close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Informationen - Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

EinbettenHerunterladen
Kantonaler Deutschtest im Einbürgerungsverfahren (KDE)
Richtlinie für die Verwendung des KDE
Richtlinien für Gemeinden und Testanbieter
zur Verwendung des Kantonalen Deutschtests im Einbürgerungsverfahren (KDE)
Ausgangslage
Gesetz
Die Kantonsverfassung verlangt, dass Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber über angemessene Deutschkenntnisse
verfügen müssen (Art. 20 Abs. 3 lit. a).
Rechtsprechung
Gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 137
I 235) haben die Gemeinden bei der Beurteilung der Sprachkenntnisse von Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerbern
folgende Vorgaben zu beachten:
- Die Gemeinde hat das für die Erteilung des Gemeindebürgerrechts verlangte Sprachniveau festzulegen und den Einbürgerungswilligen mitzuteilen, damit sie sich entsprechend
vorbereiten können.
- Das angewendete Testverfahren hat inhaltlich und formal
heute üblichen Qualitätskriterien für die Beurteilung von
Sprachkompetenzen zu genügen. Als Referenzsystem ist
der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) beizuziehen.
- Der Sprachtest muss von Fachleuten durchgeführt werden.
- Der Sprachtest ist im Hinblick auf die Begründungspflicht
von Einbürgerungsentscheiden zu dokumentieren.
Kantonaler Test
Das Gemeindeamt des Kantons Zürich hat einen Deutschtest
für das Einbürgerungsverfahren (KDE) entwickelt, der ab April
2013 allen Gemeinden zur Verfügung steht.
Adressaten und Zweck der Richtlinie
Adressaten
Die vorliegenden Richtlinien für die Verwendung des KDE richten sich an:
- die Gemeinden im Kanton Zürich, die von den Ausländerinnen und Ausländern, die ein Einbürgerungsgesuch stellen,
die Absolvierung des KDE verlangen;
- öffentliche und private Testanbieter, die im Auftrag der Gemeinden den KDE durchführen oder dies zu tun beabsichtigen.
Zweck
Die Richtlinien setzen die Rahmenbedingungen für die Durchführung des KDE zum Nachweis angemessener Kenntnisse der
deutschen Sprache durch Einbürgerungsbewerberinnen und bewerber im Kanton Zürich.
Version Oktober 2014
Seite 1/4
Kantonaler Deutschtest im Einbürgerungsverfahren (KDE)
Richtlinie für die Verwendung des KDE
Testanbieter
Anforderungen an
Testanbieter
Die Gemeinden können die Durchführung des KDE einem öffentlichen oder privaten Testanbieter übertragen, der folgende
Anforderungen erfüllen muss:
a) Der Testanbieter verfügt über einen anerkannten Qualitätsnachweis für Weiterbildungsinstitutionen in Form einer Zertifizierung durch eine im Kanton Zürich anerkannte Institution.
Gegenwärtig wird diese Voraussetzung durch das Label
eduQua, Schweizerisches Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen, erfüllt.
b) Der Testanbieter verfügt über die notwendige Infrastruktur
für die Durchführung der Prüfungen und ist in der Lage, Prüfungstermine zur Verfügung zu stellen, die der Nachfrage
entsprechen und keine unzumutbare Verzögerung des Einbürgerungsverfahrens zur Folge haben (mindestens vier
Prüfungsermine im Jahr).
c) Der Testanbieter schliesst mit dem Gemeindeamt des Kantons Zürich eine Vereinbarung über die Nutzung des KDE
ab.
Für Gemeinden, die den KDE selbst durchführen, entfallen die
Anforderungen von lit. a.
Anforderungen an
Prüfungsexperten und
Aufsichtspersonen
Der Testanbieter gewährleistet, dass für die Durchführung des
KDE ausschliesslich Prüfungsexpertinnen und -experten eingesetzt werden, die über eine qualifizierte erwachsenenbildnerische Ausbildung für die Förderung erwachsener Migrantinnen
und Migranten in Deutsch als Zweitsprache und entsprechende
methodisch-didaktische Fähigkeiten verfügen und
a) ein Zertifikat der Stufe 1 des Schweizerischen Verbands für
Weiterbildung (SVEB) für Zweitsprachkursleitende oder eine
gleichwertige Qualifikation im Sinne des Sprachförderungskonzepts fide des Bundes besitzen;
b) vier Jahre Unterrichtspraxis in Deutsch als Zweitsprache für
Erwachsene im Umfang von mindestens 300 Stunden nachweisen;
c) den Einführungskurs zum KDE und die zweijährlich stattfindenden Treffen mit Erfahrungsaustausch besuchen, die vom
Gemeindeamt organisiert werden.
Personen, die zur Aufsicht im schriftlichen Testteil eingesetzt
werden, müssen die Anforderungen von lit. c erfüllen.
Testformat
Testaufbau
Version Oktober 2014
Der KDE überprüft die Sprachhandlungskompetenz in den Bereichen Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen.
Die Testteile Hören, Lesen und Schreiben bilden eine Einheit.
Sie werden in Gruppen geprüft.
Der Testteil Sprechen wird separat in Form eines individuellen
Gesprächs durchgeführt.
