close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ein Sturm im Wie kann der Nachlass geplant werden?

EinbettenHerunterladen
Seite 4 Frutigländer
Nr. 34 Freitag, 28. April 2006
Finanzratgeber Frühzeitige Nachlassplanung
"Frutiglaender" Nr. 34, 28. April 2006, Seite 4
Wie kann der Nachlass geplant werden?
Einmal pro Monat beantwortet
Beat Schmid-Lüscher Ihre Fragen
zu Bankgeschäften, Wertpapieren,
Lebensversicherungen, Vorsorge
und Immobilien. Der Finanzratgeber erscheint immer Ende Monat.
Senden Sie Ihre Fragen an: Redaktion «Frutigländer», Lindenmattstrasse 7, Postfach 77, 3714 Frutigen, E-Mail: redaktion@frutiglaender.ch.
ten (normale Unterhalts- und Reparaturkosten sowie Einkommens- und Vermögenssteuern) tragen. Zu den Vorteilen
zählt, dass der Vermögenswert bereits
beim beabsichtigten Eigentümer ist,
aber die Erträge zur Deckung der Lebenskosten einer anderen Person eingesetzt werden können. Beim Wohnrecht
sind bestimmte Personen berechtigt, in
einer Wohnung oder in einem Haus zu
wohnen.
Frage von T. I. aus Adelboden:
Wir sind über 60 Jahre alt und möchten einige Vermögenswerte an unsere Kinder übergeben. Was haben
wir für Möglichkeiten?
Beat Schmid-Lüscher: Zuerst empfehle
ich Ihnen, einen professionellen Pensionsplan erstellen zu lassen. Er sagt
Ihnen unter anderem aus, ob Sie Vermögenswerte besitzen, die Sie nicht zwingend zum Bestreiten des Lebensunterhaltes benötigen (vgl. «Frutigländer»
vom 24. Februar 2006).
Für eine frühzeitige Nachlassplanung
sprechen einige Gründe. Trotzdem ist
die Nachlassplanung bei vielen Familien
heute noch ein Tabuthema. Eine frühzeitige Planung ermöglicht es aber, für
alle Beteiligten bereits zu Lebzeiten eine
gute Lösung zu finden. Die ältere Generation ist oft nicht mehr auf das gesamte
Vermögen angewiesen, und die jüngere
Generation könnte Vermögenswerte für
einen Hauskauf oder die Gründung einer
eigenen Unternehmung benötigen.
Zudem kann der frühzeitige Vermögensübertrag unter Umständen das Vermögen vor dem späteren Zugriff von Dritten schützen, wobei hier aber noch weitere Überlegungen miteinbezogen werden müssen.
Absicherungen für den Ehegatten
Beat Schmid-Lüscher
Bild zvg
Erbabfindung
Einem Erben können ebenfalls bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte
übertragen werden. Dagegen verzichtet
dieser auf all seine künftigen Erbansprüche. Er erhält somit eine Abfindung für
seinen Verzicht zugunsten anderer
Erben.
Darlehen
Unter Familienmitgliedern kann es
auch sein, dass die ältere Generation
zwar der jüngeren unter die Arme greifen, aber trotzdem die Verfügungsgewalt
über das Vermögen nicht abtreten will.
Ein ideales Mittel dazu ist die Gewährung eines (zinslosen) Darlehens. Diese
Darlehen werden mit Vorteil in einem
Darlehensvertrag festgehalten.
