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Buch Wie beeinflusst die Namensgebung die - Random House

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Buch
Wie beeinflusst die Namensgebung die Karriere von Kindern? Besteht
ein Zusammenhang zwischen Abtreibungsverbot und Verbrechensrate?
Worüber lügen Online-Dater? Und was haben diese Fragen mit Wirtschaftswissenschaften zu tun? – Sehr viel, wenn Steven Levitt sie beantwortet. Mit ökonomischem Rüstzeug und unkonventionellem Denken
untersucht der brillante junge Professor eine Vielzahl gesellschaftlicher
Themen und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Spielerisch aktiviert
er die Ressourcen des Querdenkens: Denn auf neue Ideen und kreative
Lösungen kommen wir nur, wenn wir Probleme aus einer anderen als
der gewohnten Perspektive betrachten. Der Wirtschaftswissenschaftler
mit Freak-Faktor überrascht mit ungewöhnlichen Fragen und erlaubt
einen neuen Blick auf die Welt und unser Leben – eine Pop-Soziologie
mit enormem Unterhaltungswert.
Autoren
Steven Levitt, geboren 1967 in Boston, zeichnete sich schon während
seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Harvard durch sein
unkonventionelles Denken aus. Seit 1999 hält Levitt eine Professur an
der University of Chicago und ist Herausgeber des »Journal of Political Economy«. Steven Levitt ist verheiratet und hat vier Kinder. Zu seinen Hobbys gehören Golf, Pferderennwetten und die Renovierung alter Häuser.
Stephen Dubner war von 1994 bis 1999 Herausgeber und Journalist für
das »New York Times Magazine«. Heute schreibt Dubner u.a. für den
»NewYorker«, die »Washington Post« und »Time«.
Steven D. Levitt
Stephen J. Dubner
Freakonomics
Überraschende Antworten
auf alltägliche Lebensfragen
Aus dem Englischen
von Gisela Kretzschmar
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel
»Freakonomics. A Rogue Economist Explores the Hidden Side
of Everything« bei William Morrow, an Imprint of
HarperCollinsPublishers, Inc., NewYork.
3. Auflage
Aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe September 2007
Wilhelm Goldmann Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Copyright © der Originalausgabe 2005, 2006
by Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2006
by Riemann Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Umschlaggestaltung: Design Team München
Umschlagabbildung: Getty Images/Meyer (215760)
Redaktion: Ralf Lay, Mönchengladbach
eISBN 978-3-641-03998-1
www.goldmann-verlag.de
Inhalt
Ein erklärender Hinweis 11
Hier erfahren Sie, wie dieses Buch zustande kam.
Vorwort zur überarbeiteten und erweiterten
Neuauflage 15
EINLEITUNG
Überraschende Antworten
auf alltägliche Lebensfragen 19
Hier lernen Sie das zentrale Thema dieses Buches kennen:
Wenn die Moral ausdrückt, wie die Welt funktionieren sollte,
dann zeigt uns die Ökonomie, wie sie wirklich funktioniert.
Warum konventionelles Wissen so oft falsch ist · Wie »Experten«
– von Kriminologen bis zu Immobilienmaklern und Politikwissenschaftlern – die Tatsachen verbiegen · Warum der Schlüssel zum
Verständnis des modernen Lebens darin besteht zu wissen, was
man messen muss und wie man es messen muss · Was bedeutet
»Freakonomics« überhaupt?
5
1. KAPITEL
Was haben Lehrer und
Sumo-Ringer gemeinsam? 37
Hier untersuchen wir die Schönheit von Anreizen
wie auch deren Schattenseite – den Betrug.
Wer betrügt? So ziemlich jeder · Wie Betrüger vorgehen und
wie man sie erwischt · Geschichten aus einer israelischen Kindertagesstätte · Das plötzliche Verschwinden von sieben Millionen
amerikanischen Kindern · Betrügerische Lehrer in Chicago ·
Warum Betrug, um zu verlieren, schlimmer ist als Betrug, um
zu gewinnen · Könnte der japanische Nationalsport Sumo-Ringen korrupt sein? · Was der Bagel-Mann erlebte: Die Menschheit
könnte ehrlicher sein, als wir denken.
2. KAPITEL
Inwiefern gleicht der Ku-Klux-Klan
einer Gruppe von
Immobilienmaklern? 79
Hier argumentieren wir, dass nichts mächtiger ist als
Information, vor allem, wenn ihre Macht missbraucht wird.
Das Ausplaudern der Geheimnisse des Ku-Klux-Klan · Warum
Experten jeder Art in der perfekten Position sind, Sie auszubeuten · Das Internet als Mittel gegen Informationsmissbrauch · Warum ein neues Auto in dem Moment, wo es das Lager des Händlers
verlässt, plötzlich so viel weniger wert ist · Die Geheimsprache der
Immobilienmakler wird entschlüsselt: Was »guter Zustand« wirklich bedeutet · Ist Trent Lott rassistischer als der durchschnittliche
»Weakest-Link«-Teilnehmer? · Worüber lügen Online-Dater?
6
3. KAPITEL
Warum leben Drogenhändler
immer noch bei ihren Müttern? 118
Hier zeigen wir, dass sich konventionelles Wissen oft als
ein Geflecht aus reiner Erfindung, Eigeninteresse und
Bequemlichkeit erweist.
Warum Experten routinemäßig Statistiken frisieren; die
Erfindung der chronischen Halitose · Wie man eine gute Frage
stellt · Sudhir Venkateshs lange seltsame Reise in die Crackhöhle ·
Das Leben ist ein Wettkampf · Warum Prostituierte mehr verdienen als Architekten · Was ein Drogenhändler, ein HighschoolQuarterback und ein Verlagsassistent gemeinsam haben · Wie
die Erfindung von Crack-Kokain die Erfindung der Nylonstrümpfe spiegelte · War Crack das Schlimmste, was den
schwarzen Amerikanern seit Jim Crow passiert ist?
4. KAPITEL
Wo sind all die
Kriminellen geblieben? 152
Hier trennen wir die Fakten der Kriminalität von den Fiktionen.
Was Nicolae Ceauúescu – auf die harte Weise – über Abtreibung
lernte · Warum die sechziger Jahre eine großartige Zeit für Kriminelle waren · Meinen Sie, dass die boomende Wirtschaft der neunziger Jahre zum Rückgang der Kriminalität geführt hat? Denken
Sie noch einmal nach · Führt mehr Polizeieinsatz tatsächlich zu
geringeren Kriminalitätsraten? · Gefängnisse, überall Gefängnisse ·
Das »Polizeiwunder« von New York City · Was ist ein Revolver
wirklich? · Warum die frühen Crackdealer wie Microsoft-Millio7
näre waren und die späteren wie Pets.com · Der Superkriminelle
vs. ältere Mitbürger · Jane Roe, die der Kriminalität ein Ende
machte: Wie die Legalisierung der Abtreibung alles veränderte.
5. KAPITEL
Was kennzeichnet perfekte Eltern? 190
Hier setzen wir uns unter verschiedenen Aspekten mit einer
drängenden Frage auseinander: Sind Eltern wirklich wichtig?
Wie sich die Kindererziehung von einer Kunst in eine Wissenschaft verwandelte · Warum Erziehungsexperten Eltern gerne
Todesängste einjagen · Was ist gefährlicher: ein Revolver oder
ein Swimmingpool? · Überbehütende Eltern und die Schlammschlachten um die Bedeutung von Vererbung und Erziehung ·
Warum eine gute Schule nicht so gut ist, wie Sie vielleicht denken ·
Unterschiedliche Prüfungsergebnisse zwischen Schwarz und Weiß
und »weißes Handeln« · Acht Dinge, die bei einem Kind zu
besseren Schulleistungen führen, und acht, die das nicht tun.
6. KAPITEL
Elternschaft Teil II oder Wäre
eine Roshanda genauso
niedlich, wenn sie anders hieße? 230
Hier prüfen wir, welche Bedeutung die erste offizielle Handlung
der Eltern hat – die Auswahl des Namens für das Baby.
Ein Junge namens Winner und sein Bruder Loser · Die schwärzesten Namen und die weißesten Namen · Die kulturelle Trennung: Warum »Seinfeld« es noch nie unter die ersten Fünfzig der
schwarzen Hitliste geschafft hat · Wenn Sie einen wirklich schlim8
men Namen haben, sollten Sie ihn dann einfach ändern? · Die
beliebtesten und die unbeliebtesten Namen (und wie die einen zu
den anderen werden) · Britney Spears: ein Symptom, keine Ursache · Ist Aviva die nächste Madison? · Was Ihre Eltern der Welt
mitgeteilt haben, als sie Ihnen Ihren Namen gaben.
EPILOG
Zwei Wege nach Harvard 261
Hier trifft die Zuverlässigkeit der Daten auf die
Zufälligkeit des Lebens.
Zusätzliches Material für die überarbeitete
und erweiterte Neuauflage 265
Anmerkungen 385
Dank 405
Register 407
Ein erklärender Hinweis
Im Sommer 2003 beauftragte das New York Times Magazine
den Autor und Journalisten Stephen J. Dubner, ein Porträt über
Steven D. Levitt zu schreiben, einen hoch gelobten jungen Ökonomen von der University of Chicago.
