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Kundgebungen des polnischen Westverbandes in Graudenz. bei

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Kundgebungen des polnischen Westverbandes in
Graudenz. bei denen, wie berichtet, u. a. auch die
Einverleibung weiterer deutscher Gebietsteile an
den polnischen Staat gefordert und eine Anzahl
Kampfforderungen gegen die deutsche Minderheit in Pemercllen aufgestellt worden waren
Deutschland.
Russisch« Annäherung von Hitler zurückgewiesen. V o r einigen Tagen meldeten Londoner
Blätter, daß eine deutsch-russische Annäherung
in Aussicht stehe. Seilte berichtet nun der
„ S t a r " , verschiedene Generäle der russischen A r mee hätten in Berliner militärischen Kreisen die
Anregung machen lassen, daß russische Offiziere
der deutschen Reichswehr einen Köflichkeitsbesuch abstatten sollten. Die Ansichten über diese
Anregung seien in den deutschen militärischen
Kreisen geteilt gewesen; aber eine Anzahl ftihrender M i l i t ä r s hätte der Idee zugestimmt. Die
Angelegenheit sei dann wegen ihrer politischen
Tragweite direkt Kitler unterbreitet worden, und
dieser habe mit einem glatten Nein geantwortet.
Schacht gegen die Autarkiepolitik. Anter der
!lcberschrift „Kontroverse in Deutschland" berichtet das „Echo de P a r i s " über Mcinungsverschiedenheiten zwischen gewissen führenden N a tionialsozialisten und D r . Schacht, der die Mei»
n»ng vertrete, daß Deutschland vor allem seine
Autarkiebestrcbungen aufgeben müsse, wenn es
die stärkste Macht auf den Schlachtfeldern sein
und sich mit den notwendigen Rohstoffen und
Lebensmitteln eindecken wolle. „Dr. Schacht
bat recht", bemerkt das Blatt. „Ein Land, das
schon lange zum voraus wahre Blockade gegen
sich selbst errichtet hat, unter dem Borwand/keinc
Kompromisse eingehen zu wollen, wird in einem
Kampf immer schwächer sein als seine Gegner."
Der Kampf um die konfessionelle Schule. Die
Abstimmung im Gau Saar-Pfalz, bei der sich
nach amtlichen Angabc» 97 Prozent der B e völkcrung für die Einheitsschule ausgesprochen
haben, zeitigt noch einige Nachwehcn. Nach B e richten von katholischer Seite ist das Plebiszit
so vor sich gegangen, daß in jeder Gemeinde die
Einwohner, die mit der Einheitsschule nicht einverstanden waren, aufgefordert wurden, sich zu
einer bestimmten Stunde im Gemeindehaus einzufinden und sich dort in einer Liste einzutragen.
Ein solches Spießrutenlaufen beruht auf der
gleichen Methode, die seinerzeit Belgien in
Enpen-Malmödy praktizierte und die von den
Deutschen als üble Karikatur eines Volksentscheides gebrandmarkt wurde. Die Bischöfe von
Trier und Speyer haben einen Kirtenbrief erlassen, der die ganze Schulabstimmung als wertlos erklärt, weil mit unwahren Mitteln operiert
und ein übermächtiger Druck auf die Katholiken
ausgeübt worden sei. Die Zweigstellen des N a tionalsozialist. Lchrcrbundcs, der die treibende
Kraft bei der Einführung der Einheitsschule dar.
stellt, antworten mit offenen Drohungen in dem
Sinne, daß Geistliche vor der Erteilung des Religionsunterrichtes ausgeschlossen werden sollen.
I n verschiedenen Gegenden Westdeutschlands,
so auch in der Erzdiözese Köln, geht die Kirche
dazu über, von sich aus Probeabstimmungen unter den Gottesdienstbesuchern zu veranstalten, um
den Beweis zu liefern, daß die Gläubigen bei
Wahrung der Wahlfreiheit und des Äbstimmungsergebnisscs ganz anders entscheiden. Das
Ergebnis soll im allgemeinen eine DreiviertelsMehrheit zugunsten der Bekenntnisschule aufweisen, was immerhin erkennen läßt, daß sogar
bei den kirchlich gesinnten Katholiken eine nicht
unbeträchtliche Minderheit sich mit dem Gedanken der Einheitsschule vertraut gemacht hat.