Seite 2/4
Kantonaler Deutschtest im Einbürgerungsverfahren (KDE)
Sprachliches
Anforderungsprofil
Richtlinie für die Verwendung des KDE
Die Anforderungen an die Sprachhandlungskompetenz liegen
für die vier Fertigkeitsbereiche auf folgenden Kompetenzniveaus des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für
Sprachen (GER):
- Hören (Rezeption mündlich): B1.1
- Lesen (Rezeption schriftlich): A2.2
- Schreiben (Interaktion schriftlich): A2.1
- Sprechen (Interaktion mündlich): B1.1
Diese Anforderungen entsprechen den Empfehlungen, die das
Bundesamt für Migration (BFM) in seinem Informationsschreiben vom 15. Juni 2009 für die Beurteilung der sprachlichen
Kommunikationsfähigkeit im bürgerrechtlichen Bereich abgegeben hat.
Testdurchführung
Grundlage
Die Testdurchführung richtet sich nach dem vom Gemeindeamt
erlassenen Reglement für die Organisation und Durchführung
des KDE.
Information
Die Gemeinden informieren die Einbürgerungsbewerberinnen
und -bewerber im Rahmen der Informationen zur Einreichung
eines Einbürgerungsgesuchs über den Aufbau und das sprachliche Anforderungsprofil des Kantonalen Deutschtests (KDE).
Die Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber bestimmen
selbst, wie sie sich auf den KDE vorbereiten wollen.
Beurteilung
Die Beurteilung der sprachlichen Leistung der Absolventinnen
und Absolventen des KDE erfolgt auf der Grundlage einer fertigkeitsbezogenen Beurteilungsskala nach Punkten.
Die mündliche Interaktion (Testteil Sprechen) wird im Punktesystem stärker gewichtet als die Teile Hören, Lesen und
Schreiben.
Der Test gilt als bestanden, wenn 60% der maximalen Punktzahl sowohl im Testteil «Hören, Lesen und Schreiben» wie auch
im Testteil «Sprechen» erreicht werden.
Stellenwert des
Testergebnisses
Das Testergebnis bildet eine massgebliche Grundlage für die
Beurteilung der sprachlichen Integration der Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber.
Aufzeichnung der
Testergebnisse
Die Auswertung und Dokumentation des von den Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerbern absolvierten KDE (Beantwortung der Testfragen, Beurteilung und Testergebnis) erfolgt
durch die Testanbieter.
Kommunikation der
Testergebnisse
Die Testanbieter übermitteln die Testergebnisse direkt den Gemeinden.
Wiederholung des Tests
Über eine allfällige Testwiederholung bei Nichtbestehen im laufenden Verfahren entscheidet die Gemeinde. Sie kann dazu
eine Empfehlung des Testanbieters einholen.
Version Oktober 2014
Seite 3/4
Kantonaler Deutschtest im Einbürgerungsverfahren (KDE)
Richtlinie für die Verwendung des KDE
Kosten
Die Kosten werden von den Gemeinden und den Testanbietern
gemeinsam festgelegt.
Die Kosten dürfen den Betrag, der für die Deckung des Durchführungsaufwandes und die Qualitätssicherung des KDE notwendig ist, nicht übersteigen.
Archivierung
Die Testunterlagen werden von den Testanbietern aufbewahrt,
sofern zwischen Gemeinden und Testanbietern nichts anderes
vereinbart ist. Nicht mehr benötigte Testunterlagen müssen
vernichtet werden.
Qualitätssicherung
Die Qualität des Kantonalen Deutschtests für Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber im Kanton Zürich (KDE) wird
durch ein spezifisches Qualitätsmanagement gewährleistet,
welches durch das Gemeindeamt koordiniert wird.
Befreiung vom Deutschtest
Zuständigkeit
Die Dispensierung der Einbürgerungsbewerberinnen und bewerber von der Absolvierung des Deutschtests im Einbürgerungsverfahren ist Sache der Gemeinden.
Empfehlung des
Gemeindeamts
Das Gemeindeamt empfiehlt den Gemeinden, Personen von
der Sprachprüfung zu befreien, die
a) Deutsch als Muttersprache beherrschen,
b) in der Schweiz während mindestens fünf Jahren den Unterricht auf Volksschulstufe oder Sekundarstufe II in deutscher
Sprache besucht haben,
c) zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung das 16. Altersjahr
noch nicht vollendet haben,
d) über ein Sprachdiplom oder ein Ausbildungszeugnis verfügen, das deutsche Sprachkenntnisse gemäss dem sprachlichen Anforderungsprofil bescheinigt.
Beeinträchtigungen der Gesundheit, die sich erheblich und andauernd auf die Lern- und Leistungsfähigkeit auswirken, werden
bei der Sprachprüfung auf begründetes Gesuch hin berücksichtigt, durch
a) Herabsetzung der sprachlichen Anforderungen auf eine tiefere Kompetenzstufe,
b) teilweise oder vollständige Befreiung vom Nachweis der
mündlichen und schriftlichen Kenntnisse.
Liegt ein Fall von Analphabetismus vor, ist der Dispens vom
schriftlichen Prüfungsteil zu prüfen. Bei der Beurteilung der
sprachlichen Integration ist dann nur auf die Ergebnisse des
mündlichen Prüfungsteils abzustellen. Die gesuchstellende Person hat nachzuweisen, dass sie sich aktiv um eine Alphabetisierung bemüht hat.
---
Version Oktober 2014
Seite 4/4
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
7
Dateigröße
33 KB
Tags
1/--Seiten
melden