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Erfahrungsbericht WS 2011/2012

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Erfahrungsbericht WS 2011/2012
Queensland University of Technology, Brisbane (Australien)
1. Vorbereitung des Aufenthaltes
Für Münsteraner Studenten kommen an der Queensland University of
Technology (QUT) für ein Auslandssemester zwei Programme infrage:
Exchange und Study Abroad. Diese unterscheiden sich generell nur
bezüglich zu zahlender Studiengebühren. Wenn man das Glück hat, einen
der begehrten Austauschplätze der WWU mit der QUT zu bekommen,
nimmt man am Exchange Programm teil und muss deshalb keine
Studiengebühren zahlen. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, früh
mit der Planung des Auslandssemesters zu beginnen und eine Bewerbung
für einen Austauschplatz beim IRC zu erwägen und diese gut
vorzubereiten.
Sowohl für Exchange- als auch Study Abroad Studierendende ist eine
formelle Bewerbung an der QUT (für Exchange-Studenten nach der
Auswahl durch den IRC) notwendig. Dazu ist das so genannte SEBewerbungsformular, SE steht dabei für Study Abroad und Exchange,
auszufüllen und per E-Mail an die QUT zu schicken. Für die genauen Fristen
für eine Bewerbung sei an dieser Stelle auf die Homepage der QUT
verwiesen. Auf dem SE-Formular sind unter anderem bereits die Kurse (an
der QUT „units“ genannt) anzugeben, die man dort besuchen möchte.
Man kann bis zu 8 units angeben, von denen man üblicherweise 4 pro
Semester besucht. Es bietet sich deshalb an, sich bereits frühzeitig zu
überlegen, welche Kurse an der QUT für einen infrage kommen. Die Kurse
sind auf der Webseite der QUT zu finden. Es ist bei der Belegung darauf zu
achten, dass der gewünschte Kurs auch tatsächlich im jeweiligen
Semester (Semester 1 ist dabei das Semester, das parallel zum Münsteraner
Sommersemester stattfindet und Semester 2 - das Münsteraner
Wintersemester) angeboten wird.
Die Betreuung durch die QUT ist sehr gut und Fragen werden freundlich
und meist sehr schnell beantwortet. Bei Unklarheiten zum Beispiel zum
Bewerbungsprozess kann man sich gut per E-Mail an die QUT wenden.
Es ist für das Auslandssemester in Australien vorgeschrieben, dass man eine
spezielle Krankenversicherung für Auslandsstudenten Overseas Student
Health Cover (OSHC) abschließt. Die QUT arbeitet mit dem Anbieter
medibank zusammen und so kann diese direkt über die QUT-Homepage
abgeschlossen werden. Für ein Semester kostet die OSHC etwa 250 AUD.
Es ist zu beachten, dass diese Versicherung keine Zahnbehandlungen
beinhaltet. Ein Besuch beim Zahnarzt kann deshalb teuer werden, wenn
man keine zusätzliche Versicherung besitzt. Diese muss privat organisiert
werden und kann sowohl in Australien (z.B. bei medibank), als auch bereits
vor dem Semester in Deutschland abgeschlossen werden.
Nach der Bewerbung bei der QUT ist es notwendig sich um ein
australisches Visum für das Semester zu bemühen. Dieses kann ziemlich
unproblematisch online beantragt werden. Ich bekam mein Visum sofort
am Ende des Beantragungsprozesses. Das Studenten-Visum ist bis einen
Monat nach Ende des Semesters gültig und kostet 550 AUD.
Die QUT sendet einem für die Beantragung des Visums eine Confirmation
of Enrolement, die bestätigt, dass man eingeschrieben ist und die OSHC
besitzt.
2. Die ersten Tage vor Ort
Es empfiehlt sich, bereits ein bis zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn nach
Brisbane zu fliegen, um an den Veranstaltungen der Orientation Week
teilnehmen zu können, sich eine Wohnung zu suchen und sich schon
einmal einen Überblick über die Uni und die Stadt zu verschaffen. Die
Orientation Week findet üblicherweise eine Woche vor Vorlesungsbeginn
statt und vermittelt wichtige Informationen für das Studieren an der QUT.
Außerdem lernt man bei den Veranstaltungen bereits viele andere
Austauschstudenten aus der ganzen Welt kennen. Ich würde ebenfalls
empfehlen, am Orientation Camp auf North Stradbrook Island und dem
River Cruise über den Brisbane River teilzunehmen. Diese Veranstaltungen
sind sehr gut organisiert, garantieren viel Spaß und man knüpft
üblicherweise unzählige Kontakte.
