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innovationen und investitionen – wie Deutschlands - Schmitz WG

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Anzeige | FORSCHUNGSSTANDORT DEUTSCHLAND | Ein Spezial des Zeitverlags 1
Auf der Falling Walls Conference am 9. November in Berlin,
der Hauptstadt des Landes der Durchbrüche, stellen 20 der
weltbesten Wissenschaftler ihre wegbereitende Forschung vor.
Land der Durchbrüche
Innovationen und Investitionen –
wie Deutschlands Forschung Spitze wurde
Im international hochkompetitiven Wissenschaftsmarkt hat
Deutschland deutlich
aufgeholt. Allerdings
fordern Experten mehr
Freiräume für die
Universitäten und eine
stärkere wirtschaftliche
Anschlussfähigkeit
der Forschung.
I
n Vergleichsstudien zur Innovationsfähigkeit nimmt
Deutschland einen Platz
im Spitzenfeld ein. Jüngstes
Beispiel dafür ist der aktuelle,
von der Deutsche-Telekom-Stiftung und dem Bundesverband der
Deutschen Industrie erstellte Innovationsindikator. Demnach hat
das Land seine Innovationsleistung in den vergangenen fünf
Jahren deutlich verbessert und
belegt im Vergleich mit 26 Industriestaaten Rang vier – hinter der
Schweiz, Singapur und Schweden. Treiber sind die hohen Investitionen der öffentlichen Hand
in Forschung und Wissenschaft.
»Wir sind vor allem mit unserem
F&E-Output und auch mit innovativen Produkten am Markt relativ gut aufgestellt, es fehlt aber
an manchen Stellen an Input«,
analysiert Prof. Dr. Reinhard
Hüttl als Präsident der Deutschen
Akademie für Technikwissenschaften (acatech) in München.
Gerade im Bildungssektor müsse sich »noch viel bewegen«.
Die Präsidentin des European
Research Councils (ERC) in Brüssel, Prof. Dr. Helga Nowotny,
registriert eine positive, durch
Positive Dynamik in der deutschen Hochschullandschaft
die Exzellenzinitiative induzierte
Dynamik in der deutschen Hochschullandschaft.
Dennoch mahnt sie neue Formen von Flexibilität und eine veränderte Zukunftserwartung der
Studierenden an. Sie benötigten
»eine universitäre Ausbildung,
die ihnen forschungsbasiertes
Wissen und Fähigkeiten mitgibt
für berufliche Tätigkeiten, die
nicht unbedingt vorgegeben sind,
sondern von ihnen selbst mitge-
staltet werden müssen«. Damit
optimiert die Wissenschaft ihre
wirtschaftliche Anschlussfähigkeit, und nur in diesem Klima
darf Deutschland auch künftig
auf Durchbrüche in der grundlagen- und anwendungsbezogenen
Forschung hoffen.
Aber was genau sind wissenschaftliche Durchbrüche?
Nach Darstellung von Prof. Dr.
Karl Ulrich Mayer, Präsident
der in Berlin ansässigen LeibnizGemeinschaft, ist ein Durchbruch »charakterisiert durch
seine große Bedeutung für die
Wissenschaft und auch durch
seine gesellschaftlichen Implikationen«. Oder, wie es Alfred
Nobel sinngemäß definierte,
etwas, das der Menschheit großen Nutzen bringt. »Oft vergehen jedoch Jahre, bis Wert und
Nutzen eines Forschungsergebnisses offenbar werden«, erklärt
Gräfin Bettina Bernadotte, die
Präsidentin des Kuratoriums für
die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau. Bernadotte sagt,
wahre Durchbrüche kämen
meist zu einem unerwarteten
Zeitpunkt und aus unerwarte-
ten Forschungsfeldern. Beispiele
dafür sind das Auffinden neuer
subatomarer Teilchen wie Quarks
oder Neutrinos, aber auch für
das Verständnis der Evolution
wichtige paläontologische Funde
wie der Archaeopterix.
»Häufiger geht es aber um
Theorien, die Sichtweisen und
damit ganze Forschungsprogramme verändern«, sagt Leibniz-Präsident Mayer und nennt
etwa die Theorie rationaler
Erwartungen in der Ökonomik.
Selten genüge ein einziger Durchbruch, um Mauern bestehender Annahmen zu Fall zu bringen, illustriert ERC-Präsidentin
Nowotny, »die Mauern, die unser Wissen vom Nichtwissen
trennen, sind dafür zu dick. Daher sind viele wissenschaftliche
Hammerschläge, Aushebelungen
oder andere Operationen nötig«.
Wissenschaft verlaufe »zutiefst
kooperativ«.
Für erfolgsentscheidend hält
acatech-Präsident Hüttl ein vielfältiges Wissenschaftssystem, in
dem der Grundlagenforschung
an den Universitäten und in der
außeruniversitären Forschung
eine wichtige Rolle zukomme.
Aber, so Hüttl, sicher sei »doch
nur so viel: Wir wissen stets
weniger, als wir wissen können
oder wissen wollen. Mit dem
exponentiellen Wachstum des
Wissens vergrößert sich zugleich
ständig der Bereich dessen, was
noch außerhalb der Reichweite
unseres Wissens liegt«. Kurzum: Jede gelöste Frage wirft eine
neue Frage auf.
Grundsätzlich wünscht sich
Hüttl ein offeneres gesellschaftliches Klima, denn Innovationen
erforderten Risikobereitschaft
und Vertrauen – und »eine gewisse Toleranz des Scheiterns«.
Trotz guter Fortschritte in der
Vergangenheit gelte es, auch die
Kooperationskultur zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft
zu stärken. Hüttl konkretisiert:
»Vor allem der Transfer von der
Grundlagenforschung in den
Markt, die sogenannte Validierungsphase, ist noch ein großes
Problem.« Zukunftschancen verortet er vor allem bei Energieumbau und E-Mobility.
Hinsichtlich
Technikvorsprung und Produktqualität sei
Deutschland in der Welt unverändert respektiert, betont Franz
Miller, Sprecher der FraunhoferGesellschaft in München. »Das
künftige Qualitätsmerkmal wird
Ressourceneffizienz sein. Unseren Vorsprung in Energie- und
Umwelttechniken gilt es durch
weitere Forschung auszubauen
und in wirtschaftlichen Erfolg
umzusetzen.« Bedingung dafür
sei eine innovationsfreundliche
Unternehmenskultur, »wir haben
Ruf nach stärkerer Vertrauenskultur in den Unternehmen
aber oft noch eine Misstrauenskultur, die Zeit erfasst und Mitarbeiter kontrolliert«.