Hochverratsprozeß gegen katholische Priester.
V o r dem zweiten Senat des Berliner Volksgerichtshofs begann letzten Mittwochvormittag ein
Verfahren gegen sieben Angeschuldigte wegen
Vorbereitung zum Hochverrat, unter denen sich
der Generalsekretär des Katholischen Iungmännerbundes Deutschlands, Clemens, der frühere
Reichsftthrer der katholischen Sturmscharen,
Stebcr, und zwei Kaplans namens Rossaint und
Kremer befinden.. Nach den Feststellungen der
Ncichsanwaltschast war Rossaint die Seele des
hochverräterischen Unternehmens, indem er sich
für die Verwirklichung der von der ehemaligen
Kommunistischen Partei angestrebten katholisch-
kommunistischen Einheitsfront einsetzte und auch
in anderer Weise in hochverräterischer Betätigung der K P D Vorschub geleistet hat. Die anderen Angeklagten folgten Rossaint in dessen
staatsfeindlicher Tätigkeit, wobei es der General,
sekretär des Katholischen Iungmännerbundes
Clemens unterlassen hat, als Geistlicher Borgesetzter die staatsfeindlichen Amtriebe Rossaints
zu unterbinden.
Die Nürnberger Rassengesetze in Danzig.
Nachdem das Exekutivkomitee des Jüdischen
Weltkongresses erfahren hat, daß der Danziger
Senat beschlossen habe, nächstens die Rassegesehgebung, wie sie in Deutschland in Kraft besteht, in der Freien Stadt Danzig einzuführen
und daß die bezüglichen Gesetzestexte gcgenwärtig vorbereitet würden, hat es sich an die AußenMinisterien von Frankreich, Großbritannien und
Schweden gewandt, die dem Dreierkomitee angehören, das den Auftrag hat, die Danziger A n gelegenheiten zu verfolgen. Das Exekutivkomitee unternahm außerdem bei dem polnischen
Außenminister Oberst Beck und beim Generalsekretär des Völkerbundes Avenol einen entsprechcnden Schritt. E i n telegraphischer Appell
wurde schließlich auch an den Kommissär des
Völkerbundes in Danzig, P r o f . Burckhardt, gerichtet. Das Exekutivkomitee gibt der Erwartung
Ausdruck, daß die fraglichen internationalen I n stanzen zu verhindern verstehen werden, daß „die
Nürnberger Iudengesetzc" auf eine unter dem
Schutz des Völkerbundes stehende Bevölkerung
zur Anwendung gelangen
And der französische Fußballverband gibt u.
a. bekannt: A m Mittwoch habe Generalsekretär•
Barassi vom italienischen Fußballverband B e sprechungen mit verschiedenen Vertretern des'
französischen Verbandes gehabt und mitgeteilt,
das Verbot des Wettspiels durck den Präsidenten des italienischen Olympischen Komitees:
scheine auf Informationen zu beruhen, wonach
in P a r i s Demonstrationen gegen Italien anläßlich des Länderspiels zu gewärtigen seien.
Die französischen Verbandsvertreter hätten ihm:
das auszureden versucht und betont, daß noch nie
ein Ländermatch in dieser Weise gestört worden;
sei. Barassi habe davon in R o m berichtet und die:
Spielvorbereitung sei weitergegangen. A m Donnerstag um 16 Ahr sei dann die Bestätigung des•
Spielverbots von dem italienischen Fußballverband eingegangen.
fordert. K^nig Carol lehnte jedoch dieses A n suchen ab. Damit war die Krise akut geworden.
— Nach längeren Beratungen des Ministerpräsidenten Tatarescu mit dem König, trat am
Freitag zweimal hintereinander der Ministerrat
zusammen. Nach dem zweiten Ministerrat begab
sicy der stellvertretende Ministerpräsident Ineuletz zu P r i n z Nikolaus. E r legte ihm ein Schriftstück vor, in dem der P r i n z auf seinen Rang,
auf alle seine Titel, Orden und militärischen
Grad verzichtet. Der P r i n z hat dieses Schriftstück unterzeichnet, worauf er vom König aus der
königlichen Familie ausgeschlossen wurde. Der
Kronrat hat den Verzicht des Prinzen ratifiziert. Aeber die Vorgänge in der königlichen F a milie und den Verzicht des Prinzen Nikolaus
ist bisher keine amtliche Mitteilung veröffentlicht
worden.
