …
Berthold Rothschild,
geb. 1937, Psychiater und
Psychoanalytiker, Dr. med.,
lebt und arbeitet in Zürich.
Lehrtätigkeit, Vorträge und
Veröffentlichungen zum
Thema der Sozialpsychiatrie
und der Psychoanalyse.
Mit dem Informationsbuch
und Ratgeber «Seele in Not –
was tun?» ist er einem breiten
Publikum vertraut geworden.
12
In der heutigen Zeit und in einer Kultur, die sich als «aufgeklärt» bezeichnet, scheint Einigkeit darüber zu bestehen,
dass Gewalt und deren Anwendung gegenüber anderen eindeutig zu verurteilen, und wo sie stattfindet, auch einzuklagen
sei. Würde man die Menschen befragen, was sie sich denn
unter «Gewalt» vorstellen, so würden die Meisten antworten,
es sei damit gemeint, dass man «Andere» und jeweils «Schwächere» mittels roher Macht und brachialer Einschüchterung
gefügig machen will und dass so der/die jeweils Stärkere sich
die Gewissheit verschafft, sich durchsetzen zu können. Und
ähnlich wird der Begriff der «Gewalt» auch lexikalisch definiert, sie sei ein Mittel, um sich mit dem eigenen Willen
gegen andere Menschen und Menschengruppen oder auch
gegenüber Sachen und Hindernissen durch Anwendung von
Machtmitteln durchsetzen zu können. Ausserdem enthält der
Begriff der Gewalt etwas «Unbedingtes», das heisst, dass sich
der/die Gewalt Ausübende in jedem Falle und ohne Rücksicht auf Einwände oder Skrupel durchsetzen will oder muss
und dass er/sie sich von dieser Durchsetzung nicht einfach
und vernunftsmässig abbringen lassen will.
Es sieht zwar so aus, als herrsche zunächst Einigkeit darüber, dass Gewalt zu meiden, zu verurteilen und zu ächten
sei, und dass der zivilisierte Mensch eben andere Mittel zur
Verfügung habe, um seinen Willen geltend zu machen: Dialog, Verführung, Sitten und Gebräuche, Moral und Ethik,
Verträge und Recht usw. In diesem Ideal der «gewaltlosen Ver-
nunft» ist aber nicht festgelegt, wie weit solche Zähmung zu
gelten habe: gilt sie auch den Tieren gegenüber? (Hundedressur z.B., Schlachthof, Insektizide). Gilt sie auch den Feinden
und Bedrohern gegenüber? (Krieg, Militär, Polizei und das
sog. «Gewaltmonopol des Staates»). Gilt sie in jedem Falle?
(Notwehr, militanter Widerstand, Partisanen, Tyrannenmord).
Und – noch schwieriger –, gibt es nicht auch die legitime und
die sanktionierte Gewalt? Die «elterliche Gewalt» zum Beispiel?
Dort also, wo aus Liebe und Vernunft, der Wille des Kindes und
seine Unvernunft durchbrochen wird, zum Beispiel, wenn wir es
zwingen, sich impfen zu lassen, wenn wir ihm unter Androhung
von Sanktionen und Strafen etwas verbieten, das ihm schaden
könnte.
Gerade also und paradoxerweise ausgerechnet dort, wo
wir dem jeweils Schwächeren unsere Meinung und unseren
Willen aufzwingen und sie auch durchsetzen wollen, weil wir
davon überzeugt sind, dass nur das Setzen solcher Grenzen
dem Kinde langsam die Vernunft beibringen wird, gerade
dort beginnt unser scheinbar so klarer Gewaltverzicht ins
Wanken zu geraten. Die Durchsetzung unseres Willens gegen
den Widerstand eines/einer anderen lässt sich dort, wo wir
sie mit Schutz, Fürsorge und Erziehung des anderen begründen, als «paternalistische Gewalt» bezeichnen, und sie findet
immer dort statt, wo ich mir anmasse «besser zu wissen, was
für den Anderen gut sei als dieser/diese selbst». Hierzu gehört
neben den erwähnten erzieherischen Massnahmen auch die
13
Zwangsbehandlung von psychisch Kranken oder die Staatsgewalt, wenn sie meint, ihre BürgerInnen schützen zu müssen/
zu wollen. Nicht zu vergessen auch, dass Gewalt sich keineswegs nur über Muskelkraft oder mittels waffenartigen Instrumenten ausdrückt, sondern durchaus mit psychischem Druck
oder ganz einfach mit der Macht des Wortes – es genügt oft,
dem anderen Scham, Blamage oder Häme anzudrohen und
ihn/sie so einzuschüchtern.
Sigmund Freud hat das Dilemma von Gewalt und Vernunft mit dem Gegensatz von «Trieb» und «Kultur» dargestellt und dann gleich auch noch vom «Unbehagen in der
Kultur» gesprochen, ganz einfach weil er sich sicher war,
dass die reine und gewaltlose Vernunft immer, und je «reiner» sie sich gibt umso mehr, ihren Gegensätzen, der Triebhaftigkeit und der natürlichen Aggressionsbereitschaft des
Menschen nämlich, ausgesetzt sei. Die Dämmung und die
Domestizierung (Zähmung) der eigenen Gewaltbereitschaft
ist deshalb eine keineswegs nur einfache und rein moralische Absichtserklärung, sondern ein lebenslanger «struggle»
auch gegen die eigene Natur und sie bezieht sich auch nicht
nur auf unser Verhalten gegenüber anderen, sondern auch
gegenüber uns selber.
