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. . . . Wie (Sie wohl wissen ivierden, känrpfen wir augenblicklich im

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. . . . Wie (Sie wohl wissen ivierden, känrpfen
wir augenblicklich im Oberelsaß, um die Höhen
deA HartmannZweilerkopfes. Ich habe diesen
OrÄnrpel von Anfang an bis jetzt mitgemacht.
W i r JSger w a r m die ersten, die auf diesem
langgezogenen Höhenrücken sich eine
befestigte
StÄlung aushoben. I n den nächsten acht T a gen w a r unsere Hauptaufgabe, die richtigen s>ranhöfischen Stellungen auszukundschaften. Freiwil­
lige Patrouillen wurden gebildet, die ihre einzÄnen Aufgaben zu erfüllen hatten. Auch ich
habe mich öfters daran beteiligt. Wir gingell
immer zu Vieren los!, kamen immer wieder ge­
sund zurück. Natürlich in ein kleines! Gefecht
kamen wir immer.
Die Franzmänner zogen aber gewöhnlich den kürzeren. Dias P a trouÄlengchen ist das Interessanteste, was ich
bG jetzt im Kriege mitgemacht habe. Die reinD J a g d ! M a n verfolgt die Schneespuren, isteht
hinter einem Felsblock stundenlang auf Anistand,
man schleicht sich' an den Feind ran. Bei dieser Tätigkeit werden die früher gelesenen I n dianergeschichjten wieder wach. Jeder B a u m mit
einer ettoaI dichten Krone wird näher b e t r a ­
tet. W i r sind auf abgeschossene Patrouillen und
Infanterie gestoßen, samtliche von hinten erschössen, Schlußkanal von oben nach- unten. Wir
vermuteten sofort, daß einzelne feindliche P a troimllen die Spezialität besitzen, die unsern
von oben abzuknipsen. M e r diese?! HMdwerk h a ben wir den Herren Rokhiosen gÄ'egt. S o gäbe
es> N M noch vieles vom Patrouillengehen zu erzählen, aber das' würde zu weit führen.
Nachdem n u n alles^ gut vorbereitet und ausgekundschaftet war, gingen wir Zur T a t über.
I c h glaube, &• war am 20. Februar. Bei Tages­
anbruch schwärmten wir (erster Zug der 1.
Kompanie) mit starker Resevoe auD> um einen
Handflreich gegen die sogenannte Jägertanne
auszufahren. Wir hatten festgestellt, daß dieser
Bergrücken von französischen Alpenjägern befestigt und besetzt gehalten iK mit dem dahinter
anschließenden SchüHiengrabeu. Kurzum es gelang M s , die Alpenjäger ans ihrem Graben zu
werfen nnd die befestigte Stellung, vollständig zu
uWingÄn. T i e Franzosen machten am glei­
chen Tage 6 Heftige Swrnmngriffe, um ihre alte Stellung wieder zu erlangen und u m ihre
umzingelten Kameraden zu befreien. Obwohl
nnt vier- bis fünffacher Uebermacht angegiriffeu
wurde, hatten sie keinen Erfolg. D e r umzingelte
Feind ergab sich am dritten Tag. E s w a r dies
eine Kompagnie Alpenjäger; 130 noch lebendig,
50 verwundet und 40 tot. Die Alpenjäger sind
tapfere Kerle, aber auch hinterlistig und verschlagen jund schr rauh. S o nahmen wir dem Feind
eine Stellung um die ändere weg ; heute 'ist wohl
der ganze Höhenzug i n unserem Besitze
SÄ waren dies für u n s auch harte Tage.
I n einem Gefecht lagen wir 7 Stunden lang
i n tiefem Schnee total durchnäßt. Ich« lag
manchmal da, wärmte die Hände am Gewehrlauf, beobachtete die französischen Kugeln, wie
sie u m mich herum einschlugen. D a n n kamen
$wei T a g e u n d zwei Nächte, eisig kalt, nicht® zu
essen, größte Wachsamkeit notwendig. Dia? waren Harte Zeiten im J a n u a r . Kiele erfroren
die Zchen oder gar die ganzen Füße. Gefecht
auf Gefecht. Bei den Franzosen hörte man zuletzt n u r noch Sturmsignale, aber vor kamen
sie nicht mehr.