Dubner recherchierte gerade für ein Buch über die Psychologie des Geldes; er hatte in letzter Zeit viele Wirtschaftswissenschaftler interviewt und dabei den Eindruck gewonnen, dass
sie sich im Englischen oft so ausdrückten, als sei es ihre vierte
oder fünfte Fremdsprache. Levitt, der soeben die John-BatesClark-Medaille gewonnen hatte (eine Art »Junior-Nobelpreis«
für junge Wirtschaftswissenschaftler), war in letzter Zeit von
vielen Journalisten interviewt worden und hatte dabei festgestellt, dass ihr Denken nicht besonders … fundiert war, wie ein
Ökonom es vielleicht formulieren würde.
Aber Levitt kam zu dem Schluss, dass Dubner kein kompletter Idiot war. Und Dubner fand, dass Levitt kein menschlicher Rechenschieber war. Der Autor war fasziniert von der
einfallsreichen Arbeit des Ökonomen und seinem Talent, die
Dinge zu erklären. Trotz seiner elitären Ausbildung (Studium
in Harvard, ein Dr. phil. vom MIT und ein ganzer Stapel von
Auszeichnungen) betrieb er die Wirtschaftswissenschaften
bemerkenswert unorthodox. Anscheinend betrachtete er die
11
Dinge nicht so sehr als Akademiker, sondern wie ein sehr smarter und neugieriger Entdecker – ein Dokumentarfilmer vielleicht oder ein Forensiker oder ein Buchmacher, dessen Märkte
vom Sport über die Kriminalität bis zur Popkultur reichen. Er
zeigte wenig Interesse an der Art von monetären Fragen, die
den meisten Leuten beim Gedanken an Ökonomie in den Sinn
kommen; er strotzte praktisch vor Zurückhaltung. »Ich weiß
einfach nicht besonders viel über Wirtschaftswissenschaften«,
erklärte er Dubner während des Gesprächs und strich sich die
Haare aus den Augen. »Ich bin kein guter Mathematiker, ich
verstehe nicht viel von Ökonometrie, und ich weiß auch nicht,
wie man Theorien aufstellt. Wenn Sie mich nach der Entwicklung der Aktienmärkte oder des Wirtschaftswachstums fragen,
wenn Sie mich fragen, ob Deflation gut oder schlecht ist, wenn
Sie mich nach Steuern fragen – ich meine, es wäre ein totaler
Betrug, wenn ich Ihnen sagte, dass ich irgendetwas über diese
Dinge weiß.«
Was Levitt interessierte, waren die Rätsel des alltäglichen Lebens. Seine Untersuchungen waren ein Genuss für jeden, der
wissen wollte, wie die Welt wirklich funktioniert. Seine einzigartige Einstellung beschrieb Dubner in seinem Artikel so:
Wie Levitt es sieht, ist die Ökonomie eine Wissenschaft, die uns
ausgezeichnete Werkzeuge zur Verfügung stellt, um Antworten
zu finden, aber sie leidet unter einem ernsten Mangel an interessanten Fragen. Seine besondere Begabung besteht darin, solche Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Wenn Drogenhändler so viel
Geld verdienen, warum wohnen sie dann immer noch bei ihren
Müttern? Was ist gefährlicher, ein Revolver oder ein Swimmingpool? Was hat wirklich dazu geführt, dass die Kriminalitätsrate
im letzten Jahrzehnt so drastisch gesunken ist? Lassen sich Im12
mobilienmakler von den besten Interessen ihrer Klienten leiten?
Warum geben schwarze Eltern ihren Kindern Namen, die sich
negativ auf deren berufliches Fortkommen auswirken könnten?
Betrügen Lehrer, um dafür zu sorgen, dass ihre Schulklassen bei
schwierigen Prüfungen gut abschneiden? Sind Sumo-Ringer korrupt?
Viele Leute – wozu auch ein erheblicher Teil seiner Fachkollegen gehören – würden Levitts Arbeit gar nicht den Wirtschaftswissenschaften zurechnen. Aber er hat lediglich die so genannte
triste Wissenschaft auf ihr wichtigstes Ziel reduziert: zu erklären,
wie die Leute bekommen, was sie wollen. Anders als die meisten
Akademiker fürchtet er sich nicht davor, auf persönliche Beobachtungen und Kuriositäten zurückzugreifen; auch hat er keine Angst
davor, Anekdoten und Geschichten zu erzählen (aber er fürchtet
sich vor der Infinitesimalrechnung). Er sichtet einen Datenberg,
um eine Geschichte zu finden, die vor ihm niemand gefunden hat.
Er tüftelt aus, wie man einen Effekt messen kann, den die Veteranen der Ökonomie für nicht messbar halten. Seine beständigen
Interessen – obwohl er behauptet, sie selbst nie praktiziert zu haben – sind Betrug, Korruption und Kriminalität.¹
Levitts brennende Neugier hat auch Tausende Leser der New
York Times gereizt. Er wurde mit Fragen und Anfragen bestürmt – von General Motors, den New York Yankees und USSenatoren, aber auch von Strafgefangenen und Eltern sowie
von einem Mann, der seit zwanzig Jahren genau Buch darüber
geführt hatte, wie viele Bagels er verkaufte. Ein ehemaliger Gewinner der Tour de France rief Levitt an und bat ihn um Hilfe
bei dem Nachweis, dass heute bei der Tour Doping weit verbreitet ist. Die CIA wollte wissen, wie Levitt Daten analysieren
würde, um Geldwäscher und Terroristen zu fangen.
13
Worauf sie alle reagierten, war die Wirkung von Levitts
Grundüberzeugung: dass die moderne Welt, auch wenn sie
uns noch so undurchsichtig, kompliziert und geradezu irreführend erscheint, doch nicht undurchdringlich ist, nicht unverständlich und – wenn man die richtigen Fragen stellt – sich
als noch faszinierender erweist, als wir denken. Wir brauchen
dazu nur eine neue Sichtweise.
In New York City drängten die Verleger Levitt, ein Buch zu
schreiben.
»Ein Buch schreiben?«, wandte er ein. »Ich will kein Buch
schreiben.« Er hatte schon eine Million mehr Rätsel zu lösen, als er in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit bewältigen konnte. Außerdem hielt er sich nicht für einen besonders
guten Schreiber. Also sagte er: »Nein, kein Interesse.« – »Es sei
denn«, so sein Vorschlag, »Dubner und ich könnten das zusammen machen.«
Zusammenarbeit ist nicht für jeden das Richtige. Aber diese
beiden – ab sofort heißt es wir beide – beschlossen, die Sache
zu besprechen und zu sehen, ob ein solches Buch als Gemeinschaftsarbeit entstehen könnte. Wir kamen zu dem Schluss, es
könnte. Wir hoffen, Sie sind ebenfalls dieser Ansicht.
Vorwort zur überarbeiteten
und erweiterten Neuauflage
Als wir Freakonomics schrieben, hatten wir erhebliche Zweifel,
ob irgendjemand das Buch wirklich lesen würde – und natürlich haben wir nicht im Traum daran gedacht, dass es einmal
Bedarf für eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage geben könnte. Aber wir sind glücklich und dankbar, uns geirrt
zu haben.
Warum nun diese Neuauflage?
Es gibt verschiedene Gründe dafür. Der erste ist, dass diese
Welt lebt, atmet und sich verändert, was ein Buch nicht tut. Ist
das Manuskript erst einmal fertig, dann liegt es fast ein Jahr
lang irgendwo herum, bis es als Buch erscheint. Das ist relativ
unproblematisch, wenn man beispielsweise über die Geschichte des Dritten Punischen Krieges geschrieben hat. Weil Freakonomics sich aber mit den verschiedensten Themen der modernen Alltagswirklichkeit beschäftigt und weil die moderne Welt
sich ziemlich schnell verändert, haben wir das Buch durchgesehen und einige kleinere Aktualisierungen vorgenommen.
Außerdem sind uns verschiedene Fehler unterlaufen. Gewöhnlich waren es Leser, die uns darauf aufmerksam gemacht
haben; und wir wissen solche Rückmeldungen sehr zu schätzen.
Auch hier gibt es aber meist nur geringfügige Änderungen.
Am stärksten überarbeitet wurde in diesem Buch der An15
fang von Kapitel 2, das die Geschichte über den Kreuzzug eines
Mannes gegen den Ku-Klux-Klan erzählt. Mehrere Monate
nach dem Erscheinen von Freakonomics wurden wir darauf
hingewiesen, dass die Darstellung dieses Kreuzzugs und verschiedener Angelegenheiten des Klans erheblich übertrieben
war (eine ausführlichere Erklärung dazu findet sich in einem
Essay unter dem Titel »Reingelegt?«). So unangenehm es war, diesen Irrtum zuzugeben und den Ruf eines vielerorts sehr beliebten Mannes zu mindern, hielten wir es doch
für wichtig, historisch korrekt zu berichten.
Wir haben auch den Aufbau des Buchs etwas verändert. In
der ersten Auflage stand am Anfang eines jeden Kapitels ein
Auszug aus einem Porträt, das einer von uns (Dubner) über
den anderen (Levitt) im New York Times Magazine veröffentlicht und das zu unserer Zusammenarbeit bei diesem Buch
geführt hatte. Weil einige Leser diese Auszüge für aufdringlich
(und/oder egomanisch und/oder kriecherisch) hielten, haben
wir sie entfernt und stattdessen das vollständige Times-Porträt
im hinteren Teil dieser zweiten Auflage in das Kapitel »Zusätzliches Material …« aufgenommen. Dort kann
man den Beitrag entweder überschlagen oder isoliert lesen.