Auch aufseiten der Wissenschaft gibt es Optimierungsbedarf: »Die Strukturen müssen
Anreize für die handelnden Personen schaffen«, fordert Leibniz-Präsident Mayer. Immerhin sei das »früher nicht so ausgeprägte« Element des Wettbewerbs
durch die Exzellenzinitiative,
kompetitive Forschungsfonds im
Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation sowie
andere Initiativen wie das European Research Council gestärkt
worden.« Erfolg, resümiert Gräfin
Bernadotte, fuße auf drei Säulen:
»Erstens erstklassiger Aus- und
kontinuierlicher Weiterbildung,
zweitens einer fortwährend
durch Inspiration, Zuspruch und
Anerkennung genährten Leidenschaft für die eigene Arbeit,
drittens dem umfangreichen
Wissens-, Informations- und Gedankenaustausch.«
In diesem Kontext wird
Deutschland zunehmend für ausländische Spitzenforscher attraktiv, wie die große Nachfrage nach
Auszeichnungen der Alexander
von Humboldt-Stiftung in Bonn
belegt: Mehr als 140 Kandidaten.
bewerben sich dieses Jahr um die
zu vergebenden acht Preise. »Um
international noch konkurrenzfähiger zu werden, brauchen aber
gerade die Universitäten mehr
Freiheiten«, fordert Stiftungspräsident Prof. Dr. Helmut Schwarz,
»außerdem muss die Sichtbarkeit
gerade kleiner Universitäten im
Ausland besser werden.«
Wo deutsche Forscher Bahnbrechendes geleistet haben
Röntgenstrahlung
Mikrobiologie
Chemotherapie
Membrantechnologie
Penizillin
Herzkatheter
HPV-Impfstoffe
Im Jahr 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die
nach ihm benannten Strahlen. Dafür erhielt er 1901
den Nobelpreis für Physik.
Robert Koch gilt als Begründer der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie.
Lohn seiner Arbeit war der
Medizin-Nobelpreis 1905.
Die Chemotherapie geht auf
Paul Ehrlich zurück. Den Nobelpreis für Medizin erhielt er
1908 jedoch für die Begründung der Immunologie.
Seine Führungsstellung auf
diesem Gebiet verdankt
Deutschland Richard Zsigmondy. Ihm wurde 1925 der
Chemie-Nobelpreis zuteil.
Für die Entdeckung des Penizillins und seiner therapeutischen Wirkung erhielt
Ernst Boris Chain 1945 den
Nobelpreis für Medizin.
Ebenfalls ein Nobelpreis in
Medizin wurde 1956 Werner
Forßmann zuerkannt. Auf
ihn geht die Erfindung des
Herzkatheters zurück.
Gebärmutterhalskrebs kann
heute dank Harald zur Hausen behandelt werden. Auch
er erhielt im Jahr 2008 einen
Medizin-Nobelpreis.
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Anzeige | FORSCHUNGSSTANDORT DEUTSCHLAND | ein Spezial des zeitverlags
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ein Spezial des zeitverlags | FORSCHUNGSSTANDORT DEUTSCHLAND | Anzeige
MenSchen der durchbrüche
OrT der durchbrüche
erfinder von Lichttapete und künstlicher Haut
Wo fallen die grenzen des Denkens?
An deutschen Forschungseinrichtungen arbeiten
Wissenschaftler mit
Hochdruck daran, neue
Wissensräume zu eröffnen. Durchbrüche sind
stets das Ergebnis von
Teamarbeit und externer Unterstützung.
Die Freiheit feiern, der
Verfolgung gedenken,
das Wissen teilen – unter
diesem Motto steht die
Falling Walls Conference
in Berlin als Hochplateau
für die weltbesten Forscher.
Erstmals gibt es ein
zusätzliches Forum für
den Nachwuchs
h
inter den wissenschaftlichen Errungenschaften stehen Menschen,
die mit ihrem Genius,
vor allem aber mit Beharrlichkeit
und unerschütterlichem Glauben an den Erfolg ihrer Arbeit
meist systematisch, manchmal
auch eher zufällig, neues Wissen
freilegen. Und Menschen, die dafür die strukturellen, finanziellen und inspirierenden Rahmenbedingungen schaffen. Selbst
wenn am erfolgreichen Ende eines Projekts einzelne Personen
im medialen Rampenlicht stehen, so war es doch immer eine
Teamleistung. Die Beispiele von
besonderen Menschen, die mit
ihrem Engagement für Durchbrüche in Forschung und Wissenschaft auch in Deutschland
sorgen, sind vielfältig und unterstreichen die Innovationskraft in
diesem Land.
Weltweit fordern mehrere
Hundert verschiedene rheumatische Krankheiten die Wissenschaft heraus, denn viele von
ihnen sind nicht heilbar. In Europa leiden ungefähr 5 Prozent
der Bevölkerung an derartigen
Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat. Wissenschaft-
ler im Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin, ein
Institut der Leibniz-Gemeinschaft, lassen nun auf den Durchbruch bei der Behandlung hoffen.
Ein Team um Prof. Dr. Andreas
Radbruch erforscht dort das Gedächtnis des Immunsystems. Es
arbeitet an einem vollkommen
neuen Ansatz für die Therapie
chronisch-entzündlichen Rheumas: die selektive Löschung des
pathogenen immunologischen
Gedächtnisses für die rheumatische Entzündung. Im Sommer dieses Jahres war Radbruch
Prof. Dr. Andreas
Radbruch
Wissenschaftlicher Leiter
und Arbeitsgruppenleiter
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
dafür zusammen mit Prof. Dr.
Desirée van der Heijde von der
Universität Leiden mit dem diesjährigen Carol-Nachman-Preis
ausgezeichnet worden. Der jährlich weltweit ausgeschriebene
Preis für hervorragende innovative Forschungsarbeiten auf dem
Gebiet der Rheumatologie ist mit
37 500 Euro dotiert.
