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Brot und Kuchen wie anno dazumal - Kein Steinbruch in Fürstenau

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Nr.
KOMMENTAR
HEUTE
Montag
15.
Juni
2009
25. Woche
Rundum
perfekt
Sonnenaufgang
5.06 Uhr
Sonnenuntergang
21.49 Uhr
Mondaufgang
1.04 Uhr
Monduntergang
13.00 Uhr
166. Tag des Jahres
199 folgen
Neumond 1.Viertel Vollmond Ltz. Viertel
22.06.
29.06.
07.07.
15.07.
GUTEN MORGEN
Träume
Endlich sind die sommerlichen
Temperaturen zurück! Die Besucherzahlen in den Freibädern und am
Godelheimer Freizeitsee sind am
Wochenende leicht gestiegen. Und
genau in diesem Moment hört Sebastian folgende Nachricht, die in
die Kategorie »Schneller, Höher,
Weiter« fällt. Die 30 000 Einwohner
zählende Stadt Plettenberg im Sauerland (nur 170 Kilometer von Höxter
entfernt) hat Deutschlands erste
Looping-Wasserrutsche! Das, was
dort geboten wird, ist nur etwas für
Adrenalin-Hungrige. In zwölf Metern
Höhe steht der Badegast auf einer
Falltür. Durch den freien Fall wird
sein Körper auf 65 Stundenkilometer
beschleunigt und damit durch den
Looping geschossen. Respekt! Das
ist nichts für schwache Nerven. Und
nichts für leere Stadtkassen. Aber
man wird ja wohl noch träumen
dürfen...
Ingo S c h m i t z
Ob Lüchtringer Platenkuchen, Corveyer Land- oder Lüchtringer Krustenbrot:
Vor dem Backen kommt der Teig auf die historische Waage, die sogar noch
Brot und Kuchen wie anno dazumal
Altes Handwerk im neuen Backhaus – Lüchtringer Bürger weihen Kommunikationsort ein
Von Ingo S c h m i t z
72-Jähriger begeht
Unfallflucht
Nieheim (WB). Ein 72-jähriger
Autofahrer sieht einem Strafverfahren wegen Unfallflucht entgegen. Der Mann ist nach Angaben
der Polizei am Freitag in Erwitzen
beim Wenden in einer Grundstückseinfahrt gegen einen Zaunpfosten gefahren. Ohne sich um
den entstandenen Schaden zu
kümmern, entfernte er sich von
der Unfallstelle, teilt die Polizei
mit. Ein Zeuge beobachtete den
Unfall und notierte das Kennzeichen. Gegenüber der Polizei räumte der 72-Jährige ein, den Unfall
verursacht zu haben. Es entstand
1200 Euro Schaden.
EINER GEHT
DURCH DIE STADT
...und radelt am späten Samstagnachmittag in Höxter durch die
Westerbachstraße in Richtung Weser. Dass so mancher Radler die
kühlen Produkte der dortigen Eisdiele zu schätzen weiß, kann er gut
nachvollziehen. Dass man sein
Zweirad dazu allerdings auf dem
ohnehin recht schmalen Radweg
parken muss, bezweifelt ganz
stark...
EINER
SO ERREICHEN
SIE IHRE ZEITUNG
L ü c h t r i n g e n (WB). In
Lüchtringen backen die Bürger
wieder gemeinsam Brot und
Kuchen. Möglich wird dies durch
ein Backhaus im Stil längst
vergangener Tage. Am Samstag
ist es eingeweiht worden.
Wie die fleißigen Bienen schwirren am frühen Samstagmorgen die
Helferinnen und Helfer durch das
neue Backhaus im Heuweg. Es ist
kurz nach acht Uhr. Und es riecht
schon jetzt verführerisch gut nach
Früchten und süßem Pudding.
Dieter Weber, ein Bäckermeister
in Rente, kümmert sich um die
Knetmaschine. Dort wartet der
Hefeteig auf die Weiterverarbeitung. Eva Sieg, Erika Gröne,
Margot Winkler, Katharina Heine
und Anneliese Barth belegen die
Bleche mit Äpfeln und Zwetschen,
bestreuen sie mit Zimt und Streuseln. Irmgard Heine, ebenfalls gelernte Bäckerin, hat eine andere
Aufgabe: Sie rührt wie eine Weltmeisterin. Sie ist für die Puddingmasse verantwortlich.
Währenddessen heizt Helmut
Fischer den Häussler-Holzbackofen an. Der ist ein wahres
Westerbachstraße 22, 37671 Höxter
Telefon
0 52 71 / 97 28 0
Fax
0 52 71 / 97 28 21
F ü r s t e n a u (WB). Die Pläne für einen Steinbruch in
Fürstenau stoßen nicht nur bei
den Bürgern auf Ablehnung.
Auch einige Vertreter der Fraktionen im Höxteraner Rat haben
ihre Zweifel an dem Projekt.