Das weitere zusätzliche Material hat dazu geführt, dass wir
diese neue Auflage nicht nur als »überarbeitet«, sondern auch
als »erweitert« bezeichnen. Kurz nach der Erstveröffentlichung
von Freakonomics (in den USA im April 2005) haben wir begonnen, eine monatliche Kolumne für das New York Times Magazine zu schreiben. Einige dieser Kolumnen über Themen, die
vom Wahlverhalten über Hundehaufen bis zur Ökonomie sexueller Präferenzen reichen, haben wir jetzt mit in dieses Buch
aufgenommen.
Ergänzt wurde die ursprüngliche Fassung außerdem um
16
verschiedene Einträge aus unserem Blog (www.freakonomics.
com/blog/), das – wie diese überarbeitete Auflage – ursprünglich nicht geplant war. Zunächst haben wir eine Webseite angelegt, die ausschließlich zur Archivierung und zum Informationsaustausch gedacht war. Blog-Beiträge haben wir nur sehr
selten und zögerlich geschrieben. Aber im Laufe der Zeit stellten wir fest, dass es immer mehr Leute gab, die Freakonomics
gelesen hatten und die darin enthaltenen Vorstellungen gern
weiterdiskutieren wollten, und damit wuchs auch unser Interesse am Blog.
Ein Blog, so hat sich gezeigt, ist ein perfektes Gegengift für
einen Autor, der sich auf Eis gelegt fühlt, sobald er sein Manuskript abgeliefert hat. Besonders bei einem Buch wie diesem,
das Ideen vorstellt, ist nichts anregender, als diese Ideen weiterzuentwickeln, sie zu präzisieren, zu hinterfragen und mit ihnen
zu ringen, sogar während sich die Welt weiterdreht.
EINLEITUNG
Überraschende Antworten
auf alltägliche Lebensfragen
Jeder, der Anfang der neunziger Jahre in den Vereinigten Staaten lebte und den Abendnachrichten oder der Tageszeitung
auch nur die geringste Aufmerksamkeit schenkte, fand dort
gute Gründe, sich zu Tode zu ängstigen.
Schuld daran war die Kriminalität. Sie war permanent angestiegen – eine grafische Darstellung der Kriminalitätsrate
in einer beliebigen amerikanischen Stadt während der letzten
Jahrzehnte sah aus wie das Profil eines steilen Felsens –, und
nun schien sie das Ende der uns bekannten Welt anzukündigen. Der Tod durch Erschießen, ob mit oder ohne Absicht, war
alltäglich geworden. Dasselbe galt für Autodiebstahl, Rauschgifthandel, Raub und Vergewaltigung. Die Gewaltkriminalität
war ein entsetzlicher ständiger Begleiter. Und sie würde sogar noch schlimmer werden. Viel schlimmer. Das behaupteten
sämtliche Experten.
Die Ursache war der so genannte Superkriminelle2. Eine
Weile existierte er überall. Finster blickte er einem als Titelbild von den Wochenzeitschriften entgegen. Angeberisch stolzierte er durch dicke Stapel von Regierungsberichten. Er war
ein dürrer Großstadt-Teenager mit einem billigen Revolver in
der Hand und nichts als Gewissenlosigkeit im Herzen. Und
dort draußen gab es Tausende wie ihn, so sagte man uns, eine
19
Generation von Killern, die dabei waren, das Land in tiefstes
Chaos zu stürzen.
Im Jahr 1995 schrieb der Kriminologe James Alan Fox einen
Bericht für den amerikanischen Justizminister, in dem grausige
Details über den kommenden Gipfel von Morden, die durch
Teenager verübt wurden, nachzulesen waren. Fox hatte optimistische und pessimistische Szenarios entworfen. In seinem
optimistischen Szenario ging er von der Annahme aus, die Rate
der durch Teenager verübten Morde würde im nächsten Jahrzehnt um weitere 15 Prozent steigen; im pessimistischen Szenario verdoppelte sich die Rate. »Die nächste Kriminalitätswelle
wird so schlimm sein«, warnte er, »dass uns die Situation von
1995 wie die gute alte Zeit vorkommen wird.«3
Andere Kriminologen, Politikwissenschaftler und ähnliche
gelehrte Propheten malten dieselbe entsetzliche Zukunft an die
Wand. Präsident Clinton schloss sich ihrer Meinung an: »Wir
wissen, dass uns noch ungefähr sechs Jahre bleiben, um den
Trend in der Jugendkriminalität umzukehren«, erklärte Clinton, »oder unser Land wird mit dem Chaos leben müssen. Und
meine Nachfolger werden keine Reden über die wunderbaren
Möglichkeiten der Globalisierung halten; sie werden ihre gesamte Kraft und Energie für die Menschen auf den Straßen
dieser Städte einsetzen müssen.«4 Die Hautevolee hatte ihren
Blick starr auf die Kriminellen gerichtet.
Aber dann stieg die Kriminalität plötzlich nicht mehr weiter
an, sondern begann zu sinken. Und sank und sank und sank
immer weiter. Diese Trendwende war unter verschiedenen Aspekten verblüffend. Die Mordrate bei Teenagern verdoppelte
sich nicht, sie stieg nicht einmal um die von James Alan Fox
vorhergesagten 15 Prozent, sondern sank innerhalb von fünf
Jahren um mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2000 war die Gesamt20
rate aller Morde in den Vereinigten Staaten auf dem niedrigsten
Niveau der letzten 35 Jahre angekommen. Dasselbe galt für fast
jede andere Art von Kriminalität, von der Körperverletzung bis
zum Autodiebstahl.
Obwohl die Experten dieses Absinken der Kriminalität
nicht vorhergesagt hatten – eine Entwicklung, die in Wirklichkeit schon einsetzte, als sie ihre schreckenerregenden Prognosen abgaben –, boten sie nun eilfertig Erklärungen dafür
an. Die meisten ihrer Theorien klangen vollkommen logisch.
Der wirtschaftliche Aufschwung der neunziger Jahre habe dazu
beigetragen, die Kriminalität zu senken. Außerdem seien Gesetze zur Kontrolle des Waffenbesitzes erlassen worden. Und in
New York City seien neue Strategien für den Einsatz der Polizei eingeführt worden, in deren Folge die Zahl der Morde von
2262 im Jahr 1990 auf 540 im Jahr 2005 gesunken war.
Diese Theorien waren nicht nur logisch, sondern auch ermutigend, denn sie führten das Sinken der Kriminalität auf bestimmte menschliche Initiativen zurück, die man kürzlich in
Angriff genommen hatte. Wenn Waffenkontrolle, ein geschickter Einsatz der Polizei und besser bezahlte Jobs die Kriminalität
bezwungen hatten – nun denn, die Macht, Kriminelle aufzuhalten, hatte sich stets in unserer Reichweite befunden. Und genauso würde es beim nächsten Mal sein, wenn es, Gott behüte,
mit der Kriminalität wieder schlimmer werden sollte.
Anscheinend ohne irgendwelche Zweifel verbreiteten sich
diese Theorien aus dem Mund der Experten über die Ohren
der Journalisten in die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger. Binnen kurzer Zeit wurde daraus Allgemeinwissen.
Es gab nur ein Problem damit: Sie stimmten nicht.5
Tatsächlich hatte ein ganz anderer Faktor dazu geführt, dass
die Kriminalität in den neunziger Jahren massiv gesunken war.
21
Die Weichen dafür waren vor über zwanzig Jahren gestellt worden und hatten mit einer jungen Frau in Dallas zu tun, die Norma McCorvey6 hieß.
Wie der sprichwörtliche Schmetterling, der auf einem Kontinent mit den Flügeln schlägt und damit auf einem anderen
einen Wirbelsturm auslöst, hatte Norma McCorvey ganz unbeabsichtigt den Lauf der Ereignisse dramatisch verändert.
Eigentlich hatte sie nur eine Abtreibung gewollt. Sie war arm,
ungebildet, ohne Beruf, Alkoholikerin, drogensüchtig – eine
junge Frau von 21 Jahren, die schon zwei Kinder zur Adoption freigegeben hatte und nun, 1970, erneut schwanger war.
Aber in Texas, wie damals in den meisten Staaten der USA, war
Abtreibung illegal. McCorveys Fall wurde von Leuten aufgegriffen, die sehr viel mächtiger waren als sie. Sie machten sie
zur Hauptklägerin bei einer Gruppenklage, deren Ziel die Legalisierung der Abtreibung war. Die Gegenseite wurde durch
den Staatsanwalt von Dallas County, Henry Wade, vertreten.
Der Fall gelangte schließlich bis vor den Obersten Gerichtshof
der USA. Zu diesem Zeitpunkt hatte McCorvey das Pseudonym Jane Roe erhalten. Am 22. Januar 1973 entschied der
Gerichtshof zugunsten von Jane Roe und ließ in den gesamten
USA legale Abtreibungen zu. Für McCorvey/Roe kam dieser
Sieg natürlich zu spät; sie hatte ihr Kind zur Welt gebracht und
wieder zur Adoption freigegeben (Jahre später wandte sie sich
gegen die Legalisierung der Abtreibung und schloss sich den
Lebensschützern an).
Wie hat nun der Fall »Roe vs. Wade« dazu beigetragen, dass
eine Generation später die Kriminalitätsrate so dramatisch
sank?
Im Hinblick auf die Kriminalität zeigt sich, dass nicht alle
Menschen von Geburt an gleich sind. Nicht einmal annähernd.