Nach meinen Erfahrungen bietet es sich nicht an, eine Wohnung bereits in
Deutschland zu organisieren. Ich habe mir in Brisbane ein Hostel gesucht
und mir dann vor Ort eine Wohnung gesucht. Die QUT bietet dafür einen
Accommodation Service an, der einen bei der Wohnungssuche
unterstützt. Es ist zu beachten, dass dieser - zumindest in diesem Semester sehr eng mit einer Maklerin zusammenarbeitete, die einigen Studenten aus
verschiedenen Gründen Probleme bereitete. Alternativ kann man sich
auch privat selbst um eine Unterkunft bemühen, zum Beispiel über die
online Plattform Gumtree, die in Australien für Anzeigen aller Art sehr
verbreitet ist. Die übliche Miete betrug in diesem Semester zwischen 150
und 280 AUD pro Woche für ein Zimmer in Wohngemeinschaften (Shared
Accommodation).
3. Akademischer Verlauf des Semesters
In meinem Auslandssemester an der QUT habe ich die Kurse Business
Process Modelling, Enterprise Data Mining and Data Analysis, Security
Technologies und Software Development with Oracle besucht. Insgesamt
haben mir diese gut gefallen. Die Endnote jedes Kurses setzt sich dabei aus
einer Klausur und verschiedenen Assignments zusammen, die im Laufe des
Semesters (alleine oder in Kleingruppen) bearbeitet und abgegeben
werden müssen.
Die Vorlesung Business Process Modelling beschäftigt sich mit der
Prozessmodellierung mit Petrinetzen, Ereignis-gesteuerte Prozessketten
(EPK) und vornehmlich der Business Process Modelling Notation (BPMN).
Obwohl ich in Münster zwar bereits viel Erfahrung im Bereich der
Prozessmodellierung mit EPKs sammeln konnte, konnte ich noch einiges in
diesem Kurs lernen, da ich die anderen beiden Sprachen kaum kannte.
Der Lehrstuhl von Prof. Rosemann, der diese Vorlesung anbietet, ist sehr gut
organisiert und international angesehen und gestaltet sowohl Vorlesungen
und Übungen sehr interessant, meist anhand von Beispielen in der Praxis.
Die Vorlesung kann sowohl von Bachelor- als auch Masterstudenten
besucht werden. Die Übungen werden allerdings getrennt durchgeführt
und Masterstudenten müssen in den Assignments zusätzliche Aufgaben
erfüllen. Die Assignments werden in Gruppen bearbeitet.
Enterprise Data Mining and Data Analysis ist eine sehr praxis-orientierte
Vorlesung zu Data Mining, die sich hauptsächlich mit dem generellen
Prozess und der Anwendung von Software in diesem Bereich
auseinandersetzt und die mathematische Basis der Methoden kaum
erklärt. In der vorlesungsbegleitenden Übung wird mit der Software SAS
gearbeitet, die in der Praxis weit verbreitet ist. Auch wenn die Software
sicherlich nicht die anwenderfreundlichste ist, war es sehr interessant
einmal mit dieser in Berührung zu kommen und Aufgaben damit zu lösen.
Die Veranstaltung Security Technologies hat mir sehr zugesagt. In dieser
wurden Vorlesung und Übung nicht, wie sonst üblich, komplett
voneinander getrennt, sondern stattdessen verbunden. In einem modern
ausgestatteten Raum, standen am Rand Computer mit großen
Bildschirmen, an denen man in Gruppen arbeiten konnte. In diesem Raum
konnte so zunächst vom Dozenten die Vorlesung gehalten werden und im
direkten Anschluss, an diesen Computern Aufgaben zum Vorlesungsthema
bearbeitet werden. Diese Art der Vorlesungsdurchführung hat mir gut
gefallen, da so ein großer Grad von Abwechslung zwischen Vermittlung
theoretischer Inhalte und der praktischen Anwendung in Übungsaufgaben
erreicht wurde. Inhaltlich beschäftigt sich die Veranstaltung mit Methoden
zur Ausnutzung von Sicherheitslücken von Software („hacken“) und dem
Entgegenwirken, bzw. der Verhinderung dieser.
Software Development with Oracle war die Veranstaltung, die mir in dem
Semester am wenigsten gefiel. Die Bezeichnung der Vorlesung ist
irritierend, denn es geht weniger um die Entwicklung von Software, als
vielmehr um die Einrichtung und Administration von Oracle Datenbanken.
