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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der

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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
von einem Autorenkollektiv unter Leitung von Volker Schockenhoff (1)
Bereits im Jahre 1975 auf dem 50. Deutschen Archivtag forderte Eckhart G. Franz in seinem Vortrag
"Archiv - Bibliothek - Dokumentation. Versuch einer Standortbestimmung" die Koordination und
Kooperation dieser Disziplinen unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit. Er sah die Notwendigkeit
durch eine ständig anwachsende Informationsflut - in den Archiven als Massenproblem bezeichnet wie die drängende Informationsnachfrage bei Begrenzung personeller und finanzieller Mittel gegeben.
(2)
Anderthalb Jahrzehnte später mußte der damalige VDA-Vorsitzende Hermann Rumschöttel auf der
Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Eröffnung der Archivschule Marburg im Jahre 1989, die sich
dem Thema "Archiv, Bibliothek, Dokumentation - Tradierte Grenzen und neue Perspektiven"
widmete, allerdings selbstkritisch feststellen: Trotz unübersehbarer Gemeinsamkeiten in den
wachsenden Randbereichen gebe es heute kaum mehr Kooperation und Koordinierung als vor 20
Jahren. (3)
In den drei Jahre später als Lehrmaterial für das Fach Archivwissenschaft an der Archivschule
Marburg erschienen "Schlüsselbegriffen der Archivterminologie" geht es dann schon nicht mehr um
das Ausloten möglicher Koordination oder Kooperation, sondern um Abgrenzung und Ausgrenzung.
Voluntaristisch werden hier angebliche Unterschiede zwischen Archiv, Bibliothek und
Dokumentation konstruiert. So heißt es zum Beispiel zur Beschreibung der Abgrenzung zwischen
Dokumentation und Archiv aus Benutzerperspektive: Der Benutzer erwarte im Archiv offene Quellen
zu beliebiger Auswertung, während er von der Dokumentation möglichst verläßliche Antworten auf
konkrete Fragen fordere. Etwas weiter wird dann in Abgrenzung zum Museum hingegen konstatiert,
Zweck des Besuchs im Archiv sei die Suche nach einer "authentischen Antwort auf eine bestimmte
Frage". (4)
In ihrem jüngst erschienen Aufsatz "Archivausbildung: Professionalisierung statt
Harmonisierung" (5) bricht die Leiterin der Marburger Archivschule, Angelika Menne Haritz, nun
den Stab über das Potsdamer Ausbildungsmodell: Diese Ausbildung führe zu einer Reduktion der
fachlichen Kompetenz, die zwar allenfalls aus arbeitsmarktpolitischen Gründen in Kauf genommen
werden könnte, allerdings nicht als zukunftsorientierte Verbesserung angepriesen werden sollte.
Da dieser Aufsatz an einer - für die Leser des "Archivars" - etwas entlegenen Stelle erschienen ist,
nachfolgend ein kurzes Resumee der Kernaussagen:
Seit Beginn der 70er Jahre gebe es eine Diskussion um die sogenannte "Harmonisierung" der
Ausbildung der informationsverarbeitenden Berufe. Harmonisierung erschien zukunftsträchtig unter
der scheinbar zu erwartenden Nivellierung des EDV-Einsatzes. Diese Annahme habe sich jedoch als
perspektivlos herausgestellt.
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Beginnend mit der Formulierung gesetzlicher Aufgaben seit Ende der 70er Jahre habe hingegen eine
intensive Besinnung auf die eigenen Grundlagen und spezifischen Aufgaben des Archivwesens
eingesetzt.
So gehe es in der gegenwärtigen Diskussion um die Neustrukturierung des öffentlichen Dienstes mit
den Aspekten Privatisierung und Budgetierung um die Feststellung des hoheitlichen Charakters der
archivischen Aufgaben im Unterschied zu kulturellen Aufgaben von Bibliotheken und Museen: in
Baden-Württemberg werde daraus das Erfordernis einer verwaltungsinternen Ausbildung abgeleitet.