22
Über Jahrzehnte angelegte Untersuchungen haben gezeigt, dass
Kinder, die in widrige familiäre Umstände hineingeboren werden, mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit als andere kriminell werden. Und die Millionen von Frauen, die höchstwahrscheinlich im Kielwasser von »Roe vs. Wade« Abtreibungen
vornehmen ließen – arm, unverheiratet und selbst noch halbe
Kinder, für die illegale Abtreibungen zu teuer und schwierig
zu bekommen waren –, passten oft nur allzu gut in das Muster widriger familiärer Umstände. Wären ihre Kinder geboren worden, hätten sie mit überdurchschnittlich hoher Wahrscheinlichkeit eine kriminelle Karriere vor sich gehabt. Aber
wegen des Urteils im Fall »Roe vs. Wade« wurden diese Kinder
nicht geboren. Diese mächtige Ursache führte zu einer drastischen Wirkung in weiter Ferne: Jahre später, genau zu dem
Zeitpunkt, wo diese ungeborenen Kinder erstmals als Kriminelle auffällig geworden wären, begann die Kriminalitätsrate
dramatisch zu sinken.7
Es war nicht die Waffenkontrolle, nicht der Wirtschaftsaufschwung, und es waren auch nicht die neuen Strategien der Polizei, die die Welle der Kriminalität in Amerika abschwächten.
Es war, neben anderen Faktoren, die Tatsache, dass der Pool
potenzieller Krimineller sich dramatisch verringert hatte.
Und wie oft haben die Experten der sinkenden Kriminalität (die ehemaligen Schwarzmaler steigender Kriminalität) bei
ihren über die Medien verbreiteten Theorien die Legalisierung
der Abtreibung als Ursache genannt?
Kein einziges Mal.
Es ist die unerlässliche Mischung aus Kommerz und Kameradschaftsgeist: Wenn Sie Ihr Haus verkaufen wollen, engagieren
Sie einen Immobilienmakler.
23
Er (oder sie) rückt die Reize des Objekts ins rechte Licht,
macht Fotos, setzt den Preis fest, verfasst eine verlockende Anzeige, drängt jeden Interessenten zur Besichtigung, verhandelt
über die Angebote und führt den Handel zu einem guten Ende.
Sicher, das ist eine Menge Arbeit, aber er macht auch einen
guten Schnitt dabei. Bei einem Kaufpreis von 300 000 Euro
beträgt die übliche Maklercourtage von 6 Prozent immerhin
18 000 Euro. Das ist eine Menge Geld, sagen Sie sich. Aber Sie
sagen sich auch, dass Sie selbst das Haus nie und nimmer für
300 000 Euro verkauft hätten. Der Makler wusste, wie er – wie
hat er das doch gleich genannt? – »den Wert des Hauses maximieren« konnte. Er hat Ihnen zu einem Toppreis verholfen,
stimmt’s?
Stimmt das wirklich?
Ein Immobilienmakler ist eine andere Art von Experte als
ein Kriminologe, aber auch er ist rundherum ein Experte. Das
heißt, er kennt sich auf seinem Gebiet sehr viel besser aus als
jeder Laie, dessen Interessen er wahrnimmt. Er ist besser informiert über den Wert des Hauses, die Situation auf dem Immobilienmarkt, sogar über die Vorstellungen des Käufers. Deswegen verlassen Sie sich auf ihn. Ebendeswegen haben Sie schließlich einen Experten engagiert.
In dem Maße, wie die Welt immer spezialisierter geworden
ist, haben zahllose solcher Experten sich auf ähnliche Weise
unentbehrlich gemacht. Ärzte, Rechtsanwälte, Vertragsnehmer,
Börsenmakler, Automechaniker, Finanzberater, sie alle haben
einen enormen Informationsvorsprung. Und sie nutzen diesen Vorteil, um Ihnen zu helfen, der Person, die sie engagiert
hat, um genau das, was Sie wollen, zum günstigsten Preis zu
bekommen.
Stimmt das wirklich?
24
Diese Vorstellung ist überaus reizvoll. Aber auch Experten
sind Menschen, und Menschen reagieren auf Anreize. Wie ein
beliebiger Experte Sie behandelt, wird folglich davon abhängen, welche Anreize ihn motivieren. Manchmal wirken seine
Anreize zu Ihren Gunsten. Ein Beispiel: Eine Untersuchung
von Automechanikern in Kalifornien8 kam zu dem Ergebnis,
dass ihre Reparaturrechnungen oft klein ausfielen, weil sie
bei der Abgasprüfung ein Auge zudrückten – mit dem Hintergedanken, dass nachsichtige Mechaniker durch Folgeaufträge
belohnt werden. Aber in einem anderen Fall können sich die
Anreize der Experten auch gegen Sie wenden. Eine Untersuchung von Medizinern9 ergab, dass Geburtshelfer in Gebieten
mit sinkender Geburtenrate sehr viel häufiger Kaiserschnitte
durchführen als ihre Kollegen in Gebieten mit steigenden Geburtenraten – ein Hinweis darauf, dass Ärzte versuchen, ihren
Patienten möglichst teure Behandlungen anzudienen, wenn
ihre Praxis nicht gut läuft.
Es ist eine Sache, darüber nachzusinnen, wie Spezialisten
ihre Position missbrauchen. Es zu beweisen ist eine andere
Sache. Am besten wäre es zu vergleichen, wie ein Experte Sie
behandelt und wie er dieselbe Dienstleistung für sich selbst
durchführt. Leider operieren Chirurgen sich nicht selbst, und
zudem sind ihre Patientengeschichten nicht öffentlich zugänglich. Und auch die Reparaturen, die ein Automechaniker an
seinem eigenen Wagen durchführt, entziehen sich der vergleichenden Kontrolle.
Immobilienverkäufe sind jedoch öffentlich nachvollziehbar.
Und Immobilienmakler verkaufen oft ihre eigenen Häuser. Die
neuesten Daten über Hausverkäufe in den Vorstädten um Chicago herum zeigen, dass von rund 100 000 Häusern mehr als
3000 den Maklern selbst gehörten.
25
Bevor wir uns die Daten näher ansehen, ist es hilfreich, eine Frage zu stellen: Was ist der Anreiz für den/die
Immobilienmakler(in), wenn er/sie ein Haus verkauft? Ganz
einfach: Ein Makler will das bestmögliche Geschäft machen.
Genau darum geht es wahrscheinlich auch Ihnen, wenn Sie Ihr
Haus verkaufen. Und so scheinen die Interessen beider Seiten
gut übereinzustimmen. Denn immerhin basiert die Courtage
auf dem Verkaufspreis.
Aber wie so mancher Anreiz hat die Courtage ihre Tücken.
Erstens werden die 6 Prozent in den USA gewöhnlich zwischen den Maklern des Verkäufers und des Käufers aufgeteilt.
Von den verbleibenden 3 Prozent führen beide jeweils die Hälfte an ihre Agentur ab. Also bleiben nur noch 1,5 Prozent der
Verkaufssumme als persönlicher Gewinn für den Makler übrig.
Bei einem Haus, das für 300 000 Dollar verkauft wird, beträgt der persönliche Gewinn also 4500 Dollar. Immer noch
nicht schlecht, sagen Sie. Aber was wäre, wenn das Haus in
Wirklichkeit mehr als 300 000 Dollar wert ist? Was wäre, wenn
der Makler mit ein wenig mehr Mühe und Geduld und einigen
weiteren Zeitungsannoncen das Haus für 310 000 Dollar hätte
verkaufen können? Abzüglich der Courtage würden dem Verkäufer davon weitere 9400 Dollar bleiben. Aber der zusätzliche
Anteil des Maklers – 1,5 Prozent von 10 000 Dollar – würde lediglich 150 Dollar betragen. Wenn der Verkäufer 9400 Dollar
gewinnt, der Makler jedoch nur 150 Dollar, könnte es durchaus sein, dass die Interessen beider Seiten nicht mehr übereinstimmen (vor allem, wenn der Makler die zusätzlichen Anzeigen bezahlt und die gesamte Arbeit leistet). Wird der Makler
bereit sein, für nur 150 Dollar so viel zusätzliche Zeit, Kosten
und Mühen aufzuwenden?
26
Es gibt eine Möglichkeit, das herauszufinden, indem man
misst, wie sich die Verkaufspreise der Häuser unterscheiden,
abhängig davon, ob die Makler für sich selbst oder im Auftrag von Klienten tätig werden. Wenn man sich die Daten der
100 000 im Umkreis von Chicago verkauften Häuser vornimmt
und dabei die verschiedensten Variablen – Lage, Alter und Zustand des Hauses, Ästhetik usw. – berücksichtigt, dann zeigt
sich, dass Immobilienmakler ihre eigenen Häuser im Schnitt
zehn Tage länger auf dem Markt anbieten und die Verkaufspreise um 3 Prozent höher liegen – das sind etwa 10 000 Dollar
bei einem Verkaufswert von 300 000 Dollar. Wenn ein Makler
sein eigenes Haus verkauft, dann wartet er auf das beste Angebot. Wenn er das Haus eines seiner Kunden verkauft, drängt er
ihn, das erste akzeptable Angebot anzunehmen.10 Wie ein Börsenmakler, der Provisionen hinterherjagt, will auch der Immobilienmakler seine Geschäfte möglichst schnell zum Abschluss
bringen. Und warum auch nicht? Sein Anteil an einem besseren Angebot ist zu gering, um ein wirksamer Anreiz für mehr
Engagement zu sein.
