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...wie Super Mario die Welt rettet! September 12, 2012 von Marianna

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...wie Super Mario die Welt rettet!
September 12, 2012 von Marianna Gurmann
Money, money and more money…. am Donnerstag, dem 6.09.2012 passierte es:
Mario Draghi verkündete die neue Ära der unlimitierten Anleihekäufe der klammen
Staaten, sprich Staatsfinanzierung durch die Geldpresse. Die halbherzige Einschränkung,
dass die Käufe an strenge Bedingungen geknüpft werden sollen, wird keine wesentliche
Bedeutung haben, denn schon im Vorfeld der Entscheidung des Verfassungsgerichts zum
ESM, verkündete der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, dass Spanien zwar das
europäische Geld annehmen würde, aber nicht bereit sei, die europäische Kontrolle in der
Haushaltspolitik Spaniens zu akzeptieren. Ebenfalls nicht vorstellbar ist die Idee, diese
Käufe sterilisieren zu können.
Hinter dem Wort steht die Idee, dass das für Anleihekäufe verwendete Geld an einer
anderen Stelle wieder entzogen werden soll, um damit das Geldmengenwachstum zu
neutralisieren.
Der Prozess der Sterilisierung ist zu 95% erfolgreich… bei Katzen. Bei Geld hat dies aber
noch nie funktioniert.
Gelangt es einmal in den Kreislauf, entzieht es sich der Kontrolle. Der Entzug ist grausam,
wie bei einem Drogensüchtigen. Das Ergebnis ist einmalig in der Geschichte der
Finanzmärkte – ein UNILIMIERTES GELDDRUCKEN! (oder ultimate quantitative easing).
Mit diesem Geniestreich hat Super Mario die ESM Diskussion ad acta gelegt. Denn die
Aufgabe der ESM hat jetzt die Europäische Zentralbank übernommen. Die möglichen
Einschränkungen des ESM wird die EZB auszubügeln wissen. Die Entscheidung des
Verfassungsgerichts ist somit irrelevant geworden und zu einer reinen Muppet Show
verkommen.
Was ändert sich durch diese Liquiditätsflut? In der realen Wirtschaft eigentlich nichts. Ein
Spanier bekommt dadurch keine Arbeit und die Unternehmen verkaufen nicht mehr
Güter, aber:
Ergebnis Nr.1
Die Sparer werden enteignet! Die Zinsen werden künstlich ganz tief (nahe der 0-Linie)
und flach gehalten. Zu 100% sicher ist, dass alle Sparer und Staatsanleiheinhaber einen
realen Wertverlust erleiden werden. Unsicher ist in welchem Ausmaß – 5 %, 10 % oder
50%.
Ergebnis Nr. 2
Besitzer qualitativ hochwertiger Unternehmensanleihen (investment grade) sind nicht
viel besser dran. Ein Beispiel, die 2017 Anleihe der Siemens Gruppe (Rating A+) hat ein
Coupon von gerade mal 1,05%. Eine gute Rendite sieht etwas anders aus, oder?
Selbstverständlich kann man auch eine Anleihe der italienischen Traditionsbank Monte di
Paschi di Siena mit über 5% Rendite kaufen, dafür nehmen Sie aber ein 50%iges
Ausfallrisiko (Rating BBB) auf sich.
Die Anleihen der Emerging Markets bieten zwar durchaus höhere Renditen, diese sind
aber an erhebliche Risiken gebunden. Die Spreads sind mittlerweile so eng, dass das
Risiko/Rendite-Verhältnis nicht mehr adäquat erscheint.
Ergebnis Nr.3
Die Aktienmärkte explodieren. Eine Party auf dem Friedhof, pietätlos, aber leider wahr.
Basierend auf dem durchschnittlichen inflationsadjustierten Gewinnen der letzten 10
Jahre (Cyclically Adjusted PE Ratio, kurz CAPE Ratio) befindet sich die Bewertung zwar
nicht auf dem historischen Höchststand, aber auf dem oberen historischen Rand.
Shiller KGV für S&P 500 Index
Mean: 16,43
Median: 15,84
Min: 4,78 (Dec 1920)
Max: 44,20 (Dec 1999)
Quelle: http://www.multpl.com/shiller-pe/
Gleichzeitig befinden wir uns nicht nur in Mitten einer Rezession, sondern es ist zu
erwarten, dass die Umstände sich weiterhin verschlechtern. Durch die exponentielle
Erhöhung der Geldmenge werden keine Arbeitsplätze geschaffen, dagegen jedoch ein
inflationärer Druck. „Fluchtanlagen“ wie Gold und Rohstoffe werden davon profitieren. Die
Kosten für die Verbraucher werden weiter steigen. Das seit 2008 stagnierende verfügbare
Einkommen in den USA wird mit zusätzlichen Kosten weiterhin belastet. Die ohnehin
geringe Sparquote wird dadurch aufgezehrt. China, der „weiße Ritter“, steckt durch
europäische und amerikanische Schuldenkrise und Rezession in einem zyklischen
Abschwung.
Damit entbehrt die Aktienrally einer fundamentalen Grundlage. Die Investition wird zu
Spekulation und ein jähes Ende ist absehbar. Ähnlich wie in 1999 entkoppelt sich der
Markt von den fundamentalen Daten und die Rally kann jeder Zeit, ohne Vorwarnung zu
Ende sein. Solange wir aber glauben, dass die Gelddruckpresse weiter läuft, werden die
Märkte steigen.
Bravo Herr Draghi, wir sind Schach – Matt!
Good Luck Trading!
Ihre
Marianna Gurmann
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