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Chronik der Sektion Reiten - SV Grün-Weiß Letschin 1922 eV

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Reiten
Der Reitsport hatte in Letschin fast ebenso lange Tradition wie der
Fußball. Leider sind aus diesen Anfangsjahren nur wenige Dokumente erhalten. So fand sich in der „Zeitung für das Oderbruch“ vom 7.
Oktober 1924 eine Anzeige, die zur Gründung eines Reitvereines
aufrief.
Sicher sind dieser Einladung einige, vielleicht ja auch viele junge Leute gefolgt, denn der Letschiner Reiterverein nahm am 25. September
1926 am Reiter- und Sportfest in Kienitz teil.
Durch Zeitzeugen konnten noch einige wenige Namen von Vereinsmitgliedern ermittelt werden, die vor 1945 im Reiterverein aktiv waren: Conrad Haake, Heinz Wirth, Joachim Wirth, Otto Lange, Horst
Schmiedeke, Walter Rakow, Walter Kuhns, Otto Kuhns, Willi Krause
und Erich Krause.
Unbekannt blieben jedoch Gründungsdatum, Teilnahme an Turnieren, Erfolge und Misserfolge.
Auf einem Foto aus den Jahren 1937/ 38 haben einige Reiter vor dem Kriegerdenkmal
an der Kirche Aufstellung genommen. (Namen unbekannt) Im Hintergrund ist noch das alte
Pfarrhaus zu sehen. (Bild: Arno Hildebrand)
Wann sie sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges neu formierten und wer den Impuls dazu gab ist ungewiss. Klar ist jedoch, dass der Reiterverein vor einem sehr schweren
Neuanfang stand, waren doch Pferde knapp und die wenigen wurden für den Wiederaufbau gebraucht.
Die Zuweisung des Viehs erfolgte für die Bauern und Neusiedler
über die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Bekam
ein Bauer ein Pferd zugeteilt, musste er auf eine Kuh verzichten. Reiten und Pferdesport im Verein waren deshalb sicher nicht vorrangige
Bedürfnisse in den ersten Nachkriegsjahren.
Die Entwicklung von Pferdezucht und –handel und somit auch der
Im Jahre 1953 übernahm Hans-Georg Pehlemann den Vorsitz des Vereines, der von 1953 bis 1961 zur Gesellschaft für Sport und Technik gehörte. Neuer Ausbilder wurde Erich Lehmann.Unvergesslich blieb für
alle Pferdesportler die Teilnahme an einem Reitturnier im uckermärkischen Gramsow im Jahre 1954.
Bei den Erinnerungen spielten dabei weniger die Ergebnisse des Turniers eine Rolle, sondern vielmehr die Erlebnisse, die der Transport
der Pferde mit der Eisenbahn mit sich brachte.
Die Letschiner Reiter nahmen nicht nur regelmäßig mit mindestens
zwei Pferden an den Turnieren in der Region teil, sondern errangen da-
Bild- und Textquellen: Arno Hildebrand, Hans Joachim Kurz Sektion Reiten - SV Grün-Weiß Letschin 22. e. V.
Pferde- bzw. Reitsport begann erst,
nachdem die verheerenden Folgen
des Oderhochwassers von 1947
überwunden waren.
Im Jahre 1952 hatte sich die Pferdezucht in der Letschiner Gegend soweit entwickelt, dass 17 Bauern 19
Arbeitspferde für den Reitsport zur
Verfügung stellten konnten. Allerdings
verrichteten die Tiere über die Woche die anfallenden Arbeiten in den
bäuerlichen Betrieben und standen nur an den Sonntagen für den
Reitsport bereit.
Das Jahr 1952 ist auch das Jahr, in dem der Reitsport in Letschin
wieder offiziell organisiert wurde. Insgesamt 24 Reiter und Reiterinnen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen fanden sich im Februar
unter der Leitung von Otto Lange zusammen( darunter Conrad Lehmann, Horst Schmiedeke, Hans-Georg Pehlemann, Kurt Krause,
Arno Hildebrand, Erhard Landesfeind, Waldemar Kubusch, Fritz
Schmiedeke, Albert Gerhardt, Fritz und Adolf Schellpeper, Eberhard
Rau, Arthur Gahr, Joachim Bennewitz, Horst Schülzky, Karl-Heinz
bei auch immer gute bis sehr gute Platzierungen.