Künstliche Haut für Transplantationen oder zum Testen von
Kosmetika und Chemikalien ist
rar: Sie wird bisher manuell im
Labormaßstab hergestellt, die
Kultivierung dauert etwa sechs
Wochen. Selbst mit größtem
Aufwand gelingt es dabei nicht,
mehr als 2 000 Hautstücke von je
einem Quadratzentimeter Größe pro Monat zu produzieren.
Doch vier Fraunhofer-Instituten
ist ein Durchbruch in diesem sogenannten »Tissue Engineering«
gelungen. Sie haben die erste
vollautomatisierte sterile Anlage
entwickelt, um Haut schneller
und in größerer Menge zu erzeugen. Entscheidenden Anteil
hatte Prof. Dr. Heike Walles vom
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik
in Stuttgart. Sie hat bereits eine
künstliche Haut und Blutgefäße
gezüchtet. Die Fabrik soll monatlich 5 000 Stück briefmarkengroße Hautmodelle herstellen.
In den kommenden zwei Jahren wollen die Wissenschaftler
die Technologie so weiterentwickeln, dass sich auch andere Gewebe wie Knorpel automatisch
fertigen lassen.
Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Zum Antrieb
etwa von Brennstoffzellenautos
wird Strom aus der chemischen
Reaktion von Wasserstoff und
Sauerstoff gewonnen. Jedoch
stellt die aufwendige Speicherung des gasförmigen Wasserstoffs bisher eine Herausforderung dar. Bald könnte hier
der Durchbruch gelingen: Am
Leibniz-Institut für Katalyse
in Rostock gelang es Prof. Dr.
Matthias Beller und seinem
Team mittels Eisenkatalysato-
Prof. Dr. Heike Walles
Leiterin der Abteilung Zellsysteme des FraunhoferInstituts für Grenzfl ächenund Bioverfahrenstechnik
in Stuttgart
ren, Wasserstoff aus Ameisensäure zu gewinnen. Das System
wurde gemeinsam mit Kollegen
der Technischen Hochschule in
Lausanne entwickelt und kürzlich im US-Fachjournal »Science«
vorgestellt. Ameisensäure wird
von mehreren Insekten und auch
von Brennnesseln produziert. Sie
ist zudem ein Nebenprodukt bei
der Herstellung von Essigsäure.
Die Gruppe um Beller konnte
Prof. Dr. Matthias Beller
Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für
Katalyse an der Universität
Rostock, Bereichsleiter Angewandte Homogenkatalyse
ein BeiTRAg DeR UniVeRSiTÄT POTSDAM
Foto: © Angela Jeu/PROGRESS
RiSiKen SeHen –
KATASTROPHen VeRMeiDen
An der Universität Potsdam
greifen Politik- und Naturwissenschaften ineinander,
um Umweltgefahren wirksam zu begegnen
Sie kommen aus Japan und China,
Indonesien und Australien: junge, gut
ausgebildete Fachleute aus Politik und
Verwaltung, die die ersten Berufsjahre
bereits hinter sich haben. Dennoch
gehen sie nun noch einmal zur Universität. Ab diesem Herbst beschäftigen sie sich am Potsdam Centrum für
Politik und Management (PCPM) in
einem postgradualen Masterstudiengang unter anderem mit Risikoregulierung, GeoGovernance, Erdsystemforschung und globaler Umweltpolitik.
Ausgestattet mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen und verwaltungsbezogenen Managementfähigkeiten,
sollen sie als künftige Führungskräfte
im öffentlichen Sektor kompetent entscheiden und notwendige Veränderungen durchsetzen, wenn es zum
Beispiel darum geht, auf die Folgen
des Klimawandels angemessen und
wirksam zu reagieren.
Studierende der Universität Potsdam
profitieren von einer neuartigen Kooperation der Politik- und Naturwissenschaften, die im Potsdamer Forschungsverbund zu Naturgefahren,
Klimawandel und Nachhaltigkeit, kurz
PROGRESS, ihren Ursprung hat.
Die hier entwickelten Methoden und
Technologien sollen helfen, drohende
Entwicklungen besser vorherzusagen,
Folgen abzuschätzen und vor allem
rechtzeitig die richtigen politischen
Entscheidungen zu treffen, um Katastrophen zu vermeiden. Das allerdings
setzt voraus, dass das Know-how aus
der Forschung zügig und ohne Informationsverluste zu denen gelangt, die
in Staat und Gesellschaft Verantwortung tragen.
Wie das gelingen kann, untersuchen Sozial- und Politikwissenschaftler
der Universität Potsdam und des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung
und Strukturplanung (IRS) derzeit am
Beispiel des Klimawandels im Nordund Ostseeraum. Unter anderem werden dabei in den Anrainerstaaten Experten aus Politik und Verwaltung
befragt, um zu verstehen, wie sich wis-
senschaftliche Erkenntnisse schneller
umsetzen lassen. Von Interesse ist,
wie die unterschiedlichen Institutionen, etwa in den Bereichen Umwelt,
Energie, Verkehr und Landwirtschaft,
auf kommunaler, staatlicher und europäischer Ebene zusammenarbeiten
können, um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Ziel ist die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen zum
Umgang mit Klima- und Georisiken,
die sich später beispielsweise auf
Staaten des pazifischen Raums übertragen lassen, wo derartige Bedrohungen ungleich stärker sind.
KOnTAKT
Prof. Dr. Werner Jann
Sprecher des Profilbereichs Politik,
Verwaltung und Management
Universität Potsdam
August-Bebel-Str. 89, 14482 Potsdam
Tel.: 0331/977-3240
Mail: jann@uni-potsdam.de
www.uni-potsdam.de
Energieausbeute und Effizienz
bereits stark steigern, sodass der
Einsatz in Brennstoffzellen in
greifbare Nähe rückt. Da mit diesen Katalysatoren Kohlendioxid
freigesetzt wird, arbeiten die Forscher nun daran, das Gas wieder
aufzufangen.
Eine der wichtigsten Bezugsflächen für die Erdanziehung ist
der mittlere Meeresspiegel. Wer
am Ozean steht, sieht eine große,
ebene Fläche, nämlich Normalnull. Tatsächlich aber weist die
Meeresoberfläche Hügel und
Täler auf – auch ohne Wind, Wetter und Gezeiten. Ursache dafür
sind unterschiedliche Anziehungskräfte aufgrund ungleichmäßiger Massenverteilungen im
Erdinnern. Ein Team um Dr.