Gemischte Schenkung
Eine gemischte Schenkung liegt dann
vor, wenn ein Teil des Vermögensübertrages gegen Entgelt erfolgt. So kann beispielsweise ein Eigenheim an einen
Nachkommen übertragen werden, wobei
ein Teil des Wertes bezahlt wird. Dies
Schenkungen und Erbvorbezüge
kann sinnvoll sein, um andere Erben
Im Gegensatz zur Schenkung an aus- auszahlen zu können. Aus steuerlichen
senstehende Dritte handelt es sich bei Überlegungen wird aber unter UmstänSchenkungen an gesetzliche Erben um den eine lange Haltedauer unterbroeinen Erbvorbezug. Diese Vermögens- chen.
werte werden im späteren Nachlass
nicht mehr aufgeführt. Wer einen Vermö- Nutzniessung und Wohnrecht
genswert auf Anrechnung am künftigen
Insbesondere bei Grundeigentum ist
Erbanspruch erhalten hat, muss diesen die Nutzniessung oder das Wohnrecht
Vorbezug mit anderen gesetzlichen ein beliebtes Instrument der NachlassErben ausgleichen, sofern dies von An- planung. Zur Nutzniessung: Der Befang an vorgesehen war. Gelegenheitsge- schenkte ist zwar Eigentümer des Verschenke, Ausbildungs- und Studienkos- mögenswertes, die Erträge darf er aber
ten sind nicht ausgleichspflichtig, sofern nicht behalten. Der Nutzniesser erhält
sie ein Normalmass nicht übersteigen.
alle Erträge. Er muss aber auch die Kos-
Bei der Absicherung des Ehegatten
geht es in erster Linie darum, dem überlebenden Gatten die gewohnte Lebenshaltung zu sichern. Eine umfassende
Absicherung kann mit folgenden Massnahmen erzielt werden:
•Güterrechtliche Regelung (Ehevertrag)
•Erbrechtliche Regelung (Erbvertrag,
Testament)
•Zusätzliche Deckung des Todesfallrisikos mittels einer Versicherungspolice unter Einbezug weiterer Vor­
sorgedeckungen aus staatlicher und
gebundener Vorsorge
Die Vorstandsmitglieder der Volkshochschule Frutigland zeigten sich aufgrund der
politischen Neuigkeiten erleichtert (v. l.): Jean-Pierre Baumgartner, Kathrin von Känel,
Stéphanie Allenbach, Christian Menzi, Rosmarie Stalder und Peter Hurni. Bild Ef
Frutigen HV der Volkshochschule Frutigland
Ein Sturm im Wasserglas?
Am Freitag, 21. April 2006, fand im
Hotel National in Frutigen die
Hauptversammlung der Volkshochschule Frutigland statt. Voraussichtlich wird die Volkshochschule
nun doch noch Subventionen erhalten, jedoch nur noch für gewisse
Kurse.
zu erhöhen. «Die Gemeinden sind sich
ihrer Verantwortung bewusst und lassen
uns nicht im Regen stehen», freute sich
Christian Menzi, Präsident der Volkshochschule Frutigland.
Bessere Auslastung im Jahr 2005
In den letzten Jahren war die Teilnehmerzahl leicht zurückgegangen. Im Jahr
Bis vor einiger Zeit schien es beschlos- 2005 konnten nur 68 von 134 Kursen
Eheähnliche Partnerschaften
sene Sache zu sein: Der Grosse Rat hatte durchgeführt werden, dafür waren diese
Bei eheähnlichen Partnerschaften im Jahr 2003 verkündet, dass ab 2006 aber besser ausgelastet. Mit Hilfe der
(Konkubinat) ist die Regelung des Nach- alle Subventionen für die Volkshoch- Sparmassnahmen, welche die Volkslasses sehr wichtig, da der überlebende schulen im Kanton Bern gestrichen wer- hochschule aufgrund des Entscheids des
Partner von Gesetzes wegen keine den. War das nur ein Sturm im Wasser- Grossen Rates im Jahr 2003 getroffen
Rechte besitzt. Ohne letztwillige Verfü- glas? Denn mittlerweile sieht die Situa- hatte, konnte aber doch eine zufrieden
gung wird der überlebende Partner kein tion nicht mehr ganz so dramatisch stellende Jahresabrechnung genehmigt
Erbe antreten können. Folgende Mög- aus.
werden. Die Neuigkeiten seitens der Polichkeiten stehen offen:
Die Erziehungsdirektion plant für litik lassen Hoffnungen wecken, dass die
•Als Erben einsetzen und die gesamte Kurse, die «gesellschaftlich relevant» Volkshochschule ihre Vielfältigkeit beioder Teile der frei verfügbaren Quote sind, doch Subventionen, jedoch viel we- behalten kann.