Ab 1962 gehörte der Reitsport wieder zum Deutschen Turn- und
Sportbund (DTSB). Die Sektion Pferdesport der BSG Traktor Letschin
war zu diesem Zeitpunkt die stärkste im Kreis Seelow. Von den 16 Pferden, die den Reitern regelmäßig zur Verfügung standen, gehörten 13
der LPG „1. Mai“. Dort kümmerte sich Hans-Joachim (Hanne) Kurz um
die Tiere und vollbrachte bei der Erhaltung der Gesundheit der Tiere
manchmal kleine Wunder. Leider machte das fehlende Übungsgelände eine Organisation von Pferdesportveranstaltungen in Letschin unmöglich.
Ab 1965 wurde die Ausübung des Pferdesportes in Letschin immer
schwieriger. Die LPG „1. Mai“ als größter Unterstützer, heute würde
man Sponsor sagen, reduzierte seinen Pferdebestand. So wurden keine neuen Pferde mehr angeschafft, wenn Pferde durch Unfall oder
Krankheit getötet werden mussten. Die Sektion zählte zu diesem Zeitpunkt 22 Mitglieder, darunter acht unter 18 Jahren. Die Pferdesportler
nahmen erfolgreich an Veranstaltungen in Golzow, Genschmar,
Schulzendorf und Frankfurt (Oder) teil. Allerdings gab es für sie keine
Möglichkeit, auch außerhalb des Bezirkes tätig zu werden, denn viele
Pferdesportler der BSG Traktor Letschin waren in der Landwirtschaft
tätig und Reitsaison ist auch heute noch gleichzeitig Arbeitsspitze in
der Landwirtschaft.
1971 gab es in der Sektion noch 14 Mitglieder. Die Sektionsleitung
musste sich im Rechenschaftsbericht vor der Mitgliederversammlung
eine mangelhafte Nachwuchswerbung und -arbeit eingestehen.
Der Sektion standen zu dieser Zeit auch nur noch sechs Pferde zur Verfügung (drei eigene und drei von der LPG). Die fortschreitende Automatisierung in der Landwirtschaft hatte für den Letschiner Pferdesport
Grell, Herbert Grunow, Günter Seiffert, Helmut Zickerick, Renate
Peterlein, Gerda Preuß, Ruth Renaue und Ruth Trappiel).
Die Ausbildung von Pferd und Reiter lag in den Händen von Horst
Schmiedeke. Ihr Können stellten die Reiter bereits beim 1. Reitertag
am 6. Juli 1952 in Gusow unter Beweis und erziehlten erste Erfolge.
katastrophale Auswirkungen. Die LPG benötigte keine Pferde mehr
und hielt die Tiere nur noch für die Pferdesportler. Durch ihre Großzügigkeit bei der Freistellung der Reiter für den Turnierbetrieb, die Versorgung mit Futter und die Bereitstellung der Technik für die Instandhaltung des Reitplatzes sowie die Hilfe beim Transport, blieb die LPG
„1. Mai“ aber der größte Unterstützer der Sektion.
Der erfolgreichste Pferdesportler der BSG Traktor Letschin war über
viele Jahre Siegfried Schwarz. So nahm er an Turnieren auf Bezirksebene teil. Durch seine guten bis sehr guten Platzierungen konnte er
1971 als Kreisbester abschneiden.
Für ihre langjährige verdienstvolle Tätigkeit in der Sektion Pferdesport
der BSG Traktor Letschin wurden Arno Hildebrand, Hans-Georg Pehlenmann und Erich Lehmann im März 1974 mit der Ehrennadel des
Deutschen Pferdesportverbandes in Bronze ausgezeichnet.
Zu den traditionellen jährlichen Aktivitäten der Sektion gehörten die
zweimaligen Ausritte in den Platkower Forst und die Hubertusritte am
2. November, an denen alle Reiter des Kreises Seelow gern teilnahmen. Die Vorbereitungen lagen stets in den Händen des Sportfreundes Fritz Gericke aus Platkow. Das Besondere daran war, dass diese
Jagden ganz ohne Hunde stattfanden.
Höhepunkte der Sektion stellten auch immer die Teilnahmen an den
verschiedensten Festivitäten in Letschin und der Umgebung dar, die
von den Pferdesportlern mit ihren Tieren begleitet wurden.
Ab 1985 war Arno Hildebrand Sektionsleiter, bis er 1992 vom Ausbilder Wolfgang Rie in dieser Funktion abgelöst wurde. Wolfgang Rie hatte bis zu seinem frühen Tod im Jahre 2004 beide Ämter inne. Mit seinem Tod wurde die Sektion Pferdesport nicht mehr fortgeführt. Die Reiter wandten sich anderen Reitvereinen im Umkreis zu.
Herstellung: Arbeitsinitiative Letschin e. V. in Zusammenarbeit mit den
einzelnen Sektion des SV Grün-Weiß Letschin 22. e. V.
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Seele and Geist
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