Christoph Förste und Dr. Frank
Flechtner im Department »Geodäsie und Fernerkundung« am
Deutschen GeoForschungszentrum in Potsdam hat zur Berechnung ein Modell entwickelt:
Die »Potsdamer Kartoffel« zeigt
die Unregelmäßigkeiten im
Schwerefeld der Erde in 15 000facher Vergrößerung. In das
Projekt involviert war die Abteilung »Groupe de Recherche de
Géodésie Spatiale (GRGS)« unter
Leitung von Dr. Richard Biancale vom Französischen Raumforschungszentrum CNES in
Toulouse. Auf der Basis von satellitengestützten Schwerefeldmessungen konnte gezeigt werden,
dass die Meeresoberfläche Einbuchtungen und Ausdellungen
im globalen Kontext mit einer
Differenz von bis zu 200 Metern
Höhe aufweist. Erst mit Bezug auf
diese neue Referenzfläche sind
etwa klimainduzierte Meeresspiegelschwankungen tatsächlich berechenbar.
Biegsame Bildschirme, elektronisches Papier, Tapeten als
Lichtquellen – die vorstellbaren Einsatzfelder Organischer
Leuchtdioden (OLED) sind vielfältig. Derzeit arbeitet Prof. Karl
Leo, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische
Mikrosysteme IPMS in Dresden,
daran, die neue Technologie als
Flächenlichtquelle zur Marktreife zu bringen. Im Gegensatz zu
LED haben OLED zwar eine geringere Strom- und Leuchtdichte, ihre Lebensdauer ist jedoch
derzeit noch kürzer als die herkömmlicher Leuchtdioden. Prof.
Leo und sein Team arbeiten nicht
nur daran, sondern erforschen
auch neue OLED-Anwendungen.
Ende August wurde der Wissenschaftler gemeinsam mit Dr. Jan
Blochwitz-Nimoth (Novaled AG)
und Dr. Martin Pfeiffer (Heliatek
GmbH) für den Deutschen Zukunftspreis 2011 nominiert. Die
mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung wird durch den Bundespräsidenten ausgelobt und
seit 1997 jährlich an innovative
Forscherteams vergeben, die an
zukunftsweisenden Technologien arbeiten, welche die Lebensund Arbeitswelt grundlegend
verändern.
Ohne die strukturelle, finanzielle und personelle Förderung
durch Politik, Wirtschaft und
Verbände indes wären wissenschaftliche Durchbrüche kaum
denkbar. Beispielhaft genannt
werden soll Prof. Dr. Helga
Nowotny als Präsidentin des
European Research Councils
(ERC) in Brüssel. Der Forschungsrat macht sich zur Aufgabe, die
besten europäischen Köpfe in
der Grundlagenforschung zu finden und sie ausschließlich nach
dem Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz zu fördern. Erst-
Prof. Dr. Helga nowotny
Präsidentin des Europäischen Forschungsrates
(ERC) in Brüssel sowie
Vorsitzende des wissenschaftlichen ERC-Beirats
mals findet in Europa ein Wettbewerb zwischen den Universitäten
statt, da diese den Reputationsfaktor, den der ERC innerhalb
kürzester Zeit erlangt hat, für sich
nützen wollen. Zugleich werden
strukturelle Veränderungen innerhalb der Universitäten angestoßen, indem sie beginnen,
sieren. Konkret besteht Nowotnys Arbeit darin, zusammen mit
Kollegen im Scientific Council
des ERC die wissenschaftlichen
Strategien festzulegen und deren
Umsetzung durch die in Brüssel
beheimatete Exekutivagentur zu
begleiten.
Unbedingt hervorzuheben
sei das finanzielle Engagement
von Förderern, gemeinnützigen Stiftungen und Vereinen zur
Unterstützung innovativer Forschungsprojekte, betont Gräfin
Bettina Bernadotte, Präsidentin
des Kuratoriums für die Tagung
der Nobelpreisträger in Lindau.
Im Hinblick auf die verschiedenen Strategien der Entdeckung
und Entwicklung von Medikamenten etwa stehen wir nach den
Worten des Nobelpreisträgers
Aaron Ciechanover am Beginn
einer Revolution, deren Ziel die
personalisierte Medizin ist, die
individualisierte Behandlung
in jedem Kind den
Forschergeist wecken
Prof. Dr. Annette Schavan
ist Bundesministerin für
Bildung und Forschung.
Seit dem Wintersemester
2009/2010 lehrt sie als
Honorarprofessorin für
Katholische Theologie an der
Freien Universität Berlin.
Es sind die großen wissenschaftlichen Durchbrüche, die
die Menschheit voranbringen.
Wie sichern wir in Deutschland auch in Zukunft die
Strukturen dafür? Schavan:
Wissenschaftliche Durchbrüche
brauchen einen Raum der
Kreativität, Freiheit und Exzellenz. Freiheit bedeutet, den
Forschungseinrichtungen in
Deutschland mehr Flexibilität
und Selbständigkeit zu geben.
Exzellenz meint, wissenschaftlichen Nachwuchs und Spitzenleistungen gezielt zu fördern.
Insgesamt steigern wir als Bundesregierung die Ausgaben für
Bildung und Forschung in dieser Legislaturperiode um zwölf
Milliarden Euro.
Welches Forschungsprojekt
hierzulande beeindruckt Sie
derzeit besonders? Schavan:
Im Sinne praxisnaher, interdis-
ihren wissenschaftlichen Nachwuchs bewusster zu fördern und
sich generell zu internationali-
gräfin Bettina Bernadotte
Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der
Nobelpreisträger in Lindau
und Geschäftsführerin der
Mainau GmbH
ziplinärer Forschung sind die
neuen Deutschen Zentren der
Gesundheitsforschung zu nennen. Sie sollen medizinische
Forschungsergebnisse schneller
in die Krankenhäuser und Arztpraxen bringen, zum Wohl aller Patienten. Dazu werden die
besten Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler aus mehr
als 120 universitären und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen an 39 Standorten zusammengeführt. Sie haben das Potenzial, die Prävention und Therapie der großen
Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs zu verbessern
und Deutschland weltweit an
die Spitze der Gesundheitsforschung zu führen.