Von allen Gemeinplätzen über Politik halten wir einen für zutreffender als alle anderen: Mit Geld kann man sich Wahlsiege
erkaufen.11 Arnold Schwarzenegger, Michael Bloomberg – das
sind nur einige neuere dramatische Beispiele für diese Binsenwahrheit. (Lassen wir die Gegenbeispiele für einen Moment
unberücksichtigt: Steve Forbes, Michael Huffington und besonders Thomas Golisano, der im Verlauf von drei Gouverneurswahlen in New York 93 Millionen Dollar aus eigener Tasche ausgab und doch jeweils nur 4,8 bzw. 14 Prozent der Wählerstimmen gewann.) Die meisten Menschen würden der Ansicht zustimmen, dass Geld einen ungebührlichen Einfluss auf
27
Wahlergebnisse hat und dass bei politischen Wahlkämpfen viel
zu viel Geld ausgegeben wird.
Tatsächlich zeigen entsprechende Statistiken, dass der Kandidat, der im Wahlkampf mehr Geld ausgibt, die Wahl gewöhnlich gewinnt. Aber ist das Geld die Ursache dieses Sieges?
Es könnte logisch erscheinen, so zu denken, so wie es vielleicht logisch erschien, dass der wirtschaftliche Aufschwung der
neunziger Jahre zur Verringerung der Kriminalität beigetragen
hat. Aber nicht jede Korrelation zwischen zwei Dingen bedeutet
zwangsläufig, dass eins das andere verursacht. Eine Korrelation
zeigt lediglich an, dass eine Beziehung zwischen zwei Faktoren
besteht – nennen wir sie X und Y –, sagt jedoch nichts über die
Richtung dieser Beziehung aus. Es ist möglich, dass X die Ursache für Y ist; genauso gut könnte aber auch Y die Ursache für X
sein; und schließlich wäre es auch denkbar, dass X und Y beide
durch einen dritten Faktor Z verursacht werden.
Denken Sie an folgende Korrelation: In Städten mit einer
hohen Mordrate gibt es meist auch viele Polizisten. Übertragen Sie diese Korrelation jetzt auf zwei reale Städte: Denver
und Washington, D. C., haben ungefähr gleich viele Einwohner – aber in Washington gibt es fast dreimal so viele Polizisten wie in Denver, und gleichzeitig liegt die Mordrate achtmal
so hoch. Solange man keine weiteren Informationen darüber
hat, lässt sich jedoch schwer sagen, was die Ursache dafür ist.
So könnte jemand angesichts der Zahlen auf die Idee kommen, dass die vielen Polizisten in Washington die Ursache für
zusätzliche Morde sind. Diese Art von eigenwilligem Denken,
das eine lange Geschichte hat, ruft gewöhnlich eine eigenwillige Reaktion hervor. Denken Sie nur an die Legende über den
Zaren, der erfuhr, dass es in der Provinz seines Reiches mit
der höchsten Krankheitsrate auch die meisten Ärzte gab. Sei28
ne Problemlösung? Er ordnete unverzüglich an, alle Ärzte zu
erschießen.
Kommen wir zurück auf die Wahlkampfkosten: Um die
Beziehung zwischen Geld und Wahlen zu analysieren, ist es
zweckmäßig, sich zu überlegen, welche Anreize bei der Wahlkampffinanzierung eine Rolle spielen. Angenommen, Sie wären
Amerikaner und grundsätzlich bereit, einem Kandidaten 1000
Dollar zu spenden. Dann würden Sie das Geld wahrscheinlich
in einer der folgenden beiden Situationen geben: Entweder es
handelt sich um ein knappes Rennen, und Sie glauben, Sie können den Ausgang mit Ihrem Geld beeinflussen, oder einer der
Kandidaten liegt klar vorn, und Sie möchten sich im Glanz seines Sieges sonnen oder hoffen darauf, dass sich der Sieger in
Zukunft für die Spende erkenntlich zeigen wird. Den sicheren
Verlierer würden Sie jedenfalls nicht mit Ihrer Spende beglücken. Favoriten und Amtsinhaber erhalten demnach wesentlich mehr Spenden als Kandidaten mit schlechten Aussichten.
Und wie werden die Wahlkampfmittel ausgegeben? Amtsinhaber und Favoriten verfügen eindeutig über mehr Geld, aber sie
geben es nur mit vollen Händen aus, wenn die konkrete Gefahr
besteht, dass sie die Wahl verlieren könnten. Warum sollten Sie
sonst in eine Kriegskasse greifen, die später vielleicht nützlicher
ist, wenn ein gefährlicherer Gegner auftaucht?
Stellen Sie sich nun zwei Kandidaten vor, von denen einer attraktiver ist als der andere. Der attraktive Kandidat erhält mehr
Spenden und gewinnt mühelos. Aber war es das Geld, das ihm
die Wählerstimmen eingebracht hat, oder hat ihm seine Attraktivität zum Wahlsieg und zum Geld verholfen?
Das ist eine entscheidende Frage, die sich jedoch schwer beantworten lässt. Wie kann man so etwas messen?
Man kann es nicht messen, nicht wirklich – außer in einem
29
ganz speziellen Fall. Es geht nur, wenn man einen Kandidaten
an sich selbst misst. Das heißt, Kandidat A ist heute wahrscheinlich ähnlich attraktiv, wie er vor zwei oder vier Jahren
war. Dasselbe gilt für Kandidat B. Wenn nun Kandidat A in zwei
aufeinanderfolgenden Wahlkämpfen gegen Kandidat B antritt
und jeweils unterschiedlich hohe Wahlkampfgelder einsetzt,
dann könnte man, bei relativ gleich bleibender Attraktivität
der Kandidaten, die Wirkung des Geldes messen.
Nun stellt sich heraus, dass diese Konstellation recht häufig
vorkommt – bei insgesamt rund tausend Kongresswahlkämpfen in den USA seit 1972. Was sagt uns nun die Statistik über
solche Fälle?
Hier kommt die Überraschung: Es spielt kaum eine Rolle, wie
viel Geld die Kandidaten im Wahlkampf ausgeben. Ein Favorit kann seine Ausgaben auf die Hälfte reduzieren und verliert
dadurch nur 1 Prozent der Stimmen. Ein potenzieller Verlierer,
der seine Ausgaben verdoppelt, gewinnt dadurch wahrscheinlich ebenfalls rund 1 Prozent. Das Rennen wird nicht dadurch
entschieden, wie viel Geld die Kandidaten ausgeben, sondern
es kommt darauf an, wer sie sind. (Dasselbe können wir – und
werden wir in Kapitel 5 – auch über Eltern sagen.) Einige Politiker sind für die Wähler einfach persönlich attraktiv, und andere sind das einfach nicht, und noch so viel Geld kann daran
im Grunde nichts ändern. (Die Herren Forbes, Huffington und
Golisano wissen das natürlich schon.)
Und was ist mit der anderen Hälfte des Gemeinplatzes über
Wahlen – dass im Wahlkampf schamlos hohe Beträge verpulvert werden? In einer typischen Wahlperiode mit Präsidentenwahl sowie Wahlen zum Senat und zum Repräsentantenhaus
belaufen sich die pro Jahr ausgegebenen Wahlkampfmittel auf
ungefähr eine Milliarde Dollar – was nach einer Menge Geld
30
klingt, bis man es mit etwas vergleicht, was zweifellos weniger
wichtig ist als demokratische Wahlen.
Es ist derselbe Betrag, den die Amerikaner beispielsweise jedes Jahr für Kaugummi ausgeben.
In diesem Buch geht es nicht primär darum, die Ausgaben für
Kaugummi mit Wahlkampfausgaben zu vergleichen, die Unaufrichtigkeit von Immobilienmaklern zu verdeutlichen oder
die Auswirkungen der Legalisierung von Abtreibungen auf die
Kriminalität darzustellen. Solche Szenarios werden mit Sicherheit angesprochen, zusammen mit Dutzenden anderer, von der
Kunst, Kinder zu erziehen, bis zu den Mechanismen des Betrugs, von den internen Strukturen des Ku-Klux-Klan bis zur
Rassendiskriminierung in der Show »The Weakest Link« (»Das
schwächste Glied«). Aber worum es hier wirklich geht, das ist
der Versuch, eine oder zwei Schichten von der Oberfläche des
modernen Lebens abzutragen und zu sehen, was sich darunter
abspielt. Wir werden eine Menge Fragen stellen, einige davon
frivol, andere todernst. Die Antworten werden oft merkwürdig
erscheinen, bei näherer Betrachtung aber auch offensichtlich.
Wir werden diese Antworten aus den Daten ableiten – ob diese Daten nun aus den Testergebnissen von Schulkindern stammen, aus der Kriminalstatistik von New York City oder aus der
Buchhaltung eines Crackdealers. (Oft werden wir dabei unseren Vorteil aus Mustern in diesen Daten ziehen, die eine deutliche Spur hinterlassen, so wie der Kondensstreifen, den ein
Flugzeug hoch am Himmel hinterlässt.) Es ist schön und gut,
über ein Thema zu theoretisieren und Meinungen auszutauschen, wie wir das gewöhnlich tun, aber wenn moralische Postulate durch eine ehrliche Datenanalyse ersetzt werden, dann
führt das oft zu neuen, überraschenden Erkenntnissen.
