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5. Anlagenbuchhalter – Tagung in Weinheim
Thema:
Referent:
SPRACHBARRIEREN
im Rechnungswesen überwinden
Axel Uhrmacher
Vizepräsident des BVBC e.V.
22.10.2014
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Artikel zu Sprachbarrieren:
- Sprachbarrieren überwinden: Wie sich Frauen im Beruf durchsetzen
- Manager mit Chinesisch–Kenntnissen gesucht
- Mit Deutsch–Kursen Sprachbarrieren überwinden und ausländische
Fachkräfte integrieren
- Faire Gerichtsprozesse ohne Sprachbarrieren
- Risiko für Patienten durch Sprachbarrieren der Ärzte
- Spanische Ingenieure scheitern meist an Sprachbarrieren
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Sprachbarrieren im
Rechnungswesen?
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Stimmlose Berater?
Was ein Kommunikationstrainer in Seminaren,
Workshops und Weiterbildungsveranstaltungen
regelmäßig erlebt, sind ungenutzte Möglichkeiten
und verschenktes Potenzial bei den
Teilnehmenden. Denn die Bedeutung von Stimme
und Sprache wird häufig unterschätzt.
8
Warum die Stimme so wichtig ist
So sind nicht wenige Berater nicht ganz einfach zu verstehen- sprachlich,
sprecherisch, akustisch – obwohl doch allgemein bekannt ist, wie
entscheidend Stimme und Sprechen gerade bei beratenden
Tätigkeiten sind.
Fragt man nach, waren die Betroffenen waren zu 90% nie korrigiert oder
informiert oder auch nur auf Übungsmöglichkeiten hingewiesen
worden. Vor diesem Hintergrund sollte es bei allen
Verhaltenstrainings im Unternehmen, so viel sei jetzt schon gesagt,
immer auch darum gehen, die Bereiche Stimme, Sprache, Sprechen
zu beobachten und zu analysieren. Daraus lassen sich dann
Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.
9
Stimme & Sprache tragen die
Persönlichkeit
Mit Geschäftspartnern verhandeln, vor Kunden präsentieren, in einer
Telefon- und Videokonferenz vorkommen, Meetings leiten – bei allen
Formen mündlicher Kommunikation sind Stimme, Sprache, Sprechen
mit ausschlaggebend für den Kommunikationserfolg.
Stimme und Sprechen als Realisierung von Sprache ‘tragen’ dabei
bekanntlich die Persönlichkeit. Ziel der folgenden Überlegungen ist
es deshalb, aufmerksam zu machen auf Parameter, deren
Weiterentwicklung zur Optimierung der
Kommunikationspersönlichkeit beiträgt.
1
0
Anstrengungsfrei sprechen ist erlernbar
Die Stimme sollte anstrengungsfrei funktionieren, belastbar sein und
auch noch wohlklingend – ziemlich hohe Anforderungen also. Dabei
muss man wissen, dass die Stimme gewissermaßen genetisch
festgelegt ist; trotzdem ist das, was wir mit der Stimme veranstalten –
die Stimmführung, der Klang der Stimme, der richtige ‘Sitz’ –
veränderbar.
Es muss also nicht sein, dass jemand leise und verhaucht spricht bis zum
Lebensende, nur weil er oder sie irgendwann damit angefangen hat.
Genau so ist es kein festgelegtes Schicksal, bei Präsentationen mit so
viel Druck und Anstrengung und schnell auch Heiserkeit zu reden,
dass nach zehn Minuten die ersten Zuhörer unruhig werden, sich mit
anderen Dingen beschäftigen, abschalten – die Anstrengung, einer
gewissermaßen beschädigten Stimme zuzuhören, ist einfach zu groß.
11
Wenn Zuhörer heiser werden
Was das für Präsentationen bedeutet, liegt auf der Hand. Im Extremfall
kann ein Hörer einer solchen Stimmleistung anschließend selbst heiser
sein – obwohl er kein Wort gesagt hat.