In der Fachdiskussion selber finde eine Intensivierung der Diskussion statt. Die Erarbeitung einer
Norm zur Erschließung sei gegenwärtig Höhepunkt des erneuten Unabhängigkeitskrieges des
Archivwesens - diesmal nicht von der Geschichtswissenschaft, sondern von einem nivellierenden
Konzept von Informationsverarbeitung. Zu diesem Entwurf der Stufenerschließung gebe es keine
Parallele in Bibliothek oder Dokumentation. Archivische Erschließung sei Strukturierung von
Beständen im Gegensatz zur Katalogisierung von Einzelstücken in der Bibliothek. Dieser Entwurf
weise starken nordamerikanischen Einfluß auf, wo derzeit traditionelle archivische Grundsätze
wieder- oder neuentdeckt werden. Es finde eine Loslösung von der bibliothekarischen Ausbildung
statt. Die dezidierte Archivarsausbildung in den USA gehe auf Ernst Posner zurück, der seine
Erfahrungen in der Emigration weitergegeben habe. Die Richtlinien Schellenbergs seien ohne diesen
Einfluß allein aus amerikanischer Sicht nicht denkbar.
Inzwischen seien an verschiedenen Universitäten eigenständige Studiengänge für Archivare
eingerichtet worden. Der 1981 an der Universität von British Columbia in Vancouver eingerichtete
Ausbildungsgang orientiere sich an dem alten preußischen Modell, das von Posner exportiert worden
sei.
In Verkennung dieser Tendenzen werde durch Legendenbildung über die amerikanische Ausbildung
am neuen FB ABD in Potsdam eine Legitimation für die dortige Harmonisierung hergeleitet. Mit
gegen den Strich gebürsteten Zitaten werde von Harald Millonig eine Dokumentarisierung im
Archivwesen behauptet und ein Zwang zur Aufgabe eigenständiger Ausbildungsinhalte im Fach
Archivwesen abgeleitet. Wer sich auf so dünnem Eis bewege, solle nicht auch noch Pirouetten
drehen.
Kernbereich archivischer Methodik sei die Bewertung von Verwaltungsschriftgut. Im 19. Jahrhundert
tauche das Provenienzprinzip als rationellste und logische Begründung der Archivarbeit auf. Die
theoretische Basis der Archivwissenschaft, die mit der Formulierung des Provenienzprinzips
geschaffen wurde, bewähre sich auch heute bei der Analyse elektronischen Schriftguts.
Dafür sei Fachpersonal in Archiven notwendig, Schlüsselfaktor sei dabei die Ausbildung.
Archivarische Fachausbildung habe in Deutschland eine alte Tradition und gefestigte Formen. Im
Zentrum stehe zunehmend die Archivwissenschaft. Ihr Ziel sei die Entwicklung und Begründung von
Methoden für die Bereitstellung von Unterlagen aus Geschäfts- und Verwaltungsprozessen. Die
Archivschule Marburg verfüge über gute Voraussetzungen - sie könne zurecht als Motor der
Professionalisierung des archivarischen Berufs in Deutschland gelten. Archive, Bibliotheken und
Dokumentation brauchten eindeutige Definitionen ihrer Gegenstände, Methoden und Ziele. Es seien
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
drei verschiedene Berufe, auch wenn arbeitsmarktpolitische Gründen zur Akkumulation führen. Die
Konsequenz sei eine Reduktion der fachlichen Kompetenz in den akkumulierten oder harmonisierten
Berufen. Sie könne in Kauf genommen, solle jedoch nicht als zukunftsorientierte Verbesserung
angepriesen werden.
Viele dieser Argumente der Autorin sind nicht neu. Sie wurden - wenn auch zum Teil in anderem
Gewande von ihr bereits veröffentlicht. Aus(6) der archivarischen Praxis heraus ist dem von Marburg
propagierten Berufsbild aus berechtigtem Interesse und mit guten Gründen gerade von
kommunalarchivischer Seite mehrfach widersprochen worden. (7) Eine theoretisch fundierte,
umfassende Antwort steht bisher noch aus. Eine (8) solche kann auch im Rahmen dieses Aufsatzes
nicht gegeben werden.
Wir wollen uns hier vielmehr auf die Auseinandersetzung mit einigen Thesen und Behauptungen der
"Marburger Isolationisten" die Archivarsausbildung betreffend beschränken.
Dazu ist jedoch zunächst ein kurzer Exkurs auf das Verständnis von "Archivwissenschaft"
notwendig, dient doch die Konstruktion einer autonomen Archivwissenschaft u.a. als Begründung
einer strikten Ablehnung eines integrativen Modells.