I m Kriege gibt es Sachen zu sehen, an die
nmn das! Auge zuerst gewöhnen muß. M a n
muH sich fragen: sehe ich röcht, ist das' möglich«?
Selbst unsere Aerzte müssen ihre Winzigkeit und
ihre SÄntperhaftigkeit anerkennen. Beim letzten
Mfechterhielt mein Nebenmann einen Köpfschsuß,
d.aN Gefecht war zu Ende und ich beküinmerte
mich! >um chn. ^ e r Arzt oerband ihn; mehr war
nicht M machen. 'T,a lag der arme Kerl n u n tzwei
Stunden, bV er von seinen Qualen erlöst wurde. E r klammerte sich' a n mich', sprach! mit Miss'
i n vvllem Bewußtsein, mit Tränen fit den Augen
bat e r ium Hrlfe, bat er u m Linderung seiner
Schachen. Ohnmächtig faß ich neben ihm und
miußte ihm sagen, ich kann dir nicht helfen.
DW> gleiche E l m d bringen B r u D und BauchschAsse. Hören S i e einmal das Gestöhn solcher
Mtwiundeter!
Es' sind dies für mich alles traurige Erinne­
rungen, denn nach, jedem Gefecht fehlen eine
gewisse Anzahl Kameraden, darunter mancher,
der es! i n seinem Leben höh'er als bis zum
DiurchschuittZmenschen gebracht 'hätte. Ich wollte,
S i e könnten eimnÄ ein Mfecht. mümachcn. I m
Zivilleben Ammert man sich arg wenig >u'm
den Nächsten, was' gcht mich! der an. I m Feld
ist dieA aber ganz anders. Sehen Sie einmal
die Berivundungen nach einem Waldgesechjt, ver­
ursacht durch- die vielen Querschläger, die im
Gehölz vorkommen, hören S i e das' J a mme r n
wachen, müssen, wenn England Calais! zu, einem
und GeMhn, dann erwacht in Jhneil sicherlich! Gibraltar aus Frankreichs Boden gestalten wollte.
ein Gefühl für deu Kameraden, und es! ist nur
Ueber 200 J a h r e w a r Calais englisches Besitz,
schade, daß mau so wenig Kameradschaft Pflegt.
ohne daß Frankreichs dem wehren konnte. Auch,
Wenn Sie diese? Elend alles mitansehen müssen, heute würde ein stärkerer Arm als der franzö­
so bedeutet ein Sieg für Sie nichts-. M i t jedem sische die Engländer dort ins Meer werfen müs­
Sieg wächst das Elend, wachsen die Qualen,
sen. Wenn der Zeitpunkt kommt, so werden
das Gestöhn der iMglÄcklichen Kameraden.<' .Mein , Deutschlands Söhne die Briten in Calais schon
Bataillon hat schon schöne Erfolge gehabt) die
ablösen. '^'es sind wir sicher.
ich selbst miterlebt habe, aber freuen kounte ich
'S och ae&ew - - d a s Y p e r n d e s O s t e n s .
mich nie.
Der Berichterstatter der „Daily M a i l " meldet
T e r deutsche K a i s e r a u f dem K a m p f aus Sochaezew in Polen, daß von den zchntauPlatz, i m O s t e n .
send Bewohnern dieser S t a d t n u r einer zurückAus Ltick meldet das Wollf'sche Telegraphen^
blieb, und zwar der Kanonikus Tacikowski, der
bnrean: „Einen wichtigen Abschnitt der Win- ? J f J r seine Pflicht erklärte, die Soldaten in den
terschlacht i n Masuren bildeten die Kämpfe in u. Schützengräben zu trösten. E r halte sich' in dem
um Lyck, welcher O r t den Russen einen festen
Gewölbe einer Kirche aus, wo er die Messe lese,
Stützpunkt geboten hatte. 'Ten deutschen Trup- sochaezew sei, so erklärt der Korrespondent, das
ven gelang es unter den Äugen des au der
I p e r n des Ostens. Wahrend dreier Monate
Front weilenden obersten Kriegsherrn, am 14.