31
Moral, so könnte man argumentieren, repräsentiert die Art
und Weise, wie die Welt unserer Ansicht nach funktionieren
sollte – während die Ökonomie uns zeigt, wie sie tatsächlich
funktioniert. Sie umfasst ein außerordentlich effektives und
flexibles Instrumentarium, das zuverlässig ein Dickicht von Informationen bewerten kann, um festzustellen, welche Auswirkungen jeder einzelne Faktor hat oder wie alle zusammenwirken. Das ist es, was »die Ökonomie« im Kern verkörpert: ein
Dickicht von Informationen über Arbeitsplätze, Immobilien,
finanzielle Transaktionen und Investitionen. Mit den Instrumenten der Ökonomie kann man aber genauso gut Themen
bearbeiten, die – nun ja, interessanter sind.
Dieses Buch nun wurde aus einer sehr speziellen Weltsicht
heraus geschrieben, die auf wenigen grundlegenden Vorstellungen basiert:
Anreize sind der Eckpfeiler des modernen Lebens. Und sie zu
verstehen – oder oft auch aufzustöbern –, ist der Schlüssel,
mit dem man fast alle Rätsel des Lebens lösen kann, von Gewaltkriminalität über Betrügereien im Sport bis hin zum Online-Dating.
Das konventionelle Wissen ist oft falsch. Die Kriminalität in den
USA ist in den Neunzigern nicht weiter gestiegen, mit Geld allein gewinnt man keine Wahlen, und – wie überraschend! – es
wurde nie nachgewiesen, dass es unsere Gesundheit fördert,
wenn wir täglich acht Gläser Wasser trinken.12 Konventionelles
Wissen beruht oft auf unzuverlässigen Grundlagen und ist verdammt schwer zu durchschauen, aber man kann es schaffen.
Dramatische Auswirkungen haben oft weit entfernte oder sogar
ganz subtile Ursachen. Die Antwort auf eine bestimmte Frage
32
finden wir nicht immer gleich vor unserer Nase. Norma McCorvey hatte einen wesentlich größeren Einfluss auf die Kriminalität als Waffenkontrollen, Wirtschaftsaufschwung und innovative Polizeistrategien zusammen. Dasselbe gilt, wie wir noch
sehen werden, für einen Mann namens Oscar Danilo Blandon
alias der Johnny Appleseed* des Crack.
»Experten« – von Kriminologen bis zu Immobilienmaklern – nutzen ihren Informationsvorsprung im persönlichen Interesse. Man
kann sie jedoch mit ihren eigenen Waffen schlagen. Und seit
es das Internet gibt, schwindet ihr Informationsvorsprung von
Tag zu Tag – Beweise dafür liefern unter anderem die fallenden
Preise für Särge und Lebensversicherungsprämien.
Zu wissen, was man messen und wie man es messen muss, macht
eine komplizierte Welt sehr viel einfacher. Wenn Sie lernen, Daten auf die richtige Weise zu analysieren, können Sie Rätsel lösen, die sonst unlösbar erscheinen würden. Nichts eignet sich
so gut wie die schiere Kraft der Zahlen, um Schichten von Verwirrungen und Widersprüchen abzutragen.
Das Ziel dieses Buches besteht also darin, Antworten auf alltägliche Lebensfragen zu finden. Das mag gelegentlich eine
frustrierende Übung sein. Es kommt uns vielleicht so vor, als
würden wir die Welt durch einen Strohhalm oder auch durch
einen verzerrenden Spiegel betrachten; aber letztlich geht es
darum, viele verschiedene Szenarios auf eine Weise zu prüfen,
wie es kaum jemand zuvor getan hat. In gewisser Hinsicht ist
* Der in den USA berühmte Johnny Appleseed hieß eigentlich John Chapman, geboren 1774 in Massachusetts. Er war Gärtner und hat zunächst in New York und
Pennsylvania, Anfang des 19. Jahrhunderts dann auch im Nordwesten der USA in
Ohio, Michigan, Indiana und Illinois Apfelbaumplantagen angelegt. Ganz allein
und zu Fuß zog er durch das Land und legte an geeigneten Stellen seine Plantagen
an, sehr zur Freude der neu eintreffenden Siedler, denen er die jungen Bäume später
preiswert verkaufte (A. d. Ü.).
33
das ein seltsames Konzept für ein Buch. Die meisten Bücher
konzentrieren sich auf ein Einzelthema, das man in einem oder
zwei Sätzen knackig zusammenfassen kann, und dann führen
sie dieses Thema in allen Einzelheiten aus: die Geschichte des
Salzes, die Zerbrechlichkeit der Demokratie, der richtige und
falsche Gebrauch der Satzzeichen. Ein übergreifendes Thema
jener Art hat dieses Buch nicht zu bieten. Wir haben ungefähr
sechs Minuten lang erwogen, ein Buch zu schreiben, das sich
um ein Einzelthema dreht – »Die Theorie und Praxis der angewandten Mikroökonomik, Freiwillige vor!« –, aber wir haben stattdessen eine Art Schatzsuche vorgezogen. Dieser Ansatz
benutzt die besten analytischen Instrumente, die uns die Ökonomie zu bieten hat, gestattet uns jedoch, damit den verrücktesten Fragen zu Leibe zu rücken, die einem begegnen können.
Ein Ansatz für Freaks – deshalb der Titel Freakonomics. Die Geschichten, die wir in diesem Buch erzählen, tauchen selten in
ökonomischen Fachzeitschriften auf, aber das kann sich noch
ändern. Denn die Wirtschaftswissenschaften sind primär eine
Ansammlung von Instrumenten, die sich für jedes beliebige
Thema nutzen lassen, und sei es noch so abwegig.
Es lohnt sich, sich an Adam Smith zu erinnern, den Begründer der klassischen Ökonomie, der zunächst und vor allem
ein Philosoph war. Er wollte ein Moralist sein und wurde auf
diesem Weg zum Ökonomen. Als er 1779 seine Theorie der
ethischen Gefühle veröffentlichte, war der moderne Kapitalismus gerade dabei, sich zu entwickeln. Smith war begeistert
von den Umwälzungen, die diese neuen Kräfte mit sich brachten, aber sein Interesse galt nicht nur den Zahlen. Es galt dem
menschlichen Effekt, der Tatsache, dass die ökonomischen Einflüsse umfassend das Denken und Verhalten einer Person in einer bestimmten Situation veränderten. Was könnte einen Men34
schen dazu veranlassen, zu betrügen oder zu stehlen, während
ein anderer das nicht tat? Wie würde sich die scheinbar harmlose Entscheidung einer Person in positiver oder negativer Hinsicht auf eine Vielzahl anderer Personen auswirken? In der Ära
von Adam Smith hatten Ursache und Wirkung begonnen, ein
rasantes Tempo zu entwickeln; die Anreize verzehnfachten sich.
Die schwer wiegenden und schockierenden Veränderungen, die
sich daraus ergaben, waren für die Menschen seiner Zeit genauso überwältigend, wie es die schwer wiegenden und schockierenden Aspekte des modernen Lebens heute für uns sind.
Das eigentliche Thema von Adam Smith waren die Reibungsflächen zwischen individuellen Wünschen und sozialen
Normen. Der Wirtschaftshistoriker Robert Heilbroner wundert sich in seinem Buch The Worldly Philosopher darüber, wie
Smith das Handeln des Menschen, der seine individuellen Interessen verfolgt, von der höheren moralischen Ebene trennen
konnte, auf der sich dieses Handeln abspielt. »Smith war der
Meinung, die Antwort liege in unserer Fähigkeit, uns selbst
in die Lage einer dritten Person, eines unbeteiligten Beobachters zu versetzen«, schrieb Heilbroner, »und auf diese Weise
eine Vorstellung von den objektiven …Vorzügen einer Sache
zu entwickeln.«13
Stellen Sie sich nun also vor, wie Sie in Gegenwart einer dritten Person – oder auch eines Paares unabhängiger Beobachter
– begierig darauf sind, die objektiven Vorzüge eines interessanten Falles zu ermitteln. Diese Ermittlung beginnt im Allgemeinen damit, dass Sie eine einfache Frage stellen, die bisher
noch nie gestellt wurde. Beispielsweise: »Was haben Lehrer und
Sumo-Ringer gemeinsam?«
1. KAPITEL
Was haben Lehrer und
Sumo-Ringer gemeinsam?
Stellen Sie sich für einen Augenblick vor, Sie seien der Leiter einer Kindertagesstätte. Die Regeln besagen eindeutig, dass
die Kinder um vier Uhr nachmittags abgeholt werden müssen.
Aber die Eltern kommen oft zu spät. Die Folge: Am Ende des
Tages bleiben ein paar ängstliche Kinder und zumindest ein
Betreuer zurück, die gemeinsam darauf warten, dass die säumigen Eltern erscheinen. Was kann man dagegen tun?
Zwei Wirtschaftswissenschaftler, die von diesem Dilemma
gehört hatten – wie sich zeigte, kam es recht häufig vor –, boten
eine Lösung an: Die säumigen Eltern sollten eine Strafe zahlen. Es gab schließlich keinen Grund für die Tagesstätte, diese
Kinder kostenlos zu betreuen.
Die Ökonomen beschlossen, ihren Vorschlag in der Praxis zu testen, indem sie eine entsprechende Untersuchung bei
zehn Tagesstätten in Haifa, Israel, durchführten.14 Der Test lief
über zwanzig Wochen, und die Strafe wurde nicht sofort eingeführt. Während der ersten vier Wochen notierten die Ökonomen lediglich, wie viele Eltern zu spät kamen; im Durchschnitt gab es acht Fälle pro Woche. In der fünften Woche
wurde den Eltern dann erklärt, wer sein Kind mehr als zehn
Minuten zu spät abhole, müsse pro Kind und Fall umgerechnet drei Dollar Strafe zahlen. Die Strafe wurde auf die mo37
natliche Rechnung der Eltern aufgeschlagen, die ungefähr 380
Dollar betrug.