Ziel der Archivwissenschaft sei die Entwicklung und Begründung von Methoden für die
Bereitstellung von Unterlagen aus Geschäfts- und Verwaltungsprozessen. Die Anforderung der
Bewertung an die archivische Theorie stehe dabei im Zentrum der Archivwissenschaft. Unter
Bewertung als archivarischer Tätigkeit wird die Analyse und Feststellung der Aussagekraft von
Verwaltungsunterlagen für eine dauerhafte Aufbewahrung und Nutzung verstanden. (9)
Mit dem Instrumentarium der "Evidenzwertanalyse" soll die unparteiische Archivierung von
Nachweisen über Organisation und Arbeitsweise der Verwaltung, ohne subjektiven Einfluß zu
nehmen, ermöglicht werden. Die Analyse der "Evidenzwerte" und die Archivierung der
entsprechenden Akten erfolge unabhängig vom vorhersehbaren Nutzen. Bodo Uhl hat die Analyse
des "Evidenzwerts" als Postulat eigentlicher archivarischer Bewertungstätigkeit wie folgt auf den
Punkt gebracht: "Wir sollten uns in aller Bescheidenheit nur die Aufgabe stellen, die Tätigkeit der
verschiedenen Registraturbildner unserer jeweiligen Archivträger in den wesentlichen Zügen zu
dokumentieren, und nicht vorrangig versuchen, auf von wem auch immer als bedeutend erkannte
Fakten, Ereignisse, Entwicklungen abzuheben." Bodo(10) Uhl bezieht damit explizit Stellung gegen
eine inhaltliche Konzeption archivarischer Bewertung, wie sie z.B. in der von Eckard G. Franz
vorgetragenen Auffassung zum Ausdruck kommt, "daß der Archivar in der von ihm zu
verantwortenden Überlieferungsbildung die unterschiedlichen Aspekte der jeweilige Zeitgeschichte
und die in ihr wirksamen gesellschaftlichen Kräfte und Prozesse evident werden läßt." (11)
So fordert Bodo Uhl auch nur die Dokumentierung der Tätigkeit "unserer jeweiligen Archivträger."
Die "Evidenzwertanalyse" als Bewertungsmodell ist damit allenfalls auf einen kleinen Teilbereich
der Verwaltungsakten - hier vor allem im Bereich der Ministerialakten auf Bundes- und Landesebene
- anwendbar. Sie ist methodisches Handwerkszeug und keinesfalls eine ausreichende Basis zur
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Begründung einer "autonomen Archivwissenschaft".
Die Evidenzwertanalyse läßt sich auch für die Verwaltungsorganisationsakten nur auf eine Behörde
oder mehrere Behörden mit gleichen Aufgaben bzw. Kompetenzen anwenden. Bei Behörden mit
unterschiedlichen Aufgaben stellt sich das Problem des Informationswertes der Aufgabe selbst.
Dieser wird sich für die Bundesforschungsanstalt für Getreide- und Kartoffelverarbeitung sicherlich
anders bemessen müssen als für das Bundesamt für Verfassungschutzschutz. Die Frage also, welche
Arbeitskraft und - welche Arbeitszeit - welche (Wo-)Manpower - in die "Evidenzwertanalyse" von
Behörden unterschiedlicher Aufgaben zu investieren ist, das ist eine inhaltlich zu beantwortende
Frage.
"Zweck und Ziel einer archivarischen Überlieferungsbildung" - so Hans Booms schon 1971 "kann in
der pluralistischen Struktur unserer modernen Industriegesellschaft nur eine gesamtgesellschaftliche
Dokumentation des öffentlichen Lebens in allen Interessens - und Bindungsgemeinschaften
sein." (12)
Dieser Ansatz zielt auf eine Überlieferungsbildung, die sich in ihrer Perspektive auf die gesamte
Gesellschaft und nicht nur auf den Staat und seine Organe bezieht. Die "Evidenzwertanalytiker"
dagegen haben nur noch staatliche Teiltätigkeiten als Überlieferungsmöglichkeit im Blick - sie sind
in dieser Beziehung von ihrem Ansatz her voluntaristisch und tragen zu einer Verzerrung historischer
Überlieferungsbildung bei.
Die Frage von Bodo Uhl - warum die Archivtheorie und Archivpraxis der deutschen Nachkriegszeit
bis zur Wiedervereinigung die am Provenienzprinzip orientierte Bewertungsstrategie Schellenbergs
in der BRD nicht rezipiert habe - die Angelika Menne-Haritz durch einen zweifelhaften Rückgriff in
die deutsche Archivgeschichte zu erklären versucht (13) - ist daher vielmehr umzukehren: Zu
welchem Zweck und wie hat die Marburger Schule Schellenberg gerade jetzt rezipiert.
Auf das "Wie" der Rezeption hat jüngst Stein hingewiesen. (14) Auf das "Warum" werden wir weiter
unten noch eingehen.