wurde es von den Deutschen bombardiert und
Febmar den Feind ans seinen, Stellungen, u m daraNs von den Russen zurückerobert. Es' sei
Die S t a d t zu werfen. Kaum waren die Sieger­ der Schlüssel Warschaus^ wie Apern der Schlüsin der S t a d t eingezogen, da erschien auch der sel von Calais sei. Die Bzurauser seien hier
Kaiser und t r a f dort auf der Hauptstraße uud
wie die Werufer im Westen, der Schauplatz der.
am Marktplatze neben 'zahlreichen russischen Ge- blutigsten Kämpfe des' Krieges. Jetzt herrsche
fangenen Teile der 11. Landwehrdivision und
dort Stillstand. Dias einzige Gebäude, das un-der 2. Infanterie-Division, insbesondere das
beschädigt blieb, sei eine belgische Seidenfab'ri!?
ruhmgekröute ostpreußische
Füsilier-Regiment i n Sochaezew, die von der Rot-Kreuz°-Flagge beGraf Roon Nr. 33.
schützt wird. Die Brücke ist noch unbeschädigt,
Auf dem Marktpia#, inmitten der zerschossenen
aber z u r einen Hälfte von den Deutschen, znr
Häuser und arg beschädigten Kirchen, spielte sich
anderen von den Russen unterminiert worden.
eine ergreifende Szene ab, die allen Zeugeu Sochaezew war der Angelpunkt der
dritten
unvergeßlich bleiben wird. Die soeben auA sjchwe- Schlacht u m Marschau, die dort vom! 30. J a n u a r
ren Kämpfen kommenden, von Schmutz! und iBlnt
bis 4. Februar tobte. Die Deutschen gewannen
bedeckten Krieger drängten sich jubelnd um den
i n jener Schlacht vierhundert Meter Gelände
Kaiser, der viele Mannschaften und alle auwean der Front Bvliinow-Humin, die Russen, insenden Offiziere ansprach. Plötzlich drangen die dem sie an der Stelle, wo die Bziura in die
Klänge der „Kaiserhymne" und des Liedes
Weichsel mündet, über den F l u ß setzten, dr?i„Deutschland, Deutschland über alles" aus vielen
tausend Meter Melände. Die Folge sei, daß
Tausenden Köhlen 'zum Himmel empor.
Alle
beide Enden der Front vor Warschau gekrümmt
Mauern und Fensteröffnungen der zerschossenen
seien, das eine aufwärts, das andere niederHäuser waren mit Soldaten besetzt.
wärts, während Svchae'zew als unerschütterlicher
Beim Ausgang der Sta d t begegnete der Mo- Felsen dastand.
narch noch, zwei einziehenden Bataillonen des
D e r K r i e g ans d e n Schneeschuhen. ,
pommerschen Grenadier-Regiments Njr. 2 nnt ihD e r scharfe Frost der jetzt in den Bogeseu
reu zerschossenen Fahnen. A n der Seite der
S t r a ß e stellten sich die Truppen in einem offe- herrscht, hat zum ersten Male Gelegenheit genen Viereck auf. in dessen Mitte der Kaiser trat, geben, die auf Schneeschuhen ausgebildeten Trupu m seinen tapferen Grenadieren Dank und Au- Pen rm Gefecht zu verwenden. Eine ans 40
M a n n bestehende Truppe französischer Alpen­
erkennung auszusprechen. S i e hätten das i n
jäger wurde im Tal von Saint-Amarin von ihsie gesetzte Vertrauen glänzend gerechtfertigt und
rem Rückweg abgeschnitten und von den Deutsich ihrer Vorfahren würdig erwiesen, die 1870,
schen umzingelt. E s entspann sich ein wütendes
wie vor hundert Jahren, in gleicher Gesinnung
Handgemenge, in dem die Franzosen ausnahmsdurch unerschütterlichen M u t und Einsetzung der
vollen Manueskrast das Vaterland vor dem los niedergemacht wurden.
Feinde beschützt 'hätten. ®s sei gewiß, daß sie
D e r Gebrauch von Schneeschuhen sieht übrimit der gesamten Heeresmacht auch! weiterhin
gens auf eine beschichte von Jahrhunderten zunich-.- nachlassen würden, den Feind zu schlagen,
rück. E r findet sich schon im J a h r e 550 bei den
wo er sich zeige, bis' er vollständig niedergerun- Lappen, aber auch im Kriege hat er bereits in
gen sei.
alter Zeit eine Rolle gespielt. S o bmutzte schon
D ie .Herren E n g l ä n d e r .