Wie lautet Ihre Vision
für den Wissenschaftsstandort Deutschland? Schavan:
Deutschland ist ein Land, das
für Ideen, Entdeckerfreude und
Innovation steht. Ein Land, das
wirtschaftlichen, aber auch
sozialen und kulturellen Wohlstand erarbeitet. Und ein Land,
das wichtige Beiträge zur Lösung der globalen Herausforderungen leistet. Meine Vision
ist, dass die besten und talentiertesten Forscherinnen und
Forscher der Welt zu uns kommen wollen, dass Ideen aus
Deutschland in Deutschland
umgesetzt, neue Produkte entwickelt und hier auch produziert werden. Und dass schon
in jedem Kind der Forschergeist geweckt wird.
von Patienten gemäß individueller Besonderheiten. Nach der
langen Geschichte zufälliger Entdeckungen von Wirkstoffen und
Medikamenten und neben der
weiter andauernden Praxis des
systematischen Screenings von
Wirkstoffen für den Nachweis
klar definierter Teilwirkungen gehen Forscher weltweit dazu über,
die Gänze des vorhandenen Wissens über biochemische Mechanismen, molekulare Grundlagen
und das menschliche Genom zur
Entwicklung maßgeschneiderter
Wirkstoffkombinationen zur Behandlung von individuell ausgeprägten Krankheiten zu nutzen.
iMPReSSUM: Verantwortlich für den Inhalt: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Pressehaus Speersort 1, 20095 Hamburg
Geschäftsführung: Dr. Rainer Esser, Leitung Produktmanagement und Entwicklung: DIE ZEIT, Christina Hansen
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S
eit der Auftaktveranstaltung
anlässlich
des 20. Jahrestages
des Mauerfalls am
9. November 2009 lädt die Falling Walls Foundation jährlich
20 der weltweit führenden Wissenschaftler in die Hauptstadt.
Einen Tag lang präsentieren
sie vor einem Zuhörerkreis aus
über 70 Nationen ihre aktuellen
Durchbrüche in der Forschung.
Vordergründiges Ziel ist es, Lösungen für die globalen Herausforderungen aufzuzeigen.
Im Sinne des gewählten Konferenztitels soll der intensive
Austausch vor allem aber Grenzen des Denkens und Handelns
überwinden helfen.
Das Datum 9. November haben die Organisatoren bewusst
gewählt. Es ist in jeder Hinsicht
ein Schicksalstag der Deutschen: 1938 mit der Reichspogromnacht und landesweiten Übergriffen auf Juden und
jüdische Einrichtungen, 1918
mit der Ausrufung der Republik durch den späteren Reichsministerpräsidenten Philipp
Scheidemann oder eben mit
dem Fall der Berliner Mauer 1989.
Der 9. November ist auch ein Tag
der deutschen Wissenschaft,
etwa mit der Zuerkennung der
Nobelpreise für Albert Einstein
(1922) und Otto Hahn (1944).
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung
und Forschung sowie durch den
Berliner Senat, will die 3. Falling Walls Conference den historischen Tag erneut für einen
Blick in die Zukunft nutzen.
So wird Mary Kaldor, Professorin an der London School of
Economics, über Optionen für
eine friedliche Welt sprechen,
Alejandro Litovsky, Gründer
der Earth Security Initiative,
über die Eindämmung ökologischer Risiken, Nobelpreisträger
Aaron Ciechanover von der
Technischen Universität Israels
über Modelle und Chancen personalisierter Medizin.
Ebenso spannend dürfte sein,
welche Erkenntnisse Professorin
Elke Weber von der Columbia
Business School New York aus der
Entscheidungstheorie ableitet,
um Widerstände gegenüber Innovationen und Wandel zu überwinden. Der Vortrag von Professor Robert Schlögl, Direktor des
Fritz-Haber-Instituts der MaxPlanck-Gesellschaft, widmet sich
der Frage, wie die heterogene Katalyse künftig fossile Brennstoffe
ersetzen kann. Und Wang Hui,
Professor an der Tsinghua Universität Beijing, nennt Ansätze
zur globalen Überwindung der
sozialen Kluft.
Eingeleitet von namhaften
Keynote-Speakers – unter ihnen
Bundeskanzlerin Angela Merkel
und Bundesbildungsministerin
Annette Schavan –, präsentieren die Referenten in jeweils
15-minütigen Vorträgen ihre
wissenschaftlichen »Durchbrüche« zu Themen der Zeit. Es ist
den Organisatoren ein besonderes Anliegen, die Inhalte der
Konferenz so einfach wie möglich zugänglich zu machen. Von
Beginn an wurden alle Vorträge
als Filme ins Internet gestellt;
und wie schon 2010 lässt sich
auch die diesjährige Veranstaltung als Livestream verfolgen.
Im vergangenen Jahr hatten über 7 000 Internet-Nutzer
die Falling Walls Conference
online begleitet – mehr, als
die größte Halle in der Hauptstadt an Kapazität aufbringen kann. Und die Website
Blick in die zukunft
Seit 2009 berichten Spitzenforscher aus der ganzen
Welt auf der Falling Walls
Conference in Berlin jährlich
jeweils am 9. November über
wissenschaftliche Durchbrüche in den Natur-, Sozialund Geisteswissenschaften,
die unsere Welt verändern
werden. Die Veranstaltung
dient nicht nur dem Austausch von Wissen und
dem Vermitteln von Denkanstößen, sie ist vor allem
eine Plattform der Begegnung
und setzt ein Zeichen der
Hoffnung.
www.falling-walls.com zählt
bereits mehr Besucher, als das
Berliner Olympiastadion – ausgelegt für gut 74 000 Gäste – an
Zuschauern fasst. Zur dritten
Auflage kommt mit dem »Falling
Walls Lab« eine Neuerung hinzu: Erstmals bietet die Konferenz dem internationalen Spitzennachwuchs einen Rahmen
für den eigenen Austausch.
Am Vortag der diesjährigen
Veranstaltung – traditionell im
direkt an der Spree gelegenen
Kunst- und Kulturzentrum »Radialsystem V« in Berlin-Friedrichshain – erhielten 100 junge
Talente die Gelegenheit, in jeweils drei Minuten bahnbrechende Projekte vorzustellen,
an denen sie aktuell arbeiten.
Aus diesem Kreis zeichnet eine
mit Spitzenforschern besetzte
Jury drei Sieger mit Preisen aus.