Doch zunächst zu der Behauptung, auch die Ausbildung an der Universität in Vancouver orientiere
sich - wie die Marburger Ausbildung- an dem alten preußischen Modell, das von Posner exportiert
worden sei. Die Qualität dieses Arguments hat Hartwig Walberg bereits zutreffend charakterisiert:
"Eine Ausbildung, die in den 30er Jahren am Geheimen Staatsarchiv in Berlin Dahlem für
Staatsarchivare entwickelt wurde, kann allenfalls historisch, nicht aber für die aktuelle Entwicklung
der Berufspraxis von Bedeutung sein." (15)
Wie sieht es nun aber mit den Ausbildungsinhalten aus?
Nach der heute geltenden Prüfungsordnung haben die Archivare des höheren Dienstes in Marburg in
einer schriftlichen Prüfung je eine mittelalterliche Urkunde in deutscher und lateinischer Sprache
sowie je ein Aktenstück in deutscher und französischer Sprache abzuschreiben und zu besprechen:
Damit hat sich seit 1917 (!) hier nichts verändert! (16)
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Das sind wahrhaft gefestigte Formen von Ausbildung!
Wie sieht nun die Ausbildung in Vancouver aus. Dort gibt es u.a. folgendes Kursangebot für die
Archival Studies : (17)
The Nature of Archival Materials, Indexing (welches wohl eher aus der Bibliotheksbranche stammt),
Arrangement and Description of Archival Materials, Records in Office Systems, Record Keeping,
History of Archival Concepts, Selection and Acquisition Documents, The Juridical Context of
Canadien Archives, Archival Public Services, Access and Retrieval Systems, Management of
Electronic Records, Management of Libraries and Archives (!) Archival Systems and the Profession,
Preservation, Research Methods in Libraries and Archives (!).
Die Angebote zum "Master of Archival Studies"(postgraduales Studium) zeigen, daß neben den
archivtypischen Fächern auch Veranstaltungen im Bereich der Medien u. Kommunikation sowie auf
dem Gebiet des Bibliotheks-bzw. Informationswesens stattfinden.
Eine Verknüpfung der Bereiche Archiv, Bibliothek und Information/Dokumentation ist
offensichtlich.
So kann also keineswegs die Rede davon sein, daß auch heute noch nach preußischen Methoden, was
auch immer damit gemeint ist, in Vancouver unterrichtet wird, denn die "Amerikanisierung" der
Lehrmethoden war von Anfang an notwendig und auch die Verbindung der Bereiche Archiv,
Bibliothek und Information/Dokumentation spielte eine größere Rolle.
Über die Tatsache, daß es sich bei der Archivarsausbildung in Nordamerika um eine externe
universitäre Ausbildung handelt, geht man in Marburg stillschweigend hinweg, paßt das doch nicht in
eine intern-hoheitliche Ausbildungskonzeption: Blickt man nämlich auf die gegenwärtige politische
Entwicklung in der BRD - genannt sei nur das Stichwort Verwaltungsreform - so läßt sich unschwer
die heraufziehende Krise für eine interne Ausbildung erkennen. Denn ein Ergebnis der
Verwaltungsreform wird der Abbau des Beamtenapparates auf das politisch als notwendig erachtete
Minimum sein. Das mag man mögen oder nicht - es wird aber die Frage nach der Notwendigkeit
einer internen Ausbildung mit sich bringen. Die Marburger These, archivische Aufgaben seien
prinzipiell hoheitlicher Natur und erforderten daher eine verwaltungsinterne Ausbildung ist unter
dieses Auspizien als bloßer Versuch zu werten, sich mit engem Schulterschluß und mit
Rückendeckung der Baden-Württembergischen Archivverwaltung dieser existentiellen Bedrohung zu
entziehen. Sie sollte daher nicht mit der Diskussion um Ausbildungsinhalte vermischt werden.
Es lassen sich - und das verschweigt uns die Autorin geflissentlich - eine Reihe anderer
Reformstrategien benennen, die dem verwaltungsinternen Modell zuwiderlaufen:
In der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft herausgegebenen Veröffentlichung zur
Hochschulreform heißt es, im Bereich des Bibliotheks- und Archivwesens ließe sich eine interne
Ausbildung nicht länger begründen. "Die Hochschulstrukturkommission spricht sich daher für eine
Zusammenführung der Archivschule (Marburg) und der Bibliotheksschule Frankfurt mit dem
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Fachbereich Information und Dokumentation der Fachhochschule Darmstadt aus." (18)
Der Hochschullehrerbund fordert, die Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst generell in
allgemeine Fachhochschulen umzugestalten, da die internen Fachhochschulen außerhalb des
Qualitätsvergleiches zu anderen Hochschulen stünden, der allgemeinen politischen Kontrolle
entzogen seien und starren leistungshemmenden Aufsichts-und Kontrollmechanismen unterstünden.