Evelyn Fuhrer
vermachen
niger als vorher. Festgelegte Kriterien
•Erbverzicht
der
pflichtteilsge- sollen regeln, welche Kurse diese Anforschützten Erben zugunsten des über- derung erfüllen. Vorgesehen sind unter
Kommende Highlights
lebenden Partners
anderem Subventionen in den Bereichen
Das Jahr 2006 ist das internationale
•Schenkung zu Lebzeiten vornehmen Sprachen, Informatik und Mathematik.
Jahr der Wüste und Wüstenbildung.
•Zusätzliche Absicherung mittels To- Dies könnte sich positiv für die VolksZu diesem Thema plant die Volksdesfallrisikopolice
hochschule Frutigland auswirken, da
hochschule im Kursjahr 2006/2007
genau diese Angebote sehr beliebt sind.
zwei interessante Anlässe. Einen TheRat von Fachleuten einholen
Welche Kurse wirklich und mit wie viel
menabend über das Leben in der
Eheverträge, Erbverträge und öffent- Geld subventioniert werden, ist jedoch
Wüste mit einem Tuareg (Nomade der
liche Testamente werden durch einen noch nicht klar.
Wüste) und einen Vortrag zur WüstenNotar öffentlich beurkundet. Auch bei
bildung. Ein weiteres geplantes Highkomplexen Problemen lohnt es sich, den Weitere Massnahmen nötig
light im nächsten Kursjahr wird ein
Rat der auf diese Themen spezialisierDer Vorstand der Volkshochschule
Vortrag von Wolfgang Lienemann
ten Fachleute einzuholen.
hat beschlossen, die Beiträge der Partüber Dietrich Bonhoeffer mit dem
nergemeinden (Frutigen, Adelboden,
Thema «Hanna Arendt und ihre Kritik
beat schmid-lüscher, Kandersteg, Kandergrund, Aeschi, KratEF
am Totalitarismus» sein. Bankfachmann, finanzplaner und tigen und Reichenbach) ab 2007 etwas
immobilien-treuhänder
blickpunkt regionales Frühlingseinsätze der ZSO Kandertal PLUS
Lehren ziehen aus dem Unwetter
Kaum hat man die Hochwasser vom
letzten Sommer verdaut, werden
von der Seite der Zivilschutzorganisation (ZSO) Kandertal PLUS die
Lehren daraus gezogen und die
Ausbildung und Weiterbildung vorangetrieben. Dabei lag das Schwergewicht auf der Führungsunterstützung. Auch die Hilfeleistungen an
den Schäden in Reichenbach gingen weiter.
Hochwasser 2005 behandelte. Als Referenten standen Ivan Sarbach, Hansueli
Greber und Erich von Känel zur Verfügung. Von Dienstag bis Freitag wurden
unter der Einsatzleitung von Roland
Müller mit 30 Mann Instandstellungsarbeiten in Reichenbach erledigt. Zaunund Maschinenarbeiten auf Seitenstrassen, Räumungsarbeiten entlang der
Kander sowie Hangrutschen bildeten die
Schwerpunkte. Die Einsatzkoordination
oblag Ernst von Känel. Mit der schönen
Geste des Apéros von der Gemeinde
wurde die Woche abgerundet.