Nachdem diese Regelung eingeführt worden war, ging die
Zahl der Verspätungen prompt … nach oben. Bald darauf gab
es zwanzig Verspätungen pro Woche; der ursprüngliche Durchschnitt hatte sich also mehr als verdoppelt. Der Schuss war
schlicht nach hinten losgegangen.
Ökonomie ist im Kern eine Untersuchung über die Wirkung
von Anreizen. Es geht dabei um die Frage, wie die Leute bekommen, was sie wollen oder brauchen, besonders wenn andere Leute dasselbe wollen oder brauchen. Ökonomen lieben
Anreize. Sie lieben es, sich Anreize auszudenken, sie einzusetzen, sie zu studieren und daran herumzubasteln. Der typische
Ökonom glaubt, dass die Welt noch kein Problem erfunden
hat, das er nicht lösen könnte, wenn er freie Hand hätte, das
passende Schema von Anreizen zu konstruieren. Seine Lösung
ist vielleicht nicht immer schön – sie kann Zwang oder außerordentlich hohe Strafen oder die Verletzung von Bürgerrechten
einschließen –, aber das ursprüngliche Problem, seien Sie versichert, wird dadurch gelöst. Ein Anreiz ist eine Kugel, ein Druckmittel, ein Schlüssel: Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit mit
der erstaunlichen Macht, eine Situation zu ändern.
Wir alle lernen, auf Anreize zu reagieren, negative und positive, die uns das Leben präsentiert. Wenn ein Kleinkind an die
heiße Herdplatte fasst, verbrennt es sich die Finger. Wenn ein
Schüler lauter Einser heimbringt, bekommt er ein neues Fahrrad. Wenn er im Klassenzimmer dabei erwischt wird, wie er in
der Nase bohrt, wird er ausgelacht. Wenn er beim Jurastudium
versagt, muss er vielleicht im Versicherungsunternehmen seines Vaters arbeiten. Macht er seine Sache dann aber so gut, dass
sich ein Konkurrenzunternehmen für ihn interessiert, macht
38
er dort Karriere und muss nicht mehr für seinen Vater arbeiten. Ist er über seinen neuen Job als leitender Angestellter so
begeistert, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit nach Hause
fährt, brummt ihm die Polizei ein saftiges Strafgeld auf. Wenn
er aber seine Verkaufsvorgaben übertrifft und am Ende des Jahres einen Bonus kassiert, stört ihn der Strafzettel nicht weiter,
und er kann sich jetzt sogar die neue Superküche leisten, die er
schon immer haben wollte – wo sich seine kleine Tochter nun
die Finger am Herd verbrennt …
Ein Anreiz ist einfach ein Mittel, mit dem man Leute dazu
bewegt, mehr Positives und weniger Negatives zu tun. Aber
die meisten Anreize ergeben sich nicht von selbst. Irgendjemand – ein Ökonom oder Politiker, ein Vater oder eine Mutter – muss ihn erfinden. Ihre dreijährige Tochter isst eine ganze Woche lang das Gemüse auf? Dafür darf sie sich im Spielzeugladen etwas aussuchen. Eine große Stahlfabrik stößt zu
viele Abgase aus? Das Unternehmen muss für jeden Kubikmeter, der über die zulässige Menge hinausgeht, Strafe zahlen.
Zu viele Leute zahlen ihre Steuer nicht vollständig? Es war der
Ökonom Milton Friedman, der in den USA zur folgenden Lösung beigetragen hat: Die Steuer wird automatisch vom Lohn
einbehalten.
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Anreizen:
ökonomische, soziale und moralische. Sehr oft sind alle drei
Varianten in einem einzigen Schema zusammengefasst. Das gilt
beispielsweise für die amerikanischen Anti-Raucher-Kampagnen der letzten Jahre. Zusätzliche drei Dollar »Sündensteuer«
pro Packung sind ein starker ökonomischer Anreiz gegen den
Kauf von Zigaretten. Rauchverbote in Restaurants und Bars
sind ein mächtiger sozialer Anreiz. Und wenn die US-Regierung versichert, dass Terroristen sich Geld verschaffen, indem
39
sie Zigaretten auf dem Schwarzmarkt verkaufen, wirkt das als
ziemlich störender moralischer Anreiz.
Einige der überzeugendsten Anreize werden zur Verhinderung der Kriminalität eingesetzt. Angesichts dieser Tatsache
könnte es lohnend sein, eine vertraute Frage – »Warum gibt es
in der modernen Gesellschaft so viel Kriminalität?« – einmal
auf den Kopf zu stellen: »Warum gibt es nicht sehr viel mehr
Kriminalität?«
Immerhin begegnen jedem von uns täglich Gelegenheiten,
andere Menschen zu verletzen, zu bestehlen oder zu betrügen.
Das Risiko, ins Gefängnis zu müssen – und auf diesem Weg den
Job, das Haus und die Freiheit zu verlieren, was alles schwere
ökonomische Strafen sind –, stellt sicherlich einen starken Anreiz dar. Aber im Zusammenhang mit Kriminalität reagieren
die Leute auch auf moralische Anreize (sie wollen nichts tun,
was sie für falsch halten) und soziale Anreize (sie wollen von
anderen nicht als jemand gesehen werden, der etwas Falsches
tut). Gegen bestimmte Arten von Fehlverhalten wirken soziale Anreize äußerst stark. In Anlehnung an den scharlachroten Buchstaben, den Hester Prynne tragen musste, bekämpfen viele amerikanische Städte die Prostitution jetzt mit einer
»Beschämungs«-Offensive und zeigen Fotos von verurteilten
Zuhältern (und Prostituierten) auf Webseiten oder im Lokalfernsehen. Was wirkt abschreckender: eine Strafe von 500 Dollar für das Ansprechen einer Prostituierten oder der Gedanke,
dass die Freunde und Angehörigen das eigene Foto auf dem
Computerbildschirm anstarren?
So tut also die moderne Gesellschaft ihr Bestes bei der Bekämpfung der Kriminalität durch ein kompliziertes, willkürliches und flexibles Netzwerk ökonomischer, sozialer und moralischer Anreize. Manche Leute mögen einwenden, dass wir
40
dabei keine besonders gute Arbeit leisten. Aber langfristig betrachtet ist das eindeutig nicht wahr. Sehen wir uns den historischen Trend bei Morden an (Kriege nicht eingerechnet), die
der zuverlässigste Maßstab für Kriminalität und das beste Barometer für die gesamte Kriminalitätsrate einer Gesellschaft
abgeben. Diese Statistiken, zusammengestellt von dem Kriminologen Manuel Eisner, geben Auskunft über die historische
Entwicklung in fünf europäischen Regionen.15
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Morde (je 100 000 Einwohner)
13. und 14. Jahrhundert
23,0
47,0
k. A.
37,0
56,0
15. Jahrhundert
k. A.
45,0
46,0
16,0
73,0
16. Jahrhundert
7,0
25,0
21,0
11,0
47,0
17. Jahrhundert
5,0
7,5
18,0
7,0
32,0
18. Jahrhundert
1,5
5,5
1,9
7,5
10,5
19. Jahrhundert
1,7
1,6
1,1
2,8
12,6
1900–1949
0,8
1,5
0,7
1,7
3,2
1950–1994
0,9
0,9
0,9
1,0
1,5
Das steile Absinken dieser Zahlen im Laufe der Jahrhunderte
lässt den Schluss zu, dass die gemeinschaftlich entwickelten
Anreize zur Abwehr einer der stärksten Bedrohungen im Leben
– ermordet zu werden – immer besser funktionieren.
Was war also falsch bei dem Anreiz, den man in den israelischen Tagesstätten gesetzt hatte?
Wahrscheinlich sind Sie schon darauf gekommen, dass die
drei Dollar Strafe einfach zu gering waren. Bei diesem Preis
konnten die Eltern eines einzelnen Kindes jeden Tag zu spät
41
kommen und hatten am Ende des Monats nur sechzig Dollar
zusätzlich zu zahlen – gerade mal ein Sechstel der Grundgebühr.
Gemessen an den Preisen für einen Babysitter, ist das ziemlich
billig. Was wäre passiert, wenn die Strafe hundert statt drei Dollar betragen hätte? Das hätte den Verspätungen wahrscheinlich
ein Ende bereitet, aber auch für eine Menge böses Blut gesorgt.
(Jeder Anreiz ist seiner Natur nach ein Tauschgeschäft; es geht
darum, einen akzeptablen Mittelweg zu finden.)
Aber in diesem Fall gab es noch ein weiteres Problem. Der
ökonomische Anreiz (die Strafe von umgerechnet drei Dollar) war der Ersatz für einen moralischen Anreiz (die Schuldgefühle, die Eltern bei einer Verspätung empfinden sollten).
Für ein paar lumpige Dollar konnten sich die Eltern von ihren Schuldgefühlen freikaufen. Außerdem signalisierte die geringfügige Strafe den Eltern, dass ihre Verspätungen kein so
großes Problem darstellten. Wenn jedes Kind, das zu spät abgeholt wurde, für die Tagesstätte nur eine Belastung im Gegenwert von drei Dollar bedeutete, warum sollte dann jemand sein
Tennisspiel früher abbrechen, um seinen Sprössling pünktlich
abzuholen? Als die Strafe in der siebzehnten Woche der Untersuchung wieder aufgehoben wurde, blieb die Zahl der zu spät
kommenden Eltern denn auch tatsächlich unverändert. Jetzt
konnten sie zu spät kommen, ohne eine Strafe zahlen und ohne
sich schuldig fühlen zu müssen.