Gustav Adolf die Schneeschuhe für den Aufttärungsdienst im Kriege zwischen Schweden und
I n Frankreich macht sich einige Besorgnis
über das auffallend selbstbewußte, ja herrische Dänemark, und im J a h r e 1774 besaß Norwegen
bereits ein ganzes Regiment von Schneeschuhe
Auftreten ber britischen Verbündeten auf dem
läuferu.
'
französischen Boden bemerkbar. Uns Calais
Erst i n neuerer Zeit ist man auf den Schneewird berichtet, daß die dortigen französischen Beschuh
als Mittel der schnellen Fortbewegung auf
Hörden zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken seischneeverwehtem
Gelände zurückgekommen. Matt
en. Die Engländer tun, als' seien sie die Hererkannte
bald,
daß,
dieses' Mittel im Kriegsfalle
ren im Lande, sie bauen Kasernen für ihre
der Flügeldeckung, der Sicherung der rückwärtigen
Offiziere und richten sich so dauerhaft ein, daß
Verbindungen
im gebirgigen schneebedecketn Ter­
man meint, sie wurden den Landstrich am Kanal
rain
ebenso
hervorragende
Dienste leisten kann
nicht so bald oerlassen.
wie
der
Avsklärnng
und
der
Fühlungnahme m i t
Dieses! französische Mißtrauen ist wahrdem Feinde. A,us Grund dieser Erkenntnis' haben
scheinlich sehr berechtigt. I n England ist! man
sich selbstverständlich, darüber klar, daß. Frank- auch atle Armeen der Ausbildung des Skisports
bei der Truppenausbildung in neuerer Zeit b'ereichs Machtmittel nicht ausreichen, um die Festsondere Aufmerksamkeit gewidmet.
landAste des Kanals gegen Deutschlands Heere
S o hat Schweden verschiedene Verbände seiner
tyu verteidigen. M a n beabsichtigt daher ftir den
6. Div. und die in Stockholm garnisonierendien
Fall, daß der französische Widerstand von den
Truppen im Gebrauch der Schneeschuhe ausgebil­
deutschen Heeren gebrochen uud Frankreich! gedet.
Rußland hat aus seinen finnländifchen
zwungeu sein wird, an den Friedensschluß! zu
denken, dem Verbündeten das wichtige Calais
J ä g e r n ganze Schnoeschiuhbataillone zusammenund dessen Umgebung abzunehmen uud daraus! gestellt. Deutschland führte bei seinen J ä g e r vataillonen die Schneeschuhe ein, während Deeinen englischen Stützpunkt zu machen, D a ß es
sterreich-Ungarn
seine Atpenjägerkompagnien mit
England n n r darauf ankommt, sich selbst zu
schätzen, zeigt die ganze rein englisch« Verteidi­ Schneeschuhen ausrüstete. Frankreich! richtete eine Schneeschuh-Schule in Brianeon ein; die
gungsstrategie, die es Frankreich aufgezwungen
Schweilz
'hat i n jedem Bataillon 20 Schneeschuhhat. Und man braucht keinen Augenblick darW e r im Zweifel zu sein, daß England sich dau- läuser. Die Vereinigten Staaten von Amerika
ernd auf dem Boden Frankreichs einnisten wird, haben die mit der Überwachung des National­
parks von Jellowstone beauftragte Kavalleriesobald es seinen Verteidigungszwecken damit dieabteiluNg mit Schneeschuhen ausgerüstet, und
nen kann. Nach den Hoheitsrechten Frankreichs
wird England nicht fragen. Wie
Englands
selbst J a p a n hat militärische Schneesichiuhlänser.
Schisse hesute im Kanal geigen 'Deutschland kämp­ S o haben fast alle Staaten der Welt dafür gefen, so werden sie es! morgen gegen Frankreich sorgt, Offiziere und Soldaten im Gebrauch des
tun, falls dieses wagen sollte, sich britischen Ein- Schneeschuh auszubilden, u m für den Gebirgs-krieg im Winter eine sachgemäß ausgerüstete
nisiungsversuchen zu widersetzen.
Frankreich allein wird das aber auch, gar nicht Truppe znr Verfügung zu haben.
können, und 'Ä- wird gnte'Mienö fyum bösen Spiet
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