close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

102 rin sowohl positive wie negative Beispiele bringt. Ein - FSF

EinbettenHerunterladen
tv diskurs 68
L I T E R AT U R
Formatentwicklung
Claudia Gerhards:
Nonfiction-Formate für TV, Online und
Transmedia. Entwickeln, präsentieren,
verkaufen. Konstanz 2013: UVK. 148 Seiten,
19,99 Euro
102
zählens, guten Präsentationsstil,
rin sowohl positive wie negative
Kundenorientierung, Geduld
Beispiele bringt. Ein Hinweis auf
Die ehemalige Redakteurin und
und eine hohe Frustrationsgren-
die Rechtslage ergänzt die Aus-
Producerin und jetzige Profes-
ze (S. 20 ff.). Letzteres ist vor
führungen, denn die Frage, ob
sorin für Kommunikation und
allem notwendig, weil sender-
Formate geschützt werden kön-
Multimedia, Claudia Gerhards,
interne Entscheidungsprozesse
nen, ist bedeutsam. Die deut-
hat mit dem vorliegenden Buch
oft lange dauern und weil „nur
sche Justiz spricht den nonfiktio-
eine theoretisch fundierte prak-
ein Bruchteil der Ideen, die ent-
nalen Formaten bisher noch
tische Anleitung für die Entwick-
wickelt werden, […] tatsächlich
„die urheberrechtliche Schutz-
lung von nonfiktionalen For-
einen Abnehmer finden“ (S. 25).
fähigkeit“ ab (S. 79) – im Gegen-
maten vor allem im Fernsehen
Im Anschluss beschreibt Ger-
satz zu Großbritannien und den
geliefert. Wer sich kreativ in der
hards, welche Rolle u. a. die
USA, wo ein entsprechender
Fernseh- und Medienwelt ver-
Fernsehforschung bei der Er-
Formatschutz vorhanden ist.
suchen will, braucht nicht nur
mittlung des Bedarfs an Pro-
In den letzten beiden Kapiteln
Ideen. „Als TV-Formatentwickler
grammen spielen kann. Inno-
geht Gerhards auf die Entwick-
muss man weit mehr können:
vation und Lebenszyklus von
lung von Online-TV-Formaten
den Fernsehmarkt und seine
Formaten hängen eng zusam-
und die transmediale Erweite-
Akteure kennen, den Pro-
men. Kreativität ist keine Sache
rung von Fernsehformaten ein.
grammbedarf von Sendern ana-
des Talents, sondern ein Prozess,
Sie beschreibt die medialen,
lysieren können, das dramatur-
der strukturiert werden kann.
inhaltlichen und konzeptionellen
gische Know-how zur Inhaltege-
Gerhards benennt diese Struktu-
Besonderheiten. Transmediale
staltung beherrschen und gute
ren, die bei der Formatentwick-
Formate lassen sich in drei Pha-
Beziehungen zu den Sender-Re-
lung von der Zielformulierung
sen einteilen: eine Hauptphase,
dakteuren aufbauen und pfle-
über die Generierung von Ideen
meistens im Fernsehen, die
gen können“ (S. 11). Mit der
und das Konzept bis hin zum
umrahmt ist von einer Pre- und
Absicht, diese Fähigkeiten zu
Pitch eine bedeutende Rolle
einer Postphase, „in welcher
schulen, stellt die Autorin in drei
spielen.
sich diverse erzählerische ‚Ex-
Kapiteln die Rahmenbedingun-
Ausführlich widmet sie sich der
tensions‘ auf Subplattformen
gen und Strukturen der Format-
inhaltlichen Ausgestaltung von
befinden. Parallel zur Veröffent-
entwicklung für das Fernsehen,
nonfiktionalen Unterhaltungs-
lichung der Erzählung auf dem
für Onlinemedien und für trans-
formaten. Dabei unterscheidet
Hauptmedium finden sich unter-
mediale Stoffe vor.
sie zwischen Reality-TV-Forma-
stützende ‚Extensions‘“ (S. 111).
Zunächst geht sie auf Modelle
ten und Quiz- und Gameshows.
Dabei verschweigt sie auch die
der Auftragsproduktion ein. Hier
Während es bei den Letztge-
Risiken transmedialer Formate
unterscheidet sie drei Varianten:
nannten vorwiegend um Spiele
nicht.
1) die Auftragsentwicklung,
geht, die spannend gestaltet
Das Buch vermittelt auf ausge-
2) die unabhängige Entwicklung
werden müssen, stehen beim
sprochen anschauliche Weise
und 3) die Formatadaption und
Reality-TV Protagonisten im Mit-
einen Überblick über das not-
-anpassung. Grundsätzlich ori-
telpunkt, die im Verlauf der
wendige Know-how zur Format-
entiert sich die Formatentwick-
Show eine Entwicklung durch-
entwicklung. Neben praktischen
lung immer am Programmbe-
machen. Ebenso ausführlich
Hinweisen erhalten die geneig-
dürfnis der Sender. Im besten
werden die Gestaltungsprinzipi-
ten Leser auch umfassendes
Fall trifft die Idee zu einem For-
en von Formatkonzepten ge-
Kontextwissen über den deut-
mat genau auf einen Bedarf bei
schildert. Wie baut man ein so-
schen Fernsehmarkt und seine
einem Sender. Um eine Idee zu
genanntes One-Sheet-Paper
Produktionsstrukturen.
entwickeln, die möglichst in ei-
auf, um einem Sendervertreter
ne Realisierung mündet, muss
die wichtigsten Informationen
ein Formatentwickler verschie-
zur Formatidee in möglichst
dene Fähigkeiten haben: Pro-
prägnanter Form darzubieten?
duktionserfahrung, Kommunika-
Wie sieht ein Treatment aus?
tionsfähigkeit, Integrität, journa-
Wie wird am besten gepitcht?
listischen Instinkt, Kenntnis des
Welche Formen des Pitch-Tapes
Unterschieds zwischen einem
kann man unterscheiden? Die
Thema und einer Formatidee,
Beschreibungen werden beson-
Fähigkeit des Geschichtener-
ders anschaulich, weil die Auto-
Prof. Dr. Lothar Mikos
2 | 2014 | 18. Jg.
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
9
Dateigröße
29 KB
Tags
1/--Seiten
melden