Außerdem wird allen Nachwuchsforschern durch Stipendien der Unternehmensberatung A.T. Kearney die
Teilnahme an der diesjährigen
Falling Walls Conference ermöglicht. Wie alle Gäste werden sie dabei ihren Horizont
erweitern, wertvolle Kontakte
knüpfen und möglicherweise
Impulse für eigene Vorhaben
erhalten. So wie andere Forscher zuvor, die sich bei »Falling Walls« kennenlernten und
heute gemeinsam an Projekten
arbeiten. Doch nicht nur das
Zusammentreffen von Ideen
und Förderinstitutionen macht
den besonderen Reiz der Veranstaltung aus, auch die damit
verbundene Wahrnehmung von
Wissenschaft als Ganzem. Bril-
lante Köpfe aller Sektoren setzen sich mit den großen Fragen
unserer Zeit auseinander.
Und kommen dabei Lösungen Schritt für Schritt – oder
auch durchbruchartig – näher,
so wie im vergangenen Jahr,
als Professor Eckhard Thiel von
der Charité Berlin der Heilung
von HIV neue Hoffnung gab.
Eine Knochenmarktransplantation bei einem an Leukämie
erkrankten HIV-Patienten hatte das medizinische Wunder
vollbracht. Zugegeben, ein damals sehr günstig gelagerter
Einzelfall, aber er lieferte wichtige Erkenntnisse für neue HIVTherapieansätze auf Basis von
Stammzellen. Solche Durchbrüche sind auch von der diesjährigen Falling Walls Conference zu erwarten, mindestens
aber zu erhoffen.
Die Veranstaltung wird unter anderem unterstützt von
Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer- und
Max-Planck-Gesellschaft, dem
European Research Council,
dem Deutschen Akademischen
Austausch Dienst (DAAD) und
den nationalen Akademien der
Wissenschaften (Leopoldina)
und der Technikwissenschaften (acatech), aber auch vom
Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft, Körber- sowie
Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Lindauer Nobelpreisträgertreffen. Kompetente
Adressen, die auf neue Durchbrüche hoffen lassen.
ein BeiTRAg DeR SCienCe ALLiAnCe KAiSeRSLAUTeRn
WiSSen iM VeRBUnD FÜR
Die WiRTSCHAFT
Die Science Alliance Kaiserslautern koordiniert Forschungsfragen im Verbund und befördert
so die konsequente Weiterentwicklung der regionalen
Wissenschaftslandschaft.
Komplexe wissenschaftliche und technologische Fragestellungen beanspruchen
heute zu ihrer Lösung in der Regel mehr
als nur eine Disziplin. Hinzu kommen sich
ständig beschleunigende Innovationszyklen. Aufwendige Forschungsvorhaben
wenden sich daher vermehrt an Verbünde
oder sogenannte »Cluster«, in denen Kooperationspartner aus Wissenschaft und
Industrie unterschiedliche Kompetenzen
fokussieren. Beispielhaft dafür steht die
Science Alliance Kaiserslautern.
Es handelt sich um einen 2007 durch
die Technische Universität der Stadt initiierten Verbund, der alle wissenschaftlichen Institutionen in Kaiserslautern einschließt. Neben Universität und Fachhochschule sind dies acht Forschungsinstitute, die größtenteils als Ausgründungen aus der TU hervorgegangen sind.
Die Science Alliance soll eine effektive
Koordination heutiger und zukünftiger
Forschungsfragen mit einem breiten wissenschaftlichen Ansatz sichern und für
die Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Kaiserslautern sorgen.
Damit schließt sich der Kreis: Bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts war aufgrund
der Forderung der damaligen Wirtschaft
nach forschungs- und anwendungsbezogener Wissenschaft ein Lehrstuhl für praktische Mechanik errichtet worden. Heute
entwickelt die Science Alliance aus dem
Campus von FH und TU sowie angrenzender Institute heraus Hightech-basierte
Unternehmen. Zugleich bildet sie die Basis
zur Bereitstellung und Ausbildung von qualifizierten Arbeitskräften für diese Firmen.
Wissenschaft erweist sich damit als
»Enabler« für wirtschaftlichen Erfolg.
Eine Kernaufgabe der Science Alliance
besteht darin, die Potenziale interdisziplinärer Forschung zu erschließen und in der
Praxis nutzbar zu machen. Erfolgreich
praktiziert wird dies unter anderem bereits
im Rahmen der Forschungsinitiative des
Landes Rheinland-Pfalz in den beiden
Forschungszentren der TU Kaiserslautern.
Während es im Center of Mathematical and Computational Modelling (CM)2
darum geht, mathematische Modelle in
den Ingenieurwissenschaften zu optimieren, erforscht das Zentrum für Optik und
Materialwissenschaften (OPTIMAS) die
Wechselwirkungen von Licht, Spin und
Materie und thematisiert auf dieser
Grundlage anwendungsorientierte Fragestellungen aus der Physik, Chemie, Biologie und den Materialwissenschaften. Im
Rahmen der zweiten Bundesexzellenzinitiative wurde das von OPTIMAS maßgeblich gestaltete Exzellenzcluster Center of
Advanced Spin Engineering (CASE) für
die Hauptantragsrunde ausgewählt.
Diese Strukturen, in denen sowohl
grundlagen- als auch anwendungsorientiert geforscht wird, sind über die Science
Alliance eng mit den Instituten und der
FH verbunden.
Mit Materials Science beschäftigen
sich auch das Institut für Verbundwerkstoffe (IVW) sowie das Institut für Oberflächen- und Schichtanalytik (IFOS).
Beide können auf eine langjährige erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Das
IVW ist ein starker Partner für die Entwicklung maßgeschneiderter Material-
kombinationen, innovativer Bauweisen
und effizienter Fertigungsverfahren für
Composites. Das IFOS ist seit 1989
führend in seinem Angebot an Oberflächenanalysetechniken für Forschungsund Industriepartner.
Die Informations- und Kommunikations-Technologie als bedeutendster Teil
der Science Alliance wird repräsentiert
durch das Deutsche Forschungszentrum
für Künstliche Intelligenz (DFKI), das
weltweit größte seiner Art auf diesem
Gebiet, und die Fraunhofer-Institute für
Experimentelles Software Engineering
IESE sowie für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM.