*
Rußland.
Stalin verhaftet? E i n Gerücht.. Das „Iournal" schreibt zu dem in P a r i s verbreiteten Gerttcht, daß Stalin von Kreisen der Armee verhaftet worden sei, daß diese Behauptung bestimmt zurückgeführt werden könne auf die schweren Auseinandersetzungen, die in Moskau zwischen der innerhalb der stark reorganisierten A r mee entstandenen neuen Bewegung und dem
alten Kreis der Politiker beständen, welcher seit
20 Iahren, gestützt auf eine Polizeidiktatur, regiere. Das Gerücht müsse demnach als der AuSdruck einer Lage bettachtet werden, die noch
einige Aeberraschungen bringen könnte
W i e wirkt sich die 40-Stundenwoche auf die
Arbeitslosigkeit ans? Die Arbeitslosigkeit in
Frankreich liegt seit einiger Zeit um ca. 15 P r o zent unter den Zahlen des Vorjahres. Die soeben
veröffentlichte Statistik der Arbeitsinspektionen,
die für Betriebe gelten, die mehr als 100 Arbeiter beschäftigen, zeigt, daß der Rückgang der A r beitslosigkeit in Frankreich nicht in ersten Linie
auf der Steigerung der Produktion beruht, son>
dern vielmehr auf der Durchführung der 40Stundenwoche. I n den Betrieben, in denen die'
40-Stundenwoche noch nicht durchgeführt worden
ist, betrug die Zahl der Beschäftigten im Febrnar 1937 781 000 gegenüber 767 000 im Februar 1936. Kier ist also eine Steigerung' von
Konflikt zwischen G P U Und der Roten A r 14 000 eingetreten. I n den Betrieben hingegen,
Oesterreich.
die die 40-Stundenwoche bereits eingeführt! mee. Nach Meldungen der „Daily M a i l " auS
Aufdeckung einer Hallstattsiedlung. Zwischen haben, ist die Zahl der Beschäftigten von| Nußland ist zwischen der sowiettussischen R o > ten Armee und der G P A ein schwerer Konflikt
den Ortschaften Tulbing und Kahelsdorf im B e - 1 330 000 auf 1 409 000, das heißt um nicht
ausgebrochen. I m Anschluß an Iagodas Verzirk Tulln bei Wien wurde dieser Tage der weniger als 79 000 gestiegen.
Haftung wollte der neue Chef der G P A . Ieschow,
Grundriß eines Kaufes freigelegt, das nach dem
England.
mehrere höhere Offiziere der Roten Armee verFundmatcrial aus der Zeit des Llcbergangcs von
Ankündigung des Rücktrittes Baldwins.• haften lassen, angeblich weil sie im Dienste der
der früheren zur mittleren Kallstattzeit im 7. vorchristlichen Iahrhundcrt stammt. E s konnte der Warnung vor Kommunismus und Faszismus. Organisation Trohkis stünden. Der Generalstab
Grundriß eines etwa fünf Meter langen und Der britische Ministerpräsident Baldwin hielt' der Roten Armee hatte sich geweigert, diese
fast ebenso breiten Kaufes festgestellt werden; in am Samstag in Worccster vor' seinen konserva- Verhaftung zu bewilligen und es kam zu einer
der Mitte zeigte er einen vertieften Mittclgang tivcn Wählern eine Ansprache, in der er nicht•' Auseinandersetzung. Daraufhin hat Kriegsmini.von 1,4 Meter Breite, an dessen einem Ende nur seinen baldigen Rücktritt als Ministerprä- ster Woroschilow an Stalin die Forderung gedie Fcucrstelle noch sehr gut zu erkennen war.DaS sident, sondern auch die Niederlcgung seines An- stellt, künftig die Autorität der G P A über die
unter einer Schicht von Kttttcnlehm • liegende tcrhausmandates in Aussicht stellte. Niemand, Rote Armee abzuschaffen. Zur Aeberwachung
zahlreiche Fundmaterial besteht aus einer bron- so sagte er, könne die Bürde eines Ministeram- der politischen Zuverlässigkeit der Armee soll eine
