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21.7. 2011 - Eins zu Null für Pressburg Von Prof. Klaus Emmerich

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21.7. 2011 - Eins zu Null für Pressburg
Von Prof. Klaus Emmerich
Wie heilsam anständiger Wettbewerb zu wirken vermag, erfahren nicht nur Unternehmen,
sondern auch Städte. Pressburg liefert ein instruktives Beispiel was es mit dem Wettbewerb
der Städte und Regionen auf sich hat: Leistungsbeweise, die sich sehen lassen können, etwa
ein bedeutendes Zentrum der Automobilindustrie zu sein.
Statistiken bieten lediglich einen Orientierungsrahmen: Bruttoinlandsprodukte, Pro-KopfEinkommen, Lebensstandard und nicht zuletzt unternehmerfreundliche Standortbedingungen
– sie sind es, die seriöserweise Vergleiche möglich machen. Was diese Routine sprengt, ist
der Erfolg. Gemeinwesen wie Städte werden von ihm ebenso markiert wie Unternehmen. Und
doch lässt sich im Wettbewerb der Städte ablesen, was es mit den einzelnen Teilnehmern
dieses kommunalen Schönheitswettbewerbes auf sich hat.
Das kommunale Wirtschaftswunder Pressburg ist auf eine Fülle von Ursachen zurück zu
führen: Geschichte, Geografie, Kultur, Lebensart und die bewiesene Fähigkeit dieser Stadt,
mit den Standortfaktoren eines modernen Gemeinwesens erfolgreich umzugehen. Steuern,
Lohnkosten, Investitionsfaktoren wie Grundstücke, Verkehr, Energie, höchster Standard von
Forschung, Entwicklung und das Potential qualifizierter Arbeitskräfte mit Aus- und
Fortbildung, Verlässlichkeit und Aufstiegsmentalität.
Beim Image braucht sich Pressburg wahrlich nicht zu verstecken. Der Aufstieg zu einem
zentraleuropäischen Wirtschaftszentrum macht nicht nur nationale und internationale
Konkurrenten Erstaunen. Im Standortmarketing kann sich die slowakische Hauptstadt also
sehen lassen. Ihre Merkmale und Facetten erweisen sich als Trägerelemente eines
fortdauernden Aufschwungs. Wachstumsmotor ist die slowakische Hauptstadt wahrlich nicht
zufällig. Sie steht mitten in einer der weltweit interessantesten Regionen. Die Strahlkraft
dieser Hauptstadt reicht natürlicherweise nicht nur in die Slowakei, sondern gleichermassen
nach Österreich, Tschechien, Ungarn, Polen und die Ukraine.
Unterschiedlich wie diese grossräumige Nachbarschaft im Einzelnen auch dastehen mag –
was sie vereint ist der Magnetismus des modernen Grossraums rund um Pressburg. In seiner
Wirkung noch gar nicht voll ausgereizt und ausgelastet bildet dieses europäische Herzstück
eine der grossen Wachstumshoffnungen weltweit.
Mit der Donau als verbindendes Element beweist die Erfolgsstory Pressburg, dass die
Standortfaktoren des Raumes nach wie vor ausserordentliche Entfaltungschancen bieten. Wie
ein Markenartikel, der sich bereits durchgesetzt hat, geht es künftig um ein zielendes, ein
verbindendes Standortmarketing. Verhält es sich doch im Wettbewerb der Städte wie bei
Produkten oder Leistungen: Es kommt einerseits auf Qualität, andererseits auf
Werbebotschaften an. Botschaften, die verbreitet, gehört, verstanden und genützt werden.
Dabei kommt es auf Zielvorgaben an. Entfaltungschancen wahrzunehmen, und mit
Perspektivenreichtum aufzuwarten, bedeutet mehr als hausbackene Public Relations. Geht es
doch um das Bewusstsein der Bürger, der Entscheidungsträger und nicht zuletzt der
Steuerzahler.
Werbeexperten haben hochgerechnet, dass auf einen Wohlstandsbürger 3.600
Werbebotschaften pro Tag niederprasseln, sein Gehirn erreichen jedoch bestenfalls 120. Im
Standortmarketing eines Magneten wie Pressburg geht es also darum, Merkmale, Facetten,
Eigenarten und Leistungsmöglichkeiten zu einem Markenartikel zu verschmelzen.
Unverwechselbar geht es also um mehr als um etwas Metropolen-Sehnsucht. Bestimmend ist
die Entfaltung des Einzelnen wie der Organisationen, der Betriebe und all der Dienstleister.
Am Beispiel Pressburgs und seines Aufstiegs zeigt sich: Eine Stadt wie diese muss sich zwar
nicht neu erfinden. Sie gehört jedoch im allgemeinen Bewusstsein derart solid verankert, das
die Zukunft kein Schreckgespenst, sondern eine leuchtende Perspektive ist.
Ein Blick zurück lehrt, Verflechtungen, Nahverhältnisse (wie Strassenbahnverbindung
Pressburg-Wien), Katastrophen, Kriege und ideologische Irrwege vermochten eines nicht zu
beschädigen oder zu ändern – die prägende Kraft der Geographie auf die Menschen und ihre
Art zu leben und zu arbeiten.
Pressburger haben eindrucksvoll bewiesen, wie sie die oft Grauen erregenden Fährnisse
überstanden haben und das Beste – mehr als ein Mal – daraus zu machen verstanden. Neue
Generationen verschreiben sich gekonnt und gelassen den Gesetzmässigkeiten moderner
Rentabilität ebenso wie den Angeboten kultureller Highlights.
Mit einer stolz aufgebauten und attraktiv dargebotenen Stadt bietet Pressburg jedenfalls mehr
als das eine oder andere Atout im Wettbewerb der Städte und Regionen. Getreu ihrer
Geschichte und in solidem Vertrauen auf Bestand im weltweiten Wettbewerb bringt diese
Stadt unverwechselbare Elemente soliden Wachstums ein. Im Kräftemessen braucht sich
Pressburg vor Nichts und vor Niemandem zu fürchten.
Veröffentlicht in der Pressburger Zeitung 5-6/2011
Anm.: Die Veröffentlichung auf der Webseite der Slowakischen Botschaft in Bern erfolgt mit dem Einverständnis
von Verlag Medienzentrum Pressburger Zeitung, s.r.o. Bratislava.
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