Ein weiterer Pluspunkt wäre die hierdurch erreichbare Entlastung des öffentlichen Haushaltes. (19)
Die Bibliothekarsausbildung in NRW zeigt ebenfalls interessante Neustrukturierungen: der
Studiengang gehobener Dienst findet als beamtenrechtlicher Vorbereitungdienst am Fachbereich
Bibliotheks- und Informationswesen der FH Köln statt. Perspektivisch sei ein neuer Schwerpunkt
"Document management" zweckmäßig. "Ein gemeinsames Grundstudium Archiv-/Bibliotheks-/
Dokumentationswesen wäre möglich." (20)
Die "Marburger Isolationisten" hingegen betonen einseitig die divergierenden Aspekte in den
Bereichen Archiv, Bibliothek, Dokumentation.
So wird die Erschließungsempfehlung als(21) archivarischer "Unabhängigkeitskrieg" stilisiert, wo es
sich doch um eine bloße Methode handelt, die sich sehr gut in einem Semester mit zwei
Semesterwochenstunden vermitteln läßt
Gerade im Bereich der Erschließung liegen aber für die Archivwissenschaft derzeit nicht ausreichend
ausgelotete Möglichkeiten zur Nutzung dokumentationswissenschaftlicher Methoden, was von den
Kollegen aus der Praxis in unsereren Fachzeitschriften mehrfach beschrieben wurde, man muß es nur
zur Kenntnis nehmen.
Die traditionelle archivarische Verzeichnung erstellt provenienzbezogene Findmittel.
Provenienzbezogen heißt, daß der Zusammenhang und die Herkunft der Archivalien gewahrt bleiben
muß.
Im Gegensatz dazu ging das ältere Pertinenzprinzip auf die Verzeichnung von Territorial-, Personalund Sachbetreffen und löste die genetischen Zusammenhänge der Einzelschriftstücke auf. Schon
wegen der historischen Quellenkritik ist natürlich die Beibehaltung der Provenienz unabdingbar.
Die Provenienz dient aber auch als Suchkriterium für themenbezogene Fragen der Benutzer. Schon
1975 hat Heinz Boberach neue Verfahren unter Beibehaltung der Provenienz bei der Erschließung
gefordert, weil "von den Benutzern schlechterdings nicht mehr zu erwarten [ist], daß sie ein
bestimmtes Maß von [...] organisationsgeschichtlichen Kenntnissen besitzen." Und er fügte leicht
indigniert hinzu: Selbst "Assistenten an historischen Seminaren, die nicht wissen, was
Oberpräsidenten waren und welche Kompetenz sie hatten, sind keine Ausnahme mehr." (22)
Doch selbst wenn organisationsgeschichtliche Kenntnisse vorausgesetzt werden können, ist eine
ausschließliche Verzeichnung nach Provenienzen nur solange sinnvoll, wie der Benutzer über die
Frage nach der Behördenkompetenz auf direktem und schnellem Wege auch an das gesuchte
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Quellenmaterial kommt.
Das wird - das hat Rolf-Dietrich Müller für die Verwaltung der Stadt Paderborn exemplarisch
nachgewiesen - wegen vielfacher Kompetenzverlagerungen und -verschiebungen heute immer
schwieriger. Rolf Müller fordert deshalb zurecht, daß "die bisherigen Findmittel [...] durch
Recherchiermöglichkeiten ergänzt werden müssen, die uns auch auf anderem Wege als über die
Frage nach der Behördenkompetenz einen möglichst schnellen und vor allem auch umfassenden
Zugriff auf Quellen ermöglichen." (23)
Hier liegt der Ansatz für einen Einsatz dokumentarischer Methoden für Provenienzbestände. Für das
Dokumentationsgut in den Archiven und die Masse der Fallakten konnte die Provenienz als
Suchkriterium natürlich ohnehin nur von peripherer Bedeutung sein, so daß hier als adäquate
Verzeichnung dokumentarische Methoden anzusehen sind.
