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body talk Alma Rehberg Wie wichtig ist es für dich, Sport zu machen

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body talk
Alma Rehberg
Wie wichtig ist es für dich, Sport zu machen?
Sehr wichtig, und früher habe ich sogar noch viel mehr Sport gemacht als heute: Ich habe
als Trainerin für Fitness und Aerobic gearbeitet. Damals habe ich auch eine Ausbildung zum
International Body Art Instructor gemacht, bei Robert Steinbacher: Body Art sieht den Körper
als funktionelle Einheit und fördert Stabilität, Kräftigung, Flexibilität, Balance und Geist. Basis
ist das Sonnengebt aus dem Yoga. Heute nutze ich was ich damals gelernt habe vor allem
für mich, und ich trainiere fast täglich.
Und was gibt dir dein Training?
Du bringst Körper, Geist und Seele in den Einklang. Das
Training gibt mir also Kraft und hilft mir mein Selbstvertrauen zu
stärken. Was die Stimmung betrifft, so bin ich danach einfach
wesentlich entspannter, ruhiger – aber auch klarer. Das ist das,
was ich innerlich spüre und sich äußerlich auch durch meinen
Körper und dessen Haltung zeigt.
Beim Schauspiel konzentrierst du dich ja auf Rollen. Gibt
dir das Yoga eine andere Art von Konzentration? Oder ist
das überhaupt kein Gegensatz?
Nein, ich würde eher sagen, dass es sich ergänzt: Im Yoga, wie
auch im Body Art, ist Konzentration gleichzeitig Voraussetzung
und Ziel. Es ist ein Zusammenspiel von konzentrierten Körperhaltungen (den Asanas) und
bewusstem Atmen. Gerade im Body Art konzentriert man sich sehr stark auf die Atmung:
Das hilft den Geist zu beruhigen und die Konzentration und die Geduld für das Halten der
Übungen aufzubringen. Und gerade das bewusste Atmen ist auch im Schauspiel sehr
wichtig und unterstützend: Ich würde schon sagen, dass diese
Art der Konzentration die Wahrnehmung, die Intuition, den
körperlichen Ausdruck und die Sprache unterstützt. Das sind
alles Dinge, die in der Vorbereitung für eine Rolle wichtig sind.
Ist es so, dass du durch das Yoga in dir ruhst – und so
die Kraft bekommst, deine Rollen besser anzugehen?
Dass du dich sozusagen auf deine Mitte konzentrierst und
in dir ruhst, um dann besser nach außen gehen zu
können?
Ja, genau, Yoga hilft mir sehr. Ich bin glücklicher, zufriedener
und gelassener. Das Training hilft mir, auch in schwierigen
Situationen ruhig zu bleiben, mich zu sammeln und
auszurichten...
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Aber es bedeutet ja auch eine gewisse Abhängigkeit, wenn du deine Mitte nicht aus
dir heraus findest – sondern dein tägliches Yoga brauchst. Ein Ziel wäre ja vielleicht
auch, dass du diese Mitte einfach hast?
Abhängigkeit würde ich das jetzt nicht nennen. Ich
denke, in unseren hektischen Zeiten sind viele Leute
auf der Suche nach ihrer Mitte. Yoga schenkt mir die
Möglichkeit, in meine Mitte, in meine Balance zurück
zu finden. Das Schöne am Yoga ist, dass es auf drei
Ebenen stattfindet: Auf den Ebenen von Körper, Atem
und Geist,…
Wenn es so wichtig ist, hast du es dann fest in deinen Tagesablauf integriert?
Ja, ich mache es meistens morgens. Gleich nach dem Aufstehen tut es besonders gut. Die
Muskeln sind dann zwar noch sehr müde, und der Körper ist noch nicht so gelenkig. Aber
danach fühle ich mich ausgeglichener und gestärkt. Und ich bleibe ruhiger; auch, wenn sich
meine Welt mal auf den Kopf stellt.
Und wieviel Zeit investierst du?
Ich habe da keine Regel, wie es sie natürlich gibt, wenn man einen Kurs gibt oder besucht.
Eine Masterclass geht dort meistens anderthalb Stunden. Für mein morgendliches Training
nehme ich mir meistens eine halbe Stunde. Also gar nicht so lange. Aber das brauche ich
schon… Wenn ich abends trainiere, dann mit mehr Zeit, also eine Stunde oder länger. So
komme ich wunderbar zur Ruhe, baue Stress ab. Und ich schlafe sogar besser.
Im Yoga dehnt man seinen Körper schon sehr. Versuchst du da Grenzen zu
erreichen? Oder macht es keinen Sinn, über Grenzen zu sprechen?