0 52 71 / 97 28 22
0 52 71 / 97 28 21
Lokalredaktion Höxter
Westerbachstr. 22, 37671 Höxter
Ingo Schmitz
0 52 71 / 97 28 51
Michael Robrecht 0 52 71 / 97 28 52
Harald Iding
0 52 71 / 97 28 53
Andreas Moseke 0 52 71 / 97 28 54
Herbert Sobireg 0 52 71 / 97 28 55
Alexandra Rüther 0 52 71 / 97 28 56
Sekretariat
Roswitha Todt
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Fax
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hoexter@westfalen-blatt.de
Lokalsport Höxter
Westerbachstr. 22, 37671 Höxter
Jürgen Drüke
0 52 71 / 97 28 66
Sylvia Rasche
0 52 71 / 97 28 67
Fax
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sport-hoexter@westfalen-blatt.de
@
www.westfalen-blatt.de
Hand. Es sieht so aus, als hätte vereins, ist stolz auf das Backhaus
diese Mannschaft aus Ehrenamtli- in der alten Pumpstation. Hier
chen noch nie etwas anderes ge- sind mehr als 1000 Arbeitsstunden
macht. Doch weit gefehlt: Das, ehrenamtlich geleistet worden. In
was am Samstag in dem Backhaus seiner Ansprache am Nachmittag
vor mehreren 100
geschieht, ist eine
Gästen macht er
gut
organisierte
den Hintergrund
Premiere. 14 Bledes Projekts deutche Kuchen sind
lich. Dabei hebt er
in Windeseile für
einen Lüchtringer
die große Feier am
www.westfalen-blatt.de
Bürger
hervor:
Nachmittag fertig.
Friedel Höke gibt die Anweisung: »Mein besonderer Dank gilt Karl
Beverungen. Er hat einen besonde»Jetzt machen wir Brötchen.«
Horst-Peter Vennemann, Vorsit- ren Einsatz gezeigt. Ihm war keine
zender des Heimat- und Verkehrs- Arbeit zu viel.«
Mehr Fotos
im Internet:
Bis auf 350 Grad wird der Holzofen angeheizt. Von links: Backofen-Experte
Helmut Fischer und Friedel Höke mit einem Blech Streuselkuchen.
Der Kieswerkbetreiber Schaperdot aus Beverungen plant, östlich von Fürstenau auf einer Fläche von 8,6 Hektar Schotter für
den Straßenbau abzugraben (das
WESTFALEN-BLATT berichtete
zuletzt am 6. Juni). Für die Anbindung werden zwei Varianten diskutiert. Zum einen über die
Eichenallee zur B 239, zum anderen über den Kirchweg zur L 946,
wobei der Verkehr dann durch
Bödexen rollen würde. Neben der
Zerstörung unberührter Natur befürchten die Bürger aus Fürstenau, Albaxen und Bödexen Dreck,
Staub und Lärm.
Vertreter von CDU, SPD, Grüne
und UWG haben sich zu dem
Thema positioniert. Günter Fricke
(SPD) sagt: »Wenn durch die
zusätzlichen Lastwagen in Böde-
xen der Lärm um 0,7 Dezibel
steigt, dann ist dies ein gemittelter
Wert. Bödexen ist jetzt schon
massiv durch den Verkehr gebeutelt. Die Belastungen werden dann
unerträglich.« Fricke stellt klar:
»Es ist an der Zeit, den Menschen
zu schützen.« SPD-BürgermeisterKandidat Alexander Fischer ergänzt: »Was für Folgen ein Steinbruch für ein Dorf haben kann,
sehen wir an Bruchhausen.«
Auch Ludger Roters (Grüne) hat
eine klare Meinung: »Nach meiner
Einschätzung sind im Regionalplan genug Flächen für Steinbrüche ausgewiesen. Ich glaube, dass
dadurch der Bedarf abgedeckt ist.
Ich habe eher den Eindruck, dass
die Flächen schon zu großzügig
ausgewiesen sind. Meiner Meinung
nach bedarf es keiner weiteren
Flächen.« Aus unternehmerischer
Sicht möge sich das anders darstellen. »Das kann aber nicht das
Entscheidungskriterium für eine
politische Entscheidung sein«, betont der Grünen-Ratsherr. Die
Ganz schön eng ist es auf der Eichenallee, die als Anbindung für den
Steinbruch in Fürstenau genutzt werden könnte.
Eine Konkurrenz zu den bestehenden Bäckereien soll das Projekt nicht sein. HVV-Vorsitzender
Vennemann: »Das Backhaus soll
von Vereinen gemietet werden
können. Man kann hier eine
Vorstandssitzung abhalten oder
auch zusammen backen. Wichtig
ist: Alles was hier gebacken wird,
muss hier auch verzehrt werden.
Uns geht es darum, das Miteinander im Ort zu stärken.« Lob gab es
auch von Bürgermeister Hermann
Hecker: »Es ist toll zu sehen, wie
die Gemeinschaft in Lüchtringen
zusammen steht.«
Pastor Anton Honisch (rechts) hat dem Backhaus den kirchlichen Segen
erteilt. Links: HVV-Vorsitzender Horst-Peter Vennemann.