Bezieht man noch ein, dass Vortragende sich gut überlegen sollten, was
sie vor der rednerischen Leistung oder mittendrin trinken, wird klar,
wie komplex dieses Teilthema ist: Säfte wirken adstringierend (Apfel)
oder verschleimend (Orange), Kaffee und Tee trocknen aus,
Mineralwasser mit viel Kohlensäure erhöht bestimmt den
Unterhaltungswert der Präsentation – also: lediglich Wasser ist
angesagt.
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6 Häufige Stimmfehler
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1. Lautstärke
Die Betreffenden haben keine Wahrnehmung ihrer eigenen Lautstärke,
sind entweder zu leise oder deutlich zu laut.
Im ersten Fall haben sie große Schwierigkeiten bei Präsentationen zum
Beispiel, insbesondere in großen Räumen oder vor zahlreichen
Zuhörern. – Zu laut hingegen wirkt befremdend, wenn die – wenigen –
Teilnehmer einer Verhandlung an einem Tisch zusammensitzen.
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4
2. Nasalität
Ein Teil der Sprech-Produktion rutscht gewissermaßen nach oben,
erfolgt im Nasenraum, was dann an eine Stimme bei starkem
Schnupfen erinnert.
Dies klingt oft unangenehm, allerdings ist gravierender, dass
Stimmklang und damit Wirkung (z.B. Raumwirkung) verloren gehen
bzw. stark beeinträchtigt werden. Hier muss gelernt werden, den
vollen Stimmklang (wieder) zu erreichen, der zum Beispiel beim
Telefonieren eine hohe Bedeutung hat.
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3. Sigmatismen
Gemeint sind die sogenannten s-Fehler, also Abweichungen vom
Standard bei /s/ und /ss/. Meist gerät dabei die Zunge zwischen
die Zähne bzw. an die Rückseite der oberen Schneidezähne.
Bei kleinen Kindern wird das entsprechende Klangbild oft als ‘niedlich’
bewertet, bei gestandenen Firmenlenkern erscheint es eher peinlich.
1
6
4. halsiges Sprechen
Die Produktion erfolgt zu weit hinten im Rachenraum – zwar nicht im
Hals, aber der Höreindruck legt dies nahe; typisch für viele
Dialekte,führt oft zu undeutlichem Sprechen, wird als sehr
zurückgenommen wahrgenommen, Nachfragen nehmen zu.
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5. laterales Sprechen
Gesprochen wird zu sehr auf der linken oder rechten Seite, fast aus den
Mundwinkeln. Was jeder selbst ausprobieren kann:
Wenn bei einem /l/ die Zungenspitze nicht genau den Spalt zwischen
den oberen Schneidezähnen trifft, sondern etwas daneben Kontakt hat,
klingt der Laut sofort anders; oft zu hören in ausgesprochenen
Dialektregionen (moselfränkisch).
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6. Dysphonien
Dysphonien kommen nicht selten vor. Darunter versteht man entweder ein
zu leises, verhauchtes, sehr schwaches Sprechen (hypofunktionell), oder
genau das Gegenteil:’die Stimme klingt sehr angestrengt, kratzig, heiser,
rauh, ist oft zu laut, man kann den Druck, mit dem gesprochen wird,
häufig sogar sehen (hyperfunktionell);
Die letztere Variante kann man etwa von Fußballtrainern hören, von
Lehrenden, von Menschen, die sich im Freien verständigen müssen,
oder von Menschen, die in einem neuen beruflichen Kontext plötzlich
vor großen Gruppen reden müssen.
Im Extremfall werden die Stimmen durch die physiologisch falsche
Verwendung irreparabel geschädigt. Übrigens: Im Mittelalter gab es für
dieses Krankheitsbild die Bezeichnung “Predigerhalsweh”, heute ist es
ein bekanntes Phänomen bei allen Sprechberufen, und dazu zählen auch
Consultants.