Die Frage klingt fast so, als wäre Yoga nicht für jeden geeignet. Jeder Mensch hat ja seine
eigenen Grenzen, und jeder Körper ist anders. Gerade Yoga, aber auch BodyArt bieten für
alle Bedürfnisse Möglichkeiten der Verwirklichung. Ich merke, dass mir Dehn- und
Streckpositionen besonders gut tun: Ich spüre dann, dass die Energie in meinem Körper
besser fließt.
Freda v. Heyden-Hendriks: Yoga ist ja keine Sportart bei der du an die Grenzen gehst.
Es ist doch wohl eher so, dass das Ziel ist dich mehr zu öffnen – und eben nicht bis
zum Exzess, bis an die Grenzen zu gehen. Wenn ich das richtig verstanden habe.
Genau. Yoga hat nichts mit Messen von
Kräften zu tun, sondern mehr damit, seine
eigenen Grenzen kennen – und akzeptieren
zu lernen. Und wenn man Yoga regelmäßig
macht, wird man seine Grenzen erweitern.
Es gibt ein schönes Zitat von Swasi
Vishnudevananda, einem großen Yoga
Meister: „Gesundheit ist Reichtum, geistiger
Frieden ist Glück, Yoga zeigt den Weg.“ –
und genau so ist es auch. Nach Sivananda
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ist das Ziel ein gesunder Körper, ein ausgeglichener Geist und der Seelenfrieden. Es geht
darum, Blockaden zu lösen und zu Gelassenheit und zu innerer Stärke zu gelangen.
Du tanzt ja auch. Worin unterscheiden sich Konzentration und
Bewegung bei Tanz und Yoga?
Beim Tanzen richtet man die Bewegung und die Konzentration nach
außen, beim Yoga nach innen. Zusammen führt das zu einem
besseren Körpergefühl. Außerdem trainiert Yoga u.a. die Flexibilität
und Muskulatur des Körpers. Man kann mit Yoga alle Körperpartien
und Bewegungsrichtungen trainieren. Auch die hüftöffnenden Übungen
sind sehr unterstützend. Man trainiert nicht eine bestimmte
Muskelgruppe, sondern den ganzen Körper. So ist es auch im BodyArt.
Der Körper wird immer als Ganzes, als Einheit gesehen. Ich denke,
Tänzer können sehr von diesem Training profitieren.
Freda v. Heyden-Hendricks: Wir haben gerade einen Balletttänzer in Behandlung, für
den Dehnungen in extreme Positionen kein Thema sind. Denkst du, dass Yoga so
jemandem überhaupt noch etwas geben kann?
Sicher. Ich kann mir gut vorstellen, dass regelmäßiges Yoga ihm dabei helfen könnte, ein
anderes Bewusstsein für seinen Körper zu bekommen. Ein Bewusstsein, das ihn dabei
unterstütz, sich noch konzentrierter und sorgfältiger zu bewegen. Gerade das
Zusammenspiel von Körperstellungen, Atemtechniken und Tiefenentspannung steigert die
Konzentration und hilft den Körper zu entspannen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Yoga ihn
bei seiner Arbeit voran bringen würde – und ich würde ihn
gerne einmal dazu befragen.
Ist Yoga für dich etwas eher Privates, das man am besten
zuhause macht um in den Tag zu starten? Oder gehst du
manchmal auch raus, zum Beispiel in den Park?
Momentan mache ich Yoga meist zuhause. Aber wenn
jemand noch keine Erfahrungen hat, würde ich empfehlen
einen geeigneten Kurs zu besuchen. Und Yoga draußen?
Das kommt ganz darauf an. Im Tiergarten würde ich
persönlich nicht zur Ruhe kommen, und es würde mir dort
schwer fallen mich auf meine Atmung und die Übungen zu
konzentrieren. Aber Yoga draußen, in der Natur zu
praktizieren, und die Natur dabei mit allen Sinnen zu erleben, ist eine wirklich wundervolle
Erfahrung.
"Wenige Tage vor unserem Interview hatte Alma gerade in einem Spot zum Thema
Organspende mitgewirkt - und freute sich, ihr Können für etwas wirklich Sinnvolles
eingesetzt zu haben. Gegenwärtig denkt sie darüber nach, sich wieder mehr mit Yoga und
Ernährungsfragen zu beschäftigen. Alma Rehberg arbeitet im deutschsprachigen Raum als
Schauspielerin für Film und Werbung. Ihre Website heißt www.almarehberg.de"
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Seele and Geist
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