Eine Erziehung zur Gewaltlosigkeit etwa kann sich deshalb nicht rein «pazifistisch» damit begnügen, den Gewaltverzicht zu propagieren und einzutrichtern und somit die
Gewalt dann jeweils «bösen Anderen» zu überlassen, sondern
sie wird sich mit der natürlichen und in der jeweiligen Kultur
vorhandenen Gewaltbereitschaft aller Menschen befassen
müssen. Sie wird sich auch von den üblichen Zuschreibungen
im «Täter-Opfer-Schema» trennen müssen und vor allem
wird sie nicht darauf verzichten können, Konfliktneigungen
und Konfliktbereitschaft jedes Menschen so zu kultivieren,
dass diese nicht über die Instrumente der Gewalt umgesetzt
werden müssen. Und sie wird sich auch mit der heimtückischen Form der «passiven Gewalt» befassen müssen, die
darin besteht, dass man gar nicht erst hinschaut und dass
man dann, ganz ahnungslos, von all dem Schrecklichen ja
gar nichts gewusst hat …
Berthold Rothschild
Statistiken
Mit durchschnittlich 200 Stellenprozenten für Beratung haben
wir 227 Familien beraten und begleitet. Mit 100 Kindern
arbeiteten wir, neben begleitenden Elterngesprächen, einzeln.
Beratungen in Stunden20082009
%
Kinder10271225+19%
Eltern675587
-13%
Umfeld114158
+38%
Alter der Kinder
2005200620082009
Erstgespräche243228-6%
Vorschulalter
31%18%22%30%
Telefon, Internet227379
+67%
Kindergarten
31%37%24%22%
Total22862577+13%
1.-6. Schuljahr
38%45%54%48%
Wohnort
2005200620082009
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Ausserkantonal
Total
Beratungsdauer
2005200620082009
Höhe der Elternbeiträge (EB)
%
138130187200
5113024
- -33
Bis 6 Std.
42
76
132
144
Keine EB bezahlt
6 - 20 Std.
50
49
63
57
Bis 30 Franken bezahlt
8
Über 20 Std.
11162526
31 bis 60 Franken bezahlt
40
Mehr als 60 Franken bezahlt
42
Anzahl Fälle
Anzahl Familien
Anzahl beratener Kinder
Total
14
143141220227
Total haben die Berater/Innen 2577 Stunden für die direkte
Beratung aufgewendet. Dies entspricht mehr als zwei Drittel der gesamten Arbeitszeit. Fallbezogene Tätigkeiten wie
Supervision und Intervision, die ein wichtiger Bestandteil
der Qualitätssicherung sind, sowie Finanzierungsgesuche
und Berichte sind in dieser Stundenzahl nicht enthalten.
10
2005200620082009
143141220227
76
74
120
100
219215340327
Das Erstgespräch kostet 50 Franken. Der Richttarif für eine
Beratungsstunde beträgt 90 Franken. Wir danken den Stiftungen und Sozialämtern, welche den finanziellen Anteil von
Sitzungen von unter 90 Franken pro Stunde übernehmen.
Anhang
Vorstand, Team & Patronatskomitee
Vorstand
Patronatskomitee
Präsident
Dr. med. Hartmut Baals
Dr. phil. Heinrich Nufer, Pädagoge und Kinderpsychologe
Kinderchirurg
Quästor
Prof. em. Dr. med. Dieter Bürgin
emeritierter Chefarzt KJPK der
Aktuarin
Daniel Andreas Kunz, lic. oec. Betriebsökonom
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Basel
Prof. Dr. med. Remo H. Largo
Eveline Hüssy, Direktionsassistentin
Personal
ehem. Leiter Abteilung Wachstum und Entwicklung,
Kinderspital Zürich
Marianne Straub Rossi, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Vernetzung
Hans Stamm
Bettina Avogaro, Amt für Jugend und Berufsberatung Kanton ZH
ehem. Chef des Amtes für Gemeinden des Kantons Zürich
Lorenz Stampa
Team
Leitung und Beratung
Eugen Stiefel
Melitta Steiner, Sozialpädagogin FH
ehem. Schulpräsident Schulkreis Limmattal
BeraterInnen
Elisabeth von Salis
Dorothée Hofer, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Norbert Wolff, Diplom Psychologe
Dr. med. Thomas von Salis
Rebekka Züfle, Ethnologin und Psychologin FSP
Administration und Fundraising
15
Theologe und Sozialpädagoge
Veronika Pfann, Kaufm. Sachbearbeiterin
Psychoanalytikerin und ehem. Präsidentin Pinocchio
Kinder- und Jugendpsychiater
Der Druck wurde von der Zürcher Kantonalbank gesponsert
Beratungsstelle für Eltern und Kinder
Hallwylstrasse 29, 8004 Zürich
Tel. 044 242 75 33, Fax 044 242 75 35, PC 80-56266-3
E-Mail: info@pinocchio-zh.ch, www.pinocchio-zh.ch
© Foto: Ursula Markus, Zürich
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Seele and Geist
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