zcnen Doppelahle, einer großen Menge von tcs auf die Dauer tragen. „Vor mir selbst, vor' besondere Organisation gebildet werden, deren
Scherben grober und feiner Keramik, wie Bruch- meiner Partei und vor der Nation sehe ich mich Zusammensetzung der Zustimmung des Generalstücken von großen und kleinen Schalen mit ein- nicht verpflichtet," so führte er aus, „in dem stabes der Noten Armee unterliegt. Der Genegezogenem Mundsaum, von großen Gefäßen mit Augenblick, wo. ich das Beste, was ich geben ralstab besteht auch darauf, daß dem zurzeit noch
Fingcrtupfenleisten, Rihvcrzierung und Griff- konnte, gegeben zu haben glaubte und hinsichtlich aus Partciangehörigen bestehenden obersten
läppen, sowie einer größeren Anzahl von Ton- der Zukunft Zweifel hege, um die Befreiung von Verteidigungsrat drei hohe Offiziere angegliePyramiden verschiedener Größe. Wciters kamen dieser Bürde zu bitten. E s ist besser, zurttckzutrc- dert werden. Weiter verlangt der Generalstab
bearbeitete Knochen (so Ahlen und Pferdetren- tcn, solange die Leute noch glauben, daß man von Woroschilow, daß er bei Stalin die Verabscnbruchstttck) zutage; zahlreiche Knochen von seine Aufgabe mit einiger Kompetenz erfüllen schiedung Ieschows durchsetzen sollte, doch hat
R i n d , Schwein, Schaf oder Ziege, Pferd, Kirsch kann, als erst dann, wenn sie, vielleicht früher sich der Kriegskommissar geweigert, diese Forund Kund geben einen guten Einblick in den als der Betreffende selbst, bemerken, daß man derung zu vertreten. Aeber die andern Fordeunfähig geworden ist. Ich bin mir darüber im rungen wird noch verhandelt. Sollten sie nicht
Speisezettel dieser vorgeschichtlichen Siedler.
klaren. Sie werden vielleicht bald einen neuen bewilligt werden, so wird mit einer Verschärfung
Vertreter für den Wahlkreis Worcöstcr zu wäh- der Gegensätze zwischen der Roten Armee einerItalien.
Mussolini erhält die Ehrendoktorurkunde. Der len haben." I m weiteren Verlauf seiner Aus- seits und der Partei, sowie der G P A anderseits
italienische Regierungschef hat am Donnerstag führungen beschäftigte sich der Ministerpräsident gerechnet werden.
im Palazzo Venezia eine Abordnung der Unu mit der kommunistischen und faszistischen Gefahr
Der F a l l Iagoda. Dem „ M a t i n " wird aus
vcrsität Lausanne empfangen, die ihm die Ar- und warnte seine Landsleute vor dieser Gefahr
künde überreichte, womit jene Aniversität M u s - nach dem Muster des amerikanischen Satzes: „ E s R i g a gemeldet: I m Kreml finden täglich wichsolini den Ehrendoktor der Sozialwissenschaft gibt keine wichtigere Aufgäbe, als uns gegen den tigc Konferenzen zwischen Stalin, Marschall
verleiht. B e i dieser Gelegenheit hat sich Musso- Bazillus Kommunismus und Faszismus immun Woroschiloff und dem Chef der G . P . A., Iesow,
lini angelegentlich mit dem Rektor der Aniver- zu machen." Trotzdem heute nur wenige Englän- statt. Woroschiloff hat an dieser Konferenz B e sität unterhalten und sich seines Aufenthaltes in der kommunistische und faszistischc Gedanken- weise dafür unterbreitet, daß die unter der KonLausanne erinnert, wo er in der Freizeit die Uni- gänge vertreten, dürfe man nicht glauben, daß trolle der G . P . A . stehenden MunitionswerkEngland im Zeitalter des Materialismus und stätten eine große Menge von Geschossen fabriversität besuchte.
der Mechanisierung dagegen gefeit sei.
ziert hätten, deren Kaliber mit den Geschützen
Frankreich.
der Sowjetarmee nicht übereinstimmen. 20 P r o Rumänien.