Die Aufgaben der Archivare werden in Zukunft in noch stärkerem Maße benutzerorientiert werden
müssen. Sie müssen in der Lage sein, Informationen entsprechend den Benutzerinteressen
bereitzustellen und greifbar zu machen. Dies erfordert gerade Kenntnisse im Bereich des
Dokumentationswesens und bei der Benutzung der Computertechnik: "Prospective achivists need [...]
cooperative ventures like automated descriptive networks and documentation strategies." (24)
Die in Potsdam verwirklichte Verbindung der Ausbildungsinhalte von Archiv-, Bibliotheks- und
Dokumentationswesen verzichtet aber deshalb keinesfalls auf eine prägende und intensive
Ausbildung im gewählten Hauptfach "Archiv". Es handelt sich um integrierte Studiengänge, wobei z.
B. Archivwesen als Haupt- und Dokumentation als Nebenfach gewählt werden kann. Diese
Integration ist nicht mit einer Eingliederung des Archivwesens in das Dokumentationswesen
gleichzusetzen. Sie ist vielmehr eine notwendige Ergänzung der Archivausbildung durch
Dokumentationsanteile. Diese Notwendigkeit ergibt sich - wie bereits erwähnt - aus den
Anforderungen, die an einen künftigen Archivar gestellt werden:
"Libraries, archives and records management all face daunting challenges in the next decades as the
information age firmly takes hold. These challenges include the ability to acquire, preserve and make
accessible information in electronic form." (25)
In den vergangenen Jahren wurden die neben den traditionellen Archiven (Staatsarchive,
Kommunalarchive) existierenden archivarischen Berufsfelder - z.B. Medienarchive, in denen das
Dokumentationswesen eine wesentliche Rolle spielt -, Wirtschaftsarchive, Parlamentsarchive etc. in
der Ausbildung gern übersehen und stiefmütterlich behandelt. Die Verschmelzung der drei Bereiche
Archiv, Bibliothek und Dokumentation ist zweifellos in Parlaments-, Partei- und Medienarchiven am
erheblichsten. Aufgrund der möglichst schnellen und umfassenden Informationslieferung handelt es
sich bei diesen Archivtypen eher um Dokumentationsstellen, bei denen die archivarischen Aufgaben
im herkömmlichen Sinne in den Hintergrund gedrängt werden.
Es ist verständlich, daß innerhalb einer entsprechend begrenzten Ausbildungszeit die Studenten nicht
in allen archivarischen Tätigkeiten eine spezialisierende Ausbildung erhalten können. Daher muß
gewährleistet sein, daß durch entsprechende Ausbildungsinhalte eine hohe Flexibilität entsteht, die
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
eine vielseitige Einsetzbarkeit ermöglicht. Dies liegt im Interesse der Absolventen, die am Anfang
ihrer Laufbahn sich möglichst viele Wege zur Veränderung offen halten und nicht von vornherein auf
dem Arbeitsmarkt eingeschränkt werden sollten.
Berufsbild und Ausbildung sind voneinander abhängig. In vielen Fällen, insbesondere bei
traditionsreichen Ausbildungseinrichtungen, wird die Ausbildung den Berufsanforderungen
nachhinken, da man nur zögernd von liebgewordenen Lehrplänen Abschied nimmt. (26) Gerade bei
diesen traditionsreichen Ausbildungseinrichtungen, wie z.B. auch der Archivschule Marburg, muß
kritisch zum einen die Brauchbarkeit der Ausbildung für das spätere Berufsleben und zum anderen
die Durchführung der Ausbildung an sich betrachtet werden. So beklagen Marburger
Archivstudenten die hauptsächliche Orientierung der Ausbildung an staatlichen Bedürfnissen.
Absolventen, die sich nach dieser Ausbildung anderen Archivsparten zuwenden, haben geringe
Einsatzmöglichkeiten ihrer erworbenen Archivschulkenntnisse. Beanstandet wird ebenfalls die starke
Ausbildungsausrichtung auf historische Fächer und die nichtausreichende Berücksichtigung von
modernem Schriftgut des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommt eine Überbewertung von Latein und
Französisch gegenüber Englisch.
Den Herausforderungen, denen der Archivarsberuf heute mit der raschen Veränderung des
Berufsbildes gegenübersteht, läßt eine Anpassung der Ausbildungsinhalte notwendig erscheinen.