Im Unterschied zu den anderen drei Veranstaltungen müssen keine
Assignments bearbeitet werden. Das wöchentlich stattfindende Tutorium
ist freiwillig. Dabei sitzen alle Studenten in einem PC-Pool und bearbeiten
einen Übungszettel mit Aufgaben, die auf die Abschlussklausur vorbereiten
sollen. Die Übungen sind online verfügbar, so dass es eigentlich nur
notwendig ist, diesen Termin wahrzunehmen, wenn man Fragen zu den
Aufgaben hat oder eine Aufgabe nicht selbst lösen kann. Die Endnote
setzt sich aus zwei Klausuren am Ende zusammen: Einen Multiple-Choice
Test, der die in der Vorlesung vermittelte Theorie hinter der Oracle
Datenbank abfragt und eine schriftliche Klausur, in der praktische
Aufgaben gelöst werden müssen, die sich sehr an den wöchentlichen
Übungsaufgaben orientieren.
4. Allgemeine Situation am Wohnort
Das Preisniveau in Brisbane ist vergleichbar mit anderen australischen
Großstädten, wie Sydney oder Melbourne. Im Vergleich zu Deutschland ist
dieses allerdings insgesamt sehr hoch. Man sollte sich auf jeden Fall vor
dem Antritt des Auslandssemester darüber im Klaren sein. Vor Ort lohnt es
sich weiterhin aus diesem Grund allgemein Preise zu vergleichen und nach
Angeboten Ausschau zu halten. In Australien gibt es zwei große
Supermarktketten, Woolworth und Coles, die sich weder preislich noch
qualitativ groß unterscheiden. Seit Kurzem gibt es dort außerdem auch
Aldi. Ein Einkauf (insbesondere für längere Camping-Trips o.ä.) dort lohnt
sich bei größeren Mengen schnell, aber die Märkte liegen meist am
Stadtrand und sind deshalb für Austauschstudenten schwer zu erreichen.
Da es an der QUT keine wirkliche Mensa gibt, muss man auch hier mit
erhöhten Kosten rechnen, wenn man sich in einem der Fast-Food
Restaurants auf dem Campus etwas zu essen kaufen möchte.
Dadurch, dass sich die QUT so zentral in der Stadt befindet, gibt es viele
Orte in der Umgebung an denen sich Studenten treffen. Auf dem Campus
selbst befinden sich mehrere Cafés in denen man seine Vorlesungspausen
verbringen kann. Außerdem gibt es im angrenzenden Botanischen Garten
mehrere Bänke und Wiesen, an denen man sogar noch WLAN-Empfang
hat, so dass man auch draußen in schöner Lage an Assignments etc.
arbeiten kann. In der Uni betreibt die Student Guild eine Bar, in der sich
Studenten auf ein Bier oder zum Tischtennis-Spielen treffen. Da viele
Vorlesungen abends stattfinden, ist dies eine gute Möglichkeit im Anschluss
dort den Feierabend zu beginnen. Weiterhin gibt es viele Bars im CBD,
South Bank und Westend sowie viele Clubs in Fortitude Valley (meist
einfach das „Valley“ genannt).
Die Studentenorganisation EastWest organisiert regelmäßig das so
genannte „EastWestEats“, bei dem sich internationale Studenten in
verschiedenen Restaurants zum Essen treffen. Diese Veranstaltungen sind
meist gut besucht und eine gute Möglichkeit, andere Studenten kennen zu
lernen.
Der International Student Service bietet über das Semester verteilt mehrere
Ausflüge in die Umgebung an. Diese eignen sich sicherlich ebenfalls gut
um andere Studenten kennen zu lernen. Nach meiner Erfahrung waren die
Ausflüge allerdings sehr „touristisch“ gemacht (mit dem Bus immer wieder
an Wasserfällen etc. anhalten, kurz aussteigen, Fotos machen und dann
weiterfahren) und so muss man für sich selbst entscheiden, ob und wenn
ja, welche Ausflüge sich lohnen.
5. Nützliche Adressen
QUT Homepage:
http://www.qut.edu.au/
QUT Hompage (Studentenübersichtsseite):
http://www.student.qut.edu.au/
QUT Austausch-Ansprechpartner:
exchangeprograms@qut.edu.au
Australische Botschaft (Studentenvisum):
http://www.immi.gov.au/e_visa/students.htm
Gumtree (für Wohnungsanzeigen etc.):
http://www.gumtree.com.au/
An der ausländischen Partnerhochschule besuchte Kurse:
KursKurs
bezeichnung
INN 320
Business Process Modelling
12
Ja
Als Elective
INN 342
12
-
Als Elective möglich; für Data Analytics nur mit
Enterprise Data Mining and Data Analysis
Credits
Anerkennung in Münster
Bemerkungen
zusätzlicher mündlicher Prüfung in Münster
INN 651
Security Technologies
12
Ja
Für Information Security
INN 341
Software Development with Oracle
12
Ja
Als Elective
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