1
9
6 Tipps zum besseren
Sprechen
Viele der dargestellten Phänomene sind habituell, das
heißt: sie sind angelernt, antrainiert und können
deshalb auch wieder verlernt werden, oft mit wenig
Aufwand.
Was verwunderlich bleibt: Wieso hat noch nie ein
Lehrer oder Dozent die Betreffenden darauf
aufmerksam gemacht? Die folgenden Punkte
beschreiben Standards bzw. verweisen auf
Normen und beantworten die Frage: Was sollte
beherrscht werden?
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0
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1
Artikulation
= normiert, zu überprüfen im Ausspracheduden. Dort findet man zum
Beispiel, dass es tatsächlich [Könich] heißt, und nicht [Könick]. Zentral
bei der Artikulation der Laute der deutschen Sprache sind großräumige
Mundbewegungen, man muss also richtig etwas tun, will man
verstanden werden. Ansonsten klingt jemand schnell vernuschelt,
geradezu maulfaul, besonders wenn er noch dazu alle Endsilben
‘verschluckt’.
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2
Melodie
Ziel ist eine Intonation (= Melodieführung), die als ‘interessant’ bewertet
wird; dazu ‘arbeitet’ die Stimme auf verschiedenen Tonhöhen,
erscheint sehr beweglich und dadurch nicht monoton und langweilig;
kann man sich vorstellen wie das Absingen von Noten auf einem
Notenblatt.
So lässt sich auch die stereotype Frageintonation verhindern, bei der am
Ende eines jeden Satzes, ob es passt oder nicht, die Stimme nach oben
geht. Problem: es gibt keine Norm, die überprüfbar ist oder gelernt
werden kann.
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Betonung
Die Betonung der einzelnen Wörter der deutschen Sprache ist penibel
geregelt, von Muttersprachlern wird hier völlige Sicherheit erwartet.
2
4
Sprechtempo
Das Ziel besteht hier darin, variieren zu können, also je nach Anforderung
in der konkreten Kommunikationssituation schneller oder langsamer
sprechen zu können.
Gerade bei Reden ist das zum Beispiel ein wichtiger Faktor, mit dem die
Aufmerksamkeit des Publikums beeinflusst werden kann. Besonders
Berufsanfänger, aber auch Berater, die eher selten mit größeren
Gruppen arbeiten, neigen oft zu einem sehr schnellen Sprechen.
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Pausierung
Man kann bei einer Präsentation wenige Pausen realisieren oder viele,
kurze oder lange Pausen und – ganz wichtig, weil selten beherrscht –
spannende und lösende Pausen. Ziel sollte sein, dass die Pausen dem
Vortragenden nicht einfach ‘passieren’, sondern dass er sie an einer
bestimmten Stelle haben will – damit das Publikum die Chance erhält,
ihn noch besser zu verstehen.
Übrigens: Spannende Pausen bedeuten, dass die Stimme (mitten in einer
Äußerung oder am Ende) ‘oben’ bleibt und durch die folgende sehr
kurze Pause die Spannung aufrecht erhält. Lösende Pausen sind das
Gegenteil davon, die Stimme bewegt sich am Äußerungsende nach
unten und löst mit der folgenden Pause die Spannung auf. –
Schwierigkeit: Für die meisten
Menschen sind Pausen eine Mutfrage!
2
6
Auf die Indifferenzlage achten
Von entscheidender Bedeutung bei dem Thema Stimme ist die
sogenannte Indifferenzlage; in diesem Bereich ist die Stimme
indifferent, also nicht angestrengt, ermüdet nicht so leicht. Sie klingt
angenehm, weder zu hoch noch zu tief, jeder kann gut zuhören.
Ein geschultes Ohr kann Abweichungen von der Indifferenzlage sofort
erkennen, für den Sprecher selbst ist das schwierig, die Diagnose ist
eher eine Sache für Experten. So sind Männerstimmen oft in
exponierten Situationen – allein vor Publikum zum Beispiel – deutlich
zu tief.