"An archival school must not have the pretence of creating the complete archivist, but must make the
student to continue his education while working in any kind of archives.[.....]A graduate from a
professional school must be armed to deal with problems, to compare situations with what he has
learned, and to solve them." (27)
Die elektronischen Medien werden ein Aufeinander-Zugehen zwischen Archiv-BibliothekDokumentation weiter fördern. "The effect of the marriage of computing and telecommunications
technology is producing information in combinations of media which are once again forcing the
convergence of these disciplines, and great benefit can accrue from closer collaboration amongst
them." (28)
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Informationen und die dazu gehörende Informationstechnik
eine immer größer werdende Rolle spielen. Dies führt automatisch zu einer Änderung des
Berufsfeldes aller Berufe, die mit Informationen zusammenhängen, einschließlich dem des
Archivars: "As our society becomes increasingly information intensive, the need for information
professionals in all specializations is even greater than it was in the last decade." (29)
Die drei Disziplinen Archivwissenschaft, Bibliothekswesen und Dokumentation weisen
Verflechtungen in ihrer Geschichte auf, sie gehören zu den Informationsberufen und müssen mit der
ansteigenden Informationsflut der heutigen Gesellschaft fertig werden. Auch wenn die
Informationsberufe zu einer Wissensfamilie gehören, so brauchen sie ein klares Eigenverständnis
ihrer Theorien und Funktionen. Ihre Gemeinsamkeiten und Eigenheiten aber werden sie nicht durch
Lippenbekenntnisse erkennen, sondern nur durch ein vertretbares Maß an Kooperation und
Integration.
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
"It is preposterous to suppose any longer that library and information scientists cannot or do not
understand archivists' ways (or we theirs). And, even if they do not, it is our task to correct that
misunderstanding in order to bring them into our world as we penetrate the complexities of
theirs." (30)
Wer sich jetzt noch hinter "Verwaltungshandeln" versteckt und sich einer Veränderung des
traditionellen Berufsfeldes und der damit zusammenhängenden Änderung der Ausbildung
verschließt, wird in Zukunft nur noch reagieren und nicht agieren können. (31)
Das Potsdamer Modell hingegen reagiert auf die seit langem von Absolventen der
verwaltungsinternen Ausbildung in Marburg und München und Teilen der Berufsverbände
geäußerten Kritik an der traditionellen Ausbildung, deren Gravamina und Forderungen sich wie folgt
zusammenfassen lassen:
- Grundausbildung für alle Archivsparten statt Dominanz der staatlichen Archivausbildung,
- praktische Ausbildung und Praktika an allen Archivtypen statt Theoriehypertrophie,
- wissenschaftlich-methodische Grundausbildung statt Verschulung,
- Methodenwissen, Basiswissen, Differenzierung in Grund- und Aufbaukurse statt Faktenflut,
- Integration der Bereiche Archiv,Bibliothek, Dokumentation statt Isolation.
1) Dieser Aufsatz ist ein Produkt meines Seminars "Archivwissenschaft" mit den Studierenden des 5.
Semesters des Studiengangs Archiv im Fachbereich Archiv-Bibliothek-Dokumentation an der FHPotsdam. Er ist unter didaktisch-methodischer Perspektive ein Versuch, die Studierenden nach ihren
Möglichkeiten in den Wissenschaftsprozeß einzubeziehen. Beteiligt waren: Petra Auschrat, Christian
Becker, Ines Belger, Doreen Bombitzki, Jörg Fischer, Jens Fleischer, Stephan Fölske, Janin Lenk,
Doreen Just, Hans-Günther Keßler, Ute Meyer, Jens Möllenbeck, Johannes Röhm, Doreen Tetsch
und Ina Wollenberg.
2) Vgl. den Abdruck des Vortrags unter leicht verändertem Titel in: Der Archivar 29 (1976), Sp. 31 44.
3) Vgl. die Einzelvorträge der Tagung in: Der Archivar 42 (1989), Sp. 523 - 544, hier Sp. 543.
4) Vgl. Angelika Menne-Haritz, Schlüsselbegriffe der Archivterminologie. Lehrmaterialien für das
Fach Archivwissenschaft. Marburg 1992, S. 74 und 80.
5) Angelika Menne-Haritz, Archivausbildung: Professionalisierung statt Harmonisierung, in: Aspekte
der Professionalisierung des Berufsfeldes Information, hrsg. von Thomas Seeger, Konstanz 1995, S.
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Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
361 - 373.
6) Vgl. Angelika Menne-Haritz, Das Provenienzprinzip als Bewertungssurrogat?, in: Der Archivar 47
(1994), Sp. 229 - 252.
7) Vgl zuletzt Ernst Otto Bräunche, Michael Diefenbacher, Herbert Reyer, Klaus Wisotzky, Auf dem
Weg ins Abseits? Zum Selbstverständnis archivarischer Tätigkeit, in: Der Archivar, 48 (1995), Sp.