Das Fußballspiel Ztalien-Frankreich abgezent der gesamten Produktion der MunitionSblasen! Zu den Meldungen, wonach das F u ß P r i n z Nikolaus von Rumänien verzichtet auf Werkstätten des Jahres 1936 müßten aus diesem
ball - Länderwettspiel Frankreich - Italien in seinen R a n g . Der einzige Bruder des rumäni- Grunde vernichtet werden. Iesow wurde eingeP a r i s am letzten Sonntag nicht stattfinden schen Königs, P r i n z Nikolaus, hat aus seinen laden, darüber Aufschluß zu geben, warum die
konnte, wird in den offiziellen Kreisen erklärt, Rang und seine sämtlichen Titel verzichtet. E r G . P . A . die Saboteure nicht verhaftet habe.
daß die französische Regierung mit diesem B e - ist seit Freitagabend nur noch ein einfacher Bttr- Iesow wies die Verantwortung den inzwischen
schluß in keinerlei Verbindung stehe.
ger von Rumänien. Der Schritt des Prinzen ist verhafteten Iagoda zu.
I n den zuständigen Kreisen wird folgende auf einen Konflikt in der königlichen Familie
E s geht das Gerücht um, daß auch Verkehrs»
Erklärung gegeben: Die italienische Mannschaft zurückzuführen. Prinz Nikolaus hatte bereits vor kommifsär Kaganowitsch in Angnade gefallen sei.
war schon zur Abreise bereit. I m letzten Augen- mehreren Iahren mit einer Gutsbesitzerstochtcr
blick habe dann der französische Verband die aus der Stadt Buzeu eine morganatische Ehe geReue Leibwache Stalins. A u s Moskau wird
Besorgnis ausgedrückt, daß stets mögliche Ma» schlössen, die von König Carol nicht anerkannt berichtet, ein Beweis der Nervosität unter den
nifestationen anläßlich des Wettspiels nicht ver- worden war'. Dieser Tage hatte nun der Prinz Führern Sowiettußlands sei die Tatsache, daß
hindert werden könnten, und er habe zu verstehen die Legitimierung seiner Ehe, die Anerkennung man kürzlich die Zusammensetzung der Leibwache
gegeben, daß die Italiener besser auf das Wett- seiner Gattin als Prinzessin und des aus dieser Stalins gänzlich geändert habe. Die besondere
Verbindung stammenden Sohnes als Prinz ge- internationale Abteilung, welche aus den erspiel verzichten würden.
Liebe zu deinem Vater ihren Grund hatten. £lnd wiß angenehm, belehrend und vorwärtsbringend.
Kälte strömte von ihm aus.
wenn Liselotte, die nie deine wahre Freundin And sie nahm sich vor, stets aufmerksam und fleiE r rieb sich die Kände und sagte:
war, so zu dir gesprochen hat, wie du sagst, so har ßig zu sein.
„Ein garstiges Wetter heute. Der erste Schnee
sie sich von einem häßlichen Zug ihres CharakAm die gleiche Zeit kreuzten sich Doktor M e d - fällt, aber noch zerrinnt er in den Pfützen. A h ,
ters dazu bewegen lassen, vom Neid. Beachte es ders Gedanken mit den ihrigen. Auch sie hatte hier drinnen ist's gut sein!"
nicht weiter; leider gibt es nicht wenige M e n - auf ihn Eindruck gemacht. I h r jugendlicher Ernst, Elmire hatte ihn in das gemütlich durchwärmte
schen in der Welt, die dem Nächsten Glück, Ge- ihr kluges Gebaren, ihre zierliche Erscheinung Zimmer gezogen. Kier reckte sie sich hoch auf,
winn, Wohlergehen und sonst alles Gute miß- und der sinnende Ausdruck ihrer Augen, der sie ohne ihm bis ans Kinn zu reichen. Strahlend
gönnen. Damit mußt du dich abfinden, liebe E l - gereifter erscheinen ließ, stimmten ihn zum Nach- blickte sie ihn an.
mire. Denke lieber daran, wie sehr sich Vater denken. Irgend etwas an dem jungen Mädchen
„Nun, Kleines, was ist denn heute Besondefreuen wird, wenn er heute erfährt, daß du die brachte es seinem Kerzen nahe, ohne daß er sich res vorgefallen?" fragte er neckend und rüttelte
P r ü f u n g am besten bestanden und daher ange- Rechenschaft darüber geben konnte, was es sei. sie an den Schultern.
stellt worden bist."