Hinweise, dass etwas unternommen werden sollte, können eine immer
wieder angestrengt und heiser klingende Stimme sein, häufiges
stimmliches ‘Unwohlsein’, Räusperzwang.
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7
Fachsprache & Code-Switching
Sprache bedeutet eigentlich nichts anderes als Wörter und Regeln, wie
die einzelnen Elemente miteinander verknüpft werden. Das fällt vor
allem dann auf, wenn das Gesagte nicht verstanden wird – zum
Beispiel bei einer Fachsprache.
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Festgefahren in der Fachsprache
Bei Fachsprachen werden Begriffe verwendet, oft auch abgekürztes
Sprechen, das Berufskollegen ohne Schwierigkeiten verstehen – aber
eben nur diese. Das kann so weit gehen, dass ein solcher Sprecher
sprachlich gar nicht auf eine andere Ebene wechseln kann, weil er in
dieser speziellen Sprache
bereits festgefahren ist.
Wer beispielsweise bei einem Kundenerstkontakt so redet, muss sich nicht
wundern, wenn von Kundenseite der Wunsch nach einem anderen
Berater geäußert wird.
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0
Bei Verhandlungen geht es ums
Verständnis
Auch bei Verhandlungen geht es nicht nur um fachliche Inhalte, man
muss schlichtweg miteinander reden können. Und man muss sich
verstehen!
Das zugrundeliegende Problem muss den Betroffenen erst von außen
gespiegelt werden; das aber ist oft nicht einfach, da die Sicherheit im
Begrifflichen immer auch ein Ausbildungsziel ist und Professionalität
signalisiert.
3
1
Wer sind meine Zuhörer?
Aber auch hier gilt: es geht nicht um schwarz oder weiß, um gut oder
schlecht, sondern sinnvoll sind Mischungen, die in der jeweiligen
Kommunikationssituation hergestellt und für genau diese Partner zu
dieser Uhrzeit an diesem Ort in diesem Zusammenhang organisiert
werden.
Hilfreich ist dabei immer eine präkommunikative Situationsanalyse, die
Aufschluss geben kann über
den zu erwartenden Zuhörerkreis.
3
2
Ein zu geringer Wortschatz?
Viel einfacher ist ein anderes Phänomen zu bearbeiten: es klingt vielleicht
übertrieben, aber verschiedentlich ist der Wortschatz der jungen
Beratenden sehr gering.
Die betreffenden Kandidaten sind fachlich richtig gut, verwenden in ihren
mündlichen Leistungen aber fast schon stereotyp “haben”, “machen”
und “es gibt”.
3
3
Die Fähigkeit zum Code-Switching
Die Linguistik spricht hier von einem restringierten Code. – Einfache
Abhilfe: lesen, und zwar nicht schon wieder Fachliteratur, sondern
richtige Bücher. Ebenfalls schnelle Hilfe versprechend: selbst Texte
schreiben, Phantasiegeschichten, oderauch: Tagebuch führen.
Der Wortschatz kann gar nicht groß genug sein. Ziel ist ein sogenannter
elaborierter Code, also die Fähigkeit, auf der Basis eines umfangreichen
Wortschatzes, je nach Partner, Vorgeschichte, Thema und Situation,
ausreichend Auswahlmöglichkeiten für Formulierungen zu haben; dazu
gehört auch die Fähigkeit zu einem code-switching.
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4
Dialekt & andere Sprachbarrieren
Dialekt versus Standardsprache ist eine bekannte Diskussion und
Gegenstand häufiger Fragen in Seminaren; das eine wird verteufelt, das
andere hochgelobt. Wie so oft liegt die Wahrheit hier irgendwo in der
Mitte – die Mischung ist maßgebend.
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Dialekt kann auch ein Vorteil sein
Wenn ein Berater in einer ausgesprochenen Dialektregion arbeitet und
vielleicht selbst aus dieser Gegend stammt, ist es mit Sicherheit ein
Vorteil, wenn man das hören kann.
