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Detaildaten zu den Fondskosten sind Mangelware Wie setzen sich

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D_FondskostenXXX.qxd
18.11.2007
21:40
Seite 180
vertrieb & praxis I fondskosten
Detaildaten zu den Fondskosten sind Mangelware
erwirtschaften. Angesichts der
Höhe der Kostenbelastung wundert es allerdings nicht mehr,
dass das so wenigen Vermögensverwaltern in der Realität langfristig tatsächlich gelingt.
Signifikante Kosten
Die vom BVI definierte Total Expense Ratio enthält keine Transaktionskosten. Was
bislang als nachrangiges Problem erachtet wurde, scheint angesichts jüngerer
Untersuchungen durchaus ein wesentlicher Einflussfaktor auf den Erfolg eines
Fonds zu sein. Leider publizieren nur sehr wenige Fondsgesellschaften die Transaktionskosten ihrer Fonds in den Geschäftsberichten.
Wie setzen sich die Fondskosten zusammen?
Die Zusammensetzung der Gesamtkosten in Fonds ist nicht unkompliziert. Neben
den bekannten Verwaltungsgebühren und einer allfälligen Performancegebühr
stecken in der Total Expense Ratio auch Depotgebühren sowie „sonstige Kosten“, die
unter anderem Werbeaufwand, Druck und die Kosten für die Registrierung enthalten.
Der Begriff „Total Expense Ratio“ ist aber insofern irreführend, als die darin enthaltenen Kosten längst nicht alles sind. Ausgabeaufschläge können nicht damit abgebildet werden, weil sie ja nicht „im“ Fonds anfallen. Anders sähe es mit den Transaktionskosten aus – sie könnten durchaus dargestellt werden.
1) Die Performancegebühr ist vom Erfolg des Fonds abhängig.
2) Revision, Druck, Aufsichtsbehörde, Kosten für Mitteilungen an Anleger,
Werbekosten u. a.
3) Brokerkommissionen, Steuern, Börsenabgaben u. a.
4) Gerichtsverfahren u. a.
180
www.fondsprofessionell.de
Quelle: ifund services AG
Und genau dieser Punkt ist
das echte Problem, denn Wissenschaftler hatten schon seit
langer Zeit angenommen, dass
diese Kostenfaktoren signifikant
sind, und was noch schlimmer
ist: dass sich zu hohe Kosten von
den Fondsmanagern einfach
nicht mehr aufholen lassen. Eine
wichtige Erkenntnis der wissenschaftlichen Untersuchung besteht darin, dass sich Trading
nämlich nicht auszahlt. Die Forscher fanden heraus, dass jeder
US-Dollar an Tradingkosten den
Net Asset Value des Fonds um
40 Cent schmälert. Nur ganz wenigen Fondsmanagern gelang es,
mithilfe ihres Handelstalents
den Fondswert durch ihr Trading
tatsächlich zu steigern – nicht
zuletzt deshalb, weil sie über
sehr niedrige Tradingkosten
verfügten. Die besagten Fonds
schafften das vielfach übrigens
deshalb, weil sie entweder kleinere Aufträge mit weniger
Markteinfluss gaben, sich auf
wenige Transaktionen fokussierten oder auch fast ausschließlich
groß kapitalisierte Standardwerte handelten.
Denn das „Kostenproblem“
ist komplexer, als man annehmen sollte. Es enthält Teilaspekte, die bislang in der Beurteilung
von Fondsprodukten vergleichsweise wenig Beachtung fanden,
zum Beispiel den „Market Impact“ oder „Spreads“, also
Marktbeeinflussung und Preisspannen. Obwohl klar ist bzw.
klar sein müsste, dass größere
Umsätze einen Einfluss auf die
Preisgestaltung des zugrunde
liegenden Papiers haben, wird
dieser Punkt in der Regel ignoriert. Dabei steht fest, dass eine
Kauforder ab einer bestimmten
FONDS
professionell
Größe in der Tendenz einen
gewissen Preisdruck nach oben
auslösen wird, dasselbe gilt in
die Gegenrichtung. Der BidAsk-Spread hat aber beträchtliche Auswirkungen auf die
Kosten eines Trades.
Auch dazu konnten entsprechende Berechnungen der Forscher mit Morningstar-Unterstützung durchgeführt werden.
Aus der Auflösung einer bestimmten Position in einem
Fonds und den von der New
York Stock Exchange oder anderen Börsen veröffentlichten
Handelsdaten konnte man dann
seine Rückschlüsse auf den
Markteinfluss ziehen. Nach
Untersuchung von zehntausenden Handelsaktivitäten ergab
sich folgendes Bild: Teilt man
die Fonds in fünf Gruppen, erwirtschaftet jenes Fünftel mit
den geringsten Tradingkosten
gegenüber der Gruppe mit den
höchsten Kosten einen Performancevorsprung von mehr als
1,5 Prozentpunkten pro Jahr.
Unterstellt man, dass diese
Analyse stimmt, dann müsste
man beim Fondskauf bzw. in der
Beratung darauf achten, dass die
Transaktionshäufigkeit (angegeben als Turnover Ratio) in
einem Fonds möglichst gering
ist. Erstens, weil häufige Transaktionen gemessen an den Ergebnissen offensichtlich mehrheitlich ohnedies zu teuer sind,
und zweitens, weil es im Einzelfall auch signalisieren kann, dass
der Manager bei der Titelauswahl scheinbar keine sichere
Hand hat.
Traurige Bilanz
Nun betreffen die beschriebenen Untersuchungen und Analysen die USA, der Praktiker hat
an dieser Stelle daher zwei Fragen: Woher bekomme ich die
Transaktionskosten der bei uns
angebotenen Fonds, und wo
steht die Turnover Ratio? Was
die Kosten betrifft, sieht die Bilanz eher traurig aus. Matthias
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Seele and Geist
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