W i e Elmire freute er sich auf die Zusammen„Rate!"
B e l l i war aus seiner Ecke hervorgekrochen und arbeit.
„Sicher ein recht dicker Brief von deiner
schaute mit seinen klugen Augen bittend zu E l Tante Ellen, die einmal ins Zimmer trat und Freundin Felizial"
mire auf. Sie nahm ihn auf den A r m , er die Nichte lesend vorfand, zog sich leise wieder
„Falschl"
schmiegte sich dicht an sie.
zurück, als sie sah, daß der heitere, frohe Aus„Oder vom Studio gar?" er drohte mit dem
A m Nachmittag dachte sie kaum noch an Life- druck in ihre Züge zurückgekehrt war der ihr jene Finger.
lottens Worte. Sie saß im Herrenzimmer am liebliche Anmut gab, die ihr so wohl stand.
„Nein!"
Fenster, in eine Lektüre vertieft. Manchmal sah
Eine kurze Weile darauf war ein Geräusch an
„Etwas Ernstes vielleicht? — Kat mein
sie in Gedanken Doktor Wedder vor sich, deutlich, der Flurtür zu hören. B e l l i schickte seinen Gruß Freund Doktor Werner an uns gedacht?"
wie in Wirklichkeit und hörte seine melodische durch die noch verschlossene Tür.
„Geratenl Doch nun höre weiter. Schon vor
Stimme. Sonderbar, er hatte in der kurzen Zeit
E s war der Vater, der heimkehrte.
kurzem hatte er mir einige Adressen aufgegeben,
einen solch tiefen Eindruck auf sie gemacht, daß
Sie stand auf und ging ihm entgegen.
an die ich mich wandte; darauf wurde mir von
>ste fast iede seiner Bewegungen in Erinnerung
Ihre Wangen waren gerötet und ihre Augen einem Diplomaten eine Antwort zuteil, von S i r
hatte. E s bereitete ihr eine eigenartige Freude, leuchteten in stolzer Freude, als sie ihm aus dem Letton. Sein Sekretär prüfte mich, dann wurde
an das Zusammensein mit ihm zurückzudenken.
ich engagiert."
Mantel half.
Sie malte sich aus, wie es sein würde, wenn
S o mein Kind, nun grüß Gott!" er küßte sie
„Genommsn? — Wirklich, Elmire? — O, dasie täglich zusammen arbeiten würden, für sie ge- aus die Stirn.
her dein strahlendes Gesicht. D u kannst dir nicht
1
1
denken, wie glücklich du mich mit deiner Botschast machst, mein liebes Kind. S o nimm denn
meinen herzlichsten Glückwunsch, du kleine Sekretärin des S i r Letton;. das ist ein guter Platz,
von dem aus du weiter-kommen wirst, wenn du
dir etwas M ü h e gibst. Kaum wage ich es zu
glauben, bei deiner Jugend. — &atU ich recht,
Liebling, dich zum Studium zu ermuntern, wenn
dein kleiner Anverstand nicht so recht wollte?"
„ J a , Väterchen! Keute danke ich es dir tausendmal!"
„Wohl hast du mich manches M a l für hart
gehalten, wenn andere Kinder in der Sonne
spielten und du hattest eine Sprachlehrerin neben
dir. Glaube . mir, ich litt oft mehr unter
meiner Strenge als du selbst, aber es mußte
sein, du mußtest den nötigen Rückhalt bekommen.
Dich etwas lernen lassen war das einzige, was ich
dir mitgeben konnte in die Zukunft. Dein gutes
Talent machte mir die Aufgabe nicht allzuschwer.
And nun stehen wir auf der ersten Stufe des Erfolges f ü r unsere Beharrlichkeit, auf dem
Sprungbrett nach oben. V o n hier aus wirst du
allein weiterkommen, so wie ich dich kenne, meine
liebe,strebsameTochter. Versprich mir nur noch,
dich nie zu verlieren, was immer auch über dich
kommen mag. Erinnere dich stets meiner, und daß
ich immer nur dein Bestes im Auge hatte, hörst
du? — "
(Fortsetzung folgt.)
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