Auch dazu gehört das jüngste Mitglied der Science Alliance, das MaxPlanck-Institut für Softwaresysteme. Es
entwickelt die Grundlagen, auf denen
Software-Applikationen aufgebaut werden können, und forscht an der vordersten Entwicklungslinie zu Themen, die
sich mit dem Zusammenspiel der vielfältigen Systeme heutiger Kommunikationsstrukturen befassen.
Eine weitere Perspektive bearbeitet
das Institut für Technologie und Arbeit
(ITA). Es untersucht die sozio-technologischen Rahmenbedingungen in einer zunehmend komplexer werdenden Arbeitswelt, die Arbeitnehmer vor immer neue
Herausforderungen stellt. Es geht im
Kern um die Analyse und Gestaltung von
Arbeit und Organisationen. Und im Bereich der Life Sciences forscht das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF) an der Umsetzung von
Naturstoffen zu neuen Marktprodukten.
Beispiele für erfolgreiche Kooperationen sind die Beteiligung von ScienceAlliance-Instituten am Spitzencluster
In der »SmartFactoryKL« erforschen DFKI
und TU Kaiserslautern intelligente Fabriksysteme der Zukunft. Als Beispielszenario dient
der Herstellungsprozess von Flüssigseife
»Software-Innovationen für das Digitale
Unternehmen« und am »Commercial
Vehicle Cluster« – unter anderem
mit dem Fraunhofer-Innovationscluster
»Digitale Nutzfahrzeugtechnologie«, um
die software-gestützten Entwicklungs-,
Planungs- und Fertigungsprozesse in
der Nutzfahrzeugindustrie in Kooperation mit Herstellern und Zulieferern zu
optimieren.
Von der Grundlagenforschung bis zur
Produkt- und Prozessentwicklung bietet
die Science Alliance Studierenden, Wissenschaftlern und Wirtschaft ein disziplinübergreifendes Forschungsumfeld,
das neben führenden Köpfen zunehmend forschungsintensive Unternehmen anzieht – etwa 2010 das JohnDeere-Entwicklungszentrum. Als Technologiestandort profitiert Kaiserslautern
Institut für Ober flächen und Schichtanalytik GmbH
dabei von kurzen Wegen und einem exzellenten Netzwerk, in das Stadt und
Bundesland, wissenschaftliche Einrichtungen und ortsansässige Unternehmen
gleichermaßen eingebunden sind.
Weitere beispielhafte Projekte sind:
das Pilotprojekt »Ambient Assisted
Living« des IESE, das zukunftsweisende
Konzepte für ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter entwickelt. Eine
mittelständische Gießerei aus der Region wurde deutschlandweit zum Technologieführer aufgrund der jahrelangen
Kooperation mit dem ITWM. Und mit
der »SmartFactoryKL« und dem »Living
Lab Virtual Office« betreibt das DFKI
einzigartige Forschungs- und Demonstrationsplattformen für modernste Industrieanlagentechnik und den Büroarbeitsplatz der Zukunft.
SCHLAgKRÄFTige ALLiAnz
Kontakt:
Geschäftsstelle der Science Alliance
Kaiserslautern e.V.
Postfach 3049
67653 Kaiserslautern
Tel.: (0631) 20 54 99 5
E-Mail: info@science-alliance.de
www.science-alliance.de
Vorstand:
Prof. Dr. Helmut Schmidt
(Präsident TU Kaiserslautern),
Prof. Dr. Andreas Dengel
(Wissenschaftlicher Direktor DFKI),
Prof. Dr. Michael Kopnarski (Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter IFOS)
Anzeige | FORSCHUNGSSTANDORT DEUTSCHLAND | Ein Spezial des Zeitverlags 4
Ein BEitrag dEs BundEsministEriums für Bildung und forschung
idEEn. innovationEn.
Wachstum.
Die Hightech-Strategie 2020 für Deutschland: Mit innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen
zielt die Bundesregierung auf Wohlstands- und Zukunftssicherung.
industriE 4.0
Durch die rasanten technischen
Fortschritte im IT-Sektor und das
Internet wachsen reale und virtuelle Welt immer enger zu einem
Internet der Dinge zusammen.
Für das Zukunftsprojekt »Industrie
4.0« ist diese Entwicklung der
Ausgangspunkt einer neuen industriellen Revolution, die Arbeitsplätze sichert und den Produktionsstandort Deutschland stärkt.
Die Chancen dieser 4. industriellen Revolution liegen in der
Prozessoptimierung zum Beispiel
von Energieversorgung, Verkehrswesen und Industrieproduktion.
Sie ermöglicht auch völlig neue
Dienstleistungen und Arbeitsprozesse, die den demografischen
Wandel berücksichtigen.
Zudem ist eine optimale
Ressourcennutzung möglich,
die den ökonomischen und
ökologischen Anforderungen
einer »grünen Produktion«
genügt sowie neue Formen der
Mensch-Maschine-Interaktion in
der Fabrik der Zukunft (»Smart
Factory«) schafft.
gEsund
durch gEziEltE
Ernährung
Gesundheit ist kostbar – und
auch teuer. Deshalb haben die
Gesunderhaltung des Menschen
und damit auch Fragen einer
gesunden Ernährung einen hohen
Stellenwert. Das Zukunftsprojekt
untersucht die Interaktion von
Nahrungsmitteln und menschlichem Organismus sowie die
Gründe der Lebensmittelauswahl, um daraus Strategien zur
allgemeinen Verbesserung der
Lebensqualität abzuleiten. Dabei
fokussiert es unter anderem auf
personalisierte Ernährungskonzepte, auf die Vermittlung von
Ernährungskompetenz und auf die
Entwicklung neuartiger, gesunder
und sicherer Lebensmittel.
Moderne Medizin, leistungsfähige Mobilität oder umweltschonende Energieversorgung: Innovationen sind die treibende Kraft für Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland. Sie schaffen
neue Arbeitsplätze und sichern bestehende: Mehr als 500 000 Menschen
sind hierzulande direkt mit Forschung
und Entwicklung beschäftigt – so viele
wie noch nie. Nur mit Innovationen lassen sich die zentralen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen, angefangen beim Klimawandel und der
demografischen Entwicklung über die
Ausbreitung von Volkskrankheiten und
Verteilungsungleichgewichte bei der
Welternährung bis zur Endlichkeit der
fossilen Rohstoff- und Energiequellen.
Auf allen diesen Gebieten sind wir auch
in Zukunft auf herausragende Ideen und
Innovationen angewiesen.