Rats-Mitglieder beziehen Stellung – Forderung: »Schützt die Menschen«
Von Ingo S c h m i t z
Telefon
Fax
Schmuckstück und sorgt für den
besonderen Geschmack der Backwaren. Helmut Fischer erklärt:
»Der Ofen wird mit Fichtenholz
bestückt. Wenn alles niedergebrannt ist, wird der Ofen sauber
gefegt. Erst dann kommt das Brot
hinein. Es wird auf den heißen
Schamottesteinen gebacken.«
Friedel Höke schaut den Damen
und Herren auf die Finger, nimmt
einen Löffel mit Honig und fügt
diesen dem Pudding bei. »Das gibt
ihm eine besondere Geschmacksnote und einen gewissen Glanz«,
verrät er. Alles geht Hand in
Politiker kritisieren Steinbruch-Pläne
Geschäftsstelle Höxter
Anzeigenannahme
bis 2010 geeicht ist. Ilona Vennemann hat am Samstag mit vielen Helfern
aus dem Ort für die Bürger gebacken.
Fotos: Ingo Schmitz
Bei dem Projekt »Lüchtringer
Backhaus« passt einfach alles. Eine
an sich überflüssige Immobilie im Ort
ist mit viel ehrenamtlichem Engagement und Herzblut umgebaut und für
die Allgemeinheit nutzbar gemacht
worden. Das Backhaus ist (zum
Beispiel neben dem Fährhaus) ein
weiterer Kommunikationsort für die
Lüchtringer. Es ist aber auch zugleich ein Ort, an dem Vergangenheit
sowie ein traditionsreiches Handwerk erlebbar gemacht werden. Historische Waagen, alte Knet- und
Spekulatiusmaschinen sowie der
Holzbackofen lassen Erinnerungen
an (Ur-) Großvaters Zeiten wach
werden, als das Backen noch Gemeinschaftssache war.
Beim Streben nach Perfektion sind
die Akteure des Heimat- und Verkehrsvereins keine Kompromisse
eingegangen. Davon zeugt die hochwertige Innenausstattung. Und als
wäre das alles noch nicht genug: Ein
Landwirt hat sich bereit erklärt, sein
in Lüchtringen angebautes Getreide
in der Mühle in Heinsen mahlen zu
lassen, damit bei den überlieferten
Rezepten nur heimisches Mehl verwendet wird. Da bleibt nur noch
eins: Eine Gratulation an das Dorf,
dessen Bürger das möglich gemacht
haben.
Ingo S c h m i t z
konkreten Auswirkungen auf die
Natur oder die Eichenallee müssten Experten bewerten. Er findet
es beeindruckend, mit welcher
Entschlossenheit die Fürstenauer
gegen das Vorhaben sind.
Aus Sicht von Jürgen Dähling
(UWG) sind beide Alternativen für
die Anbindung des Steinbruchs
(Eichenallee
oder
Kirchweg)
»Quatsch«. Dähling glaubt, dass
der Steinbruch nicht verhindert
werden kann: »Wenn die Bezirksregierung eine Genehmigung erteilt, haben wir keine Chance.«
CDU-Ratsherr Franz Darley befürchtet, dass nicht nur die Fürstenauer durch den Steinbruch beeinträchtigt werden. Er geht davon aus, dass der Lärm der
Schredderanlagen auch die Lebensqualität der Brenkhäuser im
Neubaugebiet
beeinträchtigen
könnte. Er sieht zudem einen
Widerspruch
zwischen
dem
Wunsch der Bürger, dass der
Straßenausbau (B 64) voran gehen
soll, aber niemand bereit sei, einen
Steinbruch in der Nähe haben zu
wollen. »Ich bin für Marktwirtschaft. Wenn ich persönlich betroffen wäre, würde ich mich nicht
gegen den Steinbruch stellen. Das
ist meine private Meinung.«
Gasversorger
erhält Siegel
Höxter (WB). Die Gas- und
Wasserversorgung Höxter (GWH)
ist vom Energieverbraucherportal
zum »Top-Lokalversorger 2009«
ausgezeichnet worden. Das hat
GWH-Geschäftsführer Josef Welling mitgeteilt. Beim Energieverbraucherportal handelt es sich
nach eigenen Angaben um einen
unabhängigen Internet-Tarifvergleich. In die Bewertung fließen
beim
Preis-Leistungsvergleich
auch das regionale Engagement,
die Servicequalität und das Umweltbewusstsein der Anbieter mit
ein. Welling: »Wir freuen uns, dass
wir mit unserem Erdgasangebot so
gut abgeschnitten haben. Diese
Platzierung im bundesweiten Vergleich macht stolz und zeigt, dass
wir auf dem richtigen Weg sind.«
Das Siegel wird in den Sparten
Strom und Erdgas verliehen.
Tagesmütter im
Arbeitskreis
Höxter (WB). Der Arbeitskreis
Vereinbarkeit von Familie und
Beruf des Bündnisses für Familien
Höxter trifft sich zur Sitzung. Sie
ist morgen, Dienstag, 19.30 Uhr,
im Seestern der Freizeitanlage
Godelheim. Thema: Tagesmütter.
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