Solche merkwürdigen und mächtigen Wirkungen liegen im
Wesen von Anreizen. Eine winzige Kleinigkeit kann zu drastischen und nicht vorhersehbaren Ergebnissen führen. Thomas
Jefferson stellte das fest, als er über den winzigen Anlass nachdachte, der die Boston Tea Party und in deren Folge die amerikanische Revolution ausgelöst hatte: »So unergründlich ist das
Zusammenspiel von Ursachen und Wirkungen in dieser Welt,
42
dass ein geringfügiger Zoll auf Tee, ungerechtfertigt erhoben
in einem entfernten Land, die Lebensbedingungen aller Erdenbewohner verändert.«16
In den siebziger Jahren wurde eine Untersuchung durchgeführt, bei der die Wissenschaftler, ähnlich wie in der Studie
über die israelischen Tagesstätten, einen moralischen Anreiz
durch einen ökonomischen ersetzten. In diesem Fall wollten
sie etwas über die Motivation von Blutspendern erfahren. Ihre
Entdeckung: Wenn die Leute einen kleinen Geldbetrag für ihre
Blutspende und nicht nur ein Lob für ihren Altruismus bekommen, neigen sie dazu, weniger Blut zu spenden.17 Die finanzielle Entschädigung verwandelte einen Akt der Wohltätigkeit in
einen schmerzhaften Weg, ein paar Dollars zu verdienen, und
das war die Sache nicht wert.
Was wäre passiert, wenn man den Blutspendern 50, 500 oder
5000 Dollar angeboten hätte? Mit Sicherheit hätte sich die Zahl
der Spender dramatisch verändert.
Aber auch etwas anderes hätte sich dramatisch verändert,
denn jeder Anreiz hat seine Schattenseite. Wäre ein halber Liter Blut plötzlich 5000 Dollar wert, würde das sicher viele Leute
aufhorchen lassen. Sie würden sich das Blut buchstäblich mit
vorgehaltenem Messer besorgen. Vielleicht würden sie versuchen wollen, Schweineblut als ihr eigenes zu verkaufen, oder
Spendenbeschränkungen mithilfe gefälschter Ausweise umgehen. Ganz gleich, worin der Anreiz besteht oder wie die Situation beschaffen ist, unehrliche Menschen werden immer versuchen, mit allen erdenklichen Mitteln ihren Vorteil daraus zu
schlagen.
Oder, wie W. C. Fields es einmal ausgedrückt hat: Eine Sache, die es wert ist, sie zu besitzen, ist es auch wert, dafür zu
betrügen.
43
Wer betrügt? – Nun, so ungefähr jeder. Vielleicht sagen Sie
sich, ich betrüge nicht, egal, wie lohnend es sein mag. Und
dann fällt Ihnen ein, wann Sie zuletzt bei einem Gesellschaftsspiel geschummelt haben, letzte Woche erst. Oder Sie denken
an den Golfball, dem Sie einen kleinen Stoß gegeben haben,
als er so ungünstig lag. Oder letztes Mal, als Sie in der Kaffeepause unbedingt einen Bagel wollten, aber nicht das Kleingeld
hatten, das man dafür in die Kaffeekanne werfen muss. Sie
haben den Bagel trotzdem genommen und sich gesagt, dass
Sie nächstes Mal bezahlen. Aber Sie haben es nicht getan …
Auf jeden cleveren Menschen, der sich ein Schema von Anreizen ausdenkt, kommt eine Armee von anderen mehr oder
weniger cleveren Leuten, die unvermeidlich noch mehr Zeit
und Mühe bei dem Versuch investieren, dieses Schema auszuhebeln. Betrug mag in der menschlichen Natur liegen oder
auch nicht, er ist jedenfalls mit Sicherheit ein herausragender
Zug bei fast jedem menschlichen Vorhaben. Betrug ist ein ursprünglicher ökonomischer Akt: Man will mehr für weniger
bekommen. Und dabei sind es nicht nur die Leute mit den bekannten Namen – Insidergeschäfte von Vorstandsmitgliedern,
Dopingskandale bei Sportlern oder Politiker, die Vergünstigungen missbrauchen –, die sich als Betrüger entpuppen. Es ist
auch die Kellnerin, die ihr Trinkgeld in die eigene Tasche statt
in die Gemeinschaftskasse steckt. Es ist der Buchhalter bei WalMart, der im Computer die Arbeitszeiten seiner Angestellten
frisiert, um selbst besser dazustehen. Es ist der Drittklässler, der
um seine Versetzung fürchtet und deshalb bei der Klassenarbeit
von seinem Banknachbarn abschreibt.
Manche Betrügereien hinterlassen kaum erkennbare Beweise. Andere sind eindeutig nachvollziehbar. Vergegenwärtigen Sie sich einmal, was 1987 an einem Frühlingsabend um
44
Mitternacht passiert ist: Sieben Millionen amerikanischer Kinder verschwanden plötzlich.18 Die schlimmste Kindesentführungswelle der Geschichte? Wohl kaum. Es war die Nacht des
15. April, und die Steuerbehörden hatten gerade eine Vorschrift
geändert. Statt jedes zum Haushalt gehörende Kind nur namentlich aufzulisten, mussten die Steuerpflichtigen ab sofort
für jedes Kind eine Sozialversicherungsnummer angeben. Und
so verschwanden sieben Millionen Kinder – sie hatten zuvor lediglich als Phantome in den Steuererklärungen existiert –, ein
Zehntel aller minderjährigen Kinder in den USA.
Der Anreiz für diese betrügerischen Steuerzahler war ziemlich klar. Dasselbe gilt für die Kellnerin, den Buchhalter und
den Drittklässler. Aber was ist mit der Lehrerin dieses Drittklässlers? Könnte es auch für sie einen Anreiz zum Betrug geben? Und wenn ja, wie würde sie vorgehen?
Stellen Sie sich nun vor, Sie wären nicht Betreiber einer Tagesstätte in Haifa, sondern der Chicago Public Schools (CPS) mit
jährlich 400 000 Schülern.
Die am heftigsten geführte aktuelle Diskussion zwischen
amerikanischen Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schülern
dreht sich um »qualifizierte« Prüfungen. Hier geht es nicht
nur darum, die Lernerfolge der Schüler zu messen, sondern die
Schulen werden auch zunehmend für die Prüfungsergebnisse
verantwortlich gemacht.
Die Bundesregierung hat solche qualifizierten Prüfungen
im Rahmen eines Gesetzes eingeführt, das 2002 von Präsident
Bush unterzeichnet wurde und dafür sorgen soll, dass kein
Kind hinter dem Klassenziel zurückbleibt. Schon vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gab es in den meisten Bundesstaaten jedes Jahr standardisierte Tests für die Grund- und Hauptschü45
UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE
Steven D. Levitt, Stephen J. Dubner
Freakonomics
Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen
Warum wohnen Drogenhändler bei ihren Müttern? * Führt
mehr Polizei zu weniger Kriminalität? * Sind Swimmingpools
gefährlicher als Revolver? * Macht gute Erziehung glücklich?
eBook
ISBN: 978-3-641-03998-1
Riemann
Erscheinungstermin: Januar 2014
Aha-Effekte garantiert!
Die moderne Welt wird immer komplizierter. Und selten ist konventionelle wissenschaftliche
Methodik geeignet, uns auf vernünftige Fragen praktische Antworten zu liefern. Steven Levitt,
ein brillanter junger Professor der Wirtschaftswissenschaften, untersucht mit ökonomischen
„Werkzeugen“ eine Vielzahl gesellschaftlicher Themen. In Zusammenarbeit mit dem Journalisten
Stephen Dubner ist ein Buch entstanden, das zahlreiche Aha-Effekte garantiert, das uns
manchmal schmunzeln lässt und stets über eindimensionales Denken hinausführt. So lassen
sich viele scheinbar komplexe Probleme mit dem richtigen Schlüssel relativ einfach lösen. Hier
werden Fragen aus verschiedensten Gebieten beantwortet, Fehleinschätzungen korrigiert und
Verbindungen hergestellt, an die man oft nicht einmal ansatzweise denkt.
Was meinen Sie:
• Sind Swimmingpools gefährlicher als Revolver?
• Besteht ein Zusammenhang zwischen Abtreibung und Schwerverbrechen? (Die politisch
„unkorrekte“ Beantwortung dieser Frage hat den Autoren zahlreiche Drohbriefe beschert.)
• Welche Qualitäten besitzen gute Eltern, und können wir uns auf Erziehungsratgeber
verlassen?
• Eher skurril, aber entlarvend: Die Antwort darauf, warum Drogenhändler überdurchschnittlich
lang bei ihren Müttern wohnen, und dass der Aufbau von Drogenringen am ehesten mit der
MacDonalds-Franchise-Struktur vergleichbar ist.
Ein Buch voller spannender, unterhaltsamer und unerwarteter Geschichten, das zeigt,
wie voreingenommen wir an vieles herangehen. Spielerisch werden die Ressourcen des
Querdenkens aktiviert: Auf neue Ideen und kreative Lösungen kommen wir nur, wenn wir
Probleme aus einer anderen als der gewohnten Perspektive betrachten.
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