Also gilt auch hier: Thema ist die Erweiterung der Kompetenzpalette.
Dass ein Consultant Standardsprache spricht, setze ich als
Arbeitgeber voraus.
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Ein Problem der Syntax
Jeder hat schon Menschen zuhören müssen, die sehr eloquent klingen,
aber verstanden hat man hinterher kaum etwas, und behalten lässt
sich das Ganze schon gar nicht.
Der Grund ist oft ganz einfach ein Syntaxproblem, die Sätze sind schlicht
zu lang. Häufig ist das ein Ergebnis der (hoffentlich unbewussten)
Position: Wie soll ich wissen, was ich meine, bevor ich höre, was ich
sage?
3
8
Die Zuhörfähigkeit wird überstrapaziert
Ein Text von Heinrich von Kleist trägt den Titel: “Über die allmähliche
Verfertigung der Gedanken beim Reden”. Ergebnis ist in diesen
Fällen immer:
Die Zuhörfähigkeit der Menschen, für die eine Präsentation gedacht ist
oder die in einem Meeting mit am Tisch sitzen, wird überstrapaziert.
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Es geht darum, Komplexität zu
reduzieren
Es gibt Untersuchungen, wonach die Hälfte der Zuhörer einem Satz mit
mehr als 13 Wörtern nicht mehr folgen kann.
Mit solchen überlangen Konstruktionen verstoßen Berater, aber auch z.B.
Politiker und Hochschuldozenten gegen einen eisernen Grundsatz:
Ihre Arbeit besteht in vielen Fällen darin, Komplexität zu reduzieren –
aber nicht, sie zu vergrößern.
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0
Verstehen mich meine Zuhörer?
Die Konsequenz heißt allerdings nicht, einfach nur kürzere Sätze zu bilden
und sehr kleinschrittig zu arbeiten, sondern sollte so aussehen: die
Verstehbarkeit der eigenen Äußerungen wird unausgesetzt überprüft.
Etwa durch einen intensiven (Augen-) Kontakt mit den
Kommunikationspartnern. Auf dieser Basis können Formulierungen
immer wieder angepasst werden.
4
1
Das können Sie tun!
Nun haben Sie viel über die Macht der Stimme und Sprechverhalten
gehört.
Was aber können Sie tun, um Ihrer eigene Sprachleistung zu
verbessern?
Dazu einige Tipps:
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2
4
3
Über den Tellerrand blicken
Generell empfiehlt es sich, über den Tellerrand zu blicken und über
aktuelle Entwicklungen informiert zu sein, in Politik, Kultur, Sport,
Wirtschaft.
Dies ist insbesondere in interkulturellen Situationen wichtig, weil
Berater hier oft als Repräsentanten Deutschlands begriffen werden.
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4
Den Wortschatz entwickeln
So lässt sich Fachidiotentum zu einem gewissen Teil vermeiden, da man
auf diese Weise nicht nur seine Themenpalette vergößert, sondern
auch seinen aktiven und passiven Wortschatz weiterentwickelt.
Die eigene Ausdrucksfähigkeit sollte schriftlich und mündlich ständig
optimiert werden, es wäre falsch zu glauben, dieser Prozess sei
irgendwann abgeschlossen.
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5
Zielgerichtet kommunizieren
Dabei ist vor allem anderen an der Gerichtetheit der eigenen
Kommunikation zu arbeiten, nur Phrasen und Textbrocken
abzusondern und soziale Geräusche hervorzubringen genügt nicht.
Zentral ist es, durch ganz individuelle Kommunikationsformen, die
effektiv und vor allem zielführend sind, etwas erreichen zu wollen.
4
6
Einen guten Berater suchen
Wenn Sie qualifizierte Rückmeldung zum eigenen
Kommunikationsverhalten haben möchten, sollten Sie einen guten
Coach oder Berater suchen.