433 - 446.
8) Vgl. zur Problematik der Rezeption des Schellenbergschen Begriffs "evidence" in der
Bundesrepublik den Aufsatz von Wolfgang Hans Stein, Die Verschiedenheit des Gleichen.
Bewertung und Bestandsbildung im archivischen Diskurs in Frankreich und Deutschland, in: Der
Archivar 48 (1995), Sp. 597 - 612, Sp. 600ff.
9) Vgl. Angelika Menne-Haritz, Schlüsselbegriffe (wie Anm. 4), S. 44.
10) Bodo Uhl, Bewertung von Archivgut, in: Der Archivar 43 (1990), Sp. 529 - 538, Sp. 536.
11) Eckhart G. Franz, Einführung in die Archivkunde, 4. Auflage, Darmstadt 1993, S.85.
12) Hans Booms, Gesellschaftsordnung und Überlieferungsbildung. Zur Problematik archivarischer
Quellenbewertung, in: Archivalische Zeitschrift 68 (1972), S.3- 40, S.40.
13) Wie Anm 6.
14) Wie Anm. 8.
15) Hartwig Walberg. Eine neue Ausbildungsstätte für Archivarinnen und Archivare in Potsdam, in:
IMS 2/1995, S. 18 - 26, S.20.
16) Vgl Albert Brackmann, Das Institut für Archivwissenschaft und geschichtswissenschaftliche
Fortbildung am Geheimen Staatsarchiv in Berlin Dahlem, in: Archivalische Zeitschrift 1931, S. 1 16, S.3.
17) Vgl. http://edziza.arts.ubc.ca/slais/arts.html
18) Autonomie und Verantwortung. Hochschulreform unter schwierigen Bedingungen, hrsg v. Hess.
Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Frankfurt/M. 1995. Diesen Hinweis verdanken wir dem
Kollegen Botho Brachmann.
19) Vgl. Hochschulpolitische Forderungen des Hochschullehrerbunds zur Weiterentwicklung der
Fachhochschulen vom November 1994.
20) Vgl. Helmut Jüngling, Wachsender Bedarf an Informationsspezialisten. Perspektiven des
http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/fhpotsdam/05281.html (10 von 11)18.11.2010 14:46:05
Integration oder Isolation? Wie soll die Archivarsausbildung in der Zukunft gestaltet werden?
Fachbereichs Bibliotheks- und Informationswesen. In: Insider Fachhochschule Köln, Juli 1995, S. 912.
21) Vgl. General International Standard Archival Description, Ottawa 1994. In deutscher
Übersetzung: "Internationale Grundsätze für die archivische Verzeichnung", Marburg 1994.
22) Heinz Boberach, Archivbenutzung und archivarische Arbeit im Wandel von Interessen und
Methoden, in: Der Archivar 28 (1975), Sp. 19 - 34, Sp. 27.
23) Rolf-Dietrich Müller, Archivische Findmittel der Gegenwart für die Zukunft Standortbestimmung aus der Sicht eines westfälischen Stadtarchivs, in: Archivpflege in Westfalen
und Lippe 33 (1991), S. 43 - 46.
24) Richard J. Cox, Educating Archivists, Speculations on the Past, Present and Future, in: Journal of
the American Society for Information Science, 39 (1988), p. 340.
25) Cythia J. Durance and Hugh A. Taylor, Wisdom, Knowledge, Information and Data, Alexandria,
4 (1992), p. 61.
26) Ebd.
27) Giovanni Vittani : La formazione dell`archivista, zitiert in: Luciana Duranti : The Archival Body
of Knowledge: Archival Theory, Method, and Practice, and Graduate and Continuing Education,
Journal of Education for Library and Information Science, Vol.34, Number 1, Winter 1993, p. 16 Der
dort zitierte G. Vittani, der 1917 Professor an der Milan archival school war, erkannte bereits Anfang
des 20. Jahrhunderts(!), daß den Studenten durch die Ausbildung die Möglichkeit gegeben werden
muß, in unterschiedlichen Archiven arbeiten zu können.
28) Wie Anm. 25.
29) Toni Carbo Bearman, The Education of Archivists. Future Challenges for Schools of Library and
Information Science, in : Journal of Education for Library and Information Science, Vol.34, Number
1, Winter 1993, p. 66
30) Terry Eastwood, Nuturing Archival Education in the University, wie Anm. 29, p.71-72.
31) So auch Ernst Otto Bräunche et al., wie Anm. 7.
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