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Änderung von Dokumenten – wer darf das und wie?

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Nr. 8/2003
Commerzbank
Internet-Service
für das dokumentäre
Auslandsgeschäft
Änderung von Dokumenten –
wer darf das und wie?
In den ERA 500 finden sich dazu keine Aussagen, wohl aber in den
neuen ISBP (International Standard Banking Practice for the examination of documents under documentary credits, ICC Publ. 645).
Grundsätzlich können auch unter einem Akkreditiv vorzulegende
Dokumente geändert werden. Wie eine Änderung aussehen muss,
wer die Änderung vornehmen kann und ob die Änderung abgezeichnet
sein muss, hängt maßgeblich von der Art des jeweiligen Dokuments
ab – ob der Begünstigte es selbst ausgestellt hat oder ein Dritter, ob
das Dokument beglaubigt, legalisiert oder sogar notariell beurkundet
ist und ob das Akkreditiv selbst eine Aussage zu Änderungen in den
Dokumenten macht, was allerdings nur selten der Fall ist.
Ein Beispiel macht die unterschiedliche Vorgehensweise deutlich:
Zur Inanspruchnahme eines Akkreditivs reicht ein Begünstigter folgende
Dokumente bei seiner Bank ein:
Tratte (gezogen auf die Akkreditivbank)
Handelsrechnung (1 Original beglaubigt und legalisiert, 4 Kopien)
Packliste (5fach)
voller Satz (3/3) Konnossemente
Ursprungszeugnis (von der IHK beglaubigt und vom Konsulat
legalisiert)
Die Bank stellt nun fest, dass die Anzahl der Paletten und das angegebene Gewicht innerhalb der Dokumente differieren und bittet den
Begünstigten, die Dokumente zu ändern bzw. ändern zu lassen.
Was nun?
Bei Dokumenten, die der Begünstigte selbst ausgestellt hat (z. B.
Handelsrechnung, Packliste, Gewichtsliste, Zertifikate, Briefkopien)
und die nicht beglaubigt bzw. legalisiert wurden, ist es einfach:
Änderungen können ohne weiteres vom Begünstigten vorgenommen
werden und benötigen keine Gegenzeichnung. Handelt es sich allerdings um beglaubigte und/oder legalisierte Dokumente, müssen Änderungen von den Stellen abgezeichnet werden, die das Dokument
beglaubigt bzw. legalisiert haben.
Nr. 8/2003
Commerzbank
Internet-Service
für das dokumentäre
Auslandsgeschäft
Änderung von Dokumenten –
wer darf das und wie?
Bei von Dritten ausgestellten Dokumenten (z. B. Ursprungszeugnis,
Zertifikate, Bescheinigungen von offiziellen Stellen, Transportdokumente)
muss grundsätzlich der ausstellende Dritte eine Änderung vornehmen
und abzeichnen:
Für Konnossemente gilt, dass Änderungen vom Frachtführer oder
Kapitän oder deren Agent abzuzeichnen sind. Übernimmt das deren
Agent, so muss ersichtlich sein, in welcher Eigenschaft und für wen
er handelt. Die Änderung der Gewichtsangabe und der Paletten auf
einem Konnossement (Carrier United Arab Shipping Company S.A.G,
ausgestellt von United Arab Agencies GmbH, Hamburg, als Agent
des Carriers), kann beispielsweise so aussehen:
Änderung abgezeichnet durch den das Konnossement ausstellenden
Agenten:
Alteration approved
United Arab Agencies GmbH, Hamburg
Unterschrift/Handzeichen
Änderung durch einen anderen Agenten des Carriers:
Alteration approved
Spedition XY GmbH, Hamburg, as agent of the Carrier:
United Arab Shipping Company S.A.G.
Unterschrift/Handzeichen
Was geschieht, wenn die Tratte einen Fehler aufweist? Bei Tratten
müssen Änderungen vom Aussteller abgezeichnet werden. Da dies
in verschiedenen Ländern nicht erlaubt ist, sollten Tratten keinerlei
Änderungen enthalten.
Und wenn auf einem Dokument Ergänzungen in einer anderen
Schrifttype erscheinen: Gilt dies als Änderung und muss dies ebenfalls abgezeichnet werden? Nicht immer, denn nach Punkt 11 der ISBP
ist die Benutzung von verschiedenen Schrifttypen und Handschriften
im selben Dokument nicht zwangsläufig als Korrektur oder Änderung
anzusehen.
Für weitere Informationen zu Korrekturen und Ergänzungen auf
Dokumenten stehen Ihnen die Experten im Transaktionsmanagement
der Commerzbank gern zur Verfügung.
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Kategorie
Seele and Geist
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