Üblich sind heute ganz verschiedene Formen, die nicht immer eine
persönliche Präsenz erfordern; Beratung per Mail und Telefon ist
inzwischen gang und gäbe. Das muss auch nicht längere Zeit dauern
und damit sehr teuer werden, ein gelegentlicher ‘technischer Halt’
genügt meistens.
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Was professionelle Hilfe bringt
Vor allem sollte Zeit und Geld investiert werden in konkrete
Weiterbildung in Gesprächs- und Redefähigkeit, das heißt: an
Seminaren, Veranstaltungen, Trainings teilnehmen.
Die Thematik sollte breit gefächert sein, anzuraten sind auch Soft Skills
im weitesten Sinn wie Gestalttherapie, Psychodrama, Yoga (unter
anderem wegen Atemarbeit).
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8
Wie findet man einen guten Trainer?
Dazu sollte man sich möglichst Trainer suchen, die sehr individuell
arbeiten, in eher kleinen Gruppen. Einen solchen Trainer erkennt
man daran,
dass er nicht Wochen vor der Veranstaltung eine Agenda verschickt,
sondern damit wartet, bis er die Teilnehmenden zum ersten Mal
gesehen hat,
dass er keine Rezepte ausstellt, sondern Vorschläge macht,
und dass er bei Fragen und Problemen nicht sofort reagiert, sondern erst
einmal nichts sagt und nachdenkt.
4
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Mitfreude, nicht
Mitleiden macht den
Freund.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph
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10 Strategien zur Verbesserung der
Gesprächsführung
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1
1. Strategie:
Gesprächsbereitschaft signalisieren und zuhören
- Aufmerksamkeit signalisieren;
- sich Notizen machen;
- Beiträge zusammenfassend wiederholen bzw.
zusammenfassend wiederholen lassen.
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2
2. Strategie:
Kommunikationssituation öffnen
- Lernerbeiträge weitergeben (nicht sofort
antworten, sondern weitere Beiträge annehmen);
- Lernerkette: Jeder Lerner, der einen Beitrag
geleistet hat, kann bestimmen, wer als Nächstes
drankommt;
- offene Impulse.
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3
3. Strategie:
Zeit geben
- ausreichend Zeit zum Nachdenken und
Formulieren geben, mindestens 3 Sekunden
warten;
- ein „Murmelgespräch“ anregen;
- Notizen machen lassen oder ein Thema
aushandeln lassen.
5
4
4. Strategie
Beiträge wieder aufgreifen
- Die Lerner bitten, ihren Beitrag zu wiederholen;
- Mitlerner um Stellungnahme bitten;
- an Beiträgen von Lernern erinnern und in
Beziehung setzen.
5
5
5. Strategie:
Rückmeldung geben
- geeignete Beiträge deutlich wiederholen;
- Hilfen anbieten, einen Beitrag zu präzisieren;
- auf geeignete Anteile in Lernerantworten
hervorhebend vereisen.
5
6
6. Strategie:
Inhalte strukturieren und kategorisieren
- Kategorien aufzeigen und Beiträge zuordnen
lassen;
- Zusammenhang zum Grundsätzlichen herstellen
und Abstraktionsschritte verdeutlichen;
- auf die Abfolge von Arbeitsschritten verweisen.
5
7
7. Strategie:
Beiträge gewichten
- zwei oder drei Lerner auffordern, ihre Beiträge zu
wiederholen;
- Beiträge zur Fragenstellung der Stunde in
Beziehung setzen;
- die Zielrichtung des weiteren Vorgehens
verdeutlichen/Transparenz herstellen.
5
8
8. Strategie:
Inhalte (aus-)schärfen
- Inhalte zusammenfassen, um den Lernern
Orientierung (ein Sprachvorbild) zu geben;
- Fachbegriffe ergänzen und erläutern;
- komplexe Sachverhalte visualisieren.
5
9
9. Strategie:
Phasen miteinander vernetzen
- Transparenz zur Vorgehensweise herstellen und
einen Programmüberblick geben;
- an vorhergehende Phase erinnern;
- Ergebnisse zu den Hypothesen am Anfang der
Stunde in Beziehung setzen.