Die Bundesregierung bündelt seit
2006 in der Hightech-Strategie zahlreiche Aktivitäten im Bereich von Forschung und Innovation. Es geht konkret
darum, Wissen und Ideen möglichst schnell in neue Produkte und
Dienstleistungen zu überführen.
Die Hightech-Strategie wirkt. Der
Forschungsstandort Deutschland hat
seine Ausgangsposition in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.
Mit der Steigerung seiner Investitionen
in Forschung und Entwicklung auf 2,8
Prozent des Bruttoinlandsprodukts in
2009 gehört Deutschland wieder zur
Spitzengruppe forschungsstarker Länder weltweit. Insgesamt werden bei uns
in den Jahren 2010 bis 2013 über 25
Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung in den Bedarfsfeldern der
Hightech-Strategie investiert. Die fol-
gende Auswahl zeigt beispielhaft, wie
sich die Hightech-Strategie auf Zukunftsprojekte fokussiert und dabei das
große Potenzial an Ideen und Innovationen in Deutschland aktiviert – in der
Wissenschaft, in Unternehmen und in
den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger.
Mehr Infos: www.hightech-strategie.de
DEEN
NNOVATION
W CHSTUM
Die Hightech-Strategie für Deutschland
Deutschland im Jahr 2050: Auf der
Emissionsuhr am Rathaus von Morgenstadt kann man ablesen, welchen
Ausstoß an Kohlendioxid jeder Einwohner im Jahr statistisch betrachtet
zu verantworten hat. Längst ist die
Skala der Uhr von Tonnen auf Kilogramm umgestellt. Denn während die
Beheizung und Warmwasserbereitung
der Gebäude einer deutschen Großstadt 2010 noch fast die Hälfte ihrer
CO2-Emissionen verursachte, setzt die
Wärmeversorgung der Gebäude von
Morgenstadt kaum noch Kohlendioxid
frei, weil sie von fossilen Brennstoffen
unabhängig ist. Wo immer neu gebaut
wurde, entstanden in den vergangenen Jahrzehnten Nullenergiehäuser.
Die meisten ein- und zweistöckigen
Neubauten produzieren sogar mehr
Energie, als sie verbrauchen, weil sie
mit Solarzellen oder mit Sonnenwärmekollektoren ausgestattet sind.
Der Strom der CO2-neutralen Morgenstadt wird vorwiegend aus regenerativen Quellen gewonnen und nur
noch teilweise aus Großkraftwerken,
deren Kohlendioxidemissionen aber
durch sogenannte CCS-Technologien
abgeschieden und eingelagert wer-
den können. Elektrofahrzeuge sind
zum beherrschenden Verkehrsmittel
des Individualverkehrs in der Stadt
geworden. Die Fahrzeugbatterien
können nach ihrem mobilen Einsatz
als stationäre Speicher weiterverwendet werden.
Dank erheblicher Forschungsinvestitionen wird der erfolgreiche Einstieg
in die Wasserstoffwirtschaft mehr
und mehr Realität. Überregionale
Stromüberschüsse aus Wind und
Sonne dienen der elektrolytischen
Herstellung von Wasserstoff, der wiederum zur Energiegewinnung, etwa
in Brennstoffzellen oder Turbinen,
eingesetzt werden kann. Die Energie
aus Brennstoffzell-Aggregaten ersetzt
dank höherer Wirkungsgrade schrittweise Blockheizkraftwerke. Insgesamt
sind die Energiekosten der Bürger von
Der demografische Wandel
verändert unsere Gesellschaft:
Die Menschen leben länger und
bleiben länger aktiv. Sie wollen
auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben führen. Das
Zukunftsprojekt entwirft dazu
Perspektiven. Technologische,
medizinische und soziale Innovationen sollen dazu beitragen,
dass Menschen auch in der
dritten Lebensphase ein vielseitig
aktives und sozial integriertes
Leben führen, möglichst lange
im eigenen Zuhause bleiben und
von wirksamen medizinischen
Strategien zur Bewältigung
alterstypischer Krankheiten
und Gebrechen profitieren können. Dabei helfen Hightech
Lösungen wie »intelligente
Implantate« oder die Telemedizin
ebenso wie neue Ansätze in der
Pflege und in der Gestaltung
des sozialen Zusammenlebens.
sichErE
idEntitätEn
morgEnstadt – EinE antWort
auf dEn KlimaWandEl
Im Auftrag von Bundesforschungsministerin Annette
Schavan haben Vertreter aus
Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik die Vision einer Stadt
der Zukunft entworfen – als
Antwort auf den Klimawandel
und als Symbol dafür, dass
Wohlstand, Lebensqualität
und Ökologie sich keineswegs
ausschließen.
sElBstBEstimmtEs lEBEn
im altEr
Morgenstadt wesentlich niedriger als
in vergleichbaren Kommunen, was
auch unter sozialen Gesichtspunkten
vorteilhaft ist. Die Mobilitätsangebote
sind deutlich attraktiver und einfacher
zu nutzen. Auch weil heute weder Öl
noch Gas verbrannt werden, hat sich
die Lebensqualität erhöht. Außerdem
ist die Energieversorgung sicherer als
in vielen anderen Regionen Europas.
Vor allem aber hat sich der Wohlstand der Stadt erhöht, da durch ihren
Umbau Arbeitsplätze in Zukunftstechnologien geschaffen und neue Unternehmen im Energiebereich angelockt
wurden. Ein großer Teil der Finanzmittel, die früher für Energie ins Ausland abflossen, bleibt heute in Stadt
und Region.
Das ganze Zukunftsbild findet sich
unter: www.bmbf.de/de/15496.php
Wie können in einer zunehmend
vernetzten Welt der Schutz der
Privatsphäre und die individuelle
Freiheit im Internet gewährleistet
werden? Wie gelingen informationelle Selbstbestimmung und
Sicherheit der Daten? Das Zukunftsprojekt erarbeitet Antworten
auf diese Fragen. Dabei geht es
um die Perspektive des Einzelnen,
etwa um die Frage, wie wir eine
Vertrauenskultur im Internet
schaffen können, um das volle
Potenzial für die Gesellschaft zu
nutzen. Neben der Entwicklung
neuer Technologien werden hier
auch sozioökonomische und
rechtliche Fragen behandelt.
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Seele and Geist
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