Der Unterstützungszug der ZSO Kandertal PLUS absolvierte in einem mehrtägigen Kurs vom 27. bis 31. März 2006
einen Einsatz, der am ersten Tag die Spuren vom letzten Sommer
Themen der Sanität, Seiltechnik, RetDie ZSO Adelboden war mit insgetung und Information in Bezug auf das samt 17 Leuten vom 3. bis 7. April 2006
bei Instandstellungsarbeiten in Reichenbach im Einsatz. Der Leiter der Aktion
war Jakob Germann; für die Einsatzkoordination der Gemeinde verpflichtete
sich auch hier Ernst von Känel. Immer
noch sind die Spuren vom letzten Sommer allgegenwärtig, so dass mit Zaunarbeiten, Landräumungen und Bachverbauungen viel Arbeit anstand. Seitens
von Reichenbach verdankte der Gemeinderat Christian Bhend die Arbeit. Mit
Speis und Trank wurde die erspriessliche Woche beendet.
Die Stabsassistenten arbeiten im Kommandoraum mit voller Konzentration.
bild adolf schmid
Alles, was das Herz begehrt …
ternen Instruktor aufgefrischt und erweitert. Man erkannte, dass Stillstand
gleich Rückschritt bedeutet, und wollte
die Lehren aus dem Hochwassereinsatz
2005 ziehen. 16 Schutzpflichtige wurden
auf Biegen und Brechen durch den Instruktor Mischa Hofer vom Ausbildungszentrum Spiez geschult. Als Belastungsprobe wurde ein hautnaher Einsatz
durchgeführt. Die Leitung oblag der ZSO
Kandertal PLUS mit Kommandant Erhard Germann und seinem Stellvertreter Lorenz Kallen. Das Ganze wurde von
Vertretern des Kantons inspiziert.
Gäste mit hohem Interesse
Erfreulich ist, dass zahlreiche Gäste
dem Kurs der Führungsunterstützung
vom 10. und 11. April ihre Referenz erwiesen. Sie können auf eine gute ZSO
zählen. Die Gästeliste führten an: Christian Rubin (Regierungsstatthalter), Hanspeter Burri (Stabschef BFO), Peter Rösti
(Bereichsleiter Zivilschutz), Fritz Marthaler (Zivilschutzinspektor Ausbildung),
Martin Allenbach (Kommandant Feuerwehr Frutigen), Markus Germann (Kommandant ZSO Adelboden) und Martin
Wenger (Vertretung GFO Frutigen).
In der Hoffnung, viel zu wissen und
nicht all zu viel davon gebrauchen zu
müssen, geht die ZSO Kandertal PLUS
Stillstand bedeutet Rückschritt
gestärkt aus den vergangenen AusbilAn den beiden Tagen vom 10. und 11. dungstagen hervor.
April wurde das Wissen durch einen ex
adolf schmid
Alle zwei Jahre führt die Bauverwaltung der Gemeinde Frutigen einen
Bring- und Holtag durch. Am Mittwoch, 26. April 2006, fand in der Märithalle zum dritten Mal die Bringund Holaktion für die Einwohner der
Gemeinde Frutigen statt. Am Vorund Nachmittag konnten die verschiedensten Güter gratis gebracht
und abgeholt werden. «Es erstaunt
mich immer wieder, was alles angeboten wird. Vom Löcherbecken bis
hin zu Büchern, Computer und einem
Schrank ist hier alles zu haben. Ei-
nige Sachen kommen nie in die Halle
hinein, sie finden manchmal bereits
schon draussen ihren Abnehmer.
Sogar Gegenstände, die wir als eher
nicht brauchbar ansehen, finden
manchmal sehr schnell einen neuen
Besitzer», sagte Christa Fink, eine
von drei Helfern der Gemeinde Frutigen. Die übrig gebliebenen Gegenstände wurden am Schluss mit dem
Kehrichtwagen von Peter Schmid abgeholt und entsorgt.
Text KATHRIN JUNGEN/
Bild Christa Fink
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
1 448 KB
Tags
1/--Seiten
melden