6
0
10. Strategie:
Ergebnisse sichern
- Ergebnisse zusammenfassen oder
zusammenfassen lassen;
- auf die Ausgangsfrage Bezug nehmen;
- neu erworbenes Wissen mit Vorwissen
vernetzen:
6
1
3 zusätzliche Strategien
zur Verbesserung
der Gesprächsführung
6
2
11. Strategie:
Sprechhilfen geben
- Sprechbereitschaft durch Mimik/Gestik
unterstützen;
- Sprechhilfen (Wortlisten, Sprachmuster …)
einblenden;
- in der Sprachnot durch Zuflüstern weiterhelfen.
6
3
12. Strategie:
Sprachfehler passend korrigieren
- Fehler durch Gestik korrigieren (z.B.
Fingerdrehung für Satzumstellung);
- Möglichkeit zur Selbstkorrektur bieten;
- Sprechfehler übergehen, um den Denkfluss nicht
zu unterbrechen.
6
4
13. Strategie:
Das Sprechen vorentlasten
- Murmelgespräche anbieten;
- die Lerner sich inhaltlich und sprachlich
vorbereiten lassen;
- mit vorentlastenden Sprechhilfen vorab üben.
6
5
10 Strategien zur Leseförderung
im Fachunterricht
6
6
Lesestrategie 1:
Fragen zum Text beantworten
6
7
Lesestrategie 2:
Fragen an den Text stellen
6
8
Lesestrategie 3:
Den Text strukturieren
6
9
Lesestrategie 4:
Den Text mit dem Bild lesen
7
0
Lesestrategie 5:
Den Text farborientiert markieren
7
1
Lesestrategie 6:
Den Text in eine andere Darstellungsform
übertragen
7
2
Lesestrategie 7:
Den Text expandieren
7
3
Lesestrategie 8:
Verschiedene Texte zum Thema vergleichen
7
4
Lesestrategie 9:
Schlüsselwörter suchen und den Text
zusammenfassen
7
5
Lesestrategie 10:
Das „Fünf-Phasen-Schema“ anwenden
7
6
10 Strategien zur Schreibförderung
7
7
Schreibstrategie 1:
Nach einem Mustertext schreiben
7
8
Schreibstrategie 2:
Mit Versatzstücken schreiben
7
9
Schreibstrategie 3:
Mit anderen gemeinsam schreiben
8
0
Schreibstrategie 4:
Darstellungsformen vertexten
8
1
Schreibstrategie 5:
Mit Schreibhilfen schreiben
8
2
Schreibstrategie 6:
Einen gegebenen Text anpassen
8
3
Schreibstrategie 7:
Mit einer vorgegebenen Gliederung arbeiten
8
4
Schreibstrategie 8:
Verschiedene Texte zum Thema nutzen
8
5
Schreibstrategie 9:
Nach einem Frageraster schreiben
8
6
Schreibstrategie 10:
Nach einem Schreibplan schreiben
8
7
10 fachsprachliche Sprachübungen
im engeren Sinne
8
8
Sprachübung 1:
Wortschatzarbeit betreiben
8
9
Sprachübung 2:
Fachbegriffe erkennen und ordnen
9
0
Sprachübung 3:
Fachbegriffe üben
9
1
Sprachübung 4:
Fachbegriffe definieren
9
2
Sprachübung 5:
Fachsätze vervollständigen
9
3
Sprachübung 6:
Mit Beispielsätzen üben
9
4
Sprachübung 7:
Mit Sprechhilfen üben
9
5
Sprachübung 8:
Darstellungsformen verbalisieren
9
6
Sprachübung 9:
Situationen verbalisieren
9
7
Sprachübung 10:
An Situationsbildern und Fachcomics argumentieren
Axel Uhrmacher
uhrmacher@bvbc.de
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Seele and Geist
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